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connect

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connect



einleitung

kunst

zusammen

gelegenheiten

touch me (not)

unterwegs

draußen

tanzbar_bremen


einleitung

connect:


Los geht´s!

gemeinsam.

kreativ.

arbeiten.

Probieren!

Tanzen, Lachen,

Reisen, Ideen umsetzen,

Scheitern, Finden,

Schütteln, Tippen, Tasten,

Entdecken, Rollen, Schwingen,

Stolpern, Zuhören, Gleiten, Rasen,

Reden, Toben, Fragen, Spielen,

Fühlen, Gebärden, Locken, Vermitteln,

Schaffen, Äußern, Verstehen, Kreisen,

Schleudern, Verweilen, Gleiten, Entwickeln,

Auskosten!


connect ist ein dreijähriges Projekt von tanzbar_bremen,

gefördert durch die Aktion Mensch.

Hier arbeitet ein Team

von Künstler:innen professionell zusammen,

um Kunst und Kultur zu schaffen,

zu entwickeln und für möglichst viele Menschen

erlebbar zu machen.

connect heißt verbinden.

In dem Wort connect findet sich unsere

Arbeitsweise wieder:

Viele Themen miteinander verbinden.

Körperlich verhandeln.

Ausprobieren. Gemeinsam und aktiv gestalten.

Mit dieser Broschüre bringen wir unsere Erfahrungen

in eine bunte Form und teilen Gedanken, Bilder, Fragen und

Erlebnisse aus unserer künstlerischen Arbeit.


Eine Einladung zum Tanz!

Eine Aufforderung, gemeinsam zu gestalten!

Eine ernsthafte Bitte zu probieren, zu bewegen,

zu lachen, zu erfahren!


kunst

connect:


gemeinsam.

kreativ.

arbeiten.


Die Künstler:innen von tanzbar_bremen tanzen

und spielen drinnen und draußen, auf Bühnen, in Sälen

oder Schulturnhallen, im Stadtraum oder im Grünen.

Für Tanztheaterpublikum und Passanten,

für Kinder, Jugendliche, Menschen allen Alters.

Vor Ort und auswärts in vielen Ländern. Im Ensemble, solo

oder zu zweit. Miteinander, mit anderen Kompanien, kleinen

und großen Projektgruppen.

Ihre Produktionen sind so unterschiedlich wie ihre

Persönlichkeiten. Die Formen und Inhalte ihres Schaffens

bewegen und verändern sich, genau wie das Leben selbst.


Doch ob Tanzstück, Clownsshow, Straßentheater,

choreografierte oder improvisierte Szenen,

Interventionen oder Mitmachangebote,

alles eint ein gemeinsamer Kern.

Und zwar das, was einen Hüpfer oder Hüftschwung,

ein Lachen, Umarmen oder Wortgefecht,

eine Balance oder Drehung zu Kunst macht:

das Wissen und der Willen,

mit den eigenen Körpern

und Stimmen Momente zu gestalten.

In denen Akteure wie Zuschauende

etwas erleben, das sie sonst

nicht gespürt und

erfahren hätten.


Ballroombusters: ein Tanzstück von und mit 6 Tänzer:innen

Bewegungen stiften einander an, setzen sich fort, verlieren sich

im nächsten Tanz, geraten durcheinander und sortieren sich

wieder. Einzelne Tänzer:innen preschen mutig voran, weichen

zaghaft zurück oder brillieren solo, Paare und Gruppen finden,

unterstützen oder sabotieren einander und tauchen wieder in

gemeinsame Rhythmen ein.

Mal wild, mal besonnen pulsiert der Schwarm im Spiel mit

Annäherungen und Abgrenzungen, Anfassen und Loslassen,

Auf- und Überforderungen, Erwartungen und Überraschungen.

Stets ungewiss, wer wann Lady, Gentleman, von beidem

etwas oder nichts davon ist, entspinnt sich ein frohgemutes

Werk zeitgenössischer Straßentanzkunst, das mit seinen

Zusammenklängen und Dissonanzen viel davon erzählt,

wie wir miteinander leben. (Maja Maria Liebau)


Straßentheater



Straßentheater

Föhnfrisuren: ein Straßenperformance - Duett

Zwei Männer, zwei Akku-Laubbläser, eine Handvoll Kostüme,

ein Tusch, und los geht der Spaß mit dem Wind auf Knopfdruck:

„FöhnFrisuren“ ist ein kühn charmanter Streifzug durch die

erstaunlichen Potenziale der dröhnenden

Pusterohre – und zugleich durch die schönsten

wehenden Haarschöpfe, Heldencapes und

Rockzipfel Hollywoods.

Zu passenden Sounds der Filmgeschichte

und groovenden Beats performen die Akteure

herzergreifende Leinwandszenen,

abenteuerliche Flugnummern,

sportliche Matches und allerlei Überraschungen.

(Maja Maria Liebau)


Zauderhaft: ein Tanzduett

Zauberhaft, die schwarzen Kleider bis zum Boden.

Das hat mir gut gefallen. Auf der Bühne haben die Tänzerinnen

manchmal auch ganz still auf einer Position gestanden,

das war auch spannend.

Es war auch interessant, wie Adriana getanzt hat und Neele

ruhig auf ihrer Position stehen blieb. Später beginnt Neele sich

auf der Stelle zu bewegen, zuerst für sich allein, dann auf

Adriana bezogen, immer wieder Nähe und dann Distanz suchen.

Das war bezaubernd anzuschauen.

Besonders, als die beiden Tänzerinnen sich die schwarzen Kleider

ausgezogen haben und in kurzen Hosen getanzt haben.

Die zackigen Bewegungen mit dem Oberkörper

von Adriana waren für mich reizvoll anzuschauen.

(Till Krumwiede)


Auf der Bühne

Tomas, was interessiert dich beim Choreografieren?

„ Ich bin immer auf der Suche nach einer Schönheit,

die im Verborgenen liegt, die sich nicht sofort aufdrängt,

dann aber umso mehr glänzt.“ (Tomas Bünger)


Susanne, wie hast du das Tanzstück

„Erinnerungen schwirren“ entwickelt ?

Das gemeinsam bestimmte Thema

„Erinnerungen“ bietet unendlich viele Möglichkeiten des

Zugangs. Ich habe mich für Fotos von Vivian Maier

entschieden, die ich schon längere Zeit kenne und die in

mir eine nostalgische Sehnsucht anklingen lassen.

Die Bilder aus dem Amerika der Zeit nach dem

2. Weltkrieg erzählen von Liebe, Armut, Einsamkeit

und unterschiedlichsten Leben mit einem

schonungslosen und doch zärtlichen Blick.


Auf der Bühne

„Erinnerungen schwirren“ ist eins von drei Tanzstücken des

internationalen Kooperationprojektes „Ich war einmal. Nun bin ich.“

BewegGrund (Schweiz), danza mobile (Spanien)

und tanzbar_bremen haben gemeinsam

zum Thema Erinnerungen gearbeitet.

Zusammen mit Neele, Corinna und Oskar haben wir

einige der Bilder angeschaut und uns dann auf die

Suche nach eigenen Erinnerungen gemacht.

Wir haben ausprobiert, wie wir Erinnerungen in Bewegung

umsetzen können und welche Musik wir dazu brauchen.

Zudem waren die Texte von Neele und Esther wichtig, die

ihre Gedanken zum Thema wiedergeben und als Fragmente

und tanzende Buchstaben ins Stück eingeflossen sind.

(Susanne Schneider)


„Wir haben beim Straßentheater viel Platz.

Beim Straßentheater öffnet sich was.

Ich kann die Begeisterung der Leute mehr spüren.

Ich habe auch ein gutes Gefühl, wenn das Publikum

zwischendurch klatscht. Das ist im Theater nicht so.“

(Neele Buchholz)


Spielen auf der Straße

„Viele Menschen,

die möglicherweise nicht

dafür ins Theater gekommen wären,

können so unsere Kunst anschauen.“

(Corinna Mindt)

„Es ist leichter, zu spielen, wenn ich alle

Leute sehen kann. Da kommt man sich näher.

Beim ersten Mal, als ich auf Leute direkt zugehen

sollte, habe ich mich nicht so getraut.

Jetzt habe ich da richtig Spaß dran,

mit den Leuten zu improvisieren.“

(Oskar Spatz)


„Tanz ist für mich Leidenschaft,

Körpersprache und Kampfgeist.“ (Neele Buchholz)

„Die Vielfalt, in der sich Tanz äußern kann!

Die Möglichkeit mit unserem Körper aktiv zu wirken.

In der Bewegung, im Moment, im Kontakt, im Raum,

im Tanz!“ (Adriana Könemann)

„Tanz ist für mich ein sehr unmittelbares Medium.

Es geht direkt von Körper zu Körper, von Herz zu Herz und

eröffnet einen weiten Interpretationsspielraum,

der zwischen den Performer:innen auf der Bühne

und dem Publikum immer wieder neu

ausgelotet werden kann.“

(Birgit Freitag)


„Für den Tanz suche ich nach Bühnensituationen,

und Atmosphären, die mit emotionaler Berührung den

Zuschauenden in die Arbeit einbinden. Das Ausloten

des Machbaren, durch ein Ausdehnen von Grenzen und

nicht durch Grenzüberschreitung.“ (Günther Grollitsch)

Tanz


Ein Interview mit Lars Mindt - die Clownerie als Kunstform:

Was bedeutet das für dich?

Clownerie ist für mich eine eigene Ausdrucksform,

genau wie Tanz, Musik oder Theater, beziehungsweise

jede andere Art von Kunst.

Inhaltlich arbeitet man dabei mit Gefühlen,

Konflikten und deren für den Zuschauenden oft

lustigen Lösungen.

Was steckt für dich in der Clownsfigur?

Einerseits ist die Clownsfigur für mich eine

Kunstfigur, die auf einer Bühne eine bestimmte,

vorbereitete und geprobte, clowneske Nummer darstellt,

wie wir es zum Beispiel aus dem Zirkus kennen.


Clownerie

Andererseits ist die Clownsfigur auch ein:e Spieler:in, die jeden

Moment aus sich selbst schöpft und Dinge aufzeigt, wie sie

auch anders ablaufen, beziehungsweise betrachtet und dann

wiederum neu angeschaut werden können.

Dadurch kann der:die Betrachter:in sehen, wie er:sie sich selbst

im Alltag verhält. Und weil der Clown es anders macht, kann man

ernsthaft sein Verhalten hinterfragen oder sich selbst entdecken

und über sich lachen.


Wozu, glaubst du, brauchen wir Humor?

Humor ist entscheidend, um lachen zu können.

Lachen ist wichtig, um loszulassen.

Loslassen ist wichtig, damit etwas heilen kann.

Humor macht es außerdem möglich, in Beziehung zu

gehen und aus der Fülle der Möglichkeiten eine zu wählen,

und daraus zu lernen.

Was möchtest du Menschen „zeigen“,

wenn du clowneske Stücke schaffst?

Ich lege viel Wert darauf, den eigenen, ganz persönlichen Umgang

mit Spielkonflikten und deren Lösungen darzustellen und zu zeigen.

Es gibt keine Schablone für Konfliktlösungen. Die Lösungen

und der Umgang mit Konflikten sind sehr unterschiedlich, kreativ

und individuell.


Clownerie

Ich wünsche mir, dass die Zuschauer:innen für den Umgang mit

Menschen, Situationen und Konflikten eine Neugierde entwickeln

und sich dem öffnen.

Etwas anderes, das ich in meinen Produktionen auch zeigen

möchte, sind solche „verrückten, schrägen oder lustigen“

Ideen, die dazu führen, dass die Zuschauer:innen das Bedürfnis

verspüren: „Das möchte ich auch machen“, bzw. „da möchte ich

auch mitmachen“.

Am liebsten ist mir jedoch, dass das Publikum lacht, am

besten laut und unkontrolliert, wobei ich nicht glaube, dass man

so eine Reaktion forcieren kann, also etwas „zeigen“ kann, damit

das Publikum auch garantiert lacht.

Für Spieler:innen und Publikum strebe ich immer die Möglichkeit

einer guten, gemeinsamen und lustvollen Erfahrung an.

Ein gemeinsames „Abtauchen“ in den Moment, sozusagen.


Kleiner Daumen geht auf Reisen:

ein Stück für Kinder von 3-6 Jahren

mit Tanztheater und Gebärdensprache


Für junges Publikum

Der kleine Daumen, der hier auf Reisen geht,

ist neugierig, offen für alles und will viel entdecken.

Wenn hier der Wald lebendig wird und der Daumen

neue Freunde findet, dann ist das: ein Kinderspiel!

Eine Geschichte über Neugier,

Freundschaft und die Lust am Miteinander.

Verstehen kann man sich auch ohne Worte.

Ein Stück zum Schauen und Mitmachen.

(aus der Stückbeschreibung) .

„Alle Kinder waren gebannt. Die Kinder haben toll mitgemacht,

waren einbezogen. Das fanden wir super.“

(Feedback Kindergartenleitung)


„Ich mag es,

für Kinder zu spielen.

Einige sind ruhig, andere eher laut.

Wenn es von außen laut ist,

dann kann man sich nicht so gut konzentrieren.

Die Kinder haben dann auch Sachen dazwischengerufen.

Das ist anders als bei den Erwachsenen.“ (Oskar Spatz)

„Kinder sind begeistert,

dass ich auf der Bühne lustige Tänze tanze.

Kinder lachen mit. Kinder mögen mich.

Und ich mag Kinder. Und Kinder kommen auf mich zu,

fragen, wie ich heiße, wie alt ich bin. Kinder sind

interessiert an mir und wollen mit mir spielen. Denen

ist es egal, dass ich eine Behinderung habe. Das ist

für mich eine gute Erfahrung.“ (Neele Buchholz)


Für junges Publikum

Hai Herr Fischer:

ein Tanztheaterstück

für Kinder im Grundschulalter

„Wenn wir für Kinder entwickeln und

spielen, dann sollten wir das so machen,

dass es witzig ist und dass die Kinder lachen!

Ich finde es schön, das Gefühl, Kinder an die Hand

nehmen zu können. Für die Erwachsenen ist es anders.

Die haben Spaß gehabt, uns anzuschauen.

Ab und zu haben sie gelacht. Die Erwachsenen sind

anders als die Kinder. Die haben andere Meinungen

und ernsthafte Kommentare. Die sind, um uns

zu helfen. Die Kinder haben auch ihre Meinung.

Die zeigen sie anders. Nicht über Worte.“

(Adrian Wenzel)


zusammen

connect:


gemeinsam.

kreativ.

arbeiten.


Eine Hebefigur tanzen, einen Kurs anleiten, mit

verschiedenen Choreograf:innen oder in internationalen

Kooperationen arbeiten, ein Stück entwickeln,

als Techniker:in mitwirken, Termine planen.

Für all das und vieles mehr ist das Zusammenspiel der

Beteiligten wesentlich. Vom winzigen Augenblick im Bühnenduett

bis hin zur Organisation mehrtägiger Festivals trägt der

Teamgedanke bei tanzbar_bremen immer das Geschehen.

Im Tun, durch eigene Entscheidungen, wächst die Freude an

Verantwortung, das Vertrauen der Einzelnen in sich

selbst, zueinander und in die gemeinsame Sache.



„Ich mag´s gern im Team,

weil man sich gegenseitig inspirieren,

unterstützen und im Kontakt immer auch an

sich selbst arbeiten kann. Teamarbeit ist immer

eine Herausforderung, manchmal aber auch

sehr entspannend, weil Aufgaben verteilt werden

können. Man trägt nicht alles allein und hat ein

gemeinsames Ziel.

Das mag ich sehr an der Arbeit im Team.“

(Adriana Könemann)

„Kreativ mit dem Körper für die Bühne gearbeitet habe ich

nun schon sehr oft und mit den unterschiedlichsten Menschen,

aber bei tanzbar passiert das in einer

angenehmen, oft spaßigen, geistreichen und zielorientierten

Atmosphäre, die von allen mitgetragen wird.“

(Tim Gerhards)


Teamwork

„Für mich ist Teamwork eine

Zusammenarbeit, wo viele dran teilnehmen.

Wenn viele Leute zusammen in einer Gruppe was

Gemeinsames erarbeiten. Wenn man eine Sache

anfängt, hört man gemeinsam auf. Im Team kann man

Ideen sammeln und aufschreiben. Danach kann man das

dann erarbeiten. Bei Teamarbeit kann man den anderen

unterstützen und sich auf ihn verlassen.“ (Oskar Spatz)


„Mal bin ich Tänzerin,

mal Anleiterin. Mal mache

ich Büroarbeit und manchmal

arbeite ich auch als Schauspielerin.“


„Teamwork heißt gemeinsam Tanzen.

Teamwork ist gemeinsam Teamsitzung und Büroarbeit.

Zu zweit Kurse geben und Workshops ist Teamwork.

Für mich ist das wichtig, weil wir einander helfen.

Dass wir Vertrauen im Team haben wie eine Familie.

Ich arbeite gerne im Team. Wir helfen einander.

Helfen, nicht schüchtern zu sein. Und haben Vertrauen.“

(Neele Buchholz)


„Ich habe da auf

jeden Fall einiges gelernt.

Ich habe die Proben begleitet, habe

die Musikeinsätze aufgeschrieben.

Dann musste ich bei dem Gastspiel mit den Technikern

vor Ort sprechen.

Wir mussten die Lautstärke auf

der Bühne checken. Für mich war

das prima. Weil ich mich jetzt

auskenne und das gut finde,

habe ich das mit der Technik

dann auch für den nächsten

Workshop übernommen.“

(Adrian Wenzel)


Verschiedene Aufgaben


„Das Tanztheaterstück war für mich bewegend und

emotional, aber sehr schön.

Die Aufgabe war: Wir sollten uns erinnern, wie wir uns

damals in der Kindheit bewegt haben. Susanne Schneider

aus der Schweiz hat uns dabei choreografiert.

Wie dieses Stück entstehen soll, hat Susanne uns

gesagt und dafür Bilder mitgebracht, von Fotos aus der Luft,

und daraus Formen gebildet und erarbeitet.

Es war ein Trio von Neele, Corinna und von mir. In dem Stück

hatte ich ein SOLO erarbeitet. Das war sehr emotional.

2019 hatte es Im Festival NO Limits Premiere gehabt in Berlin.

Für mich hatte es sehr viel Spaß gemacht.

Wegen Corona haben wir es noch nicht wiederaufgeführt.“

Oskar Spatz in „Erinnerungen schwirren“

(Choreografie: Susanne Schneider)


In verschiedenen Choreografien

„Tom hatte mich mal gefragt, ob ich nicht Lust hätte,

mit ihm ein kleines Stück zu erarbeiten.

Er hatte sich mit dem Thema „Tiere“ beschäftigt.

Das war eine sehr gute Idee. Es sollte ein kurzes Stück für

das Festival werden. Auf Englisch: „Animals“.

Wir hatten uns gegenseitig Tiere ausgedacht und daraus

entstand das Stück.

Hund, Elefant, Robben, Flamingo, Gorilla, Nagetier, Schlange.

Die Musik war aus dem Film „Spiel mir das Lied vom

Tod“. Mit Tom zu arbeiten ist einfach sehr entspannt.

Wir haben nicht viele Probenstunden gebraucht.“

Oskar Spatz in „Animals“

(Choreografie: Tomas Bünger)


„Dieses Tanztheaterstück hat Tim Gerhards

choreografiert. Für mich war das Stück ein sehr

gutes Thema. Es ging über Drogenabhängigkeit.

Als Erstes waren wir mal ganz früh morgens in einem

Tanzschiff, wo man sieht, wie junge Leute so drauf sind,

wenn sie etwas eingenommen haben.

Es war sehr laut und stickig.

Daraus entstand dieses Stück und viel Nebel.

Mit Tim arbeiten macht richtig viel Spaß.“

Oskar Spatz in „Hullu apina“

(Choreografie: Tim Gehards)


In verschiedenen Choreografien

„Zusammen mit Günther haben

Corinna und ich das Stück entwickelt.

Für mich hat es eine Lieblingsstelle.

Wir sind vorn am Bühnenrand.

Corinna kommt und legt den Kopf

auf meine Schulter.“

Oskar Spatz in „Bonnie und Clyde“

(Choreografie: Günther Grollitsch)


Günther,

woran hast du mit Oskar in „Bonnie und Clyde“ gearbeitet?

Oskars Element ist Erde.

Er ist der Fels in der Brandung und mit einer enormen,

manchmal fast stoischen Bühnenpräsenz ausgestattet.

Diese Stabilität ins Schwingen zu bringen

und damit den gesamten Raum,

ist eine wunderbare Herausforderung

mit ständigen Überraschungen.

In „Bonnie und Clyde“ fokussiert sich das Stück

genau auf diese Qualität. Im Gegenspiel

mit der zarten Leichtigkeit von Bonnie

bringt er die Erde zum Beben.




Künstlerische Begegnungen

„AHNMA“- Skizze über ein Gefühl

(Choreografie Birgit Freitag, Tanz Neele Buchholz)

Birgit, wie erarbeitest du ein Tanzstück?

Ausgangspunkt für die meisten meiner Stücke sind die

Menschen, mit denen ich arbeite. Ich stelle mir Fragen:

Wer ist das eigentlich? Was sehe ich in den Personen?

Was bringen sie mit? Was lösen sie an Gedanken in mir

aus? So entstehen Ideen, Themen, rote Fäden... mit denen

ich dann die Performer:innen konfrontiere.

Aus Improvisationen entwickeln sich Bewegungsmaterial und

szenische Ideen. Am Ende verweben sich biografisches Material

und künstlerische Fiktion zu einer eigenen Geschichte.


Birgit, wie war die Zusammenarbeit mit Neele?

Die Zusammenarbeit mit Neele war für mich ein großes Geschenk.

Vieles, was in den Proben zu AHNMA entstanden ist, hätte ich

mir alleine so nicht ausdenken können.

Neele hat eine sehr professionelle Haltung in den Proben und

auf der Bühne und schafft es trotzdem, dabei sehr persönlich

und eigen zu bleiben. „AHNMA - Skizze über ein Gefühl“ ist der

gleichzeitige Blick auf das Thema Wut aus Neeles Sicht und

aus meiner.


Künstlerische Begegnungen

Neele, wie war es, mit Birgit zu arbeiten?

Birgit hat Humor. Wir haben viel gelacht und Spaß gehabt.

Es war sehr, sehr schön, dass ich ein Solo entwickeln konnte.

Erst war ich unsicher, wie ich das anfangen soll mit dem Thema Wut.

Auch ein Solo zu tanzen, war für mich neu.

Birgit hat mich nicht allein gelassen.

Sie hat mich nach vorn gebracht und verstärkt.

Birgit war die Choreografin, ich die Tänzerin.

Aber wir haben das Stück

zusammen gemacht.


Bunt bewegt

Ich mag es, andere anzuleiten.

Ich habe einen Kurs gegründet: Der heißt bunt bewegt.

Unterschiedliche Menschen sollen daran teilnehmen.

Darum ist es wichtig, Werbung zu machen.

Wichtig ist, sich als Gruppe kennenzulernen.

Ich bin aufgeregt, wenn ich Gruppen anleite.

Mal bin ich unsicher - und mal sicher.

Wenn alle mitmachen, habe ich Spaß.

Wenn jemand stört,

dann ist es anstrengend.


Im Tandem anleiten

Neele, was brauchst du, damit du einen Kurs anleiten kannst

und dich wohl fühlst?

Ich fühle mich wohler, zu zweit anzuleiten.

Wir können zu zweit was zeigen, können zu zweit vorbereiten.

Da brauche ich auch Hilfe bei der Struktur. Ideen habe ich selbst

oder Bilder. Aber wie man das dann organisieren muss: mit

Pausen, der Zeit. Ich kenne mich mit Technik nicht aus. Da

brauche ich eine Assistenz für die Musik. Ich leite an und die

andere Person macht Musik.

Bei mir ist es auch manchmal ein Problem, mich durchzusetzen.

Damit ich mich wohl fühle, brauche ich Respekt. Erwachsene

sind meist von allein ruhig. Bei Kindern und Teenagern ist das

anders. Ich als Anleiterin mit Trisomie 21 möchte die Menschen

in dem Kurs voranbringen - also nach vorne.

Deswegen mache ich das gern.


gelegenheiten

connect:


gemeinsam.

kreativ.

arbeiten.



tanzbar_bremen sucht, baut, öffnet und schätzt

Erfahrungsräume und Bezugssysteme,

die persönliche Weiterentwicklungen ermöglichen.

Die Trainings und die Körperarbeit erschließen

Innenwelten als kreative Quellen.

In Partnerprojekten entdecken Kinder und Jugendliche

bei Tanz, Bewegungsspielen und Recherchen ihre Fähigkeiten.

Das Team und weitere internationale Künstler:innen

vermitteln vielfältige Methoden in Workshops und Kursen.

Gastspieltouren fordern zum Umgang mit Unbekanntem heraus.

Kooperationen und Produktionen laden zu

wechselnden Aufgaben- und Rollenverteilungen ein.

Alles das schafft Gelegenheiten, etwas auszuprobieren,

die jede:r nach eigenem Ermessen nutzt.



Workshops

Eine Gelegenheit zum Probieren und Erfahren

„Wir arbeiten viel mit Improvisation,

was heißt, dass es ein Thema gibt, mit dem

jede:r forschen kann. Allein, zu zweit, in der Gruppe.

Die Grundlage der Kommunikation, wie wir sie verstehen,

ist, dass es keine Form gibt, die für sich richtig oder falsch ist.

Wir wollen das Bewegungsvokabular erweitern,

Bezugssysteme finden und Handlungsmöglichkeiten

ausprobieren.

Wir arbeiten insbesondere mit Tanz- und Theatertechniken,

Techniken aus der Körperarbeit und der Clownerie.

Manchmal gibt es Übungen, die von sich aus für alle

funktionieren, manchmal finden wir in Übungen

Übersetzungen und oft erfinden wir neue Übungen.“

(Corinna Mindt)



Körperarbeit

Sich selbst Kennenlernen

und Neues entdecken

Regelmäßiges Training und die Beschäftigung

mit den Möglichkeiten des eigenen Körpers bilden die Basis für

künstlerische Ausdrucksformen und Bühnenarbeit.

Neues kann gewöhnlich schnell entdeckt werden.

Die Veränderung von Bewegungsmustern braucht oft sehr viel

länger. Vorstellungen im Kopf, wie etwas auszusehen hat,

verhindern oft, den eigenen Weg zu finden. Über die Arbeit mit

Qualitäten, Gedanken, Gefühlen, Bildern, Sprache –

vor allem aber über das Ausprobieren –

können neue Bewegungsformen entwickelt werden.

Körperarbeit gibt Raum, die eigenen Wege zu erkunden,

die eigenen Bewegungen kennen zu lernen, auszuführen,

zu verfeinern und zu stärken. Nach innen zu fühlen, kann so

bedeuten, Bilder, wie eine Bewegung sein soll, loszulassen,

um die Möglichkeiten des eigenen Körpers zu entdecken.

(Corinna Mindt)



B.A.M.

Bewegen - Ausprobieren - Mitbestimmen

Die Welt am Redepult

Schicke Klamotten

Schwarz und Weiß

Es wird viel diskutiert über Politik

Mit der Krawatte spielerisch herumgewickelt

Projektarbeit

Eine Gelegenheit,

eigene Ideen zu bewegen

„Für mich ist das interessant, wie man eine

Debatte über Politik tänzerisch darstellen kann.“

(Till Krumwiede)



Choreografien

zum Thema

Die Gruppe

und ich

„Das sind wir“

war ein tolles und lebendiges Projekt.

Insbesondere, da wir uns als Gruppe schon

kannten, war es eine super Zusammenarbeit

mit so lieben und kreativen Menschen.

(Mia Lux)


Eine Gelegenheit, in jedem Moment neu zu reagieren

„Sich auf der Bühne neu zu begegnen,

ohne einen Plan, was als nächstes geschieht.

Sich gemeinsam etwas ausdenken.

Sich im Moment wahrzunehmen und

gemeinsame Bewegungsmöglichkeiten finden.

Unterschiede sichtbar zu machen und

dennoch Gemeinsamkeiten zu finden.“

(Daniel Riedel)


Improvisation in der Kunst

„Ich bin mir

immer noch nicht sicher, wie Kunst

eigentlich funktioniert. Bisher habe

ich mir einfach etwas ausgedacht.“

(Daniel Riedel)


touch me (not)

connect:


gemeinsam.

kreativ.

arbeiten.



Wie hilfreich oder hinderlich ist die Nähe

zueinander im Tanzschaffen? Geht auf der Suche nach

Gemeinsamkeiten die Vielfalt verloren?

Ist es wichtig, beim Choreografieren Distanz zu wahren?

Welche Kontaktmöglichkeiten gibt es

mit und ohne körperliche Berührungen?

Wie fühlen sich diese wann und warum für die Einzelnen an?

Solcherart Fragen sind für tanzbar_bremen

immer aktuell und in einigen Bühnenstücken auch Thema.

Mit der Corona-Pandemie und den zwischenmenschlichen

Abstandsregeln ist die Bedeutung und Wichtigkeit

physischer Interaktionen auch stärker

ins gesamtgesellschaftliche Blickfeld gerückt.


touch me:

Corinna, Neele und ich haben das Stück gemeinsam entwickelt,

choreografiert und tänzerisch erarbeitet.

Wir drei führen es auf.

Jetzt in Corona sollten wir es eigentlich aufführen.

Es passt gut, weil man sich ja nicht berühren darf.

Aber alle Menschen sich nach Berührung und Nähe sehnen.

(Oskar Spatz)


ein abendfüllendes Tanztrio

zum Thema Berühren und Nähe


Ein Leben für den anderen:

Wenn ich ein Kämpfer bin,

fühle ich mich wie ein Held.

Wenn ich Motorrad fahre,

fühle ich mich wie ein Gangster.

Wenn ich sportlich attraktiv bin,

fühle ich mich wie ein Star.

Gaffer Tape:

Wie sich Adrian und Tim unterscheiden und gleichen.

Vor allem, wo sich die Unterschiede zeigen.

Lehren und Lernen. Trisomie, Duosomie, Mono-Performance,

Sex, Drugs and Contemporary Dance.

Gaffer hält die Welt zusammen.

Aber nur provisorisch und bis wir in große Hitze gelangen.

(Tim Gehards/ Adrian Wenzel)


Ein Soloabend

ein Künstler choreografiert für den jeweils anderen

Adrian, warum heißt das Stück „Ein Leben für den Anderen“?

Weil Tim, als Tänzer, das ausleben und vertanzen kann,

was ich mir privat wünsche. Zum Beispiel mit dem Motorrad

nach Dresden fahren.

Wie war es für dich, ein Tanzstück zu choreografieren?

Am Anfang hatte ich keine Ahnung vom Choreografieren.

Ich habe mir aber viel abgeguckt bei den Choreograf:innen

von tanzbar_bremen und habe mich auch auf YouTube informiert.

Dann habe ich mir eine Geschichte ausgedacht, mit der es mir

leichter fiel, zu choreografieren.

Wie bist du auf die Choreografien gekommen?

Ich habe mir zum Beispiel in einer Choreografie abgeschaut, wie

sich die Spielfigur „Link“ aus dem Computerspiel „Zelda“ bewegt

und das dann Tim tanzen lassen.


Wie fühlst du dich damit, dass jemand anderes deine

Choreografien tanzt?

Es fiel mir einfach leichter, dass Tim meine Choreografien tanzt und

nicht ich. Der Blick von außen hat mir dabei gefallen.

Was gehört alles dazu, ein Tanzstück

auf die Bühne zu bringen?

Gute Frage! Geduld, sowie Zeit zum Proben und Denken. Choreografien,

also Bewegungen, Musik und hin und wieder auch keine

Musik. Auf der Bühne ist mir das Licht auch noch wichtig, es

schafft Genauigkeit für Rhythmus und Betonungen.

Wie fand das Publikum deine erste Arbeit als Choreograf?

Manche fanden es einfach nur gut und manche haben sich das

Stück etwas komplexer, also anspruchsvoller gewünscht.


Was macht dir mehr Spaß:

Choreografieren oder selbst tanzen?

Mir macht beides Spaß, sowohl das Choreografieren,

als auch das Tanzen.

Wer ist der „Andere“ in deinem Stück?

Eigentlich ich. Tim bin ich.

Ist „Ein Leben“ gleichbedeutend mit „Dein Leben“?

Was man im Stück sieht, ist ein Teil meines Traumlebens.

(Fragen an Adrian Wenzel)


Kontakt und Bewegungsbeziehungen:

Der Kontakt ist wichtig, um die eigenen Grenzen

zu spüren. Viele verbinden mit der

Vorstellung von Kontakt

im Tanz eine permanente

körperliche Nähe.

Ebenso wichtig ist es jedoch,

sich aus dem Kontakt auch

wieder lösen zu können.

In der tänzerischen Arbeit ist es notwendig,

sich auf eine Verbundenheit einlassen zu können,

und so direkte Informationen über die Möglichkeiten

des eigenen Körpers, des anderen Körpers

und beider Körper im Zusammenspiel zu bekommen.


Ebenso wichtig ist es jedoch auch, ehrlich zu sein

und zu akzeptieren, dass man nicht jeden Tag gleich viel

Kontakt verträgt oder wünscht.

In der Bewegung können wir über viele improvisatorische

Elemente in Kontakt kommen und eine Beziehung

aufbauen. Um miteinander in ein bewegtes Gespräch zu

kommen, oder auch um Bewegungen einer anderen

Person aufnehmen, nachspüren, erwidern zu können,

gibt es unter anderem folgende Möglichkeiten:

Spiegeln. Führen und Folgen mit oder

ohne Berührung. Echo.

Eine Bewegung vergrößern. Eine Bewegung fortführen.

Unterstützen. Verfremden. Impulse geben und nehmen.

Gespräche in Bewegung. Begleiten. Hindern. Beobachten. Verfolgen.

(Corinna Mindt)


Kontakt in Zeiten des Abstandhaltens

„Man kann sich treffen mit Abstand,

ansonsten viel telefonieren und über

Zoom oder Skype Kontakt halten.

Wie das beim Proben geht?

Es kommt drauf an, wie groß der Raum ist.

Falls mehre Personen proben, dann mit Masken.

In jedem Fall: Jede:r passt auf

sich selbst auf, dass man Abstand hält! Und

auf die anderen im Raum auch!“

(Adrian Wenzel)

„Ich schaffe es über kraftvolle Blicke. Dass man

sich gegenseitig zu beobachten schafft.

Kontakt kann auch über einen gemeinsamen

Rhythmus funktionieren.“ (Oskar Spatz)



unterwegs

connect:


gemeinsam.

kreativ.

arbeiten.



tanzbar_bremen ist viel unterwegs.

Auf Gastspielreisen, zu Kooperationspartner:innen,

Arbeitsresidenzen und Festivals.

Aber auch zwischen Menschen, Inspirationen und Aufgaben.

Und mit der eigenen Kunst in der Gesellschaft.

Für all diese Bewegungen ist entscheidend,

dass sich jede:r Mitwirkende dabei wohlfühlt.

Denn durch die Qualität der Gemeinschaft

wird das Team zum tragfähigen, flexiblen, mobilen „Zuhause“.

Vor Ort ist das Team der Nährboden der Reiselust,

unterwegs die verlässliche Basis, von der aus sich alle den

künstlerischen Abenteuern andernorts öffnen.


Freitag:

8 Stunden Zugfahrt mit zweimal Umsteigen.

Ankunft, Zimmer beziehen, Bühne und Backstage anschauen.

Den Zeitplan für das Wochenende besprechen:

Wann müssen wir aufstehen, wann proben, wann essen,

wann auftreten?

Essen und dann schlafen.

Samstag:

Frühstück, danach Kostüme in die Garderobe bringen.

Warm up, Stellprobe und Soundcheck draußen auf dem Platz.

Dann nochmal für uns proben und ab ins Kostüm.

Vor den drei halbstündigen Auftritten (13h, 15h und 17h):

Kostüm, Aufwärmen, Bühne vorbereiten.

Zum Essen laufen wir auch zwischendrin.

Abends noch andere Künstler:innen anschauen

und in Kontakt kommen oder müde ins Bett fallen!


Auf Tour

Sonntag:

Frühstück, ähnlich wie am Samstag.

Aber nur zwei Auftritte. Rückfahrt spät, oder aber am Montag.

Dann ist es entspannter und wir können das

Arbeitswochenende ausklingen lassen.

So ein Wochenende ist schön.

Viele Leute denken: Das ist Urlaub.

Aber das ist es ganz bestimmt nicht.

(aus dem Team nach einem Auftrittswochenende)


„Ich war überall auf Festivals.

Wir sind viel mit dem Zug gefahren.

Für die Wege an anderen Orten brauche ich Unterstützung.

Für das Bezahlen mit Münzen brauche ich auch Unterstützung.

Fremde Sprachen - da brauche ich Übersetzung.

An anderen Orten proben wir auch und treten auf.

Ich rede mit vielen neuen Leuten.“

„Meine Lieblingsreise war nach Sevilla.

Wir haben draußen „Rosa sieht Rot“ getanzt.

In Sevilla war die Aussicht so schön.“

(Neele Buchholz)


„Wir haben Ausflüge gemacht.

Das war besonders.

Sevilla war so schön und besonders,

dass ich weinen musste.“


„tanzbar_bremen ist ein Ort mit viel Schwung und Menschen,

mit denen es Spass macht, zusammen zu arbeiten.

Tänzerisch Neues zu erarbeiten, sich auszutauschen und dann

bei einem feinen Essen zusammen zu sitzen.

So entstehen Freundschaften, die bleiben. Ich arbeite gerne mit

tanzbar_bremen zusammen.“

(Esther Kunz, BewegGrund Schweiz)


Arbeiten an anderen Orten

mit anderen Künstler:innen


draußen

connect:


gemeinsam.

kreativ.

arbeiten.

.


tanzbar_bremen bespielt und erkundet

den urbanen Raum in verschiedener Weise.

Zum einen mit Straßenkunst-Produktionen, die festen

Choreografien und Dramaturgien folgen.

Zum anderen, besonders in Reaktion auf die

pandemiebedingten Einschränkungen der Arbeit in

Innenräumen, mit neu entwickelten Formaten.

Dazu gehören Einzel- und Gruppentrainings

unter freiem Himmel ebenso wie strukturiert

improvisierte Tanz-Interventionen

in der Stadt und ihren Parks.

Damit trägt das Team den Tanz in die Gesellschaft

und macht dessen Vielfalt im öffentlichen Leben sichtbar.



Tanz-Spaziergang mit der

Freitagsgruppe

Auf einer kleinen Lichtung

im Park stehen über ein

Dutzend Menschen im Kreis,

zeichnen mit den Händen Wellen

in die Luft, schütteln Arme und Beine

aus, strecken und recken sich. Es ist ein sonniger

Septembernachmittag und die Teilnehmer:innen von

tanzbar_bremens Freitagskurs stimmen sich auf ihren

„Blitzlichter“-Tanz-Spaziergang ein.

Nach dem Warm-up gibt es noch eine kurze Absprache.

„Achtet aufeinander. Wir gehen einfach, ganz normal, einer

beginnt und ihr steckt euch gegenseitig an. Erinnert ihr die

drei Möglichkeiten?“ „Ja, Choreo, Freeze, Wiederholung“.


„Genau. Danach gehen wir weiter wie vorher.“

„Und wir halten Abstand.“ „Ja klar.“

„Bleibt euch bewusst, dass wir die ganze Zeit über keine privaten

Gesten nebenbei machen.“

Die Gruppe fädelt sich nach und nach auf den Weg ein, der unter

Bäumen auf einige Wiesen zuführt. Sofort strahlt durch die

vielen Körper eine stille, warme, konzentrierte Energie. Als wäre

jeder von ihnen ein eigenständiger Teil eines geheimnisvoll verbundenen

Organismus’.

Kaum ist die letzte Person in den Zug eingeschwenkt,

halten die ersten in ihren Bewegungen inne.

Bis alle „einfrieren“ vergeht nur ein Wimpernschlag.


Plötzlich ist der Parkweg von lebendigen Skulpturen

bevölkert. Was werden die Herannahenden tun? Zwei schieben

ihre Fahrräder intensiv schwatzend durch die Tänzer:innen,

beachten sie nur so beiläufig wie als wären diese Laternenpfähle.

Andere beschleunigen ihre Schritte. Sind sie unsicher, ob sie

verweilen und hinschauen „dürfen“? Irritiert sie der ungewohnte

Umgang mit Bewegung? In aller Selbstverständlichkeit lösen die

Akteure ihre Haltungen wieder auf.

Im Lauf der nächsten Dreiviertelstunde umkurven Eltern mit

Kinderwagen auf der Stelle Trippelnde, joggen Freizeitsportler durch

die kollektiven Armschwünge einer Minichoreografie, beäugen zwei

Seniorinnen einen auf dem Rasen Robbenden. Auch über viele

Meter Entfernung magisch wortlos in Kontakt zueinander, mit ihren

Körpern immer neue Bilder in die Landschaft zeichnend, gelangen

die Tänzer:innen zu ihrem Ziel: einem gepflasterten Platz mit einem

riesigen runden mehrstöckigen Brunnen in der Mitte.


Ringsumher sonnen sich Parkbesucher:innen auf Bänken.

Einige Tänzer:innen beenden die Aktion direkt und versammeln

sich um die Kursleiterin. Andere spielen noch eine Weile, von den

Bänken aus mit neugierigen Blicken bedacht, mit Wiederholungsgesten

und wagen „Freezes“ auf der steinernen Brunnenbalustrade.

In der Abschlussrunde ist die Stimmung freudig. Manche

erzählen, was sie für Kommentare hörten: „Das sieht toll aus.“

„Geht’s Ihnen gut?“„Suchen Sie was?“ Nach ein paar Minuten

Austausch zerstreut sich die Freitagsgruppe auf ihre Heimwege.

In mir klingt der entspannte Zauber des Nachmittags nach.

(Maja Maria Liebau)


Blitzlichter:

Getanzte Spaziergänge in verschiedenen Bremer

Stadtteilen während der Kontaktbeschränkungen.

5-7 Tänzer:innen - kleine Choreografien von 1-2 Minuten -

ein gemeinsamer Treffpunkt draußen oder im Probenraum -

die Route hat Tim geplant - Er hat auch schon

die Orte mit Zahlen markiert, wo Platz zum Tanzen ist:

hier die Bremer Innenstadt!

Wir besprechen die Route - gehen dann in Zweier-Gruppen los -

und entscheiden ohne Absprachen, was wir wo tanzen.

Meist tanzen alle: Als ganze Gruppe wirkt es auch besser,

wenn plötzlich aus dem Nichts alle das Gleiche machen.

Und genauso schnell löst es sich dann auch wieder auf!


„Außerhalb von

Theaterräumen können

Menschen mit Kunst noch

irritiert und konfrontiert werden.

Das bereichert andere

und macht mir Spaß.“

(Tim Gerhards)


tanzbar_bremen

Connect: connect:


gemeinsam.

kreativ.

arbeiten.

.



„… ein Ort der Begegnung,

der Offenheit, eine Plattform für

alle möglichen Ideen,

….ein bunter Haufen an Menschen

und noch vieles mehr.“ (Adriana Könemann)

„ … ein Ort für die Kunst, für Ideen, deren Seele

mit Kunst gefüllt ist - auch für solche, bei denen man

vielleicht zweimal hinschauen muss, um sie zu verstehen.“

(Günther Grollitsch)

„.. vor allem die Möglichkeit,

meine Kreativität auszuleben und umzusetzen.“ (Lars Mindt)

„… Vertrauter und ein Verein.

tanzbar ist für mich Arbeitgeber und Familie.

Da, wo ich mein Geld verdiene.“ (Neele Buchholz)


tanzbar_bremen, ist ein Team aus Tänzer:innen und

Kulturschaffenden, das Tanztheaterproduktionen, Workshop-,

Festival- und Vermittlungsformate entwickelt und realisiert.

2003 als Projekt von steptext dance project entstanden,

kooperiert tanzbar_bremen seit 2009 als gemeinnütziger Verein

mit vielen lokalen, nationalen und internationalen Partnern:innen.

Bundesweit modellhaft hat der Verein Arbeitsplätze für ein

inklusives Team im künstlerischen Bereich geschaffen.

www.tanzbarbremen.de

Wir sind auch zu finden auf Youtube und Instagram


Animals | UA: 2020

Produktionen, die im Rahmen von connect erarbeitet,

gezeigt wurden, oder in denen Tänzer:innen

von tanzbar_bremen mitgewirkt haben:

Choreografie: Tomas Bünger | Tanz: Tomas Bünger, Oskar Spatz

AHNMA | UA: 2020

Choreografie: Birgit Freitag | Tanz: Neele Buchholz

Ballroombusters | UA: 2018

Choreografie und Tanz: Neele Buchholz, Tim Gerhards, Adriana Könemann,

Corinna Mindt, Dario Redecker, Oskar Spatz

BAM: Bewegen - Ausprobieren - Mitbestimmen | 2019

Konzept und Chreografie; Adriana Könemann, Corinna Mindt | mit 20 Jugendlichen zwischen

15-18 Jahren, Kooperation Werkstufe der Inge Katz Schule, etage, tanzbar_bremen

Blitzlichter | UA: 2020

Choreografie und Tanz: verschiedene Tänzer:innen von tanzbar_bremen

Bodies in Urban Spaces | 2019

Compagnie Willi Dorner beim Festival „mittenmang“ u.a. mit Tänzer:innen von tanzbar_bremen

Bonnie und Clyde | UA: 2016

Choreografie: Günther Grollitsch | Tanz: Corinna Mindt, Oskar Spatz

Das sind wir | 2019

Choreografie: Corinna Mindt | mit 8 jungen Tänzer:innen zwischen 16- 18 Jahren


Das passt immer noch | 2019

Regie: Lars Mindt | eine Clownsshow mit 10 Clownsspieler:innen

Föhnfrisuren | UA: 2017

Konzept: Lars Mindt | Performance: Lars Mindt, Oskar Spatz

Gaffer Tape/ Ein Leben für den anderen. | UA: 2020

Choreografie und Tanz: Tim Gerhards, Adrian Wenzel | Produktionsassistenz: Lars Mindt

God save the… | UA: 2020

Choreografie: Günther Grollitsch | Tanz: Günther Grollitsch, Martin Schoeps

Hai Herr Fischer | UA: 2019

Choreografie: Rolf Hammes | Performance: Neele Buchholz, Nesrin Kalasch,

Adriana Könemann, Corinna Mindt, Lars Mindt

Hullu apina | UA: 2018

unperform e.V. | Choreografie: Tim Gerhards | u.a. mit Oskar Spatz

Ich war einmal. Nun bin ich. | UA: 2017

internationale Kooperation mit 3 Tanzstücken zum Thema Erinnerung: „TRIO“,

„Schnee von gestern“, „Erinnerungen schwirren“ |

Choreografie: Neele Buchholz, Corinna Mindt, Antonio Quiles, Susanne Schneider |

Tänzer:innen: Neele Buchholz, Jaime Garcìa, Alice Giuliani, Kilian Haselbeck, Esther Kunz,

Corinna Mindt, Antonio Quiles, Oskar Spatz | Dramaturgische Assistenz:

Esmeralda Valderrama Vega, Lars Mindt | Produktionsleitung: Tim Gerhards


Produktionen, die im Rahmen von connect erarbeitet,

gezeigt wurden, oder in denen Tänzer:innen

von tanzbar_bremen mitgewirkt haben:

Klomobil | UA: 2017

Konzept: Lars Mindt | Performance: Lars Mindt, Oskar Spatz

Kleiner Daumen geht auf Reisen | UA: 2017

Konzept: Doris Geist, Corinna Mindt, Lars Mindt | Performance: Neele Buchholz, Doris

Geist, Stina Hinrichs, Corinna Mindt, Lars Mindt, Luca Nelde, Oskar Spatz

(Un)erreichbar | UA: 2020

Choreografie: Adriana Könemann | Tanz: Adriana Könemann, Isabel Schönfelder

The Rolling Bones | UA: 2020

Choreografie und Tanz: Jenny Ecke, Günther Grollitsch, Corinna Mindt, Daniel Riedel

Touch me | UA: 2017

Choreografie und Tanz: Neele Buchholz, Corinna Mindt, Oskar Spatz | Dramaturgische

Assistenz: Lars Mindt

Zauderhaft | UA: 2016

Choreografie: Tomas Bünger | Tanz: Neele Buchholz, Adriana Könemann



IMPRESSUM

tanzbar_bremen e. V.

Buntentorsteinweg 168

D - 28201 Bremen

Fon +49 (0) 421 51429745

infos@tanzbarbremen.de

www. tanzbarbremen.de

Konzept, Redaktion, Schlussredaktion (V.i.S.d.P.):

Corinna Mindt mit Unterstützung von Henning Bleyl

Mitarbeit am Konzept, Textbeiträge:

Neele Buchholz, Till Krumwiede, Lars Mindt, Oskar Spatz, Adrian Wenzel

Grafische Gestaltung: Daniel Riedel

Redaktionelle Texte: Maja Maria Liebau

Fotos: Daniela Buchholz, weitere privat

ISBN 978-3-00-068577-4


gemeinsam.

kreativ.

arbeiten.

ISBN 978-3-00-068577-4

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