Leseprobe - Delius Klasing

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Leseprobe - Delius Klasing

Vorwort

Wetter ist ein Faktor, der unser aller Leben beeinflusst, vor allem

aber das der Berufs- und Sportschifffahrt.

Das Wetter gewinnt in unserer modernen

Welt eine immer größere

Bedeutung, da es nicht nur unser

Leben ganz allgemein beeinflusst,

sondern auch viele Berufszweige und

Freizeit aktivitäten unmittelbar betrifft.

Immer genauere und langfristigere

Wettervorhersagen sorgen für mehr

Si cher heit auf See und helfen der

Berufsschifffahrt, die stets knapp

kalku lierten Fahrpläne einzuhalten.

Die Sport schifffahrt profitiert ebenfalls

davon, da sich lange wie kurze Törns

bes ser planen lassen. Wer regelmäßig

Seewetterberichte empfängt und aus

den lokalen Gegebenheiten zusätzlich

die richtigen eigenen Schlüsse ziehen

kann, wird nur sehr selten vom

Wettergeschehen überrascht. Ein verantwortungsvoller

Skipper wird einen

Wochenendtörn beziehungsweise den

nächsten Teilabschnitt einer Reise so

planen, dass die Sicherheit für Crew

und Schiff gewährleistet und das Vermögen

von Yacht und Mannschaft nicht

2

über fordert wird. Wer in einen Sturm

gerät, nur weil man sich nicht oder nur

oberflächlich um die Wetterprognosen

für die nächsten Tage gekümmert hat,

handelt fahrlässig und riskiert eventuell

sogar Menschen leben. Vor einigen Jahren

wurde ein Skipper verurteilt, weil

er sich nicht über das Wetter informiert

hatte. Die Yacht war in einen Sturm

geraten und wäre beinahe gesunken.

Die Grundlagen der Wetterentwicklung

basieren auf recht einfachen Fakten,

die auch von Laien verstanden werden

können, wenn sie sich damit befassen.

Die Sportschifffahrt setzt sich ständig

den Naturelementen aus. Sie sollte sich

deshalb im eigenen Interesse darum

kümmern, wie die Natur funktioniert

und wie sich die einzelnen Fakoren

gegenseitig beeinflussen können. Vor

allem für Segler gehört die ständige

Beobachtung der Wolken, der Windgeschwindigkeit,

der Windrichtung

und des Luftdrucks zum täglichen

Brot. Verändert sich zum Beispiel das


Was kann es Schöneres geben als einen

Sommertörn in den schwedischen Schären

mit blauem Himmel und Sonnenschein

sowie konstantem Wind?

Wolkenbild bei gleichzeitig sinkendem

Druck, steht ein Wechsel des Wetters

(meist zum schlechten) unmittelbar bevor.

Wer dies rechtzeitig erkennt, kann

frühzeitig Yacht und Mannschaft darauf

vorbereiten.

Wer beizeiten refft und die Rettungswes

ten anlegen lässt, mag in den

Augen anderer als übervorsichtig oder

gar ängstlich gelten. Aber er handelt in

jedem Fall verantwortungsbewusst.

3


Woher kommt das Wetter?

Warme Luft steigt auf, kalte sinkt ab. Diesen globalen

Wetterkreislauf hält die Sonne ständig in Gang.

Das Prinzip ist einfach: Die Sonne

erwärmt die Erdoberfläche unterschied

lich stark, Landmassen mehr als

Seegebiete. Entsprechend stark wird

die darüberliegende Luft aufgeheizt.

Die warme Luft steigt auf und wird an

der Oberfläche durch kältere ersetzt.

Diese kältere Luft ist der Wind. Wichtig

ist die Erkenntnis, dass die Luft allein

von der Sonne kaum erwärmt wird. Luft

enthält Feuchtigkeit, trockene weniger

als feuchte. Diese Feuchtigkeit entsteht

durch Verdunstung von Wasser und

bleibt bis zur Kondensation in Form von

Wassertröpfchen in der Luft enthalten.

Die zur Verduns tung notwendige Energie

bleibt so in gleichem Maß erhalten

und wird als Latentwärme (versteckte

Wärme) bezeichnet, weil sie im Wasserdampf

unsichtbar gespeichert ist.

Dieser Wasserdampf wird durch die

Luft rund um die Erde transportiert und

setzt, wenn er kondensiert, die gleiche

Menge an Wärmeenergie wieder frei

wie sie zuvor für die Verdunstung notwendig

war. Wasser ist deshalb für das

Wettergeschehen in hohem Maße mitverantwortlich,

da es ungeheure

Die globalen

Windfelder werden

durch starke

Sonneneinstrahlung

am Äquator

und durch die

Drehung der Erde

hervorgerufen.

35°N


35°S

Nordpol

Westwinddrift

Rossbreiten

Nordostpassat

Doldrums

Südostpassat

Rossbreiten

Westwinddrift

Südpol

4


Energiemengen transportieren kann.

Gewitter und tropische Wirbelstürme

beziehen einen großen Teil ihrer Kraft

aus der gespeicherten Wärme, die

durch Kondensation des Wasserdampfes

freigesetzt wird. In der Tat ist

der Wind bei Regen meist stärker als

sonst, da durch die Kondensation mehr

Energie freigesetzt wird als in trockener

Luft vorhanden ist.

Durch die unterschiedlichen Temperaturen

der Luft entstehen vertikale

Bewegungen, die schließlich zur Zirkulation

der Luftmassen führen. Dort, wo

warme Luftmassen aufsteigen und von

kälteren ersetzt werden, ist der Druck,

den die Luft ausübt, gering. Der Oberflächenwind

weht demzufolge immer

von Gebieten hohen Drucks in Richtung

der Bereiche niedrigen Drucks.

Dieser Druckausgleich würde auf dem

kürzesten Weg erfolgen, wäre da nicht

die Rotation der Erde, die den Wind

aus der geraden Rich tung ablenkt.

Diese sogenannte Coriolis-Kraft wirkt

umso stärker, je näher sich die Erdoberfläche

an der Erdachse befindet. Der

Wind wird so weit aus seiner Richtung

abgelenkt, bis sich die Coriolis-Kraft

und der Einfluss des Druckunterschiedes

wieder miteinander im Gleichgewicht

befinden.

kalte

Luft

aufsteigende

heiße Luft

Cumulus-Wolke

aufsteigende

Warmluft

kalte

Luft

Wetter funktioniert wie ein Feuer:

Die Sonne erwärmt die Luft, die aufsteigt

und kalte Luft nachströmen lässt.

Dadurch kommt mehr oder weniger

starker Wind zustande.

5


Die Entstehung eines Tiefs

An der Grenze zwischen polarer Kalt- und tropischer Warmluft

bilden sich Störungen – Tiefdruckgebiete.

Wenn warme und kalte Luftmassen

gemeinsam transportiert werden, wie

polare Kalt- und tropische Warmluft

über dem Nordatlantik, kommt es an

der Grenze zur Bildung einer Polarfront.

Sie ist auf Satellitenbildern gut

zu erkennen, da sich die leichtere

Warmluft über die Kaltluft schiebt und

der Wasserdampf zu dichten Wolken

kondensiert. Die dabei frei werdende

Energie versetzt das junge Tief in eine

Drehbewegung (linksgerichtet auf der

nördlichen, rechtsgerichtet auf der südlichen

Halbkugel). Innerhalb weniger

Stunden kommt es zu einem Bereich

vorwärtsstrebender Warmluft, einer

Warmfront und zu einem nachdrängenden

Bereich von kalter Luft, einer

Kaltfront. Beide Frontentypen sind an

ihren typischen Wolkenbildern leicht zu

erkennen.

Kaltluft

Kaltluft

Tief

Tief

Warmluft

Warmluft

Tiefdruckgebiete bilden sich an der

Gren ze von warmer zu kalter Luft. Es

bilden sich Wolken, ein Beweis für ...

... freigesetzte Energie. Sie versetzt das

junge Tief in eine Drehbewegung, mit

warmer Luft davor und kalter dahinter.

6


Mit der Entwicklung des Tiefs schiebt

sich nachdrängende Kaltluft mehr und

mehr unter die vorauseilende Warmluft.

Dabei entstehen zunehmend Wolken

und sehr häufig Regen. Die dadurch frei

werdende Energie sorgt schließlich für

stetig zunehmenden Wind. Ein neues

Tiefdruckgebiet zieht normalerweise

in Richtung der Warmsektor-Isobaren

und kann bis 50 Knoten (ca. 90 km/h)

schnell werden. Da sich kalte Luft bei

gleichem Luftdruck schneller als warme

bewegt, holt die Kaltluft die Warmluft

allmählich ein und drückt sie nach

oben. Dadurch kommt es zu einer

Vereinigung beider Frontensysteme, die

als Okklusion bezeichnet wird. Nach

drei bis vier Tagen hat sich das Tief voll

entwickelt und beeinflusst ein riesiges

Gebiet. Die Zuggeschwindigkeit wird

geringer, und die Fronten winden sich

bogenförmig um das Zentrum tiefen

Drucks herum. Manchmal entwickelt

sich eine neue Störung an der Kaltfront,

die nach wie vor die ursprüng liche

Polarfront darstellt. Ein solches Minitief

zieht entweder in Richtung des Haupttiefes

und geht in ihm auf – oder entwickelt

einen noch niedrigeren Druck und

zieht in einiger Entfernung zum Haupttief

parallel in dieselbe Richtung.

Etwa 60 Prozent aller Tiefs entstehen

nach diesem Muster.

Kaltluft

kälteste

Luft

Tief

Zugrichtung

Barometer

fällt schnell

Tief

Okklusion

Barometer

steigt schnell

Trog

Kaltfront

Warmluft

Warmfront

Barometer beständig o. langsam fallend

Kaltfront

Warmfront

Warmsektor

Vor der Warmfront mit aufsteigender

Luft fällt der Druck, und die nachfolgende

Kaltluft strömt schnell hinterher.

Hat die kalte Luft die warme eingeholt,

schiebt sie sich darunter (Okklusion).

Das Tief beginnt sich abzuschwächen.

7


Ein Tief im Querschnitt

Ein heranziehendes Tiefdruckgebiet kündigt sich in unseren Breiten

lange vorher durch Wolkenbilder an.

Cumuli und Stratocumuli deuten auf ein

nahendes Tiefdruckgebiet hin.

Bei völlig klarem Wetter kündigt sich

ein heranziehendes Tief bereits etwa

600 Kilometer vorher durch den Aufzug

hoher Cirrus-Bewölkung an, die

sich zunehmend verdichtet. Da sich

die Warmluft der ersten Front über

die Kaltluft davor schiebt, kon den siert

immer mehr Wasserdampf, und die

Cirrus-Bewölkung geht in gewaltige

weiße Cirrostratus-Wolken über. Ihnen

folgt, immer noch rund 400 Kilometer

vor der Front, Altostratus­ Bewölkung.

Noch herrscht am Boden schönes Wetter,

die Sonne strahlt noch durch einige

Wolkenlücken hindurch. Etwa 300 Kilometer

vor der Warmfront verdunkeln

sich die tiefsten Wolken, ein sicheres

Anzeichen für Nimbostratus. Es beginnt

lange und immer heftiger zu regnen. Mit

Durchgang der Warmfront lockert die

Kalte Okklusion

Kalte Okklusion

Luft A kälter als Luft B

warm

A

kälter

warm

B

kalt

A

kälter

B

kalt

Die kalte Luft holt die warme ein und schiebt sich unter Luft B.

8

Die Kaltfront holt die Warmfront ein

Wetter und Bewölkung

typisch f. eine Kaltfront

Wetter und Bewölkung

typisch f. eine Warmfront

Kaltluft drückt Warmluft weg von der Oberfläche nach oben und schiebt sich unter Luft B


10 000 m

Cirrostratus

Cirrus

Warmluft

Altostratus

5000 m Kaltluft

Nimbostratus

Regen

Stratus

Cumulus

Stratus- oder

Stratocumulus-Wolken

Stratocumulus

etwa 200 Seemeilen

Die für Kalt- und Warmfronten typischen

Wolken sind leicht zu erkennen. Der

Wind am Boden ist im Vergleich zur

Bewölkung auf, der Regen lässt nach,

und die Sonne scheint hin und wieder.

Jetzt sind hauptsächlich Strato- und

Altocumulus-Wolken zu sehen. Vor der

Kaltfront verdichtet sich die Bewölkung

wieder zu Nimbostratus, und es folgt ein

Warme Okklusion

Zugrichtung der Höhenwolken rechtdrehend.

weiteres, allerdings schmales Niederschlagsgebiet.

Danach lockert es rasch

auf, die Bewölkung besteht aus Cumulus

und Stratus. Daraus können sich

Cumulonimbi bilden, die mit Graupel,

Hagel und Gewitter daherkommen.

Warme Okklusion

Luft D kälter als Luft C

warm

C

kalt

warm

D

kälter

C

kalt

D

kälter

Die Kaltfront holt die Warmfront ein Wetter u. Bewölkung überwiegend typisch f. eine

Warmfront, aber stärkerer Regen

Kaltluft drückt Warmluft weg von der Oberfläche nach oben und schiebt sich über Luft D

Die kalte Luft holt die warme ein und schiebt sich über Luft D.

9


Wolken sind die Vorboten

Wer die Wolkenbilder richtig deuten kann, weiß, wie das Wetter wird.

Wer oft segelt, kann auch viel üben.

Wolken aller Art zeigen an, dass sich

in der Atmosphäre etwas tut. Sie

bestehen, auch wenn sie manchmal

besonders massiv und aggressiv wirken,

aus nichts anderem als kondensiertem

lokale Bedeutung, die manchmal nur

Bereiche von einigen Hundert Metern

beeinflussen. Wolken deuten immer auf

aufsteigende Warmluft hin, die durch die

in den Wolkenlücken absinkende kältere

Bei starker Sonnen einstrahlung kondensiert

die Luft über Land zu Cumulus-

Wolken.

Wasserdampf. Eine bestimmte Abfolge

von Wolken zeigt an, dass ein Tiefdruckgebiet

naht (siehe Seiten 8/9). Aus der

Geschwindigkeit der Wolken lässt sich

in etwa schließen, wann die Warmfront

den eigenen Standort erreichen wird.

Viele Wolken aber entwickeln eine nur

Vor der Warmfront mit dunklen Wolken

frischt der Wind auf, und es beginnt zu

regnen.

Luft ersetzt wird. Wolken verändern auch

den Wind. Deshalb ist es wichtig, dass

jeder Segler in der Lage ist, Wolkenarten

und ihre Bedeutungen zu erkennen. Hohe

Wolken deuten auf Ereignisse hin, die

sich entweder nur in der Höhe abspielen

oder sich erst nach einigen Stunden auf

10


die Verhältnisse am Boden auswirken.

Tiefe Wolken hingegen wirken sich meist

unmittelbar auf den Wind an der Oberfläche

aus.

Cumulus-Wolken sind meist haufenartig

und weiß. Mit ihren oft bizarren

Formen sind sie charakteristisch für

labile Luftmassen. Wenn der Wind

flau ist, weil die Luftdruckgegensätze

nur gering sind, kommt es im Bereich

einer einzigen Cumulus-Wolke zu einer

der Regen die Luft abkühlt und sie in

eine Bewegung nach unten versetzt. Das

kann dazu führen, dass aus dem leichten

Wind, der zu nächst in die Richtung der

Wolke geweht hat, heftige Böen werden,

die von der Wolke wegziehen.

Lange Wolkenbänder aus hohen Altostratus-

und Altocumulus-Wolken deuten

auf hohe Windgeschwindigkeiten in der

Höhe hin, den sogenannten Jetstream.

Verändern sich die Wolkenbänder nicht,

Die bis 10 000 Meter hohen Cirren sind

oft die Vorboten eines aus geprägten

Tiefdruckgebietes.

eigenen Zirkulation und damit zu lokal

begrenzten Winden, die bei sehr großen

Wolkenformationen bis zu 15 Knoten

erreichen können. Die dunklen Cumulonimbus-Wolken

deuten auf Niederschlag

hin. Auch wenn unter ihnen warme Luft

aufsteigt, kann es dazu kommen, dass

Rückseitenwetter: Die untergehende

Sonne strahlt die abziehenden Wolken

an und zeigt gutes Wetter im Westen an.

wird es innerhalb der nächs ten zwölf

Stunden nicht zu gravierenden Wetteränderungen

kommen.

Ziehen sie aber größere und dickere

Wolken hinterher, ist fast immer ein Tiefdrucksystem

im Anmarsch.

11


Fachbegriffe und Symbole

Seewetterberichte strotzen nur so von Fachbegriffen. Jeder Skipper

sollte wissen, was sie bedeuten.

Im Wetterbericht wird meist zunächst die

Wetterlage erklärt. Dabei handelt es sich

vor allem um die Positionen der Hochund

Tiefdruckgebiete, die entweder geografischen

Gegebenheiten zugeordnet

oder mit Breiten- und Längenkoordinaten

versehen sind. Zusätzlich erfolgen

Angaben über die Entwicklung der

Druckgebilde und Fronten.

Ist von einem sich vertiefenden Tief die

Rede, wird sich der Luftdruck in seinem

Kern noch verringern. Daraus kann man

schließen, dass der Wind zunehmen

wird. Schwächt sich ein Tief ab oder füllt

es sich auf, steigt der Druck, und der

Wind wird nachlassen.

Verstärkt sich ein Hochdruckgebiet,

steigt der Druck in seinem Zentrum.

Schwächt es sich dagegen ab, fällt der

Luftdruck. Tröge und Ausläufer vertiefen

sich oder füllen sich auf, unabhängig

davon, was mit dem Luftdruck in dem

dazugehörenden Tief geschieht. Manchmal

wird aus einem Trog ein Teiltief, ein

neues, eigenständiges Tiefdruckgebiet.

Wichtig sind auch die Zuggeschwindig-

12

keiten der Druckgebilde, da sich aus

ihnen schließen lässt, wann man in etwa

selbst betroffen sein wird. »Langsam

ziehend« bedeutet eine Geschwindigkeit

von 5 bis 10 Knoten, »ziehend« etwa 20

und »rasch ziehend« 30 bis 40 Knoten.

Langsame Druckgebilde wandern oder

verlagern sich.

Windrichtungen werden normalerweise

mit einer Himmelsrichtung angegeben.

In Deutschland sind die acht Richtungen

Nord (N), Nordwest (NW), West (W),

Südwest (SW), Süd (S), Südost (SE),

Ost (E) und Nordost (NE) üblich. Zwischenangaben

können lauten: West

bis Nordwest. Die Abkürzung »E« für Ost

stammt aus dem Englischen »East« und

wird auch hier verwendet, damit man sie

nicht mit einer Null verwechselt.

Windgeschwindigkeiten werden in

Beaufort oder in Knoten angegeben

(s. die Beaufortskala auf der nächsten

Seite). Wenn von Starkwind die Rede ist,

sind Windgeschwindigkeiten über 22

Knoten (Beaufort 6–7) zu erwarten, bei

Sturm sind es 34 Knoten (Beaufort 8)


Die BeaufortSkala

Bft. Bezeichnung Auswirkungen auf die See Knoten

0 Stille Spiegelglatte See. 1

1 Leiser Zug Kleine schuppenförmige Kräuselwellen. 1 bis 3

2 Leichte Brise Kleine Wellen, aber noch kurz. Glasige, 4 bis 6

nicht brechende Kämme.

3 Schwache Brise Kämme beginnen zu brechen. Vereinzelt 7 bis 10

treten kleine Schaumköpfe auf.

4 Mäßige Brise Wellen sind klein, werden aber länger. 11 bis 15

Weiße Schaumköpfe treten verbreitet auf.

5 Frische Brise Mäßige, aber längere Wellen. Überall weiße 16 bis 21

Schaumkämme, vereinzelt Gischt.

6 Starker Wind Die Bildung großer Wellen beginnt. Brechende 22 bis 27

Kämme, größere weiße Schaumflächen, Gischt.

7 Steifer Wind See türmt sich, der beim Brechen entstehende 28 bis 33

Schaum beginnt, sich in Windrichtung zu legen.

8 Stürmischer Mäßig hohe Wellenberge mit Kämmen von 34 bis 40

Wind

beträchtlicher Länge. Der Gischt beginnt

abzuwehen. Schaumstreifen in Windrichtung.

9 Sturm Hohe Wellenberge; dichte Schaumstreifen in 41 bis 47

Windrichtung. »Rollen« der See beginnt.

10 Schwerer Sehr hohe Wellenberge mit überbrechenden 48 bis 55

Sturm Kämmen. Sicht durch Gischt beeinträchtigt.

11 Orkanartiger Außergewöhnlich hohe Wellenberge. Die Kanten 56 bis 63

Sturm der Wellenkämme sind zu Gischt zerblasen.

12 Orkan Luft mit Schaum und Gischt angefüllt. See über 64

vollständig weiß. Jede Fernsicht hört auf.

oder mehr. Wichtig ist, dass in Seewetterberichten

grundsätzlich immer

die mittleren Windgeschwindigkeiten

gemeint sind. Bei labilen Wetterbedingungen

mit Schauern muss immer auch

mit Böen gerechnet werden, die mit bis

zu 25 Prozent höheren als die mittleren

Windgeschwindigkeiten aufwarten können.

13


Wetterindikator Luftdruck

Entscheidend ist nicht der Luftdruck an sich, sondern die Geschwindigkeit,

mit der er sich verändert.

Ein gutes Baro meter reicht zur

Beobachtung des Luftdrucks

vollkommen aus.

Der Luftdruck wird in Pascal (Pa) angegeben.

Ein Pascal entspricht dem Druck,

den ein Gewicht von einem Kilogramm

auf eine Fläche von einem Quadratmeter

ausübt. Auf jedem Quadratmeter

der Erd oberfläche lasten etwa 10 Tonnen

Luft. Dazu kommt die Schwerkraft,

die den Gesamtdruck noch verzehnfacht.

Damit man nicht mit Zahlen über

100000 arbeiten muss, benutzt man die

Einheit Hektopascal (hPa). Die Einheit

Millibar (mbar) wird heute nicht mehr

verwendet, die Zahlenwerte selbst sind

allerdings gleich geblieben: 1000 hPa

entsprechen 1000 mbar.

Der Normaldruck auf der Erdoberfläche

in Meereshöhe liegt bei etwa 1013 hPa.

Der tiefste je gemessene Druck lag bei

873, der höchste bei 1084 hPa. Normalerweise

ist der täg liche Verlauf der

Druckschwankungen gering und fast immer

gleich stark. Besonders in den Tropen

sind recht starke, aber stets gleichförmige

Veränderungen festzustellen.

In unseren Breiten werden die täglichen

Moderne Geräte messen und speichern

den Luftdruck digital, die

Anzeige ist auch hier analog.

14


Schwan kungen von den Druckwellen der

Druck gebilde stark beeinflusst.

Entscheidend für das künftige Wettergeschehen

ist, wie schnell sich der

Druck innerhalb einer bestimmten Zeit

ändert. Sinkt z. B. der Druck innerhalb

von drei Stunden um 10 hPa oder

mehr, ist mit einem schweren

Sturm zu rechnen. In vielen

Seewetterberichten, vor allem,

wenn Stationsmeldungen

enthalten sind, werden auch

Drucktendenzen angegeben.

Gleichbleibender, langsam

fallender oder steigender

Druck ist harmlos, steigender

oder schnell steigender beziehungsweise

fallender Druck

deuten darauf hin, dass es zu

mehr Wind kommen wird.

Wer eine eigene Yacht besitzt, sollte wegen

der Bedeutung der Luftdruckänderungen

ein gutes Barometer oder, besser

noch, einen geeigneten Barografen an

Bord haben. Moderne Instrumente sind

recht genau und gegen Erschütterungen

des Schiffes im Seegang geschützt. Die

regelmäßige Beobachtung des Drucks

oder des Druckverlaufes warnt fast

immer rechtzeitig vor nahendem Unheil,

meist ausreichend lange bevor sich Wetterveränderungen

optisch ankündigen.

Grundsätzlich muss bei veränderlichem

Wetter in Bereichen mit größeren Druckschwankungen

als in unseren Breiten

damit gerechnet werden, dass sich ein

Druckabfall frühmorgens und nachmittags

etwas verstärkt, ein Druckanstieg

aber abschwächt. Gegen Mittag und

Ein Barograf zeichnet den Verlauf des

Luftdrucks auf. Veränderungen sind auf

einen Blick zu erkennen.

spätabends geschieht das Gegenteil:

Ein Druckabfall wird abgeschwächt, ein

Druckanstieg dagegen verstärkt.

Wer ein Barometer an Bord hat, sollte

den Luftdruck regelmäßig ins Logbuch

eintragen, damit außergewöhnlich

schnelle Veränderungen möglichst

frühzeitig festgestellt und Vorsichtsmaßnahmen

ergriffen werden können.

15


Wetterkarten sind wichtig

Man muss kein Meteorologe sein, um Wetterkarten selbst

richtig interpretieren zu können.

Wetterkarten stehen jedem Sportbootskipper

zur Verfügung. Entweder hängen

sie beim Hafenmeister aus oder man

besorgt sie sich selbst per Faxabruf oder

Wetterkartenschreiber. Der Deutsche

Wetterdienst sendet täglich mehrfach

Wetterkarten für den Bordgebrauch,

die allerdings nur mit einem speziellen

Empfänger direkt an Bord empfangen

werden können.

Grundlage für die Reiseplanung ist die

aktuelle Bodenanalyse. Sie beinhaltet

die Lage der Druckgebilde und Fronten,

die Isobaren (Linien gleichen Luftdrucks)

sowie zahlreiche Stations- und Schiffsmeldungen.

Mit einer solchen Karte, die

höchstens einige Stunden alt sein sollte,

hat man den Ist-Zustand des Wetters vor

Augen. Stehen jeden Tag mehrere dieser

Analysen zur Verfügung, kann man

sich mit einiger Übung bereits ein sehr

genaues Bild davon machen, wie sich

das Wettergeschehen in naher Zukunft

entwickeln wird. Da die Wetterdienste

aber auch Vorhersagen liefern müssen,

werden Großrechner eingesetzt, die auf

16

der Grundlage des Ist-Zustandes den

wahrscheinlichen Verlauf für die nächsten

fünf Tage berechnen. Die entsprechenden

Wetterkarten für die kommenden

24, 48, 72 und 96 Stunden werden

ebenfalls täglich ausgestrahlt. Da das

Wettergeschehen am Boden aber auch

entscheidend von den Vorgängen in

höheren Luftschichten abhängt, werden

zusätzlich Höhenwetterkarten erstellt.

Üblich sind die Hö hen, in denen der

Druck im Mittel 850 hPa und 500 hPa

beträgt.

Grundsätzlich basieren die Vorhersagekarten

auf Computerberechnungen, die

das Wettergeschehen auf der gan zen

Welt erfassen und analysieren. Die

nationalen Wetterdienste verfügen über

spezielle Datenverbindungen untereinander,

über die ständig Wetterdaten

aller Art ausgetauscht werden.

Wer alle zur Verfügung stehenden

Wetter- und Prognosekarten nutzt, wird

schnell lernen, wie er das Großraumwetter

der kommenden Tage zu beurteilen

hat. Es ist jedoch unabdingbar,


Auf dieser Wetter karte sind deutlich die

Druckgebilde zu sehen: ein kräftiges Tief

nördlich von England und ein Hoch über

Osteuropa.

zusätzlich die gesprochenen Seewetterberichte

abzuhören und die eigenen

Beobachtungen mit in die Törnplanung

der nächsten Tage einzubeziehen. So

genau und detailliert die Wettervorhersagen

auch sein mögen, sie müssen

logischerweise große Gebiete abdecken

und können lokale Besonderheiten nicht

berücksichtigen.

Anders sieht es aus, wenn ein gelernter

Meteorologe, zum Beispiel während der

Kieler Woche, jeden Morgen den Verlauf

des Wetters für die Regattateilnehmer in

der Kieler Bucht vorbereitet. Er berücksichtigt

neben den grund legenden Informationen

auch die Küs tenformationen

und die thermischen Einflüsse der

Landmassen. Der Durchgang der Fronten

kann so fast minutengenau vorhergesagt

werden, sodass sich alle Beteiligten, auch

die Wettfahrtleiter, darauf einstellen

können.

17


Thermische Küstenwinde

Die Grenze zwischen Land und See ist ein besonderer Fall, da die Luft

über Land schneller erwärmt wird.

18

An einem wolkenlosen, flauen Morgen

im Sommer sind zunächst keine Wolken

zu sehen. Im Verlauf des Vormittags

entsteht über Land eine leichte Quellbewölkung,

die vom kondensierendem

Wasserdampf aufsteigender Warmluft

stammt. Die zunächst spiegelglatte See

beginnt sich in Küs tennähe zu kräuseln

und kann bis zum Nachmittag durchaus

auch vereinzelt weiße Schaumköpfe

zeigen. Nun ist der Seewind in vollem

Gang. Der Luftdruck über Land ist dann

um 3 bis 4 hPa gefallen, sodass kältere

Luft in Richtung Land weht, um die

aufgestiegene Warmluft zu ersetzen.

Die Warmluft zieht in der Höhe über die

See hinaus, kühlt sich ab und sinkt nach

unten. Dabei lösen sich dort eventuell

vorhandene Wolken auf. Dieser Kreislauf

verstärkt sich mit zunehmender Erwärmung

des Landes immer mehr, sodass

der Seewind am Nachmittag durchaus

20 Knoten erreichen kann. Der Bereich

des reinen Seewindes kann sich bis zu

20 Seemeilen seewärts, Tendenz abnehmend,

und bis zu 30 Seemeilen landeinwärts

ausdehnen. An der Grenze des

Seewindes über dem Wasser muss mit

Flaute gerechnet werden, am kräftigsten

weht er direkt an der Küste. Je stärker

der Seewind wird, des to mehr wird er

von der Coriolis-Kraft aus der direkten

Richtung abgelenkt. Diese Drehung nach

rechts (auf der Nordhalbkugel) kann

bis zu 20 Grad betragen. Der Seewind

löst sich auf, sobald die Sonne untergegangen

ist und das Land abkühlt. Weht

ein normaler Wind, der durch reguläre

Druckunterschiede hervorgerufen wird

(Gradientwind), von Land nach See,

nimmt er Res te des Seewindes bis zu

40 See meilen und mehr mit über das

Wasser, bevor sie sich endgültig auflösen.

Der Seewind entsteht natürlich

auch, wenn ein normaler Gradientwind

weht. Bei auflandigem Wind wird der

Seewind verstärkt. Bei ablandigem Wind

dehnt sich der Seewind nicht so weit auf

See aus, vorausgesetzt, der Gradientwind

ist nicht stärker als 20 Knoten und hebt

dann den Seewind auf. Je nachdem, in

welchem Winkel der Gradientwind zur


3. Um den Druck wieder auszugleichen, strömt Luft hinaus

über die See, unterstützt vom ablandigen Gradientwind.

4. Luft sinkt zur Wasseroberfläche ab,

um die Luft zu ersetzen, die in

Richtung Ufer zu strömen beginnt.

2. Dadurch kommt in der Höhe

(gewöhnlich zwischen 300 und

1000 Metern) zu viel Luft zusammen.

Das führt zu unausgeglichenen Luftverhältnissen.

1. Die Luft über Land wird

erwärmt und dehnt sich

aus. Ein Anstieg von 1

bis 2 °Celsius ist ausreichend.

Gradientwind

Flaute

Landeinwärts ziehende

Seewindfront

Der Seewind entsteht, wenn die warme

Luft über dem Land aufsteigt und kühlere

Luft nachströmt.

Nachts kühlt die See langsamer ab, sodass

der Landwind entsteht.

Küstenlinie weht, wird der Seewind mehr

oder weniger stark aus seiner normalen

Richtung abgelenkt. Selbst wenn sich an

Land nur Flächen geringer Ausdehnung

stärker erwärmen als die See, kommt ein

Seewind zustande, wenn vielleicht auch

räumlich sehr begrenzt.

Wenn das Land nachts kälter wird als

das Seewasser an der Küste, bildet sich

nach dem gleichen Prinzip der thermisch

bedingte Landwind.

19


Winde über der offenen See

Selbst mitten über den Ozeanen weht der Wind keineswegs

gleichmäßig, sondern in parallelen Bahnen.

Der waagerechte Wind wird von einer

kreisförmigen Strömung überlagert, die

zur Wolkenbildung führt.

Die Ursache für die Wind- und Wolkenbahnen

über der offenen See ist wieder

einmal aufsteigende Warmluft, die den

Gradientwind überlagert. Dabei bilden

sich kreisförmige, sogenannte Vortex-

Rollen. Über der aufsteigenden Luft

bilden sich Wolkenbänder, zwischen

ihnen sinkt die etwas abgekühlte Luft

wieder ab. Diese Bänder haben untereinander

einen Abstand zwischen 1 und

5 Seemeilen. Der Wind ist unter den

wolkenfreien Streifen stärker und (auf

der Nordhalbkugel) etwas mehr rechtdrehend

als unter den Wolken. Auch

wenn sich keine Wolken bilden, weht

der Wind in Streifen. Die Windgeschwindigkeiten

können zwischen 10 und 25

Prozent voneinander abweichen. Ist der

Gradientwind schwächer als 10 Knoten,

kann es zu großen Wirbeln kommen,

in denen der Wind aus allen möglichen

Richtungen weht. Um solchen Löchern

1 bis 3 Seemeilen

leichtere

Winde

stärkere

Winde

leichtere

Winde

20


Bilden sich über

der offenen See

Wolkenbänder, ist

der Wind unter ihnen

schwächer als

unter den wolkenfreien

Bereichen.

In den Passatregionen

entstehen

immer

wieder lange

Ketten harmloser

Schönwetter-

Cumuli.

zu entgehen, muss man in die Richtung

segeln, aus der der Gradientwind

kommt, da er die Wirbel transportiert.

Manchmal verändert sich auch auf

offener See die Wassertemperatur.

Ursache ist meist eine unterseeische

Strömung, die irgendwo plötzlich an die

Oberfläche kommt. Über kälterem Wasser

wird die Luft stabil und steigt nicht

mehr auf. Dort wird der Gradientwind

wegen der größeren Reibung schwächer

und außerdem abgelenkt. Über

dem wärmeren Wasser steigt die Luft

weiterhin auf, sodass der Gradientwind

nicht durch Reibung abgebremst wird.

Der Golfstrom ist ein schönes Beispiel für

dieses Phänomen. Der Wind weht dort

typischerweise mit bis 25 Knoten über

dem warmen und mit 10 Knoten über

dem kalten Wasser.

21


Tropische Wirbelstürme

Sie sind unberechenbar, von zerstörerischer Gewalt, und das Beste ist,

ihnen aus dem Weg zu gehen.

Tropische Wirbelstürme sind im Bereich

des Atlantiks als »Hurrikane« bekannt,

im pazifischen Raum werden sie als

»Taifune« bezeichnet. Sie beginnen ihr

Leben als zunächst harmlose Tiefdruckgebiete

und meist über Land. Gefährlich

werden sie erst, wenn sie über einem

Seegebiet angelangt sind, dessen

Wasser mindestens 28 °C warm ist. Da

sie die Coriolis-Kraft benötigen, um in

Rotation versetzt zu werden, dürfen sie

sich während ihrer Entwicklung dem

Äquator nicht weiter als 7° Nord oder

Süd nähern. Durch die enorme Verdunstungsrate

über dem warmen Wasser

werden unglaubliche Energiemengen

im wolkenlosen Auge eines Wirbelsturmes

nach oben bis in eine Höhe von

über 15000 Meter gesaugt, die dann

durch Kondensation wieder freigesetzt

werden. An der Wasseroberfläche wird

kalte Luft von außerhalb angesaugt.

Die Windgeschwindigkeiten werden mit

zunehmender Größe des Wirbels immer

höher und können weit über 150 Knoten

erreichen. Da die hohen Wassertempe­

22

Das Satellitenfoto

zeigt deutlich die

Bereiche unterschiedlich

warmer

Luftmassen.


17 000 m

Wolkenwand

Wolkenwand

Auge

etwa 400 Seemeilen

80° 60° 40° 20°W

60°

40°

25 °C

20°N

28 °C

Äquator

20°S

Wie durch einen Schornstein wird die

warme Luft im Kern eines Wirbels nach

oben gesaugt. Eine Voraussetzung für

die Bildung von Wirbelstürmen ist

extrem warmes Meerwasser.

raturen nur im Sommer bis zu Beginn

des Herbstes erreicht werden, gilt diese

Zeit in der Karibik als Hurrikan-Saison.

Dann sind dort fast alle touristischen

Einrichtungen geschlossen, und es gibt

nur einige wenige Charterunternehmen,

die ihre Yachten anbieten.

Moderne Satellitentechnik macht es

möglich, dass Wirbelstürme frühzeitig

erkannt und die Bevölkerung rechtzeitg

gewarnt werden kann. Das Prob lem

dabei ist allerdings, dass die Zugbahnen

der Wirbelstürme nie genau vorhergesagt

werden können. Manchmal schlagen

sie abrupt Haken oder ändern ihren

Kurs zeitweilig in die entgegengesetzte

Richtung. Das Hurrikan-Zentrum in Key

West im Süden Floridas gibt dann zwar

laufend neue Warnmeldungen heraus,

aber wenn ein Wirbelsturm über die

Inseln fegt, hilft meist nur noch beten.

23


DWD-Seewetterberichte

Der Deutsche Wetterdienst, Geschäftsfeld Seeschifffahrt mit Sitz in

Hamburg, erstellt zahlreiche Berichte.

Seewetterberichte werden von vielen

Sendern und in vielerlei Form ausgestrahlt.

Klartext-Berichte werden vor

allem über Rundfunksender verbreitet

(siehe unten). Besonders umfangreich

ist das Angebot des DWD, das im Funkfernschreibverfahren

über die Sender

Pinneberg ausgestrahlt wird. Die Berichte,

Vorhersagen, Stationsmeldungen

und Warnungen waren ursprünglich

nur für die Berufsschifffahrt gedacht.

Seit einigen Jahren wird das Funkfernschreibverfahren

eingesetzt. Um diese

Ausstrahlungen lesen zu können, wird

ein automatisch arbeitender Dekoder

verwendet. Der DWD sendet außerdem

mehrmals täglich auch Faksimile-Wetterund

Vorhersagekarten.

Deutsche Rundfunksender

Zeit (GZ) Gebiet Sender Frequenzen

00.05 Nord- u. Ostsee NDR Info Spezial 702, 972 kHz

01.05 Nord- u. Ostsee, IJm, EK DLF/Deutschlandradio 177, 1269 kHz

06.40 Nord- u. Ostsee, IJm, EK DLF/Deutschlandradio 177, 1269 kHz

08.30 Nord- u. Ostsee NDR Info Spezial 702, 972 kHz

11.05 Nord- u. Ostsee, IJm, EK DLF/Deutschlandradio 177, 1269 kHz

21.05* Nord- u. Ostsee, IJm, EK DLF/Deutschlandradio 177, 1269 kHz

22.05 Nord- u. Ostsee NDR Info Spezial 702, 972 kHz

IJm = IJsselmeer; EK = Englischer Kanal, West- und Ostteil

*während Sommerzeit

24


Funkfernschreib-Sendungen (utc)

1. Programm (englisch) Kennung 2. Programm (deutsch) Kennung

4583,0 kHz DDK2 147,3 kHz DDH47

7646,0 kHz DDH7 11039,0 kHz DDH9

10100,8 kHz DDK9 14467,3 kHz DDH8

Sendeinhalt:

Sendeinhalt:

Nord- und Ostsee

Deutsche Nord- und Ostseeküste

1. Programm 2. Programm 1. Programm 2. Programm

00.05 00.05 00.20 00.20

03.05 03.05 03.20 03.20

05.05 05.20

05.35 05.50

06.05 06.20

08.35 08.50

09.05 09.20

11.35 11.50

12.05 12.20

14.35 14.50

15.05 15.20

17.35 17.50

18.05 18.20

20.35 20.50

21.05 21.20

Sendeinhalt:

Mittelmeer

1. Programm 2. Programm

15.50

16.10

Wegen der großen Zahl der Seewetterberichte in deutscher und englischer Sprache

kann hier nur ein Auszug des Sendeprogramms abgedruckt werden.

25


Wetter-Literatur

Bücher, die sich mit dem Wetter befassen:

Adlard Coles/Peter Bruce,

Schwerwettersegeln, Bielefeld

Rolf Dreyer, Wettertafeln für die

Bordpraxis, Hamburg

Dietrich von Haeften, Sturm – was tun?

Bielefeld

Richard Hamblyn, Spektakuläre

Wolken, Bielefeld

Dieter Karnetzki, Das Wetter von

morgen, Bielefeld

Dieter Karnetzki, Wetterregeln für

Segler, Bielefeld

Lothar Kaufeld/Klaus Dittmer/Rolf

Dobe ritz, Mittelmeerwetter, Bielefeld

Dag Pike, In Sturm und schwerer See,

Bielefeld

Michael Sachweh, Segelwetter Ostsee,

Bielefeld

Walter Stein/Harald Schultz,

Wetter kunde für Wassersportler,

Bielefeld

Chris Tibbs, Das Wetter, Bielefeld

Alan Watts, Das Wetter in Bildern,

Bielefeld

Alan Watts, Gefährliche Wetterlagen

rechtzeitig erkennen, Bielefeld

Autorenteam des Seewetteramtes,

Seewetter, Hamburg

Autorenteam des Seewetteramtes, Wetter

an Bord, Hamburg

Autorenteam des Seewetteramtes, Der

kleine Wolkenatlas, Hamburg

Juan Rigo, Die Winde des Mittelmeers,

Bielefeld

26


Eine schöne Brise bei strahlendem

Sonnenschein – was kann es Schöneres

geben?

Man darf nur nie vergessen, dass sich

das Wetter auch schnell ändern kann.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

6. Auflage 2013 / ISBN 978-3-89225-688-5

Die Rechte für diese Ausgabe liegen bei Edition Maritim GmbH, ABC-Straße 8, 20354 Hamburg

Umschlag: Buchholz.Graphiker, Hamburg · Text und Konzept: Erik von Krause · Fotos: H.-G. Kiesel, M. Naujok,

Nico Krauss · Zeichnungen: J. Bassiner · Lithografie: scanlitho.teams, Bielefeld · Druck und Bindung: Print Consult, München

Alle Rechte vorbehalten! Ohne ausdrückliche Erlaubnis des Verlages darf das Werk weder komplett noch teilweise reproduziert,

übertragen oder kopiert werden, wie z. B. manuell oder mithilfe elektronischer und mechanischer Systeme inkl.

Fotokopieren, Bandaufzeichnungen und Datenspeicherung.

Vertrieb: Delius Klasing Verlag GmbH, Sieker wall 21, 33602 Bielefeld · Tel.: 0521/559-0, Fax: 0521/559-115

E-Mail: info@delius-klasing.de · www.delius-klasing.de

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