Ballonbilder und Kunst

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Meine erste Ballonfahrt 1985. Aufnahme eines Feldes mit sehr merkwürdigem, unerklärlichem „Loch“.

Bei den Aufnahmen aus dem Ballon – auch bei späteren Fahrten - interessierten mich die bisher nie von

mir gesehenen Strukturen der Landschaften, die wie abstrakte Bilder wirkten.


Nun sehe ich zum ersten Mal fast 20 Jahre nach meinen Aufnahmen Bildbände von Yann Arthus Bertrand

und von Bernhard Edmaier. Nicht schlimm. Schlimm wäre nur, wenn diese Idee schlecht realisiert würde.

Denn es kommt letztlich nur für den Markt darauf an, wer etwas macht. Für die Idee ist entscheidend, dass

sie realisiert wird, und zwar gut.

Und ausserdem habe ich seit 25 Jahren so viele Mappen mit angefangenen, tollen Ideen, dass kein Neid

auf andere aufkommt.

Ein Beispiel für eine ganz schlecht, einfallslos und nur kommerziell realisierte Idee ist der Kassenschlager

„NUDES“ von Herrn Thomas Ruff. Dabei ist „NUDES“ für diese Pornos schon ein bescheuerter Titel!

Und meine Landschafts-Abstraktionen (s.u.), die ich mit meiner ersten Kamera Voigländer 1956 mit 15

Jahren machte, findet man zwar heute auch bei bekannten Fotografen, aber auch tausendfach sehr gut im

Internet von Amateuren. Also stürze ich mich auf ganz anderen, neue Felder.


Nun, liebe Frau Harig, möchte ich aber endlich auf das Bild von Lilia zu sprechen kommen. Warum finde

ich es schön? Weil es spannungsvoll ist, einen Kontrast zwischen dem langen Hals (oder Baumstamm)

und dem Kopf mit Augen (oder Baumkrone) zeigt.

Wenn man sie mit Stiften und Farben hätte agieren lassen, wäre vielleicht etwas herausgekommen, wie

ich es bewusst krakelig am Computer in drei Minuten gemacht habe. Ich finde ganz wichtig, dass man so

einem Kind immer wieder sagt, dass es toll ist, wenn es die Phantasie gebraucht. Egal, ob es „richtig“ nach

unseren Vorstellungen ist. Grüßen Sie sie bitte.

Und hier habe ich meine beliebten Vergleiche von „Weltkunst“ (Motherwell) und einem Kinderbild. Die

Frage ist dabei: was ist das Kinderbild? Von solchen Beispielen habe ich viele. Sie verunsichern mich.


Experimentieren ist das Wichtigste. Das schafft einen breiten Horizont, der später auch qualifizierte Urteile

ermöglicht. Toll, dass auch Ihre Mutter davon so begeistert ist.

Grüße aus Düsseldorf von Manfred Spies

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