Nr. 4 - oeku Kirche und Umwelt

oeku.ch

Nr. 4 - oeku Kirche und Umwelt

OeKU

Nachrichten

Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche und Umwelt

Nummer 4, Dezember 2001

„Wer in einer Oase weilt, ist für

die Bewässerung der Wüste verloren.“

Ich weiss nicht, wo ich diesen Satz

aufgeschnappt habe, aber er begleitet

mich seit einiger Zeit. Die Ereignisse

und Hintergründe im Zusammenhang

mit Afghanistan lassen

mich genauso darüber grübeln wie

unser Umweltverhalten, das die

Grundlagen der nächsten Generationen

zerstört. So suche ich mit

dem „Oasenbild“ nach Antworten:

Wer könnte die Oasenbewohner

motivieren – oder zwingen? Dieser

Weg führte mich bis jetzt nie zu

einer Lösung, es gab immer zu viele

Auswege…

Die Wüste könnte schreien – es

nützt aber nichts, wenn sie nicht

gehört wird, weil das Plätschern des

Wassers in der Oase zu laut ist…

Die Boten, die ihr zur Verfügung stehen

sind bedeutungslos. Die Wüste

müsste etwas bieten können, das

die Oasenbewohner unbedingt haben

wollen und nur durch Bewässerung

zu kriegen ist…

Gedankensplitter von

Dorothea Loosli-Amstutz

In dieser Ausgabe

Zur Revision des Tierschutzgesetzes 2

SchöpfungsZeit 2001 3

Energiekurse 2001 6

Mitteilungen 8

Schwerpunkt Heftmitte

Erd-Charta 4 – 5

JEANINE KOSCH

Bauplan für eine heile Welt

"Lothar" – ist lange her. Algerien

und seine Umweltsünden – sind

weit weg. Und wer mag schon etwas

gegen den schönen und (zu)

warmen Sommer und Herbst einwenden.

Die Kritik an der neuen

Erd-Charta ist also vorprogrammiert.

Allerdings belegt eine

UNIVOX Studie von 1999: Die

Mehrheit der Bevölkerung ist der

Ansicht, dass Umweltschutz im

staatlichen Handeln eine noch

grössere Bedeutung haben sollte.

Umweltschutz ist also keineswegs

Schnee von gestern, auch

kein Nischenkampfplatz einiger

weniger Menschen mit alternativem

Lebensstil. In der heutigen

globalen Situation heisst die Umwelt

und Mitwelt schützen "Verantwortung

übernehmen für einander,

für die grössere Gemeinschaft

allen Lebens und für zukünftige

Generationen". So formuliert es

die Präambel der Erd-Charta.

Die Erd-Charta formuliert Leitlinien

für das Verhalten des Einzelnen,

von Organisationen, von

Wirtschaft, Regierungen und übernationalen

Einrichtungen. Dahinter

steckt die Notwendigkeit von

gemeinsamen Grundwerten als

ethischem Fundament für die entstehende

Weltgemeinschaft. Es

geht darum, dass wir Verantwor-

tung übernehmen für unser Handeln

und die Konsequenzen, die

sich daraus ergeben. Die Erd-

Charta erinnert uns daran, dass

ökologisches Gleichgewicht, soziale

Gerechtigkeit sowie Demokratie,

Gewaltfreiheit und Frieden

zum "Heil der Welt" gehören.

An Weihnachten feiern wir das

Kommen Gottes auf die Erde und

beten um Frieden für diese Erde.

Ostern ist die Erinnerung an das

"Heil der Welt", das aus dem Holz

des Kreuzes aufersteht. Täglich beten

wir "geheiligt werde Dein

Name"… – Was hindert uns also

daran, als Christinnen und Christen

aktiv an einer heilen Welt zu

bauen und als ersten Schritt die

Erd-Charta zu unterzeichnen und

danach zu handeln?

Jeanine Kosch, Theologin und Kantonsrätin

der Grünen in Zürich setzt sich ein für

nachhaltiges Denken und Handeln in Kirche

und Politik.

Die Erd-Charta kann von Einzelpersonen

und Organisationen auf der Homepage

www.earthcharter.org unterzeichnet

werden. Der Vorstand der OeKU

hat die Charta am 12.12.2001 angenommen

und empfiehlt sie zur Unterzeichnung

weiter. Siehe Seiten 4+5


OeKU-Nachrichten 4/01

Revision des Tierschutzgesetzes

In seiner Vernehmlassungsantwort an das Volkswirtschaftsdepartement

unterstützt der OeKU-Vorstand die Stossrichtung der Revision des

Tierschutzgesetzes und befürwortet die darin enthaltene begrenzte

Lockerung des Schächtverbotes.

Der OeKU-Vorstand unterstützt die Gesetzesrevision namentlich

was die Beibehaltung des Schutzniveaus für die Tiere und die Verbesserung

des Vollzugs der Tierschutzgesetzgebung anbelangt. Da

dem Tierschutzgesetz von 1978 z. T. noch immer nicht nachgelebt

wird, begrüsst der OeKU-Vorstand die neuen Vollzugsinstrumente

in den Bereichen Information, Ausbildung und Motivation sowie

die Einführung von Leistungs- und Zielvereinbarungen.

Folgende Überlegungen bezüglich der Lockerung des Schächtverbots

waren dem OeKU-Vorstand zentral:

• Die Schlachtung von Tieren

ohne Leiden kann es schwerlich

geben. Spezialisten sind

sich nicht einig, ob das Leiden

des Tieres beim Schächten

wesentlich grösser ist als bei

den bei uns üblichen Schlachtmethoden

(auch mit Betäubung).

Angesichts einer solchen

Unsicherheit ist aber ein

schwerwiegender Eingriff in

die Religionsfreiheit problematisch.

• Die Minimierung von Leiden

ist auch beim Schächten ein

Anliegen, wie die einschlägigen

rituellen Vorschriften zeigen.

• Ein konsequentes Schächtverbot

aus tierschützerischen

Gründen würde auch ein Importverbot

für geschächtetes

Fleisch implizieren – was

glücklicherweise niemand verlangt,

denn dies bedeutete ein

Verbot des Fleischgenusses für

religiöse Minderheiten.

• Eine kontrollierte Lockerung

des Schächtverbotes im Sinne

einer Ausnahmeregelung – so

der Vorschlag der TschG-Revision

– garantiert zumindest

eine fachgerechte Durchführung

der Schlachtung in der

Schweiz mit möglichst geringem

Leiden für die Tiere.

• Das Schächten ist eine religiöse

Handlung und darf darum

nicht einfach nur nach rein

biologisch-tierschützerischen

Gesichtspunkten betrachtet

werden. Als religiöse und rituelle

Handlung garantiert die

Praxis des Schächtens das Bewusstsein

der Problematik des

Tötens von Tieren besser als

andere Tötungsmethoden

(Massenschlachtungen, maschinelle

Tötung). Der Respekt

vor dem Tier als Geschöpf

scheint durch die Anrufung

Gottes eher gewährleistet.

Dies mag zwar dem Tier

vordergründig wenig nützen.

Dennoch scheint uns der Respekt

des Menschen anderen

Geschöpfen gegenüber beim

Nehmen von Leben in einer

liturgischen Form ein Element

zu sein, das im Menschen die

grundsätzliche Problematik

seines Tuns wach hält.

IMPRESSUM: Herausgeber/Editeur: Oekumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche und Umwelt (OeKU)/

Communauté Oecuménique de Travail Eglise et Environnement (COTE), PF/CP 7449, 3001 Bern, T 031 398 23 45,

F 031 398 23 47, Mail: oeku@kirchen.ch, Net: www.kirchen.ch/oeku. Redaktion/Rédaction: Kurt Zaugg-Ott

(zg), Kurt Aufdereggen (ak). Layout: Kurt Aufdereggen. Übersetzung/Traduction: Martine Besse, Biel. Druck,

Versand/Impression, diffusion: Basisdruck, Waldhöheweg 33A, 3013 Bern. Adressänderungen bitte an OeKU.

• Wichtiger und entscheidender

als die Todesart eines Tieres erscheint

uns zudem aus ethischer

Sicht die Art und Weise

seines Lebens vor dem Tod. In

der täglichen Praxis der Tierhaltung

in unserem Land wird

Nutztieren auch heute durch

Überzüchtung, wenig artgerechte

Haltung, Tiertransporte

usw. viel Leid zugemutet.

Die Verbesserung der Lebensmöglichkeiten

unserer Nutztiere

und die allgemeine Reduktion

des Fleischkonsums

scheinen uns darum wichtiger

als das Verbot einer bestimmten,

historisch und religiös verwurzelten

Form der Schlachtung.

zg/OeKU

Was ist Schächten?

Das Schächten als rituelle religiöse

Handlung, die bei Juden und

Moslems gleichsam ausgeführt

wird, besteht darin, dass das zu

schlachtende Tier niedergelegt und

der Schächtschnitt vollzogen wird.

Dabei werden mit einem speziellen

Schächtmesser alle Weichteile

des Halses (Luft- und Speiseröhre

sowie Blutgefässe) mit einem

Schnitt durchtrennt, so dass das

Tier in der Folge ausgeblutet werden

kann. Dies wiederum ist damit

begründet, dass den Juden der

Genuss von Blut untersagt ist (Gen

9,4), da dieses als Träger der Seele

und Sitz des Lebens gilt, über das

nur Gott allein verfügen darf. Die

Einführung des Schächtverbotes

1893 hat einen klar antisemitischen

Hintergrund.

Vgl.: Art. „Schächtverbot“ in: Historisches

Lexikon der Schweiz.

2


OeKU-Nachrichten 4/01

Schöpferische SchöpfungsZeit

Aktive Kommission im Kanton Aargau

Unsere Kommission "Bewahrung der Schöpfung"

konnte dieses Jahr verschiedene Veranstaltungen

in Aarau und Laufenburg durchführen. In der

Stadtkirche Aarau fanden unter der Leitung von

Pfr. Richard Nöthiger ein reformierter Gottesdienst,

in Laufenburg in der reformierten Kirche

mit Frau Pfarrerin Verena Salvisberg und Herrn

Pfr. Walter Schärli ein oekumenischer Gottesdienst

statt. Mitgewirkt haben jeweils mit kürzeren

Ansprachen und Lesungen Mitglieder der

Kommission. Der Gottesdienstbesuch war beiderorts

sehr gut.

Im Anfang schuf Gott den Himmel

und die Erde. Die Erde war aber

wüst und öde, und Finsternis lag auf der

Urflut, und der Geist Gottes schwebte

über den Wassern. (1. Mose 1,1.2)

In Laufenburg

führten wir drei

vorbereitende Diskussionsabende

durch. Einführende

Referate von Fachleuten

zu den Themen "Landschaftsverbrauch ist

Bodenverbrauch" und zum "Boden aus biologischer

Sicht" erhielten jeweils partnerschaftlich die

theologische Sicht beider Konfessionen beigestellt.

Es ergaben sich lebhafte und ergiebige Diskussionen.

Alle Anwesenden erlebten wunderbar

ganzheitliche und tiefgründige Veranstaltungen.

Gerhard Ammann

Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen in Kleindöttingen

gestalteten einen Weg auf dem Hügel vor der Antoniuskirche.

Glarner Fridolin wandert auf festem Boden

Die Schöpfungsbericht-Zitate auf dieser Seite dienten als Impulse für

die Gesprächsabende der Aargauer Kommission „Bewahrung der Schöpfung“.

Besinnlicher Erlebnisweg in Kleindöttingen

In der Antoniuspfarrei von Kleindöttingen hat

sich eine Gruppe katholischer Oberstufenschülerinnen

und -schüler im Rahmen des Religionsunterrichts

mit dem Thema „Boden“ auseinander

gesetzt. Unter der Leitung des Jugendseelsorgers

und der Katechetin befassten sich die Klassen mit

der Bedeutung der Erde für das Leben, mit Aussagen

aus dem biblischen Schöpfungsbericht und

der Rede des Häuptlings Seattle an den Präsidenten

der Vereinigten Staaten im Jahre 1855.

Vom 14. bis 21. September war die Ausstellung

„Erlebnis Boden“ im Stadtglarner Fridolinsheim

zu sehen. Neben den Schautafeln lag eine Untersuchung

über die Entstehung und Bedeutung des

Glarner Bodens vor. Die gutbesuchte Ausstellung

wurde von der katholischen Kirchgemeinde Glarus-Riedern-Ennenda,

von den reformierten

Kirchgemeinden Glarus-Riedern und Ennenda sowie

vom kantonalen Amt für Umweltschutz getragen

und durch ein vielfältiges Rahmenprogramm

ergänzt. So traten an der Eröffnungsfeier der Landesstatthalter

und der Männerchor

Glarus auf. Die Materialien der OeKU

konnten auch zur Gestaltung des Bettag-Gottesdienstes

verwendet werden.

Christoph Baumgartner/ak

Dann pflanzte Gott der

Herr einen Garten in

Eden gegen Osten und setzte

den Menschen darein, den er

gebildet hatte. (1. Mose 2,8)

Mit Spaten, Schaufeln

und Eimern widmeten

sich die Mädchen

und Jungen

auch praktisch dem

Boden und bauten

beim Pfarreizentrum

einen Bodenerlebnisweg,

welcher bis zum Einbruch des Winters begehbar

blieb. Hier konnte erlebt werden, dass die

Fussreflexzonen ganz unterschiedlich auf feuchte,

warme, harte, weiche, kühle, spitzige, glatte

und rauhe Flächen reagieren. Kurze Texte am

Wegrand luden ein, sich Gedanken zum Thema

Boden zu machen. Claudia Rüegsegger/ak

3


OeKU-Nachrichten 4/01

Erd-Charta: Wegweiser in die Zukunft

VON KURT ZAUGG-OTT

Der OeKU-Vorstand hat an seiner Dezember-Sitzung die Unterzeichnung der Erd-Charta beschlossen

und empfiehlt Kirchen, Kirchgemeinden und kirchlichen Gruppen, dies ebenso zu tun.

Der Text der Erd-Charta ist für die Diskussion in Gruppen geeignet. Einige Passagen lassen sich

auch in gottesdienstlichen Anlässen verwenden.

Mit der Erd-Charta hätte am Erdgipfel in Rio

de Janeiro im Jahr 1992 ein grundlegender und

verbindlicher ethischer Rahmen für verschiedene

Aufgaben und Anliegen der Agenda 21 geschaffen

werden sollen. Die Bemühungen um eine gemeinsame

Charta scheiterten jedoch. Neue Impulse

kamen wenige Jahre danach vom "Rat der

Erde" (Earth Council, Costa Rica) und vom Internationalen

Grünen Kreuz. Unterstützt wurden die

beiden Organisationen von der niederländischen

Regierung. 1995 wurde in Den Haag zusammen

mit anderen Nichtregierungsorganisationen eine

Kommission für die Erd-Charta gegründet. Nach

der Überarbeitung mehrerer Entwürfe konnte im

Juni 2000 in Den Haag die endgültige Fassung der

Erd-Charta verabschiedet werden.

Die Erd-Charta-Initiative ist heute in über 40

Ländern verankert und versucht, den Text der

Erd-Charta auf die Tagesordnung des "Weltgipfels

zur nachhaltigen Entwicklung" im September

2002 in Johannesburg zu bringen und dessen Bestätigung

zu erreichen.

Ziele der Erd-Charta-Initiative sind u. a.:

• Einen weltweiten Dialog über gemeinsame

Werte und globale Ethik zu fördern.

• Die Erd-Charta auf der ganzen Welt als Vertrag

der Völker bekannt zu machen, der das Bewusstsein

und das Engagement für die Werte

der Erd-Charta weckt und deren Umsetzung

voran bringt.

Die Erd-Charta fördert das globale Bewusstsein

Aus der Präambel:

"Wir stehen an einem kritischen Punkt der Erdgeschichte,

an dem die Menschheit den Weg in ihre

Zukunft wählen muss. Da die Welt zunehmend

miteinander verflochten ist und ökologisch zerbrechlicher

wird, birgt die Zukunft gleichzeitig grosse

Gefahren und grosse Chancen. Wollen wir vorankommen,

müssen wir anerkennen, dass wir trotz

und gerade in der grossartigen Vielfalt von Kulturen

und Lebensformen eine einzige menschliche

Familie, eine globale Gemeinschaft mit einem gemeinsamen

Schicksal sind. Wir müssen uns zusammentun,

um eine nachhaltige Weltgesellschaft zu

schaffen, die sich auf Achtung gegenüber der Natur,

die allgemeinen Menschenrechte, wirtschaftliche

Gerechtigkeit und eine Kultur des Friedens

gründet. Auf dem Weg dorthin ist es unabdingbar,

dass wir, die Völker der Erde, Verantwortung übernehmen

für einander, für die grössere Gemeinschaft

allen Lebens und für zukünftige Generationen.

Wir haben die Wahl: Entweder bilden wir eine globale

Partnerschaft, um für die Erde und füreinander

zu sorgen, oder wir riskieren, uns selbst und

die Vielfalt des Lebens zugrunde zu richten. Notwendig

sind grundlegende Änderungen unserer

Werte, Institutionen und Lebensweise. Wir müssen

uns klar machen: sind die Grundbedürfnisse

erst einmal befriedigt, dann bedeutet menschliche

Entwicklung "mehr Sein" und nicht "mehr Haben"."

4


OeKU-Nachrichten 4/01

In vier thematische Bereiche aufgeteilt stellt die

Charta 16 Grundsätze für einen anderen Umgang

mit Mitwelt und Mitmensch vor: 1) Achtung vor

dem Leben und Sorge für die Gemeinschaft des

Lebens, 2.) Ökologische Ganzheit, 3.) Soziale und

wirtschaftliche Gerechtigkeit, 4.) Demokratie,

Gewaltfreiheit und Frieden. Nachfolgend die ersten

drei Grundsätze zum ersten Themenbereich:

1. Achtung haben vor der Erde und

dem Leben in seiner ganzen Vielfalt.

a. Erkennen, dass alles, was

ist, voneinander abhängig ist

und alles, was lebt, einen

Wert in sich hat, unabhängig

von seinem

Nutzwert für die

Menschen.

b. Das Vertrauen

bekräftigen

in die

unveräusserliche

Würde

eines jeden

Menschen

und in die

intellektuellen,

künstlerischen,

ethischen

und spirituellen

Fähigkeiten

der Menschheit.

3. Gerechte, partizipatorische, nachhaltige und

friedliche demokratische Gesellschaften aufbauen.

a. Sicherstellen, dass die Menschenrechte und

Grundfreiheiten überall gewährleistet werden und

jeder Mensch die Chance bekommt, seine Begabungen

voll zu entfalten.

b. Soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit

fördern, die es allen ermöglicht, ein materiell gesichertes

und erfülltes Leben zu führen, ohne dabei

ökologische Grenzen zu verletzen.

Kontakt und Adresse

Der deutsche Text der Erd-Charta kann mit vielen

zusätzlichen Informationen von der Homepage

der Ökumenischen Initiative "Eine Welt" heruntergeladen

werden: www.oeiew.de.

Die Unterzeichnung der Charta erfolgt für Einzelpersonen

und Organisationen über das Internet:

www.earthcharter.org

Earth Charter International Secretariat

c/o Earth Council

P.O. Box 319-6100 San José, Costa Rica

Phone: (506) 205-1600/ Fax: (506) 249-3500

E-mail: info@earthcharter.org

Website: www.earthcharter.org

2. Für die Gemeinschaft

des Lebens in

Verständnis, Mitgefühl

und Liebe sorgen.

a. Anerkennen, dass mit dem

Recht auf Aneignung, Verwaltung und

Gebrauch der natürlichen Ressourcen die

Pflicht verbunden ist, Umweltschäden zu vermeiden

und die Rechte der Menschen zu schützen.

b. Bekräftigen, dass mit mehr Freiheit, Wissen

und Macht auch die Verantwortung für die Förderung

des Gemeinwohls wächst.

5


OeKU-Nachrichten 4/01

Heimatschutzpreis für Gerhard Ammann

Langjähriger Präsident

des Aargauischen Bundes

für Naturschutz, ehemaliger

Kantonsschullehrer,

Wegbereiter und Aufklärer,

unermüdlicher Inventarisator,

Präsident der

Aargauer Kommission

„Bewahrung der Schöpfung“:

der vielfältige Geograf

Gerhard Ammann ist

im Herbst mit dem Heimatschutzpreis des Kantons

Aargau ausgezeichnet worden.

Bei der Preisübergabe im Naturama-Neubau

bezeichnete der Stadtammann von Aarau den Natur-

und Landschaftsschutz, wie ihn Gerhard Ammann

seit Jahrzehnten betreibt, als „gesellschaftliche

Zukunftsaufgabe“. Auch Ammann sah seine

Würdigung nicht als ein Zeichen für eine je abzuschliessende

Leistung, sondern als eine Verpflichtung

zum Weitermachen. Deshalb gab er den mit

10’000 Franken dotierten Preis gleich an Konrad

Pfeifer, den Präsidenten der Stiftung Galegge in

Suhr weiter und freute sich über die Worte des

Aargauer Baudirektors Beyeler: „Wir müssen die

Stimmen der Natur ernst nehmen. Natur- und Heimatschutz

fangen in unseren Köpfen und Herzen

an!“

ak

Kalender zum UNO-Jahr der Berge

Zum Internationalen Jahr der Berge kann bei der

Stiftung Bildung und Entwicklung ein grossformatiger

Kalender „Berge 2002“ und verschiedenes

Begleitmaterial bestellt werden. Der Kalender wurde

im Auftrag der Direktion für Entwicklung und

Zusammenarbeit (DEZA) realisiert und kann gratis

bezogen werden. Weitere Materialien für den

Unterricht können zusätzlich bestellt werden. ak

Bestelladresse:

Stiftung Bildung und Enwicklung, Tel 031 389 20 21, Fax -29,

info@bern.globaleducation.ch, www.globaleducation.ch

Energie-Sparpotenzial in Kirchen

An den diesjährigen Energiekursen der OeKU in

Visp/VS und in Langenthal haben insgesamt 53

Personen teilgenommen. Die beiden Kurse sind

von Energie Schweiz und den Reformierten Kirchen

Bern-Jura finanziell unterstützt worden und

bei den Teilnehmenden auf ein gutes Echo gestossen.

Im Wallis wurde von der kantonalen

Energiefachstelle das Angebot gemacht, bei jeder

Energieverbrauchs- und Effizienzanalyse einer

Pfarrei die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

Die kantonalen Energiefachstellen und regionalen

Energieberater haben aufgezeigt, dass mit

einfachen Verhaltensänderungen und mit modernen

Steuerungsgeräten bis zu 40 Prozent der Heizenergie

(und der

dadurch anfallenden

Kosten!) eingespart

werden können.

ak

Mit diesem Plakat hat der

deutsche Solarkraftwerksbauer

SolarWorld.de anlässlich

des Klimagipfels in Bonn für

seine Produkte geworben.

„Internationales Jahr der Berge“ 2002

Mit dem zehnten Jahrestag des Erdgipfels von Rio

fällt 2002 das UNO-Jahr der Berge zusammen. Die

Agenda 21 für eine nachhaltige Entwicklung widmet

den Berggebieten ein eigenes Kapitel, das

Kapitel 13: „Die Bergregionen sind wichtige Quellen

für Wasser, Energie, Mineralien, forst- und landwirtschaftliche

Produkte, und sie sind Erholungsgebiete.“

In der Schweiz und den benachbarten Ländern

richtet sich der Blick deshalb auf die Alpen, das

grösste und höchste Gebirgsmassiv Europas.

Andreas Weissen, Leiter des Alpen-Programms

beim WWF Schweiz, bezeichnet die Alpen als ein

geologisches Freilichtmuseum und hat beim WWF

eine Alpenkampagne mit Lehrmitteln für Schulen

und weitere Interessierte gestartet. ak

Weitere Informationen zum Lebensraum Alpen:

www.kids-for-the-alps.net (WWF-Schulkampagne)

www.cipra.org (Alpenschutzkommission)

www.alpeninitiative.ch (Pro Umsetzung Alpenschutzartikel)

www.mountainwilderness.ch (Internat. AlpinistInnenbewegung)

www.alpenallianz.org (Gemeindenetzwerk „Allianz in den Alpen“)

www.wwf.ch (WWF, u.a. mit Stromlabel-Vergleich für Alpenschutz)

6


OeKU-Nachrichten 4/01

BÜCHER-

TIPP

Der Verein Lokale Agenda 21 hat einen

Leitfaden für Leute entwickelt,

die sich in ihrem Dorf oder Quartier

für die nachhaltige Entwicklung einsetzen

möchten.

Nach dem umfangreichen „Handbuch

Lokale Agenda 21“ (vgl. OeKU

Nr. 3/00) gibt die Broschüre "Grosses

fängt im Kleinen an" hilfreiche Anstösse

zu nachhaltigen Taten im Alltag.

Neben zwölf weiteren Organisationen zeigt

auch die OeKU praktische Handlungsmöglichkeiten

im eigenen Umfeld auf. Die

sechs informativen Kapitel widmen sich

unter anderem den Bereichen Gesundheit,

Naturschutz, Finanzen, Energie und werden

mit Beispielen aus Gemeinden in der

ganzen Schweiz abgerundet.

Ein hilfreicher Adressenteil

komplettiert das Serviceangebot

des 72 Seiten

starken Readers. Der Leitfaden

(dt/frz/it) ist für 15.-

beim Verein "Lokale Agenda

21" c/o ecos.ch, Postfach,

4001 Basel, Tel. 061

205 10 00, www.agenda-

21.ch erhältlich.

Beilage: Tiere in der Bibel

Eingefaltet in diese Ausgabe der

OeKU-Nachrichten finden Sie

einen Hinweis auf die kürzlich

erschienene KiK-Arbeitsmappe

„Tiere in der Bibel“.

Der KiK-Verlag ist ein Unternehmen

des KiK-Verbands

(„Kinder in der Kirche“) und

realisiert für alle Altersstufen

Produktionen im Bereich von

Lebens- und Glaubensfragen.

Stadt Bern: Weniger

Ausgaben dank Ökologie

Die Stadt Bern macht ernst mit

dem Umweltschutz in der Verwaltung

und will in den nächsten

drei Jahren für Fr. 860’000.– die

Arbeit der Verwaltung nach ökologischen

Kriterien verbessern.

Dadurch würden mittelfristig

Kosten eingespart. Die Stadtgärtnerei

verzichte schon heute

auf Chemikalien und vermeide

Leerfahrten mit Lastwagen.

Agenda

Liturgie für die Erde

Experimentelle Spiritualität des Netzwerks Junger Erwachsener mit Andreas Fischer

Offene Kirche St. Leonhard in St. Gallen, Sonntag, 6. Januar 2002, 18.30 Uhr

Kirchliche Erwachsenenbildung der ev.-ref. Kirchen St. Gallen/Appenzell, T 071 227 05 30, akeb@ref-sg.ch

Durchatmen – Loslassen – Auftanken

Für Frauen und Männer in der Seelsorge, Bildungshaus Propstei, Wislikofen

Termine: 13. Januar / 10. Februar / 10. März / 7. April 2002

Anmeldung: Bildungshaus Propstei, 5463 Wislikofen, T 056 2431355, F 056 2431712, Email: leitung@propstei.ch

Tagung: Auf die UNO angewiesen?

Die Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax lädt zu einer Tagung ein. Es diskutieren

u.a. Botschafter Erwin H. Hofer, Weihbischof Dr. Peter Henrici, SEK-Präsident Thomas

Wipf, Adolf Muschg, Bruno Frick, Jürg Krummenacher, etc.

Datum und Ort: Freitag, 1.2.2002, 19h bis 2.2.2002, 17h, Paulus-Akademie, Zürich

Detailprogramm und Anmeldung bis 28.1.2002 bei: Paulus-Akademie, Carl Spitteler-Strasse 38, 8053 Zürich

Tel 01 381 34 00, Fax 01 381 95 01, Web: www.paulus-akademie.ch, Email: paz.veranstaltungen@bluewin.ch

Ausbildungsmodul naturnahes Gärtnern

Die Grundlagen des naturnahen Gärtnerns werden vermittelt und Anleitungen zur Gestaltung

von Aktionen mit vorhandenen Hilfsmitteln erlernt.

Daten: 23. März, 26. / 27. April, 7. / 8. Juni, 14. September 2002, jeweils 9.00 – 16.30 Uhr

Kursorte: Bern, Langenthal, Lenggenwil, Gränichen, Frick, Zürich

Detailprogramm und Anmeldung bis 28. Februar 2002 bei: Büro naturnah, Hansjürg Hörler, Seestrasse 2, 3600

Thun, Tel. 033 222 87 25, Email hoerler@naturnah.ch

Stadt Bern: Weniger

Ausgaben für Ökologie

Weniger erfreulich sind die

Nachrichten aus dem Ökozentrum

Bern: Auch eine von der

Stadt genehmigte Unterstützung

in letzter Minute konnte das

Ökozentrum nicht mehr vor seinem

Ende retten – das Kompetenzzentrum

am Bollwerk muss

auf Ende Januar 2002 seine Geschäftsaktivitäten

einstellen und

hat allen MitarbeiterInnen die

Kündigung ausgesprochen.

Einschneidende Sparrunden im

Umweltbereich und veränderte

gesellschaftliche und politische

Prioritäten führten zu einem

massiven Auftragsrückgang und

damit verbundenen Finanznöten,

welche den Stiftungsrat zur

Ultima Ratio gezwungen haben.

7


OeKU-Nachrichten 4/01

Mitteilungen

Lukas Vischer: 75 und kein bisschen müde

Am 23. November hat der reformierte Theologe

Lukas Vischer in Genf seinen fünfundsiebzigsten

Geburtstag gefeiert. 1986 war Lukas Vischer massgeblich

an der Gründung der OeKU beteiligt und

begleitete sie zehn Jahre als Vorstandsmitglied.

Während seiner langjährigen Tätigkeit beim Ökumenischen

Rat der Kirchen hat Vischer ein weltweites

Kontaktnetz geknüpft und sich im Besonderen

für ökologische Anliegen eingesetzt.

Der unermüdliche Ökumeniker engagiert sich

über die Steuerungsgruppe des Europäischen

Christlichen Umweltnetzwerkes weiterhin aktiv für

Umweltfragen innerhalb der Kirche und ist mit

seiner reichen Erfahrung bis heute eine wichtige

Stütze der OeKU.

ak

"Lebens-Luft – vive l'air!"

Thema und Slogan für die Aktion Schöpfungs-

Zeit 2002 stehen fest. Die OeKU plant für das

kommende Jahr eine „luftvolle“ Aktion, bei der

sich auch Kinder und Jugendliche mit kreativen

Aktionen beteiligen können. Das Magazin

zur SchöpfungsZeit wird in der ersten Mai-

Woche erscheinen. Mit der Arbeitsdokumentation

kann bis Juni gerechnet werden. zg

Mitgliederversammlung 2002

Nördlich von St-Imier befinden sich zwei für die

Schweiz wichtige, zukunftsorientierte Energieanlagen.

Beide nutzen erneuerbare Energien und

verwandeln sie in Strom: das Windkraftwerk in

Mont Crosin und das Fotovoltaikzentrum Mont

Soleil. Die beiden Anlagen sind durch einen 4,5

km langen, attraktiven Erlebnispfad verbunden.

In diese spannende Gegend führt uns die Mitgliederversammlung

2002. Sie ist für den Samstag, 25.

Mai 2002 geplant und sieht – neben der ordentlichen

Versammlung – eine Besichtigung des Windparks

vor. Merken Sie sich den Termin bitte vor.

Die Einladung folgt im Frühjahr.

Rückenwind geben, frische Luft hineinbringen

und auch einmal tief Luft holen: dies soll unter

den drehenden Windrädern von Mont Crosin

besonders gut gelingen und die SchöpfungsZeit

2002 in Bewegung bringen: „Lebens-Luft – vive l’air!“

AZB

3001 Bern

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