Wirtschaftszeitung_27082018

hallomuenster

Branchen &Betriebe: Nervenkitzel

im Job Seite 9/10

Geld &Geschäft: Hoffnung

auf Rendite Seite 17

Leben &Wissen: Titanicks

neues Projekt Seite 23

DIE WIRTSCHAFT

Münster |Münsterland

Mit Beilage

ABFALLWIRTSCHAFT &

FACILITYMANAGEMENT

Top-Führungskräfte für das Münsterland

Top-Führungskräfte für das Münsterland

Aschendorf

f Medien GmbH &Co. KG

An der Hansalinie 1, 48163 Münster

ZKZ 88690 PVST

Ausgabe 6/18

www.die-wirtschaft-muensterland.de

Preis: 3,50 Euro

Lieber quicklebendig

als mausetot

Der stationäre Handel braucht mehr denn jeeinattraktives Umfeld.

„Noch haben wir starke und attraktive

Stadtzentren im Münsterland.

Aber wirmüssen mehr tun, damit das

auch so bleibt.“ – Michael Radau,

Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses

und Präsident des Handelsverbandes

Nordrhein-Westfalen,

nutzte kürzlich die Passantenfrequenzmessung

für diesen Appell.

Nicht ohne Grund: Wie bei einem

Seismographen lässt sich an den

teils deutlich zurückgehenden Zahlen

ablesen, wo zunächst leichte,

später stärkere Erschütterungen zu

erwarten sind. Der kleine und mittelständische

Handel im Münsterland

steckt bei aller Konsumlaune in der

Zange zwischen großen Filialisten

und einem wachsenden Online-Handel.

Erlebnis-Einkauf lautet für Radau

die Antwort.

Innenstädtekönnen tatsächlich mit

einem bunten Strauß verschiedener

Veranstaltungen ihren Niedergang

verhindern –oder aber Phasen

einer Schwäche erfolgreich

überstehen. Beispiele gibt es: Wasserberg

im Kreis Heinsberg galt mal –bezogen

auf die Innenstadt –trotz der immerhin

18 000 Einwohner als „mausetot“. Leerstände

wie man sie auch in Einkaufsstraßen

des Münsterlandes kennt, kaum Zuspruch

von außerhalb, bis auf hübsche

Fassaden nichts Reizvolles.

2015 setzteman sich zusammen, um dem

Zentrum wieder mehr Vitalität einzuhauchen.

Jetzt, so schrieb kürzlich eine Zeitung

vor Ort, ruht der wachsende Erfolg

von Wassenberg auf vier Säulen: Event,

Kunstund Kultur,Tourismus und Genuss.

Was wurde getan? Ein monatlicher

Abendmarkt wurde eingeführt, die Stadt

setzte alles daran, die Leerstände zu beseitigen,

drückte bei Genehmigungen

und anderen bürokratischen Hemmnissen

aufs Tempo, beförderteKontakteund

half Interessenten. Und auch Marketing-

Instrumente wurden gezielt eingesetzt,

um Vorzüge der Stadt bekannter zu machen.

►Fortsetzung auf Seite 2

OFFEN GESAGT

Schulterschluss

Dem Handel geht‘s doch

gut, könnte man beim

Blick auf den Umsatz schlussfolgern.

Richtig ist: Das Wachstum

hat einen Motor und der

heißt Online-Handel. Das Geschäft

im Netz erreichte im

vergangenen Jahr ein sattes

Plus von zehn Prozent.

Die nach Industrie und Handwerk

mit 500 Milliarden Euro

Jahresumsatz drittgrößte Wirtschaftsbranche

leidet allerdings

in großen Teilen selbst unter

der Dynamik des Online-Handels.

Während sich Kunden auf

den Plattformen tummeln und

große Warenanbieter diesen

Effekt für sich nutzen, darbt

der kleinere und mittlere Handel

vor Ort. Dies darf niemandem

gleichgültig sein, denn

dadurch geraten Innenstädte

massiv unter Druck.

Wenn Ortskerne vom strukturellen

Leerstand in den Geschäftslagen

dominiert werden,

verringert sich die gesamte

Wohnqualität. Nicht nur der

Umsatz des einzelnen Händlers

schrumpft, die Stadt selbst verliert

an Attraktivität.

Gegen die drohende Tristesse

müssen alle ankämpfen: der

Handel, der trotz dieser

schwierigen Situation mehr

Dynamik und Kreativität zeigen

sollte. Die Kommunen, die

nicht entmutigt ihre Ortskerne

preisgeben dürfen, sondern mit

allen Mitteln gegensteuern

müssen. Die Einwohner und

Kunden, denen klar sein muss,

dass Amazon und Co. ihnen

keine Aufenthaltsqualität

schenken wenn sie vor die

Haustür treten.

wk

Zu viele freie Lehrstellen

HWK Münster und IHK Nord Westfalen ziehen eine erste Zwischenbilanz.

Nur 40Prozent der Ausbildungsbetriebe

im Handwerk konnten

diesmal alleLehrstellen besetzen.

In Industrie, Handel und Dienstleistung

liegt die Quote deutlich

höher bei über 70 Prozent. Das

gaben jetzt die Handwerkskammer

(HWK) Münster und die IHK

Nord Westfalen bekannt.

4 198869 003501

2 0 0 3 5

Gegenüber einer Umfrage

aus 2017 ist im

Handwerk der Anteil

der Betriebe, die gar

keine Bewerber hatten,

von 56 auf 37Prozent gesunken. Die

Betriebe nannten laut Handwerkskammer

verschiedene Gründe, weshalb

ein Lehrvertrag nicht abgeschlossen

worden sei: Der Gesamteindruck

der Bewerber habe nicht gepasst (15

Prozent), die Bewerber hätten beim

Probearbeiten zu wenig gewerkespezifisches

Talent gezeigt beziehungsweise

seien unzuverlässig gewesen

(j

eweils elf Prozent). In neun Prozent

der Fälle sei der Kandidat abgesprungen.

Entgegen einer weit verbreiteten

Ansicht hätten ein nicht ausreichender

Schulabschluss oder mangelnde

Deutschkenntnisse nur bei acht beziehungsweise

sechs Prozent der Betriebe

eine Rolle bei der Absage gespielt,

betonte HWK-Präsident Hans Hund.

Die Zahl von Auszubildenden in IHK-

Berufen ist gestiegen. Zum Beginn des

Ausbildungsjahres meldet die Kammer

bei den neu eingetragenen Ausbildungsverträgen

einen Zuwachs

vonfast drei Prozent. Insgesamt 7933

junge Frauen und Männer haben in

einem Unternehmen im Münsterland

oder in der Emscher-Lippe-Region

ihre Ausbildung in einem IHK-Beruf

begonnen. Das sind 2,8 Prozent mehr

als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

„Der Zuwachs an neuenAusbildungsverträgen

könnte sogar noch größer

sein“, betont Carsten Taudt, Leiter des

IHK-Geschäftsbereichs Bildung und

Fachkräftesicherung. Denn nach

einer Umfragekann ein Drittel der Betriebe

nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze

besetzen. Dass die Zahl

der neuen Ausbildungsverträge trotz

rückläufiger Schulabgänger- und Bewerberzahlen

dennoch gestiegen ist,

führt Taudt auf „ein deutlich verbessertes

Ausbildungsmarketing“ der Betriebe

zurück.

Arbeitsrecht

Betriebsverfassungsrecht

Handelsvertreterrecht

Uta-Maria Gaubitz

Rechtsanwältin

Fachanwältin für

Arbeitsrecht

Forderungseinzug

Verkehrsrecht

Seniorenrecht

Fritz Klingsporn

Rechtsanwalt

Universitätsstraße 21 ·48143 Münster

Telefon (02 51)400 79 ·Telefax (02 51)565 47

www.anwalt-muenster.de ·info@anwalt-muenster.de


2 MACHER &MÄRKTE

Stärker unter Druck

Ergebnisse der aktuellen Passantenzählung in den Mittelzentren des Münsterlandes

verdeutlichen die Situation. Neue Initiative soll Auslöser einer Abwärtsspirale bekämpfen.

Premiere: Der aktuellen Ausgabe von „DIE

WIRTSCHAFT Münster/Münsterland“ liegt

erstmals unser Hochglanz-Magazin „Business

Cars“ bei. Auf 24 Seiten bietet es umfangreiche

Informationen rund um das Thema

Dienstwagen. Welche Ausstattung ist

empfehlenswert? Wie rette ich meinen

Schadensfreiheitsrabatt? Das sind nur einige

der Fragen, die beantwortet werden. Zugleich

werden Themen wie Telematik oder

Autonomes Fahren erläutert und heimische

Autohäuser mit ihren besonderen Angeboten

für Firmenkunden vorgestellt.

IMPRESSUM

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

Verlag und Herausgeber:

Aschendorff Medien GmbH &Co. KG,

An der Hansalinie 1

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0,

Telefax: 0251 690-804801

Redaktion: Claudia Bakker (verantwortlich)

Verlagsleitung: Marc-Arne Schümann,

E-Mail: verlagsleitung@aschendorff-medien.de

Objektkoordination: Frank Micheel,

Lars Normann, Telefon: 0251 690-

916162, Telefax: 0251 690-806190

Gestaltung/Layout: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum

GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1,

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0,

Telefax: 0251 690-215;

Auflage 17.000 Exemplare

www.die-wirtschaft-muensterland.de

„Diese Berichte müssen als Alarmzeichen

gewertet werden, die ein

gemeinsames Vorgehen aller

Akteure vor Ort erfordern.“

Thomas Schäfer und Karin Eksen

Jetzt erntet man ersteErfolge in

Wasserberg, freut sich über

wachsende Besucherzahlen,

einen an vielen Tagen belebten

Ortskern. Schon wird darüber

diskutiert, den Marktplatz teilweise zu

überdachen, um die Freiluftsaison zu verlängern.

Dass Innenstädte„brummen“, wenn man

dort gemeinsam etwas auf die Beine

stellt, zeigte sich auch bei der IHK-Passantenfrequenzzählung

in der Stadt Lüdinghausen

(Kreis Coesfeld). Das Ergebnis

der Samstagszählung am Tag des

Stadtfestes –„Lüdinghausen karibisch“ –

(9. Juni) lag in der Langenbrückenstraße

um 300 Passanten höher als ein Jahr zuvor.

Und der Wert von825 übertraf ebenso

deutlich das Ergebnis vom 7.Juni, als

pro Stunde 687 Passanten registriert

wurden. Michael Radau ist überzeugt:

„Die Menschen wollen den freien Samstag

nutzen, um entspannt einzukaufen,

sich mit Freunden zu treffen oder im Café

zu sitzen.“

Samstag ist nachweislich der Tag, an dem

die Menschen in die Mitte ihrer Städte

drängen. Im Kreis Coesfeld erreichte bei

der Zählung die Schüppenstraße in der

Kreisstadt mit

1578 die höchste

Passantenfrequenz

pro Stunde,

gefolgt von

der ebenfalls in

Coesfeld zu findenden

Letter

Straße.

Einen Topwert,

der deutlich über

dem Jahresvergleichswert liegt, erreichte

im Kreis Steinfurt die Emsstraße in Rheine

mit 2286 Passanten pro Stunde am

zweiten Juni-Samstag. Im Vergleichaller

Mittelzentren des Münsterlandes schnitt

dieser Standort am besten ab. Den zweiten

Platz sicherte sich imKreis Steinfurt

die Kirchstraße in Emsdetten mit 1824

Passanten pro Stunde.

Im Kreis Borken liegt Bocholt mit zwei

Standorten (Neustraße und Osterstraße)

vorn. In der Neustraße wurden in einer

Stunde 2052 Passanten gezählt.

Im Kreis Warendorf schnitt wiederum

Ahlen (Oststraße) mit 1692 Passanten

am besten ab, gefolgt vonBeckum, wo in

Einkaufsbummel: Am Samstag herrscht Betrieb.

der Nordstraße am 9. Juni genau 1473

Passanten gezählt wurden.

Aus Sicht von Michael Radau müssen

Handel,Dienstleistung und Gastronomie

mit ihren Angeboten noch stärker den

Wandel der Verbrauchergewohnheiten

berücksichtigen: Einkaufen, Erleben und

Genießen gehörten heute für viele zusammen.

Die aktuellen Zahlen zeigen aber auch,

dass sich die Kundenfrequenz in den 20

Mittelstädten des Münsterlandes im

Schnitt gegenüber 2016 nichterhöht hat.

In Teilen wurde sogar eine nachlassende

Kundenfrequenz festgestellt, die auch

den stationären Handel trifft.

Thomas Schäfer und KarinEksen vonden

regionalen Geschäftsstellen des Handelsverbandes

Nordrhein-Westfalen in Dortmund

und Münster läuteten kürzlich mit

Blick auf den stagnierenden Umsatz vieler

Geschäfte die Alarmglocke. Bei Umfragen,

bei Untersuchungen und der Auswertungvon

Daten werdedeutlich, dass

sogar 1-A-Lagen unter Druck stehen. „Die

Berichte müssen als Alarmzeichen gewertet

werden, die ein gemeinsames Vorgehen

aller Akteure vor Ort erfordern.

Denn Abwechselung, Aufenthaltsqualität

und Wohlfühl-Ambiente können nur gemeinsam

erhalten werden“, so Schäfer

und Eksen in einem gemeinsamen Bericht.

Die beiden Experten kennen auch die

Auslöser einer Abwärtsspirale:

–mangelnde Sicherheit und Sauberkeit

–nachlassende Angebots- und Branchenvielfalt

– wegfallende Dienstleistungsangebote

wie Bank- und Sparkassenfilialen, Postdienststellen

oder Arztpraxen

–geringe Gesamtattraktivität

–fehlende Baukultur

–wenig attraktiveGastronomieangebote

–nicht mehr zeitgemäße Ladenlokale

–zuhohe Immobilienpreise.

Dementsprechend hohe Erwartungen

werden an die kürzlich gestartete Landesinitiative„Zukunft.

Innenstadt. Nordrhein-Westfalen“

geknüpft. Sie soll die

Stadtzentren fit für die Zukunft machen.

Die Initiativewirdvon Partnern der kommunalenFamilie,

des Handels, der Wohnungswirtschaft,

der Baukultur sowie

vom Netzwerk Innenstadt und der

Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtund

Ortskerne getragen. „Den Verantwortlichen

vorOrt brenneninsbesondere

folgende Fragen auf den Nägeln: der

Strukturwandel im Einzelhandel, ein

ausreichendes Wohnraumangebot, die

Nachnutzung von Brachfl

ächen und die

Verwahrlosung öffentlicher Räume. Wir

wollen die guten Ansätze, die in unseren

Städten bestehen, noch besser miteinander

verknüpfen und vermehrt in die Breite

bringen. Wirbrauchen weniger theoretische

Konzepte, sondern mehr praktische

Umsetzung vor Ort“, erklärte zum

Auftakt im Juli die für Kommunales und

Bau zuständige NRW-Ministerin Ina

Scharrenbach.

wk

Foto: Matthias Ahlke

PASSANTENZÄHLUNG

Die aktuelle Passantenfrequenzzählung wurde von der

IHK Nord Westfalen in Auftrag gegeben. Die Zählung erfolgte

in der 23. Kalenderwoche donnerstags zwischen 15

und 16 Uhr sowie samstags zwischen 11und 12 Uhr. In

fast allen der 20 ausgesuchten Städte des Münsterlandes

konnten die Standorte der Untersuchungen aus den Jahren

2014 und 2016 genutzt werden.

Die Zählung wird nach folgender Methode durchgeführt:

Die Stunde wird invier Zählintervalle von je15Minuten

unterteilt. Die Viertelstunde wird jeweils wieder in5-Minuten-Intervalle

gesplittet. In den ersten fünf Minuten

werden die Passanten gezählt, die eine gedachte Linie von

links nach rechts passieren. In den folgenden fünf Minuten

werden die Passanten gezählt, die sich in die Gegenrichtung

bewegen. In den letzten fünf Minuten wird eine

Pause eingelegt, um Frequenzschwankungen auszugleichen.

Die Ergebnisse der 40 Zählminuten werden nach

einer komplizierten Formel hochgerechnet, um auf den

Stundenwert zu kommen.

Verfürth Zeitarbeit GmbH &Co. KG

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Bei der

Ehrensache

ganz vorne

In der Kreishandwerkerschaft Münster bilden zwei

Frauen die ehrenamtliche Spitze.

MACHER &MÄRKTE 3

In ehrenamtlichen Führungspositionen

des Handwerks sind Frauen die

Ausnahme. In der Kreishandwerkerschaft

Münsterengagieren sich allerdings

gleich zwei Meisterinnen an

der Spitze: die Kreishandwerksmeisterin

und ihre Stellvertreterin. Das

ist so etwas wie die doppelte Ausnahme.

In Spitzenpositionen der Wirtschaft

sind Frauen eine Minderheit.

Nicht nur im hauptamtlichen

Bereich. Auch in der ehrenamtlichen

Arbeit, die gerade bei Kammern

und Verbänden eine große Bedeutung

hat, sind wenige Frauen aktiv.Sobeträgt

im Bereich der Handwerkskammer

Münster der weibliche Anteil an den rund

3500 ehrenamtlich engagierten Kräften

(in allen Gremien der Handwerksorganisation)

etwa 15Prozent, in den „oberen

Bereichen“ –zum Beispiel in Vorstandsfunktionen

–ist der Prozentsatz wesentlich

geringer.

Im Handwerk hat das Ehrenamt Tradition.

Ehrenamtliches Engagement ist sozusagen

Ehrensache. Gilt das nur für

Männer? „Natürlich nicht“, schmunzelt

Rosemarie Ehrlich. Ein bisschen vielleicht

doch, denndie Friseurmeisterin ist

die erste Frau an der Spitze der Friseur-

Innung Münster und die ersteFrauander

ehrenamtlichen Spitze der Kreishandwerkerschaft.

Dabei wird sie unterstützt

vonihrer Stellvertreterin Sabine Deckenbrock,

die auch die Innung Modehandwerk

(Schuhmacher, Modisten, Herrenund

Damenschneider) leitet.

Rosemarie Ehrlich hat zunächst „auf

Lehramt“ studiert, dann wollte sie Maskenbildnerin

werden. Dazu war die erfolgreiche

Ausbildung im Friseur-Handwerk

notwendig. Bei diesem Handwerk

ist sie geblieben: Meisterprüfung, Selbstständigkeit.

Die richtigeBerufswahl? Das

„Ja“ kommt absolut überzeugend.

Bei Sabine Deckenbrock folgten nach

dem Abitur die Schneiderlehre und das

Modedesign-Studium inParis. Dort erhielt

sie ein Angebot für ein Volontariat

bei einer Modezeitschrift. Die Münsteranerin

entschied sich für die Qualifizierung

zur Meisterin ihres Handwerks und

für die Selbstständigkeit. Richtig gemacht?

Ein ebenso überzeugendes „Ja“.

In ihre ehrenamtliche Arbeit bringen die

beiden Handwerksmeisterinnen eine

Menge Erfahrung aus ihren Betrieben

ein. Das machen Männer auch. Was machen

Frauen in ehrenamtlichen Funktionen

anders? Offensichtlich eine falsche

Frage, denn: „Eigentlich wollen wir ja gar

nichts anders machen“, sagt Rosemarie

Ehrlich. „Wir setzen uns gemeinsam mit

unserenKollegenfür das Handwerk ein.“

Das Engagement der Meisterinnen soll

aber durchaus deutlich machen, dass im

Handwerk nicht nur Männer, sondern

auch viele Frauen arbeiten.

Und warum wirdesdann noch immer als

etwas Besonderes betrachtet, wenn Frauen

berufl

ich oder ehrenamtlich in Führungspositionen

arbeiten? Ein Grund sei

Der Vorstand der Kreishandwerkerschaft mit der weiblichen Doppelspitze sowie Hauptgeschäftsführer Jan-

Hendrik Schade (vordere Reihe 4.v.l.) und Innungsgeschäftsführerin Melanie Lohmann (2.v.l.)

Engagement im Ehrenamt: Kreishandwerksmeisterin Rosemarie Ehrlich (r.) und ihre Stellvertreterin Sabine Deckenbrock

sind an der Spitze der Kreishandwerkerschaft Münster aktiv.

Fotos: Hubertus Kost

das traditionelle Rollenbild, dass sich

nämlich die Frau um die Familie kümmert,

vermutet Sabine Deckenbrock. Dieses

Bild habe sich aber geändert und damit

auch die Rolle der Frau und deren

Selbstbewusstsein. Als Beispiel nennt Rosemarie

Ehrlich das Thema „Vereinbarkeit

von Familie und Beruf“, das an Bedeutung

gewinne und nicht nur diskutiert,

sondern invielen Betrieben umgesetzt

werde. Und zwar mit dem Ansatz,

dass sich nicht nur die Frau um die Familie

kümmere, sondern auch der Mann.

Das könne dann auch positiven Einfl

uss

auf die ehrenamtliche Arbeit haben.

Beide Handwerksmeisterinnen betonen

die gute Zusammenarbeit in den überwiegend

männlich „besetzten“ ehrenamtlichen

Gremien der Kreishandwerkerschaft.

Die Themen sind nicht speziell

männlich und nicht speziell weiblich.

Ausbildung ist ein Kernthema und damit

die Sicherung des qualifizierten handwerklichen

Nachwuchses.

„Wir müssen die Ausbildung im Handwerk

attraktiver machen“, sagen Rosemarie

Ehrlich und Sabine Deckenbrock.

Das gelte auch für die Selbstständigkeit.

Ein weiterer Bereich: Verantwortung

übernehmen. Im betrieblichen Alltag

und in der ehrenamtlichen Arbeit. „Wir

sind nur handlungsfähig, wenn wir eine

starke Basis haben“, betont Sabine Deckenbrock.

Und diese Basis bilden aus

Sicht der beiden Handwerksmeisterinnen

die Innungen: „Unser Netzwerk.“

Zum Ende des Gesprächs doch noch einmal

die Frage, ob es denn gar keine

Unterschiede in der ehrenamtlichen

Arbeit vonMännern und Frauen gibt. Ein

Unterschied falle ihm aus der Zusammenarbeit

in den Gremien spontan ein,

sagt Jan-Hendrik Schade, der Hauptgeschäftsführer

der Kreishandwerkerschaft:

„Frauen haben mehr Geduld.“

Hubertus Kost

KREISHANDWERKERSCHAFT

Kreishandwerkerschaften (KH) sind Teil der Handwerksorganisation.

Sie werden von den Innungen einer Region

gebildet, inder sich selbstständige Handwerker des selben

oder ähnlichen Handwerks zusammenschließen. Die

Kreishandwerkerschaften vertreten die Gesamtinteressen

des selbstständigen Handwerks und des handwerksähnlichen

Gewerbes in ihrem Bereich.

„Die Kreishandwerkerschaft ist ein moderner Dienstleister.

36 Handwerks-Innungen und ihre fast 1400 Innungs-Fachbetriebe

bilden eine Allianz unter dem Dach der Kreishandwerkschaft

Münster und präsentieren sich als eine

leistungsstarke und kompetente Gemeinschaft. Für die

Mitgliedsbetriebe ihrer Innungen hält die Kreishandwerkschaft

ein vielfältiges Leistungsspektrum bereit“, heißt es

auf der Homepage der Kreishandwerkerschaft Münster.

Als Beispiele werden Hilfe bei Rechts- oder Ausbildungsfragen

genannt, Prozessvertretung und Einkaufsvorteile.

-hko-

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4 MACHER &

Schnelles Internet für alle

Deutschland steht vor einer digitalen Offensive,

schnelles Internet ist auch in

ländlichen Regionen längst nicht mehr

nur ein Wunsch. Städte an die Datenautobahn

anzubinden, ist in der Regel kein großes Problem

–der Ausbau erfolgt privatwirtschaftlich.

Auf dem Land ist das nicht so einfach. Weite

Wege, weniger Menschen, hohe Kosten, das

macht den Ausbau nicht einfach. Bund und

Land haben darum Förderprogramme aufgelegt,

mit deren Hilfe das schnelle Internet auch

in entlegeneren Regionen verfügbar sein soll.

Die vier Münsterland-Kreise haben ein gemeinsames

Ziel, das sie jedoch auf unterschiedlichen

Wegen erreichen wollen: fl

ächendeckend

Glasfaser-Kabel. Gigabit-Leistungen und damit

High-Speed-Datenfl

üsse schaffen daneben nur

noch aufgerüstete Kabelnetze. Wie steht es um

den Netzausbau imMünsterland? Ein Sachstandsbericht.

Power tothe Bauer

Kreis Coesfeld: Das Ziel ist gleich, der

Weg eigenwillig: Über sogenannte

Buddelvereine will der Kreis

Coesfeld die 100-Prozent-Quote

beim Glasfaser-Netzausbau

erreichen. 24 Prozent aller

ger, weil keine Förderanträge gestellt

werden müssen. Der kommunale Eigenanteil

von zehn Prozent entfällt.

„Allein 8000 Hofstellen

gibt es im Kreisgebiet“, sagt

Wilms. Ein von einem Un-

Haushalte sind derzeit daran

ternehmen gelegter Einzelanschluss

kostet bis zu

Coesfeld

angeschlossen, sagt Jochen

Wilms, der Breitband-Koordinator 15 000Euro. Indemdie Bauernselbstaktiv

werden,reduzie-

des Kreises. „In absehbarer Zeit werden

es 50 Prozent sein.“

rensie die Kosten auf rund 2500

Buddelvereine heißt: Die Bürger, oft Euro je Anschluss. Ungefähr

Bauern, verlegen daskleine Kabel mit der 4000 Höfehaben die inzwischen

großen Leistung in Eigenregie. Der Vorteil:

Der bürokratische Aufw

and ist gerin-

Kreisgebiet

80 Buddelvereine seit 2016 im

erschlossen.

Vorteile der Großstadt

Münster

Münster: GrößereStädteund Großstädte

haben es gut. Weil dort die Infrastruktur

fürs schnelle Internet vielerorts vorliegt.

Dafür sind Glasfaser-Kabel nicht

nötig. In Münster jedenfalls ist

das der Fall. Beispielsweise

über die Zugänge des TV-Kabelanschlusses.

„Rund 90 Prozent

der Haushalte inMünster

verfügen dadurch über mindestens

30 Mbit/s“, sagt Christian Tebel,

Breitband-Koordinator der Stadt. Wobei

die 30 Mbit/s als Minimum zu sehen seien.

Wer schnellere Datenfl

üsse haben

möchte, kann sie problemlos buchen. Bis

400 Mbit/s sind in Münster über das TV-

Kabel machbar. Alternativ steht die Telekom

mit ihrem Vectoring-Angebot bereit.

90 Prozentsind nicht 100. Die aberwill die

Stadt erreichen. Bis Juli soll darum herausgefiltert

werden, wo genau sich

die verbleibenden zehn Prozent

verstecken. „Wir wollen die weißen

Flecken bestimmen und dafür

Angebote suchen“, sagt Tebel.

Apropos Glasfaserkabel: Für

die mehr als 40Gewerbegebiete

der Stadt sind die natürlich

vorgesehen.

Das erste wird

demnächst

damit verknüpft.

Kreis

Borken

15

Prozent

haben unter

30 Mbit/s.

32

Prozent sind ans

6,15

Prozent

Glasfasernetz

haben unter

angeschlossen. 30 Mbit/s.

28

Prozent sind ans

Glasfasernetz

angeschlossen.

Pro

G

an

Beraten, betreuen,

bewilligen

Die neue Gigabit-Geschäftsstelle bei der Bezirksregierung

Dasideale

Umfeld.

Unternehmer im ecopark wissen:

Wo Mitarbeiter sich wohlfühlen, da

leistensie gute Arbeit. Investieren

auch Sie in ein gutes Umfeld–für Ihre

Mitarbeiter und fürIhr Unternehmen.

Im ecopark an der HansalinieA1.

ecopark –der Qualitätsstandort.

Als Tennislegende Boris Becker noch für

AOL warb, war der Zugang zum Internet

ziemlich einfach: „Ich bin drin.“ –

Beckers Satz hat inzwischen Kultstatus.

Viel mehr ging damals auch nicht.

Heuteist die Welt digital, online

ist Alltag, Teilhabe funktioniert

offlf ine nur noch eingeschränkt.

Den einen Zugang gibt es nicht

mehr.DSL, VDSL mit oder ohne

Vectoring, HFC oder Glasfaser: Viele Wege

führen zum Ziel. Während der Kunde –salopp

gesagt –entscheiden kann, ob er ein langsameres

oder schnelleres Internet haben möchte,müssen

Gemeinden die nötig Infrastruktur

bereitstellen. Für die Finanzierung haben sowohl

Bund als auch Land prallgefüllteFördertöpfe

bereitgestellt.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, Städte, Gemeinden

und Kreise zu unterstützen und so

letztlich den fl

ächendeckenden Gigabit-Netzausbau

zu beschleunigen, hat das Land NRW

jetzt bei den fünf Bezirksregierungen sogenannteGigabit-

Geschäftsstellen eingerichtet.

Die in Münster hat im April ihreArbeit aufgenommen.

„Unser Vorteil ist die Förderung aus

einer Hand“, sagt Dezernentin Yvonne Pape.

Das meint konkret die drei großen „B“: Beratung,

Betreuung, Bewilligung. Besonderer

Schwerpunkt wird die Beratung aller Schulträger

sein.

2025, so hatte esLandes-Wirtschaftsminister

Andreas Pinkwart im April erklärt, sei das

Jahr, in dem in NRW fl

ächendeckend

Gigabit-Netze verfügbarseinsollen. Bei Schulen

und Gewerbegebieten und Schulen soll es

deutlich schneller gehen. Datenvolumina von

1000 Mbit/s können gegenwärtig nur über

Glasfaserkabel oder noch aufzurüstende Kabelnetze

transportiert werden.

Dass der Netzausbau eine Investition in die

Zukunftsfähigkeit der Region ist, unterstreicht

auch Regierungspräsidentin Dorothee

Feller. „Wenn wir nicht zurückgedrängt

werden wollen im Wettbewerb der Länder

und Regionen,müssen wir die Digitalisierung

vorantreiben, eine fl

ächendeckende Breitbandversorgung

fördern und dafür sorgen,

dass unsereKinder und Jugendlichen für eine

digitale Welt gut vorbereitet sind“, sagt sie.

Wichtig sei hier aber auch, die Risiken der Digitalisierung

nicht aus dem Blick zu verlieren.

„Da müssen wir mehr in Datensicherheitund

Fortbildung investieren.“

Sieben Milliarden Eurowilldie Landesregierung

bis 2025 in die Digitalisierung investieren,

mindestens fünf Milliarden Euro davon

sollen in den Ausbau einer gigabitfähigen digitalen

Infrastruktur fl

ießen.

Damit die 2025 wirklich fl

ächendeckend gigabit-

fähig sein kann, wird ein Gigabit-Atlas

erstellt, für den auf Ebene der Bezirksregierungen

die Geschäftsstellen zuständig sind.

„Auf diese Weise können wir die weißen Flecken

aufspüren“, sagt Pape. Elmar Ries


MÄRKTE

5

31

zent sind ans

lasfasernetz

geschlossen.

11

Prozent

haben unter

30 Mbit/s.

10

Prozent

haben unter

30 Mbit/s.

0

Prozent sind ans

Glasfasernetz

angeschlossen.

Münster

Kreis

Coesfeld

Kreis

Steinfurt

28

Prozent sind ans

Glasfasernetz

angeschlossen.

17

Prozent

habenunter

30 Mbit/s.

Vorausschauend agiert

Kreis Borken: In Sachen schneller Datenverkehr

vorausschauend geplant wurde

im Kreis Borken. Vor neun

Jahren beschloss der

Kreistag, in die Glasfaser-Infrastruktur

zu investieren.

Aus Mitteln

des Konjunkturpaketes

Borken

II wurde ein 84 Kilometer

langes Leerrohrnetzfinanziert,

das die Verbindungslücken

zwischen den Städten, Gemeinden

und Ortsteilen schloss. Attraktiv

für Telekommunikationsanbieter:

Sie konntendie Rohremieten und

mussten nicht selbst investieren.

Der erste Ortsteil, der

2011 so mit Glasfaserkabel

erschlossen wurde,

Kreis

Warendorf

war Bocholt-Barlo.

Inzwischen sind weit über 30 Ortszentren

und Ortsteile an das Glasfasernetz

angeschlossen, erklärt Katharina Reinert,

die Leitern für den Breitband-Ausbau

bei der Kreis-Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Damit sind 32 Prozent

aller Haushalte mit Glasfaser-

Technik versorgt.

Um die noch immer unterversorgten

Außenbereiche anzubinden–hier vorallem

die fast 2800 landwirtschaftlichen

Betriebe –, setzen die StädteimKreis vor

allem aufdie Landesförderung. Der über

50 Millionen Euro schwere Antrag der

Städte Ahaus, Bocholt, Borken, Heek,

Heiden, Isselburg, Legden, Reken,

Schöppingen und Velen wurde unlängst

bewilligt.

170 Millionen Euro Fördervolumen

Kreis Steinfurt: Rund 31 Prozent

aller Haushalte im

Kreis Steinfurt verfügen bereits

über einen Glasfaser-

Kabelanschluss. In Ibbenbüren,

Reckenfeld und

Laerwirdder Lichtleiter

derzeit verlegt.

Sind die drei Orteangeschlossen,

steigt die

Quote auf 34 Prozent,

erklärt Ingmar Eberhardt,

der Breitband-Koordinator bei der

Bis zur letzten

Milchkanne

Kreis Warendorf: Auch im Kreis Warendorf setzen

die 13 Kommunen auf die Glasfaser-Technologie.

„Wir wollen schnelles Internet bis zur letzten Milchkanne“,

sagt Breitband-Koordinator des Kreises,

Ralf Hübscher.

Einen unmittelbaren Zugang zum Glasfaser-Kabel

haben derzeit 28 Prozent aller Haushalte imKreis.

Diese befinden sich in den größeren Städten und

wurden über privatwirtschaftliche Initiativen

angeschlossen. Um das ultraschnelle

Internet auch in die Außenbereiche zu

bringen, setzen die Kommunen nun auch

auf den Glasfaseranschluss bis ins Haus

Warendorf

(FTTH –Fiber to the Home). Dazu wurde

2017 der Antrag auf Bundesförderung modifiziert,

das Volumen verdoppeltesich auf 120Millionen

Euro. Zehn Prozent davon tragen die Kommunen.

Die hatten zunächst aus Kostengründen auf das sogenannte

„Vectoring“ gesetzt. Heißt: Der Anbieter

legt ein Glasfaserkabel bis zu einem Verzweiger,von

dort geht‘s über das Telefon-Kupferkabel in die

Haushalte. Im Kreis garantierte Leistung im Flaschenhals:

50 Mbit/s. Nun hoffen die Gemeinden,

dass der Bund Geld fürs Upgrade bereitstellt.

Wirtschaftsförderungsgesellschaft des

Kreises. Der Netzausbau erfolgt in den

Gemeinden in der Regelprivatw

irtschaftlich.

Das bedeutet: Sagen 40 Prozent der

Einwohner ja zu einem Anschluss,

verlegt ein Unternehmen –hier

die Deutsche Glasfaser GmbH

aus Borken –das Kabel bis ans

Haus.

Schwierig ist der Netzausbau in Steinfurt

den dünner besiedelten Bereichen.

Damit auch deren Bewohner in

den Genuss eines schnellen Internets

„Für uns zählt die Gigabit-Strategie“

Experte wirbt für Technologie-Mix

kommen, haben alle 24 Gemeinden des

Kreises Anträge auf Bundesförderung gestellt.

„Das Volumen beträgt 170Millionen

Euro“, sagt Eberhardt. 2019 können

die Arbeiten beginnen –Ende noch

offen. Das Problem: Gefördert

wird der Ausbau nur dort, wo

dieLeistung beiunter 30 Mbit/s

liegt (elf Prozent aller Haushalte

im Kreis). Ist sie nur etwas

stärker, ist das Netz zwar immer

noch langsam – eine Beschleunigung

aber nicht förderfähig.

Schnell war gestern –morgen zählt

blitzschnell.Esist noch nichtsolange

her, da zählte die fl

ächendeckende

Breitbandversorgung als das höchste

Glück aller Internetnutzer. Datenraten

von mindestens 50 Megabit je Sekunde

(Mbit/s) –das sollte selbstverständlicher

Standard werden. Doch

der gilt inzwischen als überholt: Gigabit

ist der neue Maßstab.

Bis 2025 soll ganz NRW dafür

ans Glasfaser-Netz angeschlossen

sein. Nur: Die es

nutzen sollen, finden noch

keinen echten Gefallen daran.

„Drei Millionen Haushalte könnten

Glasfaser nutzen, aber nur 800 000 greifen

das ab“, fasst Professor Achim Wambach

dieZurückhaltung in Zahlen. Ohnehin

ist dieser Ausbaugrad vonunter zehn

Prozent bescheiden –knapp 41 Millionen

Haushaltegibt es in Deutschland. „Bei der

Breitbandversorgung über 50 Mbit/s liegen

wir aus europäischer Sicht imguten

Mittelfeld, aber bei der Glasfaserv

ersorgung

sind wir abgeschlagen“, sagt der

Chef der Monopolkommission und zugleich

Präsident des Zentrums für Europäische

Wirtschaftsforschung in Mannheim.

Mit dem Ausbau steige aber die

Nachfrage.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart

hat die politischen Vorgaben dafür

festgelegt: Die Gewerbegebiete imLand

sollen bis 2021 an die Glasfaser-Datenautobahn

angeschlossen sein. Ausseiner

Sicht hat die Bundesregierung zu spät

umgesteuert, zu lange auf Kupferkabel

gesetzt.Professor Wambach warnt davor,

jetzt wieder eindimensional zu planen:

„Für unszählt die Gigabit-Strategie, nicht

die Glasfaser-Strategie.“ Das Kabel werde

sicher am meisten genutzt werden,daneben

gebe es aber auch die aufgerüsteten

TV-Kabelnetze und die neue 5G-Mobilfunktechnologie.

„Eine Vollversorgung

werden wir nur im Technologie-Mix hinbekommen.“

Die Monopolkommission, die die Bundesregierung

berät, hat in einem Sondergutachten

Ende 2017 betont, dass der privatwirtschaftliche

Ausbau des Glasfasernetzes

Vorrang haben müsse. Wo sich das

nicht rechnet, müssen öffentliche Fördermittel

fl

ießen. Die Schnittstelle zwischen

beiden könntezur Problemquellewerden,

warnt Wambach: „Es ist nicht sauber geklärt,

wasvon privatenAnbietern geleistet

werden kann und was nicht.“

Bleibt die Sache mit der noch mageren

Nachfrage nach Gigabit-Anschlüssen.

„Wir empfehlen als Monopolkommission,

Prof. Achim Wambach FOTO: Borchard A.Loeff

ler

den Haushalten, Schulen und anderenGigabit-Voucher

zu geben, damit die Nachfrage

angekurbelt wird“, berichtet Wambach.

Die These, dass die mit mehr Ausbau

komme, lässt sich in Ländernwie Portugal

oder Lettland ablesen, wo 80 Prozent

der Haushalte über Glasfaser verfügen.

„Dass Deutschland so weit hinten

liegt, ist wesentlich der Breitbandinfrastruktur

der ersten Generation geschuldet“,

erklärt Wambach. Andere Staatensindspätermit

neuerTechnologie gestartet.

Wie imMünsterland hat sich in

Europa ein Gefälle entwickelt.

Nicht mit Neid, sondern mit Neugier sollte

man auf diese Länder blicken, rät Wambach.

Dort gehörten E-Government und

E-Health zum Alltag. „Da hinkenwir hinter

anderen Ländern hinterher“, sagt der

Wirtschaftsexperte. „Wenn der Staat für

bessere Angebote sorgt, dass man Behördengänge

übers Internet erledigt oder etwasfür

seine Gesundheit tun kann,lohnt

sich für die Haushalte auch das Aufstocken

der Internetvt erbindung.“ Auch so

geht Förderpolitik.

Hilmar Riemenschneider

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6 MACHER &MÄRKTE

Glückwunsch für die Preisträger 2018 bei der Verleihung in Stuttgart: Handwerkskammer-Geschäftsführer Thomas Harten (l.) und Hans-Dieter Weniger (r.) gratulieren Professor

Baalmann und Hubertus Haking (2. und 3. v.l.) sowie Frank Brormann und Professor Perterseim (4. und 5. v.l.).

Innovationen brauchen

eine starke Partnerschaft

Seit 30 Jahren werden immer wieder Betriebe aus der Region mit dem Seifriz-Preis ausgezeichnet. Der

Schulterschluss von Handwerk und Wissenschaft wird von beiden Seiten bewusst gefördert.

Im Münsterland sind Handwerksbetriebe

besonders innovativ. Der Erfolg

beim bundesweit ausgeschriebenen

Technologie-Transfer-Preis

„Meister sucht Professor“ ist dafür

seit 30Jahren immer wieder ein Beweis.Vo

Vr wenigen Wochen wurde

in Stuttgart zum 30. Mal der

„Seifriz-Preis“ verliehen, der

die erfolgreiche Zusammenarbeit

von Handwerk und

Wissenschaft würdigt. Wieder einmal

(wie schon oft in den drei Jahrzehnten)

dabei: Handwerk aus dem Münsterland.

In diesem Jahr wurden gleich zwei Handwerksmeister

aus der Region für ihre Erfindungen

ausgezeichnet: Metallbauermeister

Hubertus Haking aus Ladbergen

und Friseurmeister Frank Brormann aus

Oelde. Der renommierte Preis geht zugleich

an zwei Wissenschaftler der Fachhochschule

(FH) Münster,von denendie

Handwerksmeister maßgeblich unterstützt

wurden: Professor Dr. Klaus Baalmann

und Professor Dr. Jürgen Peterseim.

Die Zusammenarbeit von Meister und

Professor und damit von Handwerk und

SEIFRIZ-PREISTRÄGER AUS DEM MÜNSTERLAND

30 Handwerksmeister aus dem Münsterland und ihre Partner aus der Wissenschaft

wurden in den vergangenen 30 Jahren für Innovationen, die aus der Zusammenarbeit

von Meister und Professor entstanden, mit dem Seifriz-Preis ausgezeichnet.

Hinzu kommen drei Betriebe aus der Emscher-Lippe-Region, die

auch zum Bezirk der Handwerkskammer Münster gehört. Beim jährlichen Wettbewerb

werden jeweils mehrere Entwicklungen bzw. Erfindungen mit dem Preis

ausgezeichnet.

Meister und Professoren aus dem Kammerbezirk standen nicht injedem Jahr

bei der Preisverleihung in Stuttgart auf der Bühne. In einigen Jahren (so auch

vor wenigen Wochen) wurden aber zwei Entwicklungen aus unserer Region mit

dem Innovationspreis gewürdigt. Regional betrachtet kommen seit der erstmaligen

Verleihung 26 Prozent aller Preisträger aus dem Münsterland.

Beispiele für den Erfindungsreichtum und damit für innovative Entwicklungen

aus dem Münsterland sind: ein Streckbiege-Automat für Aluprofile, eine freitragende

Schiebetoranlage mit integrierter Antriebstechnik, ein batterieloses Hörgerät,

ein vollautomatischer Spargelernter, ein Doppelgurtförderer zur vertikalen

Förderung von Schüttgütern.

-hko-

Wissenschaft ist das „Pfl

ichtprogramm“

bei der Bewerbung umden Seifriz-Preis.

Am Anfang steht meistens die Idee eines

Handwerksmeisters. Wie bei Hubertus

Haking.Inseinem Betrieb werden individuelle

Markisen gebaut. Bei der Entwicklung

einer speziellen Markise für Rundbogen-

oder Segmentfenster unterstützte

ihn der Maschinenbau-ExperteProfessor

Baalmann.

„Wir haben schon ziemlich getüftelt,“ erinnert

sich der Handwerksmeister. Die

Lösung ist eine Markise, bei der im eingefahrenen

Zustand keine Schienen oder

Seile zu sehen sind.

Friseurmeister Brormann entwickeltemit

Unterstützung des Werkstoff-Spezialisten

Professor Peterseim die Haarschneidetechnik

„Calligraphy Cut“, bei der Haare

mit einer Art Messer in einem bestimmten

Winkel schräg angeschnitten

werden. Dadurch bekommt das Haar

mehr Fülle.

Für beide Erfindungen gab esden begehrtenund

bekannten Innovationspreis

des Handwerks, der vom Verein Technologietransfer

Handwerk e.V und der Zeitschrift

„handwerk magazin“ herausragende

technologische Entwicklungen

verliehen wirdund mit insgesamt 15 000

Euro dotiert ist Die Auszeichnung ist

nach dem inzwischen verstorbenen baden-württembergischen

Staatsminister

Professor Dr.Adalbert Seifriz benannt ist,

der sich für die Annäherung von Handwerk

und Wissenschaft einsetzte.

►Fortsetzung auf Seite 7

Friseurmeister Frank Brormann (r.) hat zusammen mit Professor

Jürgen Peterseim die neuartige Haarschneidetechnik entwickelt

und erforscht.

Fotos: Handwerk Magazin

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NÄCHSTE AUSGABE

25.9.2018

Der

Anzeigenschluss

ist am 7.9.2018


Gutes Mittel gegen

Berührungsängste

MACHER &MÄRKTE 7

Weniger stellt die Kontakte zur Wissenschaft her.

Unterstützt wirddie Zusammenarbeit

vonMeister und

Professor auch von der

Handwerkskammer Münster.

Konkretvon Hans-Dieter

Weniger. Der Diplom-Ingenieur für

Maschinenbau hat als Beauftragter für

Innovation undTechnologie den direkten

Draht zur Wissenschaft und zu innovativen

Handwerksbetrieben. Er bringt

Handwerker und Wissenschaftler zusammen,

und zwar nicht nur bei der Bewerbung

um den Technologiepreis, sondern

als wesentlicher Teil seiner täglichen

Arbeit.

„Das ist nicht immer einfach“, sagt Weniger

aus langjähriger Erfahrung. Es gebe

hier und danoch Berührungsängste. Für

viele technologieorientierte Handwerksbetriebe

„ist die Wissenschaft weit entfernt“.

Die Annäherung sei aber erfolgreich,

denn „in den meisten Fällen entstehen

aus der gemeinsamen Entwicklung

marktfähige Produkte“. Außerdem gebe

es nach denersten Kontakten häufig eine

längerfristigeZusammenarbeit zwischen

Meister und Professor. Daraus entwickeln

sich neue Kooperationsformen,

über die Hans-Dieter Weniger vor einigenWochen

bei einer Veranstaltung zum

Technologietransfer beim Zentralverband

des Deutschen Handwerks in Berlin

referierte: zum Beispiel Praxissemester

und Projektarbeiten für Studenten,

außerdem praxisorientierte Bachelorund

Masterarbeiten. Das stellt der Berater

bei seiner Arbeit immer wieder heraus,

um damit für den Transferprozess

zu werben.

Auch Hans-Dieter Weniger wurde mit

dem Seifriz-Preis geehrt: 2009 erhielt er

die Auszeichnung für sein besonderes Engagement

in der Zusammenarbeit von

Handwerk und Wissenschaft und damit

auch für den Innovationspreis.

Hubertus Kost

„In den meisten Fällen entstehen

aus der gemeinsamen Entwicklung

marktfähige Produkte.“

Hans-Dieter Weniger

Auch Hans-Dieter Weniger gehört zuden Preisträgern. Der Innovations-

und Technologiebeauftragte der Handwerkskammer Münster

erhielt die Auszeichnung für sein Engagement bei der Förderung

der Zusammenarbeit von Meister und Professor. Foto: Kost

„Wir brauchen

Tüft

ler und Denker“

Ministerbesuch bei Seifriz-Preisträger Hubertus Haking

Firmenchef Hubertus Haking im Gespräch mit der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Haking erläutert

ihr das Funktionsprinzip der Markise, für die er den Seifriz-Preis erhalten hat. Foto: Michael Baar

Beim Besuch des Handwerksbetriebes

Haking in Ladbergen

imJuli lobte Anja Karliczek,

Bundesministerin für

Bildung und Forschung, die

Innovationskraft des Handwerks und die

Zusammenarbeit vonMeister und Professor.

Im Gespräch mit Handwerksvertretern

und Politikern kündigte die Ministerin

die Aktion „Nachfolger gesucht“ an, die

parallel zum Berufsbildungspaktinitiiert

werden könnte. DamitsollenjungeLeute

verstärkt über die Möglichkeiten einer

Berufsausbildung informiert werden –

auch mit dem langfristigen Ziel, sich

selbstständig zu machen und einen

Handwerksbetrieb zu übernehmen.

Gerade im Handwerk finden viele Betriebsinhaber

keinen Nachfolger in der

eigenen Familie oder unter den Mitarbeitern.

Sie könne sich vorstellen, die Aktion

auf regionaler Ebene und damit im Kreis

Steinfurt gemeinsam mit dem Handwerk

zu starten. betonte Anja Karliczek.

Hubertus Haking und sein Unternehmen

sieht sie als Vorbild. „Wir müssen bei Innovationen

schneller werden, in der gesamten

Wirtschaft“, stellt die Ministerin

fest. Anderssei es nicht möglich, wettbewerbsfähig

zu bleiben. Deshalb wertet sie

es als gut, wenn Klein- und Mittelstandsbetriebe

das Netzwerk aus Praxis und

Theorie, in diesem Fall die Fachhochschule,

nutzen. „Wir haben viele gute

Denker,aberwir brauchen auch viele gute

Tüftler“, sagt sie. Dass viele vondenen

im Münsterland heimisch sind, freut die

Brochterbeckerin besonders. Dann lässt

sie sich von Haking erläutern, wie seine

innovativeMarkise funktioniert. PerSeilzug

wirddie Markise bewegt und –obgeöffnetodergeschlossen

–von der Technik

ist nichts zu sehen. -hko/mba-

Und? Wie halten Sie

sich fachlich fit?

Im Handwerk ist es wie im Sport: Erfolgreich ist, wer regelmäßig trainiert.

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er kaufmännischer Fachwirt

nach HwO

• ab 11.09.2018,Teilzeit (Abendlehrgang)

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Personalmanager HWK

• ab 09.10.2018,Teilzeit (Abendlehrgang)

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Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

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FAHRZEUG

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Kfz-Hochvolt-Systeme

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Klebefachkraftf

• ab 15.10.2018, dreimal eine WocheVollzeit

Prüfung elektrischer Anlagen

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Nachschulung Elektrofachkraftf

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www.hbz-bildung.de


8 MACHER &MÄRKTE

Begeistern mit Partizipation,

Sinn und Respekt

Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) lädt am 9. Oktober erneut zu einem Personalkongress

nach Münster ein. Kompakte und praxisnahe Form sorgte schon bei der ersten Auflage für eine gute Resonanz.

Wichtige Begriffe schmücken die

Einladungskarte: Partizipation,

Sinn, Respekt, Vertrauen, Verantwortung,

Agilität ... Wer Mitarbeiter

heute gewinnen, begeistern und binden

will, muss sich mit diesen Themen

intensiver als in der Vergangenheit

befassen. Der zweite Personalkongress

des Bundesverbandes mittelständische

Wirtschaft (BVMW)

Münsterland, der am 9. Oktober

stattfindet, gibt Hilfestellung.

Die Erstaufl

age im vergangenen

Jahr bescherte den

Machern gleich ein Erfolgserlebnis.

230 Gäste

zählten Bernd Adamaschek

vomBVMW Münsterland und seine

Mitstreiter. ImMittelpunkt des Kongresses

standen Personalrekrutierung und

-entwicklung. Kompetente Referenten

gabenwichtigeAnstöße oder berichteten

lebendig und spannendaus ihrem Unternehmensalltag.

Kompakt und praxisnah –solautet auch

beim zweiten Personalkongress das Rezept.

BVMW Münsterlandund Co-Veranstalter

Aschendorff Medien wollen mit

der Halbtagsveranstaltung im Mövenpick

gezielt auch Unternehmern und Geschäftsführern

die Gelegenheit geben, ihr

„Personalverwicklung 2018“ -das Placebotheater aus Münster wird imMövenpick die Kongressbesucher auf das Thema einstimmen.

Wissen rund um das Thema Personal zu

vergrößern.

In der um 12 Uhrmit einem Get-together

und Imbiss beginnenden Veranstaltung

kommen zahlreiche Experten undPraktiker

zuWort. Doch zu Beginn gehört die

Bühne dem Placebotheater Münster, das

um 13 Uhr einen garantiert unterhaltsamen

Blick auf die „Personalverwicklung

2018“ wirft.

Anschließendwirdweniger improvisiert,

aber umso mehr informiert. Prof. Dr.

Frank Striewe (FH Münster) stellt die

Frage, ob im Zeitalter der Partizipation

die Hierarchie vor dem Ende steht. Dr.

Dirk Seiling berichtet darüber, wie die

Armacell GmbH eine Kultur der Weiterbildung

zum strategischen Erfolgsfaktor

entwickelt hat.

Gunnar Sander, Geschäftsführer von

Sander Pfl

ege GmbH, testet in seinem

Unternehmen das niederländische

BUURTZORG-Modell (Selbstorganisation

und Selbstverantwortung) und wird

über ersteErfahrungen berichten. Ein Beteiligungsmodell

für Mitarbeiter stellt Erwin

Hülscher von Heitkamp &Hülscher

vor. Das Feld der Empathie und Herzlichkeit

beleuchtet Elmar Seidel, Geschäftsführer

von Seidel &Friends Consulting.

Birgit Rathmann, VR-NetWorld GmbH,

berichtet über agile Arbeitsformen. Den

Schlusspunkt setzt gegen18Uhr Viola Alvarez

von Faktum: „Wer Mitarbeiter wie

Menschen behandelt, führt besser ...“

Weitere Informationen und Karten (ab

119 Euro) unter ww

w w.muens-

ter.bvmw.de.

wk

Foto: Markus Hausschild

Westfalen eröffnet größte

Lkw-Waschanlage im Münsterland

Waschen und Snacken für Trucker und Camper

–Anzeige –

Nach rund einem halben Jahr Bauzeit ist

es so weit –die Westfalen Gruppe eröffnet

am 29. August 2018 in Münster-

Amelsbüren ihren neuen Westfalen Truck

Wash. Die dreispurige Waschanlage für Lkw,

Busse und Wohnmobile bis 20 Meter Länge

ist die größte dieser Art im Münsterland.

Insgesamt hat die Westfalen Gruppe am

Standort neben der Westfalen Tankstelle an

der Kopenhagener Straße im Industriegebiet

Hansa-Business-Park nahe der A1 rund

1,8 Millionen Euro investiert. Der Neubau

ist der zweite Westfalen Truck Wash nach

der Anlage in Kerpen, die im Sommer 2016

eröffnet wurde.

„In Amelsbüren können genau wie inKerpen

bis zu neun Lkw, Busse oder Wohnmobile

in der Stunde gesäubert werden“, erläutert

Carsten Grunau, Leiter Waschgeschäft bei

der Westfalen Gruppe. „Durch modernste

Waschtechnik erzielen wir brillante Ergebnisse

bei der Reinigung, egal bei welchem

Fahrzeugty

p.“

Der Westfalen Truck Wash inMünster-

Amelsbüren bietet wie der in Kerpen viele

Extras. Durch eine automatische Unterbodenwäsche

wird die Rostgefahr bei den

Trucks gemindert und durch rotierende

Hochdruckdüsen ist eine schnelle und

gründliche Wäsche garantiert. Eine weitere

Besonderheit ist die finale Osmosespülung,

bei der entmineralisiertes Wasser benutzt

wird. So werden Kalkflecken auf dem Fahrzeug

nach der Trocknung vermieden.

Auch Wohnmobile profitieren von der neuen

Waschanlage. Zudem wird für sie, genauso

wie für Busse, eine Ver- und Entsorgungsstation

auf dem Gelände angeboten. „Wir

sprechen mit unserem zweiten Truck Wash

bewusst nicht nur Lkw- und Busfahrer an,

sondern natürlich auch die steigende Anzahl

an Wohnmobilbesitzern“, erläutert Andre

Stracke, Leiter des Bereichs Tankstellen

der Westfalen Gruppe. „Nach den positiven

Erfahrungen am Standort Kerpen ist es uns

wichtig, auch im Münsterland mit unserem

Waschgeschäft bei Groß-Fahrzeugen zu

punkten. Weitere Standorte sind denkbar.“

Für alle Gäste, die die Zeit der Wäsche gemütlich

verbringen wollen, hat die Westfalen

Gruppe auf dem Gelände auch einen Aufenthaltsraum

mit Terrasse gebaut. Trucker

und Busfahrer können sich hier, während

ihr Fahrzeug gereinigt wird, beim Fernsehen

mit einem Gratis-Kaffee und einem

Gratis-Snack entspannen oder das angebotene

Lkw-Zubehör erwerben. Auch an

der benachbarten Westfalen Tankstelle von

Frank Wadlinger mit Bistro und Café-Lounge

können Brummifahrer und Caravan-Fans

ihre Pause genießen.

Die Westfalen Tankstelle bietet neben

Otto- und Dieselkraftstoffen auch eine

AdBlue-Zapfsäule für Pkw und Lkw sowie

eine Zapfsäule für Lkw-Diesel an. Zudem

gehören eine E-Ladesäule und zwei Zapfsäulen

für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge

zum Portfolio. Zusätzlich punktet die Tankstelle

mit einem modernen Drive-in, an dem

Autofahrer ohne auszusteigen zum Beispiel

Getränke oder Backwaren kaufen können.

Auf dem Tankstellengelände sind im Zuge

des Truck Wash Neubaus zudem fünf neue

überdachte SB-Waschboxen entstanden, die

bereits von zahlreichen Pkw-, Kleintransporter-

und Zweiradfahrern genutzt werden.

Auch hier kommt Osmose-Waschwasser

zum Einsatz. Neben Hochdruckreinigern mit

umwelt- und lackfreundlichen Reinigungsmitteln

wird eine spezielle Wachsbehandlung

zum Aufsprühen angeboten.

Westfalen Truck Wash.

Boxenstopp XXL: Waschen.Tanken. Stärken.

Größte Lkw-Waschanlage imMünsterland

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BRANCHEN &BETRIEBE 9

„Die Hände sind meine Augen“

Für den Berufstaucher Stefan Frey gibt es unter Wasser viel zu tun, doch bei der Arbeit reicht der Blick

oft nur 20 Zentimeter weiter. Der stille Held von „Mein Schiff 3“ ist deutschlandweit im Einsatz.

„Geht nicht, gibt´s nicht.“

Stefan Frey

Jeder Schlagmit dem Hammergegen

den Schiffsrumpf ist ein krasser

Kraftakt: „Als würde man in Honig

hämmern“, erklärt Stefan Frey, dem

unter dem Profitauchhelm der

Schweiß von der Stirn rinnt. Die derzeitige

Wassertemperatur von 22

Grad in der Elbe wirkt durch den Taucheranzug

auch nicht gerade erfrischend.

Zum Glück strömt kühlende

Luft durch die Schlauchleine inden

zwölf Kilo schweren Carbonhelm.

Und wenigstens stinkt das Flusswasser

nicht.Ganz anders als die übelriechende

Bakteriensuppe in Münsters

Klärwerkbecken beim dortigen

Tauchgang, um ein Ruderblatt neuzu

montieren.

Stefan Frey schockt soschnell

gar nichts. Der 43-Jährige

zuckt auch bei schlechter

Sicht von nur 20 Zentimetern

beim Unterwasserschweißen

am Containerschiffsrumpf tief im Hamburger

Elbwasser nicht mit der Wimper.

„Geht nicht, gibt´s nicht“, beteuert der

Berufstaucher, der gerade die immer

neue Herausforderung in seinem Job

liebt.

„Unter Wasser sind trotz Halogenscheinwerfer

am Helm die Hände meine Augen.

Wir sind auch oft nachts im Wasser“, erläutert

Frey,der sein Rüstzeug bei der Marine

gelernt hat. Nach einigen

Jahren als Mitarbeiter

privater Berufstauchunternehmen

wagte

Frey 2013 am Köhlbranddeich

mit grandiosem

Blick auf die Elbe

und das am Ponton vertäuten

firmeneigene Tauch- und Schubboot

Alina den Schritt in die Selbstständigkeit.

Und erlebte mit seinem Team

schonwirklich spektakuläre Einsätze, wie

am Blankeneser Elbstand havarierte und

aufgerissene Schiffe mit Schweißnaht

und Beton aus dem Wasser heraus wieder

fl

ott zu machen.

Sogar den Start mancher Kreuzfahrt hat

der Tauchmeister erst zu ermöglicht. Für

die 1800 Passagiere des Luxusliners

„Mein Schiff 3“ war Frey stiller Held in

dunkler Tiefe, als er nachts um zwei das

Tau aus dem Propeller schnitt, das sich

Zwölf Kilo wiegt der Helm, der den Chef der Hamburger Commercial

Diver Company Stefan Frey nicht nur im Elbwasser, sondern

auch in den Stauseen des Sauerlandes oder im Klärwerk

Münsters schützt.

beim Losmachen vom Lotsenboot dort

verheddert hatte.

Der Chef der Commercial Diver Company

„Taucher Frey!“ sieht sich selbst eher als

Techniker im Tauchanzug denn als Held

und ist im Notfall rund um die Uhr zu erreichen.

„24/7/365 –das leben wir hier

wirklich mit viel Herzblut, und das verlangt

auch meinen Mitarbeitern viel ab“,

weiß Frey, nachdem er sich gerade von

fünf bis acht nach nächtlichem Einsatz

einen kurzen Intensivschlaf gegönnt hat.

Damit seine Mitarbeiter auch mal Wochenende

haben und weil dieArbeit unter

Wasser seine große Leidenschaftist, übernimmt

Frey soviel wie möglich selbst.

Selbst, aber niemals allein.

Im Dreierteam meistern sie ihreEinsätze,

meist vom Tauchboot „Alina“ aus. Der

TaucherimWasser steht mit dem Signalmann

und Einsatzleiter an Deck in

Sprechkontakt, dieser verfolgt jeden

Arbeitsschritt am PC über die Helmkamera,

der Dritteist Reserv

etaucher und kontrolliert

die Luftzufuhr über die dreifarbige

Schlaucherleine und kann sich im Notfall

ebenfalls in die Fluten stürzen. Drei

festangestellte Taucher und 40 Honorarkräfte

unterstützen den Hamburger

Unternehmer mit Wohnsitzimschleswigholsteinischen

Trittau bei seinen deutschlandweiten

Einsätzen.

Für den staatlich geprüften Taucher in

fünfundvierzig Kilo schwerer Montur entpuppen

sich besonders Talsperrensanierungen

als ein arbeitstechnisches Highlight.

Willkommene Abwechselung vom

hauptsächlichen Arbeitsfeld: Schiffschrauben

und Ruderblätter vonUnrat zu

befreien, Bolzen in engen Bohrrohren einzuschrauben

und Ultraschallmessungen

an Schiffsrümpfen, Schleusen und

Spundwänden durchführen. Der Arbeitsplatz

Stausee ein Kontrast zur trüben Suppe:

„Erstens ist die Sicht im Gegensatz zu

Klärwerk und Elbe herausragend. Zweitens

haben wir unter Wasser wirklich etwasbewegt,

nämlich Revisionsverschlüsse

abgeschottet“, berichtet Frey von den

Montagearbeiten im Sauerland. Alles,

wasder normale Handwerker im Trockenen

macht, bewältigen Frey und sein

Team unter Wasser, mit speziellen hydraulischen

Werkzeugen. Zudem herrsche

bei den Arbeiten für die Behörden –wie

bei der Talsperrensanierung –auch nicht

so ein krasser Zeitdruck, wie ihn die Reeder

und Kapitäne machten, wenn ein

Schiff nicht auslaufen könne und länger

als geplant die horrenden Liegegebühren

im Hafen zahlen müsse. 70 bis80Prozent

seiner Jobs erledigt Frey vor der Bürotür

im Hamburger Hafen. Deshalb tauche er

meist für Montage- und Kontrollarbeiten

ab, wenn an Bord ohnehin

die Löscharbeiten laufen.

Bis zu50Meter geht er in die

Tiefe, für Arbeiten am Grund

sogar bleibeschwert. Dafür

braucht Frey nicht nur körperliche

Fitness –ertrainiert täglich

schon ab 5.15 Uhr im firmeneigenen

Fitnessraum und geht hinterher

noch eine Runde an der Elbe joggen, bis

seine Mitarbeiter eintreffen –, sondern

auch mentale Power: Als Chef ist er Fels

in der Brandung für sein Team, muss in

Grenzsituationen den Taucher, dessen

Schlauchleine sich verfangen hat oder

der in zu früh einsetzende Tiedenströmung

gerät,soweitberuhigen, dass dieser

sicher wieder auftauchen kann. „Die

mentale Stärkeist vorallem dort gefragt,

wo ich als Taucher nicht direkt wieder

auftauchen kann –inSchiffswracks oder

in den engen Tunneln der Bugstrahlruder

der Containerriesen, durch die wir uns

gerade so durchquetschen können.“

Maike Harhues

Eisgekühltes Schweißen: Alles, was Handwerker über Wasser können, kann Berufstaucher Stefan Frey auch in

den kühlen Fluten.

Fotos: Dorata Sliwonik

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10 BRANCHEN &BETRIEBE

Durchatmen an

der Kirchturmspitze

Roland Schneider erreicht als Industriekletterer ungeahnte Höhen.

Kreuzkirche statt Gipfelkreuz: In

schwindelerregender Höhe von 60

Metern angeseilt am Kirchturm muss

selbst so ein Profi wie Roland Schneider

noch einmal tief durchatmen.

Arbeitsplatz in schwindelerregender Höhe: Roland Schneider (oben) demontiert Verzierungen

am kleinen Kupferturm der Kreuzkirche in Münster.

Zusammen mit einem Kollegen

demontiert erdie Bronze-Verzierungen

am kleinen

Kupferturm der münsterischen

Kreuzkirche. Dieser

soll ausgetauscht und mit dem alten

Schmuck dann neu erstrahlen. „Man

weiß ja auch nicht, ob die jahrhundertealten

Haken uns wirklich noch halten

oder marode sind. Aber nach zwei Minuten

ist das dann doch wie ein normaler

Job“, erklärt der Industriekletterer.

Montagearbeiten an Kirchtürmen oder

Hochhäusern machen nur etwazehn Prozent

seines selbst erstellten Dienstplanes

aus, meist schätzt der Wahl-Münsteraner

aus dem Kanton Zürich die luftige Höhe

von etwa 30Metern inder Baumkrone.

Baumpfl

egeist seit 25 Jahren sein Hauptbetätigungsfeld,

als „Der Mounteur“ hat

sich Schneider selbstständig gemacht.

Der 55-Jährige ist gelernter Zimmermann

und dünnt in voller Kletterermontur

Bäume aus oder bereitet diese in engen

Wohnbebauungen fürs Fällen vor.

Haternicht gerade die ratternde Kettensägeinder

Hand, schätzt er in seinem Beruf

besonders die Ruhe und den Einklang

mit der Natur. Immer wieder unterbrochen

durch spektakuläre Einsätze wie die

Montagedes Posthornes am Posttower in

Bonn in 162 Metern Höhe oder den Abbau

von Beleuchtungselementen an der

Fuestruper Kanalbrücke nach einer

Schiffskollision.

Manchmal ruft ihn sogar die Kunst: So

hat Schneider das Foucaultsche Pendel

Nach anstrengender Arbeit mit der Kettensäge: Roland Schneider

macht eine kleine Pause nach der Tätigkeit in der Krone der

Platane.

Fotos: Der Monteur

im Kunstwerk vonGerhardRichter in der

Kuppel der Dominikanerkirche in Münster

befestigt.

Die Steilwände seiner Heimat locken

Schneider längst nicht mehr. „Der Job

geht ganz schön in die Knochen, privat

gehe ich mittlerweile lieber wandern als

klettern.“

Maike Harhues

Nach zehn Jahren am Ziel

Conny Revermann ist als Berufstaucherin beim WSA aber noch immer eine Seltenheit.

DieEroberungeinerMännerdomäne

ist nicht immer leicht: „Zehn Jahre

habe ich darum gekämpft, die Ausbildung

zur IHK-geprüften Taucherin

machen zu dürfen“, stellt Conny

Revermann klar.

Die Verwaltungsfachangestellte

des Wasserstraßenund

Schifffahrtsamts Rheine

warAnfangJuli49Jahre

alt, als sie als erste Frau

überhaupt die Prüfung im Kompetenzzentrum

für das Taucherwesen in Hörstel

machen konnte und erfolgreich bestand.

„Jetzt sind wir hier mit meinen beiden

Chefs endlichein komplettes Tauchteam,

denn wir gehen immer zu dritt runter –

unterstützt von einem Signalmann über

Wasser“, erklärt die taffeBerufstaucherin

und Dozentin an der Schulungsstätteder

Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung

in Hörstel. Ihr Vorgesetzer Burkhard

Nordhoff trautFrauen in dem Job genauso

viel zu wie Männern: „Die Arbeit der

Berufstaucher ist körperlich überhaupt

nicht mehr so anstrengend wie noch vor

20 Jahren. Wirhaben technischhochentwickeltes

Gerät, und in den Kanälen sind

auch viel Kontroll- und Messarbeiten dabei.“

Bis zu 15 Berufstaucher bildet die Schulungsstätte

pro zweijähriger Fortbildung

aus, meist eigene Mitarbeiter. „Aber oft

haben wir nur sieben bis acht interne

Kursteilnehmer und füllen dann mit Bewerbern

privater Unternehmen auf. Ein

Kurs mit 15 Teilnehmern ist einfach ein

schöneres Arbeiten“, resümiert Nordhoff.

Die Prüfung nimmt die IHK ab. Auch

Fortbildungen zum Tauchmeister, zum

Ingenieur-Taucher und zum Unterwasser-Schweißer

bietet das Kompetenzzentrum

an. „Ich musste auch erst mal

einen ganz normalen Schweißlehrgang

über Wasser machen und 200 Tauchstunden

nachweisen“, blickt Conny Revermann

auf die Stationen ihrer Ausbildung

zurück. Bei denen sie schon dachte, echte

Schätze aus dem Dortmund-Ems-Kanal

geborgenzuhaben: „Unter Wasser ist die

Sicht so schlecht, dass ich nur mit den

Händen tasten kann.Und der freudig von

mir an den Kranhaken gehängte Tresor

entpuppte sich über Wasser als alte Treckerbatterie.“

Maike Harhues

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BRANCHEN &BETRIEBE 11

„Möglichkeiten sind noch

lange nicht ausgereizt“

Bischof +Klein in Lengerich ist Spezialist für Verpackungen und Folien. Bei der aktuellen Debatte

über Kunststoffverpackungen wünscht man sich eine stärkere Beachtung der Faktenlage.

Aufwendig gestaltete Verpackungsfolien werden bei Bischof +Klein in Lengerich hergestellt und bedruckt.

Foto: Bischof +Klein

„Kunststoffverpackungen tragen

wesentlich zu Ressourcenschonung

und Energie-Einsparung bei.“

Angelika Kotscha

Die Zahlen stimmen beim Verpackungs-

undFolienherstellerBischof

+Klein (B+K) in Lengerich im Kreis

Steinfurt. Im vergangenen Jahr wurde

ein Umsatz in der Gruppe von 576

Millionen Euro erzielt. Beschäftigt

werden 2700 Mitarbeiter, davon

knapp die Hälfte (1330) am Stammsitz

in Lengerich. Investiert wird in

diesem Jahr unter anderem ineine

neue Tiefdruckanlage, eine neue

Konfektionsanlage im sogenannten

Reinraum und einen neuen LängsschneideramStandortLengerich.

So

weit, so gut.

Was der Vorstand nicht

gut findet, ist die

Form der Diskussion

über das Thema Plastik

und Umweltverschmutzung.

„Die Verschmutzung der

Meeremit Müll, StichwortMarine Litter,

finden wir genau

so schlimm wie

viele andereMenschen“,

sagt Vorstandsvorsitzender

Dr. Tobias

Lührig im Gespräch.

Er

wünscht sich eine

Bewusstseinsschärfung

beim Endverbraucher.„Es geht

doch letztlich um unseren Umgang mit

dem, was wir verbrauchen, dazu gehört

auch die leere Kunststoffvf erpackung.“

„Kunststoffvf erpackungen tragen wesentlich

zuRessourcenschonung und Energie-Einsparung

bei“, stellt Angelika Kotscha

fest. Die B+K-Nachhaltigkeitsmanagerin

verweist auf eine Untersuchung der

Beratungsfirma Denkstatt (Wien).

Würde Kunststoff komplett durch andere

Materialien wie Glas, Papier oder Metall

ersetzt, würde das einen Mehrverbrauch

an Energie über den gesamten Lebenszyklus

von 1240 Gigajoule pro Jahr bedeuten.

Oder anders ausgedrückt: „Das

entspricht in etwa dem Jahres-Energieverbrauch

von 21Millionen Privathaushalten,

das sind rund die Hälfteder bundesdeutschen

Haushalte.“

„Wir begrüßen ausdrücklich die Initiative

der EU“, erklärt Dr.TobiasLührig. Wobei

Deutschland in Teilen schon jetzt weit

über die neuen Vorgaben aus Brüssel hinausgeht.

So dürfen Kunststoffe bereits

seit dem Jahr 2005 nicht mehr auf die Deponie.

„Ökonomische Konsequenzen werden

kommen“, ist er sich mit Blick auf die geforderte

Recyclingfähigkeit von Verpackungen

sicher. Obdas immer den gewünschten

Effekt für die Umwelt haben

wird, da hat der Vorstandsvorsitzende

seine Zweifel.

„Das ist wie mit AdBlue für Dieselfahrzeuge.

Die Abgase werden sauberer,aber

derVerbrauch steigt“, sieht er einen Zielkonfl

ikt zwischen Klima- und Luftschutz.

Im eigenen Unternehmen sind die Verpackungsspezialisten

beim Thema Wiederverwertung

sehr weit.

„Die Verwertungsquote unserer gesamten

Produktionsabfälle liegt bei über 95

Prozent“, so Angelika Kotscha. Wo sortenrein

recycelt werden kann, beispielsweise

bei Randstreifen, wird direkt Regranulat

gewonnen und wieder in der

Produktion eingesetzt. Sie führt weitere

Argumentefür die fl

exible Kunststoffvf erpackung

ins Feld: 90 Prozent des geförderten

Rohöls würden verbrannt –für

Verkehr, Heizung und andere Zwecke.

Lediglich 1,5Prozent des Rohöls gehen in

die Produktion vonKunststoffvf erpackungen.

„Diese Verpackungen tragen dazu bei,

zum Beispiel Lebensmittel zu schützen,

bei deren Produktion erhebliche Mengen

an Energie, Wasser und weiteren Ressourcen

verbraucht werden. Wenn sie,

unverpackt, verderben, ist das eine

schädliche Verschwendung dieser Ressourcen!“

In den vergangenen Jahrzehnten sind fl

e-

xible Kunststoffvf erpackungen um circa

25 Prozent leichter geworden.Der Materialeinsatz

hat sich entsprechend verringert.

„Die Möglichkeiten von Kunststoff

sind noch lange nicht ausgereizt“, stellt

Dr.Lührigfest. Seine Überzeugung: „Flexible

Kunststoffvf erpackungen sind nicht

Kern des Problems, sondern Teil der Lösung.“

Michael Baar

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12 BRANCHEN

Viel Platz zum

In Gronau gibt esden deutschlandweit einzigen Wachtel

Gut Reinermann gehören neben Biomärkten inzwischen

Nach dem Schlüpfen verbringen die Winzlinge zunächst ein paar Tage auf der „Babystation“, bis sie dann in den

„Kindergarten“ kommen, wie Jutta Stienemann die einzelnen Abteilungen nennt. Die Küken sind an allen Dingen

rege interessiert.

Große Tiere sind im Münsterland

keine Seltenheit: Pferde, Kühe,

Schweine gehören zum Bild der Region.

Und weresliebereine Nummer

kleiner mag: Auch Hühnerställe sind

immer häufiger anden Ortsrändern

zu finden. Wachtelnallerdings, diese

kleinen, faustgroßen Flauschbällchen,

die eher mit exklusiv angerichteten

Tellern in französischen Restaurants

in Verbindung gebracht

werden, siedelt kaum jemand in

Westfalen an. Ein Irrtum. Denn genau

in Gronau befindet sich der einzige

Hof in Deutschland, der nach

Bioland-Richtlinien zertifiziert ist

und dem entsprechend Wachteln

züchtet

Idyllisch inmitten einesWaldgebietes

–und dort neben einem selbst

ausgesäten Sonnenblumenstreifen

gelegen –befindet sich der Wachtelhof

Gut Reinermann. Mit großen

Außen- und Innengehegen, die

nicht nur Platz zum Laufen und

Scharren, sondern auch für

kurze Höhenfl

üge der

„Piepmätze“ bieten. Vor

etwas mehr als drei

Jahren, im März

2015, hat Jutta

Stienemann

dort ihre ersten

Wachteln aufgestallt. „Ein Projekt,

das wir uns für unsereZukunft aufb

auen

wollten“, erzählt die 54-Jährige, die nach

jahrelangem berufl

ichem Engagement

im Personalmanagement „eine neue Lebensaufgabe

und Herausforderung gesucht

hat“. Galloway-Rinder besaß die

Familie bereits.

„Pferde gibt es in der Region genug. Da

wir sehr naturv

erbunden sind,haben wir

eine Alternativegesucht. Und gemeinsam

mit der Landwirtschaftskammer überlegt,

was hier im Umland noch nicht so

präsent ist.“ Das seien Wachteln, so die

Idee der Kammer-Vertreter. Recherchen

im Internet, zahlreiche Gespräche und

viele Nachfragen

folgten. „Und

von Anfang

an

war

eigentl

konven

gestell

kaum

großzü

Jutta S

will ein

den St

Mit 50

bäude

etwa

Munte

in natü

suchen

schem

ßeren

dabei a

an ein

M

Nur faustgroß sind die Wachteln. Die kleinen Hühnervögel leben in freier Wildbahn meist im Verborgenen und

kaum zu sehen.

Fotos: Su

Kleiner Genuss

Wachteleier sollen viele positive Wirkungen haben.

Die Wachtel-eier sehen aus, ma, Bronchitis oder auch gegen Ekzeme

alsstammen sie aus einem helfen und zudem den Organismus stärken.

Kinder-Kaufl

aden. Ihre

Größe entspricht etwa Geschätzt wird das rund zehn bis zwölf

einem Viertel bis einem Gramm schwere Wachtelei vor allem

Fünftel eines Hühnereis.

Dementsprechend klein sind auch die

„Eierkartons“ –ebenfalls ein Miniformat.

Grobmotorik oder zu dicke Finger sind

beim Verpacken deshalb fehl am Platze.

Der Geschmack ähnelt dem eines Hühnereis,

ist vielleicht ein klein wenig intensiver.

Etwas anders verteilt ist im Vergleich

zum Hühnerei das Verhältnis zwischen

dem Eiweiß- und Eigelb-Anteil.

aber vonAnhängern der exklusiverenKüche,

die es sich in Kombination beispielsweise

mit Kaviar servieren lassen.

Als gern verspeiste Delikatesse kommen

Eier und Tiere vor allem in Italien und

Frankreich auf den Tisch, wo die kleinen

Hühnervögel in Batteriekäfigen gehalten

werden. In den Niederlanden ist der Verkauf

von Wachteleiern aus Käfighaltung

übrigens gesetzlich verboten.

Viele Hühnerei-

In Deutschland

Allergiker vertragen

stehen die Biodenen

Wachteleier,

Wachtel-eier aus

auch zahlreiche

tiergerechter und

positive

naturnaher Boden-

Wirkungen auf

haltung vorwiegend

die menschliche

Gesundheit

nachgesagt werden.

im Super-Bio-

Markt. Aber auch

Handelsketten wie

So sollen sie

Edeka sowie die

beispielsweise

K+K-Märkte bieten

gegen Heuschnupfen,

sie in ausgewähl-

Asth-

Wachteleier sind winzig.

ten Filialen

an.


&BETRIEBE

13

Laufen und Scharren

üchter, der nach Bioland-Richtlinien produziert. Zu den Kunden von

uch Märkte von Edeka und K+K.

ich klar: Wir wollen keinesfalls

tionelle Käfighaltung auf schräg

tem Draht, bei der den Tieren

Platz bleibt.“ Bodenhaltung und

gige Volieren standen deshalb bei

tienemann an erster Stelle: „Ich

gutes Gefühl haben, wenn ich in

all gehe“, sagt die Züchterin.

0Quadratmetern Größe ist das Gemit

den einzelnen Volieren für die

1000 Tiere reichlich bemessen.

rscharren die starengroßen Vögel

rlichem Einstreu aus Pellets oder

im Außenbereich Schutz unter fri-

Grün. Im Gegensatz zu ihren grö-

Hühner-Verwandten gackern sie

ber nicht, sondern stoßen ab und

en hohen Piep-Laut aus.

ännlein und Weiblein sind auf dem

Gut Reinermann –bis auf einige

wenige Durchmischungen –

getrennt. „Auch die Hennen

müssen ja mal ab und zu Ruhe

haben“, lacht Jutta Stienemann.Im„Kindergarten“

tummelt sich die vier- bis

sechs Wochen alte Nachzucht.

Für die sorgt die

Gronauerin aus dem eigenen

Bestand und sammelt

dazu die Eier der sorgfältig

ausgesuchten Brutvölker. „Als wir

jüngst die Linie wieder auffrischen

wollten und uns auf die

Suchenach geeigneten Bio-

Wachteln gemacht haben,

stellten wir fest: Außer

uns gibt es keinen zweitenHof

in ganz Deutschland,

der diese strengen

Kriterien erfüllt“,

wunderte sich Stienemann.

Bio heißt in

diesem Fall, die Tiere

werden nicht nur artgerecht

mit reichlich

Auslauf gehalten, sondern

auch mit hochwertigem

Bioland-Futter

ernährt. „Klar macht

das Eier und Tiere

etwas teurer. Aber

sind dort

sanne Menzel

Sträucher oder auch die Stiele der selbst ausgesäten Sonnenblumen dienen als naturnaher Schutz für die kleinen Hühnervögel inden Außenbereichen.

man schmeckt es –

und es ist eine persönliche

Einstellung“, erklärt

die 54-Jährige.

Sie kontrolliert ihren Tierbestand

täglich selbst, notiert und dokumentiert

Verhalten, Aussehen,

Futterration, sammeltEier ab, sortiert

diese für den Verkauf –oder

befüllt damit den Brutautomaten.

„Die Brutvölker sind in einer

sauberen Blutlinie zusammengesetzt“,

ist ihr dieses Kriterium

wichtig.

Die Nachzucht hängt von der

Nachfrage ab: „Zu Ostern oder zu

Weihnachten ist diese höher, im

Sommer geht sie massiv nach

unten“, so ihreErfahrung. Rund 14

Tage lagern die Eier im Brutautomaten,

werden dann in den

Schlupfautomaten umgesetzt. Im Brutautomaten

werden die Eier automatisch

gewendet, außerdem wird hier für eine

gleichbleibende Temperatur und Feuchtigkeit

gesorgt. Auch Abkühlphasen werden

automatisch eingehalten.

Nach weiteren drei Tagen Ruhezeit im

Schlupfautomaten (hier ist die Feuchtigkeit

deutlich höher)gehtdann in der Regelüber

eine Dauer vonzweiTagen Ei für

Ein Teil der Eier wird zur Nachzucht genutzt. Die erfolgt

im Brut- sowie anschließend im Schlupfautomaten, die

eine konstante Temperatur sowie eine regelmäßige Wendung

garantieren.

Ei entzwei und die Mini-Küken sind bereit

für die Welterkundung. Einen Tag lang

bleiben sie trotzdem noch im geschützten

Schlupfumfeld, dann geht’s weiter in die

Babyabteilung. Sind die Kleinen vollständig

durchgefiedert und robust genug,

dürfen auch sie ab nach draußen, an die

frische Luft in den Außenvolieren.

„Wachteln sind widerstandsfähiger als

Hühner“, hat Jutta Stienemann in den

drei Jahren als Züchterin festgestellt.

Die Vögel legen in der Regel

0,8EieramTag, wobeidie Legefähigkeit

mit zunehmendem Alter

abnimmt. „Ab zwölf Wochen verfügen

sie über die volle Legeleistung,

die etwa ein dreiviertel

Jahr anhält“, berichtet

die Fachfrau. Die

Lebenserwartung für

Wachteln in der Natur

beträgt zwischen drei

und vier Jahren, in Gefangenschaft,

durch die

Wärme im Stall und das

zusätzliches Kunstlicht im Winter,

sinkt diese auf rund zwei Jahre.

Ein Teil der Tiere wird nach dem

Abnehmen der Legeleistung verkauft.

Mitunter finden sich auch privateAbnehmer.

Ein anderer Teil landet als Delikatesse

auf dem Teller. Das Schlachten übernehmen

die Stienemanns selbst. „Das ist

die Aufgabe meines Mannes“, sagt die

Gronauerin. „Wenn ich jeden TagimStall

mit den Tieren zu tun habe, kann ich sie

anschließend nicht töten.“Susanne

Menzel

„Ich will ein gutes Gefühl haben,

wenn ich in den Stall gehe.“

Jutta Stienemann

Fotos: Susanne Menzel

Stolze –Dr. Diers –Beermann GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ·Steuerberatungsgesellschaft

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hinaus kooperieren wir im Rahmen der CW &Smit anderen Praxen und sind

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Telefax (0 59 71) 80822­75

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Geschäftsführer:

Prof. Dr. Fritz­Ulrich Diers

Dr. Philipp Diers

Dr. Marie­Theres Stolze

Heinz Stolze

Wilfried Beermann

Johannes Fink

Prof. Dr. Dorian Fischbach

Mitglied im Verbund

der agn International


14 BRANCHEN &BETRIEBE

Der Hitzewelle zum Trotz:

Qualitativ wird’s ein gutes Jahr

Sterne-Gastronomen in Deutschland servieren die sortenreinen Säfte der Obstkelterei van Nahmen

aus Hamminkeln. Tradition und regionale Verbundenheit zahlen sich aus.

„Solch ein Familienunternehmen

gehört einem eigentlich nicht, es

ist ein Geschenk.“

Peter van Nahmen

Rote Sternrenette, Dülmener Rosenapfel,

rheinische Schafsnase, Schöner

von Boskoop, Kaiser Wilhelm-

Apfel... Wenn Dr. Peter van Nahmen

über alte Apfelsorten spricht, gerät

er ins Schwärmen. Denn die Früchte

schmecken nicht nur besonders aromatisch.

„Sie weckenbei vielen Menschen

Kindheitserinnerungen“,

weiß der Inhaber der gleichnamigen

Privatkelterei in Hamminkeln. Etwa

daran, dassdie leuchtend rote Sternrenette

einst in vielen Stuben auf

dem Gabenteller lag. ImHerbst wird

unter anderem der frühere klassische

Weihnachtsapfel in dem Familienunternehmen

gekeltert.

Pfl

aume, Kirsche, Birne, Quitte

&Co: Sortenreine Obstsäfte,

dazu der naturbelassene Saft

von Streuobstwiesen im

Münsterland und am Niederrhein

sowie prickelnde Frucht-Seccos ohne

Alkohol sind das Markenzeichen des

„Kleinen Saftladens“ an der Diersfordter

Straße. Vormehr als 100Jahren als Rheinische

Apfelkrautfabrik gegründet, hat

sich das Unternehmen heute mit besonderen

Säften einen Namen gemacht.

Aufdie Apfelernte2018ist Petervan Nahmen(49)gespannt:

„Qualitativ wird’s ein

gutes Jahr“, prognostiziert er mit Blick

auf den heißen

Sommer. „Wegen

des hohen Fruchtzuckergehalts

wird der Saft besonders

intensiv

schmecken.“

Quantitativ lasse

sich dagegen

noch nicht abschätzen,

wie sich die anhaltende Trockenheit

auf die Streuobstwiesen-Ernte

auswirkt. Mit rund 1900 Flaschen werde

es aber wohl deutlich weniger Sternrenetten-Saft

geben als in einem guten

Jahr,wenn rund 7000 Flaschen abgefüllt

werden.

Ende August/Anfang September beginnt

mit der Apfelerntedie Hochsaison in der

Privatkelterei –diesmal früher als sonst.

Geschäftsführer Peter van Nahmen im Hofladen, der zum 100-jährigen Bestehen der Obstkelterei 2017 eröffnet wurde.

Auch Obst von den früher typischen Streuobstwiesen vermostet

die Kelterei van Nahmen. chef. 2005 stieg der promovierte Be-

Alkoholfreie Frucht-Secos gehören ebenfalls zum Sortiment Fotos (2): van Nahmen

triebswirtschaftler als Geschäftsführer

neben seinem Vater Rainer in die Firma

ein, seit 2013 leitet er sie zusammen mit

seiner Frau Sabine.

Besonders stolz ist er auf das Streuobstwiesen-Projekt,

das sein Vater1994initiierte.

Zusammen mit dem Naturschutzbund

Deutschland hatteRainer vanNahmen

dazu aufgerufen, ihm Früchte von

den einst für die Region typischen Streuobstwiesen

zu liefern. Das Obst vermostete

er separat. Im Gegenzug für den Erhalt

solcher artenreichen Biosphären, derenBäume

ohne künstliches Düngen und

Spritzen auskommen, zahlt die Privatkelterei

höhere Erntepreise. Das Projekt

trägt Früchte: Die Säftehaben sich erfolgreich

am Markt etabliert. Und nicht nur

nebenbei profitieren Landschaft und Natur

vondem Konzept, dasÖkonomie und

Ökologie verbindet. Heute arbeiten die

Saftmacher aus Hamminkeln mit etwa

270Streuobstwiesen-Besitzern im Münsterland

und am Niederrhein zusammen.

„Es kommen ständig weitere hinzu“,

freut sich Petervan Nahmen. Gemeinsam

mit den Partnern seien in den vergangenen

24 Jahren mehr als 10 000 Bäume alter

Obstsorten gepfl

anzt worden.

►Fortsetzung auf Seite 15

Foto: Birgit Jüttemeier

In Eimern, Kisten und Hängern bringen

Obstbauern und Gartenbesitzer aus der

Umgebung ihre Früchte zum Vermosten

auf den Firmenhof neben der Kirche St.

Maria Himmelfahrt. 15 Sammelstellen

werden in der Umgebung eingerichtet,

unter anderem in Rhede, Reken und

Lembeck. Die Dienstleistung als Lohnmosterei

kommt auch heutenoch an. Das

Prinzip: Pro 100 Kilogramm Äpfel erhaltenprivateAnlieferer

80 Flaschen naturreinen

Saft.

Die Verarbeitung von Früchten hat bei

van Nahmen Tradition. 1917 als kleine

Rheinische Apfelkrautfabrik gegründet,

begann 1930 die Herstellung von Obstsäften

aus der Umgebung, zunächst im

Lohnmost-Verfahren. Auch heute, in der

dritten und vierten Generation, hält der

Familienbetrieb an der bewährten handwerklichen

Tradition fest und keltertden

Saft aus allen heimischen Früchten

selbst, erläutert vanNahmen. Mehr als 50

unterschiedliche Obstsäfte und -nektare

zählen inzwischen zum Sortiment .Alkoholfreie

Frucht-Seccos und Cidrerunden

die Paletteab. Dabei setzt das Unternehmen

auf Qualität. Das zahltsich aus: Sterne-Gastronomen

in Deutschland servieren

die Sortenreinen aus Hamminkeln,

die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft

(DLG) prämiert die Produkte, das

Öko-Test-Magazin bewertete den Apfelsaft

von Streuobstwiesen 2010 mit „sehr

gut“, und sogar die Gästedes Bundespräsidenten

lassen sich beim Sommerfest

auf Schloss Bellevue die Van-Nahmen-

Getränke munden.

Tradition und Innovation, Mut zu Neuem,

Perfektion und Leidenschaft sowie

die regionale Verbundenheit –das kennzeichnet

die Geschichtedes kleinen, aber

feinen Betriebs. „Solch ein Familienunternehmen

gehört einem eigentlich

nicht, es ist ein Geschenk. Man nimmt es

20 bis 25 Jahreinseine Obhut, hat Gelegenheit,

es zu formen und das in die Zukunft

zu führen, was drei Generationen

vorher erarbeitet haben“, so der Firmen-


Die „Sortenreinen“

sind im Kommen

Alte Apfelsorten bieten ein intensives Geschmackserlebnis.

BRANCHEN &BETRIEBE 15

Und als das Unternehmen

voreinem Jahr seinen 100.

Geburtstag feierte, ließ die

Familie van Nahmen nahe

Hamminkeln auf 1,3 Hektar

eine Streuobstwiese mit 100 unterschiedlichen

Apfelbäumen anlegen. „Die

Vielfalt der Sorten soll dort wie in einer

Arche über Jahrzehnteerhaltenbleiben“,

erläutert der Geschäftsführer.

Er forcierte die

Idee „Saft als Genuss“

und nahm

2007 sortenreine

Obstsäfte in die

Produktpaletteauf

–ein weiterer Meilenstein

in der Firmengeschichte.

„Apfel ist nicht nur

Apfel, und Saft ist

nicht nur Saft,sondern

kann Emotionen

wecken“, berichtet

er. Das habe

die große Nachfrage

nach der Roten

Sternrenette

beim damaligen

Streuobstwiesenfest

gezeigt. Das

Projekt gelang:

Vor elf Jahren

wurde in Hamminkeln

erstmals

purer Saft aus dem

rar gewordenen

Weihnachtsapfel

gepresst und in

7409 Gourmet-Flaschen abgefüllt. Das

Ergebnis überzeugte die Kunden wie

auch das Nobel-Versandhaus Manufactum,

das das Getränk in seinen Katalog

aufnahm. Und weil die alten Apfelarten

besonders intensiv schmecken, erntet die

Hamminkelner Familieseit 2011 mit freiwilligen

Helfern auf einer Wiese nahe

Dresden Jahr für Jahr auch den heuteseltenen

„Kaiser Wilhelm Apfel“. Inzwischen

bilden die Sortenreinen, darunter

allein sieben unterschiedliche Apfelsäfte

– einen festen Bestandteil des Sortiments.

„Jeder Saft hat ein eigenes, unverkennbares

Aroma“,

so van Nahmen.

Einen Rhabarber-

Nektar zum Zander-Gericht

als Alternative

zum

Riesling-Wein?

Oder einen spritzigen

Frucht-Secco

als Aperitif statt

Sekt und Champagner?

Das Thema

Getränkeohne

Alkohol als Begleiter

zuSpeisen anzubieten,

gewinnt

nicht nur in der gehobenen

Gastronomie

an Bedeutung.

Dr.Peter van

Nahmen griff den

Trend auf und

brachte seit 2015

nach fünfjähriger

Entwicklung vier

Frucht-Secco-Variationen

auf den

Verlockend viel Obst verarbeitet die Kelterei

injedem Jahr.

nendes Feld, von

Markt. „Ein span-

dem ich mir auf

Dauer noch viel verspreche. Man kann interessante

Cuvées zusammenstellen.“

Sagt’s und genießt ein Glas Apfel-Johannisbeere-Himbeere-Frucht-Secco.

Birgit Jüttemeier

OBSTKELTEREI VAN NAHMEN

Wilhelm van Nahmen gründete während des Ersten Weltkriegs 1917 die Firma.

Er stellte Apfel- und Rübenkraut her. 1930 erweiterte sein Sohn Wilhelm (II.)

den Betrieb umdie Produktion von Apfelsaft, zunächst als Lohnmosterei. 1989

der nächste Generationswechsel: Der älteste Sohn Rainer van Nahmen übernahm

die Leitung des elterlichen Unternehmens. 2005 stieg Dr. Peter van Nahmen

neben seinem Vater ins Unternehmen ein, das er seit 2013 mit seiner Frau

Sabine führt. Zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 2017 wurde der Hofladen eröffnet.

Heute beschäftigt die Privatkelterei 25 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung.

Dazu kommen während der Hauptsaison (September/Oktober) drei weitere

Kräfte inder Obstannahme und -verarbeitung. Jährlich werden unter anderem

etwa 2500 Tonnen Äpfel verarbeitet. Produziert werden 50 unterschiedliche

Obstsäfte, davon die Hälfte sortenrein. 1,8 Millionen Liter Saft können in den

vier Edelstahl-Tanks eingelagert werden. „Ende Oktober sollten sie voll sein“,

so Peter van Nahmen.

Erhältlich sind die Getränke aus Hamminkeln deutschlandweit in Feinkostgeschäften

sowie in der gehobenen Gastronomie. Darüber hinaus werden sie im

KaDeWe Berlin, im Harrods (London) und im Alsterhaus (Hamburg) angeboten.

Seit 2010 werden sie zudem auf dem Sommerfest des Bundespräsidenten im

Berliner Schloss Bellevue gereicht.

Blick hinter die Kulissen der Obstkelterei van Nahmen in Hamminkeln

Fotos: van Nahmen

Nach dem Umbau der alten Lehnkering-Halle amMittelhafen in Münster wird vom Beton

nicht mehr viel zu sehen sein. Eine Holzfassade und ein neues Dach sorgen für eine neue

Cibaria-Optik

Entwurf: Archplan/Visualisierung: Loom

Bäckerei zeigt

mehr Gesicht

Cibaria inMünster zieht an den Mittelhafen.

Der bisherige Standort der Bio-Bäckerei

Cibaria ist ausgereizt. Bahngleise

begrenzen das Areal, die Bremer

Straße sowie die Nachbarbebauung

sorgen dafür, dass eine Erweiterung

an dieser Stelle in Münster

nicht mehr möglich ist.

Ihr gefalle es am Gründungsort immer

noch sehr gut, sagt Rike

Kappler. Doch Zug und Zug sei die

Bäckerei dort in knapp 30 Jahren

ausgebaut worden.Jetzt stößt der

Betrieb anseine Grenzen, darum der geplante

Umzug in absehbarer Zeit an den

Mittelhafen.

Eine neue Adresse, die die Geschäftsführerin

RikeKappler aber freut. Denn damit

bliebeihr Handwerksbetrieb in der Stadt.

Seit dem Jahr 2014 verfolgt die 59-Jährige

dieses Ziel. Ein Glücksfall sei es für sie

gewesen, erzählt die Betriebsinhaberin,

dass ein erster Interessent vom Kauf der

ehemaligen Lehnkering-Halle am Hafen

zurückgetreten sei.

Für sie sei es wichtig, macht Kappler

deutlich, „dass unsere Arbeit für den

Kunden erlebbar bleibt“. „Das Handwerk

muss sich zeigen“, sagt die Handwerksmeisterin

und freut sich darumschon auf

die gläserne Backstube. Außerdem sei ein

Bäckereibetrieb auch in einem Mischgebiet

mit Wohnbebauung sehr verträglich,

wirbt RikeKappler für den alten und neuen

Standort. Jetzt wartet die 59-Jährige

auf die Baugenehmigung der Stadt, dann

könnte eslosgehen.

Eigentlich sei ein Umzug bereits im kommenden

Jahr geplant, erklärt Kappler,

die sich von diesem Ziel auch noch nicht

verabschieden möchte. Trotzdem gestaltetsich

der Umbau der vorhandenen Halle

mit ihren tristen Betonwänden schwierig.

Ein Neubau wäre möglicherweise

einfacher, soKappler.

Eigens für die Verlagerung des Cibaria-

Standortes sei die Cibaria Limani

GmbH &Co. KG gegründet worden.

Mehr als zehn Investoren seien beteiligt.

Auch in dieser Gesellschaft hat RikeKappler

die Geschäftsführung. Die neue Gesellschaft

ist Bauherrin, die Bäckerei mietet

die Räume an.

MehrereMillionen Eurowerden am neuen

Standort investiert, der den 65 Mitarbeitern

die Arbeit erleichtern soll. Bisher,erklärt

die Betriebsinhaberin, sei ein

Teil der Arbeit in der Produktion und der

Verwaltung mit vielen Laufw

egen innerhalb

des verwinkelten Betriebes verbunden

gewesen. Die Fläche der Produktion

wird künftig um das Dreifache auf 1800

Quadratmeter erweitert. Knapp 3000

Quadratmeter stehen Cibaria am Mittelhafen

zur Verfügung, bisher musste der

Betrieb mit knapp einem Drittel davon

auskommen. Kappler wünscht sich aber

nicht nur „glattere Betriebsabläufe“,

auch die Expansion sei ein Thema. Langfristig

möchte sie noch mehr Märkte beliefern.

Der Laden an der Bremer Straße

bleibt, erklärt die Handwerksmeisterin.

Zusätzlich wirdauchamneuen Standort

ein Geschäft mit Bistro-Charakter eingerichtet.

Dafür arbeitet Cibaria mit der

Fachhochschule in Münster zusammen.

Die ökologisch-biologische Vollkornbäckerei

Cibaria wurde 1990 in Münster gegründet.

Cibaria betreibt die Bäckerei an

der Bremer Straße und beliefert heute

Superbiomärkte, Naturkostländen sowie

zahlreiche Wochenmärkte in Münster

und im Umland. 65 Mitarbeiter sind in

dem Unternehmen beschäftigt, dazu zählen

sechs Auszubildende.

Früher wehte ihr viel Skepsis entgegen,

sagt Rike Kappler, heute gebe es keine

Probleme mit der Akzeptanz. Das Sortiment

des Bäckereibetriebes umfasst inzwischen

50 Brotsorten und 28 Brötchensorten

sowie 20 verschiedene Kuchen.

Insgesamt 250 verschiedene Artikel beinhaltet

das Sortiment des Handwerksbetriebes.

Gabriele Hillmoth

Rike Kappler ist Gründerin der Bio-Bäckerei Cibaria.Foto: gh


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25. September 2018

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Geld &Geschäft

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Branchen & Betriebe: Eisen

aus einem Guss Seite 9/10

Ausgabe 3/18

Geld & Geschäft: Der „Graue

Kapitalmarkt“ Seite 17

Die Belastung wächst

Leben

auch im

DIE WIRTSCHAFT

Mit Beilage

Hoch-/Tief- &

erbebau

Komplizierte Auflagen und gesetzliche Regelungen, lange Wartezeiten bei den Behörden und auf der

Straße machen vielen Transportunternehmen das Leben schwer. Die Kosten sind explodiert.

Sie transportierenIndustrieanlagen,

Windräder und ganze Häuser. Die

Zahl der Schwertransportewächst.

Doch die Rahmenbedingungenfür

die Spezialisten, die auch für die

WirtschaftimMünsterlandsowich-

tig sind, haben sich verschlechtert.

Die Regelungengleichenmehrund

mehr einem Dickicht.

Vo Vn Behördenwillkür will

Markus Brößkamp nicht unbedingt

sprechen. Als würden

die ewigen Wartezeiten

auf die Transportgenehmigungen

bis zu acht Wochen das Unternehmen

nicht schon genug ausbremsen.

Hinzu kommt eine Gesetzesänderung zur

Privatisierung des Schwertransportbegleitverkehrs,

die voll ins Kontor schlägt:

Die Einschätzung der Sicherheitslage

durch Kreis und Polizei bezüglich der

vom Firmengelände Poppensieker & Derix

in Westerkappeln rollenden Schwertransporte

zur Autobahn hinterlässt ein

riesengroßes Fragezeichen im Kopf des

Geschäftsführers.

Statt lediglich eines Streifenwagens und

eines Begleitfahrzeuges der dritten Generation

(BF3), das den Schwertransport

auch über die Autobahn ganz bis ans Ziel

begleitet, muss fahrzeugmäßig aufgerüstet

werden: Drei private Schwertransport-Begleitfahrzeuge

der ganz neuen

Generation (BF4) müssen mit Verwaltungshelfern

am Steuer auf der 1,5 Kilometer

langen Strecke bis zur Autobahn

statt des einzigenStreifenwagensmitfah-

ren. Ein Einsatz von zehn Minuten, der

statt 150 Euro für die Polizei den Holzleimbinder-Hersteller

jetzt 1050 Euro

kostet. Und dies jedes Mal bei rund 100

Schwertransporten pro Jahr. „Wir haben

schon große Aufträge an unsere Mitbewerber

in Österreich verloren, weil die

Transportkosten seit Änderung der Gesetzeslage

im Mai 2017 explodiert sind“,

bedauert der Poppensieker-&-Derix-Geschäftsführer.

Bei 30 Schwertransporten

mit Dachträgern aus Brettschichtholz für

nur eine Baustelle könne das Unternehmen

die Mehrkosten von über 30 000

Euro nicht einfach auf den Kunden abwälzen.

Fortsetzung auf Seite 2

Münster | Münsterland

3,6 Prozent mehr Gäste

Auch das Münsterland profitiert vom wachsenden Inlandstourismus.

Für die westfälisch-lippischeTou-

rismusbranchewar2017eingu-

tes Jahr. Die Übernachtungszahlen

legten um 910 000 gegenüber

dem Vorjahr zu – das entspricht

einem Plus von 3,6 Prozent – und

übertrafen erstmals die Marke

von 26 Millionen.

Damit lag Westfalen-Lippe

über dem Bundestrend

(plus 2,7 Prozent),

blieb allerdings

leicht hinter den Ergebnissen

aus Nordrhein-Westfalen (plus

3,9 Prozent) zurück. Das geht aus

dem jetzt veröffentlichten Infobrief

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zum Sparkassen-Tourismusbarometer

hervor, das der Sparkassenverband

Westfalen-Lippe herausgibt.

Das Sauerland legte bei den Übernachtungen

am stärksten zu, verzeichnete

ein Plus von 353 000 Übernachtungen

auf 7,86 Mio. (plus 4,7

Prozent). Die Zahl der Übernachtungen

von Touristen aus dem Ausland

(plus 5,4 Prozent) legte im dritten

Jahr in Folge zu.

Platz zwei in der Rangliste der Zuwächse

bei Übernachtungen belegen

das Ruhrgebiet und das Münsterland.

Das Ruhrgebiet legte um 233 000

(plus 3,6 Prozent) auf 6,69 Mio. Übernachtungen

zu. Wachstumstreiber

war der Inlandstourismus mit einem

Zuwachs von 3,8 Prozent.

Das Münsterland profitierte stark von

einem Nachfragezuwachs nach Ferienwohnungen

und Campingplätzen

und verzeichnete 4,0 Mio. Übernachtungen

– das sind139000 mehr als im

Vorjahr (plus 3,6 Prozent).

Der Teutoburger Wald legte ebenfalls

zu (plus 2,6 Prozent / plus 174 000)

und kam auf 6,8 Mio. Übernachtungen.

Die Mittelgebirgsregion Siegen-

Wittgenstein verzeichnete 808 561

Übernachtungen. Das entspricht

einem Plus von 1,4 Prozent (plus

11 000). Erstmals verbuchten die Hotels

in der Region mehr Übernachtungen

als die Vorsorge-/Rehakliniken

und setzten damit ihren Wachstumstrend

fort.

Das Stimmungshoch der westfälischlippischen

Tourismusbranche hält

weiter an: Bei der jährlichen Online-

Stimmungsumfrage zeigten sich 82

Prozent der westfälisch-lippischen

Touristiker mit der Entwicklung zufrieden

oder sogar sehr zufrieden.

Der Anzeigenschluss

ist am

7. September 2018.

OFFEN GESAGT

Slalomkurs

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Branche tritt aufs Gaspedal,

weil der Konjunkturmotor

brummt. Doch statt

mit sperrigen Gütern Meter zu

machen, geraten die Betriebe

ins Schlingern. Sie befinden

sich auf einem Slalomkurs,

dessen Kurven immer enger

werden.

Was die Logistik-Experten auch

im Münsterland ausbremst, ist

vor allem eine Bürokratie, die

sich durch immer neue Regelungen

selbst blockiert und deren

Personalansatz weder mit

dem anschwellenden Volumen

an Anträgen noch mit der immer

komplizierteren Materie

Schritt hält.

Als zweites Nadelöhr entpuppt

sich, dass sich die Straßen und

Brücken landauf und landab in

einem immer erbarmungswürdigeren

Zustand befinden. Der

Weg aus dem Münsterland

nach München führt für einen

Schwertransport mit einem

Umweg von gut 200 Kilometern

über Leipzig/Magdeburg.

Wenn dann zu allem Überfl

uss

in benachbarten Bundesländern

mit zweierlei Maß gemessen

wird, gerät den hiesigen

Betrieben noch mehr Sand ins

Getriebe. Das Wohl und Wehe

dieses Segments der Transport-

Branche schlägt aber auch auf

die Wertschöpfung in der gesamten

Region durch.

Denn ein pfiffiger Mittelstand

muss seine innovativen Lösungen,

auch wenn sie XX

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GELD &GESCHÄFT 17

Originelle Rendite-Hoff

nung

Ungewöhnliche Anlageobjekte kommen in Zeiten niedrigster Zinsen immer mehr inMode –doch wer

in Pferde, Kois, Bonsai-Bäumchen oder Whisky investiert, geht große Risiken ein.

Rennpferde kommen ebenso als Rendite-Objekt in Frage wie Bonsais, Whisky und Koi-Karpfen.

Fotos: colourbox.de

OFFEN GESAGT

Sachkenntnis nötig

Wer mutig ist, hat in Zeiten quasi

zinsloser Festgeldkonten Vorteile.

Als lukrative Parkplätze fürs Ersparte

taugen grundsätzlich eine Fülle von

Wertgegenständen. Doch ohne Sachkenntnis

gehen Anleger ein nicht kalkulierbares

Risiko ein. Wer sich allerdings

mit den Feinheiten der Whisky-

Destillation oder der Koi-Zucht gut

auskennt, kann sein Geld vermehren

und gleichzeitig seinem originellen

Hobby frönen. Doch wie bei fast allen

Anlageformen spielen auch bei diesen

Investments der Kaufzeitpunkt und das

Durchhaltevermögen eine entscheidende

Rolle. Wenn den Sparer angesichts

des Blicks auf die Mini-Zinsen des Tagesgeldkontos

Panik erfasst und ihn

nur die Vermeidung eines infl

ationsbedingten

Verlustes in abenteuerliche

Kaufentscheidungen treibt, sind ungewöhnliche

Renditechancen zu riskant.

Letztlich basiert die Hoffnung auf

Wertsteigerungen bei originellen Anlageobjekten

auf wachsendem Interesse

der Asiaten. Vor allem die Chinesen

sind bereit, immer mehr Geld für Europäisches

auszugeben –teure Weine

und Whiskys sind besonders beliebt.

Jürgen Stilling

In ihrer Anlagenot greifen immer

mehr Investoren zu ungewöhnlichen

Spekulationsobjekten. Whisky, Koi-

Karpfen oder Handtaschen sind immer

häufiger eine Alternative zum

zinslosen Sparen auf dem Festgeldkonto

oder zum Kauf einer überteuerten

Immobilien.

Kunstwerke als Geldanlage

sind schon länger in Mode.

„Gerade in Zeiten wirtschaftlicher

Unsicherheit leg

anspruchsvolle Investo-

Ken

ren ihr Geld lieber in realen Vermögenswerten

an wie Oldtimer oder Schmuckstücke

mit hohem Sachwert“, erläutern

Experten des Beratungsunternehmens

Capgemini. Doch mittlerweile gehören

auch Plüschtiere von Steiff und alte Comic-Hefte

zur Paletteder Anlageobjekte.

Whisky ist ebenso gut für Überraschungen:

Statt ihn zu trinken, kann es sich

auszahlen, die Flasche aufzubewahren

und auf Wertsteigerungen zu spekulieren.

Allerdings müssen sich Käufer auskennen.

„Tatsächlich mag die GeldanlageinAlkohol

sehr unkonventionell klingen“, sagt

Stephan Witt von der Finum Private Finance

AG in Berlin. Doch kann sich eine

Investition durchaus lohnen. „Besondere

Voraussetzungen an den Anleger sind

dabei kaum zu beachten, und schon mit

vergleichsweise wenig Kapital lässt sich

eine recht ansehnliche Renditeerzielen.“

Wertvoll sind auch Tropfen von sogenannten

„lost destilleries“, den verlorenen

Brennereien wie etwa die 1983 geschlossene

Port Ellen auf der schottischen

Insel Islay. Vonihren Lagerbeständen

werden seit Jahren limitierte Abfüllungen

verkauft. Whiskys solcher Destillen

gelten in der Branche als gute Wertaufb

ewahrung für freie Liquidität, preislich

aber sind diese schon heute abgehoben.

Der Vorteil: „Wachsende Nachfrage

speziell aus Asien trifft auf eine begrenzte

Angebotsmenge.“

Die ältesten Flaschen, die meist wieder

im Besitz der Brennereien gelandet sind

und in deren Museen stehen, seien ungefähr

150 Jahre alt, sagte Horst Lüning,

Branchenexperte von Whisky.de, jüngst

der Deutschen Presseagentur. „Die Sammelleidenschaft

war früher nicht da, es

hattemehr den Konsumcharakter.“ Dazu

kommt, dass alte Korken von Flaschen

den Alkohol nicht behielten. „Daher gibt

es bei Sammlerfl

aschen Bezeichnungen

wie „half neck“, „three quarter neck“. Das

beschreibe, wie weit der Whiskyspiegel

schon abgesunken ist.

„Beim Sammeln kommt Schottland an

Nummer eins, und dann kommt ganz,

ganz lange nichts“, sagt Lüning. „Die

Amerikaner haben viel zu große Aufl

a-

gen, geht schon fast indie Hunderttausende.“

Außerdem ist ein Single Malt

wohl beliebter als der Bourbon, der jenseits

des Atlantiks produziert wird. Bei

der Wertigkeit der einzelnen Flaschen

hat sich die Spitzenposition unter allen

Regionen hinter Schottland Japan erarbeitet.

„Allerdings erst in den letzten

fünf bis zehn Jahren, vorher waren es

kleinere Abfüller in den USA, die Whisky-

Fässer vonden größerenBrennereien gekaufthaben.

Die haben gewisse Sammelwerteerreicht.“

Sonderabfüllungen sind

besonders interessant: Als Beispiel dafür

nennt Lüning die Destille Glenmorangie.

Ihre Kaufpreise liegen zwischen 80 und

120Euro, im zweiten Jahr aber kann man

schonmit 20-, 30-prozentigen Steigerungen

rechnen.

Deutschland ist zwar ein Land ohne große

Whisky-Geschichte, es finden sich mittlerweile

aber einigeHersteller.„Es gibt einige

Brennereien bei uns, die sich einen

herv

orragenden Ruf erarbeitet haben,

aber die Sammler springen noch nicht darauf

an“, so Lüning. Deren Erstabfüllungen

sind einige Hundert Euro wert.

Der Kreativität des Anlegers sind letztlich

keine Grenzen gesetzt: Selbst Bonsai-

Bäumchen gelten manchen Spezialisten

als Anlageform mit Potenzial. Einen großen

Vorteil hat das Investment inSachwerteinfast

allen Fällen: Die Gegenstände

sind nicht nur Spekulationsobjekte,

sondern Produkte, die auch im Alltag

Freude bringen. Das gilt für das tierische

Investment ins Spring- oder Dressurpferd

ebenso wie für einen Golf 2oder einen

Uralt-Bentley.

-jst-

Michael Kottenstede,

ICT-Prozesstechnik,

Herzebrock-Clarholz.

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Wenn’s um Geld geht


18 GELD &GESCHÄFT

Eine für alle –Alexa, Siri und Co.

hören bei „AssistantJS“ aufs Wort

Absolvent der FH Münster entwickelt für Finanzdienstleister eine systemübergreifende Sprachsteuerung.

Alexa, Siri, Cortana, Bixby –immer

mehr Sprachassistenten finden wie

selbstverständlich den Weg inunseren

Alltag. Wer als Unternehmen

dort Inhalte oder Angebote zur Verfügung

stellen will, musste diese bislang

separat für die unterschiedlichen

Systeme programmieren.

Wie bei den Apps fürs

Smartphone. „Das ist

ein Problem, weil das

bei Unternehmen hohe

Kosten verursacht“,

sagt Antonius Ostermann, der

Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule

Münster studiert hat. Die Idee, die

er in seinerMasterarbeit bei WebComputing

in Münster anpackte: Sprachanwendungen

entwickeln, die mit allen Sprachassistenten

kompatibel sind –eine gemeinsame

für die Konfiguration der verschiedene

Sprachassistenten.

Zunächst sollte das für Finanzdienstleister

gehen, die Online-Banking per

Sprachsteuerung anbieten möchten. Das

war der Startschuss für AssistantJS.

„Es geht darum, viele Assistenten auf eine

Schnittstelle zu vereinen“, erklärt Ostermann.

„Und das ergibt auch Sinn, weil

immer mehr Sprachassistenten entwickelt

werden und man das Feld nicht

mehr unter Kontrollehat.“ Das vonOstermann

entwickelte Framework AssistantJS

–das „JS“ steht für die Programmiersprache

JavaScript –setzt dabei auf

einen sogenannten Zustandsautomaten.

Der Zustandsautomat entscheidet, was

mit einer Aussage, die ein Nutzer dem

Sprachassistenten gegenüber äußert,

passieren soll. Dabei berücksichtigt er

den Kontext und den vorherigen Gesprächsfl

uss. Eine Aussage–zum Beispiel

„Ja!“ –kann mehrere Bedeutungen haben,

und verlangt dementsprechend

nach jeweils unterschiedlichen Antworten

oder Handlungen. Die Anwendungsentwickler

programmieren also die Reaktionen

auf die jeweiligen Intentionen in

Abhängigkeit vombisherigen Dialog und

behalten so die Mengeder zu behandelnden

Nutzer-Aussagen unter Kontrolle.

„Das Besondere ist, dass der Zustandsautomat

vonAssistantJS allgemeingültig

ist, er kann also beispielsweise sowohl an

die Schnittstellen von Alexa als auch an

die vom Google Assistant angebunden

werden“, erklärt Ostermann. Nebentechnischem

Know-how ist auch ein gutes

sprachliches Verständnis notwendig, um

mit AssistantJS Sprachanwendungen zu

entwickeln.

Jetzt, eineinhalb Jahre nach der Idee,

arbeitet Ostermann weiterhin mit Hochdruck

an AssistantJS. Er merzt kleine

Probleme aus, die sich aus der Anwendung

ergeben, und plant Erweiterungen

des Frameworks. Bei Web Computing

arbeitet er schon seit seiner Bachelorthesis.

„Unsere Software kommt sehr gut an“,

sagt der Entwickler. Und er sieht für die

Jede Menge Code: Antonius Ostermann programmiert standardisierte Sprachassistenten.

Zukunft große Anwendungspotenziale

von Sprachassistenten – vor allem bei

Schnittstellen. „Grafische Oberfl

ächen

lassen sich durch Sprachsteuerung ergänzen

oder gar komplett ohne Hände

bedienen–das ist zum Beispiel für ArbeiteninLagerhallen

oder Werkstätten interessant.

Auch ältere Menschen, die nicht

mehr so technikaffin sind, kommen mit

ihrer Stimme schneller ans Ziel.“

Die Entwicklung von Sprachdienstleistungen

mit AssistantJS macht mittlerweile

einen Unternehmenszweig bei Web

Computing aus. „Wir sind die Ersten, die

den Schalter umgelegt haben und systemübergreifend

entwickeln, das verschafft

uns Wettbewerbsvorteile“, sagt

Sebastian Zimmermann, Geschäftsführervon

WebComputing. „Große Pharmaunternehmen

und Finanzdienstleister

gehören zu unseren Kunden, darunter

auch einige Dax-Konzerne.“

Foto: FHMünster

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ERFOLG!

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Fon: 02533 4412

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Medienpartner:

Veranstaltungspartner:


GELD &GESCHÄFT 19

++ TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE ++

4. September 2018: Gründerstammtisch, 19 Uhr, Wirtschaftsförderung

Münster, Stadtweinhaus, Prinzipalmarkt

6-7, Münster

6. September 2018: 19. ÖV-Symposium NRW 2018, 9–17

Uhr, Messe- und Congress-Centrum Halle Münsterland,

Münster

Deutsche Börse

ordnet sich neu

Unternehmen können gleichzeitig in mehreren Indizes sein.

12. September 2018: Die betriebliche Krankenversicherung,

16.30 Uhr, Infoabend der Barmenia, Flughafen

Münster-Osnabrück (FMO), Terminal 1

13. September 2018: Einsatz digitaler Technologien und

Optimierung innerbetrieblicher Abläufe inder Landwirtschaft,

DEULA Westfalen-Lippe GmbH, Dr.-Rau-Allee 71,

Warendorf

13. September 2018: Art meets Business, 10 Uhr, Jagdschloss

Habichtswald, Tecklenburg

13./14. September 2018: vocatium Münsterland –Berufswahlmesse,

8.30 –14.45 Uhr, Messe- und Congress-Centrum

Halle Münsterland

20. September 2018: Forum Via Münster, Kongress für

den Nachwuchs der Veranstaltungs- und Hotelbranche,

9.30 –16.30 Uhr, Messe- und Congress-Centrum Halle

Münsterland, Münster

22./23. September 2018: Rheiner Herbst –2.Gewerbeund

Leistungsschau, 10 –18Uhr, TaT Themenpark, Rheine,

Hovesaatstraße 6

26./27. September 2018: Agravis-Hausmesse, Messe- und

Congress-Zentrum Halle Münsterland, Münster

30. September 2018: Meisterfeier der Handwerkskammer

Münster, Messe- und Congress-Zentrum Halle Münsterland,

Münster

9. Oktober 2018: „I.HR ERFOLG“ –Personalkongress des

BVMW und der Aschendorff Medien, 12Uhr, Mövenpick

Hotel, Münster, Kardinal-von-Galen-Ring 65

30 Jahre nach Einführung des Deutschen

Aktienindexes DAX ordnet die

Deutsche Börse die Dax-Familie Ende

September neu. Technologiewerte

wie Telekom und SAP können nun

auch in den TecDax einziehen. Anleger

sollten sich rechtzeitig positionieren.

Bisher galt an der Deutschen

Börse der Grundsatz, dass

ein Unternehmen nur in

einem Aktienindex gelistet

sein darf. Wer inden Dax

und seine kleineren Geschwister MDax

und SDax aufgenommen werden wollte,

musstesich für einen Index entscheiden.

„Ab September nähert sich die Deutsche

Börse den amerikanischen Gepfl

ogenheiten

an, wo Unternehmen gleichzeitig in

mehreren Indizes gelistet sein können.

So sind etwa Apple, Amazon, Alphabet,

Facebook und Microsoft im Index Nasdaq

Compositegelistet, der den Schwerpunkt

auf den Technologiesektor legt. Apple

und Microsoft findet man aber ebenso im

Dow-Jones-Index wieder, der die 30

wertvollsten börsennotierten Unternehmen

der USA beinhaltet, sowie im S&P

500, der die fünfhf undert größten Unternehmen

der USA abbildet. Hier gesellen

sich Facebook, Amazon und Alphabet

wieder dazu“, erklärt Ralph Rickassel

vom PMP Vermögensmanagement in

Düsseldorf.

Nach Umsetzung der neuen Regularien

werdeesähnliche Konstellationen in der

deutschen Indexwelt geben. „Aller Voraussicht

nach werden neben der Deutschen

Telekom die Aktien der Dax-Unternehmen

SAPund Infineon sowohl im Dax

als auch im TecDax gelistet sein.“

Im Gegenzug würden einzelneUnternehmen

aus dem TecDax gleichzeitig im M-

oder SDAX

gehandelt werden. Damit sei

eine Erhöhung der Titelanzahl beim

MDax von 50auf 60 und beim SDax von

50 auf 70 vorgesehen. Nur beim Flaggschiff

Dax bleibe, wasdie Anzahl der Titel

angeht, alles beim Alten.

„Wer bevorzugt in aktive Fonds investiert,

den wird die neue Regelung nicht

berühren, da die Fondsmanager eher selten

einen gesamten Index kaufen, sondern

primär einzelne Titel, diesie für aussichtsreich

halten“, schätzt Rickassel.

Für Liebhaber von ETFs gebe es allerdings

deutliche Auswirkungen. Der Tec-

Dax werde durch die voraussichtliche

Aufnahme der Dax-WerteDeutsche Telekom,

SAP und Infineon weniger

schwankungsanfällig, könne aber durch

diese Schwergewichte anDynamik verlieren.

Anleger,die den M- oder SDAX

favorisieren,

müssen mit einer höheren

Beimischung von Technologieaktien

rechnen und hinterfragen, ob das noch zu

ihrer gewählten Anlagestrategie passt.

„Generell sorgenNeuaufnahmen vonAktien

in einen Index dafür,dass professionelle

Investoren diese Titelzukaufen“, erläutert

der Vermögensberater.


20 NACHHALTIGKEIT

Betriebe

achten stark

auf Werte

CSR-Kompetenzzentrum Münsterland befragte 194

Unternehmen in der Region.

Münsterländische Mitarbeiterinnen,

Mitarbeiter und Kundensind klarinteressiert

an den CSR-Aktivitäten

von Unternehmen, worauf Unternehmen

aber noch nicht immer adäquat

reagieren. Gleichzeitig sehen

die Mittelständler sich in der Verantwortung

für die Gesellschaft und die

Zukunft, gestalten diese mitund nutzendazu

Kooperationen. –Solauten

Ergebnisse der regionalen Unternehmensbefragung

zum CSR-Status

(Corporate Social Responsibility) in

kleineren und mittleren Betrieben.

Veröffentlicht wurden die Umfragewerte

jetzt vom CSR-Kompetenzzentrum

Münsterland.

Die Befragung wurde nach

Angaben des Zentrums

von Februar bis April 2018

bei kleinen und mittleren

Unternehmen aus dem gesamten

Münsterland anhand eines Online-Fragebogens

durchführt. Inhaltewaren

die Bedeutung und der Umgang mit

sozialen und ökologischen Themen der

Unternehmensführung (CSR) –explizit

in den vier Handlungsfeldern „Arbeitsplatz

und Mitarbeiter“, „Betrieblicher

Umweltschutz“, „Produktverantwortung

und Markt“ sowie „bürgerschaftliches

Engagement im Gemeinwesen“. Teilgenommen

haben insgesamt 194Unternehmen

aus dem gesamten Münsterland, die

überwiegend im Familienbesitz sind.

Teile der Befragung fanden inenger Kooperation

mit dem Projektpartner WESt,

der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft

Steinfurt mbH, statt,

die einige der Fragen imRahmen ihres

Wettbewerbs „Betriebsplus 5.0 – Top-

Arbeitgeber im Kreis Steinfurt 2018“

auch an 131Wettbewerbsteilnehmer aus

dem Kreis Steinfurt stellte.

Das CSR-Kompetenzzentrum Münsterland

fasste die wichtigsten Ergebnisse der

Umfrage jetzt folgendermaßen zusammen:

Mitarbeiterorientierung klar im Fokus

Die meisten Aktivitäten der Unternehmen

fanden bisher zum Handlungsfeld

„Arbeitsplatzund Mitarbeiter“ –dicht gefolgt

vom Handlungsfeld „Umwelt“ –

statt. Diese Fokussierung auf Mitarbeiterthemen

bestätigen die Aussagen der teilnehmenden

Unternehmensvertreter auf

der Auftaktveranstaltung des CSR-Kompetenzzentrums

am 24. April in Münster.

Feststellbar ist jedoch, dass bisherigeAktivitäten

sich mehr auf Maßnahmen zur

Vereinbarkeit vonFamilie und Beruf, der

Ausbildung und Arbeitsplatzqualität beziehen,

während die Frage nach den aktuell

dringlichen Herausforderungen die

Qualität der Führung und die damit verbundeneMitarbeiterzufriedenheit

in den

Vordergrund rückt.

Kooperationen werden genutzt

Eine Vielzahl der Unternehmen setzt diese

Projekte in Kooperationen um und

nutzt dabei die Angebote regionaler Institutionen.

Mit 44 Prozent kooperiert fast

die Hälfteder Unternehmenmit regionalen

Unternehmensinitiativen oder Branchenverbänden,

aber auch die Bedeutung

der Angebotevon Wirtschaftsförderungen

(35 Prozent), Kammern (24 Prozent)

und Hochschulen (27 Prozent)

wird deutlich.

Diese Ergebnisse bestätigen die Aussagen der teilnehmenden Unternehmensvertreter auf der Auftaktveranstaltung

des CSR-Kompetenzzentrums am 24. April in Münster.

Grafiken: CSR-Kompetenzzentrum

Mitarbeiter und Kunden stellen die meisten Anfragen zum Thema Nachhaltigkeit, ergab die aktuelle Umfrage bei

über 100 Unternehmen im Münsterland.

Zukünftige Herausforderungen

Gefragt wurde auch nach den aus Sicht

der Unternehmen bedeutendsten gesellschaftlichen

Zukunftsthemen, zu denen

sie als Unternehmen einen Lösungsbeitrag

leisten können. Die Werteorientierung

von Unternehmen und Ethik in der

Wirtschaft, die Digitalisierung sowie die

Bewältigung des demografischen Wandels

sind mit je über 70 Prozent die

Top 3der Zukunftsthemen. Die Unternehmen

erkennen die Relevanz dieser

Herausforderungen und sehen sich in der

Verantwortung, diese mitzugestalten.

Bei den Themen wird gleichzeitig der

höchste Informationsbedarf formuliert.

TueGutes und rede darüber

Die Unternehmenshomepage ist erwartungsgemäß

das wichtigsteKommunikationsmittel

für CSR-Maßnahmen, 62 Prozent

nutzen ihre Internetseite umauch

über Themen mit CSR-Bezug zu berichten.

Zudem werden hier die bestehenden

Kooperationen genutzt, 52 Prozent der

Unternehmen kommunizieren ihr Engagement

über Verbände und Initiativen.

In Kommunikation mit den Kunden findet

der Austausch über CSR-Aktivitäten

vornehmlich in persönlichen Kundengesprächen

statt (43 Prozent). In den Printpublikationen

zeigt sich hingegen ein gemischtes

Bild: In allgemeinen Unternehmensdarstellungen

werden CSR-Aktivitäten

zu 41 Prozent aufgenommen,während

diese noch wesentlich seltener den

Weg inproduktbezogene Prospekte finden.

Mitarbeiter und Kunden formulieren

Ansprüche

Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen

kennen Anfragen von externen

Gruppen nach ihrem CSR-Engagement.

Die meisten Anfragen kommen dabei von

Kunden und Mitarbeitern mit jeweils

über 30 Prozent. Deutlich wenigerausgesprochenes

Interesse wird inder Region

aus der Politik registriert.

Besondere Firmenkultur

WESt und CSR-Kompetenzzentrum zeichneten die Gewinner des Wettbewerbs „Betriebsplus 5.0“ aus.

69 Unternehmen haben beim Wettbewerb

„Betriebsplus 5.0 – Top-

Arbeitgeber im KreisSteinfurt 2018“

der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft

Steinfurt

(WESt) mitgemacht. Erstmals war

das CSR-Kompetenzzentrum Münsterland

Partner.

Einmal gibt es ganz fl

ache Hierarchien,

ein andermal fl

e-

xible Arbeitszeiten. Hier werden

Angebote berufl

icher

Weiterbildung gemacht, regelmäßigeMitarbeitergesprächegeführt,

Patenprogramme für Azubis geschaffen,

Unterstützung bei familiären Problemen

angeboten. Andernorts gibt es Gesundheitstage,

Krankengymnastik und sogar

Hilfe, vom Nikotin loszukommen.

Wenn dann auch noch Erfolgsprämien an

alle in gleicher Höhe ausgeschüttet werden

und der Firmenausfl

ug Chefsache ist,

dann steigert das sowohl die Lust, morgens

ins Bürozukommen oder sich an die

Werkbank zu stellen, als auch den wirtschaftlichen

Erfolg der Firma enorm.

Unterschiedliche Beispiele dafür gibt’s im

Kreis Steinfurt genug. Das zeigte die

In zwei Kategorien wurden die „Top-Arbeitgeber 2018“ im Kreis Steinfurt kürzlich in Tecklenburg

ausgezeichnet.

Foto: Kreis Steinfurt/Jan Schlieper

Preisverleihung von „Betriebsplus 5.0“.

Zum fünften Mal hatte die Wirtschaftsförderungs-

und Entwicklungsgesellschaft

des Kreises Steinfurt (WESt) den

Wettbewerb ausgelobt. Besonders im Fokus:

mitarbeiterbezogene Angebote wie

betriebliches Gesundheitsmanagement,

Personalentwicklung und Kommunikation.

69 Bewerbungen hatteesinden zwei Kategorien

gegeben. Jeweils drei Preise

wurden vergeben, die zeigen, wo eine besondere

Unternehmenskultur gepfl

egt

wird.

Wie ein Arbeitgeber seine Attraktivität

durch Mitarbeiterorientierung und Führungskultur

steigert und warum eine mitarbeiterfreundliche

Unternehmenskultur

Fundament einer erfolgreichen

Unternehmensidentität ist, das machten

Uwe Rotermund (noventum consulting

GmbH) und Dr. Udo Westermann (CSR-

Kompetenzzentrum) deutlich. Beide riefen

dazu auf, innerhalb der Unternehmen

über neue Organisationsformen

nachzudenken und sich den Ideen einer

vertrauensbasierten Unternehmensführung

anzuschließen. Es gehe darum,

Transparenz, Vertrauen und neue Formen

der Selbstorganisation und vor allem

„Lust auf Leistung“ zu schaffen.

„Es geht nicht um schnelle Renditen, sondern

um echte Mehrwerte für die Unternehmen“,

bot Westermann in Sachen

Corporate Social Responsibility seine

Unterstützung für nachhaltigeUnternehmensführung

an.

In die gleiche Richtung ging die Offerte

vonBirgit Neyer. Die WESt-Geschäftsführerin

betonte, wie wichtig ihr ein regelmäßiger

Austausch und das Netzwerken

im Kreis Steinfurt sind. Davonist auch Dr.

Klaus Effing überzeugt. Der Steinfurter

Landrat rief dazu auf, weiter an mitarbeiterfreundlichen

Unternehmensprofilen

zu arbeiten.

Dirk Drunkenmölle


LEBEN &WISSEN 21

Das nächste große Ziel

ist die WM in Katar

Der Leitende Physiotherapeut des Sendenhorster St. Josef-Stifts, Peter Müller, behandelte bei den

Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin zahlreiche deutsche Spitzensportler.

11 Sekunden –dann ist alles vorbei,

der Wettkampf der 100-Meter-Sprinterinnen

schon entschieden. Über

Stunden dehnt sich dagegen das

Warten auf den Start; der Weg dorthin

ist jahrelanges Training. Das

Publikum bejubelt die Sieger, doch

die harte Arbeit hinter den Kulissen

bleibt verborgen. Einer, der weiß,

wie es dort zugeht, ist Physiotherapeut

Peter Müller, der bei den Europameisterschaften

inBerlin viele erfolgreiche

Sportler behandelt hat.

Kugelstoßer David Storl, Hürdensprinterin

Pamela Dutkiewicz,

DiskuswerferChristoph

Harting und natürlich

Kie d Sprinterinnen, allen voran

Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto:

Sie vertrauten in Berlin bei der Europameisterschaft

der Leichtathleten auf

die physiotherapeutische Behandlung

„In dieser Leistungsliga liegen

Welten zwischen zwei Zehntelsekunden.“

Peter Müller

von Peter Müller. Noch kurz vor der EM

hatte erdie beiden schnellen Frauen im

St. Josef-Stift behandelt.

„Das ist ja fast ein heimliches Staffeltreffen“,

meintedie gebürtigeMünsteranerin

Tatjana Pinto augenzwinkernd, als sie

beim Pfl

ege-Check im Therapiezentrum

des St. Josef-Stifts in Sendenhorst ihre

Staffelkollegin Gina Lückenkemper traf.

Auch Lisa Mayer war zu dem Zeitpunkt

im Stift. Sie mussteallerdings die Enttäuschung

verdauen, dass sie –eigentlich für

die Staffel gesetzt –nun verletzungsbedingt

in Berlin doch nur auf dem Zuschauerrang

dabei ist. „Ich drücke den

anderen aber fest die Daumen“, versprach

sie beim Treffen in der Klinik.

Derweil wurde es für Gina Lückenkemper

und Tatjana Pintoernst. VomTrainingslagerinKienbaum

ging es dann direktnach

Berlin. Hinter ihnen lagen bei Termin in

Peter Müller bei der Behandlung des Sprinters Julian Reus. Reus

war beteiligt am spektakulären Sturz bei der letzten Staffelübergabe

im Vorlauf der 4x100-Meter-Staffel der Männer.

Die deutsche Kurzstreckenelite vereint: Gina Lückenkemper (Mitte) und Tatjana Pinto (r.) schauten vor dem EM noch zum Pflege-Check bei Physiotherapeut

Peter Müller imSt. Josef-Stift vorbei. Staffelkollegin Lisa Mayer musste verletzungsbedingt bei der Europameisterschaft in Berlin passen. Foto: Bettina Goczol

Sendenhorst bereits sechs intensiveTrainingswochen

in Florida und auf Teneriffa,

wo sie auch von Peter Müller betreut

wurden. „Die Läuferinnen haben Ehrgeiz

und Ambitionen, schließlich sind sie

schon 2017 mit der Staffel zum Weltmeistertitel

gelaufen“, so Müller. Mit ihren

Zeiten knapp über beziehungsweise

unter 11 Sekunden pro 100 Meter gehören

sie zur Weltklasse. Müller: „In dieser

Leistungsliga liegen Welten zwischen

zwei Zehntelsekunden.“

Die Wettkampftage in Berlin verbrachte

Müller auf dem Einlaufplatz, wo er das

Vorbereitungstraining begleitete: „Ich

war nicht ein einziges Mal im Stadion,

sondern habe die EM auf der großen Videoleinwand

miterlebt.“

Adrenalin pur gab esbereits zu Beginn

der Europameisterschaften, als Gina Lückenkemper

auf der 100-Meter-Strecke

zu Silber lief. Als neues, sympathisches

Gesicht der deutschen Leichtathletik gefeiert,

musste sie nun bis zum letzten

Wettkampftag ausharren, ehe sie in der

Staffel Sonntagabend noch einmal Edelmetall

ins Visier nahm.

„Den Spannungsbogen in diesen Tagen

hochzuhalten, stellt eine gewisse Belastung

dar“, weiß Müller.Die Tage pendeln

zwischen täglichem Training und Hotelzimmer-Lethargie,

denn ausgedehntes

Stadtbummelprogramm und langeNächte

sind absolut tabu.

Noch am Wettkampftag wurde die Aufstellung

der Staffel geändert. „Das brachte

noch einmal etwas Unruhe, aber der

Bundestrainer wollte auf Nummer sicher

gehen“, erzählt Müller. Sokam Rebekka

Haase ins Team, die zwar läuferisch nicht

ganz in ihrer Bestform war, aber eine sichere

Bank bei den Stabwechseln ist.

„Das kann eine gute Zehntelsekunde

bringen und auf diese Distanz entscheidend

sein.“

Zwischen Vorlauf und Finale dehnten

sich noch einmal zwei Stunden des Wartens

und Vorbereitens. Auf dem Einlaufplatz

war das Staffelquartett Zeuge des

spektakulären Sturzes im deutschen

Männerstaffelteam.

„Der Muskelfaserriss von Schlussläufer

LucasJakubczyk warfür dieMänner sehr

ärgerlich. Für die Mädchen bedeutetees,

sofort weg von der Videoleinwand und

wieder auf die eigene Vorbereitung konzentrieren.

Alles anderewärekontraproduktiv

gewesen.“ In Einzelrennen sind

Gina Lückenkemper, Tatjana Pinto, RebekkaHaase

und Lisa-Marie Kwayie Konkurrentinnen,

in der Staffel bilden sie ein

Team. Auch diese Herausforderung haben

sie gemeistert und am Ende Bronze

geholt.

„Die EM in Berlin wareine sehr gelungene

Veranstaltung: Die Leistung der Athleten,

das Event einschließlich der Siegerehrung

am Breitscheidplatz und das sehr

faire Berliner Publikum –alles passte.

Das hat der Leichtathletik gutgetan“,

meint Müller.Auch der Heimvorteil habe

den Medaillenregen etwas ergiebiger

ausfallen lassen. In gut zwei Wochen

packt Müller schon wieder seine Sachen

für „Berlin fl

iegt“ am Brandenburger Tor

und das ISTAFinBerlin. Nächstes großes

Ziel: 2019 die WMinKatar. Und natürlich:

Olympia 2020 in Tokio.

Bettina Goczol

So jubelten Rebekka Haase, Lisa Marie Kwayie, Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto

(Deutschland) bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2018. Foto: imago/Sebastian Wells


22 LEBEN &WISSEN

Gehaltvolle Lektüre: Im Bücherregal des Klosterladens konkurriert der Gin u.a. mit der Bibel um Aufmerksamkeit.

Foto: Ulrich Traub

Mission Gin

Kontemplation und Unternehmergeist: Der Zisterzienserpater Dr. Justinus C.

Pech kreiert für das Kloster Stiepel ein hochprozentiges Produkt.

Die Wallfahrtskirche St. Marien ist die

Keimzelle des Klosters, sie datiert aus dem

frühen 20. Jahrhundert. Die Klostergebäude

wurden erst ab 1988 erbaut.

Ein hochprozentiger Tropfen im Habit

der Zisterzienser? Was zunächst

ungläubiges Kopfschütteln auslösen

mag, ist kein plumper Marketing-

Gag und schongar keine provokante

Grenzüberschreitung. Das schwarzweiße

Etikett tragen die Flaschen

dieses Gins aus gutem Grunde.Seine

Heimat ist ein Kloster.

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Pater Justinus präsentiert imKlosterladen stolz sein Erzeugnis.

Alkohol und mönchisches Leben,

das war selten ein Widerspruch.

Schon der St.

Galler Klosterplan aus dem

Aahr J 814wies drei Brauereien

auf. „Ich wollte ein Produkt kreieren,

das zu uns passt, das es aber nicht schon

in anderen Klöstern gibt“, berichtet Pater

Dr. Justinus C. Pech, der mit 13Mitbrüdern

im Zisterzienserkloster Stiepel im

Bochumer Süden lebt, wo das Ruhrgebiet

grün ist. „Ich trinkeselber gerneGin“, gesteht

er,„waslag da näher,als sich an dieser

Spirituose zu versuchen.“ Zumal Klöster

jaauch Zentren des Kräuterwissens

seien, fügt der Pater hinzu.

Im Kloster Stiepel gibt es einen Kräutergarten

und ein Gewächshaus, in dem Zutaten

wie Basilikumund Zitronenmelisse

gedeihen. Letztere verleiht dem ersten

deutschen Kloster-Gin, der schon einen

Nachfolger in Ettal gefunden hat, die ausgeprägt

fruchtige Note. „Den Wacholder

beziehe ich noch aus der Toskana“,informiert

der Zisterzienser.Das Getreide, aus

dem der Alkohol gewonnen wird, kommt

aus der Mutterabtei Heiligenkreuz im

Wiener Wald. „Dort wird die Landwirtschaft

gerade auf biologischen Anbau

umgestellt, wasfür ein hochwertiges Produkt

wie unseren Gin nur gut sein kann.“

Gebrannt werde ganz in der Nähe, denn

das Kloster besitze keine Brennrechte.

Klosterleben, Kontemplation sowie Gebet,

und ein Trendgetränk, das es schon

zu eigenen Gin-Bars gebracht hat, wie

passt das abgesehen von persönlichen

Vorlieben zusammen? „Ein unternehmerischer

Impetus ist bei mir stark ausgeprägt“,

räumt PaterJustinus ein. „Ich habe

zunächst Betriebswirtschaft studiert,

danach für Procter &Gamble gearbeitet

und in Hamburgein Management-Unternehmen

aufgebaut, das bis heute erfolgreich

arbeitet.“ Nach der Promotion in

Wirtschaftsethik habe er Antworten auf

die Frage „Für was will ich arbeiten, für

was mein Leben hingeben?“ gesucht.

Deshalb hätteersichder Theologie zugewandt.

„Schließlich ist die Katholische

Kirche ja auch so etwas wie ein Marktführer

und kann Wirtschaftskompetenz gebrauchen“,

meint der vielseitig Gebildete.

2006 trat er der Ordensgemeinschaft

der Zisterzienser in Heiligenkreuz bei.

Studien in Frankfurt und Rom schlossen

sich an.

Vor zweieinhalb Jahren wurde er nach

Bochum versetzt, in Stiepel wurde ein

Ökonom gebraucht. Der Gin ist Justinus‘

erster Coup. „Wir möchten damit Leute

ansprechen, die bislang keine Notiz von

unserem Kloster und dem, was dort geschieht,

genommen haben.“ Der Klosterladen

solle Anlaufziel für einen neuen

Kundenstamm werden –mit dem Gin als

hochprozentigem Köder.

„Die Besucher werden dann feststellen,

dass es Mönche nicht nur im Kino gibt.“

Der Zisterzienser ist zuversichtlich, dass

man mit den Kunden ins Gespräch käme,

sie Fragen stellten und sich vielleicht

auch für den Glauben öffnen würden.

Wieverläuft denn die Mission Gin? „Erste

Erfahrungen sind durchaus positiv,resümiert

der Paterund fügt hinzu, dass vor

ein paar Tagen sogar der örtliche Rewe-

Markt angefragt habe, ob er den Gin ins

Programm nehmen dürfe.„Und Sie glauben

doch nicht, dass ich mich damit zufriedengebe?“,

fragt der selbstbewusste

Marketing-Pater rhetorisch. „Aktuell

denke ich über ein eigenes Tonic nach.“

Irgendwie konsequent.

Auch wenn der umtriebige Professor für

Fundamentaltheologie gerade mal keine

Trend-Getränke mixt, kommt keine Langeweile

auf. Aktuell wirkt Pater Justinus

als Lehrstuhlvertreter für Dogmatik und

Dogmengeschichte an der Bochumer

Ruhr-Uni und unterrichtet an der Handelshochschule

in Leipzig künftige Führungskräfte.

„Ich gehe dahin, wo dieKirchenicht mehr

unbedingt Einfl

uss hat“, erklärt der gebürtige

Frankfurter, der zudem Gründer

und Direktor des Bochumer Instituts für

Führungsethik ist. Zurzeit beschäftigen

ihn besonders die ethischen Fragen im

Zusammenhang mit der Künstlichen Intelligenz.

Das Bochumer Kloster, dessen Bekanntheitsgrad

der Zisterzienser gerade steigert,

geht übrigens auf den ersten Ruhr-

Bischof zurück. Kardinal Franz Hengsbach

wünschte sich ein geistliches Zentrum

in der Region. In diesem Jahr feiern

die Mönche dort den 30. Geburtstag ihres

Klosters, das rund um die einzige Marien-Wallfahrtskirche

des Bistums erbaut

worden ist. Ob die Mönche wohl mit

ihrem „Monastic Dry Gin“ anstoßen?

ww

w w.kloster-stiepel.org

Ulrich Traub


LEBEN &WISSEN 23

Eine Reise für Schlafwandler

Das Theater Titanick präsentiert imSeptember sein Projekt „TraumWelten“ in der ehemaligen Eissporthalle

in Münster. Den Zuschauer erwarten betörende Bilder in einer grotesk aufgesägten Betonlandschaft.

Einen ersten Eindruck von seinen „TraumWelten“ vermittelte das kreative Ensemble während einer Pressekonferenz im Mai in der ehemaligen Eissporthalle.

Fotos: Gunnar A. Pier

Vor fast einem Jahr erging es Uwe

Köhler wie so vielen Besuchern der

„Skulptur-Projekte“ in Münster. Er

musste erst lange anstehen, und als

er endlich imInnern der von Pierre

Huyghe mit einer Installation bespielten

ehemaligen Eissporthalle

an der Steinfurter Straße stand, war

er „vollkommen baff“.

Hier müsste man auch mal

was machen“, schoss es

Köhler durch den Kopf.

Und soist es ein großes

Glück, dass der künstlerische

Leiter des Theaters Titanick vorMonaten

tatsächlich das Angebot erhielt,

mit seinem 20-köpfigen Team in der Halle

ein Projekt zu realisieren. „TraumWelten“

wird esheißen. Die Premiere ist am

6. September.

Skurrile Wesen tapsten zur Vorstellung

des Projektes kürzlich schon mal durch

die in Kunstnebel gehüllteMoränenlandschaft

im Innern der Halle. Diese soll sich

im September laut Köhler „clean und

archaisch“ präsentieren. Und in Dunkelheit

gehüllt. Schließlich wird sie dann

einensiebenStationen umfassenden Parcoursbeherbergenund

vonverwunschenen

Gestalten wie Erdfrau und Embryo,

Hirsch-Lude, Fischfrau und anderen bevölkert

sein.

„In ,TraumWelten’, so Köhler, „wird der

Zuschauer in den Zustand eines Schlafwandlers

versetzt“ –inspiriert von den

mittelalterlichen Jenseits-Visionen des

Malers Hieronymus Bosch oder groteskenBildern

der FamilieBreughel. Köhler

spricht von einem „Notturno mit Sogkraft“

und verspricht „sehr mystische,

sehr sinnliche Bilder“.

Werdie Titanicker kennt, weiß, dass weitere

spektakuläre Elemente zuerwarten

sind. Als da wären ein Feuerbaum und

eine Brunnenanlage, eine Leiterkonstruktion,

auf der ein Buckliger eine Frau

freit. Ein Hirsch in roter Lackhose hockt

auf einem Hochsitz und bläst das Alphorn.

„Anziehung und Ablehnung“,

INFOS

Zehn Vorstellungen des Stückes

„TraumWelten“ mit je 300 Besuchern

sind in der Eissporthalle an

der Steinfurter Straße in Münster

geplant. Die Vorstellungen finden

am 6. (Premiere), 7. und 8.sowie

am 14. und 15. September statt –

jeweils um 18 und um 21 Uhr.

Tickets zum Preis von 18, ermäßigt

12 Euro, gibt es im Internet.

nennt Köhler als gestalterisches Prinzip:

„Das Hässliche entpuppt sich als anziehend,

das Haarsträubende als harmonisch.“

Heijo Bierbaum, Eigentümer des Eissporthallengeländes

und Fan der Titanicker,

zeigte sich erfreut, dass das Projekt

(in Kooperation mit dem Theater im

Pumpenhaus und unterstützt von der

Stadt Münster und den Stadtwerken)

noch einmal Installationskunst in die Eissporthalle

bringt.

Mittedes nächsten Jahressolldas Gebäude

dann endgültig abgerissen werden.

Nicht nur Clair Howells, die Leiterin des

Theaters Titanick, ist darumfroh, „sie mit

unserem Team im September noch einmal

bespielen zu dürfen“. Die Halle mit

dem grotesk aufgesägten Betonboden, so

Howells, biete eine „hervorragende

Landschaft für unsere Bilder“.

Damit das Theater Titanick hier spielen

kann, musste das Team allerdings „bei

null anfangen“.

Sämtliche Genehmigungsverfahren in

Sachen Statik und Sicherheit mussten

neu gestellt werden, erzählt Köhler. Alle

Anträge mussten zum Bauordnungsamt.

Inzwischen laufen in der Eissporthalle

längst die letzten Vorbereitungsarbeiten

für das große Ereignis.

Petra Noppeney

Mystische Bilder erwachen in „TraumWelten“

zum Leben.

Mit „Alice“ ganz vorn

Titanick erreichte auf seiner Tournee im vergangenen Jahr 45 000 Zuschauer.

Die Aufbauarbeiten für die Inszenierung des Theaters Titanick

laufen auf Hochtouren.

Foto: Wilfried Gerharz

Das Theater Titanick hat auf

seiner Tournee 2017 bei 29

Open-Air-Inszenierungen

45 000 Zuschauer in Spanien,

Frankreich, Niederlande

und Deutschland erreicht.

Münster erlebte am 11. Mai 2017 die

Welt-Premiere der Produktion „Alice on

the Run“. Insgesamt sahen 7500 Zuschauer

die zehn Aufführungen am Hafen.

Eine Woche später gewann Titanick

damit einen ersten Preis: Das Publikum

beim Internationalen Theaterfestival in

Holzminden wählte „Alice“ zur besten

Aufführung. Ende Juni 2017 ging es zum

ersten Auslands-Auftritt nach Spanien.

2000 Zuschauer feierten die Aufführungen

auf dem historischen Plaza Santa

Ana im Herzen von Las Palmas. Kein

Wunder also, dass die Einladung für

„Alice on the Run“ zum größten Straßentheater-Festival

in Aurillac folgte.

Die Stadt in der Auvergne istdas „Mekka“

des Open-Air-Genres, das in Frankreich

„Festival des arts de la rue“ genannt wird

–Festival der Künste auf der Straße. 15

Gruppen werden zum sogenannten

„In“-Programm eingeladen und weitere

600 Gruppen präsentieren sich im

„Off“-Programm. Viele Veranstalter aus

der ganzen Welt kommen, umdie Produktionen

zusichten. Um „Alice on the

Run“ zu sehen, kamen am ersten Abend

3000 Zuschauer, und da es sich als Geheimtipp

herumsprach waren amzweitenAbend

4000 Zuschauer anwesend. Es

wurden Einladungen zu Festivals in

Polen, Niederlande, Frankreich, Portugal,

Deutschland und Chile ausgesprochen.

Auch mit dem Projekt „Firebirds“ warTitanickauf

mehreren Festivals präsent. In

Deventer war dieser Flugkunstwettbewerb

der Höhepunkt des Festivals „Deventer

op Stelten“.


24 LEBEN &WISSEN

30 ratternde Webstühle

geben den Tonan

Das Bocholter Textilmuseum wurde runderneuert und lädt zu einer Reise in die Hochzeit der Weber ein.

Bis zum 7. Oktober werden in einer Sonderausstellung die deutschen Strumpfdynastien vorgestellt.

Arbeiten wie Arno Sendner –esgibt

vermutlich viele Textilarbeiter, die

gern mit ihm tauschen würden. Kein

Akkord am Webstuhl mehr,„kein Alltagsstress“,

wie er selbst sagt. Stattdessen

die Chance, alte Kostbarkeiten

der Industriegeschichte instandzuhalten

und Museumsgästen zu zeigen,

wie ein Weber vor 100 Jahren

gearbeitet hat. Seit ein paar Wochen

macht Sendner das noch lieber als

sonst. An manchen Tagen dürfte er

sich im von Grund auf modernisierten

Bocholter Textilmuseum sofühlen,

als sei er Teil einer Zeitreise, die

den Besucher in die vergangene Welt

der Textilarbeiter führt.

Mächtige Dampfmaschinen gehören ebenfalls zuden Exponaten

des Textilmuseums.

Foto: FoMa Witten/Erhard Dauber

„Maschen –Mode –Macher“: Diesen Titel trägt eine Sonderausstellung, die noch bis zum 7. Oktober zu sehen ist.

Wochenlang hat das

Team des zum Landschaftsverband

Westfalen

Lippe gehörenden

Museums überlegt,

wie es die in die Jahre gekommene

Ausstellung so umgestalten kann, dass

der Besucher den Eindruck hat, einzutauchen

in eine Zeit, in der Westfalen noch

einer der bedeutendsten Schauplätze der

Textilindustrie war. Herausgekommen ist

dabei ein Museum, dessen Gäste nicht

auf Vitrinen und Maschinen hinter Absperrbändern

schauen. Stattdessen können

sie sich zwischen den Webstühlen bewegenund

Garnrollen betrachten, die in

der Zeit um 1900 ausschließlich

von Frauen

aufgespult wurden.

Martin Schmidt hat

die Stechuhr und das

dunkle Regalmit den

grau eingefassten

Stuhlbüchern schon

mehrere Tausend

Male gesehen. Die

Bücher faszinieren

den wissenschaftlichen

Referenten des

Hauses trotzdem immer

noch. „Darin

musste der Arbeiter vermerken, wie lange

er an den Webstühlen gearbeitet hat“,

erklärt Schmidt. Der Meister kontrollierte

die Bücher. Und wenn der Weber

fahrlässig einen Schaden verursacht

hatte, mussteermit empfindlichen Lohneinbußen

rechnen. „Wenn ein Lederriemen

riss –dafür konnte er nichts. Wenn

er aber den Stuhlbeschädigte, dann hatte

er ein Problem.“

Viele Museumsgäste lieben esganz besonders,

sich im Bürodes Meisters aufzuhalten.

Bewusst erhöht befindet es sich

an der Stirnseite der Werkshalle –mit

freiem Blick auf alle Webstühle und auf

die Frauen, die in der Spulerei ihr Geld

verdienten. „Er war ineiner nicht beneidenswerten

Situation“, findet Schmidt.

Als Bindeglied zwischen Unternehmern

und Arbeitern gehörteerzukeiner Gruppe.

Der Unternehmer verlangteEffizienz,

und der Weber wiederumwusste, dass er

unter ständiger Beobachtung stand.

Sendner hat mittlerweile den sechsten

Webstuhl eingeschaltet und beobachtet,

wie die Webschützen durch die aufgespannten

Fäden jagen. Schmidt mustert

derweil seine Gäste, die so reagieren, wie

er es erwartet hat. Der Lärm hat noch keinen

Besucher unberührt gelassen. „Und

den erzeugen gerade mal sechs Webstühle.

Stellen Sie sich vor, dass wir alle 30

einschalten“, versucht sich der 50-Jährige

in dem Geräuschgemenge aus rhythmischen

Hammerschlägen und ratternden

Antriebswellen Gehör zu verschaffen.

„In großen Betrieben standen bis zu

300 Stühle.“

Viele Besucher beeindruckt die Geschwindigkeit,

mit denen an den Webstühlen

neue Geschirrtücher, Tischdecken

und Meterware entstehen. „Geschwindigkeit?“

Sendner schürzt ironisch

die Lippen. „Moderne Webstühle

schaffen heutebis zu 1500 Schuss die Minute.

Der hier“ –der Museumsweber deutet

auf ein schwarz glänzendes Gerät –

„schafft gerade mal 80 Schuss die Minute.

Und der“ – Sendner wendet sich

einem Stuhl aus den 1970er Jahren zu –

„immerhin schon 380 Schuss die Minute.“

Der Beruf des Webers war inder Textilbranche

finanziell einträglich und anspruchsvoll.

„Ein Weber musstehochkonzentriert

sein, viel von Mechanik verstehen

und obendrein über ein gutes mathematisches

Verständnis verfügen“, sagt

Schmidt. Wer zeitgleich an mehreren

Stühlen arbeiten musste, konntesich Unaufmerksamkeiten

nicht leisten. Der Bocholter

zeigt auf ein Loch in einem Drahtgefl

echt, das an einem Webstuhl befestigt

ist. „Sehen Sie das? Das ist von einem

Webschützen durchschossen worden.“

Die offenliegendenZahnräder hätten den

Webern zum Verhängnis werden können.

Museumsweber Arno Sendner überprüft die Maschine, an der mit großer Geschwindigkeit

Fäden aufgewicklt werden.

Foto: ash

„Wenn man da mit seinem Ärmel hereingeraten

wäre...“ Schmidt muss den Satz

nicht beenden.

Arno Sendner hat unterdessen einen

Webstuhl eingeschaltet, der die meisten

Besucher besonders beeindruckt. Gesäumt

voneinem dezenten Waffelmuster,

entsteht exakt in der Mitteein Schriftzug

in Jacquardart. Für das Weinblatt und

den Schriftzug „Gruß aus Bocholt“ darüber

bewegen sich 1100 aneinanderhängendeKarten

auf den Webstuhl zu. „Jede

Karte steht für einen Schuss“, erklärt

Schmidt. Filigrane Arbeit, die später im

Museumsshop zu kaufen ist.

In einer durch eine Zwischenwand von

der Werkshalle getrennten Nische

schnüffeln viele Besucher automatisch

und schauen auf die beiden Plumpsklos

und das lange Waschbecken mit mehreren

Wasserhähnen davor. Und wenn

Schmidt dann noch erzählt, dass Sozialräume

in dieser Ausstattung bis in die

1960er Jahreinalten Fabriken üblich waren,

dann genießen es die meisten seiner

Zuhörer,sich im Hier und Jetzt zu befinden.

Alte Industrietechnik ist faszinierend.

Annegret Schwegmann

TEXTILMUSEUM

Kontaktdaten: LWL-Industriemuseum, TextilWerk Bocholt

Adressen: Weberei, Uhlandstraße 50; Spinnerei, Industriestraße

5, Bocholt

Telefon 028 71/2 16 11 70

Sonderausstellung: Noch bis zum 7. Oktober zeigt das

Museum in der Spinnerei die Ausstellung „Maschen –

Mode –Macher. Deutsche Strumpfdynastien“.

Dazu schreibt der Landschaftsverband als Träger des

Museums:

„Zwischen verführerischem Nylon und bequemer Tennissocke

liegen Welten, und doch haben beide vieles gemeinsam.

Mit mehr als 800 Exponaten lädt die Schau in

der Spinnerei zueiner Entdeckungsreise indie Welt der

Strümpfe und ihrer Produktion ein.“

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen

10 bis 18 Uhr.

www.lwl.org


Anzeigen-Sonderveröffentlichung

Planen-Bauen-Ansiedeln

Industrie &Gewerbeflächen

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Münster

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DIE WIRTSCHAFT

Eine Gemeinschaftsbeilage von:

Das Münsterland bietet alle Möglichkeiten eines zukunftsorientierten Standortes. In

zentraler Lage inEuropa, grenznah zu den Niederlanden gelegen, stimmen die Voraussetzungen

für ein effektives Wirtschaften und Arbeiten. 400 Gewerbeflächen sind in der

Region optimal angeschlossen.

Die Gewerbeflächenbörse Münsterland bietet auf einen Klick eine effektive und

transparente Möglichkeit der Angebotskommunikation:

- Verfügbarkeit.

- Größe und Lage.

- Infrastruktur.

- Planungsrecht.

- Grundstückspreise.

- Zuständige Ansprechpartner bei den Städten und Gemeinden.

- Ergänzt werden diese Angaben um Karten und Bilder vom Standort und der Kommune.

Das alles bietet die Gewerbeflächenbörse Münsterland aufeinen Blick. Darüber hinaus ist

sie andas überregionale Gewerbeflächenportal GERMAN.SITE von NRW.INVEST angebunden.

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Das Münsterland

gezielt imBlick

Die Region erfreut sich großer Beliebtheit /

Gewerbeflächen werden knapp

Klaus Ehling.

Das Münsterland erfreut sich großer

Beliebtheit –auch bei Unternehmen.

Entsprechend rege ist die Nachfrage

nach Gewerbefl

ächen.

Zur aktuellen Situation in der

Region sprach PeterImkamp

mit Klaus Ehling, Vorstand

des Münsterland e.V..

Die Wirtschaftbrummt aktuell. Hat

das auch Auswirkungen auf die

Nachfrage nach Industrie- und Gewerbefl

ächen inder Region?

Klaus Ehling: Aufjeden Fall.Viele Städte

und Kommunen haben ihrekommunalen

Gewerbefl

ächen ganz oder zu großen

Teilen vermarktet und können Anfragen

von Investoren häufig nicht mehr bedienen.

Neben der guten konjunkturellen

Lage motivieren auch die niedrigen Zinsen

die Unternehmen zum Kaufen und

Bauen. Dass viele Investoren bei ihrer Suche

nach Industrie- und Gewerbefl

ächen

sehr gezielt auch im Münsterland unterwegs

sind, zeigen die Gespräche, die die

Partneraus der Region bei der vergangenen

Expo Real in München, der größten

Fachmesse für Immobilien und Investitionen

in Europa, geführt haben.

Natürlich kommen beim ersten Gedankenandas

Münsterlandschnell idyllische

Fahrradwege, schöne Landschaften oder

die westfälischeKücheinden Sinn. Aber

immer mehr Investoren wissen auch,

dass uns eine hohe Branchenvielfalt und

eine kleinteilige, mittelständische Struktur

zu einem starken Wirtschaftsstandort

machen, der das Zuhause von zahlreichen

Weltmarktführern ist. Damit das

auch so bleibt, muss die Region für ansiedlungswillige

Unternehmen für ausreichende

Gewerbefl

ächen

sorgen.

Foto: Maren Kuiter

Boden wird –insbesondere

in den großen Städten

und deren „Speckgürteln“

–zueinem immer kostbareren

Gut. Neue Gewerbeflächen

konkurrieren da

mit dem Wohnbau und

auch dem Natur- und Umweltschutz.

Wie sieht die

Situation im Münsterland

aus?

Klaus Ehling: Das betrifft

im Münsterland nicht nur die Speckgürtelder

größeren Städte, sondern die ganze

Region. In ländlichen Gebieten ist Boden

ebenfalls Mangelware. Das hören wir

von vielen Städten und Gemeinden im

Münsterland. Genau wie in anderen Regionen

bestimmen natürlich rechtliche

Vorgaben wie zum Beispiel der Regionalplan

die Ausweisung neuer Wohn- und

Gewerbeschwerpunkte. Hinzu kommen

die Ausweisungen der Kommunen im

Rahmen der Bauleitplanung sowie weiterer

Fachplanungen, die schwer beziffert

werden können.

Der Boden als Schutzgut steht insofern

immer in Konkurrenz zu Bauvorhaben,

auch wenn –aus gutemGrund –für jede

gewerblich ausgewiesene Fläche eine

Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen

werden muss. In diesem Interessenkonfl

ikt muss für alle eine zufriedenstellende

Lösung gefunden werden.

Denn grundsätzlich kann eine Region

nur dann prosperieren, wenn sie über

ausreichend Gewerbefl

ächenund Industriestandorte

verfügt. Die Neuausweisung

vonGewerbefl

ächen ist daher ein Thema,

das man langfristig anpacken und konkret

bei Politik und Landesregierung ansprechen

muss.

Kann die augenblickliche Nachfrage

durch bestehende und geplante

Industrie- und Gewerbegebiete gedeckt

werden?

Klaus Ehling: Nein, bei weitem nicht.

Man muss hier auch unterscheiden zwischen

den mit einem langen zeitlichen

Vorlauf planerisch ausgewiesenen Flächen

und den tatsächlich auf dem Markt

verfügbarenFlächen.Hier klafft eine große

Lücke, die beispielsweise dadurch zustande

kommt, dass Privateigentümer

ihre Flächen nicht für Gewerbeansiedlungen

freigeben.

Umweltfreundliche Möglichkeiten

wie etwa Fernwärmeanschluss, ressourcenschonendeVerrieselungvon

Niederschlägen oder verbrauchsoptimierte

Straßenbeleuchtung sind

Möglichkeiten, die Natur zu schonen,

aber auch Betriebskosten zu

begrenzen. Gibt es viele Beispiele

wie etwa imKonzept des Airport-

Parks FMO inder Region?

Klaus Ehling: Einumfassendes Beispiel

Gefragt sind Gewerbeflächen im Münsterland. So sind etwa große Bereiche des AirportPark FMO bereits erfolgreich

vermarktet. Weitere großflächige Ansiedlungsmöglichkeiten sind dort bereits in der Planung.

ist das deutsch-niederländische Förderprojekt

WiEfm –Wärme in der Euregio.

Hier geht es darum, konkrete Pläne für

eine effiziente Erzeugung, Verteilung

und Nutzung von Wärme zu entwickeln

–inWohn- und Gewerbegebieten gleichermaßen.

Dafür arbeiten die Wirtschaftsförderungsgesellschaften

der

Kreise Borken (WFG), Coesfeld (wfc)

und Steinfurt (WESt) mit der niederländischen

Hochschule Saxion aus Enschede

und der Fachhochschule Münster sowie

der Abfallwirtschaftsgesellschaft des

Kreises Warendorfund dem niederländischen

Unternehmen kiEMT zusammen.

Erste Pläne zur Umsetzung gibt es zum

Beispiel im Neubaugebiet Am Überweg

in Schöppingen, an vier Schulen in Senden

und bei einigen Unternehmen wie

der Parador GmbH und der Weilerwärme

eG. WeitereKonzeptewären wünschenswert,

da sie von ansiedlungswilligen

Unternehmen geschätzt werden und der

Region und ihrer Vermarktung zu Gute

kommen.

Das Münsterland erfreut sich als

Touristenziel stetig steigender Bedeutung.

Wie sieht esbei Unternehmen

und Betrieben aus, gibt es regen

Zuzug in die Region?

Klaus Ehling: Auf jeden Fall. Was auch

die Tatsache zeigt, dass es aktuell kaum

verfügbare Gewerbefl

ächen im Münsterland

gibt. Die geringe Arbeitslosenquote

in unserer Region, zugleich die niedrigste

in ganz NRW, spricht Bände. Unter vier

Prozent sind es im gesamten Münsterland,

in Teilregionen sogar unter drei

Prozent.

Das Münsterland trägt wesentlich zur

Wirtschaftskraft des Landes bei. So ist

das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner

(BIP) ausgehend vomJahr 2006 bis 2015

um 22 Prozent angestiegen –und diese

positive Entwicklung ist ausnahmslos in

allen Kreisen und der Stadt Münster zu

verzeichnen. Dies zeigt die dynamische

und innovative Wirtschaftsstruktur im

Münsterland.

Wie lässt sich die Attraktivität weiter

steigern?

Klaus Ehling: Wirmüssen das Münsterland

als Region vermarkten, in der es sich

lohnt zu arbeiten, aber vor allem in der

es sich lohnt zu leben. UnsereLebensqualität

hier ist immenshoch, das wollen wir

nach außen tragen und eine emotionale

Bindung schaffen. Damit die Region im

Wettbewerb besser wahrgenommen

wird, entwickelt der Münsterland e.V.gemeinsamen

mit Partnern zurzeit eine

Marke, die die Identität des Münsterlandes

auf den Punkt bringt und mit verschiedenen

Projekten unter anderem

Fachkräfte ansprechen möchte.

Ein weiteres Thema, das für Unternehmen

sehr wichtig ist, ist die Anbindung

an das Glasfasernetz. Das Münsterland

gilt hier als Vorzeigeregion, denn es steht

bei den Anschlüssen an das Glasfasernetz

deutlich besser da als fast alle anderen

Regionen in Deutschland. Aktuellstarten

an vielen Stellen die Glasfaseranbindungen

inden Außenbereichen.

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IMPRESSUM

Beste Möglichkeiten für Neuansiedlungen

und Erweiterungen von

Unternehmen bietet das Münsterland.

Wo? Das zeigt die Gewerbefl

ä-

chenbörse Münsterland auf einen

Blick –und noch weitaus mehr.

Denn die Gewerbefl

ächenbörse bildet 400 verfügbare Flächen in der gesamten

die Business-Standorte nicht nur Region sind aktuell in der Gewerbefl

ä-

auf Gewerbegebietsebene

ab,

sondern parzellenscharf

auf

einer interaktiven

Karte. Die

Nutzer können

Die Gewerbeflächenbörse zeigt auf, woFlächen

im Münsterland verfügbar sind.

Foto: Münsterland e.V.

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An der Hansalinie 1, 48163 Münster,

Telefon: 0251 690-0,

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Anzeigenleitung:

Marc Arne Schümann (Anschrift wie oben)

Vermarktung: Frank Micheel, Lars Normann

Verantwortliche Redakteurin:

Claudia Bakker (Anschrift wie oben)

Gestaltung/Titelseite: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG,

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Mitten im Grünen –und doch urban.

Das Münsterland ist kreativ, innovativ

und leistungsstark, kurzum: lebenswert.

Neue Osnabrücker Zeitung GmbH &Co. KG

Breiter Gang 10–16, 49074 Osnabrück

V.i.S.d.P.: Ralf Geisenhanslüke

Anzeigen-/Werbeverkauf:

MSO Medien-Service GmbH &Co. KG

Große Straße 17–19, 49074 Osnabrück

Geschäftsführer: Sven Balzer, Sebastian Koch

(V.i.S.d.P.)

Verantwortlich für Anzeigen-/Werbeverkauf:

Sven Balzer

Redaktion:

NOW-Medien GmbH &Co. KG,

Große Straße 17-19, 49074 Osnabrück

www.diewirtschaft.noz.de

3

Wo ansiedeln

und erweitern

Gewerbeflächenbörse Münsterland bietet

Informationen zu 400 Flächen in der Region

die Suchkriterien

wie Größe,

Lage, Verkehrsanbindung,

Preis und Verfügbarkeit

nach ihren Bedürfnissen kombinieren.

Eine Geosuche ist ebenfalls

möglich. Zu jeder Parzelle gibt es eine

Kurzinfo mit den Besonderheiten sowie

ein Online-Exposé mit Kenndaten, Fotos,

Linksund Ansprechpartnern zum Download

in Deutsch und in Englisch. Rund

chenbörse zu finden.

Um die Attraktivität des Münsterlandes

als Ansiedlungsstandort offensiv zu vermarkten,

arbeiten der Münsterland e.V.,

die Wirtschaftsförderungsgesellschaften

und Kommunen der vier Münsterland-

Kreise und die Stadt Münster bei diesem

Angebot zusammen. Sämtliche Kommunen

des Münsterlands stellen ihre freien

Flächen indas cloudbasierte System ein

und aktualisieren die Daten regelmäßig.

www.gewerbeflaechen-muensterland.de

Mittelstand als

starker Motor

Münsterland ist eine lebenswerte Region

mit starker Wirtschaft

■ 1,6 Millionen Einwohner bewegen

sich auf gut 5100 Quadratkilometern in

einem Spannungsfeld zwischen Tradition

und Moderne, Stadt und Land, Bodenständigkeit

und innovativer Kraft,

selbstbewusstem Lokalpatriotismus und

internationaler Orientierung.

Die Münsterländer sind tief mit ihrer Region

verwurzelt. Hilfsbereit und gesellig

pfl

egen, erhalten und gestalten sie ihre

Heimat mit viel Herz. Sie genießen ebenso

wie Urlauber die hohe Aufenthaltsqualität

der Orteund die Vielfalt der sie umgebenden

Natur. Neue Herausforderungen

packen sie ideenreich, flexibel und

mit Freude an.

Dabei treibt der Mittelstand als wirtschaftlicher

Motor die Region konsequent

an und hat zahlreiche Weltmarktführer

hervorgebracht. Zuverlässigkeit

und Bodenständigkeit kennzeichnen die

heimischen Familienunternehmen, die

an diesem starken Wirtschaftsstandort

mit der niedrigsten Arbeitslosenquote in

NRW von knapp vier Prozent und einem

hohen Bruttowertschöpfungszuwachs

ihr Zuhause gefunden haben. Global erfolgreich,

aber regional verbunden. Auch

im Arbeitsalltag sind die Münsterländer

geprägt von Tatkraft und dem Willen zu

handeln, vom Mut, neue Wege zubeschreiten

und Ideen umzusetzen –überlegt

und nachhaltig, wie zum Beispiel die

hohe Überlebensrate von Neugründungen

zeigt. Nach fünf Jahren sind durchschnittlich

42 Prozent der Gründer noch

am Markt.

Antreiber der Region ist auch die kreative

und zukunftsorientierte Hochschullandschaft

im Münsterland mit rund 65000

Studenten. Nahezu alle Fachbereiche sehen

es als eine zentrale Aufgabe, Wissenschaft

und Wirtschaft in der Region eng

zu verzahnen und neue Forschungsergebnisse

ganz konkret für die Weiterentwicklung

von Produkten und Prozessen

in den Unternehmen zu nutzen. Fachkräfte

schätzen daher die starke Mittelstandsregion

für die Individualität, Kreativität

und Sicherheit ihres Arbeitsplatzes

sowie die hohe Lebensqualität im Wechsel

zwischen Stadt und Land.

Wer imMünsterland lebt und arbeitet,

profitiert zudem von der zentralen Lage

in Europa, der Nähe zu den Niederlanden

und der guten Verkehrsanbindung. Zu

den Vorteilen der Infrastruktur im Münsterland

gehört auch die nahezu fl

ächendeckend

guteAnbindung an das schnelle

Internet. Das Münsterland gilt hier als

Vorzeigeregion, denn es steht bei den Anschlüssen

an das Glasfasernetz deutlich

besser da als fast alle anderen Regionen

in Deutschland. Dies gilt für Unternehmen

ebenso wie für Haushalte. Aktuell

starten an vielenStellen die Glasfaseranbindungen

in den Außenbereichen.

ecoparkbietet ideales Umfeld

Dieser Name ist Programm: Derecoparkheißt

nicht nur Park, erist auch einer. Der Gewerbeund

Industriestandort mitten im Oldenburger

Münsterlandbietet dank Gestaltung undPflege

ein ideales Umfeld für gute Arbeit. Davon profitieren

bereits mehr als 30 Unternehmen mit

insgesamtetwa900 Mitarbeitern.

Die Struktur der Firmen im 300 Hektar großen

ecoparkist heterogen. Ob Produktion oder

Dienstleistung, obLogistik oder Handwerk, ob

drei Mitarbeiter oder 150 –der ecopark

bietet allen wertvolleVorteile. Perfekt

ist auch die Verkehrsanbindung zentral

in der Metropolregion Nordwest

an der Schnittstelle Nord/Süd (Hansalinie

A1) und Ost/West (E233).

Fünf Unternehmen bauen gerade

am Standort. Eines vonihnen ist Agro

World. Auf einem 10.000 Quadratmeter

großen Grundstück errichtet

der Logistiker aus den Niederlanden

eine Crossdock-Kühlhalle mit Büros

und Lkw-Waschanlage.

Seit acht Jahren ist Agro World bereits

am Standort präsent –ineinem

Mietobjekt quasi am anderen Ende

der Nord-Allee.„Der ecopark ist ideal

für uns“, weiß Geschäftsführer Rogier

Olde Meule somit aus Erfahrung.„Die Lage an

der A1und an derE233 ist geografisch perfekt

für den skandinavischen Markt.“

Agro World wurde 1998 gegründet und hat

mittlerweile Standorte auf beiden Seiten der

niederländisch-deutschen Grenze inDeLutte

Neubau für Showroomund Büros: DerFahrradproduzent HERCULES

hat kürzlich im ecopark Richtfest gefeiert. Aufeinem 6000 m 2 großen

Grundstück entstehen die Verwaltung und eine Glasfronthalle.

und in Gildehaus sowie in Flensburg und eben

im ecopark. Nachdem das Unternehmen mit

dem Transport von Lebensmitteln erst im Regionalverkehr

gestartet ist, sind esheute überwiegend

internationale Fahrten. Aktuell besteht

die Agro-World-Flotteaus mehr als 150 eigenen

Transporteinheiten, zudem werden externe

Logistikpartner beauftragt.

Transportiert wird Fleisch aus Deutschland,

aber auch aus England und Irland,aus Spanien,

Frankreich und Benelux sowie aus Südamerika.

Mit einem täglichen Umschlag von etwa 1400

Paletten werde „der Neubau im ecopark unser

wichtigster Standort“, sagt Rogier Olde Meule.

Hier beschäftige Agro

World inklusive der

Fahrer demnächst etwa

70 Personen.

Einen Neubau errichtet

auch Deutschlands

zweitältester Fahrradproduzent.

HERCULES

baut im ecopark ein

Verwaltungsgebäude

und eine Glasfronthalle

für eine Dauerausstellung.Komplettiertwird

das Gebäude durch

eine Werkstatt und ein

Lager, aus dem künftig

Messen und Veranstaltungen

bedient werden.

Kürzlich wurde

Richtfest gefeiert, der

Einzug ist für Mitte2019

geplant.

„Mit der neuen ZentralegebenwirderFirma

HERCULES endlich wieder

ein echtes Gesicht“,

ist Geschäftsführer Bernard

Meyer mächtig

stolz auf das, was im

ecopark entsteht. „Ich

freue mich jetzt schon

darauf, möglichst viele

HERCULES-Fachhändler

und solche, die es werden

möchten, in unserer

Dauerausstellung

begrüßen zu dürfen.“

Anzeige

Der Neubau auf 6000 Quadratmetern ander

ecopark-Allee entsteht unter der Leitung des

Architekturbüros Wallraf und Partner aus Köln,

Generalunternehmer Brüninghoff kommt aus

dem münsterländischen Heiden. HERCULES

produziertund vertreibt seit 1886 hochwertige

Zweiräder.

Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung gilt

HERCULES zudem alsVorreiter in der Herstellung

von E-Bikes. Etwa 1000 Fachhändler vertreiben

Blick über den Plan undindie Zukunft: Agro-World-Geschäftsführer

Rogier Olde Meulezusammen mit UweHaring,PetraLampeund Sylvia

Graepel (von links) aus der ecopark-Geschäftsstelle.

die Produkte europaweit. Das Zentrallager verbleibt

im mittelfränkischen Neuhof.Dortwar bis

2007 auch die HERCULES-Verwaltungansässig.

Neben der verkehrsgünstigen Lage und dem

großen Flächenvorrat überzeugen im ecopark

auch die AngeboteimBereich Mitarbeiterorientierung.

Soerlaubt die Kita-Kooperation

eine arbeitsplatznahe Betreuung

vonKindernder auswärtigen Beschäftigten.

Um den ecopark und seine besondere

Qualität vorzustellen, besucht

Geschäftsführer Uwe Haring regelmäßig

die relevanten Messen –zum

Beispiel im Oktober die EXPO REAL in

München und im November die Zuliefermesse

Maschinenbau FMB inBad

Salzuflen. Zum Einsatz kommt auch

dort jeweils das Tool GIS-Tours. Es

schafftmit einem Klickden Überblick.

Das interaktive Geo-Informations-System

mit der spektakulären

360-Grad-Perspektive aus 100 Meter

Höhe hilftbeimVermarkten vonStandorten.

„Die virtuelle Tour gehört mittlerweile

zu jeder Präsentation“, sagt der ecopark-Geschäftsführer.„Ob

vorOrt,auf Messen oder beim

Kunden –die Stärken des Standorts lassen sich

authentisch darstellen.“Somit sei das Tool auch

und gerade für Multiplikatorenwie Makler und

Entwickler sehr nützlich.

Die Besonderheiten des Standorts werden

natürlich auch unter www.ecopark.de dargestellt.

Auch dort bieten die „Virtuelle Tour“ und

„ecopark TV“ authentische Eindrücke. Sie belegen,

dass der ecopark nicht nur Park heißt,

sondernauch einer ist.

Dasideale

Umfeld.

Unternehmerimecoparkwissen:

Wo Mitarbeiter sich wohlfühlen, da

leisten siegute Arbeit. Investieren

auch Sie in ein gutes Umfeld–für Ihre

Mitarbeiter undfür IhrUnternehmen.

Im ecopark an der Hansalinie A1.

ecopark –der Qualitätsstandort.


Ausgezeichnet mit dem niedersächsischen Staatspreis für Architektur. Die Solarlux-Konzernzentrale in Melle.

Im Herzen Nordwestdeutschlands

gelegen, wird

der Landkreis Osnabrück

mehr und mehr auch zum

wirtschaftlichen Herz des

Nordwestens. Zahlreiche

Unternehmen haben in den

vergangenen Jahren investiert

oder investieren aktuell.

DieseInvestitionen sinddabei

immer auch ein Zeichen von

Verbundenheit mit einer Region

und von vielfältigen

Standortvorteilen: So investierte

die B.Braun Melsungen

AG z.B. rund50Millionen Euro

in eine neue Produktionsanlage

sowie den Aufbau der

Logistik in Glandorf.

Mittendrin stattnur dabei

Unternehmen setzen verstärkt auf das Osnabrücker Land

Gewerbeflächen

In Melle entstand auf 13 Hektar

Fläche der Solarlux Campus,

der aktuell den niedersächsischen

Staatspreis für

Architektur gewinnen konnte.

DasGebäudeensemble passt

sich mit verschiedenen Ebenen

hervorragend in dieNatur

ein. Dankeiner parkähnlichen

Landschaftsgestaltung der

Grünanlagen bietet der Komplex

zudem Mitarbeitern und

Besuchern Freiräume für Entspannung,

Ruhe und Kommunikation.

Eine weitere Besonderheit

der millionenschweren

Baumaßnahme ist

das ausgeklügelte Energiekonzept:

Von der Ausrichtung

des Gebäudes nach Sonnenstellung

und Windrichtung

über denEinsatz einer großen

Geothermie-Anlage bis hin

zur passiven Solararchitektur

erfüllt der Solarlux Campus

höchste Ansprüche an eine

nachhaltige Produktionsstätte.

Auch in der Landtechnik, einer

derwichtigen Branchen in

der Region mit internationalemRuf,tut

sichetwas:Nachdem

das Agrartechnikunternehmen

Claas vergangenes

Jahr inDissen auf 5Hektar

ein hochmodernes Forschungs-

und Entwicklungszentrum

fertiggestellt hat, investiert

aktuell der Hasberger

Landtechnikspezialist Amazone,

ebenfalls eines der

TOP-10-Unternehmen der

Foto: Solarlux

Branche, in Bramsche imOsnabrücker

Nordkreis. Dort

entsteht auf 24 Hektar ein

weiterer Produktionsstandort.

Nimmt man den Bau einer

Produktionsstätteder Grimme

Landmaschinenfabrik in Niedersachsens

größtem interkommunalen

Industriegebiet,

dem „Niedersachsenpark“,

hinzu, wächst das Osnabrücker

Land nun weiter zum

Branchenzentrum in Nordwestdeutschland.

Ein weiterer wichtiger Branchen-Cluster

in derRegionist

die Möbelindustrie. Neben

den verschiedenen bereits

vor Ort ansässigen Marktführern

baut demnächstauchdie

Firma Häcker Küchen,

Deutschlands Nr. 3Küchenproduzent,

auf 21 Hektar

in Ostercappeln im Osnabrücker

Ostkreis eine neue

Produktionsstätte.

„Wir haben in den vergangenen

Jahren imLandkreis Osnabrück

viel erreicht“, freut

sich der Geschäftsführer der

oleg Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft,

Siegfried

Averhage, über die zahlreichen

Investitionen. Mit der

starken Ausrichtung der Wirtschaftsförderung

anden Bedürfnissen

der Unternehmen

werde im Landkreis Osnabrück

vieles möglich gemacht.

Die Kontaktaufnahme

lohne sich daherbei Expansionsvorhaben

immer. Mehr Infos

unter www.oleg.de

Groß,flexibel, nah:

DerNiedersachsenpark

Niedersachsens größter

interkommunaler Gewerbepark

45 Hektar restriktionsarme

Fläche, davon bis zu 12

Hektar zusammenhängend,

stehen aktuell im Niedersachsenpark

im nördlichen

Landkreis Osnabrück kurzfristig

zur Verfügung. Zahlreiche

bekannte Unternehmennutzen

dieVorteiledes

Gewerbeparks schonheute.

Seit der ersten Ansiedlungim

Jahre 2005 zählt der Niedersachsenpark

bereits 63Unternehmen,

vor allem aus

dem starken Mittelstand, und

ist durch das in dieser Form

selten zu findende Bündel

von Standortvorteilen auch

zurHeimatvon Weltunternehmen

wie adidas, Peugeot-Citroën

oder Grimme

geworden.

Der Niedersachsenpark befindet

sich invielerlei Hinsicht

an einem strategischen Verkehrsknotenpunkt.

Er liegt direkt

an der Bundesautobahn

1, von der aus die deutschen

Seehäfen ebenso leicht zu

erreichen sind wie die Metropolregion

Rhein-Ruhr. Südlich

in 20 km Entfernung verläuft

die Bundesautobahn

30 in Ost-West-Richtung, so

dass auch die Metropolregion

Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg

und Berlin sowie die

Niederlande, etwa dieniederländischen

Nordseehäfen,

angebunden sind. Das alles

macht den Niedersachsenpark

auch für international

operierende Unternehmen zu

einem attraktiven Standort.

Der Gewerbepark versteht

sich als überregionaler Industrie-

und Gewerbestandort

im ländlichen Raum, jedoch

auch als Alternative für

Expansionsabsichten regionaler

Unternehmen. Dadurch

kann er eine Vielfalt an Möglichkeiten

bieten, von kleineren

Flächen bis hin zuaktuell

12 Hektar zusammenhängend.

Esist die Vielfalt unterschiedlicher

Unternehmen

die sich zum Teil gegenseitig

ergänzen, die den Niedersachsenpark

auszeichnet.

Gleichzeitig besticht er durch

eindrucksvolle Zahlen: Die 63

Betriebe, die auf insgesamt

82 Hektar Industrie- und Gewerbefläche

angesiedelt wurden,

beschäftigenrund2.450

Menschen.Insgesamthat der

Park eine Fläche von bis zu

412 Hektar. Die Gesamtsumme

der Investitionen von

Unternehmen imNiedersachsenpark

nähert sich rasant

einer Marke von einer halben

Milliarde Euro.

Weitere Infos zum Niedersachsenpark

und freien Gewerbeflächen

unter

www.niedersachsenpark.de.

Im Landkreis Osnabrück gibt es Flächen für unterschiedlichste

Bedarfe.

Foto:Niedersachsenpark

www.oleg.de

oleg-FlächenService

0541-5014204

Perspektive hat bei uns ein Flächenmaß!

Sie sind auf der Suche nach einer Gewerbefläche oder -immobilie imLandkreis

Osnabrück? Die oleg Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft bietet einen

umfassenden Überblick und hilft Ihnen, eine für Sie passende Offerte zu finden.

Osnabrücker Land-

Entwicklungsgesellschaft mbH

Nachhaltiges Flächenmanagement

Projekt verhindert Gewerbebrachen

Gewerbebrachen undLeerstände

vermitteln oder gar

nicht erst entstehen lassen,

dieses Ziel hat

das Projekt „Nachhaltiges

Flächenmanagement der

oleg Osnabrücker Land-

Entwicklungsgesellschaft.

Dasmit Mittelnder Metropolregion

Nordwest und des

Bundesministeriums für Bildung

und Forschung geförderte

Projekt setzt gleichzeitig

auf eine frühzeitige Unterstützung

der Unternehmen

bei der Nachfolgersuche

und auf die aktive Vermittlung

von gewerblichen Leerständen

und Gewerbebrachen.

Hierzu wurden diese

im Rahmen einer Befragung

ermittelt undgenau kartographiert.„Gewerbeflächen

sind

ein wertvolles Gut –besonders

in Zeiten, dader Bund

aktiv Flächensparziele propagiert,

die Wirtschaft jedoch

angesichts der kräftigen

Konjunktur expansionswillig

ist“, erläutert Siegfried

Averhage, Geschäftsführer

der Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft,

oleg,

den Hintergrund. Projektleiter

Matthias Riepe steht interessierten

Unternehmen als

Ansprechpartner zur Verfügung.

Dabei wird er im Bereich

der Nachfolgebetreuung

von der Wirtschaftsförderung

des Landkreises

Osnabrück, WIGOS, unterstützt.

„Das seit Mitte vergangenen

Jahres laufende

Projekt trägt inzwischen die

ersten Früchte“, freut sich

Riepe über die gute Resonanz.

Mit steigender Bekanntheitdes

„Nachhaltigen

Flächenmanagements“ sei

auch das Interesse der Wirtschaft

deutlich größer geworden

undder Pool vorhandener

Flächen weiter gewachsen.NähereInformationen

zu den angebotenen

Brachflächen bzw. Hinweise

zu in absehbarer Zeit entstehenden

Leerständen können

der oleg unter der Rufnummer0541501

4802mitgeteilt

werden.

Ein Erklärvideo zum Projekt

ist zu finden unter www.

oleg.de.


DasHerzder Wirtschaft in Nordwest

Marktführer und Hidden Champions schätzen das Osnabrücker Land

Wirtschaftlich profitiert der

Landkreis Osnabrück davon,

dass er breit aufgestellt

ist und hier viele „Hidden

Champions“ beheimatet

sind: Unternehmen, die in

ihremBereich führend, aber

alsMarke nicht seltenunbekannt

sind. Viele Regionen

sind von einzelnen Branchen

stark abhängig und

spüren sofort, wenn es diesen

schlecht geht. Das Osnabrücker

Land ist anders.

Breitbandausbau: Über 70 Millionen Euro

im LandkreisOsnabrück bis2020

Schnelles Internet in allen

Teilen des Landkreises Osnabrück:

Mit diesem Ziel

treiben die Kreisverwaltung

undihreTochtergesellschaft

TELKOS den Breitbandausbau

weiter voran. Hierzu

werden aktuell im ganzen

Kreisgebiet rund 550 Kilometer

Glasfaserkabel durch

die innogy SE verlegt, die

als strategischer Partner

das Netz anschließend auch

betreuen soll. Insgesamt

werden in den kommenden

zwei Jahren über 70 Millionen

Euro inden Breitbandausbau

im Landkreis Osnabrück

fließen.

„Durch das neue Netz werden

wireinen Standortvorteil schaffen,

der Unternehmen, Selbstständigen,

aber auch Familien

zugutekommt“, sagt Landrat

Dr. Michael Lübbersmann und

dankt den Bereitstellern der

Hightech made in Osnabrücker Land

Foto: B. Braun Melsungen

Unternehmen profitieren im hohen Maße

rund 39 Millionen Euro derersten

Ausbaustufe: 19Millionen

Euro bringen der Landkreis

undseine 34 kreisangehörigen

Städte und Gemeinden auf,

der Bund beteiligt sich mit 15

Millionen Euro und das Land

mitweiterenrundfünfMillionen

Euro.

DieerstenStartschüsse für die

Verlegung der Glasfaserkabel

sind bereits gefallen: So zum

Beispiel im nördlichen OsnabrückerLandinBramsche

und

Wallenhorst, im Ostkreis in

Melle und Ostercappeln sowie

im Südkreis in Dissen und Georgsmarienhütte.

Ziel ist es,

alle Arbeiten bis Frühjahr 2019

abzuschließen.

Neben den Privathaushalten

profitieren auch Gewerbebetriebe

von dem Ausbau in besonderem

Maße: So werden

beispielsweise allein bei dem

Ausbau in Quakenbrück, Badbergen

und Gehrde auch 114

Im Herzen des Nordwestens

gelegen, ist die Region ein

Schnittpunkt unterschiedlicher

Branchen. Die Ernährungsund

die Möbelwirtschaft, der

Maschinenbau und die Logistikbranche,

aber auch der Automobilsektor

und die Agrartechnik

sind hier beheimatet.

Nicht nur in Krisenzeiten bietet

ein solch breiter Branchenmix

einen guten Schutz. Auch ein

Boom in einer der Branchen

nutzt den anderen.

Wer möchte, kann im Schlafzimmer

des Oeseder Möbelherstellers

Mathias Wiemann

aufwachen,Kleidung der Firma

„Rabe Moden“ aus Hilter tragen

und mit Produkten von

Rau oder Homann Frühstücken.

ImUrlaub auf der Zugspitze

wird derMüllinDeutschlands

wohl höchstgelegener

Müllpresse entsorgt: Sie

stammt vonder Firma AGUaus

Bad Iburg. Im Lufthansa-Flugzeug

wird Eis von Gelato Classicoaus

Hilter angeboten. Und

die Scheichs in Dubai setzen

auf ein Spezial-Shampoo für

arabische Renn-Kamele von

der Firma Wilms aus Bad Essen.

Einweiteres Plus fürden Landkreis

Osnabrück sind die hier

ansässigen „Hidden Champions“.

Beispielsweise liefert

die tde transdataelektronik, ein

kleines Unternehmen aus Bippen,

die Technik für eines der

größten Experimente der Welt:

Den Teilchenbeschleuniger im

europäischen Kernforschungsinstitut

CERN,indem schwarze

Löcher erzeugt werden. Auch

eine Reihevon Marktführern ist

im Osnabrücker Land beheimatet:

Feldhaus Klinker inBad

Laer (Winkelriemchen), culimeta

in Bersenbrück (Textile

Glasfaser) oder Meyer zu

Venne in Ostercappeln (Waffeln)sowie

TetrainMelle (Aquaristik).

Nicht ohne Grund ist

die Wirtschaftsregion Osnabrücker

Land die viertstärkste

Mittelstandsregion Deutschlands.

Das stellten die WirtschaftsWoche

unddie Deutsche

Bank in ihrem Ranking fest: Im

„Atlas der Wirtschaftszentren“

lag der Wirtschaftsraum Landkreis

und Stadt Osnabrück vor

urbanen Zentren wie Hamburg,

Berlin, Frankfurt und Stuttgart.

Gewerbekunden in den Gewerbegebieten

erschlossen

und können künftig die V-DSL

Bandbreiten bis 100 Mbit/s

nutzen. „Der Landkreis Osnabrück

ist ein starker Wirtschaftsstandort.

Mit den aktuellen

Investitionen tragen wir

dazu bei, dass Unternehmen

hier auch künftig zeitgemäße

Rahmenbedingungen vorfinden“,

zeigt sich Landrat Lübbersmann

überzeugt.Dabeiist

der aktuelle Ausbau erst der

Anfang: Die TELKOS hat bereits

einen zweiten Förderbescheid

des Bundes über erneut

15 Millionen Euro erhalten.

Durch den Eigenanteil beträgt

das Investitionsvolumen

in dieser zweiten Ausbaustufe

damit nochmals 31,5 Millionen

Euro. Die Bauarbeiten sollen

nahtlos nach dem Abschluss

der ersten Ausbaustufe fortgesetztwerden

und bis Mitte des

Jahres 2020 umgesetzt sein.

Gerade junge Menschen lieben die Vielfalt im Osnabrücker Land

Foto: Natur- und Geopark TERRA.vita

Wenn dieLebensqualitätstimmt,

klappt’s auch mitden Fachkräften

Das Osnabrücker Land punktet durch Lebensqualität

Lebendige Städte und Gemeindenund

eine vielfältige

Naturlandschaft: Das OsnabrückerLandverbindet

Freizeitqualität,

Kultur und gute

Einkaufsmöglichkeiten mit

Familienfreundlichkeit und

exzellenten Gesundheitsund

Bildungsangeboten.

„Ich wusste gar nicht, dass es

hier soschön ist“, ist ein Standardsatz

von auswärtigen Besuchern

des Osnabrücker

Landes.Viele kommen wieder,

manche auch, um zu bleiben.

Die einen schätzen die vier

Heilbäder mitihrem umfassenden

Wellnessprogramm. Andere

begeistern sich für den

UNESCO Geopark TERRA.vita,

die erlebbare Geschichte der

Varusschlacht im Museum

undPark Kalkrieseoder fürdie

bunte Auswahl an Festen und

Märkten. Auch passionierten

Radfahrern, Wanderern und

Gartenfreunden wird im Osnabrücker

Land viel geboten.

Die abwechslungsreiche

Landschaft, gepaart mit den

vielen Freizeitangeboten sind

auch Gründe fürUnternehmer,

sich hier niederzulassen.

„Ich lebe und arbeite hier

gerne,weilunsereRegionund

unser schönes Städtchen

Quakenbrück mit seiner gemütlichen

Ausstrahlung sehr

weltoffen und innovativ ist“,

erklärt Friedrich Schlüter, Geschäftsführer

der PFAU-Tec

GmbH.Zudem würdedas touristische,

sportliche und kulturelle

Angebot sehr vielen Ansprüchen

gerecht und imvielseitigen

Vereinsleben könne

jeder seine Hobbys ausleben.

Petra Wagner von der Firma

ISOfee, deren Familie seit

1993 in Melle lebt, schätzt die

Region ebenfalls: „Weil ich

eine große Bandbreite ankulturellen

Events besuche und

gleichzeitig ganz nah ander

Natur wohnen kann.“ Und sie

weiß: „In beruflicher Hinsicht

ist es wegen der wirtschaftlichen

Stärke und Vielfalt der

Unternehmen möglich, hier

seinen Traumjob zu finden.“

Nähere Infos im Internet unter

www.landkreis-osnabrueck.de.

Zahlen, DatenFakten: Landkreis Osnabrück

Ruhrgebiet

Bremen

Hannover

Hamburg

Köln

Amsterdam

Bielefeld

Münster

>351.000

Einwohner

Zentren imUmkreis

50 km bis Bielefeld und Münster

100 km bis Bremen, Hannover und bis ins Ruhrgebiet

200 km bis Hamburg, Köln und Amsterdam

Verkehrsanbindung

A1,A30, A33

Eisenbahnkreuz Osnabrück

Mittellandkanal

Int. Flughafen Münster Osnabrück

A30

A1

A33

Schwerpunktbranchen

40%

75%


Konsumpotenzial imUmkreis

von 200 km

der deutschen Bevölkerung

(33,9 Mio.)

der niederländischen Bevölkerung

(12,7 Mio.)

Ernährungswirtschaft

Transport +

Logistik

Maschinenbau + Landtechnik

Gesundheitswirtschaft

Bildungseinrichtungen u.a.

Es geht voran mit dem Breitbandausbau im Landkreis Osnabrück.

Foto: Landkreis Osnabrück/Uwe Lewandowski

Universität und Hochschule

Zahlreiche Berufsfachschulen

Über 250 weitere Bildungseinrichtungen


6 INDUSTRIE- &GEWERBEFLÄCHEN

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Auf dem richtigen Weg

Marina Heuermann: Anfragen auch von etablierten mittelständischen

Produktionsunternehmen für den WissenschaftsPark

Der WissenschaftsPark Osnabrück

hatsich nach Auffassung von Marina

Heuermann, Geschäftsführerin der

Wirtschaftsförderung Osnabrück

(WFO), „zu einem Leuchtturm entwickelt,

der weit über die Region hinaus

strahlt“.

Mittlerweile habe man

auch Anfragen von

etablierten mittelständischen

Produktionsunternehmen

erhalten,

die ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilung

gerne auslagern und im WissenschaftsPark

unterbringen wollen. Zu

den Aktivitäten nimmt die Chefin der

Wirtschaftsförderung Osnabrück wie

folgt Stellung:

Frau Heuermann, der WissenschaftsPark

ist vielen Bürgern in

der Region noch nicht so geläufig.

Deshalb zunächst einmal etwas

Grundsätzliches: Wann wurde der

Wissenschaftspark gegründet, wer

steckt dahinter und welche Ziele

werden mit diesem Objekt verfolgt?

ab 2019: 10 Hektar

Gewerbeflächen

Marina Heuermann: Der WissenschaftsPark

wurde 2013 ins Leben gerufen.

Ein Jahr später wurde das InnovationsCentrum

Osnabrück, eine gemeinsame

Initiative zwischen Stadt und dem

Landkreis Osnabrück, feierlich eröffnet.

Die Idee des WisssenschaftsParks besteht

darin, in unmittelbarer Nähe zum HochschulCampus

auf einer ehemaligen Konversionsfl

äche – der sogenannten

Scharnhorstkaserne – eine Arbeitswelt

der Zukunft zurealisieren. Der WissenschaftsPark

bietet aufeiner Gesamtfl

äche

voninsgesamt neun Hektar insbesondere

innovativen und technologieorientierten

Unternehmen und Start-ups Raum für

Wachstum. Das Angebot eignet sich insbesonderefür

Zielgruppen,die eine hohe

städtebauliche Qualität schätzen, gerne

mit den Hochschulen kooperieren und

den kreativen Austausch zwischen Wissenschaft

und Wirtschaft suchen. Der

Campus Westerbergder Hochschule und

der Universität Osnabrück befindet sich

in fußläufiger Nähe und der Wissens- und

Technologietransfer der Hochschulen sowie

das Gründerhaus mit der Gründungsberatung

von Stadt und Landkreis

sind im InnovationsCentrum Osnabrück

beheimatet. Durch diese gelungene Mischung

zwischen Start-ups, etablierten

Unternehmen, Forschung und Wissenschaft

hat sich ein inspirierendes und

kreatives Milieu entwickelt. Insgesamt

hat sich WissenschaftsPark zu einem

Leuchtturm entwickelt, der weit über die

Region hinaus strahlt.

Konzentrieren sich die Aktivitäten

des WissenschaftsParks bevorzugt

auf bestimmte Zielgruppen?

Marina Heuermann: Ja, Zielgruppen

sind technologie- und wissensbasierte

Gründungen aus Hochschulen sowie wissensbasierteUnternehmen,

die entweder

Platzzum Wachsen

für IhrUnternehmen

Entdecken Sieden Wirtschaftsstandort Bramsche!

•direktander Autobahnabfahrt

A1 „Bramsche“

•Glasfaser-Breitbandanschluss

•MittelzentrumBramsche:

attraktiverWohn- undFachkräftestandort

DieStadt Bramsche entwickelt derzeit mitdem Gewerbegebiet

„Eiker Esch“Gewerbeflächen direkt an der Autobahnabfahrt. Profitieren

Sievon den topInfrastruktur-Vorteilen undeinem sehrguten

Arbeitsumfeld: Die Stadt Bramsche legt Wert aufdie attraktive

Entwicklung des Gewerbegebietsinguter Nachbarschaft,

u.a. durch eine einheitliche Grünplanung.

Haben wirIhr Interessegeweckt?

Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

ndhaus

mit Hochschulen kooperierenodereinen

hohen Anteil Hochqualifizierter im

Unternehmen beschäftigen. Zielgruppen

sind darüber hinaus Forschungs- und

Entwicklungsabteilungen von Unternehmen

oder auch Hochschulprojekte,

Transferbereiche, Drittmittelprojekte

und Forschungsinstitute.

Wie sind die Erfahrungen seit der

Gründung des WissenschaftsParks?

Marina Heuermann: Die Erfahrungen

sind sehr gut. Wirhaben eine hohe Nachfrage

und spüren deutlich die Anziehungskraft

des WissenschaftsParks und

insbesondere auch des InnovationsCentrum

Osnabrück. Besonders freut mich,

dass wir mittlerweile auch Anfragen von

etablierten mittelständischen Produktionsunternehmen

erhalten, die ihreForschungs-

und Entwicklungsabteilung

gerne auslagern und im Wissenschafts-

Park unterbringen wollen. Es hat sich

mittlerweile rumgesprochen, dass sich

ein kreatives Milieu mit jungen Studenten,

Start-ups, Forschung &Entwicklung

gebildet hat, das wesentliche Impulse für

Innovationen und Wissen im etablierten

Mittelstand bieten kann. Das zeigt, dass

wir mit dem WissenschaftsPark auf dem

richtigen Weg sind.

Kann die Zusammenarbeit des WissenschaftsParks

mit den Forschungseinrichtungen

und Lehrstühlen

von Universität und Fachhochschule

Osnabrück auch einen

Beitrag leisten, den Fachkräftemangel

in der Region zu reduzieren?

Marina Heuermann: Auf jeden Fall: In

den Hochschulen werden die Fachkräfte

für morgenausgebildet. Wenn Unternehmen

oder auch Start-ups die räumliche

Nähe suchen, tun sie das, weil sie einerseits

ihre Innovationsentwicklungen befl

ügeln wollen und andererseits weil sie

durch eine enge Zusammenarbeit mit

den Hochschulen auch ihren Fachkräftebedarf

rekrutieren.

Es ist m.E. höchst sinnvoll, wenn Unternehmen

versuchen, junge Studentinnen

und Studenten etwa imRahmen eines

Praktikums, einer betreuten Masterarbeit

oder auch in Form vonWerkverträgen

frühzeitig an sich zu binden. Diese

jungen, gut ausgebildeten Absolventen

sind für Unternehmen hoch attraktiv und

haben beim direkten Einstieg ins Arbeitsleben

gute Perspektiven. Das schafft

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Verkehrsgünstige Lage

Neues Gewerbegebiet an der Landesstraße 39 in Salzbergen

„Leider alles ausverkauft“. Das mussten sich

potenzielle Investoren bisher anhö-ren, wenn

sie bei der Gemeinde Salzbergen nachfragten,

ob es noch freie Gewerbefl

ächen inOrtskernnähe

gibt.

■ Das ändert sich jetzt. Es ist gelungen, weitere2,9

Hektar Gewerbefl

äche für nicht emissionsträchtige

Betriebe in bester Lage direkt ander L39und der

künftigen Ortskernentlastungsstraße sowie nur wenige

Autominuten entfernt von der Autobahn 30

und der Stadt Rheine zu entwickeln.

„Die Flächen sind gerade erschlossen worden, der

Zuschnitt der Grundstücke kann aber derzeit noch

fl

exibel festgelegt werden“, so Bürgermeister Andreas

Kaiser. Flächen können schon umgehend an

Unternehmen vergeben werden. Neben der äußerst

verkehrsgünstigen Lage ist auch die Erreichbarkeit

des Standortes für Mitarbeiter und Kunden mittels

öffentlichen Personennahverkehrs kein Problem.

Arbeitsplätze in der

Region, zeigt, dass

die Wirtschaft interessante

Perspektiven

zu bieten hat

und es ist gut und

wichtig, dass die

jungen Studentinnen

und Studenten

später auch bei uns

bleiben und eine

attraktive Jobperspektive

inder Region

erhalten.

Wo sehen Sie

für den WissenschaftsPark

in

der nächsten

Zeit diegrößten

Herausforderungen?

Marina Heuermann.

Marina Heuermann:

Ich sehe noch Luft nach oben bei

der Schaffung von Mietfl

ächen für junge

innovative Unternehmen aber auch für

Forschungs- und Entwicklungsabteilungenvon

etablierten Firmen. Hier können

wir bereits heute manches Mal nicht

schnell genug reagieren.

Was sollte Ihrer Ansicht nach verbessert

werden, um den Standort

Osnabrück noch attraktiver für Betriebsansiedlungen

zu machen?

Marina Heuermann: Osnabrück ist

eine wachsendeStadt mit zunehmenden

Flächenengpässen. Eskann daher nicht

darum gehen, Betriebsansiedlungen um

jeden Preis zu fördern. Vielmehr sollten

wir zukünftig einen noch stärkeren Fokus

auf zukunftsorientierte und nachhaltige

Arbeitsplätze und Unternehmen legen.

Ein Wegkönntebeispielsweise sein, innovative

Standortkonzepte für neue und

hierfür geeignete Gewerbefl

ächen zu

entwickeln. Das heißt konkret, Potenziale

und Zukunftsthemen für den Standort

Osnabrück zu identifizieren, über die

sich solche Gewerbegebiete positionieren

lassen. In einem nächsten Schritt

müsste man klare Gewerbegebiets-Profile

und eine Marketing- und Kommunikationsstrategie

entwickeln. Ein gutes Marketing

schafft Aufmerksamkeit, entwickelt

eine Anziehungskraft für Zukunftsthemen

in unserer Stadt und ist zudem

gut für das Stadt- und Standortimagevon

Stadt und Region.

Das Interviewführte Siegfried Sachse

WFO

Der Bahnhof mithervorragenden Zugverbindungen

liegt schnell erreichbar in unmittelbarer Nähe. Und

auch das wichtigeThema Breitbandversorgung ist in

diesem Gebiet umgesetzt. Betriebe können bei Bedarf

Glasfaser mit hohen Bandbreiten nutzen.

Das neue Gewerbegebiet an der L39inSalzbergen

(vorn rechts).

Foto: Christian Egbers-Behrendt


INDUSTRIE- &GEWERBEFLÄCHEN 7

Verantwortungsbewusst

mit Ressourcen umgehen

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Landrat Dr. Michael Lübbersmann: Dank strategischen Flächenmanagements

schnell auf Entwicklungen reagieren

Landrat Dr. Michael Lübbersmann

äußert sich im Gespräch zu Situation

bei den Gewerbefl

ächen aus

Sicht des Landkreises Osnabrück.

GutdreiJahre ist her,dass der Wirtschaftsraum

Osnabrücker Land

einen bemerkenswerten vierten

Platz im Ranking der Mittelstandsregionen

des Magazins Wirtschaftswoche

und der Deutschen Bank erzielte.

Wiesteht es heute um dieWirtschaft

im Landkreis Osnabrück?

Dr. Lübbersmann: Tatsächlich hat die

Wirtschaft im Osnabrücker Land in den

vergangenen Jahren einen weiteren Entwicklungssprung

gemacht. Die Zahl der

sozialversicherungspfl

ichtig Beschäftigten

ist kontinuierlich

gestiegenauf

inzwischen

über 125000 Erwerbstätige.

Die

generell fl

orierende

Wirtschaft in

Deutschland und

in Niedersachsen

trägt dazu sicher

ihren Teil bei. Doch unsere Wachstumsraten

waren in den vergangenen fünf Jahren

jeweils deutlich höher als im restlichen

Niedersachsen: Dieser Vergleich

zeigt, dass wir vor Ort ein exzellentes

Wirtschaftsklima bieten.

Nun können sich Unternehmen nur

dort ansiedeln, wo es auch genügend

Gewerbefl

ächen gibt. Hat der

LandkreisOsnabrück genug davon?

Dr. Lübbersmann: DieFragemussman

sehr differenziert betrachten. In starken

Wirtschaftsregionen, und dazu gehören

wir ohne Frage, werden sich nie alle Flächenwünsche

von Unternehmen befriedigen

lassen.Doch wir betreiben seit Jahren

ein sehr strategisches Flächenmanagement

und sind in engem Kontaktzu

unseren Unternehmen, um möglichst

schnell auf Entwicklungen reagieren zu

können. Dass uns das in gutem Zusammenspiel

mit unseren Städten, Gemeinden

und Samtgemeinden recht gut gelingt,

zeigen nicht zuletzt die großen Ansiedlungen

der vergangenen Jahre.

Nunstehen dabei zumeist große Firmen

im Fokus. Wasist aber mitkleineren

Unternehmen oder Handwerkern?

Dr. Lübbersmann: Der Mittelstand

liegt mir sehr am Herzen, erist das Fundament

unseres Wirtschaftsraums. Er

entwickelt sich hervorragend und ist in

den vergangenen Jahren deutlich gewachsen.

Nehmen wir den Niedersachsenpark

als Niedersachsens größten

interkommunalem Gewerbepark im Osnabrücker

Nordkreis. Insgesamt haben

sich dort schon über 60 Unternehmen angesiedelt.

Außerdem entwickelt der

Landkreis Osnabrück mit seiner Osnabrücker

Land-Entwicklungsgesellschaft

oleg kontinuierlich in enger Abstimmung

mit den Städten und Gemeinden im

Landkreis Osnabrück neue Gewerbefl

ä-

chen undunterstützt die Kommunen dabei.

So zum Beispiel gerade in Belm und

in Wallenhorst, aber auch anderswo.

Dennoch ist das Flächenangebot natürlich

nicht unbegrenzt….

Dr. Lübbersmann: Genau. Und wir

dürfen natürlich auch nicht aus den Augenverlieren,

dass gerade die Naturund

die mit ihr verbundene Lebensqualität

ein wichtiger Standortvorteil des Landkreises

Osnabrück ist. Wir müssen verantwortungsbewusst

mit unseren Ressourcen

umgehen. Warum sollteman etwa

eine neue Gewerbefl

äche für eine

Halle schaffen und im bestehenden Gewerbegebiet

nebenan liegt eine Fläche

brach? Um genau das zu verhindern, hat

die eben genannte oleg das geförderte

Projekt „Nachhaltiges Flächenmanagement“

ins Leben gerufen. Dabei geht es

darum, bestehende Brachen oder Leerstände

genau zu erfassen.Und wir versuchen,

Leerstände garnicht erst entstehen

zu lassen, die vielleicht aufgrund einer

erfolglosen Nachfolgersuche drohen.

Vorhandene Brachfl

ächen werden also

durch die oleg einer neuen Nutzung zugeführt

und Unternehmen bei der Suche

nach einem Käufer oder Nachfolger betreut.

Das Projekt hat übrigens bundesweiten

Pilotcharakter.

Wasist nach ihrer Einschätzung die

größte Herausforderung, vor der

die Wirtschaft im Landkreis Osnabrück

aktuell steht?

Dr. Lübbersmann: Ich denke, die Digitalisierung

und die daraus resultierenden

Entwicklungen werden vielesverändern.

Für uns ist das eine große Chance. Wo wir

in der Vergangenheit durch unsere Lage

als „ländlicher Raum“ gegenüber den

urbanen Zentren vielleicht einen Standortnachteil

hatten, wird dieser künftig

durch die Möglichkeiten des Breitbandinternets

immer kleiner.

Dafür muss dann aber auch das

Internet entsprechend schnell sein.

Ist es das im Landkreis Osnabrück?

Gastronomie

„Neue Mitte Hasbergen“

SALZBERGEN

Dr. Lübbersmann: Vielfach ja, in einigenGebieten

jedoch noch nicht. Vordiesem

Hintergrund investiert der Landkreis

Osnabrück zusammen mit seinen Kommunen,

dem Land und dem Bund in den

kommendenzweiJahren über 70 Millionen

Euroinden Breitbandausbau.Allein

in diesem Jahrwerden noch über 550 Kilometer

Glasfaserkabel im Kreisgebiet

verlegt, um so knapp 15 000 Unternehmen

und Haushalte mit schnellem Internet

zu versorgen.

Foto: KuBA Architekten Münster

Die Gemeinde Hasbergen sucht einen Nutzer/Betreiber

für die künftige Gastronomie in ihrer Neuen Mitte.

Weitere Informationen unter www.hasbergen.de.

Ihr neuer Standort für

Dienstleistungen und Handwerk

Kontakt:

Gemeinde Hasbergen

Bürgermeister Holger Elixmann

Martin-Luther-Straße 12

49205 Hasbergen

Telefon 05405/502-322

E-Mail:

elixmann@gemeinde-hasbergen.de

GEWERBEFLÄCHEN

an der L39

1a-Lage – Nur wenige Minuten bis

zu den Autobahnen A30 + A31

und zur Stadt Rheine

Bahnhof in unmittelbarer Nähe

(Strecken Amsterdam–Berlin +

Münster–Emden)

Glasfaseranschluss

Info 05976/ 947927

www.salzbergen.de

Wir haben

immer

ein Plätzchen

über.

Rund um diese drei Windräder soll demnächst das 25 bis 30 Hektar umfassende Gewerbegebiet „Schwarzer See“

in Wallenhorst entstehen.

Foto: Marcus Alwes

Wachstum live erleben – www.niedersachsenpark.de


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Noch verschiedene

Baustellen abarbeiten

Gut ausgebaute und vor allem leistungsfähige Infrastruktur für die Wirtschaft der Region unerlässlich

Olaf Piepenbrock.

Für einen rentablen Wirtschaftsstandort

und weiteres Wachstum sei

eine gut ausgebaute und vor allem

leistungsfähige Infrastruktur unerlässlich.

Doch da gebe es noch diverse

Baustellen, die abgearbeitet

werden müssen,

betont Olaf Piepenbrock,

Vorstandsvorsitzender des

Industriellen Arbeitgeberverbandes Osnabrück

–Emsland –Grafschaft Bentheim

e.V.. Die heutige Arbeitswelt und

Wirtschaft 4.0 braucht nach seiner Ansicht

nach schnellen und sicheren Datentransfer,

daher ist insbesondere imländlichen

Raum der Breitbandausbau notwendig.

Aber auch im Bereich Verkehrsinfrastruktur

in der Region

und Verkehrsfl

uss in städtischen

Bereichen gebe es noch

viel Verbesserungspotenzial.

Foto: IAV

Herr Piepenbrock, wie beurteilt

der Industrielle

Arbeitgeberverband die

Ansiedlungspolitik von

Unternehmen in unserer

Region?

Olaf Piepenbrock: Unsere

Region ist als Wirtschaftsstandort

nach wie vorgefragt,

wir können auf interessante

Neuansiedlungen diverser Unternehmen

zurückblicken. Vor allem haben aber

auch bereits existierende Unternehmen

expandieren können,weil aufgrund ihrer

wirtschaftlichen Erfolge der ursprüngliche

Platz nicht mehr ausreichte, neue

Produktionshallen, Lagerstätten oder

Verwaltungsgebäude mussten her. Mit

Blick in die Zukunftbin ich weiterhin optimistisch:

Die Perspektiven für Unternehmenswachstum

sind gut. Der Flächenbedarf

wird sich meiner Ansicht

nach weiter fortsetzen –sowohl die Stadt

als auch der Landkreis Osnabrück, das

Emsland und die Grafschaft Bentheim

sind und bleiben als Wirtschaftsstandort

für verschiedenste Branchen attraktiv.

Stehen in der Region ausreichend

Gewerbefl

ächen für Neuansiedlungen

bzw.Erweiterungen zur Verfügung?

Olaf Piepenbrock: Die Entwicklung

der letzten Jahre sind sehr positiv für die

Region, bringen aber auch die zur Verfügung

stehenden Gewerbefl

ächen gegebenenfalls

irgendwann an ihre Grenzen.

Derzeit kann aber von einem „Stopp“

möglicher Neuansiedlungen oder Erweiterungen

keine Rede sein. Die Ausweisung

neuer Flächen wirdaberauchinZukunft

ein Thema sein.

Ist Facharbeitermangel in der Region

ein Handikap bei den Bemühungen,

neue Firmen anzusiedeln?

Olaf Piepenbrock: Die Sicherung des

Fachkräftebedarfs hat für Unternehmen

hohe Priorität. Aber: Der Facharbeitermangel

greift nicht quer durch alle Branchen,

quer durch alle Berufe. Natürlich

sind auch in unserer Region in einigen

Bereichen Engpässe bereits heute spürbar.Das

betrifft beispielsweise die Logistikbranche.

Und vorallem fehlen ArbeitskräfteimMINT-Bereich

(Mathematik, Informatik,

Naturwissenschaften, Technik),

unabhängig von der Branche –gefragt

sind sowohl Fachkräfte mit dualer

Ausbildung als auch Akademiker. Wir

würden uns wünschen, alle unsere Ausbildungsplätze

besetzen zu können, was

nicht gelingt. Angesichts der demografischen

Entwicklung ist es bereits heute

und in Zukunft weiter zunehmend die

Aufgabe aller, alle Potenziale zu nutzen

(z. B. Ältere, Frauen mit minderjährigen

Kindern, Migranten), in Weiterbildung

zu investieren und sich als ausbildungsstarke

Region zu präsentieren.

Welche Punkte sind aus der Sicht

des Verbandes noch verbesserungsfähig?

Olaf Piepenbrock: Hier ist inerster Linie

das Thema Infrastruktur zu nennen.

Für einen rentablen Wirtschaftsstandort

und weiteres Wachstum ist eine gut ausgebaute

und vor allem leistungsfähige

Infrastruktur unerlässlich. Esgibt noch

diverse Baustellen, die abgearbeitet werden

müssen. Die heutigeArbeitswelt und

Wirtschaft 4.0 brauchen schnellen und sicheren

Datentransfer,daher ist insbesondere

im ländlichen Bereich der Breitbandausbau

notwendig. Und auch im BereichVerkehrsinfrastruktur

in der Region

und Verkehrsfl

uss in städtischen Bereichen

gibt es noch viel Verbesserungspotenzial.

Wie sieht es mit den Genehmigungsverfahren

durch die Behörden

aus?

Olaf Piepenbrock: Auch in unserer Region

gilt aufgrund gesetzlicher Vorgaben,

dass bei der Ansiedlung oder Expansion

von Unternehmen ein großer Verwaltungsapparat

mit eingeschaltet werden

muss – unterschiedliche Behörden,

unterschiedliche Ansprechpartner,

unterschiedliche Anträge. Hierfür

braucht es viel Zeit und Geduld. Positiv

zu bewerten sind hier die Unterstützungsangebote

der regionalen Wirtschaftsförderer.

Dennoch: Eine Verschlankung

der Genehmigungsverfahren

in Form einer Vereinfachung und Beschleunigung

ist hier sicherlich wünschenswert.

Das Interview führte Siegfrid Sachse

Schneller, stabiler,

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