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Wirtschaftszeitung_27082018

Branchen &Betriebe: Nervenkitzel im Job Seite 9/10 Geld &Geschäft: Hoffnung auf Rendite Seite 17 Leben &Wissen: Titanicks neues Projekt Seite 23 DIE WIRTSCHAFT Münster |Münsterland Mit Beilage ABFALLWIRTSCHAFT & FACILITYMANAGEMENT Top-Führungskräfte für das Münsterland Top-Führungskräfte für das Münsterland Aschendorf f Medien GmbH &Co. KG An der Hansalinie 1, 48163 Münster ZKZ 88690 PVST Ausgabe 6/18 www.die-wirtschaft-muensterland.de Preis: 3,50 Euro Lieber quicklebendig als mausetot Der stationäre Handel braucht mehr denn jeeinattraktives Umfeld. „Noch haben wir starke und attraktive Stadtzentren im Münsterland. Aber wirmüssen mehr tun, damit das auch so bleibt.“ – Michael Radau, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses und Präsident des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen, nutzte kürzlich die Passantenfrequenzmessung für diesen Appell. Nicht ohne Grund: Wie bei einem Seismographen lässt sich an den teils deutlich zurückgehenden Zahlen ablesen, wo zunächst leichte, später stärkere Erschütterungen zu erwarten sind. Der kleine und mittelständische Handel im Münsterland steckt bei aller Konsumlaune in der Zange zwischen großen Filialisten und einem wachsenden Online-Handel. Erlebnis-Einkauf lautet für Radau die Antwort. Innenstädtekönnen tatsächlich mit einem bunten Strauß verschiedener Veranstaltungen ihren Niedergang verhindern –oder aber Phasen einer Schwäche erfolgreich überstehen. Beispiele gibt es: Wasserberg im Kreis Heinsberg galt mal –bezogen auf die Innenstadt –trotz der immerhin 18 000 Einwohner als „mausetot“. Leerstände wie man sie auch in Einkaufsstraßen des Münsterlandes kennt, kaum Zuspruch von außerhalb, bis auf hübsche Fassaden nichts Reizvolles. 2015 setzteman sich zusammen, um dem Zentrum wieder mehr Vitalität einzuhauchen. Jetzt, so schrieb kürzlich eine Zeitung vor Ort, ruht der wachsende Erfolg von Wassenberg auf vier Säulen: Event, Kunstund Kultur,Tourismus und Genuss. Was wurde getan? Ein monatlicher Abendmarkt wurde eingeführt, die Stadt setzte alles daran, die Leerstände zu beseitigen, drückte bei Genehmigungen und anderen bürokratischen Hemmnissen aufs Tempo, beförderteKontakteund half Interessenten. Und auch Marketing- Instrumente wurden gezielt eingesetzt, um Vorzüge der Stadt bekannter zu machen. ►Fortsetzung auf Seite 2 OFFEN GESAGT Schulterschluss Dem Handel geht‘s doch gut, könnte man beim Blick auf den Umsatz schlussfolgern. Richtig ist: Das Wachstum hat einen Motor und der heißt Online-Handel. Das Geschäft im Netz erreichte im vergangenen Jahr ein sattes Plus von zehn Prozent. Die nach Industrie und Handwerk mit 500 Milliarden Euro Jahresumsatz drittgrößte Wirtschaftsbranche leidet allerdings in großen Teilen selbst unter der Dynamik des Online-Handels. Während sich Kunden auf den Plattformen tummeln und große Warenanbieter diesen Effekt für sich nutzen, darbt der kleinere und mittlere Handel vor Ort. Dies darf niemandem gleichgültig sein, denn dadurch geraten Innenstädte massiv unter Druck. Wenn Ortskerne vom strukturellen Leerstand in den Geschäftslagen dominiert werden, verringert sich die gesamte Wohnqualität. Nicht nur der Umsatz des einzelnen Händlers schrumpft, die Stadt selbst verliert an Attraktivität. Gegen die drohende Tristesse müssen alle ankämpfen: der Handel, der trotz dieser schwierigen Situation mehr Dynamik und Kreativität zeigen sollte. Die Kommunen, die nicht entmutigt ihre Ortskerne preisgeben dürfen, sondern mit allen Mitteln gegensteuern müssen. Die Einwohner und Kunden, denen klar sein muss, dass Amazon und Co. ihnen keine Aufenthaltsqualität schenken wenn sie vor die Haustür treten. wk Zu viele freie Lehrstellen HWK Münster und IHK Nord Westfalen ziehen eine erste Zwischenbilanz. Nur 40Prozent der Ausbildungsbetriebe im Handwerk konnten diesmal alleLehrstellen besetzen. In Industrie, Handel und Dienstleistung liegt die Quote deutlich höher bei über 70 Prozent. Das gaben jetzt die Handwerkskammer (HWK) Münster und die IHK Nord Westfalen bekannt. 4 198869 003501 2 0 0 3 5 Gegenüber einer Umfrage aus 2017 ist im Handwerk der Anteil der Betriebe, die gar keine Bewerber hatten, von 56 auf 37Prozent gesunken. Die Betriebe nannten laut Handwerkskammer verschiedene Gründe, weshalb ein Lehrvertrag nicht abgeschlossen worden sei: Der Gesamteindruck der Bewerber habe nicht gepasst (15 Prozent), die Bewerber hätten beim Probearbeiten zu wenig gewerkespezifisches Talent gezeigt beziehungsweise seien unzuverlässig gewesen (j eweils elf Prozent). In neun Prozent der Fälle sei der Kandidat abgesprungen. Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht hätten ein nicht ausreichender Schulabschluss oder mangelnde Deutschkenntnisse nur bei acht beziehungsweise sechs Prozent der Betriebe eine Rolle bei der Absage gespielt, betonte HWK-Präsident Hans Hund. Die Zahl von Auszubildenden in IHK- Berufen ist gestiegen. Zum Beginn des Ausbildungsjahres meldet die Kammer bei den neu eingetragenen Ausbildungsverträgen einen Zuwachs vonfast drei Prozent. Insgesamt 7933 junge Frauen und Männer haben in einem Unternehmen im Münsterland oder in der Emscher-Lippe-Region ihre Ausbildung in einem IHK-Beruf begonnen. Das sind 2,8 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. „Der Zuwachs an neuenAusbildungsverträgen könnte sogar noch größer sein“, betont Carsten Taudt, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung. Denn nach einer Umfragekann ein Drittel der Betriebe nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Dass die Zahl der neuen Ausbildungsverträge trotz rückläufiger Schulabgänger- und Bewerberzahlen dennoch gestiegen ist, führt Taudt auf „ein deutlich verbessertes Ausbildungsmarketing“ der Betriebe zurück. Arbeitsrecht Betriebsverfassungsrecht Handelsvertreterrecht Uta-Maria Gaubitz Rechtsanwältin Fachanwältin für Arbeitsrecht Forderungseinzug Verkehrsrecht Seniorenrecht Fritz Klingsporn Rechtsanwalt Universitätsstraße 21 ·48143 Münster Telefon (02 51)400 79 ·Telefax (02 51)565 47 www.anwalt-muenster.de ·info@anwalt-muenster.de