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Der Neue für Wien - ZZ Nr.: 36a

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<strong>Nr</strong>. <strong>36a</strong> | 6.–12. September 2019<br />

SONDERHEFT<br />

DOMINIK NEPP:<br />

<strong>Der</strong> <strong>Neue</strong><br />

<strong>für</strong> <strong>Wien</strong><br />

Verlagspostamt A-1030 <strong>Wien</strong> | 02Z030461 W<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 01.indd 1 02.09.2019 10:10:44


ROT–GRÜNER SUMPF<br />

<strong>Der</strong> rot–grüne Sumpf 3<br />

<strong>Wien</strong> ist anders:<br />

Fremd in der eigenen Stadt 4–5<br />

Rote Bildungspolitik: Die Schule,<br />

ein gefährlicher Ort 6–7<br />

Sozialer Wohnbau: In <strong>Wien</strong><br />

läuft es wie geschmiert 8–11<br />

Vizebürgermeister<br />

Dominik Nepp im Gespräch 12–13<br />

<strong>Wien</strong>bonus:<br />

Malus <strong>für</strong> Inländer 14–15<br />

Schikane mit Methode:<br />

Das Leid der Autofahrer 16–17<br />

Von Alkohol und Drogen:<br />

Verfehlte linke Drogenpolitik 18–19<br />

Verdrehte Statistik 19<br />

Sonderheft<br />

Dominik Nepp:<br />

<strong>Der</strong> <strong>Neue</strong> <strong>für</strong> <strong>Wien</strong><br />

IMPRESSUM<br />

Das „Zur Zeit“-Magazin auch als E-Paper unter www.zurzeit.at<br />

Herausgeber: MdEP a. D. Andreas Mölzer, Prof. Walter Seledec Medieninhaber: W3 VerlagsGmbH & Co Verlag KG, Salesianergasse 7/5,<br />

A-1030 <strong>Wien</strong>, Geschäftsführer: Mag. Walter Tributsch Geschäftsführender Redakteur: Dr. Bernhard Tomaschitz Produktion:<br />

EDV und Layoutentwurf/Layout: ECOTEXT Mag. G. Schneeweiß-Arnoldstein, <strong>Wien</strong>, Druck: Petit Press, Preßburg/Bratislava Verlag<br />

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und Redaktion: Postfach 80, A-1031 <strong>Wien</strong>, DVR 095 94 05, Verwaltung und Leserdienst: Tel. 01/712 10 57, Telefax: 01/712 10 57<br />

DW 20, E-Mail: verlag@zurzeit.at, Internet: www.zurzeit.at<br />

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2 ZUR ZEIT | <strong>36a</strong>/2019<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 02-03.indd 2 31.08.2019 13:16:18


ROT–GRÜNER SUMPF<br />

Bild: <strong>ZZ</strong>-Archiv<br />

Seit nunmehr neun Jahren wird<br />

<strong>Wien</strong> von einer rot–grünen Koalition<br />

regiert. Die Folgen sind kaum<br />

zu übersehen. Autofahrer werden<br />

mit Verknappungen von Parkplätzen,<br />

sinnlosen Tempo-30-Zonen oder<br />

der Errichtung von Radwegen schikaniert.<br />

An den Schulen, wo die Kuschelpädagik<br />

vorherrschend ist, muss<br />

wegen zunehmender Gewalt fast<br />

täglich die Polizei einschreiten, und<br />

Sonderheft:<br />

<strong>Der</strong> rot–grüne Sumpf<br />

Bild: ourwatch.org.uk<br />

viele <strong>Wien</strong>er fühlen sich in ihrer Heimatstadt<br />

fremd. Kein Wunder, sind<br />

doch in manchen Bezirken Personen<br />

mit Migrationshintergrund bereits<br />

die Mehrheit oder stehen kurz davor,<br />

diese zu werden.<br />

Integration wird von Rot–Grün<br />

nicht verlangt, und so überrascht es<br />

nicht, dass islamische Unsitten wie<br />

selbsternannte „Scharia-Polizisten“<br />

um sich greifen oder dass in islamischen<br />

Kindergärten bereits kleine<br />

Kinder islamistisch indoktriniert<br />

werden.<br />

Vor allem die SPÖ scheint <strong>Wien</strong><br />

als eine Art Selbstbedienungsladen<br />

zu betrachten. Zuletzt häuften sich<br />

Skandale, in die soziale Wohnbaugesellschaften<br />

aus dem Umfeld der<br />

SPÖ involviert waren. Und wenn eine<br />

SPÖ-Gemeinderätin als Chefin einer<br />

solchen Wohnbaubaugesellschaft<br />

monatlich mehr fast 10.000 Euro zusätzlich<br />

zu ihrem Abgeordnetengehalt<br />

abkassiert, dann weiß man, was<br />

<strong>für</strong> die <strong>Wien</strong>er Roten das Wort „sozial“<br />

bedeutet. In guter Erinnerung ist<br />

auch noch der Skandal um das Krankenhaus<br />

Nord. Bei dessen Errichtung<br />

fiel die SPÖ nicht nur durch fachliche<br />

Inkompetenz auf, sondern vor allem<br />

durch Freunderl- und Günstlingswirtschaft,<br />

was die Steuerzahler etliche<br />

hundert Millionen Euro kostete.<br />

Rot–Grün in <strong>Wien</strong> ist nicht mehr<br />

länger tragbar, weshalb die Stadt einen<br />

grundlegenden Wandel braucht. ♦<br />

<strong>36a</strong>/2019 | ZUR ZEIT 3<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 02-03.indd 3 31.08.2019 13:16:33


ROT–GRÜNER SUMPF<br />

<strong>Wien</strong> verändert sich:<br />

Sogar staatliche Institutionen<br />

müssen das eingestehen<br />

Fremd in der eigenen Stadt<br />

Es lässt sich nicht mehr leugnen: <strong>Wien</strong> ist anders ...<br />

Bild: <strong>ZZ</strong>/Archiv<br />

VON ALEXANDER SCHLEYER<br />

Nicht erst seit gestern haben in manchen<br />

<strong>Wien</strong>er Schulklassen bis zu<br />

90 Prozent der Kinder Migrationshintergrund.<br />

Schon im Herbst 2018 sprach<br />

der Bericht des Integrationsfonds von<br />

der Etablierung von Parallelgesellschaften<br />

in manchen Gemeindebezirken. Namentlich<br />

werden im Bericht Favoriten,<br />

Ottakring, Simmering, Rudolfsheim-<br />

Fünfhaus, Brigittenau und die Leopoldstadt<br />

genannt. Dort sei die Entwicklung<br />

am stärksten zu beobachten.<br />

4 ZUR ZEIT | <strong>36a</strong>/2019<br />

Vor allem die „türkische Gemeinde“<br />

würde man in einigen Vierteln der<br />

Hauptstadt antreffen. Die dort aufgebaute<br />

Gemeinschaft, bestehend aus<br />

türkischen Geschäften, Ärzten und anderen<br />

Institutionen, würde es den Mitgliedern<br />

der „Gemeinde“ ermöglichen,<br />

den gesamten Tag zu verbringen, ohne<br />

nur ein Wort Deutsch sprechen zu müssen.<br />

Dem Bericht zufolge sei eine ähnliche<br />

Situation auch bei Migranten aus<br />

Serbien, Tschetschenien und Afghanistan<br />

zu beobachten. „Ethnische Unterschiede<br />

würden auch gleichzeitig das<br />

Konfliktpotenzial steigern und die daraus<br />

resultierenden Auseinandersetzungen<br />

auch auf den Straßen ausgetragen.<br />

Auch territoriale Konflikte stünden an<br />

der Tagesordnung, wenn bestimmte<br />

Migrantengruppen Parks, Plätze und<br />

dergleichen <strong>für</strong> sich beanspruchen“,<br />

so der 93-seitige Bericht. Gutmenschen<br />

euphemisieren dieses Phänomen<br />

der faktischen Machtaufgabe des<br />

Rechtsmonopols regelrecht zynisch als<br />

„Rechtspluralismus“.<br />

Zynisch ist auch die Verwendung des<br />

Begriffes der „monoethnischen und mo-<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 04-05.indd 4 02.09.2019 08:03:02


ROT–GRÜNER SUMPF<br />

nokulturell geprägten Bezirke“, sprich<br />

de facto existierende Parallelgesellschaften,<br />

in denen die autochthone Kultur<br />

und Sprache keine Rolle spielt. Gleichzeitig<br />

aber heißt es immer, ein Bevölkerungsaustausch<br />

finde nicht statt.<br />

Weiter kritisiert der von der Stadt<br />

<strong>Wien</strong> selbst herausgegebene Bericht:<br />

„Je mehr muslimische Schüler an einer<br />

Schule sind, umso deutlicher zeigen<br />

In manchen Schulklassen<br />

haben bis zu 90 Prozent der<br />

Kinder Migrationshintergrund.<br />

sich Tendenzen<br />

kultureller Abschottung,<br />

Widerstände<br />

gegen<br />

bestimmte Unterrichtsinhalte<br />

und Versuche islamischer<br />

Peergroups, Schülerinnen und Schüler<br />

mit muslimischem Familienhintergrund<br />

zu einem ‚islamkonformen‘ Lebensstil<br />

zu nötigen.“ Auffällig ist hierbei nämlich,<br />

dass es nirgends vietnamesische<br />

oder italienische Parallelgesellschaften<br />

gibt – beinahe ausschließlich Angehörige<br />

aus islamisch geprägten Kulturkreisen<br />

neigen zur offenen Fundamentalopposition<br />

zum herrschenden Staats- und<br />

Kulturverständnis. Das geht so weit,<br />

dass diverse Linke den Vorschlag begrüßen,<br />

<strong>für</strong> straf- und familienrechtliche<br />

Angelegenheiten solle doch ein Imam<br />

als Schlichter hinzugezogen und somit<br />

die ordentliche Gerichtsbarkeit faktisch<br />

gebeugt werden.<br />

Oftmals entstammen diese Imame,<br />

die angeblich haufenweise ausgewiesen<br />

worden sein sollen, dem radikalislamischen<br />

Milieu, das mit Schulen,<br />

Kindergärten und illegalen Moscheen<br />

eine eigene Infrastruktur<br />

hat<br />

aufbauen können.<br />

Von Jugendtreffpunkten<br />

der<br />

türkischen Milli Görus über tausende<br />

Kindergärten bis hin zu einem eigenen<br />

Schulamt der Islamischen Glaubensgemeinschaft<br />

in Österreich – die übrigens<br />

schon 1982 den Islamunterricht an Schulen<br />

durchgeboxt hat – findet Integration<br />

vor allem deshalb nicht statt, weil sie<br />

schlichtweg nicht notwendig ist.<br />

Was Grüne und Sozis als „Vielfalt“<br />

feiern, ist nichts weiter, als eine geduldete<br />

Landnahme unter dem Beifall der<br />

Besiegten und ein soziales Sprengmittel,<br />

das irgendwann hochgehen wird. ♦<br />

Islamisierung?<br />

<strong>Der</strong> Anteil von Muslimen erhöhte<br />

sich in den Jahren von 1971 auf<br />

2016 von überschaubaren 0,3 Prozent,<br />

die als Gastarbeiter gekommen<br />

sind, auf mindestens 8 Prozent heute.<br />

Nach übereinstimmenden Schätzungen<br />

von Innenministerium und<br />

Österreichischem Integrationsfonds<br />

lebten Anfang 2017 rund 700.000<br />

Moslems in Österreich. Die Zahl<br />

stieg vor allem durch Migranten,<br />

Geburten sowie Flüchtlinge aus dem<br />

arabischen Raum stark.<br />

Schon 2006 kritisierte die damalige<br />

Innenministerin Liese Prokop<br />

(ÖVP), dass 45 Prozent der Muslime<br />

integrationsunwillig seien. 35 Prozent<br />

der Muslime trügen eine „hochfundamentalistische<br />

Einstellung“ in<br />

sich, das Berliner Wissenschaftszentrum<br />

konstatierte ihnen schon 2013,<br />

dass über 73 Prozent die Regeln des<br />

Korans <strong>für</strong> wichtiger als die des Gastlandes<br />

befänden. Integration sieht<br />

anders aus.<br />

♦<br />

<strong>36a</strong>/2019 | ZUR ZEIT 5<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 04-05.indd 5 02.09.2019 10:04:50


Die Schule,<br />

ein gefährlicher Ort<br />

Wegen des Versagens der SPÖ-<br />

Bildungspolitik ist ein dramatischer<br />

Anstieg der Gewalt festzustellen<br />

Noch in guter Erinnerung ist das in<br />

der HTL Ottakring aufgenommene<br />

Video, in dem zusehen ist, wie ein<br />

Lehrer von Schülern drangsaliert wird,<br />

woraufhin der Pädagoge einen Schüler<br />

anspuckt. Gewalt gegen Lehrer und<br />

auch gegen Mitschüler und damit verbundene<br />

Polizeieinsätze sind an <strong>Wien</strong>s<br />

Schulen – auch an den Pflichtschulen<br />

– leider längst zum Alltag geworden.<br />

Wie aus einer parlamentarischen<br />

Anfragebeantwortung des Innenministeriums<br />

hervorgeht, war zwischen<br />

2013 und 2017 an Österreichs Schulen<br />

ein dramatischer Anstieg an Gewalt<br />

festzustellen. Von dieser Entwicklung<br />

besonders betroffen ist <strong>Wien</strong>. Demnach<br />

führte die Bundeshauptstadt 2017 mit<br />

insgesamt 413 Anzeigen die unrühmliche<br />

Statistik an. Dabei wurden 303 Anzeigen,<br />

also mehr als eine pro Unterrichtstag,<br />

wegen Körperverletzung<br />

erstattet. Im genannten Jahr wurden an<br />

<strong>Wien</strong>s Schulen auch Anzeigen wegen<br />

gefährlicher Drohung, Nötigung, Raubes,<br />

schwerem Raubes (mit einer Waffe<br />

verübt) sowie sexuellen Missbrauchs<br />

Unmündiger und wegen sexueller Belästigung<br />

erstattet.<br />

Die rot–grüne Stadtregierung, die<br />

wegen ihrer jahrelangen Förderung der<br />

Kuschelpädagogik <strong>für</strong> dieses Problem<br />

Gewalt: An den<br />

<strong>Wien</strong>er Schulen bereits<br />

trauriger Alltag<br />

mitverantwortlich ist, will die steigende<br />

Zahl von Gewaltfällen an den Bildungseinrichtungen<br />

mit verpflichtenden<br />

Gesprächen mit Schulpsychologen<br />

oder mit „Normverdeutlichungsgesprächen“<br />

mit eigens geschulten Polizisten<br />

lösen. Ob sich davon etwa ein 14-jähriger<br />

Tschetschene, der täglich mit einem<br />

Messer bewaffnet in die Schule geht,<br />

beeindrucken lässt, ist jedoch mehr als<br />

fraglich. Die SPÖ, und insbesondere der<br />

zuständige der zuständige Bildungsstadtrat<br />

Jürgen Czernohorszky und<br />

Bildungsdirektor Heinrich Himmer<br />

scheinen nicht in der Lage oder willens<br />

Bild: flickr.com/Aislinn Ritchie<br />

6 ZUR ZEIT | <strong>36a</strong>/2019<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 06-07.indd 6 31.08.2019 12:19:23


zu sein, das Problem der steigenden<br />

Gewalt an den Schulen ernsthaft in Angriff<br />

zu nehmen.<br />

Einen anderen Zugang zum Umgang<br />

mit gewaltbereiten<br />

Schülern hat<br />

Vizebürger-<br />

Ein Problem sind Scharia-<br />

Eltern, die ihre Kinder zu<br />

Gewalt und Intoleranz erziehen.<br />

ROT–GRÜNER SUMPF<br />

meister Dominik<br />

Nepp. <strong>Der</strong> FPÖ-Politiker fordert<br />

<strong>für</strong> Problemschüler Besserungs-Zentren,<br />

in denen sie professionelle sozialpädagogische<br />

Programme durchlaufen,<br />

ehe sie wieder in den Regelunterricht<br />

eingegliedert werden können. Denn in<br />

<strong>Wien</strong>, so ist Nepp überzeugt, sei es aufgrund<br />

der massiven Integrationsprobleme<br />

von problematischen Kindern<br />

und Jugendlichen notwendig, diese im<br />

Ernstfall auch räumlich von der Schule<br />

und Mitschülern zu trennen.<br />

Häufig haben die Problemschüler<br />

einen moslemischen Migrationshintergrund.<br />

Bereits im Elternhaus wird<br />

ihnen eingebläut, dass man gegenüber<br />

„Ungläubigen“, insbesondere gegenüber<br />

Frauen, keinen Respekt haben<br />

muss und Gewalt legitim sei. Auch gegenüber<br />

dieser Problemgruppe fordert<br />

Nepp ein konsequenteres Vorgehen.<br />

Weil die Sozialisierung in höchstem<br />

Maße in der Familie erfolge, müsse der<br />

Rechtsstaat gegen<br />

Scharia-Eltern, die<br />

ihren Kindern nicht<br />

unsere Grundwerte<br />

und Regeln vermitteln,<br />

sondern zu Gewalt erziehen, „mit<br />

voller Härte beinhart durchgreifen“.<br />

Geeignete Maßnahmen sind <strong>für</strong> den<br />

Freiheitlichen neben Erziehungs- und<br />

Wertekursen <strong>für</strong> Eltern auch finanzielle<br />

Sanktionen bis hin zum gerichtlichen<br />

Entzug der Erziehungsberechtigung.<br />

Vor allem aber will Nepp die Jugendämter<br />

in die Pflicht nehmen, die aus<br />

Gründen der politischen Korrektheit<br />

vor islamistischen Umtrieben oftmals<br />

ihre Augen verschließen. Denn eines ist<br />

<strong>für</strong> Nepp klar: „Religiös motivierte Gewalt<br />

hat in unserer Gesellschaft nichts<br />

verloren. Wir wollen keine Erziehung<br />

der Jugend zu den islamistischen Gewalttätern<br />

von morgen!“ B. T.<br />

Migranten sind bereits in der Mehrzahl<br />

Die Zahlen des staatlichen Integrationsberichts 2018 sprechen eine<br />

deutliche Sprache. An den <strong>Wien</strong>er Schulen hat bereits die Mehrheit<br />

der Schüler, nämlich 51 Prozent, eine andere Umgangssprache als<br />

Deutsch. Zum Vergleich: Österreichweit sind es 25 Prozent. An den <strong>Wien</strong>er<br />

Volksschulen und <strong>Neue</strong>n Mittelschulen ist der Anteil von Kindern mit<br />

nicht-deutscher Umgangssprache mit 58,5 Prozent bzw. mit 72,8 Prozent<br />

noch höher. Im Österreich-Durchschnitt liegen die Vergleichswerte <strong>für</strong> die<br />

beiden Schultypen bei 30,3 Prozent bzw. bei 31,2 Prozent.<br />

Von den mehr als 40.000 Schülern, die sich im Schuljahr 2016/17 in<br />

Sprachförderung befanden, entfiel mehr weit als ein Drittel, nämlich rund<br />

16.400 Schüler, auf die Bundeshauptstadt. (RED.)<br />

<strong>36a</strong>/2019 | ZUR ZEIT 7<br />

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Für Wilhelm Haberzettl ist 2019 kein<br />

gutes Jahr. Im Februar wurde der<br />

frühere Chef der Eisenbahnergewerkschaft<br />

und ehemalige SPÖ-Nationalratsabgeordnete<br />

als Vorstandsvorsitzer der<br />

Wohnbaugesellschaft BWS – Gemeinnützige<br />

allgemeine Bau-, Wohn- und<br />

Siedlungsgenossenschaft abberufen<br />

und fristlos entlassen. Haberzettl soll<br />

seine Sorgfaltspflichten verletzt haben.<br />

Aber es sollte <strong>für</strong> den SPÖ-Mann noch<br />

schlimmer kommen: Im März langte<br />

bei der Staatsanwaltschaft <strong>Wien</strong> die<br />

Sachverhaltsdarstellung einer renommierten<br />

Steuerberatungskanzlei ein,<br />

wonach Haberzettl und weitere Mitarbeiter<br />

der BWSG die Wohnbaugesellschaft<br />

um „mindestens 2,5 Millionen<br />

Euro“ geschädigt haben sollen.<br />

Konkret wird Haberzettl und den<br />

anderen Beschuldigten – <strong>für</strong> sie gilt die<br />

8 ZUR ZEIT | <strong>36a</strong>/2019<br />

ROT–GRÜNER SUMPF<br />

Es läuft wie geschmiert<br />

<strong>Der</strong> soziale Wohnbau als Spielweise und Selbstbedienungsladen<br />

<strong>für</strong> Funktionäre aus dem Umfeld der <strong>Wien</strong>er SPÖ<br />

Unschuldsvermutung – vorgeworfen,<br />

zwei Liegenschaften in <strong>Wien</strong> zu billig<br />

verkauft zu haben, wodurch der Straftatbestand<br />

der Untreue erfüllt worden<br />

sei. Mitte Juli fand dann bei Haberzettl<br />

eine Hausdurchsuchung statt. Die Causa<br />

Haberzettl zeigt, dass es bei der zuständigen<br />

Aufsichtsbehörde MA 50 ein<br />

Versagen gibt. Und die politische Verantwortung<br />

<strong>für</strong> die MA 50 tragen zwei<br />

Wilhelm Haberzettl: <strong>Der</strong> SPÖ-Mann soll einen Schaden von 2,5 Mio. Euro angerichtet haben<br />

Bild: SPÖ Presse und Kommunikation/Wikimedia<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 08-11.indd 8 31.08.2019 12:36:08


Parteifreunde Haberzettls, nämlich<br />

Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal und<br />

letzten Endes Bürgermeister Michael<br />

Ludwig.<br />

Die Causa Haberzettl ist nicht das<br />

einzige Beispiel da<strong>für</strong>, dass unter SPÖ-<br />

Führung der soziale Wohnbau in <strong>Wien</strong><br />

zu einem Sanierungsfall, wenn nicht<br />

sogar zu einem Selbstbedienungsladen<br />

<strong>für</strong> die Genossen geworden ist. Ende<br />

Mai berichtete der „Kurier“, dass Ingrid<br />

Schubert, Vorstandschefin der gemeinnützigen<br />

Siedlungsunion 9.649,70 Euro<br />

brutto im Monat, 14 Mal im Jahr, kassiert.<br />

Hinzu kommt noch eine monatliche<br />

Aufwandsentschädigung von 5.078<br />

Euro. Und ganz nebenbei ist Schubert<br />

auch noch SPÖ-Gemeinderätin. Nach<br />

den Enthüllungen über ihre Spitzengage<br />

trat Schubert zwar als Vorstandsobfrau<br />

der Siedlungsbau zurück, behielt<br />

aber ihr Mandat im Gemeinderat.<br />

Soviel zur Moral der SPÖ, die vom politischen<br />

Mitbewerber stets „Haltung“<br />

und „Anstand“ einfordert.<br />

<strong>Der</strong> Name Schubert tauchte in den<br />

Medien auch in Zusammenhang mit<br />

einem Wohnprojekt in der Dittlgasse<br />

ROT–GRÜNER SUMPF<br />

in <strong>Wien</strong> Donaustadt. Dort richtete<br />

2018 nach massiven Anrainerprotesten<br />

gegen die Errichtung von knapp<br />

400 Wohnungen die Siedlungsunion<br />

als Bauträger ein Mediationsverfahren<br />

ein. Die Kosten beliefen sich auf<br />

100.000 Euro, und den gut dotierten<br />

Auftrag bekam das Unternehmen<br />

2move. Dieses gehört Karin Schubert,<br />

der Tochter von Ingrid Schubert.<br />

Wie es die SPÖ mit dem sozialen<br />

Wohnbau hält, zeigt auch der<br />

Die Stadt <strong>Wien</strong>, der KAV und Siemens<br />

Bild: Screenshot Facebook<br />

Ingrid Schubert: SPÖ-Gemeinderätin<br />

kassierte fast<br />

15.000 Euro im Monat ab<br />

Als Gesundheitsstadträtin war Sonja Wehsely die politisch Hauptverantwortliche<br />

<strong>für</strong> das KH-Nord-Desaster. Aber das tat ihrer Karriere<br />

keinen Abbruch. Nach ihrem Rücktritt am 1. April 2017 wurde Wehsely<br />

Managerin bei Siemens Healthcare. Siemens wird nicht nur ein Naheverhältnis<br />

zur SPÖ nachgesagt, sondern erhält auch viele Aufträge von der Gemeinde<br />

<strong>Wien</strong>. Es geht aber auch umgekehrt: <strong>Der</strong> ehemalige KAV-Vizechef<br />

Thomas Balázs war zuvor 25 Jahre <strong>für</strong> die Siemens AG Österreich tätig.<br />

Was den KAV betrifft, ist aus Insiderkreisen zu hören, dass die <strong>für</strong> verpflichtende<br />

Ausschreibungen geltende Grenze von 100.000 Euro angeblich<br />

systematisch umgangen wird. Das geschieht, indem statt einer bestimmten<br />

Sache einfach Einzelteile bestellt werden, die unter dieser Grenze liegen. ♦<br />

<strong>36a</strong>/2019 | ZUR ZEIT 9<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 08-11.indd 9 31.08.2019 12:36:21


ROT–GRÜNER SUMPF<br />

Rote Geldvernichtung<br />

Das Krankenhaus Nord (KH Nord) kommt auch<br />

nach seiner Eröffnung nicht aus den Schlagzeilen.<br />

Einmal wird bekannt, dass Rollatoren fehlen, ein anderes<br />

Mal, dass es in diesem Spital zu wenige Ärzte gibt.<br />

Und das, obwohl sich die Baukosten von ursprünglich<br />

825 Millionen Euro auf 1,6 Milliarden Euro fast verdoppelt<br />

haben und die Inbetriebnahme mehrfach verschoben<br />

werden musste.<br />

Das KH Nord ist ein Musterbeispiel <strong>für</strong> die Geldverschwendung<br />

und Günstlingswirtschaft der SPÖ. <strong>Der</strong> Architekt hatte keine<br />

Erfahrungen in der Planung von Spitälern, war aber, so der „Kurier“, ein<br />

„SPÖ-naher Haus- und Hofarchitekt der Stadt <strong>Wien</strong>“. Die Folgen waren, wie<br />

ein Sachverständigengutachten ergab, „gravierende Planungsfehler“. Abgerundet<br />

wird die Sache vom<br />

Rechnungshof, der dem Krankenanstaltenverbund<br />

– und<br />

damit der SPÖ – ein vernichtendes<br />

Zeugnis ausstellt, was<br />

Laut Rechnungshofbericht<br />

gab es im KH Nord insgesamt<br />

8.163 Baumängel.<br />

die Wahrnehmung der Bauherrenfunktion betrifft. Unter anderem ist von<br />

fehlenden Ressourcen und fehlendem Know-how und 8.186 Baufehlern<br />

im angeblich „modernsten Krankenhaus Europas“ die Rede. Die Baumängel<br />

konnte auch jener „Bewusstseins-Choach“ nicht verhindern, der <strong>für</strong> wohlfeile<br />

95.000 Euro einen „Energie-Ring“ um die Baustelle des KH Nord zog<br />

und die „Schwingungen am Spitalsgrundstück erhöhen“ wollte. (RED.)<br />

KH Nord: Für die Pleiten<br />

und Pannen bei der<br />

Errichtung ist die SPÖ<br />

verantwortlich<br />

Fall des gemeinnützigen Bauträgers<br />

WBV-GFW, der an den Tiroler Christian<br />

Hosp hätte verkauft werden sollen.<br />

Als Verkaufspreis <strong>für</strong> die 3.000 Sozialwohnungen<br />

war der Spottpreis von<br />

2.000 Euro pro Wohnung vorgesehen<br />

gewesen. Hosp gilt allerdings als Strohmann<br />

des umstrittenen Immobilienunternehmers<br />

Michael Tojner (Luxus-<br />

Wohnturm am Heumarkt), weshalb<br />

der Verkauf nicht zuletzt aufgrund des<br />

hartnäckigen Betreibens der Freiheitlichen<br />

von der <strong>Wien</strong>er Stadtregierung<br />

rückgängig gemacht wurde.<br />

Tojner geriet Ende Juni in die Schlagzeilen,<br />

als die Staatsanwaltschaft Ende<br />

Bild: KAV / Health Team KHN<br />

10 ZUR ZEIT | <strong>36a</strong>/2019<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 08-11.indd 10 31.08.2019 12:36:38


Juni in seinem Unternehmen Hausdurchsuchungen<br />

durchführen und<br />

Anfang Juli die Justiz Immobilien von<br />

Tojner beschlagnahmen ließ. Dem<br />

vorausgegangen war eine Anzeige des<br />

Landes Burgenland<br />

gegen den<br />

Milliardär Tojner<br />

und vier weitere<br />

Personen wegen<br />

des Verdachts des gewerbsmäßigen<br />

Betrugs und der Untreue bei der Wirtschafts-<br />

und Korruptionsstaatsanwaltschaft<br />

(WKStA). Tojner, <strong>für</strong> den die<br />

Unschuldsvermutung gilt, wird bezichtigt,<br />

dem Burgenland rund 40 Millionen<br />

Euro Schaden zugefügt zu haben.<br />

So soll etwa die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft<br />

Gesfö mit Absicht die<br />

Aberkennung der Gemeinnützigkeit<br />

verfolgt haben, um durch den späteren<br />

Verkauf der Liegenschaften satte Gewinne<br />

einzustreifen. In der Anzeige ist<br />

auch die Rede von angeblich falscher<br />

Darstellung der Vermögenswerte in<br />

den Jahresabschlüssen.<br />

Für <strong>Wien</strong>s Vizebürgermeister Dominik<br />

Nepp verleiht die Beschlagnahme<br />

Die SPÖ wollte dem Milliardär<br />

Tojner Sozialwohnungen um<br />

je 2.000 Euro verkaufen.<br />

ROT–GRÜNER SUMPF<br />

von Immobilien Tojners auf Beschluss<br />

des Straflandesgerichts den Causen<br />

Heumarkt und WBV-GFW eine „neue,<br />

dramatische Qualität“. Deshalb fordert<br />

der Freiheitliche eine Neubewertung<br />

des Heumarkt-<br />

Projekts und des<br />

aufsichtsbehördlichen<br />

Versagens<br />

in der Causa<br />

WBV-GFW. Und Nepp weiter: „<strong>Wien</strong><br />

darf nicht länger ein Eldorado <strong>für</strong> Immobilienspekulation<br />

sein. Für Tojners<br />

Projekte flossen<br />

Milch und Honig<br />

– während<br />

die <strong>Wien</strong>er sich<br />

kaum mehr eine<br />

Wohnung leisten<br />

können.“<br />

In Sachen<br />

Heumarkt-Projekt<br />

– es droht<br />

<strong>Wien</strong> die Aberkennung<br />

des<br />

UNESCO-Weltkulturerbes<br />

–<br />

musste Tojner<br />

Heumarkt: SPÖ und<br />

Grüne sind <strong>für</strong> Luxuswohnungen,<br />

nicht <strong>für</strong><br />

Sozialwohnungen<br />

im April einen Rückschlag hinnehmen,<br />

weil das Bundesverwaltungsgericht<br />

eine Umweltverträglichkeitsprüfung<br />

anordnete.<br />

Für den Durchschnittsbürger ist unerklärlich,<br />

warum Rot und Grün unbedingt<br />

einen 66 Meter hohen Betonklotz<br />

mit Luxuswohnungen durchpeitschen<br />

wollten. Und ob die im März von Landtagspräsident<br />

Wollner (SPÖ) verkündete<br />

zweijährige „Nachdenkpause“ zu<br />

einem Umdenken führen wird, muss<br />

sich erst weisen.<br />

B.T.<br />

<strong>36a</strong>/2019 | ZUR ZEIT 11<br />

Bild: heumarkt-neu.at/nightnurse images<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 08-11.indd 11 02.09.2019 10:16:26


DER NEUE FÜR WIEN<br />

Vizebürgermeister<br />

Dominik Nepp: Bürgernähe<br />

ist wichtiger als<br />

Postenschacher<br />

„Rot–Grün ist<br />

geprägt von<br />

politischem Stillstand“<br />

Vizebürgermeister Dominik<br />

Nepp (FPÖ) über die durch<br />

Rot und Grün geschaffenen<br />

Missstände in <strong>Wien</strong><br />

Bild: FPÖ<br />

Herr Vizebürgermeister, seit nunmehr neun Jahren wird<br />

<strong>Wien</strong> von Rot–Grün regiert. Wie fällt Ihre Bilanz aus?<br />

Dominik Nepp: Die rot–grüne Regierungszeit ist geprägt<br />

von politischem Stillstand, Freunderlwirtschaft<br />

und rekordverdächtiger Neuverschuldung. Vorteile<br />

<strong>für</strong> die <strong>Wien</strong>erinnen und <strong>Wien</strong>er sind dennoch keine<br />

zu erkennen. Sei es ein Sicherheitsdilemma durch<br />

die steigende Zahl von Kriminaldelikten, ein Mangel<br />

an leistbarem Wohnraum, der drohende Kollaps des<br />

<strong>Wien</strong>er Gesundheitssystems, der „Kulturkampf im<br />

Klassenzimmer“, die ungerechtfertigte Autofahrer-<br />

Abzocke – die rot–grüne Regierungszeit hat auf ganzer<br />

Linie versagt. Somit bekommt die Rathauskoalition<br />

ein Nicht genügend.<br />

Das klassische Kernthema der Freiheitlichen ist wohl die<br />

Migrationspolitik. Wo sehen Sie hier in <strong>Wien</strong> Handlungsbedarf?<br />

Nepp: Die undifferenzierte rot–grüne Willkommenspolitik<br />

hat dem politischen Islam den roten<br />

Teppich ausgerollt. <strong>Der</strong> Zuwanderungsstrom hat<br />

nicht die von Rot–Grün versprochenen Akademiker<br />

und Forscher nach <strong>Wien</strong> gelockt, sondern vor allem<br />

religiös motivierte Gewalt und Kriminalität importiert.<br />

Sichtbar wird dies in Form von gewalttätigen<br />

Ausländerbanden, die in Parks und Wohnanlagen ihr<br />

Unwesen treiben. Genauso wie die steigende Zahl von<br />

Gewalttaten auf offener Straße oder öffentlichen Plätzen.<br />

Unsere abendländische Kultur wird immer mehr<br />

12 ZUR ZEIT | <strong>36a</strong>/2019<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 12-13.indd 12 31.08.2019 12:44:03


DER NEUE FÜR WIEN<br />

in den Hintergrund gedrängt. Man<br />

muss nur mit offenen Augen durch die<br />

Stadt gehen und wird die Veränderungen<br />

erkennen. Viele <strong>Wien</strong>er fühlen sich<br />

bereits als Fremde in der eigenen Stadt.<br />

Wir wollen unsere Werte bewahren<br />

und fordern Konsequenzen <strong>für</strong> Integrationsunwilligkeit.<br />

Wer bei uns leben<br />

möchte, muss sich an unsere Regeln<br />

halten.<br />

Nicht zu übersehen ist auch, dass die<br />

Einwanderungswelle 2015 – siehe Mindestsicherung<br />

– zu einer Einwanderung in<br />

den Sozialstaat geführt hat und dass <strong>Wien</strong><br />

davon besonders betroffen ist. Ist <strong>Wien</strong> ein<br />

Schlaraffenland?<br />

Nepp: Bedauerlicherweise hat Rot–<br />

Grün <strong>Wien</strong> zum Sozialmagneten <strong>für</strong><br />

Zuwanderer gemacht, die sich hier nun<br />

in der sozialen Hängematte ein gemütliches<br />

Leben machen wollen. Sei es die<br />

Mindestsicherung, kostenloser Wohnraum<br />

oder andere Sozialgeschenke<br />

– aufkommen müssen da<strong>für</strong> die <strong>Wien</strong>er<br />

Steuerzahler. Diese soziale Ungerechtigkeit<br />

muss umgehend beendet werden.<br />

<strong>Der</strong>zeit sorgt eine Baustelle auf der Linken<br />

<strong>Wien</strong>zeile, weil ein Radweg gebaut<br />

wird, <strong>für</strong> zusätzliche Staus. Hinzu kommen<br />

Tempo-30-Zonen, sogenannte Begegnungszonen,<br />

und die Parkplätze werden immer<br />

weniger. Sind in <strong>Wien</strong> die Autofahrer zu<br />

einem Feindbild geworden?<br />

Nepp: Es ist kein Geheimnis, dass<br />

die grüne Verkehrspolitik sowohl unter<br />

Stadträtin Vassilakou als auch ihrer<br />

Nachfolgerin Hebein vom blanken Autofahrerhass<br />

Rot–Grün macht bedauerlicherweise<br />

Sozialmanagement<br />

<strong>für</strong> Zuwanderer.<br />

geprägt ist.<br />

Künstliche<br />

Staus, Parkplatzverbauung<br />

und ein Baustellendschungel sorgen<br />

<strong>für</strong> Schikanen im Individualverkehr.<br />

Das Krankenhaus Nord war doppelt so<br />

teuer wie geplant, und es gab Korruptionsvorwürfe.<br />

Ist dieses Spital ein Sittenbild des<br />

rot–grünen <strong>Wien</strong>?<br />

Nepp: Ja. Freunderlwirtschaft und<br />

Verschwendung von Steuergeld scheint<br />

der Motor der rot-grünen Politik zu<br />

sein. So wurde über viele Jahre hinweg<br />

eine Fehlentscheidung nach der anderen<br />

getroffen – alles auf Kosten der<br />

<strong>Wien</strong>er Steuerzahler. Die einjährige<br />

U-Kommission, die eigentlich <strong>für</strong> lückenlose<br />

Aufklärung der Causa sorgen<br />

hätte können, wurde bedauerlicherweise<br />

zur Vertuschungs-Kommission der<br />

Roten. Akten wurden geweißt, Zeugen<br />

konnten aufgrund dubioser Ausreden<br />

nicht zeitgerecht befragt werden – vom<br />

angeblichen Aufklärungswunsch war<br />

hier nicht viel zu erkennen.<br />

Im Herbst 2020 wird in <strong>Wien</strong> wieder<br />

gewählt. Welche Ziele bzw.<br />

welche Visionen haben Sie <strong>für</strong><br />

<strong>Wien</strong>, damit es wieder besser<br />

wird?<br />

Nepp: Wir werden den erfolgreichen<br />

Weg der FPÖ <strong>Wien</strong> weitergehen.<br />

<strong>Der</strong> Zusammenhalt innerhalb<br />

der freiheitlichen Familie ist nach den<br />

bösartigen Angriffen rund um die Causa<br />

Ibiza stärker als je zuvor. Mit dieser<br />

Voraussetzung wollen wir die Themen<br />

nicht nur ansprechen, sondern auch<br />

mutige Maßnahmen auf den Weg bringen,<br />

um den rot–grünen Stillstand zu<br />

durchbrechen. Wir sagen, was Sache<br />

ist. Wir bleiben unseren Themen und<br />

Überzeugungen treu und werden weiterhin<br />

Politik im Sinne der <strong>Wien</strong>erinnen<br />

und <strong>Wien</strong>er machen. ♦<br />

<strong>36a</strong>/2019 | ZUR ZEIT 13<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 12-13.indd 13 31.08.2019 12:43:28


ROT–GRÜNER SUMPF<br />

Bild: <strong>ZZ</strong>/Archiv<br />

<strong>Wien</strong> wird anders!<br />

U<br />

nd wie, muss man hinzufügen, schaut man sich die<br />

Veränderungen in der Bevölkerung an. Mit der Mas-<br />

seneinwanderung 2015 hat sich auch in <strong>Wien</strong> einiges<br />

verschoben. Obwohl die Asylsuchenden auf die Bundesländer<br />

aufgeteilt wurden, ist doch ein Großteil in<br />

<strong>Wien</strong> gelandet.<br />

Mittlerweile<br />

leben nen ausländischer Herkunft, das<br />

(Statistik entspricht ca. 40,2 Prozent.<br />

2018) rund<br />

760.000 Personen ausländischer Herkunft in <strong>Wien</strong>. Das<br />

sind 40,2 Prozent der gesamten <strong>Wien</strong>er Bevölkerung<br />

von knapp 1,9 Millionen Einwohnern. Demographischen<br />

Berechnungen zufolge wird 2030 bereits mehr<br />

als die Hälfte der <strong>Wien</strong>er Bevölkerung ausländischer<br />

Herkunft sein. Das allerdings nur auf Grundlage der<br />

Entwicklung der Geburtsraten. Sollte es zu einer neuerlichen<br />

Migrationswelle kommen, wird dieser Wendepunkt<br />

noch viel früher erreicht. In den Bezirken<br />

Rudolfsheim-Fünfhaus (53,6 Prozent Ausländer) und<br />

In <strong>Wien</strong> leben 760.000 Perso-<br />

Brigittenau (50,1 Prozent) sind die Mehrheitsverhältnisse<br />

bereits gekippt. An der Schwelle befinden sich<br />

auch schon Margareten (48,3 Prozent) und Favoriten<br />

(47,8 Prozent). ♦<br />

VON WALTER TRIBUTSCH<br />

Was <strong>Wien</strong>s Bürgermeister Ludwig<br />

sich mit dem sogenannten <strong>Wien</strong>-Bonus<br />

als Errungenschaft <strong>für</strong> die <strong>Wien</strong>er<br />

Einwohner hinstellen möchte, ist<br />

bei näherer Betrachtung eine gewaltige<br />

Benachteiligung der Österreicher.<br />

Bereits unter Bürgermeister Michael<br />

Häupl hatte der damalige<br />

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig<br />

2015 das sogenannte Wohnticket <strong>für</strong><br />

die Anwartschaft auf eine Gemeindewohnung<br />

eingeführt. Danach<br />

wurden Einwohner, unabhängig von<br />

ihrer Staatsbürgerschaft, begünstigt,<br />

die schon länger in <strong>Wien</strong> gemeldet<br />

waren. Bis zu neun Monate Vorreihung<br />

auf der Bewerberliste können<br />

auf diese Art erworben werden, egal<br />

ob man in <strong>Wien</strong> Steuer zahlt, arbeitslos<br />

gemeldet ist oder als Asylant hier<br />

seinen Aufenthalt hat. Nicht berücksichtigt<br />

werden dagegen österreichische<br />

Staatsbürger, die in <strong>Wien</strong> nur<br />

zweitgemeldet sind. Etwa weil sie als<br />

Studenten aus den Bundesländern<br />

nach <strong>Wien</strong> gekommen sind oder weil<br />

14 ZUR ZEIT | <strong>36a</strong>/2019<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 14-15.indd 14 31.08.2019 12:49:25


sie als Pendler Woche <strong>für</strong> Woche von ihrem<br />

Wohnort außerhalb von <strong>Wien</strong> in die<br />

Bundeshauptstadt zur Arbeit kommen.<br />

Kein Wunder, dass das die Kritik<br />

der FPÖ auf den Plan ruft. Vizebürgermeister<br />

Dominik Nepp spricht von einem<br />

eindeutigen Täuschungsmanöver:<br />

„… dieser (der <strong>Wien</strong>-Bonus, Anm.) ist<br />

aus unserer Sicht nichts mehr als eine<br />

Schleuse <strong>für</strong> Nicht-Österreicher in die<br />

<strong>Wien</strong>er Gemeindebauten.“<br />

Schon die offiziellen Zahlen geben<br />

ihm Recht. Das „Einschleusungprogramm“<br />

der <strong>Wien</strong>er SPÖ hat bereits<br />

bewirkt, dass bereits jeder vierte Bewohner<br />

eines Gemeindebaus in <strong>Wien</strong> nicht<br />

mehr österreichischer Staatsbürger ist.<br />

Und dieser Trend<br />

wird nun verstärkt<br />

weitergehen.<br />

<strong>Wien</strong>-Bonus:<br />

Benachteiligt werden<br />

Zweitwohnsitz-<strong>Wien</strong>er<br />

<strong>Wien</strong>-Bonus: Malus <strong>für</strong> Inländer<br />

FPÖ-Vizebürgermeister Dominik Nepp<br />

kritisiert Ludwigs „<strong>Wien</strong>-Bonus“<br />

Mit Ludwigs<br />

<strong>Wien</strong>- besser genannt<br />

„Ausländerbonus“ werden nun<br />

auch die Arbeitsplätze der Gemeinde<br />

Bild: fl ickr.com<br />

bevorzugt nicht etwa an Personen mit<br />

österreichischer Staatsbürgerschaft<br />

vergeben, sondern eben von der Aufenthaltsdauer<br />

abhängig gemacht.<br />

Hier geht es um 3.000 Jobs jährlich,<br />

die die Gemeinde zu vergeben hat, und<br />

um weitere 1.000 bei den Stadtwerken.<br />

Dazu kommen 1.000 Lehrstellen pro<br />

Jahr. Bei all diesen werden Personen<br />

mit Hauptwohnsitz <strong>Wien</strong>, unabhängig<br />

von ihrer Staatsbürgerschaft, bevorzugt,<br />

Pendler aus Niederösterreich<br />

oder dem Burgenland müssen sich<br />

aber hinten anstellen. Das heißt bei<br />

gleicher Qualifikation bekommt im<br />

roten <strong>Wien</strong> ein Ausländer, der hier<br />

hauptgemeldet ist, den Vorzug vor einem<br />

Österreicher, der beispielsweise<br />

in Klosterneuburg wohnt.<br />

Das Kalkül von Ludwig und der SPÖ<br />

liegt auf der Hand: Von den Zugezogenen,<br />

die ihren<br />

Hauptwohnsitz<br />

in <strong>Wien</strong> haben,<br />

kann sich die<br />

SPÖ, wenn im<br />

nächsten Schritt das Ausländerwahlrecht<br />

auf Landesebene kommt, Wählerstimmen<br />

erwarten, von Niederösterreichern<br />

oder Burgenländern eher nicht. ♦<br />

Pendler aus Niederösterreich<br />

oder dem Burgenland müssen<br />

sich hinten anstellen.<br />

<strong>36a</strong>/2019 | ZUR ZEIT 15<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 14-15.indd 15 31.08.2019 12:49:45


Schikanen mit Methode<br />

Das Leid der Autofahrer im rot–grünen <strong>Wien</strong><br />

Bild: Wikimedia/My Friend<br />

Wir sind es gewohnt. Wann immer<br />

die öffentliche Hand Geld benötigt,<br />

werden entweder die Raucher oder,<br />

und das in noch größerem Ausmaß,<br />

die Autofahrer herangezogen. Und das<br />

ganz besonders in <strong>Wien</strong>. Kein Wunder,<br />

schließlich hat deren „Schikanieren“ ja<br />

Methode.<br />

Die rot–grüne Verkehrspolitik gab<br />

immer schon ganz offen zu, den Autoverkehr<br />

auf ein Minimum reduzieren<br />

zu wollen. Schon der Verkehrsmasterplan<br />

2003 sah vor, dass der motorisierte<br />

Individualverkehr auf 25 Prozent aller<br />

Wege reduziert werden solle. Das heißt,<br />

dass drei Viertel der Verkehrsflächen<br />

in der Bundeshauptstadt von den Autofahrern<br />

nicht genutzt werden sollen.<br />

Auch in dem verbleibenden Teil wird<br />

den Autofahrern das Leben so schwer<br />

wie nur möglich gemacht. Flächendekkende<br />

Dreißiger-Zonen, schikanöse<br />

Einbahnregelungen, Bevorzugung von<br />

Radfahrwegen, die Vernichtung von<br />

Parkplätzen, die Errichtung sogenannter<br />

Begegnungszonen, all das sorgt da<strong>für</strong>,<br />

dass dem Bürger die Benutzung<br />

des eigenen, oft beruflich notwendigen<br />

Fahrzeuges in <strong>Wien</strong> verleidet, wenn<br />

nicht gar unmöglich gemacht wird.<br />

Dazu kommt die finanzielle Mehrbelastung.<br />

Immer mehr Bezirke werden<br />

zu Bezahlzonen. Um sein Fahrzeug parken<br />

zu können, müssen die Autofahrer<br />

doppelt zahlen. War es vor Übernahme<br />

der Verkehrsagenden durch die grüne<br />

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou<br />

nur die Brigittenau von den Bezirken<br />

außerhalb des Gürtels, die <strong>für</strong>s Parken<br />

noch zusätzliche Parkgebühren einhoben,<br />

so sind es jetzt bereits 18 Bezirke,<br />

wo <strong>für</strong> das Parken bezahlt werden muss.<br />

Und es werden noch weitere dazu kommen,<br />

wenn sich in der <strong>Wien</strong>er Regierung<br />

nichts ändert.<br />

Dabei bezahlten die Autofahrer ohnehin<br />

schon genug <strong>für</strong> den Parkraum.<br />

Ursprünglich war die Mineralölsteuer<br />

noch zweckgebunden. Sie sollte <strong>für</strong> die<br />

Parkraumbewirtschaftung verwendet<br />

werden. Statt mit dem Geld, das täglich<br />

in die öffentlichen Kassen fließt,<br />

16 ZUR ZEIT | <strong>36a</strong>/2019<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 16-17.indd 16 31.08.2019 13:00:03


ROT–GRÜNER SUMPF<br />

die triste Parkplatzsituation in <strong>Wien</strong><br />

zu verbessern, werden die Millionen<br />

da<strong>für</strong> herangezogen, Budgetlöcher<br />

zu stopfen. Die Autofahrer müssen<br />

aber neben der Mineralölsteuer nun<br />

vermehrt auch<br />

noch <strong>für</strong> die<br />

Parkgebühren<br />

aufkommen.<br />

Begegnungszone (hier: Lange Gasse):<br />

Hohe Kosten, wenig Nutzen<br />

Über die Parkgebühren<br />

kommen bis zu 170 Mio. Euro<br />

in die <strong>Wien</strong>er Stadtkasse.<br />

Und diese<br />

werden auch nicht <strong>für</strong> die Autofahrer<br />

verwendet. Jährlich fließen über die<br />

sogenannte Parkraumbewirtschaftung,<br />

also über die eingehobenen Parkgebühren<br />

160 bis 170 Millionen Euro<br />

in die <strong>Wien</strong>er Stadtkasse. Das Geld<br />

wird in erster Linie <strong>für</strong> Radwege und<br />

die öffentlichen Verkehrsmittel verwendet.<br />

Lediglich<br />

acht Prozent<br />

davon werden<br />

<strong>für</strong> Maßnahmen<br />

ausgegeben, die<br />

den Autofahrern zugutekommen.<br />

Hier tanzen in der Kommunalpolitik<br />

ganz eindeutig die Rathaussozialisten<br />

Bild: Wikimedia/Funke<br />

am Gängelband<br />

der Grünen.<br />

Vor Übernahme<br />

des Verkehrsressorts<br />

durch<br />

Vassilakou waren<br />

es immerhin<br />

noch gut 50 Prozent<br />

der Einnahmen<br />

aus den<br />

Parkgebühren,<br />

die <strong>für</strong> die Autofahrer<br />

verwendet<br />

wurden.<br />

W. T.<br />

„Begegnungszonen“<br />

Die Diskussion um die Umgestaltung<br />

der Mariahilfer Straße<br />

hat es ans Licht gebracht. In <strong>Wien</strong><br />

ist nicht das Auto die heilige Kuh,<br />

sondern dessen Verdrängungsmaßnahmen.<br />

Ausgehend von der grünen<br />

Ideologie soll der Individualverkehr<br />

und damit ein Stück persönliche<br />

Freiheit weitgehend abgeschafft werden.<br />

Um diese an sich unpopuläre<br />

Maßnahme den Bürgern schmackhaft<br />

zu machen, haben Grün–Rot<br />

da<strong>für</strong> eine freundliche Bezeichnung<br />

gefunden: Die Begegnungszone. <strong>Der</strong><br />

Verkehr wird dadurch nicht weniger,<br />

sondern nur umgeleitet, und die<br />

Anrainer wissen nicht mehr, wo sie<br />

ihre Autos abstellen sollen. <strong>Der</strong>zeit<br />

gibt es acht umfunktionierte Straßenabschnitte<br />

mit einer Gesamtlänge<br />

von 2.230 Metern und Errichtungskosten<br />

von rund 35 Mio. Euro.<br />

Bis zum Jahr 2020 sollen drei weitere<br />

mit geschätzten Kosten von rund<br />

15 Mio. Euro dazu kommen. ♦<br />

<strong>36a</strong>/2019 | ZUR ZEIT 17<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 16-17.indd 17 31.08.2019 13:17:45


ROT–GRÜNER SUMPF<br />

Von Alkohol<br />

und Drogen<br />

Sozialstadtrat Hacker (SPÖ) setzt auf<br />

eine verfehlte Drogen-Politik<br />

DIe Drogen-Brennpunkte<br />

in <strong>Wien</strong><br />

haben sich nur<br />

verlagert<br />

Die rot–grüne Drogenpolitik<br />

sorgt nur <strong>für</strong> Verlagerung,<br />

nicht <strong>für</strong> eine Lösung.<br />

Stolz verkündete Sozialstadtrat Peter Hacker den angeblichen<br />

Erfolg des Alkoholverbots am Praterstern. Auf dem Verkehrsknotenpunkt<br />

trafen sich seit Jahren Säufer und Junkies, was zu<br />

entsprechenden Belästigungen der Fahrgäste geführt hatte. Nun<br />

mag die Freiluftspelunke<br />

trockengelegt<br />

worden sein, doch<br />

wer sich einmal mit<br />

Stadtgeographie beschäftigt<br />

hat, weiß, dass sich Brennpunkte lediglich verlagern; war<br />

der Praterstern doch nur das, was vorher der Karlsplatz war. Und<br />

nun trifft sich die Szene eben am Bahnhof Floridsdorf.<br />

Nicht anders verhält es sich mit der Drogenszene, die vom Dealer<br />

bis zum Konsumenten jahrelang am Westbahnhof abhing. Nachdem<br />

dieser dank kostenfreien Internets von sogenannten Flüchtlingen<br />

in Beschlag genommen wurde, traf man sich eben an der<br />

Josefstädter Straße, am Gumpendorfer- und nun eben am Margaretengürtel.<br />

Bild: media.tag24.de<br />

18 ZUR ZEIT | <strong>36a</strong>/2019<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 18-19.indd 18 31.08.2019 13:19:50


ROT–GRÜNER SUMPF<br />

Soziale Probleme und Brennpunkte<br />

lassen sich durch Polizeiaufmärsche<br />

genauso wenig austrocknen wie durch<br />

gutmenschlich bewegte Sozialarbeiter<br />

– sie gehören überall auf der Welt zum<br />

urbanen Raum dazu. Sie aber wegzuleugnen,<br />

ist eine Gesellschaftsromantik<br />

der Stadtregierung, die in ihren Millionärsquartieren<br />

zwischen Josefstadt und<br />

Döbling gut reden hat.<br />

Ein Alkohol- und Waffenverbot zu<br />

verhängen, ist nichts weiter, als eine<br />

Sankt-Florians-Taktik, die lediglich<br />

Symptome versucht zu bekämpfen, in<br />

der Hoffnung, die Gestrandeten würden<br />

sich wirklich an Rechtsnormen halten,<br />

an den Ursachen aber völlig vorbeigeht.<br />

Wichtiger als eine konsequente Strafverfolgung,<br />

ein personeller Ausbau der<br />

Polizei und überhaupt die Schaffung<br />

von lebensmöglichem Wohn- und Arbeitsraum<br />

sind <strong>Wien</strong> etwa schwule Ampelmännchen,<br />

bunte Zebrastreifen oder<br />

ein neues Logo, das dem alten gleicht. ♦<br />

<strong>Wien</strong> prahlt mit geringer Verbrechenszahl<br />

Schönung der Statistik<br />

<strong>Wien</strong> vermeldet den Rückgang von Strafanzeigen<br />

um fast 15 Prozent. Das mag schön klingen, jedoch<br />

ist zu berücksichtigen, dass längst nicht jedes Delikt zur<br />

Anzeige gebracht wird. Vor allem Drogen-, Gewalt- und<br />

Sexualdelikte haben eine enorme Dunkelziffer. Allein an<br />

Schulen kam es zu fast 300 Anzeigen, was statistisch mehr<br />

als eine Gewalttat pro Schultag bedeutet.<br />

Allein bei Morddelikten war ein Anstieg von 35 Prozent<br />

zu beobachten, davon 19 in <strong>Wien</strong>; zum Jahresanfang<br />

verging keine Woche, wo in Österreich keine Frau umgebracht<br />

worden ist. Mit ihrem Bevölkerungsanteil von „nur“<br />

25 Prozent sind Migranten jedoch <strong>für</strong> 62 Prozent aller Morde<br />

verantwortlich. Etwa die<br />

Hälfte aller Haftinsassen hat<br />

keinen österreichischen Pass.<br />

Auch wenn die Nennung<br />

der Nationalität bei Tatverdächtigen<br />

und Kriminellen<br />

in Österreich bisher nicht<br />

grundsätzlich verboten war,<br />

sondern nach den Richtlinien<br />

des Presserats im Ermessensspielraum<br />

der berichtenden<br />

Journalisten lag,<br />

wurde in den heimischen<br />

Medien oft der Aufenthaltsstatus<br />

und die Herkunft krimineller<br />

Ausländer nicht<br />

genannt.<br />

♦<br />

Bild: ourwatch.org.uk<br />

<strong>36a</strong>/2019 | ZUR ZEIT 19<br />

<strong>ZZ</strong> <strong>36a</strong>_2019 Sonderheft Seite 18-19.indd 19 31.08.2019 13:09:04


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