Jagdspitzen schärfen April 2019

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Jagdspitzen schärfen


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Text, Fotos und Layout: Matthias Wiltschko

Es wird keine Haftung für Verletzungen und Sachschäden des Kunden/Lesers

und Dritter durch die angebotenen Informationen und

durch die daraus hergestellten Gegenstände (z.B.: Bogen, Pfeile,...)

übernommen. Jeder Kunde/Leser ist für seine eigene Sicherheit und

die Sicherheit Anwesender im Umgang mit seinen eigenen hergestellten

Bogen und Pfeilen verantwortlich. Es liegt im Ermessen des Kunden/Lesers,

das von ihm verwendete Holz auf seine Bruchsicherheit

hin zu beurteilen.


Die Schneidengeometrie ist bei neuen Broadheads schon vorgegeben,

aber diese müssen vor dem Jagdeinsatz noch geschärft werden.


Egal ob Messer oder Jagdspitzen, am langsam drehenden Wasserstein

erreicht eine Klinge bei relativ geringem Arbeitsaufwand die

höchste Schärfe und Schnitthaltigkeit. Für das Schärfen eines Broadheads

brauche ich circa 15 Minuten. Wenn ein Tier weidgerecht erlegt

werden soll, musst du dir sicher sein, dass deine Waffe alle Ansprüche

übertrifft. Nach dem Schuss darf es keine Gedanken geben wie: „Hätte

ich doch ... .“ Du musst deiner Ausrüstung vertrauen können.


Im vorgegebenen Winkel werden zuerst alle Klingenseiten an einem

Stein Körnung 220 geschärft. Bei zweischneidigen Klingen sind Schutzhandschuhe

unverzichtbar!


Die Jagdspitze wird solange geschärft, bis sich ein Grat bildet. So wird

sichergestellt, dass sich an der Schneidkante frisches Metall befindet.


Im exakt gleichen Winkel wird nun der Broadhead an einem japanischen

Wasserstein Körnung 1000 feingeschliffen. Verändere auf keinen Fall

den Winkel und lass dir Zeit.


Der grobe Grat wird durch den Feinschliff entfernt und übrig bleibt ein

kaum sichtbarer feiner Grat der noch leicht mit der Schneidkante verbunden

ist. Schleife den Grat auf keinen Fall weg!


Der Broadhead ist jetzt nadelspitz und würde mit dieser Schneidengeometrie

am leichtesten durch weiches Gewebe schneiden. Aber ein

Tier hat auch Knochen. Bild unten: Die Lichtreflexion zeigt auf der unteren

Klingenseite den feinen Schleifgrat an.

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Im nächsten Arbeitschritt werden die rasierscharfen Kanten am hinteren

Ende der Jagdspitze gerundet (Körnung 1000). Wenn du deine

Broadheads zur Kontrolle der Auszugslänge benutzt, würdest du dich

sonst bei jedem Schuss in den Finger schneiden.

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Um ein Verbiegen der Spitze zu verhindern, wenn Knochen getroffen

werden, wird diese in einem stumpferen Winkel am Wasserstein Körnung

1000 zu einer Meißelform geschärft.

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Auf einer Lederscheibe werden die Klingen in steilem Winkel und unter

geringstem Druck abgezogen. Der feine Grat soll so nahe wie möglich

an der Schneidkante gebrochen werden. Es bedarf einiger Durchgänge

von allen Klingenseiten, bis sich der Grat überall löst.

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Auf keinen Fall solltest du deine Jagdspitzen an schnelldrehenden

Schleif- oder Poliermaschinen bearbeiten. Die Klinge würde heiß werden

und der Stahl an Härte und Schnitthaltigkeit verlieren.

Auch wenn du die Klinge immer nur kurz an eine Filzscheibe hältst,

würde der Schneidenwinkel direkt an der Schneidkante abgerundet

und die Schneide abgestumpft werden.

Aber vor allem ist an solchen Maschinen die Verletzungsgefahr extrem

hoch. Verdreht sich der Broadhead leicht, könnte er sich in der Scheibe

verhaken und dann mit wahnsinniger Geschwindigkeit durch die Werkstatt

fliegen.

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Auf den nächsten Seiten zeige ich dir, wie du auch ohne rotierenden

Wasserstein, deine Jagdspitzen schärfen kannst.

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Von unten nach oben. Mühlsägefeile Hieb 3, Schweizer Schlüsselfeile,

Schweizer Uhrmacherfeile, DMT Diamantfeile aus den USA. Lege den

Broadhead so auf die Unterlage, dass die hintere Kante im Holz steckt

und dein Zeigefinger die andere Seite fixiert.

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Mit geringstem Druck und unter Ausnutzung der gesamten Feilenlänge

wird im vorgegebenen Winkel die Schneidkante bearbeitet. Die andere

Klingenseite wird gegen die Schneidkante geschärft. Pass auf, dass

du die Feile hier auf keinen Fall verkantest und die Schneide rundest.

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Mit einer DMT Diamantfeile werden die Klingen fein ausgeschärft. Du

kannst die Spitze auch gerundet und rasierscharf anschleifen. Aufwändiger

ist die Technik mit dem Wassserstein. Lass ihn so lange im Wasser

bis keine Luftblasen mehr aufsteigen und er vollgesogen ist.

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Im vorgegebenen Winkel wird der Broadhead, mit gleichmäßigen Bewegungen

nach vorne und zurück, geschärft. Du kannst deine Jagdspitzen

auch schärfen indem du Schleifpapier auf einen Bilderrahmen

klebst. Somit erhältst du eine plane Schleifunterlage.

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Video - Broadheads schärfen

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