Schmerz - Aliud Pharma GmbH & Co. KG

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Schmerz - Aliud Pharma GmbH & Co. KG

ALIUD ® PHARMA | SeRVIceALIUD ® PHARMA | SeRVIceSchmerzEIN RATGEBER ZU AKUTENUND CHRONISCHEN SCHMERZENMit freundlicher Empfehlungüberreicht von:3. Auflage 2011Schmerzwww.aliud.deEIN RATGEBERZU AKUTEN UNDCHRONISCHENSCHMERZENALIUD ® PHARMA GmbHGottlieb-Daimler-Str. 19 · D-89150 LaichingenTel. 07333/9651-0 · Fax: 07333/9651-6004info@aliud.de


ImpressumInhaltEDITORIAl ............................................................. 5HERAUSGEBERALIUD ® PHARMA GmbHGottlieb-Daimler-Str. 1989150 LaichingenVERANTWORTlICHALIUD ® PHARMA GmbHREDAKTIONTina Rampf, Katrin ZivkovicALIUD ® PHARMA GmbHTExT/GESTAlTUNGduke Werbeagentur GmbHEfficient HealthCare CommunicationKonrad-Zuse-Straße 1566115 SaarbrückenPRODUKTION UND DRUCKDruckerei Raisch GmbH & Co. KGAuchtertstraße 1472770 ReutlingenDie Inhalte dieser Broschüre sind sorgfältig recherchiert underarbeitet. Dennoch kann aus rechtlichen Gründen keineHaftung oder Gewähr übernommen werden.Stand Februar 2010.Bei Neuregelungen durch die Gesundheitsreform fragen Siebitte Ihren Arzt oder Apotheker.WAS IST SCHMERZ?So entsteht Schmerz ................................................ 6Schmerzarten ......................................................... 6Schmerzerkrankungen ............................................. 8· Kopfschmerzen ................................................... 8· Rückenschmerzen/Schmerzendes Bewegungsapparates .................................... 9· Nervenschmerzen ............................................. 10· Tumorschmerzen ............................................... 10BEHANDlUNGSMöGlICHKEITENBehandlungsmöglichkeiten ..................................... 12Medikamente, die Sie ohne Rezept erhalten .............. 13Verschreibungspflichtige Medikamente ...................... 16Was bei der Einnahme von Schmerzmittelnzu beachten ist ..................................................... 17Unterstützende Therapien ....................................... 18· Akupunktur und Akupressur ................................. 18· TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) .... 18· Heilpflanzen .................................................... 19· Operative Methoden ......................................... 19UMGANG MIT SCHMERZENWenn die Seele schmerzt ...................................... 20Entspannungsmethoden ......................................... 22· Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen ...... 22· Meditation....................................................... 23· Reflexzonenmassage ......................................... 23Hilfe zur Selbsthilfe ............................................... 24NACHGESCHlAGENFachausdrücke von A bis Z ................................... 26Literaturempfehlungen ........................................... 28Adressen ............................................................ 29Das AL-Broschürenangebot ..................................... 3023


EditoriallIEBE lESERIN,lIEBER lESER,wussten Sie, dass Schmerzen im Grunde eine ganz wichtigebiologische Funktion erfüllen? Schmerzen sind in erster Linieein Warnsignal, dass etwas im Körper nicht in Ordnung ist.Denken Sie an die heiße Herdplatte, an der man sich dieFinger verbrennt. Ohne das Schmerzsignal müsste man mitschwerwiegenden Verletzungen rechnen.Doch dass Schmerzen auch eine Schutzfunktion haben, istein schwacher Trost, wenn man unter heftigen akuten oderchronischen Schmerzen leidet. Denn diese sind immer eineerhebliche körperliche und seelische Belastung und könnenunsere Lebensqualität enorm einschränken. In Deutschlandleiden Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen, amhäufigsten sind Rücken-, Gelenk- und Kopfschmerzen. Dabeischwankt das Schmerzempfinden von Mensch zu Mensch,manche sind schmerzempfindlicher als andere. Zudem spieltdie seelische Verfassung eine große Rolle. Wer ängstlich oderstarken Belastungen ausgesetzt ist, empfindet Schmerzen oftstärker als Menschen, die sich gut entspannen können.Welche Behandlungsmethoden es heute gibt und was Sie tunkönnen, um die ärztlichen Maßnahmen zu unterstützen, erfahrenSie in dieser Broschüre. Denn eines ist sicher: Niemand muss sichmit starken Schmerzen abfinden. Mit der richtigen Behandlunglassen sich die meisten Schmerzen lindern oder mindestens erträglichgestalten. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welcheMöglichkeiten für Sie (oder Ihre Angehörigen) geeignet sind.Viele der hier genannten Medikamente erhalten Sie ohneRezept in Ihrer Apotheke. Falls Sie dazu Fragen haben, stehenIhnen Ihr Apotheker oder Ihre Apothekerin – und natürlichauch Ihr Arzt oder Ihre Ärztin – gerne zur Verfügung.Ihr Gesundheitsteam von AlIUD ® PHARMAund Dr. med. Winfried Meyer-Hentschel,laichingen45


Was ist Schmerz?SO ENTSTEHT SCHMERZSchmerz ist die natürliche Reaktiondes Körpers auf Verletzungoder Krankheit. Er kanndurch Einflüsse von außen wieHitze, Kälte oder Druck undauch durch krankhafte Prozesseim Körperinneren, z.B. Entzündungen,entstehen.Überwiegend auf der Haut,aber auch im Körper befindensich so genannte Schmerzrezeptoren,die bei Reizung Signale andas Rückenmark weiterleiten.Über das zentrale Nervensystem werdendie Schmerz impulse an das Gehirn übertragen.Hier kann der Schmerz wahrgenommen, bewertet und daraufreagiert werden. Erst das Gehirn entscheidet also, wieder Schmerz empfunden wird.Wenn sich die Schmerzsignale zu häufig wiederholen,können die Nerven ein „Schmerzgedächtnis“ ausbilden.Dann werden selbst leichte Reize als schmerzhaft empfunden,oft wird der Schmerz chronisch.Chronische Schmerzen haben ihre Signalfunktion verloren.Sie dauern meist lange Zeit an, mitunter sogar noch,wenn die eigentliche Ursache gar nicht mehr existiert(z.B. bei einem Hexenschuss). Wenn sich akute Schmerzenständig wieder holen, speichert der Körper dieSchmerzerfahrung im zentralen Nervensystem. DasSchmerzgedächtnis ruft dann Schmerzen hervor, auchohne dass die Schmerz rezeptoren erregt wurden.Zudem werden die Nervenfasern so verändert,dass Reize verstärkt weitergeleitet werden. Eine frühzeitigeTherapie ist deshalb unbedingt erforderlich.Chronische Schmerzen können außerdem entstehendurch Nervenverletzungen, Viren (z.B. Gürtel rose),Muskel verspannungen und Stress. Manchmal sind auchpsychische Belastungen die eigentliche Ursache.SCHMERZARTENGrundsätzlich unterscheidet man akute und chronischeSchmerzen. Der akute Schmerz hat eine Schutz- undAlarmfunktion, denn nur durch ihn können wir körperschädigendeEinwirkungen bemerken und vermeiden. Er istzeitlich begrenzt und verschwindet meist durch Behandlungder Ursachen. Medikamente, Physiotherapie oder auch örtlicheBetäubung können gut helfen. Zu akuten Schmerzengehören etwa Zahnschmerzen oder Schmerzen, die durchVerletzungen entstehen.67


Was ist Schmerz?SCHMERZERKRANKUNGENKOPfSCHMERZENFast jeder leidet gelegentlich unter Kopfschmerzen. Siekönnen Folge von zu viel Alkohol oder Kaffee, zu wenigSchlaf, Stress oder Ärger sein oder auch eine Begleiterscheinungeiner anderen Erkrankung, wie z.B. von Bluthochdruckoder einem Gehirntumor. Diese Art bezeichnet manals „sekundäre“ Kopfschmerzen. „Primäre“ Kopfschmerzentreten dagegen eigenständig auf. Dazu gehören:SpannungskopfschmerzenMeist entstehen sie durch Verspannungen in der RückenundSchultermuskulatur. Oft zieht der Schmerz vom Nackenoder Stirnbereich über den ganzen Kopf. Er dauert meistmehrere Tage an, bis er langsam abklingt.MigräneEin Migräneanfall dauert ca. 4 bis 72 Stunden, häufig vonÜbelkeit, Lärm- und Lichtempfindlichkeit begleitet. Migräneattackenkönnen äußerst heftig sein. Mitunter treten sogarneurologische Ausfallerscheinungen auf, wie Seh- oderSprachstörungen oder ein Taubheitsgefühl in den Beinen.Dann spricht man von einer Migräne mit „Aura“. Betroffenesollten versuchen, die Ursachen zu erkennen und zu vermeiden.Häufig sind bestimmte Lebensmittel (Alkohol, Käse,Schokolade), hormonelle Schwankungen oder Auf regungAuslöser eines Anfalls. Medikamente gegen Migränesollten in der Regel von einem Arzt verordnet werden.RüCKENSCHMERZEN/SCHMERZENDES BEWEGUNGSAPPARATESBeschwerden am Bewegungsapparat (dazu gehören alleKnochen, Muskeln, Sehnen und Gelenke) sind weit verbreitet.Sie sind der häufigste Grund für Krankschreibungenund Frühberentungen.RückenschmerzenBeständige Fehlhaltung, zu langes Sitzen und zu wenig Bewegung:die typischen Ursachen für Rückenschmerzen. Istdie Muskulatur nicht ausreichend trainiert, kommt es leichtzu schmerzhaften Verspannungen. Oft wird dann unbewussteine Schonhaltung eingenommen, die zu Verkrampfungenführt und erneut Schmerzen auslöst. Eine andere Ursache fürRückenschmerzen ist z.B. ein Bandscheibenvorfall. Dabeidrückt die abgenutzte Bandscheibe auf die umliegendenNervenwurzeln. Zur Behandlung muss unbedingt ein Arztaufgesucht werden.Rückenschmerzen können auch durch andere Erkrankungenentstehen (z.B. Erkrankungen der Nieren oder Bauchspeicheldrüseund Osteoporose), die Ursache sollte immerabgeklärt werden.Rheumatische ErkrankungenWir unterscheiden zwischen entzündlichem Rheumatismus(Arthritis), verschleißbedingtem Rheumatismus (Arthrose) undWeichteilrheumatismus.Arthritis beginnt mit einer Entzündung der Gelenkinnenhaut,die sich bald über das gesamte Gewebe ausbreitet. Letztendlichwird der Knorpel zerstört und das Gelenk versteift.Die Arthrose entsteht dagegen durch langfristige Überlastungdes Gelenks. Die Knorpelmasse nimmt ab und dieGelenkenden reiben aneinander.Weichteilrheumatismus ist durch schmerzhafte Veränderungenan Muskeln, Bändern und Sehnen gekennzeichnet.Alle Formen führen zu eingeschränkter Beweglichkeit undoft großen Schmerzen.89


Was ist Schmerz?NERVENSCHMERZENUrsache sind geschädigte Nerven, die oft ohne erkennbarenAnlass Schmerzsignale aussenden. Patienten mitNeuralgien leiden deshalb unter Dauerschmerzen.TUMORSCHMERZENEtwa 70 % der Tumorpatienten leiden an sehr starkenSchmerzen, unabhängig vom Stadium der zugrundeliegenden Erkrankung. Daneben kann auch die Krebsbehandlung,wie Operationen, Strahlen- und Chemotherapie,Schmerzen verursachen.Nehmen Sie Schmerzmittel nicht selbstständig über längereZeit ein!Bei diesen Beschwerden sollten Sie immer Ihren Arzt zuRate ziehen:• bei ständigen Kopfschmerzen• bei Migräne• bei Kopfschmerzen mit neurologischen Ausfallerscheinungen(wie Taubheitsgefühl, Lähmungen, GefühlsundSehstörungen) oder psychischen Veränderungen• bei hohem Fieber1011


BehandlungsmöglichkeitenBEHANDlUNGSMöGlICHKEITENEine erfolgreiche Schmerztherapie setzt voraus, dassman die Ursachen kennt. Beantworten Sie deshalballe Fragen Ihres Arztes (eventuell erhalten Sie dazu einenFrage bogen) sehr sorgfältig. Es ist dabei äußerst schwierig,die Stärke von Schmerzen zu beurteilen, da jeder Schmerzenindividuell unterschiedlich empfindet. Ihr Arzt benutztzur Einschätzung eine Skala von 1 bis 10, auf der Sie Ihrpersönliches Schmerzerleben eintragen können.Bei chronischen Schmerzen ist es sinnvoll, die Behandlunganhand eines Tagebuches zu protokollieren. Dem Arztfällt es dann leichter, den Therapieverlauf zu beurteilenund eventuell die Medikamenteneinnahme oder andereTherapie maßnahmen zu korrigieren. Außerdem nutzt esauch dem Patienten, herauszufinden, was seine Schmerzenbeeinflusst. Insgesamt wird die Kontrolle über den Schmerzmit Hilfe eines Tagebuches beträchtlich verbessert.Fragen Sie Ihren Arzt oderApotheker nach dem Schmerz-Tagebuch von ALIUD ® PHARMA!MEDIKAMENTE, DIE SIE OHNE REZEPT ERHAlTENDie hier beschriebenen Arzneimittel zielen auf die Unterbrechungder Schmerzleitung. Diese schwach bis mäßigstark wirkenden Schmerzmittel hemmen die Produktionvon körpereigenen Botenstoffen, den Prostaglandinen, diean der Entstehung von Schmerz und Fieber sowie an entzündlichenReaktionen wesentlich beteiligt sind. Dadurchverringern sich die Nervenimpulse aus den Schmerzrezeptoren– die Schmerzempfindung lässt nach.Acetylsalicylsäure (ASS)Das bekannteste unserer Schmerzmittel (der Fachbegriff istAnalgetika) ist schon vor über 100 Jahren entdeckt worden.Es hilft bei akuten, leichten und mäßig starken Schmerzenund wirkt gleichzeitig fiebersenkend.ParacetamolParacetamol hilft ebenfalls bei leichten bis mäßig starkenSchmerzen und Fieber und ist auch für Kinder undSäuglinge geeignet. Hier bieten sich Zäpfchen oder einSaft an.Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen,Naproxen oder Piroxicam (= nicht-kortisonhaltige Schmerzmittel)NSAR werden hauptsächlich zur Behandlung von rheumatischenErkrankungen eingesetzt, sind aber auch beischmerzhaften Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungenwirksam. Einige Wirkstärken und Darreichungsformendieser Schmerzmittel erhalten Sie auch ohne Rezeptin Ihrer Apotheke. Ibuprofen (Tabletten in 200 mg oder400 mg Wirkstärke) wird gerne bei Zahn- oder Regelschmerzeneingesetzt.Piroxicam Gel oder Diclofenac Gel haben sich bei Sportverletzungen,wie Prellungen oder Verstauchungen, oderbei Entzündungen der Sehnen und Sehnenscheiden bewährt.1213


BehandlungsmöglichkeitenVERSCHREIBUNGSPflICHTIGE MEDIKAMENTEIm Gegensatz zu den schwach bis mäßig stark wirkendenSchmerzmitteln, die Sie meist ohne Rezept in Ihrer Apothekeerhalten, sind stark wirksame Schmerzmittel verschreibungspflichtig.Sie wirken direkt am zentralen Nervensystemim Gehirn und hemmen die Wahrnehmung der Schmerzendurch Blockade der Schaltstellen. Sie ahmen damit ein körpereigenesPrinzip zum Schutz vor Schmerzen nach, dennbei sehr starken Schmerzen produziert der Körper Endorphine,die unsere Schmerzempfindlichkeit herabsetzen.Diese stark wirksamen Schmerzmittel helfen bei vielen Artenvon Schmerz, das älteste und bekannteste ist das Morphin,das unter anderem bei Tumorschmerzen eingesetzt wird.Ihr Arzt wählt das für Sie passende Schmerzmittel sorg fältigaus. Dabei stehen nicht nur verschiedene Wirkstärken, sondernauch unterschiedliche Darreichungsformen (z.B retardierteFormen mit längerer Wirkungsdauer) zur Verfügung.So können z.B. Patienten mit Schluckbeschwerden aufflüssige Darreichungsformen, Zäpfchen, Spritzen oder einSchmerzpflaster zurückgreifen. Je nach Anwendungsgebietwird Ihr Arzt Sie bei der Darreichungsform beraten.WAS BEI DER EINNAHME VON SCHMERZMITTElN ZUBEACHTEN IST• Rezeptfreie Schmerzmittel nicht über einen längeren Zeitraum(höchstens 3 bis 4 Tage) einnehmen, ohne IhrenArzt zu fragen.• Bei der Dosierung unbedingt die Angaben des Arztesoder des Herstellers beachten. Das gilt insbesondere fürdie Höchstdosierung.• Manche Schmerzmittel müssen nach einem festen Zeitplaneingenommen werden. Halten Sie sich daran,nur dann haben diese Medikamente den gewünschtenEffekt.Bei starken Schmerzen ist eventuell außerdem der Einsatz vonanderen Arzneimitteln von Nutzen. So werden bei Nervenschmerzenauch einige Arzneimittel gegen Depressionenoder sogenannte Antikonvulsiva, krampflösende Mittel,eingesetzt. Bei Entzündungsvorgängen, wie z.B. starkemRheuma, wird häufig mit Kortisonpräparaten behandelt.Keine Wirkung ohne Nebenwirkung – doch unerwünschteBegleiterscheinungen können sehr unterschiedlich auftreten.Viele Medikamente beeinträchtigen unser Wohl befindenkaum oder gar nicht. Wenn Sie mit den Begleit erscheinungennicht zurechtkommen, sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt daraufan. Er wird Sie entsprechend der Therapie beraten.Vorsicht! Schmerzmittel können auch bei bestimmungsgemäßemGebrauch das Reaktionsvermögen so weitverändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme amStraßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen sowiedie Ausübung gefahrvoller Tätigkeiten beeinträchtigtwird.1617


BehandlungsmöglichkeitenUNTERSTüTZENDE THERAPIENIn vielen Fällen ist bei chronischen Schmerzen eine medikamentöseTherapie unerlässlich. Doch es gibt viele unterstützendeMaßnahmen, mit Schmerzen besser zurechtzukommen.Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an und probierenSie aus, was Ihnen helfen könnte. Achtung: Viele dieserBehandlungen werden von den Krankenkassen nicht erstattet,bitte erkundigen Sie sich vorab.AKUPUNKTUR UND AKUPRESSURDiese jahrtausendealten chinesischen Heilmethoden werdenhäufig zur Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt.Dünne Nadeln aktivieren bei der Akupunktur bestimmtePunkte und stimulieren damit die Nervenverbindungen.Akupressur wirkt nach dem gleichen Prinzip wie dieAkupunktur, jedoch werden die Reize nicht mit Hilfe vonNadeln, sondern durch den Druck von Fingern undHänden ausgelöst. Beide Verfahren sollten nur von spezialisiertenTherapeuten durchgeführt werden.HEIlPflANZENZur Selbstbehandlung bei leichtenSchmerzen eignen sich oft auch pflanzlicheArzneimittel. Ihre Einnahme istrisikoarm, trotzdem sollten Sie IhrenArzt davon unterrichten. Beliebt istz.B. bei Kopfschmerzen das Auftragenvon Pfefferminz- oder Melissenöloder bei rheumatischen Beschwerden die Einnahme vonBrennnesseltee oder Teufelskrallekapseln.OPERATIVE METHODENWenn Schmerzzustände auf Dauer mit Medikamenten nichtzu bewältigen sind, kann ein operativer Eingriff Linderungverschaffen. Damit können z.B. eingeklemmte Nerven entlastetwerden. Im Extremfall wird der Nerv blockiert odersogar durchtrennt, um seine Funktion auszuschalten.Eine andere Möglichkeit ist das Anlegen einer Schmerzpumpeunter der Haut, mit deren Hilfe ein Schmerzmittelauf Dauer verabreicht wird. Die Dosierung kann damit individuellgesteuert werden.TENS (TRANSKUTANE ElEKTRISCHE NERVENSTIMUlATION)Hier werden Elektroden auf der Haut angebracht, dieelektrische Impulse in die schmerzende Region aussenden.Sie spüren nur ein leichtes Kribbeln, doch die Erregungder Nervenfasern unterdrückt den Schmerz für mehrereStunden. Damit Sie nicht an die Arztpraxis gebunden sind,können Sie das Gerät auch am Körper tragen. Fragen SieIhre Krankenkasse nach einem Leihgerät.1819


Umgang mit SchmerzenWENN DIE SEElE SCHMERZTDas kennen wir alle: Wenn es uns gut geht, wir ausgelastetund zufrieden sind, nehmen wir unsere Beschwerdennicht so stark wahr. Das ist keine Einbildung,denn unser Gehirn verarbeitet positive Gefühle schnellerals negative. Genau deshalb ist es so wichtig, dass sichchronisch Schmerzkranke ein angenehmes Umfeld schaffen.Konzentrieren Sie sich auf die schönen Dinge des Lebensund lassen Sie Belastendes hinter sich. Das ist leichter gesagtals getan, manchmal kann die Unterstützung durcheinen erfahrenen Psychologen weiterhelfen. Das gilt insbesondere,wenn Schmerzattacken mit Angst und Panik einhergehen.Vertrauen Sie sich Ihrem Arzt an, Symptome wieHerzrasen, Atemnot und Schweißausbrüche kommen sogarrelativ häufig vor. Auch Depressionen sind bei chronischenSchmerzen keine Seltenheit.Eines ist sicher: Der Schmerz darf nicht Ihr Leben beherrschen– doch Sie können versuchen, den Schmerz zu beherrschen.Dazu gehört, dass man sich den Problemen desAlltags stellt. Schmerzen dürfen keine Ausrede sein, wennz.B. eine schwierige Aufgabe erledigt werden muss. Ganzim Gegenteil: Suchen Sie sich neue Herausforderungen,die Sie bewältigen können und die Ihnen Spaß machen.Ziehen Sie sich nicht zurück, suchen Sie die Gesellschaftpositiver Menschen, denn in einer Gemeinschaft, in derSie sich wohl fühlen, nehmen Sie die Schmerzen leichter.Mit Hilfe solcher Maßnahmen geben Sie dem Schmerzweniger Raum in Ihrem Leben. Das ist ein wichtiger Schrittzur Schmerzbewältigung und zu mehr Lebensqualität.DER STRESS MIT DEM STRESSStress macht krank, Stress kann Schmerzen verursachen,tun Sie etwas dagegen!• Achten Sie auf gesunde, ausgewogene Ernährung.Trinken Sie Alkohol nur in geringen Mengen.• Sorgen Sie für ausreichenden und ungestörten Schlaf.• Legen Sie auch tagsüber öfter eine Pause ein, in derSie entspannen und abschalten.• Lernen Sie eine Entspannungsmethode, am besten,Sie nehmen gleich an einer „Schnupperstunde“ teil,z.B. an der Volkshochschule.• Überprüfen Sie Ihre Haltung anderen gegenüber. Siemüssen es nicht allen recht machen und dürfen auchmal nein sagen.• Bauen Sie täglichen Termindruck und Hektik ganzbewusst ab. Genießen Sie es, einige Dinge langsamzu erledigen.2021


Umgang mit SchmerzenENTSPANNUNGSMETHODENKennen Sie den sogenannten Spannungskopfschmerz?Damit sind heftige Kopfschmerzen gemeint, die oftaufgrund einer verspannten Rücken-, Schulter- und Nackenmuskulaturentstehen (siehe S. 8). Hier wird der Zusammenhangzwischen Schmerzen und Ent-/Anspannung sehrdeutlich. Fast alle Schmerzarten – insbesondere die chronischen– lassen sich mit Entspannungstechniken mildern.Dazu gehört natürlich einige Übung, Wunder dürfen Sienicht erwarten. Aber doch einen etwas gelasseneren Umgangmit Schmerzen, und wer wünscht sich den nicht!Hier einige Vorschläge für Techniken, die sich bei Schmerzpatientenbewährt haben. Erkundigen Sie sich bei IhrerVolkshochschule oder auch bei Ihrem Arzt nach Möglichkeiten,eine Methode zu lernen. Und in der Gruppe machtes noch mehr Spaß.PROGRESSIVE MUSKElENTSPANNUNG NACH JACOBSENDiese Technik beruht auf dem Wechsel zwischen Spannungund Entspannung. Sie soll der Daueranspannung einzelnerMuskelpartien, z.B. der Schultern, entgegenwirken. Dennhäufig spüren wir gar nicht mehr, wie verkrampft wir sitzenoder uns bewegen. Nur wenn wir uns unsere Haltung bewusstmachen, können wir sie tatsächlich verändern.Ein Beispiel: Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl und entspannenSie bewusst alle Muskeln. Jetzt bilden Sie rechtseine Faust und spannen Hand und Unterarm so fest wiemöglich an. Fühlen Sie die Anspannung 5 bis 7 Sekunden,dann loslassen und 15 bis 20 Sekunden entspannen.Die gleiche Übung nun mit der linken Faust. Dann mitder Nackenmuskulatur, dem Rücken. Hintereinander dieseÜbung mit allen Muskelgruppen durchführen. Erfrischt undentspannt.MEDITATIONZiel der Meditation ist es, Körper und Geist so zu entspannen,dass tiefere Bewusstseinsebenen erreicht werden. Eserfordert einige Übung und Ausdauer, doch Menschen, dieregelmäßig meditieren, sind emotional stabiler und könnensich besser konzentrieren. Am besten, Sie planen täglicheine halbe Stunde zum Meditieren in Ihren Tagesablauf ein.Ein Beispiel: Bequeme Kleidung tragen, aufrecht hinsetzen,Augen schließen. Atmen Sie ruhig und tief in den Bauchein. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atemzüge oder wiederholenSie beständig das gleiche Wort, z.B. „OM“. BleibenSie bei diesem Wort und lassen Sie sich durch störendeGedanken nicht ablenken. Lassen Sie diese wie Wolkenweiterziehen. Versuchen Sie, in diesem konzentrierten Zustandca. 30 Minuten zu bleiben. Zur Beendigung Augenöffnen, Glieder strecken und langsam aufstehen.REflExZONENMASSAGEDiese Art der Massage eignet sich einerseits zur Entspannung,kann aber andererseits auch gezielt Schmerzen lindern.Sie geht davon aus, dass alle Organe mit Reflexpunktenverbunden sind, die auf den Fußsohlen bzw. auf denHandflächen liegen. Durch Druck auf einen Reflexpunktwird das Organ oder die Körperregion energetisch angeregt.Richtig durchgeführt wirkt die Reflexzonenmassagesehr entspannend und beruhigend. Vorteil: Sie kann vonPatienten ohne Gelenkbeschwerden zum großen Teil selbstausgeführt werden. Eine Anleitung erhalten Sie von spezialisiertenPhysiotherapeuten oder in der Fachliteratur in IhrerBuchhandlung.Ein Beispiel: Geben Sie mit dem Daumen Druck auf die Unterseiteder großen Zehe. Wenn es weh tut, sanfter drücken.Halten Sie den Druck ungefähr eine Minute. Diese Stellewird dem Kopf und Nacken zugeordnet, Kopfschmerzenlassen sich so mit wenig Aufwand lindern.2223


Umgang mit SchmerzenHIlfE ZUR SElBSTHIlfEGute Nachrichten für alle, die aktiv mit ihren Schmerzenumgehen wollen: Es gibt viele staatliche und privateEinrichtungen oder Initiativen, die Unterstützung bieten. AlsErstes sind die Schmerzambulanzen zu nennen. Hier arbeitenÄrzte, Physiotherapeuten und andere Personen, die sich aufdas Fachgebiet „Schmerz“ spezialisiert haben. Wenn sichIhre Schmerzen bisher nicht ausreichend reduzieren ließen,versucht man in einer Schmerzambulanz, die genauen Ursachenzu erforschen und entsprechend zu behandeln.Viele größere Kliniken verfügen über solche Einrichtungen,fragen Sie Ihren Hausarzt nach der nächstgelegenenSchmerzambulanz.Fachliche und gleichzeitig soziale Unterstützung erhaltenSie in Selbsthilfegruppen. Meist sind es private Initiativen, aufdie sich Betroffene und ihre Angehörigen regelmäßig zumErfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Hilfe treffen.Adressen erfahren Sie unter:NAKOSNationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregungund Unterstützung von SelbsthilfegruppenWilmersdorfer Straße 3910627 BerlinTel. 0 30/31 01 89 60www.nakos.deOder bei der Deutschen Schmerzhilfe e.V., siehe „Adressen“.Auch viele Krankenkassen verfügen über Adressen vonSelbsthilfegruppen.2425


NachgeschlagenfACHAUSDRüCKE VON A BIS ZZur Erinnerung die wichtigsten Fachbegriffe, die zum Teilin dieser Broschüre näher beschrieben sind.ANäSTHESIEMedikamentöse Betäubung, im betäubten Körperteil gibtes kein Schmerzempfinden mehr. Hauptsächlich bei Operationeneingesetzt.ANAlGETIKUMSchmerzmittel; schaltet den Schmerz vorübergehend ausoder lindert ihn.CHRONIfIZIERUNGDer Schmerz oder eine Erkrankung besteht auf Dauer undwidersetzt sich den Therapiemaßnahmen.ENDORPHINEKörpereigene Hormone, die wie ein starkes Schmerz mittelwirken. Endorphine sind aber auch an der Steuerunglebenswichtiger Funktionen wie z.B. der Regelung derKörper temperatur beteiligt.NEURAlGIENervenschmerzen, die durch Verletzung oder Erkrankungeines Nervs entstehen.NEUROPATHIEStörung oder krankhafte Veränderung von Nerven, tritthäufig bei Diabetikern auf.PSyCHOGENE SCHMERZENSchmerzen ohne organische Ursachen, sondern durch seelischeBelastungen, Stress oder Ängste ausgelöst.ZENTRAlES NERVENSySTEM (ZNS)Das ZNS besteht aus dem Gehirn und dem Rückenmark.Hier laufen alle Nervenbahnen und damit alle Informationenzusammen und werden weiterverarbeitet.2627


NachgeschlagenlITERATUREMPfEHlUNGENZum Thema Schmerz gibt es umfangreiche Literatur,insbesondere zu Kopfschmerz und Migräne. StöbernSie doch einmal in Ihrer Buchhandlung, hier ein paar Vorschläge:• Arthur W. RüeggerSchmerz lass nach. Ganzheitliche SchmerzbehandlungHilfe bei chronischen SchmerzenVerlag Die SilberschnurISBN: 9783898451413• Angie HolzschuhEndlich schmerzfrei!Heilung über die Wirbelsäule. Korrektur der Körperstatik.Magnetfeld-Therapie. Viele Fälle aus der PraxisTrias VerlagISBN: 9783830435273• Roger RusselDem Schmerz den Rücken kehrenDie Feldenkrais-Methode in der Praxis. Die kluge Lösungfür RückenschmerzenJunfernmann VerlagISBN: 9783873875371ADRESSENDeutsche Schmerzliga e. V.Adenauerallee 1861440 OberurselTel. 07 00/375 375 375www.schmerzliga.deDeutsche Schmerzhilfe e. V.Sietwende 2021720 GrünendeichTel. 0 41 42/81 04 34www.schmerzinfos.deDeutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaftwww.dmkg.deDeutsche Rheuma-liga Bundesverband e. V.Maximilianstr. 1453111 BonnTel. 02 28/76 60 60www.rheuma-liga.de2829


NachgeschlagenDAS AL-BROSCHüRENANGEBOTALIUD ® PHARMA bietet eine große Auswahl an praktischenPatientenratgebern zu vielen Erkrankungen mit verständlichenInformationen und vielen wertvollen Tipps fürden Alltag.„Erkältungskrankheiten“Praktische Tippszum Umgangmit Erkältungen„Pilzinfektionen”Wie man sieerkennt und loswird„Allergien“Ein Ratgeberfür Betroffene„Depressionen“Ein Ratgeber fürBetroffene undihre Angehörigen„Frauensache”Ein Ratgeber zuFrauenkrankheitenund ihrerBehandlung„Prostata -erkrankungen”Rechtzeitig erkennenund erfolg reichbehandeln„Bluthochdruck“Ein Ratgeberfür Betroffene„Diabetes“Ein Ratgeberfür Betroffene„Gelenkrheuma“Ein Ratgeberfür Betroffene„Schmerz- Tagebuch”„Bluthochdruck-Tagebuch”„Diabetes-Tagebuch”„Gicht“Ein Ratgeber zurStoffwechselkrankheitGicht und ihrerBehandlung„Verdauung gut –AL-les gut”Ein Ratgeber zuMagen-Darm-Erkrankungen„Das kranke Herz”Ein Ratgeber fürBetroffene undihre Angehörigen„Erhöhtes Cholesterin– was tun?”Ein Ratgeber fürPatienten mit erhöhtenBlutfettwerten„Uns gehts gut mitALIUD ® “Wissenswertes zumrichtigen Umgangmit Medikamenten„Wechseljahre”Ein Ratgeberfür den neuenLebensabschnitt„Herpes – Küssenverboten?!” PatienteninformationenzuLippenherpes, Genital -herpes und Gürtelrose3031

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