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Öffentlichkeitsarbeit professionell gestalten - ah kommunikation ...

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Mit Struktur und Strategie:

Öffentlichkeitsarbeit professionell gestalten

ANNE HEITMANN

Öffentlichkeitsarbeit an Schulen hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung

gewonnen. Die Frage, ob Schulen Öffentlichkeitsarbeit brauchen, ist heutzutage

obsolet. Die spannende Frage lautet, wie sie die Kommunikation mit ihren

Dialoggruppen gestalten. Hierbei geht es mehr und mehr um Professionalisierung.

Wenn eine Schule sich dafür entscheidet, professionelle Öffentlichkeitsarbeit selbst zu

gestalten, stellen sich Fragen: Wer macht es? Mit welchen Ressourcen wird die

Person ausgestattet? Welche Tätigkeitsfelder gehçren zu Public Relations? Wo in der

Organisationseinheit „Schule“ ist die Stelle Öffentlichkeitsarbeit angesiedelt?

Inhaltsverzeichnis

1 Einbindung in die Organisation

2 Aufgaben und Tätigkeitsfelder

3 Fähigkeiten und Fertigkeiten

4 Materielle Ausstattung

5 Fazit

Schulen kommen heute ohne Öffentlichkeitsarbeit

nicht mehr aus. Schule hat sich verändert: zurückgehende

Schülerzahlen, Ganztagsschule, grçßere

Selbstständigkeit, eigenverantwortetes Budget, Kooperationen

mit benachbarten Institutionen wie

Sportverein, Kirche oder Jugendzentrum und ein

steigender Wettbewerb innerhalb der Schullandschaft.

Auch Sponsoring und Fundraising gewinnen

im schulischen Umfeld an Bedeutung. Angesichts

leerer Kassen in Städten, Ländern und Gemeinden

sind immer mehr Schulen darauf angewiesen,

sich nach zusätzlichen Einnahmequellen umzuschauen.

Gute Öffentlichkeitsarbeit ist hierfür

Voraussetzung. Zudem: Wir leben in einer Informationsgesellschaft,

in der es allein nicht mehr reicht,

Schule gut zu gestalten, sondern dies muss auch

professionell kommuniziert werden. Kunden,

sprich Schüler/-innen und Eltern, wollen sich auf

Basis gut aufbereiteter Informationen ein Bild machen

kçnnen, um sich für die eine oder die andere

Schule zu entscheiden. Die Anforderungen an

Kommunikation wachsen also. Mithin sind die Zeiten,

in denen Schulen „nebenbei“ ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit

machen konnten, vorbei. Professionalisierung

lautet das Stichwort und damit die

Frage nach einer festen Verankerung der Öffentlichkeitsarbeit

in die schulischen Abläufe.

Soweit zur Theorie. Die Realität sieht anders aus.

Eine Studie zur schulischen Öffentlichkeitsarbeit

„Schulen im Gespräch“ (2009/2010) hat ergeben,

dass die strategische Planung der Öffentlichkeitsarbeit

immer wieder an Zeit- und Ressourcenproblemen

scheitert. Die Vielzahl der befragten Schulleiter/-innen

gibt an, dass die Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit

meist nach Dienstschluss erledigt

und als große zusätzliche Belastung empfunden

werden. Die Studie weist aus, dass bei 80 Prozent

der Schulen die Verantwortung und Hauptlast der

Planung und Umsetzung von PR-Arbeiten direkt

bei der Schulleitung liegen. Mit einer Ausnahme:

Für den Bereich Internet gibt es Unterstützung.

Auch für punktuelle Ereignisse und grçßere Veranstaltungen

(z. B. Tag der offenen Tür) gelingt es,

Kolleg/-innen, Eltern und Schüler/-innen in die Öffentlichkeitsarbeit

einzubinden. Woran es fehlt,

sind langfristige Lçsungen. Die aber braucht es, damit

Schulen ihre Öffentlichkeitsarbeit professionell

gestalten kçnnen. Im Folgenden finden sich Überlegungen,

wie der Bereich Öffentlichkeitsarbeit stärker

in den Ablauf von Schule eingebunden werden

kann und welche Voraussetzungen eine kontinuierliche

und strategische PR begünstigen.

1 Einbindung in die Organisation

Ein wichtiger Aspekt für die professionelle Gestaltung

der Öffentlichkeitsarbeit ist die organisatorische

Einbindung des Tätigkeitsfeldes in den Gesamt-

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apparat Schule. Eine Professionalisierung setzt voraus,

dass für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit eine

„Stelle“ eingerichtet wird. Leider sind viele Bundesländer

noch nicht so weit, dass die Behçrden dies

vorsehen. Auch Funktionsstunden werden noch

nicht selbstverständlich und in grçßerem Umfang

für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit vergeben. Die

Realität: Wenn es an Schulen fest installierte PR-Verantwortliche

gibt, werden diese meist durch zwei bis

vier Ermäßigungsstunden pro Woche entlastet. Dies

ist ein Anfang, aber unter dem Blickwinkel der Professionalität

entschieden zu wenig. Wollen Schulen

ihre PR-Arbeit verlässlich und erfolgreich gestalten,

sollten sie über kurz oder lang darüber nachdenken,

strukturelle und zeitliche Ressourcen für diesen Bereich

vorzusehen. Fragt man PR-Verantwortliche

an Schulen nach ihrer Einschätzung, wie Öffentlichkeitsarbeit

gut zu gestalten wäre, antworten sie

„mit einer halben Stelle“. Dies scheint momentan

utopisch, kann aber ein Maßstab für die Zielsetzung

sein. Diese Aspekte sind weiter zu beachten:

– Der Bereich Öffentlichkeitsarbeit ist als Stabsstelle

direkt an die Schulleitung angegliedert.

– Eine Person ist für das Arbeitsgebiet PR verantwortlich.

Die/der PR-Verantwortliche kann Aufgaben

delegieren, z. B. an Kolleg/-innen oder an

eine fest installiert PR-AG.

– Die/der PR-Verantwortliche nimmt an Sitzungen

teil, in denen relevante Themen besprochen werden

bzw. organisiert einen Jour fixe mit der Schulleitung.

– Für den Bereich PR wird ein Budget zur Verfügung

gestellt.

– Alle Informationen, die an die Öffentlichkeit (Medien

etc.) gehen, werden über die PR-Stelle koordiniert.

Mitsteuerung und Rückendeckung durch die

Schulleitung

Wichtig für das Gelingen von Öffentlichkeitsarbeit

ist, dass die Schulleitung mit voller Überzeugung

hinter dem Bereich PR steht. Neben dem Jour fixe,

an dem relevante Themen besprochen und Strategien

entwickelt werden, sollten Schulleiter/-innen

ihren PR-Verantwortlichen vor allem durch ihre Haltung

unterstützen. Für das Kollegium muss sichtbar

sein, dass der Bereich PR einen hohen Stellenwert besitzt.

Nach wie vor gibt es unter Lehrerinnen und

Lehrern Vorbehalte gegen Öffentlichkeitsarbeit, frei

nach dem Motto: „Wir wollen mit den Schülerinnen

und Schülern arbeiten und nicht in der Presse stehen.“

Oder: „Das Geld für die Plakate kann man besser

einsetzen.“ Oder: „Gute Arbeit wird sich auch so

durchsetzen, dafür müssen wir doch keine Werbung

machen.“ Gegen diese Widerstände kann nur bestehen,

wer im Schulterschluss mit der Schulleitung

auftreten kann. Zudem ist es unabdingbar, das Kollegium

für sich zu gewinnen und sich als „Öffentlichkeitsarbeiter/-in“

in den eigenen Reihen bekannt zu

machen und zu etablieren.

Das Kollegium gewinnen

Die Hauptaufgabe der verantwortlichen Person für

Öffentlichkeitsarbeit liegt zunächst darin, sich

einen Überblick über Menschen und Funktionen,

über Themen und Inhalte zu verschaffen. Nur wer

weiß, was an seiner Schule „alles läuft“, kann entscheiden

und steuern, welche Informationen hiervon

für die Öffentlichkeit geeignet sind und wie

diese aufbereitet werden sollen. Gerade in grçßeren

Schulen liegt hierin eine nicht zu unterschätzende

Schwierigkeit. Wer weiß schon in Gänze, welcher

Kollege gerade ein spannendes Projekt durchführt,

welche Kollegin den nächsten Theaterabend plant,

wer mit seiner Klasse an einem Wettbewerb teilnimmt?

Hier ist langer Atem gefordert.

Sich selbst bekannt machen

PR-Verantwortliche sollten zu Beginn ihrer Tätigkeit

Werbung in eigener Sache machen – und dies

in regelmäßigen Abständen wiederholen. Die Kolleg/-innen

müssen wissen, dass jemand für den PR-

Bereich verantwortlich ist. Um dies zu kommunizieren,

gibt es verschiedene Mçglichkeiten:

– Rundschreiben an alle Kolleg/-innen, verbunden

mit einer kurzen Aufgabenbeschreibung

– Präsentation in der Lehrerkonferenz, einer Ganztagskonferenz

und/oder auf der Schulkonferenz

– Präsenz in Gremien

– persçnliche Gespräche

Wichtig ist, deutlich zu machen, wie die Zusammenarbeit

aussehen soll und welche Form der Informationsweitergabe

gewünscht ist. Nach einer gemeinsamen

Einspielzeit werden sich die Kommunikationswege

automatisieren. Wünschenswert ist,

dass alle Kolleg/-innen den Bereich Öffentlichkeitsarbeit

„mitdenken“ und regelmäßig ihre Themen

und Beiträge beisteuern. Dies allerdings wird ein

Wunschgedanke bleiben: Wie in anderen Branchen

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ist es auch an Schulen so, dass einige zuverlässige

Personen, die Öffentlichkeitsarbeit unterstützen

und bereichern, andere sich sehr bedeckt halten.

Deswegen ist auch das „interne Klinkenputzen“

ein ganz wichtiges Instrument, um an relevante

Themen zu gelangen – Kontakt zu den Kolleg/-innen

halten, die berühmten Tür-und-Angel-Gespräche

führen, dem Flurfunk lauschen und immer wieder

nachfragen, was es Neues gibt.

2 Aufgaben und Tätigkeitsfelder

PR-Verantwortliche bündeln alle Aufgaben, behalten

den Überblick und sind erste Ansprechperson, wenn

es um die Kommunikation mit „außen“ geht. Folgende

Tätigkeiten gehçren in das Aufgabengebiet*

von PR:

Corporate Identity

Entwicklung, Umsetzung und Einhaltung der Corporate

Identity

– Corporate Design: Logoentwicklung, Festlegung

von Schriften, Formen und Farben etc.

– Corporate Behaviour: Wie verhält sich die Schule

als Organisation?

– Corporate Communications: Festlegung der

Kommunikationswege, um mit den Dialoggruppen

in Kontakt zu treten.

Print-Publikationen und Werbematerial

Erstellung und Aktualisierung von Publikationen

wie

– Flyer, Leporellos, Handzettel

– Plakate, Anzeigen, Banner

– Imagebroschüren

– Zeitschriften

– Jahrbücher

– Schaukästen

– Chroniken

– Newsletter

Medienarbeit

– Aufbau und Pflege eines Presseverteilers

– Führen von Pressegesprächen

– Recherche, Text und Versand von Pressemitteilungen

(in Abstimmung mit der Schulleitung)

– Erstellen einer Pressemappe

– Verfassen von Fachartikeln

Veranstaltungen

– Tag der offenen Tür

– „Come together“-Partys, Jahresempfang

– Symposien, Kongresse, Podiumsdiskussionen

– Jubiläumsfeiern

– Teilnahme an Messen

– Teilnahme an Stadtfesten, Straßenfesten

– Schulinterne Wettbewerbe (Kolleg/-in des Jahres,

Schüler/-in des Jahres)

– Wohltätigkeitsveranstaltungen (Spendenlauf

etc.)

Tipp

* PR-Konzeption

â Diese Aufgaben- und Tätigkeitsliste soll

als Anregung für PR-Schaffende an Schulen

dienen. Die Ressourcen an Schulen

reichen allerdings selten aus, um dieses

Tätigkeitsprofil wirklich auszufüllen. Im

Rahmen einer Konzeption (die zum Beispiel

in Zusammenarbeit mit einer professionellen

PR-Agentur erstellt werden

kann), sollten Positionierung, Kernaussagen,

Zielgruppen, Kommunikationsziele

und Meilensteine der Öffentlichkeitsarbeit

definiert werden. Nur anhand

einer sauberen Planung kçnnen Mittel

und Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden.

Keinesfalls ist es sinnvoll, wahllos

Maßnahmen herauszugreifen, aneinanderzureihen

und umzusetzen. Abgesehen

davon, dass ein Zuviel an mçglichen Aufgaben

schnell zu Frustration führt. Zudem

ist die Entwicklung einer Corporate

Identity eine wichtige Grundlage für das

dauerhafte Gelingen von Öffentlichkeitsarbeit.

Auch diese Arbeit gehçrt in externe

Profi-Hände.

– Kontakte zu Redaktionen und Journalist/-innen

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Netzwerke und Sponsoren

– Networking (Kontakte zu anderen Institutionen

aufbauen und pflegen)

– Lobbying (Aufbau und Pflege zu Politiker/-innen

und Parteien, ¾mtern und Behçrden)

– Empfehlungsmanagement (Testimonials aufbauen,

Fürsprecher/-innen einbinden)

– Sponsorenansprache und -pflege (Konzeption)

Online-PR und Social Media

– Internetauftritt

– E-Mail-Newsletter

– Podcasts (Audio/Video)

– Facebook, Twitter, Youtube, LinkedIn, XING, . . .

– Blogs

Merchandising, Give Aways, Aktionsmedien

– Kleidung und Accessoires (Mützen, T-Shirts, Jacken,

Schweißbänder,. . .)

– Pins, Buttons, Aufkleber

– Schlüsselanhänger, Kugelschreiber, Kaffeebecher

Interne PR

– Informationsfluss nachinnen (Kollegium) steuern

3 Fähigkeiten und Fertigkeiten

Freiwilligkeit und Interesse an dem Feld Öffentlichkeitsarbeit

– das sind zwei Grundvoraussetzungen

für PR-Verantwortliche an Schulen. Auch wenn

heute – wie oben bereits erwähnt – lediglich zwei

bis vier Entlastungsstunden für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit

zur Verfügung stehen, sollte man vor

dem Hintergrund einer Professionalisierung einige

weitere Überlegungen zu den gewünschten Fähigund

Fertigkeiten von PR-Schaffenden anstellen. Da

Öffentlichkeitsarbeiter/-in oder PR-Beauftragte/r

keine geschützten Bezeichnungen bzw. Ausbildungsberufe

oder Studienabschlüsse sind, gibt es

dementsprechend wenig verbindliche Vorgaben

für diese Tätigkeiten. Hilfreich ist ein Blick in Stellenausschreibungen

von verschiedenen Organisationen

und Unternehmen. Hier findet man u. a.

diese Anforderungen:

– Abgeschlossene Berufsausbildung oder Hochschulstudium

im Bereich Medien-, Geistes- oder

Kommunikationswissenschaften, Journalistik/

Journalismus oder Publizistik

– Berufserfahrung bzw. ausgewiesene Kenntnisse

im Bereich Marketing oder Öffentlichkeitsarbeit

– ein hohes Maß an Belastbarkeit, Zuverlässigkeit,

Termintreue

– eine sehr gute Allgemeinbildung und überdurchschnittliches

Engagement

– eigenständige, kreative und ergebnisorientierte

Arbeitsweise sowie Teamfähigkeit

– hohe Eigenmotivation und Handlungsorientierung,

sehr gute Auffassungsgabe und hohe Leistungsbereitschaft

– kontaktfreudig, organisations- und kommunikationsstark

– sicheres Auftreten, flexibles Denken und hohe

Kunden- und Serviceorientierung

– ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten in Wort

und Schrift, ausgezeichnetes sprachliches Ausdrucksvermçgen,

verständliches Formulieren

auch komplizierter Sachverhalte

– Fähigkeit, komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge

medien- und zielgruppengerecht darzustellen

– versierter Umgang mit den gängigen MS-Office-

Programmen

Im Bereich von Schulen ist mittlerweile auch das

Wissen um Social Media stark gefragt – zumindest

eine Kernzielgruppe, die Schülerinnen und Schüler,

tummelt sich bei Facebook und Co.

4 Materielle Ausstattung

Viel braucht es nicht, um Öffentlichkeitsarbeit machen

zu kçnnen. Ein gewisser Standard indes ist

hilfreich, um in der Arbeit auch erfolgreich zu sein.

Zu einem Mindest-Equipment zählen:

– ein eigenes Telefon mit angeschlossenem Anrufbeantworter

– Mobiltelefon

4

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Mit Struktur und Strategie: Öffentlichkeitsarbeit professionell gestalten 10.14

– PC oder MAC mit Textverarbeitungs- und Adressverwaltungsprogramm,

ggf. Grafikprogramm

Wie im Abschnitt 1 bereits angeführt, ist ein festes

Budget eine der Grundlagen für professionelle Öffentlichkeitsarbeit.

Eine „Hausnummer“ zu nennen

oder eine Empfehlung abzugeben, wie hoch so ein

Budget pro Schule sein kçnnte, ist vom Einzelfall

abhängig. Bevor der Etat aufgestellt wird, sollten

die Kommunikationsziele und das PR-Konzept formuliert

sein. Auf dieser Grundlage lassen sich die

Maßnahmen planen sowie der zeitliche, personelle

und finanzielle Umfang ableiten. Erfahrungen in

der Zusammenarbeit mit Schulen zeigen, dass die

Budgets für Öffentlichkeitsarbeit stark differieren.

Kleinere Grundschulen etwa kommen zu Beginn

für eine moderierte Ganztagskonferenz zum Thema

„Profil“ mit zwei bis drei PR-Beratungen sowie für

die Konzeption, Text, Gestaltung und Produktion

eines Flyers mit 4.500 Euro aus. Bei einer Gesamtoder

Stadtteilschule mit mehr als 1.000 Schüler/-innen,

die ihr Image nachhaltig verbessern und die

Anmeldezahlen steigern will, summieren sich die

Kosten für Konzepte, Corporate Design, Fotoshootings,

Flyer, Plakate, Power-Point-Präsentationen,

Banner, Veranstaltungen, Pressearbeit, Verkehrsmittelwerbung

und Anzeigenschaltungen schnell auf

mehr als 40.000 Euro pro Jahr. Die Spannen für

das Budget Öffentlichkeitsarbeit gehen demnach

weit auseinander. Wie viel Geld eine Schule in diesen

Bereich investiert, liegt in ihrem eigenen Ermessen.

– Internetzugang

– Vernetzung mit weiteren Schul-PCs

– Drucker

– Faxgerät

– Fotoapparat

Ideal ist ein eigener Raum, sodass man ggf. auch Besuch

empfangen oder kleinere Besprechungen

durchführen kann.

Finanzen

5 Fazit

Viele Schulen haben den Bereich Öffentlichkeitsarbeit

bereits für sich entdeckt und sind weit über

die Phase hinaus, „mal einen Flyer“ machen zu

wollen. Nach und nach etablieren sich Strukturen

und Strategien, die eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit

ermçglichen. Zukünftig wird es darauf

ankommen, den nächsten Schritt zu gehen – hin

zu noch mehr Professionalität. In welche Richtung

diese Schritte sich bewegen kçnnen, zeigt dieser

Beitrag. Vieles klingt heute noch nach Utopie und

erscheint vielleicht unerreichbar – die spannende

Frage ist, wie lange noch.

Weiterführende Literatur

Ittel, Angela/Wakenhut, Ruth Anna: Schulen im Gespräch.

In: SchulVerwaltung spezial. Zeitschrift für

Schulleitung und Schulaufsicht. Nr. 3/10 (12. Jg.),

Carl Link

Mittelstädt, Holger: Schulische Öffentlichkeitsarbeit.

Schulmanagement Handbuch 103, Oldenbourg

Schulbuchverlag 2002

www.klett-themendienst.de: Öffentlichkeitsarbeit

an Schulen lohnt sich, Klett-Themendienst 44, Februar

2009

Anne Heitmann

Die Autorin (47 J.) ist Inhaberin der Hamburger Agentur

ah kommunikation (gegründet 2000). Die Agentur setzt

einen Schwerpunkt auf die Beratung von Organisationen

und Unternehmen aus den Bereichen Gesellschaft & Soziales,

Bildung & Schule, Gesundheit & Sport sowie

Dienstleistung & Food.

www.ah-kommunikation.net

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Mit Struktur und Strategie: Öffentlichkeitsarbeit professionell gestalten

Arbeitshilfe 10 14 01: Best Practice: Eine Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Interview

Anne Heitmann, Mit Struktur und Strategie: Öffentlichkeitsarbeit professionell gestalten, 10.14

„Man mçchte und kçnnte mehr machen.“

Interview mit Carmen Lux, Sozialpädagogin in der Integration und Tutorin einer I-Klasse, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit

an der Stadtteilschule Niendorf in Hamburg

Die Stadtteilschule Niendorf ist eine gebundene Ganztagsschule in Hamburg mit rund 1.000 Schüler/-innen

und 100 Lehrer/-innen. Seit zwei Jahren ist Carmen Lux für die Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Mit einer Stabstelle ist sie direkt an die Schulleitung angebunden (siehe Organigramm). Ein Projektvertrag

sichert der Schul-Sozialarbeiterin mit Zusatzstudium „PR und Kommunikation“ zweieinhalb Stunden in der

Woche für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit zu. In dieser Zeit kümmert sie sich um Redaktionskontakte und

Pressemitteilungen, um Themen für die Homepage, um Jahrbücher und Flyer, um Logoentwicklung und Corporate

Design, um die Gestaltung von Schaukästen und die Organisation von Veranstaltungen.

Frau Lux, 2,5 Stunden in der Woche für diesen Aufgabenkatalog – reicht das aus?

Sicherlich mçchte und kçnnte man immer mehr machen. Aber andererseits kann man auch in zweieinhalb

Stunden schon viel bewegen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es erstmal sehr hilfreich ist, überhaupt

einen eigenständigen Bereich für Öffentlichkeitsarbeit einzurichten, sodass die Verantwortlichkeit eindeutig geregelt

ist. Wir haben uns in der Startphase Unterstützung von einer Agentur geholt. Die Beratung hat uns geholfen,

klare Strukturen einzuziehen.

Was hat sich in den zwei Jahren bewegt, seitdem Sie den Bereich Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich übernommen

haben?

Eines unserer Kernziele, unser Image zu verbessern, haben wir bereits erreicht. Durch zwei Kampagnen im

Stadtteil sind wir bekannter geworden und werden sehr viel stärker und positiver wahrgenommen als vorher.

Durch die klare Zuständigkeit fallen Ideen, Anregungen und Themen aus dem Kollegium jetzt auf fruchtbaren

Boden. Es verpufft einfach weniger. Abdrucke und Präsenz in den Medien haben zugenommen – mittlerweile

geben wir rund 30 Presse-Informationen im Jahr heraus. Auch die interne Wirkung ist nicht zu unterschätzen:

Viele Kolleginnen und Kollegen kommen auf mich zu und bedanken sich, dass die Homepage jetzt immer aktuell

ist.

www.oeffentlichkeitsarbeit-schule.de

Wie sind Sie in die internen Abläufe der Schule eingebunden?

Ich treffe mich im Sinne eines Jour fixe regelmäßig mit unserem Schulleiter. Hier besprechen wir alle aktuellen

Themen. Zudem haben wir eine Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit, die sich neben dem Schulleiter und mich

durch unsere Abteilungsleiterin 5 bis 7 und einer externen Beraterin unserer PR-Agentur ergänzt. Hier planen

wir strategisch, erstellen Jahrespläne und entwickeln den roten Faden für unsere Öffentlichkeitsarbeit. Ansonsten

nutze ich Gremien wie die Lehrerkonferenz, um wichtige Themen zu transportieren. Ganz wichtig sind die

informellen Kontakte zu meinen Kolleginnen und Kollegen. Ich bringe mich immer wieder in Erinnerung, andererseits

sprechen mich die Kollegen mittlerweile auch von sich aus an, wenn sie çffentlichkeitswirksame Themen

haben. Seitdem ich als Ansprechperson für Öffentlichkeitsarbeit feststehe, wissen sie ja auch, wohin mit

ihren Themen. Das hat sich wirklich bewährt, auch schon in so kurzer Zeit.

Was halten Sie für notwendig, damit Schulen Öffentlichkeitsarbeit wirklich professionell betreiben kçnnen?

Unabhängig von der Grçße der Schule müsste man eine halbe Stelle für Öffentlichkeitsarbeit einrichten, ein

eigenes Büro wäre gut, ein eigener Rechner, ein Telefon, ein Handy und ein Fotoapparat – und los geht’s.

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STADTTEILSCHULE NIENDORF

Abb.: Organigramm der Stadtteilschule Niendorf (Stand 01/2011)









































































































































































































































































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