Buntes Ottakring - Ottakring schreibt Geschichte

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Buntes Ottakring - Ottakring schreibt Geschichte

Buntes

Ottakring

Wissenswertes, Kurioses und Nebensächliches

aus dem lebens- und liebenswerten 16. Hieb.

Präsentiert von Christian Oxonitsch.


Sie leben in Ottakring.

Das freut mich als geborenen

und leidenschaftlichen

Ottakringer natürlich.

Sicher, Sie kennen unseren

schönen Bezirk. Aber es

gibt immer wieder Neues

zu entdecken. Diese kleine

Broschüre enthält eine

bunte Sammlung an

Wissenswertem und

liebenswert Nebensächlichem

über unseren

16. Bezirk. G’schichterln

zu den Bewohnern, zur

Vergangenheit, Gegenwart

und Zukunft. Ich wünsche

Ihnen viel Freude bei

einem gedanklichen

Spaziergang durch unser

buntes Ottakring.

Ein buntes

Sammelsurium aus

Wissenswertem und

Nebensächlichem.

Herzlich willkommen

zu einer kleinen Reise

durch unser Ottakring.

Ihr Christian Oxonitsch

SPÖ-Bezirksparteivorsitzender und

SPÖ-Klubvorsitzender im Wiener Gemeinderat

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4 1

Wir Ottakringerinnen und Ottakringer sind ein

ganz besonderer Menschenschlag. 16 Frauen

und Männer, allesamt waschechte Ottakringer,

die weit über die Grenzen Wiens hinaus bekannt sind.

Arik Brauer

(Maler des

Fantastischen

Realismus)

Wilhelmine

Montleart

(Mäzenin,

nach der das

Schloss Wilhelminenberg,

die

Wilhelminenstraße

und das

Wilhelminenspital

benannt

wurden)

Muhammad

Akagündüz

(Profifußballer)

Maly Nagl

(Wienerlied-

Sängerin)

Alfons Petzold

(Arbeiterdichter)

Horst Chmela

(Wienerlied-

Komponist)


Ludwig Gruber

(Komponierte

„Mei Muatterl

war a

Weanarin“)

Josef und

Johann

Schrammel

(Wienerlied-

Legenden)

Michael Häupl

(Bürgermeister)

Karl Hodina

(Wienerlied-

Komponist)

Albert

Sever (Erster

demokratisch

legitimierter

LandeshauptmannNiederösterreichs)

Josef Weidinger

(Box-

Europameister)

Josef

Weinheber

(Literat)

Trude Mally

(Dudlerin mit

Karl Nagl im

„Nagl-Stüberl“)

Josef („Pepi“)

Uridil (Rapid-

Legende)

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1 6

Was Memphis/Tennessee für den

Rock & Roll, ist Ottakring für das

Wienerlied. 16 Beispiele für den

meistbesungenen Wiener Bezirk

„In Ottakring draußt,

in an uralten Haus,

im Hof in der Speckbachergass’n,

is g’lahnt ganz verstaubt,

seiner Zierde beraubt,

a Herrgott aus Sta so verlass’n …“

(„Da Herrgott aus Sta“

von Karl Hodina)






Der Ottakringer Stadl-Voda (Horst Chmela)

Alt-Ottakringer Hauermarsch (Die Wienerwald-Schrammeln)

Zwa aus Ottakring (Duo Sobotka)

Mei Muatterl is aus Liachtental (Eva Oskera)

Hamweh nach Alt-Ottakring (Duo Wirtl/Schöppich)

D’ Sandleitner Buam (Rudi Koschelu Trio)

In St. Ottakring (Duo Schönegger/Jakobi)

Draußt in Ottakring in an Wirtshausgarten (Die Hernalser Buam)

Ottakringer Reminiszenzen – Erst wann’s aus wird sein

(Die Wiener Vorstadtbuam)

I geh von Ottakring net fort (Walter Heider)

Alt-Ottakring (Duo Czapek)

In Ottakring (Franz Zimmer)

Der g’schupfte Ferdl (Helmut Qualtinger)

The Pickel King from Ottakring (EAV)

Ottakringer Hunzviech (Alkbottle)



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D‘ Musi, einst und heute

„WIR SIND JUNG, DIE WELT IST OFFEN“. Die Melodie zum offiziellen

Kinderfreunde-Lied komponierte 1915 ein echter Ottakringer. Heinrich Schoof war

Chorleiter und wohnte in der Thaliastraße 110.

AUCH DIE „REBLAUS“ IST EINE

OTTAKRINGERIN. Was Hans Moser im Film

„Sieben Jahre Pech“ weinselig vor sich hin

philosophierte, ist das Werk des Cafetiers Karl

Föderl aus der Friedrich-Kaiser-Gasse.

Die GESUNGENEN LEBENSWEISHEITEN „Erst

wann’s aus wird sein“ und „Geh, Pepperl,

plausch net“ sind ebenfalls original Ottakringer

Schöpfungen. Sie stammen aus der Feder Hans

Frankowskis (Neulerchenfelder Straße 41) und

Viktor Korzhe (Brunnengasse 30).

In der Gaullachergasse und der Friedrich-Kaiser-Straße wuchsen die berühmtesten

Wienerlied-Musiker auf: DIE SCHRAMMELN. Im Gasthaus „Zum goldenen Stuck“ in

der Neulerchenfelder Straße hatten die Brüder Johann und Josef als 9- und 11-Jährige


ihre ersten Auftritte. Sogar Walzerkönig Johann Strauß und Johannes Brahms

besuchten Konzerte der Schrammeln.

Wienerlieder der etwas anderen und neuen

Art bieten jedes Jahr Veranstaltungen wie

der Vienna Nightwalk, SOHO in Ottakring,

die Jazzmeile Ottakring sowie „Wohnt und

spielt in Ottakring“.

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16 Ottakringer Adressen

mit Geschichte

THALIASTRASSE 1. Im einstigen Thaliatheater mit 4.000 Zuseherplätzen und einer

verschiebbaren Dachkonstruktion aus Glastafeln fand die Wiener Erstaufführung von

Richard Wagners „Tannhäuser” statt. Die Schließung erfolgte nach nur 14 Jahren im

Jahr 1870. 1894 wurde als Andenken an das Theater die Äußere Lerchenfelder Straße

in Thaliastraße unbenannt.

KREITNERGASSE 29–33. 1905 wurde an dieser Adresse das Arbeiterheim der

Ottakringer Sozialisten errichtet. Übrigens mit einem Kredit der Ottakringer Brauerei,

die im Gegenzug das Ausschankmonopol erhielt. 1934 wurde es vom Bundesheer

des Dollfuß-Regimes beschossen. Fünf Arbeiter starben, das Haus war danach so

beschädigt, dass es abgerissen werden musste.

NEULERCHENFELDER STRASSE 73. Hier steht das Geburtshaus des Komponisten

Ludwig Gruber (u. a. „Mei Muatterl war a Weanarin“ und „Es wird a Wein sein“).

„BEIM DUMSER DRAUSST IN NEULERCHENFELD …“ sang Helmut Qualtinger im

„G’schupften Ferdl“. Die Tanzschule Dumser mit dem äußerst vielschichtigen

Publikum befand sich tatsächlich in der Neulerchenfelder Straße in Gürtelnähe.


BRUNNENMARKT.

Er ist mit fast 800

Metern der längste

Markt Europas

und besteht seit

dem Jahr 1830. An

die 200 Stände

bieten in unverwechselbarer

Atmosphäre eine

reiche Auswahl an

Lebensmitteln und

Delikatessen.

OTTAKRINGER STRASSE 85–97. Hier steht

die Ottakringer Brauerei, in der seit 1838 Bier

gebraut wird. Der Malzturm mit seinem

markanten Windflügel ist heute noch ein Wahrzeichen

des 16. Bezirks. Der Gerstenboden, der

Hopfenboden und der Hefeboden sind beliebte

Locations für bierige Stunden.

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Ottakringer Straße 224.

Die „10er Marie“ ist

eines der bekanntesten Heurigenlokale

Wiens. Nicht umsonst ließen sich dort

Kronprinz Rudolf, Theodor Körner,

Emmerich Kálmán, Elizabeth Taylor

oder die Rolling Stones den Spritzer schmecken.


HASNERSTRASSE 134. Hier wohnte Josef Weinheber, der als Lyriker Alt-Ottakring ein

bleibendes Denkmal setzte. Doch als späteres Mitglied der NSDAP lieferte er leider

auch verblendete Oden an Hitler und dessen Politik ab.

JOHANN-STAUD-STRASSE 10. In der 1886 errichteten und später wunderschön sanierten

Kuffner-Sternwarte können große und kleine Sterngucker Blicke ins

Universum werfen und wissenschaftlich „Sternderl schau’n“.

KOPPSTRASSE/

PFENNINGGELDGASSE.

Die Bronzebüste erinnert

an den Sozialdemokraten

Franz Schuhmeier, der

1913 von einem

politischen Gegner

erschossen wurde.

AM SPIEGELGRUND. Auf dem Areal des heutigen Otto-Wagner-Spitals wurden unter

dem Nazi-Regime 700 bis 800 Kinder – die meisten von ihnen behindert – im Rahmen

der unmenschlichen Euthanasie-Programme ermordet. 2002 wurden die sterblichen

Überreste der ermordeten Kinder am Zentralfriedhof in einem Ehrengrab bestattet.

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ENENKELSTRASSE 35. An dieser Adresse steht

der erste Ottakringer Gemeindebau, erbaut

1922 und 1959 erweitert. Wegen der Lage im

historischen Zentrum Ottakrings „Haus am alten

Ort“ genannt.

WOHNHAUSANLAGE SANDLEITENGASSE.

Sie ist der größte Gemeindebau der Ersten

Republik mit fast 1.600 Wohnungen. Bekannt

auch für die Bibliothek, vor deren Portal

Christian Oxonitsch gerne Mußestunden auf

der Parkbank genießt.

MAROLTINGERGASSE 43. 1909 wurde der „Tschauner“ gegründet, Europas letzte

Stegreifbühne. Hier traten u. a. Helmut Qualtinger und André Heller auf.

GALLITZINBERG. Von der 31 m hohen Jubiläumswarte – 1898 zum 50. Thronjubiläum

Kaiser Franz Josephs errichtet – hat man bei klarer Sicht einen atemberaubenden

Fernblick bis zu den Wiener „Hausbergen“ Ötscher und Schneeberg.


Savoyenstraße 2. Seit Ende des 18. Jahrhunderts

thront hier das Schloss Wilhelminenberg.

1903–1908 bekam es sein derzeitiges

Erscheinungsbild. Es diente in der Vergangenheit

als Kriegslazarett, Befehlsbunker, Erholungs- und

Erziehungsheim sowie als Adresse der

Wiener Sängerknaben. Heute befindet sich im

Schloss Wilhelminenberg ein Vier-Sterne-Hotel.

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Wussten Sie

eigentlich ...

... dass Ottakring einen letzten eigenen

und einen aktuellen Wiener

Bürgermeister hat? Der letzte

Bürgermeister vor der Eingemeindung,

Anton Zagorsky, errichtete als

Baumeister 1884–1886 die

Kuffner-Sternwarte. Der aktuelle

Wiener Bürgermeister ist der

Ottakringer Dr. Michael Häupl.

... dass es sich in

Ottakring früher viel

gedrängter lebte als

heute? 1910 wohnten

178.000 Menschen in

unserem Bezirk. Das sind

fast doppelt so viele wie

jetzt. 1951 waren es noch

127.962, heute gibt es

92.700 Ottakringerinnen

und Ottakringer.

... dass Ottakring wieder wächst? Laut Bevölkerungsprognose der

Statistik Austria auf 95.000 Einwohner im Jahr 2010. 2020 soll

die 100.000er-Grenze fallen. Im Jahr 2035 werden es 112.000 Ottakringerinnen

und Ottakringer sein. Das bedeutet ein Bevölkerungswachstum von

21%. Gesamt Wien wächst in dieser Zeit vergleichsweise nur um 18%.

Und: Ottakring wird jünger. Der Anteil der unter 15-jährigen nimmt in

Ottakring bis 2035 von 14,7 auf 15,7% zu.


... dass die Anzahl der

Wohnungen in Ottakring

in den letzten zehn Jahren

von 53.216 auf 53.411 angestiegen

ist (+0,36%)?

Die Wohnfläche ist im

gleichen Zeitraum um

8% von 2.908 auf 3.136

Millionen Quadratmeter

gestiegen.

... dass es 50 Hektar Kleingartensiedlungen in Ottakring

gibt? Sie machen insgesamt 500.000 Quadratmeter Fäche

aus, was der Größe von 100 Fußballplätzen entspricht.

... dass 39.124 Ottakringer in

Ottakring beschäftigt sind oder zur

Schule gehen? 27.392

pendeln in andere Bezirke,

4.581 in die Bundesländer

bzw. ins Ausland. 14.391

pendeln aus anderen Bezirken

nach Ottakring, 4.462

kommen aus den Bundesländern.

... dass in Ottakring das

einzige Wohnhaus

Österreichs mit einer Laufbahn

am Dach steht? Und zwar an der

Adresse Seitenberggasse/

Heigerleinstraße.

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Wussten Sie

eigentlich ...

... dass in Ottakring die älteste erhaltene Landvilla steht?

Die „KORNHÄUSELVILLA“ an der Endstelle der

Straßenbahnlinie J wurde 1802–1804 nach den Plänen

des Wiener Architekten Josef Georg Kornhäusel errichtet.

Vom Turm aus hatte man einen idyllischen Blick auf die

in der Umgebung grasenden Kühe. Die Villa wird gerade

saniert und ist Teil des neuen Wohnprojekts „Wohnen für

Generationen“.


Wussten Sie

eigentlich ...

... dass es in Ottakring ein Fass

gab, das so groß war, dass die

Gäste darin tanzen konnten

(25.000 Eimer)? Sie taten das

auch gerne und häufig. Das

„Fassl-Wirtshaus“ mit dem

„Heidelberger Fass“ in der Thaliastraße

3 brannte leider 1865 ab.

... dass 103

Ottakringer in der

Land- und

Forstwirtschaft

beschäftigt sind?

... dass die Ur-Ottakringer aus Bayern

gekommen sind? Im Chiemgau am Chiemsee sind

die Spuren sehr deutlich zu sehen: Dort gibt es das

stolze Bauerndörflein Otterkring mit 50 Einwohnern.

In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich

Orte, die für Wiener Ohren sehr vertraut klingen:

Zacking, Hirting, Penzing, Nussdorf, Baumgarten

und Siferling.

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… Rudolfsheim-Fünfhaus (XV.),

Neulerchenfeld (XVI.),

Hernals (XVII.) …

Fast würde der 16. Bezirk

Neulerchenfeld heißen. 1888

gab Kaiser Franz Joseph

bekannt, dass die Wiener Vororte in

Wien einzugliedern seien.

Erst nach vier Jahren Streit

wurde der Name der beiden Vororte

Ottakring und Neulerchenfeld von

der niederösterreichischen

Landesbehörde auf „Ottakring

festgelegt. Zum Ausgleich wurde der

Neulerchenfelder Robert Ulrich

zum ersten Bezirksvorsteher

ernannt.

Fast hätte auch Ottakring

seine Höhenstraße.

Bezirksvorsteher Lachinger war

1935 bei der Eröffnung von

der Höhenstraße so angetan,

dass er sofort eine 5 km lange

Ottakringer Höhenstraße

über den Gemeindewald, die

Jubiläumswarte, den Schottenhof

und die Amundsenstraße

planen ließ. Zum Glück waren

die Errichtungskosten aber

zu hoch. Die grüne Lunge

Ottakrings blieb erhalten.


Wussten Sie eigentlich …

... dass der Astrophysiker

Günther Wuchterl einer

der anerkanntesten

„Planetenjäger“ der Welt

ist und heute noch

Führungen durch die

Kuffner-Sternwarte

veranstaltet? Er hat als

erster Mensch 2004 einen

Planeten außerhalb

unseres Sonnensystems

fotografiert.

... dass beim großen Brand in

Neulerchenfeld 1785 der Reformer-Kaiser

Joseph II. persönlich mitgelöscht hat?

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... dass der OTTAKRINGER BACH der Namensgeber der Bachgasse ist?

Er entsprang an den Hängen des Gallitzinbergs und floss entlang der heutigen

Thaliastraße Richtung Donau. Für den Bau der Minoritenkirche Ende des 13. Jahrhunderts

musste das störende Gewässer zum Wienfluss umgeleitet werden. Danach

diente der Ottakringer Bach der Bewässerung des Stadtgrabens, ehe er 1547 wiederum

in den Wienfluss umgeleitet und 1831 unter die Erde verlegt wurde. Das konnte

sein Störpotenzial freilich nicht bremsen. Seinetwegen mussten beim Bau der

Secession acht Meter hohe Betonsäulen errichtet werden, weil der „unzähmbare“

Ottakringer Bach genau dort in den Wienfluss mündet.

... dass Ottakring mit seiner geografischen Lage: 48° 12’ 45‘‘ N nördlicher liegt als

Münchens Zentrum?

... dass Neulerchenfeld „DAS GRÖSSTE WIRTSHAUS DES HEILIGEN RÖMISCHEN

REICHES“ genannt wurde? Der Lokalhistoriker Franz Gaheis war im Jahr 1800 von

der Wirtshausdichte in Neulerchenfeld so beeindruckt, dass er dem trinkfesten Ort

diese Bezeichnung gab. Nicht weniger als 103 von 150 Häusern besaßen damals

das Schankrecht. Kein Wunder, dass die damals großteils bäuerlich geprägten

Ottakringer auf die Neulerchenfelder von oben hinabsahen. „Bettler und Taugenichtse“

war die übliche Bezeichnung für die Menschen „dort unten“ am Linienwall.

... dass das WEISSE KREUZ am Familienplatz 1 ein Gedenkstein ist, der den östlichen

Ortseingang Ottakrings gekennzeichnet hat?


Wussten Sie eigentlich …

… dass das Ottakringer Rote Kreuz in der

Wilhelminenstraße 94 keine Rettungsorganisation

ist, sondern ein Gedenkkreuz aus der Zeit vor der

Türkenbelagerung 1683?

... DASS IM OTTAKRINGER WALD KÄNGURUS UMHERSPRINGEN KÖNNTEN?

Otto Koenig hat vor Jahrzehnten versucht, das Bennett-Känguru in Österreich

auszuwildern. Der Verhaltens- forscher Otto Koenig gründete gleich

nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 mit seiner Gattin Lilli Koenig die

Biologische Station Wilhelmi- nenberg. Das bis zu

einen Meter hohe Bennett-Kän- guru wird bis zu

19 kg schwer und hat rötliches Fell. Die 50

von Otto Koenig ausgewilderten Kängurus

überlebten leider den harten Winter nicht.

Aber auf der schottischen Insel Inchconachan

lebt bis heute eine

1975 ausgewilderte

Kängurupopulation.

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Ottakring im Internet

Wie viele Eintragungen gibt es beim „Googeln“, wenn man die Wiener

Gemeindebezirke eingibt? Außer den „unfairen“, weil doppeldeutigen Bezirksnamen

– Neubau, Favoriten, Simmering (englisch für „köcheln“), Wieden (Wieden in

Deutschland), Innere Stadt, Landstraße – ist Ottakring der meistgenannte Bezirk.

:: Innere Stadt: 2,1 Mio.

:: Leopoldstadt: 1,39

:: Landstraße: 4,59

:: Wieden: 3,2

:: Margareten: 1,43

:: Mariahilf: 1,44

:: Neubau: 11,9

:: Josefstadt: 1,42

:: Alsergrund: 0,82

:: Favoriten: 99,4

:: Simmering: 4,76

:: Meidling: 1,45

:: Hietzing: 1,44

:: Penzing: 1,12

:: Rudolfsheim-Fünfhaus: 1,16

:: Ottakring: 1,54

:: Hernals: 1,36

:: Währing: 1,39

:: Döbling: 0,69

:: Brigittenau: 1,3

:: Floridsdorf: 1,53

:: Donaustadt: 1,47

:: Liesing: 1,47


Wussten Sie

eigentlich ...

... dass das „16er-Blech“

sowohl im Internetlexikon

Wikipedia als auch im

Österreichisch-Deutsch-

Lexikon als Begriff für eine

Dose Ottakringer Bier

Eingang gefunden hat?

… dass Ottakringer Männer im Straßenverkehr gefährlicher leben als Frauen?

2006 gab es in Ottakring 64 Frauen und 247 Männer, die im Straßenverkehr verletzt

wurden. Das Verhältnis beträgt also rund 1:4. Wienweit dagegen liegen die Zahlen

bei 2.878 Frauen zu 3.881 Männern (Verhältnis 1:1,35).

… dass Ottakring 252 Gemeindestraßen mit 100 km Länge hat?

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Wussten Sie eigentlich ...

… dass es im Vorjahr 102.317 Übernachtungen

in Ottakringer Hotels und Pensionen gab?

… dass in Ottakring 2.015

von 50.282 in

gesamt Wien gemeldeten

Hunden leben?

… dass es in Ottakring 80 Zugmaschinen und

Traktoren gibt?

… dass im Vorjahr 1.581 Fahrzeuge

abgeschleppt wurden?

… der tiefstgelegene Punkt Ottakrings der

Lerchenfelder Gürtel mit 207 m ist?

… dass Ottakrings

höchstgelegener Punkt

die Jubiläumswarte

mit 449 m ist?


… dass Ottakring 865 Hektar groß ist?

Davon sind 317 ha Grünflächen und 40 ha

Parkanlagen. Zum Vergleich: Hernals hat

nur 27 ha Parkanlagen, Rudolfsheim-Fünfhaus

24,5 ha. Neubau und Josefstadt weisen

nur 4,7 bzw. 2,1 ha auf.

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Der Magnet für Wirtschaft

und Menschen

7.191 Personen sind 2006 von anderen Bezirken nach Ottakring gezogen. Die wenigsten

(45) kamen aus der Inneren Stadt, 84 aus Wieden und 123 aus Liesing. Für die

Penzinger mit 567, die Hernalser mit 802 und die Rudolfsheim-Fünfhauser mit

880 Zuzüglern war der 16. Bezirk am attraktivsten. Innerhalb Ottakrings sind 2.599

Personen umgezogen. 1.449 kamen aus den anderen Bundesländern, 3.496 aus dem

Ausland.

Businesszentrum: 2.901 Unternehmen haben ihren Sitz in Ottakring. Davon 1.235

Kleinstbetriebe mit 1–4 Beschäftigten. 18 Unternehmen haben 100–499 Beschäftigte,

eines hat mehr als 500 Beschäftigte.

In Ottakring gibt es 1.068 Handelsbetriebe mit 5.516 Beschäftigten. Sie haben 2006

rund 20 Mio. Euro Bruttoinvestitionen an Sachanlagen getätigt.


Ottakring

hat ...

… 10.441 Gemeindewohnungen.

… 3.217 Kinder in Betreuungseinrichtungen.

… 5.577 Akademiker.

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Ottakring

hatte …

... eine

Autobuslinie, die ab

1913 vom Liebhartstal

zum Stephansplatz

und retour führte.

Die Fahrt vom Steffl

bis zu Ottakrings

Bergen dauerte nur

35 Minuten.

Am Wochenende

wurden die Busse von

Ausflüglern geradezu

überrannt.

... eine „Heldenstraße“. So

nannten die Ottakringerinnen und

Ottakringer im Zweiten Weltkrieg

die Thaliastraße sarkastisch. Der

Grund: Jedes Mal vor dem offiziellen

Fliegeralarm raste ein Konvoi mit

dem „heldenhaften“ Gauleiter

Baldur von Schirach die Thaliastraße

entlang Richtung „Schirach-

Bunker“, um vor den Bomben der

Alliierten Schutz zu suchen. Der

zweigeschossige Bunker war 100 m

lang und wurde 1945 von sowjetischen

Truppen gesprengt. Noch

heute ranken sich aber Geschichten

um versteckte Räume mit lockenden

Geheimnissen rund um diesen

Bunker am Gallitzinberg.


… das längste Schwimmbecken Österreichs. Im Kongressbad konnte man 100 m

weit schwimmen, ohne einmal wenden zu müssen. Das „Kongi“ genannte Bad

nahm 1928 seinen Betrieb als „Schwimm-, Sonnen- und Luftbad“ auf. Das 100-m-

Becken war Zentrum des Bades, in dem 1928 die Ausscheidungswettkämpfe für die

Olympischen Spiele in Amsterdam veranstaltet wurden. Nach der Generalsanierung

1987/88 wurde die 100-m-Bahn in ein Sport- und ein Erlebnisbecken umgewandelt.


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Wussten Sie, dass …

... es in Ottakring

die einzige

offizielle

Rodelbahn

Wiens gibt? Am

Gallitzinberg auf

der Steinbruchwiese

lässt es

sich 650 m weit

runterflitzen.

... die U3 Station Ottakring mit 227 m über dem Meer der höchste Punkt der

Wiener U-Bahn ist?

...in Ottakring die längste durchgehende U-Bahn-Tunnelstrecke Österreichs endet?

Der Tunnel beginnt unter der Hintermayergasse im 3. Bezirk, endet bei der Spetterbrücke

und ist 9,39 km lang.


... jedes Jahr 5.000 Schüler

die Wiener Waldschule

besuchen? An der Johann-

Staud-Straße 80 gibt es seit

1998 das erste waldpädagogischeInformationszentrum

Österreichs. Hier

werden den Kleinen

Verständnis für die

Natur und die Zusammenhänge

von Flora

und Fauna vermittelt.

... nicht ganz geklärt ist, ob sich der Name Neulerchenfeld auf Vögel (Lerchen)

oder Bäume (Lärchen) bezieht? Im Ottakringer Wappen sind als Kompromiss drei

Lerchen und eine Lärche abgebildet. Die einen leiten den Namen von einer Gepflogenheit

des kaiserlichen Hofes ab, der einst auf den weiten Feldern dieses

Gebietes dem Lerchenfang gehuldigt haben soll. Die anderen führen die Bezeichnung

auf einen Lärchenwald zurück, der sich angeblich zwischen Ottakring und dem

Neudeggergrund (heute ein Teil des 8. Bezirkes) ausgedehnt hat.

Der linke Teil des Wappens erinnert übrigens an die Zeit vor 1848, als das Stift

Klosterneuburg die Rechte der Grundherrschaft über das Dorf ausübte.

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Service für Ottakringerinnen

und Ottakringer

Wichtige Telefonnummern des Amtshauses

Richard-Wagner-Platz 19

Magistratisches Bezirksamt: 49196 16 001

Bezirksvorstehung: 49196 16 114

post@b16.magwien.gv.at

Baupolizei (MA 37): 4000 16 500

Standesamt: 49196 16 589

Stadtkasse: 49196 16 601

Städt. Bestattung: 50195 16 00

Stadtschulrat: 49196 16 156

Gesundheitsamt: 49196 16 280

Sozialzentrum: 40119 17400

Bezirksmuseum

16., Richard-Wagner-Platz 19 (Eingang in der Hasnerstraße auf der Rückseite des

Amtshauses!)

Öffnungszeit: Sonntag von 10–12 Uhr, Tel.: 49106 16 127


Fortsetzung folgt!

Ottakring schreibt Geschichte

Schicken Sie uns Ihre Ottakringer Lieblingsplatzerl, Ihre Erinnerungen

und Anekdoten, Ihre Bilder und Ihre Geheimtipps zu unserem lebenswerten

und liebenswerten Bezirk.

Einsendungen an: SPÖ Ottakring, z.H. Christian Oxonitsch,

Schuhmeierplatz 17-18, 1160 Wien, Kennwort: „Ottakring schreibt Geschichte

oder per Mail an: wien.ottakring@spoe.at


Impressum:

Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: SPÖ Ottakring, Schuhmeierplatz 17-18, 1160 Wien.

Gestaltung & Produktion: TrendCom Consulting Ges.m.b.H. Druck: Stiepan Druck Ges.m.b.H., 2544 Leobersdorf.

Gedruckt auf ökologischem Druckpapier aus der Mustermappe von „ÖkoKauf Wien”. Fotos: Schedl, Dimko, Graner,

Jobst, MEV, Ottakringer Brauerei, SPÖ Klub, IMAGNO/Barbara Pflaum, TrendCom, istockphoto, Keinrath.

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