Das Magazin für Professionals - Canon Deutschland

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Das Magazin für Professionals - Canon Deutschland

D a s M a g a z i n f ü r P r o f e s s i o n a l s

Canon EOS 1D Mark IV

Der Überflieger

EOS 1D Mark IV in der Praxis

Härtetest in Indonesien

Individualfunktionen der Profis

Wie ihr‘s wollt

EF 70-200 mm 1:2,8L IS USM II Zoom in der Praxis

Das Lichtstarke für alle Fälle

Video HD

Der Fotofilmer

Foto Richard Walch, Fahrer: Andi Wittmann

1

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Während einer Minenräumaktion am

Stadtrand von Kunduz läuft ein deutscher

Bundeswehrsoldat an Afghanen vorbei.

Foto: REUTERS/ Fabrizio Bensch

3


Foto Thorsten Milse

5

Der Überflieger

Die Canon-

Kameras mit der

Bezeichnung 1D

sind von jeher die

rasenden Arbeitstiere

für professionelle

Sport- und

Reportagefotografen.

Nun gibt

es seit einigen

Monaten das neueste

Modell mit

der Bezeichnung

Mark IV. Und

wieder ist es ein

Renner geworden,

der mit neuesten

Technologien

antritt, nicht nur

um der angestammten

Klientel

aus der Sport- und

Reportagewelt die

Arbeit zu erleichtern,

sondern um

diese in kreativer

und technischer

Hinsicht zu

erweitern.

Canon EOS 1D Mark IV

Das kennt man ja schon von Canon: Folgemodelle von erfolgreichen Serien,

hier die 1D-Serie, werden äußerlich nur wenig oder gar nicht verändert. Warum

auch, wenn das Design nahezu perfekt ist. So auch bei der im Oktober 2009

vorgestellten und im Dezember desselben Jahres ausgelieferten EOS 1D Mark

IV. Wäre da nicht der Schriftzug vorne auf der Kamera, keiner würde merken,

dass es sich um den aktuellen Boliden handelt. Die Optimierungen am Gehäuse

sind eher unsichtbar, aber dennoch wirkungsvoll. Die Ingenieure bei Canon

haben die Anzahl der Bauteile reduziert, um eine Abdichtung der Kamera gegen

Staub und Feuchtigkeit mit weniger Dichtung zu realisieren. Trotzdem sind es

noch immer 76 Teile, die die EOS 1D Mark IV zusammen mit dem Magnesium-

Gehäuse extrem robust gestalten. Zwar ist die Kamera ideal für Reportage- oder

Outdoor-Fotoprofis, aber letztendlich profitiert jeder Fotograf davon und erhält so

ein Arbeitsgerät mit hoher Investitionssicherheit. Hierzu zählt auch der langlebige

Verschluss, der die Lebensdauer einer Kamera mit bestimmt. Bei der EOS

1D Mark IV sind 300.000 Auslösungen möglich, bevor man an einen Austausch

denken muss.

Neues unter der Haube

So wenig wie sich außen verändert hat, so viel Neues gibt es im Inneren. Für

Fotografen, die so eine schnelle Kamera professionell einsetzen, ist die Qualität

und Ausstattung des Autofokus ein ganz entscheidender Faktor. Darum hat

Canon das AF-System in der EOS 1D Mark IV vollständig neu entwickelt und,

um noch mehr Geschwindigkeit und Präzision zu erreichen, mit einem eigenen

Prozessor ausgestattet. Dieser steuert die 45 AF-Messfelder, von denen 39 als

Kreuzsensoren gestaltet sind, extrem schnell, auch bei der höchsten Bildrate von

zehn Bildern pro Sekunde. Diese Kombination von vielen Sensoren und hoher

Rechenleistung sorgt für noch höhere Nachführgeschwindigkeiten auch bei sich

schnell bewegenden Objekten. Mit 16 Individualfunktionen kann die Art und

Weise, wie der Autofokus arbeitet, genau an die eigenen Bedürfnisse angepasst

werden. So sorgt zum Beispiel die Custom Function C.Fn III-3 für das Verhalten

der Fokussierung bei sich ins Bild bewegenden Objekten. Entweder bleibt die

Schärfe auf dem anvisierten Motiv oder sie wechselt auf das hereinkommende

Bildteil. Diese Individualfunktionen sind zusammen mit Profifotografen entwickelt

worden und erleichtern die Arbeit in jeder Situation.

Eine weitere Neuheit zum Thema Autofokus ist die Möglichkeit, für die verschiedenen

Formatvorlagen, also Hoch- oder Querformat, verschiedene AF-Messfelder

zu programmieren. Da man die Kamera im Hochformat entweder mit dem

Auslöser oben oder unten nutzen kann, entstehen so drei verschiedene Optionen.

In der Portraitfotografie könnte zum Beispiel der AF-Punkt immer genau auf

ein Auge gelegt werden, egal wie herum die Kamera gehalten wird, ohne diesen

jedes Mal neu anwählen zu müssen.

Neu ist auch der Spot-AF. Zusammen mit EF-Linsen, die eine AF-Stopptaste besitzen,

kann so ganz genau auf kleinste Details fokussiert werden. Das nun wiederum

ist toll, wenn sich das Motiv nicht so sehr bewegt und höchste Präzision

gefordert ist, etwa bei Detailaufnahmen während einer Hochzeit.

Die Bildverarbeitung in der Kamera wird von einem nagelneuen, von Canon

selbst entwickelten und gefertigten Dual DIGIC 4 Prozessor übernommen, der

sechsmal so leistungsstark wie sein Vorgänger ist. Dieser kleine Rechner sorgt

für die Rauschfreiheit, auch bei hohen ISO-Werten, für die Schärfe und Detailzeichnung.

Richtig zur Höchstform läuft er aber erst auf, wenn diese Prozesse

in großer Menge bei der schnellsten Bildfolge von zehn Bildern pro Sekunde

berechnet werden müssen, bei voller Auflösung und 14-Bit-Analog-Digitalwandlung.

Für das neue Kraftpaket ist das kein Problem. Damit nach dem schnellen

Rechenprozess kein Flaschenhals die Kamera ausbremst, wurde der nachgelagerte

Pufferspeicher großzügig ausgelegt. Bei der Nutzung von UDMA 6 CF-Karten

passen bis zu 121 JPEGs in voller Auflösung oder 28 RAWs auf den Speicher.

Diese Parameter rund um die Geschwindigkeit der EOS 1D Mark IV zeigen wie

prädestiniert sie für dynamische Aufnahmesituationen, Sportfotografie oder

Reportagen in Krisengebieten ist. Genau hier braucht man höchste Geschwin-


Sonnenuntergang hinter überfluteten, abgestorbenen Bäumen in einem Gebiet in der

Region Cueira am Rio Negro, Brasilien, ISO 400

Alle Fotos Michael Marczok

Pächterin eines Handelspostens (Supermarkt) am Rio Branco,

einem Nebenfluss des Rio Negro, Amazonas, Brasilien, ISO 400

digkeit der Kamera: etwa beim Getümmel im Strafraum eines Fußballstadions.

Nicht nur für Spezialisten

Für den praktischen Einsatz der EOS 1D Mark IV werden immer wieder die Sport-

und Reportagefotografie angeführt. Natürlich profitieren sie ganz besonders von

den Features der Kamera. Aber auch jeder andere Fotograf zieht einen Nutzen

aus ihren ganz besonderen Fähigkeiten. Fragt man bei Profis nach, wird immer

wieder die Stärke der Kamera bei wenig Licht als besonders nützlich geschildert.

Der „normale“ ISO-Bereich geht von ISO 100 bis ISO 12.800. Das ist schon

mal sehr anständig. Aber er kann nach oben in drei Stufen bis auf ISO 102.400

erweitert werden, nach unten bis ISO 50. Und das ist nun wirklich rekordverdächtig.

Ein bekannter Fotograf einer großen Nachrichtenagentur berichtet, dass

er deutsche Soldaten bei einer nächtlichen Pause im Einsatz fotografierte, nur

beleuchtet mit abgeblendeten Stirnlampen. Und genau darum geht es: Mit diesem

High-ISO-Potenzial sind available light Fotos möglich, die man sich noch vor

Kurzem gar nicht vorstellen konnte, nicht nur bei Reportagen. Canon realisiert

dies mit dem neu designten APS-H-CMOS-Sensor. Auf diesem, natürlich auch

selbst entwickelten und gefertigten Chip tummeln sich 16,1 Megapixel auf einer

Fläche von 27,9 x 18,6 mm. Die dazugehörigen Mikrolinsen sind auf dieser

Neuentwicklung jetzt nahtlos angeordnet, der Sensor ist insgesamt dünner und

die Elektronik wurde reduziert. Zusammen mit der intelligenten Rauschunterdrückung,

DIGIC 4 sei Dank, kommt dann hinten die überragende Bildqualität raus,

fast ganz ohne Licht. Und es gibt noch einen obendrauf: Auto-ISO. Damit erhält

der Fotograf noch mehr Flexibilität bei der Aufnahme, denn bei wechselndem

Licht passt die Kamera einfach automatisch den ISO-Wert, über den gesamten

Bereich oder in einstellbaren Grenzen, den Gegebenheiten an, und die gewählte

Blenden-Zeit-Kombination bleibt bestehen.

Damit nicht irgendein Staubkorn oder Fussel das besondere Bild stört, ist die

EOS 1D Mark IV natürlich mit dem bekannten EOS Integrated Cleaning System

ausgestattet. Neu dabei ist die Fluorbeschichtung des Sensors, die auch klebrigen

Partikeln keine Chance lässt.

Betrachtet werden die Meisterwerke beim Shooting auf dem rückseitigen 3,0 Zoll

Display. Es ist mit 920.000 Bildpunkten viermal so hoch aufgelöst wie beim Vorgängermodell

und erlaubt mit einer Solid Structure Beschichtung zwischen dem

eigentlichen Display und dem gehärteten Schutzglas, die Reflexionen minimiert,

die Bildbeurteilung bei nahezu jedem Umgebungslicht.

Auf diesem Display läuft dann auch der Live-View-Modus. In der EOS 1D Mark IV

steht in diesem Modus nun auch ein Autofokus in drei Varianten, Live-AF, Quick-

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AF und Gesichtserkennung, zur Verfügung.

Canon EOS 1D Mark IV

Bekannt von den Canon Consumer DSLRs, aber erstmals in der Profi-Serie eingesetzt,

ist die automatische Vignettierungskorrektur. In der EOS 1D Mark IV stehen

40 Speicherplätze zur Registrierung von Canon-Objektiven zur Verfügung. Das

spart Nachbearbeitungszeit und verlangsamt die Kamera nicht, da der DIGIC 4

Prozessor die Berechnung in Echtzeit übernimmt.

Wie gesagt, diese Features betreffen wirklich jeden Fotografen. Aber jeder

Fotograf arbeitet sehr individuell, und auch dieser Tatsache trägt Canon schon

seit jeher mit den Custom Functions Rechnung. In der neuen Kamera stehen

insgesamt 62 dieser Funktionen mit zusammen 177 einstellbaren Parametern

bereit, das Arbeitsgerät an die eigenen Wünsche und den Job anzupassen. Eine

dieser Funktionen zum Autofokus haben wir ja schon vorgestellt. Eine andere

betrifft den Auto Lighting Optimizer, der auch erstmals in der 1er-Serie angeboten

wird. Über die C.Fn II-4 kann der Fotograf regeln, wie stark die automatische

Anpassung von Kontrast und Helligkeit sein soll. In der Praxis macht sich diese

Funktion besonders bei Gegenlichtaufnahmen positiv bemerkbar.

Nicht nur für stehende Bilder

Ein absolutes Muss für die moderne digitale Spiegelreflexkamera ist die Videofähigkeit.

Dafür ist die EOS 1D Mark IV bestens ausgestattet. Bis rauf zu Full HD,

also 1920 x 1080 Pixel, kann man aus vielen verschiedenen Auflösungen und

Bildraten wählen. Damit sind mit einer EOS 1D Mark IV gedrehte Videos auf der

ganzen Welt einsetz- und bearbeitbar. Der große Vorteil beim Filmen mit einer

digitalen Spiegelreflexkamera von Canon ist die Möglichkeit, nahezu alle Einstellungen,

alle Objektive, jedes Zubehör zu nutzen. Erwähnt werden soll hier nur

kurz noch einmal Auto-ISO, denn auch diese Funktion arbeitet beim Filmen und

eröffnet Hollywood-Aspiranten nie dagewesene Gestaltungsmöglichkeiten. Ein

Blick ins Internet zeigt die extrem hohe Qualität von Werbespots oder Hochzeitsvideos

von Fotoprofis, die „mal eben schnell“ einen Clip gedreht haben.

Hier liegt auch ganz klar die praktische Anwendung von Video via DSLR: höchste

Bildqualität und unzählige Gestaltungsmöglichkeiten.

Fazit

Jede EOS 1D war bisher ein richtiger Knaller. Mit der EOS 1D Mark IV verlässt

Canon nun auf beeindruckende Weise die Spezialisierung auf die Bereiche Sport

und Reportage. Jeder Fotograf, jedes Sujet, jeder Job und jede denkbare Aufnahmesituation

profitiert von den fantastischen Werten der Kamera. Deshalb der

Tipp: Anschauen und verlieben.


Foto Thorsten Milse

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EOS 1D Mark IV in der Praxis

Härtetest in Indonesien


Thorsten Milse,

international

erfolgreicher

Wildlife-Fotograf

und Botschafter für

Canon, hat die EOS

1D Mark IV auf ihre

Praxistauglichkeit

in freier Wildbahn

getestet.

Treffen ein feucht-heißes Klima, sich schnell bewegende

Affen und Serienaufnahmen im RAW-Format zusammen,

bedeutet das eine echte Härteprobe für das Material. Aber

der leidenschaftliche Tier- und Naturfotograf mit mehr als

20 Jahren Berufserfahrung wollte wissen, was alles in der

EOS 1D Mark IV steckt. Acht Wochen lang hat Thorsten Milse

die neueste digitale Spiegelreflexkamera aus der Canon-

Profiserie ausgiebig in Indonesien getestet: Heraus gekommen

sind mehr als 4.000 Aufnahmen, hauptsächlich von

den flinken Balinesischen Langschwanz-Makaken.

Überzeugende Hardware

Um die Affen fotografisch einzufangen, wie sie sich mit

hohem Tempo von einem Baum zum nächsten schwingen,

braucht der Fotograf nicht nur ein waches Auge, sondern

auch eine schnell arbeitende Kamera. Um der Mark IV in

puncto Geschwindigkeit noch mehr Power zu verleihen, hat

Canon zwei neue DIGIC 4 Prozessoren entwickelt. „Damit

sind zehn Bilder pro Sekunde für die EOS 1D Mark IV kein

Problem“, um solch packende Szenen einzufangen, so

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Thorsten Milse. „Dank des leistungsstarken Pufferspeichers

kann ich ohne vom Auslöser zu gehen, bis zu 32 Bilder im

RAW-Format aufnehmen – und das mit einer Auflösung von

16 Millionen Pixeln.“ Die Zwischenspeicherung der Daten

nehme kaum Zeit in Anspruch.

Geradezu ins Schwärmen gerät der Wildlife-Profi, wenn es

um das neue Autofokussystem geht. Dieses kommt erstmals

in einer EOS-Kamera zum Einsatz und sorgt im Fall von

Thorsten Milse für besonders scharfe Makaken-Aufnahmen:

Denn mithilfe von 45 AF-Messfeldern – darunter 39 AF-

Kreuzsensoren – können bewegliche Motive schneller und

einfacher erfasst und scharf gestellt werden. „Das ist vor

allem dann perfekt, wenn die Objekte schnell die Richtung

wechseln”, erklärt der Fotograf. Das Autofokussystem

besitzt aus Thorsten Milses Sicht noch weitere Vorzüge:

Gerade in Shooting-Situationen, in denen der Fotograf mit

einem geringen Kontrast zwischen dem eigentlichen Motiv

und Hintergrund zu kämpfen hat, verleihen die Kreuzsensoren

dem Objekt Kontur.

Bei schlechten Lichtverhältnissen hilft der in die Kamera

eingebaute CMOS-Sensor Thorsten Milse aus der Patsche,

sodass Aufnahmen ohne Rauschen entstehen. Selbst vor

völliger Dunkelheit macht die EOS 1D Mark IV nicht halt,

denn die ISO-Werte können auf ISO 12.800 hochgeschraubt

werden. Milses perfektes ISO-Level liegt für Aufnahmen in

Buchdruckqualität bei 6.400. „Dieser Wert übertrifft den der

Vorgängerkamera – gemeint ist die EOS 1D Mark III – um

das Vierfache“, berichtet der Fotograf aus seiner eigenen

Erfahrung. „Kurz gesagt: Für Wildlife- und Sportfotografen

gibt es wegen der hohen Geschwindigkeit und Auflösung

der Canon EOS 1D Mark IV derzeit keine bessere Kamera auf

dem Markt.“

Freelancer und Botschafter für Canon

Thorsten Milse fotografiert schon seit Mitte der 90er-Jahre

mit Canon-Kameras, schätzt er: Das fing mit dem Aufkommen

der Image-Stabilizer-Technologie an, die jahrelang nur

Canon anbot. Zunächst war der Profi noch mit der analogen

EOS 1V unterwegs. „Anfang 2004 bin ich dann zur Digitalfotografie

gewechselt.“ Den Wildlife-Fotografen überzeugte

die Arbeit mit der neuen Technik auf Anhieb: „Ich war

flexibel, konnte mit der Kamera herumprobieren und mir

die Bildergebnisse gleich ansehen“, erinnert sich Thorsten

Milse begeistert zurück. Auch die Qualität der Fotos sei

anspruchsvoll gewesen. Mit seinem ersten Bildband über

EOS 1D Mark IV in der Praxis


Alle Fotos Thorsten Milse

Eisbärenkinder gelang ihm der internationale Durchbruch:

Er bereist seitdem für seine Buchprojekte und Aufträge

von Magazinen wie GEO, dem BBC Wildlife Magazine oder

Nature’s Best den Süd- und Nordpol, Indien, Kanada sowie

Afrika. Dort harrt er stundenlang bei Extremtemperaturen

aus, die zwischen minus und plus 40 Grad liegen können.

Das alles macht er für das perfekte Foto. Für so viel Einsatz

und seine einmaligen Bilder von indischen Tigern, Eisbärenkindern

oder anderen Säugetieren erhielt er mehrere Preise,

darunter 2005 eine Siegertrophäe beim „BBC Wildlife

Photographer of the Year“ Fotowettbewerb.

Seit zwei Jahren ist Thorsten Milse nun Canon-Botschafter

und darf in dieser Funktion auch das neuste Equipment des

Kameraherstellers testen: Die Verbesserungsvorschläge von

Profifotografen wie Milse fließen dann in die Entwicklung

neuer Kameramodelle ein. Neben Produkt-Tests leitet der

Wildlife-Experte auch Workshops und hält Vorträge über

das optimale Equipment in der Tier- und Naturfotografie,

erzählt er. Darüber hinaus promotet Thorsten Milse aktuell

seinen neuesten Bildband „Afrikas letzte Wildnis. Namibias

Skelettküste“, der Anfang des Jahres erschienen ist.

Dafür durchquerte und überflog er die namibische Wüste,

wo Sandstürme und Nebel sowohl dem Material als auch

dem Fotografen einiges abverlangten. „Für mein nächstes

Buchprojekt suche ich gerade nach exotischen Zielen“,

kündigt Thorsten Milse an. Und für diese Fotoreise wünscht

sich der erfolgreiche Tier- und Naturfotograf am liebsten

eine Vollformat-Version der aktuellen EOS 1D Mark IV, lässt

er grinsend wissen.

Zur Person

Weitere Infos über den Wildlife-Fotografen

und Canon Ambassador unter:

www.wildlifephotography.de

http://cpn.canon-europe.com/content/

ambassadors/thorsten_milse.do

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EOS 1D Mark IV in der Praxis


High-ISO und Auto-ISO sind die Zauberformeln für eine neue Bildsprache in der journalistischen Fotografie. Foto dpa/Oliver Berg

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Individualfunktionen der Profis

Wie ihr's wollt


Ein wesentliches

Merkmal einer

professionellen

Spiegelreflexkamera

besteht in den

Möglichkeiten der

individuellen Abstimmung

auf persönliche

Vorlieben

und auftragsbedingte

Vorgaben.

Alle EOS-Kameras

von Canon bringen

eine große Zahl

von Individualfunktionen,

die so

genannten Custom

Functions, mit

vielen einstellbaren

Parametern

mit. Wir stellen

Profifotografen

und ihre Lieblingsfunktionen

vor.

Doppelseite in der Spiegel-Titelgeschichte vom 19.4.2010. Foto: REUTERS/ Fabrizio Bensch Kamera: EOS 5D Mark II, ISO-Erweiterung H1 ISO 12

800, aufgenommen mit einem Nachtsichtgerät bei

völliger Dunkelheit, Foto: REUTERS/ Fabrizio Bensch

Fabrizio Bensch

Seit 1989 arbeitet Fabrizio Bensch als Fotojournalist. Zunächst

frei, dann ab 1992 fest für die Nachrichtenagentur Reuters.

Reuters-Fotografen müssen echte Allrounder sein. So verwundert

es nicht, dass wir Fabrizio Bensch in Polen erreichen,

wo er über die Trauerfeierlichkeiten für den verunglückten

Präsidenten berichtet, und wir sowohl über seine Einsätze in

Afghanistan als auch die Arbeit bei Bundesliga-Fußballspielen

reden. Der Berliner lieferte die ersten Bilder, die ein Fotojournalist

machen konnte, von Bundeswehrsoldaten unter Beschuss

im nordafghanischen Kunduz und bebilderte ebenso

Sportberichte über Rodelrennen. Beides sehr dynamische

Motive, die auch einen sehr dynamischen Einsatz der Kamera

erfordern. Logisch, dass seine Lieblings-Individualfunktion

etwas mit der Dynamik des Autofokus zu tun hat. C.Fn III-2

regelt die Reaktionsgeschwindigkeit des Autofokus und

damit auch die Empfindlichkeit desselben. Fabrizio Bensch

wählt oft die Einstellung „Etwas Langsam“ (-1) bei Situationen

mit vielen verschiedenen Bewegungen zueinander und

schlechten Lichtverhältnissen. Dann ist die Gefahr, dass der

Fokus „wegrutscht“, wenn die Kamera kurz verschwenkt wird,

Personen durchs Bild laufen oder das Licht wechselt, geringer.

So arbeitete er in der beschriebenen Situation in Afghanistan,

als die Soldaten, die er begleitete, unter Beschuss gerieten.

Anders sieht es bei einigen Sportarten aus. Fabrizio Bensch

schildert das Beispiel des Rennrodelns, bei dem die Lichtverhältnisse

meistens sehr gut sind und das Motiv sich sehr

schnell, aber gleichmäßig zum Fotografen bewegt. Hier macht

es Sinn, C.Fn III-2 auf „Normal“ (0) oder sogar „Etwas Schnell“

(+1) zu stellen. Ein weiteres Beispiel für diese Funktion ist

der Eisschnelllauf. Natürlich gilt das nicht für alle Sportarten.

Beim Fußball zum Beispiel treten die vielen verschiedenen

Bewegungen der Motive zueinander auf, wenn es das typische

„Gewusel“ im Strafraum gibt. Die einzige Chance, sich Autofokus-technisch

auf einen Spieler zu konzentrieren, ist, die Individualfunktion

wieder auf „Etwas Langsam“ (-1) zu regeln.

Der Reuters-Fotograf arbeitet seit 1995 mit der Canon-Technik

und aktuell mit der neuen EOS 1D Mark IV. Er wählt für Einsätze

in Krisengebieten, wie Irak oder Afghanistan, meist nur

zwei Objektive, einmal das EF 16-35mm 1:2.8L USM und

dann das EF 28-300mm 1:3.5-5.6L IS USM. Für jedes Objektiv

hat er ein Gehäuse, da meistens keine Zeit für einen Wechsel

ist und man in staubigen Situationen nicht unbedingt das

Objektiv von der Kamera nehmen sollte. Trotzdem sind die

Kameras und Linsen von Fabrizio Bensch immer wieder eine

Herausforderung für den Canon Professional Service.

Ein Tipp vom Profi zum Schluss: „Versuche mit den Lichtverhältnissen

der Umgebung zu arbeiten und wirke nicht auf das

Licht ein. Mit der neuen EOS 1D Mark IV kann ich dieser Maxime

noch besser nachkommen. Für Reuters würde ich schon

Aufnahmen mit ISO 102.400 machen. Wenn der Bildinhalt

journalistisch stimmt, geht das auf jeden Fall in Ordnung. Mit

den neuen Techniken kann ich Bilder realisieren, die früher

einfach nicht möglich waren. Ganz aktuell habe ich hier in

Polen nachts eine Demo nur mit der spärlichen Straßenbeleuchtung

bei offener Blende und 1/50 Sekunde fotografiert.

Die Ergebnisse sind beeindruckend.“

Lieblingsfunktion

Erfahrungen

Foto: REUTERS/ Fabrizio Bensch

C.Fn III-2

Autofokus-Geschwindigkeit

Stufe „Etwas Langsam“ (-1) bei

verschiedenen Bewegungen. Beispiel

Fußball Stufe (O) oder „Etwas Schnell“

(+1) bei gleichmäßigen Bewegungen

und gutem Licht. Beispiel Rennrodeln

Positiv Anpassung des AF an die Situation

Einsatz Immer

Einarbeitung Leicht

Arbeitserleichterung Enorm

Einsatz seit EOS 1D Mark II

Helmut Baumgartner

Eigentlich hat Helmut Baumgartner angefangen BWL zu

studieren, dies dann aber relativ schnell wieder aufgegeben.

Denn seine Leidenschaft galt eigentlich dem extremen Skifahren

und der Fotografie. Mitte der 90er-Jahre des vergangenen

Jahrhunderts ermutigten ihn zwei befreundete Profifotografen,

sein Know-how in diesen beiden Bereichen zu bündeln und

beruflich zu nutzen. So wurde er 1995 als typischer Quereinsteiger

freier Werbefotograf und stürzte sich gleich auf sein

Thema: das Skifahren. Seither arbeitet er für viele große Sportartikelfirmen,

nicht nur im Wintersportbereich.

Seine Lieblings-Individualfunktion ist eigentlich eine Kombination

aus zweien, da er es nicht nur mit sehr schnellen, aktionsgeladenen

Sportarten zu tun hat, sondern auch mit statischen

Motiven. Zum Beispiel wenn er Sportmode fotografiert, ist er

darauf angewiesen, dass er den Autofokus in seinen EOS 1D

Mark III Kameras genau der Situation anpassen kann. Deshalb

kombiniert er immer die C.Fn III-8 mit der C.Fn III-2. Die C.Fn

III-8 aktiviert zusätzliche AF-Felder für die Fokussierung.

Helmut Baumgartner nutzt meistens die Einstellung 2, die alle

AF-Felder rund um das gewählte Feld herum hinzuschaltet.

Zusammen mit der C.Fn III-2, die die Reaktionsgeschwindigkeit

des Autofokus regelt, kann er so sehr genau einstellen,

wie der Autofokus reagiert. Als Beispiel schildert der

Starnberger Fotograf einen Job für einen Skihersteller, bei dem

die Skifahrer relativ frei durchs Bild fahren, also keine festgelegten

Wege, wie etwa bei einem Abfahrtsrennen, haben.

Die Bewegungsgeschwindigkeit der Fahrer ist recht hoch,

und deshalb stellt er die AF-Geschwindigkeit auf „Schnell“

(+2). Aber da er zusätzlich mehr AF-Felder um das eigentliche

Fokusfeld herum aktiviert, hat er die Sicherheit, dass der Fokus

nicht „abschmiert“, wenn er den Fahrer nicht genau mit

dem Feld in Deckung bringen kann. Zudem geben ihm diese

Einstellungen mehr Freiheit bei der Bildgestaltung, wenn er

die Person nicht genau im festen AF-Feld halten möchte. „Mit

dieser Kombination von Custom Functions erhöht sich meine

Schärfe-Treffer-Quote extrem. Das gibt mir Sicherheit für

den Job und Freiheit für die Gestaltung“, beschreibt Helmut

Baumgartner sein Vorgehen. Bei Modeaufnahmen sieht das

Ganze schon wieder anders aus. Zwar belässt er die C.Fn III-8

auf Einstellung 2, also der Aktivierung der zusätzlichen AF-

Felder, regelt die AF-Geschwindigkeit aber auf Normal, da in

dieser Situation keine extrem schnelle Reaktion des Autofokus

gefordert ist.

Der Profitipp von Helmut Baumgartner: „Bei schnellen

Motivbewegungen unbedingt ganz kurze Verschlusszeiten

wählen und dabei auch die High-ISO-Fähigkeiten der Kamera

ausnutzen.“ Grund für diesen Tipp ist seine Erfahrung, dass

in der digitalen Fotografie eine um eine Blende kürzere Zeit

gegenüber der analogen eingestellt werden muss, um den

gleichen Schärfeeindruck zu erhalten. „Und dann: immer in

RAW fotografieren. Mit einer guten Software lässt sich aus

einem RAW qualitativ so viel mehr herausholen als die beste

JPEG-Wandlung in der Kamera es jemals schaffen wird.“

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Individualfunktionen der Profis

Die EOS-Kameras der 1D-Serie, hier wurde eine EOS 1D Mark III eingesetzt, sind prädestiniert für dynamische

Motive. Foto Helmut Baumgartner

Lieblingsfunktion

Erfahrungen

C.Fn III-8 in Kombination mit C.Fn

III-2

Autofokusfeld-Erweiterung mit

Autofokus-Geschwindigkeit

C.Fn III-8 immer auf Einstellung 2

C.Fn III-2 auf „Schnell“ bei Actionsportarten

und auf „Normal“ bei

Modeaufnahmen

Positiv Der AF macht, was der Fotograf will

Einsatz Immer

Einarbeitung Sehr leicht

Arbeitserleichterung

Groß. Schärfe-Treffer-Quote steigt

extrem an. Mehr Freiheiten bei der

Bildgestaltung

Einsatz seit Seit es die Funktion gibt

Das nennt man den richtigen

Moment, eingefangen bei

1/1600 Sekunde, ISO 200, 300

mm mit einer EOS 1D Mark III.

Foto Helmut Baumgartner


Ein anderer Themenschwerpunkt von Oliver Berg sind Fotos aus dem täglichen gesellschaftlichen und politischen

Leben. © dpa/Oliver Berg

Oliver Berg

Auch solche gibt es: Fotografen, die alle Individualfunktionen

auf den Werkseinstellungen

belassen. Oliver Berg ist so ein Fotograf.

1986 fing er als freier Mitarbeiter der Westdeutschen

Allgemeinen Zeitung an, wechselte

dann als Volontär zur DPA und ist dort

seit 1990 fester Fotograf. Zusammen mit der

gesamten Nachrichtenagentur stieg er 2004

zu Canon-Equipment um, einfach weil die

Qualität überzeugend war. Zur Zeit arbeitet

Oliver Berg mit der EOS 1D Mark IV und vielen

verschiedenen EF-Objektiven. Wie die meisten

Nachrichtenagentur-Fotografen ist auch

er ein Allrounder und wird häufig sehr kurzfristig

zu Jobs geschickt. Und häufig weiß er

nicht, was ihn vor Ort lichttechnisch erwartet.

Aus diesem Grund schätzt er eine Funktion

ganz besonders, und mehr als alle Custom

Functions, die neu in der EOS 1D Mark IV

Verwendung findet: Auto-ISO. Dieses Feature

ist bei dem Kölner Fotografen immer aktiv.

„Harakiri-Termine“ nennt Oliver Berg die

schnellen, unplanbaren Aufträge und ist sehr

froh, dass ihm die neue Kamera eine Technik

an die Hand gibt, die Produktionssicherheit

selbst bei extrem wechselnden Lichtverhältnissen

garantiert. Ist Auto-ISO eingestellt,

regelt die Kamera die Lichtempfindlichkeit

nach, ohne die Blenden-Verschlusszeit-Kombination

anzutasten. Oliver Berg schildert

Situationen bei Gerichtsterminen, bei denen

er zuerst draußen vor dem Gericht, dann im

Vorraum des Sitzungssaales und zum Schluss

im Sitzungssaal selbst fotografieren musste.

Er hatte also helles Tageslicht, schwächeres

Mischlicht und noch weniger Licht, im

Extremfall dann auch noch mit Neonlichtan-

teilen. Mit Auto-ISO muss er sich nicht mehr

um das Nachregeln der Empfindlichkeit

kümmern und kann sich viel entspannter

auf die eigentliche Arbeit konzentrieren, die

Bildgestaltung und das Erfassen des richtigen

Moments. Auch auf Flughäfen hat der

Fotograf in letzter Zeit viel fotografiert und

natürlich Auto-ISO genutzt, denn dort findet

man sehr viele wechselnde Lichtsituationen,

zum Beispiel an großen Fenstern und in

dunkleren Ecken. Er sieht auch einen Trend in

der journalistischen Fotografie hin zur Nutzung

des vorhandenen Lichts und weg vom

Systemblitz auf der Kamera. Mit den High

ISO-Qualitäten und der Auto ISO-Einstellung

der EOS 1D Mark IV kann er den ungeliebten

Blitz in der Fototasche lassen.

Oliver Berg kommt also sehr gut ohne eine

Individualisierung der Kamera aus. Ein

Zeichen dafür, dass professionelle Canon-

Kameras schon ab Werk optimale Funktionen

mit optimalen Einstellungen bereitstellen.

Der Profitipp von Oliver Berg mutet, ähnlich

seiner Einstellung zu den Individualfunktionen,

etwas speziell an: „Man sollte lieber mit

Festbrennweiten arbeiten und viel weniger

mit Zoomobjektiven. Ich arbeite so, ich

schaue viel herum und überlege lange, wie

das Bild gemacht werden kann. Dabei suche

ich ungewöhnliche Perspektiven, stelle die

Kamera schon mal einfach auf die Erde. Das

gelingt mit festen Brennweiten besser. Ich

zoome mir das Bild nicht schön. Das ist eine

Unart.“

Umwelt und Industriethemen liegen dem Kölner Fotografen Oliver Berg

besonders am Herzen. Alle Fotos: © dpa/Oliver Berg

Lieblingsfunktion

Alle Individualfunktionen auf

Werkseinstellung.

Auto-ISO als Lieblingsfunktion

Erfahrungen Auto-ISO arbeitet perfekt

Positiv

Einsatz Immer

Einarbeitung

Arbeitserleichterung

Einsatz seit

Der Fotograf kann sich auf das Fotografieren

konzentrieren

Nach Gesprächen mit Kollegen ausprobiert

und sofort eingesetzt

Enorm bei wechselnden Lichtsituationen

Seit er die Kamera hat, also seit drei

Monaten

Lieblingsfunktion

Erfahrungen

Positiv

Einsatz

C.Fn I-3

ISO-Erweiterung

C.Fn III-17

Spiegelverriegelung

Einarbeitung Problemlos

Nur gute, beide Funktionen tun

genau das, was sie sollen

Die Bedienungsmöglichkeiten der

Kamera werden erweitert

C.Fn I-3 immer und C.Fn III-17 bei

Langzeitaufnahmen vom Stativ

Arbeitserleichterung Beide ermöglichen einige Motive erst

Einsatz seit Seit der ersten EOS 5D

19

Individualfunktionen der Profis

Michael Marczok

Nicht nur Nachrichtenagentur-Fotografen sind Alleskönner, auch ein

wechselhafter Werdegang selbst kann dazu führen. So geschehen bei

Michael Marczok. Der gebürtige Norddeutsche arbeitete nach seinem Studium

des Photoingenieurwesens in Köln 1992 ein Jahr für verschiedene

Mode- und Peoplefotografen wie Peter H. Fürst und Uwe Düttmann. Dann,

1993, fand er sich mit zwei jungen Kollegen zu einer Studiogemeinschaft

in Köln Ehrenfeld zusammen und versuchte sich in den Bereichen Mode,

People und Portrait. Schnell zeigte sich aber, dass seine Leidenschaft zu

der Zeit eher der Reisefotografie galt. So schwenkte er, unterstützt durch

Aufträge aus der Reisebranche, um und arbeitete seitdem für große Kreuzfahrtveranstalter,

Industrieunternehmen und Reisemagazine. Diese Arbeit

führte ihn in fast die ganze Welt inklusive Arktis und Antarktis.

Seit Oktober 2009 wendet er sich zusätzlich wieder den Portraits zu und

eröffnete ein Fotostudio in Hamburg. Zwar fesselt ihn dies etwas mehr an

einen Ort, dennoch fotografiert er sehr gerne wechselnde Themen.

Michael Marczok hat zwei sehr klassische Lieblings-Individualfunktionen.

Die erste, C.Fn I-3, ist immer aktiv. Sie regelt den ISO-Empfindlichkeitsbereich

und wird vom Fotografen immer auf den höchst möglichen Wert

eingestellt. Zwar hätte er sowohl im Studio als auch unterwegs Zeit, sich

auf die Lichtverhältnisse einzustellen oder diese in seinem Sinne zu manipulieren,

aber am liebsten arbeitet er mit available light. Im Studio ermöglicht

ihm High-ISO die Arbeit mit dem Einstelllicht der Blitze und eine

genauso offene Blende, wie für das Bild notwendig, am besten weit offen.

Die zweite Custom Function, die er nur bei Bedarf anwählt ist C.Fn III-

17, die Spiegelverriegelung. Diese Funktion kommt zum Einsatz, wenn

Michael Marczok in die Situation gerät, von einem Stativ unterwegs bei der

Reisefotografie zu arbeiten. Selbst mit Kabelauslöser treten bisweilen bei

längeren Belichtungszeiten leichte Verwacklungsunschärfen durch den

Spiegelschlag auf. In der Praxis wird der Auslöser bei aktivierter Spiegelverrieglung

einmal betätigt, damit der Spiegel hochklappt und in der Position

bleibt. Dann wird ein wenig gewartet, bis das ganze System aus Kamera,

Objektiv und Stativ ausgeschwungen ist, und erst dann der Auslöser ein

zweites Mal für die eigentliche Belichtung betätigt.

Schon die erste Kamera von Michael Marczok war eine Canon, über 30

Jahre ist das nun her. Aktuell nutzt er für seine Studioarbeit eine EOS 5D

Mark II mit verschiedenen Zoomlinsen und Festbrennweiten, und für die

Reisefotografie wird oft die aktuellste Kamera aus der 1er-Serie hinzu

geliehen. Die wachsende Zahl von Individualfunktionen findet er sehr

gut, kommen doch immer mehr Funktionen hinzu, die es ermöglichen,

die Kamera besser den persönlichen Vorlieben oder den Gegebenheiten

anzupassen.

Sein Tipp: „Trotz Hightech und wachsenden Möglichkeiten mit jeder neuen

Kamera sollte ein Fotograf nie vergessen, dass es sich dabei um ein Werkzeug

handelt. Die Technik darf nicht den Blick auf das Bild trüben. Auch

wenn die Kameras immer schneller werden, lohnt es sich, einmal einen

Schritt zurück zu tun, in aller Ruhe zu schauen und erst dann den Auslöser

zu drücken.“

Leichte Telebrennweiten sind für Portraits immer noch das Beste. Foto Michael Marczok Ein weiterer Auftrag für die Hurtigruten, diesmal in Grönland. MS Fram auf

Reede vor Ukkusissat. Foto Michael Marczok


Der Fotograf

Markus Schreiber

ist für die Associated

Press (AP)

weltweit im Einsatz

– nicht selten

in Krisen- oder

Kriegsgebieten.

Aber er hat auch

einen Blick für

Momentaufnahmen,

die schmunzeln

lassen.

Alle Fotos AP/ Markus Schreiber

21

Markus Schreibers Bilder werden von Tageszeitungen und

Internetseiten auf der ganzen Welt für ihre Berichterstattung

verwendet: Seien es Aufnahmen von Politikern, Sportveranstaltungen

oder von anderen aktuellen Ereignissen, wie

der Beerdigung des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski.

Schreibers Aufnahmen aus Polen wurden sowohl von der New

York Times, Washington Post als auch von deutschen Tageszeitungen

veröffentlicht. „Es ist für mich spannend zu sehen, dass

die Menschen von einem weltweiten Nachrichtenereignis das

Bild vor Augen haben, das ich aufgenommen habe“, so der

AP-Fotograf. Deshalb sei es wichtig, dass die Aufnahme eine

Nachricht transportiert, erklärt Markus Schreiber.

Vor Ort, wenn etwas passiert ist

Der Autodidakt ist seit 1990 Fotograf: Zunächst noch als Freiberufler

für eine Tageszeitung tätig, arbeitet er seit elf Jahren

für die internationale Nachrichtenagentur AP. Von Anfang an

fotografiert er mit Canon-Equipment: aktuell mit der EOS 1D

Mark IV. Wenn der Fotograf nicht gerade für seinen Arbeitgeber

mit seiner Kameraausrüstung in der Welt herumreist, dorthin,

wo etwas passiert oder geschehen ist, lebt und arbeitet er in

Berlin. „Und es ist gerade diese ständige Abwechslung und das

Unvorhergesehene, was ich an meinem Beruf am spannendsten

finde“, erklärt Schreiber. Außerdem komme er an Orte, zu

denen man normalerweise keinen Zugang hat, „etwa in den

Palast des Königs von Saudi-Arabien“.

Der Fotograf erlebt in seinem Beruf sowohl freudige Ereignisse

als auch solche, die eine emotionale Grenzerfahrung bedeuten.

„Beispielsweise war ich kurz nach dem Erdbeben 2005

in Pakistan und sah dort die Zerstörung und Verletzten“. Auf

dieser Reise ist auch das Bild des kleinen Jungen mit Verband

um den Kopf entstanden. „Am letzten Tag habe ich dieses

Kind gesehen, wie es versorgt wurde. Das war für mich ein

hoffnungsvoller Augenblick, den ich mit der Kamera festhalten

Bilder und ihre Geschichten

Den Nachrichtenwert einfangen

wollte.“ Am häufigsten war er bisher in Israel. Ein Foto, das um

Gaza herum entstand, zeigt Palästinenserinnen, die um einen

Angehörigen trauern, der bei einer Auseinandersetzung zwischen

Israelis und Palästinensern getötet wurde. Für Schreiber

handelt es sich um ein besonderes Bild, da er damals von der

Wucht der Emotionen überrascht wurde.

Aufregende und humorvolle Augenblicke festhalten

Wenige Minuten vor dem Anpfiff zum ersten Spiel der deutschen

Nationalmannschaft stand Markus Schreiber 2006 mit

seiner Kamera auf der Berliner Fan-Meile. Sein Auftrag damals:

„ein Bild machen, das den Startschuss zur Fußball-WM symbolisiert“.

Mit dem Ergebnis des stressigen Tages hat Schreiber

den dritten Platz bei einem Wettbewerb für politische Fotografie

und Karikatur belegt. Ein eher zum Schmunzeln anregendes

Foto hat er bei einer Reise der Bundeskanzlerin 2008 nach

Israel aufgenommen, „als sie erstmals eine Rede im israelischen

Parlament halten sollte“, erinnert er sich. Obwohl dies

ein historischer Augenblick war, druckten einige Zeitungen ein

anderes Bild ab, das etwas aus dem Rahmen fiel: nämlich das

von Schreiber, das Angela Merkel in einer christlichen Kirche

zeigt, die sie in der Altstadt Jerusalems besucht hatte, so der

AP-Fotograf. Im richtigen Moment, als sie vor einem Marien-

Wandgemälde stehen blieb, drückte Markus Schreiber den

Auslöser.


Bewegung im Bild verdichtet

Alle Fotos Hans Sedlmayr

Der Fotograf Hans

Sedlmayr aus

Dachau in der

Nähe von München

hält mit der

Kamera bewegte

Momente fest.

Sportliche Motive haben es Hans Sedlmayr derzeit besonders

angetan. Vor etwa drei Jahren hat er sich der Fotografie zugewandt,

als die neue Canon EOS 1D Mark III auf den Markt kam,

erzählt er. Seitdem ist er als freiberuflicher Fotograf tätig, „da

ich meine Themen selbst bestimmen will und auch nicht unter

Zeitdruck fotografieren will“, erklärt Sedlmayr. Er hat es sich

zum Ziel gesetzt, fotografisch „Zeit-Geschehen“ festzuhalten.

Statt für andere zu arbeiten, hat der Mann aus Dachau eine

eigene Bild- und Presseagentur gegründet, für die er Fotos

von Sport- und Politikveranstaltungen, von Prominenten, von

Landschaften und Tieren sowie Kulturterminen schießt.

Besonders gerne besucht der CPS-Fotograf Spring- oder Dressurreitturniere,

da er Pferde liebt. „Die Anmut und Eleganz der

Tiere und dass jede Faser und jeder Muskel bei einem Wettkampf

angespannt sind, das will ich in meinen Bildern zeigen“,

so Sedlmayr. Oder er dokumentiert mit der Kamera Rennen

jeglicher Art: sei es ein Rad-, Auto- oder Trabrennen. Zuletzt hat

er die neue Canon EOS 1D Mark IV beim „Hockenheim Historic“

getestet.

Für Motive, die ständig in Bewegung sind, „braucht man das

richtige Handwerkszeug, das bei schnellen Bewegungen

nicht sofort an seine Grenzen stößt“. Bei Objektiven wechselte

er deshalb auf die L-Serie und baute seine Ausrüstung kontinuierlich

aus. Sie umfasst mittlerweile mehrere Objektive

von Canon, die das gesamte Tele- und Weitwinkelspektrum

abdecken, drei EOS-Kameras, darunter auch die aktuelle Mark

IV, zwei Blitze und Telekonverter.

Die EOS Mark III kam bei den hier abgedruckten Bildern vom

46. und letzten 6-Tage-Rennen in München zum Einsatz, wo

sich Sedlmayr auf den Schweizer Profi-Radrennfahrer Bruno

Risi konzentriert hatte. Der Fotograf arbeitete ausschließlich mit

Festbrennweiten (50 mm, 85 mm und 2000 mm), wodurch

er eine bessere Qualität als mit Zoom-Objektiven erhielt: „Ich

denke, es sind Aufnahmen geworden, die die Dynamik dieses

Sports wiedergeben und auch zeigen, mit welcher Kraft der

Rad-Profi um den Sieg beim letzten Rennen seiner Karriere in

München kämpft.“

In Zukunft möchte sich der freiberufliche Fotograf verstärkt der

Natur-, Tier- und Landschaftsfotografie widmen. Speziell will er

sich Adlern als Motiv zuwenden. Ihn fasziniere das Schauspiel,

wie Adler fliegen oder wie sie sich im Sturzflug ihre Beute

greifen. Im nächsten, spätesten im übernächsten Jahr sieht

sich Hans Sedlmayr in Ostafrika. „Ich plane eine mehrwöchige

Reise mit Ranger und Koch durch Tansania, um in Ruhe die

Landschaft und Tiere dort zu fotografieren.“ Ob daraus ein

Buch entstehen soll, weiß der Fotograf noch nicht. Schließlich

mache er die Reise für sich, um etwas auszuprobieren und

seine Ideen umzusetzen. Damit Geld zu verdienen, stehe nicht

im Vordergrund.

Weitere Informationen über den Fotografen Hans Sedlmayr

gibt es unter http://www.h8-foto.de/.

23

Bilder und ihre Geschichten


Firmware-Version 2.0.4 für EOS 5D Mark II CPS-Servicestruktur

Canon stellt mit

Version 2.0.4

die verbesserte

Firmware für die

digitale Spiegelreflexkamera

EOS

5D Mark II vor.

Diese ist dank

neuer Bildraten

und komfortablerer

Bedienbarkeit

für Fotografen und

Filmemacher gleichermaßen

jetzt

noch attraktiver

geworden.

Movie-Funktion auf

höchstem Niveau

Auf dieses Update haben Fotografen und Filmemacher gewartet:

Denn mit der Entwicklung der neuen, verbesserten

Firmware-Version für die EOS 5D Mark II geht Canon auf

die Wünsche der Profikunden ein und erweitert die Movie-

Funktion der mehrfach ausgezeichneten digitalen Spiegelreflexkamera.

Diese ist im HD-Videobereich zu einem

unverzichtbaren Allround-Tool für professionelle Film- und

TV-Produktionen geworden: Sportfotograf Richard Walch

etwa hat mit dem neuen Update bereits einen sportlichen

Kurzfilm gedreht. Sie finden den Beispielfilm inklusive

Making of unter www.canon.de auf der Produktseite der

EOS 5D Mark II. Die Version 2.0.4 steht ab sofort auf der

Webseite von Canon Inc. (www.canon.com/eos-d/) zum

Download bereit.

Neue Bildraten für grenzenlose Kreativität

Ist die Firmware installiert, sorgen die neuen, zusätzlichen

Bildwiederholungsraten für Videos in Kinoqualität: So

schafft es die EOS 5D Mark II ab sofort, Full-HD-Videos mit

24 und 25 Bildern pro Sekunde aufzunehmen, neben der

aktuellen Bildrate von 30 Fotos die Sekunde. Außerdem

wird Canon damit den weltweiten PAL- und NTSC-Standards

gerecht: Die neue Bildrate mit 24 (exakt 23,976 B/s)

Bildern pro Sekunde unterstützt beide Systeme mit der Auflösung

1.920 x 1.080. Ebenfalls neu sind 25 (exakt 25,0

B/s) Fotos in der Sekunde, die in den Auflösungen 1.920

x 1.080 sowie 640 x 480 möglich sind. Diese Bildwiederholungsrate

wird insbesondere dem PAL-Standard gerecht.

Für NTSC-Systeme wiederum steht eine Bildrate von 30

(exakt 29,97 B/s) Bildern pro Sekunde zur Verfügung

– und das in beiden Auflösungen. Bei

diesem Potenzial der EOS zum Video-

filmen sind der Kreativität von Fotografen und Filmemachern

keine Grenzen gesetzt.

Komfort ist Trumpf

Neben den neuen Bildraten hat Canon mit der überarbeiteten

Firmware auch die Bedienerfreundlichkeit der EOS

noch optimiert: So gestaltet sich das Videofilmen dank

der neuen Live-Histogramm-Anzeige noch komfortabler.

Des Weiteren können die Profi-Benutzer jetzt auch im

Movie-Modus von der Blenden- und Zeitautomatik (Tv und

Av) für die Belichtung ihrer Videos profitieren. Nicht nur

in Bezug auf die visuellen Funktionen, sondern auch in

Sound-Angelegenheiten hat Canon die Firmware weiter

aufgerüstet: Dazu zählt eine neue Audiofunktion, die über

den LCD-Monitor der EOS 5D Mark II bedient wird: Mit ihr

können Fotografen und Filmemacher ihre Tonaufnahmen

manuell und sehr präzise aussteuern, dafür stehen 64

Einstell-Stufen zur Verfügung. Um 3,9 KHz auf 48 KHz ist

darüber hinaus die Sampling-Frequenz für den Ton gesteigert

worden. Mit der neuen Firmware ausgerüstet, erfüllt

die EOS 5D Mark II voll und ganz die geltenden Standards

im Profifoto- und TV-Bereich.

Das Firmware-Update für die EOS 5D Mark II kann ab sofort

auf der Seite von Canon Inc. (www.canon.com/eos-d/)

heruntergeladen werden.

25

Canon verbessert

den kostenlosen

Service für Profis

und führt ein

neues Mitgliedssystem

ein. Auch

professionelle

Videofilmer können

sich ab sofort

auf der neu gestaltetenInternetseite

des Canon

Professional Services

registrieren

lassen.

Silber Gold Platin Video

• Registrierungsvoraussetzung:

2 für Silber

zugelassene Kameras

und 3 zugelassene

Objektive

• Reparaturabwicklung

für registrierte Produkte:

5 Werktage

• Registrierungsvoraussetzung:

2 für Gold

zugelassene Kameras

und 3 zugelassene

Objektive

• Reparaturabwicklung

für registrierte Produkte:

3 Werktage

• Bereitstellung einer

kostenlosen Leihausrüstung,

falls die

Reparaturabwicklung

länger dauert

• Registrierungsvoraussetzung:

3

für Platin zugelassene

Kameras und 4

zugelassene Objektive

• Reparaturabwicklung

für registrierte

Produkte: 2 Werktage

• Bereitstellung einer

kostenlosen Leihausrüstung,

falls die

Reparaturabwicklung

länger dauert

• Registrierungsvoraussetzung:

Besitz

eines oder mehrerer

Camcorder des Typs

XL H1, XL H1S, XL

H1A, XH A1, XH G1,

XH A1S oder XH G1S

• Reparaturabwicklung

für registrierte

Produkte: 6 Werktage

Folgende Kameras berechtigen zur Mitgliedschaft für Fotografen:

Platin: nur EOS 5D II, 1D III, 1D IV oder 1Ds III. Gold: wie bei Platin plus EOS 5D, 1D IIN, 1Ds II oder 1V.

Silber: wie bei Gold plus EOS 40D, 50D, 7D.

Zugelassene Objektive sind alle aktuellen Modelle der L-Serie, Spezialobjektive und Makro-Objektive.

Eine vollständige, aktuelle Auflistung finden Sie auf canon-europe.com/cps.

Das neue Support-Angebot: drei Kategorien der Mitgliedschaft für Fotografen und eine Kategorie für Filmer

Start up

Der Neustart des Canon Professional Services bedeutet ein

verbessertes Angebot für Profifotografen und -filmer gleichermaßen.

Dazu gehört, die CPS-Mitglieder bei Fragen und

Problemen rund um das Thema Kamera-Ausrüstung kompetent

zu beraten und sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Außerdem setzt Canon auf einen effektiveren, individuellen

Service, eine zeitnahe Reparaturabwicklung sowie auf zahlreiche

Maßnahmen zur Information und Weiterbildung von

Fotografen und Filmern. „Dieser Service soll so praktisch und

hilfreich wie möglich sein; deshalb hat Canon das CPS-Programm

einer internen Prüfung unterzogen“, so Guido Krebs,

Leiter CPS Canon Deutschland. Ebenso haben die Anregungen

und Vorschläge der registrierten Mitglieder geholfen,

den Service zu optimieren, der nach wie vor kostenlos zur

Verfügung steht. Weiterhin inklusive sind zwei kostenlose

Clean & Checks pro Kalenderjahr für das Canon-Equipment

der CPS-Profis.

Von Silber bis Platin und für Filmer

Neu ist auch ein dreistufiges Mitgliedssystem. Ziel dieser Kategorisierung

ist laut Canon, „den Service noch stärker an die

Anforderungen der Profis anzupassen“. Je nach Ausrüstung

wird der Profifotograf nach seiner Registrierung zum Silber-,

Gold- oder Platin-Mitglied: Für die Silber- und Gold-Kategorie

benötigt das CPS-Mitglied mindestens zwei Canon-Kameras

und drei Objektive des Herstellers. Voraussetzung für die

Platin-Mitgliedschaft ist die Registrierung von drei für Platin

zugelassenen Kameras sowie von vier Objektiven. Je nach

Mitgliedschaft werden Canon-Fotogeräte in fünf, drei oder

zwei Werktagen repariert zuzüglich Versandwege. Gold- und

Platin-Mitglieder erhalten darüber hinaus eine kostenlose

Leihausrüstung bei Überschreitung der jeweiligen Reparaturzeit.

Auch professionelle Videofilmer, die mit Canon-Ausrüstung

arbeiten, können sich und ihre Camcorder in der Kategorie

CPS Video registrieren lassen. Wie die Fotografen profitieren

auch die Video-Spezialisten von einer Reparatur ihres Geräts

in sechs Werktagen zuzüglich Versandwege sowie der

Bereitstellung einer kostenlosen Leihausrüstung bei Überschreitung

der Reparaturzeit.

Videofilmer und Fotografen aufgepasst

Die Verbesserungen des Service-Angebots spiegeln sich auch

im neuen Gewand der CPS-Homepage canon-europe.com/

cps wider, auf der sich Fotografen und Filmer einfach und

direkt unter Angabe der entsprechenden Produkte anmelden

können. Welche Geräte für die verschiedenen Formen der

Mitgliedschaften benötigt werden, ist auf der Website des

Canon Professional Services zu erfahren. Canon bittet auch

bereits registrierte CPS-Mitglieder darum, ihre Mitgliedschaft

bis Juni 2010 auf der neuen Webseite zu aktualisieren.

Weitere Informationen über den optimierten Canon Professional

Service finden Interessierte auf der Seite www.canon-europe.com/cps.

Dort können sich Fotoprofis als CPS-Mitglied

registrieren lassen.

Weblink CPS-Anmeldung: https://cps.canon-europe.com/


Zwei echte Leistungsträger

Profi-Camcorder

erblicken nicht

alle Tage das

Licht der Welt

– in der Regel

nur dann, wenn

echte Innovationssprünge

den

hohen Aufwand

rechtfertigen.

Das ist jetzt mal

wieder der Fall:

Mit den neuen

Profi-Camcordern

XF305 und XF300

setzt Canon neue

Maßstäbe im professionellenVideobereich.

Und

wir klären unter

anderem, warum

4:2:2 besser ist

als 4:2:0.

Canon XF305

Ein neues Konzept macht die beiden Profi-Camcorder Canon

XF305 und XF300 zum professionellen Power-Paket. Denn

das neue Duo bildet die ersten mobilen Canon-Profi-Camcorder

mit einem neuen Codec für die Full-HD-Aufzeichnung

von MPEG-2-Dateien: Das Abtastverhältnis 4:2:2 und eine

Datenrate von bis zu 50 Mbps sorgen dabei für überzeugende

Videoqualität. Der fortschrittliche Codec bringt eine doppelt

so hohe Farbauflösung im Vergleich zu HDV und anderen

Aufnahmeformaten mit 4:2:0 Abtastung. Passend dazu entwickelte

Canon ein neues HD-Videosystem aus einem leistungsstarken

DIGIC-DV-III-Bildprozessor, einem hoch vergüteten,

nach strengen Kriterien für professionelle Studioqualität

gefertigten Canon-L-Objektiv mit 18fach optischem Zoom

und einem fortschrittlichen Sensorsystem mit drei 1/3-Typ-

Full-HD-CMOS-Sensoren. Das Ergebnis ist Videoqualität der

Spitzenklasse mit überzeugender Bildbrillanz, ungewöhnlich

hoher Farbpräzision, einem großen Dynamikbereich und minimiertem

Bildrauschen. Zum schnellen Auslesen der Daten

entwickelten die Canon-Ingenieure eine spezielle Technologie

zur Minimierung des „Rolling-Shutter-Effekts“, wie er bei

herkömmlichen Camcordern beobachtet werden kann. Der

Rolling-Shutter-Effekt ist ein Lagefehler in Abbildungen, der

bei der zeilen- oder spaltenweisen Aufnahme von bewegten

Bildern auftreten kann. Der Begriff bedeutet übersetzt so viel

wie „rollender Verschluss“: Eine gerade Linie wird bei einem

Kameraschwenk oder einem bewegten Motiv als abweichend

geneigte, bei einer beschleunigten Bewegung sogar als

gekrümmte Linie dargestellt. Dieses Problem hat Canon jetzt

wirksam in den Griff bekommen.

Voll in den Workflow integriert

Die beiden neuen Profi-Camcorder zeichnen im offenen

Dateiformat MXF auf. Das Format garantiert die Kompatibilität

mit den wichtigsten aktuellen dateibasierten Systemen. Zum

Zeitpunkt ihrer Einführung sind die XF-Camcorder mit den

wichtigsten Bearbeitungs- und Verarbeitungssoftwarepaketen

von Adobe, Apple, Avid Technology und Grass Valley kompatibel

– ideal für die sofortige Einbindung des XF305 oder XF300

in einen professionellen Workflow. Videos werden bei beiden

neuen XF-Camcordern direkt auf CompactFlash-(CF)-Karte

geschrieben. Genauer gesagt auf zwei CF-Karten: Die Camcorder

haben je zwei Steckplätze, die eine Aufnahmebereitschaft

über viele Stunden hinweg sicherstellen. Wichtig in der Praxis

beim Dreh: Beide Modelle haben mit Relay Recording eine

Funktion zur unterbrechungsfreien Aufzeichnung auf der

zweiten Speicherkarte, sobald die erste voll ist. Während der

Aufzeichnung ist jederzeit ein Austausch der nicht verwendeten

Karte möglich.

Professionelle L-Serien-Präzisionsoptik

Wenden wir uns von den Dingen, die „hinten herauskommen“,

zu denjenigen, die am Anfang der Bildaufnahmekette

stehen. Wegen exzellenter Auflösung, hervorragender Kontrastleistung

und geringer chromatischer Aberration haben

sich Canon-Objektive weltweit in zahlreichen TV-Studios

bewährt. In dieser Tradition steht auch das HD-Videoobjektiv

der neuen Modelle XF305 und XF300 als professionelles

L-Serien-Objektiv mit einer Anfangsbrennweite von 29,3 mm

und besonders hoher Lichtstärke (1:1,6). Das 18fach optische

Zoom sorgt dabei für vielseitige Einsatzmöglichkeiten. In der

manuellen Einstellung haben Zoom- und Schärfering jeweils

eine mechanische Begrenzung an den Endpunkten – ideal für

eine schnelle und wiederholbare Bedienung. Das innovative

Highspeed-Autofokus-System Instant-AF von Canon sorgt für

eine schnelle und präzise automatische Scharfstellung. Ein

neues Bildstabilisierungssystem reduziert Verwacklungsun-

schärfe effizient mit drei Modi (Standard, Dynamik und Powered

IS). Zur Reduzierung chromatischer Aberrationen wurde

für das Objektiv im vorderen Bereich eine Linse mit hohem

Brechungsindex und extrem geringer Dispersion (Hi-UD) verwendet.

Diese Technologie kam bislang nur bei den Canon-

TV-Objektiven zum Einsatz. In Kombination mit UD-Linsen (für

sehr geringe Dispersion), UA-Linsen (asphärische Linsen mit

hohem Brechungsindex) und zwei beidseitig asphärischen

Linsen erreicht das Objektiv scharfe, detaillierte Bilder nahezu

ohne chromatische Aberrationen. Diese hochwertigen

Komponenten machen das Objektiv zur

perfekten Ergänzung für das Canon

3-CMOS-Sensorsystem mit einer

Erfassung von bis zu 1.000

Linien horizontaler Auflösung.

Besondere Features auch im

Detail

XF305 und XF300 haben einen

elektronischen Sucher mit 1,55

Millionen Bildpunkten und einem

100-Prozent-Bildfeld sowie einen

hoch auflösenden LCD-Monitor,

der je nach Aufnahmesituation

mühelos nach links oder rechts

geklappt werden kann. Der mit

10,1 cm (4 Zoll) derzeit größte

LCD-Monitor seiner Klasse bietet

mit 1,23 Millionen Bildpunkten

eine einzigartige Bildschärfe

und Flexibilität für Filmaufnahmen

in HD.

Die neuen XF-Modelle präsentieren sich in einem neuen,

vollständig überarbeiteten ergonomischen Design, bei dem

Anregungen professioneller Filmer aus aller Welt berücksichtigt

wurden. Ein optimiertes Tastenlayout ermöglicht die

intuitive

27

Bedienung. Ein mittig positionierter Griff gewährleistet eine

hervorragende Balance der Geräte. Vielfältige Optionen zur

individuellen Einrichtung machen die beiden XF-Modelle

äußerst flexibel: Bis zu 26 Custom-Picture-Parameter lassen

sich konfigurieren, um mehr als 50 individuelle, bildbezogene

Variablen zu steuern. Beide Modelle zeichnen Audio im linearen

PCM-Format mit 16 Bits und 48 kHz für professionelle

Studioqualität auf.

Automatisch CPS-Mitglied

Besitzer des XF305 und XF300 sind zur Mitgliedschaft beim

Canon Professional Services (CPS) Video berechtigt. Der

CPS-Video-Service bietet allen Profifilmern, die Canon-

Produkte nutzen, die exklusive, kostenlose Nutzung diverser

Vorteile wie einen individuellen Reparaturservice oder

den direkten Support durch die entsprechenden Canon

CPS-Vertreter.

XF305 und XF300

Canon XF300


XEED SX7 Mark II und XEED SX7 Mark II Medical

Beam me up

Mit dem Xeed

SX7 Mark II und

dem SX7 Mark

II Medical bringt

Canon zwei neue

Mark-II-Modelle

auf den Markt, die

für spezielle professionelleZielgruppen

optimiert

wurden: Der SX7

Mark II besitzt den

neuen Fotomodus

für farboptimierte

Standbilder und

der Mark II Medical

hat zusätzlich

den DICOM-

Modus für medizinischePräsentationen.

Für brillante, klare und bestechend präzise und dazu praktisch

rasterfreie Bilddarstellungen sorgt das Canon-System

AISYS mit LCOS-Technologie in Xeed-Projektoren. Der Xeed

SX7 Mark II bringt eine Lichtleistung von 4.000 Lumen,

einen Kontrastumfang von 1.000:1 und überzeugt durch

SXGA+ Auflösung. Ein spezieller Fotomodus passt Farben

automatisch an, beispielsweise indem Helligkeit und Farbton

des Umgebungslichts berücksichtigt werden. So entstehen

professionelle Fotopräsentationen, bei denen Bilder

weitestgehend in sRGB-Monitor-Qualität projiziert werden.

Optimale Wiedergabe auch medizinischer Bilder

Zusätzlich gibt es ab sofort eine spezielle Variante des

Hochleistungsprojektors für den Einsatz unter medizinischen

Bedingungen. Der Xeed SX7 Mark II Medical hat einen

auf den DICOM-Standard abgestimmten Bildmodus mit

21 Voreinstellungen, in dem verschiedene Einstellungen

aus einer Graustufentabelle ausgewählt werden können.

Dadurch wird eine optimierte Wiedergabe medizinischer

Bilder wie beispielsweise Röntgenbilder auf Knopfdruck

möglich. Ein Vorteil des DICOM-Standards: Er stellt die Kompatibilität

medizinischer Systeme sicher, das heißt, über ihn

können medizinische Digitalbilder problemlos mit Krankenhausinformationen

versehen und im Picture Archiving and

Communication System (PACS) gespeichert werden.

Neues Farb-Kalibrierungstool und 3-D

Mit einem neuen Canon-Tool können die Gammawerte des

Xeed-Projektors abgeglichen sowie der Farbraum angepasst

werden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird es dann auch

möglich sein, mehrere Projektoren aufeinander farblich

abzustimmen. Erstmalig bietet Canon eine hochwertige

Lösung für professionelle 3-D-Darstellungen mit zwei Xeed-

Projektoren. Diese beruht auf dem Polarisationsverfahren,

bei dem jeder Projektor mittels eines speziellen Polarisationsfilters

nur links- oder rechtsdrehende Lichtwellen

projiziert. Mithilfe einer speziellen 3-D-Brille wird so jedem

Auge nur ein Bild vom rechten oder linken Projektor herausgefiltert

und anschließend im Gehirn zu einem räumlichen

Bild zusammengesetzt. Dieses duale Xeed-System ermöglicht

exzellente 3-D-Darstellungen, da die Kombination aus

nahezu rasterfreier LCOS-Technologie und Polarisationsfilter

dafür sorgt, dass kontrastreiche Bilder mit lebendigen

Farben entstehen. Wichtig ist dies vor allem für hochwertige

3-D-Präsentationen, beispielsweise in den Bereichen

Ingenieurwesen und Produktdesign.

Im März dieses

Jahres erhielt die

Welt der Profifotografie

ein neues

Spitzenobjektiv:

Canon präsentierte

das neue

EF 70-200 mm

1:2,8L IS USM II

Zoom. Ganz in der

Folge aller Linsen

der L-Reihe und

als logische

Weiterentwicklung

des beliebten

Vorgängerobjektivs

vereinigt das

neue Telezoom

hoch entwickelte

Technologien

zu einer herausragenden

Ergänzung der

umfangreichen

EF-Objektivpalette.

29

EF 70-200 mm 1:2,8L IS USM II Zoom in der Praxis

Das Lichtstarke

für alle Fälle

Kennt man als Profi das „alte“ EF 70-200 mm Zoom, muss

man beim neuen schon genau hinschauen, um äußerliche

Veränderungen zu erkennen. Am augenfälligsten ist der

verbreiterte Fokussierring. Wie bei allen USM-Objektiven

von Canon kann auch beim EF 70-200 mm 1:2,8L IS USM

II jederzeit in den Fokussiervorgang manuell eingegriffen

werden, ohne den Autofokus zu deaktivieren. Mit dem

breiteren Ring wird dies jetzt noch komfortabler. Natur- oder

Tierfotografen müssen nicht mehr das Auge vom Sucher

und damit vom Motiv nehmen, um den Schärfering zu

suchen, er lässt sich jetzt viel einfacher erfühlen. Nicht so

auffällig, aber ebenso komfortabel sind die sehr zurückhaltend

gestalteten Schalter, die so konstruiert wurden,

dass versehentliche Betätigungen, zum Beispiel wenn die

Kamera am Gurt an der Kleidung hin und her schwingt

weitestgehend ausgeschlossen sind. Im wahrsten Sinne

abgeschlossen wird die neue äußere Konstruktion durch

eine verbesserte Abschottung des Objektivs gegen jede

denkbare Wettersituation. Die Dichtungen an den Schaltern,

dem Bajonett und den Einstellringen gewährleisten einen

optimalen Schutz vor Spritzwasser und Staub – auch bei

extremen Outdoor-Einsätzen.

Auf die inneren Werte kommt es an

Natürlich ist es aber das Innere eines Objektivs, welches die

eigentliche Leistung ausmacht. Bei den EF-Objektiven von

Canon gehören dazu die Linsen und der Autofokusmotor.

Im EF 70-200 mm 1:2,8L IS USM II sind insgesamt 23

Linsen verbaut, die in 19 Gruppen angeordnet sind. Das ist

Alle Fotos Michael Marczok


Alle Fotos Michael Marczok

viel Glas und bietet viele Möglichkeiten für Abbildungsfehler.

Diesen tritt Canon mit einer Vielzahl von Technologien

entgegen. Schlüsselelement ist eine Fluoritlinse. Fluorit ist

ein Mineral, welches, als Grundstoff bei der Glasherstellung

eingesetzt, dafür sorgt, dass das gesamte Lichtspektrum

gleichmäßig gebrochen wird. So kann eine chromatische

Aberration wirkungsvoll minimiert werden. Zusammen

mit fünf so genannten UD-Linsen, UD steht für Ultra-low

Dispersion, also einer extrem niedrigen Abhängigkeit der

Lichtbrechung von der Wellenlänge, erzielt das EF 70-200

mm 1:2,8L IS USM II eine natürliche Farbwiedergabe, hohe

Brillanz und einen hohen Kontrast über den gesamten

Brennweitenbereich. Und das ist nun für wirklich jedes

fotografische Sujet von Vorteil.

Zur optischen Leistung zählt auch die hohe Lichtstärke des

Objektivs. Einerseits ist das gut für available light Fotografie,

da die Abbildungsleistung schon bei ganz offener Blende

von 1:2,8 für hervorragende Ergebnisse sorgt. Andererseits

kann die große Blendenöffnung für einen kreativen Einsatz

der Schärfentiefe genutzt werden, um das bildwichtige Motiv,

zum Beispiel ein Portrait, von störenden Umgebungselementen,

etwa dem unschönen Hinter- oder Vordergrund,

abzusetzen. Zusätzliches Schmankerl: Die entstehende

Unschärfe, das Bokeh, sieht richtig toll aus, da die Blende

mit acht Lamellen nahezu kreisrund konstruiert ist.

Optisch neu ist auch die reduzierte Naheinstellgrenze von

1,2 m, vorher 1,4 m. Damit können nun auch Portraitfotografen

richtig nah heran, ohne das Objektiv zu wechseln,

und Reportageprofis werden deutlich flexibler bei ihrer

Arbeit, da sie nicht so oft die Linse wechseln müssen, wenn

es ins Getümmel geht.

Schnell, leise und präzise: der Autofokus

Wie beschrieben, gehört zu jedem EF-Objektiv auch der Autofokusantrieb.

Im EF 70-200 mm 1:2,8L IS USM II arbeitet

ein ringförmiger Ultraschallmotor, bei dem sich der Rotor

und der Stator berührungslos gegeneinander bewegen.

So erfolgt die Scharfstellung extrem schnell und leise. Die

Egal ob klassisch oder dicht dran. Ohne Objektivwechsel entstehen Bilder, zwischen denen nicht nur

Brennweiten, sondern Welten liegen. Mit der im neuen Objektiv minimierten Naheinstellgrenze

auf 1,2 Meter sind noch aussagestärkere Portraits möglich.

Autofokussteuerung wurde zudem mit einem verbesserten

AF-Algorithmus versehen, der in Kombination mit den neuen

superschnellen Prozessoren der aktuellen EOS-Kameras

noch mehr Geschwindigkeit bei verminderter Geräuschentwicklung

bietet. In der Praxis ist das Scharfstellen fast

nicht mehr zu hören und so fix, dass man den Wechsel der

Schärfenebene im Sucher beinahe nicht wahrnimmt. Das

ist besonders dann von Nutzen, wenn es auf Unauffälligkeit

ankommt, wie etwa bei Hochzeitsfotografien in der Kirche.

Vollausstattung

Das EF 70-200 mm 1:2,8L IS USM II wird abgerundet durch

den Bildstabilisator, der Aufnahmen auch bei widrigen

Lichtverhältnissen ermöglicht. Einmal eingeschaltet können

maximal bis zu vier Stufen längere Belichtungszeiten verwacklungsfrei

genutzt werden. Das macht Sinn bei einem

Profi-Telezoom dieser Gewichtsklasse. Der professionelle

Fotograf wird auch die stabile Gesamtkonstruktion schätzen,

die eine lange Lebensdauer auch bei extremen Einsätzen

garantiert.

Wirklich voll ausgestattet ist das Objektiv durch die mitgelieferte

Gegenlichtblende, die Stativschelle, die nicht

nur der Hand schmeichelt, sondern die Objektiv-Kamera-

Kombination ausbalanciert auf einem Stativ hält, und den

flauschigen Objektivbeutel.

Das EF 70-200 mm 1:2,8L IS USM II ist wirklich ein Objektiv

zum Habenwollen.

Das EF 70-200 mm 1:2,8L IS USM II ist ein

ideales Werkzeug für den Portraitfotografen

31

EF 70-200 mm 1:2,8L IS USM II Zoom in der Praxis


Alle Fotos Richard Walch

Der Fotofilmer

Louis Vuitton Sailing Trophy Nizza

Richard Walch ist

seit mehr als 20

Jahren Fotograf.

Seit einiger Zeit

dreht der 39-jährige

Augsburger

mit Canon-Kameras

auch Snowboard-Filme

und

andere Videos. Im

Interview mit

Canon Profile

spricht er über

die Videofunktion

der EOS 1D

Mark IV und ihrer

Vorgänger, ihre

technischen Stärken

sowie über

Vorteile, die digitaleSpiegelreflexkamerasgegenüber

Camcordern

besitzen.

33

Canon Profile: Herr Walch, Sie sind klassischer Fotograf und seit anderthalb Jahren auch als

Filmer in Einsatz. Was macht Ihnen mehr Spaß?

Richard Walch: Ich liebe die Fotografie, und das wird sich nie ändern. Aber ich muss zugeben,

dass ich von der Herausforderung des Filmens begeistert bin. Ich habe nun die Möglichkeit, mit

Bewegung, quasi mit einer dritten Dimension eine Geschichte zu erzählen. Beim Videofilmen ist

nicht nur ein guter Bildaufbau entscheidend, sondern auch noch die Bewegung im Bild, wie sich

mein Motiv im Bild verändert und die verschiedenen Einstellungen ineinandergreifen.

Canon Profile: Bedeutet das für einen Fotografen nicht eine große Umstellung?

Richard Walch: Ganz im Gegenteil: Als Fotograf bin ich trainiert darin, sehr schnell ein gutes Bild

zu komponieren. Ich fotografiere seit 20 Jahren mit dem Canon-System, ich kann die Bildwirkung

meiner Objektive deshalb gut einschätzen und Canon-Kameras im Schlaf bedienen. Was

mich am meisten fasziniert, ist, dass ich alles, was ich in der Fotografie erlernt habe, aufs Filmen

übertragen kann, etwa meine Bildsprache und Sehweise. Durch den großen Sensor der Spiegelreflexkamera

ist ein gezieltes Spiel mit Schärfe und Unschärfe möglich, das funktionierte vorher

nur mit 35-mm-Filmkameras.

Canon Profile: Glauben Sie, die neue Technik wird die Arbeitsweise von Fotografen und Filmern

entscheidend verändern?

Richard Walch: Davon bin ich fest überzeugt. Besonders weil sich durch das Internet die

Wünsche unserer Kunden und die Sehgewohnheiten der Menschen verändert haben. Die Leute

wollen im Netz lieber bewegte Bilder sehen statt „Slideshows“. Das bedeutet keineswegs das

Ende der klassischen, anspruchsvollen Fotografie, aber ich würde jedem Fotografen empfehlen,

offen an das Thema Film heranzutreten. Gut gemachte Kurzfilme (Länge: eine bis vier Minuten)

sind das perfekte Format fürs Web.

Canon Profile: Hatten Sie schon kombinierte Aufträge aus Foto und Film?

Video HD

Richard Walch: Ja. Dadurch kam es auch, dass ich angefangen habe, Filme zu drehen. Generell

müssen Magazine ihre Storys, die sie machen, nicht nur in der Zeitschrift selbst, sondern auch

auf ihrer Website darstellen können und in Kürze auch in Formaten für das Mobiltelefon oder

iPad. Da werden sowohl Fotos als auch Filme benötigt. Wenn ich beides aus einer Hand anbieten

kann, ist das ein großer Vorteil, zumal die beiden Formate in Zukunft noch enger zusammenwachsen

werden.

Canon Profile: Reicht die Qualität der Filme, die Sie mit der EOS drehen, auch für TV- und Kino-

Produktionen aus?

Richard Walch: Mit den Canon-Kameras lassen sich Full-HD-Filme mit 1920 x 1080 Pixeln

drehen. Das ist eine höhere Auflösung als mit der ARD und ZDF ihr HD-Programm ausstrahlen.

Beispielsweise habe ich schon mit der EOS 5D Mark II einen kompletten TV-Werbespott gedreht,

der mehrere Wochen im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Auch die Projektion auf eine große

Kinoleinwand ist problemlos möglich und ultrascharf.

Canon Profile: Was kann eine Kamera mit Videofunktion, was eine 35-mm-Filmkamera nicht

kann?

Richard Walch: Bleiben wir bei meinem Werbespot: Ich habe meine EOS 5D Mark II mit einem

16-35mm Objektiv auf ein Einbeinstativ geschraubt. Mit dem Stativ kopfüber bin ich auf meinem

Board direkt hinter dem Profi-Snowboarder Rene Markreiter einen steilen Tiefschneehang hinuntergefahren.

Die Kamera befand sich während der Fahrt etwa 20 cm über dem aufgewirbelten

Pulverschnee. Was ich damit sagen will: Mit einer Filmkamera wäre eine solche Aufnahme nicht

möglich gewesen, weil sie schlicht und einfach viel zu schwer dafür gewesen wäre.


Markus Keller „big spray“ Pontresina Schweiz

Alessandro Barbero, Rom Italien

Canon Profile: Ist das Filmen mit einer DSLR-Kamera aufwendiger als mit einem Standard Highend

Camcorder?

Richard Walch: Auf jeden Fall, aber darin liegt auch das Geheimnis für den Erfolg der DSLR. Da

ihr Autofokus die Schärfe während der Filmaufnahme nicht nachziehen kann, muss dies manuell

gemacht werden. Um gute Ergebnisse zu erzielen, muss ich mich schon vor der Aufnahme mit

der Einstellung genau auseinandersetzen und detailliert planen. Beim Einsatz von Festbrennweiten

ist ein häufiger Objektivwechsel erforderlich. Für den späteren Schnitt bedeutet das viele

kurze Einstellungen, von der jede einzelne perfekt werden muss.

Canon Profile: Sie filmen mit der Canon EOS 5D Mark II und der EOS 1D Mark IV: Wie unterscheiden

sich die beiden Modelle voneinander?

Richard Walch: Die Größe des Sensors macht den entscheidenden Unterschied. Die 5D Mark

II hat einen Vollformat-Chip, während die 1D Mark IV – wie auch ihre Vorgänger – einen etwas

kleineren Chip besitzt, der einen Verlängerungsfaktor von 1,3 ergibt. Das bedeutet in der Praxis,

dass aus einem 16 mm ein 20,8 mm Weitwinkel wird oder aus einem 500 mm Tele ein 650

mm Super-Tele. Was dem Fotografen im Telebereich willkommen ist, nimmt einem der Ultra-

Weitwinkel im unteren Bereich wieder.

Canon Profile: Wo sehen Sie die Stärken der EOS 1D Mark IV im Vergleich zu den Vorgängermodellen

von Canon?

Richard Walch: Die liegen ganz klar in der Robustheit der Kamera. Ein Profimodell wie die EOS

1D Mark IV bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Ich fotografiere im Schnee und im Wasser

– beide Elemente sind nicht gerade Freunde der Elektronik. Aber die Mark IV ist hervorragend

abgedichtet und hat mich weder beim Regatta-Einsatz auf einem Segelschiff noch auf dem

Snowboard in 3.000 Meter Höhe im Stich gelassen.

Canon Profile: Nutzen Sie die hohe Lichtempfindlichkeit des neuen Sensors der 1D Mark IV?

Freestyle CH, Zürich Schweiz

Richard Walch

35

Richard Walch: Gerade in diesem Punkt hat Canon einen entscheidenden Schritt nach vorne

gemacht. Oft kann ich mir die Lichtbedingungen nicht aussuchen, sondern muss mich diesen

anpassen. Das gelingt dank des neuen Sensors viel besser. Dabei geht es gar nicht um die

Extreme wie ISO 102.400, sondern vielmehr um deutlich reduziertes Bildrauschen im Bereich

von 3.200 bis 6.400 ASA. Beim Filmen ist das noch wichtiger. Das Videofilmen mit einer DSLR

ermöglicht mir, in Bereiche vorzustoßen, die bislang nur mit extrem großen und teuren 35-mm-

Kameras möglich waren.

Mit dem neuen Sensor haben Fotografen wie Filmemacher außerdem die Möglichkeit, Szenen

zu filmen, die mit dem bloßen Auge nicht mehr richtig wahrgenommen werden können. Der

Begriff available light Shooting bekommt beim Filmen jetzt eine ganz neue Bedeutung. Auf

einem klassischen Filmset wird für das richtige Licht ein immenser Aufwand betrieben – ein LKW

voll mit Lichttechnik ist keine Seltenheit. Der neue Sensor erzeugt schon bei sehr wenig available

light ein kontrastreiches und lebendiges Bild – ohne große Lichtaufbauten. Gerade darin liegt

sein großes Potenzial.

Canon Profile: Sind Sie denn mit dem aktuellen Stand der Technik der EOS 1D Mark IV wunschlos

glücklich?

Richard Walch: Nicht ganz. Ich wünsche mir einen noch leistungsstärkeren Prozessor in der

Kamera, der es möglich macht, ein Foto aufzunehmen, ohne dass dabei die Filmaufnahme unterbrochen

wird. Oder noch besser, ich wünsche mir eine Filmaufnahme in einer Qualität von 12

Millionen Pixeln, aus der sich an einer beliebigen Stelle Standbilder herausnehmen lassen. Das

würde Fotografie und Film noch stärker miteinander verbinden. Stellen Sie sich ein Actionfoto als

Zeitschriftencover vor, das Sie sich auf Ihrem iPad ansehen: Wenn Sie das Bild antippen, sehen

Sie, was die nächsten Sekunden passiert ist. Auf diese Weise wird die Zeitschrift lebendig.

Canon Profile: Herr Walch, vielen Dank für das Gespräch.

Video HD

Weitere Informationen über Richard Walch gibt es auf der Homepage www.richardwalch.com

und in seinem Blog https://richardwalch.wordpress.com/. Videos finden Sie auf YouTube unter

dem Suchbegriff „Richard Walch“.

Xaver Hoffmann (Fahrer) und Richard Walch mit Crew beim Dreh von „ Canon Video I love my friends“ Alle Fotos Richard Walch


Guido Krebs. Foto Jörg Kyas

Herausgeber:

Canon Deutschland GmbH

V.i.S.d.P Guido Krebs,

Irrtümer und Änderungen

vorbehalten

Liebe CPS-Mitglieder,

von Mitte Juni bis Anfang Juli dieses Jahres wird wieder besonders ein Thema die Medien und

damit die professionellen Fotografen beherrschen: die anstehende Fußballweltmeisterschaft

in Südafrika. Millionen Bilder werden dort von den Spielfeldern zwischen Kapstadt und Johannesburg

entstehen und in Sekundenbruchteilen in die ganze Welt geschickt werden. Aber

erstmals werden auch verstärkt HD-Videoclips auf den Internetseiten der Medienhäuser das

Geschehen am und um den Ball dokumentieren, interpretieren und die Betrachter – hoffentlich

– faszinieren.

Sehr viele dieser Bilder werden mit Canon-Kameras gemacht. Denn wir bieten Ihnen, den professionellen

Sportfotografen, ein unvergleichlich umfangreiches Portfolio an Kameragehäusen

und Objektiven. Vom ultrakurzbrennweitigen Weitwinkel für eindrucksvolle Gesamtansichten

eines Stadions bis hin zum extrem langbrennweitigen und dabei lichtstarken Teleobjektiv, das

jedes Detail auf dem Spielfeld scharf und formatfüllend abbildet. Eingesetzt an den modernen

Canon-Kameragehäusen wie der in dieser Profile-Ausgabe ausführlich beschriebenen Canon

EOS 1D Mark IV.

Und damit vor Ort in Südafrika auch wirklich alles funktioniert, schlägt dort natürlich das CPS-

Team in bewährter Manier seine „Zelte“ auf. CPS-Mitglieder können dort ihre EOS-Kamera checken

und reinigen lassen, fehlende Brennweiten oder anderes Canon-Equipment ausleihen

und sich den ein oder anderen Tipp in Sachen Foto rund um die WM holen. Und wenn es mal

irgendwo an der Kamera klemmt – auch kleine Reparaturen sind an den CPS-Stationen möglich.

Alle genauen Standorte und weitere Informationen finden Sie unter www.canon.de/cps.

Ein weiteres Großereignis anderer Art folgt vom 21. bis 26. September – die photokina in Köln.

Canon und das CPS-Team werden dort selbstverständlich vollständig vertreten sein und für Sie

nicht nur interessante Neuheiten, sondern vor allem auch ein offenes Ohr haben. Kommen Sie

gerne vorbei, es lohnt sich auf jeden Fall.

Beste Grüße

Guido Krebs

Leiter CPS

Canon Deutschland

Deutschland

Canon Deutschland GmbH

Europark Fichtenhain A10

D-47807 Krefeld

www.canon.de

Das Service-Nationalteam

Österreich

Canon Ges.m.b.H.

Zetschgasse 11

A-1230 Wien

www.canon.at

Schweiz

Canon (Schweiz) AG

Industriestrasse 12

CH-8305 Dietlikon

www.canon.ch

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