MANmagazin Ausgabe Bus 2/2014

MAN.WebKiosk

Starke Leistung. Bei der Entwicklung von Motoren setzt MAN auf mehr als 100 Jahre Kompetenz und Innovationskraft. Für Busse bieten wir den richtigen Antrieb für jede Anforderung. Lesen Sie außerdem in der Bus-Ausgabe des MANmagazins, was MAN-Entwickler beschäftigt, die für den Stadtverkehr der Zukunft forschen oder wie MAN Altteile zu hochwertigen Originalteilen aufbereitet. Zudem bieten wir Ihnen einen Vorgeschmack darauf, wie sich MAN auf der IAA präsentieren wird.

2/2014

Deutschland

Busmotoren-Entwicklung bei MAN

Starke Leistung


man magazin

2/2014

Entdecken Sie

das

Ausgabe auf dem Tablet.

auch als digitale

inhalt

Deutschland

04 Ein Mann für alle Fälle

Hendrik Schöler fährt einen Linienbus, der im

Notfall zum Rettungsfahrzeug wird.

Impressum

Das MAN magazin erscheint dreimal jährlich

in 16 Sprachen.

06 Dschungelprüfung

Volksbusse von MAN Latin America bringen

brasilianische Kinder zur Schule.

für Android

Einfach die

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downloaden:

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Herausgeber MAN Unternehmenskommunikation

Andreas Lampersbach,

Ungererstraße 69, 80805 München

Chefredakteur Florian Wöst

Redaktion Joachim Kelz,

Tel.: +49. 89. 1580-1175, magazin@man.eu,

www.man.eu

Verlag Burda Creative Group GmbH,

Arabellastraße 23, 81925 München,

Tel.: +49. 89. 9250-1320, Fax: +49. 89. 9250-1680,

www.burdacreative.com

Redaktion & Autoren Klaus-Peter Hilger (Ltg.),

Yasmine Sailer (Stv.), Tobias Birzer, Markus Boden,

Martin Kaluza, Richard Kienberger, Vanessa

Plodeck, Jenni Roth, Marcus Schick

ProjektmANAger Marlene Freiberger,

Sara Austen

Konzeption Stefan Lemle, A New Kind

ArtdireCtor Michael Weies, A New Kind

Grafik Micheline Pollach, Andrea Hüls,

Alexandra Barlow

Bildredaktion Elke Latinovic

Titelbild MAN

Lektorat Dr. Michael Petrow (Ltg.),

Jutta Schreiner

produktioN Burda Creative Group GmbH

Druck Gotteswinter und Aumaier GmbH,

Joseph-Dollinger-Bogen 22, 80807 München

Nachdruck mit Quellenangabe gestattet.

Änderungen sind mit der Redaktion

abzustimmen.

aboservice Thomas Mahler GmbH,

Postfach 50 04 65, 80974 München,

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Thomas.Mahler-ext@man.eu

Copyright ©2014 bei MAN

und Burda Creative Group GmbH

18 Titelthema

Bei der Entwicklung von Motoren setzt MAN auf mehr als 100 Jahre

Kompetenz und Innovationskraft. Für Stadtbusse gibt es verschiedene

Antriebslösungen für jede Anforderung.

30

36

08 Vier Herzen für ein Traumschiff

Die Viking Star bekommt vier umweltschonende

Motoren von MAN Diesel & Turbo.

10 Brandheiße Helfer

Die Geschichte der MAN-Feuerwehrfahrzeuge

12 News

Meldungen aus dem MAN-Kosmos

16 Eintauchen in die Welt von MAN

Auf der IAA Nutzfahrzeuge präsentiert sich

MAN mit einem emotionalen Markenauftritt.

18 Starke Leistung

Diesel, Erdgas oder Hybrid: MAN hat für jede

Anforderung den passenden Busmotor.

22 Profis fahren MAN

Weltweit genießen Fußballmannschaften

den Reisekomfort in Bussen von MAN.

26 Immer einen Schritt voraus

MAN-Entwickler forschen im Projekt UR:BAN

an Ideen für den Stadtverkehr von morgen.

30 Aus Alt mach Neu

In Nürnberg bereitet MAN Altteile zu

hochwertigen ecoline-Originalteilen auf.

Das Beste aus der MAN-Welt

Welche Innovationen wird MAN bei der

IAA 2014 vorstellen? Was beschäftigt die MAN-

Entwickler, die für den Stadtverkehr der Zukunft

forschen? Und wie wird aus einem alten

ein neuer Motor? Die zweite Aus gabe des

MANmagazin gibt Antworten auf diese und

weitere spannende Fragen. Es spiegelt die Welt

wider, aus der MAN kommt: eine technisch

geprägte Welt, mit interessanten Themen aus

dem Lkw- und Busbereich bis hin zu Turbinen

und Motoren, die in Schiffen oder Kraftwerken

zum Einsatz kommen.

Viel Freude und spannende Unterhaltung

mit dem MANmagazin – oder laden Sie sich

gratis die digitale Tablet-Ausgabe herunter,

erhältlich als App für iOS und Android.

Fotos: APPLE INC. Pr

48

36 Stadt, Land, Bus

Sightseeing-Busunternehmen in aller Welt

bauen auf MAN-Chassis.

40 Offshore

Per Schiff zum Windpark – unterwegs mit

einer Servicemannschaft

46 Heavy Metal

In Südafrika meistern MAN-Lkw harte

Bedingungen.

48 Die Kilometer-Millionäre

MAN-Busse fahren auch mit mehr als einer

Million Kilometern auf dem Tacho einwandfrei.

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man magazin

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my man

Ein Mann

für alle

Fälle

Hendrik Schöler, 41, ist seit 19 Jahren Busfahrer

bei den Verkehrsbetrieben Westfalen Süd

(VWS) in Siegen. Er ist einer von acht Fahrern,

die den Siegener Rettungsbus lenken dürfen –

einen Linienbus, der im Notfall zum Evakuierungsfahrzeug

umfunktioniert wird.

Wie wird der Rettungsbus eingesetzt?

Als Linienbus fährt er meist im Stadtverkehr.

Wenn es Alarm gibt, müssen alle Fahrgäste

aussteigen und werden von einem Ersatzbus

abgeholt. Dann geht’s mit Blaulicht und Sirene

zum Einsatzort. Die Feuerwehr braucht den

Bus, wenn viele Menschen evakuiert werden

müssen oder es viele Verletzte gibt. Mit Stehplätzen

finden bis zu 150 Personen Platz.

Sind Sie schon einen Einsatz gefahren?

Ja, das war sehr aufregend. Auf der Bahnstrecke

Siegen – Köln gab es einen Unfall mit dem

Regionalexpress. Als die Anforderung von der

Leitstelle kam, bin ich sofort zum Unglücksort

gefahren. Zum Glück gab es nur drei Leichtverletzte.

30 Passagiere, die aus dem Zug evakuiert

wurden, habe ich nach Betzdorf gebracht.

Ist der Bus besonders ausgestattet? Im

Inneren ist der MAN Lion’s City-Gelenkbus

mit Spezialhalterungen für Krankentragen

und Notarztequipment ausgerüstet. Dazu hat

er Blaulicht und Martinshorn und eine weißrote

Lackierung wie ein Feuerwehrauto.

Wie finden die Fahrgäste den Bus? Im

Stadtverkehr ist unser Rettungsbus eine echte

Attraktion. Ich sehe immer wieder Leute, die

den Bus fotografieren. Und Schüler sind natürlich

völlig begeistert, wenn sie mit dem

Rettungsbus mal zur Schule fahren dürfen.

Wandlungsfähig: Im Notfall

wird der Linienbus zum

Rettungsfahrzeug.

Foto: Tillmann Franzen

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man magazin

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Bildungsmobil: Der gelbe Volksbus holt

Kinder aus den ländlichen Gegenden

Brasiliens ab und bringt sie zur Schule.

Dschungelprüfung

Pedro ist zwölf Jahre alt und wohnt

am Stadtrand von Mata de São João im Bundesstaat

Bahia. Früher wäre es ihm nicht möglich

gewesen, täglich die Schule zu besuchen,

denn in seinem Vorort gibt es keinen öffentlichen

Nahverkehr. Doch seit 2007 findet ein

gelber Volksbus den Weg über die unbefestigten

Schotterstraßen in die Außenbezirke

von Mata de São João. Jeden Morgen bringt er

Pedro und die anderen Kinder zur Schule und

abends wieder zurück nach Hause. Die Initiative

heißt „Caminho da Escola“ (Schulweg) und

wurde von der brasilianischen Regierung ins

Leben gerufen. Ziel ist es, mit einer modernen

Busflotte Schulkinder aus ländlichen Gegenden

zum Unterricht zu bringen. Damit tragen

die Busse dazu bei, dass die Kinder regelmäßig

zur Schule gehen. MAN Latin America ent-

wickelte für das Programm zwei Volksbus-

Modelle, die mit verstärkter Federung und

redu ziertem Überhang an Front und Heck speziell

für schwere Straßenverhältnisse geeignet

sind. Die Schulbusse haben extragroße Türen,

Notfallfenster, bequeme Sitze mit Anschnallgurten

und eine eingebaute Geschwindigkeitsbegrenzung,

denn die Sicherheit der kleinen

Fahrgäste steht immer im Vordergrund.

Heute sind mehr als 14 000 Volksbusse

in verschiedenen Regionen Brasiliens für

„Caminho da Escola“ unterwegs. Damit stellt

MAN Latin America die meisten Fahrzeuge für

das Programm und trägt so wesentlich dazu

bei, die Bildung im Land zu fördern. Denn

ohne die Busse würden Pedro und Tausende

andere Schüler den weiten und beschwerlichen

Schulweg nicht meistern können.

Foto: Fernando Vivas/MAN Latin America pr

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Hoch hinaus: Per Kran wird

der Motor an Bord des

Kreuzfahrtschiffs gehievt.

Vier

Herzen

für ein Traumschiff

Mit 230 Meter Länge, 29 Meter Breite und

Platz für 944 Passagiere gehört sie zu den kleinen

Superluxusschiffen: die „Viking Star“, das

neueste Kreuzfahrtschiff von Viking Ocean

Cruises. Angetrieben wird der Luxusliner von

vier 32/44CR-Motoren von MAN Diesel &

Turbo. Auf der italienischen Werft Fincan -

tieri – Cantieri Navali Italiani S.p.A. wurden

die Motoren per Kran an Bord des Schiffs gebracht

und im Motorraum installiert.

Insgesamt acht Motoren liefert MAN

Diesel & Turbo für die Viking Star und ein

Schwesterschiff. Dabei kooperiert das Unternehmen

mit Alfa Laval, das die Abgasreinigungssysteme

für die Beseitigung von Schwefeloxid

bereitstellt. Durch die Kombination

der hocheffizienten MAN-Motoren mit dem

Abgasreinigungssystem können die neuen

Luxus-Kreuzfahrtschiffe die zunehmend

strengeren Bestimmungen für Schwefeloxidemissionen

in aller Welt auf sehr wirtschaftliche

Art erfüllen.

Passgenau: Im Motorraum des

Schiffs installieren Mechaniker den

ersten von vier MAN-Motoren.

Fotos: Fincantieri/MAN, Viking Star PR

Zukunftsvision: So soll die

„Viking Star“ ab 2015 auf den

Weltmeeren unterwegs sein.

Ein Video über den spektakulären

Einbau eines Motors

per Kran sehen Sie in der App.

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Brandheiße

Helfer

Auf MAN-Technik ist auch

im Alarmfall Verlass:

Seit 99 Jahren ist MAN ein

zuverlässiger Partner der

Feuerwehren. Die Branchenkompetenz

hat sich seit

1915 kontinuierlich weiterentwickelt

– bis zu den

heutigen hochmodernen

Löschfahr zeugen in Euro 6.

Durch den „Schell-Plan“, der

eine Typenreduzierung bei

Automobilen anstrebte, durfte

MAN ab 1938 nur noch

schwere Lkw bauen. Die

Feuerwehren brauchten aber

vor allem leichtere Fahrzeuge.

Daher dauerte es bis Ende der

1950er-Jahre, bis sich

MAN wieder im Feuerwehr-

Branchensegment

positionieren konnte.

1937

1985

Mit dem Frontlenker schlug

MAN 1985 ein neues Kapitel in

der Geschichte der Feuerwehrfahrzeuge

auf. Die neue mittelschwere

Reihe brachte MAN

einen sehr guten Ruf ein. Oft

stehen die Einsatzfahrzeuge

über Jahrzehnte im täglichen

Alarmdienst.

Mit der „Hauber“-Generation lieferte MAN in

den 1960er-Jahren den Feuerwehren Straßenund

Allradantrieb sowie starke Motoren mit

150 PS. So konnten die Einsatzkräfte ausrücken,

ohne Zeit zu verlieren.

1960

Gemeinsam mit dem Schweizer

Hersteller Saurer bot MAN ab 1915 die

ersten Feuerwehrfahrzeuge als Kardan

oder Kettenwagen an. Neben der zehnköpfigen

Mannschaft hatten auch

Leitern, Pumpe, Schläuche und andere

Löschgeräte auf dem Fahrzeug Platz.

1915

Fotos: MAN, Ziegler

2013

Heute gibt es wahre Multitalente

unter den Feuerwehrfahrzeugen wie

Hilfeleistungs- oder Flugfeldlöschfahrzeuge.

MAN ist mit den Baureihen

TGL, TGM und TGS sehr

stark auf dem Markt für Löschfahrzeuge

vertreten. Seit Herbst 2013

bietet MAN als erster Nutzfahrzeughersteller

Chassis für Einsatzfahrzeuge

in allen Abgaseinstufungen

von Euro 3 bis Euro 6 an.

Mehr zur Geschichte der MAN-Feuerwehrfahrzeuge

gibt es unter > www.man.eu/mankannfeuerwehr

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Platzsparend: Durch ihre kompakten

Maße und das leichte Gewicht können

die MAN-Motoren auf dem Dach der

Triebwagen untergebracht werden.

Feiern wie die Meister –

im MAN-Truck

Zu einem Rekordmeister

gehört ein passendes

Siegerfahrzeug. Beim

FC Bayern München ist das

ein umgebauter MAN TGX.

Alstom ordert weitere 200 Bahnmotoren

Der deutsche FuSSballMeister FC Bayern

München hat seinen 24. Titel beim Triumphzug

durch die Münchner Innenstadt

ausgiebig gefeiert. Der zum Cabrio umgebaute

MAN TGX mit dem Rekordmeister an

Bord startete an der MAN-Zentrale in München

und fuhr von dort auf den von Fans

gesäumten Straßen zum Marienplatz. 400

MAN-Mitarbeiter hatten sich zudem etwas

Besonderes einfallen lassen und bildeten für

ihre Stars eine MAN-Fankurve.

Auf der geräumigen Plattform des TGX

fand das gesamte Team mit Spielern, Trainer

Pep Guardiola und anderen Offiziellen Platz.

Der umgebaute Cabrio-Truck sorgte für freie

Sicht auf die Bayern-Stars, sodass die Fans

ihnen ungehindert zujubeln konnten. „Die

Mannschaft hat es sich verdient, nach dieser

tollen Saison ihren Erfolg gebührend zu feiern.

Ich freue mich darum, dass wir gemeinsam

mit unseren Partnern diesen Korso auf

die Beine stellen konnten“, sagte Karl-Heinz

Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC

Bayern München AG. Der Meister-Truck wurde

anlässlich des Triple-Siegs des FC Bayern vor

einem Jahr im Truck Modi fication Center in

Wittlich umgebaut. Dabei haben die Ingenieure

darauf geachtet, dass der Truck stabil genug

für die Freudentänze der Mannschaft ist.

Seit 2008 ist MAN Partner des FC Bayern

München und stellt den offiziellen Mannschaftsbus.

Zur kommenden Spielzeit wurde

die Partnerschaft bis 2016 verlängert.

Meisterfeier: Vor

der MAN-Zentrale

startete der Korso

des FC Bayern

seinen Triumphzug

durch die Münchner

Innenstadt.

Jubelspalier für die

Bayern-Stars: Am

Weg feiern Tausende

Fans den Sieg und

Meistertitel des

Bundesliga-Teams.

So sehen Sieger aus: Spieler

des FC Bayern halten die

Meisterschale in den Händen.

Fotos: Lennart Preiss/MAN (3), Alstom pr, MAN

für den dieselelektrischen Antrieb des Triebwagens Régiolis hat der französische Schienenfahrzeughersteller

Alstom 200 MAN-Motoren D2676 LE621 geordert. In einem ersten Serienauftrag

hatte Alstom 500 Motoren für den Regionalzug des französischen Bahnbetreibers SNCF

erhalten. Die Auslieferung der Triebwagen hat im April begonnen.

Jedes Fahrzeug ist mit vier oder sechs MAN-Motoren mit einer Leistung von 338 Kilo watt beziehungsweise

460 PS ausgestattet. Der effiziente Sechszylinder-Reihenmotor zeichnet sich aus

durch sein kompaktes und gewichtsparendes Design. Dadurch findet das komplette Antriebspaket

– bestehend aus Dieselmotor und Generator, Kühlanlage, Luftfilter, Abgasanlage, Elektrik und

Elektronik – auf dem Fahrzeugdach Platz. Der bessere Zugang vereinfacht die Wartung, und der

durchgängige Niederfluranteil im Innenraum steigert den Komfort für die Passagiere. Alstom

setzt die erste große Flotte von Niederflurtriebwagen mit Dachmotorkonzept in Europa ein.

MAN liefert Busse nach Sibirien

Mit Überlandbussen vom Typ MAN Fahrzeugübergabe. Die zwei- und dreiachsigen

MAN Lion’s Regio bieten Platz für bis zu

Lion’s Regio befördert das russische

Transportunternehmen Neotrans die 63 Fahrgäste. Angetrieben werden die Busse

Mitarbeiter von Russlands größtem Kohleproduzenten,

Siberian Coal Energy Rail-Dieselmotor.

von einem 310 PS starken MAN D20 Common

Company (SUEK), zu Kohlebergwerken in

der westsibirischen Stadt Kemerovo und

Umgebung. „Qualität, Sicherheit und

Zuver lässigkeit sind Grundwerte unseres

Unternehmens. Die MAN-Busse setzen

Maß stäbe in diesen Bereichen. Dass uns

ein renommiertes Industrieunternehmen

wie SUEK nun als Transportdienstleister

beauftragt hat, bestätigt uns zusätzlich

in unserer Entscheidung für

MAN“, sagte Sergey Verzhbitsky, Generaldirektor

bei Neotrans, anlässlich der Für Bergwerkmitarbeiter: MAN Lion’s Regio-Busse

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man magazin

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Pionier: Der Frachter Petunia

Seaways erfüllt bereits die strenge

Emissionsrichtlinie Tier III.

Ökologischer Vorreiter: Stockholm

hat die größte Flotte an

MAN-Hybridbussen weltweit.

einem SCR-System ausgerüstet – und erfüllt

damit die Tier III-Grenzwerte: Stick-

Bereit für Tier III

oxide im Abgas werden um über 80 Prozent

Am 1. Januar 2016 tritt „Tier III“, die reduziert. 2012 hatte das Unternehmen die 283

nächste Stufe der Emissionsrichtlinie für erste Order über ein Abgasrückführungssystem

für ein Containerschiff der Maersk Schiffsdieselmotoren der Internationalen

Einsatzfahrzeuge

Seeschifffahrts-Organisation (IMO), in Line erhalten. Der Herausforderung durch

Der deutsche Katastrophenschutz vertraut

Kraft. MAN Diesel & Turbo verfügt bereits Tier III begegnet MAN Diesel & Turbo darüber

hinaus mit Dual-Fuel-Motoren, die au-

164 MAN TGM mit Doppelkabine zur Dekon-

auf Allrad-Spezialfahrzeuge von MAN.

Das Bundesministerium des Innern stellt

heute über das Know-how und die Technologien

wie Abgasrückführung und selektive ßer mit Schweröl auch mit sauber verbrennendem

Gas betrieben werden können.

tamination von Personen in Dienst. Hinzu

kommen 119 Schlauchwagen, die lange

katalytische Reduktion (SCR), um die strenge

Schlauchleitungen für den Einsatz bei Großbränden

Richtlinie für Stickoxidemissionen zu er-

füllen. Das dänische Frachtschiff Petunia

Seaways hat MAN Diesel & Turbo bereits mit

Emissionsregelungen sind für MAN Innovationstreiber

bei der Entwicklung maritimer

Technologien.

oder nach Überschwemmungen

transportieren können. Die ersten Einsatzfahrzeuge

wurden bereits an den Katastrophenschutz

in Bonn übergeben.

Wien fährt auf MAN ab

Der Verkehrsbetrieb Dr. Richard aus Österreich

hat 64 MAN Lion’s City-Stadtbusse in Euro 6

für die Wiener Linien erhalten. Die Niederflurbusse

bieten Platz für 87 Passagiere und sind mit Rollstuhlplätzen,

Klimaanlage und Fahrgastinformationssystem

ausgestattet. Für den Antrieb sorgen

ein 320 PS starker Motor und ein Sechsgang-Automatikgetriebe

von ZF. Zwei weitere MAN-Busse

kommen auf Strecken mit engen oder verwinkelten

Straßen zum Einsatz. Ausschlaggebend waren

für Dr. Richard das Preis-Leistungs-Verhältnis und

der niedrige Kraftstoffverbrauch der MAN-Busse.

Übergabe: Geschäftsführer Dr. Ludwig

Richard (l.) und der Technische Direktor Johann Strasser (r.)

nehmen die Busse von Peter Blaha, MAN (M.), entgegen.

MAN ist Marktführer in Russland

Abschleppdienst: In Moskau sorgen die

neuen MAN TGL für freie Straßen.

Zum vierten Mal in Folge ist MAN in Russland Marktführer unter den Lkw-Herstellern

aus der EU. Mit 6 435 von insgesamt 29 300 Zulassungen bei Lkw über sechs Tonnen

Gesamtgewicht im Jahr 2013 erreicht MAN einen Spitzenmarktanteil von rund 22 Prozent.

Das ergab eine Statistik des russischen Instituts Evitos-Inform. Zu dem Marktanteil

tragen Kommunal- und Spezialfahrzeuge maßgeblich bei. So haben in Moskau

im Februar 260 neue MAN TGL-Abschleppwagen ihren Dienst angetreten. Mit einem

auf bis zu zehn Meter ausfahrbaren Ladekran und einer Schiebeplattform können sie

Fahrzeuge mit bis zu fünf Tonnen Gewicht abschleppen.

Fotos: Petunia Seaways pr, MAN (3), gettyimages

181 Busse für Stockholm

Keolis Sverige AB erweitert seine Flotte in Stockholm um 181 MAN Lion’s City-Stadtbusse.

Der Auftrag des schwedischen Verkehrsunternehmens beinhaltet 52 Hybridbusse, 127 Gelenkbusse

mit CNG- (Compressed Natural Gas) und Dieselantrieb sowie zwei MAN Lion’s City M. Alle

Fahrzeuge erfüllen den derzeit strengsten Abgasstandard Euro 6 und sind sehr ökologisch unterwegs.

Der MAN Lion’s City Hybrid etwa spart bis zu 30 Prozent Diesel und CO 2 . Ein weiterer Vorteil

des Hybridbusses liegt in der Lärmreduzierung: Beim Verlassen der Haltestelle fährt der Bus

vollkommen elektrisch, erst nach einigen Hundert Metern wird der Dieselmotor zugeschaltet.

Mit den 52 neuen Hybridbussen besitzt Stockholm die weltweit größte MAN-Hybridbusflotte.

Die beste MAN-Werkstatt der Welt

Beim MAN Service Quality Award erwies

sich die Mannschaft des Servicebetriebs Auto

Hrvatska PSC Slavonski Brod aus Kroatien als

„Beste MAN-Werkstatt 2013/2014“. Die Plätze

zwei und drei belegten der MAN-Servicebetrieb

Rosenheim, Bayern, und die MAN-Partnerwerkstatt

Andreas Tröger GmbH aus Saalfeld,

Thüringen. Die Sieger setzten sich gegen

800 Teams aus aller Welt durch. Im Wettbewerb

mussten die Teilnehmer in mehreren

Runden über ein ganzes Jahr ihr praktisches

und theoretisches Wissen in den Bereichen

Fahrzeugtechnik, Kundenmanagement und

kaufmännische Abwicklung unter Beweis

stellen. Die 21 besten Werkstätten wurden

zum Finale nach Berlin eingeladen. Seit 2008

Erster Platz: Der Servicebetrieb Auto Hrvatska PSC

Slavonski Brod ist „Beste MAN-Werkstatt 2013/2014“.

verleiht MAN den Service Quality Award regelmäßig

an die beste Mannschaft. 60 Prozent

aller MAN-Werkstätten weltweit hatten

sich für den diesjährigen Wettbewerb angemeldet

– ein Teilnehmerrekord.

Einsatz in

extremer Hitze

turkmen oil and gas construction hat

61 geländegängige MAN TGS WW geordert

und setzt damit erstmals auf MAN-Lkw. Die

schweren Kipper haben jeweils 360 PS und ein

zulässiges Gesamtgewicht von 33 Tonnen. Sie

sind mit zwei angetriebenen Hinterachsen

sowie als Allradfahrzeuge besonders für den

Einsatz als schwere Traktionsfahrzeuge geeignet.

Im westlichen Turkmenistan werden sie

im Straßenbau bei der Erschließung von Ölund

Gasvorkommen eingesetzt. Die Fahrzeuge

sind für den Einsatz in extremer Hitze ausgerüstet,

denn im Sommer wird es in Turkmenistan

bis zu 60 Grad Celsius heiß.

Robuster Kipper: Mit seinen zwei angetriebenen

Hinterachsen eignet sich der MAN TGS WW besonders

gut für den Einsatz als schweres Traktionsfahrzeug.

MAN hat im Mai mit der Auslieferung der

Offroadfahrzeuge begonnen. Der lokale Importeur

betreut die Wartung der Flotte in

Turkmenistan. Die schnelle Werkstatt- und

Ersatzteilversorgung in der entlegenen Region

spielte eine entscheidende Rolle bei der

Entscheidung von Turkmen Oil and Gas Construction

für MAN.

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man magazin

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Eintauchen

in die Welt von MAN

Die IAA Nutzfahrzeuge 2014 ist der Höhepunkt des Jahres. MAN Truck & Bus

wartet in Hannover mit der kompletten Marken- und Fahrzeugpalette auf

und präsentiert das neue Lkw-Spitzenmodell TGX D38.

Vom 25. September bis zum 2. Oktober

trifft sich die internationale

Nutzfahrzeug-Welt auf der

IAA Nutzfahrzeuge 2014 in Hannover.

MAN Truck & Bus präsentiert

sich auf der Leitmesse für

Mobilität, Transport und Logistik mit einem

innovativen Auftritt auf einer Ausstellungsfläche

von knapp 10 000 Quadratmetern.

Die Besucher der IAA erwartet in Halle 12

die volle Modellvielfalt aus der Markenwelt

von MAN Truck & Bus. Der Messestand wurde

neu gestaltet und ist durch das umlaufende

weiße Markenband bereits von Weitem zu erkennen.

Die Marken und Segmente sind übersichtlich

in eigene Bereiche getrennt. Sie entführen

den Kunden in individuelle Welten,

die mit einer aufwendigen Kulisse die Stärken

und vielfältigen Einsatzbereiche der MAN-

Fahrzeuge erlebbar machen.

Neben drei Fahrzeugen des Topmodells

TGX D38 können die Besucher insgesamt elf

Lkw-Modelle begutachten, darunter einen

MAN TGS WW, der speziell für Exportmärkte

konzipiert ist. Im Busbereich sind ein MAN

Lion’s Coach sowie drei MAN Lion’s City als

CNG-Erdgas-Variante, Hybrid und als Euro

6-Diesel ausgestellt. Die Reisebusmarke

NEOPLAN ist mit den Modellen Skyliner,

Cityliner und Jet liner vertreten. Im Zentrum

des Stands ist die MAN-Motorenpalette ausgestellt.

Auch MAN Latin America ist in

Hannover dabei, mit zwei Lkw vom Typ

Constellation und einem VW Volksbus. Neben

den Produkten können sich die Besucher

auch über die Services und Dienstleistungen

von MAN informieren.

Bühne

Auf der Bühne mit

LED-Hintergrundbespielung

erwarten

die Besucher Shows,

Präsentationen und

Vorträge.

MAN-Lkw, Fernverkehr

Kraftvolle Zugmaschinen für den

Fernverkehr bieten die Baureihen

MAN TGX und TGX EfficientLine.

Auch ein TGL-Schiebeplanenfahrzeug

wird hier präsentiert.

MAN-Lkw, Traktion

Ob für Schwertransporte oder auf

der Baustelle, die MAN-Fahrzeuge

für den Traktionsverkehr meistern

jede Herausforderung.

MAN-Bus

Der Busbereich präsentiert

den MAN Lion’s City als Erdgas-,

Hybrid- oder Euro 6-Variante für den

Stadt- und Nahverkehr sowie den

MAN Lion’s Coach für den Reiseverkehr

und die Fernlinie.

Illustration: MAN

MAN-Weltpremiere

Das neue Topmodell präsentiert

sich direkt neben der großen

Bühne: drei MAN TGX D38.

Motoren

Technisch interessierte

Besucher können die

neuesten MAN-Motoren

mit modernster Euro 6-

Technologie und Euro 5-

Motoren unter die Lupe

nehmen.

Service

In der Mitte des Messestands

können sich Kunden individuell

über die Services und Dienstleistungen

von MAN – unter anderem

MAN Solutions, Modifikation

oder Kundencenter – informieren.

MAN auf der IAA 2014, Halle 12

MAN-Lkw, Distribution

Die Fahrzeuge der Baureihen TGS,

TGM und TGL für den Verteilerverkehr

bieten optimale Lösungen für Transport

und Logistik im innerstädtischen und

regionalen Verkehr.

NEOPLAN

Die Modelle Skyliner,

Cityliner und Jetliner von

NEOPLAN kombinieren

Komfort und Wirtschaftlichkeit

in Reisebussen

der Spitzenklasse.

Innovationen

MAN zeigt hier Innovationen

und Neuerungen aus dem

Lkw-Bereich.

MAN Latin America

Mit Trucks vom Typ Constel -

lation und einem Volksbus stellt

sich MAN Latin America vor.

Zukunft bewegen

25. SEPTEMBER – 02. OKTOBER 2014

HANNOVER

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man magazin

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Starke

Leistung

Illustration: Hokolo 3D; Foto: MAN

Bei der Entwicklung von

Motoren setzt MAN auf

mehr als 100 Jahre Kompetenz

und Innovationskraft.

Schlüsseltechnologien

ebnen dabei den Weg

zu hocheffizienten und

leistungsstarken Aggregaten.

Für Busse bietet MAN

den richtigen Antrieb für

jede Anforderung – von

Diesel über Hybridtechnologie

bis zu Erdgas.

Voll auf Gas: Busse mit Erdgasantrieb schonen

die Umwelt. Im Bild sind der MAN Lion’s City

C LE CNG (l.) und sein Antrieb, der liegende

Unterflur-Heckmotor E2876 (o.).

M

ein Motor macht immer

noch große Fortschritte.“

Gerade einmal drei

Jahre alt war die Erfindung, als Rudolf Diesel

1895 auf sein von MAN möglich gemachtes

Meisterwerk schaute. Er konnte nicht ahnen,

dass seine Aussage auch im 21. Jahrhundert

weiter uneingeschränkte Gültigkeit haben

würde. Das wird einmal mehr deutlich, wenn

MAN Truck & Bus auf der IAA in Hannover, der

weltgrößten und bedeutendsten Nutzfahrzeugmesse,

seine in über 100 Jahren gewachsene

Motorenkompetenz in den Fokus der

Fachwelt rückt.

Bevor es auf Messen und schließlich auf

die Märkte geht, bringen die Nachfolger von

Rudolf Diesel Antriebstechnologien und Fortschritt

in den MAN-Motorenkompetenzzentren

in Nürnberg und Steyr, Österreich, zusammen.

Dort werden Diesel- und Gasmotoren

mit einem Leistungsspektrum von

150 bis 1 800 PS entwickelt. Und zwar für

MAN-Nutzfahrzeuge genauso wie für Straßen-

und Schienenfahrzeuge, Jachten und Arbeitsschiffe,

Stromaggregate oder Blockheizkraftwerke

sowie Bau- und Landma schinen.

Die Basis dafür schafft jeweils ein „Grundmotor

für viele Anwendungen“. „Daraus werden

die MAN-Motorbaureihen mit Vier- und

Sechszylinder-Motoren für Straßenfahrzeuge

sowie Acht- und Zwölfzylinder-Motoren für

Landmaschinen, Züge, Jachten, Arbeitsboote

sowie zur Stromerzeugung als Diesel- und

Gas aggregate entwickelt und mit möglichst

vielen Gleichteilen erfolgreich in den Markt

gebracht“, sagt Walter Gotre, der im MAN-Motorenkompetenzzentrum

Nürnberg als Leiter

- 95 %

Co 2 -Emissionen

Fahrzeuge mit Biogasantrieb können den

Ausstoß von CO 2 um bis zu 95 Prozent

gegenüber Bussen mit Dieselantrieb

senken.

„Engine Performance & Emissions“ arbeitet.

Für den 59-Jährigen sind Forschung und Entwicklung

kein Selbstzweck. „Der Nutzen für

unsere Kunden steht im Mittelpunkt der Entwicklung.

Das bedeutet höchste Anforderungen

an die Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit“,

so Gotre.

Die Common-Rail-Einspritzung, die alle

Dieselmotoren von MAN Truck & Bus nutzen,

ist eine der verbindenden Klammern. Dabei

wird der Kraftstoff mit bis zu 2 500 Bar zu

exakt definierten Zeitpunkten in die einzelnen

Zylinder eingespritzt und fein zerstäubt.

Bei den neuen Euro 6-Motoren kommt baureihenübergreifend

die SCR-Technologie (selektive

katalytische Reduktion) zur Abgasnachbehandlung

in Verbindung mit einer stufenlos

geregelten Abgasrückführung zum Einsatz.

Diese Kombination führt zu hocheffizienten

Motoren mit niedrigen Kraftstoffverbräuchen.

Auch die neueste Hybridtechnik hilft

beim Sparen. „Die Innenstädte mit ihren

vielen Anfahr- und Bremsmanövern bieten

ideale Bedingungen, um die Bremskraft zu

nutzen“, erklärt Thomas Achenbach, der in

Nürnberg die Hybridmotoren verantwortet.

Im Nie derflurbus MAN Lion’s City treibt deswegen

ein einsatzoptimierter D08-Fahrzeugdiesel

einen Hochleistungsgenerator an, der

die Leistung für die beiden elektrischen Fahrmotoren

liefert. Zusätzlich sind die Elektromotoren

mit Hochleistungskondensatoren

der zwölf Ultracap-Module des elektrischen

Speichersystems verbunden. „Unsere Motoren

müssen bei solchen innerstädtischen

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Kraftstoffsparer: Der MAN Lion’s City Hybrid (o.) spart bis zu

30 Prozent Diesel und CO 2 , er trägt so in vielen Städten zur Umweltschonung

bei. Im Bus treibt das stehende D0836-Dieselaggregat (M.)

den Generator für die beiden Elektromotoren (u.) an.

welcher parallel zu Hybrid- beziehungsweise

Elektroantrieben zum Einsatz kommt“, erklärt

Herbert Knorr vom Forschungsbereich

Alternative Kraftstoffe. Seit 40 Jahren hat

MAN Erfahrung mit Gasantrieben und ist

CNG-Weltmarktführer. Herbert Knorrs

MAN-Entwicklerteam in Nürnberg hat einen

310 PS starken Erdgas-Turbomotor in Euro 6-

Ausführung für Stadtbusse auf die Straße gebracht.

Dieser unterschreitet den strengen

Euro 6-Abgasstandard zum Teil deutlich. Potenziale

für die Zukunft sieht Knorr im weiteren

Absenken des Kraftstoffverbrauchs der

Erdgasmotoren. Zum Beispiel durch gekühlte

Abgasrückführung, die das Erdgas-Luft-Abgas-Gemisch

deutlich klopffester und im

Ergebnis verbrauchsärmer machen könnte.

„Eine weitere Möglichkeit, die zur Anwendung

kommen könnte, wäre die Direkteinblasung

des Erdgases unter hohem Druck in den

Brennraum. Die Zündung des Erdgases wird

nicht durch den Funken einer Zündkerze aus-

gelöst, sondern durch eine geringe Menge an

Dieselkraftstoff, der zeitgleich mit dem Erdgas

eingespritzt wird. Aufgrund des hohen

Verdichtungsverhältnisses können durch dieses

Verfahren Kraftstoffverbräuche ähnlich

denen eines Dieselmotors erzielt werden“,

prognostiziert Knorr.

Dank der Vielfalt an Antrieben bietet

MAN für jede Anforderung die richtige Lösung.

Alternative und innovative Antriebssysteme

wie dieselelektrische Hybridantriebe

oder Erdgasmotoren werden die Zukunft des

Nahverkehrs nachhaltig mitbestimmen. Das

breite MAN-Motorenportfolio hält dabei für

jeden Kunden das richtige Produkt bereit.

Was wohl Rudolf Diesel dazu gesagt hätte?

Vermutlich bliebe er dabei: „Mein Motor

macht immer noch große Fortschritte.“

Mehr Informationen zu den MAN-Bussen

auf der IAA gibt es unter > www.man.eu

- 30 %

Diesel und CO 2

Durch die Nutzung der Bremskraft sparen

Hybridbusse wie der Lion’s City Hybrid

bis zu 30 Prozent Kraftstoff ein.

Einsätzen auf mindestens zwei Millionen

Start-Stopp-Zyklen ausgelegt sein“, sagt

Achenbach. „Das stellt für uns in der Entwicklung

hohe Anforderungen auch an die

Mechanik, die Lagerung und die Ölversorgung

– alles muss auf diese spezifische Anforderung

abgestimmt werden und am Ende

aber auch bezahlbar bleiben.“ Dabei beläuft

sich die Kraftstoff- und CO 2 -Ersparnis des Hybridmotorenantriebs

auf bis zu 30 Prozent gegenüber

konventionellen Bussen.

Verbrennungsmotoren haben aber auch

mit anderen Kraftstoffen Zukunftspotenzial.

So arbeiten die Nürnberger MAN-Forscher

weiter daran, Dieselmotoren auch mit sogenannten

BTL-Treibstoffen (Biomass-to-Liquid)

zu betreiben. Solche synthetischen Kraftstoffe

aus biologischen Grundsubstanzen verbrennen

sehr sauber und werden von Experten

oft als „Kraftstoff der Zukunft“ gehandelt.

„Der Nutzen für

die Kunden steht

im Mittelpunkt

der Entwicklung.“

Walter Gotre, Leiter „Engine Performance & Emissions“

bei MAN

Stadtbus-Verkehrsbetriebe, die auf eine bestehende

Infrastruktur zur Erdgasversorgung

zurückgreifen können, setzen schon heute oft

auf Erdgasmotoren als eine umweltfreundliche,

wirtschaftliche und zukunftssichere Alternative.

„In Zukunft wird es als Antrieb von

Nutzfahrzeugen nicht allein den Dieselmotor

geben. Je nach Anwendungsfall und Rahmenbedingungen

werden sich andere Antriebe

etablieren. Dazu zählt auch der Erdgasantrieb,

Illustrationen: Hokolo 3D; Fotos: MAN

Maximale Effizienz: Mit 18 Meter Länge hat der MAN

Lion’s City G eine sehr hohe Beförderungskapazität.

Angetrieben wird der Gelenkbus von einem liegenden

D2066-Dieselmotor (o.).

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Profis

fahren MAN

Die meisten Bundesligavereine und einige Champions-League-Teams sind

mit Mannschaftsbussen von MAN unterwegs. Warum die Fußballstars gern

im Bus reisen? Dafür gibt es eine Reihe guter Gründe.

Teamarbeit: Während Sebastian Kehl den

neuen BVB-Bus in die Parklücke manövriert,

gibt Christian Schulz ihm hilfreiche Tipps.

Fotos: Norbert Schmid/MAN, frenzl pr

G

elassen klemmt sich Sebastian

Kehl hinter das Lenkrad. Der

34-jährige Spielführer von Borus

sia Dortmund klingt siegessicher: „Meine Erfahrung

sollte den Ausschlag geben.“ Jonas Hofmann,

21, das junge Mittelfeldtalent, wirkt dagegen

leicht nervös, als er in den Mann schafts bus

klettert. Beim teaminternen Duell auf Asphalt

traten die beiden Borussia-Spieler gegeneinander

im neuen und im alten Mannschaftsbus an.

Sebastian Kehl gewann die Platzwahl und durfte

den neuen Bus steuern. 2:2 stand es nach den

Disziplinen Slalom und Rückwärtseinparken –

ab in die Verlängerung. Mit der Hupe sollten

beide einen Schlachtruf imitieren. Jonas Hofmann

warf sein ganzes rhythmisches Talent in

die Waagschale und entlockte dem Bus ein

durchaus erkennbares „Let’s go!“ Und Sebastian

Kehl? Der grinste mindestens so breit wie nach

einem erzielten Siegtor, tippte gelassen auf

einen Hebel am Lenkrad – und aus der Fanfare

ertönte die Melodie des Ever greens „Heja BVB,

heja BVB, heja, heja, heja BVB“.

„Hoffentlich bewirbt sich der Sebastian

nicht um meinen Job“, neckte Christian

Schulz nach der Spaßaktion, die anlässlich der

Übergabe des neuen MAN-Busses an Borussia

Rollende Spitzenklasse: Im

neuen BVB-Bus sind unter

anderem ein echter Holzboden

und edle Ledersitze verbaut.

Dortmund stattfand. Der 43-jährige Fahrer

bringt die Fußballstars seit drei Jahren zu ihren

Spielen und hat dabei eine ziemlich teure

Fracht an Bord: Der Marktwert des Dortmunder

Profikaders wird auf circa 300 Millionen

Euro geschätzt. Aber nicht nur deshalb ist sich

Christian Schulz seiner Verantwortung bewusst.

„Mein Job ist es, das Team sicher und

so komfortabel wie möglich ans Ziel zu bringen“,

sagt er. Von seinem neuen Arbeitsplatz

schwärmt der gebürtige Dortmunder: „Der

„Wir sind weltweit

Premiumlieferant für

den Spitzensport.“

Patrick Eble, Teamleiter Sponsoring und Events bei MAN

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Fahrzeug für Stars: Die Spieler von Paris

Saint-Germain fahren zum Auftritt auf dem roten

Teppich mit dem MAN-Mannschaftsbus vor.

60 000

kilometer

Deutsche Champions-League-Teilnehmer

wie Borussia Dortmund oder Bayern

München fahren jährlich Tausende

Kilometer mit ihrem Mannschaftsbus

quer durch Deutschland und Europa.

Luxusausstattung: Der Mannschaftsbus

von Paris Saint-Germain strahlt

auch innen im Vereinsblau.

Ein Video von Sebastian

Kehl und Jonas Hofmann

im BVB-Mannschaftsbus

sehen Sie in der App.

Vorgänger war ja schon toll. Aber was uns

MAN jetzt hingestellt hat, toppt das Ganze

noch einmal.“ Der 480 PS starke MAN vom

Typ Lion’s Coach L ist die Spitzenklasse der

Straße – eine Mannschaftskabine auf Rädern

mit allem erdenklichen Komfort. In den weichen,

vielfach verstellbaren Ledersitzen lässt

es sich völlig entspannt reisen. Auf den drei

LCD-Monitoren flimmern Filme oder Berichte

vom Spieltag. „Auf der Heimfahrt schauen

sich die Jungs die Zusammenfassung der

Spiele an“, so Christian Schulz. Die bordeigene

SAT-Anlage macht’s möglich. Dazu gibt es

DVD-Player, Soundanlage, ein Multimediasystem

mit Möglichkeit zur Videopräsenta tion

und einen WLAN-Router. Ausstattungen wie

Kaffeevollautomat oder Kühlschrank sind ohnehin

selbstverständlich. Und die beliebtesten

Plätze an Bord sind die beiden Vierersitzgruppen

mit Tisch, an denen die Stars gerne

Karten spielen. Dass einige in seinem Bus inzwischen

auch zünftig bayerisch schafkopfen,

irritiert den Busfahrer, der selbstredend glühender

BVB-Fan ist, etwas: „Da spielt selbst der

Marcel Schmelzer mit, der ist ja eigentlich aus

Ostdeutschland.“ Ob Trainer Jürgen Klopp und

Sportdirektor Michael Zorc, die nebeneinander

in der ersten Reihe auf den Plätzen 2 und 3

sitzen, wissen, dass hinter ihnen die kulturelle

Unterwanderung in vollem Gang ist?

MAN befördert die Stars der Fußballbun

desliga. Was 2008 mit dem Engagement als

Sponsor des FC Bayern München begann, wurde

kontinuierlich ausgeweitet. Der Hamburger

SV, Borussia Mönchengladbach und der VfL

Wolfsburg sind neben Borussia Dortmund

Part ner. Sieben weitere Bundesligisten sind

mit Bussen von MAN unterwegs. Ganz ähnlich

ist es international: Paris Saint-Germain ist offizieller

Partner, doch auch der AC Mailand, der

FC Barcelona und 15 brasilianische Erstligisten

plus Nationalmannschaft schätzen die Vorzüge

von Bussen aus dem Hau se MAN. Nicht

ohne Stolz sagt Patrick Eble, Team leiter Sponsoring

und Events bei MAN: „Wir sind weltweit

Premiumlieferant für den Spitzensport und

leisten mit unseren Engagements einen wichtigen

Beitrag zur positiv besetzten Wahrnehmung

von MAN als starke Marke.“

Die MAN Lion’s Coaches der Champions-

League-Teilnehmer legen auf ihren Fahrten

durch Deutschland und Europa jährlich etwa

60 000 Kilometer zurück. Und werden dabei

zu rollenden Werbeträgern – für den Verein

wie für MAN. So wurde Borussia-Fahrer Christian

Schulz auf der Fahrt zum Gruppenspiel

bei Schachtjor Donezk mitten in der Ukraine

angehalten und um ein Interview für den örtlichen

Radiosender gebeten. Sein schönstes

Erlebnis? „Eindeutig die Fahrt vom Berliner

Olympiastadion zurück ins Hotel nach dem

5:2-Sieg im Pokalfinale 2012 gegen die Bayern.

Die jubelnden Fans, die singenden Spieler –

ich hatte Tränen in den Augen.“

Die Zeiten haben sich geändert. Wer nach

dem Bayern-Sieg über Dortmund im Champions-League-Finale

2013 von der Allianz Arena

nach München fuhr, wurde an der Stadtgrenze

von einem Megabanner begrüßt, auf

dem stand: „Willkommen in der Stadt der Besten!“

Christian Schulz nimmt mit dem Mannschaftsbus

auf der Heimreise nach einem

Spiel in München die Autobahn in entgegengesetzter

Richtung. Doch solange er im MAN-

Bus fährt, befindet er sich auf der Erfolgsspur.

Einen Making-of-Bericht des Duells lesen

Sie unter > www.man.eu/mankannbvbduell

Fotos: pr, Jean-François Robert/PRESSE SPORTS

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Realitätsnah: Im Simulator erleben

Probanden, wie Assistenzsysteme wie

der „Grüne-Welle-Assistent“ das Fahren

in Zukunft erleichtern können.

Testsituation: Sonja Stockert von der TU München

setzt dem Probanden eine spezielle Brille auf, mit der

seine Blickrichtungen erfasst werden.

Immer einen

Schritt vo raus

Die MAN-Entwickler widmen

sich im Rahmen des

Projekts „UR:BAN“ dem

sicheren und effizienten

Fahren in der Stadt. Im Fokus

stehen dabei zukunftsweisende

Fahrerassistenzund

Verkehrsmanagementsysteme

für Lkw und Busse.

E

s ist grün. Los geht’s. Doch nach

100 Metern wartet schon die

nächste Ampel. Und die zeigt Rot.

Klaus-Dieter Habedank sitzt ganz entspannt

am Steuer. Sein Lkw rollt mit 40 Stundenkilometern

auf das Signal zu. Dann schaltet die

Ampel auf Grün. Weil Habedanks Lkw von den

Ampeln Informationen erhält, kann das Fahrzeug

die passgenaue Geschwindigkeit planen,

um die „grüne Welle“ zu erwischen. „Was für

ein Fahrgefühl“, sagt Habedank. Seit 1971 ist er

schon Berufskraftfahrer. Dass es hier in der

Stadt so gut läuft, obwohl er nicht einmal aufs

Gaspedal drückt, ist auch für ihn alles andere

als selbstverständlich.

Und dann ist die Tour auch schon zu

Ende. Wo eben noch die Straße und der Verkehr

vor Klaus-Dieter Habedank lagen, ist

nun eine weiße Leinwand. Habedanks Fahrerplatz

befindet sich in den Räumen des

MAN-Forschungsbereichs in München. Die

grüne Welle und die Kommunikation der

Fotos: Sorin Morar

Ampeln mit dem Lkw sind Zukunftsmusik,

erlebbar gemacht in einer täuschend echten

Fahrsimulation.

Forschen für den Stadtverkehr von

morgen, der sicher und effizient ist und vor

allem fließt – das hat sich MAN im Verbund

mit 31 Unternehmen, Universitäten, Forschungseinrichtungen

und Städten im Projekt

„UR:BAN“ auf die Fahnen geschrieben.

Die Forschungsinitiative, die maßgeblich

Das Bundesministerium für

Wirtschaft und Energie

fördert das Forschungsprojekt

UR:BAN maßgeblich.

„Wir lassen Ampeln

mit Fahrzeugen

kommunizieren.“

Andreas Zimmermann, Experte für Mensch-Maschine-Schnittstellen

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31

partner

Für das Forschungsprojekt UR:BAN kooperieren

31 Unternehmen, Universitäten,

Städte und Forschungseinrichtungen.

„Im Fokus unserer

Forschung steht

immer der Fahrer.“

Karlheinz Dörner, Abteilungsleiter Engineering

Research Electronics bei MAN

Forscher unterwegs:

Karlheinz Dörner fährt gern

mit dem Fahrrad vom Büro

auf die Teststrecke.

vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft

und Energie gefördert wird, startete

2012 und ist auf vier Jahre angelegt. In diesem

Jahr ist Halbzeit, und die ersten Ergebnisse der

MAN-Entwickler können sich sehen lassen.

Das Entwickler-Team der Abteilung Engineering

Research Electronics am MAN-

Standort in München leitet Karlheinz Dörner.

Der Elektro- und Regelungstechniker ist seit

1998 bei MAN, war erst in der Vorentwicklung,

später dann in der Forschung als Abteilungsleiter

zuständig für Assistenzsysteme

und Elektronik. Er bringt daher viel Erfahrung

mit in die UR:BAN-Projektarbeit. „Wir

arbeiten gleichzeitig in den Teilbereichen

‚Vernetztes Verkehrssystem‘, ‚Kognitive Assistenz‘

und ‚Mensch im Verkehr‘ “, erklärt Dörner.

„Im Fokus unserer Forschung steht dabei

immer der Nutzer.“ Zum Beispiel beim „Verzögerungs-

und Grüne-Welle-Assistenten“, den

der Berufskraftfahrer Klaus-Dieter Habedank

gerade als Proband in einer frühen Prototyp-

Fassung getestet hat. Auf dem Fahrplan der

Entwickler steht eines der wichtigsten Nutzfahrzeug

themen: den Kraftstoffverbrauch zu

reduzieren. Dazu gehört, unnötige Stopps

und Beschleunigungsvorgänge zu vermeiden,

indem Schaltzeit- und Haltepunktpro-

Ergebnisorientiert: Walter Schwertberger (r.)

und Michael Reule (l.) prüfen die Bilder der

Bird-View-Kameras im Testbus.

gnosen für Ampeln einbezogen werden. Die

Aufgabe sei komplex, erklärt Andreas Zimmermann,

der eines der UR:BAN-Teilprojekte

betreut. „Wir lassen die Ampelanlage über

Mobilfunk oder WLAN mit dem Fahrzeug

kommunizieren. Aus dem Datenaustausch

errechnen unsere Steuergeräte die Fahrstrategie

für ein optimales Erreichen der grünen

Welle“, fasst der Elektroingenieur das Konzept

zusammen. Das soll sich später in barer

Münze auszahlen: Denn durch häu figes Halten

und Beschleunigen auf innerstädtischen

Straßen bleibt die hohe Effizienz moderner

Nutzfahrzeuge allzu oft auf der Strecke. Dies

bestätigt auch eine Studie des Verbands der

deutschen Automobilindustrie zur Effizienz

von Nutzfahrzeugen. Sie zeigt auf, dass sich

allein durch zwei Stopps pro Kilometer der

Durchschnittsverbrauch eines voll beladenen

40-Tonners verdreifacht.

Im Simulator und auf einer Feldversuchsstrecke

in Düsseldorf werden dazu wichtige

Erkenntnisse für das Projekt gewonnen. Die

Rückkopplung mit den Fahrern ist den Forschern

dabei genauso wichtig wie den Fahrern

selbst: „Die Zusammenarbeit mit den

Forschern und Entwicklern von der Hochschule

und von MAN macht viel Spaß“, so

Klaus-Dieter Habedank. „Die Fahrsituation im

Fotos: Sorin Morar

Simulator erlebe ich trotz Verkabelung fast

real. So kann ich dann auch gut beurteilen,

welche neuen Systeme das Fahren leichter

machen oder wo sie vielleicht noch optimiert

werden sollten.“

Die situationsgerechte Fahrerunterstützung

steht auch im Mittelpunkt des UR:BAN-

Teilprojekts „Kognitive Assistenz“. Über Kamerasysteme

soll der Fahrzeuglenker bei

Bedarf die gesamte unmittelbare Fahrzeugumgebung

auf einem Monitor erkennen

können. Die Forscher untersuchen hierzu

unterschiedliche Anzeigekonzepte am Beispiel

von Stadtbussen. „Die Fahrer sehen sich

in ihrer Arbeitsumgebung mit besonderen

Heraus forderungen konfrontiert“, sagt Projektleiter

Walter Schwertberger. „Dazu gehören

vor allem Haltestellen, Kreuzungen mit

Fußgängern und Radfahrern, Engstellen sowie

Gegenverkehr und Spurwechsel.“ Für

eine bessere Übersicht untersuchen die Forscher

eine Darstellung der Umgebung aus einer

virtuellen Vogelperspektive. Sie arbeiten

dazu mit dem sogenannten Bird-View-System,

das zu Testzwecken in einen Stadtbus

integriert wurde. Sechs Kameras entlang des

Fahrzeugs liefern Bilder für eine 360-Grad-

Detektion. Diese Bilder werden dann vom

Computer in ein Gesamtbild des Fahrzeugs

Vogelperspektive: Auf dem Monitor sieht der

Fahrer die gesamte unmittelbare Umgebung

seines Busses von oben und in 3D.

und seiner unmittelbaren Umgebung in 2-D

und 3-D umgerechnet.

Bis aus einer Idee wie dieser eine serienreife

Anwendung wird, muss viel Grundlagenarbeit

geleistet werden. „Wo sind die richtigen

Positionen für die Kameras, welche Perspektive

ist notwendig, um ein realistisches

Bild von einem Hindernis zu bekommen? Wie

lassen sich dynamische Winkeländerungen

beispielsweise bei Gelenkbussen korrekt darstellen?

Es gibt in dieser Projektphase vor

allem viele Fragen“, stellt Karlheinz Dörner

fest. Bei den Antworten darauf unterstützen

sein Team Experten aus dem Unternehmen

und die Projektpartner des Lehrstuhls für

Fahrzeugtechnik an der Technischen Universität

(TU) München. Mit den Forschungsergebnissen

geht es – wenn sich das Projekt

schließlich als aussichtsreich erweist – dann

zunächst in die Vor- und später in die Serien -

entwicklung.

Die Forscher wissen: Technologien sind

immer nur so gut wie ihre Anwendung in der

Praxis. Bei allen Möglichkeiten intelligenter

Automatisierung rund um den Fahrbetrieb

spielt noch immer der Mensch eine Schlüsselrolle.

Sonja Stockert arbeitet als Doktorandin

der TU München am UR:BAN-Teilprojekt

„Mensch im Verkehr“. Ihren Schwerpunkt

setzt die Medieninformatikerin auf das Zusammenwirken

von Mensch und Maschine,

um dadurch für den Fahrer eine entspannte,

effiziente und sichere Fahrt im städtischen

Verkehr zu erreichen. Einer von 33 Probanden

ist Harald Rauschmayr. Der 53-jährige Beamte

ist nebenberuflich Lkw-Überführungsfahrer

und seit vier Jahren regelmäßig bei den

Simulator-Testfahrten dabei: „Es ist ein gutes

Gefühl, meine Erfahrungen als Kraftfahrer

zur Entwicklung neuer Technologien im

Fahrzeug beizusteuern.“ Die Rückmeldungen

der Fahrer sind für Sonja Stockert sehr wichtig:

„Die Profis wissen selbst am besten,

was sie unterwegs an Informationen brauchen.“

So bleibt die Forschung praxisnah –

zum Nutzen der Menschen, die ihre Ergebnisse

anwenden.

Weitere Informationen zum UR:BAN-Projekt

gibt es unter > www.urban-online.org

„Meilensteine für

den Stadtverkehr“

Eberhard Hipp, Leiter des Bereichs

Research bei MAN, über Innovationen

im Stadtverkehr der Zukunft

Wie können Assistenzsysteme die

Wirtschaftlichkeit und Sicherheit

von Nutzfahrzeugen im innerstädtischen

Verkehr erhöhen?

Es geht uns um die Vernetzung von Informationen,

über die der Fahrer nicht

verfügt, zum Beispiel die Schaltzeiten

von Ampeln oder aktuelle Verkehrsstörungen.

Weil Assistenzsysteme solche

Informationen in Echtzeit verarbeiten,

können sie vorausschauender als der

Fahrer reagieren und ihn in kritischen

Situationen warnen oder auch automatisch

eingreifen.

Welche Bedeutung haben die Ergebnisse

von UR:BAN für MAN-Kunden?

Unser Ziel ist es, mit innovativen Systemen

und neuen Technologien das immer

komplexere Verkehrsgeschehen

um das Fahrzeug herum zu analysieren.

Wir wollen daraus verbrauchsoptimale

Fahrstrategien ableiten und den

Fahrer bestmöglich unterstützen. Das

ist unser Beitrag zu mehr Effizienz und

Sicherheit im Straßenverkehr.

Das ganze Interview lesen Sie auf

> www.man.eu/mankannurban

Ein Video-Interview

mit Eberhard Hipp

finden Sie in der App.

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man magazin

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Wellness für Maschinen: Alte

Motoren (l.) werden bei MAN in

Nürnberg zu voll funktionsfähigen

Tauschmotoren (r.) aufbereitet.

Aus

Alt

mach

Neu

Fotos: Vuk Latinovic

Ein MAN-Tauschteil hat die Qualität eines Neuteils, und MAN bietet hierfür

dieselbe Gewährleistung. Im Werk Nürnberg werden Altteile nach strengen

Qualitätskriterien aufbereitet. Am Ende des Verjüngungsprozesses steht ein

hochwertiges Originalteil, das die Umwelt schont und Kosten spart.

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Remanufacturing-Prozess: 1 Mitarbeiter

im Werk Nürnberg sortieren demontierte Teile

vor der ersten Reinigung. 2 In einer Waschanlage

und per Hand werden die einzelnen

Teile von Schmutz und Öl befreit. 3 Vor der

Bearbeitung durch den Sandstrahler sind die

Rostspuren noch gut sichtbar. 4 Ein MAN-Mitarbeiter

ermittelt die genauen Abmessungen

bestimmter Gebrauchtteile.

3

A

einem bemitleidenswerten Zustand. Sie ist

ls wir Nummer 51.06500

– 6089 so daliegen sehen,

befindet sie sich in

schmutzig, verkratzt, trägt kleine Rostspuren.

Bis vor Kurzem verrichtete sie klaglos ihren

Dienst in einem MAN-Lkw, bis diesen nach

über zehn Jahren und mehr als einer Million

abgespulter Kilometer ein Kurbelwellenschaden

ereilte. Endstation Schrottplatz? Früher

vielleicht. Heute werden alle Teile, die noch

funktionsfähig sind, instand gesetzt und für ein

neues, langes Leben präpariert. Dabei werden

technische Änderungen und Weiterentwicklungen

im Aufbereitungsprozess berücksichtigt.

Remanufacturing nennt man das. 6089 –

die Teilenummer steht für eine gebrauchte

Kühlwasserpumpe – hat diesen Prozess nun

vor sich. Nach der Verjüngungskur wird sie sich

als ecoline-Nummer 9089 voll funktionsfähig

in einem Tauschmotor wiederfinden.

Der Ort, an dem die Kühlwasserpumpe auf

ihr Remanufacturing wartet, ist eine Halle auf

dem riesigen Firmengelände des Motorenkompetenzzen

trums von MAN Truck & Bus

in Nürnberg. Auf den 350 000 Quadratmetern

hätten 50 Fußballfelder Platz. „E1“ prangt in

großen Lettern über dem Hallentor. Im Inneren

der Halle erfahren Teile wie unsere Wasserpumpe

eine Grundreinigung. Sie werden

zuerst zerlegt, dann in einer Waschanlage gesäubert,

sandgestrahlt, neu lackiert – und

teils auch aussortiert. „Nach der Reinigung

sieht man, was noch brauchbar ist“, erklärt

Georg Kugler, Abteilungsleiter Heißtests und

Tauschaggregate bei MAN in Nürnberg. „Die

Teile werden auf Verschleiß und Materialermüdung

untersucht.“ Größtmögliche Qualität

ist für den 61-Jährigen der einzige Maßstab.

780 Motoren lieferte sein Team 2013 aus,

11 325 weitere Tauschteile wurden ins MAN-

Auslieferungslager nach Dachau geschickt.

Für die Tauschteile gilt dieselbe Gewährleistung

wie für Neuteile. Entsprechend streng

sind die Qualitätsvorgaben.

Nach der Aufbereitung werden die

Tauschteile gelagert oder dorthin geschickt,

wo sie gebraucht werden. Alle aufbereiteten

Teile, die man für Tauschmotoren benötigt,

verbleiben in Nürnberg, wo sie direkt in den

Motoren endmontiert werden. Nehmen wir

die Montagelinie für die Typen D20/D26: Im

Zweischichtbetrieb werden von 260 Mitarbeitern

bis zu 22 Motoren in der Stunde gefertigt.

Auf leise surrenden Bändern rollen Neu- und

Tauschmotoren heran, aufgereiht wie an einer

Perlenkette. Die Atmosphäre ist so clean

wie der hellgraue Boden, die Konzentration

an den einzelnen Fertigungsabschnitten fast

greifbar. Versiert und routiniert fügen die

Facharbeiter zusammen, was zusammengehört.

Wie man den Unterschied zwischen

neuen Aggregaten und Tauschmotoren erkennt?

„Nur an der Sachnummer“, sagt Peter

Tscharntke, Segmentleiter Abschnitt 2, wie

diese Montage linie genannt wird. Hat ein

Tauschmotor deren Ende erreicht, muss er

noch eine letzte Hürde nehmen – die Funktionsprüfung.

Beim Heißtest läuft der Motor

mit unterschiedlichen Belastungen eine gute

halbe Stunde auf dem Prüfstand.

Bei MAN in München arbeitet Stefan Ott,

Projektleiter der neuen Produktlinie „MAN

Originalteile ecoline“. Für ihn hat die Zukunft

vor drei Jahren begonnen, als das Geschäft

mit Tauschteilen bei den Zielsetzungen des

Konzerns zum Top-Ten-Projekt erklärt wurde.

„Durch die Wiederverwendung und Aufberei-

„Die Teile werden

auf Verschleiß und

Materialermüdung

untersucht.“

Georg Kugler, Abteilungsleiter Heißtests und

Tauschaggregate bei MAN in Nürnberg

Fotos: Vuk Latinovic

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tung von Altteilen werden Ressourcen geschont

und Energie gespart“, sagt er. „Und

weil weniger Neuteile produziert werden

müssen, wird der Emissionsausstoß gesenkt.

Kunden wie die Deutsche Bahn oder kommunale

Verkehrsbetriebe fragen gezielt danach.“

Das ist „ecological“, das Ökologische, das in

ecoline steckt. ecoline unterstützt somit auch

die MAN-Corporate-Responsibility-Strategie

und leistet einen großen Beitrag zu Umweltschutz

und nachhaltiger Mobilität. Im Fokus

stehen dabei Fahrzeuge, die vier Jahre oder älter

sind – sie machen 70 bis 80 Prozent eines

Fuhrparkbestands aus. Bei ihnen setzt die

ecoline-Offensive von MAN an, denn für die

Kunden gibt es eine Reihe guter Argumente

für das „alte Eisen“: Ein MAN-Tauschteil hat

die Qualität eines Neuteils, es wird nach Originalteil-Spezifikationen

aufbereitet, und

MAN bietet hierfür dieselbe Gewährleistung.

Und das zu einem Preis, der um bis zu 50 Prozent

unter dem eines Neuteils liegt. Kürzere

Standzeiten durch Austausch statt Reparatur

sind ein weiterer Vorteil des ecoline-Projekts,

780

motoren

Im MAN-Werk Nürnberg wurden 2013

616 Lkw- und 164 Busmotoren wiederaufbereitet.

1 800

Tauschteile

Aktuell können bei MAN rund 1 800 Ersatzteile

bestellt werden. Das Portfolio

wird bis 2016 auf über 3 000 Sachnummern

ausgebaut.

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man magazin

„Die Aufbereitung

von Altteilen

schont Ressourcen

und spart Energie.“

Stefan Ott, Projektleiter „MAN Originalteile ecoline“

In der App finden Sie

weitere Fotos von der

Motorenaufbereitung

in Nürnberg.

vor allem aber ein höherer Fahrzeugwert, weil

MAN-Originalteile verbaut werden. ecoline

bedeutet eben auch „economical“. Viele gute

Gründe, warum sich die Kunden bewusst für

„MAN Originalteile ecoline“ entscheiden.

zu jedem Tauschteil gehört bei MAN ein

Pfandsystem: Kauft ein Kunde in der MAN-

Werkstatt zum Beispiel eine ecoline-Kühlwasserpumpe,

bezahlt er auf deren Preis einen

Aufschlag. Wenn er sein gebrauchtes MAN-

Originalteil zurückbringt, erhält er das Pfand

zurück. Das Altteil kommt nach Salzgitter,

das zentrale Retourenwerk für Verwertbares

aller Art. Von dort geht es zu den Spezialisten

der Aufbereitung. Alles, was mit Motoren zu

tun hat, findet sich in Nürnberg wieder.

„MAN Originalteile ecoline“ ist ein Großprojekt,

das eine gigantische logistische Leistung

erfordert. Eine Portfolioerweiterung

kommt in den kommenden Jahren hinzu,

und immer mehr teilnehmende Länder. Der

Gesamtumsatz mit ecoline-Teilen betrug 2013

140 Millionen Euro. „ecoline ist eines unserer

bedeutendsten Themen“, sagt auch Frantz

Perre, Leiter After Sales bei MAN Camions &

Bus France. Seitdem der Prozess auch in

Deutschland eingeführt wurde, gibt es das

Angebot in 17 europäischen Ländern. Der Rest

der Top-50-Märkte weltweit soll kontinuierlich

erschlossen werden.

„MAN Originalteile ecoline“ ist ein kleiner

Teil des Gesamtportfolios der MAN-Originalteile.

Alle Originalteile werden nach

strengen MAN-Qualitätsstandards gefertigt

und entsprechen so dem neuesten Stand der

Technik. Hinzu kommt die weltweite Gewährleistung

von zwölf Monaten. Um im

Schadensfall Stand zeiten möglichst kurz zu

halten, sind an den MAN-Servicestützpunkten

durchschnittlich 8 000 Originalteile

griffbereit – auch für ältere Modelle und spezielle

Fahrzeuge. 95 Prozent aller Originalteile

werden über Nacht an die Werkstatt geliefert.

In mehreren Zentrallagern liegen insgesamt

200 000 Originalteile von MAN für

Kunden weltweit bereit. Aktuell kann MAN

rund 1 800 Sachnummern als Tauschteile anbieten.

Weitere 1 200 sollen bis 2016 hinzukommen.

Natürlich bleibt auch ecoline-

Nummer 51.06500 – 9089 im Angebot.

Den gesamten Aufbereitungsprozess in Bildern

sehen Sie auf > www.man.eu/mankannecoline

Sie tragen die Verantwortung.

Wir sorgen für die Sicherheit.

Wenn Ihr Geschäft darin besteht, das wertvollste

Gut zu transportieren, liegt Ihr Fokus auf

Sicherheit und Komfort.

Genau wie beim People-Portfolio von Continental,

unseren neuesten Reifen der Generation 3,

die speziell für Busse entwickelt wurden.

Unsere innovativen Reifentechnologien bedeuten

bessere Performance für Sie, Ihre Passagiere

und Ihre Rentabilität.

Conti Coach HA3

Conti CityPlus HA3

Gleichbehandlung: In der Endmontage

wird jeder Motor, egal ob alt oder neu,

nach strengen Qualitätsrichtlinien geprüft.

Versandfertig: Die neuen und die aufbereiteten Motoren

warten im MAN-Werk Nürnberg auf ihren nächsten Einsatz.

Fotos: Vuk Latinovic

25. 09. - 02.10.2014

Halle 17, Stand A06/B11

Weitere Informationen finden Sie unter

www.continental-lkw-reifen.de

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man magazin

2/2014

Stadt,

Land, Bus

„In der Innenstadt sind

wir auf geringsten Schadstoffausstoß

und leise

Motoren angewiesen.“

Wolfgang Willms, Inhaber Willms Reisen

International: Das Audiosystem

informiert in zwölf Sprachen über

die Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Nicht nur in Metropolen wie London oder Paris gehören Sightseeing-Doppeldecker

zum Straßenbild. Auch immer mehr kleinere

Städte leisten sich die bunten Hingucker. Und legen dabei Wert

auf zuverlässige Fahrgestelle mit umweltfreundlichen Motoren.

Sonntagsausflug: Renate

und Theo van Groen

genießen die Stadtrundfahrt

durch Düsseldorf.

Eigentlich wäre Renate van

Groen lieber im Unterdeck gesessen,

damit ihr der Fahrtwind

nicht die Frisur zerstört. Aber

die gute Aussicht vom Oberdeck

und die warme Frühlingssonne, die sich

pünktlich zum Start der Sightseeing-Rundfahrt

in Düsseldorf blicken lässt, haben die

65-Jährige dann doch überzeugt. Die Tour haben

Renate und Theo van Groen von ihrem

Sohn geschenkt bekommen. Dass sich eine

Stadt wie Düsseldorf mit „nur“ knapp 600 000

Einwohnern eine eigene Sightseeing-Buslinie

leistet, finden die beiden klasse: „Die Stadt hat

viele kleine Attraktionen, die wir bis jetzt noch

gar nicht kannten“, sagt Theo van Groen, der

mit seiner Frau in Düsseldorf wohnt.

Während früher nur in Tourismusmetropolen

wie London, Rom, Paris oder Berlin

Sightseeing-Doppeldecker fuhren, leisten

sich in den letzten Jahren auch immer

mehr kleinere Städte eigene Linien. Denn

die knalligen Fahrzeuge ziehen Aufmerksamkeit

auf sich und sind deshalb im Stadtmarketing

sehr beliebt. Doch die bunte

Karosserie ist nur ein Erfolgsfaktor der Doppeldecker.

Mindestens genauso wichtig ist

das Chassis, das den Aufbau trägt und für

Sicherheit, Komfort und Kraftstoffverbrauch

verantwortlich ist. Deshalb setzen Sightseeing-Busunternehmen

in aller Welt auf

MAN-Qualität.

Das MAN-Chassis A22 ist das Herzstück

des Düsseldorfer CityTour-Busses. „Bei der

Auswahl des Fahrwerks legen wir Wert auf guten

Fahrkomfort, tiefen, bequemen Einstieg,

auf Wartungsfreundlichkeit und Zuverlässigkeit“,

erklärt Wolfgang Willms von Willms

Reisen. „Wegen der innerstädtischen Umweltzonen

sind wir außerdem auf geringsten

Schadstoffausstoß, niedrigen Kraftstoffverbrauch

und leise Motoren angewiesen.“ Die

Euro 6-Chassis von MAN, auf denen Willms’

Busse aufgebaut sind, erfüllen diese Anforderungen:

„Wir sind im Besitz von 23 MAN-Doppeldeckern

und sehr zufrieden damit. Vor

allem der Kundendienst ist top“, sagt Willms.

23

Doppeldecker

Die Firma Wilms Reisen hat insgesamt

23 Doppeldecker. Fünf davon sind

auf der Düsseldorfer Sightseeing-Tour

unterwegs.

Fotos: Frank van Groen

Sauber unterwegs: Der Sightseeing-Bus

von Willms Reisen ist auf einem

Euro 6-Chassis von MAN aufgebaut.

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man magazin

Aussichtsreich: Im Bus ist das

Sightseeing nicht nur komfortabel, die

Passagiere haben vom oberen Deck

aus auch eine wunderbare Aussicht.

Damit die Fahrgäste während der Tour den

bestmöglichen Komfort genießen können, ist

es möglich, die Busse mit zahlreichen Finessen

auszustatten – von der Bordküche über abnehmbare

Dachkonstruktionen, geräumige

Toiletten und leistungsstarke Klimaanlagen

bis hin zu Audiosystemen in zwölf Sprachen.

eine Herausforderung. Umso wichtiger ist ein

komfortabler Fahrerarbeitsplatz, wie der im

MAN A22-Chassis: Logisch angeordnete

Bedienelemente, übersichtliche Anzeigen und

die ergonomische Gestaltung von Lenkrad

und Sitz machen die Fahrt auch für den Fahrer

angenehm. Auf Wunsch stattet MAN Fahrerarbeitsplätze

mit einem Multifunktionslenkrad

„Beim Fahrwerk

legen wir Wert

auf Komfort und

Zuverlässigkeit.“

Wolfgang Willms, Inhaber Willms Reisen

Für den Aufbau der Karosserie auf das

aus. Damit lassen sich verschiedenste Funk-

Grund-Chassis sind Aufbauhersteller zustän-

tionen per Tastendruck ermöglichen, ohne die

dig, die während der Bauphase von MAN-Inge-

Hände vom Steuer zu nehmen.

nieuren unterstützt werden. Jeder Aufbauer

bekommt dafür ein 350 Seiten starkes Dokument,

in dem die Richtlinien für den korrek-

Während der Fahrer den Doppeldecker

durch Düsseldorf lenkt, betrachten die Passagiere

vom sonnenbeschienenen Oberdeck

Kann man auf ein Doppel

ten Aufbau festgehalten sind. Durch den regel-

Rheinufer, Kö-Brücke, Burgplatz und die mo-

mäßigen Austausch von Konstruktionszeichnungen

wird sichergestellt, dass die hohen

Aufbauten nicht die Stabilität des Fahrzeugs

derne Architektur des Medienhafens. Wolfgang

Willms kann sich über die Auslastung

freuen: Das Oberdeck ist heute voll besetzt.

genauso stolz sein wie auf

beeinträchtigen. Ebenso wird darauf geachtet,

Und das aus gutem Grund: „Ein Doppeldecker

dass Chassis und „Body“, wie die Aufbauten

auch genannt werden, perfekt aufeinander abgestimmt

sind. So können die „Bodybuilder“,

eignet sich einfach am besten für eine Sightseeing-Tour,

weil man vom Oberdeck eine

wunderbare Aussicht hat“, sagt Willms. „Au-

ein Triple? MAN kann.

mit denen MAN zusammenarbeitet, beinahe

ßerdem würde man in so kurzer Zeit nie so

jeden Ausstattungswunsch erfüllen. „Viele Be-

viel auf einmal zu sehen bekommen.“

treiber wollen ihren Fahrgästen etwas Besonderes

bieten. Wir tun unser Bestes, um für alle

Ideen, mit denen die Kunden zu uns kommen,

die optimale Lösung zu finden und gleichzeitig

alle Sicherheitsstandards einzuhalten“, sagt

Alexandre Lecompte, Verkaufsleiter vom spanischen

Aufbauhersteller UNVI.

Für die Fahrer ist die Tour durch die engen

Innenstädte mit dem extragroßen Gefährt oft

Das MAN-Chassis bildet die Basis

für Sicherheit, Komfort und Effizienz

der Sightseeing-Busse.

Fotos: Frank van Groen, MAN

Auch ohne Triple und deutsch-deutsches Traumfinale in der Königsklasse: Wir sind unglaublich

stolz, dass wir den FC Bayern und den BVB zu so vielen sensationellen Spielen begleiten

durften. Und glücklich, auch in der nächsten Saison dabei zu sein. So arbeiten wir schon jetzt

mit Hochdruck daran, die rollende Heimat beider Teams, den MAN Lion’s Coach Supreme,

für die Saison 2014/2015 noch komfortabler zu machen. So bequem, dass sich die Spieler

zurücklehnen und von einer Neuauflage des Finales von Wembley träumen dürfen. Neugierig,

wie es im Spielerbus aussieht? Schauen Sie mal rein: www.MANschaftsbus.de

Engineering the Future – since 1758.

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Offs hore

man magazin

2/2014

Jede Minute, die ein Windrad auf hoher See ausfällt,

kostet bares Geld. An der Ostküste Englands bringen

Spezialschiffe, ausgerüstet mit über 1000 PS starken

MAN-Motoren, Serviceteams und Ersatzteile schnell

und zuverlässig an ihren Einsatzort.

Schwimmender Wartungsservice: Die

„Eden Rose“ fährt zum Windpark

Sheringham Shoal vor der Küste Englands.

Fotos: Jiri Rezak

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man magazin

2/2014

Anschnallpflicht: Nachdem sie sich

angeseilt haben, steigen die

Servicearbeiter vom Schiff auf eine

Gitterplattform am Fuß des Windrads.

Stark und gut: Die 1 019-PS-Motoren von MAN müssen für

ihren täglichen Einsatz äußerst zuverlässig sein.

1 075

Windräder

2001 ging der erste britische Windpark

auf See ans Netz, seit 2008 ist UK mit

1 075 Windrädern Offshore-Weltmeister.

3,6

gigawatt

Die 22 britischen Windparks leisten

zusammen 3,6 Gigawatt – mehr

als die Hälfte der weltweiten Offshore-

Windenergie.

D

er weiß-blaue Katamaran

„Tia Elizabeth“ verlässt

Wells-next-the-Sea, einen

kleinen Gezeitenhafen an der Küste Norfolks,

drei Autostunden nördlich von London. Der

Skipper nutzt die Vormittagsflut, bei Ebbe

kann man hier nicht auslaufen. Bojen weisen

im Zickzack den Weg hinaus auf die offene

Nordsee, am Strand sind Spaziergänger zu erkennen

und die für Norfolk typischen bunten

Holzkabinen. An Bord der „Tia Elizabeth“ sind

jedoch keine Urlauber, sondern ein halbes Dutzend

Servicetechniker. Ihr Ziel: der Offshore-

Windpark Sheringham Shoal.

Die „Tia Elizabeth“ ist eines von drei Versorgungsschiffen

der Spezialreederei Tidal

Transit. Sie ist ein für die Branche typisches

Boot – mit Platz für zwölf Mann plus Besatzung,

20,3 Meter lang, acht Meter breit, gebaut

in der Mercurio-Plastics-Werft in Spanien.

Angetrieben wird sie von zwei V12-Maschinen

von MAN mit jeweils 1 019 PS. MAN fertigt

in Nürnberg schnelllaufende Viertaktdieselmotoren

für den Einsatz in der kommerziellen

Schifffahrt. Jährlich werden hier 1 300 Motoren

für den Einbau in Fähren, Rettungsbooten,

Schleppern und anderen Bootstypen

produziert.

Mit dem Ausbau der Windenergie auf See

ist ein eigener Markt für Windpark-Versorgungsschiffe

entstanden. Sheringham Shoal

schickt jeden Tag bis zu 36 Servicemitarbeiter

auf See. Die Anlagen müssen regelmäßig gewartet

werden, denn jede Minute, die ein

Windrad stillsteht, kostet den Betreiber bares

Geld. Die Getriebe der Windräder werden

überprüft, die Rotoren nach Rissen abgesucht,

Seilwinden und Aufzüge instand gehalten.

Doch anders als in Windparks an Land können

die Serviceleute nicht mit dem eigenen Lieferwagen

anfahren, sie sind auf die Versorgungsboote

angewiesen. Und diese müssen äußerst

zuverlässig sein – insbesondere, weil die Boote

nicht bei jedem Wetter hinausfahren können.

„Das schlägt sich auch in den Anforderungen

der Kunden an die Motoren nieder“, erklärt

Eugen Maier, als Area Sales Manager bei MAN

Engines Marine zuständig für den englischen

Markt. „Außer auf den Kraftstoffverbrauch

achten die Betreiber vor allem auf die Zuverlässigkeit

und den Service.“

Bei diesigem Wetter sind nach einer Stunde

Fahrt die ersten Windräder zu sehen.

80 Meter ragen die gigantischen Türme aus

dem Wasser, jedes Rotorblatt ist 52 Meter lang.

Oben auf den Maschinenhäusern sind rote

Käfigplattformen für die Servicetechniker angebracht.

88 Anlagen stehen hier rautenförmig

angeordnet im Meer, in Abständen von rund

500 Metern. Sheringham Shoal liegt etwa 17

Kilometer von der englischen Küste entfernt.

Der Windpark gehört Scira Offshore Energy,

einem Joint Venture von Stat oil und Statkraft.

Zusammengenommen bringen es die Windräder

auf eine Leistung von 317 Megawatt. Das

reicht aus, um über 200 000 britische Haushalte

mit grünem Strom zu versorgen.

In der Kabine unter deck der „Tia Elizabeth“

sitzen Robert Pennock, Ross Gordon

und Kevin English auf gefederten Einzelsitzen

an einem der Tische und trinken Tee. Bequem

sind diese Schiffe, schließlich sollen die Techniker

ausgeruht an ihrem Arbeitsplatz ankommen.

Die Männer arbeiten für Siemens,

den Hersteller der Windräder, und führen an

einem der Getriebe eine Routineuntersuchung

durch. Ein zweites Team an Bord kümmert

sich um die Instandhaltung der Seilwinden

und der Aufzüge in den Masten der Windräder.

In der Kabine leuchtet eine grüne Lampe

auf: das Signal zum Übersetzen. Das Team

geht vor zum Bug des Schiffs, schwere wasserdichte

Taschen liegen schon bereit. Dar in

transportieren sie Werkzeug, Ersatzteile,

Getriebeöl. Heute ist die See glatt und ruhig,

das Übersetzen fällt leicht. Doch bei Wind

und Wellengang ist dies der heikelste Teil der

Arbeit. An jedem der Windräder sind an zwei

Seiten Zugänge zum Übergang angebracht.

Fotos: Jiri Rezak

Kletterpartie: Die Techniker

erklimmen den Mast des

Windrads, um oben Wartung s­

arbeiten durchzuführen.

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man magazin

tet“, sagt der Skipper. „Die Anfahrt mit einer

Geschwindigkeit von 20 Knoten ist eine Kleinigkeit

dagegen. Das Ungewöhnliche ist, dass

die Maschinen hier jede Sekunde Tonnen von

Wasser nach hinten schieben müssen, ohne

dass das Boot sich vorwärtsbewegt.“

man kennt die anforderungen: „Beim

Andocken entstehen im Boot heftige Vibrationen“,

erklärt Eugen Maier von MAN Engines

Marine. „Die Schiffsdieselmotoren müssen

beim Einbau möglichst elastisch gelagert wer­

Warteposition: Nach ihren Arbeiten auf den

Windrädern werden die Serviceteams wieder

an Bord der „Eden Rose“ gehen.

„Die MAN-Motoren

sind besonders

kompakt und konkurrenzlos

leicht.“

Eugen Maier, Area Sales Manager

bei MAN Engines Marine

In der App finden Sie weitere

Fotos von der Ausfahrt nach

Sheringham Shoal.

Maßarbeit: Konzentriert manövriert

Skipper Harry Getliffe die „Tia

Elizabeth“ durch den Windpark.

Die Männer seilen ihre Einstiegsausrüstung

an, steigen auf eine Leiter am Mast der Anlage

und klettern ein paar Meter auf eine Gitterplattform.

Für den Skipper Harry Getliffe ist

jedes dieser Manöver Maßarbeit. Ankern kann

man hier nicht, das würde die Kabel unter

Wasser beschädigen. Der Bug ist breit und

durch eine massive Gummiverkleidung geschützt.

„Bump and jump“ wird das Manöver

in der Branche genannt, aber natürlich soll

hier niemand springen. Bis zu einem Wellengang

von etwa zwei Metern können die Wartungsteams

sicher übersetzen. Damit die

Männer ohne Probleme auf die Plattform umsteigen

können, drückt Getliffe das Schiff permanent

mit dem Bug gegen die Plattform.

„Das ist es, was die Motoren am meisten belas­

den, genau wie der Abgasaustritt.“ Auch für

die Motoren selbst sind die Manöver anstrengend.

„Sie erfordern nahezu maximales Drehmoment“,

sagt Maier. „Wir können dabei auf

Vorerfahrungen zurückgreifen. Aus dem Fährengeschäft

kennen wir seit Langem vergleichbare

Einsätze. Auch Fähren dürfen keine

Zeit ver lieren, bremsen von 100 auf null ab

oder beschleunigen schnell, und auch das Andocken

verläuft ähnlich.“ Die Motoren befinden

sich in den beiden Rümpfen des Katamarans.

Eine enge Treppe führt hinunter in den

Maschinenraum. Die Wände sind mit einer

silbern glänzenden Isolierschicht ausgefüttert.

Auf engstem Raum sind hier die zwei

viertaktigen MAN-High-Speed-Dieselmotoren

mit zwölf Zylindern verbaut. Ein Mann

kann sich mit Müh und Not um die hellgraue

Maschine her umschlängeln. „Dass es in den

Maschinenräumen solcher Katamarane eng

zugeht, kommt uns sogar entgegen“, sagt

Maier. „Die MAN-Motoren sind besonders

kompakt und konkurrenzlos leicht.“

Immer wieder gehen im Lauf des Nachmittags

Funkrufe von Wartungsteams ein,

die auf einem der Windräder mit der Arbeit

fertig sind. Die „Tia Elizabeth“ sammelt sie auf

und bringt sie zum nächsten Windrad. Das

Boot fungiert als eine Art Funktaxi. Bis zum

Abend sind alle Serviceteams wieder an Bord,

und die Schiffe fahren zurück nach Wells. Im

Hafen angekommen, wartet bereits ein Minibus,

der die Teams zur Firmenzentrale nach

Egmere bringt. Dort endet für die Männer ein

13-stündiger Arbeitstag. Morgen geht es weiter,

mit der Vormittagsflut um 10.30 Uhr.

Mehr Informationen zu den MAN-Schiffsmotoren

gibt es unter > www.man-engines.com

Fotos: Jiri Rezak

Mia will Mit deM Bus auch querfeldein

und üBer wasser fahren.

Das mit dem Wasser wird knifflig. Aber in der Stadt und auf Reisen sind wir schon gut unterwegs. Das Automat -

getriebe ZF-EcoLife macht Schluss mit Kompromissen. Ob im Flachland oder in den Bergen: Das intelligente Fahrprogramm

TopoDyn Life passt die Schaltcharakteristik an das Streckenprofil an und senkt so Kraftstoffverbrauch

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man magazin

2/2014

Vollgetankt: Ein Fahrer unterschreibt den Tankbeleg

und nimmt sein Fahrzeug für die nächste Tour entgegen.

Schwarzes Gold: Chromerz

aus Südafrika ist ein

boomender Rohstoff.

Schwertransporter: Der Truck von Michael Sipho wird in

der Kohlemine in Piet Retief beladen.

Zwischenstopp: Michael Sipho macht auf

seiner Tour eine kurze Pause bei seinen

Schwestern in der Nähe von Pongola.

Heavy

Metal

Chromerz aus den Minen Südafrikas ist in der Metallverarbeitung

weltweit ein begehrtes Gut. MAN-Lkw

transportieren den tonnenschweren Rohstoff aus dem

Norden des Landes über eine steile Bergstrecke in

die Hafenstadt Richards Bay. Auf Tour mit dem südafrikanischen

Logistiker Chrome Carriers.

Die Nationalstraße 2, irgendwo

zwischen Empangeni und Pongola,

im Osten Südafrikas. Nach

einigen Hundert Metern mit

dicht gepflanzten Waldplantagen

werden an einer Straßenkreuzung

einzelne Hütten sichtbar. Eine Telegrafenleitung

am windschiefen Holzmast

überspannt die breite, gut ausgebaute Straße,

im Schatten eines Baumes sitzt eine Familie.

Michael Sipho stoppt seinen MAN in einer

Bucht und schaltet die Warnblinkanlage ein.

Zwei Mädchen in leuchtend bunten Kleidern

stehen im Gras neben der Fahrbahn – sie haben

auf ihn gewartet. „Das sind meine Schwestern“,

sagt Michael. Der junge Fahrer unterstützt

seine Eltern und die Geschwister, die

hier im Osten des Landes in einem kleinen

Dorf leben. Seit drei Jahren arbeitet er als Fernfahrer:

„Ein guter Job“, sagt der 29-Jährige, der

vor wenigen Monaten seinen Arbeitgeber gewechselt

hat. Jetzt fährt Michael für das Transportunternehmen

Chrome Carriers auf einem

neuen MAN, über den er sich begeistert äußert:

„Für mich ist das die Nummer eins!“

Südafrika ist seit Jahrzehnten Motor der

wirtschaftlichen Entwicklung eines ganzen

Kontinents. In der boomenden Minenindustrie

hat sich Chrome Carriers, ein Tochterunternehmen

der Reinhardt Transport Group

(RTG), als größter privater Logistikpartner von

Bergbauunternehmen etabliert. Das Depot

des Unternehmens liegt in der Hafenstadt

Richards Bay in der Provinz KwaZulu-Natal.

Die 284 Fahrer transportieren Chromerz aus

Fotos: Richard Kienberger

1 500

kilometer

Die Strecke von Richards Bay nach

Rustenburg und zurück ist anspruchsvoll:

Höhenunterschiede von 1 250 Metern

und ein sehr vielseitiges Gelände fordern

Mensch und Maschine einiges ab.

Namibia

Südafrika

Rustenburg

Piet

Retief

Richards

Bay

den Minen im Norden des Landes nach

Richards Bay, von wo aus es weltweit verschifft

wird. Auf dem Rückweg laden sie Kohle oder

andere Schüttgüter, die für die Aufbereitung

des Metalls benötigt werden. Die Division

Chrome Carriers hat ihren Fuhrpark 2012 nach

einem ausführlichen Praxistest mit 140 MAN

TGS teilerneuert. „Ausschlaggebend für die

Vergabe an MAN war für uns die Tatsache, dass

die Fahrzeuge nach mehr als 200 000 Kilometern

im Dauerbetrieb keinerlei technische

Mängel aufwiesen. Außerdem waren der geringe

Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge, das

gute Preis-Leistungs-Verhältnis, der Komfort

für den Fahrer sowie die Service- und Garantieleistungen

von MAN entscheidende Faktoren

bei unserer Wahl des Anbieters“, erklärt

Derick Reinhardt, CEO der RTG. Die Fahrzeuge

sind durch die hohe Nutzlast von 34 Tonnen

und die anspruchsvolle Topografie Südafrikas

unter harten Bedingungen unterwegs. Der sogenannte

Vollwartungsvertrag sieht daher

eine punktgenaue Wartung in den MAN-Servicestützpunkten

vor.

die erste etappe führt Michael Sipho

vom Depot in Richards Bay in die Außenbezirke

der Bergbaustadt Piet Retief. Die Straße

windet sich an Nationalparks und Stauseen

vorbei, durchschneidet Weideland, Städte und

Dörfer, markiert die Grenze zu Swasiland und

wird zwischendurch zur Passstraße. Die Tour

ist auch durch die starken Gefälle eine Herausforderung

für die maximal beladenen

Trucks. Richards Bay liegt auf Meereshöhe,

Piet Retief auf 1 250 Metern im Hochland der

Provinz Mpumalanga. Der kurze Halt am

Wohnort seiner Familie bleibt Michaels einziger

Stopp bis zum Etappenziel. Nach fünf

Stunden Fahrt hat er Piet Retief erreicht – eine

Stadt, deren Straßen und Häuser ganz anders

aussehen als die herausgeputzten Boulevards

von Richards Bay. Kohlestaub bedeckt den

rohen, schlammigen Boden, eine aufziehende

Gewitterfront lässt den Parkplatz neben dem

Minengelände noch schwärzer aussehen. Die

Zufahrten zu den Minen sind die einzigen Offroad-Passagen

auf den Touren, doch sie sind

nicht immer so kurz wie hier in Piet Retief.

Michael rollt zunächst über die Waage, ehe er

seinen siebenachsigen Zug neben eine der

großen Kohlehalden rangiert. Ein Radlader

schaufelt die Kohle in die Mulden, die nach

wenigen Minuten voll sind. Bei der Ausfahrt

wird der Lkw erneut gewogen. „Gute Fahrt!“,

wünscht ein Mitarbeiter des Bergbauunternehmens

und übergibt Michael die Dokumente.

Knapp 500 Kilometer sind es, bis er das

nächste Ziel erreicht – eine Chrommine in der

Nähe von Rustenburg, westlich von Pretoria.

Dort wird er die Kohle gegen Chromerz tauschen,

einige Stunden schlafen und dann wieder

Richtung Osten fahren – zurück nach

Richards Bay, von wo aus seine Fracht auf dem

Seeweg in die ganze Welt gelangt.

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man magazin

2/2014

Die Kilometer- Millionäre

In der App lesen Sie,

wie auch Lkw über

eine Million Kilometer

einwandfrei fahren.

Eine Million Kilometer Laufleistung ist gar nicht so viel für einen Bus.

Aber drei Millionen schaffen nur wenige. MAN-Qualität macht’s möglich –

auf fast allen Kontinenten und in nahezu jeder Klimazone der Erde.

Bus-Kapitän: Der NEOPLAN, den İbrahim

Güler für SEÇ fährt, hat schon über zwei

Millionen Kilometer auf dem Tachometer.

Fotos: Ivor Prickett

Abschiedsgruß: Am Busbahnhof in

Gaziantep startet ein Bus seine Reise ins

1 350 Kilometer entfernte Çanakkale.

„NEOPLAN hat eine

längere Lebensdauer

als andere Marken.“

Settar Konukoğlu, Geschäftsführer von SEÇ

B

usfahrer ist in der Türkei ein so

hoch angesehener Job, dass er

nicht einfach Chauffeur heißt,

sondern „Kapitän“. Denn in dem

großen Land zwischen Europa

und Asien ist das Schienennetz

lückenhaft, die Fluginfrastruktur unzureichend

ausgebaut – und deshalb der Bus bis

heute das wichtigste Transportmittel der Türken.

Für eine hohe Qualität des beliebten Verkehrsmittels

setzen die Türken vor allem auf

verlässliche Ingenieurskunst aus Deutschland.

Mehr als 50 NEOPLAN-Modelle zählt die Flotte

von SEÇ, einem Transportunternehmen im

südtürkischen Gaziantep, das Busse an Unternehmen

im ganzen Land vergibt. „Der Name

steht für das hochwertige Image von MAN“,

sagt Settar Konukoğlu, Geschäftsführer von

SEÇ. „Die Fahrgäste lieben NEOPLAN, weil er so

bequem ist.“ Ein weiterer wichtiger Wettbewerbsvorteil

sei der lebenslange NEOPLAN-

Service. Und lebenslang kann in dem Fall eine

ganze Weile bedeuten, weiß Konukoğlu aus

Erfahrung. Sechs der Busse haben schon die

Zweimillionenmarke überschritten, der Rekordhalter

zählt 2,6 Millionen. „Aber er schafft

bestimmt noch eine Million!“, sagt Konukoğlu.

Er weiß aber auch, wie wichtig die menschliche

Seite ist, und setzt pro Bus nur zwei Fahrer ein.

Nach einer Weile behandeln die Fahrer den Bus

dann wie ihr eigenes Fahrzeug.

Wie wichtig dieses Prinzip für die Lebensdauer

eines Busses ist, haben auch die Stadtbetriebe

im polnischen Szczecinek an der westpommerschen

Seenplatte erkannt: Sie setzen

möglichst immer denselben Fahrer in denselben

Bus – meist der Marke MAN: 1997 legte

sich die Stadt die ersten MAN-Busse zu, die

dann allmählich die alten polnischen Modelle

Jelcz und Autosan ablösten. Das war fast eine

technische Revolution. Was auch viele Einwohner

fanden: Sie kauften sich gleich mehrere

Tickets – einfach, um länger im Bus sitzen

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man magazin

Effizient. Langlebig. Komfortabel.

Die neuen Coach Reifen von Goodyear.

Mexiko: Antonio Sierra Flores fährt

für Enlaces Terrestres Nacionales

monatlich 25 000 Kilometer.

Polen: Seit 1997 prägen in Szczecinek die

grün-weißen MAN-Busse das Stadtbild.

2,6

Millionen Kilometer

Fünf NEOPLAN-Busse des türkischen

Unternehmens SEÇ haben die Zweimillionenmarke

bereits überschritten. Der

Rekordhalter-Bus fährt seit 2,6 Millionen

Kilometern ohne größere Reparaturen.

„Wichtig ist gute

Fahrzeugpflege.

Und die mache ich

meist selbst.“

Helmut Schwayer, Busunternehmer aus Kronburg

bleiben zu können. 2011 kaufte die Stadt dann

sechs neue Lion’s City-Modelle. Heute prägt

der brüllende Löwe auf den grün-weißen Bussen

das Stadtbild: Das Preis-Leistungs-Verhältnis

ist unschlagbar. Die Busse sind ökologisch,

leise und vor allem: effizient. Zwei der Busse

von 1997 haben schon weit über eine Million

auf dem Tachometer. Dank der technischen

Qualität von MAN, aber auch der personellen:

MAN hat die technischen Mitarbeiter der

Stadtbetriebe nie im Stich gelassen. Trotz

komplexer Antriebstechnik der Low-Entry-

Busse findet der MAN-Kundenservice immer

eine Lösung auch für das kniffligste Problem.

Den groSSteil der Wartung erledigt

Helmut Schwayer dagegen eigenhändig. Der

selbstständige Busunternehmer aus dem

süddeutschen Kronburg kennt jede Schraube

an und in seinem Bus. Er hört und sieht sofort,

wenn eine Kleinigkeit nicht stimmt. Kein

Wunder: Seit zwölf Jahren fährt er mit dem

MAN-Doppeldecker durch die Weltgeschichte,

von Lissabon bis St. Petersburg, vom Nordkap

bis Sizilien. Bisher ist er 1 050 000 Kilometer

am Steuer gesessen – und ein Ende ist

nicht in Sicht. Der MAN ist Schwayers einziger

Bus. Abgesehen vom roten Skiträger ist er

ganz weiß und eine Wucht: 26 Tonnen zulässiges

Gesamtgewicht, zwölf Meter lang, vier

Meter hoch. Und der Reisebus macht einiges

mit: Streusalz am Nordkap, Schlaglöcher in

Marokko, Splitt auf tschechischen Straßen.

Wie er trotzdem die Millionengrenze geknackt

hat? „Man muss den Bus schonend bewegen

und pfleglich mit ihm umgehen“, fasst

Schwayer zusammen.

Das gilt auch im fernen Mexiko, wo die

Fahrzeuge von Enlaces Terrestres Nacionales

(ETN), einem führenden mexikanischen Passagierbusunternehmen,

jeden Monat rund

25 000 Kilometer unterwegs sind. Sie werden

also nie kalt und sind somit fast immer im

idealen Betriebszustand. Zudem sind die klimatischen

Bedingungen in Mexiko sehr busfreundlich:

keine Minusgrade, die den Verschleiß

am Motor beim Kaltstart befördern.

„Das ist einer der Gründe, warum unsere

Fahrzeuge so viel leisten“, sagt Alexander

Wolf, Head of Aftersales bei MAN Truck & Bus

Mexiko. Seit neun Jahren schon fahren die

MAN-Busse von ETN durch Mexiko, 34 000

Reisen pro Monat für 450 000 Passagiere. Ein

Großteil der Flotte besteht aus MAN-Fahrzeugen,

die durchschnittlich schon zwei Millionen

auf dem Tachometer haben. „Eine beachtliche

Leistung“, sagt Gustavo Ascencio, geschäftsführender

Direktor von ETN. Er achtet

sehr auf die richtige Wartung der hochwertigen

Fahrzeuge – und das ist in Mexiko alles

andere als selbstverständlich. Viele Unternehmen

versuchen, ihre Wartungskosten mit billigem

Öl und minderwertigen Filtern zu drücken.

MAN hält trotzdem durch, weiß Wolf:

„Einmal hatten wir im Kundenservice ein

Fahrzeug mit der Reklamation ‚Geräusche von

der Hinterachse‘. Es stellte sich heraus, dass

der Kunde schon 700 000 Kilometer ohne Ölwechsel

gefahren war – obwohl der regulär alle

180 000 Kilometer fällig ist. Liegen geblieben

ist er trotzdem nie.“ Und das liegt sicher nicht

nur am günstigen mexikanischen Klima – das

MAN-Fahrzeug hätte wohl auch in jedem anderen

Land der Erde so lange durchgehalten.

Fotos: privat

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