19. Ausgabe, April 2009 - NaturWatt

naturwatt.de

19. Ausgabe, April 2009 - NaturWatt

Watt’n Wind

Die NaturWatt-Zeitung | Ausgabe 19

Wettlauf zu den ewigen Quellen

Wie Frankreich, Großbritannien, die USA und China die

Energiewende meistern wollen

Alles bleibt anders

NaturWatt schaut nach vorn

April 2009


Liebe Kundinnen, liebe Kunden,

Sie kennen das? Wenn die Wirtschaft hustet, dann wird der

Umweltschutz krank. Doch diesmal scheint es anders zu sein.

Tatsächlich rücken bisher weder die EU, noch die Regierung

des neu gewählten amerikanischen Präsidenten Obama von den

gesetzten Zielen im Klimaschutz ab. Im Gegenteil: Während die

wohl gewaltigste Finanzkrise die Welt mit aller Macht aus den

Angeln zu heben droht, erwächst insbesondere das Ziel des

Ausbaus der erneuerbaren Enegien inzwischen zum Fels inmitten

der wütenden Brandung.

Verkehrte Welt? Natürlich nicht. Denn bei genauerem Hinsehen

macht diese Entwicklung mehr als Sinn. Zum einen leisten die

erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag zur Lösung gleich

zweier zentraler Menschheitsprobleme: Den Klimawandel und die

inzwischen virulente Endlichkeit preisgünstiger Energiereserven.

Des Weiteren sind sie auch ökonomisch ein besonders gut ge-

eigneter Anknüpfungspunkt für die staatlichen Ausgabenpro-

gramme, mit denen die Regierungen gerade die Finanzkrise zu

Das letzte Jahr – unser erstes mit deutschlandweitem

Angebot – hat gezeigt, dass auch außerhalb des Nordwestens

großes Interesse an NaturWatt-Strom besteht. So konnten

wir unseren Absatz 2008 annähernd verdoppeln, ein statt-

licher Zuwachs, der unseren Erfolg im gesamten Bundesge-

biet spiegelt. Ein wichtiger Faktor ist unsere Präsenz in den

EcoTopTen. Das Freiburger Öko-Institut listet NaturWatt un-

ter den besten zehn Ökostromanbietern bundesweit – wegen

der Erfüllung anspruchsvoller ökologischer Kriterien, der ho-

hen Qualität sowie des guten Preis-Leistungsverhältnisses.

Dieser Erfolg ist uns Ansporn, unser Profil weiter zu schärfen

und uns ganz auf den bundesweiten Markt zu fokussieren.

Wie bisher dreht sich auch weiterhin all unser Tun um rege-

nerativ erzeugte Energie. Doch einige Rahmenbedingungen

ändern sich und spannende Projekte kommen hinzu.

In der vorherigen Ausgabe der Watt’n Wind haben wir an-

lässlich unseres zehnten Geburtstags für Sie die Anfänge

unseres Unternehmens und seine Entwicklung rekapituliert,

nun wird es Zeit für den entsprechenden Blick in die Zukunft.

Die Frischzellenkur beginnt mit unserem Unternehmensnamen.

Was für viele längst gebräuchlich war, stimmt nun auch formell:

aus „EWE NaturWatt GmbH“ wird „NaturWatt GmbH“

Auch unsere bekannten Produkte erhalten neue Gewänder:

aus NaturWatt Strom wird NaturWatt ®

Hausstrom

aus NaturWatt Strom plus wird NaturWatt ®

Premiumstrom

aus NaturWatt business wird NaturWatt ®

Gewerbestrom

2 Watt’n Wind

bekämpfen suchen: Erneuerbare Energien dämpfen das Risiko

explodierender Energiepreise erheblich ab.

Na, dann ist ja alles gut? Beileibe nicht. Denn trotz aller politischen

Absichtserklärungen brechen die Investitionen in den Ausbau

der erneuerbaren Energien neuesten Berichten zu Folge massiv

ein. Der Grund: Steigende Finanzierungskosten und die Angst

vor fehlender Nachfrage. Denn ohne Nachfrage würden sich die

Investitionen nicht lohnen.

Mit anderen Worten. Die Wirtschaft wartet auf das Signal, dass

wir – die Verbraucher – die erneuerbaren Energien auch wirklich

wollen. Geben wir es!

Mit herzlichen Grüßen

Wir unterstreichen unsere Umbenennung mit einem neuen

Logo und unserer neuen Internetpräsenz.

Inhaltlich bleibt alles wie gewohnt. Lediglich bei NaturWatt ®

Premiumstrom ändert sich die prozentuale Festlegung des

Quellenmischungsverhältnisses. Der Mix stammt aber wie

gehabt aus Wasser-, Wind- und der wertvollen Sonnen-

energie. Auch der Neulagenanteil beträgt weiterhin min-

destens 50 %. Allerdings können wir so noch besser auf

die schwankende Verfügbarkeit von Wind- und Sonnen-

energie reagieren.

Inmitten der Veränderungen bleiben wir doch die NaturWatt

GmbH, die Sie kennen und für die Sie sich entschieden

haben:

Wir behalten unsere Gesellschaftsform bei und verpflichten

uns weiterhin per Gesellschaftervertrag, unsere Gewinne zur

Entwicklung und zum Ausbau der erneuerbaren Energien

einzusetzen. 2008 haben wir damit auf dem Dach der Kinder-

tagesstätte Biberburg in Oldenburg eine Photovoltaik-

anlage mit einer Leistung von 13,68 kWp errichtet.

Wie bisher lassen wir die unabhängigen Gutachter vom TÜV

Nord darüber wachen, dass wir uns an unsere Aussagen

halten: Die Verwendung unserer Gewinne zur Förderung

erneuerbarer Energien und die entsprechenden Projekte,

die Stromherkunft aus 100 % erneuerbaren Quellen und den

Anteil mindestens 50 % neuer oder teilerneuerter Erzeu-

gungsanlagen lassen wir uns jedes Jahr wieder zertifizieren.

Auch unsere ausgesprochene Preisgarantie bis 31.12.2009

bleibt natürlich erhalten.

Dr. Martin Baumert

Geschäftsführer

NaturWatt GmbH

Alles bleibt anders – NaturWatt schaut nach vorn

Frischer Wind für Namen und Produkte

...und doch bleibt vieles gleich.

Und noch etwas bleibt, das uns an Herz gewachsen ist und

das sich in den letzten Jahren mehr und mehr etabliert hat:

Unser Klimaschutzprojekt co 2mpense kann dank umwelt-

orientierter Partner auf ein erfolgreiches Jahr 2008 zurück-

blicken und zuversichtlich in die Zukunft segeln. Durch die

Zusammenarbeit mit Kulturinstitutionen und Künstlern konn-

ten ca. 250 Tonnen CO 2 erfasst werden. Durch rund 2,5 ha

Waldfläche wird innerhalb der nächsten 10 Jahre eine ent-

sprechende Menge CO 2 kompensiert.

Wir sind gespannt, wie Ihnen der neue Auftritt gefällt und

freuen uns über Rückmeldungen – am einfachsten gleich

auf unserer überarbeiteten Seite www.naturwatt.de.

Mit all den umfangreichen Weiterentwicklungen ist es eine

spannende Zeit. Wir freuen uns über den frischen Wind und

hoffen, dass Sie uns weiterhin begleiten werden.

In diesem Sinne: Es bleibt alles anders!


Die NaturWatt Energiebilanz für 2008

Die Anzahl der NaturWatt-Kunden wächst. Ende 2008 verzeichneten wir

über 5.600 Kunden. Das entspricht einem Zuwachs seit Jahresbeginn 2008

von ca. 15 Prozent.

Die öffentliche Nachfrage nach Grünstrom im Rahmen kommunaler Aus-

schreibungen ist im Jahresverlauf gestiegen. 27 Kommunen habe sich ent-

schieden für ihre Liegenschaften NaturWatt-Strom zu beziehen.

Der Grünstromabsatz an Handelspartner entwickelte sich ebenfalls positiv.

Im Jahr 2008 haben wir rund 87 Gigawattstunden (GWh) abgesetzt.

Insgesamt betrug der Grünstromabsatz 2008 etwa 110 GWh. Dies ent-

spricht einer Steigerung von fast 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr und

einen Kohlenstoffdioxid(CO 2 )-Äquivalent von 59510 Tonnen.

Eine tolle Motivation für 2009.

Aktuell kooperieren wir mit 38 Stadt- und Gemeindewerken. Im Jahr 2008

haben sich folgende Energieversorger für eine Kooperation entschieden:

Harz Energie, LSW LandE-Stadtwerke Wolfsburg, Stadtwerke Bad Harz-

burg, Stadtwerke Garbsen, Stadtwerke Haldensleben, Stadtwerke Wol-

mirsted, Versorgungsbetriebe Seesen, Stadtwerke Buchholz, WEVG

Salzgitter, Energiewerke Isernhagen, Kraftwerk Bleckede Ludolf Stahmer,

Stadtwerke Bad Sachsa, SVO Energie Celle, Energieversorgung Sehnde,

Stadtwerke Borkum.

Im Rahmen der Gewinnverwendung wurde im letzten Jahr eine Photovol-

taikanlage mit einer Leistung von 13,68 kWp auf dem Dach der Kinderta-

gesstätte Biberburg in Oldenburg errichtet.

kWh

10.500.000

9.000.000

7.500.000

6.000.000

4.500.000

3.000.000

1.500.000

0

kWh

120.000.000

100.000.000

80.000.000

60.000.000

40.000.000

20.000.000

0

Absatz pro Monat in kWh

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Kumulierter Absatz pro Monat in kWh, Vergleich 2007/2008

2007

2008

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Watt’n Wind

Monat

Monat

3


Wettlauf zu den ewigen Quellen

Wie Frankreich, Großbritannien, die USA und China die Energiewende meistern wollen

Indien ist eine gute Karte. Wenn Sie Indien ziehen, trumpfen

Sie entweder mit dem Kohlendioxidausstoß pro Kopf oder

mit dem Anteil nicht erneuerbarer Energien. Denn beim

Energiequartett sticht der niedrige Wert. Kohle, Erdöl, Erdgas

und Kernkraft trugen in Indien 2005 (s. Infobox) 68,9 Prozent

zum Energieverbrauch bei. 31,1 Prozent wurden mit erneuer-

barer Energie gedeckt, zum Beispiel mit Wasserkraft und

Biomasse. Mit Großbritannien haben Sie dagegen schlechte

Karten: 98,4 Prozent fossile und nukleare Energie. Gerade

einmal 1,6 Prozent stammten aus Wasser, Wind, Sonne

und Co. Russland, ein anderes Beispiel, trumpft mit dem

Rückgang der CO 2 -Emissionen auf, die dank der Still-

legung veralteter Industrieanlagen seit 1990 um stattliche

29 Prozent gefallen sind.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat ein Energiequartett

ins Internet gestellt, mit dem man Energiedaten der Länder

kinderleicht kennenlernt. Doch wie ernst ist der Spaß?

Natürlich sind die Bedingungen und Situationen der Länder

nicht ohne weiteres vergleichbar. Gleichwohl verweist das

Kartenspiel auf die realen Anstrengungen. Alle Regierungen

wollen Emissionen reduzieren und langfristig ihre Energie

aus unerschöpflichen Quellen beziehen. Wie die Länder

die Energiewende angehen, zeigt ein Blick auf zwei unserer

europäischen Nachbarn, Frankreich und Großbritannien

– und auf die Schwergewichte USA und China.

Frankreich: Kernkraftprotz oder

Sonnenkönig?

In einem Land, in dem die Kernenergie eine herausge-

hobene Rolle spielt, braucht es da überhaupt Windräder

und Sonnenstrom? Was viele nicht wissen: In Frankreich

deckten erneuerbare Energien, insbesondere Wasserkraft

im Jahr 2005 10,3 Prozent des Endenergieverbrauchs

(s. Infobox) d. h. Strom-, Wärme- und Kraftstoffverbrauch. In

Deutschland lag der Wert bei 5,8 Prozent. Prozentual – d. h.

Größe, Wirtschaft und Einwohnerzahl berücksichtigt – ist

Frankreich nach Deutschland der zwei größte Produzent

erneuerbarer Energie in Europa. Das Land spart so jährlich

20 Millionen Tonnen Öl ein.

Am 17. November 2008 stellte der französische Umwelt-

minister Jean-Louis Borloo 50 Maßnahmen für eine Ent-

wicklung der regenerativen Energien vor. Der Anteil der Er-

neuerbaren in den Sektoren Strom und Wärme soll von 2006

bis 2020 verdoppelt werden. Dafür muss die Produktion

erneuerbarer Energie von 20 Millionen Tonnen Öl-Äquiva-

lente auf 36 Millionen Tonnen ansteigen. Borloo möchte

auch die Kraft der Meere nutzen, mit Wellen- und Gezeiten-

kraftwerken. Unerschöpfbare Energien erzeugten im Jahr

2005 11 Prozent des Stroms in Frankreich. Zum Vergleich:

In Deutschland betrug der Ökostromanteil 10,4 Prozent. Den

Löwenanteil mit 88 Prozent trägt die Wasserkraft.

Während Wasserkraft die wichtigste erneuerbare Quelle ist,

soll die Nutzung von Wind, Erdwärme und Biomasse stark

ausgebaut werden. Windenergie spielte bis 2007 keine

große Rolle. Doch in jenem Jahr stieg die Windkraftnutzung

um 57 Prozent gegenüber 2006. Die Ziele sind hoch ge-

steckt: Im Jahr 2020 sollen sich 8000 Windräder drehen. Die

Leistung der Windkraft soll sich verzehnfachen.

Das Land des früheren Sonnenkönigs setzt auch auf Sonnen-

4 Watt’n Wind

strom. In allen 22 Regionen Frankreichs wird bis 2011 der

Bau von mindestens einem Solarkraftwerk ausgeschrieben.

Es gibt ein Solarstromeinspeise-Gesetz mit Garantiepreisen,

das Investoren zum Bau von Anlagen anspornen soll.

Erneuerbare Energien, so das Ergebnis einer Studie, werden

im Jahr 2012 einen Markt von 24 Milliarden Euro mit 120.000

Arbeitsstellen begründen.

Das Vereinigte Königreich steht vor einer gewaltigen Heraus-

forderung. Nach der EU-Richtlinie muss es seinen Anteil er-

neuerbarer Energie mehr als verzehnfachen. Denn 15 Prozent

der britischen Endenergie müssen im Jahr 2020 regenerativ

erzeugt werden. Im Jahr 2005 schaffte Großbritannien

gerade einmal 1,3 Prozent. Das Inselreich erzeugte im Jahr

2005 4,3 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen.

Die britische Regierung hat festgeschrieben, dass er auf

15 Prozent bis 2015 steigen soll.

Großbritannien hat ein Quotenmodell für regenerative Energie

eingeführt. Stromversorger sind dazu verpflichtet, einen

Mindestanteil Grünstrom zu erzeugen oder einzukaufen. Die

Versorger müssen mit Zertifikaten nachweisen, dass sie Grün-

strom einkaufen oder erzeugen. Die Regelung erlaubt es aber

auch, sich von der Pflicht freizukaufen. Der Nationale Ver-

braucherrat kritisierte in seinem Bericht 2006, dass viele

Grünstromtarife nicht hielten, was sie versprächen. Zahl-

reiche Ökostromanbieter in Großbritannien würden Umwelt

und Klima nicht in dem Maße schützen, wie sie behaupteten.

Immer wieder wird zudem angeprangert, dass Stromversor-

ger sich und ihren Strom mit Werbeanzeigen grünwaschen.

Jedoch gibt es auch Fortschritte zu verzeichnen. Die Wind-

kraftnutzung wird zu Land und zu Wasser stark ausgebaut.

Energieminister John Hutton will ab 2020 alle britischen

Haushalte mit Strom aus Windkraft versorgt sehen. Hierfür

sollen 7000 Windräder im Meer errichtet und die Kapazität

um mehr als das 15-fache gesteigert werden. Vor der Kü-

ste von Orkney ist das weltweit größte Wellenkraftwerk mit

einer Leistung von 3 Megawatt (Millionen Watt) geplant.

Große Chancen für erneuerbare Energien werden Schott-

land zugeschrieben: Sein raues Klima begünstigt Wind-

räder, Wellen- und Gezeitenkraftwerke. Das angeblich größte

Biomasse-Kraftwerk wird im südwalisischen Port Talbot

gebaut. Es soll die Hälfte der Haushalte in Wales mit Öko-

strom versorgen. Die Erzeugung von Sonnenstrom hatte im

Jahr 2005 in Großbritannien nur marginale Bedeutung.

Großbritannien: Wellen, Wind

und Grünwäsche USA: „Sonne, Wind und Boden einspannen“

Frankreich

Energieverbrauch pro Kopf (GJ) 184,15

Energieverbrauch pro Wirtschafts-

Einheit (GJ/1000 US $)

Anteil nicht erneuerbarer Energien

am Energieverbrauch (%)

8,08

94,30

Importabhängigkeit (%) 50,87

Energiebedingte CO 2 -Emissionen

pro Kopf (t)

Zu-/Abnahme der CO 2 -Emissionen

seit 1990 (%)

6,19

9,29

Die Vereinigten Staaten, als Energieverschwender und Blo-

ckierer im Klimaschutz gescholten, unternehmen vielfältigste

Anstrengungen, um saubere Energien auf den Weg zu brin-

gen. Energie aus erneuerbaren Quellen deckte im Jahr 2005

Großbritannien

Energieverbrauch pro Kopf (GJ) 162,65

Energieverbrauch pro Wirtschafts-

Einheit (GJ/1000 US $)

Anteil nicht erneuerbarer Energien

am Energieverbrauch (%)

bereits 6 Prozent des Endenergieverbrauchs der USA –

mehr als in Deutschland. Einen nationalen Plan mit steigen-

den Anteilen erneuerbarer Energien gibt es noch nicht.

Jedoch hat sich ein breites Bündnis aus Bürger- und

Wirtschaftsorganisationen, sowie und führenden Politikern

dem nationalen Ziel „25 x 25“ verschrieben. 25 Prozent des

Energieverbrauchs sollen im Jahr 2025 mit erneuerbaren

Energien gedeckt werden.

6,02

98,36

Importabhängigkeit (%) 12,92

Energiebedingte CO 2 -Emissionen

pro Kopf (t)

Zu-/Abnahme der CO 2 -Emissionen

seit 1990 (%)

8,80

-4,92

US-Präsident Barack Obama kündigte zu seiner Amtsein-

führung an, die Vereinigten Staaten würden „die Sonne, die

Winde und den Boden einspannen, um unsere Autos zu be-

tanken und unsere Fabriken zu betreiben.“ Er versprach, die

Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen innerhalb von

drei Jahren zu verdoppeln. Das Stromnetz soll renoviert und

die Energieeffizienz von staatlichen Gebäuden und Eigenhei-

men erhöht werden. Dafür werden in den nächsten 10 Jahren

150 Milliarden Dollar bereitgestellt. Die Vereinigten Staaten er-

zeugten im Jahr 2005 9,7 Prozent Ökostrom. Präsident Ob-

ama strebt 25 Prozent Ökostrom in den USA für 2025 an.

Der Löwenanteil der erneuerbaren Energien in den USA wird

aus Wasserkraft und Holzverbrennung gewonnen. Doch

gerade die Windkraft, die 2005 erst 2 Prozent der regene-

rativ erzeugten Gesamtmenge stellte, wird massiv ausge-

baut. So haben die Vereinigten Staaten nach einer Meldung


des Amerikanischen Windenergie-Verbandes AWEA vom

29. Januar 2009 mit einer Windkraftkapazität von über

25 Gigawatt mittlerweile Deutschland, das rund 24 Gigawatt

erreichte, zumindest in absoluten Zahlen von der weltweiten

Spitzenposition verdrängt. Das US-Energieministerium will

auch weiterhin stark in die Windenergie investieren. Dies soll

43 Milliarden US Dollar kosten, aber zehnmal so viel einbrin-

gen und 150.000 Arbeitsplätze schaffen.

Die Amerikaner warten bekanntlich gerne mit Rekorden auf

– so auch bei der Solarenergie. Diese macht zwar insgesamt

nur einen geringen Anteil aus, trumpft aber mit zwei spek-

takulären Großanlagen: In der kalifornischen Mojave-Wüste

steht das weltweit leistungsfähigste Sonnenwärme-Kraft-

werk. Und in der Nähe der Wüstenstadt Las Vegas befindet

sich eine Sonnenstromanlage, die mehr Strom erzeugt als

alle entsprechenden Anlagen in Großbritannien zusammen.

China: Fall und Aufstieg der Erneuerbaren

Im bevölkerungsreichsten Land der Erde, das sich mit

atemberaubendem Tempo industrialisiert, hat sich der

USA

Energieverbrauch pro Kopf (GJ) 330,32

Energieverbrauch pro Wirtschafts-

Einheit (GJ/1000 US $)

Anteil nicht erneuerbarer Energien

am Energieverbrauch (%)

Energieverbrauch von 1971 bis 2005 mehr als vervierfacht.

Im gleichen Zeitraum schrumpfte der Anteil der erneuer-

baren Energien von 40 auf 7 Prozent. Der Grund: Chinas

gigantischer Energiebedarf ist auf die Schnelle nur mit Kohle,

Öl und Gas zu decken.

8,91

95,60

Importabhängigkeit (%) 30,29

Energiebedingte CO 2 -Emissionen

pro Kopf (t)

Zu-/Abnahme der CO 2 -Emissionen

seit 1990 (%)

Die chinesische Regierung zielt auf 10 Prozent regenerative

Energie im kommenden Jahr und 15 Prozent 2020. Es ist ihr

erklärtes Ziel, im Jahr 2050 30 Prozent des gesamten Ener-

gieverbrauchs regenerativ zu decken. Dafür sollen in großer

Zahl kleine Wasserkraftwerke, Windräder, Sonnenenergie-

und Biomasseanlagen gebaut werden. Erneuerbare Energien

besorgten im Jahr 2006 15,4 Prozent der Stromerzeugung

Chinas. Der Nationale Aktionsplan zum Klimawandel schreibt

Prozentualer Anteil erneuerbarer Energien

am Endenergieverbrauch 2005

12

10

8

6

4

2

0

19,61

19,93

Frankreich China USA Deutschland Großbritannien

eine kontinuierliche Steigerung des Ökostromanteils vor.

Wasserkraft übernimmt die Hauptlast.

Mit seinen großen Staudämmen und kleineren Kraftwerken

bringt es China auf 145 Gigawatt Leistung; ungeachtet des

insgesamt wesentlich höheren Energiebedarfs ist dies mehr

als 30-mal so viel wie Deutschland. Für das Jahr 2020 ist

eine Verdoppelung auf 300 Gigawatt vorgesehen. Das

aufstrebende Land hatte im Jahr 2007 Windräder mit

einer Leistung von 6 Gigawatt installiert. Einige Offizielle

streben eine Verfünffachung der Windkraft bis 2030 an.

Die Volksrepublik ist nach Brasilien und den USA zum

drittgrößten Hersteller von Bio-Ethanol aufgestiegen.

Jeder fünfte Liter Autokraftstoff ist Biosprit. Überdies ist

China ein bedeutender Hersteller grüner Energietechnik.

45 Prozent der im Jahr 2007 weltweit gefertigten Sonnen-

kollektoren waren „made in China“. Das Land zählt zu den

größten Exporteuren von Windturbinen. Am Weltmarkt mit

Photovoltaik-Produkten hält China 18 Prozent.

China

Energieverbrauch pro Kopf (GJ) 55,85

Energieverbrauch pro Wirtschafts-

Einheit (GJ/1000 US $)

Anteil nicht erneuerbarer Energien

am Energieverbrauch (%)

Fazit: Starker Ausbau und internationale

Zusammenarbeit

Der Wettlauf der Länder und Unternehmen zu einer nach-

haltigen Energiewirtschaft ist im vollen Gang. Steigender

Weltenergieverbrauch, Klimawandel und Energieunsicher-

heit treiben zur Eile an; zugleich lockt die Aussicht auf neue

Märkte. Die große Aufgabe, den Klimawandel aufzuhalten

und die Energieversorgung auf eine nachhaltige Basis zu

stellen, kann kein Land allein bewältigen. In einer global ver-

netzten Wirtschaft, in der Deutschland in China produzieren

lässt und als Exportweltmeister seine Produkte in alle Welt

absetzt, müssen die Länder unter der Idee der Nachhaltig-

keit zusammenarbeiten.

34,62

85,15

Importabhängigkeit (%) 3,36

Energiebedingte CO 2 -Emissionen

pro Kopf (t)

Zu-/Abnahme der CO 2 -Emissionen

seit 1990 (%)

Prozentualer Ökostromanteil 2005

18

16

14

12

10

8

6

4

2

0

3,89

128,86

China (2006) Frankreich Deutschland USA Großbritannien

Die Europäische Union hat sich deshalb das Gesetz gege-

ben, 20 Prozent ihres Energieverbrauchs im Jahr 2020 mit

erneuerbarer Energie zu decken. Dafür einigte man sich auf

unterschiedliche Beiträge der Länder. Erneuerbare Energien

sollen dabei in jedem der drei Sektoren Strom, Wärme und

Verkehr (Biokraftstoffe) vermehrt eingesetzt werden. Das be-

deutet für Deutschland, dass es 30 Prozent seines Stroms,

14 Prozent seiner Wärme und 12 Prozent seines Kraftstoffs

aus erneuerbaren Quellen erzeugen muss.

Nach der schlaglichtartigen Betrachtung des Standes

einiger Länder wird klar, dass das Wirtschaftsministerium

bald über eine Neuauflage seines Kartenspiels nachden-

ken sollte. Denn die Karten ändern sich – zum Besseren.

Die technische Umwälzung, die bereits begonnen hat, bietet

neue Felder, die bestellt werden wollen. Der Politiker Gernot

Erler erklärte kürzlich auf der Gründungsversammlung der

Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (Irena) in

Bonn: „Der Durchbruch der erneuerbaren Energien wird die

Initialzündung einer dritten industriellen Revolution sein.“

Peter Düweke

Infobox

Der Schwerpunkt dieses Artikels liegt auf der Dar-

stellung des prozentualen Anteils erneuerbarer

Energien und nicht auf der Gesamtbilanz der

Länder in absoluten Zahlen. Grundlage sind die

Vergleichsdaten von 2005, da es für dieses Jahr

eine EU-einheitliche Erhebung für die EU-Länder

mit direkt vergleichbaren Daten gibt und Erhe-

bungen für die USA und China (hier allerdings

teilweise für 2006), die nach ähnlichen Maßstäben

gesammelt wurden. In den gut drei Jahren, die seit-

dem vergangen sind, hat sich viel getan: So ist bei-

spielsweise in Deutschland bis 2007 der Anteil der

erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch

von 5,8 auf 8,5 Prozent gestiegen, der Ökostrom-

anteil am Strommix von 10,4 auf 14,2 Prozent.

Endenergie

Endenergie ist die Energie, die dem Endverbraucher

nach Umwandlungs- und Transportvorgängen

zur Verfügung steht. Um transportabler und flexi-

bler einsetzbar zu sein, wird Primärenergie aufbe-

reitet. Aus Erdöl wird in der Raffinerie Heizöl und

Benzin, aus Kohle, Erdgas oder auch erneuerbaren

Energien wird elektrischer Strom.

GJ – Das Gigajoule

Das Gigajoule ist die Einheit der Wärmemenge

und entspricht 1.000.000.000 Joule oder auch

277,9 Kilowattstunden. Joule ist die Einheit für

Energie, Arbeit und Wärmemenge. Benannt ist die

Einheit nach James Prescott Joule.

Alle Quellenangaben finden Sie auf der letzten Seite.

Watt’n Wind

5


Können Sie sich an Ihren

zehnten Geburtstag erinnern?

In der letzten Watt‘n Wind haben wir, anlässlich unseres Jubiläums, nach Ihren Anekdoten, Erinnerungen und Kommentaren gesucht. Vielen Dank für die rege Rückmeldumg und die vielen

schönen Geschichten. Auch wenn wir hier nur eine kleine Auswahl abdrucken können, haben wir uns über jede einzelne Einsendung sehr gefreut. Auf unserer Internetseite www.naturwatt.de

finden Sie unter der Rubrik Interaktiv/Geburtstagsaktion weitere Geburtstagserinnerungen.

Christa A.

Alle guten Wünsche für Sie und Ihre Kollegen.

Meinen 10. Geburtstag feierte ich, als wir in Deutschland

noch nicht einmal ganze 5 Jahre die DM als Zahlungs-

mittel hatten. Es regierte der Kanzler Konrad Adenauer

und unser Bundespräsident war Theodor Heuss. Das

ist mir besonders gut im Gedächtnis geblieben, weil

ich in dem Jahr an den Bundesjugendspielen teilnahm

und mir dabei wie auch in den folgenden Jahren eine

„Heuss-Urkunde“ erkämpfte. Eingeladen hatte ich

meine Freundin Hilde, mit der ich im nächsten Jahr

60 Jahre befreundet bin. Sie brachte mir zwei Sätze

Albumbilder mit, die damals leidenschaftlich gesammelt

und getauscht wurden. Wir tranken nachmittags so wie

die „Alten“ ostfriesischen Tee mit selbstgebackenem

Kuchen, Neujahrskuchen und zum Abendbrot gab es

Kartoffelsalat mit Würstchen. Da wir an diesem Tag die

Kleidung „für gut“ trugen, konnten wir natürlich nicht

so ausgiebig im Schnee oder auf dem Eis rumtollen.

Das machten wir an den anderen Tagen, bis „das große

Licht von oben“ ausgeschaltet wurde. Niemand hatte

besonders viel, und ich glaube, wir waren mit dieser be-

scheidenen Lebensart einfach zufrieden.

Marianne K.

Zum 10. Geburtstag bekam ich ein tolles rotes Fahrrad

geschenkt, 1956 eine absolute Kostbarkeit! Seitdem

fahre ich so viele Wege wie möglich mit dem Rad – und

tue damit etwas für mich und die Umwelt.

6 Watt’n Wind

Marianne B.-O.

Damals hatte meine Mutter den Gasthof „Zum Deutschen

Haus“ Oberndorf gepachtet. Hans Hinsch trug lustige

Lieder vor. Mein Bruder und ich sprangen vom Garten

direkt in die Oste. Eine schöne Zeit. Leider war unser

Koch in den Rum verliebt.

Robert H.

Ja, ich kann mich an meinen zehnten Geburtstag, vor

nunmehr sechzig Jahren, gut erinnern.

Ich wohnte mit meinen Eltern und Geschwistern (zwei

Brüder) in Timmendorfer Strand an der Ostsee, und be-

kam von meinen Eltern ein „seegängiges“ Segelboot

geschenkt, das während einiger Sommer zum Spaß

der ganzen Familie und meiner Freunde in Ufernähe

mindestens eine Handbreit Wasser unterm Kiel haben

durfte. Der Antrieb war also umweltschonend, obwohl

sich in der Zeit kaum jemand über das Thema Energie,

Umwelt, CO ² -Ausstoß, Treibhausgas etc. Gedanken

machte. Der Strom war eben einfach vorhanden, noch

dazu für vergleichsweise wenig Geld.

Besagtes Boot hat sechs Jahrzehnte ziemlich unbe-

schadet überstanden, wird aber jetzt nicht mehr zu

Wasser gelassen, sondern ziert eine Fensterbank un-

seres Wohnzimmers und wird von vielen wegen seiner

Formschönheit bewundert.

Wolfram Sch.

1952 wurde ich zehn Jahre alt. Nach schrecklichen

Hungerjahren in der Ostzone in der BRD angekommen,

hatten wir großen Nachholbedarf. Ich verzehrte zehn

Hefeklöße mit Heidelbeerkompott – mein Lieblings-

gericht – zum Geburtstag. Folge: Schmerzhafte Blind-

darmreizung. Eine Dosis Rizinusöl und alles war wieder

im Lot!

Unser Tipp: Probieren Sie doch mal unser „Hefeklö-

ße mit Heidelbeerkompott“-Rezept auf der nächsten

Seite. Rizinusöl brauchen Sie danach sicher nicht.

Manfred G.

An meinem 10. Geburtstag war ich besonders Stolz.

Es waren Sommerferien und ich habe an meinem

10. Geburtstag in einem Rutsch mein Freischwimmer

gemacht. Ich wurde von meinem Lehrer dafür geehrt

und bekam in Sport eine zwei im Zeugnis. Später habe

ich noch Farten- und Jugendschwimmschein gemacht.

M. V.

Ich habe seit meiner Volljährigkeit bewusst aufs Auto

verzichtet, bin, obwohl fernab auf dem Lande lebend,

nur Fahrrad gefahren. Seit Kurzem besitze ich mein

Elektrofahrrad. Es trägt den Aufkleber: „Verträgt nur

NaturWatt-Strom“. Ein beruhigendes Gefühl, sich im-

mer noch umweltfreundlich fortzubewegen!

Wir wünschen weiterhin gute Fahrt!


NaturWatt-Partner 2009

Eine wichtige Rolle werden auch in Zukunft unsere Koopera-

tionspartner spielen. Seit Juni 1999 arbeiten wir mit lokalen

und regionalen Energieversorgern bei der Vermarktung von

NaturWatt-Strom zusammen. Wir kaufen den Ökostrom,

sichern, wie auch bei unseren Produkten, die Qualität und

TÜV Zertifizierung und erleichtern so unseren Partnern Öko-

strom mit in ihr eigenes Portfolio aufzunehmen. Seit April

ist nun auch unsere Muttergesellschaft, die EWE AG, ein

Kooperationspartner. Die AG übernimmt für uns zukünf-

tig die aktive Werbung für NaturWatt-Strom innerhalb des

EWE-Vertriebsgebiets. So werden Synergien genutzt – und

uns bleiben größere Kapazitäten, um uns auf den bundes-

deutschen Markt und den Vertrieb unserer Stromprodukte

via Internet vorzubereiten.

Karstadt Warenhaus GmbH

Bereits seit letztem September arbeiten wir bundesweit mit

der Karstadt Warenhaus GmbH zusammen. Weil Energie-

sparen in privaten Haushalten ein ebenso wichtiger Schritt

zur Reduktion des CO 2 -Ausstoßes ist wie der Wechsel zu

Ökostrom, verbinden wir den Vertrieb von energieeffizienten

Elektrogroßgeräten mit dem der NaturWatt-Stromprodukte.

Wer sich beim Kauf von Waschmaschine, Trockner, Ge-

schirrspüler, Kühl-/Gefriergerät oder Herd mindestens für

die Energie-Effizienzklasse A entscheidet und gleichzeitig

einen Ökostromvertrag mit der NaturWatt GmbH abschließt,

erhält einen Bonus von 50 Euro.

„Fortschrittliche und energieeffiziente Geräte bieten einen

guten Ansatz, um sowohl Haushaltskassen als auch die Um-

welt zu entlasten“, meint Karstadt-Pressesprecher Michael

Scheibe. Karstadt, als eines der führenden Warenhausun-

ternehmen Europas, sieht sich traditionell in der Pflicht, am

Thema Klimaschutz mitzuarbeiten: „Wir setzen uns schon

seit Jahrzehnten für die Umwelt ein,“ so Michael Scheibe,

„und mit unseren 90 Filialen in Deutschland können wir pri-

ma als Multiplikatoren fungieren“. Für die NaturWatt GmbH

bietet die Zusammenarbeit so die Gelegenheit, ein großes

bundesweites Publikum für Ökostrom zu begeistern.

Bäckerei und Konditorei Müller & Egerer

Für eine ähnlich verantwortungsvolle Einstellung steht das

Rasteder Unternehmen Müller & Egerer Bäckerei und Kon-

ditorei GmbH. Jan-Christof und Sonja Egerer leiten den

traditionellen Handwerksbetrieb in der dritten Generation und

stellen nicht nur höchste Ansprüche an Betriebsklima und

Qualität, sondern schauen auch gern über den Tellerrand.

Durch die Zusammenarbeit mit NaturWatt wollen sie mehr

Menschen für erneuerbare Energien gewinnen. Dabei geh-

en sie mit gutem Beispiel voran: Allein durch die Um-

stellung des Produktionsbetriebs und den 40 Filialen auf

NaturWatt-Strom reduziert sich ihre CO 2 Bilanz um jährlich

rund 850 Tonnen CO 2 -Emissionen. Aushänge und gerahmte

Zertifikate weisen die Kunden darauf hin, dass das gesamte

Unternehmen mit klimafreunlichem NaturWatt-Strom arbei-

tet. Diesen Funken möchten sie mit konsequenter Wer-

bung für NaturWatt-Ökostrom auf ihre Kunden über-

springen lassen: Seit März 2009 wird die Brötchentüte

genutzt, um in farbigem Druck das gemeinsame Engage-

ment darzustellen. Das Ziel: möglichst viele Menschen zum

Umstieg auf NaturWatt-Strom zu bewegen. Als Beilage

gibt es Postkarten, mit denen kostenfrei entsprechende

Informationen angefordert werden können.

Dank eines weiteren Partners können die Interessenten

an einem attraktiven Gewinnspiel teilnehmen: Das Hotel

Pique**** auf Norderney spendiert zwei Übernachtungen

im Doppelzimmer, Wellness inklusive. „Wir hoffen, dass

wirklich viele Karten an die NaturWatt GmbH zurück ge-

sandt werden,“ erklärt Jan-Christof Egerer. „Wer erst einmal

Informationsmaterial bestellt hat, denkt vielleicht nicht nur

an die Verlosung, sondern beschäftigt sich auch mit den

Inhalten“.

Dem können wir uns nur voller Zuversicht anschließen.

Immerhin wird das Bewusstsein für den Klimawandel immer

größer und einer der einfachsten Schritte, die jeder gehen

kann, ist der Umstieg auf Ökostrom.

Hefeklöße mit Beerenkompott und brauner Butter

500 g Mehl

1 Prise Salz

1 Pck. Trockenhefe

250 ml Milch

100 g Butter

100 g Zucker

2 Eier

6 EL Sirup (Himbeersirup)

300 g Heidelbeeren

tiefgekühlt oder frisch

1 Pck. Vanillezucker

2 TL Speisestärke

1. Schritt: Mehl mit der Prise Salz, dem Zucker und der

Trockenhefe mischen. Die Milch leicht erwärmen und die

Butter darin schmelzen, die Eier mit dem Schneebesen auch

gleich unterschlagen.

2. Schritt: Diese Flüssigkeit zum Mehl geben. Die Flüssig-

keit darf nicht heiß sein, sonst stirbt die Hefe. Den Teig recht

lange mit der Küchenmaschine kneten. Mit einem Tuch

abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich

der Teig verdoppelt hat. Nochmals gut durcharbeiten und

soviel Mehl hinzufügen, dass ein schöner weicher, aber nicht

klebender Teig entsteht. Mit bemehlten Händen Teigstücke

abzupfen und nicht zu große Klöße drehen, die möglichst

keine Risse haben sollten.

3. Schritt: Auf ein mit Mehl bestäubtes Geschirrtuch legen,

mit einem weiteren Geschirrtuch abdecken und gehen lassen,

bis sich die Klöße deutlich vergrößert haben.

NaturWatt-Banner in den Müller-Egerer-Filialen.

4. Schritt: Über einen großen, mit Wasser gefüllten Topf

ein Geschirrtuch spannen und die Klöße mit genügend

Abstand mit Deckel oder Schüssel abgedeckt. Durch einen

hohen Glasdeckel, kann man sehen, wie sie größer werden.

Ca. 15 – 20 Minuten dämpfen.

5. Schritt: Himbeersirup und Blaubeeren in einen Topf

geben und unter Rühren erhitzen. Vanillezucker unterrühren.

Stärke mit ein wenig kaltem Wasser verrühren und in die

Blaubeeren einrühren. Unter rühren eine Minute kochen.

Auskühlen lassen.

6. Schritt: Heidelbeer-Kompott mit Klößen servieren. Kloß

mit zwei Gabeln aufreißen und nach Lust und Laune But-

ter darüber träufeln. Die Klöße schmecken auch kalt. Frisch

gedämpft kann man sie sorgar einfrieren.

So viel Zeit muss sein: 30 Minuten + 1 Stunde ruhen

Watt’n Wind

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Ein Erbe des Bergbaus:

Energie aus der Grube Samson

Sie ist ein perfektes Beispiel für gekonnte Umnutzung ist

Museum und moderne Produktionsstätte zugleich: die

Grube Samson in Sankt Andreasberg im Oberharz.

Zu ihrer Betriebszeit als Erzbergwerk von 1521 bis 1910

war die Grube Samson mit 810 Metern die tiefste Zeche des

Reviers, über 100 Tonnen Silber wurden aus ihr zu Tage

gefördert. Der Bergbau war in dieser Zeit für Sankt Andre-

asberg der wichtigste Wirtschaftsfaktor, entsprechend stolz

ist die Bevölkerung auf die Leistung ihrer hart arbeitenden

Vorfahren. Immer wieder lösten Blütezeiten mit guten Aus-

beuten und schlimme Durststrecken sich ab. Ein regelmäßig

auftretendes Problem war zudem der Wassermangel. Bei

Frost oder zu geringen Niederschlägen stand der Bergbau

oftmals komplett still, denn das Wasser wurde zwingend

für den Betrieb der Fördertonne, also den Abtransport des

Erzes, benötigt. Abhilfe schaffte der 1703 fertiggestellte Neue

Rehberger Graben, der ab 1722 vom ebenfalls eigens per

Staumauer angelegten Oderteich gespeist wurde, lange Zeit

die größte Talsperre Deutschlands. Er lieferte das Betriebs-

wasser für die Grube Samson und 30 weitere Wasserräder.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lag die durchschnittliche

Silbergewinnung bei stolzen zwei Tonnen pro Jahr (im

Rekordjahr 1822 wurden sogar 3,04 Tonnen gefördert), nur

100 Jahre später war die Ausbeute auf im Schnitt knapp

100 Kilo gesunken und die Grube Samson musste aus wirt-

schaftlichen Gründen geschlossen werden. Am 31. März

1910 beendeten 80 Bergleute ihre allerletzte Schicht. Doch

unter anderem wegen des Wasserzuflusses blieb der Grube

ein Schicksal als Industriebrache erspart: Als 1912 auch die

Quellenverzeichnis

8

Herausgeber: NaturWatt GmbH | Rummelweg 14 | 26122 Oldenburg | Telefon 0441 - 35 09 100 | Fax 0441 - 35 09 10 59 | info@naturwatt.de | www.naturwatt.de

Redaktion: Imke Allendorf, Dr. Martin Baumert, Peter Düweke, Heike Grusemann, Jan Schoenmakers | Fotos: NaturWatt GmbH | Layout: MÄDCHE UND JONGENS, Bremen

Druck: Industriedruck Nickel | Umweltfreundlicher Druck dank NaturWatt-Ökostrom und Recycling-Papier. Mat.-Nr. 850893, Stand April 2009

Watt’n Wind

Silberhütte geschlossen wurde, erhielten die Harzer Werke

„Glückauf“ die Rechte daran. Noch im selben Jahr wurde

in 190 Metern Tiefe das Wasserkraftwerk „Sieberstollen“

installiert, zehn Jahre später zusätzlich das Kraftwerk

„Grüner Hirsch“ bei 130 Metern. 1927 übernahm der heu-

tige Energieversorger und NaturWatt-Partner Harz Energie

GmbH & Co. KG die Anlage. Das Unternehmen erzeugt

derzeit mit insgesamt sechs eigenen Wasserkraftwerken

jährlich rund 7,75 Millionen Kilowattstunden Regenerativ-

strom, davon stammt über die Hälfte aus den beiden unter-

irdischen Kraftwerken im Samsonschacht.

Doch neben der Energie, die aus der Tiefe kommt, gibt es

noch mehr Besonderes in der Grube – nicht umsonst wurde

sie im Jahr 1987 in die Liste der internationalen Maschinen-

baudenkmäler der American Society of Mechanical Engineers

aufgenommen. Denn hier befindet sich die letzte funk-

tionstüchtige Fahrkunst der Welt. Sie wurde 1837 in die

Grube Samson eingebaut und bis 1922 über das ebenfalls

zu besichtigende große Kunstrad, ein Wasserrad mit zwölf

Metern Durchmesser, angetrieben. Heute wird Besuchern

die Funktionsweise der Fahrkunst per Elektromotor vor-

geführt: auf ihr konnten die Bergleute durch geschicktes

Umsteigen zwischen zwei senkrechten, gegeneinander

auf und ab pendelnden Gestängen mit Trittbrettern in den

Schacht ein- oder aus ihm ausfahren. Noch heute dient die

Fahrkunst Mitarbeitern der Harz Energie als Zugang zu den

Turbinen der Wasserkraftwerke; eine knappe halbe Stunde

und höchste Konzentration brauchen sie für einen Weg.

Weitere Highlights der Besichtigung sind die beiden, um

1890 gefertigten, Wasserräder und natürlich eine Menge

spannender Hintergrundinformationen.

Wer nun Lust bekommen hat auf eine Zeitreise in die

Bergbau-Vergangenheit mit modernem Bezug zur Erzeu-

gung von Grünstrom findet weitere Informationen unter

www.sankt-andreasberg.de und macht es vielleicht wie

Johann Wolfgang von Goethe: Der unternahm im Dezember

1777 eine Harzreise und war drin – in der Grube Samson.

Allerdings gab es zu seiner Zeit weder Fahrkunst noch Kraft-

werk.

Bilder: S. 6: Modellschiffe: Robert Heeckt, S. 7: Rezept: momanuma/fotolia.de, S. 8: Energie aus der Grube Samson: Harz Energie GmbH & Co. KG

Artikel: Wettlauf zu den ewigen Quellen

China: www.globalgreen.org/solarreportcard/China.pdf | www.globalgreen.org/solarreportcard/China.pdf | www.iea.org/Textbase/stats/index.asp

Deutschland: www.energieportal24.de/fachberichte_artikel_275.htm | www.bmu.bund.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/hintergrund_ee_richtlinie.pdf | Bundesumweltministerium (Hg.):

Erneuerbare Energien in Zahlen, Juni 2008, aktualisierte Fassung im Internet: www.erneuerbare-energien.de/inhalt/42027/5466/EU | Frankreich: Le Grenelle Environnement:

www.legrenelle-environnement.fr | Observation et Statistiques de l’Environnement: www.ifen.fr | Großbritannien: Renewable sources of energy: www.restats.org.uk/Publications/08main.pdf

International: Energiequartett im Internet: bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/energiequartett.html | Wikipedia, List of renewable enery topics by country:

en.wikipedia.org/wiki/List_of_renewable_energy_topics_by_country | OECD Factbook 2008: www.oecd.org | Internationale Energie Agentur (IEA): www.iea.org | USA: Energy Efficiency and Renewable

Energy: www.eere.energy.gov | Annual Energy Review: http://tonto.eia.doe.gov/FTPROOT/multifuel/038405.pdf | Beucker, Pascal: Neue Agentur für Alternativenergien. In: die tageszeitung, 26.01.2009

www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/neue-agentur-fuer-alternativenergien

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