Wir stellen vor: Andreas Pichl - Buderus Edelstahl GmbH

buderus.edelstahl.de

Wir stellen vor: Andreas Pichl - Buderus Edelstahl GmbH

Edelstahl

Magazin für

Kunden und

Mitarbeiter

2/2008


Inhalt

4

Buderus Edelstahl erweitert

Produktionskapazitäten

6

Schmiedekunst aus Wetzlar

in China ausgestellt

10

Mobiles Schmiedelabor

auf Wetzlarer Brückenfest

14

Buderus Edelstahl bringt

Kunststoffbehälter in Form

l Unternehmen

4 Buderus Edelstahl erweitert

Produktionskapazitäten

6 Schmiedekunst aus Wetzlar

in China ausgestellt

Asien-Hammer in Peking

9 Zwei Teams, die zueinander passen

Buderus Edelstahl ist neuer Sponsor

des Handball-Bundesligisten HSG

Wetzlar

10 Mobiles Schmiedelabor

auf Wetzlarer Brückenfest

Schmiedehandwerk hautnah erleben

12 Buderus Edelstahl spendet 5000 Euro

an die Klinik Eschenburg

Unterstützung für die Behandlung

Suchtkranker

l Werkzeugstahl/Edelbaustahl

13 Asiaforge 2008 in Neu-Delhi

14 Buderus Edelstahl bringt

Kunststoffbehälter in Form

16 Mehr als eine Geschäfts beziehung

50 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit

mit Familie Laxman in Indien

17 Im Fokus der Stahlanwender:

Workshop Getriebestähle

für den Großgetriebebau

l Qualitätswesen

18 Prüflabor der Buderus Edelstahl

GmbH erhält Kompetenzbescheinigung

durch DAP

QM-System für Prüf- und

Kalibrierlaboratorien

l News

20 SCT-Konferenz 2008 mit

Unterstützung von Buderus Edelstahl

2

EDELSTAHL Info 2/2008


Editorial

13

20

Asiaforge 2008

in Neu-Delhi

SCT-Konferenz 2008 mit

Unterstützung von Buderus Edelstahl

l Personal

21 „Glück Auf!“

an alle neuen Auszubildenden

22 Wir stellen vor: Andreas Pichl

Oberschmelzer auf dem Weg zum

Meister

Berufsbilder bei Buderus Edelstahl

24 60 Auszubildende von

Alfing Kessler zu Gast

Ein Tag bei Buderus Edelstahl

25 Mit Steel zum Ziel

Buderus Edelstahl beim

16. JP Morgan Chase Corporate

Challenge

26 SAM – Secretaries’ Annual Meeting

26 Unsere Jubilare

26 Sterbefälle

26 Impressum

27 Tombola Betriebliches

Vorschlagwesen

27 Studenten der RWTH Aachen

zu Besuch bei Buderus Edelstahl

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

nur noch wenige Wochen

und wir starten ins neue

Jahr. Vieles ist in Bewegung.

Die Krise an den Finanzmärkten

zieht nicht an jeder

Branche spurlos vorüber.

Die mittelfristigen Perspektiven

für den Werkstoff

Stahl aus dem Hause Buderus

Edelstahl sind jedoch

weiterhin positiv. Wir tragen

dieser Entwicklung Rechnung

und investieren in einen

umfassenden Werksausbau,

der eine Steigerung

unserer Produktionskapazitäten

ermöglicht. In dieser

Ausgabe berichten wir Ihnen

darüber.

Erfahren Sie auch mehr über unsere

Sponsoringaktivitäten und das kulturelle

Engagement, das uns am Herzen liegt. Wir

stellen Ihnen einige Beispiele vor, darunter

das mobile Schmiedelabor des Stahlkünstlers

Andreas Rimkus. Lernen Sie Andreas

Pichl kennen, einen unserer Oberschmelzer

auf dem Weg zum Meister, und informieren

Sie sich über die SCT-Tagung, den

Workshop Getriebe stähle für den Großgetriebebau

und vieles mehr.

Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit

und das entgegengebrachte

Vertrauen. Auch zukünftig werden wir alles

tun, um für unsere Kunden ein zuverlässiger

und leistungsfähiger Partner zu

sein. Dafür setzt sich jeder einzelne Buderus-Edelstahl-Mitarbeiter

ein. Unseren

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken

wir an dieser Stelle für ihr großes Engagement.

Gemeinsam mit Ihnen allen

wollen wir die Zukunft erfolgreich gestalten

und die Faszina tion Stahl in die Welt

hinaustragen.

Für die anstehende Weihnachtszeit

wünschen wir Ihnen einige ruhige, erholsame

und besinnliche Tage sowie einen

guten Start in das Jahr 2009.

Viel Spaß beim Lesen.

Mit einem herzlichen „Glück auf“

Ihre Geschäftsführung

Karl-Peter Johann

Jens Mohr

EDELSTAHL Info 2/2008 3


Unternehmen

Gesamtansicht der Glüherei

mit Gleisanbindung an das Stahlwerk projektiert.

Buderus Edelstahl erweitert

Produktionskapazitäten

Die mittelfristigen Perspektiven für den Werkstoff Stahl sind ungeachtet der aktuellen

Finanzmarktkrise, die inzwischen auch auf die stahlerzeugenden und -verarbeitenden

Betriebe übergreift, weiterhin positiv. Diesem langfristigen Trend trägt die

Buderus Edelstahl GmbH mit einer Erweiterung der Produktionskapazitäten Rechnung.

Marktumfeld

Buderus Edelstahl ist mit der Ausrichtung

auf geschmiedete Stähle für den Werkzeugbau,

den Getriebebau – hier insbesondere

die Windenergie – und den Energiemaschinenbau

mit Generator- und Turbinenwellen

sowie den allgemeinen Maschinenbau

in Branchen tätig, für die die Rahmendaten

positiv gestellt und die von der

Finanzmarktkrise derzeit (noch) kaum

betroffen sind. Abgerundet wird das Produktionsprogramm

mit gewalztem Halbzeug,

das für den Schrott- und Legierungskreislauf

innerhalb des Werkes eine wichtige

Stellung einnimmt. Die Buderus Edelstahl

GmbH beliefert zudem die Schwestergesellschaften

Buderus Edelstahl Band und

Buderus Edelstahl Schmiedetechnik. Auch

für diese beiden Gesellschaften stehen die

Zeichen – vor allem wegen der Integration

in den Konzernverbund der Böhler-Uddeholm

AG – auf Wachstum.

Rohstahlkapazität

Die Rohstahlerzeugung hat die technische

und genehmigungsrechtliche Grenze er-

reicht. Deshalb sind hier umfangreiche

Maßnahmen erforderlich. Der Antrag auf

Erweiterung der Genehmigungsgrenze von

480 000 Jahrestonnen (jato) auf 650 000

jato wird derzeit von den Genehmigungsbehörden

bearbeitet. Buderus Edelstahl

führt dabei eine Umweltverträglichkeitsprüfung

durch, um eine Abstimmung über

den Umfang der voraussichtlich zu erstellenden

Unterlagen zur Darstellung der

Umweltauswirkungen zu erzielen.

Auf technischer Seite ist eine Erhöhung

der Strombezugsmenge erforderlich. Zu

diesem Zweck schließt sich das Unternehmen

mit einer separaten Trafostation an

das Höchstspannungsnetz (380 kV) an. Zur

Zeit wird über einen Energiebezugsrechner

im Viertelstundentakt der Strombezug

begrenzt.

Die dann längeren Energieeintragszeiten

in den Schmelzofen führen zu einer höheren

Schmelzleistung. In weiterer Folge wird

die Gießgrubenkapazität den Erfordernissen

der zu stellenden Blockformate angepasst.

Im Dillfeld wird zur Sicherung unserer

Vormaterialversorgung ein Schrottlager

8000-t-Schmiedepresse

Buderus Edelstahl betreibt seit vielen Jahren

eine 2000-t- sowie eine 5500-t-Presse.

Insbesondere die größere der beiden Pressen

läuft seit Jahren im Turnusbetrieb, das

heißt sieben Tage pro Woche mit drei

Schichten pro Tag. Es ist zu verzeichnen,

dass der Anteil der großen Schmiedestücke

immer weiter zunimmt, sodass die Presskraft

dieser Presse mitunter kaum ausreicht,

um den Stahl noch zu verformen. Aus diesem

Grund und vor dem Hintergrund der

hervorragenden Wachstumsaussichten bei

Schmiedestücken für den Kraftwerksbau

(Generator- und Turbinenwellen) wurde im

März 2008 bei SMS eine 8000-t-Presse

bestellt. Im Stauchgang wird diese Presse

sogar eine Kraft von 10 000 t erreichen.

Wärmebehandlung

Auch die erhöhte Schmiedemenge muss

wärmebehandelt werden. Deshalb erfolgen

die Verlängerung der derzeitigen Vergüterei

und der Bau neuer Glühöfen.

Bearbeitungswerkstatt

Während ein Teil der zusätzlichen Schmiedemengen

nach der Adjustage und Ausgangskontrolle

direkt ausgeliefert wird –

dies gilt insbesondere für Werkzeug- und

Großdrehbohranlage im Einsatz

4

EDELSTAHL Info 2/2008


Verlängerung der Vergüterei

Unternehmen

Edelbaustähle – ist für die Lieferung von

Wellen eine Vorbearbeitung auf Drehmaschinen

erforderlich. Deshalb erfolgt bereits

jetzt ein Ausbau der Drehkapazitäten mit

der Installation von insgesamt drei neuen

Drehmaschinen.

Logistik und Infrastruktur

Dem gestiegenen Produktionsaufkommen

muss die Infrastruktur folgen. Dabei soll die

Stadt Wetzlar von dem An- und Ablieferverkehr

sowohl der Buderus Edelstahl

GmbH als auch der übrigen teils ehemaligen

Buderus Gesellschaften: Buderus Edelstahl

Band, Buderus Edelstahl Schmiedetechnik,

Buderus Gießerei und Buderus

Spezialguss weitgehend dadurch entlastet

werden, dass der LKW-Verkehr über eine

neu zu bauende gemeinsame Werkseinfahrt

im Dillfeld geführt wird. Damit wird

die Feinstaubbelastung im Stadtgebiet

trotz insgesamt höherem – dann allerdings

autobahnnahen – Verkehrsaufkommen erheblich

sinken.

Zeitplan

Die Presse ist so terminiert, dass die ersten

Produktauslieferungen im zweiten Halbjahr

2010 erfolgen werden. Zur gleichen

Zeit ist der Umbau des Stahlwerks so weit

fortgeschritten, dass die neue Presse mit

großen Blöcken beliefert werden kann. Der

endgültige Stahlwerksausbau – abhängig

Herstellung der Bohrung für die Pfahlgründung

von der behördlichen Genehmigung – wird

dann in den Jahren 2010/11 erfolgen.

Neben diesen Maßnahmen sehen die

Auflagen der unteren Wasserbehörde einen

erweiterten Hochwasserschutz des Werkes

und des Mündungsgebietes Lahn/Dill vor.

Demzufolge sind umfangreiche Erdbewegungen

mit Absenkung des flussaufwärts

gelegenen Gebietes um 80–150 cm und

Aufschüttungen auf der Südseite erforderlich.

Diese Arbeiten laufen bereits und werden

in 2009 abgeschlossen sein.

Regierungspräsidium Gießen

25. 8. 2008 - Pressemitteilung

Nach Durchführung aller Maßnahmen

wird Buderus Edelstahl in den Kernmärkten

wesentlich verstärkt auftreten können und

mit der Überarbeitung der Infrastruktur

langfristig kosten- und umweltoptimal

arbeiten können. Neben bestehenden Produkten

werden dann auch neue Produkte

im Portfolio sein. An der Entwicklung dieser

Stähle arbeitet Buderus Edelstahl bereits

heute gemeinsam mit Kunden, so dass das

Jahr 2010 für alle Beteiligten ein interessantes

und spannendes Jahr werden wird.

www.rp-giessen.hessen.de

Buderus will Stahlwerkskapazität in Wetzlar deutlich erweitern. Regierungspräsidium

rechnet mit öffentlichem Genehmigungsverfahren Anfang 2009 –

Unternehmen führt freiwillig Umweltverträglichkeitsprüfung durch.

Der Stahlmarkt boomt – spürbar auch am klassischen Montan-Standort Wetzlar. In

erheblichem Umfang will die Buderus Edelstahl GmbH nun in das Edelstahlwerk nahe

der Hermannsteiner Straße investieren und dessen Kapazität von 480 000 t/Jahr auf

650 000 t/Jahr erweitern, wie jetzt das Gießener Regierungspräsidium berichtet. Gute

Nachrichten sind dies für die Zukunft des Standorts und seine Arbeitsplätze, aber mit

der Kapazitätserweiterung ist natürlich auch die Frage der Entwicklung der Umweltauswirkungen

verbunden. Dies wird letztlich Aufgabe eines immissionsschutzrechtlichen

Genehmigungsverfahrens sein, das voraussichtlich in der ersten Hälfte des kommenden

Jahres beim Regierungspräsidium Gießen stattfinden wird.

Nach dem derzeitigen Stand ist geplant, dass Buderus Ende des Jahres die Genehmigungsunterlagen

einreichen wird, so dass das Verfahren in den ersten sechs Monaten

2009 stattfinden kann. Dabei ist auch die Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen.

Das RP geht davon aus, dass im Zuge der Kapazitätsausdehnung auch mit nachfolgenden

Verfahren für andere Betriebsteile zu rechnen sein wird.

Da im Zuge des Projekts auch ältere Werksanlagen saniert werden sollen, erwarten

die Gießener Fachleute, dass sich trotz der gesteigerten Produktionskapazität die

Immissionssituation für Mensch und Umwelt insgesamt nicht nachteilig verändern

wird. Regierungspräsident Wilfried Schmied sieht in der Unternehmensentscheidung

eine weitere wichtige Perspektive für Wetzlar: „Wenn ein Unternehmen in einem solchen

Ausmaß in einen Standort investiert, sieht es dort eine langfristige Perspektive –

und damit auch für die zahlreichen damit zusammenhängenden Arbeitsplätze. Dies ist

eine gute Nachricht für Wetzlar und für die Region.“

EDELSTAHL Info 2/2008 5


Unternehmen

Asien-Hammer in Peking

Schmiedekunst aus Wetzlar

in China ausgestellt

Betty Heidler, amtierende Weltmeisterin im Hammerwerfen, war dabei, als Ende

März der Asien-Hammer des Künstlers Andreas Rimkus in der Freiformschmiede der

Buderus Edelstahl GmbH geschmiedet wurde. Knapp drei Monate später erreichte das

30 Tonnen schwere und fast fünf Meter lange Kunstwerk seinen Bestimmungsort

Peking. Die offizielle Einweihungsfeier fand am 19. Juni 2008 statt.

Drei Monate sind eine kurze Zeit, wenn es

gilt, ein Kunstwerk gigantischen Ausmaßes

umzusetzen und erfolgreich abzuschließen.

Vor allem, wenn zwischen Entstehungsund

Bestimmungsort Kontinentalgrenzen

liegen und viele Vorschriften und Bedingungen

erfüllt sein müssen. Die Organisation

war perfekt und nach sechswöchiger

Reise per Schiff und zwei Wochen auf dem

Landweg durch China ist der Asien-Hammer

an seinem Bestimmungsort angekommen:

Seit Mitte Juni schmückt er als Teil

des weltumspannenden Generationen-

KunstWerks des Schmiedekünstlers An d-

reas Rimkus den Campus der University of

Science and Technology Beijing. Schon die

Schmiedung in der Wetzlarer Buderus Edelstahl

Freiformschmiede war ein Ereignis.

Der Eiserne Plan

Bereits im März 2004 schufen Andreas Rimkus

und Buderus Edelstahl den ersten Hammerkopf-Giganten.

Der Afrika-Hammer hat

seinen Platz im Dorf der 6000 Schmiede im

afrikanischen Togo gefunden, wo er die

Verbindung zwischen Tradition und Moderne

der Schmiedekunst symbolisiert. Aus

dem riesigen Hammerkopfloch wächst be -

reits ein kleiner Feuerbaumstiel empor. Der

jetzt geschmiedete Asien-Hammer ist der

dritte von insgesamt sieben Hammerköpfen.

Auf jedem Kontinent soll einmal eines

der imposanten Kunstwerke stehen – weltumspannende

Symbole des Generationenwechsels

und der Stahlkunst, das ist der

„Eiserne Plan“ von Andreas Rimkus.

Die Vorbereitung

Für jeden Hammer lässt Andreas Rimkus

einen Modell-Hammer schmieden. Diese

Aufgabe übernimmt jeweils ein Schmied

vor Ort, der das Schmiedehandwerk noch

Andreas Rimkus mit dem Schmied Bao Ma

6

EDELSTAHL Info 2/2008


Unternehmen

Der Hammerkopf kurz vor seiner Vollendung

auf traditionelle Weise ausführt. Weltweit

beherrschen nur noch wenige die alte

Schmiedekunst, und auch in China war es

für Andreas Rimkus nicht einfach gewesen,

den passenden Mann zu finden. Moderne

Schmieden haben hier längst traditionelle

Arbeitsweisen im Schmiedehandwerk durch

hochtechnisierte Verfahren ersetzt, um im

rasant wachsenden und sich schnell verändernden

Umfeld bestehen zu können. So

konnte sich die Pekinger Universität

zunächst nicht vorstellen, dass Andreas

Rimkus tatsächlich einen Schmied suchte,

der das Handwerk auf alte Weise betreibt,

wo es doch moderne Freiformschmieden

mit vielen tausend Mitarbeitern gibt. Erst

als der Künstler sein Projekt im Detail vorstellte,

fand sich der richtige Mann, 200

Kilometer von Peking entfernt. Ende Februar

schmiedete Andreas Rimkus gemeinsam

mit dem chinesischen Schmied Bao Ma in

Peking das kleine Muster für den großen

Asien-Hammer, der später in der Buderus-

Edelstahl-Schmiede in ganzer Größe geschaffen

werden sollte.

Die Schmiedung

Am 31. März 2008 begann die Schmiedung

des 30 Tonnen Hammerkopfes in der Freiformschmiede

von Buderus Edelstahl in

Wetzlar. „Die Schmiedung ist perfekt gelaufen“,

sagte Ralf Rech, technischer Spartenleiter

Schmiedeerzeugnisse, der das Projekt

vor Ort leitete. Im ersten Arbeitsgang wurde

der Schmiedeblock unter der 55-MN-Freiform-Schmiedepresse

mit einer Presskraft

von 5500 Tonnen auf ein Vorstück von

1400 mm Durchmesser gestaucht. Anschließend

erfolgte zunächst das Lochen des

Hammerauges mit einem 700 mm starken

Dorn und später die Ausschmiedung auf

Vierkant 1000 mm.

Dann erhielt der Asien-Hammer seine

Prägung: das chinesische Schriftzeichen

für „Hammer“ sowie das Symbol für Feuer

von Andreas Rimkus wurde mit zwei speziell

angefertigten Prägestempeln in den

Vierkant gepresst.

Schließlich bekam der Asien-Hammer in

der Fertigschmiedung seine endgültige

charakteristische äußere Kontur mit angeschmiedeter

Finne und dem Beischmieden

der Kanten nach den Vorgaben des Modellhammers.

„Eine besondere Herausforderung

war das Einbringen der Prägestempel

in den bereits gelochten Vierkant“, sagte

Ralf Rech. „Die Temperaturverteilung in

dem Vierkant musste so gesteuert werden,

dass das Hammerauge sich bei der Prägung

Das Schmiedeteam mit dem fertigen Hammerkopf

Ralf Rech (rechts) beantwortet offene Fragen von

Michael Deyhle und Betty Heidler (v. l.)

streckte und durch die Umformung die

gleiche Ovalität erhielt wie das chinesischen

Muster.“

Mit dabei: Die Weltmeisterin

im Hammerwerfen

Die amtierende Weltmeisterin im Hammerwerfen,

Betty Heidler, die der Einladung

von Andreas Rimkus nach Wetzlar gefolgt

war, begleitete die Fertigschmiedung am

2. April 2008 gemeinsam mit Bundestrainer

Michael Deyhle. Ihre Verbindung zu Eisen

und Stahl hat Betty Heidler Silber und Gold

eingebracht. Im August 2007 warf die

24-jährige ihren Hammer im Nagai-Stadion

im japanischen Osaka ganze 74,76

Meter weit und holte den Weltmeistertitel.

2004 bei der Olympiade in Athen erreichte

sie den vierten Platz. 2008 in Peking konnte

sie sich leider nicht für das olympische

EDELSTAHL Info 2/2008 7


Unternehmen

Hammerwurf-Finale qualifizieren, doch

2012 in London könnte das wieder ganz

anders aussehen. „Wir drücken ihr für ihre

sportliche Karriere fest die Daumen“, sagt

Jens Mohr, kaufmännischer Geschäftsführer

von Buderus Edelstahl, der das GenerationenKunstWerk

von Andreas Rimkus

gerne unterstützt. „Stahl ist nicht nur einer

der wichtigsten Werkstoffe des Menschen

– die Möglichkeiten, die er eröffnet, haben

Kulturen und Gesellschaften geprägt. Die

Schmiedekunst hat es verdient, dass man

Anne Kuhlmann und Andreas Rimkus (rechts)

überreichen das Gastgeschenk

ihr weltweit ein Denkmal setzt.“ Das findet

auch die Unesco, die das Rimkus-Projekt

unterstützt.

Offizielle Ausstellungseröffnung

in Peking

Dass der Asien-Hammer bereits im Juni diesen

Jahres seinen offiziellen Platz in Peking

einnehmen durfte, ist der engen Zusammenarbeit

zwischen Buderus Edelstahl und

der Rheinisch-Westfälischen Technischen

Hochschule (RWTH) in Aachen zu verdanken,

die gute Kontakte zu der in China führenden

University of Science and Technology

Beijing (USTB) pflegt. Die offizielle

Einweihungsfeier des Kunstwerks fand am

19. Juni 2008 auf dem Campus der Pekinger

Universität statt. Jens Mohr war gemeinsam

mit Uli Keiner, Exportleiter Werkzeugstahl,

und Anne Kuhlmann, Assistentin

der Kaufmännischen Geschäftsführung, vor

Ort. In seiner Rede vor Gästen, Professoren

und rund 200 Studenten bedankte er sich

bei der USTB, der RWTH Aachen sowie Herrn

Rimkus für die reibungslose Zusammenarbeit,

dank der das Projekt so schnell realisiert

werden konnte. „Wir freuen uns, dass

der Asien-Hammer seinen Platz auf dem

Campus der Univer sity of Science and Technology

Beijing gefunden hat. China, als eine

der aufstrebenden Wirtschaftsmächte der

Welt, ist die richtige Wahl, um das weltumspannende

GenerationenKunstWerk von

Herrn Rimkus in Asien zu präsentieren.

Buderus Edelstahl hat bedeutende Geschäftspartner

in China. Dass uns nun auch

der gemeinsame Einsatz für die Kunst und

damit die Wahrung und Wertschätzung des

traditionellen Schmiedehandwerks mit diesem

Land verbindet, freut mich besonders.“

Jens Mohr betonte, dass das Projekt international

das Interesse an einem sehr wichtigen

Handwerk fördert und zugleich hilft,

Nachwuchskräfte für den Werkstoff Stahl

zu interessieren. Andreas Rimkus berichtete

engagiert über sein Projekt, und auch der

Schmied des kleinen Musterhammers war

auf dem Campus mit dabei, um den stählernen

Koloss zu bewundern, dessen Vorbild

sein kleines Schmiedewerk gewesen war.

Die ausgefallene Schmiedeaufgabe war für

ihn eine besondere Ehre gewesen; entsprechend

stolz und mit großer Freude nahm er

an der Einweihungsfeier teil.

Gruppenbild von der offiziellen Einweihungsfeier

Der Ginkgobaum wird gepflanzt

8

EDELSTAHL Info 2/2008


Unternehmen

Volker Mudrow, Trainer HSG-Wetzlar, Jens Mohr, Axel Geerken, Geschäftsführer HSG-Wetzlar, und Karl-Peter Johann bei der Saison-Eröffnungspressekonferenz (v. l.)

Zwei Teams, die zueinander passen

Buderus Edelstahl ist neuer Sponsor

des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar

Trotz ihrer internationalen Ausrichtung hat die Buderus Edelstahl GmbH traditionell

eine starke Bindung an die Region. Nun gibt es ein weiteres prominentes Beispiel

für das lokale Engagement des Unternehmens: Buderus Edelstahl und der Handballbundesligist

HSG Wetzlar haben eine Sponsoring-Vereinbarung getroffen.

Partnerschaft zum

beiderseitigen Nutzen

Unter dem Motto „Faszination Stahl trifft

begeisternde Sportler!“ wurde in der Saison-Eröffnungspressekonferenz

am 27. August

2008 die neue Partnerschaft der

Öffentlichkeit präsentiert. Diese sieht fi -

nan zielle Zuwendungen an den Verein „im

mittleren fünfstelligen Bereich“ vor. Im

Gegenzug erhält Buderus Edelstahl die

Möglichkeit, sich bei den Heimspielen der

HSG in der Halle zu präsentieren. Präsenz

zeigt das Unternehmen außerdem auf der

Homepage, dem Sponsorenboard und im

Briefkopf des Vereins. Auch im VIP-Business-Club

ist Buderus Edelstahl vertreten.

Sponsoring ist eben, entgegen einem landläufigen

Vorurteil, keine Einbahnstraße und

auch nicht einfach eine Spende, sondern

beide Partner arbeiten strategisch zusammen

und haben auf ihren jeweiligen Gebieten

einen Nutzen. Die Partnerschaft soll

zunächst zwei Spielzeiten, also bis 2010,

gelten.

Erst das Team macht den Erfolg

Der Weg von einem Wirtschaftsunternehmen

zum Sport ist kürzer als man denkt,

besonders zu einem Mannschaftssport wie

Handball. Sowohl Buderus Edelstahl als

auch die HSG sind „eingespielte“ Teams, die

trotz starker Konkurrenz gewissermaßen in

der 1. Liga spielen und deren Namen in der

Öffentlichkeit einen guten Klang und eine

positive Ausstrahlung haben. Hier wie dort

bedeutet „Team“ nicht nur effiziente Abstimmung

untereinander, sondern auch

Verantwortung des Einzelnen. Und Erfolge

im Team zu feiern, ist einfach schöner, und

auch schwierige Zeiten übersteht man besser

gemeinsam. Überhaupt erreicht man

gute Leistungen in beiden Fällen nur mit

Professionalität, Motivation und Spaß an

der Sache.

Sport und Wirtschaft können

voneinander lernen

Über diese allgemeinen Gemeinsamkeiten

hinaus ist auch vorstellbar, dass tatsächlich

einmal ein konkreter Vergleich der Organisationsstrukturen,

der Vorbereitung auf

eine Herausforderung oder der Rekrutierung

und Entwicklung von Mitarbeitern

oder Spielern stattfinden wird, um voneinander

zu lernen. Bis dahin werden die

Wetzlarer Handballer von den begeisterten

Fans von Buderus Edelstahl hoffentlich bei

vielen Siegen begleitet.

EDELSTAHL Info 2/2008 9


Unternehmen

Das Mobile Schmiedelabor

Schmiedehandwerk hautnah erleben

Mobiles Schmiedelabor

auf Wetzlarer Brückenfest

Das Brückenfest in Wetzlar hatte Kindern und Jugendlichen in diesem Jahr eine

besondere Attraktion zu bieten: Im Mobilen Schmiedelabor des Künstlers Andreas

Rimkus konnten sie vom 5. bis 7. September 2008 das traditionsreiche Handwerk des

Schmiedens kennen lernen und selbst Hand anlegen. Unterstützt wurde der Künstler

vor Ort von jungen Buderus-Edelstahl-Mitarbeitern, unseren Azubis.

Andreas Rimkus mit kleinem Schmiedekünstler

Ein riesiger Amboss, der fahren kann, mit

Türen auf allen Seiten, die aufklappen wie

bei einem Raumschiff – das hatten die

Kinder in Wetzlar noch nicht gesehen.

Rundherum hämmerte es, kleine Feuer flackerten

auf und urige Gerätschaften

umrahmten das silberglänzende Gefährt.

Kein Wunder, dass das Mitmach-Exponat

des Schmiedekünstlers Andreas Rimkus

schnell zum Besuchermagneten des diesjährigen

Brückenfestes wurde. Das Mobile

Schmiede labor startete seine Tour im Mai

auf der Technik-Erlebnisausstellung „Ideen

Park 2008“ in Stuttgart und reist nun durch

die Welt, um Kindern und Jugendlichen

Gelegenheit zu geben, den Werkstoff Metall

handwerklich, spielerisch und künstlerisch

zu gestalten. Buderus Edelstahl unterstützt

diverse Projekte des Schmiede- und Ideen-

Künstlers Andreas Rimkus. Über das GenerationenKunstWerk

„Der eiserne Plan“, dessen

tonnenschwere Afrika- und Asien-

Hämmer in Wetzlar geschmiedet worden

sind, haben wir Ihnen schon berichtet.

Auch an der Realisation des Mobilen

Schmiedelabors ist Buderus Edelstahl beteiligt.

Neben einer finanziellen Unterstützung

wurde zum Beispiel der kindersichere

Schleifstein in den Wetzlarer Produktionsstätten

gefertigt. Er ist einer von vielen

Mitmach-Exponaten, die in das Mobile

Schmiedelabor integriert sind; da run ter

sieben Ambosse, einer davon für Rollstuhlfahrer,

und drei Essen.

Tradition und Moderne

der Schmiedekunst

Während vor dem Mobilen Schmiedelabor

Miniatur-Schmiedeplätze aufgebaut sind,

an denen Kinder sich eigene kleine Kunstwerke

schaffen können, bietet der Amboss

in seinem Innern ein multimediales, interaktives

Terminal. Es hält viele interessante

Informationen rund ums Schmieden bereit.

Zugleich spannt es den Bogen vom alten,

traditionsreichen Handwerk hin zu dessen

Einfluss auf die Gestaltung der Moderne.

Im virtuellen Innenraum erfährt der Betrachter

nicht nur alles über das Mobile

Schmiedelabor vom ersten Entwurf bis zur

endgültigen Realisation, es geht auch um

das Berufsbild des Metallers, Ausbildungsund

Studiengänge, um die Geschichte des

Schmiedens vom Hufschmied bis zur Großschmiede,

um metallverarbeitende Techniken

und um zukunftsweisende Forschung

wie die Nano-Schmiede an der Technischen

Universität in Braunschweig. Hier entwickelt

man mikroskopisch kleine Schmiedeteile,

deren perfektionierte Nachfolger

später vielleicht einmal als lebensrettende

Werkzeuge in menschlichen Blutbahnen

unterwegs sein könnten. Ein Open-Air-Kino

an der Außenwand des Mobilen Schmiedelabors

komplettiert das umfassende Informationsangebot

des Ambosses auf Rädern.

Kleine ambitionierte Schmiedekünstler

Für die Kinder ist das, was sie anfassen,

sehen, riechen und mit eigenen Händen

gestalten können, vor Ort jedoch am wichtigsten.

Das Mobile Schmiedelabor zieht sie

sofort in Bann, und fast jedes Kind ist

schnell begeistert vom Umgang mit dem

Kreativer Nachwuchs

10

EDELSTAHL Info 2/2008


Unternehmen

Die Brecherarchse – Publikumsmagnet auf dem Wetzlarer Brückenfest

glühenden Werkstoff, der heiß so formbar

und kalt so stahlhart ist. Da entstehen kleine

Zauberstäbe, Armreifen und Miniaturanker,

und überall funkeln konzentrierte

Kinderaugen aus freudig aufgeregten Gesichtern.

Auch für die Kinder, die sich nicht

gleich an die offene Feuerstelle wagen, hat

sich Andreas Rimkus etwas ausgedacht:

Eine große Metallschreibmaschine schafft

dem zögerlichen Nachwuchs einen leichten

Einstieg ins Thema Schmieden. Auf kleinen

Metallplättchen können die Kinder hier

kurze Gedichte, eigene Namen oder kleine

Nachrichten einstanzen. Schnell ist die

erste Scheu überwunden und die Angst vor

anderen Gerätschaften vergessen.

Rimkus schafft mit seinem Mobilen

Schmiedelabor einmal mehr Aufmerksamkeit

für ein immaterielles Kulturerbe. Zugleich

bereitet er die Bahn für den kreativen

Nachwuchs, denn die Begeisterung der

Kleinen für die Technik ist ausgesprochen

groß. Das mobile Schmiedelabor wird auf

seiner Reise Kindergärten, Schulen und

Jugendeinrichtungen besuchen. Jens Mohr,

Geschäftsführer Buderus Edelstahl, freut

sich über den Erfolg des Mitmach-Exponats:

Andreas Rimkus hat es sich zur Aufgabe

gemacht, die Tradition des Schmiedens

zu bewahren und in die Zukunft zu

tragen. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn

auch bei diesem Projekt unterstützen können.“

Gewinnspiel und T-Shirts für Schüler

„Wie viel wiegt die schmiederohe Brecherachse?“

lautete die Frage für die Erwachsenen

beim Buderus-Edelstahl-Gewinnspiel.

Zwei Exponate wurden ausgestellt: Ein 1438

x 380 mm großes Stirnrad für Turbogetriebe

zur Energieerzeugung mit einem Gewicht

von 4630 kg und eine schmiederohe Brecherachse

zum Zermahlen von Mineralien

in Zement- oder Kohlekraftwerken. Die Brecherachse

hatte eine Abmessung von 1200

x 5650 mm und wog 41 840 kg. Dieses

Gewicht galt es zu schätzen. 1652 Brückenfest-Besucher

nahmen am Gewinnspiel teil.

Zu gewinnen gab es unter anderem VIP

Business Club Eintrittskarten für ein Heimspiel

der HSG Wetzlar inklusive einer Werksführung

bei Buderus Edelstahl. Am besten

geschätzt hatten drei Frauen; Marion Kauck

belegte den ersten Platz, Alina Muskat den

zweiten und Christina Heun den dritten.

Die Schüler und Schülerinnen der Käthe-

Kollwitz-Schule unterstützen Buderus Edelstahl

auf ganz praktische Weise. Sie starteten

in gesponserten T-Shirts zum erstem

Mal beim Wetzlarer Brückenlauf, der traditionell

anlässlich des jährlichen Wetzlarer

Brückenfestes stattfindet.

Jens Mohr, kaufmännischer Geschäftsführer, mit den Schülern der Käthe-Kollwitz-Schule

EDELSTAHL Info 2/2008 11


Unternehmen

Heinz-Dieter Schmidt (l.) und Anne Kuhlmann bei der Scheckübergabe an den Vorsitzenden des Fördervereins Dieter Mett (2. v. l.) und Klinikleiter Thomas Klein

Unterstützung für die Behandlung Suchtkranker

Buderus Edelstahl spendet 5000 Euro

an die Klinik Eschenburg

Am 6. August 2008 übergaben Heinz-

Dieter Schmidt, Arbeitsmediziner von

Buderus Edelstahl, und Anne Kuhlmann,

Assistentin der Kaufmännischen

Geschäftsführung, einen Scheck in Höhe

von 5000 Euro an den Vorsitzenden des

Fördervereins der Klinik Eschenburg,

Dieter Mett.

Mit der Spende würdigte Buderus Edelstahl

das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder

des Fördervereins, zu denen viele

Klinik-Mitarbeiter zählen, die sich über

ihren beruflichen Einsatz hinaus in ihrer

Freizeit für die Genesung der Patienten

einsetzen. Der Förderverein unterstützt

erkrankte Menschen mit ganz konkreten

Hilfen, zum Beispiel mit Fahrten zu Ämtern

oder mit der Durchführung von Präventionsveranstaltungen.

Die Klinik Eschenburg ist auf die Behandlung

alkohol- und medikamentenabhängiger

Menschen spezialisiert. Neben einer

Fachklinik und einer Fachambulanz steht

den Patienten eine sogenannte Adaptionseinrichtung

zur Seite, in der sie im Anschluss

an die fachklinische Behandlung reale Alltagsbedingungen

trainieren können und

für den Wiedereinstieg ins Berufsleben

vorbereitet und stabilisiert werden. „Als

Arbeitsmediziner, der viele Unternehmen

betreut, bin ich immer wieder mit alkoholkranken

Mitarbeitern und solchen,

die einen erheblichen Alkoholmissbrauch

betreiben, konfrontiert“, sagte Heinz-Dieter

Schmidt anlässlich der Scheckübergabe,

„Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Tabletten

gehören zu den oftmals verschwiegenen

Erkrankungen, die vielfach lange

unentdeckt bleiben, gleichwohl aber eine

Gefährdung nicht nur der erkrankten Personen,

sondern auch der Kollegen nach sich

ziehen können.“ Suchtkranke Mitarbeiter

müssten so schnell wie möglich in eine

qualifizierte Therapie, um den Arbeitsplatz

zu erhalten und Gefährdungen der eigenen

Person und anderer während des Arbeitsprozesses

zu verhindern.

Die Hilfestellung bei Suchterkrankung

ist bei Buderus Edelstahl fester Bestandteil

des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

In diesem Zusammenhang besteht

eine zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung

abgeschlossenen Betriebsvereinbarung.

Buderus Edelstahl hilft betroffenen

Mitarbeitern, indem nach ärztlicher

Diagnose und gemeinsam vereinbartem

weiteren Vorgehen, kurzfristig Behandlungen

ermöglicht werden“, sagte Schmidt. Die

Klinik Eschenburg arbeite seit Jahren sehr

gut mit Buderus Edelstahl zusammen und

kenne auch die nachsorgende Betreuung

Betroffener im Unternehmen. „Weit überdurchschnittliche

Heilungserfolge wer den

in der gegenseitigen Kooperation auch

dadurch realisiert“, so Schmidt, „dass Buderus

Edelstahl ein professionelles Wiedereingliederungsmanagement

betreibt, das es

den betroffenen Mitarbeitern in der Regel

ermöglicht, an ihren angestammten Arbeitsplatz

zurückzukehren.“

12

EDELSTAHL Info 2/2008


Werkzeugstahl

Asiaforge 2008

in Neu-Delhi

Neue Technologien und Weiterentwicklungen

rund um das Freiform- und

Gesenkschmieden standen im Mittelpunkt

der Asiaforge. Die erste Asiaforge-

Konferenz fand 2006 im japanischen

Osaka statt. Die zweite tagte in diesem

Jahr vom 17. bis 19. März im indischen

Neu-Delhi. PCK Buderus India und

Buderus Edelstahl waren gemeinsam als

Platinum Sponsor dabei.

Masjid-i Jahan Numa (persisch „Moschee, die auf die Welt blickt“) in Delhi ist die größte Moschee Indiens und

eine der größten der Erde

Ins Leben gerufen wurde die Asiaforge von

der 2005 gegründeten asiatischen Schmiedevereinigung

der Freiform- und Gesenkschmiedeverbände

der Länder China, Indien,

Japan, Korea und Taiwan. Veranstalter

der diesjährigen Konferenz war die Association

of India Forging Industry (AIFA).

Buderus Edelstahl beteiligte sich gemeinsam

mit ihrem indischen Partner PCK Buderus

India als Platinum Sponsor an der Veranstaltung

und trug mit gut besuchten

Vorträgen zum Tagungsprogramm bei. Im

Rahmen einer Tagungsveranstaltung unter

Vorsitz von Mr. Kalyani (Kalyani Gruppe)

stellte Peter Vetter, Leiter der Abteilung

Qualitätsplanung Werkzeugstahl bei Buderus

Edelstahl, das Unternehmen vor und

präsentierte das Buderus-Edelstahl-Ge-

Das Team des neuen Werkzeugstahllagers von PCK Buderus India in Ludhiana

senkstahlkonzept. Insbesondere stellte er

den in Wetzlar entwickelten Stahl 2714

ISO-B/mod vor. Mit großem Interesse verfolgten

die 550 Tagungsteilnehmer Vetters

Ausführungen über die verbesserte Warmfestigkeit

und Verschleißbeständigkeit dieses

Stahls, der aufgrund seiner wesentlich

besseren Durchvergütungseigenschaften

explizit für größere Hammer- und Pressengesenke

sowie für Werkzeug- und Matrizenhalter

konzipiert ist. Die Präsentation

zeigte auch Möglichkeiten der Oberflächenveredelung

zur Standmengenerhöhung

von Gesenken auf.

Begleitet wurde die Veranstaltung von

einer Ausstellung, auf der sich PCK Buderus

India mit einem gut besuchten Messestand

präsentierte.

Chidamber und Krishnan Laxman gemeinsam mit

Peter Vetter bei der Asiaforge 2008 (v. l.)

Besuch des neu gegründeten

PCK Lagers in Ludhiana

Peter Vetter besuchte gemeinsam mit

Krish nan und Chidamber Laxman das neue

Werkzeugstahllager von PCK Buderus India

in Ludhiana, das im Februar 2008 eröffnet

wurde. Die Stadt Ludhiana liegt im Norden

Indiens, nordwestlich von Delhi, ca. 300 km

vor der pakistanischen Grenze. Im neuen

Lager bevorratet der engagierte Buderus-

Edelstahl-Partner vor allem Gesenkstahl.

Das Lager am Hauptsitz Chennai hält

Kunststoffformenstahl und Gesenkstahl

vorrätig. Auch in Pune, das zugleich Sitz

des Bearbeitungszentrums ist, werden

Kunststoffformenstahl und Gesenkstahl

bevorratet. Mit dem neuen Lager in Ludhiana

hat PCK Buderus India die kurzfristige

Versorgung der in diesem Gebiet traditionell

angesiedelten Gesenkschmieden optimiert.

EDELSTAHL Info 2/2008 13


Werkzeugstahl

Schmiedeblock an der

55-MN-Freiformschmiedepresse

Buderus Edelstahl bringt

Kunststoffbehälter in Form

Wir alle entsorgen unseren täglichen

Haus- und Büromüll in Abfalleimer und

Papierkörbe und von dort aus in die

Mülltonne, die zu festgelegten Zeiten

von der Kommune abgeholt werden.

Kaum einer fragt sich, wie diese Müllbehälter

gefertigt werden. Kaum einer

weiß, dass die Herstellung in großen

Stahlformen erfolgt, die bei Buderus

Edelstahl aus Schrott erschmolzen und

anschließend geschmiedet werden. Im

Folgenden werden die wesentlichen

Arbeitsschritte vom Ausgangsmaterial

zum fertigen Behälter erläutert.

Urformen – Schmelzen und Gießen

Unser Ausgangsmaterial ist Schrott, den

wir in unserem 100 t fassenden Elektrolichtbogenofen

einschmelzen. Durch die

Zugabe von Legierungsmetallen wie Chrom,

Mangan, Molybdän und anderen erhält der

Stahl exakt die chemische Zusammensetzung,

die für seine spätere Verwendung

wichtig ist. Abgegossen in sogenannten

Kokillen entstehen Rohblöcke mit einem

Gewicht von bis zu 150 t. Das entspricht

dem Gewicht von 100 PKW, konzentriert in

einem kompakten Stahlblock.

Umformen

Im nachfolgenden Schmiedeprozess erhält

der Stahl seine äußere Kontur. Gleichzeitig

wird der innere Faserverlauf definiert und

Hohlräume, welche bei der Erstarrung der

Schmelze zwangsläufig entstehen, werden

dicht geschmiedet.

Wärmebehandlung

Die endgültigen mechanischen Eigenschaften

wie Zugfestigkeit und Härte werden in

der Wärmebehandlung eingestellt. Dabei

folgen Aufheiz- und Abkühlvorgänge in

14

EDELSTAHL Info 2/2008


Werkzeugstahl

Werkzeugstahl bei der Wärmebehandlung

exakt definierten Zeit- und Temperaturfenstern.

Letztlich wird in diesem Bearbeitungsschritt

die Mikrostruktur (Korngröße

der Kristalle und in noch kleinerem Maßstab

die Atomanordnung in der Gitterstruktur

des Stahls) zielgerichtet beeinflusst.

Das funktioniert dank des bei Buderus

Edelstahl umfangreich vorhandenen

Know-hows selbst bei Werkstücken mit

einem Gewicht von mehr als 100 t.

Bearbeitung

In vielen Fällen wünscht der Kunde – und

das war auch für das hier vorgestellte

Werkzeug so – eine Bearbeitung, die wir

gerne übernehmen. Eines unserer Spezialgebiete

ist die sogenannte Grobzerspanung

bei der Tochtergesellschaft Buderus Edelstahl

Zerspanungstechnik. Die Fertigstellung

der Form übernahm in diesem Fall die

Firma Zimmermann Formenbau GmbH in

Gladenbach.

Formenstahl für Großbehälter

Auftraggeber für die Großform war die

Environmental Solutions Europe Holding

BV, der europäische Teil der weltweit tätigen

OTTO Gruppe in Neuruppin. Das Unternehmen

agiert weltweit auf dem Entsorgungssektor.

Zurzeit werden die hier

abgebildeten Behälter mit einem Fassungsvermögen

von 1100 Liter in einer französischen

Niederlassung produziert. Ab November

2008 werden die Behälter auf einer

Spritzgussmaschine mit einer Schließkraft

von 5500 to in Neuruppin gefertigt.

Etwa 1 Mio. dieser Behälter mit einem

Gewicht von je 30 kg sollen in der Form

produziert werden. Bei diesen Schließdrücken

und der hohen Stückzahl muss der

verwendete Stahl eine hohe Verschleißfestigkeit

bei gleichzeitig hoher Grundfestigkeit

aufweisen. Kunststoffformenstähle

von Buderus Edelstahl bringen diese Eigenschaften

mit sich. Es handelt sich um Hochleistungswerkstoffe,

die dem Kunden beste

Werkzeugfähigkeiten und damit dem

Anwender eine hohe Produktionssicherheit

bieten.

Bildreihe unten: Werkzeugkomponenten

EDELSTAHL Info 2/2008 15


Werkzeugstahl

50 Jahre erfolgreiche

Zusammenarbeit mit

Familie Laxman in Indien

Mehr als eine

Geschäftsbeziehung

Drei Generationen der Familie Laxman

kamen am 26. Mai 2008 aus dem indischen

Chennai nach Wetzlar, um mit

Buderus Edelstahl 50 Jahre gemeinsamen

Erfolg zu feiern. Die Jubiläumsfeier

fand im Wetzlarer Hotel Mercure statt.

Sie gab Jens Mohr, Geschäftsführer von

Buderus Edelstahl, Gelegenheit für eine

ganz besondere Rückschau.

Als die Zusammenarbeit mit P.C. Krishna

Iyer in den 50er Jahren ihren Anfang nahm,

hieß Buderus Edelstahl noch Röchling-

Buderus AG, und Indien verbanden die

Menschen hierzulande eher mit Elefanten

als mit Stahl. Das Unternehmen der Familie

Laxman hat nicht nur Kriegswirren, politischen

Zwängen und manch anderen

Schwierigkeiten standgehalten, sondern

hat auch immer den Kontakt zu Buderus

Edelstahl gepflegt. Schon vor dem 2. Weltkrieg

waren beide Unternehmen miteinander

im Gespräch, doch der Krieg und Indiens

Zugehörigkeit zum British Empire verhinderten

zunächst gemeinsame Vorhaben.

Jens Mohr schilderte eindrucksvoll den

Wandel Deutschlands von der mit Kriegsende

durch die Alliierten geplanten Entindustrialisierung

zum späteren Wirtschaftswunderland

und den weiteren Weg

Jens Mohr überreichte ein Relief aus Buderus

Kunstguss

Familie Laxman mit Ulli Keiner, Jens Mohr (v. l.) und Friedhelm Asbach (3. v. r.)

von Buderus Edelstahl; Krishnan Laxman,

Enkel des Firmengründers, berichtete über

die spannende Entwicklung des indischen

Partnerunternehmens von 1936 bis heute.

Gleich zu Beginn der 50er Jahre aktivierte

P.C. Krishna Iyer, der Gründer des Unternehmens,

seine geschäftlichen Beziehungen zu

Buderus, konnte jedoch, gezwungen durch

politische Rahmenbedingungen, bis Anfang

der 90er nur als Vermittler auftreten.

Aufbruchstimmung

Anfang der Neunziger

Der Wandel kam mit der Möglichkeit, Stahl

frei zu importieren und zu lagern. Unterstützt

von Buderus Edelstahl baute P.C.

Krishna Iyer seine Marktführerschaft im

Land kontinuierlich aus. Inzwischen verfügt

man über drei Lager in den wirtschaftlich

bedeutendsten Regionen Indiens, hierzu

zählen Chennai, Pune und Ludhiana. Gut

8000 Tonnen hochwertige Stähle aus Wetzlar

gehen jährlich per Schiff nach Indien.

260 Kunden beliefert P.C. Krishna Iyer vor

Ort – Tendenz steigend. „Neben Kunststoffformenstählen

für den aufstrebenden Formenbau

werden auch bedeutende indische

Unternehmen wie Bharat Forge, Tata

Motors oder Mahindra mit Gesenkstahl aus

Wetzlar für ihre Schmiedehämmer und

Pressenaggregate beliefert, die daraus

überwiegend Teile für die Automobilindustrie

fertigen“, sagte Jens Mohr und wies

auch auf die steigende Bedeutung von

Generatoren- und Turbinenwellen hin, die

in den Produktionsstätten von Buderus

Edelstahl geschmiedet und vorbearbeitet

werden. Die seien, so Krishnan, mit einem

Stückgewicht zwischen 25 und 63 Tonnen

heute ein wirtschaftlich wichtiger Artikel,

denn es gelte, die Energieversorgung Indiens

nach einem von der Regierung aufgelegten

ehrgeizigen Investitionsprogramms

zum Bau von Kraftwerken und Windanlagen

zu verbessern.

Geist von Professionalität

und Familiensinn

Jens Mohr sprach der Familie Laxman seinen

tiefen Respekt und höchste Anerkennung

aus: „Wir freuen uns, dass Sie das

Unternehmen Buderus Edelstahl so hervorragend

in Indien repräsentieren und treu

an unserer Seite stehen. Der Geist von

absoluter Professionalität und Familiensinn,

der alle Familienmitglieder und Mitarbeiter

von Buderus Edelstahl sowohl in

das Geschäft als auch in die Familie integriert,

macht den Erfolg aus.“ Dieser soll

auch die Zukunft bestimmen: In einer von

tiefem Vertrauen geprägten und über Jahrzehnte

erprobten Partnerschaft wird man

die hervorragenden Marktchancen bei steilem

Wachstum auch weiterhin zum Erfolg

beider Unternehmen bestmöglich nutzen.

Die Künstlerin Lalita Devi führte klassischen

indischen Tempeltanz vor

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EDELSTAHL Info 2/2008


Edelbaustahl

Im Fokus der Stahlanwender:

Workshop Getriebestähle

für den Großgetriebebau

Die dritte Auflage des Workshops „Getriebestähle für den Großgetriebebau“ fand am

9. September 2008 anlässlich des „Woodstock der Windenergie“, der WindEnergy in

Husum statt. Kaum eine andere Branche zeigte in den letzten Jahren ein solches

dynamisches Wachstum wie die Windenergie. Um dies besser zu managen, muss die

Branche globale Partnerschaften zwischen Herstellern und Lieferanten aufbauen.

Das war der Grund für die 2004 gegründete

Arbeitsgemeinschaft Getriebestähle des

Stahlinstitutes VDEh und der Forschungsvereinigung

Antriebstechnik e. V. (FVA),

den Dialog mit den Getriebeherstellern

sowie den Windkraftanlagenherstellern

und -betreibern zu suchen. Buderus Edelstahl

als der Technologieführer auf dem

Gebiet des geschmiedeten Edelbaustahles

für den Großgetriebebau, unterstützte das

Stahlinstitut VDEh sowie die FVA bei der

Durchführung der Veranstaltung.

Nach einer offiziellen Begrüßung durch

Dr. Ingo Steller (Stahlinstitut VDEh) und

Hans-Günter Heil (FVA) präsentierte Dr.

Frank Hippenstiel, Leiter Qualitätswesen

Buderus Edelstahl, den Eröffnungsbeitrag.

Er berichtete über aktuelle Trends und

Standards im Bereich der Metallurgie und

Werkstofftechnik der Einsatz-, Vergütungsund

Wälzlagerstähle. Der Werkstoff Stahl

kann einen großen Beitrag leisten, die „klimafreundlichste

Energieerzeugung“ noch

ressourcenschonender zu machen.

Prof. Hans-Werner Zoch vom Institut für

Werkstofftechnik (IWT) der Universität Bremen

verknüpfte in seinem exzellenten Beitrag

die Theorie der gängigen Wärmebe-

Großes Interesse am Fachvortrag

handlungsverfahren mit Erkenntnissen aus

der Forschungsarbeit rund um die Maßund

Formänderung.

Neben den Werkstoffen und der Wärmebehandlung

spielt die Auslegung der

Getriebe eine große Rolle. So konnten die

rund 60 Teilnehmer des Workshops in

Husum Dr. Peter Oster von der Forschungsstelle

für Zahnräder und Getriebebau (FZG)

der Technischen Universität München dem

Beitrag über die Dimensionierung von

Zahnrädern für den Großgetriebebau folgen.

Bedingt durch die stetig größer werdenden

Baugrößen hat sich die FZG mit

erweiterten Berechungsansätzen über die

DIN 3990 hinaus beschäftigt. Ein weiteres

für die Auslegung von Großgetrieben interessantes

Thema vermittelte Dr. Igor Varfolomeyev

vom Fraunhofer Institut für

Werkstoffmechanik in Freiburg mit den

Grundlagen und Anwendungsbeispielen

der bruchmechanischen Bewertung von

großen rotierenden Bauteilen.

Den Abschluss bildete der Vortrag von

Dr. Djordje Dobi (Germanischer Lloyd) mit

einem Beitrag über die Beprobung, Werkstoffprüfung

und Anforderungen an Einsatzstähle

für Großbauteile. Grundlage die-

ses Beitrages ist ein Gemeinschaftsprojekt

der Germanischen Lloyd, der Renk AG und

Buderus Edelstahl, das in diesem Jahr

durchgeführt wird und sich mit der exemplarischen

Erprobung eines Großrades in

verschiedenen Fertigungsstufen von der

Stahlherstellung bis zum einsatzgehärteten

Bauteil beschäftigt.

Erwartungsgemäß ergaben sich nach

den jeweiligen Beiträgen interessante,

anregende Diskussionen unter der Moderation

von Dr. Ingo Steller, die nach der offiziellen

Veranstaltung im Husumer Brauhaus

fortgeführt wurden. Jens Mohr, kaufmännischer

Geschäftsführer der Buderus Edelstahl

GmbH, freute sich zur Nachbereitung

der erfolgreichen Veranstaltung zahlreiche

Kunden standesgemäß in der „alten Eisengießerei“

der Traditionsgaststätte begrüßen

zu können.

EDELSTAHL Info 2/2008 17


Qualitätswesen

Kerbschlagprüfeinrichtungen im mechanischen Labor

QM-System für Prüf- und Kalibrierlaboratorien

Prüflabor der Buderus Edelstahl

GmbH erhält Kompetenzbescheinigung

durch DAP

Die DAP (Deutsches Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH) konnte im Mai 2008

das Prüflabor der Buderus Edelstahl GmbH in Wetzlar erfolgreich akkreditieren. Im

Rahmen der Begutachtung standen nicht nur die Laboreinrichtungen sowie die

maschinelle Ausstattung, sondern auch die Organisationsform und die Kompetenz

der Mitarbeiter auf dem Prüfstand.

Auftraggebern und Endkunden gewährleistet

die Akkreditierung Prüfverfahren

nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft

und Technik und sichere, verlässliche

Prüfergebnisse. Das Prüflabor wird vor

allem von der Buderus Edelstahl GmbH und

ihren Schwestergesellschaften Buderus

Edelstahl Band GmbH und Buderus Edel-

Die Urkunde der Akkreditierung

Unser Laborpersonal

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EDELSTAHL Info 2/2008


Qualitätswesen

stahl Schmiedetechnik GmbH beauftragt.

Für die beiden Letztgenannten, die zertifizierte

Zulieferer der Automobilindustrie

sind, ist die Akkreditierung des Prüflabors

besonders wichtig. Die Reproduzierbarkeit

der Messergebnisse stellt eine wesentliche

Forderung im technisch-wissenschaftlichen

Bereich dar. Für eine funktionierende Qualitätssicherung

ist sie somit unverzichtbar.

Das Prüflabor übernimmt die klassischen

Werkstoffprüfungen im Bereich metallische

Werkstoffe nach internationalen Normen

wie beispielsweise Zugversuche, Kerbschlagbiegeversuche,

Härteprüfungen (z. B.

HB, HV, HRC), mikroskopische Reinheitsgraduntersuchungen

sowie Gefüge-, Korngrößen-

und Schadensuntersuchungen, Di -

la tometerversuche und auch die Aufnahme

von Kennwerten (KIC) zur bruchmechanischen

Bewertung von Bauteilen oder

Schlagkraftprüfungen nach ZF-Werksnorm

(„Brugger-Proben“).

Für Wärmebehandlungsversuche stehen

zehn Laboröfen zur Verfügung. Moderne

Prüfanlagen und Bildanalysesysteme sowie

engagierte, erfahrene Mitarbeiter sichern

den technologischen Wissensstand des Labors.

Ansprechpartner sind Holger Wörner

und Uwe Siebert, die das Labor auch in

Zukunft weiterentwickeln werden. Sie stehen

den Mitarbeitern der Buderus Gesellschaften

am Standort Wetzlar auch in Fragen

der Werkstoffprüfung beratend zur

Seite.

Flächenbestimmung an Reinheitsgradproben (oben)

Zugversuch an der 400-kN-Zugprüfmaschine (unten)

Prüflabor der

Buderus Edelstahl GmbH:

Akkreditierung nach ISO/IEC 17025:2005

„QM-System für Prüf- und Kalibrierlaboratorien“

(DAP-PL-4090.00). Der Geltungsbereich

erstreckt sich auf metallographische

und mechanisch-technologische

Prüfungen an metallischen Werkstoffen

und umfasst ca. 40 nationale und

internationale Prüfnormen.

Die Akkreditierung ist gültig bis Mai

2013.

EDELSTAHL Info 2/2008

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News

SCT-Konferenz 2008 mit

Unterstützung von Buderus Edelstahl

Sehr erfolgreich tagte die zweite Konferenz

„Steels in Cars and Trucks“ vom 1. bis 5. Juni

2008 in Wiesbaden. Fast 350 Teilnehmer

folgten dem Motto der internationalen

Tagung „Bringing the steel producer, supplier

and user together“ und der Einladung

des Stahlinstitutes VDEh, der Forschungsvereinigung

Antriebstechnik (FVA) und dem

Verband der Deutschen Automobilindustrie

(VDA). Buderus Edelstahl hat die Veranstaltung

als Sponsor unterstützt. Die hochkarätige

Veranstaltung fand im Wiesbadener

Kurhaus statt und bot rund 80 Fachbeiträge

zu den Themen Metallurgie und Werkstofftechnik

von Stahl für den Einsatz im

Fahrzeugbau. Darüber hinaus gab es die

Gelegenheit, Automobil- und Stahlwerke

in der Umgebung von Wiesbaden zu besichtigen.

Über die Fertigungseinrichtungen von

Buderus Edelstahl konnten sich inte ressierte

Anwender im Anschluss an die Veranstaltung

vor Ort ein Bild machen. Besichtigt

wurden die Bereiche Stahlerzeugung, Frei-

formschmieden, Wärmebehandlung und

Mechanische Bearbeitung sowie die Gesenkschmiede

der Schwestergesellschaft

Buderus Edelstahl Schmiedetechnik. Buderus

Edelstahl liefert unter anderem seit

Jahrzehnten Premiumhalbzeug in Edelbaustahl-Qualitäten

für den Automobilbau

und betätigt sich mit Forschungsprojekten

insbesondere auf dem Gebiet der Antriebstechnik

erfolgreich an der Weiterentwicklung

der Stahlwerkstoffe für diesen Wirtschaftszweig.

Die nächste SCT-Tagung findet 2011 in

der Mozartstadt Salzburg statt. Hauptsponsor

dieser internationalen Tagung wird

unsere neue Muttergesellschaft Voestalpine

sein.

Dr. Frank Hippenstiel, Leiter Qualitätswesen, und Rainer Caspari, Leiter Qualitätsplanung Edelbaustähle,

mit der internationalen Besuchergruppe

20

EDELSTAHL Info 2/2008


„Glück Auf!“

an alle neuen

Auszubildenden

Buderus Edelstahl setzt in der Berufsausbildung

neue Maßstäbe. Allein im Ausbildungsjahrgang

2008 haben am 1. August

27 junge Menschen ihre Ausbildung in den

unterschiedlichsten Berufen bei Buderus

Edelstahl begonnen.

Im gewerblich-technischen Bereich absolvieren

Benjamin Siegel, Tobias Hofmann,

Julian Wagner, Timo Neumann, Sergej Kazatschuk,

Alex Fanslau, Kevin David Richstein,

Sebastian Schmidt und Tobias Daniel

Heymann eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker.

In dieser Ausbildung lernen

sie Werkstücke für Maschinen, Geräte

und Anlagen durch Dreh-, Fräs- und Bohroperationen

an konventionellen und computergesteuerten

Werkzeugmaschinen herzustellen

bzw. zu bearbeiten.

Als Verfahrensmechaniker in der Fachrichtung

Stahl-Metallurgie lernen Patrick

Bauer und Christian Mathes, wie Rohstahl

aus Schrott und metallischen Legierungen

erzeugt und die dazugehörigen Fertigungsabläufe

gesteuert, überwacht und beurteilt

werden.

Die Gruppe der Auszubildenden im

Bereich Werkstoffprüfung in der Fachrichtung

Metalltechnik wurde in diesem Jahr

durch Kevin Richtscheid, Maximilian Brieger,

Marvin Nein, Gunnar Pahl, Torben

Friedrich und Jens Schleifer deutlich aufgestockt.

Diese Ausbildung qualifiziert die

jungen Mitarbeiter, selbstständig Werkstoffe

und Werkstücke zu untersuchen, deren

Eigenschaften zu bestimmen und zu dokumentieren.

Die vermittelten Kenntnisse der

einzelnen Produktions- und Bearbeitungsabschnitte

ermöglichen es den Werkstoffprüfern

später, die Freigabe der Produkte

einzuleiten beziehungsweise Abweichungen

von den Vorgaben zu analysieren.

Neu im Ausbildungsbereich Industriemechanik,

Fachrichtung Instandhaltung,

sind Alexander Beifort, Sebastian Brück,

Daniel Andreas, Tobias Ketter, Daniel Lopes

und Daniel Thom. Sie werden lernen, wie

Betriebsanlagen inspiziert, gewartet und in

Betrieb genommen werden.

Die drei neuen Auszubildende als Elektroniker

in der Fachrichtung Betriebstechnik

Marek Neichel, Sven Neuhof und David

Meisel werden in das umfangreiche Feld

der Elektronik eingeführt. Sie lernen in den

nächsten Jahren, wie elektrische Anlagen

fachgerecht installiert, geprüft und gewartet

werden sowie die Programmierung von

SPS-Steuerungen.

Im kaufmännischen Bereich verstärkt

sich das Unternehmen mit Nadja Feist,

Christian Kühn und Eric Medenbach, die

unter anderem die Bearbeitung von kaufmännischen

Aufgaben in Vertrieb, Persovon

oben:

1. Reihe: Sebastian Schmidt, Maximilian Brieger,

Tobias Heymann; 2. Reihe: Daniel Andreas, Marvin

Nein, Florian Schaub; 3. Reihe: Sebastian Brück,

Christian Mathes, Alexander Beifort; 4. Reihe:

Daniel Lopes, Sven Erik Neuhof, Sascha Ulm;

5. Reihe: David Meisel, Benjamin Siegel, Timo

Neumann; 6. Reihe: Tobias Hofmann, Patrick Bauer,

Daniel Thom; 7. Reihe: Torben Friedrich, Nadja Feist,

Hans Diehl; 8. Reihe: Marek Neichel, Eric Medenbach,

Christian Kuhn; 9. Reihe: Tobias Kettler, Kevin Richtscheid,

Jens Schleiffer; 10. Reihe: Sergej Kazutschuk,

Dominic Kern, Kevin Richstein; 11. Reihe:

Alex Fanslau, Julian Wagner, Gunnar Pahl

Personal

nalwesen, Einkauf und Rechnungswesen

erlernen.

Im September haben Florian Schaub und

Hans Diehl ihr duales Studium bei Stu dium

Plus begonnen. Beide absolvieren ein sechssemestriges

Studium in Wirtschaftsingenieurwesen,

das Buderus Edelstahl seit

einigen Jahren in Kooperation mit der

Fachhochschule Gießen-Friedberg anbietet.

Das Studium ermöglicht den jungen

Menschen, sich im Wechsel zwischen Theoriephase

an der Hochschule und Praxisteilen

im Unternehmen ein umfangreiches

Wissen anzueignen und danach in verschiedenen

Bereichen von Produktion,

Qualitätsmanagement, Controlling hin zum

Vertrieb Karriere zu machen.

Nicht zuletzt aufgrund der geplanten

Wachstumsprojekte setzt Buderus Edelstahl

auf diese jungen Menschen und wünscht

ihnen einen erfolgreichen Verlauf ihrer

Ausbildung.

Als größter Ausbildungsbetrieb in der

Region hat Buderus Edelstahl einen hervorragenden

Ruf in der beruflichen Entwicklungsförderung

junger Menschen. Buderus

Edelstahl ist als Ausbildungsdienstleister

für die Berufsausbildung der drei Buderus-

Edelstahl Gesellschaften am Standort

Wetzlar sowie der gewerblich-technischen

Berufsausbildung der Buderus Giesserei

Wetzlar GmbH und der Buderus Spezialguss

GmbH tätig. Derzeit werden so unter

der Regie von Buderus Edelstahl über 140

junge Menschen ausgebildet.

Für den Ausbildungsbeginn im September

2009 ist eine weitere Steigerung der

Ausbildungszahlen geplant. Um diesen

Bedarf zu decken, zeigen die derzeitigen

Auszubildenden viel Engagement darin,

junge Menschen für den Werkstoff Stahl

und eine Ausbildung bei Buderus Edelstahl

zu begeistern. Beispielhaft für dieses Engagement

war die Unterstützung des Schmiedekünstlers

Andreas Rimkus, der beim

Ideenpark in Stuttgart und beim Wetzlarer

Brückenfest mit seinem mobilen Schmiedelabor

insbesondere Jugendlichen die

Handwerkskunst des Schmiedens näher

brachte. Auch bei Berufsbildungsmessen

konnten Auszubildende potentielle Bewerber

für die Welt von Buderus Edelstahl

begeistern.

EDELSTAHL Info 2/2008 21


Personal

Berufsbilder bei Buderus Edelstahl -

Wir stellen vor:

Andreas Pichl: Oberschmelzer

auf dem Weg zum Meister

Von 1995 bis 1998 absolvierte Andreas Pichl bei Buderus Edelstahl eine Ausbildung

zum Verfahrensmechaniker im Fachbereich Stahlmetallurgie. Ein paar berufserfahrene

Jahre später startete er 2005 seine Weiterbildung zum Industriemeister

Metall, die er Ende 2009 abschließen wird.

Mit der Mittleren Reife in der Tasche, hatte

sich Andreas Pichl zunächst nach einer

Ausbildung zum Elektroniker umgesehen.

Weil es seinerzeit schwierig gewesen war,

einen entsprechenden Ausbildungsplatz zu

finden, informierte er sich im Berufsinformationszentrum

Wetzlar über berufliche

Alternativen, die zu ihm passen könnten. Er

fand eine bei Buderus Edelstahl und begann

1995 seine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker

im Fachbereich Metallurgie. Nach

erfolgreichem Abschluss und eineinhalb

Jahren im Beruf leistete er von 2000 bis

2001 seinen Zivildienst und kehrte dann zu

Buderus Edelstahl zurück.

„Klar will ich Meister werden!“

Sein damaliger Meister und auch die

Betriebsführung hätten ihn gefragt, ob er

nicht auch die Meisterschule machen wolle,

berichtet Andreas Pichl und natürlich hatte

er Lust, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Dass er vom Unternehmen dabei so gut

unterstützt wird, findet er prima. Seit 2005

besucht er mittwochs und samstags die

Meisterschule, die er Ende 2009 als Industriemeister

Metall abschließen will. Natürlich

müsse er auch nebenbei noch lernen,

22

EDELSTAHL Info 2/2008


Personal

vor allem, wenn die Prüfungen anstünden,

aber so sei das eben – ganz normal. Das

klingt leicht und täuscht ein wenig über

den wahren Einsatz hinweg. Denn: Außer

der Meisterschule bewältigt der Dreißigjährige

auch seine Aufgaben als Oberschmelzer

im Schicht- und Turnusbetrieb

im Stahlwerk von Buderus Edelstahl. Er verantwortet

die Schmelzenführung vom Einsatz

des Schrottes bis zur Abgabe an den

Gießbetrieb und übernimmt vertretungsweise

auch die Führung der Produktionsschicht.

Ein kleiner Ausriss

aus dem Arbeitsspektrum...

„Ich überwache alle mit der Schmelzenführung

zusammenhängenden Arbeiten, koordiniere

den Einsatz der Mitarbeiter an Ofen

und LF/VD-Anlage, betreue Betriebsneulinge,

leite sie an und werde auch für Schulungen

und Weiterbildungen des Personals

eingesetzt. Außerdem vertrete ich den

Schichtmeister im Urlaubs- oder Abwesendheitsfall“,

schildert Andreas Pichl einige

seiner Aufgaben.

Dazu gehören auch die Kontrolle des

Schrottverladevorganges, die Berechnung

der Legierungszusätze und Zuschläge, das

Sicherstellen des korrekten Fahrens der

Entstaubungsanlage und die Überprüfung

des Ofenzustandes nach jeder Charge sowie

das Einleiten gegebenenfalls notwendiger

Flick- und Reparaturarbeiten. Als Oberschmelzer

führt Andreas Pichl den Schmelzbericht

und die Chargenlaufkarte. Entsprechend

den nachfolgenden Behandlungsschritten

steuert er das Aufheizen der

Schmelzen, führt Fülldrahtbehandlungen

aus, organisiert die Entsorgung an E-Ofen

und LF/VD-Anlage, kontrolliert den Entgasungsvorgang

und wartet gemeinsam

mit Meistern und Reparaturbetrieben die

unterschiedlichen Betriebseinheiten. Auch

an den Meisterbesprechungen nimmt er

teil. Alles in allem viele Aufgaben, die ein

hohes Maß an fachlicher und sozialer

Kompetenz erfordern – Meisterqualitäten

eben.

Anspruchsvolle Aufgabe –

nette Kollegen

Wir haben hier ein gutes Arbeitsklima“,

sagt Pichl, „sehr nette Kollegen.“ Die Arbeit

als Oberschmelzer sei interessant, auch

wenn sie zunächst vielleicht nicht sehr

abwechslungsreich klinge. „Die Aufgaben“,

meint er, „bleiben dieselben. Aber da wir

unterschiedliche Qualitäten bearbeiten,

stellen sich auch immer wieder andere

Situationen, auf die wir entsprechend

reagieren müssen.“ Herausforderungen, die

Andreas Pichl ganz offensichtlich Spaß

machen. Vorrangiges Ziel ist für ihn nun

der erfolgreiche Abschluss der Meisterschule.

„Ich hoffe darauf, dass ich in ein

paar Jahren, wenn eine Meisterstelle bei

Buderus Edelstahl frei wird, diese bekommen

kann. Auf jeden Fall möchte ich hier

weiterarbeiten.“

EDELSTAHL Info 2/2008 23


Personal

Ein Tag bei Buderus Edelstahl

60 Auszubildende von

Alfing Kessler zu Gast

Am 30. Mai 2008 kamen 60 Auszubildende

der Maschinenfabrik Alfing Kessler

in Aalen zur Werksbesichtigung nach

Wetzlar. Der weltweit größte unabhängige

Kurbelwellen-Hersteller für Automobil-

und Großmotoren ist seit vielen Jahren

Kunde von Buderus Edelstahl.

„Der Besuch der Alfing Kessler Azubis bei

Buderus Edelstahl war Teil eines mehrtägigen

Ausfluges“, berichtet Karl-Heinz Schäfer,

Leiter der Buderus-Edelstahl-Ausbildungswerkstatt.

Am Morgen des 30. Mai

begrüßte er die jungen Gäste, die zu einem

überwiegenden Teil gewerblich-technische

Ausbildungen bei Alfing Kessler absolvieren.

Karl-Heinz Schäfer wusste Interessantes

rund um das Buderus-Edelstahl-Werk

und seine Produkte zu berichten. Danach

ging es zur Werksbesichtigung durch die

einzelnen Produktionsstätten. Der Schmiedeprozess

sowie die nachfolgenden Bearbeitungsschritte

ähneln sich in beiden

Unternehmen. Das Stahlwerk dagegen war

für die Besucher neu und wie für jeden, der

einmal die Chance hat diesen Betriebsteil

zu besichtigen, etwas Faszinierendes.

Am Nachmittag stand das Mathematikum

– das erste mathematische Mitmachmuseum

– in Gießen auf dem Programm.

Übernachtet wurde in der Jugendherberge

in Gießen und am nächsten Morgen machten

sich die Auszubildenden auf zur Besucherterrasse

des Frankfurter Flughafens.

Wir arbeiten mit Alfing Kessler seit vielen

Jahren sehr gut zusammen“, sagt Karl-

Heinz Schäfer. „Beide Unternehmen legen

großen Wert auf eine eigene, fundierte

Ausbildung der Mitarbeiter, beide fördern

die Weiterbildung. Da ist es selbstverständlich,

dass wir unseren jeweiligen Auszubildenden

die Gelegenheit geben, die Arbeit

anderer Unternehmen kennen zu lernen.“

Geschmiedeter Stabstahl

für Kurbelwellen und Gesenke

Buderus Edelstahl liefert an Alfing Kessler

Vormaterial für die Fertigung von Kurbelwellen

für Großmotore wie z. B. Schiffsdiesel,

Großfahrzeuge und Stromerzeugungsanlagen.

Auch den Stahl für die notwendigen

Gesenke, in denen die Kurbelwellen

geschmiedet werden, liefert Buderus Edelstahl.

Die Maschinenfabrik Alfing Kessler

GmbH hat sich in der Entwicklung und Fertigung

hochleistungsfähiger Kurbelwellen

in den Längen von 1,5–8 Metern und Härteanlagen

als namhafter Hersteller und

Marktführer etabliert. Das Unternehmen

bearbeitet jährlich über 25 000 Tonnen

geschmiedeten Stabstahl. Kürzlich wurden

80 Millionen Euro in die Fertigung der

Großkurbelwellen investiert. Alfing Kessler

beliefert namhafte Hersteller aus der Automobil-,

Nutzfahrzeug- und Spezialfahrzeugindustrie;

Produkte des Unternehmens

sind in Schiffen, Flugzeugmotoren und

Lokomotiven ebenso zu finden wie in Hochleistungsmotoren

der Formel 1, der Deutschen

Tourenwagen-Masters (DTM) oder

der amerikanischen Nascar Series.

Im nächsten Jahr werden die Auszubildenden

von Buderus Edelstahl das Alfing

Kessler Werk in Aalen besuchen und dabei

etwas über die fast hundertjährige

Geschichte des Unternehmens erfahren,

das seit 1911 mehr als sieben Millionen

Alfing-Kurbelwellen geschmiedet hat.

Gruppenfoto der Auszubildenden von Alfing Kessler

24

EDELSTAHL Info 2/2008


Personal

Die stahlharten Läufer

Buderus Edelstahl beim

16. JP Morgan Chase Corporate Challenge

Mit Steel zum Ziel

Frei nach dem diesjährigen Trikotmotto

„Mit Steel zum Ziel“ war Buderus Edelstahl

am 11. Juni 2008 in Frankfurt mit

einer Rekordbeteiligung von 52 Läufern

aus den drei Wetzlarer Buderus-Edelstahl-Gesellschaften

bei der weltgrößten

Laufveranstaltung vertreten.

Das diesjährige Trikotmotto

Bei strahlendem Sommerwetter fanden

alle Buderus-Edelstahl-Teilnehmer, begleitet

von über 73 500 weiteren Läufern, Walkern

und Sprintern, den Weg ins Ziel. Im

eigenen Partyzelt am Grüneburgpark sorgten

die Auszubildenden mit gegrillten

Würstchen und isotonischen Sportgetränken

für das leibliche Wohl.

Stahlhärte bewies der schnellste Edelstahl-Läufer

Walter Wiezorek, Schichtführer

in der Vergüterei, der lediglich 19:46

Minuten für die 5,6-Kilometer-Distanz

durch die Frankfurter City benötigte. Doch

auch ungeübte Läufer hatten viel Freude

und wuchsen bei dem Lauf vorbei an

modernen Hochhäusern und historischen

Gebäuden über sich hinaus.

Neben dem gesundheitlichen Aspekt

fördert der Firmenlauf Motivation, Leistungsbereitschaft,

Teamgeist und Kommunikation.

So stellte manch ein Läufer beim

anschließenden gemütlichen Ausklang im

Partyzelt verwundert fest, dass der nette

Mitläufer, mit dem er sich eben so gut

unterhielt, ein Kollege ist, den er sonst nur

vom Telefon kennt.

Für Buderus Edelstahl ist es etwas ganz

Besonderes, beim größten Lauf der Welt

dabei zu sein. Im vergangenen Jahr nahmen

weltweit über 230 000 Menschen am JP

Morgan Chase Corporate Challenge teil.

Dieses Jahr waren allein 73 719 Teilnehmer

aus 2589 verschiedenen Firmen in Frankfurt

angemeldet. Der Wettbewerb wird in sieben

Städten der Vereinigten Staaten, in zwei

europäischen Städten sowie in Sydney, Singapur

und Johannesburg ausgetragen.

Bundespräsident Dr. Horst Köhler hatte

auch in diesem Jahr wieder die Schirmherrschaft

für den JP Morgan Chase Corporate

Challenge übernommen. Der Erlös aus der

Laufveranstaltung in Höhe von 222 000

Euro ging an die Stiftung Deutsche Sporthilfe,

die damit junge Behindertensportler

fördert.

EDELSTAHL Info 2/2008 25


Personal

SAM – Secretaries’

Annual Meeting

Einmal im Jahr treffen sich die Vorstandsund

Geschäftsführer-Sekretärinnen und

Assistentinnen des Böhler-Uddeholm-Konzerns

zum gemeinsamen Wochenende

meist an einem der Konzernstandorte. Das

letzte Treffen fand vom 17. bis 19. Oktober

2008 in Wetzlar statt. Mehr als 25 Teilnehmerinnen

aus Österreich, der Schweiz,

Schweden und Deutschland kamen zusammen

und tauschten sich aus. Sie nutzten

die Gelegenheit, sich von Dr. Frank Hippenstiel

über die Produktionsabläufe in den

Buderus Edelstahl Gesellschaften informieren

zu lassen.

Initiiert wurde das Secretaries’ Annual

Meeting 1996 von Eveline Haunstein von

Gruppenfoto Geschäftsführer-Sekretärinnen und Assistentinnen des Böhler-Uddeholm-Konzerns

der Böhler-Uddeholm AG in Wien. Sie leitet

das Sekretariat von Vorstandsmitglied Franz

Rotter. „Ursprünglich war das Treffen eine

rein private Initiative“, sagt Eveline Haunstein,

„wir wollten uns alle besser kennen

lernen und endlich einmal die Gesichter

sehen, die zu den Menschen gehören, deren

Stimmen uns vom Telefon seit vielen Jahren

vertraut waren.“ Mittlerweile haben

sich die Treffen zu einer konzernweiten

Veranstaltung entwickelt. Sie wirkten sich

nicht nur positiv auf die Zusammenarbeit

aus, freut sich Eveline Haunstein, in vielen

Fällen sei aus Kollegialität auch Freundschaft

geworden. „Die Treffen tragen dazu

bei, dass wir uns noch stärker als ohnehin

mit dem Unternehmen identifizieren, auch

deshalb, weil wir die gemeinsamen Wochenenden

mit Werksführungen und Vorträgen

verbinden.“ Das nächste Treffen zum SAM

ist schon terminiert, es findet im Herbst

2009 statt.

Unsere Jubilare

40-jährige Jubiläen

Adam, Dieter 19. 8. 2008

von Mohr, Gerhard 19. 8. 2008

Rühl, Jürgen 19. 8. 2008

De Palo, Antonio 17. 9. 2008

25-jährige Jubiläen

Theiss, Norbert 16. 5. 2008

Tiegs, Jörg 16. 5. 2008

Kaiser, Martin 16. 5. 2008

Freitag, Jürgen 16. 5. 2008

Schäfer, Berthold 16. 5. 2008

Neul, Peter 30. 5. 2008

Kuhn, Ralf 30. 5. 2008

Kohlberger, Klaus-Dieter 9. 6. 2008

Daam, Heinz 1. 7. 2008

Schmidt, Klaus-Peter 1. 8. 2008

Sitter, Irma 1. 8. 2008

Schaub, Oliver 1. 8. 2008

Sterbefälle


Alter

Diehl, Manfred 9. 4. 2008 74

Maage, Werner Ernst 10. 4. 2008 68

Friedrich, Karl-Heinz 29. 4. 2008 52

Weichl, Lukas 16. 7. 2008 93

Mergell, Wolfgang 13. 8. 2008 76

Weber, Wolfgang 1. 8. 2008

Siebert, Uwe 1. 8. 2008

Zörb-Volkmer, Sandra 1. 8. 2008

Lux, Rudolf 1. 8. 2008

Schaub, Karsten 1. 8. 2008

Caspari, Martin 3. 10. 2008

Peters, Andreas 10. 10. 2008

Diehl, Friedhelm 17. 10. 2008

10-jährige Jubiläen

Benner, Peter 4. 5. 2008

Daniel, Jens 1. 7. 2008

Hahn, Santino 6. 7. 2008

Mutz, Mike 17. 8. 2008

Dörner, Benjamin 1. 9. 2008

Kleiber, Mike 1. 9. 2008

Mastandrea, Christian 1. 9. 2008

Velten, Stefan 19. 10. 2008

Veit, Christoph 20. 10. 2008

Wuttke, Gero 9. 11. 2008

Möglich, Markus 21. 12. 2008


Alter

Schmitz, Kurt 14. 9. 2008 80

Hinterlang, Horst 22. 9. 2008 65

Weber, Friedrich 30. 9. 2008 77

Schütt, Kurt 9. 10. 2008 81

Götz, Bernd 16. 10. 2008 49

Weinl, Hubert 24. 10. 2008 78

Impressum

Herausgeber:

Buderus Edelstahl GmbH

Anschrift der Redaktion:

Buderus Edelstahl GmbH

Buderusstraße 25, 35576 Wetzlar

Tel. (0 64 41) 3 74-0

Fax (0 64 41) 3 74-28 82

Redaktion:

Jens Mohr (verantwortlich für den Inhalt)

Texte: Dr. Hubert Brunträger, Dr. Frank Hippenstiel,

Rainer Caspari, Holger Kison, Anne Kuhlmann,

Sigrid Krekel, Jens Mohr, Oliver Schaub,

Peter Vetter

Bildnachweis/Quellen:

S. 4 oben: Alexander Göhr, S. 6-8: Jürgen Brinkmann;

S. 14 oben: Environmental Solutions Europe

Holding BV; S. 13 oben: fotolia; S. 15 oben:

Alexander Göhr, unten: Zimmermann Formenbau.

Sofern nicht anders angegeben, liegen die

Rechte für Fotos, Pläne und Darstellungen bei

der Buderus Edelstahl GmbH

Gesamtherstellung:

Satz, Gestaltung und Lithografie: Die Feder,

Konzeption vor dem Druck GmbH, Wetzlar

Druck: Druckhaus Bechstein GmbH, Wetzlar

Auflage:

deutsch 5000, englisch 3000 Stück

Printed in Germany 2/2008

© 2008 Buderus Edelstahl GmbH

26

EDELSTAHL Info 2/2008


Personal

Geschäftsführer BE Karl-Peter Johann, Geschäftsführer BEST Hans-Wilhelm Giese, Fernando Rodriguez, Lothar

Frey, Peter Konhäuser, Michael Wagner, BVW-Beauftragter Stefan Schmidt, Peter Schaub, Betriebsrat BE Heidi

Koster, Betriebsrat BEST Stefano Di Lena

Tombola

Betriebliches

Vorschlagwesen

Am 11. 8. 2008 fand die letzte gemeinsame

Tombola aller Buderus Edelstahl Gesellschaften

zum Betrieblichen Vorschlagwesen

statt. Zehn Preise im Gesamtwert von

3175 € wurden vergeben. Einen Sonderpreis

in Höhe von 450 € erhielt der Einreicher

mit den meisten prämierten Vorschlägen.

Der am höchsten prämierte Vorschlag

aus 2007 wurde mit 9000 € dotiert. Insgesamt

wurden für den Zeitraum 2007 bis

31. 3. 2008 Prämien in Höhe von 72 123 €

ausgezahlt.

Zum 1. April 2008 führte die Buderus

Edelstahl GmbH den KVP – Kontinuierlicher

Verbesserungsprozess – ein, der das Betriebliche

Vorschlagwesen ablöst. Seither führt

jede Gesellschaft Vorschlagwesen bzw. KVP

in eigener Regie durch.

Nach einführenden Worten von Manfred

Becker, Leiter Produktionslogostik,

bedankte sich Karl-Peter Johann, Technischer

Geschäftsführer der Buderus Edelstahl

GmbH, für die hohe Beteiligung am

Vorschlagwesen und bat die Belegschaft,

sich auch weiterhin mit großem Engagement

an dem neu organisierten KVP zu

beteiligen. Denn: Die daraus resultierenden

Ideen sind für Buderus Edelstahl wichtig

und wegweisend. Sie helfen die Marktposition

und Arbeitsplätze zu sichern, sie verbessern

und vereinfachen Abläufe und sie

tragen dazu bei die Arbeitssicherheit zu

erhöhen und unnötige Kosten zu vermeiden.

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer

der Buderus Edelstahl Schmiedetechnik,

Hans-Wilhelm Giese, überreichte Karl-Peter

Johann Gutscheine. Sie gratulierten zum:

1. Preis 800 €, Michael Wagner, ST-B,

Fräser

2. Preis 600 €, Lothar Frey, ZD-MEV,

Maschinist

3. Preis 400 €, Sebastian Dietz, STW-

WE, Elektriker

4. Preis 250 €, Günther Blumers, ST-A,

Säger

5. Preis 175 €, Fernando Rodriguez,

GTPA, Bediener

6. Preis 150 €, Peter Schaub, ST-S,

Schmied

7. Preis 125 €, Fernando Rodriguez,

GTPA, Bediener

8. Preis 100 €, Franz Peter Konhäuser,

ST-S, Meister

9. Preis 75 €, Gero Wuttke, STW-WE,

Schlosser

10. Preis 50 €, Mario Heimroth, STW-WE,

Elektriker

Besonders ausgezeichnet für sein überdurchschnittliches

Engagement wurde Fernando

Rodriguez, GTPA, Bediener. Für elf

umgesetzte Ideen erhielt er eine Sonderprämie

in Höhe von 450 €. Hans-Wilhelm

Giese lobte ausdrücklich die große Initiative

und den persönlichen Einsatz von Herrn

Rodriguez.

Studenten der

RWTH Aachen

zu Besuch bei

Buderus Edelstahl

Am 12. September 2008 besuchten uns die

Studenten der Fachrichtung Metallurgie

und Werkstofftechnik der RWTH Aachen,

um die Buderus-Edelstahl-Welt zu erkunden.

Entstanden ist der Kontakt über eine

Sponsoringanfrage zum Projekt „MuW-

Global Exchange in Science and Practice“.

Das Projekt soll den wissenschaftlichen

sowie praktischen Austausch zwischen den

Studierenden der RWTH Aachen mit Universitäten

und Unternehmen in China fördern.

Im Fokus steht dabei die Vorbereitung

auf Herausforderungen in einem internationalen

Arbeitsumfeld. Buderus Edelstahl

hat bei dem Projekt sehr gerne seine Unterstützung

angeboten.

Als Platinsponsor fördern wir ein junges

Team besonders engagierter Studenten im

Hauptstudium. Da die Studenten während

Jens Mohr bei der Scheckübergabe

Ihres Aufenthalts einen Monat an der University

of Science and Technology Beijing

(USTB) sind, ist selbstverständlich ein Besuch

des AsienHammers eingeplant. Wir

wünschen den Studenten einen interessanten

und erfahrungsreichen Aufenthalt in

China.

EDELSTAHL Info 2/2008

27


11. Jahrgang · Ausgabe 2 · November 2008

Buderus Edelstahl GmbH

Buderusstraße 25

D-35576 Wetzlar

Tel. +49 (0) 64 41/3 74-0

Fax +49 (0) 64 41/3 74-28 82

info@buderus-steel.com

www.buderus-steel.com

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