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Schwehr Gartenbau 2019

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Bild: BGL

AUSGABE 2019

M A G A Z I N RUND UM DIE GARTENGESTALTUNG


Ü B E R U N S 19

Bilder: sinnbildli.ch Sauter/LGS Lahr (Thomas, 2) · LGS Nagold (Susanne, 1)

Seit 1963 gestaltet Garten- und Landschaftsbau

Schwehr in Engen und Umgebung Privatgärten

und öffentliche Grünanlagen. Schwehr ist Mitglied im

Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V.

und hat sich am nördlichen Bodenseeufer, im Landkreis

Konstanz, im Hegau, in Tuttlingen und Villingen-Schwenningen

einen Namen für anspruchsvolle Projekte im

Garten- und Landschaftsbau gemacht.

Neue Trends in der Gartengestaltung setzt Garten-

und Landschaftsbau Schwehr mit einem Team aus hoch

Richard-Stocker-Straße 3, 78234 Engen | Fon 07733 8302 |

qualifizierten Land schaftsgärtnerinnen und -gärtnern

hand werklich gekonnt um. Im Haus- und Privatgarten

reicht das Leistungsspektrum von Schwimmteichen und

Naturpools über We ge, Sitzplätze, Terrassen sowie Natursteinmauern

bis hin zu Beleuchtungskonzepten. Auch

beim Unterhalt von Gärten ist Garten- und Landschaftsbau

Schwehr ein kompetenter Partner: Rasenpflege,

Baumpflege mit Kletterseiltechnik, Pflege von Blüh- und

Grünpflanzen gehören zum Service-Programm. Garten-

und Landschaftsbau Schwehr verfügt über fundiertes

info@garten-schwehr.de

Wissen, wenn es um ökologische Aspekte wie Regenwassermanagement,

Dach- und Fassadenbegrünung geht.

Die Mitarbeitenden zeichnet neben umfangreichen botanischen

Kenntnissen ein routinierter Umgang mit Materialien

wie Natursteinen, Betonwerksteinen und Holz aus.


2

EDITORIAL

Ein Garten und eine Bibliothek – an

dem, was für Cicero zum Glück

ge hörte, hat sich auch nach mehr als 2000 Jahren

nichts geändert. Ein Stuhl im Grünen und ein gutes

Buch – so kann man je nach Lektüre entspannte, gefühlvolle

oder aufregende Wochenenden verbringen.

An heißen Tagen kann es einem dabei ganz schön

warm werden. »Tropentage« mit Temperaturen von 30

Grad und mehr erleben wir immer häufiger. Ein üppig

bepflanzter Garten, in dem vielleicht noch ein Quellstein

oder Teich für Abkühlung sorgt, ist dann wie eine

kleine Klimaanlage – mit dem richtigen Sonnenschutz

wird es perfekt. Gute Schattenspender sind auch Bäume.

Dazu muss der Garten gar nicht übermäßig groß

sein. Es gibt viele attraktive Hausbäume, die sich auch

für kleine Flächen eignen. Einige lernen Sie in diesen

GartenVisionen kennen.

Die Kehrseite der Hitzetage sind sehr starke Regenfälle.

Auch sie kommen immer häufiger vor. Gut, wenn

das Wasser dann in lockeren Böden und Beeten versickern

kann, statt den Kanal zu belasten. Sammelt man

es in einer Zisterne, kann man es zur Gartenbewässerung

nutzen.

In den neuen GartenVisionen finden Sie viele Tipps,

wie Ihr Garten auch bei Wetterextremen eine gemäßigte

Klimazone bleibt. Wir unterstützen Sie dabei jederzeit

gerne mit Gestaltungsideen!

Viel Spaß beim Stöbern und Träumen wünscht

Ihnen

Hast du einen

GARTEN

und eine Bibliothek,

dann hast du alles, was du brauchst. [ CICERO ]

Ingo Schwehr & Team

Bild: sinnbildli.ch/Thomas im Park der Gärten


INHALT

3

P F L A N Z E N

DUFTE SACHE 4

G E S T A L T U N G

WASSERWÄNDE 6

Ö K O L O G I E

WASSER SAMMELN 8

G E S T A L T U N G

LIEBLINGSPLÄTZE 9

B E S C H A T T U N G

SEGEL SETZEN 12

G E H Ö L Z E

GARTENBÄUME 14

E S S B A R

„HIGH“DELBEEREN 16

H E R Z L i CH

WiLLKOMMEN

K O C H B A R

BLAUER KARTOFFELSALAT · TIRAMICOTTA 17

W I S S E N S W E R T E S

GRÜNES NETZWERK 18

I M P R E S S U M

T E X T E . B I L D E R . G R A F I K .

Redaktion, Organisation, Konzeption, Texte*: Susanne Wannags

Kreation, Art Director, Layout: Thomas Pichler • Kontakt: Straußbergstr. 11, 87484 Nesselwang

Tel. 08361 446060 oder 0831 69726544 · www.sinnbildlich.net · mail@sinnbildlich.net

Druck: Schirmer Medien GmbH, Ulm

*) Ausnahmen: Pflanzentext, Seite 4 und Rezepte, Seite 17

Bilder: sinnbildlich/Pichler bei Haarmann; Miniaturabbildungen: Siehe auf den jeweiligen Seiten der Originalbilder

Alle Stiche bzw. Illustrationen: ©Dover Publications, New York


4 PFLANZEN

DUFTE SACHE

Hören, sehen, fühlen, riechen, schmecken –

damit der Garten ein rundum sinnliches Erlebnis ist,

gehören Duftpflanzen unbedingt dazu.

m Küchengarten verströmen Kräuter, Würzstauden

und Kleingehölze ihren aromatischen

I

Geruch. An sonnigen Tagen duftet es noch intensiver,

weil die ätherischen Öle sich durch die

Wärme entfalten. Kräuter wie Lavendel, Rosmarin,

Thymian, Oregano, Salbei, Minze, Melisse

sind nur dieser wärmeliebenden Pflanze.

Die Liste ist lang und jeder, der gerne kocht,

weiß, wie wichtig die un terschiedlichen Aromen

für die Küche sind. Um so schöner, wenn man

sie mit vollen Händen ern ten kann. Ernten oder

einfach streicheln – einige Kräuter sind so genannte

»Berührungsdufter« und danken die

Streichel einheit mit ihrem Wohlgeruch. Dazu

gehören zum Beispiel Zi tro nenmelisse und

Minze.

Unter den Duftpflanzen gibt es ferner solche,

die während ihrer Blüte den ge samten

Gar ten mit ihrem Duft füllen – man denke an

den Blauregen oder in südlichen Gefilden den

Echten Jasmin. Aber auch viele Lilien, Pfingstrosen

und nicht zuletzt na tür lich auch viele

Rosensorten verströmen einen be tö renden

Duft. Und dann gibt es die Pflanzen, die einen

mit ihrem Duft überraschen, wenn

wir ihnen näher kommen. Die eleganten

Blü ten rispen der Silberkerze,

die Trug dolden des Mädesüß, viele

Tag lilien und Phloxe oder gar das eher unspektakuläre

Tautropfengras, das einen

intensiven Duft nach Koriander verströmt.

Erkundet man seinen Garten

der Nase nach, eröffnet sich einem

meist eine noch nicht ge kannte Di mension.

Wie bei allen Düf ten gilt auch bei Pflanzen

düften, dass die Geruchs wahr nehmung

von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

Manche lie ben moschusartig schwere Düfte,

anderen ist diese Nuance zuwider. So auch

der »Raubtierkäfiggeruch« der Kaiserkrone –

als Parfüm sicherlich un denk bar, aber im

Garten ist er so unmittelbar mit dem Frühling

verknüpft, dass man ihn einfach mö gen muss.

Überhaupt um hüllt uns der Frühling reich mit

Blütendüften. Schon die ersten Frühjahrsboten

– die Winterlinge und Schneeglöckchen

– verkünden mit ihrem Duft das Ende des Win­

1


5

2

ters. Viele der frühjahrsblühenden

Zwie ­

bel gewächse haben

einen ausge spro che ­

nen Wohl duft – man

denke an Narzissen, Hyazinthen,

Tulpen und Maiglöckchen.

Neben duf ten den Stauden

und Zwie belpflanzen gibt es natürlich

auch Ge hölze mit duftenden Blüten, wie

den Bo dnant, Schnee ball, Zaubernuss

und Flie der. Manche Pflanzen haben

sich auf die Be stäu bung durch nachtschwärmende

Insekten einge stellt. Um

diese anzulocken, sind ihre Blüten nicht

nur meist heller und strahlender in der Farbe,

sondern sie verströmen einen Duft, den

auch wir als be tö rend wahrnehmen – man

denke an das Garten geiß blatt, die Nachtkerze

oder die Mondviolen. Nahe der Terrasse

gepflanzt, kann man so den Sommer abend

im süßen Duft verbringen. Probieren Sie es

aus – wir wünschen sinnliche Genüsse!

Text und Bilder: Hannah Nußbaumer

3

6

1 Iris barbata ‚Serenity Prayer‘

2 Paeonia tenuifolia ,Plena’

3 Dianthus plumarius

4 Rosa ,Sternenflor’

5 Hemerocallis ,Sweet Tanja’

6 Phlox subulata ,Bavarian’

5

4

7

1 Die Schokoladen-Kosmee riecht nach Zartbitterschokolade.

2 Viele Phloxe duften lieblich.

3 Der typische „Raubtiergeruch“ der Kaiserkrone gehört einfach zum Frühling dazu!

4 Honigsüßes Aroma verströmen die Silberkerzen.

5 Minze – ob im Topf oder im Beet – ist schon wegen des frisch-würzigen Geruchs ein Muss!

6 Der Bodnant-Schneeball betört im zeitigen Frühjahr mit seinem Duft.

7 Lavendel – ein Duftklassiker!


6

GESTALTUNG

Z

WASSERWÄNDE

ier- und Schwimmteiche, Brunnen und Quellsteine

– in vielen Gärten bringt eines oder

auch mehrere dieser Elemente Erfrischung. Obwohl

optisch attraktiv, führen Wasserwände in privaten

Gärten noch ein Nischendasein. Häufiger

sind sie in Innenräumen zu finden. Dabei sind die

Wände vielseitig einsetzbar: Sie können eine bestehende

Wasseranlage, beispielsweise ein Wasserbecken

ergänzen, entfalten ihre Wirkung aber auch

als Einzelstücke. Aus Edelstahl oder Stein gefertigt

schützen sie außerdem als Sichtschutz vor neugierigen

Blicken.

Technisches Herzstück einer Wasserwand ist

die Pumpentechnik. Während die Lautstärke der

Pumpgeräusche im Innenraum ein wichtiges Auswahlkriterium

ist, spielt sie im Außenbereich eine

eher untergeordnete Rolle. Aber auch im Freien

gilt: je leiser, desto besser. Viele Pumpenhersteller

haben ihre Geräte auf Leistung, weniger auf Laufruhe

optimiert. Daher sollte man unbedingt genau

hinhören, bevor man sich für eine Wasserwand beziehungsweise

einen Pumpentyp entscheidet.

1 Die Anordnung der Steine bringt das Wasser in Bewegung.

Wasser gehört für viele Gartenbesitzer zum Wohlfühlen dazu.

Inmitten der Vielfalt an Wasseranlagen führen Wasserwände

noch ein Nischendasein.

Die Wasserwände können an einer Wand befestigt

werden oder frei stehen. Das A und O bei frei stehenden

Objekten ist ein solides Fundament. Trifft Wind

auf eine zwei mal zwei Meter hohe Wand, sollten die

Kräfte nicht unterschätzt werden. Im Zweifel sollte

man besser einen Statiker zu Rate ziehen.

Das Funktionsprinzip einer Wasserwand ist im Innen-

wie Außenbereich gleich: Aus einem Becken wird

möglichst elektrolytfreies, also kalkfreies Wasser in

ein Überlaufreservoir an den oberen Rand der Wasserwand

gepumpt und fließt von dort über die Vorderseite

der Flutfläche wieder nach unten in das Becken.

Die Flutfläche kann aus verschiedensten Materialien

gefertigt sein: Naturstein, Kunststein, Glas, Spiegelglas

oder Metall – denkbar ist vieles. Vorsicht ist mit

Weichgestein geboten, da das elektrolytfreie Wasser

es mit der Zeit angreifen kann. Das Fließmuster hängt

vom Muster der Flutfläche ab. Auf Glaswänden fließt

das Wasser sehr gleichmäßig nach unten, Steinplatten

werden in der Regel gerillt, so dass sich kleine

Wellen bilden. Deren Größe und Geschwindigkeit lassen

sich mit Hilfe der Pumpeneinstellung steuern.

2 Blanker Edelstahl reflektiert das Licht und lässt das Wasser leuchten. Die Wände lassen sich gut mit Wasserspeiern kombinieren.

3 Je nach Fließgeschwindigkeit entstehen auf Glas- und Metallwänden unterschiedliche Fließmuster.

4 Eine Wasserinszenierung der besonderen Art ist der Regenvorhang, der wie ein erfrischender Schauer im Garten wirkt.

5 Hier verbirgt sich die schlichte Edelstahl- Wasserwand hinter einem filigranen Gitter aus patinierter Bronze.

Bilder: ©Nivet J./Adobe Stock (1); sinnbildlich.net/Susanne: LGS Nagold (2), Keradesign, Hirrlingen (3); Forster Garten- und Landschaftsbau (4);

Clive Nichols /www.davidharber.com (5)

1

2


7

3

4

5


8 ÖKOLOGIE

WASSER SAMMELN

Ob man nun an den vom

Menschen verursachten

Klima wandel glaubt oder nicht:

die Wetter extreme nehmen zu.

Wohin mit dem Wasser, das

bei Starkregen im Übermaß

kommt und bei Trockenheit

dringend gebraucht wird?

Wasser ist für Mensch, Tier und

Pflanzen lebensnotwendig. Eigentlich

sollte man sich über jeden Regentropfen

freuen. Wenn bei Regenfällen jedoch Keller

überschwemmt und Straßen überflutet werden, hat

die Freude über das wertvolle Nass schnell ein Ende.

In Deutschland gibt es immer mehr heiße, trockene Tage,

aber auch immer stärkere Niederschläge, die im

ausgetrockneten Erdreich nicht mehr versickern,

sondern oberflächlich abfließen.

Niederschläge sammeln, Kanäle entlasten

und genug Wasser für trockene Tage zur

Verfügung haben – mit seinem Garten kann

man einen kleinen Beitrag zum intelligenten

Wassermanagement leisten.

Eine Renaissance erlebt hier die gute alte

Regentonne, die dank modernem Design

mittlerweile nicht mehr wie ein Fremdkörper

im Garten wirkt. Zisternen leisten die Speicherarbeit

unterirdisch und damit unsichtbar.

Dort wird das Wasser gesammelt und

steht an trockenen Tagen für die Gartenbewässerung

zur Verfügung. Auch die Toilettenspülung

lässt sich mit Niederschlagswasser

betreiben. Lassen Sie sich bei der Regenwassernutzung

und der Wahl der Zisterne beraten,

z.B. von Ihrem Experten für Garten- und Landschaft.

Dachbegrünungen sind eine weitere Möglichkeit,

Wasser zu speichern. Auf einer

begrünten Dachfläche ist die Verdunstung

hoch – nur wenig Wasser läuft

direkt in die Dachrinne. Die Begrünung

reduziert die Wärmerückstrahlung

und bei der Verdunstung kühlt

sich die umgebende Luft ab. Auf

dem Dach gespeichertes Wasser

lässt sich ebenfalls zur Gartenbewässerung

nutzen. Übrigens: Jede

begrünte Fläche hilft – auch das

Dach des Müllhäuschens oder

Carports!

Bild: sinnbildlich.net


GESTALTUNG

9

LiEBLiNGSPLÄTZE

Eine Terrasse mit verschiebbaren Sitzmöbeln –

so sieht der klassische Gartensitzplatz aus.

Doch Möbel müssen nicht immer mobil sein.


10

1

2

Lust auf abwechslungsreiche Ausblicke und Sitzgelegenheiten auch

abseits der Terrasse? Das lässt sich schon bei der Gartenplanung berücksichtigen.

Ein Beckenrand, eine höhere Beet einfassung, eine Mauer,

Treppenstufen – alles kann so angelegt werden, dass es sich mit ein

paar Kissen und Decken schnell zum Sitzplatz umfunktionieren lässt. Ein

Vorteil der Bauwerke aus Holz und Stein gegenüber den herkömm lichen

Gartenmöbeln: Bei Regen müssen keine schweren Polster verstaut

werden und im Winter keine Tische, Stühle und Sofas im Keller oder unter

Planen überwintern.

In gut geplanten Gärten eröffnen sich immer wieder neue Blick winkel.

Doch was hilft der schönste Blick, wenn man ihn nur im Vorbeigehen

genießen kann? Warum nicht ein Beet erhöhen und bei der Einfassung

einige Sitzflächen einplanen? Warum in die Mauer nicht gleich eine Bank

einlassen oder an einer Stelle die oberste Steinlage mit einer hölzernen

Sitzfläche ersetzen? Die gepflasterte Terrasse lässt sich gut mit

dem einen oder anderen fertig gekauften

oder selbst konstruierten

Stein quader kombinieren, der je

nach Bedarf als Ablage oder als

Sitzplatz dient. Und eine Mauer

kann als Rückenlehne für ebenfalls

gemauerte Bänke genutzt

werden. Der Phantasie sind hier

keine Grenzen gesetzt.

Überall wo es Höhenunterschiede

gibt, gibt es Möglichkeiten, mit

ihnen zu spielen. Alles flach? Auch

ten lassen sich interessante Perspektiven

schaffen. Eine tiefergelegte

Fläche mit einer Feuerschale

bestückt und mit einer Holzstufe

umrandet, kann schnell zum

Lieblingsgrillplatz für gesellige

Tref fen mit Familie und Freunden

werden.


3

11

5

4

4

Seite 9 Unikat: Sitzbank aus Beton mit passgenau angefertigten Polsterelementen.

1 Viel Liege- und Sitzfläche bieten Holzdecks auf unterschiedlichen Ebenen.

2 „Festgemauert in der Erden...“, hier sogar fest einbetoniert ist die Bank, die mit Polstern zum Kuschelplatz wird.

3 Höhenunterschiede bieten viele Möglichkeiten für Sitz- und Liegeplätze, die sich immer neu dekorieren lassen.

4 Hier wird die Beetumrandung zur Rückenlehne. So schafft man Sitzgelegenheiten auch auf kleinem Raum.

5 Füße ins Wasser oder Blick in den Garten: die Sitzmauer am Beckenrand erlaubt beides.

Bilder: ©Antonina Vincent/stock.adobe.com (Seite 9); Gartenkultur, Bern (1); ©tisomboon//stock.adobe.com (2);

sinnbildlich/Thomas für Uihlein (3) und Messner Gärten (5), ©cycreation/stock.adobe.com (4)


12

BESCHATTUNG

SEGEL SETZEN

1

An heißen Tagen ist Schatten hochwillkommen. Wo Bäume nicht vorhanden sind, muss man auf künstliche

Dächer zurückgreifen. Sonnensegel und Sonnendächer sind flexible Alternativen zu Markisen.

ie Geschichte der Sonnensegel reicht nachweislich bis in die

D römische Antike zurück. So beschattete eine ringförmige Segeltuch-Plane

– Velarium genannt – das Kolosseum in Rom. Um

so erstaunlicher ist es, dass Sonnensegel als Schattenspender

im Garten lange Zeit so gut wie gar nicht vorhanden waren. Das

änderte sich vor etwa zwei Jahrzehnten. Die Segel als einfach zu

befestigende Beschattungslösung, bei der keine klobigen Markisen-Kassetten

an Hauswänden und unter Balkonen befestigt werden

mussten, eroberten die Gärten. Für Wintergärten und Pergolen

gibt es Sonnendächer, also viereckige Stoffbahnen, die an

der Decke befestigt werden. Ganz so einfach ist es mit der Befestigung

allerdings nicht, was der Vielfalt an unterschiedlichen

Fassaden geschuldet ist, die es heutzutage gibt. Das erfordert

genaue Kenntnis in Sachen Befestigung, da mit nichts beschädigt

wird und keine Kältebrücken entstehen.

Wo es keine Befestigungsmöglichkeit am Haus gibt, kann man

Masten in den Boden einschrauben oder betonieren – diese Flexibilität

unterscheidet das Sonnensegel von einer Markise. Was

Wind angeht, halten Segel viel aus. Trotzdem sollte dort, wo der

Wind kräftiger weht – beispielsweise auf dem Dach – sicherheitshalber

ein Statiker zu Rate gezogen werden, um keine unliebsamen

Überraschungen zu erleben. Qualitativ hochwertige Se gel

1

verfügen über eine Klemme, die sich auto matisch öffnet, wenn

ein gefährlich starke Böe kommt – das schützt Segeltuch und die

Befestigungskonstruktion.

Segel gibt es in unterschiedlichsten Farben und Formen –

dreieckig, viereckig, rauten-, trapez- oder drachenförmig. Ebenso

viel fältig ist die Ausstattung: Von einfachen Segeln, die von

Hand aufgespannt werden geht es über mechanisch aufrollbare

Segel bis zur vollautomatischen Variante. Auch Lichtdurchlässigkeit,

Winddurchlässigkeit und Regenschutz variieren. Das macht

die Auswahl zwar nicht leicht, sicher ist aber, dass es für jede

Situation die passende Beschattungslösung gibt.


13

2

3

1 Das Stoffdach taucht die Terrasse in sanftes Licht.

2 Da auf Dächern hohe Windgeschwindigkeiten entstehen können,

sollten Sonnensegel vom Fachmann geplant und befestigt werden.

3 Sonnensegel gibt es in vielen unterschiedlichen Farben und Formen.

4 Mit Sonnensegeln lassen sich auch kleine Flächen überdachen.

5 Bei Stoffen unbedingt auf gute UV-Beständigkeit achten.

Bilder: Carolin Tietz (1); Soliday Sonnensegel by Weisenfeld (2 –4), Evi Pelzer (5)

4

5


14

GEHÖLZE

2 3

GARTENBÄUME

Bei der Entscheidung für einen Baum im Privatgarten greift man oft ohne

große Überlegungen auf das Altbewährte und Altbekannte wie Kugel-Ahorn

oder Kugel-Trompetenbaum zurück. Gerade die Auswahl eines Hausbaumes

bietet jedoch die Chance, dem Grundstück ein individuelles Flair zu verleihen.

1

Eine kompakte,

kugelförmige

Krone bi l det die

Blu men-Esche Fraxinus

ornus

‘Mezek’

aus. Die als

trockentolerant

und

kalkverträglich

geltende Gehölzart

zeichnet

sich durch einen

gleichmäßigen

Wuchs aus. Attraktive weiße Blütenris pen, die an dem älteren

Gehölz aus gebildet werden, sowie eine je nach

Jahresver lauf mehr oder we niger intensiv auftretende, orange-

braune Herbstfärbung runden ihren gelungenen Auftritt ab. Wer es

naturnah möchte, dem sei der Kugel-Feldahorn Acer campestre

‘Nanum’ empfohlen. Dieser muntere Geselle wird von Vögeln als Nistplatz

geliebt. Zwar etwas struppig im Aussehen, besitzt dieser ökologisch wertvolle

Kugelbaum durch seine intensive Blüten- und Fruchtausbildung sowie

durch seine attraktive Herbstfärbung viele Vorzüge. Leider neigt er ein

wenig zu Gallmilbenbefall. Auch auf Blüten muss man im Kugelbaum-Sortiment

nicht verzichten. Die Kugel-Steppenkirsche Prunus x eminens ‘Umbraculifera’

ist ein ausgesprochen attraktiver Blütenbaum, der im Herbst durch

seine gelb-orange Herbstfärbung zusätzlich überzeugt. Der hitze- und

trockenheits resistente Baum sollte allerdings auf nicht zu schweren Böden

eingesetzt werden, da ansonsten Pilzbefall droht.

Der Inbegriff des Frühlings ist der goldgelbe Austrieb der Säulenbuche

Fagus sylvatica ‘Dawyk Gold’. Mit Leichtigkeit beginnt dieser Baum das

Gartenjahr und nimmt sich im weiteren Verlauf durch die Vergrünung seiner

Blätter etwas zurück. Wer einen Säulenbaum mit auffälliger Blüte sucht, dem

sei die Traubenkirsche Prunus padus ‘Schloss Tiefurt’ empfohlen. Straff auf­


15

4 5

recht vom Wuchs, fällt dieser Kleinbaum im Frühjahr durch seine stark

duftenden, weißen Blütentrauben auf. Der Baum verlangt einen frischen

bis feuchten Boden, unter trockenen Bedingungen wird das Laub sehr

früh abgeworfen. Wesentlich anspruchsloser, dennoch attraktiv ist die

Säulenform der Thüringischen Mehlbeere (Sorbus x thuringiaca

‘Fastigiata’). Neben ihrem schmalen Wuchs, der attraktiven Blüten- und

Fruchtausbildung zeichnet sie sich durch eine gelbe bis orange-rote

Herbstfärbung aus. Frosthärte, Trockenheits- und Hitzeresistenz ergänzen

ihre Vorzüge.

Ein weißes Blütenmeer im Frühjahr und eine orange-rote Herbstfärbung

bringt die anmutige Tokyo-Kirsche Prunus yedoensis hervor. Ebenfalls

eine weiße Blüte und eine attraktive gelb-orangene Herbstfärbung

besitzt die Spiegelrinden-Kirsche Prunus x schmittii. Sie besticht zusätzlich

mit einer prächtigen mahagonifarbenen Spiegelrinde. Durch den

schmal kegelförmigen Wuchs passt dieses Gehölz in nahezu jeden Hausgarten.

Auch die Amur-Kirsche Prunus maackii ist aufgrund der sehr dekorativen

goldbraunen Rinde, der attraktiven

weißen Blüte und der auffallenden rötlich-gelben

Herbstfärbung ein idealer Hausbaum. Ähnlich

gute Eigenschaften besitzt die Scharlach­

Kirsche Prunus sargentii ‘Rancho’, die durch ih re

rosafarbenen Blüten einen weiteren Farbaspekt mit

einbringt. Neben den Prunus-Arten finden sich jedoch

auch im Ebereschen-Sortiment zahlreiche

Arten, die neben einer schönen Blüte im Frühjahr weitere

attraktive Merkmale besitzen. Überaus schön ist die

Mahagoni-Eberesche Sorbus commixta ‘Serotina’. Neben

der herrlichen Blüte zeichnet sich diese Gehölzart durch eine

spektakuläre, orangerote Herbstfärbung aus. Auch die Ebereschen-Sorte

‘Dodong’ begeistert neben ihren großen, weißen Blütendolden

mit einer prächtigen scharlachroten Herbstfärbung.

Text+Bilder: Dr. Gerd Reidenbach, Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau Erfurt

6

1 Säule mit auffälliger Blüte:

die Trauben kirsche Prunus

padus ‘Schloss Tiefurt’.

2 Spektakulär im Herbst:

Mahagoni-Eber esche

Sorbus commixta ‘Serotina.’

3 Kompakte Kugel: die Blumen-Esche

Fraxinus Meczek.

4 Weißes Blütenmeer:

Tokyo-Kirsche

Prunus yedoensis.

5 Naturnah: Kugel-Feldahorn

Acer campestre ‘Nanum’.

6 Nach goldgelbem Austrieb

im Frühling angenehm

zurückhaltend: Fagus

sylvatica ‘Dawyk Gold’.


16

ESSBAR

„HiGH“DELBEEREN

Die süßen blauen Beeren lieben es sauer — das müssen Gartenbesitzer beachten, wenn sie Heidelbeeren pflanzen wollen.

Wald, Moor und gerne halbschattig – das

ist die Umgebung, die wilde Heidelbeeren,

auch bekannt als Blaubeeren, lieben.

Entsprechend muss auch das Beet im Garten

vorbereitet werden. Kalkhaltigen Boden mögen

die Pflanzen gar nicht. Die Sträucher der

Kultur-Heidelbeere, die in Gärtnereien und Gartencentern

erhältlich sind, stammen von der Amerikanischen

Blaubeere und deren Kreuzungen ab.

Mittlerweile gibt es mehr als zehn, von denen sich

rund ein Drittel gut für Privatgärten eignet. Kultur-

Heidelbeeren erkennt man am weißen Fruchtfleisch

– und an den relativ sauberen Händen

beim Pflücken.

An ihren natürlichen Standorten werden Heidelbeersträucher

zehn bis 60 Zentimeter hoch,

die Kulturheidelbeeren können es durchaus auf

stattliche drei bis vier Meter bringen. Klein oder

groß: die Sträucher brauchen Platz, da die Wurzeln

sich flach im Boden ausbreiten. Pro Pflanze

sollte man eine Pflanzgrube von 60 Zentimetern

Tiefe und einem Meter Durchmesser ausheben.

Heidelbeeren mögen sauren Boden mit einem pH-

Wert zwischen 3,5 und 4,5. Im Garten sind diese

Böden fast nicht vorhanden. Umso wichtiger

ist entsprechendes Substrat – zum Beispiel

Rhododendronerde – das in die Pflanzgrube

gefüllt wird. Je nährstoffärmer der Boden,

desto besser. Hier empfiehlt sich ein

Gemisch aus Sand mit organischem Material,

zum Beispiel Nadelstreu, Laub und

Rindenmulch. Achtung: Setzt man Heidelbeeren

zu tief ein, können die Wurzeln aufgrund

von Sauerstoffmangel absterben.

Heidelbeeren sind zwar selbstfruchtend,

trotzdem empfiehlt es sich, mindestens zwei

verschiedene Sorten zu pflanzen – das erhöht

den Ertrag. Wenn der Boden optimal vorbereitet

wurde, sollte man auch auf den Kalkgehalt des

Gießwassers achten und entweder Regenwasser

oder kalkarmes Wasser verwenden.

Nach drei bis vier Jahren tut es der Blaubeere

gut, wenn man sie schneidet. Alte Triebe werden

ausgelichtet. An den einjährigen Seitenzweigen

wachsen die Heidelbeeren am üppigsten, daher

kann man verzweigte Triebe knapp über dem einjährigen

Trieb abschneiden.

Je nach Sorte beginnt die Erntezeit Anfang

Juli und endet Anfang September. Heidelbeeren

reifen an einem Strauch über mehrere

Wochen. Wer frühe und späte Sorten mischt, kann

monatelang naschen. Die Beeren lassen sich von

Hand pflücken oder mit einem sogenannten Heidelbeerkamm

abernten und halten dann im Kühlschrank

etwa eine Woche. Friert man sie ein,

hat man länger etwas davon. Dazu die Beeren

waschen, Stiele entfernen und trocknen lassen.

I N F O b o x

BLAUBEEREN

• Allgemeines

Wilde Heidelbeeren färben Finger,

Zunge und Zähne blau. Das liegt an

den Anthocyanen. Sie gehören zu

den Flavonoiden. Diese Antioxidantien

schützen Zellen vor schädlichen freien

Radikalen. In den Kulturheidel beeren

stecken — wenn auch in geringerer

Menge — ebenfalls Anthocyane.

• Gesundheit (Nährwerte und Vitamine)

Große Mengen an Vitamin C,

A, B, E und Beta-Carotin.

• Gesundheitliche Wirkung

Entzündungshemmend; gut für das

Immun- und das Herz-Kreislauf-

System; sollen sich positiv auf die

Gedächtnisleistung auswirken.

Nebeneinander auf einem flachen Teller oder

Tablett verteilen und zwei bis drei Stunden ins

Gefrierfach stecken. Anschließend in Gefrierbeutel

abfüllen.

Hintergrund/Bild: ©Alexei Sokolenko/Adobe Stock; Andreas Kern/pixelio.de kl. Bild: Andreas Kern/p©pixelio.de


BLAUER KARTOFFELSALAT

MIT PILZ-VINAIGRETTE

Rezept: Bettina Matthaei/Bild: Wolfgang Schardt

Einkaufszettel – für 4 Personen

8oo g blaue Kartoffeln (z.B. »Blauer Schwede«)

Salz / Schwarzer Pfeffer

3oo g Pfifferlinge

4 dünne Frühlingszwiebeln

1oo ml kräftige Gemüsebrühe

1 EL Apfelessig

2 EL Sherryessig

1 ½ EL trockener Sherry (nach Belieben)

2 EL Olivenöl

1oo g Blaubeeren

1 EL Trüffelöl (ersatzweise geröstetes Haselnussöl)

Die Rezepte wurden den Büchern

»Gemüse kann auch anders« und

»Partyrezepte« mit freundlicher Genehmigung

des Verlagshauses GRÄFE&UNZER entnommen.

1Die Kartoffeln waschen und mit der Schale in

Salzwasser zugedeckt in 20–25 Minuten gar kochen

(am besten schon am Vortag). Abgießen, pellen,

in ca. ½ cm dicke Scheiben schneiden und auf vier

Tellern anrichten. Kartoffeln salzen und pfeffern.

Die Pfifferlinge trocken putzen und je nach Größe

längs halbieren, vierteln oder ganz lassen. Die

2

Frühlingszwiebeln putzen und waschen. Weiße Teile

hacken, grüne in Ringe schneiden. Die Brühe mit beiden

Essigsorten und dem Sherry mischen..

Das Zwiebelweiß im Öl 1–2 Minuten andünsten,

3 Pilze dazugeben und bei größerer Hitze unter

häufigem Rühren 4–5 Minuten braten, salzen und

pfeffern. Die Hälfte des Zwiebelgrüns dazugeben und

1 Minute mitbraten. Alles mit der Brühe-Essig-Mischung

ablöschen, aufkochen und etwas einkochen

lassen. Die Brühe mit den Pilzen heiß über die Kartoffelscheiben

geben und bei Zimmertemperatur mind.

30 Min. durchziehen lassen.

Dann die Blaubeeren waschen und abtropfen lassen.

Die Salate mit dem Trüffelöl beträufeln und

4

mit dem restlichen Zwiebelgrün und den Blaubeeren

be streuen.

MARTIN KINTRUP

PARTYREZEPTE

Nichts wie ran ans Büfett!

KÜCHENRATGEBER

1Die Sahne in einen Topf geben und langsam zum

Kochen bringen, dann offen bei schwacher bis

mittlerer Hitze in 5 Min. einkochen lassen. In der Zwischenzeit

den Espresso brühen.

2

Die Sahne vom Herd nehmen. Zucker, Vanillezucker,

Mascarpone, Espresso, Zitronensaft

und eine Prise Salz unterrühren. Zum Aromatisieren

nach Belieben einige Tropfen Bittermandelaroma unter

rühren oder ein wenig Tonkabohne in die Sahne-

Mascarpone-Masse reiben. Diese anschließend 6–8

Minuten abkühlen lassen. Inzwischen die Gelatine in

kaltem Wasser einweichen.

3Die Blaubeeren waschen und in einem Sieb abtropfen

lassen. Auf 12 Dessertgläser (à 150 ml)

verteilen. Die Gelatine ausdrücken und unter Rühren

in der Sahne-Mascarpone-Masse auflösen. Dann jeweils

etwas von der Masse vorsichtig auf die Blaubeeren

gießen. Auf Zimmertemperatur abkühlen

lassen, anschließend zugedeckt mind. 4 Std. kühl

stellen, bis die Tiramicotta geliert ist.

4Die Amarettini portionsweise im Blitzhacker fein

mahlen. Amarettinibrösel vor dem Servieren

gleich mäßig auf der Tiramicotta verteilen.

KOCHBAR 17

TIRAMICOTTA

MIT BLAUBEEREN

Einkaufszettel – für 12 Personen

8oo g Sahne

2oo ml Espresso (frisch gebrüht)

15o g Zucker

4 Packungen Bourbon-Vanillezucker

5oo g Mascarpone

2 TL Zitronensaft

Salz

Bittermandelaroma (ersatzweise Tonkabohne, nach

Belieben)

12 Blatt weiße Gelatine

125 g Blaubeeren

2oo g Amarettini

Rezept: Martin Kintrup; Bild: Anke Schütz

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18 WISSENSWERTES

GRÜNES

NETZWERK

Sprechen die Bäume miteinander, wenn die Blätter rauschen? Pflanzen kommunizieren tatsächlich – für uns allerdings unhörbar.

Forschungen belegen, dass Pflanzen kommunizieren:

mit Hilfe chemischer und elektrischer

Signale. So werden mit Duftstoffen Insekten angelockt,

um die Bestäubung sicherzustellen. In

den Chemiebaukasten wird auch gegriffen, wenn

es um die Abwehr unerwünschter Besucher geht.

Dabei gibt es verschiedene Strategien: Schädlinge

werden damit entweder vertrieben oder deren

Fressfeinde angelockt. Oftmals warnen Pflanzen

mit Hilfe abgesonderter Duftmoleküle andere Verwandte

in der Umgebung, die wiederum die Produktion

eigener Duft- und/oder Abwehrstoffe erhöhen

– so formiert sich Widerstand.

Bereits 150 Jahre alt ist die Entdeckung,

dass Pflanzen auch über elektrische Signale

kommunizieren. 1873 entdeckte Sir John Scott

Burdon-Sanderson, dass elektrische Impulse im

Spiel sind, wenn die Venusfliegenfalle ihre Fangblätter

zuklappt. Doch erst seit weniger als einem

Jahrzehnt wird diese Art der Kommunikation näher

untersucht. Wieder einmal waren es Forscher

des Max-Planck-Institutes für Chemische Ökologie,

diesmal mit Kollegen der Universität Gießen,

die entdeckten, dass einige Zeit, nachdem sie bei

einigen Versuchspflanzen die Blätter verletzt und

im wahrsten Sinne des Wortes Salz in die Wunde

gestreut hatten, ein elektrischer Impuls gemessen

werden konnte. Diese Reaktion wird Aktionspotenzial

genannt.

Das Aktionspotenzial gibt es nur bei erregbaren

Zellen, also beispielsweise bei Mensch und

Tier. Spannung, die sich in Zellen aufbaut wird als

elektrischer Impuls von Nervenzelle zu Nervenzelle

weitergegeben. Relativ neu ist die Erkenntnis,

dass das auch bei Pflanzen möglich ist.

Auch Wurzeln dienen der Kommunikation.

Über sie werden Signale abgegeben und an benachbarte

Pflanzen weitergeleitet. Über das Wurzelsystem

können sich verwandte Pflanzen sogar

erkennen und dehnen an den Standorten ihre Wurzeln

weniger weit aus, wo ein Familienmitglied in

der Nähe steht. Wenn das Wurzelwerk nicht ausreicht,

um eine Information an benachbarte Pflanzen

weiterzugeben, werden Helfer hinzugezogen:

Pilze. Deren Fäden stehen mit dem pflanzlichen

Wurzelsystem in Verbindung. Die Symbiose aus

Wurzeln und Pilzen wird als Mykhorizza bezeichnet.

Entdeckt wurde diese symbiotische Beziehung

Anfang des 19. Jahrhunderts.

Pilze, die Pflanzenwurzeln mit Nährstoffen

und Wasser versorgen und im Gegenzug die für

sie notwendigen Kohlenhydrate erhalten, gibt es

allerdings schon seit 400 Millionen Jahren. Einige

Wissenschaftler nehmen nun an, dass das Pilzgeflecht

auch der Weitergabe von Informationen

dient – und nennen es in Anlehnung an das Internet

Wood Wide Web. Wie ein dichtes Leitungsnetzwerk

ziehen sich die Mykorrhiza durch den

Boden und geben Informationen in Form chemischer

Botenstoffe weiter.

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