DER MAUERANKER - IG Baupflege Nordfriesland

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DER MAUERANKER - IG Baupflege Nordfriesland

27. Jahrgang Heft 4 Dezember 2008

DER MAUERANKER

Baupflege in Nordfriesland, Dithmarschen und Angeln

Herausgegeben von der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e.V.


Inhalt Impressum

Wechsel im Vorstand 3

Eiderstedt: Kulturlandschaft in Gefahr 5

Verlust: Zwei Haubarge abgebrannt 12

L.C. Hansen: Mein Lebenslauf 17

Meldungen:

Nachruf auf ein Kulturdenkmal 26

Steinzeitfunde im Watt 28

Das bedrohte Haus 30

Rückmeldung: Utlandfriesisches Haus

in den USA 31

Gespräch mit Landrat Harrsen 32

Kein Schutz für deutsche Bauten? 33

Letzte Meldung: Stedesand – Bauen im

Denkmalbereich 33

Titelbild: Zwei Eiderstedter Haubarge brannten

in der zweiten Dezemberhälfte 2008 ab: auf

Sieversbüll in Westerhever und im Osten der

Haubarg Schütt auf Herrnhallig in der Gemeinde

Koldenbüttel. Unser Foto zeigt den Haubarg

Sieversbüll von 1776 in Westerhever etwa eine

gute halbe Stunde nach Ausbruch des Feuers.

Nach zwei Stunden stehen nur noch die Grundmauern.

Gegen eine solche Feuersbrunst sind oft

auch die gut ausgerüsteten Feuerwehren

machtlos. Das Übergreifen des Feuers auf benachbarte

Reetdachgebäude kann aber meistens

wie in diesem Fall verhindert werden. Für

die Landschaft Eiderstedt sind zwei historische

Bauernhäuser für immer vernichtet. Foto: Freiwillige

Feuerwehr Garding

J.P.A. Jensen & Sohn

Bau- und Möbeltischlerei

A.R. Kjærbysvej 2 · DK 6280 Høyer

Tlf. (+45) 20 14 66 41

Fax (+45) 74 78 93 22

2 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

DER MAUERANKER

Herausgeber: Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland

e. V. Arbeitsgruppe des Vereins Nordfriesisches Institut e. V.,

Süderstraße 30, 25821 Bredstedt, Tel. 04671-60120, Fax 1333

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Redaktion: Gerd Kühnast

Redaktionsanschrift: Süderstraße 30, 25821 Bredstedt

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Anzeigenpreisliste 1993

Abobestellungen an: Nordfriisk Instituut, Süderstr. 30,

25821 Bredstedt. Einzelpreis € 1,60

Abopreis € 9,50 incl. Mwst. für 4 Ausgaben.

Für Mitglieder der IGB ist der Bezug im Jahresbeitrag enthalten.

Für unverlangte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernehmen

wir keine Haftung. Beiträge von Mitarbeitern und Lesern

sowie Anzeigeninhalte stellen nicht ausdrücklich die Meinung

der Redaktion oder des Herausgebers dar.

Nachdruck ist bei Quellenangabe, unter Berücksichtigung des

Urheberrechtes und Belegexemplar, erwünscht.


Wechsel im Vorstand

Per Akklamation ernannte die Jahresversammlung

der Interessengemeinschaft Bau -

pflege (IGB) Nordfriesland und Dithmarschen

e. V. am 19. November Gerd Kühnast

zu ihrem Ehrenvorsitzenden. Der Tagungsort

– der Rote Haubarg, ein bedeutendes Beispiel

traditioneller bäuerlicher Architektur – hätte

kaum passender sein können. Nach 28 Jahren

legte damit der Gründungsvorsitzende der

IGB sein Amt in jüngere Hände. Zum neuen

Vorsitzenden wählte die Versammlung einstimmig

Hans-Georg Hostrup.

Von einem baugeschichtlichen Vortrag

beim Friesenkongress auf Sylt im Jahre 1979

ging der Impuls aus, der 1980 eine Schar

Interessierter um Gerd Kühnast veranlasste,

die IGB zunächst als Arbeitsgruppe beim

Nordfriisk Instituut einzurichten. Man wollte

anknüpfen an die Tradition der 1907 gegründeten

Baupflege Kreis Tondern e. V. und

durch Hausforschung und Beratung von Bauherren

auf die architektonische Überlieferung

aufmerksam machen.

Schon vor der Gründung waren Kontakte

zum Vorsitzenden der IG Bauernhaus e. V., Julius

Kraft, und seinen Mitstreitern

geknüpft und eine

enge Zusammenarbeit vereinbart

worden, die bis

heute lebendig geblieben

ist.

Bereits 1984 wurde die

mit hoher Effizienz begonnene

Arbeit mit dem Deutschen

Preis für Denkmalschutz,

der Silbernen Halbkugel,

ausgezeichnet. 2001

erhielt Gerd Kühnast für

seine Verdienste um die

Kulturarbeit in Nordfriesland

den Hans-Momsen-

Preis des Kreises Nordfries-

land (vgl. Nordfriesland

135/136 und Der Maueranker

4/2001).

In einer Reihe von Projekten und Publikationen

sammelte und vermittelte die IGB, die

sich 1992 als eingetragener Verein konstituierte,

Informationen zur überlieferten Bausubstanz.

Neben der eigentlichen Bauherren-Beratung

nahm die IGB auch immer wieder Stellung

zu Bauplanungen in Städten und Dörfern,

die aus ihrer Sicht fragwürdig erschienen.

Verbreitet wurden die Ideen und die fachlichen

Ratschläge durch die eigene Fachzeitschrift

Der Maueranker.

Die Jahresversammlung im Roten Haubarg

verabschiedete eine Resolution zur Erhaltung

eines Pavillons in der Husumer Süderstraße

unmittelbar östlich der Marienkirche. Er ist

vom Abriss bedroht und soll durch einen

mehrstöckigen Neubau ersetzt werden, der das

Bild der Straße völlig verändern und die angrenzenden

Baudenkmale beeinträchtigen

würde. Eingebracht hatte den Text, der nun

den Verantwortlichen zugeleitet werden soll,

die aus Husum stammende Architekturhistorikerin

Dr. Dörte Nicolaisen.

Nicht nur mit Exkursionen, sondern auch

mit stetiger organisatorischer Zusammenarbeit

Der neue und der alte Vorsitzende: Hans-Georg Hostrup (links) und Gerd

Kühnast

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

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wirkt die IGB über die Grenzen Nordfrieslands

hinaus. Dr. Henning Ibs, Vorsitzender

des Vereins für Dithmarscher Landeskunde,

überbrachte im Roten Haubarg Grüße aus

Dithmarschen. Seit 2004 hat die IGB „Dithmarschen“

auch in ihren Namen aufgenommen.

Der Maueranker ist darüber hinaus Fachorgan

der IG Baupflege Angeln im benachbarten

Landkreis Schleswig-Flensburg.

Seine kenntnisreichen Anmerkungen zu

den aktuell diskutierten Problemfällen und

sein mit Anekdoten gespickter Vortrag über

die Häuser auf der Hallig Langeneß zwischen

1825 und 1950 zeigten, dass Gerd Kühnast

noch einiges vorhat.

Der neu gewählte Vorsitzende, Hans Georg

Hostrup, ein gebürtiger Eiderstedter, lebt im

Haubarg Blumenhof in Tating und ist neben

dem Vermietungsgeschäft in seinem Haubarg

von 1779 als selbstständiger Kaufmann tätig.

Neu im Vorstand:

Kerstin Sprenger,

Beisitzerin

Ich bin 39 Jahre

alt, aufgewachsen

in Braunschweig

und 1988 nach

Hamburg gezogen.

Von Beruf

bin ich selbständige

Cutterin und Regisseurin, außerdem

bin ich Expertin für Videoschnittsoftware

und als Seminarleiterin oft unterwegs. Seit

2006 besitzen mein Mann und ich eine

Reetdachkate in Simonsberg. Ich mag einfach

alte Häuser lieber als neue. Darum sind

wir auch Mitglied in der IG Baupflege geworden.

Ich freue mich auf die Mitarbeit im

Vorstand.

4 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

Der Haubarg befindet sich seit mehreren Generationen

im Familienbesitz. Er ist Mitglied

im Vorstand des Heimatbundes Landschaft

Eiderstedt. Ehrenamtlich steht er der Richardsen-Bruchwitz-Stiftung

vor, die den Hochdorfer

Garten, einen der Öffentlichkeit gewidmeten

Barockpark von 1795, betreut und erhält.

Der Barockpark, zu dem ein Haubarg gehörte,

war hundert Jahre später um einen Landschaftspark

mit künstlicher Ruine, Wasser mit

Brücke, einer Obstwiese und mit einem

Schweizerhaus erweitert worden. Er gilt als

einmalig an der schleswig-holsteinischen

Westküste.

Für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder

Erika Eifler und Matthias Becker, die mit

Dank für ihre aktive Mitarbeit entlassen wurden,

wählte die Versammlung Birgit Knortz

und Kerstin Sprenger in den Vorstand.

Fiete Pingel

Birgit Knortz,

Beisitzerin

Geboren 1963

und aufgewachsen

in Schleswig.

Nach dem Abitur

1984 ein halbjähriges

Praktikum

auf dem Bau vor

Studiumbeginn 1985 an der FH Bauwesen

in Eckernförde, danach Muthesius – Hochschule

in Kiel, Fachrichtung Architektur;

Arbeit in verschiedenen Architekturbüros

während der Studienzeit, (u. a. das „kalte

Aufmaß“ - nach Jan Leseberg - vom Haus

Andersen in Klockries). 1995 Diplom, danach

frei beruflich tätig in einem Berliner

Büro, ab 1996 Architektin in der Projektleitung

im Büro Mumm und Partner in Bergenhusen.

Seitdem lebe ich in Nordfriesland,

ab 1999 in Witzwort. Langjähriges

IGB-Mitglied.


Eiderstedt:

Kulturlandschaft in Gefahr

In Eiderstedt regt sich Widerstand gegen

die einseitige Nutzung, Ausbeutung und drohende

Zerstörung der Kulturlandschaft durch

eine extrem veränderte Landnutzung. Der

Kampf großer Teile der Landwirte gegen

Schutzauflagen zugunsten der Flora und Fauna,

z. B. die Ausweisung großer Grünlandflächen

als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat)

nach EU-Richtlinien, hatte zur Folge, dass im

Hickhack um die Größe der Fläche altes Dauergrünland

umgebrochen wurde. Angebaut

wird dort, seit es flächendeckend Biogasanlagen

gibt, überwiegend Mais zur Gaserzeugung.

Die Landesregierung hat bislang trotz Strafandrohung

aus Brüssel noch immer nicht die

FFH-Gebiete festgelegt, wohl aber ein Verbot

für die weitere Umwandlung von Grünland in

Ackerland ausgesprochen. Hardlinern der

Landwirtschaftslobby ist es glücklicherweise

nicht gelungen, eine größere Zahl von Landwirten

davon abzuhalten, die naturnahe Bewirtschaftung

ihrer Flächen mit Vertragsnaturschutz

zu verknüpfen. Das betrifft ca. 5 500

Hektar.

Abb. 1 Marschlandschaft bei Tating

Zurzeit gibt es eine neue Runde in der Nutzung

der Windkraft mit größeren und wesentlich

höheren Anlagen, wozu manche Gemeinde

mit Blick auf etwaige Einnahmen aus der

Gewerbesteuer durchaus nicht abgeneigt wäre.

Aus einem örtlichen Bürgerforum in der Gemeinde

Tating ging im vergangenen Jahr die

„Eiderstedter Runde“ hervor, eine Gruppe unabhängiger

Persönlichkeiten, die sich mit

Nachdruck für die Erhaltung der Eiderstedter

Kulturlandschaft einsetzt und mit öffentlichen

Veranstaltungen und Stellungnahmen auf

wachsende Zustimmung in der Eiderstedter

Bevölkerung trifft.

Die IG Baupflege begrüßt diese Entwicklung

und unterstützt sie gerne, zumal sie von

Beginn ihres Bestehens an auch auf die Gefährdung

der Kulturlandschaft hingewiesen

und in vielen Fällen den Finger in die Wunde

gelegt hat. ( s. dazu MA 3/2007 S. 4 ff.). Über

die derzeitige Situation können sich unsere Leserinnen

und Leser in den folgenden Beiträgen

und Stellungnahmen unterrichten.

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

Gerd Kühnast

5


Abb. 2 Die weite, grüne Marsch kennzeichnet die Eiderstedter Kulturlandschaft.

Das Landesamt für Denkmalpflege

konstatiert kurz und treffend:

„Die Kulturlandschaft Eiderstedt ist

bundesweit bedeutsam durch ihre Bauhistorie,

ihre Fauna, ihre Flora und ihre Geografie.

Bundesweit bedeutsam sind darüber hinaus

der Halbinselstatus und das Ergebnis der

durch Sturmfluten und Menschen beeinflussten

Landschaft. Nirgendwo sonst zeigt sich

eine Kulturlandschaft der Wattenmeerregion

so geschlossen wie gerade hier in Eiderstedt.“

(Dr. Astrid Hansen)

Zitat:

„Allein 4 122 Hektar der zurzeit als Windkraft-Areale

ausgewiesenen Gebiete befinden

sich in Nordfriesland. Das sind knapp über 30

Prozent des gesamten bisherigen Landes-Kontingents.

Anders gerechnet: Auf rund zwei

Prozent des nordfriesischen Grund und Bodens

(2 048 Quadratkilometer) können schon

jetzt Windanlagen aufgestellt werden. 614

Windräder produzieren im Augenblick Strom

im Kreisgebiet. Mehr kann der Nachbar Dithmarschen

auflisten: 803 Anlagen. Südlich der

Eider sind aber nur 1,5 Prozent der Kreis-Fläche

Windenergie-Eignungsgebiete….“

Husumer Nachrichten - 14.11.2008

6 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

Leserbrief in HN: Scheinheilig

Zu „Mehr Platz für Windenergie?“ vom 14.

November

Nein! Keinen weiteren Platz für die Windenergie

und auch keine „eventuelle“ Ausweitung

der bestehenden Anlagen! Scheinheilig

wird auch für die Halbinsel Eiderstedt um verträgliche

Standorte und Ausweitung für die

Windenergie geworben. Warum? Bis jetzt sind

diese Anlagen nur verträglich für denjenigen,

der die Anlage besitzt. Er gewinnt, wir ver -

lieren.

Eiderstedt ist eine historisch gewachsene

Kulturlandschaft, die heute vor allem vom

Tourismus lebt. Jede größere oder zusätzliche

Anlage (auch Biogasanlage) zerstört diese

Landschaft. Es wird Zeit, dass Hoteliers, Vermieter

und Künstler sich für den Erhalt dieser

typischen Landschaft einsetzen. Das gilt auch

für mich.

CLAUS HEITMANN, St. Peter-Ording

Husumer Nachrichten - Mittwoch, 19.11.2008

Pressemitteilung der „Eiderstedter Runde“

vom 15.1.2009

Die Eiderstedter Runde, eine überparteiliche

Gruppierung von auf der Halbinsel ansässigen

Bürgerinnen und Bürgern, behandelte


Abb. 3 Windkraftanlagen stören das Landschaftsbild empfindlich. Fotos 2 und 3 (Montage) Peter Brancke

bei ihrem monatlichen Treffen im Holsteiner

Hof in Garding am 4.12.2008 das Thema „Eiderstedter

Kulturlandschaft“.

Vor fast 40 Teilnehmern referierte Claus

Abb. 4 Wehle (ehemaliger Deichbruch) am Porrendeich

Heitmann, Leiter der AG Ortschronik St. Peter-Ording

und langjähriger engagierter Heimatforscher,

über die Kulturgeschichte Eiderstedts.

Einführend sagte er, die Eigenart, Weite

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

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Abb. 5 Kate in Tetenbüll

und stille Schönheit der historischen Kulturlandschaft,

ihr Reichtum an Sehens- und

Schützenswertem habe 50 Künstler zur Ansiedlung

bewegt und ziehe jährlich eine große

Zahl von Urlaubsgästen an.

Heitmann beschrieb die Halbinsel einschließlich

ihres Hinterlandes bis Friedrichstadt

als einen in besonderer Weise durch geschichtliche

Leistung geprägten Lebensraum.

Es gebe keinen Quadratmeter, der nicht von

Menschen geschaffen worden sei. Der Referent

stellte die Entwicklung Eiderstedts von

den Anfängen der Besiedlung bis zur Gestaltung

eines „Klein Holland“ durch von Herzog

Friedrich III. von Gottorf im 17. Jahrhundert

gerufene holländische Siedler dar. In dieser

Zeit sei endgültig der Charakter der heute

noch in vielen Details erhaltenen Kulturlandschaft

geschaffen worden mit 18 Kirchen und

deren charakteristischem Schmuck, den Haubargen,

neuen Deichen, Kögen und Wasserläufen,

der vorherrschenden Weide- und

Milchwirtschaft. Die Eigenständigkeit der Eiderstädter

Bevölkerung zeige ihre damals entstandene

Selbstverwaltung, ihre eigene Rechtsprechung

und das Brauchtum mit eigener

Tracht.

8 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

Dann wandte sich Heitmann

der Landschaftsstruktur

zu. Der Wert der

historisch entstandenen

Landschaftsstruktur und

ihrer Elemente müsse erkannt

und ihre Erhaltung

gesichert werden. Es fehle

u. a. noch die vollständige

Erfassung der Landschaft

aus der Luft und von erhöhten

Punkten aus, um

die charakteristischen

Strukturen zu verdeutlichen

und sie Einheimischen

und Gästen angemessen

zu präsentieren. In

der flachen Landschaft, deren

höchste Erhebungen

traditionell die Kirchtürme

seien, sei fast jede Erhöhung

von zwei Meter Kulturdenkmal;

insgesamt gebe es allein 61 Bodendenkmäler.

Die Eiderstedter Kulturlandschaft sei durch

moderne Eingriffe in das Landschaftsbild beeinträchtigt

worden. Dazu gehöre die Anlage

der Eisenbahnstrecke nach Husum. Vor allem

aber störten höhere senkrechte Elemente das

Landschaftsbild massiv, wie die Hochspannungsleitung

und Windkraftanlagen. Man

müsse dabei allerdings zwischen Eingriffen,

die notwendig seien und der Allgemeinheit

dienten, und solchen wie letzteren, die Privatinteressen

nützlich seien, unterscheiden.

Zum Schluss leitete Heitmann zur allgemeinen

Diskussion über. Er wies darauf hin, dass

die historische Kulturlandschaft Eiderstedts

bisher nicht geschützt sei. Dies zu erreichen,

das zeigte sich in der regen Diskussion, war

Anliegen der meisten Teilnehmer. Die Kulturlandschaft

müsse erfasst und beschrieben werden,

um sie erfolgreich bis zur EU-Ebene

schützen zu können.

Die kulturhistorisch und denkmalpflegerisch

orientierten Ausführungen Heitmanns

wurden besonders wertvoll von Halke Lorenzen

ergänzt, der aus der Sicht des professionellen

Landschaftsplaners viele wertvolle Hin-


Diesen Aufruf ließ der Autor als Anzeige in den Lokalteil der Husumer Nachrichten einstellen.

Redaktion Der Maueranker

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

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Abb. 6 Die Kirche in Simonsberg ist ein klassizistischer Bau von 1830, an dem der dänische Hofarchitekt

Christian Frederik Hansen beteiligt war. Hansen baute auch die Husumer Marienkirche und unter zahlreichen

anderen Gebäuden die Frauenkirche und Schloss Christiansborg in Kopenhagen.

weise gab. Er riet dazu, eine fachgerechte

Landschaftsbildanalyse Eiderstedts erstellen zu

lassen, in der die erhaltenswerten Besonderheiten

der Landschaft verdeutlicht würden. Eiderstedt

dürfe aber nicht als Museum gesehen

werden, sondern landschaftsgerechte Nutzungen

müssten Berücksichtigung finden.

Deutlich wurde im weiteren Gespräch, dass

die Erhaltung auch einer dynamischen Kulturlandschaft

nicht ohne Nutzungseinschränkungen

möglich ist. Dies sei vor allem der Verzicht

auf Windkraftanlagen, Biogasanlagen, Maisplantagen

und Massentierhaltung, weil sie

massive schädigende Eingriffe bewirkten. Etwa

160 Landwirte seien bereits in landschaftsund

naturschützende Maßnahmen im Rahmen

der Fortführung der traditionellen Weidewirtschaft

eingebunden, die durch Zuschüsse

unterstützt werde. Andere aber müssten

noch für das Ziel des Landschaftsschutzes und

10 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

der Landschaftspflege gewonnen werden. Ein

noch nicht gelöstes Problem sei auch der Eigennutz

der einzelnen Gemeinden.

Einigen Raum nahm auch das Thema Tourismus

ein. Die landschaftliche Schönheit der

Halbinsel, ihre Weite, Ruhe, hohe Luftqualität,

heile Natur etc. seien wesentliche Voraussetzungen

für den touristischen Erfolg der Region,

durch den die Erhaltung der Bevölkerung

in einer lebendigen Kulturlandschaft erst

ermöglicht werde. Vom wirtschaftlichen Erfolg

des Erholungs- und Gesundheitstourismus

sei ein großer Teil der Bevölkerung Eiderstedts

abhängig (jährliches Einkommen aus

Tourismus in Eiderstedt: 249 Mio. Euro, aus

Landwirtschaft: 34 Mio.). Tourismus, Landschafts-

und Naturschutz ergänzten sich.

Das nächste offizielle Treffen der „Eiderstedter

Runde“ wird am 4.2.2009 wieder im

„Holsteinischen Hof“ in Garding stattfinden.


Pressemitteilung der Eiderstedter Runde

21.1.2009

– Der Kreistag Nordfriesland hat in seiner

Stellungnahme zum Entwurf des Landesentwicklungsplans

seine politischen Absichten für

Eiderstedt formuliert. Danach ist die Weiterentwicklung

des Tourismus (ganz Eiderstedt

soll Schwerpunkt-Raum Tourismus werden)

sowie der weitgehende Verzicht auf Windkraftanlagen

für die Halbinsel gewollt. Als Begründung

wird unter anderem die hohe Bedeutung

der Kulturlandschaft genannt.

Auch für die seit September 2008 stattfindende

„Eiderstedter Runde“ stellt die einzigartige

Kulturlandschaft den Schlüssel für eine

zukunftsfähige Weiterentwicklung der Halbinsel

dar. Deshalb findet ab Februar eine gemeinsame

Veranstaltungsreihe von Bürgerforum

Tating und „Eiderstedter Runde“ unter

dem Titel „Einmalige Kulturlandschaft –

Chance für Eiderstedt“ statt. Den Auftakt machen

der Heimatforscher Claus Heitmann

und Matthias Maluck vom archäologischen

Landesamt in Schleswig mit dem Thema „Eiderstedt

– bedeutende Kulturlandschaft der

Wattenmeerregion. Wie

kann man sie erhalten, wie

mit einer tragfähigen wirtschaftlichen

Entwicklung

verknüpfen?“ Die Veranstaltung

findet am Mittwoch,

4. Februar ab 20 Uhr

in Garding im Gemeindehaus

statt.

Katharinenheerd will

keine Windkraft anlagen

Gegen die Ausweisung

von Windeignungsflächen

sprach sich die Gemeinde-

Vertretung von Katharinenheerd

mit deutlicher

Mehrheit aus.

Mit Spannung wurde in

der jüngsten Sitzung der

Gemeindevertretung in Katharinenheerd

die Diskussion

und Beschlussfassung

über die „Vergabe von Eig-

nungsflächen für Windkraftnutzung“ erwartet.

25 Einwohner waren als Zuhörer zur Sitzung

erschienen, um sich zu informieren. Vor

einer Woche hatte es bereits eine Veranstaltung

zu diesem Thema gegeben (wir berichteten).

„Wir leben nur von der Rücklage, und die

Windkraftnutzung wäre eine Chance, eine

drohende Erhöhung der Realsteuern zu vermeiden“,

sagte Svend Mundsahl (KWK). Jürgen

Sallach (WK) hielt dagegen: „Eiderstedt

ist eine ganz spezielle Landschaft, die es zu erhalten

gilt.

Ein Blick nach Dithmarschen, wo es unzählige

Anlagen gibt, lässt mich erschaudern.“

Amtsdirektor Herbert Lorenzen, der als Gast

an der Sitzung teilnahm, wurde um eine Stellungnahme

gebeten. „Wenn Sie Eignungsflächen

anmelden wollen, ist das eher ein

Wunschzettel, denn ob der Kreis eine Anmeldung

annimmt, wird nur dort entschieden“,

sagte Lorenzen. „Meine persönliche Einschätzung

ist“, so der Amtsdirektor weiter, „dass

man vom Kreis eher vorhandene Anlagen erneuern

und ausbauen wird.“

Husumer Nachrichten 22.1.2009

Abb. 7 Der Trindamm, einer der ältesten Wege in Eiderstedt, 16. Jahrhundert.

Fotos 1, 4-7: Gerd Kühnast

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

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Zwei Haubarge abgebrannt

Westerhever. Keine Rettung gab es für einen

Haubarg auf der Warft Sieversbüll in Westerhever.

Er brannte am Freitagabend bis auf die

Grundmauern nieder. Verletzt wurde niemand.

Gegen 21 Uhr war Rettungsleitstelle

und Polizei ein Dachstuhlbrand gemeldet worden.

Das Feuer breitete sich sehr schnell aus.

Schon auf dem Weg zum Brandort sahen die

Feuerwehrmänner, dass der vor Kurzem renovierte

300 Jahre alte Haubarg in voller Ausdehnung

brannte. Es waren über 100 Feuerwehrmänner

aus dem Heverbund, Tating, St.

Peter-Ording, Garding und Tetenbüll an den

Löscharbeiten beteiligt.

Nur durch ihren schnellen und gezielten

Einsatz konnte ein Übergreifen der Flammen

auf die drei reetgedeckten Nachbarhäuser sowie

ein hartgedecktes verhindert werden. Den

Feuerwehrleuten half auch, dass Windstille

herrschte.

Abb. 1 Haubarg Sieversbüll 1920er Jahre. Foto: Rudolf Muuß

12 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

Der Haubarg war mehrere Generationen im

Besitz der Familie Lühr. Vor zwei Jahren war er

verkauft worden. Der neue Eigentümer ließ

das Gebäude in den vergangenen zwei Jahren

renovieren und umbauen.

Die Brandursache steht noch nicht fest, die

Kriminalpolizei ermittelt. Die Schadenshöhe

wurde von der Polizei mit 1,5 Millionen Euro

angegeben. Husumer Nachrichten 15.12.2008

Feuer vernichtet alten Haubarg

auf Herrnhallig

Koldenbüttel. Nichts mehr zu retten gab es

für die Freiwilligen Feuerwehren aus Koldenbüttel,

Ramstedt/Wisch und Friedrichstadt,

als sie gestern am späten Nachmittag zu einem

Großbrand in dem leerstehenden Haubarg

„Schütt“ in Herrnhallig gerufen wurden. Das

reetgedeckte Gebäude brannte bereits in voller

Ausdehnung, und die Flammen schlugen aus


Abb. 2 Haubarg Sieversbüll 2004. Foto: Walter Raabe

dem Dach. Bis auf die Grundmauern brannte

das alte Gebäude nieder.

Noch ist unklar, wie es zu dem Feuer in

dem zurzeit nicht bewohnten Gebäude hat

kommen können, die Feuerwehr

vermutet Brandstiftung.

Die Höhe des Sachschadens

steht noch nicht

fest. Die Polizei ermittelt.

Husumer Nachrichten

30.12.2008

Diese beiden Meldungen

zeigen wieder, wie rasch

und endgültig das Feuer einen

Haubarg vernichten

kann. Innerhalb von maximal

zwei Stunden sind nur

das Mauerwerk und ein

Haufen Asche übrig. Unzählige

Male ist das in Eiderstedt

geschehen. Der

vorletzte abgebrannte ehemalige Pastoratshaubarg

in Poppenbüll wurde vor zwei Jahren

nach einem Brand wieder aufgebaut. (s. MA

3/2006, S. 24)

Abb. 3 Haubarg Sieversbüll niedergebrannt. Foto: Jens Voss

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

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Abb. 4 Haubarg Schütt, Luftbild ca. 1994

Zweimal innerhalb von 14 Tagen wurden

nun zwei Haubarge, einer am westlichen und

einer am östlichen Ende des Verbreitungsgebietes

dieser Bauernhausform in Eiderstedt

Opfer solcher Großbrände. Mit dem Brand

der beiden großen Gebäude ist auch ihre sichtbare

Geschichte ausgelöscht.

Wir blicken noch einmal in die in jüngster

Zeit geschriebenen Ortschroniken, die über

die geschichtsträchtigen Bauwerke unter anderem

das folgende Wissenswerte berichten:

Sieversbüll 5, Gemeinde Westerhever

Zur Geschichte des Hofes lesen wir in der

Chronik von Westerhever (2004), dass auf

dem Grundstück 5 im Jahre 1734 ein Wohnhaus

mit ca. 1 Demat (ca. 0,5 Hektar) Hauswarft

stand. Dazu gehörten rund 70 ha Land.

Nach einem Konkurs waren es noch ca. 20 ha.

1766 steht das Anwesen wieder zum Verkauf.

Dazu heißt es in einem Tauschkontrakt

des Gardinger Advokaten Saß: „…es war aber

14 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

keine so leichte Sache, die Güther einigermaßen

nach Wunsch abzusetzen, weil bekanntlich

die Ländereyen in Westerhever keine

Liebhaber außerhalb des Kirchspiels finden,

und innerhalb des Kichspiels das baare Geld

sehr selten ist. So wurde „nach langer Unterhandlung

vereinbart, dass Harrel von Ahnen

ein aus dem Konkurs des Ratsverwandten Peter

Martens erhaltenes, in Garding belegenes

Haus, 1300 Mark bar und auf ,Herbst 1866

ein gutes fettes Schwein, 6 fette Gänse und einige

Säcke‘ gab und dafür die Hofstelle und

samt den darauf befindlichen lebendigen Habe

und Mobilien, imgleichen die ganze sommerfällige

Weitzenfrucht von 5-6 Demath“ erhält.

1776 wir die Hofstelle zum Haubarg ausgebaut.

1848 heiratet Johann Lühr die Witwe Caroline

Margaretha von Ahnen. Die Familie Lühr

blieb von da an bis 2006 im Besitz des Hofes,

der jetzt abgebrannt ist.


Haubarg Schütt auf Herrnhallig, Gemeinde

Koldenbüttel.

Der Haubarg Schütt auf Herrnhallig, östlich

von Koldenbüttel, geht zurück auf das

Jahr 1620. Er gehört wahrscheinlich zu den

ersten Haubargen, die mit holländischen, vom

Gottorfer Herzog angeworbenen „Investoren“

erbaut worden war. Darunter gibt es fünf

Haubarge, die bereits zu jener Zeit mit integriertem

Wohnteil versehen waren, wie es erst

später allgemein üblich wurde. Die frühen

Haubarge waren überwiegend an vorhandene

Langhäuser angebaute Wirtschaftshaubarge.

Ein solches Beispiel ist der Tatinger Deichgrafenhof

von 1609.

Der Haubarg auf Herrnhallig wurde am

20.11.1806 durch Brand vernichtet und ein

neuer an gleicher Stelle erbaut. 1856 gibt es einen

Eigentumswechsel. Der Haubarg blieb danach

im Familienbesitz. Letzter wirtschaftender

Landwirt war Carl Matthias Schütt, der

1991 starb. In den letzten beiden Jahren war

das Gebäude unbewohnt.

In der Chronik der Herrnhallig schreibt der

Chronist Jan Dau: „1954 wäre der Haubarg

fast abgebrannt. Ein Reetdachgebäude hatte

einen von Schornsteinfegern zu besteigenden

Schornstein. Wurde der Herd im Sommer am

Morgen geheizt, gab es keine Probleme.

Schien aber erst die Sonne in den Schornstein,

zog der Schornstein nicht, und es qualmte

beim Anheizen fürchterlich. Die schwere Luft

wollte nicht nach oben abziehen. Wenn diese

schwere kalte Luft erst aus dem Schornstein

raus war, zog der Herd. Hierzu wurden verschiedene

Kniffe angewendet. Das einfachste

war, eine Zeitung im Schornstein anzuzünden.

War ja ganz einfach: Die Einstiegsluke für den

Schornsteinfeger aufmachen, und der Schornstein

zog. Der zog dann aber leicht so stark,

dass die Zeitung, wenn sie oben angelangt war,

noch brannte. Wenn die brennende Zeitung

nun auf das Reetdach fiel, bestand die Gefahr,

dass das Reet zu brennen begann. So war es

auch Frau Schütt ergangen.“ Glücklicherweise

wurde das Feuer schnell entdeckt und gelöscht.

Am 29. Dezember 2008 gelang das leider

nicht. Ein Stück Siedlungsgeschichte und ein

Kulturdenkmal wurden für immer zerstört.

Abb. 5 Haubarg Schütt ca. 1994 (Abb. 4 u. 5 aus: Dau: Chronik der Herrnhallig,1996) Foto: Gerd Kühnast

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

15


Lorenz Christian Hansen (1831-1910):

Mein Lebenslauf vom Hirtenstab

bis zum Orden

Der Verfasser des nachstehenden Textes beschreibt

eindrucksvoll die Zustände des Schulwesens

in Nordfriesland von der ersten Hälfte

bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Beginnend

mit der eigenen Schulzeit im vierten

Jahrzehnt, schildert er die Schulentwicklung

im Herzogtum Schleswig aus eigenem Erleben

und aus der Sicht des Lehrers. Darüber hinaus

beschreibt er die Lebensumstände der Men-

16 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

schen und gibt damit Einblick in das beschwerliche

Leben der Kleinbauern, Häusler

und Landarbeiter.

Für diese Zeitschrift ist aber von besonderem

Interesse, dass Hansen „seine Schulen“ gezeichnet

hat und uns damit vor Augen führt,

wie dürftig die räumlichen Schulverhältnisse

waren, bevor es in der preußischen Zeit Bauvorschriften

für Schulen gab, die Raumgröße

Abb. 1 Der Lehrer Lorenz Christian Hansen schrieb seinen Lebensbericht im Alter von etwa 70 Jahren auf.

Er fertigte die Zeichnung „seiner“ fünf Schulen, an denen er unterrichtet hatte, ein Dokument der Schul -

geschichte Nordfrieslands.


Abb. 2 Ausschnitt: „Ein Backhaus auf Sterdebüll [Hattstedter Marsch]

Nov. 1848 - Oct. 1849“. Hier unterrichtete der 17-jährige als Autodidakt

sechs Kinder.

und -höhe sowie die Lichtverhältnisse regelten.

Wir fügen einige Bilder von wenigen noch

heute erhaltenen Gebäuden dieser Art hinzu.

Wohnhäuser der „kleinen Leute“ aus der ersten

Hälfte des 19. Jahrhunderts

sind so gut wie verschwunden.

Sie waren niedrig

und besaßen meist nur

Raumhöhen von 1,80 m

bis 2,00 m. Das letzte dieser

Kätnerhäuser in Hattstedt

wurde vor zwei Jahren

abgebrochen und durch einen

Neubau ersetzt. In den

Freilichtmuseen sind sie

auch nur ausnahmsweise zu

finden, weil sie zu wenig

Showeffekt bieten und neben

den prächtigen Häusern

der Großbauern glatt

übersehen werden.

L. C. Hansen hat ein

Stück Kulturgeschichte geschrieben.

Er konnte es,

weil er mit wachem Verstand

und offenen Augen

seine Umwelt wahrgenom-

men hat und in der Lage

war, uns ein anschauliches

Bild seiner Zeit niederzuschreiben.

Mein Lebenslauf

vom Hirtenstab

bis zum Orden

Bei der Gade in Hattstedt

erwachte ich, der

Schreiber dieses, am 12.

August 1831 zum Leben

und wurde bald darauf

durch die Taufe in die Gemeinde

der Christen aufgenommen,

bei welcher heiligen

Handlung der Kaufmann

J. C. Daul aus Husum,

Landmann Lorenz

Lorenzen von der Drift und

Catharina Sönksen in

Wobbenbüll meine Gevattern waren.

In den ersten Jahren meiner Kindheit soll

ich sehr klein und schwächlich gewesen sein,

so daß ich im Alter von zweieinhalb Jahren

Abb. 3 Nebenschule in Hockensbüll bei Husum 1849-1852

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

17


Abb. 4 Winterschule in Rosendahl bei Husum 1852-1854; man beachte:

Schule und Stall unter einem Dach.

nicht einmal ohne Hülfe von der Diele mich

erheben konnte. Durch die sorgsame Pflege

der Eltern und Großeltern, welche sie dem

kleinen Erstgeborenen angedeihen ließen, erstarkte

ich unter dem Beistand Gottes allmählich

und betrat nach zurückgelegtem 6. Lebensjahre

die Schule. Mein erster Lehrer war

Claus Röhe aus Schwesing, welcher später

nach Ost-Langenhorn versetzt wurde und dort

im Jahre 1869 starb. Als dieser Lehrer eines Tages

im Eifer ein unartiges Mädchen in den

18 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

Klühnkasten [Torfkasten]

warf, bekam ich eine solche

Furcht vor der Schule, daß

ich, wenn ich nur konnte,

die Schulstunden schwänzte.

Erst als mein Bruder

Hans Christian mit mir zur

Schule gehen konnte, verschwand

die Furcht, und

mit den Jahren wurde die

Schule mein Lieblingsaufenthalt.

In der Oberklasse war

der damalige Küster Brodersen

mein Lehrer.

Im Nachsommer 1843

musste ich den Hirtenstab zur Hand nehmen

und in Halebüll auf den Stoppelfeldern die

Kühe hüten. Gleich bei meinem Dienstantritt

wurde mir am ersten Morgen zum Frühstück

eine Schale mit Milch und Brot auf einen kleinen

Nebentisch gesetzt. Als aber das Dienstmädchen

Anna Hinrichsen aus Hattstedt mit

mir teilen wollte, wirkte sie es bei der Herrschaft

aus, daß ich mich auch zum Kaffee an

den Tisch setzen durfte, wo mir aber mein

Morgenbrot knapper zugeteilt wurde. Darum

Abb. 5 Die Häuser der Kätner und Kleinbauern waren niedrig und armselig gebaut. Sie sind fast alle verschwunden,

weil darin niemand mehr wohnen will. Diese kleine Landstelle in der Westerwiede in Hattstedt

wurde 2007 abgebrochen. Foto: Gerd Kühnast


Abb. 6 Das Armenhaus in Bargum war ursprünglich ein Kätnerhaus und

maß 1,80 m vom Fußboden zur Zimmerdecke. Bis 1978 war es noch bewohnt.

Foto: Gerd Kühnast

steckte Anna mir oft heimlich ein Butterbrot

zu, das ich dann bei den Kühen auf dem Felde

mit großem Appetit verzehrte.

Nach mehrwöchigem Dienst kehrte ich zu

Martini vergnügt zu meinen Eltern zurück.

Im darauffolgenden Sommer hütete ich Kü-

Abb. 7 Drei Wohnungen unter einem Dach in Riddorf.

he bei Broder Volquardsen

in Horstedt. Noch einmal

musste ich im Sommer

1846 mein Brot mit Kühehüten

verdienen. Ich kam

zu dem Landmann Hans

Paulsen in Horstedt, wo ich

in den heißen Mittagstunden,

wenn sich meine

Hausgenossen durch ein

Mittagschläfchen erquickten,

120tausend Soden

Klühn [Torf] so nebenbei

kanten und stuken musste.

Im Frühjahr 1847 kam ich

als Pflugtreiber nach Witzwort

in Eiderstedt. Dort

hatten wir schon am 1.

April 7 Demath1 mit Hafer

besät. Am 15. August erkrankte

ich wie so viele daselbst

am Stoppelfieber und kam schon am folgenden

Tage gelegentlich nach Hause zu meinen

Eltern. Da lag ich lange sehr krank, so daß

meine Großmutter meinte, es wäre gut für sie

und für mich, wenn wir nur erst beim Großvater

im seligen Jenseits wären. Damit war ich in

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

19


Abb. 8 Die Schule auf der Hallig Oland von 1927; erstmals gab es ein

eignes Gebäude, aber sie musste es mit dem Pastor teilen, der in seiner

Hälfte einen Kuhstall bekam. Ölbild (Ausschnitt) von W. H. Jahnke,

Rendsburg 1958.

meinem jugendlichen Alter

natürlich nicht einverstanden,

und es ist auch nicht

Gottes Wille gewesen.

Denn ich genas allmählich

von meiner Krankheit, litt

aber noch den ganzen Winter

am Wechselfieber, so

daß ich infolge dessen den

Konfirmandenunterricht

sehr lückenhaft besuchte.

Der Herr Pastor Friederici

war ein Meister im Katechisieren,

seine Fragen waren

mitunter lächerlich.

Manche von diesen sind

mir noch im Gedächtnis,

doch mit Rücksicht auf den

längst verstorbenen Herrn

Pastor nehme ich davon

Abstand, diese hier niederzuschreiben.

Zu Palmarum

1848 wurden wir in der

Kirche zu Hattstedt konfirmiert.

In diese Zeit fällt die

20 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

Erhebung Schleswig-Holsteins.

Am 24. März selbigen

Jahres hatte schon

Prinz Friedrich von Noer

die Festung Rendsburg eingenommen.

Diese Erhebung

wurde allenthalben

von Jung und Alt begrüßt.

Überall wurden Freiheitslieder

gesungen, als z. B.

„Noch ist Polen nicht verloren“

und „Schleswig-

Holstein meerumschlungen“

u. v. a. Viele junge

Leu te stellten sich freiwillig

unter Waffen, und die Zurückbleibenden

bildeten einen

Landsturm. Auch ich

mußte gleich nach der

Konfirmation mit einer

Lanze bewaffnet mich auf

einem freien Platz unter

Nr. 62 in Reih’ und Glied

Abb. 9 Die Ansicht zeigt links die Stalltür, rechts die Schultür.


Abb. 10 Der Grundriss zeigt die Raumverhältnisse der Schule: 1 Flur, ein Klassenraum, Toiletten wurden zu

Hause aufgesucht, der weiteste Weg war ca. 100 m. Erst 1970 gelang es, von der Kirchengemeinde den

Stall (in welchem nie Kuh oder Schwein gelebt hatten) für Schulzwecke zu kaufen und umzubauen.

stellen, wo der alte Bauernvogt Br. Christiansen

die Parade abhielt. Unsere Aufgabe war,

wie es hieß, Laurids Skau, den Anführer einer

Räuberbande, der von Norden her im Anzuge

sein sollte, zurückzudrängen. Zum Glück

blieb er weg und wir konnten uns wie die alten

Deutschen auf die Bärenhaut legen. Am ersten

Ostertage wurde das dänische Heer von der

jungen Schleswig-Holsteinischen Armee bei

Schleswig geschlagen und nach dem Norden

vertrieben. Darauf kämpfte Schleswig-Holstein

drei volle Jahre für Freiheit und Recht,

aber umsonst, denn die schleswig-holsteinische

Armee wurde von den Großmächten entwaffnet

und Schleswig-Holstein kam wieder

unter dänische Herrschaft.

Nach meiner Konfirmation blieb ich den

Sommer zu Hause und ging mit Vater und

Bruder auf Feld- und Deicharbeit. Durch Vermittlung

des Herrn Pastors Friederici kam ich

im Herbst 1848 als Lehrer nach Sterdebüll in

der Hattstedter Marsch, wo ich als Lehrer

nach Martini bis Ostern ein Gehalt von 20 M

bezog. Meine 6 Schüler unterrichtete ich in

der Backstube des alten Th. Chr. Hansen.

Dort hatte ich den Wandertisch. Die Zeit der

Beköstigung wurde berechnet zur Hälfte nach

der damaligen Landsteuer, ¼ nach der Zahl

der Feuerstellen und ¼ nach der Schülerzahl.

Dabei wurde mir gar von dem Schulvorsteher

gesagt, ich müßte bei der Berechnung die

Sonntage nicht in Ansatz bringen. Weil ich an

den Tagen doch zu Hause ginge. Im Frühjahr

kam ich als Nebenschullehrer nach Hockens-

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

21


üll. Hier bezog ich ein Jahresgehalt von 160

M. Davon mußte ich 100 M für Kost und Logis

bezahlen, hatte somit nur 60 M übrig. Ich

logierte daselbst im kleinen Wirtshause, dem

kleinen Schulhause gegenüber. Der Raum dieses

Büchleins gestattet es nicht, die Erlebnisse

in diesem Wirtshause, wo Deutschgesinnte

und Dänen einkehrten und wo es oft zwischen

diesen zu Reibereien kam, hier niederzuschreiben.

Einmal wurde beim Durchmarsche deutscher

Truppen mein Schulhaus zu einem

Wachtlokal eingerichtet. Die wachthabende

Mannschaft lag da auf Stroh gebettet. In Hockensbüll

konnte ich nicht heimisch werden,

auch nicht in meinem Logis, trotzdem hielt

ich es auf Wunsch meines Vaters dort 3 Jahre

aus und erhielt in der Zeit Privatunterricht in

Husum bei dem Lehrer Dau.

Nach Ablauf der 3 Jahre gab ich wider den

22 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

Willen meines Vaters den Lehrerberuf auf und

zog wieder nach Hause. Hier angekommen

mußte ich sofort wieder an die Deicharbeit.

Auf dem Meeresboden am Hattstedter Deiche

sollte ein neuer Strom von 80 Ruthen Länge

gegraben werden. Bei dieser Arbeit mußte ich

die Karre schieben. Das überstieg fast meine

Kräfte, doch hielt ich es aus, sollte aber bei

dem am Schlusse der Arbeit abgehaltenen Deicherbier

als junger Deicher nicht mit „hänseln“.

Während dieser Zeit mußte ich nebenbei

für meinen erkrankten Lehrer, den Küster

Brodersen, schon die Küstergeschäfte übernehmen.

Das Singen in der Kirche führte ich

aber anfangs nicht ohne Herzklopfen aus. Dabei

regte sich wieder in mir die Neigung zum

Lehrfache und ich meldete mich zu der vacanten

Winterschule in Rosendahl. Nach langem

Knickern mit den Schulinteressenten, welche

Abb. 11 Ein Stall-Back- und Schulhaus hatte sich der Haubargbesitzer Hinrichs auf Trindamm gebaut, damit

die Kinder im Winter nicht den weiten Weg auf dem nahezu unbegehbaren Kleideich zur Dorfschule gehen

mussten. Das Gebäude wurde um 1873 abgerissen. Aus: Hans Hinrichs: Chronik von Trindamm. Um 1929.

Manuskript. KANF


sich sämtlich bei dem Schulvorsteher Peter

Jensen zu diesem Zwecke versammelt hatten,

einigten wir uns auf 45 M Lohn für die Zeit

von Michaelis 1852 bis Ostern 1853. Hier

hatte ich auch den Wandertisch. Da ich hier

15 Kinder bis zur Konfirmation zu unterrichten

hatte, gab es für mich vollauf zu tun, um

mich in den einzelnen Unterrichtsfächern gehörig

vorzubereiten.

Der Erfolg meiner Tätigkeit weckte die Lust

von Neuem zum Unterrichten. Und da es von

Seiten der wohlhabenden Bauern auch nicht

an Anerkennung fehlte, gefiel es mir da außerordentlich

gut. Auf einstimmigen Wunsch

meiner Schulinteressenten blieb ich noch 4

Wochen länger, von Ostern bis Mai, für einen

Lohn von 3 (??) 12 Schilling. Als ich darauf im

Sommer 1853 wieder zu Hause gearbeitet hatte,

kam ich im Herbst unter denselben Bedingungen

wieder nach Rosendahl. Nach Ablauf

dieses Semesters wünschten die Rosendahler

mich für immer als Lehrer zu behalten. Doch

wegen meiner Militärpflicht kam nichts danach.

Darauf meldete ich mich zu der vacanten

Distriktschule in Sterdebüll, Gemeinde Bordelum.

Ich erhielt meine Ernennung zu der Stelle,

und nachdem ich bei dem Kirchenpropsten

Caspers eine für mich recht schwere Prüfung

bestanden, dazu auch gleich den Amtseid abgelegt

hatte, zog ich am 26. April 1856 als

wohlbestallter Lehrer in meine Residenz ein.

Kost und Logis bekam ich bei dem Schuster

Niels Peter Wilslef für wöchentlich (…).

Am 2. Mai betrat ich die Schule und führte

mich sozusagen selbst ein, denn der alte Herr

Pastor Boßen, dem ich meine Aufwartung

machte, sagte mir beim Abschied: „So fangen

sie in Gottes Namen die Schule an. Ich werde

in den nächsten Tagen mal zu ihnen kommen.

Da mit dieser Schule, die doch 50-60 Schüler

zählte, nur ein Jahresgehalt von 205 M verbunden

war, bekam ich anfangs von den

Schulinteressenten jährlich eine freiwillige Zulage

von ca. 60 M. Im Jahre 1857wurde meine

Einnahme auf 200 Rt. dän. (450 M) erhöht.

Im Jahre 1859 verlobte ich mich mit der

Jungfrau Helena Margaretha Martensen daselbst,

geb. den 20. Aug. 1826, Tochter des

Landmannes Marcus Martensen u. der Marike,

geb. Nissen. Da bei der Schule keine Lehrerwohnung

war, kaufte ich im Jahre 1861 ein

Haus, unmittelbar an der Schule gelegen, mit

4 Demath magerem Geestboden für die Summe

von 1875 M.

Dieses Haus vermietete ich auf 1 Jahr an

den Arbeiter C. Carstensen, behielt aber eine

Stube für mich. Nachdem ich 7 Jahre bei dem

vorhin genannten Schuster Kost und Logis gehabt

hatte, bezog ich eine eigene Wohnung

und bekam die Kost im Hause bei der Arbeiterfamilie.

Am 9. Mai 1862 feierten wir unsere

Hochzeit und gründeten unter bescheidenen

Ansprüchen einen eigenen Herd. In dem kleinen

eigenen Hause verlebten wir glückliche

Jahre. Am 16. Februar 1863 wurde unser Sohn

Heinrich geboren und am 8. Juli 1864 unsere

Tochter Maria. Am 9. Februar 1865 starb

mein Schwiegervater und wir erhielten bei der

Teilung des väterlichen Nachlasses ca. 5000 M

zum Teil bar, zum Teil in Grundbesitz. 1866

kaufte ich die kleine Fenne im Bordelumer

Koog, ca. 8 Saat groß, für 1400 M. Unser

Grundbesitz umfaßte somit ein Areal von 8

Dth., worauf wir 2-3 Kühe hielten.

Als im Jahre 1864 der deutsch-dänische

Krieg beendet und die Dänen aus Schleswig-

Holstein vertrieben waren, mußten auch manche

dänisch gesinnten Prediger und Lehrer

Amt und Brod aufgeben. Dadurch entstanden

viele Vacanzen und manche Autodidakten fanden

definitive Anstellung. In dem Jahre wurde

ich von Schulinteressenten in O.-Bargum aufgefordert,

mich um die dort vacante Lehrerstelle

zu bewerben. Dieser Aufforderung kam

ich nach, wurde auch in erster Linie präsentiert,

aber vom Visitatorio zurückgesetzt, weil

mir Seminaristenrechte fehlten. Bald danach

wurde ich von den Wobbenbüller Schulinteressenten

aufgefordert, mich da als Lehrer zu

bewerben. Ich tat es, wurde auch zu der Stelle

vom Hattstedter Schulkollegio einstimmig

präsentiert, aber ebenfalls zurückgesetzt.

Endlich wurde ich im Jahre 1867 auf einstimmigen

Wunsch der Ost-Bargumer Schulinteressenten

dorthin befördert. Am 10. Dez.

d. J. siedelten wir dahin über, nachdem ich nahezu

14 Jahre in Sterdebüll als Lehrer gestan-

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

23


Abb. 12 Der einzige Schulraum auf Oland wurde 1967 von acht Schülern in fünf Jahrgängen besucht. Erst

1970 wurde der Pastoratsstall Unterrichtsraum. Heute besuchen vier Kinder die Schule.

den. Im Jahre 1872, als in Sterdebüll ein neues

Schulhaus nebst Lehrerwohnung gebaut und

das Diensteinkommen des Lehrers auf jährlich

1200 M festgesetzt war, wünschten die Sterdebüller

mich einstimmig wieder zurück. Ihr Gesuch

aber wurde abschlägig beschieden aus

dem Grunde, weil eine solche Versetzung gesetzwidrig

sei. Die Stelle mußte als vacant ausgeschrieben

werden und dann konnte ich

mich melden. Das aber ließ ich bleiben. Später

wurde mir auch noch die Schulstelle in Dörpum

angeboten, worauf ich ebenfalls nicht

einging. Ich war am Ziel und stand mich pecuniär

auch in Bargum gut. Besser wäre es da gewesen,

wenn der Local-Schulinspector, Herr

Pastor Requate, nicht so unfreundlich gewesen

wäre. Palmarum 1879 wurden unsere Kinder

Heinrich und Maria konfirmiert. Sie wurden

miteinander am Altar eingesegnet vom Herrn

Pastor Biernatzki. Heinrich, der Landmann

werden wollte, kam als Knecht nach Büttjebüll,

diente auch später in Langenhorn und

Breklum. Maria kam gleich nach der Konfirmation

als Gesellschafterin zu einer uns be-

24 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

kannten Predigerwitwe in Kiel. Nach einem

halben Jahr aber mußte sie zur Stütze ihrer

kranken Mutter wieder zu Hause.

Im Frühjahr 1880 kaufte ich die Stammstelle

des Fr. Carstensen gehörenden Grundbesitzes

in Büttjebüll mit 10 Dt. Geestland beim

Hause für 7750 M. Sofort verkaufte ich davon

ein Backhaus, 12 Fach groß, für 550 M zum

Abbruch, mithin kostete das übrige mir nur

7200 M. Dann erkaufte ich die kleine Stelle in

Sterdebüll für 2000 M und die Westerackern,

groß 3 Dt. daselbst für 3000 M, so daß ich bei

diesem Handel nur 2200 M zugeben durfte.

Dafür hatte ich ein viel besseres Wohnhaus

mit einem Brandkassenwert von 4500 Mk

und 3 Dt. Geestland mehr und dazu alles

beim Hause.

An dieser Stelle möchte ich noch erst etwas

über mein Dienstjubiläum (2.5.1879) nachtragen.

Am Morgen des Tages kamen der Gemeindevorsteher

Godbersen und der Müller

C. Brodersen und überbrachten mir schriftlich

die Glückwünsche der Schulinteressenten. Als

äußeres Zeichen der Anerkennung schenkten


mir diese einen Sofa, eine Tischdecke und Silberzeug

im Werte von 100 Mark. Meine Kollegen

(17) schenkten mir einen Sofatisch.

Am Nachmittag, nach Ankunft der Lehrer

fand eine öffentliche Schulfeier statt. Die

Schule war festlich geschmückt und von Teilnehmern

gedrängt besetzt. Zunächst trat Herr

Pastor Biernatzki auf und hielt eine Rede unter

Zugrundelegung des Spruches „Schlicht und

recht, das behüte mich“. Darnach trat Lehrer

Matthiesen auf und hielt eine Ansprache und

zum Schluß dankte der Jubilar. Am Abend waren

reichlich 30 Personen bei uns zum Abendbrod

und wir verlebten einen gemütlichen

Abend bis spät in die Nacht hinein.

An diesem Abend klagte meine Frau zum

1. Male über Müdigkeit und Schmerzen im

Rücken. Ihre Krankheit nahm zu, und nach 3jährigem

Siechtum wurde sie mir am 11. März

1882 durch den Tod entrissen. 2 Monate darnach

starb mein Vater und sieben Monate

nach seinem Tod starb meine Mutter. Ich war

bei dem schweren Verlust so glücklich, daß

meine Tochter, 18 Jahre alt, schon meinem

kleinen Haushalt vorstehen konnte. Nachdem

sie auch noch ein Jahr in einer größeren Haushaltung

gedient, wurde sie im Jahre 1887 verlobt

mit dem Landmannssohne August Sönksen

bei der Bohle und einige Jahre später verlobte

sich mein Sohn mit der Jungfrau Ida

Brodersen, Tochter des Müllers Carsten Brodersen

in Bargum. Beide Kinder wurden 1888

verheiratet. Am 10. Mai 88 zogen Heinrich

und Ida nach Büttjebüll und gründeten dort

auf der von mir gekauften Landstelle ihren eigenen

Herd. Ihrer Ehe sind 4 Kinder entsprossen:

1. Christan, geb am 20. Mai 1889. Gest. im

Juli 1892

2. Helena, geb. am 27. Okt.1891.

3. Christian, geb. am 10. April 1896.

August und Maria sind glücklich verheiratet

und wohnen auf der väterlichen Landstelle bei

der Bohle. Das Verhältnis zu ihrem alten Vater

und Schwiegervater Christian Sönksen, mit

dem sie in einem Hause wohnen, läßt nichts

zu wünschen übrig. Ihre Ehe ist mit 4 Kindern

gesegnet.

Catharina, geb. 23. April 1889

Helena, geb. 22. April 1892

Christina, geb 7. Dez. 1894

Lorenz Christian, geb. 7. Dez. 1894

Nach der Verheiratung meiner Kinder führte

eine Nachbarin, Eline Güldenzoph, meinen

Hausstand 2 Jahre, darauf kochte meine

Schwester Ingeburg mir 6 Jahre den Kaffee.

Im Herbst 1894 stellte sich bei mir ein

Halsübel ein, das ich anfangs für Erkältung

hielt. Aber als die Heiserkeit bei dem fortwährenden

Sprechen in der Schule zunahm, mußte

ich ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen.

Als darnach keine Änderung zum Bessern eintrat,

bat ich um meine Entlassung aus meinem

Amte. Darauf erhielt ich von der kgl. Regierung

meine Entlassung zum 1. Mai ds. Jahres

mit einem Ruhegehalt von jährlich 1248 M.

Am 30. April fand eine öffentliche Abschiedsfeier

in der Schule statt, zu welcher sich

meine Schulinteressenten recht zahlreich versammelt

hatten. Ich katechisierte eine halbe

Stunde über den Spruch „Es ist noch eine Ruhe

vorhanden dem Volke Gottes. So lasset uns

denn mit Fleiß Thun, einzukommen in dieser

Ruhe“. Darnach nahm ich Abschied von meinen

Schulkindern, von den Schulinteressenten

und schloß mit einem Gebet. Herr Pastor Reese

hielt dann zum Schluß der Feier noch eine

Rede. So war ich denn entlassen, nachdem ich

41 Jahre definitiv im Amte gestanden.

Am 1. Mai wurde ich freudig überrascht. Es

erschien Landrat Naße aus Husum und überreichte

mir nach kurzer Begrüßung einen Orden

mit den Worten: „Im Auftrage sr. Majestät

und der königlichen Regierung überreiche ich

Ihnen den Adler der Inhaber des Hohenzollernschen

Hausordens.“

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

L. C. Hansen

Das Original-Manuskript wurde „Dem lieben

Bruder Peter Hansen bei der Gaade i. H. [in

Hattstedt] gewidmet von L. C. Hansen Büttjebüll“.

Es soll sich in Privatbesitz befinden. Der

Text wurde von einer Abschrift aus dem Jahre

1950 übernommen, die im Dorfarchiv Hattstedt

aufbewahrt wird. Es ist der ungekürzte 3. Teil.

Die Rechtschreibung wurde nicht geändert.

G. K.

25


Es handelt sich um das Wasserwerksgebäude

aus dem Jahre 1902, das den Beginn geordneter

hygienischer Verhältnisse für die Stadt

Husum markierte und durch seine aufwendige

Architektur auf den Stolz verwies, der die

Stadtväter jener Zeit wie auch die Bürgerinnen

und Bürger des Gemeinwesens erfüllt hat. Das

alles kann man nachlesen, aber ein sichtbares

Zeichen aus der Anfangszeit der Wasserversorgung

ist ohne Not weggebaggert worden.

Warum das geschah, ist nicht bekannt. Es

stand auch nicht in der Zeitung. Das Wasserwerk

wird von den Stadtwerken betrieben, die

26 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

MELDUNGEN

Nachruf auf ein (ungeschütztes) Kulturdenkmal,

das fast unbemerkt von der Öffentlichkeit beseitigt wurde.

aus der Stadtverwaltung ausgegliedert und eigenständiges

Unternehmen sind.

Zum hundertjährigen Bestehen des Wasserwerkes

in Rosendahl hat Jürgen Dietrich im

Auftrage der Stadtwerke eine 60-seitige Chronik

zusammengetragen, die sehr anschaulich

die Vorgeschichte und den Werdegang des

Unternehmens reich bebildert dargestellt. Auf

diese Chronik bezieht sich auch dieser in der

„Geschichte der Stadt Husum“ von Thomas

Steensen verfasste Abschnitt „Neue Errungenschaften“

(S. 164 f.)2.

„Einen weiteren Schritt in das moderne

Abb. 1 Husum bekam als erste Stadt im heutigen Kreis Nordfriesland im Jahre 1902 eine zentrale Wasserversorgung.

In Rosendahl wurde eine „Wassergewinnungsanlage mit Brunnen und Wasseraufbereitung“

gebaut. Die Gebäude wurden im Stil der Zeit sehr ansehnlich gebaut. Das zuerst erbaute war das letzte

dieser Anlage, Zeugnis der Stadtentwicklung. Es wurde nun ohne weitere Diskussion und ohne Einweihung

der Öffentlichkeit von den zuständigen Stadtwerken abgerissen. Geblieben ist nur noch der denkmalgeschützte

Wasserturm am Schlosspark.


Abb. 2 Das fertige Wasserwerk ging 1902 in Betrieb. Fotos 1 und 2: KANF

Zeitalter brachte 1901/02 die zentrale Wasserversorgung,

um die man sich seit 1891 bemüht

hatte. Bis dahin bezogen die Husumer

ihr Wasser aus mehr als fünfzig von Pumpenkommunen

unterhaltenen Pumpen und Brunnen;

viele weitere befanden sich in privater

Hand. Doch es bestand die Gefahr der Verschmutzung

mit Exkrementen oder Abfällen,

Seuchen konnten die Folge sein. Die Cholera-

Epidemie in Hamburg, die 1892 Tausende

Menschenleben kostete, zeigte die Bedeutung

hygienisch einwandfreien Wassers. Auf einem

Geestausläufer in Rosendahl wurde 1901 eine

Wassergewinnungsanlage errichtet. Sie bestand

aus sechs Röhrenbrunnen von 55-60

Meter Tiefe. In den Straßen

der Stadt verlegten Bauarbeiter

Wasserrohre in einer

Länge von fast 15 Kilometern.

An der Nordwestecke

des Schlossparks errichtete

man den 42 Meter hohen

Wasserturm, der als höchs -

tes Gebäude in Husum einen

neuen Akzent im

Stadtbild setzte. Er diente –

bis 1961 – zum Ausgleich

von Schwankungen des

Verbrauchs, konnte 350

Kubikmeter Wasser speichern

und stellte den erfor-

derlichen Druck im Leitungssystem

her. Fortan

floss frisches Wasser aus dem Wasserhahn – eine

enorme Erleichterung.“

Neben dem Wasserturm, der nach seiner

Außerdienst-Stellung privatisiert und als Aussichtsturm

zugänglich gemacht wurde, ist nun

das letzte Gebäude der Wassergewinnungsanlage

von 1902 ohne Not dem Erdboden

gleichgemacht worden und ein für die Stadt

sehr bedeutsamer Erinnerungspunkt verschwunden.

Bleibt noch der kleine gusseiserne Trinkbrunnen,

der 1902 auf dem Viehmarkt installiert

und nach der Schließung auf ein brachliegendes

Grundstück am Kuhsteig versetzt wurde.

G. K.

Abb. 3 Das letzte noch vorhandene Gebäude wurde jetzt sang- und

klanglos von den Stadtwerken beseitigt. Luftbild: Jürgen Dietrich 2002

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

27


Steinzeitliche Funde im Watt

Abb. 1 Hellmut Bahnsen – hier mit seiner Frau Rita

– hat sich schon früh für Funde im Wattenmeer

interessiert und einen sicheren Blick für fundträchtige

Plätze entwickelt. Diesem Umstand ist zu verdanken,

dass es heute sichere Erkenntnisse für die

Besiedelung des Wattenmeeres bereits in der frühen

Bronzezeit gibt. Foto: privat

Erneut ist es jetzt Hellmut Bahnsen gelungen,

durch Wattfunde ein weiteres Zeitfenster

aus der Vergangenheit Pellworms aufzustoßen.

Vor zwei Jahren konnte durch Keramikfunde

westlich von Pellworm eine Besiedlung in der

Zeit der ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt

nachgewiesen werden. Für die sogenannte

Völkerwanderungszeit hatte man bisher angenommen,

dass das tiefliegende Gebiet zwischen

dem nördlichen Eiderstedt und den

Geestinseln Föhr und Amrum relativ menschenleer

gewesen sei. Allerdings hatten schon

Funde römischer Münzen unmittelbar hinter

dem Süderoogsand vermuten lassen, dass auch

hier eine Station römisch/germanischer Händler

gewesen sein könne. Handelsplätze dieser

28 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

Zeit sind in Tating und auf Amrum nachgewiesen,

eine Kette von sporadisch genutzten

„Märkten“ geht vom Rheindelta bis zum

Limfjord.

Jetzt konnte Hellmut Werkzeuge aus Feuerstein

bzw. Flint präsentieren, die er im Watt

nördlich von Pellworm geborgen hatte. Bereits

1976 hatte hier Anton Mextorf bei Vermessungsarbeiten

einen Steindolch gefunden, eine

Replik davon befindet sich im Inselmuseum.

Damals konnte nicht ausgeschlossen werden,

dass der Fund von einer anderen Stelle hierher

gelangt sein könne. Diesmal sind die Fundumstände

eindeutig. Ein mit absoluter Präzision

gefertigter Fischschwanzdolch und eine einfachere

Dolchklinge kamen aus dem blauen

Klei, der jetzt durch die ständig fortschreitende

Abräumung der mittelalterlichen und frühmittelalterlichen

Siedlungsschichten und der

darunterliegenden Torfe zutage kommt.

Zeitlich gehören sie in die Übergangszeit

der Jungsteinzeit zur Bronzezeit, die hier im

Norden etwa in die Zeit von 2350 bis 1600

v. Chr. angesetzt wird. Sie wird auch als

Dolchzeit bezeichnet. Dr. Joachim Kühn vom

Abb. 2 Klinge (links) um 1700 v. Chr.,

Fischschwanzdolch 1500 v. Chr. Foto: privat


archäologischen Landesamt ist Spezialist für

diese Periode. Er datiert den Dolch auf kurz

vor 1500 v. Chr., die Klinge auf ca. 1700

v. Chr. und erwähnt dabei den Fund eines

Auerochsenschädels mit eindeutig menschlichen

Bearbeitungsspuren, mit Resten von

senfartigen Gräsern, Samen und Erlenholz, die

vor einiger Zeit im Watt bei der Hamburger

Hallig gefunden wurden und auf 2200 v. Chr.

datiert werden konnten; also ein Zeitfenster

von ca. 700 Jahren für unsere Gegend. Weitere

Funde von Sichelresten und Klingen aus der

Gegend von Südfall runden das Bild ab.

In dieser Zeit drängte die Bronzeverarbeitung

immer weiter nach Norden, während die

Verarbeitung von Feuerstein höchste Vollendung

erreichte. Manchmal vermischen sich

auch die Fertigungsmerkmale, z. B. wurden

auf Flintgeräten die Gussnähte von Bronzegeräten

imitiert. Es war auch das Zeitalter der

wohl größten Revolution der Menschheitsgeschichte

im Norden. Zunehmend wurden die

Jäger und Sammler zu sesshaften Bauern,

Nutztiere wurden domestiziert, und es bildeten

sich neue Gesellschaftsstrukturen mit einer

führenden Herrschaftsschicht. Soziales Symbol

waren unter anderem Fischschwanzdolche

wie der gefundene, von begabten Handwerkern

mit höchster Vollendung gefertigt, nicht

für jedermann erschwinglich, auch nicht als

Werkzeug genutzt, sondern als Zeichen hohen

Standes und als Grabbeigabe. Der Dolch ist

heute noch scharf, der hohe Härtegrad von

Feuerstein, vergleichbar mit Diamant, hat ihn

auch eine Lagerung von dreieinhalb Jahrtausenden

überstehen lassen.

Interessant ist auch die Höhenlage der Funde;

sie wurden alle in einer Höhe von ca. 1,5

bis 1,7 m unter Normal Null gefunden, also

etwa im Bereich des heutigen Niedrigwassers.

Das entspräche einem generellen Meeresspiegelanstieg

in den letzten 4 000 Jahren von ca.

3,5 m, immerhin noch kein alarmierender Betrag.

Die Fundschicht, ein blauer Klei, auch

häufig als „Nordstrander Klei“ bezeichnet,

kann nur durch Überschwemmungen entstanden

sein. Die Bildung einer Marsch mit flächendeckender

Besiedlung und einem Bewuchs

von senfartigen Pflanzen, die ausge-

Abb. 3 Heinrich Liermann, der bis in die 1960er

Jahre die Post nach Süderoog trug, war schon damals

sehr erfolgreich im Aufspüren von Siedlungsresten,

besonders Keramik aus dem späten Mittelalter

und der Neuzeit. Das Foto zeigt ihn mit einem

glasierten großen Tongefäß, das er aus vielen

Bruchstücken zusammengefügt hatte. Foto: Gerd

Kühnast, 1973

sprochene Süßwasserpflanzen sind und eine

offene Landschaft bevorzugen, deutet auf einen

zeitweiligen Rückgang des Meeresspiegels

hin, wie es ja auch später um Christi Geburt

herum für einige Jahrhunderte der Fall war.

Eine von N. A. Mörner 1979 veröffentlichte

Kurve des Meeresspiegelanstieges zeigt für diese

Zeit Schwankungen in entsprechender Höhenlage

auf, die so ein Modell unterstützen.

Man könnte sich also eine flache, offene

Marsch mit einzelnen Baum- oder Buschgruppen

vorstellen, die von einer bäuerlichen Gesellschaft

mit ausgeprägter sozialer Struktur

bewohnt gewesen ist. Es wird natürlich sehr

schwer sein, in der Marsch oder gar im Watt

außer einzelnen Artefakten auch Siedlungsstellen

zu finden.

Erich Beese

Nachdruck aus „De Pellwormer“ 6/2008

Literatur: Hellmut und Rita Bahnsen: Spurensuche im

Wattenmeer. Selbstverlag 2005. Geschichten über die

Funde, 55 S., Neuauflage in Vorbereitung.

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

29


Das bedrohte

Haus

Die alte Grundschule

mit Lehrerwohnung in Tating,

ein Bau aus der Gründerzeit

in den 1870er Jahren,

wurde einhundert Jahre

später, nach der Schulzusammenlegung,

nicht mehr

gebraucht und verkauft. Sie

liegt am Hochdorfer Garten,

dem Barockpark von

1795, gegenüber vom

Schweizerhaus.

Die neuen Eigentümer

änderten nur wenig am äußeren

Bild des Schulhauses

und am Grundstück. Der

30 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

Abb. 1 Das Schulgebäude in Tating liegt dem Schweizerhaus im Hoch -

dorfer Garten gegenüber. Es wurde 1874 für die ‚Oberknabenklasse‘

erbaut. 1952 wird es Elementarklasse, 1951 Mittelklasse und nach der

Schulzusammenlegung 1964 verkauft. Foto: Gerd Kühnast

alte Zweck des Hauses mit dem Grund, auf

dem es steht, lässt noch gut erkennen, was hier

stattfand. Der Ausgang aus der Schulklasse am

Ostgiebel des ost-west-gerichteten Hauses mit

Kniestock und Schieferdach führt auf den mit

Rasen bewachsenen Spielplatz. Der wiederum

ist mit Betonpfählen und waagerecht durchgestecktem

Stahlrohr gegen den vorbeiführenden

Fußweg abgegrenzt. An einer Seite des

Schulplatzes steht unverändert das Toilettenhäuschen

für die Schüler. Man möchte meinen,

die Zeit sei stehengeblieben. Nur der Rasen

sei nach den langen Sommerferien nicht

gemäht worden.

Erhalten sind noch die aufgereiht stehenden,

grün-weiß gestrichenen Originalfenster mit

dem für die Bauzeit typischen Stichbogen. Die

senkrechte Mittelsäule ist mit flachen pyramidenförmig

ausgeschnittenen Formen verziert.

Unter dem Dachsims blieb das schön geschweift

ausgeschnittene Traufbrett erhalten. Nur die auf

dem Dach nach Süden weisende eingebaute

große Gaube lässt erkennen, dass der Dachboden

zum Wohnen einbezogen wurde.

Abb. 2 Die Fenster von ca. 1874 sind noch erhalten

und dürften sich als reparaturfähig erweisen. Oben

sieht man das erhaltene ausgeschweifte Traufbrett.

Fotos: Gerd Kühnast


Ein Stück Schul- und Ortsgeschichte im

Denkmalbereich des Parks überdauerte die

Zeitläufte fast unverändert. Es verdient besonderen

Schutz vor Veränderungen, die den

Zeugniswert des alten Schulhauses zerstören

würden.

Das Haus steht zurzeit zum Verkauf. Denkmalschutz

wäre das angesagte Mittel, um vor

allem das äußere Bild auf Dauer zu erhalten.

In unserer Rubrik „Das bedrohte Haus /Bedrohte

Häuser“ machen wir auf erhaltenswerte

Häuser aufmerksam, die meist auch ortsbildprägend

sind und deren Zukunft ungewiss ist.

Rückmeldung

Utlandfriesisches Haus wandert aus

Maueranker Heft 1-2/2006 und Heft 3/2007

In den USA verlor das alte Friesenhaus sein

Gesicht

Niebüll/Iowa – Mit ein wenig Fantasie und

Insider-Wissen erkennt man es durchaus als

ein Friesenhaus. Doch das Moritzen-Haus aus

Niebüll ist es nicht mehr. Es wurde im August

2007 abgebrochen und in einem Container

nach Übersee exportiert, um in De Witt im

US-Bundesstaat Iowa wieder aufgebaut zu

werden und dort lebende deutschstämmige

Amerikaner an ihre angestammte

Heimat zu erinnern.

Über den spektakulären

„Export“ eines typischen

Kleinods aus der friesischen

Hauslandschaft ist in deutschen

und amerikanischen

Medien groß berichtet worden.

In Gang gesetzt und

begleitet worden ist es auf

deutscher Seite von Prof.

Dr. Carl-Ingwer Johannsen,

dem früheren Direktor

des Freilichtmuseums Kiel-

Molfsee und SHHB-Vorsitzenden.

In De Witt (Iowa)

waren es deutsche Auswan-

derer um den früheren

Bredstedter Karl Maas.

Fachkundiger Mittler zwischen hüben und

drüben wurde der Bargumer Zimmerermeister

Martin Peter Hansen (71), der beim Abbruch

in Niebüll und Wiederaufbau in De Witt dabei

war. Bei der Kommunikation zwischen

beiden Seiten half Jens Voss, Mitarbeiter der

Husumer Nachrichten.

Stand der Dinge ist, dass das einstige Moritzen-Haus

im Rohbau steht und rechtzeitig

zum Wintereinbruch „dicht“ wurde. Aller

Voraussicht nach soll es im Sommer eingeweiht

werden. Künftiger Verwendungszweck

des Hauses: Es soll sowohl eine „Chamber of

Crafts“ (Handwerkskammer) als auch ein Tourismusbüro

beherbergen.

(…) Enttäuschung bei Claus Moritzen,

dem letzten Besitzer des Hauses an der Hauptstraße

84. „Ich hatte mir vorgestellt, das Haus

einigermaßen so wiederzusehen wie in Niebüll.“

Er ließ anklingen, dass er bei der Einweihung

wohl nicht dabei sein wird. Prof. Dr.

Carl-Ingwer Johannsen sieht es anders: „Klar,

es ist nicht mehr das Niebüller Friesenhaus“,

gesteht er ein. Doch das Haus lasse gestalterische

Variationen zu. Die Amerikaner haben

die gestalterische Freiheit genutzt, um die

künftigen Funktionen im Haus unterzubringen.

Gleichwohl sei jedoch das Gefühl von

Heimweh nach Old Germany authentisch be-

Abb. 1 Das utlandfriesische Haus 2007 vor dem Abbruch in Niebüll.

Foto: Gerd Kühnast

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

31


friedigt worden, sagte Johannsen und plädierte

dafür, ein nicht zu hartes Urteil über dieses

durchaus lobenswerte Projekt zu fällen.

Einige Elemente aus dem einstigen Niebüller

Friesenhaus seien vorhanden: der Grundstein,

Grundriss, Steine, Balken und das eine

oder andere Fenster. Es seien heimatliche Werte

„auf Amerikanisch“ verarbeitet und vieles in

„sanfter Harmonie“ funktional amerikanisiert

worden.

Zimmerermeister Martin Peter Hansen:

„Der Versuch, ein Friesenhaus wieder erstehen

zu lassen, scheiterte schon an der laut dortiger

Bauvorschrift vorgegebenen Deckenhöhe von

acht „foot“ (2,44 Zentimeter). Die alten Türen

und Fenster wurden nach dem Willen der

Bauherren nicht wieder verwendet. Martin Peter

Hansen: „Sie hätten das Haus nicht haben

sollen.“ Nordfriesland Tageblatt 15. 01.2008

Was nicht in dem Zeitungsbericht von Dieter

Wrege, Niebüll, steht: Die nach Iowa verfrachteten

Teile des Hauses – Balken, Fenster mit Fens -

terläden und Stubentüren – wurden bis auf die

Deckenbalken gar nicht eingebaut. Und letztere

wurden erst auf Drängen des nordfriesischen

Zimmerers in den unteren Räumen sichtbar

(und nicht verkleidet) eingefügt.

Unsere Befürchtungen und düsteren Vorahnungen

wurden leider bestätigt, wie man im

Abb. 2 In de Witt, einem Ort in Iowa, am Kreuzungspunkt zweier Magistralen,

der 61 und der 30, wird das Haus wieder aufgebaut. Die Kubatur

stimmt, die Details weniger. Die nordfriesischen Helfer sind nicht zufrieden.

Foto: Jens Voss.

32 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

vorstehenden auszugsweise nachgedruckten Bericht

lesen konnte. Wir meinen, diese (gut gemeinte,

aber ungeeignete) Art der Entsorgung erhaltenswerter

Häuser wurde nun endgültig ad

absurdum geführt.

Gerd Kühnast

IG Baupflege-Vorstand

sprach mit Landrat Dieter

Harrsen

Husum (IGB). Aktuelle Probleme bei den

Bemühungen um die Erhaltung der historischen

Baukultur waren Anlass zu einem Gespräch

mit dem nordfriesischen Landrat Dieter

Harrsen als Chef der Unteren Denkmalbehörde

an dem auch die Kreisdenkmalpflegerin Lisa

Mewaldt teilnahm. Zugleich stellte der der im

November ausgeschiedene Vorsitzende Gerd

Kühnast seinen Nachfolger im Amt Hans-Georg

Hostrup aus Tating dem Landrat vor.

Zum einen, so trugen die ehrenamtlichen

Baupfleger vor, seien die Zuschusstöpfe im

Land und beim Kreis so gering bestückt, dass

Denkmaleigentümer so gut wie gar nicht mehr

mit finanzieller Unterstützung rechnen könnten.

Der an Baudenkmalen reichste Kreis im

Lande habe im laufenden Jahr an Zuschussmitteln

sage und schreibe

ganze 7.500 , teilte Frau

Mewaldt der Runde mit.

Im Lande sei es mit

700.000 ebenfalls ein

Tropfen auf den heißen

Stein. Hans-Georg Hostrup

wies darauf hin, dass

zum anderen alle Programme

wie Dorferneuerung

oder die EU-Leaderprojekte,

mit denen z. B. die

Reetdacherhaltung maßgeblich

begleitet werden

konnte, beendet worden

seien. Das derzeit neu angelaufene

Programm „Aktiv-

Region“ sei dagegen viel

großräumiger angelegt und


iete für die kleinteilige Förderung der vorgenannten

Förderkulissen keinen Raum mehr.

Gerade die Kreis Nordfriesland und Dithmarschen

seien aber von Reetdachhäusern stark

geprägt. Reetdächer seien kennzeichnend für

die schleswig-holsteinische Westküste.

Daraus folge die Notwendigkeit, für diesen

Sektor der Bau- und Denkmalpflege neue Erhaltungsstrategien

zu entwickeln. Die Erhaltung

der historischen Hauslandschaften diene

schließlich neben der Identitätsbildung auch

dem Fremdenverkehr.

Landrat Harrsen, der die Arbeit der IG

Baupflege anerkennend würdigte, erhielt auf

seine Frage, was die IGB von ihm erwarte, die

Antwort: Man wünsche nicht mehr und nicht

weniger als die konstruktive Zusammenarbeit

mit den am Thema Bau- und Denkmalpflege

beteiligten Verwaltungsstellen des Kreises fortzusetzen.

Wenn die funktioniere, so die Erfahrung

aus der Vergangenheit, sei der Sache am

besten gedient.

GK. Die St. Laurentii Kirche des Dorfes Stedesand

wurde um 1530 auf einer großen

Binnendüne erbaut und erhielt ihre heutige

Form nach mehreren Bauphasen im Jahre 1746.

Es ist eine Saalkirche ohne Apsis in Ziegelmauerwerk

mit Holzbalkendecke, mit Ziegeln und später

mit Schiefer gedeckt. Sie steht mit ihrem hölzernen

Glockenstapel ganz allein auf ihrem

baumbestandenen Hügel.

Das soll nun anders werden. Die Kirchengemeinde

verkaufte ihr Pastorat aus dem 18. Jahrhundert

und plante ein kleineres Gebäude mit

Gemeindesaal und einigen Nebenräumen für die

Gemeindearbeit. Das Landesamt für Denkmalschutz

hat sich so dazu geäußert: Kirche und

Kirchhof seien in Ansicht und Substanz nicht zu

beeinträchtigen, d.h. im Wortlaut „Bei der Planung

ist darauf zu achten, dass die historische

Feldsteineinfassung des Kirchhofs weitest möglich

erhalten bleibt.“

Ein beschränkter Architektenwettbewerb er-

Kein Schutz

für deutsche Bauten

Letzte Meldung: Bauen im Denkmalbereich

Stedesand: Stört das geplante Gemeindehaus die Kirchwarft?

Sonderburg / uk – Das dänische Kulturministerium

hat es abgelehnt, 50 Gebäude in

Nordschleswig, die in deutscher Zeit errichtet

worden waren, unter Denkmalschutz zu stellen.

Dies hat eine kritische Reaktion beim Leiter

des Museums Schloss Sonderburg, Peter

Dragsbo, hervorgerufen. Er sagte, es erscheine

ihm undenkbar, dass es nach mehr als 50-jähriger,

friedlicher Koexistenz im Grenzland

noch einen verborgenen Widerstand gegen eine

Einbeziehung deutschen Kulturerbes in das

gemeinsame dänische Kulturerbe geben solle.

Dänemark habe genauso eine Verantwortung

für das deutsche Kulturerbe nördlich der

Grenze wie das Land Schleswig-Holstein dort

für das dänische Kulturerbe habe. Abgelehnt

wurden auch Mittel, um die Gebäude erfassen

zu lassen.

Abb. 1 Die Kirche in einer Aufnahme von 1904.

Foto: LfD

gab nun eine Lösung, die einen niedrigen, flachen

Stelzenbau vorsieht, die nach Meinung des

Kirchenvorstands allen Anforderungen gerecht

werden könnte. Einige Anlieger empfinden diese,

im Detail noch nicht öffentlich gemachte Version

dennoch als nicht angemessen. Immerhin ist

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

33


Abb. 2 Entwurf für das neue Gemeindehaus (erste Fassung). Der linke

Teil des Baues soll auf Friedhofsniveau liegen.

auch dieser Bau ohne Zweifel durchaus ein erheblicher

Eingriff in die historische Gesamtanlage.

Die Anlieger kritisieren auch die unzureichende

Information der Kirchengemeinde und

beschreiben ihre Vorbehalte so:

Historische Dorfkirche Stedesand von

Zweckbau bedroht

Wieder einmal droht ein Kulturdenkmal

durch unsensible Baumaßnahmen nachhaltig

beschädigt und ein noch weitgehend intaktes

Dorfbild vermeintlichen Sachzwängen geopfert

zu werden.

Die St. Laurentius-Kirche von Stedesand ist

ein historischer Bau, der in seiner heutigen

Gestalt auf das Jahr 1746 zurückgeht und

Werke einiger namhafter nordfriesischer

Künstler birgt. Seit Jahrhunderten bildet das

mehrfach behutsam restaurierte Gotteshaus

zusammen mit dem Friedhof eine harmonische,

würdevolle Gesamtanlage. Nun aber

plant die Kirchengemeinde, unmittelbar ne-

Abb. 3 Die ungefähre Lage des Neubaus (unten).

Nichts Genaues weiß man nicht.

Grafiken 2 und 3: Gemeindebrief Oktober 2008

34 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

ben der Kirche ein modernes

Gemeindehaus auf Stelzen

zu errichten.

Die Kirche und der für

Nordfriesland charakteristische

separate Glockenturm

liegen auf einer Warft. die

umliegenden, zum Teil reetgedeckten

Häuser auf niedrigerem

Niveau. Um auf

dem begrenzten kircheneigenen

Gelände den beabsichtigten „Zweck -

bau“ zu realisieren, sehen die Planungen einen

Flachdachbau vor, der auf Stelzen errichtet

wird, um so den Niveauunterschied zum

Kirchhügel zu überbrücken. Teile des Friedhofes

werden dem Bau weichen müssen.

Die Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft

der Kirche haben in einem Brief an die

Kirchenkreisverwaltung ihre Besorgnis über

dieses abenteuerliche Bauvorhaben artikuliert,

mit dem der gesamte denkmalgeschützte Bereich

der Kirchwarft empfindlich gestört würde.

Von Seiten der Kirche wurde Gesprächsbereitschaft

signalisiert, aber mit dem Hinweis

auf angeblich noch nicht vorliegende Baupläne

fand bisher kein Treffen statt. Doch mittlerweile

sind Bohrungen am Kirchhügel und

Landvermessungen erfolgt und im Gemeindebrief

wurde der unmittelbare Abschluss der

Planungen angekündigt.

Vor diesem Hintergrund wächst die Befürchtung

der Anwohner, dass wieder einmal „Fakten

geschaffen“ werden sollen, zumal sich die

Kirchengemeinde durch den Verkauf des alten

Pastorats selbst unter Zugzwang gesetzt hat.

Unverständlich bleibt darüber hinaus, wie

angesichts der überall beklagten angespannten

finanziellen Lage der Kirche derartige Bausünden

forciert werden, anstatt auf andere, in unmittelbarer

Nähe zur Verfügung stehende

Räumlichkeiten zurückzugreifen.

Der Respekt vor dem kulturellen Erbe gebietet

es allemal, dieses Bauvorhaben zu überdenken

und die Gemeinde vor einem nicht

wiedergutzumachenden Schaden zu bewahren,

den letztlich auch sie selbst, zumindest

aber nachfolgende Generationen bedauern

werden. Birgit Thode-Reiter


Termine:

Interessengemeinschaft Baupflege Angeln e. V.

Zur Jahreshauptversammlung

am Freitag, den 20. Februar 2009, 19.00 Uhr

im Gasthof Pfefferkorn in Brarupholz lädt die IGB Angeln ein.

Tagesordnung:

Begrüßung und Bericht des Vorsitzenden

Kassenbericht

Wahlen: Rechnungsführer und Stellvertreter

Fachbeirat

Beisitzer

Rechnungsprüfe

Programm 2009

Anträge

Verschiedenes

Ab 20.00 Uhr: Vortrag von Robert Schulz, Loit:

Wärmedämmung unter Vermeidung Außendämmung

DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

35


Interessengemeinschaft

Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen

e.V.,

Süderstr. 30, 25821 Bredstedt, Telefon 04671/60120,

Fax 1333, E-Mail: info@igbaupflege.de

Vorsitzender: Hans-Georg Hostrup, Blumenhof

25881 Tating, T. 04862-8419

stellv. Vorsitzender: Bert Ex, Am Kattberg 5,

25779 Fedderingen, T. 04836-995856

Kassenführer: Olaf Rohwedder, Dorfstraße 39,

25889 Witzwort, 25813 Husum, T. 04864-397

Schriftführerin: Heinke Neuendorff, Moose 4,

25842 Bargum, T. 04672-77520

Beisitzerin: Ellen Bauer, Friddenbüller Weg 1,

25882 Tetenbüll, T. 04862-1420

Beisitzerin: Birgit Knortz, Westerdeich

25889 Witzwort, T. 04841-640048

Beisitzerin: Kerstin Sprenger, Dorfstraße 63

25813 Simonsberg, T. 04841-9498398

Beisitzer: Jan Leseberg, Kehrwieder 2,

25927 Rosenkranz, T. 04664-1087

Beisitzer: Manfred Nissen, Moose 4,

25842 Bargum, T. 04672-77520

IG Baupflege auf Föhr: Heie Sönksen-Martens, Buurnstrat

48, 25938 Oevenum, Tel. 04681/2673

IG Baupflege Nordfriesland, Arbeitsgruppe Sylt: Traute

Meyer, Takerwai, 25980 Keitum, Tel. 04651/31852

IG Baupflege Angeln, e.V.: Berndt Lassen, Hoheluft 1,

24881 Nübel, Tel. 04621/53110

IG Baupflege Stapelholm im Förderverein Stapelholm

e.V., Deert Honnens, Hauptstr. 23, 25878 Seeth, Tel.

04881/7719

IG Bauernhaus e.V. in den Elbmarschen: Ulla Mathieu,

Diekhof 28, 25370 Seester-Kurzenmoor, Tel. 04125/230

IG Bauernhaus e.V. im Kreis Plön: Eckhardt Wiese,

Oberdorf 18, 24235 Laboe, Tel. 04343/1001

IG Bauernhaus, e.V., Kontaktadressen:

Kreis Ostholstein: Thomas Mahro, Bliesdorfer Str. 31,

23730 Schashagen, Tel. 04564/1069

Kreis Stormarn: Annette Nasemann, Lindenalle 27,

22946 Eichede, Tel. 04534/7943, Fax 04534/292062

Hamburg/Vier- und Marschlande: Wolf-Karsten Stange,

Neuengammer Hausdeich 237, 21039 Hamburg

Tel. 040-7233870, E-Mail: jordt-stange@t-online.de

Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V.: Geschäftsstelle

Postf. 1244, 28859 Lilienthal, Tel. 04792/7834, Fax

04792/4717, amtierender Vorsitzender: Dr. Maschmeyer,

Ehrenvorsitzender: Julius Kraft, Huus Vertein, 27243

Kirchseelte, Tel. 04206/7096

Kreis Nordfriesland, Marktstraße, 25813 Husum - Untere

Denkmalbehörde - Leitung Bauamt: Burkhard Jansen

04841-67644, Bauaufsicht: Sönke Zierow 04841-67320.

Untere Denkmalbehörde: Nord: Ute Watermann 04841-

67621, Süd: Lisa Mewaldt 04841-67688, Archäologie:

Peter Carstensen 0484167649, Dorferneuerung: Frau Peters,

Tel. 04841/67369

36 DER MAUERANKER HEFT 4 · DEZEMBER 2008

MAUERANKER-SERVICE: WER IST WO?

Kulturamt, Kreisarchiv, Museen: Johanna Jürgensen,

Schloss vor Husum, Tel. 04841/89730

Kreisverwaltung Schleswig/Flensburg: Kreishaus,

Flensburger Straße 7, 24837 Schleswig, Denkmalamt:

Friedrich Wilhelm Wenner, Tel. 04621/87329

Landesamt für Denkmalpflege :

Leitung: Dr. Michael Paarmann, Sartori & Bergerspeicher,

Wall 47-51, 24103 Kiel, Tel. 0431/6967760, Fax

6967761, E-Mail: denkmalmt@ld.landsh.de

Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein:

Leitung: Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim,

Schloss Annettenhöh, Brockdorff-Rantzau-Straße 70,

24873 Schleswig, Tel. 04621/3870

Denkmalfonds Schleswig-Holstein e.V.:

Postfach 4120, 24100 Kiel, Stiftungsratsvors.

Werner Helms-Rick , Tel. 0431/5535-553;

Fax: 5535-660. www.denkmalfonds-sh.de

E-Mail: DenkmalfondsSH@SGVSH.de

Sparkassenstiftungen Schleswig-Holstein:

Postfach 4120, 24100 Kiel, Stiftungsratsvorsitzender:

Landrat a.D. Jörg D. Kamischke,

Tel. 0431/5335-501; Fax: 5335-660,

E-Mail: Sparkassenstiftungen@SGVSH.de,

www.sparkassenstiftungen.de

Zentralstelle für Landeskunde des Schleswig-Holsteinischen

Heimatbundes (SHHB): Vors. Jutta Kürtz,

Geschäftsführer Dr. Willy Diercks, Hamburger Landstr.

101, 24113 Molfsee,

Tel. 0431/98384-0, Fax 0431/9838423,

E-Mail: shhb.lv@t-online.de

Akademie für die Ländlichen Räume:

Vorsitzender: Rüdiger von Plüskow, Geschäftsführer:

Horst Müller, Mühlenberg 10, 24340 Eckernförde,

Tel. 04351/86666

Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege e.V.:

Vors. Karl-Heinz Dietzschold, Westerstr. 15,

25821 Bredstedt, Tel. 04671/3370

Verein für Dithmarscher Landeskunde, VDL:

Vors. Dr. Dietrich Stein, 25729 Windbergen,

Tel. 04859/909380

Gesellschaft für Friedrichstädter Stadtgeschichte:

Vorsitzende: Christiane Thomsen,

25840 Friedrichstadt, Tel. 04881/87395

Stiftung zur Erhaltung des Husumer Stadtbildes e.V.:

Vorsitzender: Manfred Kamper, Th.-Storm.-Str. 10,

Tel. 04841/63831

Verein für Tönninger Stadtgeschichte:

Vorsitzender: Klaus Dieter Mai, Friedrichstädter Chaussee

2, Tel. 04861/1646

Verein zur Erhaltung der Wind- und

Wassermühlen e.V.:

Schleswig-Holstein und Hamburg

Geschäftsf.: Rüdiger Weiß, Ilensee 4, 24837 Schleswig,

Tel. 04621/960071, Fax 960096

Bauberatung der IG Baupflege Nordfriesland

Süderstr. 30, 25281 Bredstedt, Tel. 04671/60120

E-Mail: info@igbaupflege.de


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Hiermit erkläre ich meinen Beitritt

zur Interessengemeinschaft

Baupflege Nordfriesland e.V.

Die Mitgliedschaft kann ich

jeweils 3 Monate vor Ende des

Kalenderjahres schriftlich

widerrufen.

Sie dauert jedoch mindestens

1 Jahr.

Ich überweise als Jahresbeitrag


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Schüler, Auszubildende, Studenten

(Bescheinigung beifügen)

12,50 €

Mitglieder des Vereins

Nordfriisk Instituut 12,50 €

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PLZ Ort

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Diese Einzugsermächtigung kann ich jederzeit widerrufen.

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Interessengemeinschaft Baupflege

Nordfriesland und Dithmarschen e.V.

auch im Internet:

www.igbaupflege.de

E-Mail: info@igbaupflege.de

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