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Wagnerfünfmalig No.13

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signiertes

Exemplar

von Alex Beer

sichern!

Das Buchmagazin der Wagner’schen Universitätsbuchhandlung — 10.2021

Wagner

fünfmalı˙g

#No. 13

Wagner’sche

Innsbruck

Wagner’sche

Altstadt

Innsbruck

Bücher Stierle

Salzburg

Stierle Kelten-

Buchhandlung

Hallein

Leporello die

Buchhandlung

Wien


Impressum

Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich:

Wagner’sche Universitätsbuchhandlung, Medici Buchhandels GmbH,

Museumstraße 4, 6020 Innsbruck

info@wagnersche.at — www.wagnersche.at

Redaktion: Robert Renk

Redaktionelle Mitarbeit: Gerlinde Tamerl

Lektorat: Leonie Schießendoppler

© der Textbeiträge bei den Autorinnen und Autoren

Grafische Ausstattung: himmel. Studio für Design und Kommunikation

Fotografie (so nicht anders angegeben): Gerhard Berger

© der Abbildungen bei den jeweiligen Rechteinhabern

Titelbild: Alex Beer, © Pamela Rußmann

Fehler, Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

2

© 10.2021 – alle Rechte vorbehalten

Bücher seit 1639

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Für uns ist die Zahl 13

eine Glückszahl, denn die

13. Ausgabe unseres Magazins

enthält ausschließlich

positive Neuigkeiten. Wir

freuen uns, Sie über aktuelle

Neuerscheinungen informieren

zu dürfen. Besonders

gespannt sind wir auch auf

unsere Lesungen und auf das

Krimifest Tirol, das endlich

wieder stattfinden kann. In

unseren Buchhandlungen

in Innsbruck, Hallein, Salzburg

und Wien können Sie

Texten lauschen, die Sie

zum Staunen und zum Nachdenken,

aber auch zum Mitdiskutieren

anregen. Melden

Sie sich auf unserer Homepage

für unseren Newsletter

an! Gerne erinnern wir Sie

an unsere Lesungen. Kommen

Sie in unseren Buchhandlungen

vorbei, gönnen

Sie sich einen Moment der

Ruhe und erfreuen Sie sich

an unseren neuen Verlagsprodukten,

unseren regionalen

Kalendern für das nächste

Jahr, dem neuen „Tirol-Spiel“

oder dem „Innsbruck-Spiel“

für Kinder ab acht Jahren.

Markus Renk (re.), Markus Hatzer

Inhalt

6 Neues aus Salzburg, Wien

und der Innsbrucker Altstadt

Buchpräsentationen, Wimmelbücher und Jubiläen

14 Neue Spiele und Puzzles

Neue Produkte aus dem Verlag der Wagner’schen Buchhandlung

25 In Alpbach und am Achensee

Die Wagner’sche zu Gast beim Forum Alpbach und dem Achensee

Literaturfestival

28 Neues aus Tirol

Robert Renk zu den aktuellen Neuerscheinungen von Tiroler Autor*innen

30 Alois Hotschnig &

das 19. Prosafestival

Ein Rückblick auf die zwei Schwerpunkte vom September

34 Herr Klein

Eva Maria Gintsberg legt ihren ersten Roman vor

36 Krimifest

nach einem Jahr Pause in geballter Ladung

40 Hans Platzgumer

Der Innsbrucker Autor präsentiert „Bogners Abgang“

42 Wir gratulieren zum 80er

Haymon-Gründer Michael Forcher feiert einen Runden

44 Michael Köhlmeier

Vom Burgtheater in die Wagner’sche

46 Grenzgänge übersiedeln

Barbi Marković & Agnes Czingulszki im Literaturhaus

48 Schach, Schach, Schach …

mit Großmeisterin Regina Theissl-Pokorná und dem Ensemble des TLT

50 Manuel Rubey

Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben – er kommt!

52 Mountain Day

Diesmal mit einer Hommage an Meisterrezensent Helmuth Schönauer

56 Mit den besten Empfehlungen

60 3×7 Best aber Seller


© Gerhard Berger

Das Buch hat große Zukunft

Ein ausgewähltes Sortiment, regionale Verlagsprodukte

und engagierte Buchhändler*innen. Die Wagner’sche Buchhandlung

und ihre Filialen sind auf einem guten Weg.

Die ästhetische

Qualität

eines Buches

ist einzigartig.

Gerlinde Tamerl

Markus Renk

4

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Mit Freude

in den Herbst

Wir hatten einen abwechslungsreichen

Sommer und starten nun mit großem Elan

in den Herbst. Auf dem Cover unseres

Magazins ist diesmal die Autorin Alex Beer

zu sehen, deren neuer Krimi Der letzte Tod

(Limes) uns besonders begeistert. In all

unseren Filialen gibt es signierte Exemplare

und wir laden Sie herzlich ein, zu Alex

Beers Lesung am 25. Oktober im Rahmen

des Krimifestes zu kommen. In diesem

Magazin finden Sie wieder viele Buchtipps

aus den Bereichen Literatur und Krimi,

aber auch schöne Empfehlungen zu Reise-,

Ratgeber- oder Fachbüchern. Immer wieder

erfreuen wir uns an den Neuerscheinungen,

die täglich unsere Buchhandlungen erreichen.

Wir schätzen Bücher

Ein Buch in Händen zu halten ist ein

Erlebnis, seine ästhetische Qualität einzigartig.

Wir sind überzeugt: Das Buch hat

große Zukunft, nicht zuletzt deshalb, weil

wir Menschen das haptische Erlebnis lieben,

das ein Buch zu bieten hat. Wir lieben

es, über Neuerscheinungen zu sprechen,

wir möchten die Vielfalt, die in Büchern

steckt, jeden Tag aufs Neue feiern. Auf den

nächsten Seiten finden Sie außerdem Informationen

zu den vielfältigen Aktivitäten

in unseren Filialen in Innsbruck, Hallein,

Salzburg und Wien.

Die Buchhandlung

Leporello

Wir sind stolz auf eine neue Kooperation.

Die Buchhandlung Leporello in Wien,

die seit 2021 zur Wagner’schen gehört,

kooperiert neuerdings mit dem Wiener

Konzerthaus. Die hochkarätige Lesereihe

startete erfolgreich mit Eva Menasse und

mit dem renommierten amerikanischen

5

Schriftsteller Colson Whitehead und wird

auch in den kommenden Monaten fortgesetzt.

Es ist schön, an einem so prominenten

Ort Büchertische betreuen zu dürfen.

Dreißig Jahre

Keltenbuchhandlung

Seit vergangenem Jahr gehört die Keltenbuchhandlung

in Hallein zur Wagner’schen

Familie, und es ist erfreulich, dass diese

Buchhandlung heuer ihren 30. Geburtstag

feiert. Im September 1991 wagte die

2020 leider verstorbene Salzburger Buchhändlerin

Brigitte Stadlbauer den Schritt

in die Selbstständigkeit und eröffnete in

der Halleiner Altstadt ihre Buchhandlung,

die im Laufe der Jahre zu einer kulturellen

Institution avancierte. In der Zwischenzeit

wurde das alte Gebäude behutsam modernisiert

und überstand sogar das verheerende

Hochwasser im heurigen Sommer

unbeschadet. Nach wie vor trifft man Hans

Hamedinger in der Buchhandlung, auch

Philipp Schlaffer ist noch da, der bei Frau

Stadlbauer bereits seine Lehre absolvierte.

Seit dem Sommer bereichert Buchhändlerin

Susanna Pristovnik-Schwarz das Team.

Neue Wimmelbücher

und Kalender

Das Sortiment im Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung wird immer größer. Wir

freuen uns darüber, dass unser schönes

Tirol-Wimmelbuch von Bettina Egger und

Maria Kittler erschienen ist. Außerdem

haben wir unser Kalender-Sortiment erweitert:

Ab sofort können Sie sich neben

dem Kalender von Lukas Morscher Innsbruck,

wie es früher einmal war auch an dem

Kalender Tirol von oben erfreuen. Weiters

gibt es einen Innsbruck-Kalender mit modernen

Ansichten sowie einen historischen,

der die Geschichte des Roten Kreuzes in

Innsbruck erzählt.

Regionale Brettspiele

und Puzzles

Trommelwirbel: Es gibt zwei neue Brettspiele,

die Sie bestimmt begeistern werden:

Unser großartiges Tirol-Spiel, das Sie auf

eine Reise durch Tirol mitnimmt, beschert

Ihnen nicht nur viel Wissen, sondern ver-

sorgt Sie mit der richtigen Portion Humor.

Das Innsbruck-Spiel-Kids, für Kinder ab

8 Jahren geeignet, ist ein wunderbares Geschenk.

Kinder lernen so spielend leicht die

Landeshauptstadt von Tirol besser kennen.

Ruhe finden im

Café Momo

Ob Frühstück, Lunch, Aperitif, Kaffee

und Kuchen, egal ob im Frühling, Sommer,

Herbst oder Winter: Wir lieben das

Café Momo, es ist unser all-time-favourite

place to be, und es ist so schön zu sehen,

dass dieser Ort für viele zu einem Fixpunkt

geworden ist. Tag für Tag gehen

hier Menschen ein und aus, schmökern in

Büchern, stecken ihre Köpfe zusammen,

tauschen Gedanken aus. Babys spielen am

Boden, während Porridge auf dem Herd

köchelt und es nach frischem Brot oder

Kuchen riecht. Viele Rezepte, die unsere

Gastro-Jungs ausprobieren, kommen aus

Kochbüchern, die in unserer Buchhandlung

erhältlich sind.

Manuel Rubey und

Michael Köhlmeier

In diesem Magazin finden Sie wieder zahlreiche

Veranstaltungshinweise und Interviews

mit interessanten Autorinnen und

Autoren. Am 5. November feiern wir den

80. Geburtstag von Michael Forcher, am

6. November präsentieren wir den neuen

Roman Matou von Michael Köhlmeier.

Moderiert wird dieser Abend von dem

renommierten Literaturkritiker Carsten

Otte. Endlich stattfinden wird auch die

Lesung mit Schauspieler Manuel Rubey

am 3. Dezember.

Viel Vergnügen.

Wir freuen uns auf Sie!

Markus Renk und Gerlinde Tamerl


Was das Herz höher

schlägen lässt …

Das macht glücklich:

Schöne Lesungen und das Salzburg-Wimmelbuch

Bücher

Stierle

Salzburg

Auf den Spuren von

Michael Wagner …

Bücher und Geschenke

in schöner Altstadt-Atmosphäre finden.

© Privat

Buchtipp:

Julia Kotulla:

Wimmelbuch-Salzburg

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung

Erscheint im Dezember 2021

16 S., € 19,95

Buchtipp:

Nina Kunz:

Ich denk, ich denk zu viel

Kein & Aber Verlag

192 S., € 20,60

Bäm! Cut! Der Sommer hat sich knallhart

verabschiedet. Oder ist er etwa in diesem

Jahr schneller vergangen? Wir wissen

es nicht, freuen uns aber auf kuschelige

Herbstabende und vor allem auf Lesungen!

Lange mussten wir ausharren und haben

viele Autorinnen und Autoren, aber auch

unsere Gäste schmerzlich vermisst. Wir

können es deshalb kaum erwarten, wieder

anregende Gespräche mit Ihnen zu führen

und wir bekommen Gänsehaut, wenn wir

an das kratzende Geräusch denken, das

beim Signieren eines Buches entsteht.

Wir dürfen Sie, liebe Lesebegeisterte in

die Buchhandlung Stierle einladen, denn

wir feiern einen Tag ganz im Zeichen des

Buches. Beginnend mit den Studierenden

des Thomas-Bernhard-Instituts, mit dem

wir schon viele Jahre zusammenarbeiten,

starten wir in den Altstadtbuchtag. Hier

werden Texte zeitgenössischer Autorinnen

und Autoren vorgetragen – von Stefanie

Sargnagel bis zu Anne Weber. Die Schweizer

Kolumnistin Nina Kunz liest im Anschluss

aus ihrem neuen Werk Ich denk,

ich denk zu viel. Für den Abend haben wir

außerdem die Coverband Beautyfarm dazu

eingeladen, uns musikalisch zu beehren. Zu

hören gibt es feinste Klassiker der neuen

Musikgeschichte.

Außerdem wird demnächst unser

Salzburg-Wimmelbuch erscheinen, in dem

Buchhändlerin Carmen eine zentrale Rolle

spielen wird. Neben dem Mozarthaus können

Sie in diesem Buch, illustriert von Julia

Kotulla, das Schloss Mirabell, den Hangar

7, den Tiergarten, den Weihnachtsmarkt am

Domplatz und das Literaturhaus Salzburg

bestaunen. In diesem ganzen Gewimmel

müssen Sie Bücherfreundin Carmen entdecken.

Viel Vergnügen!

Veranstaltungstipp:

Sa., 6. November 2021

Ab 17 Uhr Schauspielstudierende

des TBI lesen

Texte zeitgenössischer

Autor*innen Eintritt frei

19:30 Uhr Nina Kunz liest

aus Ich denk, ich denk zu viel

Eintritt € 7,–

Ab 21 Uhr Schaufensterkonzert

mit Beautyfarm

Eintritt frei!

Bücher Stierle, Kaigasse 1,

5020 Salzburg

© Fotowerk Aichner und Gerhard Berger

Bücher seit 1639

Alle, die gerne in der Innsbrucker Altstadt

flanieren, sollten hin und wieder auch in

unserem kleinen Geschäft in der Altstadt

vorbeikommen. Unsere kompetente Kollegin

Daniela Pergher und manchmal Markus

Renk persönlich, beraten Sie gerne bei

Ihrem Bucheinkauf. Wir freuen uns heuer

besonders auf den Winter, wenn der Christkindlmarkt

hoffentlich wieder stattfinden

wird, es draußen nach gerösteten Kastanien

und Glühwein riecht, und wir Ihnen dabei

helfen können, die schönsten Geschenke

7

für den Heiligen Abend zu finden. Wir

sind nach wie vor sehr stolz darauf, dieses

Geschäft in der Altstadt eröffnet zu haben,

denn die Geschichte der Wagner’schen

Buchhandlung begann hier, 1639 in der

Innsbrucker Altstadt. 382 Jahre später ist

die Wagner’sche nun an diesen Ort zurückgekehrt.

Historisch und emotional

Dieser Standort erinnert uns an den Buchdruckergesellen

Michael Wagner, mit dem

die Geschichte unseres Unternehmens

begann. Er betrieb in der Altstadt nicht nur

eine Buchhandlung, sondern auch einen

Verlag und eine Druckerei. Geschäftsführer

Markus Renk sagt dazu: „Die Innsbrucker

Altstadt ist für Touristinnen und Touristen

ein Muss, denn alle wollen natürlich das

Goldene Dachl sehen. Für Einheimische

ist es aber ein emotionaler Ort und das

ist es auch für uns, denn die Geschichte

unseres Unternehmens begann hier, und

ich stelle immer wieder gerne fest, dass

ich mich in dem historischen Ambiente

des Trautsonhauses sehr wohl fühle. Hier

atmet man förmlich Geschichte ein. Ich

finde das einfach großartig.“ Das Sortiment

der Buchhandlung ist vielfältig, es

gibt ausgewählte Neuerscheinungen, aber

auch kleine schöne Geschenke für Kinder,

hübsche Accessoires, Bleistifte, Notizbücher

und Karten für jeden Anlass.


© Rosi Hlawa

Die Keltenbuchhandlung

feiert ihr 30. Jubiläum

Ein bewährtes Team freut sich auf viele weitere Jahre.

Kelten-

Buchhandlung

Hallein

In der Keltenbuchhandlung

zu arbeiten

erfüllt uns

mit Freude.

Susanna Pristovnik-Schwarz

Philipp Schlaffer

Hans Hamedinger

8

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Seit vergangenem Jahr gehört die Keltenbuchhandlung

in Hallein zur Wagner’schen

Familie, und es ist erfreulich, dass diese

Buchhandlung heuer ihren 30. Geburtstag

feiert. Im September 1991 wagte die

2020 leider verstorbene Salzburger Buchhändlerin

Brigitte Stadlbauer den Schritt

in die Selbstständigkeit und eröffnete in

der Halleiner Altstadt ihre Buchhandlung,

die im Laufe der Jahre zu einer kulturellen

Institution avancierte. In der Zwischenzeit

wurde das alte Gebäude behutsam

modernisiert und überstand sogar das verheerende

Hochwasser im heurigen Sommer

unbeschadet. Nach wie vor trifft man Hans

Hamedinger in der Buchhandlung, auch

Philipp Schlaffer ist noch da, der bei Frau

Stadlbauer bereits seine Lehre absolvierte.

Seit diesem Sommer bereichert Buchhändlerin

Susanna Pristovnik-Schwarz

das Team.

Die Kelten, wie der Name der Buchhandlung

andeutet, haben in der Region

von Hallein viele Spuren hinterlassen,

denn erst sie forcierten den Salzabbau in

der Eisenzeit und besiedelten den Dürrnberg.

Ganz in der Nähe der Buchhandlung

befindet sich das Keltenmuseum, das die

seit 1949 am Dürrnberg gehobenen Grabfunde

ausstellt, darunter findet sich auch

eine einzigartige Schnabelkanne. Prunkvoll

in der Sammlung ist auch die Grabausstattung

eines keltischen Stammesführers,

der in einer hölzernen Kammer auf einem

zweirädrigen Streitwagen liegend bestattet

worden war.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens

findet am 5. November in der Buchhandlung

eine Jubiläumsfeier inklusive

Kinderprogramm statt. Außerdem bekommen

treue Kundinnen und Kunden

ein schönes Lesezeichen, ebenso ist eine

Stofftasche mit Keltenmotiv sowie ein

Notizbuch erhältlich.

9

© Rosi Hlawa

© Rosi Hlawa

Notizbücher

€ 9,90

Veranstaltungstipp:

Lateinische Inschriften in

der Stadt Salzburg

Vortrag zum Buch

mit Meinhard Leitich

Di., 9. November 2021

18:30 Uhr

Kelten Buchhandlung, Sigmund-

Thun-Straße 9, 5400 Hallein

Eintritt: Frei!


Leporello

die Buchhandlung

Wien

Inspirierende Bücherfreuden

Neue Kooperationen und ein tolles Team.

© Pamela Rußmann

Die Leporello-

Formel bleibt.

Rotraut Schöberl und Erwin Riedesser

Wir sind stolz auf eine neue Kooperation!

Die Buchhandlung Leporello in Wien,

die seit 2021 zur Wagner’schen gehört,

kooperiert neuerdings mit dem Wiener

Konzerthaus. Die hochkarätige Lesereihe

startete erfolgreich mit Eva Menasse und

mit dem renommierten amerikanischen

Schriftsteller Colson Whitehead und wird

auch in den kommenden Monaten fortgesetzt.

Das Burgtheater mit seinen Spielstätten,

dem Burgtheater am Ring, dem Akademietheater,

dem Kasino am Schwarzenbergplatz

und dem Vestibül hat wieder geöffnet –

und damit auch unsere Leporello-Filiale,

die es seit 1999 mit ihrer kleinen, aber

feinen Ausstattung im Burgtheater gibt.

Die Architektur der Buchhandlung, die

ein gelungener harmonischer Einbau in

die Kassahalle des großen Hauses ist,

wurde von Architekt Luigi Blau umgesetzt.

Das Leporello-Team begleitet

seitdem die Aufführungen des Hauses

ebenso wie die Lesungen und Matineen mit

seinem auf Theaterspielplan und aktuelle

Neuerscheinungen abgestimmten Sortiment.

Heuer freuen wir uns ganz besonders

nach der schier endlosen Coronazeit auf

unsere Kundinnen und Kunden!

Klaudia Grünfelder und Vanessa Egger

arbeiten schon längere Zeit in der Buchhandlung

Leporello in der Singerstraße 7.

Neu dazugekommen sind jetzt Nina Stanjek

und Bea Lehner, die wir herzlich im Leporello-Team

willkommen heißen. Roswitha

Stubenschrott, die schon seit 2006 bei Leporello

arbeitet, gerät regelrecht ins Schwärmen,

wenn man sie fragt, wie ihr die Arbeit

in der Buchhandlung gefällt: „Ich liebe

diese Buchhandlung. Hier kann ich mich als

Buchhändlerin voll ausleben. Die Arbeit ist

vielfältig und anspruchsvoll. Unsere Kundinnen

und Kunden sind Herzensmenschen.

Leporello ist wie eine ‚Dorfbuchhandlung‘.

Hier treffen sich Bekannte zum Plausch

und viele Menschen, die uns besuchen, sind

Freundinnen und Freunde.“

Die Buchhandlung Leporello befindet

sich im Schatten des Stephansdoms, mitten

im Zentrum Wiens. In der Nachbarschaft

gibt es viele kleine, wunderschöne Läden.

Rotraut Schöberl und Erwin Riedesser sind

auch in diesem Herbst wieder voll im Einsatz,

wenn es darum geht, die besten Bücher

der Saison weiterzuempfehlen.

© Erwin Riedesser © Pamela Russmann

Buchpräsentation:

Venedig –Wintertage

in der Serenissima

Mit Wolfgang Salomon

Mi., 3. November 2021,

19:00 Uhr

Leporello Buchhandlung

Singerstraße 7, A-1010 Wien

Eintritt: € 8,00

Buchtipp:

Wolfgang Salomon

Venedig –Wintertage

in der Serenissima

Styria Verlag,

176 S., € 28,00


© Stefan Wilfinger

Leporello

die Buchhandlung

Wien

Buchtipp:

Bastian Kresser:

Klopfzeichen

Braumüller Verlag,

432 S., € 24,00

Doch das Ende

ist kurz, das

Leben selbst

viel länger.

Bastian Kresser

12

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Der Plot Ihres Buches basiert

auf einer wahren Geschichte.

Das heißt die historische Recherche

war eine Voraussetzung dieses

Buches. Wie haben Sie recherchiert,

war das kompliziert und hat Ihnen

Ihr Amerikanistikstudium dabei

geholfen?

Wenn man etwas in die Tiefe geht, findet

man sehr viel Sekundärliteratur über

die Fox Schwestern. Angefangen von

Wikipedia-Einträgen über Biografien bis

hin zu Berichten aus der „Spiritistenszene“.

Wo es dann aber richtig spannend wurde,

war, als ich auf historische Texte und

Originalbriefe der Schwestern gestoßen bin,

die einerseits einen Einblick in ihre Sprache

und andererseits in ihre Psyche gegeben

haben. Wie nahmen sie die Welt um sich

wahr? Wie rechtfertigten sie das, was sie

taten? Und vor allem: Was ging in ihren

Köpfen vor und wie sahen sie sich selbst?

Natürlich waren meine Englischkenntnisse

beim Recherchieren mit Sicherheit

hilfreich. Ich glaube aber, dass sowohl mein

Bastian

Kresser

verhandelt in

Klopfzeichen die

Selbstbestimmung

der Frauen und die

Vermarktung von

Phänomenen. Zur

Buchpräsentation

bei Leporello hat

Erwin Riedesser

ihn befragt.

13

Amerikanistikstudium als auch die Zeit,

die ich selbst in den USA verbracht habe,

mir zusätzlich zum Sprachlichen einen

kleinen Einblick in die amerikanische Seele

gewährt haben. Es ist sozusagen ein

„Verstehen der Zeit und der Kultur“,

das die Schwestern in meinem Kopf zum

Leben erweckt hat und das mir geholfen

hat, dieses Buch zu schreiben.

Was hat Sie am historischen Stoff am

meisten gereizt einen Roman daraus

zu machen und was ist im Buch

Fiktion was entspricht der Realität?

Ich war von Beginn an fasziniert darüber,

welche Macht die Schwestern über die

Gesellschaft ausübten und wie sie mit den

Einflussreichen, den Medien und den Massen

spielten. Die Leben dieser drei Frauen

spiegeln die Ereignisse dieser aufregenden

Epoche wider. Es war eine Zeit der Veränderung,

der Erfindungen, des Aufbruchs,

des beginnenden Feminismus und der

Frauenrechte. Und die Fox Schwestern –

ganz besonders Leah, die älteste der drei –

erkannten die neuen Chancen und nutzten

diese zu ihrem Vorteil. Drei starke Frauen,

die ihr Leben lang gegen eine Welt kämpften,

die sich nicht mit dieser Idee

abfinden konnte.

Was ist echt und was ist Fiktion …?

Ein guter Schriftstellerfreund sagte mir

einst: Solange auf dem Einband „Roman“

steht, darfst du schreiben, was du willst.

So sind die Übergänge oft fließend.

Welche der drei Schwestern, die

Hauptfiguren des Buches, steht

dem Autor Bastian Kresser am

nächsten?

Eine schwierige Frage, sind mir doch

alle drei sehr ans Herz gewachsen. Ich

bewundere Leahs Selbständigkeit, ihre

kämpferische Art, die verschlossenen Türen

mit Gewalt aufzustoßen, ihren Stolz und

ihre Frauenpower; ich achte Maggie für

ihre Fähigkeit zu lieben und stets das Gute

im Menschen zu sehen, und ich staune

über Kates mysteriöse Fähigkeiten, ihre

Hingabe und ihre außergewöhnliche Art,

ihre Außenwelt wahrzunehmen und zu

bezaubern.

Müsste ich mich entscheiden, wäre ich

vermutlich „Team Kate“, da sie, trotz allem,

das ihr widerfahren ist, bis zum Schluss

keinerlei Feindseligkeit oder Böswilligkeit

in sich spürt.

Der Roman ist ja auch spannend wie

ein Thriller, obwohl es ein handfestes

Stück Literatur ist. Es gibt eine

überraschende Lösung, wenn auch

nicht unbedingt ein Happy End.

War das von Anfang an geplant oder

hat es sich während des Schreibens

ergeben?

Oft nimmt das Leben eben kein Happy

End. Doch das Ende ist kurz, das Leben

selbst viel länger und es kommt mehr

darauf an, was man aus dieser geschenkten

Zeit macht.

Was das Ende, beziehungsweise die allerletzte

Szene des Romans betrifft, so war sie

tatsächlich schon von Beginn an für mich

klar. Wie sich die drei Schwestern an diesem

Schauplatz, den ich für sie ausgesucht habe,

jedoch verhalten würden, das hat sich erst

im Laufe des Schreibens ergeben. Was dann

entstand, hat letztendlich auch mich selbst

erstaunt.

Die wunderbare Monika Helfer

spricht von Klopfzeichen, Ihrem

zweiten Buch bei Braumüller, als

„dem Buch unserer Zeit“. Was meint

sie, Ihrer Meinung nach, damit?

Es sind die großen Themen des Romans,

die sowohl das 19. Jahrhundert verändert

haben und auch unsere heutige Zeit nach

wie vor prägen. Frauen, die um ihre Rechte

kämpfen müssen, die Macht der „Medien“,

Fake News und der tiefe Wunsch der Menschen,

an etwas zu glauben, das man sich

nicht erklären kann. Und natürlich ganz

besonders: An etwas zu glauben, das jeder

wissenschaftlichen Erkenntnis widerspricht

und diesen Glauben trotz stichhaltigen Beweisen

nicht abzuschwören. Willkommen

im Heute.

Buchpräsentation:

Klopfzeichen

Mit Bastian Kresser

Moderation: Rotraut Schöberl

& Robert Renk

Fr., 12. November 2021,

19:00 Uhr

Leporello Buchhandlung

Singerstraße 7, A-1010 Wien

Eintritt: € 8,00


Sprüche für jede Emotion

Schöne Karten, lustige Spiele, einzigartige Geschenke.

Garantiert horizonterweiternd

Gute Fachbücher machen klüger und glücklicher.

© Gerhard Berger

Wir lieben sie: unsere Postkartenabteilung!

Jeden Morgen erfreuen wir uns aufs Neue

an der großartigen Auswahl, mit der Abteilungsleiter

Clemens Bruch unsere Herzen

höherschlagen lässt und uns auch zum

Schmunzeln bringt. Wir wollen uns jeden

Tag aufs Neue daran erinnern, dass Humor

und herzerwärmende Worte niemals zu

kurz kommen dürfen. Gerade in einer Welt,

in der auf digitalem Weg so viele Nachrichten

ausgetauscht werden, ist es umso

wichtiger geworden, manchmal mit Bedacht

eine besondere Botschaft in Postkartenform

zu übermitteln. Besinnen wir uns also

auf das Analoge: eine Postkarte für einen

bestimmten Anlass zu kaufen, sich

in Ruhe hinzusetzen und ein paar Zeilen

zu schreiben, ist ein sehr persönliches Geschenk.

Neben Karten finden Sie bei uns

im Erdgeschoss aber auch herrlich unterhaltsame

Spiele, Fotobücher, Notizbücher

und schöne Geschenke, die Ihren Alltag

bereichern.

Unsere Fachbuchabteilung ist ein Ort,

an dem Sie Bücher finden, die Ihr Wissen

bereichern oder die Ihnen dabei helfen,

sich fortzubilden. Wir wählen unser Sortiment

sorgfältig aus und möchten auch auf

Bücher fokussieren, die gesellschaftliche

Debatten anstoßen. Der Bildband Woman

Made: Great Women Designers (Phaidon)

von Jane Hall stellt etwa über 200 weibliche

Designerinnen von den 1920er Jahren bis

zur Gegenwart vor und ist damit das erste

Überblickswerk dieser Art. Unsere Kollegin

Helena Töchterle, die erst vor kurzem

ihr Philosophiestudium abgeschlossen hat,

empfiehlt die neue Platon-Biografie (C.H.

Beck) von Thomas Alexander Szlezák, der

uns nicht nur den Denker, sondern auch

den Menschen Platon näherbringt, und der

es uns damit ermöglicht, dessen Philosophie

besser verstehen zu können.

© Gerhard Berger

Buchtipp:

Buchtipp:

Buchtipp:

Schöne Bücher brauchen

hübsche Taschen

So entgehen Sie dem Herbstblues garaniert:

Neben einem guten Buch und einem

warmen Wintermantel ist eine praktische

und gleichzeitig schöne Tasche einfach

essenziell, um alle bibliophilen Schätze

gut verstaut durch die nasse Jahreszeit

zu bringen. Kurzum: Schöne Bücher

brauchen auch hübsche Taschen! Neuerdings

gibt es in unserem Sortiment im

Erdgeschoss die coolen ZWEI Taschen,

die nicht nur praktisch,

sondern auch vielseitig einsetzbar sind.

Für Taschenliebhaber*innen ist die vielfältige

Auswahl ein Genuss – es gibt

sie in unterschiedlichen Farben, sie sind

ausgesprochen robust, wasserabweisend

und für mannigfaltige Aktivitäten geeignet.

ZWEI Taschen haben ein geringes

Gewicht, sind pflegeleicht und trotz

ihrer hohen Qualität erschwinglich.

Ein besonderer Hingucker sind im Übrigen

auch die Yoga-Rucksäcke, natürlich

„designed with love“.

ZWEI Taschen: bis € 129,90.

© www.zwei-bags.com

Wenn Freude aufpoppt

Pop-Up-Karten sind eine großartige

Überraschung! Wir haben wunderschöne

Designs für jeden Anlass, sei

es zur Hochzeit, zum Geburtstag oder

zu Weihnachten! Sobald die Karte

geöffnet wird, entfaltet sich wie von

Zauberhand ein dreidimensionales

Papierobjekt. Die filigrane Papierkunst

überrascht, verzaubert und sorgt

garantiert für große Augen.

Pop-Up-Karten ab € 6,95

© Gerhard Berger

Welche Faktoren beeinflussen das politische

Weltgeschehen? Menschen, Ideen,

Ideologien. Aber es ist auch nicht von

der Hand zu weisen, dass jedes Land mit

einem weiteren wichtigen Aspekt konfrontiert

ist, welcher Herausforderungen

und Chancen bedingt: die Geographie.

Tim Marshall legt seinem Buch einen

Blick auf die Geographie zugrunde,

den viele möglicherweise immer wieder

ignorieren und zeigt, dass Weltpolitik

eigentlich Geopolitik ist. Ein spannender

Zugang, über den es sich lohnt, nachzudenken!

Tim Marshall:

Die Macht der Geographie

DTV Verlag, 328 S., € 13,30

Der heute 83-jährige Regisseur Claus

Peymann hat wie kein anderer das

deutschsprachige Theater geprägt. In

diesem Buch beschreibt er sein Verhältnis

zu Österreich. Von der „Publikumsbeschimpfung“,

über Skandale bis hin

zu seiner schweren Krankheit 2019, als

ihm Ärzte im Allgemeinen Krankenhaus

das Leben retteten, erzählt er, wie

aus „Schleich di, Deitscha“ „der bessere

Österreicher“ wurde. Er blickt auch auf

das heutige Theater: Wie viel vom großen

Meister Peymann ist geblieben?

Claus Peymann:

Was hier, in dieser muffigen Atmosphäre

Brandstätter Verlag, 216 S., € 25,00

Schon wieder ein Corona-Buch! Muss das

sein? Ja, es muss. Hans Bürger, der stellvertretende

Chef-Redakteur von Zeit im

Bild und Günther Mayr, Wissenschaftsanalytiker

der Zeit im Bild, betrachten

die letzten eineinhalb Jahre mit einem

vielseitigen Blickwinkel. Wo hat die Regierung

versagt, wo wir alle? Und was ist mit

den Medien? Welchen Einfluss haben sie

auf die Situation, welche uns alle nach wie

vor in Schockstarre zurücklässt, gehabt?

Auch die Zukunftsszenarien kommen

nicht zu kurz. Sehr empfehlenswert!

Hans Bürger, Günther Mayr:

Knockdown? Menschheit auf dem Prüfstand

Braumüller, 250 S., € 22,00


Bücher machen unser Leben vielfä ltiger und schöner

Egal ob Roman oder Fachbuch: Lesen hilft dabei, die Welt besser zu verstehen.

© Gerhard Berger

Literatur rüttelt uns wach, vermag uns zu

trösten, darf uns unterhalten. Unsere Kolleginnen

und Kollegen aus der Literaturabteilung

empfehlen Ihnen gerne neue

Bücher. Lena Kriphale-Wiek (Foto), Andrea

Scheiber und David Schranz kennen

sich bestens bei neuen Krimis aus, Robert

Renk hält für Sie literarische Preziosen bereit.

Wir freuen uns über den neuen Krimi

von Alex Beer, Der letzte Tod (Limes) den

fünften Band der Emmerich-Reihe, den Sie

bei uns auch signiert bekommen können.

Ans Herz legen möchten wir Ihnen auch

den neuen Roman von Alois Hotschnig

Der Silberfuchs meiner Mutter (Kiepenheuer

& Witsch) – ein großer Roman über

Fremdsein und Selbstbehauptung und die

lebensrettende Kraft des Erzählens. Doris

Knecht beschenkt uns in dieser Büchersaison

mit ihrem berührenden Roman

Die Nachricht (Hanser Berlin), der von

Ambivalenz und Abschied erzählt und

deren Figuren so real erscheinen, als hätte

man sie wahrhaftig getroffen.

Koch- und Backbücher, erkenntnisreiche

Ratgeber, wundervolle Kinderbücher: im

ersten Stock unserer Buchhandlung gibt es

nicht nur unser feines Cafè Momo, es tummeln

sich auch angesagte Bücher, die Ihr

Leben garantiert bereichern und womöglich

auch verändern werden. Abteilungsleiterin

Maria Neumayr hat einen neuen Buchliebling

entdeckt, nämlich Lahme Ente, blindes

Huhn von Ulrich Hub (Carlsen). Es ist ein

umwerfend komisches Kinderbuch über

Mut, wahre Freundschaft und allergeheimste

Wünsche. Besonders empfehlen können

wir Ihnen auch das neue Kinderbuch von

Bettina Balaka Dicke Biber (Leykam), ein

lustiger Naturschutz-Krimi! Besuchen Sie

uns mit Ihren Leseratten und gönnen Sie

sich auch selbst ein schönes Buch. Wir

hätten eventuell eine Idee, zum Beispiel

das wundervolle Kochbuch Risotto, ti amo!

(Callwey)

© Gerhard Berger

Buchtipp:

Buchtipp:

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Buchtipp:

Wir freuen uns wie verrückt, dass der

Nobelpreis nach Afrika geht. Der Autor

selbst ist für viele eine Überraschung,

deshalb liegt nichts auf Deutsch von

ihm vor. Für einen war es keine Überraschung,

den österreichischen Übersetzer

Helmuth A. Niederle. Es wird

nicht lange dauern, bis der Roman, der

im Jahr 2000 beim kleinen Kappa-Verlag

in München erschien, wieder lieferbar

sein wird. Der Roman einer Rückkehr

nach Sansibar zeichnet grandios die Brüche

zwischen Europa und Afrika. Ein

hochliterarischer, doppelter Perspektivwechsel.

Robert Renk

Abdulrazak Gurnah:

Die donnernde Stille

Edition Kappa München 2000,

Vergriffen!

Wir legen in unserem großen Sortimentsangebot

viel Wert auf wichtige Backlisttitel.

Das ist natürlich auch wieder subjektiv,

aber Überzeugung und Nachfrage

geben uns recht. Eines meiner Lieblingsbücher

ist von einem italienischen Portugiesen,

paßt somit noch ein bisserl zum

Leipzigschwerpunkt dieses Jahres. Ein

biederer Literaturkritiker im Lissabon des

Jahres 1938 namens Pereira (Vornamen

hat er im Roman keinen) wird zu einem

Kritiker der Salazardiktatur. Dieses Buch

hat mich bewegt, geistig und emotional!

Robert Renk

Antonio Tabucchi:

Erklärt Pereira

dtv Verlag, 212 S., € 10,20

Endlich ist wieder was zu lesen vom

alten Haudegen Lanthaler. Der Südtiroler

Kultautor (Tschonnie Tschenett)

und Wahlberliner mit Zürichschlagseite

kann’s natürlich noch. Uralten Kriminal-

und anderen Fällen widmet er

sich. Durch Theatertexte und Librettos

geschult wird die Sprache getragener,

Lanthaler schafft es aber trotzdem cool

und mitreisend zu berichten. Von was

berichtet er? Er erzählt die Sagen aus

Südtirol neu. Und wie! Und das in einem

echt schön ausgestatteten Buch mit Illustrationen

von Gino Alberti. Robert Renk

Kurt Lanthaler:

Der Nörgg, das Purzinigele und die Nichte der Nixe

Folio Verlag, 176 S., € 24,00

Opern-Topstar Anna Netrebko zeigt in

diesem Buch, wie es ihr gelingt, Familie

und Gesangskunst, Privates und Berufliches

im Gleichgewicht zu halten – eine

große Rolle für diese Balancefindung

spielt für sie das Kochen! Die großartige

Sängerin „erzählt“ in diesem Buch ihre

Lieblingsrezepte und die Geschichten

dahinter. Ein faszinierender Blick hinter

die Kulissen ins Privatleben einer musikalischen

Legende mit vielen leckeren

Rezepten.

Anna Netrebko:

Der Geschmack meines Lebens

Molden Verlag, 160 S., € 30,00

Happy Handmade führt mit wunderschönen,

kreativen Projekten durch

das ganze Jahr. Kronen aus Frühlingsblumen

flechten, frisch geernteten

Lavendel zu Öl verarbeiten, Laternen

basteln für den Herbst oder stilvolle

Tischdekorationen für den Winter – Die

einzelnen Projekte sind auf die Jahreszeiten

abgestimmt und regen dazu an,

sich immer wieder kleine Auszeiten zu

nehmen, um etwas Schönes zu gestalten.

Dieses wunderschön gestaltete Buch ist

der perfekte Slow-Living-Begleiter für

das ganze Jahr!

Eva Krebbers:

Happy Handmade – Einfach kreativ durchs Jahr

Knesebeck Verlag, 208 S., € 24,70

Für Marian Moschen gibt es etwas, das

jeden genussvollen Moment perfekt

macht: Eine Tasse Kaffee und ein Stück

Torte! Genau deshalb bietet der Kultblogger

in seinem neuesten Backbuch

ein breites Spektrum an Rezepten für

Tortenliebhaber*innen: Von Klassikern

der österreichischen Tortenlandschaft

wie Malakoff- oder Esterházy-Torte, über

beliebte Importe wie die schwedische

Prinzessinnentorte, bis hin zu außergewöhnlichen

Torten wie dem japanischen

Käsekuchen ist für jeden Geschmack

etwas dabei!

Marian Moschen:

Mann backt Torten

Tyrolia Verlag, 192 S., € 24,95


Das lustige Wissensquiz

für kluge Köpfe

Das vergnügliche Wissensquiz für alle,

die Tirol noch besser kennenlernen möchten.

Mit dem Innsbruck-Spiel Kids lernen

Kinder ab 8 Jahren spielend leicht

die Landeshauptstadt von Tirol besser

kennen. Kann es sein, dass vor ein paar

tausend Jahren Dinosaurier durch

Innsbruck stampften? Warum wurde

der Stadtturm errichtet? Fürchtet

sich der Steinbock im Alpenzoo

!!?

manchmal, obwohl er „König der

Alpen“ genannt wird? Das Innsbruck-

Spiel Kids vermittelt pädagogisch

durchdacht regionales Wissen.

Die 88 Aktivitätskarten bringen Spaß

und fördern die kindliche Kreativität.

Das Innsbruck-Spiel Kids, keck

illustriert von Julia Kotulla und

Dieses Spiel

folgt

dem neuen

Sachunterrichtslehrplan

Das Innsbruck-Spiel Kids zum

Preis von € 29,95 erhalten Sie in der

Wagner’schen Buchhandlung und

im Onlineshop www.wagersche.at

Ein regionales Brettspiel, das dem neuen

Sachunterrichtslehrplan folgt, ist genau das,

was in den Klassenzimmern gebraucht wird, um

regionales Wissen pädagogisch abwechslungsreich

zu vermitteln. Spielend zu lernen erzeugt

positive Gefühle. Die Kinder können das Gelernte

besser verinnerlichen.

Thomas Schöpf,

Rektor der PH-Tirol

grafisch gestaltet von Ines Graus,

soll nicht nur Spaß in jede Familie,

sondern auch in viele Klassenzimmer

bringen! Dieses Spiel entstand

in Zusammenarbeit mit der

Pädagogischen Hochschule Tirol

und dem Österreichischen

Jugendrotkreuz.

Mitwirkende:

Pädagogisches & inhaltliches Konzept: Gerlinde

Tamerl, Wagner’sche Buchhandlung; Clemens Löcker,

Pädagogische Hochschule Tirol; Philipp Schumacher,

Österreichisches Jugendrotkreuz; Ines Graus,

Buch- und Ausstellungsgestalterin

Autorinnen & Autoren: Monika Frenzel,

Per Pedes Stadtführungen; Christoph Geiler,

Sportjournalist/Kurier; Ines Graus, Buch- und

Ausstellungsgestalterin; Corina Lang, Alpenzoo

Innsbruck; Cäcilia Lechner-Pagitz, Institut für

Botanik, Universität Innsbruck; Clemens Löcker,

Pädagogische Hochschule Tirol; Lukas Morscher,

Leiter des Innsbrucker Stadtarchivs; Florian Martin

Müller, Institut für Archäologien, Universität

Innsbruck; Birgitta Schauer, Alpenverein Innsbruck;

Christoph Spötl, Institut für Geologie, Universität

Innsbruck; Gerlinde Tamerl, Wagner’sche

Buchhandlung

Grafische Gestaltung & Design: Ines Graus,

www.blickfisch.at

Illustrationen: Julia Kotulla, www.julia-kotulla.de

Mitwirkende:

Autorinnen & Autoren: Sport: Lisa Ballmann,

Österr. Quizverband (ÖQV); Christoph Geiler,

Sportredakteur/Kurier; Hannes Kölbersberger,

ÖQV; Claudia Lösch, Olympiaworld; Lukas Stanger,

ÖQV; Andreas Stolz, ÖQV; Robert Bauer, ÖQV •

Natur und Umwelt: Cäcilia Lechner-Pagitz, Institut

für Botanik, Universität Innsbruck; Corina Lang,

Alpenzoo Innsbruck; Sabina Moser, Bezirkschronistin

Kufstein; Christian Pfanner, Tiroler Zugspitz Arena;

Martina Pfandl, Ortschronistin Bad Häring;

Helmut Pöll, Alpinarium Galtür; Birgitta Schauer,

Alpenverein Innsbruck; Christoph Spötl, Institut

für Geologie, Universität Innsbruck • Kunst und

Kultur sowie Historisches und Kurioses: Thomas

Bertagnolli, Museum Tiroler Bauernhöfe; Monika

Frenzel, Per Pedes Stadtführungen/Austria Guide;

Ines Graus, Buch- und Ausstellungsgestaltung;

Rosi Griesser, Museum Galerie Schloss Landeck;

Susanne Gurschler, Sachbuchautorin; Waltraud

Heinrich, Burgenwelt Ehrenberg; Yvonne Kathrein,

Institut für Germanistik, Tiroler Dialektarchiv,

Universität Innsbruck; Tea Kulic, Achenseebahn

Um 1900 konnte man im

Café Munding ein Getränk

kaufen, das für „plötzliche

Aufheiterung und ein Gefühl

von Leichtigkeit“ sorgte.

Welches Wunderelixier mag

gemeint sein?

Infrastruktur-und Betriebs-GmbH; Josef Kretschmer,

Stift Stams; Florian Martin Müller, Institut für

Archäologien, Universität Innsbruck; Gerlinde Tamerl,

Wagner’sche Buchhandlung; Manfred Waltner,

Obmann Stellvertreter, Imster Fasnacht; Stefan

Weis, Museum Schloss Bruck, Chronik/Stadtarchiv;

Anne-Marie Zeif, Swarovski Tourism Services •

Aktivität: Yvonne Kathrein, Institut für Germanistik,

Tiroler Dialektarchiv, Universität Innsbruck;

Hildegard Reitberger, Stadttheater Kufstein;

Gerlinde Tamerl, Wagner’sche Buchhandlung;

Alex Kometer, Schauspieler

Projektleitung & Redaktion: Gerlinde Tamerl,

Wagner’sche Buchhandlung

Grafische Gestaltung & Design: Ines Graus,

www.blickfisch.at

Besonderer Dank gilt Roland Sila, Leiter der

Bibliothek des Ferdinandeums, für die fachkundige

Beratung und für das zur Verfügung gestellte

historische Bildmaterial.

Das Innsbruck-Spiel

Dieses Spiel wird mit 440 Wissens- und

Aktionskarten dunkle Herbstabende in

geselliger Runde aufhellen und obendrein Ihr

Wissen bereichern. Dieses Quiz, von der Tiroler

Grafikerin Ines Graus gestaltet, beschert Ihnen

nicht nur viel Faktenwissen, sondern garantiert

Ihnen Spieleabende mit viel regionalem Flair und

erheitert Sie zudem mit kuriosen Geschichten.

Das Innsbruck-Spiel zum Preis von € 45,–

erhalten Sie in der Wagner’schen Buchhandlung

und im Onlineshop www.wagersche.at

Haben Sie Lust, eine Reise durch Tirol

zu unternehmen und vielen Fragen

rund um „das Land im Gebirg“

auf den Grund zu gehen? Weshalb

entwickelte sich etwa Imst zu einem

Zentrum der Singvogelzucht? Welche

Gletscher zählen zu den ältesten

in Tirol und welcher Fluss bildet

die Grenze zwischen Oberland und

Unterland? Was versteht man unter

dem Begriff „Pfoat“? Zahlreiche

Expertinnen und Experten aus den

einzelnen Tiroler Regionen haben

informative, aber auch kuriose

Wissensfragen aus den Kategorien

Sport, Geschichte, Kultur und Natur

für Sie zusammengetragen. Es gibt

auch Aktivitätsfragen, bei denen

Sie Ihre rhetorischen, kreativen

und schauspielerischen Talente

uneingeschränkt entfalten können.

Das Tirol-Spiel zum

Preis von € 45,– erhalten

Sie in der Wagner’schen

Buchhandlung und

im Onlineshop

www.wagersche.at


Unsere schönen Wimmelbücher

Gemeinsam mit Kindern staunen und lernen.

Unsere regionalen Kalender

Beeindruckende Bilder und Texte, die den Alltag bereichern.

Buchtipp:

Bettina Egger, Maria Kittler:

Das Tirol-Wimmelbuch

Verlag der Wagner’schen

Buchhandlung

16 S., € 19,95

Bettina Egger - Maria Kittler

DAS Tirol-Wimmelbuch

© Verlag der Wagner’schen Buchhandlung

Wir freuen uns sehr darüber, dass unser

lang herbeigesehntes Tirol-Wimmelbuch

soeben erschienen ist. Maria Kittler war in

den vergangenen Monaten mit Illustratorin

Bettina Egger in ganz Tirol unterwegs und

erzählt: „Ich bin von der Vielfalt Tirols

wirklich sehr begeistert, und es ist uns gar

nicht leichtgefallen, die Motive für die acht

Doppelseiten auszuwählen.“ Kittler und

Egger sind ein eingespieltes Team: erst 2019

haben sie das erfolgreiche Innsbruck-Wimmelbuch

im Verlag der Wagner’schen Buchhandlung

veröffentlicht. Ihre Recherchetour

für das Tirol-Wimmelbuch war aufwendig:

sie haben viele Menschen in den einzelnen

Bezirken getroffen, sind gewandert, haben

Vögel und andere Tiere beobachtet und

waren bei Stadtführungen dabei. Sie trotzten

Wind, Regen und Kälte, damit dieses

wunderschöne Buch erscheinen kann.

Unsere Wimmelbücher werden in einem

umweltfreundlichen „Cradle to Cradle“-

Verfahren hergestellt, dem derzeit höchsten

Qualitätslevel für ökologischen Druck.

Wir haben unsere Wimmelbuch-Seiten

mit einem QR Code versehen, sodass Betreuungspersonen

noch mehr Hintergrundinformationen

zu den einzelnen Bildern

erhalten.

Da schon Buchdrucker Michael Wagner in

seinem Verlag Kalender produzierte, wollen

wir an diese Tradition anknüpfen. Seit 2016

erscheint in Zusammenarbeit mit Lukas

Morscher vom Innsbrucker Stadtarchiv der

Kalender „Innsbruck, wie es früher war“.

Nun haben wir unser regionales Kalendersortiment

erweitert und freuen uns, Sie

auch mit drei weiteren Produkten – regional

bei der Druckerei Alpina produziert –

erfreuen zu können.

Kaum jemand kennt Tirol aus der Vogelperspektive

besser als „Fürst“ Andy Nairz,

der auf seinen zahlreichen Ballonfahrten

die einzigartige Schönheit der Bergwelt

dokumentiert hat. Sein Kalender Tirol von

oben versammelt erstmals eine Auswahl der

beeindruckendsten Fotografien, die Nairz

aus atemberaubender Höhe auf seinen

Ausflügen aufgenommen hat. Wer sich für

das Innsbruck der Gegenwart interessiert,

dem sei der Innsbruck-Kalender des Fotografen

Markus Pramsoler ans Herz gelegt.

Eine Zeitreise unternimmt der Kalender

des Roten Kreuzes – er enthält besondere

Aufnahmen aus der Bildersammlung des

Archivs des Roten Kreuzes. 14-tägiges

Kalendarium – exklusiv erhältlich in der

Wagner’schen Buchhandlung.

© Andy Nairz

Neuauflage

Innsbruck-Wimmelbuch

Die gebürtige Innsbrucker Illustratorin

Bettina Egger hat sich gemeinsam mit

Maria Kittler noch einmal auf den Weg

gemacht und unser zauberhaftes Innsbruck-Wimmelbuch

um zwei Doppelseiten

erweitert. Jetzt können sich unsere kleinen

Wimmelbuchfans über detailgetreue

Zeichnungen der Swarovski-Kristallwelten

und der Innsbrucker Hofburg erfreuen.

Bettina Egger hat außerdem noch jede

Menge Suchspaß eingefügt und man kann

auch diesmal wieder die Dame mit ihrem

kleinen süßen Hündchen entdecken.

Preis: € 19,95

Das Telfs-Wimmelbuch

Die Bücherei & Spielothek Telfs ist in

ein neues Bibliotheksgebäude umgezogen.

Zu diesem Anlass haben wir

mit den Bibliothekarinnen das Telfs-

Wimmelbuch, das von Illustratorin Stella

Chitzos gezeichnet wurde, gestaltet. In

diesem Buch entdecken Kinder das vielfältige

Leben in Telfs, den Frühling am

Widumanger, den Herbst in Moritzen,

den Winter in Mösern. Dazwischen ist

die Bibliothek zu sehen und die kleine

Büchereieule lässt sich auch hin und

wieder blicken. Preis: € 19,95

Wir bauen ein Haus

Das neue Wimmelbuch Wir bauen ein

Haus, das in Zusammenarbeit mit der

Wirtschaftskammer entstanden ist, erzählt

vom Hausbau einer jungen Familie mit

zwei Kindern, einer Katze und einem

Hund. Dabei sehen die Kinder, was auf

einer Baustelle passiert und lernen die

Handwerksberufe näher kennen. Auf den

Seiten verstecken sich auch zwei freche

Mäuse, die ebenfalls in dieses hübsche

Haus einziehen. Preis: € 19,95

Unsere

Puzzles

Innsbrucker

Nostalgie-Puzzle

(1.000 Teile)

€ 17,95

Um 1900 waren Pferdekutschen keine

Touristenattraktion, sondern ein wichtiges

Fortbewegungsmittel. Die erste Fahrt der

elektrischen Straßenbahn durch Innsbruck,

wie auf einem der Nostalgie Puzzles abgebildet,

muss also eine Sensation gewesen

sein. Da es uns am Herzen liegt, die Erinnerung

an „unsere“ Stadt zu bewahren,

haben wir für Sie in Zusammenarbeit mit

der Bibliothek des Ferdinandeums und des

Innsbrucker Stadtarchivs historische Fotos

und Postkarten gesichtet und diese nun

in ansehnliche Puzzles verwandelt. Fotos

halten nicht nur die Erinnerung fest, ein genauer

Blick auf die Details kann auch vieles

über das Leben der damaligen Zeit verraten.

Postkarten waren um 1900 ein bedeutendes

Kommunikationsmedium und ihre Einführung

im Jahr 1885 ein großer Erfolg. Auf

den Schachtelrückseiten der Puzzles finden

Sie zu den von uns ausgewählten Motiven

interessante historische Informationen. Wir

haben für Sie sogar den Text einer Postkarte

transkribiert, sodass Sie auch in die Gedankenwelt

einzelner Menschen von damals

eintauchen können.


© Gerhard Berger und Christopher Spiegel

Place to be: Cafè Momo

Martin Beimler und Christian Speicher

servieren in unserem Café Momo herrliche Köstlichkeiten.

Kochbücher

sind eine

Inspirationsquelle.

Chris Speicher

und Martin Beimler

22

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Ob Frühstück, Lunch, Aperitif, Kaffee

und Kuchen, egal ob im Frühling, Sommer,

Herbst oder Winter: Wir lieben das

Café Momo, es ist unser all-time-favourite

place to be und wir freuen uns sehr

darüber, dass dieser Ort auch für viele

Buchliebhaber*innen sowie Autorinnen und

Autoren zu einem Fixpunkt geworden ist.

Tag für Tag gehen hier Menschen ein und

aus, schmökern in Büchern, stecken ihre

Köpfe zusammen, tauschen Gedanken aus.

Babys spielen am Boden, während Porridge

auf dem Herd köchelt und es nach frischem

Brot oder Kuchen riecht.

Lesen und Genießen

An diesem Sehnsuchtsort treffen wir Chris

Speicher und Martin Beimler, die mit Alena

und Flora jeden Tag diese abwechslungsreichen

Köstlichkeiten zubereiten. Viele

Rezepte, die unsere Gastro-Jungs ausprobieren,

kommen aus Kochbüchern, die

auch in unserer Buchhandlung zu finden

sind. Eine schöne Geschenksidee sind auch

Gutscheine, die sie direkt im Café Momo

kaufen können. Damit breiten Sie Ihren

Liebsten bestimmt große Freude.

Vitalisierende Mahlzeiten

Das Café Momo serviert biozertifizierten

Kaffee, nicht nur mit Heumilch, sondern

auch mit Hafermilch. Sie können hier

Mahlzeiten genießen, die mit Liebe und

Sorgfalt zubereitet wurden. Morgens gibt

es ein abwechslungsreiches Frühstück,

Eiergerichte, Porridge, herrliches Granola

und frisch gebackenes Sauerteigbrot mit

verschiedenen Aufstrichen. Zu Mittag geht

es mit saisonalen Gerichten weiter. Derzeit

serviert unser Gastro-Duo Kürbiscremesuppe

mit Kokos und Ingwer oder orientalische

Currys. Am Nachmittag sollte man

sich unbedingt einmal einen Cheesecake

oder ein Bananenbrot gönnen. Das Special

23

für Samstag ist Shakshuka, ein israelisches

Gericht aus pochierten Eiern in einer Sauce

aus Tomaten, Chilischoten und Zwiebeln.

Biozertifizierter Kaffee

Übrigens: Die Kaffeebohnen vom Café

Momo können Sie künftig auch in der

Wagner’schen oder im Café Momo kaufen.

250 g kosten € 7,60 und 500 g € 14,90. Jede

Buchtipp:

Yotam Ottolenghi;

Ixta Belfrage:

Flavour, Mehr Gemüse,

mehr Geschmack

Dorling Kindersley Verlag,

320 S., € 31,40

Packung enthält auch ein hübsches

Lesezeichen!

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag: 9.00 – 18.30 Uhr

Samstag: 9.00 – 17.00 Uhr

Montag: Ruhetag

www.cafe-momo.at

Buchtipp:

Donna Hay:

life in balance

Frische, leichte Rezepte

für gesunden Genuss

AT Verlag

240 S., € 31,40


Sich unterhalten und innehalten

Die Wagner’sche Speakers’ Library am Europäischen

Forum Alpbach – ein kurzer Bericht von Jenni Zeller

Lesungen in traumhafter Kulisse

Rückblick auf das Literaturfestival am Achensee –

ein kurzer Bericht von Gerlinde Tamerl

© Jenni Zeller

© Franz Oss

Gedämpfte Stimmen dringen durch das

sonnendurchflutete Congress Centrum

Alpbach. Mitarbeiter*innen des Europäischen

Forums Alpbach huschen mit

Equipment und Zetteln zwischen den Sälen

umher. Hin und wieder ertönt das Piepsen

der QR-Code-Scanner an den Ein- und

Ausgängen. Coronabedingt ist es heuer

ruhiger im Dorf der Denker*innen: weniger

Stipendiat*innen, weniger Speaker vor Ort,

weniger Veranstaltungen. Dennoch ist die

besondere Atmosphäre der intellektuellen

Diskussionen und grenzübergreifenden

Freundschaften ganz deutlich zu spüren.

bach Moment, beim Schmökern zufällig

den Autor*innen der jeweiligen Bücher zu

begegnen. Eine Signatur des Wirtschaftsnobelpreisträgers

Joseph Stiglitz, eine

Diskussion zu Aufdeckungsjournalismus

mit Anya Schiffrin oder eine Unterhaltung

mit Philosoph Josef Mitterer etwa gehören

zur Wagner’sche Speakers‘ Library wie der

Krautinger in die Wildschönau. Und dank

der Speakers‘ Library ziehen die Momente

und Gedanken aus Alpbach bei uns zuhause

ein und begleiten uns auch nach dem

Forum.

Für uns war es eine Freude, bei der achensee.literatour

dabei sein zu dürfen, die in

diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum

feierte. Unsere Kolleginnen Yvonne und

Anja (siehe Bild links oben) betreuten den

Büchertisch bei allen Lesungen und genossen

die traumhafte Kulisse des Achensees.

Martin Tschoner, Direktor des Tourismusverbands

Achensee, sagt: „Es ist eine

Gegend, die meines Erachtens Kreativität

und Inspiration fördert. Die ideale Bühne

für ein Literaturfestival.“

Für uns ist klar: dieses Festival ist ein

Muss für alle Literaturbegeisterten: Es gibt

Der Alpbach Spirit ist nach einem Jahr

Pause zurückgekehrt. Zwischen Kunstinstallationen

und Podiumsdiskussionen

ist auch die Speakers‘ Library der Wagner’schen

Buchhandlung wieder vor Ort.

Inmitten des emsigen Treibens ist sie

eine Insel der Ruhe und ein Ort der Begegnungen.

Neben belletristischen Büchern

von Chimamanda Ngozi Adichie, Ta-Nehisi

Coates und Robert Seethaler reihen sich die

aktuellen Bestseller der Fachliteratur über

den Klimawandel, die Pandemie, Finanzwesen,

Diplomatie und Medienwissenschaften.

Dabei ist es ein typischer Alpeinen

Mix aus verschiedenen Leselocations

und Genres: Raoul Schrott und Petra Piuk

lasen diesmal am Eröffnungsabend im Alten

Widum in Achenkirch, Bernhard Aichner

im Entners am See, Nicola Förg, Tatjana

Kruse und Joe Fischler begeisterten ihr Publikum

am Schiff. Die „Krimiwanderung“

fand mit Krimiautor Herbert Dutzler statt.

Zum zehnjährigen Festival-Jubiläum

ist außerdem ein Buch mit dem Titel Nur

der See sah zu erschienen, das Kurzkrimis

u.a. von Alex Beer, Tatjana Kruse und Joe

Fischler versammelt.

Große Leseempfehlung!

Buchtipp:

Nur der See sah zu

Acht Achensee-Krimis

Haymon Verlag,

176 S., € 10,55

24

Wagner’sche.


© Juli Schneemann

Soeben ist Ihr neuer Krimi Seht ihr es

nicht? im Haymon Verlag erschienen.

Warum mussten Krimifans so lange

auf einen neuen Haderer warten?

Ich wollte eigentlich nie seriell Krimis

schreiben, auch wenn es bestimmt Krimiautorinnen

und -autoren gibt, etwa Fred

Vargas, denen das wunderbar gelingt. Als

ich mein zweites Standbein, die Arbeit in

einer Werbeagentur, aufgegeben hatte, wollte

ich meinem Leben einen neuen Wendepunkt

geben und habe mich dem Lehramt

zugewandt. Während dieser Zeit, also ab

2018, ist dieser neue Krimi entstanden. Für

mich war es aber ganz natürlich, dass ich

auch einmal etwas Anderes tun wollte, als

zu schreiben.

In den vergangenen Krimis war

Major Schäfer Ihre Hauptfigur.

Diesmal heißt die Ermittlerin

Philomena Schimmer. Wie

kommt es, dass Sie eine weibliche

Hauptfigur gewählt haben?

Wollen Sie darauf hinaus, dass man als

Mann nicht aus der Sicht einer Frau schreiben

darf? (lacht) Die Hauptfigur meiner

früheren Krimis – Major Schäfer – war sehr

dominant, und ich würde sagen, er besaß

eine toxische Männlichkeit. Als ich mich

an meinen aktuellen Krimi herangetastet

habe, musste ich feststellen, dass ich nach

einer harmoniebedürftigeren, versöhnlicheren

Figur suchte. Das heißt jetzt aber

nicht, dass Philomena Schimmer ein weibliches

Klischee erfüllt.

In Ihren Krimis gibt es immer viel

alltäglichen Humor, lustige Dialoge,

bitterböse innere Monologe wie etwa

während einer Teamsitzung auf der

Polizeistation …

Ich schreibe oft in kleinen Assoziationen,

tagespolitisches Geschehen kommt dabei

auch vor, um dem Text eine Gegenwart

einzuhauchen. Für das Fortschreiten der

Handlung ist das zwar nicht relevant, aber

es ist realitätsnäher. Mir sind Dialoge, auch

innere Monologe, in meinen Krimis wich-

sein kann. Niemand will lesen, dass

jemand telefonierend am Computer sitzt.

Es gab diesmal also keine realen

Anhaltspunkte beim Schreiben?

Doch, es gab einen realen Kriminalfall,

der mich vor einigen Jahren nicht losließ:

dabei ging es um eine Frau, die ihre Familie

auslöschte. Sie lebte in einem aufgelassenen

Gasthaus am Land, ein großes, verlassenes,

richtig gruseliges Gebäude aus den 1970er

Jahren. Ich habe mich immer gefragt, wie

man bloß auf die Idee kommen kann, dorthin

zu ziehen.

Seht ihr es nicht?, so lautet der Titel

des Krimis. Was möchten Sie damit

andeuten?

Halluzinationen, alternative Realitäten faszinieren

mich. Philomena Schimmer sieht

Dinge, die andere nicht sehen. Es geht im

weitesten Sinne um reale und eingebildete

Ängste. Ich glaube, das ist ein sehr zeitgemäßes

Thema, denn viele Bedrohungen

sind in unserer Gegenwart zwar real

vorhanden, werden aber vor allem medial

transportiert.

Meine

Hauptfigur

Philomena

Schimmer ist

Feministin.

Georg Haderer

26 27

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Georg

Haderer

Georg Haderer

im Gespräch über

seinen aufregenden

neuen Krimi

Seht ihr es nicht?

Im Gespräch mit

Gerlinde Tamerl

tig, nicht nur um eine gewisse Normalität

zu erzeugen, sondern auch, um die Figuren

zu charakterisieren. Meine Hauptfigur

Philomena Schimmer ist Feministin. Ihre

politische Haltung wird in diesen Dialogen

sichtbar. Wem diese Einstellung nicht gefällt,

wird diese Figur vielleicht auch nicht

sympathisch finden.

Fragt man Ärzte, was sie von

Klinikserien halten, dann seufzen sie

meistens. Haben Sie sich in Hinblick

auf Ihren Krimi genau mit der

Polizeiarbeit beschäftigt oder finden

Sie es auch okay, wenn es fiktive

Momente gibt, die mit der Realität

weniger zu tun haben?

Es gibt sehr erfolgreiche Autoren, die sehr

realitätsnah schreiben, etwa Richard Price,

der Polizei- und Gerichtsreporter war.

Diese Art des Schreibens hat mich anfangs

sehr inspiriert, eine akribische Recherche

im Vorfeld erschien mir einleuchtend. Man

muss als Autor aber aufpassen, dass man

sich nicht bürokratisch verzettelt. Mir ist

aufgefallen, dass eine tiefgehende Recherche

für einen Roman oft gar nicht so viel

bringt, weil reale Polizeiarbeit langweilig

Was fasziniert Sie an Krimis?

Ich selbst lese nicht permanent Krimis.

Ich interessiere mich für moderne, experimentelle

Literatur. Und ich schätze die

englische Drehbuchautorin Phoebe Mary

Waller-Bridge. Ihre Dialoge sind einfach

umwerfend. Skurril und komisch.

Georg Haderer, geboren 1973 in Tirol, lebt heute in

Wien. Nach einer Schuhmacherlehre wechselte er in

die Werbebranche und von dort weiter ins Lehramt.

Buchtipp:

Georg Haderer:

Seht ihr es nicht?

Haymon Verlag,

336 S., € 25,50

Veranstaltungstipp:

Georg Haderer liest

beim Krimifest Tirol

Fr., 29. Oktober 2021, 19 Uhr

Vinoribis, Gewerbezone 12,

Neustift im Stubaital

Eintritt frei!


Etabliertes und Überraschendes

In die Liste der Neuerscheinungen von Tiroler Autor*innen

haben sich etablierte und neue Namen eingeschrieben …

Von Robert Renk

© Bullock

Wenn man in diesem Herbst nur nach

Publikationen von Tiroler Autorinnen sucht,

wäre dieser Text sehr kurz. Man würde den

ersten Roman von Eva Maria Gintsberg

(S. 34/35) und die große Lyrikerin Roberta

Dapunt finden.

Herr Klein von Gintsberg, ein Roman über

einen, oder doch mehrere Herren Klein,

entspricht einem literarischen Panoramafächer,

in dem Menschen, Zeiten und

Erinnerungen ineinander verschwimmen

um ein klares Bild in dichtem Erzählduktus

zu zeigen.

Die große Lyrikerin Dapunt legt mit

Synkope/Sincope einen Gedichtband über

die Endlichkeit des menschlichen Körpers

und dessen Beziehung zum Körper der

Sprache vor. Von der Gebrechlichkeit des

Körpers zum Schmerz, der doch dazugehört,

gegen den sich aber Widerstand

regen muss. Widerstand, der auch gegen

individuelle Befindlichkeiten und sozialgesellschaftliche

Zusammenhänge aufgebracht

werden muss. Aus dem Ladinischen

übersetzt von Alma Vallazza und

Werner Menapace.

Von der TAK (Tiroler Autor*innen

Kooperative) liegen leider keine neuen

Daten vor. So müsste man schon gleich in

den – immer interessanter werdenden –

Bereich des self publishing gehen und

würde dort Isa Hörmann entdecken und

Angelika Moser.

Hörmann legt mit story one schon

ihren zweiten Erzählband vor, eher kurze,

poetisch-zerbrechliche Texte zwischen

Traum und Realität. Mehr unter

www.isahoermann.at.

Angelika Moser ist schon lange als Selfpublishingautorin

tätig und legt gleich

zwei Erzählbände vor. In Allein im Café

lesen wir in elf Geschichten unter anderem

von einer verbissenen Handarbeitslehrerin,

die mit einem gestrickten Kasperl zu kämpfen

hat, einer unglaublichen Mathematikprofessorin

mit einem Faible für Schiller

und Goethe, einer erhellenden läuferischen

Begegnung im Fitnessstudio und der Suche

nach Inspiration und Muse im Café oder

an der Seine. In Das kleine Grauen wird es

gruslig, bleibt aber auch witzig.

Der neue Roman

des großen Stilisten

Der Herbst, ja er ist sehr männlich. Auch

wenn in der vielleicht wichtigsten, auf jeden

Fall aber am längsten ersehnten Publikation

ein Mutterbild gezeichnet wird.

Alois Hotschnigs Der Silberfuchs meiner

Mutter (KiWi) wurde in einem dreitägigen

Literaturfest in Innsbruck präsentiert. Die

Wagnersche war dabei der Ort der Uraufführung

(siehe auch S. 30/31). „Wir haben

es in diesem Fall, sprich Hotschnigs neuem

Roman, mit einer Virtuosität des Erzählens

zu tun, die ihresgleichen sucht, machen

uns mit der Lektüre auf die Spur des bestgehüteten

Geheimnisses, über das jeder

Mensch, solange er bei Trost ist, fraglos verfügt:

die Einbildungskraft“, schreibt Markus

Bundi in der Wiener Zeitung und hat – wie

so oft – recht. Im Übrigen sei hier auch der

Essayband Vom Verschwinden des Erzählers

(Haymon) über Alois Hotschnig von Markus

Bundi allen noch einmal ans Herz gelegt.

Von Norbert Gstrein (dem wir zum

Thomas-Mann-Preis gratulieren) und Hans

Platzgumer (Lesung am 4. November)

haben wir bereits in der Frühjahrsausgabe

berichtet. Das haben wir auch schon von

Helmuth Schönauer. Nur hat der pensionierte

Bibliothekar und Meisterrezensent

ein neues, absurd witziges aber sehr wahres

Buch mit Fotos von Hannes Hofinger und

dem Titel Outlet geschrieben.

Zu diesem Buch und seinem Lebenswerk

als rezensierender Bibliothekar

erfahren Sie mehr bei seiner Lesung am

10. Dezember 2021 (S. 52/53).

Auch einen neuen Erzählband von

Hans Augustin gibt es diesen Herbst.

Subtil, aber mit Ironie und steter

Distanz spürt Augustin Figuren nach,

die schief im Leben stehen und deren

Metronom, das den Lebenstakt vorgibt,

sich stetig verlangsamt.

In Hötting beginnt es …

Die große Überraschung des Herbstes

kommt von Andreas Pavlic.

1974 in Innsbruck geboren, lebt er

inzwischen in Wien. Er war Spediteur,

Lagerarbeiter, Konflikt- und Gemeinwesenarbeiter,

studierte Politikwissenschaft,

Soziale Arbeit und forscht zu sozialen und

alternativen Bewegungen.

Er wirft in seinem Roman Die Erinnerten

einen Blick zurück in die Geschichte Innsbrucks

und seiner nicht so schönen Kapitel.

Als sich Annemarie und Johann 1932 bei

der Höttinger Saalschlacht kennenlernen,

ist das ein recht ungewöhnlicher Beginn

für eine Beziehung. Die Massenschlägerei

zwischen Nationalsozialist*innen und

Sozialist*innen geht als Beginn eines langen

und dunklen Kapitels in die Geschichte

Tirols ein.

So zeigt Pavlic die großen politischen

Wirrnisse zwischen Sozialisten, Christlichsozialen

und den noch illegalen Nazis

oder später auch den heranrückenden

Alliierten nicht anhand großer historischer

Ereignisse. Viel mehr setzt er eine kleine

Liebesgeschichte plastisch, stimmig und

kenntnisreich zwischen die Erzählfäden

kleiner historischer Momentaufnahmen.

Ein starkes und exzellent recherchiertes

Stück Erinnerungsliteratur, das sich trotz

des großen und gewichtigen Themas leichtfüßig

und unterhaltsam liest.

An der Krimifront gibt es nun im Herbst

nicht nur die Vorfreude aufs Krimifest

(S. 36 –39) sondern auch aktuelle Bücher

von Georg Haderer (Seht ihr es nicht?,

Haymon), Bernhard Aichner (Dunkelkammer,

btb) und Jan Beck, dem Thrillerpseudonym

von Joe Fischler (Die Nacht,

Penguin).

Und Martin Fritz?

Krimi ist von ihm – denke ich – keiner

zu erwarten, wiewohl er spannend schreibt

und immer für Überraschungen gut ist.

Ein literarisch hochwertiger Roman allemal.

Deshalb warten wir gerne noch ein

wenig auf das Romandebüt von Martin

Fritz.

Buchtipps:

Alois Hotschnig:

Der Silberfuchs meiner Mutter

Kiepenheuer & Witsch Verlag

224 S., € 20,60

Roberta Dapunt:

Synkope / Sincope

Folio Verlag

128 S., € 20,00

Hans Augustin:

Der kurze Traum der Braut

des Sohnes des Architekten

ed. laurin, 144 S., € 18,90

Eva Maria Gintsberg:

Herr Klein

ed. himmel / Limbus

180 S., € 19,00

Helmuth Schönauer:

Buch in Pension –Tagebuch eines

pensionierten Bibliothekars 2

Sisyphus Verlag,

266 S., € 15,00

Andreas Pavlic:

Die Erinnerten

Edition Atelier

224 S., € 22,00

Isa Hörmann:

Die Traumwächterin

story.one publishing

80 S., € 15,00

Angelika Moser:

Das kleine Grauen

epubli Verlag

108 S., € 9,99


© Bullock, Literaturhaus am Inn

Der Silberfuchs meiner Mutter

Erstpräsentation des neuen Romans von Alois Hotschnig,

eine Buchpräsentation in drei Teilen. Von Robert Renk

30

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Bucherscheinungen gehören gefeiert!

Je besser ein Autor, desto mehr muss gefeiert

werden! Darum feierten wir Alois

Hotschnigs neuen Roman Der Silberfuchs

meiner Mutter (KiWi) gleich mehrfach!

Am 7., 8. und 9. September wurde Hotschnigs

Literatur und sein Einsatz für

Ungehörte in Vergangenheit und Gegenwart

gefeiert, bedacht und präsentiert.

Gemeinsam mit 8ungKultur, dem Literaturhaus

am Inn und dem ORF hat die

Wagner’sche Universitätsbuchhandlung

dieses besondere Ereignis begleitet. Doch

nicht nur das: In den Räumlichkeiten

der Buchhandlung – dem gemütlichsten

Wohnzimmer der Stadt – ging die Erstlesung

über die Bühne. Hotschnigs Verlag

– Kiepenheuer & Witsch – nahm dies zum

Anlass, für uns den Drucktermin nach

vorne zu verlegen. Und so gingen in diesen

drei Tagen fast 200 Exemplare von Der

Silberfuchs meiner Mutter über den Buchhandlungstresen.

Gäste aus Deutschland

und der Schweiz

Einige Wegbegleiter*innen hatten ihr

Kommen angesagt, um gemeinsam in die

spannende, zum Teil erschreckend aktuelle

und sprachlich ausgefeilte Welt von Alois

Hotschnig einzutauchen.

Klaus Zeyringer moderierte den

Eröffnungsabend auf Einladung von

Anna Rottensteiner im Literaturhaus am

Inn. Er führte das Publikum im Gespräch

mit Alois Hotschnig noch einmal gekonnt

durch das Gesamtwerk des Innsbrucker

Autors mit Kärntner Wurzeln. Mit Aus

standen wir am Anfang und am Bett des

sterbenden Vaters, dem der Sohn – nun

endlich – die Leviten liest. In Eine Art Glück

saßen wir wieder vor dem Beinlosen, dem

die Sünden schon erlassen waren, bevor er

sie beging und den die Mutter in der Kirche

mit dem Rollstuhl durch das Mitleid schob.

Mit dem Rettungsfahrer in Leonardos

Hände standen wir abermals im Olympischen

Dorf und haben auf den nächsten

Selbstmordeinsatz gewartet.

31

Wir haben Ludwigs Zimmer erneut betreten

und die Ärztinnenpraxis von Im Sitzen läuft

es sich besser davon, wo – vielleicht – von

der Ärztin für ihre Patient*innen auch

Jacken gestrickt werden. Zeyringer führte

gekonnt und konsequent zu den Schlüsselszenen

der Bücher und man hatte nach

nicht einmal 90 Minuten wieder den ganzen

Hotschnig-Kosmos vor sich.

Riesengroßer Andrang

Die Präsentation des neuen Romans oblag

dann Ilija Trojanow. Er baute eine kunstvolle

Rede, um dann umso direkter zum

Reden zu kommen. Alois Hotschnig fühlte

sich in gegenwart seines Moderators und

umgeben von tausenden Büchern der Wagner’schen

sichtlich wohl. Dass die Buchhandlung

rappelvoll war (im Rahmen der

Covidbestimmungen), tat der Stimmung

sicher keinen Abbruch.

Die Lesung aus dem neuen Roman war

intensiv – wie immer bei Alois Hotschnig –,

das Publikum sichtlich berührt, aber auch

unterhalten. Und das auf hohem Niveau,

was auch an dem abschließenden Gespräch

mit Kultautor und Hotschnigexperten

Ilija Trojanow lag. Die Abendkassa glühte

und das Signieren nahm kaum ein Ende.

Wegbegleiter*innen u.a. aus Hausach

im Schwarzwald und Bern – die extra angereist

waren – waren ebenso begeistert,

wie das Innsbrucker Publikum!

Dramatisches mit

Julia Gschnitzer &

Maria Hofstätter

Tags darauf ging es ins – längst

ausreservierte – ORF-Studio. Dort hat

Literaturchef Martin Sailer ein feines

Programm vorbereitet, um Hotschnig als

Dramatiker zu präsentieren. Mit der

Unterstützung von Julia Gschnitzer und

Maria Hofstätter war klar, dass dies ein

besonderer und dem Anlass gebührender

Abschlussabend sein würde. Und wer weiß

… vielleicht kann man den in Innsbruck

noch mal erleben?

Wer sich beeilt, bekommt eventuell

noch ein signiertes Exemplar dieses außergewöhnlichen

Romans von einem der wichtigsten

Autoren deutscher Sprache, einem,

der seine gewichtige Stimme gerne denen

leiht, die keine haben und eben auch einem,

der die deutsche Sprache und die bekannten

Erzählstrukturen gekonnt und sorgsam

aufbricht und erweitert!

Diese

ungeheure

Wucht des

Erzählten

und des nicht

Erzählten


© Daniel Jarosch, Carmen Sulzenbacher

Das war das 19. Innsbrucker

Prosa-Festival (IPF)

IPF bricht alle Rekorde – wir lesen, bis wir genesen –

Das war’s gewesen, das 19. Innsbrucker Prosa-Festival

32 33

32 Wagner’sche.

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

IPF hat bewiesen: Literatur ist stärker

als Corona. Das IPF hat gezeigt, dass das

Publikum wieder bereit ist, dicht an dicht

zu sitzen und der Dichtung zu lauschen.

Der Querschnitt des Dargebotenen war breit

wie immer, die Autor*innen diesmal ganz

besonders redefreudig. Die Gastgeber*innen

wie immer außerordentlich herzlich. Die

textmotivierten Geschenke originell wie noch

nie zuvor. Die entstandenen Gästebucheinträge

geniales Autor*innen-Teamwork von

unschätzbarem Wert.

ABEND 1: Stadtbücherei

Mit Sharon Dodua Otoo eröffnen sich nicht

nur „Adas Räume“ sondern auch große

Erzählräume, die sich über Jahrhunderte

erstrecken, von der Kolonialgeschichte in

Westafrika bis ins gegenwärtige Berlin einen

Bogen spannen und diverse erzählerische

Wesen Gestalt annehmen lassen.

Martina Clavadetscher findet da gleich

mehrere Anknüpfungspunkte: die Schöpfung

von Wesen und die Figur Ada Lovelace.

Die Erfindung des Ungehorsams heißt ihr

neuer Roman, der allen für bevorstehende,

lange Herbstlesenächte aufs Nachtkästchen

gelegt sei.

Stefan Kutzenberger versteht sich aufs

Spielen mit Autofiktion, aufs Legen von

Fährten und Finten und auf das Konstruieren

eines einmalig liebenswerten Helden

namens Stefan Kutzenberger, der die Welt

zu retten und eine Wiederwahl von Trump

zu verhindern hat: Mission erfüllt! Teil drei

der Trilogie (Friedinger, Jokerman, Kilometer

null) erscheint im Frühjahr 2022.

Steht beim Jokerman Bob Dylan im

Mittelpunkt, so ist es in Nadja Buchers

Roman Die Doderergasse oder Heimitos

Menschwerdung der österreichische Groß-

schriftsteller, der der Geschichte seinen

Stempel und seine Sprache aufdrückt, wird

er doch in den 1970er Jahren im Körper

eines Mädchens wiedergeboren. Friktion

garantiert, sprachliche Satisfaktion

nicht minder!

ABEND 2: Wagner’sche

Buchhandlung

Dana Grigorcea verrät uns, dass es eine

Buchhandlung in Seattle war, die sie dazu

inspirierte, einen Roman über Rumänien

mit Blick zurück bis zu Vlad dem Pfähler

zu schreiben. Literatur ist für sie ein Fenster

zur Welt und in der Literatur gibt es keine

Grenzen. Ihren Roman Die nicht sterben

umreißt sie selbst wie folgt: Am Anfang

Gastfreundschaft. Am Ende Blutbad.

Raphaela Edlbauers Roman Dave hat

einen Plottwist, der nicht gespoilert werden

darf. Um es in ihren Worten zu sagen:

„Das, worauf ich stolz bin, darauf muss

ich immer verzichten.“ In Lesungen wohlgemerkt.

Wer sich das Buch zulegt, muss

auf nichts verzichten und kann eintauchen

in die Fragen: Was ist Bewusstsein? Lässt

sich Selbständigkeit programmieren? Wo

sind die Grenzen der KI? Gibt es welche?

Mieze Medusa hätte ihren Roman auch

„die Unerträgliche Leichtigkeit von Null

und Eins“ nennen können, er heißt aber

Du bist dran. Das Internet spielt darin

eine zentrale Rolle. „Verrat allen alles“,

legt sie dem Hacker Eduard in den Mund.

Sie verrät im persönlichen Gespräch, dass

sie es war, die vor 20 Jahren den Müllerstraßen-Innenhof

mit ersten Rapversuchen

beschallt hat und wohin das führte (nach

Wien Ottakring!). Aufruf: Macht Daten-

Backups!

Birgit Pölzl ruft zu Widerständigkeit

auf und ist der Meinung, dass alles bisher

Vorgelesene dem folgte. Von wegen erzählt

von ehemaligen Aussteigern, die in der

Gegenwart wieder Fuß zu fassen versuchen.

Und alle Lesungen fanden in der

Gegenwart zahlreicher Menschen und eines

Hundes statt, der für eine Geräuschkulisse

sorgte, die mal bedrohlich, mal heiter, mal

einfach nur atemberaubend schlabbernd

war. So sind unvergessliche Abende

gemacht.

ABEND 3: Sillwerk

Kristof Magnusson entführt in Ein Mann

der Kunst ins Museumsförderverein-Millieu,

im Gespräch gibt er zu, dass er sich

sehr darüber freute, dass für die Verfilmung

seines Stückes Männerhort auf Chips-Tüten

geworben wurde, aber weniger darüber wie

es verfilmt wurde. Man kennt ja den Deutschen

Film, kommentiert er nüchtern.

Wen man bisher noch nicht kannte:

Parkwächter Gerhard. Den hat sich die

Autorin Anais Meier einfallen lassen. Der

ist so schrullig und liebenswert wie sprechende

Enten. In Mit einem Fuß draußen

trifft man auf all das und zahlreiche weitere

einmalige Verschrobenheiten. Noch nie war

so viel Ente am Anfang eines Romans.

Stefan Abermann liest den Seifenmann

aus Changes und erzählt von seiner aktuellen

Tätigkeit als Stadtschreiber in Wels.

Er geht in seiner Rolle dort sichtlich auf,

verseift nicht, versifft nicht, sondern trifft

sich mit allem, was von Interesse ist, um

es für Wels festzuschreiben.

Lena Johann Hödl gibt vor, ein fauler

Mensch zu sein, ist aber natürlich das

genaue Gegenteil davon. Sie wird schon

bald alles gemacht haben. Einstweilen lässt

sich all you can love in 24 years im Roman

Emotionaler Leerstand im privaten Eigentum

nachlesen.

In Summe lässt sich sagen: Literatur lässt

sich durch nichts ersetzen. Das Innsbrucker

Prosa-Festival lässt sich durch nichts ersetzen

und im nächsten Jahr werden wir

ein sattes Jubiläumsprogramm draufsetzen.

Freuen Sie sich mit uns darauf!

Ihr Team Markus Köhle, Robert Renk,

Martin Fritz & Carmen Sulzenbacher


© Thomas Schrott

Sie sind Schauspielerin, gestalten

seit Jahren literarisch-musikalische

Abende. 2020 erschien Ihre

Erzählung Die Reise, nun liegt

druckfrisch der Roman Herr Klein

vor. Wann kam das Bedürfnis, selbst

literarisch tätig zu werden?

Ich habe als Jugendliche geschrieben,

die Sachen sind aber alle im Mülleimer

gelandet. Mein Weg führte mich dann in

die Schauspielerei. Vor zehn Jahren habe

ich begonnen, Germanistik zu studieren.

Das ist zwar keine Voraussetzung fürs

Schreiben, aber im Zuge des wissenschaftlichen

Schreibens hat das Literarische

immer mehr Raum eingenommen. Ich

konnte es nicht mehr lassen. So entstanden

unter anderem Lyrik, Kurzprosa, Auftragsarbeiten,

ein Theaterstück und eine

Musicalüberarbeitung für die Oper im

Steinbruch in St. Margarethen. Das Musical

fiel coronabedingt allerdings ins Wasser.

Die Coronazeit haben Sie genutzt,

um Ihren ersten Roman Herr Klein

zu schreiben. Im Buch tauchen

zwei Herr Klein auf und wie bereits

in der Erzählung Die Reise werden

Raum- und Zeitebenen immer

wieder verschoben. Ein zentrales

literarisches Mittel?

Ich mag das Spiel mit den Zeitebenen,

das im Theater, und in der Literatur möglich

ist. Es ist etwas, was es in der Realität

nicht gibt, ich aber manchmal gerne tun

würde: An mehreren Orten gleichzeitig sein,

der oder die sein, da oder dort sein. Wenn

ich Theater spiele, schlüpfe ich in eine

andere Rolle, bin jemand anderes. Auch

beim Schreiben kann ich diese Grenzen

überwinden.

Im Roman engagiert der eine

Herr Klein eine Vorleserin. Sie

liest ihm vor, ordnet seine Bücher

neu. Dieser Herr Klein ist an

den Rollstuhl gefesselt und auf

fremde Hilfe angewiesen. Er hat

eine riesige Bibliothek und immer

einen Goldfisch bei sich, der

nicht stehenbleiben, sondern kann sich

auf dieser Ebene weiterentwickeln.

Der andere Herr Klein sitzt gerne auf

einem Baum, spuckt Kirschkerne.

Er reist gerne und erfüllt sich seine

Sehnsucht nach dem Süden. Was

verbindet den einen mit dem anderen

Herrn Klein?

Der eine kann das machen, was dem anderen

verwehrt bleibt. Die Dinge, die Herrn

Klein auf seiner Reise passieren, sind in

einer gewissen Weise die Umsetzung dessen,

was der andere Herr Klein sich ausdenkt.

Wenn sich im nicht genannten Venedig

plötzlich das Wasser zurückzieht, dann

eröffnet sich eine neue Dimension. Alles

wird möglich. Lässt man solche Was-wärewenn-Fragen

zu, öffnen sich unbekannte

Räume, man geht über das unmittelbar

Sichtbare hinaus. Theater und Literatur

schenken hier große Freiheiten, auch im

Denken. Herr Klein lädt zu einer solchen

Reise ein.

Über die

Sprache,

dıe Literatur,

eröffnen

sich neue

Horizonte.

Eva Maria Gintsberg

34

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Eva Maria

Gintsberg

Eva Maria

Gintsberg erzählt

in ihrem Roman

Herr Klein eine

poetisch-fantastische

Geschichte,

in der Raum und

Zeit aufgehoben

sind. Im Interview

mit Susanne

Gurschler

35

genauso ein Hase ist. Beim Lesen

kommt sofort die Assoziation zu

Alice im Wunderland. Stört Sie das?

Nein. Ich kenne das Buch, habe mich

aber inhaltlich nicht damit auseinandergesetzt.

Wenn es um literarische Nähen

geht, fühle ich mich dem niederländischen

Schriftsteller Cees Noteboom sehr

verbunden. Er spielt ebenfalls mit Zeitebenen,

im Roman Rituale um Beispiel.

In Notebooms Büchern fühle ich mich zu

Hause und bei der deutschen Autorin

Felicitas Hoppe, die mir sprachlich sehr

nahe ist. Ihre Literatur fordert mich, aber

ich tauche sehr darin ein. Es kann sein,

dass das immer wieder durchblitzt, aber

das ist in Ordnung. Das sind intertextuelle

Bezüge, die passieren.

Wer ist dieser Herr Klein mit der

großen Bibliothek?

Für mich versinnbildlicht er die Welt

der Sprache. Über die Sprache, die Literatur,

eröffnen sich neue Horizonte. Selbst

wenn man sich körperlich nicht mehr

wegbewegen kann, kann man sich geistig

bewegen. Das finde ich ganz wichtig: Ist

man genötigt, irgendwo zu bleiben, kann

man sich Räume im Kopf schaffen, muss

Eva Maria Gintsberg, Schauspielerin und Autorin,

lebt und arbeitet in Scheffau am Wilden Kaiser

in Tirol. 2020 erschien die Erzählung Die Reise

(ed. himmel / Limbus Verlag) und nun der Roman

Herr Klein (ebendort).

Buchtipp:

Eva Maria Gintsberg:

Herr Klein

edition himmel,

180 S., € 19,00

Buchpräsentation:

Herr Klein

Mit Eva Maria Gintsberg

Moderation: Doris Eibl

Mo., 18. Oktober 2021,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung

€ 9,00 / 7,00 mit

Wagner- oder Ö1-Card


© Julia Mätzl

Als Autor und Musiker warst du von

der Pandemie gleich doppelt betroffen –

wie groß ist deine Sehnsucht nach

Publikum und Kolleg*innen, wie groß

deine Vorfreude aufs Krimifest Tirol?

Ja, es ging mir wie wahrscheinlich vielen

anderen, die von heute auf morgen nicht

arbeiten durften: Anfangs habe ich die

allgemeine Entschleunigung und meine

unerwartete Freizeit (Kochen, Lesen,

Schlafen und mit meinem Sohn vertrackte

mathematische Gleichungen lösen) sehr genossen,

aber als nach einigen Wochen klar

wurde, dass ich als Künstler nicht systemrelevant

bin und – im Gegensatz zu anderen

Berufsgruppen – vom Staat auch finanziell

weitgehend im Regen stehen gelassen werde,

ist mir der Genuss sehr rasch vergangen.

Als Musiker durfte ich die Bühne heuer ja

wieder erobern (das Trio Lepschi war im

Sommer voll gebucht), aber die Zahl der

Lesungen hielt sich bislang noch in Grenzen.

Umso mehr freue ich mich auf das

Tiroler Krimifest: Ohne den unmittelbaren

Austausch mit dem Publikum bleibt das

Schreiben, um es vornehm auszudrücken,

eine sehr autoerotische Angelegenheit.

In Im Netz des Lemming gerät

Leopold Wallisch in verschiedene

Netze, unter anderem in die Gefahren

des World Wide Web. Inwiefern

lauert im Internet die große

Bedrohung unserer Zeit?

Um alle Gefahren aufzuzählen, die das

Internet – neben seinen Segnungen – mit

sich bringt, fehlt hier der Platz. Eine will ich

aber doch erwähnen, nämlich den wachsenden

Mangel an Anstand, der mit der

Möglichkeit einhergeht, alles und jedes anonym

zu kommentieren. Andere Menschen

zu verleumden oder zu erniedrigen, ohne

die eigene Identität zu verraten, erinnert

mich an die Perfidie von Drohnenangriffen:

für den Aggressor ein aus sicherer Entfernung

ausgeführter Mausklick, für den

Attackierten Tod und Verderben. Wir drohen,

kollektiv zu verrohen, wenn wir nicht

beginnen, wieder Empathie und Anstand

einzufordern – auch im Internet.

Nein, ich hoffe nicht. Die Handlung eines

Romans muss ja irgendwo verortet sein,

und da bietet sich Wien für einen Wiener

Schriftsteller natürlich an.

Aber ich bin kein großer Freund von so

genannten Regionalkrimis und daher geht

mein Anspruch als Schriftsteller doch ein

Stück weiter: Die Themen, um die meine

Bücher kreisen, sind beileibe nicht auf Wien

beschränkt, sie haben in anderen Städten,

Ländern und Gesellschaften genauso ihre

Gültigkeit.

Stefan Slupetzky, verfasst Bühnenstücke, Kurzgeschichten

und Romane. Außerdem ist er ein Drittel

des „Trio Lepschi“, mit dem er als Texter und Sänger

durch die Lande tourt, und Mitbegründer des Vereins

zur Verwertung von Gedankenüberschüssen.

Ohne den

Austausch mit

dem Publikum

bleibt das

Schreiben eine

autoerotische

Angelegenheit.

Stefan Slupetzky

Stefan

Slupetzky

Gemeinsam mit

4 Kolleg*innen

eröffnet Stefan

Slupetzky das

Krimifest Tirol.

Mit Linda Müller

hat er u.a. über

seinen Ermittler

Leopold Lemming

Wallisch

gesprochen.

Nun ist der Lemming ja ein eher

analoger Charakter und in die

digitale Welt gerät er unfreiwillig.

Für alle, die ihn noch nicht kennen:

Mit was für einem Menschen haben

wir es zu tun?

Leopold „Lemming“ Wallisch ist inzwischen

59 (zufälligerweise so wie ich)

und deshalb in mancher Hinsicht etwas

altmodisch. Seine Neugier auf die Welt

ist trotzdem ungebrochen, er ist ein stetig

Lernender. Sein Hang, mit anderen mitzufühlen,

ist manchmal größer als sein

Selbsterhaltungstrieb. Er ist im Wesentlichen

sanftmütig, kann sich aber auch

bis zur Weißglut ärgern, wenn er es mit

Niedertracht und Ungerechtigkeit zu tun

bekommt.

Mit dem Lemming bringst du ein

Stückchen Wien nach Innsbruck.

Großstadtkulisse, das eine oder

andere Achterl Rotwein und ein

sanfter Geruch nach Käsekrainer

vom Würstelstand her nehmen uns

atmosphärisch mit in die Hauptstadt.

Ist dein Wien, der Ort an dem du

lebst und schreibst, essentieller

Bestandteil deiner Bücher?

Buchtipp:

Stefan Slupetzky:

Im Netz des Lemming

Haymon Verlag, 208 S., € 12,95

Veranstaltung:

Krimifest Tirol: Eröffnung

Mit Mathias Berg, Horst

Eckert, Nicola Förg, Michaela

Kastel, Michael Möseneder

und Stefan Slupetzky

23. Oktober 2021, 19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung

€ 9,00 / 7,00 mit

Wagner- oder Ö1-Card


© Gerald von Foris

Erste und schlimmste Frage: Ist

der wunderbare Roman River

Clyde das Ende von Chastity Riley,

der coolsten Staatsanwältin der

Literaturgeschichte?

Naja, es sind einfach mal 10 Bände mit ihr.

Ich hatte schon beim 9. Band, Hotel Cartagena

das Gefühl, ich habe diese arme Frau

schon so durch die Hölle und zurück gejagt,

dass ich ihr etwas schuldig bin und sie ein

wenig reparieren muss. Und wenn sie repariert

ist, ist die Geschichte halt auch irgendwie

zu Ende. Natürlich gibt es kleine Ecken

in mir, die Riley nicht loslassen wollen. Und

das muss ich auch noch nicht, denn die

ersten fünf Bände werden jetzt – nach und

nach – bei Suhrkamp neu aufgelegt und

von mir überarbeitet. Sie begleitet mich also

noch eine Weile.

Im Herbst 2022 kommt bei

Suhrkamp nun ein neuer Roman

heraus, auf dem nicht mehr Krimi

als Genrebezeichnung steht …

Ich habe mich durch das Genre vielleicht

auch etwas eingeengt gefühlt. Im Lauf

der Jahre habe ich mir soviel Werkzeug

erarbeitet, das in diversen „Schubladen“

herumliegt, dass ich jetzt endlich mal

aus dem Vollen schöpfen wollte. Erzählperspektiven,

Strukturen, Zeitperspektiven,

das kannst du in einem Thriller fast alles

vergessen. Ich lerne mich und mein Schreiben

jetzt auf eine andere Art kennen. Und

ich hoffe natürlich, dass meine Leser*innen

da mitgehen.

Du brichst ja in River Clyde das

Genre Krimi ganz schön weit auf, in

dem du auf eine Krimihandlung in

Hamburg weitestgehend verzichtest,

die erledigt sich faktisch von selbst.

Dafür steigst du mit den Leser*innen

tief hinein in die Gemütszustände und

Geschichten deiner Figuren.

Der Kern des roman noir ist ja nicht „investigating

cases“, sondern „investigating

souls“ und genau darauf ist es runtergebrochen.

Es geht darum die Seelen dieser

ausüben zu dürfen und da sind wir wieder

beim Krimi.

Wie gewalttätig müssen Strukturen gebaut

sein, dass man selbst gewalttätig wird,

oder werden muss?

Ich möchte nun aber noch einen Schritt

weiter kommen und mir – in einer utopischen

und spielerischen Form – überlegen:

In welche Richtung müssen wir unsere sogenannte

Zivilisation entwickeln, damit wir

mal an einen Punkt kommen, an dem wir

uns nicht mehr die Köpfe einhauen.

Am Freitag präsentierst du deinen

neuen Roman in der Wagner’schen.

Mit dir wird John Niven auftreten,

über den du in unserem Heft schon

geschrieben hast. Warum sollte man

Niven lesen?

Er ist wahnsinnig klug, hat viel erlebt, ist

aber in der Lage, das Erlebte zu abstrahieren

und in gesellschaftliche Zusammenhänge

zu bringen. Und bei dem, was da

gerade so läuft, immer die Strukturen zu

sehen. Das ist auch in seinem neuen Roman

so toll.

Eine mögliche

Gesellsc aft

wie sie wäre,

wenn sie befreit

ist von Gewalt,

Tod, Schmerz,

Eifersucht.

Simone Buchholz

38

Wagner’sche.

Simone

Buchholz

Simone Buchholz

und John Niven

bilden den krönenden

Abschluß des

Krimifest 2021.

Robert Renk traf

Simone Buchholz

auf ihrem Balkon

auf St. Pauli und

sprach mit ihr über

das Ende, den Anfang

und die Geister

dazwischen …

Figuren im Roman auszuleuchten. Selbst

die Ermittler in Hamburg weigern sich ja

komplett, den Ermittlungsstrukturen zu

folgen.

Geistern kommen schon in River

Clyde vor. In deinem neuen Roman

spielen sie eine noch größere Rolle.

Willst du schon etwas darüber

erzählen?

Der Roman spielt auf einem Schiff, das

im Nordatlantik unterwegs ist. Schon sehr

lange, es ist ein Fliegender Holländer. Und

er zeigt eine utopische Gesellschaft von

Unsterblichen, die sehr gut mit einander zurecht

kommen. Eine mögliche Gesellschaft

wie sie wäre, wenn sie befreit wäre von

Gewalt, Tod, Schmerz, Eifersucht und dem

Faktor Mensch mit seiner Sterblichkeit,

der – wieder einmal – alles verkompliziert.

Kannst Du ein Problem herausgreifen?

Ein Problem sind die Verteilungskämpfe.

Dass der Mensch es nicht schafft, allen

gleichviel zu Teil werden zu lassen, dass die

einen immer mehr wollen als die anderen.

Dass wir offenbar danach streben, Macht

über andere zu haben, Gewalt über andere

Buchtipp:

Simone Buchholz:

River Clyde

Suhrkamp Verlag,

228 S., € 16,50

Veranstaltungstipp:

Krimifest-Abschluss

Mit Simone Buchhholz,

John Niven, Bernhard Aichner

und Markus Nägele

Fr. 29. Oktober 2021, 19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung

€ 9,00 / 7,00 mit

Wagner- oder Ö1-Card

John Niven


© Alexandra Eizinger

Buchtipp:

Hans Platzgumer:

Bogners Abgang

Paul Zsolnay Verlag,

144 S., € 20,60

Kunst muss

etwas wollen.

Sie muss sich

selbst und ihren

Konsumierenden

etwas abverlangen.

40

Hans Platzgumer

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Immer wieder tauchen in Ihren

Büchern psychische und physische

Extremsituationen auf – woher

kommt dieses Interesse an

existenzialistischen Momenten?

In Extremsituationen werden wir

Menschen auf die Grundfragen unserer

Existenz zurückgeworfen. Das sind die

wahren Abenteuer. Mich interessiert es,

die Grenzen immer wieder neu auszuloten

und Fragen, die sich nie wirklich beantworten

lassen, immer wieder zu stellen.

Die Unfallgeschehnisse werden

aus mehreren Perspektiven

geschildert. Spielen für Sie als

Autor philosophische Wahrnehmungstheorien

eine Rolle?

Es zählt zum Wichtigsten im Leben, immer

wieder zu versuchen, die Perspektive zu

wechseln und neue Einflüsse und Denkarten

zuzulassen. Wir fahren uns ständig

irgendwo fest und kommen, teils aus Trägheit,

teils aus Hoffnungslosigkeit, teils aus

Arroganz nicht mehr weiter. Wenn wir es

Hans Platzgumers

neuer Roman

erforscht

die Untiefen von

Schuld, Verantwortung,

Kunst,

Kritik, Verleugnung

und Selbstaufgabe.

Im Gespräch

mit Florian Josef

Rinderer

aber schaffen, die Dinge aus einem

neuem Blickwinkel zu betrachten, sind

wir plötzlich zu so viel mehr fähig.

Ihr Roman behandelt auch ein

Künstler-Kritiker-Verhältnis.

Was hat sie daran gereizt, diese

oft erzählte Geschichte neu zu

erzählen? Und täuscht es mich oder

ist dabei auch eine Freude am Spott

festzustellen?

Es war mir wirklich ein bittersüßer Spaß,

in dieser Figur des Kunstkritikers Kurt Niederer

so gnadenlos Kritik üben zu dürfen,

ohne Rücksicht, dass damit nicht nur eine

Karriere, sondern auch ein Leben zerstört

werden kann. Die Literatur ermöglicht mir,

so etwas durchzuspielen. Im echten Leben

würde ich davor zurückschrecken, jemanden

dermaßen zu kränken.

„Schuld“, „Sühne“, „zu den

Konsequenzen des eigenen Handelns

stehen“ könnte man als Schlagworte

über Ihren Roman schreiben. Haben

Hans

Platzgumer

41

Sie während des Schreibens irgendein

ethisches Anliegen im Hinterkopf

gehabt? Sind Sie ein „engagierter

Autor“?

Es ist mir ein Bedürfnis, Literatur zu verfassen,

die einen gewissen Mehrwert bietet

und zum Nachdenken einlädt. Ich stelle

Fragen, die ich weder beantworten kann

oder will, aber ich lade die Leser*innen

dazu ein, sich am Denkprozess zu beteiligen.

Warum am Romananfang das

Zitat aus Bohemian Rhapsody?

Auf meiner Festplatte trägt Bogners Abgang

immer noch den Arbeitstitel Bohemian

Rhapsody. Mein Manuskript brachte ja

praktisch nur diese Songzeilen von Freddie

Mercury in Romanform: Mama, just killed

a man/Put a gun against his head/Pulled

my trigger, now he’s dead. Nicht zufällig ist

Bogner ein Bohemian.

Manche Textpassagen erinnerten

mich an Platons Abbild-eines-

Abbilds-Theorie. Hatten Sie diese

Gedanken beim Schreiben im Kopf?

Schon mein voriges Buch, der literarische

Essay Willkommen in meiner Wirklichkeit!

spielte mit solchen idealistischen Gedanken

und wurde teils als zeitgenössische Auslegung

des Höhlengleichnisses rezipiert. Bei

Bogners Arbeit als bildender Künstler, der

wie besessen eine Hyperrealität darstellen

will, wird es augenscheinlich, dass Kunst als

etwas Künstliches und nicht Natürliches zu

verstehen ist. Auch Literatur ist ja stets nur

ein gekünsteltes Abbild der ihr zu Grunde

liegenden Wirklichkeit.

Muss Kunst gefährlich sein?

Wenn ja, gilt das nur für den Künstler

oder auch für den Rezipienten?

Kunst muss etwas wollen. Sie muss sich

selbst und ihren Konsumierenden etwas

abverlangen. Wenn es ihr nicht quasi um

Leben oder Tod geht, wird sie schnell beliebig,

langweilig, austauschbar – und damit

sinnlos. Sie kann Rezipienten nur tief in

einen Sog ziehen, wenn sie wirklich irgendwo

hinwill.

Sollte Kunst gesellschaftskritisch

sein?

Gute Kunst ist automatisch gesellschaftskritisch,

denn sie kann nicht anders, als

sich mit dem Hier und Jetzt auseinanderzusetzen.

Schlimm ist jedoch, wenn sie sich

bewusst die Gesellschaftskritik zum Ziel

setzt. Dann wird das künstlerische Schaffen

schnell verkrampft, es wirkt aufgesetzt und

durchschaubar. Im idealen Fall ist Kunst

gesellschaftskritisch, ohne sich dessen

bewusst zu sein.

Hans Platzgumer, geboren 1969 in Innsbruck,

ist Musiker, Komponist und Autor; vielfach ausgezeichnet

für seine literarischen und musikalischen

Werke, welche aus Romanen, Erzählungen, Essays

Rockmusik, Electrosound und Hörspiel- und

Theatermusik bestehen. Er lebt mit seiner Familie in

Lochau bei Bregenz.

Veranstaltungstipp:

Bogners Abgang

Mit Hans Platzgumer

Moderation: Joachim Leitner

(TT)

Do., 4. November 2021,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung

€ 9,00 / 7,00 mit

Wagner- oder Ö1-Card


© Christian Forcher

Buchtipp:

Mir ging es bei

all meinem Tun

um Wissensvermittlung.

Michael Forcher

42 43

Michael Forcher:

Geschichte der Stadt Innsbruck

Haymon Verlag,

472 S., € 15,55

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Herzlichen Glückwunsch zum

80. Geburtstag! Erst vor kurzem ist

Ihr neuestes Buch Geschichte der

Stadt Innsbruck im Haymon Verlag

erschienen. Warum war es Ihnen

immer schon so wichtig, historische

Bücher zu schreiben?

Historisches Wissen ist notwendig, um die

Gegenwart und ihre Probleme zu verstehen.

Wenigstens in Ansätzen zu wissen, wie alles

geworden ist, bereitet auch auf die Zukunft

vor. Außerdem ist die Vergangenheit ganz

einfach unglaublich interessant, ist voll von

menschlich berührenden Geschichten und

überraschenden Entwicklungen.

Das Bücherschreiben begleitet Sie

schon seit Jahrzehnten, damit nicht

aufzuhören scheint Ihnen sehr gut

zu tun. Sie haben 1982, vor fast

40 Jahren, den Haymon Verlag

gegründet. Zu dieser Zeit waren Sie

unter anderem journalistisch tätig.

Wie kamen Sie auf den Gedanken,

einen Verlag zu gründen?

Michael

Forcher

Michael Forcher

im Gespräch

über seinen

bevorstehenden

80. Geburtstag

und seine jahrelange

Erfahrung

als Verleger. Ein

Interview mit

Gerlinde Tamerl

Mir ging es bei all meinem Tun um

Wissensvermittlung, und zwar mit Hilfe

verschiedenster Medien. Die Buchproduktion

ist eines davon, für mich das

wichtigste. Als Autor hatte ich es mit mehreren

Verlagen zu tun und ich dachte mir,

mit einem eigenen Unternehmen Schwächen

vermeiden und Stärken ausbauen zu

können.

Sie haben in den ersten Jahren

nur Sachbücher veröffentlicht,

dann haben Sie sich an die

Literatur gewagt und vielen Tiroler

Schriftstellerinnen und Schriftstellern

eine Publikationsmöglichkeit

geboten. Zwei der heute

bekanntesten sind Felix Mitterer

und Raoul Schrott. Wie ist diese

Zusammenarbeit entstanden?

Felix Mitterer kannte ich schon aus seiner

Anfangszeit. Schließlich bot er mir an,

seine Stücke, die ein Theaterverlag den

Bühnen anbot, auch als Bücher herauszubringen.

Mit Raoul Schrott machte mich

dessen Deutschprofessor Gerald Nitsche

bekannt, der dann auch sein erstes Buch

über Dadaismus in Tirol gestaltete. In dem

jungen Landecker einen der begabtesten

Tiroler Literaten der Gegenwart erkannt

und ihm den Weg in die höchsten Ebenen

der deutschsprachigen Literatur ermöglich

zu haben, darauf bin ich schon ein bisschen

stolz.

Als Verleger hatten Sie vielfältige

Aufgaben. Sie mussten neben anderen

Arbeitsfeldern potenzielle Autorinnen

und Autoren entdecken, haben selbst

Texte lektoriert, Bücher gestaltet und

mussten auch die finanziellen Aspekte

des Verlages im Auge behalten. Wie

ist es Ihnen gelungen, all diesen

Aufgaben gerecht zu werden?

Alles, was zum Büchermachen gehört,

hat mich immer fasziniert. Vereint mit

der Bereitschaft zu einem riesigen Arbeitspensum

und ständigem Dazulernen, ist

das die notwenige Voraussetzung für ein

Verlegersein, wie es meinen Vorstellungen

entspricht. Ohne die volle Unterstützung

meiner Frau, nicht zuletzt bei den kaufmännischen

Agenden, wäre es nicht

möglich gewesen.

Bei Haymon erschienen auch

experimentelle Publikationen,

etwa die in Schiefer gebundenen

Psalmen von Heinz D. Heisl oder

finanziell aufwändige Bücher wie die

dreibändige Werkausgabe des früh

verstorbenen Südtiroler Dichters

Norbert C. Kaser. Wie sind Sie

mit diesem verlegerischen Risiko

umgegangen?

Ich betrachte das als wesentliches und

spannendes Element der Verlagsarbeit und

hatte für Experimente und „besondere“

Bücher immer viel übrig. Gut wäre es, wenn

unter zehn Büchern immer wenigstens

eines dabei wäre, das durch den Verkauf im

Buchhandel und durch Taschenbuch- und

andere Nebenrechte die Verlagskasse auffüllt.

Abgesehen davon ist man dankbar für

Druckkostenbeiträge, die das Land Tirol

und andere Institutionen gewähren.

An welchen verlegerischen Erfolg

erinnern Sie sich besonders gerne?

Es gab Gott sei Dank gar nicht wenige

erfolgreiche Bücher, wobei sich der Erfolg

nicht nur am Verkauf der Bücher messen

lässt, sondern auch an gewonnenen Literaturpreisen

– da steht wohl der Schweizer

Schriftsteller Klus Merz an erster Stelle –

und vor allem am Lizenzgeschäft, also

am Verkauf von Film- und Taschenbuchrechten.

Besonders gerne, ach, es gibt so viel

zu erzählen, erinnere ich mich daran, wie

ich 1995 aus dem Stapel eingegangener Post

ein dickes Kuvert mit dem Absender Alfred

Komarek herausgezogen habe. Sogleich begann

ich, das darin eingeschlossene Manuskript

zu lesen. Es war der Beginn einer sehr

erfolgreichen Zusammenarbeit mit einem

vielschichtigen Autor, dessen Kriminalromane

seit damals einen Grundpfeiler

des Haymon Verlags ausmachen.

Michael Forcher, geboren 1941 in Lienz/Osttirol.

Promovierter Historiker, Journalist, Gründer und

langjähriger Verleger des Haymon Verlags. Zahlreiche

Bücher zur Geschichte und Kulturgeschichte

Tirols, bei Haymon u.a.: Michael Gaismair. Das

Leben des Tiroler Bauernführers (1490 –1532) und

sein revolutionäres Gesellschaftsmodell (2020) sowie

Geschichte der Stadt Innsbruck (2021).

Buchpräsentation:

Zum 80. Geburtstag

von Michael Forcher

Grußworte: Bürgermeister

Georg Willi

Musik: Karlheinz Bonat

Moderation: Gerlinde Tamerl

Fr., 05. November, 19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung

Eintritt frei!


Michael

Köhlmeier

„Was den Kater am Menschen besonders fasziniert

ist dessen Fähigkeit, sich zu verstellen.“

Carsten Otte

legt sein neues

Opus Magnum

Matou vor. Moderiert

wird er von

Carsten Otte.

Robert Renk hätte

da ein paar Fragen


durch die

© Peter Andreas Hassiepen und Georg Bielfeld

von

Buchtipp:

Michael Köhlmeier:

Matou

Carl Hanser Verlag,

960 S., € 35,00

Buchpräsentation:

Matou

Mit Michael Köhlmeier

Moderation: Carsten Otte

(SWR2)

Sa. 6. November 2021,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung

€ 9,00 / 7,00 mit

Wagner- oder Ö1-Card

Herr Otte, Sie sind Literaturkritiker

bei SWR2, für den ARD-Hörfunk

und einigen Zeitungen. Und Sie

gelten als ausgewiesener Experte für

österreichische Literatur, selbst in

Österreich. Wie kam es dazu?

Wenn ich auf meine Lesebiografie zurückschaue,

hat mich wohl die Lektüre von

Thomas Bernhards Roman Auslöschung

in Studienzeiten geprägt: Dieser Wahnwitz,

diese in Worte gepackte Aggression, aber

auch die Zärtlichkeit zwischen den Zeilen

erschien mir damals ungleich kunstvoller

als die Literatur der alten Bundesrepublik.

In den frühen Werken von Martin Walser,

etwa Seelenarbeit, kann man diesen Furor

auch entdecken. Aber im Grunde hat mich

Österreich mehr interessiert, nicht zuletzt

wegen der offensichtlichen Widersprüche.

Auf der einen Seite die sprachliche Avantgarde

und auf der anderen eine seltsam

verkrustete Gesellschaft, die sich über diese

Literatur oft aufregt. Später habe ich angefangen,

systematisch zeitgenössische Literatur

aus Österreich zu lesen und aus einer

Vorliebe, nicht zuletzt für die Schönheit

des Landes, ein berufliches Spezialgebiet

gemacht. Was manchen Kolleg*innen in

Österreich bis heute nicht geheuer ist. Und

mich ein wenig amüsiert.

Einer der wichtigsten Autoren des

Landes ist Michael Köhlmeier. Sein

neues Opus Magnum erzählt auf fast

1000 Seiten von den sieben Leben

eines Katers. Warum hält uns das bei

der Stange und welchem der sieben

Leben sind sie am rastlosesten gefolgt?

Jedes Leben des Katers Matou ist von

Aufbrüchen und Niedergängen geprägt.

Gerade weil die Wiedergeburten aber in so

unterschiedlichen Epochen erfolgen, bleibt

der Stoff, der von einer Dialektik der Aufklärung

handelt, bis zuletzt interessant. Es

zeigt sich nämlich, dass die Menschheit bis

in die Moderne nicht begriffen hat, dass die

Gefahr des blutigen Terrors immer auch

schon in den guten Absichten der Protagonisten

angelegt ist. Sowohl die Episode

in der Französischen Revolution als auch

die Geschichte mit Andy Warhol haben

mich sehr beeindruckt. Jedes Kapitel ist

ein Roman für sich, nicht zu vergessen die

geniale Idee, wie Köhlmeier das Totenreich

erzählt, in dem Matou sich für sein nächstes

Leben entscheidet!

Der Roman arbeitet mit Geschichten

über Geschichte, kombiniert die

verschiedensten Textgattungen,

ist gespickt mit Gedichten &

lyrics, grafischen Textauflösungen

und seitenlangen Listen. Eine

Verschwendung oder zwingend?

Wer Weltgeschichte über Jahrhunderte hinweg

erzählen möchte, ist gut beraten, aus

der Fülle der Formen zu schöpfen. Gerade

die Perspektive des Katers, der die Menschen

analysieren möchte und sich unterm

Strich zwar nicht für „humaner“, aber doch

für klüger hält, bietet die Möglichkeit zum

variablen und selbstironischen Spiel.

Der Roman führt in die dunkelsten

Epochen der Menschheitsgeschichte,

etwa in die Zeit des Kolonialismus.

Wie erklärt sich Matou, dass es

der Mensch immer wieder schafft,

seine Artgenossen zu quälen

und umzubringen?

Was den Kater am Menschen besonders

fasziniert ist dessen Fähigkeit, sich zu verstellen,

eine Lüge als Wahrheit aussehen

zu lassen: „Ihr Menschen könnt so tun, als

ob ihr liebt.“ Katzen hingegen, belehrt uns

Matou, können keine Rolle spielen: „Ja, ich

versuchte, auf menschliche Weise zu lachen.

Ich versuchte, euer Weinen nachzuahmen.

Aber meine Schnauze, meine Augen, meine

Nase blieben genauso, wie sie waren.“

Matou begreift sich aber nicht als Mängelwesen.

Er versucht vielmehr, zwei sehr

unterschiedlichen Phänomen auf die Schli-

che zu kommen, die Größe und Gefahr der

menschlichen Gattung ausmachen: Charme

und Charisma. Matou möchte nämlich

wissen, warum die eine Gabe ein „Geschenk“,

die andere Eigenschaft „erlernbar“

sei. Nun könnte man annehmen, dass

Matou ein Leben beim schlimmsten Charismatiker

aller Zeiten verbringen muss, aber

so schlau sind sowohl der Kater als auch

sein Erfinder, dass dieser Diktator, der vor

dem Spiegel seine Auftritte zu verbessern

versuchte und dessen Charisma-Training in

Chaplins großem Film gebührend entlarvt

wurde, weitgehend ignoriert wird.

Sie moderieren die Lesung von

Michael Köhlmeier am 6. November

und kennen ihn wohl schon länger.

Carsten

Otte

Wo und wie haben sie sich

kennen gelernt?

Auf einer Lesung, die ich in Graz

moderieren durfte. Ich glaube, er wollte

vor einigen Jahren einfach mal wissen,

wer dieser Kritiker aus dem Schwarzwald

ist, der sich seit Jahren mit einer gewissen

Akribie seinem Werk widmet. Und so hat

sich aus dem Schreiben und Nachdenken

über seine Bücher, etwa über den ebenfalls

monumentalen Roman Abendland, der

nun als „Grundbuch der österreichischen

Literatur nach 1945“ gilt, ein intensives

Gespräch entwickelt, das kaum ein Thema

auslässt.


© Apollonia Theresa Bitzan

Eher Mortal Kombat

als Heidegger

Barbi Marković ist eine der spannendsten Figuren der

Gegenwartsliteratur. So spielt sie z.B. Rollenspiele, um daraus

einen Roman zu machen. In ihrem neuesten Buch entführt

sie in die Teenie-Jahre dreier Jugendlicher nach Serbien.

Ein Gespräch mit Ágnes Czingulszki über Zeitzwillinge,

Schimpfpoesie und die krassen 90er.

Buchtipp:

Barbi Markovic:

Die verschissene Zei

Residenz Verlag,

304 S., € 24,00

Ich finde die

deutsche Sprache

mit der Analfixation

relativ arm an

Schimpfwörtern.

Barbi Marković

46

Wagner’sche.

Welche Inspirationsquellen hast du?

Ich kann täglich fünf Ideen haben. Manche

von denen sterben dann nicht und das ist

der Auswahlprozess.

War das aktuelle Buch auch so eine

Auslese?

Zum Teil. Es ist ein Jahr vergangen zwischen

der Idee und der tatsächlichen Arbeit.

Ist das ein schneller Prozess?

Ja, aber auch der aufwendigste, den ich je

hatte. Ich habe mir zuerst ein Rollenspiel

ausgedacht, und im Freundeskreis gespielt

bis wir die ganze Handlung durchhatten.

Ich habe aber auch Recherchen gemacht.

Zudem habe ich in Belgrad einen guten

Freund, den ich immer in die Bibliothek

schicken konnte. Wir nennen uns inzwischen

Zeitzwillinge, weil wir beide in

Belgrad zur gleichen Zeit aufgewachsen

sind.

War dir klar, dass aus dem

Rollenspiel ein Roman wird?

Ja, aber mit den Rollenspielen habe ich erst

hier in Wien begonnen. Gleichzeitig habe

ich aber auch angefangen über das Belgrad

der 90er Jahre zu erzählen. Das war die

krasseste Zeit, die ich kenne. Da ist alles

passiert. Wir waren so arm, dann gab es

die Kriege, es kam der Kapitalismus und

diese bunten Schuhe, Marken, Musik. Und

immer, wenn ich in Wien erzählt habe, wie

ich aufgewachsen bin, habe ich bemerkt,

dass ich eine Karikatur daraus mache. Ich

wollte drüber reden, ich wollte Leute in

meine Erinnerungswelt mitnehmen. Deshalb

das Rollenspiel.

Du nutzt viele Schimpfwörter,

die wörtlich aus dem Serbischen

übersetzt sind. Warum?

Ich finde die deutsche Sprache mit der

Analfixation relativ arm an Schimpfwörtern,

verglichen mit dem, was ich aus

dem Serbischen kenne. Es war einerseits

tatsächlich die Sprache der Zeit, andererseits

wollte ich daraus eine Kunstsprache

machen, fast schon eine Schimpfpoesie.

Kann man dich als Popliteratin

einstufen?

Ich teile Kultur nicht in gehobene Kultur

und Subkultur. Aber es ist nicht falsch. Ich

würde eher Mortal Kombat im Buch haben

als einen Satz von Heidegger.

Das ist dein erstes Buch, das du

gänzlich auf Deutsch schreibst. Hat

sich das als schwierig entpuppt?

Einfach? Selbstverständlich?

Zu allen dreien würde ich sagen, ja. (Lacht)

Ich glaube auch, dass meine Sprache in

diesem Roman etwas besonders ist – eine

Art halbdeutsch. Viel ist absichtlich wortwörtlich

aus dem Serbischen übersetzt und

das hat mir gut gefallen.

Wie hast du es erlebt als du mit

26 Jahren nach Wien gekommen bist?

Ich bin gekommen als Studentin. Die ersten

Jahre in Wien waren für mich einfach nur

irgendwie überleben. Das eine, das ich

durch das ganze Strugglen bekommen habe,

ist, dass ich immer damit rechne, dass alles

zugrunde gehen könnte.

Was bedeutet Wien

und Belgrad für dich?

Ich habe zum Teil das Gefühl, dass mir

Wien das Leben gerettet hat. Mein „inneres

Leben“. Wien hat mir wahnsinnig viel gegeben.

Danke, Wien. Und Belgrad – immer

schwierig. Je länger ich nicht in Belgrad

bin, desto mehr habe ich das Gefühl, ich

kann es schätzen. Diese kaputten Straßen,

das Klima und die Entspanntheit. Aber ich

möchte nicht dort leben. Ich weiß zu sehr,

wie es dort läuft.

Kennt man dich als Autorin in

Serbien?

Mein erstes Buch habe ich in Belgrad

zuerst auf Serbisch rausgebracht und das

wurde ziemlich viel rezipiert. Es war in dem

Jahr auch in der Auswahl zum NIN-Preis

(bedeutender Literaturpreis des serbischen

NIN-Magazins – Anm. d. Red.) und

deswegen kennt man meinen Namen.

Inzwischen habe ich das Gefühl, ich bin

nicht mehr sehr relevant.

Gibt es Ziele, die du erreichen willst?

Nobelpreis und so?

Gute Idee. Aber nein, ich trau mich

normalerweise im Leben nichts zu

wünschen. Ich habe aber das Gefühl,

mit der Verschissenen Zeit irgendwas

Großes für mich erreicht zu haben –

mehr als ich dachte, das ich kann. Jedenfalls

wünsche ich mir, dass das auch ein

paar Leute so sehen.

Barbi Marković, wurde 1980 in Belgrad geboren.

Sie studierte Germanistik, lebt seit 2006 in Wien.

Ihr erster Roman Ausgehen erschien 2009 auf serbisch.

2016 erschien der Roman Superheldinnen.

Sie erhielt zahlreiche Literaturpreise und las 2018

beim Bachmann-Wettbewerb. Kurzgeschichten,

Theaterstücke und Hörspiele. Zuletzt im Residenz

Verlag erschienen: Die verschissene Zeit (2021).

Veranstaltungstipp:

Grenzgänge XV

Barbi Markovic &

Ágnes Czingulszki

Moderation: Klaus Zeyringer

Di., 16. November 2021 um

19:00 Uhr

Literaturhaus am Inn

Josef-Hirn-Straße 10

Eintritt frei!


© privat

Schach – zu ebener Erde

und im ersten Stock

Am Montag, den 22. November wird überall im Haus Schach

gespielt, selbst Schach-Großmeisterin und Europameisterin

Regina Theissl-Pokorná (SVK/AT) ist dabei!

Von Armin Moser & Robert Renk

© Emanuel Kaser

© Emanuel Kaser

48

Wagner’sche.

Eine Simultanpartie mit Großmeisterin

Regina Theissl-Pokorná? Eine normale

Partie Schach mit Mitgliedern der Tiroler

Schachschule? Oder doch lieber nur zuhören,

wenn Sara Nunius und Christina Constanze

Polzer aus dem Ensemble des TLT aus dem

Roman „Das Damengambit“ (Diogenes)*

von Walter Tevis lesen?

Auf Netflix war die Miniserie „Das

Damengambit“ mit Anya Taylor-Joy in

der Hauptrolle die erfolgreichste des Jahres

2020 und gewann zahlreiche Preise, u.a. den

Golden-Globe-Award als beste Miniserie.

Ein enormer und unerwarteter Erfolg, der

dem Schachspiel als solches enormen Aufschwung

brachte.

Nun hat der Diogenes Verlag den 1983

erschienenen Roman von Walter Tevis,

der der Verfilmung zu Grunde liegt, auf

deutsch wieder aufgelegt. Anlass genug für

die Wagner’sche, sich an die Tiroler Schachschule

zu wenden und gemeinsam mit dem

Ensemble des Tiroler Landestheaters einen

ganzen Tag zum Thema zu planen.

Das Buch

Als Damengambit bezeichnet man im

Schach eine bestimmte Zugfolge zu Beginn

des Spiels, bei der ein Bauer scheinbar

geopfert wird, um zu einem starkem

Zentrumsspiel zu gelangen. Ähnlich verhält

es sich mit der Protagonistin Elizabeth

„Beth“ Harmon, die als Waise in einem

Waisenhaus im Kentucky der 50er-Jahre

aufwächst, wo sie ihr Talent zum Schachspiel

entdeckt, bis sie schließlich Weltmeisterin

in diesem männerdominierten

Sport wird.

Ganz anders, als es diese erste Kurzbeschreibung

erwarten ließe, ist das Buch

aber kein feministischer Abklatsch eines

oft zitierten Themas, sondern ein gefühlvoll

erzählter Entwicklungsroman, in dem

gesellschaftliche Klischees und Anekdoten

aus der Schachgeschichte zur fiktiven

Biografie der Schachweltmeisterin Beth

Harmon montiert werden.

Schachspiele verdeutlichen häufig die

Auseinandersetzung rund um ein Rätsel.

Im Damengambit wird Beth als Medikamenten-

und Alkoholabhängige dargestellt,

was ihr auf der einen Seite im Weg steht,

ihre Obsession für das Schachspiel aber

auch verstärkt. Mehr noch, das Schachspiel

selbst wird zur Droge, der sich Beth, einmal

in den Bann gezogen, nicht mehr entziehen

kann.

Das Schachspiel ist fast ein Klischee,

wenn es um gute Erziehung und Luxus

geht, um Reichtum und Macht, um Genie

und Wahnsinn, um Glorie und Tragödie.

Tevis zeichnet in seinem Roman etwas realistischere

„Schachfiguren“ und vielleicht ist

gerade dies das Geheimnis seines Erfolgs.

Regina Theissl-Pokorná; 1982 geboren als Regina

Pokorná ist slowakische Schachmeisterin. Seit

Juni 2015 spielt sie für den österreichischen

Schachbund. Sie erhielt im Jahr 2000 den Titel

Schach-Großmeister der Frauen. Pokorná nahm

von 1998 bis 2012 an allen acht Schacholympiaden

der Frauen teil. 1999 in Batumi wurde sie Europameisterin

mit der Mannschaft und erreichte in der

Einzelwertung den dritten Platz am zweiten Brett.

Mit ihrer bisher höchsten Elo-Zahl von 2429 war

sie im Oktober 2003 auf dem 32. Platz der FIDE-

Weltrangliste der Frauen. Eine ihrer größten

Partien gewann sie übrigens mit einem Turmopfer

2003 gegen die ehem. Weltmeisterin Gaprindaschwili

bei der Frauen-EM in Plowdiw.

Tiroler Schachschule: 2008 von Armin Moser

gegründet ist der einzige Schachverein in der

Landeshauptstadt Innsbruck in dem Schachkurse

für Kinder und Jugendliche angeboten werden

und wo diese auch die Möglichkeit haben an

Wettbewerben, Meisterschaften und Turnieren

teilzunehmen. Ideologisches Fundament ist

dabei ein Drei-Säulen-Modell „Denken – Sport –

Entwicklung“, dem zufolge den Kindern über

Schach als sinnvolle Freizeitbeschäftigung ein

individuelles Rundumpaket geboten wird.

Kontakt: Josef Wischounig +43 699 12364343

josef@schachschule.at

Walter Tevis (1928 –1984) war ein amerikanischer

Schriftsteller. Er ist Autor von sechs Romanen,

von denen mehrere hochkarätig verfilmt wurden

(Die Haie der Großstadt mit Paul Newman, Die

Farbe des Geldes mit Tom Cruise, Der Mann, der

vom Himmel fiel mit David Bowie). Nach dem

weltweiten Erfolg der Netflix-Serie Das Damengambit

mit Anya Taylor-Joy wird sein Werk

wiederentdeckt.

Am Abend (um 19:30) werden dann

also Sara Nunius und Christina Constanze

Polzer aus dem Ensemble des TLT unter

der Regie von Christina Alexandridis in

die Geschichte von Schachweltmeisterin

Beth Harmon entführen. Sicher wird auch

Schachgroßmeisterin Regina Theissl-Pokorná

mit von der Partie sein.

* Ein Dank dem Diogenes Verlag für die

Zusammenarbeit

Am Montag, dem

22. November geht es

ab 15:00 Uhr nur um

Schach Schach Schach!

Ab 15:00: Schachspielmöglichkeiten

im ganzen Haus. Die Tiroler Schachschule

stellt Turnierbretter (samt Uhren)

und – so gewünscht – auch Spieler*innen

zur Verfügung.

Ab 16:00: Blitzschachturnier in

der Kinderbuchabteilung. Buchpreis

zu gewinnen. Achtung: begrenzte

Teilnehmerzahl, Anmeldung unter:

robert.renk@wagnersche.at

Ab 17:30: Simultanpartie gegen-

Schachgroßmeisterin Regina Theissl-

Pokorná. Achtung: begrenzte

Teilnehmerzahl (15), Anmeldung unter:

robert.renk@wagnersche.at

Um 19:30: dramatisierte Lesung

aus Das Damengambit (Diogenes) von

Walter Tevis. Es lesen Sara Nunius und

Christina Constanze Polzer aus dem

Ensemble des TLT unter der Regie von

Christina Alexandridis.


© Harald Eisenberger

Buchtipp:

Manuel Rubey:

Einmal noch schlafen

dann ist morgen

Molden Verlag,

190 S., € 23,00

Ich wäre

lieber Diktator

als Kanzler!

Manuel Rubey

50 51

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Die ursprüngliche Buchpräsentation musste

verschoben werden. Nun, fast genau ein Jahr

später, schaffen wir es doch (hoffentlich).

Sie haben wenige Lesungen halten können,

dafür aber z.B. im Rabenhof regelmäßig

Künstler*innen moderiert, die vor leerem

Saal aufgetreten sind. Was hat sich in

diesem Jahr sonst noch verschoben?

Ich denke, wir können noch nicht abschätzen,

was sich gerade alles verschiebt

und verschoben haben wird. Ein Theatererlebnis

ist ja bis zu dieser schrecklichen

Pandemie, für mich, im besten Sinne ansteckend

gewesen. Dass dies aus bekannten

Gründen momentan nicht in alter Form

geht, ist traurig und spürbar. Aber es hilft

ja nichts. Immerhin geht wieder was. Und

wenn wir die Impfquote jetzt noch ein

bisschen in die Höhe bekämen, dann wage

ich einen kleinen Traum, dass es vielleicht

wieder fast so werden kann, wie früher.

In Ihrem Buch kommen sehr viele

Zitate, vor allem von Musiker*innen

und Autor*innen vor. Man

Manuel

Rubey

Neue Fragen

von Robert Renk

erkennt einen leichten Hang zum

englischsprachigen Teil der Welt.

Ich bin natürlich ein weißes, europäisches

Kind und das lässt sich auch nicht leugnen

und zeigt sich in der Amerika- und

Englischlastigkeit der ausgewählten Zitate.

Ich wurde von einer Leserin auch, wohl zur

recht, dafür gescholten, dass ich im Buch

behaupte, Elvis hätte den Rock’n’Roll erfunden…

eine europäisch, heteronormative

Verkürzung.

Beim Thema Musik bin ich grundsätzlich

ignorant. Ich bin von weißen schmächtigen

Männern verführt worden. Das ist die

Wahrheit. Kurt Cobain, Bob Dylan, Paul

McCartney, Dirk von Lowtzow. Und the

first cut ist bekanntlich the deepest. Aber

ich öffne mich in den letzten Jahren sehr für

andere Richtungen und Strömungen

In den verschiedenen Kapiteln, in

denen es z.B. um Sex, Drogen oder

das eigene Verhalten beim Aufräumen

geht, sind Sie sehr offen. Wo ist Ihnen

diese Ehrlichkeit am schwersten

gefallen?

Das ganze Buch ist ja keine Autobiografie

und daher ein ständiges Spiel mit der Wahrheit.

Die größte Überwindung war es, das

Kapitel über die Panik zu veröffentlichen,

weil ich es eigentlich nur für mich und zur

Verarbeitung geschrieben hatte. Der Mut

hat sich aber gelohnt, weil es für Selbiges

die meiste Resonanz gibt.

Sie schreiben durchaus auch über

gesellschaftspolitisch relevante

Themen. Warum „Ja“ zum

bedingungslosen Grundeinkommen

und was würden Sie noch gerne

ändern, wenn Sie Kanzler wären,

oder Diktator?

Ich wäre lieber Diktator als Kanzler! Aber

im Ernst. Sie haben es gefragt. Sie haben es

so gewollt :-)

Ich würde folgendes in meiner Neujahrsansprache

sagen: Wann muten wir uns denn

die unangenehmen Wahrheiten zu? Migration

und Klima sind ja zwei Dinge, die

unmittelbar miteinander zusammenhängen

& da muss ich echt kein Philosoph oder

Politiker oder Wissenschaftler sein um, das

zu erkennen. Wenn man sich eine Wetterapp

auf dem Smartphone mal anschaut,

dann kann man unschwer feststellen, dass

weite Teile des Nahen Ostens, aber auch des

Mittelmeerraums, Südspanien, Griechenland,

Sizilien, mein geliebtes Sizilien!, in

nicht allzu fernen Sommern für Menschen

schlichtweg nicht mehr bewohnbar sein

werden. Ganze Landstriche, die noch vor

ein paar Jahren von Tourist*innen gestürmt

wurden, werden unbewohnbar, weil

es schlicht & ergreifend zu heiß sein wird.

Das heißt, Menschen werden sich auch

aus diesen Gebieten auf den Weg machen.

Wann sagt das mal jemand den alten

Säcken? Warum hält man solche Dinge

aus Wahlkämpfen raus? Warum haben

Politiker*innen Angst davor, den Menschen

Angst zu machen? Und wenn jetzt

die Machthabenden allesamt versprechen,

dass sie sich in Zukunft auch ums Klima

kümmern werden, so muss schon ganz klar

gesagt werden. Dann müsst ihr das Gegenteil

von dem machen, was ihr die letzten

Jahre gemacht habt. Nicht Anpassungen

vornehmen. Das Gegenteil tun! Das Pariser

Abkommen, selbst das zwei Grad Ziel sind

ja schon Kompromisse & wenn wir zumindest

das erreichen wollten, dann dürfte

ja schon längst kein Stein mehr auf dem

anderen bleiben. Dann müsste man den

Konservativen sagen: Nein, Wirtschaft stärken

und genauso weitermachen & Klimaschutz

gehen eben nicht zusammen. Ökologie

muss sich auch wirtschaftlich lohnen

heißt es jetzt ständig. Nein, wenn wir uns

nicht dringend und radikal um die Ökologie

kümmern, gibt es keine Wirtschaft mehr!

Dieses Mantra des Ihr-könnt’-genausoweiterleben-wie-bisher,

stimmt eben nicht

mehr. Die Technologie wird den Klimawandel

aufhalten. Nein, wird sie nicht. Das

ist eine Lüge! Der Klimawandel passt nicht

ins Denken der Parteien in Österreich. Sich

das einzugestehen wäre ein Anschlag auf

alles, was sie bisher immer gepredigt haben.

Wirtschaftswachstum, Vollbeschäftigung &

all die Schlagworte, die in den 90er Jahren

vielleicht noch irgendwie griffen. Hauptsache

Wirtschaftswachstum, Hauptsache

Beschäftigung. Nein, das gilt eben nicht

mehr! Hauptsache das Klima retten. Und

an zweiter Stelle den ganzen Rest. Das kriegen

speziell die alten Parteien nicht mehr in

ihre DNA rein.

Buchpräsentation:

Einmal noch schlafen

dann ist morgen

Mit Manuel Rubey

Moderation: Robert Renk

Fr., 3. Dezember 2021,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung

Eintritt: € 9,– / 7,–

mit Wagner- oder Ö1-Card


© Andreas Markt-Huter

Die Literatur ist immer

im Dienst!

Dieses Zitat von Helmuth Schönauer hat sich der Meister

auch selbst zugeschrieben. Von Robert Renk

Er sollte nicht nur in

Buchhandlungen verkauft,

sondern auch in Apotheken

verschrieben werden!

52

Wagner’sche.

Bücher seit 1639

53

Seit Sommer 2018 ist Bibliothekar und

Meisterrezensent Helmuth Schönauer nun

in Pension. In gut 30 Jahren hat er an die

5000 Buchbesprechungen geschrieben.

Damit aber nicht genug, vor kurzem ist

sein 2. Band Buch in Pension erschienen,

weitere 130 Rezensionen aus dem Jahre

2020. Wer davon ausgegangen ist, die

Pensionierung als Bibliothekar könnte

seinen Schaffensdrang stoppen, hat sich

geirrt. Mit unveränderter Fingerfertigkeit

handhabt er seine Destillierkolben und

führt seine Lebensaufgabe fort: literarische

Felsen und Berge zu Geschmacksproben

von der Größe eines Brühwürfels

einzukochen.

Und da wir schon bei Bergen sind, im

Rahmen des „Berge lesen Festivals“ wollen

wir diesem Rezensentenfels in der Bucherscheinungsbrandung

unsere Aufwartung

machen.

Berge lesen wurde erstmals zum Internationalen

Tag der Berge 2015 durchgeführt.

Anlass gibt der, von den Vereinten

Nationen ausgerufene Internationale Tag

der Berge, der jedes Jahr am 11. Dezember

gefeiert wird. Das „Berge lesen Festival“

ermutigt zum Feiern von kulturellen Unterschieden

und Gemeinsamkeiten in den

Alpen und verbindet gleichzeitig Berge und

Kultur. Und im Promotionfilm der Alpenkonvention

aus dem Jahre 2016 sieht man

die Wagner’sche gut ins Bild gerückt, u.a.

mit Bernhard Aichner & Ales Steger!

So verbinden wir beim „Berge lesen

Festival“ 2021 wieder einmal, was zusammen

gehört!

Einen immensen Berg an Literatur hat

Schönauer – teilweise als Erstbesteiger und

immer ohne Zusatzsauerstoff – bestiegen.

Und bei dieser schier unglaublichen Menge

von einem einzigen Verfasser stammender

Besprechungen wird man keine finden, von

der man sagen könnte, dieser habe in das

Buch nur mal so schnell hineingelesen oder

überhaupt nur den Klappentext etwas variiert.

Darüber hinaus erlaubt sich Schönauer

einen überaus freizügigen, höchst subjektiven

Stil sowohl in der Sprachbehandlung

als auch in der Darstellung und Deutung

der jeweiligen Werke. In den chronologisch

gereihten Besprechungen kann man anhand

der Schreibweise und bestimmter Thematisierungen

sowohl die Wandlungen des

Zeitgeistes in den letzten Jahrzehnten etwas

mitverfolgen wie auch einen originellen und

im Laufe der Jahre zunehmend meisterlichen

Stilisten erleben.

Karl-Markus Gauß, selbst kein schlechter

Rezensent in Qualität und Quantität,

meinte im Spectrum (Die Presse) einmal:

„Im geistigen Sinne handelt es sich

hier um die singuläre intellektuelle Anstrengung

eines Außenseiters im literarischen

Betrieb, der nicht weniger anstrebt,

als eine subjektive Literaturgeschichte der

Gegenwart zu verfassen.“

Subjektiv begeistert sind auch die

Moderatoren dieses Abends: Martin Fritz

& Robert Renk. Unterstützt wird dieser

Abend dankenswerterweise zusätzlich von

der GAV-Tirol. Und zwei Tiroler GAV-

Autor*innen werden an diesem Abend

zu Gast sein und aus den, von Helmuth

Schönauer rezensierten, Werken lesen.

Der erste Teil des Abends gehört aber

dem neuesten Hit aus der Feder des

Schriftstellers Schönauer.

„Wenn du keine Shortstory zusammenbringst,

stecken wir dich ins Altersheim!“

Die Kinder sind gnadenlos, zumal, wenn

sie gut ausgebildet sind. Sie haben mit

dem Vater, einem pensionierten Bibliothekar,

ausgemacht, dass er zur Überprüfung

seiner geistigen Fitness jeden

Monat eine Shortstory anliefern muss.

Outlet zeigt Überlebensversuche auf

einem heiklen Terrain.

Was ist gesellschaftlich relevant? Was

ist purer Zeitvertreib? Was ist die Lösung

für entscheidende Fragen?

Die Aufgabenstellung der Literatur

kommt in dieser Sammlung voll zum

Tragen. Dem kurzen Atem des Alters und

der Kurzarbeit angepasst zeigen diese Geschichten

einen Kämpfer, dem das Leben

schon die Flügel ausgerissen hat wie es in

bösen Geschichten von der Eintagsfliege

berichtet wird, die von einem noch unerzogenes

Kind malträtiert wird. Es geht

um diesen einen Tag, denn der muss täg-

lich überlebt werden. Und dabei kommt

der Tiroltourismus, die alten Herren Doderer

und Bernhard, die österreichische

Bürokratie und vieles anderes nicht zu

kurz. Helmuth Schönauer leuchtet hinein

in die Tiefen und Untiefen des Tunnelsystems

der Tiroler Gehirnwindungen.

Er sollte nicht nur in Buchhandlungen

verkauft, sondern auch in Apotheken verschrieben

werden!

Außerdem lesen auf Einladung der GAV –

Tirol Julia Rhomberg & Markus Köhle.

Buchtipp:

Helmuth Schönauer:

Outlet – Shortstorys zum

Überleben mit Fotos von

Hannes Hofinger

Verlag Hannes Hofinger

117 S., € 16,90

Lesung:

Berge lesen Festival

Helmuth Schönauer, Julia

Rhomberg & Markus Köhle.

Moderation: Martin Fritz

und Robert Renk

Fr., 10. Dezember 2021,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung

Eintritt: freiwillige Spende!


24 h. wir bleiben wach

Gemeinsam in Bereitschaft: Literat*innen,

Musiker*innen, Expert*innen und Aktivist*innen

Corporate Design

Fotografie

Packaging

Schöne Bücher

Informationsdesign

Editorial

Ausstellungen

Specials

www.himmel.co.at

Eine vielstimmige Performance, eine künstlerische,

interdisziplinäre Grenzerfahrung:

Das viel diskutierte Thema der 24-Stunden-

Betreuung wird im November in Form einer

großen Allegorie auf die Bühne des BRUX

geholt. Die literarischen Beiträge kommen

u. a. von Carolina Schutti und Markus

Köhle. Sie erzählen, was sie beim Schreiben

zu diesem Thema bewegt.

24-Stunden-Betreuer*innen arbeiten

unter prekären Bedingungen, obwohl

sie unverzichtbare Arbeit leisten. Im

Projekt 24 h. wir bleiben wach steht

ein allegorischer Patient im Zentrum,

der mittels 24-Stunden-Musik

„betreut“ wird. Welchen Einfluss hat

dieses Setting auf euer Schreiben?

Carolina Schutti: Ich habe sehr mit den

Ohren geschrieben. Ich habe den Text

immer wieder laut gesprochen und hatte

dabei immer die Musiker*innen im Kopf,

die ja 24 Stunden lang spielen werden, also

auch während der Lesungen. Es wird auch

Interaktion mit den Musiker*innen geben.

Markus Köhle: Ich habe mich an eine alte

Redensart gehalten. Früher hat man gesagt:

„Ich könnte ein Lied davon singen“. Das

habe ich beherzigt und mir überlegt, wie ein

Pflegelied klingen könnte. Daran schreibe

ich gerade.

Wie nähert ihr euch einem so

vielschichtigen Thema an?

C.S.: Es hat einige Wochen gedauert, bis

mir klar wurde, wie ich in dieses Thema

hineinstechen kann. Ich wollte keinen Essay

schreiben, keine politische Rede. Die emotionale

Problematik ist bei allen Beteiligten –

also Betreute, Betreuer*innen, Angehörige

– eigentlich sehr ähnlich. Es geht um

Abhängigkeit, um Enge und um mangelnde

Selbstermächtigung. So habe ich mich

dann über das Körperliche angenähert.

M.K.: Ich habe erst mal einfach Wörter gesammelt,

aber es gibt auch persönliche Er-

© Simon Rainer, Claudia Rohrauer

innerungen. Meine Mutter hat ihre Mutter

über lange Zeit 24-Stunden-betreut, wenn

man das in der heutigen Diktion sagen

möchte.

Kunst, Literatur, die für eine Sache

eintritt – ist das ein glattes Parkett?

C.S.: Ja, weil es ein literarischer Text werden

soll und kein Pamphlet. Aber in diesem

Fall geht es um eine Sache, bei der sehr klar

ist, was die Probleme sind.

M.K.: Wenn man auf diesem Parkett tanzen

darf, kann man auch in Kauf nehmen,

darauf auszurutschen. Diese 24-Sunden-

Veranstaltung ist so vielfältig und es sind so

viele Fachleute dort, dass man als Literat

auch etwas wagen kann. Vielleicht gelingen

einige schöne Tanzfiguren.

Carolina Schutti schreibt Romane, Lyrik, Hörspiele

und Texte für Theaterprojekte. Ihre Bücher wurden

vielfach ausgezeichnet und in fünfzehn Sprachen

übersetzt. 2021 erschien der Roman Der Himmel ist

ein kleiner Kreis bei Droschl.

Veranstaltung:

24 h. wir bleiben wach

Beginn: Fr, 19.11.2021, 11 Uhr

Ende: Sa, 20.11.2021, 11 Uhr

BRUX Innsbruck,

Wilhelm-Greil-Straße 23

Weitere Informationen zum

Programm: wortklangwelt.com/

24h-wir-bleiben-wach/

Während der gesamten

24 Stunden ist ein Kommen

und Gehen des Publikums

möglich und erwünscht.

Bücher seit 1639

55

Markus Köhle ist Sprachinstallateur, Literaturzeitschriftenaktivist

und Slam-Poet. Er erhielt

zahlreiche Stipendien und Preise, zuletzt das Wiener

Literaturstipendium. 2021 erschien Zurück in die

Herkunft. Ein Nabelschaulauf zu den Textquellen bei

Sonderzahl.


Jung,

aber

oho!

Bücher

für

Kinder

und

Jugend:

Ebenezer Tweezer ist

schrecklich, aber sein Leben

ist großartig! Seinen Reichtum

und seine seit 511 Jahren

unverblühte Jugend verdankt

er einem bösartigen Biest, das

ihm, solange er es brav füttert,

Wünsche erfüllt. Als Nächstes

möchte es ein Kind kosten,

also beschließt Ebenezer, ein

unvermissbares Waisenkind

aufzutreiben und an das Biest

zu verfüttern. Doch die freche

Waise Bethany macht es ihm

und dem Biest nicht so einfach

… Ein gruseliges Monster

und viel schwarzer Humor für

Kinder ab 9!

Jack Meggitt-Phillips:

Biest & Bethany – Nicht zu zähmen

Loewe Verlag,

267 S., € 13,40

Im viktorianischen London

treibt ein Mörder sein Unwesen

und versetzt die ganze Stadt in

Angst und Schrecken. Doch

niemandem bereitet die Mordserie

mehr Kopfschmerzen

als Melvin, denn er hatte eine

Verbindung zu jedem einzelnen

der Opfer. Als auch noch das

Mädchen, für das er heimlich

schwärmt, zum Opfer des mysteriösen

Mörders wird, beginnt

Melvin selbst, Ermittlungen

anzustellen. Eine spannende

Geschichte mit düsterer

Atmosphäre und fantastischen

Elementen für Jugendliche ab

12 Jahren.

Patrick Hertweck:

Der letzte Rabe des Empire

Thienemann Verlag,

472 S., € 17,50

Die Stadt Hope kann man nicht

verlassen. Sie liegt inmitten des

GLISS, einem Boden, auf dem

nichts haftet und nichts gebaut

werden kann. Der 17-jährige

Ajit weiß, dass er niemals aus

Hope fortkommen wird, weil es

hinter dem GLISS kein Leben

gibt. Doch als eines Tages ein

toter Mann über das GLISS

getrieben wird, wird alles, an

das Ajit immer gelaubt hat, auf

den Kopf gestellt... Unglaublich

spannende Science-Fiction

ab 14 Jahren, die allerdings

bestimmt auch ältere SciFi-Fans

begeistern wird.

Andreas Eschbach:

Gliss – Tödliche Weite

Arena Verlag,

456 S., € 22,70

Greg und Sport? Das passt

einfach nicht zusammen. Nach

einem schrecklichen Trainingstag

in der Schule erklärt Greg

seine Sportkarriere für beendet.

Doch leider hat er die Rechnung

ohne seine Mom gemacht.

Sie überredet ihn, der Sache

eine letzte Chance zu geben

und Greg schafft es tatsächlich

in das schlechteste Basketballteam

der Schule! Wird er über

sich hinauswachsen und einen

Treffer landen? Gregs Tagebuch

geht in die 16. Runde – Humorvoll,

sarkastisch und witzig wie

immer für Kinder ab 10.

Jeff Kinney:

Gregs Tagebuch 16 – Volltreffer!

Baumhaus Verlag,

224 S., € 15,50

Bär geht gerne mit seiner Angel

zum Alleinsein an den See. Als

er sich mit viel Gebrumm auf

den Weg macht, entschließt sich

Hörnchen, ihm beim Alleinsein

Gesellschaft zu leisten. Schon

sind die beiden Freunde! Von

da an erleben Hörnchen und

Bär gemeinsam viele spannende

Abenteuer im besten Wald

aller Zeiten. Ein vergnügliches

Vorlesebuch ab 4 Jahren mit

20 fabelhaften, illustrierten

Geschichten zum Schmunzeln,

Staunen und Wohlfühlen.

Andreas H. Schmachtl:

Hörnchen & Bär – Haufenweise

echt waldige Abenteuer

Arena Verlag,

216 S., € 16,50

Am ersten Schultag taucht ein

Buch in der Schule auf, das den

Unterricht komplett auf den

Kopf stellt. Es kann sich bewegen,

redet mit den Schülern

und verzapft generell allerhand

Blödsinn. Außerdem hilft das

Buch mit vier interaktiven

Comic-Geschichten in vier verschiedenen

Lesestufen spielerisch

beim Lesen-Lernen – ein

wahres Allroundtalent! Ich bin

(d)ein Buch… ist ein witziges

Mitmachbuch für Kinder zwischen

6 und 8 Jahren, das zum

Lesen-Lernen anregt und dabei

sehr viel Spaß macht.

Katja Frixe:

Ich bin (d)ein Buch, hol mich hier raus!

Arena Verlag,

155 S., € 12,40

56

Wagner’sche.

Sophie ist hochintelligent, geht

mit 12 schon in die Abschlussklasse

der High School und, als

wäre das nicht genug Außenseiter-Potenzial,

kann sie auch

noch Gedanken lesen. Als

sie den geheimnisvollen Fitz

kennenlernt, wird klar, warum

sie so anders ist: Sophie ist gar

kein Mensch, sondern gehört

dem Volk der Elfen an! Doch

das wirft mehr Fragen auf, als

es beantwortet. Wer ist Sophie

wirklich? Und warum wurde sie

in der Menschenwelt versteckt?

Ein episches Abenteuer für

Fantasy-Fans ab 10!

Shannon Messenger:

Keeper of the Lost Cities – Der Aufbruch

arsEdition Verlag,

507 S., € 18,50

Die lahme Ente lebt ein relativ

lahmes Leben in einem verlassenen

Hinterhof. Sie bekommt

nie Besuch, hat Angst

vor dem Fliegen und traut sich

generell nicht viel. Doch plötzlich

kommt ein blindes Huhn

daherspaziert und nimmt die

lahme Ente mit auf eine Reise

zu einem magischen Ort, an

dem Wünsche wahr werden. Ein

komisches, herzerwärmendes,

durch und durch zauberhaftes

Kinderbuch ab 8 Jahren über

Mut, Freundschaft und die

allergeheimsten Wünsche.

Ulrich Hub:

Lahme Ente, blindes Huhn

Carlsen Verlag,

82 S., € 13,40

Fanny darf die Sommerferien

im Antiquitätenladen ihrer

Tante verbringen. In Pandora’s

Antiques wird ihr bestimmt nie

langweilig! Doch von Anfang

an geschehen dort unerklärliche

Dinge – frisch geputzte

Möbel sind fast sofort wieder

eingestaubt, Fannys Tante verhält

sich seltsam und dann sind

da noch diese Geräusche aus

dem Laden... Natürlich muss

Fanny dem Ganzen nachgehen

und stößt dabei auf ein großes

Familiengeheimnis! Ein magisches,

amüsantes und angenehm

gruseliges Abenteuer ab 10.

Christina Wolff:

Die Geister der Pandora Pickwick

Hummelburg Verlag,

253 S., € 17,50

In den USA der nicht allzu

weit entfernten Zukunft

werden alle BürgerInnen

durch einen ID-Chip überwacht.

Nur wenige Menschen

leben undokumentiert wie die

16-jährige Vali. Als Vermont

jedoch nach Undokumentierten

durchsucht und ihre Mutter

festgenommen wird, müssen

Vali und ihr Bruder alleine quer

durchs Land nach Kalifornien

flüchten. Sanctuary ist eine

spannende Dystopie mit einer

sehr wichtigen und alles anderen

als fiktionalen Thematik für

Jugendliche ab 14.

Paola Mendoza und Abby Sher:

Sanctuary – Flucht in die Freiheit

Carlsen Verlag,

352 S., € 15,50

Als Pip und Flora im Heim für

elternlose Kinder in Schwierigkeiten

geraten, sehen sie nur

einen Ausweg: Weglaufen!

Plötzlich landen sie im Land

der Schnerge, einem magischen

Ort voller Magie und seltsamer

Wesen. Gemeinsam mit

dem Schnerg Gorbo erleben

sie spannende Abenteuer im

zauberhaften Schnergenland.

Im kleinen wilden Schnergenland

ist ein wunderbar illustriertes,

fesselndes Vorlesebuch ab 6 und

ein Klassiker, der schon J.R.R.

Tolkien als Inspiration für seinen

Kleinen Hobbit diente.

Edward Wyke-Smith und

Veronica Cossanteli:

Im kleinen wilden Schnergenland

Thienemann Verlag,

237 S., € 15,50

Im Jahr 2020 entdeckt Esso,

dass er Zugang zu einer anderen

Welt hat. Er kann Szenen seines

zukünftigen Lebens sehen,

unter anderem etwas, was er

unbedingt verhindern muss...

Im Jahr 2035 bekommt die

elternlose Rhia einen neuen

Schultutor – Esso. Niemand

weiß, wo er herkommt, doch er

trägt ein Bild von Rhias Mutter

bei sich und braucht dringend

Rhias Hilfe, um etwas Schreckliches

zu verhindern. Ein spektakulärer

Zeitreise-Thriller mit

politischer Botschaft ab 14, der

alle Genregrenzen sprengt.

Femi Fadugba:

The Upper World – Ein Hauch Zukunft

cbj Verlag,

416 S., € 20,60


das möchten wir feiern! Mit Büchern zum Lachen, zum Weinen und

Und

Nachdenken. Mit Geschichten, die die Vielfalt und Diversität des

zum

FASSST AM BODEN ZERSSSTÖRT

NUR

SSSEiTEN | }‰‰0 ×

33336

GEBE DiR DiE SSSONNE

ICH

SSSEiTEN | }0330 ×

480

NACHTSSSCHWÄRMER

SSSEiTEN | } ‰0 ×

400

BEi CBJ UND CBT

ViELFALT

Welt ist bunt und jede*r von uns besonders und einzigartig.

Die

Lebens zeigen und uns alle ein Stück mehr zusammenbringen können.

Bestsellerautor Ruediger

Dahlke liefert eine Analyse der

Corona-Krise und ihrer Auswirkungen.

Er stellt wesentliche

Fragen und versucht,

Antworten zu geben: Wo gibt

es Heilung? Wie findet die

Menschheit zur Versöhnung?

Welche Erkenntnisse hat die

Pandemie gebracht? Kann der

Mensch durch mehr Eigenverantwortung

ein gesünderes

Leben führen? Dahlke versucht,

all diese Fragen zu beantworten

und liefert Ansätze dafür, wie

die Zeit danach genutzt werden

kann.

Ruediger Dahlke:

Corona als Weckruf

Gräfe & Unzer Verlag,

320 S., € 20,90

Es ist an der Zeit, Tirol

Farbe zu verleihen! Im großen

Ausmalbuch Tirol können

verschiedenste Tiroler Wahrzeichen,

Bräuche und Naturfreuden

nach eigener Vorstellung

ausgemalt werden. Mit

liebevoll gestalteten Motiven,

die die Vielfalt und Schönheit

Tirols abbilden, können

Groß und Klein sich ihr ganz

persönliches Tirol schaffen.

Vom Goldenen Dachl über die

Tiroler Gams bis hin zu einem

eindrucksvollen Spiegeltuxer ist

bei den 30 Motiven bestimmt

für jede*n etwas dabei!

Beatrix Weger:

Das große Ausmalbuch Tirol

Tyrolia Verlag, 64 S., € 14,95

Michaela Thöni-Kohler hegt

schon lange eine Faszination

für heilsame Kräuter. Ihr

umfangreiches Wissen über

Tiroler Heilkräuter und die

Zubereitung von Salben,

Räuchermischungen, Speisen

und Tees gibt sie nun an Interessierte

weiter! In diesem Buch

widmet sie sich 80 Tiroler Heilkräutern

und beschreibt nicht

nur, wann und wo diese am besten

gesammelt werden können,

sondern gibt auch viele Tipps

für die perfekte Verarbeitung.

Ein Muss für Kräuterfreunde

und alle, die es noch werden

möchten!

Michaela Thöni-Kohler:

Das Tiroler Kräuterbuch

Tyrolia Verlag, 300 S., € 29,95

Veit Lindau widmet sich der

großen unbekannten Macht

in unserem Leben: Unserem

Schatten, den Drachen, die

in unserem Unterbewusstsein

leben. Unverarbeitete Emotionen

oder negative Glaubenssätze,

aber auch Wünsche und

Stärken, die wir uns nicht zu

leben trauen, werden irgendwann

zur Belastung. Der

Schatten ist allerdings nicht

unser Feind, wir müssen nur

richtig mit ihm umgehen. Veit

Lindau bringt Licht ins Dunkel

und hilft uns, unseren Schatten

zu erforschen, zu verstehen und

zu integrieren.

Veit Lindau:

Schattenwerk

Gräfe & Unzer Verlag,

216 S., € 18,90

BLACKOUT | 3304 SSSEiTEN | }8‰0×

CHANNEL KiNDNESSSSSS | 3304 SSSEiTEN | }6‰0 ×

Trakehner bestechen durch ihr

elegantes Erscheinungsbild,

ihren besonderen Charakter,

ihre Intelligenz und Ausdauer.

Anette Ganter und Katharina

Knapp entführen in die Welt

des steirischen Trakehner Gestüt

Murtal, das den stolzen

Pferden seit 2013 eine zusätzliche

Heimat bietet. Die

Autorinnen geben einen Überblick

über die beinahe 300-jährige

Geschichte des Trakehner

Pferdes sowie die Entwicklung

des erfolgreichen Gestüts. Ein

exklusiver Bildband für Pferdeliebhaber*innen

und Naturfreunde!

Anette Ganter und Katharina Knapp:

Trakehner Gestüt Murtal

Benevento Verlag, 256 S., € 35,00

Weltklasse-Skirennläufer Felix

Neureuther befasst sich in diesem

wunderschönen Bildband

mit einem Thema, das ihm sehr

am Herzen liegt: Nachhaltigkeit

in den Alpen. Neureuther

erzählt von seinen Lieblingstouren

in die Welt der Gipfel,

Gletscher und Bergseen und

gibt Einblicke in eine schützenswerte

Tier- und Pflanzenwelt.

In Unsere Alpen zeigt er

gemeinsam mit verschiedenen

Naturschützer*innen Möglichkeiten

auf, wie der Lebensraum

Alpen, wie wir ihn kennen,

weiterhin bewahrt werden kann.

Felix Neureuther et al.:

Unsere Alpen

National Geographic,

192 S., € 41,20

Ein Wunder ist etwas, das

passiert, obwohl wir es nicht für

möglich gehalten haben. Aber

wer sagt denn, was möglich

ist und was nicht? Veit Lindau

führt in diesem Buch in die

Kunst der Wunder ein. Er zeigt,

wie es uns gelingt, unser schöpferisches

Bewusstsein zu aktivieren

und positive Veränderung

in unser Leben einzuladen.

Sein Ansatz ist simpel aber

wirkungsvoll: Jeder Mensch

hat ein Recht auf Wunder und

die Fähigkeit, diese selbst wahr

werden zu lassen!

Veit Lindau:

Wunderwerk

Gräfe & Unzer Verlag,

192 S., € 18,90

Kraut und Rüben mal ganz anders!

Viele heimische Gemüsesorten

stehen auch im Winter

aus regionalem Anbau in hoher

Qualität zur Verfügung, aber

Wintergemüse wird dennoch in

der Küche oft stiefmütterlich

behandelt. Dieses Kochbuch

rückt Karotte, Kraut, Kohl und

Co. in den Vordergrund und

zeigt, dass sie viel mehr als nur

eine langweilige Beilage sind!

Mit zahlreichen Rezeptideen

und Porträts verschiedener Gemüsesorten

macht dieses Kochbuch

saisonales Wintergemüse

zum Highlight auf dem Teller!

Ursula Korda und Erwin Werlberger:

Wunderbares Wintergemüse

Servus Verlag

240 S., € 30,00

FOLGE UNSSS

AUF @HEY_READER!


Bretter

die die Welt

bedeuten

7 × Romane als beste Vorlagen

für großartige Theaterabende

meint Christina Alexandridis*

gute Bücher,

schlecht

verfilmt

7 × knapp daneben, meint

Filmexpertin und Autorin

Kathrin Resetarits*

Dame

König

Matt

7 × die besten

Schach-Romane meint

Robert Renk *

3×7

Best

aber

Seller:

1

2

Das

Königin der Berge

Daniel Wisser

btb Verlag, € 12,40

Floß der Medusa

Franzobel

btb Verlag, € 12,40

1

2

Harry

Schlachthof 5

Kurt Vonnegut/George Roy Hill

USA 1972

Potter

Joanne K. Rowling/ Chris Columbus

UK 2001

1

2

Die

Schachnovellen

Vincente Valero

Berenberg Verlag, € 22,70

Lüneburg-Variante

Paolo Maurensig

Suhrkamp Verlag, € 10,30

3

Herkunft

Saša Stanišić

btb Verlag, € 12,40

3

Der

talentierte Mr. Ripley

Patricia Highsmith/

Anthony Minghella

3

Die

Entmachtung

Georg Payr

Haymon Verlag, € 17,00

* Christina Alexandridis Schauspielchefin

des TLT

* Kathrin Resetarits die wir am Rande

der Wochenendgespräche, die zum

Thema Film diskutierten, kurz befragen

durften …

* Robert Renk der inzwischen mehr

über Schach liest als selber spielt

60

Wagner’sche.

4

Stadt

5

Das

6

Homo

7

Engel

der Blinden

José Saramago

btb Verlag, € 11,40

Geisterhaus

Isabel Allende

suhrkamp Verlag, € 12,40

Faber

Max Frisch

suhrkamp Verlag, € 9,90

des Vergessens

Maja Haderlap

btb Verlag, € 10,30

4

Meine

5

Das

6

Lolita

7

Der

USA/IT 1999

geniale Freundin

Elena Ferrante/Saverio Costanzo

USA 2018

Hotel New Hampshire

John Irving/Tony Richardson

USA/UK/CAN 1984

Vladimir Nabokov/

Stanley Kubrick

USA/F 1997

Herr der Ringe

Tolkien/Peter Jackson

USA/NZL 2001

4

Das

5

Carl

6

Die

7

Die

Damengambit

Walter Tevis

diogenes Verlag, € 24,70

Haffners Liebe

zum Unentschieden

Thomas Glavinic

dtv Verlag, € 11,30

Schachspieler

von Buenos Aires

Ariel Magnus

Kiepenheuer & Witsch Verlag, € 22,70

letzte Partie

Fabio Stassi

Kein & Aber Verlag, € 14,00


Mit

den

besten

Empfehlungen:

„Alles war so gekommen, wie es

hatte kommen müssen.“ – Eine

zufällige Begegnung Ende der

achtziger Jahre in Ostberlin

zwischen der jungen Katharina,

Setzerlehrling, 1967 geboren

und dem verheirateten Schriftsteller

Hans, Jahrgang 1933;

zusammengezählt ergeben ihre

Geburtsjahre 100, die zu Kairos,

zum entscheidenden Augenblick

für beide wird. – Stringent und

präzise, mit einer sehr eindrücklichen

Sprache, erzählt Jenny

Erpenbeck von dieser so

scheinbar ungehörigen Liebe.

Eva Maria Gintsberg

Jenny Erpenbeck:

Kairos

Penguin Verlag,

384 S., € 22,70

Der dritte Teil der kanadischamerikanischen

Autorin ist

soeben in deutscher Sprache

erschienen (übersetzt von Mirko

Bonné und Ulrike Draesner).

Man verfällt den Texten wie

im Rausch, Sätze die man

sich anstreichen muss, weil sie

so perfekt komponiert sind.

Geprägt sind die Bücher von

der Einsamkeit der Autorin

aber auch von Feminismus.

Eine raue Ehrlichkeit lassen sie

einerseits unglaublich aktuell

und vertraut wirken, obwohl sie

schon vor über hundert Jahren

ersterschienen sind. Carmen Schwarz

Mary Maclane :

ICH Aufzeichnungen aus

meinem Menschenleben

Reclam Verlag Verlag,

303 S., € 20,60

Der Roman über Beth und ihre

drei Schwestern war als Auftragswerk

angelegt und wurde

zum Welterfolg. Schon zu Lebzeiten

der Autorin (erschienen

1868/69), spätestens seit der

Verfilmung von Greta Gerwig

2019. Damit sie dem Auftrag

einen Familienroman zu schreiben,

gerecht werden konnte,

nahm sich Alcott ihre Familie

zum Vorbild. Little Women –

das sind die vier Schwestern

March, und es ist die Geschichte

einer Schriftstellerin, die nach

Unabhängigkeit strebte und

dabei einen Welterfolg schuf.

Herrlich! Robert Renk

Louisa May Alcott:

Little Women. Beth und ihre Schwestern

Reclam Verlag,

600 S., € 37,10

Die afrikanische Literatur ist

mehr als andere von oral history

geprägt. Allein in Nigeria

werden über 370 Sprachen gesprochen.

Man kann ermessen,

was schon hier an Märchen

tradiert wird. Dazu kommen

weitere aus dem Sudan, dem

Kongo, Äthiopien, Kenia u.a.

Märchen sind Urtexte, von Generation

zu Generation weiter

erzählt. Krokodilmänner und

Waldgeister, mächtige Zauberer

und schöne Engelstöchter –

diese wunderbare, neue Sammlung

entfaltet ein reiches

Panorama, das dazu einlädt,

die afrikanische Erzählkunst

zu entdecken. Robert Renk

Die schönsten Märchen aus Afrika

Reclam Verlag,

190 S., € 12,40

Märchenhaft und leicht dystopisch

legt Stefanie vor Schulte

ihr Romandebüt an. Dass die

Welt, in der der 11-jährige

Martin mit seinem alterslosen

schwarzen Hahn lebt, nicht

einordenbar ist, verstärkt die

märchenhafte Atmosphäre.

Martin, viel zu klug und zu

hilfsbereit, wird schlecht behandelt

und beschließt, sich

auf Wanderschaft zu begeben.

Er gerät in eine schauerliche,

kriegerische Welt rund um eine

dunkle Fürstin und zeigt, wie

man mit Vernunft, Mut und

Mitgefühl die Welt verändern

kann. Robert Renk

Stefanie vor Schulte:

Junge mit schwarzem Hahn

Diogenes Verlag,

240 S., € 22,70

Ein brisantes Thema, das

Marco Balzano in seinen neuen

Roman anspricht. Rumänien –

Familie Matei ist nicht wohlhabend,

die finanzielle Situation

ist sehr schlecht, da beschließt

die Mutter als Pflegekraft nach

Mailand zu gehen, damit es

ihren beiden Kinder mal besser

geht. Aber ist es nur das, was

sie möchte? Was wird aus den

Kindern und werden sie ihre

Mutter je wiedersehn? Oder nur

den Scheck? Der Roman ist aus

drei Sichtweisen erzählt, eine

für mich sehr aufwühlende Geschichte,

die mich zum Nachdenken

brachte. Andrea Scheiber

Marco Balzano:

Wenn ich wiederkomme

Diogenes Verlag,

256 S., € 22,70

62

Wagner’sche.

Der ahnungslose Tiefkühlkostlieferant,

genannt Franz

Schlicht, stellt sich seinem

bislang absurdesten Kundenwunsch.

Soll er doch den

gefrorenen Leichnam des

bekennenden Rehragoutliebhabers

Dr. Schauer an eine

hübsche Stelle in der Natur

transferieren. Doch als er zur

Tat schreiten will, fehlt vom

Leichnam jede Spur. Der

Debütroman des Dramatikers

Ferdinand Schmalz besticht

nicht nur mit skurriler Handlung

sondern auch der unverwechselbaren

Rhythmik die den

gesamten Text durchdringt. Ein

köstlicher Krimispaß für alle

Sprachverliebten. David Schranz

Ferdinand Schmalz:

Mein Lieblingstier heißt Winter

S.Fischer Verlag, 192 S., € 22,70

Dass Hanserchefs selbst Romane

publizieren, gehört fast

schon zum guten Ton. Jo Lendle

legt nun einen Familienroman

vor, der empfindsam und mit

dezenter Figurenzeichnung vom

Kaiserreich über den Nationalsozialismus

und die junge DDR

bis in die Bundesrepublik der

Nachkriegszeit führt. Und

die Figuren haben es in sich,

denn es ist eine zusammengewachsene

Familie: Alma, die

nach dem frühen Tod ihrer Eltern

zu Lud, ihrem Patenonkel,

kaum älter als sie und dessen

Haushälterin zieht. Und es ist

die Geschichte Lendles eigener

Familie. Robert Renk

Jo Lendle:

Eine Art Familie

Penguin Verlag, 368 S., € 22,70

Ein romantisches Buch, das

uns nach Kassel im Jahre 1830

entführt. Elise arbeitet im

Familienbetrieb eines kleinen

Putzmacher-Ateliers. Dort

macht sie auch Bekanntschaft

mit der Adeligen Sybilla von

Schönhoff, und es entsteht eine

innige Freundschaft, die eigentlich

nicht sein sollte. Geschichtlich

erfährt man so einiges über

das Kurfürstentum Hessen und

den Spannungen zwischen den

Bürger*innen. Familiengeheimnisse

werden gelüftet, mit einigen

überraschenden Wendungen.

Sehr bildhaft erzählt, reiner

Lesegenuss. Andrea Scheiber

Marie Lamballe:

Atelier Rosen – Die Frauen

aus der Marktgasse

Bastei Lübbe Verlag,

544 S., € 11,40

An rätselhaften Fäden,

Familienbande genannt, ziehen

Bettina, Sebastian und Huberta

dem Geburtstagsfest ihres verwitweten

Vaters entgegen. Sie

durchmessen dabei nicht nur

persönliche Phasen der Aufbrüche

und Enttäuschungen,

sondern auch europäische Geschichte

und Weltpolitik. Elke

Schmitter seziert mit präzisen,

poetischen Sätzen bürgerliche

Lebensführung. Trotz aller

Differenzen findet der Roman

einen versöhnlichen Nenner:

„Wir bestehen aus Spannungszuständen,

die unentwegt in

Bewegung sind“. Nadja Bucher

Elke Schmitter:

Inneres Wetter

C.H. Beck Verlag,

202 S., € 22,70

Die magische Kraft der Phantasie

beschwört Doerr in seinem

lange erwarteten Roman. In

3 verschiedenen Zeitebenen,

Konstantinopel 1453, Idaho

2020 und ein Raumschiff in der

Zukunft, setzt er jeweils seine

Protagonist*innen. Allesamt

Kinder an der Schwelle zum Erwachsenwerden

und was sie alle

auf geheimnisvolle und geradezu

atemberaubende Weise über

Zeiten und Räume miteinander

verbindet, ist eine Geschichte

über ein utopisches Land in den

Wolken und die Magie eines

jahrhundertealten Manuskripts,

das Raum und Zeit überspringt.

Robert Renk

Anthony Doerr:

Wolkenkuckucksland

C.H.Beck Verlag, 532 S., € 25,70

Zwischen März und November

1945 folgte Orwell als Kriegsberichterstatter

den alliierten

Streitkräften durch Deutschland

und Österreich. Seine

Reportagen schildern sachlich,

welche Zerstörung der Krieg

über Städte, Länder und Menschen

gebracht hat. Weitsichtig

beschreibt Orwell die Probleme,

etwa die des viergeteilten

Österreichs, des Nahrungsnachschubs

oder dass amerikanische

Captains „keine Ahnung hatten,

worin der Unterschied zwischen

einem Sozialdemokraten und

einem christlichen Sozialisten

besteht“. Robert Renk

George Orwell:

Reise durch Ruinen

C.H.Beck Verlag,

111 S., € 16,50


Die Autorin nimmt den Fall

der 1970 gefundenen „Isdal-

Frau“ für diesen Roman und

schreibt eine wahrlich fesselnde

Geschichte. Eines Morgens

entdeckt die junge Autorin in

einer Zeitung das Bild einer

Frau, die ihrer Mutter zum verwechseln

ähnlich sieht. Sie will

erfahren, was es damit auf sich

hat und geht dem Geheimnis

auf den Grund, nichtsahnend

das sich damit ihr ganzes Leben

verändert. Dass der Roman in

verschiedenen Zeiten und aus

Sicht unterschiedlicher Menschen

spielt, macht ihn umso

spannender. Andrea Scheiber

Anja Jonuleit:

Das letzte Bild

dtv Verlag,

472 S., € 22,70

Das Leben schreibt die kuriosesten

Geschichten. So wie die

vom Federndieb Edwin Rist.

Der bricht eines Nachts in die

ornithologische Abteilung des

Britischen Naturkundemuseums

ein und stiehlt selten Vögel.

Warum? Um an seltenste Vogelfedern

zu kommen, u.a. von

ausgestorbenen Arten, entdeckt

von Darwin und Wallace. Und

warum das? Nun ja, er hatte

ein Faible für’s Fliegenfischen.

Kling kurios, ist es auch, aber

wie Johnson das beschreibt: ein

Krimi à la nature, wie ihn nur

das Leben schreiben kann.

Robert Renk

Kirk Wallace Johnson:

Der Federndieb

Droemer Verlag,

384 S., € 17,50

Sommer auf Gotland: Es ist

der 12. August 2019, als ein

Anruf aus Paris Violas Leben

verändert, die dort mit ihrer

Familie lebt. Sie sagt Lebewohl,

ich werde sterben. So vieles ist

ungeklärt – warum sie damals

ohne ein Wort verschwunden

ist, sie waren doch wie Geschwister.

Viola macht sich auf

den Weg, um sie zu suchen.

Sehr berührender Roman einer

Frauenfreundschaft, mit Charakteren

die authentischer nicht

sein könnten. Andrea Scheiber

Sofia Lundberg:

Der Weg nach Hause

Goldmann Verlag,

368 S., € 20,60

In der idyllischen Kleinstadt

Solace im Norden Ontarios verweben

sich drei Schicksale.

Zuerst begegnen wir der siebenjährigen

Clara. Seit Tagen

wartet sie am Fenster auf die

Rückkehr ihrer Schwester, die

verschwunden ist. Ihre Nachbarin,

die alte Mrs. Orchard,

liegt im Krankenhaus und stellt

sich ihrer Vergangenheit. Denn

vor dreißig Jahren gab es einen

Vorfall, der für zwei Familien

tragische Folgen hatte. Und da

ist noch Liam Kane, der sich

nach und nach an seine eigene,

von Verlust geprägte Kindheit

erinnert.

Robert Renk

Mary Lawson:

Im letzten Licht des Herbstes

Heyne Verlag, 352 S., € 22,70

Ein Pandemiebuch der anderen

Art. Glasgow, 2025. Dr.

Amanda Maclean behandelt

einen Mann mit leichtem Fieber.

Innerhalb von drei Stunden

stirbt er. Das Virus erreicht bald

jeden Winkel der Erde. Alle

Opfer sind Männer. Die Welt

ist fremdartig geworden – eine

Welt der Frauen, die sich rasend

schnell an die Abwesenheit

der Männer anpassen muss.

Können sie ein Heilmittel

finden bevor es zu spät ist? Wird

diese Krankheit das Ende der

Geschichte der Welt sein – oder

ihre Rettung? Robert Renk

Christina Sweeney-Baird:

Die andere Hälfte der Welt

Diana Verlag,

496 S., € 18,50

Italien, 1950. Valeria weiß, sie

ist eine gute Mutter und Ehefrau.

Doch als sie das schwarze

Notizbuch erwirbt und ihre

Gedanken niederschreibt,

beginnt sie über ihre eigenen

Wünsche und Träume, sowie

ihre Rolle als Frau in Gesellschaft

und Familie zu reflektieren.

De Céspedes schenkt uns

mit Valeria eine Protagonistin,

die sich gegen die Normen ihrer

Zeit aufzulehnen sucht, sich

gleichzeitig aber auch an alte

Muster klammert. Introspektiv,

emanzipiert und tiefgründig –

große Leseempfehlung!

Klaudia Grünfelder

Alba de Céspedes:

Das verbotene Notizbuch

Suhrkamp Verlag,

302 S., € 24,70

Eine Welt ohne Überwachung

und – vor allem – emojigesteuerter

Infantilisierung. Das

wünscht sich die ehemalige

Försterin Delaney Wells. Sie

ist „die Neue“ bei Every. Und

Every ist eine Fusion zwischen

Circle, der größte Suchmaschine

und dem erfolgreichsten Onlineversandhaus.

So entstand das

reichste und gefährlichste – und

seltsamerweise auch beliebteste

– Monopol aller Zeiten. Wells

möchte die Firma von innen heraus

zerschlagen. Aber will das

die Menschheit überhaupt?

Robert Renk

Dave Eggers:

Every

Kiepenheuer & Witsch Verlag,

592 S., € 25,00

Dass Quentin Tarantino ein

enzyklopädisches Wissen und

eine noch größere Liebe zu

amerikanischer Popkultur im

Allgemeinen und Filmen der

1960er und 1970er Jahre im

Speziellen hat, überrascht niemanden.

Neu ist, dass er daraus

nun auch einen spannend zu

lesenden Roman gefertigt hat.

Dieser basiert auf dem gleichnamigen

Film und erzählt uns

mehr von dessen Personal und

deren Hintergrundgeschichten:

vom Schauspieler Rick Dalton,

seinem Stuntman und Fahrer

Cliff Booth und deren Verbindungen

zur Manson Family.

Martin Fritz

Quentin Tarantino:

Es war einmal in Hollywood

Kiepenheuer & Witsch Verlag,

416 S., € 25,70

Elfriede Jelinek hat es ins

Theater gebracht, Eva Menasse

manifestiert das Thema – großartig

und souverän – im Roman

Dunkelblum! Dunkelblum,

der Ort steht für Rechnitz im

Burgenland, wo sich in den

letzten Kriegstagen 1945 ein

Massaker an jüdischen Zwangsarbeitern

ereignet hat. Ein

Fremder fängt an, Fragen zu

stellen. Junge Menschen wollen

den jüdischen Friedhof wieder

herrichten, andere ein Heimatmuseum

gründen. Es rumort

im Ort, doch die Dunkelblumer

schweigen. Aufwühlend und

mitreisend! Robert Renk

Eva Menasse:

Dunkelblum

Kiepenheuer & Witsch Verlag,

528 S., € 25,70

Ein Roman der Sein und Zeit

aus den Fugen geraten läßt,

mit prägnantem Irrwitz und

doppeltem Boden spielt. Und

all das auf knapp 100 Seiten.

Ein Foto zeigt Roy Paulsen

dort, wo er nicht sein kann, in

Amsterdam. Er ist nie dort gewesen

und doch sieht man, wie

er mit dem Rad an einer Gracht

entlangfährt. Er fährt nach

Amsterdam, macht sich auf die

Suche und gerät in eine tödliche

Auseinandersetzung, die sein

Leben in eine neue Richtung

lenkt – genau auf den Moment

des Fotos zu. Robert Renk

Heinrich Steinfest:

Amsterdamer Novelle

Piper Verlag,

112 S., € 15,50

Kuhnke arbeitet als Kolumnistin

für ein Satire Magazin

und engagiert sich unter ihrem

Künstlernamen Quattromilf

– „Mom I’d like to follow“

gegen Rassismus und Diskriminierung.

Beides hat sie

leider selbst oft genug erlebt.

Daraus resultieren wohl viele

Szenen in ihrem Debüt. Die

Protagonistin ihres Buches,

eine Schwarze Ich-Erzählerin,

wächst in den neunziger Jahren

auf. Ausgrenzung, ein gewalttätiger

Stiefvater, jeden Tag

ist mit dem Schlimmsten zu

rechnen, bis das Schlimmste zur

Selbstverständlichkeit wird.

Robert Renk

Jasmina Kuhnke:

Schwarzes Herz

Rowohlt Verlag, 208 S., € 20,50

„Die im Dunklen sieht man

nicht“, dichtete eins Bertold

Brecht, Natascha Wodin wirft

mit Nastjas Tränen ihr Licht

nun auf so eine, die im Dunklen,

im Verborgenen ist. Nastja

studierte Tiefbauingenieurin,

versorgt mit Putzjobs im

Nachwende-Berlin ihre Familie

in der Ukraine, auch bei der

Ich-Erzählerin. Skizzenhaft

schreibt diese über die (post-)

sowjetische Vergangenheit ihrer

Putzfrau, über Armut und Not,

Ausgeliefertsein, Illegalität und

Einsamkeit in einer Millionenstadt.

Ein einfühlsames Porträt,

zeitlos und hochaktuell.

Andreas Hauser

Natascha Wodin:

Nastjas Tränen

Rowohlt Verlag, 189 S., € 22,00

Unser Herz schlägt für

Revolverherz und für die

wunderbare Staatsanwältin

Chastity Riley. Bei Wind und

Wetter geht sie auf St. Pauli

ihren Fällen nach, trinkt ihre

Kollegen und andere unter den

Tisch und pflegt ihre seltenen

zwischenmenschlichen Kontakte

gerne auch mal in der waagerechten.

Hier kommt nun der

allererste Riley-Krimi in überarbeiteter

Form bei Suhrkamp

neu heraus. Skalpierte Stripperinnen

im Rotlichtviertel.

Eine perfekte Einstiegsdroge.

Versprochen! Robert Renk

Simone Buchholz:

Revolverherz

Suhrkamp Verlag,

241 S., € 15,40

Rooneys neues Buch ist am

Puls der Zeit. Wir werfen einen

Blick auf das Leben von vier

zentralen Figuren, die sich offen

und direkt über Politik, Gesellschaft

und eine zerbröckelnde

Welt austauschen. Dabei stehen,

wie wir es von Rooney gewohnt

sind, die zwischenmenschlichen

Beziehungen ihrer Protagonisten

im Mittelpunkt. „Schöne

Welt, wo bist du“ ist Charakterstudie

und Liebesroman

zugleich und bleibt mit seiner

Tiefgründigkeit nicht nur Fans

von Sally Rooney noch lange im

Gedächtnis. Klaudia Grünfelder

Sally Rooney:

Schöne Welt, wo bist du

Ullstein Verlag,

352 S., € 20,60

Stundenlang übt der Ich-Erzähler

vor dem Spiegel seinen

Gang, sein Lächeln, seine Art

zu sprechen: sein perfektes

Leben, seine zweite Haut. Sein

Vorbild dafür ist Julius Varga,

der Parteichef, dessen Zimmerpflanzen

er gießt, als wäre es

ein Staatsakt. Er ist ein braver

Diener der Partei, besessen von

Marken und Äußerlichkeiten

und der Ästhetik von Terroranschlägen.

Ein bitterböses

Portrait der Generation Slim

Fit und türkiser Mitläufer, der

nicht nur blümelt und kurzt

sondern auch ein groteskes

Trauerstück. Robert Renk

Elias Hirsch:

Salonfähig

Zsolnay Verlag,

256 S., € 22,70

Kolibris sind Vögel, die in der

Luft stehen können. Oder, anders:

Kolibris verschwenden viel

Energie für Stillstand. Weil es

bei ihm ähnlich zu sein scheint,

wird Marco Kolibri genannte.

Meist etwas mitleidig, weil es

das Leben nicht immer gut mit

ihm meint. Die „Tragödie eines

lächerlichen Mannes“, heißt

ein alter italienischer Film,

der einem in den Sinn kommt.

Nicht Marco ist lächerlich.

Aber die, die ihn dafür halten.

Marco hält die Stellung – wieder

der Widrigkeiten der Welt

und ihrer Kalenderweisheiten.

Joseph Frontull

Marco Veronesi:

Der Kolibri

Zsolnay Verlag,

352 S., € 25,70


Ich mag keine Science-Fiction.

Sagt Syz, der Held eines

Science-Fiction-Romans ist.

In DAVE geht es um ihn. Und

um „DAVE“ eben, einen Weltcomputer,

der nicht nur mit

Informationen gefüllt werden

will, sondern mit Persönlichkeit.

Um DAVE herum hat sich Religiöses

entwickelt. KI als Versprechen.

Und als Bedrohung.

Syz sitzt dazwischen. Nicht

alles, was in DAVE gesagt, getan

und gedacht wird, erschließt

sich. Die Gewissheit, einen

großen Roman zu lesen, bleibt.

Joseph Frontull

Raphaela Edelbauer:

DAVE

Klett-Cotta Verlag,

432 S., € 25,70

Commissario Aurelio Tasso

ermittelt im politisch angespannten

Südtirol der 1960er.

Er ist alles andere als begeistert,

als ihm eine junge, forsche

Praktikantin zur Seite gestellt

wird, denn immerhin geht es um

Mord: In einem Meraner Hotel

wird ein Maler tot aufgefunden

und kurz darauf taucht eine

weitere Leiche in der Provinz

Belluno auf. Dieser winterliche

Krimi mit norditalienischem

Flair, einem vertrackten Fall

und Charakteren, die einem

schnell ans Herz wachsen, ist

perfekt für kalte Tage.

Klaudia Grünfelder

Gianna Milani:

Commissario Tasso auf dünnem Eis

Lübbe Verlag,

317 S., € 13,30

Jersey, 1940. Als Hedy eine

Stelle als Übersetzerin für die

deutschen Besatzer der Kanalinsel

antritt, weiß niemand,

dass die junge Frau Jüdin ist.

Während sie durch heimliche

Akte des Widerstands versucht,

gegen die Nazis aufzubegehren,

verliebt sie sich ausgerechnet

in den deutschen Wehrmachtssoldaten

Kurt, der ihre Gefühle

erwidert. Doch Hedys Identität

bleibt nicht lange verborgen.

Gemeinsam mit Kurt und einer

guten Freundin schmiedet Hedy

einen mutigen Plan, um ihren

Verfolgern zu entkommen …

Robert Renk

Jenny Lecoat:

Die Übersetzerin

Lübbe Verlag,

320 S., € 22,70

Gerry Friedle alias DJ Ötzi

blickt in dieser exklusiven Autobiographie

auf sein bewegtes

Leben zurück. Im Zentrum

steht nicht nur der Erfolg des

bekannten österreichischen

Musikers und Entertainers,

sondern auch die Schatten -

seiten seiner Vergangenheit.

Es ist ein inspirierendes Buch,

das nicht nur unterhält, sondern

auch zeigt, dass man schwierige

Situationen meistern und

mit neuem Lebensmut daraus

hervorgehen kann. Ein echter

Mutmacher und außerdem

ein tolles Geschenk – nicht

nur für Fans! Maria Neumayr

Gerry Friedle:

Lebensgefühl

Ecowin Verlag,

200 S., € 22,00

Stephen Crane gilt als einer

der Wegbereiter der modernen

amerikanischen Literatur.

Seine Geschichten sind gerade

deshalb so authentisch und mitreißend,

weil er als Abenteurer

und Kriegsreporter viel davon

selbst erlebt hat. Zwölf von

Cranes wichtigsten Erzählungen

sind nun in diesem Band

versammelt. Die meisterhafte

Darstellung eines Schiffbruchs

in Das offene Boot und die in

Nebraska angesiedelte Geschichte

Das blaue Hotel zählen

zu den Meisterwerken der Weltliteratur.

Robert Renk

Stephen Crane:

Die tristen Tage von Coney Island

Pendragon Verlag,

272 S., € 24,70

Hätte es Emily Hahn nicht

gegeben, man hätte sie erfinden

müssen. Sie war Reporterin.

In den 1930er-Jahren lebte

und schrieb sie vornehmlich

in Shanghai. Will heißten: Sie

lebte in Shanghai – in Saus und

Braus – und sie schrieb darüber.

Übers Lieben, Leiden, übers

Opiumrauchen, Kriminalität

und Weltpolitik. Luo Lingyuan

hält sich selbstbewusst ans

Beglaubigte, fettet kunstvoll an

und fabuliert, wo Fakten fehlen,

süffig drauflos. Die Schmonzette,

die der Titel verspricht, ist

Sehnsucht nach Shanghai nicht.

Ein wilder Well-Made-Roman.

Joseph Frontull

Luo Lingyan:

Sehnsucht nach Shanghai

Ebersbach & Simon Verlag,

320 S., € 24,70

Zwanzig Jahre nachdem drei

Leuchtturmwärter spurlos verschwunden

sind, vor der Küste

Cornwalls in einer Silvesternacht,

recherchiert eine junge

Journalistin den Vorfall. Sie besucht

deren Frauen und möchte

näheres in Erfahrung bringen.

So tauchen immer wieder neue

Fragen auf und man wird in die

Geschichte hineingezogen die

auch eine mystische Atmosphäre

hat. Die Protagonisten werden

einem mit all ihren guten

und schlechten Seiten näher

gebracht. Abschließend noch,

es beruht auf einer wahren Begebenheit.

Andrea Scheiber

Emma Stonex:

Die Leuchtturmwärter

S. Fischer Verlag,

432 S., € 22,70

Helmut Wlasak ist Strafrichter

und weiß aus Erfahrung:

Geschieht etwas gänzlich

Unvorhergesehenes, können

Menschen zu Reaktionen fähig

sein, die sie sich selbst niemals

zugetraut hätten. So taucht er

in verschiedene True-Crime-

Geschichten, in denen er bei

versuchtem Mord, islamistischem

Terrorismus, häuslicher

Gewalt, Drogendeals, Einbrüchen

und Betrug auch in die

Abgründe menschlicher Schicksale

taucht. Der Ferdinand von

Schirach aus Graz. Robert Renk

Helmut Wlasak:

In allen Punkten

Braumüller Verlag,

250 S., € 19,00

Ein Roman, der so tut als

wäre er ein historischer und

dabei aktuellste Themen in

vergangene Zeiten packt:

Geltungssucht, Irrationalismus,

Verschwörungs-glauben,

Meinungsmanipulation.

Die wahre Geschichte dreier

Schwestern, die mit angeblichen

Jenseitskontakten die Welt

manipulierten, ist Kapitalismusstudie

und Emanzipationserzählung

zugleich, inszeniert

als Überwältigungskino

inklusive Gastauftritten von

historischen Persönlichkeiten.

Ein Buch über Wirkung, das

wirkt! Florian Josef Rinderer

Bastian Kresser:

Klopfzeichen

Braunmüller Verlag,

400 S., € 24,00

Endlich wieder eine neue

fantastische Welt aus der Feder

von Kerstin Gier! Quinn und

Matilda könnten nicht unterschiedlicher

sein. Er ist cool,

beliebt und sportlich, sie liest

am liebsten Fantasyromane

und ist eigentlich ziemlich unscheinbar.

Doch als Quinn eines

Nachts Dinge sieht, die nicht

von dieser Welt sein können,

findet er ausgerechnet in Matilda

eine unerwartete Verbündete.

Gemeinsam stolpern die beiden

in ein gefährliches magisches

Abenteuer, mit dem keiner von

ihnen gerechnet hat!

Maria Neumayr

Kerstin Gier:

Vergissmeinnicht – Was man

bei Licht nicht sehen kann

Fischer Verlag, 480 S., € 20,60

Eine Boeing 787 fliegt von Paris

nach New York, die Maschine

gerät in einen elektromagnetischen

Wirbelsturm und schafft

es doch noch zu landen. Im

Juni landen genau die gleichen

Passagiere erneut in New York.

Jeder von ihnen hat sein Leben

weitergelebt, in dieser Zeit kann

viel passieren. Tellier erzählt das

Doppelleben seiner Protagonisten,

mal als Thriller und mal

als Komödie, aber immer auf

verdammt coole und literarische

Art und Weise. Lena Kripahle-Wiek

Hervé Le Tellier:

Die Anomalie

Rowohlt Hundert Augen Verlag,

352 S., € 22,70

Vorurteile prägen den Blick

von außen auf Tirol: Berge,

Seilbahn, Tourismuswerbung

und eine gewisse Ruppigkeit im

zwischenmenschlichen Umgang.

Andreas Pavlic stellt dem

ein exzellent recherchiertes

Stück Erinnerungsliteratur

entgegen. 1932 kommt es zur

Höttinger Saalschlacht, einer

Massenschlägerei zwischen

Nationalsozialist*innen und

Sozialist*innen. Dort lernen

sich Annemarie und Johann

kennen und wir begleiten sie

durch harte Jahre, geprägt von

(Austro-)Faschismus und Krieg

bis ins Jahr 1945. Mieze Medusa

Andreas Pavlic:

Die Erinnerten

Edition Atelier,

224 S., € 22,00

Benjamin, Pierre und Nils,

drei Brüder um die 30, kehren

in das Sommerhaus ihrer Kindheit

zurück. Dort sollen sie

die Asche ihrer Mutter verstreuen

und, so deren Wunsch,

das tun, was die Familie nie tat

– miteinander reden. Denn vor

20 Jahren ging ein Riss durch

die Familie, die Brüder lebten

daraufhin „in einem Oberklassenhaushalt

unterhalb des

Existenzminimums.“ Elegant

komponiert Alex Schulmann

Die Überlebenden in zwei

Erzählsträngen, die kunstvoll

vor- und rückwärts auf sich und

das tragische Ende zu mäandern.

Andreas Hauser

Alex Schulman:

Die Überlebenden

dtv Verlag, 298 S., € 22,70

Was geschah an diesem Tag

wirklich, als ein Bankräuber in

eine Hausbesichtigung platzt

und in seiner Panik prompt alle

Anwesenden als Geisel nimmt?

Kapitel für Kapitel rollen wir

den Fall auf, werfen auch mal

einen Blick weit in die Vergangenheit

und fragen uns,

wie das alles zusammenpassen

kann. Mit viel Humor und

kleinen Weisheiten, die noch

lange im Gedächtnis bleiben,

verknüpft Backmann gekonnt

alle Handlungsstränge und

überrascht die Lesenden doch

immer wieder mit unerwarteten

Wendungen. Klaudia Grünfelder

Frederik Backmann:

Eine ganz dumme Idee

Goldmann Verlag,

464 S., € 20,60

Eine Silvesternacht in Wien.

Anna ist erst vor kurzem mit

Alex nach Wien gezogen.

Alex die Jugendliebe, Alex

mit dem sie Hochzeitsplänen

geschmiedet hatte, Alex der

einen Cut gebraucht hatte.

Davon, dass die Beziehung in

die Brüche gegangen ist, es wohl

keine Traumhochzeit geben

wird, darüber bewahrt Anna

Stillschweigen. Zwiebelhaut

um Zwiebelhaut seziert Sophia

Fritz die Hürden des Menschseins,

erschüttert wird die

drogendurchzechte Silvesterfeier

vom Erscheinen eines

ungebetenen Gastes. Ein

großartiges Kammerspiel!

Carmen Schwarz

Sophia Fritz:

Steine schmeißen

Kanon Verlag, 260 S., € 22,70

1944 als Befreier bejubelt, will

ihm, dem Schwarzen, sieben

Jahre später kaum jemand ein

Zimmer vermieten, so gelangt

er über Paris, Amsterdam und

München nach Bern, wo er sich

1953 niederlässt. Hier ist er,

sobald er das Haus verlässt, auf

die ihm verhasste Frage gefasst:

Warum bist du nach Bern gekommen?

Als Antwort darauf

schreibt Vincent O. Carter,

„the only negro“ in einer Stadt,

die weißer ist als irgendeine

amerikanische Stadt. Nach 50

Jahren erscheint es erstmals auf

Deutsch. Robert Renk

Vincent O. Carter:

Meine weisse Stadt und ich

Limmat Verlag,

440 S., € 29,90


Mit

tödlichen

Grüßen:

Helsinki 2020: Zwei erfolgreiche

Blogger sind spurlos

verschwunden. Kurz darauf

wird deren Tod in den sozialen

Medien gemeldet. Ein

geschmackloser PR-Gag? Als

eine junge Frau, gekleidet

wie ein Manga-Mädchen, am

Strand tot angespült wird, vermutet

die Kriminalpolizei einen

Zusammenhang. Jessica Niemi

übernimmt die Ermittlungen,

und kommt schon bald einem

skrupellosen Netzwerk auf die

Spur, das offenbar Mädchen an

Manga-Fetischisten vermittelt.

Für Sex – und zum Töten …

Max Seeck:

Teufelsnetz

Lübbe Verlag,

512 S., € 16,50

Die Queen ist not amused über

das Fehlen eines ihrer Lieblingsgemälde

und die Leiche, die am

Pool von Buckingham Palace

liegt … Die Tote war eine langjährige

Haushälterin. So setzt

die Queen wieder einmal ihre

kluge Assistentin Rozie und ihre

eigenen grauen Zellen ein. Als

sich herausstellt, dass im Hofstaat

seit längerer Zeit Drohbriefe

kursieren, nimmt der

Fall eine bedenkliche Wendung.

Und was geht eigentlich in

den geheimen Tunneln unter

Londons Königspalästen

vor …?

S. J. Bennett:

Die unhöfliche Tote

Knaur Verlag,

368 S., € 17,90

Ein Mann wird brutal erschlagen

aufgefunden, seine

Ehefrau ist verschwunden.

Martin Juncker, einer der besten

Ermittler Dänemarks, übernimmt

den Fall. Er leitet die

kleine Polizeistation und kümmert

sich noch um seinen dementen

Vater. Ein eher beschauliches

Leben. Junckers ehemalige

Kollegin Signe arbeitet noch

immer in Kopenhagen. Auf dem

Weihnachtsmarkt explodiert

eine Bombe. Signe ermittelt,

doch alle Spuren verlaufen im

Sand – bis ein anonymer Tipp

ihre schlimmsten Befürchtungen

wahr werden lässt.

Kim Faber & Janni Pedersen:

Winterland – Band 1

Blanvalet Verlag,

624 S., € 15,50

In London wird die Leiche

eines brutal ermordeten jungen

Mannes gefunden. Drei Frauen

geraten ins Visier der Ermittlungen.

Laura, die nach

einem One-Night-Stand mit

dem Opfer zuletzt am Tatort

gesehen wurde. Carla, die Tante

des Opfers. Und Miriam, die

als Erste auf die blutige Leiche

stieß. Drei Frauen mit unterschiedlichen

Beziehungen zum

Opfer. Die auf unterschiedliche

Weise Vergeltung suchen für das

ihnen angetane Unrecht. Wenn

es um Rache geht, sind selbst

gute Menschen zu schrecklichen

Taten fähig.

Paula Hawkins:

Wer das Feuer entfacht

Blanvalet Verlag,

416 S., € 20,60

Ein Toter im Dorf Prosecco

gibt Laurenti Rätsel auf. Der

Tatort: das Partisanen-Mahnmal

auf dem Karst. Der Commissario

ahnt, dass dieser Mord

mit der Zeit der Nazi-Besatzung

und den damaligen Kollaborateuren

zu tun haben muss und

dass es nicht bei einem Toten

bleiben wird. Steckt Rache

dahinter? Vielleicht helfen

die Erinnerungen der ältesten

Bürgerinnen und Bürger der

Stadt, um ein weiteres Opfer zu

verhindern. Denn sicher ist nur

eines – Triest ist eine Stadt, die

weder vergisst noch vergibt …

Veit Heinichen:

Entfernte Verwandte

Piper Verlag,

318 S., € 20,60

Wir dachten, wir hätten

noch Zeit. Jetzt bezahlen wir

den Preis. Der Klimawandel

beschleunigt sich unaufhaltsam.

In ganz Europa herrscht

Hungersnot. Um der wachsenden

Bedrohung etwas entgegenzusetzen,

beschließen die

Länder drastische Maßnahmen:

Landwirtschaftliche Betriebe

werden verstaatlicht, eine App

soll den CO2-Fußabdruck eines

jeden Bürgers kontrollieren.

Als die Geschwister Julian und

Leni des CO2-Betrugs angeklagt

werden, verlieren sie

ihre Existenzgrundlage – und

werden erbarmungslos gejagt.

Uwe Laub:

Dürre

Heyne Verlag,

464 S., € 15,50

68

Wagner’sche.

Der Autor Lunde, der an einem

Manuskript „Letzte Tage und

Tod eines Schriftstellers“ arbeitet,

fühlt sich bedroht. Nach

einer Lesung ist er plötzlich

spurlos verschwunden. Kurze

Zeit später wird die Lyrikerin

Maria Green vermisst. Auch

sie hinterlässt ein rätselhaftes

Schriftfragment. Die Polizei

tappt im Dunklen, bis auch der

Autor und Literaturkritiker

Jack Walde unauffindbar ist.

Was verband diese drei Schriftsteller?

Kommissar Barbarotti

fördert trotz erschwerter

Bedingungen Erstaunliches zu

Tage.

Håkan Nesser:

Schach unter dem Vulkan

btb Verlag, 432 S., € 22,70

Ein abgeschossener Kampfjet

über der Ostsee stürzt die Europäische

Union ins Chaos. Während

die NATO-Bündnispartner

streiten, planen zwei korrupte

Politiker, den ungeliebten deutschen

Kanzler loszuwerden.

Was sie nicht ahnen: Der Chef

der Bundeswehr hat längst alle

Fäden für einen Militärputsch

in der Hand, um die Schaltzentralen

der Macht an sich zu

reißen. Korruption, Machtmissbrauch

und ein militärischer

Staatsstreich in Berlin – völlig

ausgeschlossen! Oder doch

nicht?

Johann Palinkas:

Coup

Benevento Verlag,

400 S., € 22,00

Als Assistentin der Rechtsmedizin

ist die Londonerin

Cassie Raven schräge Blicke

gewöhnt. Cassie ist davon überzeugt,

dass sie ohne die Hilfe

von Mrs Edwards als Junkie

unter einer Brücke gelandet

wäre statt als Assistentin in

der Rechtsmedizin. Als Cassie

den Leichensack öffnet, steht

sie unter Schock, denn ihre

Mentorin Mrs Edwards, da ist

sie sich sicher, wurde ermordet.

Ihre einzige Chance ist die

unterkühlte DS Phyllida Flyte,

die Cassie wegen einer verschwundenen

Leiche auf dem

Kieker hat.

A. K. Turner:

Tote schweigen nie

Droemer Verlag,

400 S., € 15,40

München, 2020. Ulla ist eine

starke Frau, ihre Mutter Helga

verließ sie als Neunjährige.

Warum? Helga ist der dunkle

Fleck auf Ullas innerer Landkarte.

Erst als das Leben sie

auf den Moarhof am Chiemsee

zurückführt, entdeckt sie, dass

dort Antworten auf sie warten.

Moosleitn am Chiemsee, 1975.

Helga lebt in einer Kommune

auf einem Bauernhof. Als

Künstlerin ist sie für ihre düsteren

Werke bekannt, deren wahre

Bedeutung sich niemandem

erschließen. Denn nur sie weiß,

welche Erinnerungen sie quälen.

Ellen Sandberg:

Das Geheimnis

Penguin Verlag,

432 S., € 19,40

Musik ist ihr Leben. 15 Songs

entscheiden, wie lange es noch

dauert. Vor einem Monat verschwand

die 15-jährige Feline

Jagow spurlos auf dem Weg zur

Schule. Privatermittler Alexander

Zorbach stößt auf einen

Musikdienst im Internet, über

den Feline immer ihre Lieblingssongs

hörte. Vor wenigen

Tagen wurde die Playlist

verändert. Sendet Feline mit

der Auswahl der Songs einen

versteckten Hinweis? Fieberhaft

versucht Zorbach das Rätsel der

Playlist zu entschlüsseln. Ein

gnadenloser Wettlauf gegen die

Zeit …

Sebastian Fitzek:

Playlist

Droemer Verlag,

400 S., € 23,70

Pori, Finnland. An einem

stürmischen Herbsttag wird

ein sturzbetrunkener Mann

mit mehreren Messerstichen in

einem Holzhaus ermordet. Ein

typisch finnischer Mord – so

der lakonische Kommentar

der hinzugerufenen Kommissare.

Der Fall scheint zunächst

schnell gelöst: Im nahe gelegenen

Wald wird noch am

gleichen Abend ein verdächtiger

Mann festgenommen. Doch

für den Ermittler Jari Paloviita

entpuppt sich der Mord als

schwierigster Fall seines Lebens.

Der Verdächtige war in der

Jugend sein allerbester Freund.

Und Jari Paloviita verdankt ihm

sein Leben.

Arttu Tuominen:

Was wir verschweigen

Lübbe Verlag, 415 S., € 16,50


Wir wollen Bücher machen,

die dich umhauen.

Im guten Sinne natürlich. Bücher für Menschen,

die Lust darauf haben, etwas Neues auszuprobieren.

5 Fragen an die Backbuch-

Autorin Christina Bauer

Von Anita Winkler

Hi! Wir sind der Löwenzahn Verlag und freuen

uns riesig, dir ein bisschen was über uns zu

erzählen. Du findest uns nur wenige Schritte

von der Wagner’schen Buchhandlung entfernt,

und das schon ziemlich lange. Unseren Verlag

gibt es seit den 80er Jahren. Seit damals

haben wir so einiges ausprobiert und uns

immer wieder verändert. Heute publizieren

wir Ratgeber und erzählende Sachbücher, die

sich mit den Themen rund um ein nachhaltiges

Leben beschäftigen.

Nachhaltigkeit, das klingt wie ein Schlagwort,

das man zu oft gehört und das des-

Buchtipps:

Marcel Kruse; Geru Pulsinger:

Magic Fermentation

Löwenzahn Verlag

304 S., € 30,50

halb an Bedeutung verloren hat. Aber es ist

auch ein Wort, das den Kern des Löwenzahn

Verlags sehr genau trifft. Wir möchten

mit unseren Büchern Fragen und Themen

aufgreifen, die die Gesellschaft bewegen.

Wie sieht unsere Zukunft aus? Können wir

mit einer Permakultur-Agrarwende die

Klimakrise stoppen? Reichen Mut und Fantasie

aus, um die Welt zu verändern? Wie

können wir als einzelne Menschen einen

Beitrag leisten, aber auch: Wer muss wirklich

in Verantwortung genommen werden,

abseits dessen, was wir im Kleinen bewirken

können? Gleichzeitig wollen wir vermitteln,

Jonas Gampe:

Letzter Ausweg: Permakultur.

Löwenzahn Verlag

240 S., € 27,50

© Daniel Zangerl

Annemarie Miesbauer:

Wenn die Verpackungshüllen

fallen

Löwenzahn Verlag

208 S., € 23,50

wie viel Spaß es macht, das eigene Brot zu

backen, die Hände in die Erde zu stecken, in

selbst angebaute Radieschen oder Tomaten

zu beißen, das eigene Saatgut zu ernten, die

Regale der Vorratskammer zum Wackeln

zu bringen … Denn: das alles gehört zusammen.

Wir wollen Geschichten erzählen,

die zum Nachdenken anregen, und gleichzeitig

auch zum Anpacken motivieren. Wir

wollen mit unseren Büchern Ideen Leben

einhauchen, Inspiration geben, an die Hand

nehmen – dort, wo es Sinn macht. Was uns

dabei wichtig ist: dass wir uns selbst nicht

zu ernst nehmen, fundiertes Wissen mitgeben,

unsere Leser*innen aber auch zum

Schmunzeln bringen. Wir wollen besondere

Buchmomente bescheren. Und wir möchten

unseren Leser*innen das Thema Nachhaltigkeit

nicht nur näherbringen, sondern

selbst etwas dafür tun. Seit Herbst 2019

werden Löwenzahn-Bücher deshalb auf

höchstem ökologischem Standard gedruckt,

ausschließlich mit Substanzen, die wieder

in den biologischen Kreislauf rückgeführt

werden können. Cradle to Cradle TM -zertifiziert,

klimapositiv, auf Papier, das nachhaltig

produziert wurde und ohne Plastikfolie,

die das persönliche Lieblingsbuch

unnötig einhüllt. Für unsere Umwelt und

unsere Zukunft.

Rob Hopkins:

Stell dir vor …

Löwenzahn Verlag

288 S., € 23,50

Liebe Christina, auch dein neues

Buch Weihnachten mit Christina

löst wieder Begeisterungsstürme

aus. Seit wann bist eigentlich du der

Backleidenschaft verfallen?

Bereits seit meiner Jugend liebe ich es,

Kekse und Kuchen zu backen! Ein bisschen

später habe ich auch das Brotbacken für

mich entdeckt, weil ich unseren Gästen am

Bauernhof etwas Besonderes anbieten wollte.

Seitdem ist es total um mich geschehen.

Selbst zu backen macht mir einfach wahnsinnig

viel Freude und ich bin überzeugt,

dass sich Backen mit den richtigen Rezepten

wunderbar in jeden Alltag integrieren lässt.

Was ist dir beim Backen

besonders wichtig?

Natürlich ist ein bisschen Vorbereitung

wichtig und ich lege großen Wert auf beste

Zutaten, am liebsten regional und biologisch.

Ich achte ganz genau darauf, woher

die Produkte stammen, die ich verwende.

Neben einer Hand voll guter Zutaten

braucht es zum Backen auch immer ein

bisschen Zubehör, mein Motto: lieber weniger,

aber dafür in guter Qualität. Und eine

große Portion Liebe darf niemals fehlen.

Was ist für dich an

Weihnachten so besonders?

Weihnachten bedeutet für mich, bewusst

zur Ruhe zu kommen, mir Zeit zu nehmen.

Und diese Zeit gehört meiner Familie.

Während ich gemütlich auf dem Sofa sitze,

lasse ich das Jahr Revue passieren und bin

dankbar für all die schönen Erlebnisse und

Begegnungen, die mich inspiriert haben.

Dieses Nachdenken weckt wiederum viele

neue kreative Ideen, mit denen ich dann ins

neue Jahr gehe. Dann schließe ich manchmal

einfach die Augen und genieße den

unglaublichen Duft der Köstlichkeiten, die

ich gerade aus dem Ofen geholt habe.

Auf welche Rezepte dürfen wir

uns in deinem neuen Buch freuen?

Neben meinen liebsten Keksrezepten habe

ich auch unzählige Ideen für weihnachtliche

Kuchen und Torten, für Hefeteignikoläuse

und Sterntartelettes, für Früchtebrote und

Stollen hineingepackt: einfach himmlisch

zum Kaffee und als Snack bei Ausflügen

im Schnee. Zu Weihnachten beschenke ich

meine Lieben besonders gern mit kleinen

© Nadja Hudovernik

Köstlichkeiten. Deshalb gibt es Rezepte für

Schokofrüchte, Zimt-Minis und selbst gemachten

Eierlikör obendrauf. Und weil ich

neben Keksen auch kleine Überraschungsgeschenke

gerne selbst mache, finden sich

zwischendurch immer wieder meine Bastelund

Dekotipps.

Was ist deine liebste

Weihnachtstradition?

Kurz vor Weihnachten brechen wir in unseren

tief verschneiten Wald auf, um die schönste

Fichte für den Weihnachtsbaum nach Hause

zu holen. Das bedeutet: Zeit zum Durchatmen,

für kribbelnde Vorfreude im Bauch

und die erste Schneeballschlacht!

Christina Bauer ist nicht nur leidenschaftliche Bäckerin,

sondern auch Bäuerin und Unternehmerin. Mit ihrer Familie

lebt sie in einem kleinen malerischen Dorf im Salzburger

Lungau. Mit ihren Rezepten, Büchern und Backkursen hat

sie bereits die Herzen von tausenden Backfans erobert.

Buchtipp:

Christina Bauer:

Weihnachten mit Christina

Löwenzahn Verlag

240 S., € 27,50


Die Frankfurter Buchmesse

öffnet wieder die Pforten

und damit gibt es wieder viel zu diskutieren

über die diversen Buchpreise … von Robert Renk

Dieses Jahr soll sie wieder stattfinden, die

größte Buchmesse der Welt. Ok, nicht so

groß, wie sie es schon war, einige Verlage

aus Übersee werden nicht anreisen. So wie

einige Autor*innen des heurigen Gastlandes

Kanada, das auch schon letztes Jahr

Gastland war. Und letztes Jahr gab die

großartige Doris Eibl in diesem Heft einen

fundierten Überblick über das, was gerade

abgeht in der kanadischen Literatur. Können

wir uns also diesmal sparen.

Worüber schreiben wir dann? Zum Beispiel

über den Deutschen Buchpreis (DBP),

der im Rahmen der Buchmesse verliehen

wird. Oder über den Österreichischen Buchpreis

(ÖBP), der im November während

der Buch Wien überreicht wird. Und die

Schweizer, haben die auch einen Buchpreis?

Ja, haben sie. Und zwar seit 2008

(SBP). Das haben sie zwar nicht erfunden

(der Deutsche Buchpreis wird seit 2005

vergeben), aber sie sind deutlich früher

dran, als wir in Österreich. Die auffälligsten

Unterschiede: Während beim DPB auch

Österreicher*innen und Schweizer*innen

gewinnen können, legen es die Schweiz und

Österreich eher national an. Das Schöne am

ÖBP ist wiederum, dass es hier auch einen

© Fernando Baptista

Debütpreis gibt. Das Gemeinsame? Überall

gibt es eine mehrköpfige und überregionale

Jury und überall wird über deren Long- und

Shortlists gestritten und diskutiert.

Buchpreise sorgen immer

für Diskussion, das gehört

dazu – oder?

Warum das so sein muss und was die

größten Überraschungen – sowohl positiv,

wie negativ – waren, dazu habe ich einige

Kolleg*innen befragt:

Katja Gasser hält das Getuschel und Geschimpfe

nach der Veröffentlichung der Listen

für „Folklore! Es gehört einfach dazu,

aber ich halte mich da raus, denn es gibt

dort jeweils eine Jury und die Leute dort

werden ja nicht umsonst dafür nominiert.“

Sie plädiert stark dafür, den neuen Roman

von Alois Hotschnig zu lesen und meint:

„der Text zeichnet sich durch ungeheure

formale wie inhaltliche Präzision aus:

Sprachkritik, Autoreflexivität, hohe Erzählkunst

und gesellschaftspolitische Brisanz

greifen hier so ineinander, dass man lesend

ins Denken und Empfinden stürzt.“

In das selbe, gewohnt gelassene Horn

bläst Rotraut Schöberl, die Buchhändlerin

der Nation. „In erster Linie bin ich einmal

froh, dass es die Preise gibt. Und natürlich

vermisse ich bei jedem Preis „meine“ Lieblingsbücher

und erlebe, seit Jahrzehnten, bei

fast jedem Preis auch die Debatten: „Wieso

ist die / der nicht dabei, das war doch mein

Buch des Jahres!“. Für mich gehört das

zum Preisverleihen einfach dazu. Natür-

lich habe ich heuer Michael Köhlmeiers

Matou vermisst, aber auch Eva Menasse

mit Dunkelblum und Junischnee von Ljuba

Arnautovic… und und und …“. Junischnee

(Zsolnay) empfiehlt sie auch abseits des

Listengetöses und auch den Vorgänger Im

Verborgenen (Picus). „Beides sind unglaubliche

(wahre) Begebenheiten, erlebte

Geschichte als fesselnde Familiengeschichte,

großartig und unsentimental erzählt.“

Wichtige Autor*innen vermisst Nicola

Steiner vom SFR auf den Listen, vor allem

auf der zum Schweizer Buchpreis. Dort hat

der bekannte Schweizer Autor Christian

Kracht bekanntlich seine Nominierung

zurück gezogen. „Das hätte er sich eigentlich

auch vor der Einreichung überlegen

können“ meint Nicola Steiner. So bleibt der

Fokus auf vier Autor*innen, die – vor allem

im Ausland – noch nicht so bekannt sind.

„Es gibt also etwas zu entdecken. Unter

den vier Nominierten finden sich auch zwei

Debütant*innen. Ich finde die Idee des

Österreichischen Buchpreises, einen eigenen

Preis für das beste Debüt zu verleihen, sehr

gut und äußerst überlegenswert auch für die

Schweiz.“

„Ein Debütpreis ist überlegenswert

– auch für die

Schweiz“ – Nicola Steiner

Sie vermisst auf der Schweizer Liste vor

allem Dana Grigorcea, die es mit Die nicht

sterben (Penguin) ja auf die Longliste des

DBP geschafft hat. Abseits jeglicher Listen

schwärmt sie vom neuen Essayband von

Helen Macdonald, der 41 Essays mit Gedanken

über den Menschen und die Natur

bietet. „Man bekommt tatsächlich einen

ganz anderen, persönlichen Zugang zur

Natur. Es ist ein Buch, das man immer

wieder zur Hand nehmen kann, vielleicht

sogar besser, als es in einem durch zu lesen.

Eine große Empfehlung!“

Für den Schweizer Literaturveranstalter

Hans Ruprecht, der seine Festivals in

Leukerbad, Berlin und Odessa betreut, ist

es vor allem unverständlich, dass Eva Menasse

nirgends auftaucht. „Ein so wichtiger

Roman, gerade für Österreich!“. Zu den

Diskussionen rund um die Listen meint er,

dass „die Jurys natürlich von Jahr zu Jahr

ein unterschiedliches Niveau haben. Oft

geht es mehr um Glück, als um Literatur.

Und anspruchsvolle Bücher haben es besonders

schwer. Das sah man letztes Jahr

in der Schweiz, als Dorothee Elmiger leider

den Preis nicht bekam.“ Mehr Vertrauen

der Jury auf die Leser*innen und mehr

anspruchsvolle Bücher wünscht sich Herr

Ruprecht also, recht hat er. Sein Tipp Die

Anomalie (Rowohlt) von Hervé Le Tellier.

„Ich habe ihn auch in Berlin gehört, ein

toller Autor mit sehr viel Humor. Ich habe

ihn sofort nach Leukerbad eingeladen.“

Carsten Otte, Österreichexperte und

Literaturkritiker beim SWR meint: „Für

mich sind Monika Helfer in Österreich

und Norbert Gstrein in Deutschland die

Favoriten, die ich beide sehr schätze. Helfer

ist eine Wahrheitssucherin, sie rekonstruiert

nicht nur die Geschichte ihres Vaters,

sondern ist einem Epochenproblem auf der

Spur, nämlich der Egomanie von Männern,

die der Krieg zu Krüppeln machte und die

ihre Rücksichtslosigkeit mit Verweis auf ihr

eigenes Leid entschuldigen. Helfer schafft

es, die Geschichte ihres Vaters angemessen

zu verdichten. Sie nutzt Leerstellen als

Spannungsmomente und stellt Fragen, die

uns alle angehen. Gstreins Kunst besteht

weniger in der Rekonstruktion einer Biografie,

sondern vielmehr in einer kunstvollen

Sprache, die vor allem auf poetische

Weise eine große Distanz zur dörflichen

Herkunft ihres Schöpfers ausdrückt. Die

größte Überraschung war in diesem Jahr

für mich aber bislang der zweite Roman

von Raphaela Edelbauer, den ich gerne

empfehlen möchte.“

Zwei Verlage –

zweimal nominiert

Tanja Raich, die neue Programmleiterin

bei Leykam, freut sich natürlich, dass es

mit Zu den Elefanten von Peter Karoshi

einer ihrer Titel auf die Longlist des DBP

geschafft hat. Sie hatte letztes Jahr – noch

bei Kremayr & Scheriau – mit Nicht wie

ihr für die Überraschung auf der Shortlist

gesorgt. Tonio Schachingers Fußballerroman,

der so viel mehr ist, hatte nicht,

seine Bekanntheit in Deutschland dadurch

aber sehr gewonnen. Sie findet es schön,

dass Monika Helfer auf beiden Listen zu

finden ist, freut sich aber auch über Thomas

Kunst, den großen Lyriker, der mit seinem

Roman Zandschower Kliniken (Suhrkamp)

noch im Rennen ist. Überraschend für sie

sind die nominierten Verlage beim ÖBP, vor

allem beim Debütpreis. „edition.fotoTA-

PETA (nominiert mit Revolver Christi von

Anna Albinus, Anm.) – noch nie gehört.

Das finde ich echt spannend!“ Ich gebe ihr

in beidem recht. Ihr persönlicher Tipp, den

sie durchaus auch gerne auf der Liste zum

DBP gesehen hätte: Hengameh Yaghoobifarah:

Ministerium der Träume (Blumenbar).

Auch hier gebe ich ihr recht und

wünsche ihr noch alles gute bei Leykam, ein

Verlag, der – auch Dank ihr – jetzt gerade

so richtig Fahrt aufnimmt.

„Enttäuschend so wenig Independence

Verlage beim DBP“, klagt auch Carmen

Schwarz, Chefin der Buchhandlung Stierle

in Salzburg. Da findet sie die Liste des

Österreichischen Buchpreises ausgewogener

und gibt – konsequent wie sie ist – gleich

einen Buchtipp ab, der dem neu gegründeten

Kanon-Verlag gewidmet ist: Katharina

Volckmers Der Termin. Und mein

persönlicher Tipp? Kommen Sie vorbei,

ich hab da was für Sie …

Buchtipps:

Hengameh Yaghoobifarah:

Ministerium der Träume

Blumenbar Verlag

384 S., € 22,00

Helen Macdonald:

Abendflüge

Hanser Verlag

352 S., € 24,70

Alois Hotschnig:

Der Silberfuchs meiner Mutter

Kiepenheuer & Witsch Verlag

224 S., € 20,00

Hervé Le Tellier:

Die Anomalie

Rowohlt Verlag

352 S., € 22,70

Ljuba Arnautovic:

Junischnee

Zsolnay Verlag

192 S., € 22,70

Raphaela Edelbauer:

Dave

Klett-Cotta Verlag

432 S., € 25,70

Katharina Volckmer:

Der Termin

Kanon Verlag

128 S., € 20,50

Und mein

persönlicher

Tipp?

Kommen Sie vorbei,

ich hab da was

für Sie …


Dienstags bei Wolfgang …

bin dann mal weg, aber nicht ganz …

Autorinnen und Autoren

dieser Ausgabe

Grafic Novel über den Senegal

mit Präsentation im WEI SRAUM

Buchpräsentation:

Partick Bonato:

Toubab im Senegal

Luftschacht Verlag,

104 S., € 24,00

15. Oktober 2021, um 18:00 Uhr

WEI SRAUM, Andreas-Hofer-

Straße 27 – 6020 Innsbruck

Infos unter: www.weissraum.at

© Fotowerk Aichner

© Nicolas Hafele

Wolfgang Finger ist ein – nein, er ist hierzulande

DER Experte, was Wander- und

Reiseliteratur betrifft. Er kann dir sagen,

welche Karte die Beste ist, wenn du den

Lago d’Iseo umrunden willst (ist übrigens

die Kompasskarte Nr. 106), oder welches

Buch du dabei haben solltest, wenn du auf

Malta und Gozo Bergwanderungen unternehmen

willst (das wäre dann der Rother

Wanderführer Malta & Gozo). Selbst Segelkarten

ums Kaphorn besorgt er.

Wo du sein möchtest, Wolfgang Finger

hat die Karte dazu.

Seit 1. Oktober 2021 kann er auch –

mit einem gelassen-sanften Lächeln auf

den Lippen – sagen, wo er ist: in Pension!

Wir freuen uns für ihn. Nur DIENSTAGS

…, Dienstags ist er nach wie vor in der

Wagner’schen zu finden! Wir freuen uns

für uns & Sie!

Patrick Bonato (*1983) lebte bis zu deren

Abriss in einer Pastafabrik im schweizerischen

Luzern. Dann begab er sich

zusammen mit seiner Partnerin auf eine

einjährige Zeichenreise, die ihn in die Artist

Residence „Waaw“ in St. Louis du Senegal

führte. Wahrscheinlich war es der unmittelbare

Sprung von der Schweizer in die senegalesische

Realität, die Patrick zur Arbeit

an Toubab motivierte und bis heute nicht

losgelassen hat. Nach schwerem Abschied

vom Senegal folgten Residence-Aufenthalte

bei dem Comickünstler Frank Santoro in

Pittsburgh, USA und der Ceiba Grafica in

Coatepec, Mexiko. Seit dieser Reise lebt

Patrick mit seiner Familie in Innsbruck und

arbeitet als freischaffender Illustrator und

Comiczeichner. Patrick Bonato hat Grafik-

Design an der Universität für Angewandte

Kunst in Wien und Illustration Fiction an

der Hochschule Design & Kunst Luzern

studiert. Seine Diplomarbeit Das bunte

Buch verhaltensgestörter Tiere ist 2012 bei

Luftschacht erschienen. 2018 erhielt er den

„Preis für das beste Szenario“ am Comicfestival

Fumetto und 2019 wurde ihm der

Förderpreis für zeitgenössische Kunst des

Landes Tirol zuerkannt.

Bücher seit 1639

Christina Alexandridis, geboren und aufgewachsen in Heidelberg,

absolvierte das Studium der Theaterwissenschaft und

Romanistik an den Universitäten in Erlangen und Berlin.

Mit Johannes Reitmeier wechselte sie als Chefdramaturgin

an das Pfalztheater Kaiserslautern. Seit der Spielzeit 2012/13

ist sie in gleicher Position am Tiroler Landestheater tätig.

Seit der Spielzeit 2020.21 Schauspielchefin.

Nadja Bucher, studierte in Wien und Sussex Germanistik und

Kunstgeschichte. Seit 2004 ist sie als Slam-Poetin tätig und

war von 2007 bis 2012 gemeinsam mit Doris Mitterbacher

alias Mieze Medusa und Markus Köhle alias Markus Köhle

Teil der Wiener Lesebühne Dogma Chronik Arschtritt.

Ágnes Czingulszki, 1987 geboren in Baja (Südungarn), lebt –

nach einigen Stationen in Europa – nun als Journalistin und

Autorin in Innsbruck. U.a. ich dachte an siracusa (ed. Exil)

Doris G. Eibl ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin am

Institut für Romanistik der Universität Innsbruck und freischaffende

Übersetzerin.

Martin Fritz, *1982, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft

und Deutsche Philologie in Innsbruck, hört sich in seiner

Freizeit gerne DJ Patex’ Coverversion des Songs I Wish

I Was Him an. War Teil der 1. Innsbrucker Lesebühne Text

ohne Reiter, ist Teil der Innsbrucker Lesebühne FHK5K.

Joseph Frontull, geboren und aufgewachsen mit Blick auf die

Dolomiten und der Autobahn im Ohr, fuhr nie zur See – aber

träumt davon. Gelegenheits- und gelegentliche Auftragsschreiber.

Eva Maria Gintsberg, Schauspielerin & Autorin. Ihre literarischen

Arbeiten umfassen Lyrik, Prosa und Drama. Die

erste, 2020 erschienene Erzählung Die Reise wurde von der

Kritik mit Bewunderung aufgenommen. Vor kurzem ist der

Debütroman Herr Klein in der edition himmel erschienen.

www.gintsberg.at

Klaudia Grünfelder ist leidenschaftliche Buchhändlerin und

hat immer Lesestoff in der Tasche. Seit April 2021 verstärkt

sie das Team der Buchhandlung Leporello in Wien, die nun

ebenfalls unter der Wagner’schen Flagge segelt.

Susanne Gurschler, ist seit fast 20 Jahren als freie Journalistin

und Autorin in Innsbruck tätig. Ihre Spezialität sind Kunst

und Kultur, Regionalgeschichte und Architektur, Tourismus

und Kulinarik. Die Germanistin schreibt Beiträge für

Magazine, für Sammelbände, Jahrbücher und Kataloge. U.a.

erschienen: 111 Orte in Tirol, die man gesehen haben muss,

111 Orte in Innsbruck, die man gesehen haben muss und 111

Orte in Osttirol, die man gesehen haben muss (alle Emons)

www.susannegurschler.at

Andreas Hauser, *1969, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft

und Germanistik in Innsbruck, arbeitet seit

mehr als 20 Jahren journalistisch mit den Schwerpunkten

Wissenschaft, Forschung & Wirtschaft und geht prinzipiell

nicht ohne Buch außer Haus..

Lena Kripahle-Wiek, Buchhändlerin in der Wagner’schen seit

2015 und begeisterte Krimi- und mittlerweile auch Kinderbuch

Leserin. Aber eigentlich begeistert von jeglicher Form

von Druckerschwärze. Zu finden in der Literaturabteilung,

wo sie den Krimis und der Reiseabteilung neue Spannung

verleiht.

75

Mieze Medusa, ist Pionierin der österreichischen Poetryslamszene.

Sie steht als Rapperin und Spoken Word Performerin

seit 2002 auf internationalen Bühnen. Vor kurzem

erschien ihr dritter Roman Du bist dran bei Residenz. Den

hatte sie auch im Gepäck, als sie im September (im Rahmen

des Prosafestivals) in der Wagner’schen gelesen hat.

Armin Moser, Lehrer an der HTL Anichstraße, gründete die

Tiroler Schachschule und liebt das Damengambit.

Linda Müller, hat in Innsbruck Germanistik studiert und

ist seit 2011 im Haymon Verlag tätig. Als Lektorin hat sie

sowohl Kriminalromane und literarische Werke im Haymon

Verlag als auch Kochbücher und Gartentitel aus dem Löwenzahn

Verlag betreut. Seit Anbeginn ist sie bei Haymon auch

für die Organisation des Krimifestes hauptverantwortlich.

Maria Neumayr, geboren 1994, studierte Germanistik

und Anglistik in Innsbruck. Liebt Bücher so lange sie sich

zurückerinnern kann und ist, wenn sie nicht gerade liest, als

Abteilungsleiterin in der Kinderbuch- und Ratgeberabteilung

der Wagner’schen zu finden.

Carsten Otte, geboren 1972 in Bad Godesberg, studierte

Philosophie in Berlin, schreibt seit Anfang 1990er Jahre fürs

Feuilleton, veröffentlichte unterschiedliche Bücher und lebt

heute als Literaturkritiker und Radiomoderator in Baden-

Baden.

Markus Renk, seit 37 Jahren in der Buchbranche. Fachgruppen-Obmann

der Buch- und Medienwirtschaft Tirol

und seit Oktober 2015 neuer Chef der Wagner’schen.

Robert Renk, Buchhändler und Kulturveranstalter. Sortimentsleiter

in der Wagner’schen. Gibt das Wagner-Magazin

heraus.

Kathrin Resetarits wurde 1973 in Wien geboren, ist in Bisamberg

(NÖ) aufgewachsen und lebt heute in Wien. Von 1991–

1994 studierte sie Theaterwissenschaft und Philosophie an

der Universität Wien, von 1994 – 2002 Regie an der Universität

für Musik u. darstellende Kunst – Filmakademie

Wien. Sie arbeitet als Autorin, Dramaturgin, Regisseurin,

Schauspielerin und künstlerische Assistentin. Seit 1999 ist

sie als Autorin und Regisseurin der Kabarettprogramme

von Lukas Resetarits tätig. Bei Michael Hanekes Filmen

Die Klavierspielerin, Wolfzeit, Caché, Funny Games US,

Das weiße Band und Amour übernahm sie die künstlerische

Assistenz. Kathrin Resetarits ist seit 2011 Dozentin in der

Klasse Drehbuch an der Filmakademie Wien und seit 2012

Gastdozentin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie

(DFFB)/Berlin und war 2020 Gast bei den 43. Innsbrucker

Wochenendgesprächen zum Thema „Literatur und Film“.

Florian Josef Rinderer, geboren in einem seitentalverzweigtem

Seitental, hat Berge gegen Berge getauscht, um

in Innsbruck zu leben. Schreibt nur seriöseste Kürzestbiographien.

Erwin Riedesser, hat in Bregenz seine Buchhändlerlehre

gemacht. In Wien hat der sich dann dem Buchhandel ganz

verschrieben. Mit Rotraut Schöberl gründete er Leporello,

die Buchhandlung. Beide führten erfolgreich die Sortimente

der Liechtensteinstrasse, der Singerstrasse und im Burgtheater.

Die Leporello Buchhandlungen wechselten heuer zur

Medici GesmbH des Markus Renk, in dessen Team Erwin

Riedesser nun als Koordinator der Wiener Buchhandlungen

von Medici arbeitet.

Andrea Scheiber, seit 1992 in der Wagner’schen Buchhandlung.

Betreut Krimi, Frauenliteratur und steckt hinter

den Blind Date’s. Wenn sie nicht gerade liest, ist sie in der

Natur oder beim Handarbeiten.

Leonie Schiessendoppler, geboren 1993 in Innsbruck, studierte

Philosophie und Soziologie, liebt Bücher, Musik und

Irland. Möchte eigentlich nur Bücher lesen und hat deswegen

eine Ausbildung zur Lektorin beim Passagen Verlag gemacht.

Arbeitete in der Wagner’schen Buchhandlung und ist

nun als Korrekturleserin mit der Wagnerschen verbunden.

David Schranz, geboren 1994, befindet sich seit nunmehr

schon zwei Jahre in der Ausbildung zum Buchhändler und

hat so seine Leidenschaft zum geschrieben Wort wiederentdeckt.

Wenn er sich nicht gerade Zuhause in den Tälern der

deutschen und englischen Literaturlandschaft verliert, ist

dieser junge Mann in der Belletristikabteilung der Wagner’-

schen zu finden.

Carmen Schwarz, geboren und aufgewachsen in Salzburg.

Hat schon von klein auf eine große Liebe zum geschriebenen

Wort und packenden Geschichten. Sie liebt den Austausch

der Branche und das sich immer neu erfinden. Seit 2017

Jahren bei Bücher Stierle, wo jeder Lesetipp handverlesen

und die Begeisterung erlebbar wird.

Gerlinde Tamerl, geboren 1978, ist stellvertretende Geschäftsführerin

der Wagner’schen Buchhandlung. Die

promovierte Kunsthistorikerin ist u.a. Gastdozentin an der

Universität Innsbruck, Jurorin der ORF-Bestenliste und als

freie Literaturkritikerin tätig.

Jenni Zeller, (geb. 1993) war bis Herbst 2020 Teil des

Wagner’sche-Teams. Sie studiert im Master Konferenzdolmetschen

sowie Philosophie und engagiert sich mitunter

beim Club Alpbach Tirol. Derzeit ist sie als Übersetzerin

und Dolmetscherin beim französischen Außenministerium in

Paris tätig. Zu Jennis literarischen Lieblingen zählen Mareike

Fallwickl, Antoine de Saint-Exupéry, Hannah Arendt,

George Orwell und Robert Frost.


Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Museumstraße 4

6020 Innsbruck

T. +43 512 59505 0

office@wagnersche.at

www.wagnersche.at

Wagner’sche Altstadt

Herzog-Friedrich-Straße 22, A-6020 Innsbruck, +43 512 59505 90

Bücher Stierle Salzburg

Kaigasse 1 / Mozartplatz, 5020 Salzburg, +43 662 840114

office@buecher-stierle.at, www.buecher-stierle.at

Stierle Kelten-Buchhandlung

Sigmund-Thun-Straße 9, 5400 Hallein +43 6245 82761

office@keltenbuchhandlung.at, www.keltenbuchhandlung.at

Leporello die Buchhandlung

Singerstraße 7, A-1010 Wien, +43 1 9611500

service@leporello.at

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