Bedrohte Paradiese - Rettet die Mur!

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Bedrohte Paradiese - Rettet die Mur!

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Flüsse voller Leben

Bedrohte Paradiese

Österreichs Flüsse wurden jahrzehntelang verbaut, gestaut,

begradigt, kanalisiert und zubetoniert. Die Folgen:

Monotone, artenarme Gewässer und verheerende Hochwasserschäden.

Die Ini a ve „Flüsse voller Leben“ fordert

nun: Nein zum Wasserkra ausbau in sensiblen Fließgewässerstrecken

- Ja zur Sicherung der letzten naturnahen

Flüsse und Bäche.

GU-Magazin

Nur mehr ein Fün el der großen

österreichischen Flüsse ist

in einem natürlichen oder naturnahen

Zustand, 80 Prozent

sind bereits ausgebaut und degradiert.

Wich ge Funk onen

wie Hochwasserschutz und

Grundwassersicherung sind

verloren gegangen, Lebensraum

für Tiere und P anzen

und wertvolle Erholungsräume

für Menschen wurden

zerstört. Die Energiekrise und

der Klimawandel erhöhen zusätzlich

den Druck, neue Kra -

werke zu bauen: Hunderte

neue Wasserkra werke sollen

bis 2020 entstehen. Deshalb

haben die größten heimischen

Naturschutzorganisationen

wie der Naturschutzbund und

der WWF, die Naturfreunde,

Kajak.at, das Österreichische

Kuratorium für Fischerei und

Gewässerschutz, der Österreichische

Fischereiverband

und der Alpenverein Sek on

Edelweiß die Pla orm „Flüsse

voller Leben“ gegründet: Gemeinsam

kämpfen sie gegen

die Kra werks ut und setzen

sich dafür ein, dass die letzten

natürlichen und naturnahen

Flussstrecken langfris g und

verbindlich unter Schutz gestellt

werden. Im Sinne einer

zukunftsweisenden Energiepolitik

müsse Österreich

neue Wege gehen und klare

Prioritäten in den Bereichen

Stromeinsparung und Energiee

zienz setzen. Auch andere

ökologisch vertretbare

Potentiale an erneuerbaren

Energien müssen viel stärker

genutzt werden, sta unsere

letzten wertvollen Fluss-Lebensadern

zu zerstören, so die

Pla ormvertreter. „Es fehlt

ein strategischer Zugang zum

weiteren Ausbau der Wasserkraft.

Der WWF ist nicht

gegen die Nutzung der Wasserkra

, der aktuell herrschende

unkoordinierte Wildwuchs

im Kraftwerksbau ist aber

unerträglich und schadet den

österreichischen Flüssen und

der heimischen Artenvielfalt“,

warnt Flussexperte Christoph

Walder vom WWF. Die Naturschutzorganisation

fordert

von Umweltminister Nikolaus

Berlakovich Tabuzonen an

besonders schützenswerten,

noch intakten Flussstrecken

- in der Steiermark wären

das vor allem die obere Mur

und Abschni e an der Sulm.

22.000 Österreicherinnen

und Österreicher haben die

Forderungen der Initiative

„Flüsse voller Leben“ mit ihrer

Unterschri unterstützt, eine

entsprechende Pe on wurde

nun von NAbg. Günther Kräuter

ins Parlament eingebracht.

Im Zuge der anstehenden Novellierung

des Wasserrechtsgesetzes

und im Einklang mit

dem Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan

(NGP)

sollen die heimischen Flüsse

besser geschützt werden.

Auch die Europäische Kommission

hat in einem Schreiben an

das Lebensministerium einen

besseren strategischen Zugang

für einen weiteren Ausbau

der heimischen Wasserkraft

gefordert.

Bedrohte Flussjuwele

(im Bild die Mur):

Die Pla orm „Flüsse

voller Leben“ macht sich

für den gesetzlichen Schutz

der letzten ökologisch

intakten Fließstrecken

in Österreich stark.

FOTO: WWF/Arno Mohl


Lebensraum Mur

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Gesamtlänge: 352 km

Anteil natürlicher/naturnaher

Fließstrecken: 17%

Anteil in Schutzgebieten: 35%

Wich ge Zubringer:

Drau, Kainach, Sulm, Mürz

SPÖ-Bundesgeschä sführer Günther Kräuter, der für eine

umsich ge und maßvolle Energieerzeugung eintri , nimmt

die Anliegen der Flussschützer ernst: „Die eindrucksvolle

Anzahl der Unterschri en zeigt, dass den Österreicherinnen

und Österreichern der Schutz und Erhalt unseres Wasserschatzes

ein großes Anliegen ist. Als Fischer und Präsident

des Verbandes der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine

bin ich selbst viel an Flüssen unterwegs und weiß um die

Bedeutung naturnaher Fließgewässer für die Artenvielfalt,

aber auch für die Naherholung und für den Tourismus.“

Die Mur ist Heimat eines in Österreich

schon sehr seltenen Fisches:

des Huchens. Außerdem

leben hier Fischo er, Schwarzstorch,

Mittelspecht, Flussuferläufer,

Pirol, Laubfrosch,

Würfel- und Ringelnatter,

Gelbbauch- und Rotbauchunke,

das ukrainische Bachneunauge,

Strömer, Frauennerfling,

Schrätzer, Nase, Barbe und

Flussmuschel. Schwarz- und

Silberpappel, Flatterulme,

Winterlinde, S eleiche, Wasserfeder

und Schwanenblume

fühlen sich in diesem Lebensraum

ebenfalls heimisch.

Die Mur ist aber auch einer

jener Flüsse Österreichs, an

denen die Energiewirtschaft

besonderes Interesse hat: Sie

droht von einer Lebensader

zu einer Staukette – und in

den nächsten 10 Jahren zu

einer permanenten Kra werks-

Großbaustelle - zu werden. Die

Murauen südlich von Graz mit

einer Gesam läche von 1.480

Hektar sind Landscha sschutzgebiet

und biogenetisches

Reservat. 50 Hektar dieses

Schutzgebietes sollen nun den

Murkra werken Gössendorf

und Kalsdorf geopfert werden.

Diese beiden Kra werke

sind jedoch nur die Spitze

des Eisberges. Zusätzlich zu

den bestehenden rund 30

Murkra werken sind mindestens

sieben weitere geplant,

die teilweise in Natura 2000

Europaschutzgebieten liegen.

Die Kraftwerke Gössendorf

und Kalsdorf baut die ESTAG

(Energie Steiermark AG) gemeinsam

mit dem Verbund

nach erfolgter positiver Umweltverträglichkeitsprüfung

mit einer Gesamtleistung von

rund 40 MW (1/4 der Leistung

eines mittleren Donaukraftwerks).

Mit den Bau- und

Rodungsarbeiten des ersten

Kraftwerks bei Gössendorf

wurde Mitte Oktober 2009

o ziell begonnen.

Unterschri enak on

der Pla orm

„Re et die Mur

Die Plattform „Rettet die

Mur“ sammelt Unterschriften

für den Erhalt einer frei

fließenden, lebendigen Mur

und gegen die geplante Kra -

werkskette. Mit dem Bau

der letzten 5 Staustufen im

Großraum Graz wollen EStAG

& Verbund die von Leoben bis

Spielfeld reichende Stauke e

entlang der Mur jetzt gänzlich

schließen. Der letzte frei

ießende Abschni und der

Erholungs- und Freizeitraum

in Graz würden damit zerstört

werden.

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