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Elisabethmalt ...späte Berufungnach einer TherapieGünter Schorn


ImpressumCopyright 2010Günter SchornAlle Rechte vorbehaltenHerstellung: epubli GmbH, Berlinwww.epubli.de


2VorwortDieses Büchlein ist allen denen gewidmet, die täglich von Schmerzen geplagtwerden und trotzdem nicht resignieren und ihrem Schmerz den Kampfangesagt haben. Dazu gehört auch Elisabeth. Von ihr will ich erzählen. UndDank sei den vielen Menschen gesagt, die darum ringen und helfen, denSchmerz der Betroffenen erträglich zu gestalten. Leider gelingt das nichtimmer. Es gibt allzu viele Krankheiten, wo die Medizin an ihre Grenzen stößtund Heilung leider nicht möglich ist. Was kann dann noch getan werden?Die Antwort heißt Kämpfen, Ablenken, Arrangieren. Dazu gibt esMöglichkeiten. Über eine davon berichtet dieses Büchlein. Es soll informieren,anregen und auch trösten.Das ist Elisabeths Markenzeichen.


4SchmerzSchmerz kann viele Ursachen haben. Akuter Schmerz tut zwar weh, aber er kanndiagnostiziert und meistens behandelt werden, weil man die Ursache kennt. Gut,wenn er von überschaubarer Dauer ist. Aber was ist mit den Schmerzen, derenUrsache man nicht finden oder beseitigen kann? Die Betroffenen rennen von Arztzu Arzt und werden mit Achselzucken weggeschickt. Sie verzweifeln, weil sie zuspüren glauben, dass sie nicht Ernst genommen werden. Wie Simulantenkommen sie sich vor. Die Lebensqualität wird zunehmend eingeschränkt, dasLeiden unerträglich. Gerne werden sie als psychisch krank hingestellt und zuPsychologen, Psychiatern und Nervenärzten geschickt. Dabei ist es meistens so,dass nicht die Psyche die Ursache für den Schmerz ist, sondern der dauerndeSchmerz, fehlendes Verständnis und Ohnmacht erst die Psyche inMitleidenschaft gezogen haben. Wenn die klassische Medizin am Ende ist - unddas ist bei chronischen Schmerzen allzu oft der Fall - werden Heilpraktiker undHomöopaten besucht. Was fehlt ist die ganzheitliche Behandlung von Körper,Geist und Seele. Unser Gesundheitswesen und die Ausbildung unserer Ärzte sindleider darauf nicht eingestellt. Gottseidank wurden in den letzten JahrenAnstrengungen in die richtige Richtung unternommen. Schmerzzentren wurdeneingerichtet und zunehmend haben sich Ärzte der Schmerzbehandlungverschrieben. Und es wurden Therapien und Methoden entwickelt, wie man demchronischen Schmerz zu Leibe rücken oder ihn aushaltbar gestalten kann. Zusolchen Therapien gehört auch das therapeutische Malen. In dieses ist auchElisabeth hinein “geschliddert”, wie man es salopp bezeichnen darf.


Elisabeth malt ...7Die Jahrtausendwende war geschafft, der Euro stand ins Haus. Elisabeth warschwer erkrankt. Nach dem Klinikaufenthalt war eine ambulanteRehamaßnahme angesagt. Mit gemischten Gefühlen trat Elisabeth sie an. DasMotto hieß „Schmerztherapie“. Diese bestand aus vielerlei Anwendungen undMaßnahmen. Eine davon war das Malen. In der Gruppe kamen betroffeneMännlein und Weiblein zusammen. Eine Therapeutin und ein Maler betreutendie Gruppe.Jeder sollte malen, was ihm in den Sinn kam. Die Ergebnisse wurdenbesprochen. Die Teilnehmer waren zunächst sehr gehemmt bis widerspenstig,zumal es keinerlei maltechnische Anleitung oder Unterstützung gab. AuchElisabeth blockierte innerlich. Doch dann nahm sie Papier und Wasserfarbenzur Hand und begann zu malen, was ihr in den Sinn kam: Lagepläne rund umunser Haus, Osterbilder, Blumen und Landschaftsausschnitte,Farbkompositionen. Und jedes Bild musste sie den Gruppenmitgliedernerläutern. Da wurde viel gelacht, weil der Kunstgehalt der Gemälde sich inGrenzen hielt. Die Perspektiven und geometrischen Verhältnisse wurden nichtrichtig dargestellt und manches sah sehr kindlich aus.Richtig Spaß gemacht hat ihr diese Art von Therapie noch nicht, obwohl siemächtig stolz war, dass einige ihrer Bilder im Flur der Klinik ausgehängt wurden.


Elisabeth malt ...8Als Markenzeichen gewissermaßen baute Elisabeth in viele ihrer Bilder, offenoder auch manchmal versteckt, ein kleines Häschen ein. Das trug sehr zurErheiterung bei. So zogen die Wochen dahin. Die ambulante Reha-Maßnahmewar zu Ende gegangen. Es waren so an die Zwanzig Bilder geworden, dieElisabeth immer wieder einmal Zuhause auf dem Fußboden ausbreitete oderFreunden und Verwandten zeigte, um sich darüber lustig zu machen. Irgendwiewar sie schon stolz darauf, selbst etwas geschaffen zu haben. Aber es blieb beiden Malversuchen während der Reha. Es wurde nicht weitergemalt. Zunächstjedenfalls. Die folgenden Seiten zeigen einige der Bilder aus der Klinik.


9Elisabeth fand dieses Bild eherkindlich und naiv. Es wurde aberin der Klinik ausgestellt. Und essagt etwas aus. Das ist nicht nurtiefenpsychologisch gemeint,sondern der erste Eindruck desunbefangenen Betrachters.Ein einfacher Topf mit Blumen,etwas dunkel gehalten. Einebunte Wiese. Ein Tannenbaumreckt seine Zweige ins Bild.Gewitterwolken und dräuendeStimmung überall. Aber dasversteckte Gesicht einesKobolts lässt sich die guteLaune nicht verderben.


10Ich kann nicht malen ...Kommt jemand mit den Worten „Ich kann nicht malen.“ daher, so sollte man ihmeine Therapie empfehlen. Jeder Mensch kann malen. Eigene Ängste führen zu demobigen Ausspruch: Die Leute könnten ja das Bild nicht schön finden. Es könnteFehler enthalten. Die Betrachter würden einen vielleicht nur mitleidig belächeln undverspotten. Man ist schließlich kein Künstler. Man schämt sich ganz einfach.Es geht überhaupt nicht um Fragen wie Kunst oder nicht Kunst, schön oderhässlich, gehaltvoll oder nichtssagend. Es geht darum, sein Inneres zum Ausdruckzu bringen, sei es gequält, freudig erregt oder auch voller Hoffnung.Farben sind Balsam für die Seele und können heilend wirken, aber umgekehrt kannsich unser Inneres auch mittels Farben ausdrücken. Es lohnt sich deshalb, sich zuüberwinden und die Möglichkeit des Malens in Erwägung zu ziehen. Natürlichbedarf das einer inneren Bereischaft und der zeitlichen Behutsamkeit. Nichts gehtvon heute auf morgen und von alleine.Ein behagliches Häuschen mit rauchendem Schornstein unter dem hohenHimmelsgewölbe. Die Geometrie stimmt nicht so ganz. Das tut der Ausdruckskraftaber keinen Abbruch. Der kleine Zaun schirmt ab und schützt die Behaglichkeit.


12Mir fehlen die Worte ...Viele Menschen können mit Worten nicht mehr beschreiben, was in ihnen vorgeht,was sie erdulden müssen und wie hilflos sie ihrer Krankheit ausgeliefert sind. Siefressen Frust in sich hinein. Es gibt kein Ventil. Überdruck staut sich an. Daswiederum erzeugt neuen Stress und Schmerz. Die Malerei und ihr Spiel mit denFarben kann dieses Ventil ersetzen. Man sieht plötzlich klarer, wird sicherer in derBeurteilung des eigenen Zustandes. Schöpferischer Umgang mit Farben,fantasievolle Darstellungen in Bildern, Gedanken treiben lassen, das alles fördertdie Tätigkeit der rechten Gehirnhälfte. Und das ist gut so. Geometrische undbildhafte Formen können so zu einer Stimulation führen, die die linke Gehirnhälfteentlastet. Sie kann sich erholen. Die Logik tritt in den Hintergrund und Fantasie undIntuition können sich neu entfalten. Das soll heilende Wirkung haben. Und mankann das lernen.Zwei Häuschen am Hang, eines droht abzurutschen. Bizarre bunte Bäume undwieder ein Gewitterhimmel. Aber bedrohlich wirkt die Stimmung nicht. Ein paargeometrische Fehler gehen im Gesamteindruck unter. Geometrie ist für dieStimmung nicht unbedingt von Nöten.


14Ist meine Krankheit eingebildet?Wir kennen alle das geflügelte Wort vom eingebildeten Kranken. Und vielechronisch mit Schmerzen belastete Menschen fragen sich oft, ob sie überhauptwirklich krank sind, vor allem dann, wenn Ärzte keine Ursachen für dieSchmerzen finden können. Selbst wenn in den üblichen routinemäßigenmedizinischen Untersuchungen keine Mängel fest gestellt werden, kann einMensch krank sein. Der Mensch ist keine Maschine. Allzu schnell werden heuteMenschen als Hypochonder abgetan, wenn sie über ständige Schmerzenklagen, ohne dass die Ursachen gefunden werden. Wenn ein Arzt fürSchmerzen keine Ursache findet, so ist das in erster Linie eineBankerotterklärung für ihn selbst und für die Medizin an sich. Diese konnteleider die Kompexheit des Menschen bei Weitem noch nicht vollständigentschlüsseln. Insofern muss man natürlich auch die Ärzte in Schutz nehmen.Sie wollen ja helfen. Ihre eigene Ohnmacht geben sie aber leider sehr selten zu.Schlimm ist, wenn Patienten einfach als Simulanten abgestempelt werden, weilÄrzte nicht mehr weiter wissen. Wer Schmerzen fühlt, ist auch krank.Ein eigenwilliges Häuschen mit Pool und freundlichem Garten. Die Proportionenstimmen nicht so ganz. Naive Malerei eben. Aber sehr dezente freundlicheFarben stimmen den Betrachter froh.


16Gibt es eine Selbstheilung?Natürlich kann der Mensch durch sein Verhalten die Heilung von bestimmtenKrankheiten fördern. Sport, Enthaltsamkeit, gesundes Essen bis hin zurbewussten Stärkung des Immunsystems sind hilfreiche Komponenten aufdiesem Weg. Aber wie sieht es mit psychosomatischen Erkrankungen aus? DieSelbstheilung wäre bei ihnen besonders wichtig. Schaut man zu dem Begriff'Selbstheilung' ins Internet, so findet man viele kluge Berichte und Tips undzahlreiche Angebote von Praxen und Therapeuten, die zur Selbstheilungaufrufen und anleiten wollen. Man kann darüber denken, wie man mag, abereines fällt auf: Malen ist in den meisten Fällen erprobter Teil der Therapie. Sowar es ja auch bei Elisabeth.Eine große Wiese mit überproportionalen bunten Blumen. Ein beschaulicheskleines Häuschen, umgeben mit einem Zaun. Das Tor nach draußen ist schonetwas wackelig. Vögel sieht man vor den Gewitterwolken in die Sonne fliehen.Sehr harmonisch und beschaulich ist die Stimmung des ganzen Bildes. Es warein sehr frühes Bild von Elisabeth, das vielen Berachtern gut gefallen hat.


18Therapeutisches MalenDamit hatte es begonnen. Elisabeth wurde in einer Schmerztherapie zum Malenangehalten. Zuerst hatte sie sich energisch gesträubt. Nach einigen Sitzungenwurde ihr klar, dass es gar nicht um Kunst und Schönheit ging, sondern umAusdrucksmalen. Sie sollte beginnen zu malen, ohne ein bestimmtes Ziel imAuge zu haben. Der Augenblick sollte den Pinsel führen und zum Ausdruckbringen, was gerade in ihr vorging. Durch das Malen entstanden so Geschichtenüber sie und sie wurde sich ihrer selbst zunehmend bewusster.Über die Entstehung eines Bildes als Objekt der Betrachtung und desNachdenkens wird aus der zweiseitigen Beziehung zwischen Therapeut undPatient eine Dreierbeziehung. Es eröffnet sich eine Betrachtungsebene. Deshalbwar es sinnvoll, dass Elisabeth die entstandenen Bilder erklären musste und derTherapeut oder die Gruppe dazu Fragen stellen durften. Aus dieser Sicht ist esauch nicht erforderlich, dass dem Patienten maltechnisches Knowhow vermitteltwird. Ja das könnte sogar schädlich wirken, weil dann der Wille zumhandwerklichen Erfolg in den Vordergrund rücken und Zwang ausüben würde.Elisabeth war zunächst erstaunt und leicht verärgert, dass sie ohne Anleitungmalen sollte.Eine klassische Vase auf einem Sockel, prall gefüllt mit Blumen, deren Blütenallesamt an langen Stielen nach unten hängen. Etwas schwermütig vielleicht,aber farblich wunderschön komponiert.


20Soll ich mich mitteilen?Ja, die Maler sollen sich mitteilen. Elisabeth hat ihre Bilder hergezeigt, darübergelacht oder gelästert, sie geordnet und wieder am Boden verstreut. Sie hat derGruppe und der Therapeutin ihre Werke erläutert. Dabei wurde auch gekichert,gelobt und nachgefragt. Kritik am Werk gab es nicht. Die gehört auch nichtdazu . Wenn Besuch kam, hat sie sie ausgebreitet und erklärt, was ihr in derMaltherapie widerfahren war. Die Bilder waren in jeder Hinsicht einErfolgserlebnis. Und solche sind wichtig.Hinter jedem gemalten Bild ist eine Geschichte entstanden. Es lohnt sich fastimmer, darüber nachzudenken und sich mit vertrauten Personen zubesprechen. Manche fruchtbare Situation und goldene Idee sind so entstanden.Die Blumenstube. Ein Tisch, hoch beladen mit frischen Blumen und Blüten. Ander Wand ein Regal, ebenfalls mit Blumen und Zweigen geschmückt. Eineeinzige Blüte am Boden ... Und was ist in den Schubladen? Die Geometriestimmt. Das ist nicht so leicht zu bewerkstelligen, wie es später aussieht.Elisabeth musste ein Bisschen üben, bis alles richtig an seinem Platz war.


22Das Wichtigste in KürzeMalen als Teil einer therapeutischen Maßnahme bedeutet unter anderem:Jeder kann malen.Eine maltechnische Ausbildung ist nicht erforderlich.Es geht nicht darum, mit Bedacht ein Kunstwerk zu schaffen.Ein Bild entsteht aus dem momentanen Empfinden heraus.Jedes so entstandene Bild erzählt eine ganz persönliche Geschichte.Der Vorgang des Malens lenkt vom Schmerz ab .Das Ergebnis eröffnet Erkenntnisse, die bisher verborgen waren.Das dient der Selbstfindung und Förderung von Fantasie und Intuition.Das entstandene Bild ist eine Gesprächsgrundlage im Umgang mit Therapeutenund vertrauten Personen.Kritik am Bild ist völlig unangebracht. Es geht nicht um Kunst.Die Gute Stube. Eine Herausforderung in Sachen Perspektive. Ein Bild, das denÜbergang vom therapeutischen Malen zum Hobbymalen andeutet. Geometriefängt an, wichtig zu werden. Das Bild ist geplant, nicht spontan aus dem innerenBefinden heraus entstanden. Aber es enthält eine Menge Botschaften an denBetrachter. Welche sind es für Sie?


24Eine aufstrebende Blüte,mit sprießenden jungenBlättern umgeben. Deretwas finstere Kobolt in derEcke unten schaut mittraurigen Augen auf dieschöne abgeknickte Blüte.Ein vielsagendes Stillleben.


Elisabeth malt ...25Der Ausflug in das therapeutische Malen ist hier beendet. Nach der Therapie warElisabeth mit vielen Dingen beschäftigt, die dann in einen großen Umzugmündeten. Ein neues Haus, Rückkehr in die Heimat der Jugendzeit, neue Ärzte,familiäre Ereignisse, neue Menschen alte Freunde usw. standen für Elisabeth imVordergrund. Die Mappe mit den gemalten Bildern ruhte tief im Schrank.Aber dann kam plötzlich so ein Tag, wo sie ihre Bilder am Boden ausbreitete. Ichschaute sie mir auch noch einmal genau an und kam zu der Meinung, dass sieauch Begabung zum Malen hat. Besonders der Umgang mit Farben gefiel mirsehr.So beschloss ich dann, ihr zum Geburtstag eine Malerausstattung zu schenken.Ich schaute mich im Internet um und fand, was ich suchte: eine netteTischstaffelei, ein Pinselsortiment, Wasser- Öl- und Acrylfarben, eineMischpalette, eine hübsche Kiste, in der man alles verstauen konnte, undnatürlich gutes Aquarellpapier. Damit könnte sie vielleicht beginnen. Oder sollteich ihr doch zuerst vielleicht einen Malkurs schenken? Nein, sie soll beginnen,wie sie es aus der Therapie gewöhnt war. Ob sie überhaupt beginnen würde? Ichwar sehr gespannt.Der Geburtstagstag war gekommen. Heimlich baute ich alles auf.


26Elisabeth malt ...Nach dem Frühstück führte ich Elisabeth zu ihrem Geschenk. Sie war totalüberrascht, ja geradezu überwältigt. Damit hatte sie nicht gerechnet. Aber sie freutesich. Nachdem sie alles angeschaut hatte, bauten wir den Malerplatz in ihremZimmer auf.Es vergingen ein paar Tage, in denen nichts geschah. Ich schaute öfter heimlichdurch den Türspalt, ob sie nicht mit Malen begonnen hätte. Und dann plötzlichentdeckte ich sie, wie sie Pinsel begutachtete, Wasser bereitgestellt und denMalblock auf die Staffelei gelegt hatte. Aha, es schien loszugehen. So entstand daserste Bild aus innerem Antrieb. Elisabeth erzählte mir später, dass sie ein paar Tagelang mit sich gekämpft hatte. Dann habe sie sich verpflichtet gefühlt, wenigstenseinen Versuch zu starten und mich nicht zu enttäuschen. Heute ist sie dankbar,dass ich sie mit meinem Geschenk etwas unter Druck gesetzt hatte. Und ich binfroh darüber, dass sie malt. Inzwischen gibt es um die Neunzig Bilder von ihr. Undich finde sie alle schön. Aber überzeugen Sie sich selbst.


27Das Erstaunen war groß beiden Kindern und Enkeln, beiden Geschwistern undsonstigen Verwandten und beiFreunden und Bekannten, dassElisabeth nun ernsthaft malt.Sie hat ein spannendes undhoch interessantes Hobbygefunden. Und so eines solltejeder von uns haben. DieMalerei ist eines der schönsten.Elisabeths Freundin muss seitvielen Jahren mit dem Schmerzund gelegentlicher Todesangstleben. Über dieses fröhlicheGeschenk hat sie sich riesiggefreut. Es hängt in ihrerWohnung. Die Farben machenhoffnungsfroh.


28FachwissenElisabeth wird immer wieder gefragt, wie sie das Malen gelernt hat. Sie bekamBücher geschenkt, die sie zwar einmal durchgeblättert aber nie wirklich gelesenhat. Und Kurse will sie nicht besuchen. Weil sie vom therapeutischen Malen kommt,war der Inhalt eines Bildes und der Weg zum Bild mit der ganz persönlichenGeschichte dahinter stets wichtiger als die äußere Form und der Kunstanspruch.Nach dem Motto 'Malen kann jeder' will sie sich ihre Individualität nicht durchRegeln einschränken lassen. Schon gar nicht möchte sie abmalen oderMalvorlagen einfach nur mit Farbe ausfüllen. Am Markt befinden sich unzähligeAngebote in Form kluger Bücher und Kurse, die vorschreiben wollen:“So musst dumalen!“ Im Umkehrschluss wird dadurch der Eindruck erweckt, als ob Kunst einemRegelwerk oder einer handwerklichen Order unterworfen werden könnte. Das halteich nicht für richtig. Kunst lebt von der Fantasie und der Intuition. Und die müssennicht in Regeln gefasst werden.Wasser- und Acrylfarben sind auch nicht so kompliziert, als dass man den Umgangmit ihnen nicht selbst ausprobieren könnte. Und alle Utensilien kann man sich imLaden für Künstlerbedarf oder im Internet besorgen. Elisabeth ist schnell daraufgekommen, wie man mit Farben umgehen muss und was man zum Malen gutgebrauchen kann.Eine Glasschale voller Blüten statt Obst. Ein erbauliches Stillleben.


30Eine Glaswanne voller bunterBlüten, eine schöner als dieandere. Aber eine besondersgroße etwas blassere machtsich aus dem Staub. Sie strebtaus dem Bild heraus, als ob siefliehen wollte. Wo will sie hin?


Interview31Autor: Warum malst du?Elisabeth: Ich kann mich entspannenund Frust abbauen. Und Malen ist zumeinem Hobby geworden.Autor: Wie findest du die Motive?Elisabeth: Ich suche nicht nachMotiven sondern folge meiner Intuition.Anregung erfahre ich manchmalspontan.Autor: Was hat dich damals in derTherapie gestört?Elisabeth: Ich wurde ohne Anleitungund Vorbereitung ins Wassergeschmissen. Den Sinn destherapeutischen Malens hatte ich nochnicht verinnerlicht.Autor: Planst du deine Bilder?Elisabeth: Nein, ich beginne einfach zumalen und lasse mich inspirieren. DasBild entwickelt sich so allmählich. Undich arbeite auch immer wieder daran,bis es mir endlich gefällt.Autor: Wie bildest du dich weiter?Elisabeth: Ich bin völlige Autodidaktin.Kurse und Bücher lenken mich in einevorgedachte Richtung. Das möchte ichnicht. Ich muss selber experimentieren undder Fantasie freien Lauf lassen können.Autor: Wo malst du am liebsten?Elisabeth: In meinem Zimmer. Das istbesonders gut, wenn ich nicht schlafenkann. Im Freien habe ich noch nie gemalt.Autor: Möchtest du Bilder verkaufen?Elisabeth: Eigentlich nicht. Ich sageimmer, nach meinem Tod sollen die Erbenmeine Bilder teuer verkaufen. Soll einSpäßlein sein!Autor: Sind deine Bilder Kunst?Elisabeth: Für mich ja. Ich wundere michselber, was ich gemalt habe und finde dasErgebnis schön. Für viele mag derAnspruch an Kunst ein anderer sein.Autor: Was erwartest du von einemBetrachter?Elisabeth: Ich freue mich, wenn ihm meinBild gefällt.


33Ein Blumenschiffchen schwimmtauf gelbem Grund und beförderteine blaue Blütenladung nachirgendwo. Wird sie erwartet?Die ausgediente Handtascheziert den Terrassenboden alsorigineller Blumentopf. Einfällemuss man haben.


34Teilnehmen lassenElisabeth freut sich über jedes Bild, das ihr gelungen ist. Sie zeigt es mir oderanderen in der Hoffnung, dass es gefällt. Dabei kann sie sehr wohl Kritik vertragenund beherzigen. Sie hat zwar einige Aufbewahrungsmappen für Bilder, aber amLiebsten stellt sie sie zur Schau. Sie hat auch schon davon geschwärmt, einmaleine Ausstellung zu probieren. Nicht etwa, um Bilder zu verkaufen, sondern um zuerfahren, wie das Publikum auf ihre Bilder reagieren würde. So etwas wie eineAusstellung ist ja nun auch dieses Büchlein geworden, eine kommentierteAusstellung gewissermaßen.Als Ersatz für die Ausstellung muss das Haus herhalten. So um die 70 Bilderhängen über mehrere Etagen an den Wänden. So macht sie ihre Werke 'öffentlich'.Jeder Besucher kann sie bewundern oder die Nase rümpfen, wenn er mag. Unsgefällt es so. Auch auf unserer gemeinsamen Homepage kann man einige ihrerBilder anschauen. Sie sind in diesem Büchlein auch enthalten. Also: Öffentlichkeitist hergestellt und tut gut.Dieses Bild besticht durch die dezenten und harmonischen Farben. Zarte Blüten ineiner Schale auf gleichfarbigem Seidentuch, das locker ausgelegt ist. Die liegendeGlasvase verlangt danach, ebenfalls mit Blumen gefüllt zu werden. Die Blautönekontrastieren und harmonieren gleichzeitig mit dem Hintergrund.


36Herrlich frisch und bunt stehendiese Blumen in einer originellenBauchvase auf blauem Tischtuchmit Kaffeetasse. An der Wand eindekoratives Rankengitter.Fantasieblumen recken sich auseiner verträumten Welt in dasBild hinein und verbinden sich zueinem Geflecht aus Stielen undBlüten. Freundliche Stimmungerheitert den Betrachter.


38Stille Ecken in der WohnungElisabeth liebt es bunt, auchin der Wohnung. So hat siemit ihren Bildern farbigeEcken und Wände gestaltet.Seit Jahren wurde nicht mehrtapeziert. Die Wände warendurchweg weiß und locker mitBildern und Skulpturendekoriert. Über die farblicheTönung der Wände gab esimmer wieder Diskussionen.Damit ist jetzt Schluss, seitElisabeth die Wände mit ihrenBildern bunt gestalten darf.Im Untergeschoss des Hauses sind an mehreren Wänden Hängesysteme fürBilder angebracht. In Fix- Click- Rahmen werden sie an unsichtbaren Schnüren mitHaken angebracht und können jederzeit umgehängt und neu arrangiert werden.Das ist wichtig, weil ja immer wieder Bilder hinzukommen oder umgruppiert werdenmüssen.


Die meisten Bilder malt Elisabeth imFormat 40 x 30 cm. Aber es gibt auchkleinere Formate. Und so können Wändeund Ecken flexibel ausgestaltet werden.Besonders eindrucksvoll wirkt dieKaminwand links. Dort hängen meistensdie Bilder, die Elisabeth gerade für dieschönsten hält. Aber das kann wechseln.


Gegenseitige Befruchtung41Malen gehört nicht unbedingt zu meinen Hobbies. Aber auf Grund meinerAusbildung und Studien bin ich einigermaßen versiert in Geometrie. So kann ichElisabeth gelegentlich zur Seite stehen, wenn sie mit der Perspektive beimMalen nicht so ganz zurechtkommt. Dann nimmt sie meinen Rat gerne an. Ichselbst zeichne hin und wieder zur Abwechslung. Dabei macht es mir Spaß, mitden Perspektiven zu spielen und Bilder von vorgegebenenBetrachtungspunkten aus darzustellen. So blickt man auf die baufällige Budeauf der nächsten Seite von oben rechts aus. Würde man etwa von links inAugenhöhe auf das Häuschen schauen, müsste es ganz anders gezeichnetwerden. Standpunkt und Fluchtpunkt und Gesetze der Geometrie spielen dabeieine Rolle.Als ich einmal eine Zeit lang dienstlich von zu Hause weg war, habe ich anlangweiligen Abenden Bilder aus Streichhölzern zusammengebastelt. Die Hell-Dunkel- Effekte wurden durch anbrennen erzielt. Das Bild wurde aufTapetenpapier grob vorskizziert und dann mit den Hölzern ausgelegt. Dabeimusste viel geschnitten, gebrannt und geklebt werden, um die Konturen deutlichsichtbar zu machen und das Bild zu gestalten.


43Ein verträumter Stadtteilausschnitt mit Fluss, Brücke, BootAusführung in Streichholztechnik. 120 x 60 cm groß.und Brunnen.


44FarbenAngefangen hat Elisabeth mit Aquarellfarben. Aber sie hat nie die klassischeAquarelltechnik mit ihren verwässerten und ausgezogenen Farbflächenangewendet sondern die Intensität und Dichte der Farben nach ihremGutdünken ausgelegt. So sind viele Bilder mit Wasserfarben gemalt, aberbei der Betrachtung nicht sofort als Aquarelle identifizierbar. Heute malt sieviel mit Acrylfarben. Deren Leuchtkraft kommt ihrem Farbempfinden sehrentgegen. Bezüglich der Malerei mit Ölfarben blieb es bei einzelnenVersuchen.Die Kombination von Farben ist eine von Elisabeths Stärken. Sie mischt undprobiert so lange, bis sie ihr Verständnis von Farbzusammenstellung erfülltsieht. Und meistens sind dann wunderschöne Bilder zustande gekommen.Farben sind Massage für die Seele. Umgekehrt drückt die Seele sich inFarben aus. Sie sind ein Stimmungsbarometer. Das merkt man den Bildernan.


Dies ist Elisabeths letztes Werk.Dicke Kugelblüten vor feurigemHintergrund. Ein alter schonetwas verkommener Milchkrugdient als Vase. Eine nette Idee.45


46Die üppige Wiese zwischenhohen Bäumen wirkt wie eineStraße zum Himmel. Vögelfliegen in das Abendrot zuihren Rastplätzen.Zwei Ruderboote liegeneinsam am See. Wasser undWolken vermischen sich zueiner Farbe. Die Stimmungwirkt bedrohlich. Sicher habenMenschen die Boote in Eileverlassen, um nicht vomUnwetter getroffen zu werden.


48Geometrie und PerspektiveBeim Zeichnen spielen die Perspektive und die Gesetze der Geometrie einegrößere Rolle als beim Malen generell. Es gibt Malkunstrichtungen, wo dieGeometrie nebensächlich werden kann: Moderne Malerei, Naive Malerei,Empfindungsmalen, therapeutisches Malen und Ähnliches. Anderersits kann dasSpiel mit der Geometrie sehr reizvoll sein. Bilder der selben Szenerie können jenach Beobachtungspunkt völlig unterschiedlich wirken. Der Standort, von demaus betrachtet wird, sollte mit Bedacht gewählt werden.Bei intuitiv gemalten Bildern können Kontraste zwischen Wirklichkeit und Fantasieauftreten und zu einem Konflikt zwischen Gesetzen der Geometrie und derEmpfindung führen.Ähnliches gilt für die Größenverhältnisse. Je wirklichkeitsnäher gemalt wird, umso mehr sollten die Größenverhältnisse gewahrt werden. Ein Hund, der doppeltso groß ist wie seine Hundehütte, wirkt unrealistisch. Aber das kann im Sinne derKunst ja auch gewollt sein.Elisabeth malt lieber nach Intuition und nimmt Perspektive und Geometrie nichtganz so bärenernst.


50Jemand muss Geburtstaghaben. Ein Strauß bunterBlumen. Fröhliche Farbenstimmen richtig munter. Diestandfeste Vase eignet sichauch für den Geburtstagstisch.Der verstohlene Blick durchden Vorhang fällt auf einenBauernschrank, der mitbunten Blumen und Ziertellerngeschmückt ist. Was magwohl drin sein im Schrank?


52Ein Teller mit Obst scheint überden beiden klassischen Vasenzu schweben, die mitKornblumen und Margeritengefüllt sind. Die Perspektivekönnte täuschen.Vier durchsichtige Glasvasen mitunterschiedlichen Blumen. DieFarben sind wunderschönaufeinander abgestimmt, so daßder Schmetterling sich nichtentscheiden kann, welche eranfliegen soll.


54RahmenManche Menschen kaufen sich Bilder nur wegen der schönen Rahmen. Dasmuss man akzeptieren, denn Bilderrahmen können sehr dekorativ wirken. Siesind manchmal sogar Repräsentanten einer Zeitepoche..Elisabeth sammelt Rahmen;denn sie könnte sie ja einmalgebrauchen. Und das stimmtauch. Flohmärkte sind da sehrergiebige Fundstellen.Die Diskussion über denRahmen wird bei jedem neuenBild geführt. Wenn ganzeWände mit Bildern behangenwerden, sind Fix- Clip- Rahmendie ideale Lösung. WuchtigeRahmen würden denGesamteindruck der Wandsonst überladen.


Blumenbilder mit Rahmen. Drei Bilder,drei Stimmungen. Besinnlich ruhig bispoppig aufreizend. Und nur mit Blumen.55


56AusstattungWas braucht man zum Malen? Eine Menge Pinsel von fein bis grob oder auch spitzbis breit ist unerlässlich. Man kann nicht alles mit einem Pinsel malen. Elisabethbesitzt um die 30 Stück. An Farben verwendet sie überwiegend Wasserfarben undAcrylfarben. Davon hat sie die Grundfarben in großen Tuben.Man kann ja selbst mischen. Dazu braucht man ein paar Malerpaletten. Elisabethmalt an einer Tischstaffelei, die man sich passend einstellen kann. Am Papier sollteman nicht sparen. Billigpapier wellt sich leicht oder saugt die Farben zu wenig auf.Gläser für Wasser, Dosen für die Aufbewahrung und Bereitstellung von Pinseln (nieauf die Borsten stellen!) sollte jeder von Hause aus haben.Elisabeth malt zwar nicht im Freien, Aber sie besitzt auch eine Hochstaffelei. Dieseeignet sich auch sehr gut, wenn man stehend malen möchte. Wichtig ist es, vor derStaffelei gesundheitlich richtig zu sitzen oder auch zu stehen.Fachgeschäfte für Künstlerbedarf gibt es zwar in den Ballungsräumen. Auf dem Landund in der Region sind sie eher selten. Dafür gibt es aber im Internet einige Anbietervon Künstlerbedarf, bei denen wir bisher immer recht gut eingekauft haben.Ja und genügend Mappen zur Aufbewahrung der Bilder oder einen Schuber sollteman sich zulegen. Dann sind die Bilder griffbereit, wenn man sie herzeigen möchte.


57Elisabeths Arbeitsplatz.In ihrem Zimmer hat siesich eine Ecke zumMalen und Aufbewahrenihrer Bilder eingerichtet.Die Tischstaffelei mit vielenPinseln und Farben. EineMalerpalette lugt zwischenden Stäben hervor.


58MotiveMotive gibt es natürlich unbegrenzt viele. Elisabeth bevorzugt Blumen undNatur. Moderne Farbkompositionen haben es ihr ebenfalls angetan. Das bringtsie an den Rand der abstrakten Malerei.Elisabeth sucht keine Motive aus. Sie setzt sich oft hin und beginnt einfach zumalen. Das Bild entsteht spontan. Es wird in der Regel mehrfach überarbeitetund im Nachhinein verändert. So tastet sie sich an das Ergebnis heran. Und siebefindet sich immer noch nahe am therapeutischen Malen. Aber sie hatnatürlich inzwischen vieles ausprobiert und dazugelernt. Ihre Bilder sind auchkünstlerisch interessant geworden.Was Elisabeth überhaupt nicht mag, ist es, abzumalen oder gar Vorlagen nurfarblich auszumalen. Da fehlt ihr der schöpferische Akt. Sie setzt auf eigeneFantasie und Intuition. Sie meint, dass ein ausgemaltes Bild nach Vorlageeinfach kein Bild von ihr ganz alleine ist und ihr nur halb gehört..


59Dieses Bild wirkt erst richtig,wenn man es von Weitembetrachtet. Die Mosel fließt ruhigam Fuße der Eifelberge. EineStraße hat sich zwischenWasser und Gebirge gezwängt.Wohin führt sie wohl?


60Orchideen entfalten sich ausbunten Blumentöpfen. Der roteHintergrund könnte aggressivgemeint sein. Aber die listiglachenden und leuchtendenBlüten sprechen dem starkentgegen.


Dies ist ein Ausschnitt aus einerZauberwelt. Feen und Elfenwerden gleich auf dem Wegerscheinen und hinter denBlumen wieder tanzend in ihrrot schimmerndes Zauberreichverschwinden.61


62Was bitte ist denn KunstIm Internet wird zur Zeit über eine allgemeine Definition von Kunst diskutiert. Derderzeitige Stand der Diskussion hat folgendes Ergebnis:“Kunst ist ein kulturelles Tätigkeitsfeld, in dem Menschen sich aufgrund ihrerBegabung, Fähigkeiten und Fertigkeiten bemühen, ihre Gefühle und Gedankendurch ein selbst geschaffenes Werk oder durch eine Handlung auszudrücken.Besteht der Ausdruck in einem Werk (Gegenstand, Gebilde), das nach seinerVollendung auch andere Menschen sinnlich wahrnehmen können, ist es „bildende“Kunst; besteht der Ausdruck in einer Handlung, ist er also an die leibliche Präsenzdes Künstlers gebunden, ist es „darstellende“ Kunst.”Nach dieser Definition ist Elisabeth eine bildende Künstlerin. Für eine solche hältsie sich auch. Und ich schließe mich dem an. Ein geflügeltes Wort sagt: “Kunst ist,was gefällt”. Demnach sind alle Bilder von Elisabeth, die jemandem gefallen, auchKunst. Aber das ist für Elisabeth eine theoretische Diskussion. Sie würde auchmalen, wenn ihre Bilder nicht unter den Begriff Kunst fallen sollten. Gefallen tun siealleweil.


64Der Schmetterling befindet sichim Sturzflug auf die nächste dickeBlüte. Oder sucht er dasHäschen, das sich im Bildversteckt hat?Die Schale mit verschiedenenroten Blüten ist in der Osterzeitentstanden. Der anfliegendeSchmetterling hat einen Blick aufdie Ostereier geworfen, dieschön bunt bemalt sind.


66Moderne MalereiModerne oder auch Abstrakte Malerei ist ein Zweig der Malerei, der sich vomgewohnten Gegenständlichen entfernt und mit Farben und durch Anordnung vonabstrakten Elementen Effekte erzeugt. Überlässt man die Anordnung und die Auswahlder Farben dem Zufall, dann können auch Tiere abstrakt malen, wie ja einige Affenund Elefanten bereits gezeigt haben, deren Bilder unter Liebhabern teuer gehandeltwerden.Elisabeth hat auch einige Bilder abstrakt gemalt, die im Folgenden gezeigt werden.Worin unterscheiden sie sich von den abstrakten Gemälden berühmter Künstler? Mirist es nicht gelungen, diese Frage schlüssig zu beantworten.Abstrakte Gemälde regen zum Denken und Fantasieren an. Was mag der Künstlersich gedacht haben? Was sehe ich in dem Bild? Die Antworten sind hoch interessant.Aber bei verschiedenen Betrachtern stimmen sie fast nie überein. Und das ist auchgut so.Das ist eines der ersten abstrakten Bilder von Elisabeth. Ich habe es 'Der tanzendeHamster' genannt und es gehört zu meinen Lieblingsbildern. Andere nennen es'Wirbelwind' oder 'Wüstensturm'. Ich finde es farblich beeindruckend.


69Dies sind zwei abstrakteFarbkompositionen. Die linke hat esimmerhin auf das Cover diesesBüchleins geschafft.Dies ist ebenfalls eines der ganzfrühen Bilder, die Elisabeth nachihrer Therapie gemalt hat. DerSchneesturm im Gebirge biegt dieBäume bis zu ihrer natürlichenBelastungsgrenze. Auch diesesBild gehört zu meinenLieblingsbildern.


74MFKIch möchte dieses Büchlein nicht abschließen, ohne der vielen Malerinnenund Maler zu gedenken, die durch Malen ihren Lebensunterhalt verdienenund behindert sind. Sie malen mit den Füßen oder dem Mund und schaffenherrliche Kunstwerke. Sie schließen sich zu Künstlergruppen zusammenund vermarkten ihre Produkte, um so das Geld für ihre Bedürfnisse zuverdienen. Ihnen zolle ich höchste Anerkennung. Sie haben Jahre geübt undhart trainiert und sich nie aufgegeben. Viele von Ihnen kamen über dastherapeutische Malen zu ihrer Kunst. Ich hoffe, dass sie niemals aufgeben.Ihnen sei die 'Blaue Schale' als Gruß von Malerin zu Malerin und vonMalerin zu Maler von Elisabeth gewidmet.


76SchlusswortWas bleibt zu sagen? Ich hoffe, dieses Büchlein hat ihnen gefallen. Vielleichthilft es ein wenig bei schwierigen Entscheidungen oder es regt zur Nachahmungan. Mir jedenfalls hat es Spaß gemacht, dieses Büchlein zu schreiben undzusammenzustellen. Ohne Elisabeths Bilder wäre es nie entstanden. Ich dankeihr, dass sie malt und trotz allen Schmerzes ihren Humor nie verloren hat.


79InhaltImpressum 1Vorwort 2Schmerz 4Elisabeth malt ... 7Ich kann nicht malen ... 10Mir fehlen die Worte 12Ist meine Krankheit eingebildet? 14Gibt es eine Selbstheilung? 16Therapeutisches Malen 18Soll ich mich mitteilen? 20Das Wichtigste in Kürze 22Elisabeth malt ... 25Fachwissen 28Interview 3134 Teilnehmen lassen38 Stille Ecken in der Wohnung41 Gegenseitige Befruchtung44 Farben48 Geometrie und Perspektive54 Rahmen56 Ausstattung58 Motive62 Was bitte ist denn Kunst?66 Moderne Malerei74 MFK76 Schlusswort79 Inhalt


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