VERITAS - Das Genussmagazin / Ausgabe - 17-2016

oberkircher

Das Kundenmagazin der Oberkircher Winzer eG

Das Genussmagazin

17 // 2016

Die Jungen

bringen’s

Interview Hofübergabe

Wein trifft ins Herz

„Weinberatung“

Die Kolumne von

Vincenzo De Biase

Europa-Park-Sommelier

Tock! Tock! Tock!

Der alte Lanz kann’s

Titelthema

Alles Wächst

Rebveredlung in Bottenau

Das KUNDENMAGAZIN DER OBERKIRCHER WINZER

veritas-genuss.de


Liebe Weinfreundin,

lieber Weinfreund,

eiter, immer weiter“, hat Fußballphilosoph

und Titan Oliver Kahn

getönt, es gilt wohl in jeder Sparte. Erst recht dort, wo

eine Arbeit über viele Jahrzehnte hinweg verrichtet wird.

Was sind im Weinberg zehn Jahre? Oder zwanzig? Nichts,

der Mühe Lohn – Wein in Topqualität – gibt es nur dann,

wenn der Weinberg über mehrere Generationen beackert

wird. In Oberkirch-Ringelbach sprachen wir mit Vater und

Sohn Huber, wie eine Hofübergabe abläuft. Der Vater sah

und sieht sich als Landwirt pur, der Sohn definiert sich

auch als Manager. Wie und warum die beiden getrennt und

doch gemeinsam arbeiten, lesen Sie auf Seite 12 im Interview.

Auch in unserer Titelgeschichte über die Rebveredlung

Kiefer & Sester in Oberkirch-Bottenau haben wir

Jung und Alt angetroffen. Der Firmengründer Josef „Sepp“

Kiefer, unser Mann auf der Titelseite, packt immer noch

mit an, damit seinem Nachfolger Ralf Sester Reben und

Arbeit nicht über den Kopf wachsen. Auch für uns, liebe

Leserinnen und Leser, geht es „weiter, immer weiter“. Wir

haben das Erscheinungsbild der VERITAS überarbeitet.

Die 17. Ausgabe des Genussmagazins zeigt sich schlanker,

luftiger und lockerer. Wir finden, dass diese neue Leichtigkeit

gut in eine Zeit passt, wo leichte Weine wieder

schwer im Trend sind. Sehnsüchtig erwartet wird auch der

Jahrgang 2015. Kenner bekommen schon Schnappatmung,

wenn sie an dieses wunderbare Weinjahr denken. Aber wo

ist der Wein? Geduld, sagt unser geschätzter Weinkolumnist

mit Herz, Vincenzo De Biase. Gut Ding will Weile haben,

der Wein braucht noch seine Zeit auf der Flasche. Die

Lösung ist der 2014er, der ist noch nicht ausgetrunken

und hat auch das Zeug für einen Wow-Effekt. Wer’s nicht

glauben will, einfach à la De Biase handeln („Probieren

Sie!“) und auf Seite 18 das Wein-ABC lesen. Guten Wein

gibt es nur mit guten Trauben, steht dort. Ist das Weinjahr

schlecht, dann wird halt weniger geerntet. Kleine Menge,

große Qualität, lautet die Gleichung, die unser Qualitätsmanager

Frank Männle aufstellt. In diesem Sinne trinken

wir (auf) das Gute!

Herzlichst

Ihr VERITAS-Team

VorWORT

Für diese drei Herren muss Wein einen Wow-Effekt haben:

Pascal Cames (Redakteur) und Rafael Yupanqui (Chefredakteur) im

Gespräch mit Europa-Park Sommelier Vincenzo De Biase. (v. l.)

INHALT

In Wahrheit schön »Seite 6

Titelgeschichte »Seite 8

Interview – Hofübergabe »Seite 12

Leibspeise »Seite 14

Freizeit – Lanz-Traktor »Seite 16

Wein-ABC »Seite 18

Kolumne »Seite 19

von Europa-Park-Sommelier Vincenzo De Biase

Weinbekenntnisse »Seite 20

Gewinnspiel »Seite 21

Termine & Kalender »Seite 22

Unterhaltung »Seite 23

Titelbild: Jigal Fichtner – herrfichtner.de

IMPRESSUM:

Herausgeber: Oberkircher Winzer eG I Postanschrift Redaktion: YUPANQUI, Hauptstraße 57, 77652 Offenburg I Chefredakteur (v. i. S. d. P.): Rafael Yupanqui

Redaktion: Pascal Cames I Artdirektion: Jule Stiefelhagen I Fotos: Jigal Fichtner, Hubert Grimmig, privat I Produktion: YUPANQUI GmbH, Offenburg

Anzeigenleitung: Martin Benz I Druck: B&K Offsetdruck GmbH, Gutenbergstraße 4-10, 77833 Ottersweier I Auflage: 16.000

Bei dieser Ausgabe haben mitgewirkt: Markus Ell, Martin Benz, Rafael Yupanqui, Jule Stiefelhagen, Isabell Müller,

Pascal Cames, Jigal Fichtner I Veritas im Abo: Heftbestellung: 0 78 02 / 9 25 80


In Wahrheit schön

Genussvoll

aufblühen!

Foto: Hubert Grimmig

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Rebleute, Landwirte und Wanderer wissen: Blüht die Kirsche, blüht bald alles.

In Bottenau an der Kapelle St. Wendelin ist es jetzt so weit. Die Kirschen

stehen in voller Blüte! Bald kommt noch mehr Farbe in dieses wunderbare Tal

und verwandelt es in einen Paradiesgarten.

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In Wahrheit schön

»Wo ist

Boerne?«

Tatort-Memory

Wenn Thiel Boerne anpflaumt, ist

das köstlich, und wenn Kopper seine

Chefin Lena Odenthal zum Essen

einlädt, dann würde man auch gerne

dabeisitzen. Ein Garant für den Erfolg

der Krimiserie Tatort sind die Ermittler-

Duos, die sich auch nicht immer grün

sind. Ganz klassisch muss man auch

beim Tatort-Memory zusammenbringen,

was zusammengehört.

Das Spiel ist nicht nur Gaudi, sondern

auch Gedächtnistraining.

Tatort – das Memo, moses. Verlag,

9,95 Euro, erhältlich über

www.design-3000.de

»Tatsächlich

CO 2

-frei?«

Retro-Sporttasche

Ganz schön abgefahren. Der VW

Kastenwagen T1 war lange Jahre

das Fahrzeug für einen lässigen

Urlaub. Mit dem „Bulli“ brauchte

man weder Hotel noch Zelt, da die

Ladefläche super zum Pennen oder

Chillen geeignet ist. Jetzt erlebt

zumindest das klobige Design ein

Comeback als Sporttasche. Da passt

alles rein, damit die Sportskanone

CO 2

-frei Gas geben kann. Die Tasche

hat zudem ein extra Schuh- und Nassfach. Clever!

Tasche VW-Bus, blau/beige oder rot/weiß, 69,90 Euro,

erhältlich über www.design-3000.de

»Nur für

Blumenkinder?«

Blumensamenmischung

Tatsächlich gibt es Dinge,

um die der Badener den

Schwaben beneidet. Zum

Beispiel die Blumensamenmischung

„Mössinger

Sommer“ aus der selbst

ernannten „Blumenstadt“

von der Alb. Die dort komponierte

Blumensamenmischung ist ein Fest fürs Auge – und

blüht mittlerweile überall in Deutschland. Wer jetzt sät,

darf sich auf sein ganz privates Sommermärchen freuen.

Schön ist auch, dass die Rezeptur nochmals verbessert und

etwas erweitert wurde.

Saatgut-Tüten ab 2,75 Euro (für 3 Quadratmeter),

erhältlich über Saatgut-Manufaktur Daniela Felger,

www.saatgut-manufaktur.de

»Ist schon

Sommer?«

Cuvée Royal Brut Nature

Wer sich die Cuvée Royal Brut Natur

schmecken lässt, wird Aromen von

Apfel und Birnen, Quitte und Stachelbeere

entdecken. Das ist schon fast ein

Sommermärchen. Wie viele gute Tropfen

stammt auch dieser von Reben, die auf

mineralreichem Granitverwitterungsboden

stehen. Die Cuvée aus Chardonnayund

Pinot-Noir-Trauben wurde natürlich

im Champagnerverfahren ausgebaut. Ein

Merkmal dafür sind die dezenten Hefelageraromen.

So schmeckt Winzersekt!

Cuvée Royal Brut Natur 2012er,

14,90 Euro, www.oberkircher-winzer.de

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»Aus Rot wird Gold«

bester Rotweinbetrieb der Ortenau

Wo sitzt die härteste Konkurrenz? Im Falle der Ortenau sicherlich in

der Ortenau und darum macht der TOP-TEN-Rotwein-Wettbewerb

definitiv Sinn. Die Jahrgänge 2012, 2013 und 2014 wurden im November

2015 getestet. Die Oberkircher Winzer dominierten, wurden

als bester Rotweinbetrieb der Ortenau ausgezeichnet und holten bei

den trockenen Spätburgunder Rotweinen Platz zwei und Platz drei.

Die Ortenauer Weinprinzessin Eva Harter überreichte die Urkunden

und Dollenberg-Chef Meinrad Schmiederer zur Feier des Tages den

Dollenberg-Pokal. „Diese Erfolge müssen jedes Jahr aufs Neue erarbeitet

sein“, weiß Franz Benz, seines Zeichens Winzer in Oberkirch und

stellvertretender Präsident des Weinbauverbands.

»Tour de Rebhiesle«

die Oberkircher Winzer laden ein

Traumlage! Sie gehören zu den schönsten Plätzen der Ortenau. Steht man vor

einem Rebhiesle, wünscht man sich nichts mehr als ein Glas Wein, die Reben

drumherum schüren die Lust. Leider werden die „Chateaus“ nicht bewirtet.

Jetzt wird eine Ausnahme gemacht. Was für ein Glück aber auch, dass die

Oberkircher Winzer zur Rebhiesle-Tour einladen, selbstverständlich mit kulinarischen

Schmankerl und den korrespondierenden Weinen. Gute Aussichten!

Termin: Samstag, 23. April und Sonntag, 22. Mai 2016

Anmeldung und weitere Infos unter: www.oberkircher-winzer.de

»Genuss pur«

Aus Tradition gut: Oberkircher

Winzer beim „Ski-Plausch“

Winzer lieben Südhänge, aber im Winter darf es ruhig

ein Nordhang sein, weil der Schnee dort besser hält.

Jeden Winter verschwinden die Oberkircher Winzer

zum „Ski-Plausch“ in die Alpen und lassen es sich im

Schnee und bei gutem Essen und Oberkircher Wein

gut gehen. „Genuss pur“, sagt Kellermeister Martin Bäuerle,

der im Chalet sein Können als „begnadeter Koch“

(Martin Benz) zeigt. Zur entspannten „Ski-Plausch“-

Atmosphäre gehört auch das lockere Gespräch der

drei Macher Martin Bäuerle, Martin Benz und Markus Ell.

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TitelGeschichte – Reportage

Wo klackern zum

Aus zwei mach eins: Rebveredlung in Bottenau

Ob Gegensätze sich wirklich

anziehen, sei dahingestellt.

Aber für die Rebveredlung sind

sie zwingend notwendig.

Tropische Hitze und Temperaturen

um den Gefriergrad sind für die

Entwicklung einer Rebe genauso

Voraussetzung wie Gewächshaus

und Freiland.

Es macht „Klack!“ und wieder „Klack!“.

Und wieder klackt es. So geht es im

Sekundentakt in der großen Halle,

wo im März von morgens bis abends

Reben veredelt werden. „Man hört, ob jemand

arbeitet“, lacht Ralf Sester (40), der Chef der

Rebveredlung Kiefer & Sester in Bottenau.

Sesters Partner ist Josef „Sepp“ Kiefer (80,

siehe Titelbild). Der meist „Senior“ genannte

Rentner startete 1965 das Unternehmen mit

seiner Frau Meta (74). Im ersten Jahr veredelten

sie 12.000 Reben, was sich großartig anhört,

aber für heutige Verhältnisse ein Witz

ist. Zwischen 400.000 bis 500.000 Reben werden

derzeit pro Jahr veredelt. Vor 100 Jahren

gab es den Beruf noch gar nicht. Da steckte man einfach eine Rebe in die Erde und dieser

Zweig schlug wie eine Weide Wurzeln. Nachdem aber um 1900 die amerikanische Reblaus

fast den ganzen europäischen Weinbau vernichtet hatte, waren Ideen gefragt. Die Lösung

war genial. Man nahm als Wurzelholz amerikanische Reben als Unterlage und pfropfte

auf die „Amerikaner“ sein Edelreis (z. B. Riesling oder Spätburgunder). So wurde Europas

Weinkultur gerettet. Da die Reblaus bis heute aktiv ist, muss weiter gepfropft werden.

8


Geschäft gehört

Im Januar beginnt das Jahr des Rebveredlers. Unterlage

und Edelreis werden mit einem Omega-Schnitt – die Form

erinnert an den griechischen Buchstaben Omega – maschinell

zusammengesteckt. Anfangs musste man noch mit

einem Messer hantieren. „Das war harte Arbeit“, erinnert

sich Meta Kiefer. Und gefährlich, denn die Messer waren

scharf. Damals schaffte ein guter Rebveredler 1.200 Reben

am Tag, heute sind es um die 4.000 Stück. Aber nicht

die Menge ist entscheidend, sondern die Genauigkeit, erklärt

Ralf Sester. Und die Qualität des Edelreises, das aus

überwachten Rebanlagen stammt. „Das verheilt wie ein gebrochener

Knochen“, erklärt er die Schnittstelle zwischen

Januar

Amerikaner und Edelreis, „Kallus“ genannt. Damit derjenige,

der Riesling setzen will, kein blaues (Spätburgunder-)

Wunder erlebt, herrscht bei Kiefer & Sester größte Sorgfalt,

immerhin haben sie über 80 Rebkombinationen im Programm,

vom klassischen Grauburgunder bis zu den neuen,

pilzresistenten Sorten.

Sind Unterlage (30 cm) und Edelreis (5 cm) zusammengesteckt,

wird das obere Ende des Edelreises in rotes Paraffin

getaucht. Das schützt die Veredlungsstelle und das Auge,

wo die Reben später austreiben werden.

Danach werden die Veredlungen für drei Wochen in feuchtem

Sägemehl kistenweise im Kühlhaus gelagert.

9


TitelGeschichte – Reportage

März–April

Dann weitere drei Wochen ins

tropische Gewächshaus und bei

30 Grad Celsius vorgetrieben.

Mai–November

Anfang Mai ist der Kallus gebildet und

die Pflanzen sind reif fürs Freiland. „Ist

das Spargel?“, wird Ralf Sester draußen

auf den Feldern manchmal gefragt,

denn die Pflanzen sprießen in schwarzer

Folie, wo sie beste Bedingungen vorfinden.

Würden Ralf Sester und sein Hund

Lupo nicht nach dem Rechten schauen

und mit dem Traktor die Reben schneiden,

er hätte bald einen sechs bis acht

Meter hohen Dschungel auf dem Acker.

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November–Dezember

Mitte November ist Schluss und da werden die Reben auf

eine Größe von 40 Zentimeter gestutzt und samt Wurzel

aus der Erde geholt. Bündel für Bündel wird zusammengetragen,

gehäuft und nach Bottenau gefahren und bei

2,5 Grad Celsius im Kühlhaus gelagert. Wer sich mit der

Materie nicht auskennt, wird bei der Ansammlung von

Sträuchern denken: „Aha, da hat jemand den Garten gesäubert.“

Tatsächlich ist das die Urzelle für Weine und

Prämierungen. Damit die Winzer aber auch wirklich die

beste Qualität erhalten, wird jeder Rebstock in Augenschein

genommen, bevor er bei 2,5 Grad Celsius überwintert. „Nur

Eins-a-Qualität“, gibt Ralf Sester vor. Ein Drittel ist Ausschuss.

Aber: Woher weiß Ralf Sester, dass er seinen Weißburgunder

auch an den Mann kriegt? Streng genommen

weiß er es nicht, aber weil er mit Winzern und Önologen

im Gespräch bleibt und das Ohr am Markt hat, kann er sich

denken, was auf ihn zukommt. „Das macht es spannend!“

Die Rebe sollte vor dem Setzen 10–12 Stunden

do-it-yourselfDIY

Reben selber pflanzen

gewässert werden. Die Pflanze wird nahezu ganz eingegraben,

nur 3–4 Zentimeter ragen aus der Bodenoberfläche heraus.

Der Standort sollte windgeschützt, aber sonnig sein. 20 × 30 Zentimeter

Fläche reichen, der Abstand zu einer Mauer sollte etwa

20 Zentimeter betragen. Der Abstand zwischen mehreren Reben

beträgt 1–1,5 Meter. Der Boden muss locker sein und kann mit

Kompost oder Torf vorbereitet werden. Wichtig: Keinen zusätzlichen

mineralischen Dünger verwenden. Mit 3–5 Liter Wasser wässern.

Zum Pflanzen am besten geeignet sind die Monate April und Mai.

INFO

Für einen 1 Hektar großen Weinberg

braucht es ca. 5.000 Reben. Bis eine

Rebe voll im Ertrag ist, dauert es drei

Jahre. Eine Rebe kann ungefähr 25–30

Jahre alt werden, manchmal sogar

noch älter,, dann muss sie ersetzt

werden.

Rebveredlung Kiefer & Sester

Diebersbach 10a

77704 Oberkirch-Bottenau

Tel.: 0 78 02 98 02 81

E-Mail: info@kiefer-sester-reben.de

www.kiefer-sester-reben.de

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Interview

Man muss Spaß an der Sache haben

Was ist das Geheimnis einer erfolgreichen Hofübergabe? Wie das Interview zeigt, gehören

Leidenschaft, Talent und Fleiß dazu und täglich ein paar kleine Konferenzen. Man isst und

redet miteinander. Immer mit dabei ist auch die gute Seele, Ehefrau und Mutter Karola Huber.

„Sie ist unersetzlich“, wie der Sohn sagt.

Warum sind Sie Landwirt geworden?

Helmut Huber: Aus Tradition. Da ich handwerkliches Geschick

habe, kam auch etwas anderes infrage. Der Weinbau

hat mich aber auch interessiert.

Jörg Huber: In verschiedenen Praktika habe ich gemerkt,

dass es mir in der Natur besser gefällt, als gefesselt im

Büro zu sein. Zu Hause habe ich immer gerne mitgeholfen,

das war eine gute Erfahrung.

Helmut Huber: Man muss Spaß an der Sache haben, es darf

nicht nur ums Geld gehen.

Hätte Ihr Vater ein „Ich mach‘ nicht weiter“ akzeptiert?

Helmut Huber: Hätte er wohl müssen. Unser Betrieb war

damals nicht so groß, das wäre dann im Nebenerwerb weitergegangen.

Da mein Vater schon investiert hatte, war es

ihm so lieber.

Jörg Huber: Für mich war mein Vater immer ein Vorbild.

Das wäre ja schade gewesen, wenn keiner von uns drei

Söhnen weitergeführt hätte, was andere aufgebaut haben.

Wie haben Sie die Hofübergabe gemacht?

Helmut Huber: Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Man

kann aufs Notariat gehen oder einen Berater vom Bauernverband

dazuholen. Dann wird es nach den Bedingungen

gemacht, die gesetzt sind. Ich bin aber noch nicht in Rente

und muss den Schritt ja noch nicht zu 100 Prozent machen.

Ich kann den Sohn beteiligen.

Helmut Huber: Manchmal bin ich sein Dienstleister, manchmal

ist er meiner.

Jörg Huber: Wir machen nicht alles doppelt, wir teilen eher.

Jeder hat seinen Bereich. Wir stehen nicht mehr den ganzen

Tag zusammen auf dem Feld, aber wir sind trotzdem

aufeinander angewiesen. Wir brauchen also ein paar kleine

Konferenzen am Tag, zum Beispiel beim gemeinsamen Mittagessen

in Ringelbach oder bei uns in Önsbach.

Geben Sie Ihrem Sohn Ratschläge?

Helmut Huber: Es hat sich ja alles geändert. Mein Sohn ist

Manager in der Vermarktung, Verkauf, beim Personal und bei

der Ernte. Muss ich Ratschläge geben oder nicht? Ich bin

froh, wenn ich mal was fragen kann. Wir sitzen beim Kaffee

zusammen und besprechen uns. Dann geht jeder wieder in

seine Richtung. Da kann sich jeder auf den anderen verlassen.

Ich weiß, der Hofladen wird betreut und die Ernte läuft.

Wie lautet Ihr Fazit?

Helmut Huber: Als ich mit 24 den Hof übernommen habe,

wäre ich froh gewesen, ich hätte auch so ein Arrangement

gehabt. Ich wusste, wenn ich mich verletze, dann

steht der Hof still. Das macht mich gelassener.

Jörg Huber: Der Hof war schon immer fortschrittlich und

wächst in Qualität und Sortiment. Das kann man alleine

nicht bewältigen. Dazu reicht auch die Zeit gar nicht. Es ist

gut, wie wir das machen!

Sie haben eine GbR gegründet?

Helmut Huber: Nein, wir haben jetzt zwei Betriebe unter einem

Dach. So kann er ohne allzu großes Risiko seine Erfahrung

machen. Ich kann mit meinen 60 Prozent etwas zurückfahren,

was ihm zugutekommt. Ich weiß ja noch nicht,

wann genau ich in Rente gehe. Er hat sein Erfolgserlebnis,

ich habe meines. Und es funktioniert gut.

Werden Sie Ihrem Sohn noch helfen, wenn Sie in Rente sind?

Helmut Huber: In der Landwirtschaft gibt es keine Rente!

Wenn man mit Leidenschaft dabei ist und gesund, dann wird

man immer gerne helfen. So einen glatten Schnitt nach dem

Motto „Sohn, mach du jetzt weiter!“ kann ich mir nicht vorstellen.

Wie sieht das im Alltag aus?

Jörg Huber: Unsere Ackerflächen liegen nebeneinander, es

gibt aber zwei getrennte Buchführungen. Ich mache viel

im Verkauf und Mitarbeiterorganisation, mein Vater macht

Kulturarbeiten im Obst- und Weinbau.

INFO

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Wie funktioniert eine Hofübergabe?

Vater und Sohn Huber stehen Rede

und Antwort

Der Huberhof in Ringelbach wird in der 5. Generation der Familie Huber bewirtschaftet. Helmut Huber übernahm

1982 von seinem Vater, der auch Gründungsmitglied der Oberkircher Winzer war, den Hof mit 7 Hektar Fläche.

Der Hof ist heute 25 Hektar groß, auf 3,5 Hektar wird Wein angebaut. Seit 2008 ist er in zwei Unternehmen

geteilt: Vater Helmut Huber (58) kümmert sich um den Wein, Sohn Jörg (29) ums Obst. Die Hubers produzieren

zudem Edelbrände und Liköre und haben in Önsbach einen Hofladen. www.huberhof-baden.de

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Leibspeise

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Text: Pascal Cames Foto: Jigal Fichtner


Eine Wanderfalle namens

»Fritz Burger«

Wilde Zeiten in der Berghütte Lauterbad bei Freudenstadt

Steffen Schillinger hat Gastronomie im Blut. Seine Mutter

eröffnete schon im Alter von 23 Jahren das Hotel

Lauterbad ****S und die weitverzweigte Verwandtschaft

lässt ebenfalls die Wirtschaft florieren. Trotzdem war Steffen

Schillingers Berufswunsch ursprünglich ein anderer. Seine

Kreativität hätte er gerne in einer Werbeagentur oder als

Architekt ausgelebt. Nach einem BWL- und Hotelmanagement-Studium

sammelte er Erfahrungen in Frankfurt, Rust,

Baiersbronn und Köln. Jetzt war die Zeit reif für Eigenes!

Ein neuer Gedanke war geboren: „Wir bauen eine Hütte.“

Das Grundstück dafür ist mit traumhafter Aussicht auf die

Schwäbische Alb am Waldsaum gelegen, Wanderwege kreuzen

sich hier, ein Skilift gondelt vis-à-vis, kurz: Ein Platz zum

Verlieben. Anderthalb Jahre lang wurde geplant, 2014 wurde

sie eröffnet. Die „Hütte“ hat robuste Bänke, aber auch Liegestühle,

da will man gar nicht mehr raus. „Die Alten sind

jung“, weiß Steffen Schillinger und hat darum die imposante

Hütte im stylischen Alpenstil aufgepeppt. Hier finden sich

alte Stühle mit Schrammen, formschöne Designerlampen

und bodenständige Holztische. Der Holzboden knarzt nicht,

wärmt aber von unten. Die Berghütte Lauterbad ist in jeder

Hinsicht ausgeklügelt. Auch für Events ist sie täglich buchbar

und bietet Platz für bis zu 80 Personen inklusive. Tanzfläche.

Kurioserweise stammt das Holz im Inneren der Hütte

aus einem über 400 Jahre alten Bauernhaus aus Welschensteinach

in der Ortenau. Steffen Schillingers Schreiner ist

ein „Holzflüsterer“ und hat so etwas auf Lager.

Bei der Speisekarte ging Steffen Schillinger genauso ambitioniert

zu Werke. Saftiges Schäufele und zartes Hirschragout,

rustikaler Hüttensalat und Kartoffelsuppe locken die

Wanderer in die Hütte wie Bären in die Honigfalle. Für manche

Speisen haben sie das Rad gar neu erfunden. Wie kann

man Bauernbratwürste noch schmackhafter machen? Zusammen

mit einem guten Freund, einem Metzger aus der

Region, hat Steffen Schillinger die Hüttenwurst mit Rosmarin,

Parmesan und Walnusssplittern kreiert, so wie auch das

ganz spezielle Bärlauch-Wienerle und den Fritz Burger. Das

besondere am Fritz Burger ist die köstliche Mischung aus

Wild- und Rinderhack. Aromatisch geht es steil nach oben

mit würzigem Speck, etwas Blauschimmelkäse und der

besonderen – leider geheimen – Gewürzmischung. Das süß

abgeschmeckte Drei-Komponenten-Sößchen aus Dijon-Senf,

Crème fraîche und Preiselbeeren macht den Fritz Burger

perfekt. Der Name „Fritz Burger“ ist ebenfalls ein Produkt

der Schillinger’schen „Alte Schule trifft neuen Style“-Philosophie.

Der Burger ist eine Verbeugung vor Steffen Schillingers

Opa Friedrich, der im Freudenstädter Stadtwald auf die

Pirsch ging. Der alte Fritz war „mehr Heger und Pfleger als

Jäger“, erklärt Steffen Schillinger, aber einen Leckerbissen

wusste er immer zu würdigen.

BERGHÜTTE LAUTERBAD | Am Zollernblick 1 | 72250 Freudenstadt –

Lauterbad | Tel.: 0 74 41 95 09 90 | www.berghuette-lauterbad.de

Fritz Burger

ZUTATEN (4 PERSONEN):

Kräuterbrötchen, 400 Gramm Hackfleisch-Pellets

(280 Gramm Hirschfleisch, 120 Gramm argentinisches

Rindfleisch), Salz, Pfeffer, Knoblauch, Thymian,

Muskat, Rucola, Speckstreifen, Blauschimmelkäse,

Dijon-Senf, Preiselbeeren, Crème fraîche

ZUBEREITUNG:

Vier gleich große Hackfleisch-Pellets formen und

scharf anbraten. Parallel die Speckstreifen kross

braten. Für die Soße Dijon-Senf mit Crème fraîche

mischen und Preiselbeeren unterheben. Alles gut

vermengen. Beim Anrichten den Boden des Kräuterbrötchens

mit Soße bestreichen, darauf das frisch

angebratene Pellet, darüber den Blauschimmelkäse,

gekrönt mit zwei Streifen kross gebratenem Speck.

Veredelt mit einem guten Bündel Rucola. Fertig ist

der Fritz Burger!

Weinempfehlung:

Vinum Nobile Weißer Burgunder

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Freizeit

Wiedersehen macht Freude

Wie Peter Spraul seinen

alten Lanz-Traktor zurückbekam

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Foto: Lina und Hannah links, Martha rechts


Technik kommt!

Als Peter Spraul (72) vor zwölf Jahren daheim in Ulm an seinem Geburtstagstisch saß, kam ihm das immer näher

kommende Geräusch sehr vertraut vor. Tock! Tock! Tock! Natürlich, das ist mein alter Lanz! So einen Klang

vergisst man nicht.

Reisen wir zurück in die

1950er-Jahre. Deutschland

war gerade dabei, sich

wieder zu berappeln, und

alles strebte aufwärts. Aber die Zeiten

waren immer noch hart, gerade

die Landwirte mussten ganz schön

ackern. Damals hatten Bauern noch

Kartoffeln, Wein, Obst, Erdbeeren …

Dazu noch Ochsen, Milchkühe, Kälber …

Wer Heu, Mist oder Rüben transportieren

wollte, spannte die Ochsen an.

Zufälligerweise war im Dorf ein Landmaschinenvertreter

mit „Hermann

Lanz Aulendorf“-Traktoren. „Die Technik

ist gekommen“, erinnert sich Peter

Spraul, dessen Vater Anton „zugeschlagen“

hatte. Wie 30 andere Landwirte

im Dorf auch. Aber dieser Lanz war

ein besonderer. 18 PS! Wer hatte damals

so viele Pferdestärken unter der

Motorhaube? Kurz nach dem Kauf

machte Peter Spraul den Führerschein

für den „Schlepper“ und durfte auch

fahren.

1968 gab es einen großen Einschnitt.

Durch die Flurbereinigung wurden

Flächen zusammengelegt und Hügel

urbar gemacht. Statt Erdbeeren am

Steilhang (!) wurden dort Reben gesetzt.

Da jeder die „saubersten Reben“

(Spraul) wollte, kam der „Bulldog“, wie

man im Badischen sagt, auch dort

zum Einsatz. Aber bald gehörte auch

der Lanz zum alten Eisen, weil immer

neue, stärkere, bessere Modelle nachkamen.

Heute sind Traktoren mehr als

100 PS stark und mindestens dreimal

so groß. Ein paar Jahre, nachdem Peter

Spraul schon den Hof übernommen

hatte, war die Zeit endgültig reif und er

verkaufte seinen Lanz nach Mösbach.

Hin und wieder dachte er etwas wehmütig

an den Traktor. Aber als der neue

Besitzer den Lanz weiterverkaufte, war

für Peter Spraul die Sache erledigt.

Das wäre es wohl tatsächlich gewesen,

hätte nicht Sohn und Hofnachfolger

Patric Spraul (40) von seinem Schwager

einen Tipp bekommen. Er kenne jemanden,

sagte der Schwager, der hätte einen

„Hermann Lanz Aulendorf“ auf dem Hof,

in den Papieren würde ein Anton Spraul

als Vorbesitzer stehen und als Baujahr

wäre 1958 angegeben. So viele Zufälle

aufs Mal konnte es gar nicht geben!

Der neue Besitzer verkaufte, ohne ein

Geschäft daraus zu machen, den alten

Lanz an Patric Spraul. Das alles geschah

heimlich, weil der Traktor das Geschenk

zum Sechzigsten sein sollte. Reparieren

musste man nicht viel, erzählt Patric

Spraul, ein paar neue Lampen, ein neuer

Anstrich mit der Originalfarbe, fertig.

Wenn heute Peter Spraul mal eine Ausfahrt

macht, sitzen gerne die Enkelkinder

links und rechts. Die Aussicht

ist super von da oben. Der größte Enkel

Philipp hat auch schon den Führerschein

und die drei Mädchen Lina,

Hannah und Martha warten bereits sehnsüchtig

auf den Tag, an dem es „Klack!“

macht, wenn man den Lichtschalter umdreht.

Bis dahin könnte der Fuhrpark

noch weiter anwachsen. In der Scheune

steht noch ein weiterer Lanz und

Patric Spraul träumt von einem Porsche.

Natürlich einem Porsche-Traktor. Wäre

doch auch ein Geburtstagsgeschenk …

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Wein-ABC

Traube

WEIN-ABC von:

Frank Männle

Qualitätsmanager

Weinbau

Oberkircher Winzer

M

an kann sie als „Tafeltrauben“

frisch gepflückt

essen oder zu Rosinen

trocknen. Als „Keltertrauben“

bilden sie den Rohstoff

für Weinbrände (Cognac, Brandy) und Tresterschnaps

(Grappa, Marc), vor allem aber für

Wein. Die Vielfalt liegt quasi in der Natur der

Traube, deren einzelne Bestandteile Weinbeere

heißen. Oftmals werden die „Fruchtstände der

Weinrebe“, wie die Traube im Fachjargon

heißt, und die einzelnen

Beeren sprachlich in einen Topf

geschmissen, streng genommen

müsste man es trennen.

Reben sind anpassungsfähige

Schlingpflanzen, die schon länger

auf der Erde sind als der Mensch. Sie wachsen

im gemäßigten Klima Mitteleuropas oder in

sehr trockenen heißen Klimazonen wie Nordafrika.

Die Reben können auf der Suche nach Wasser ihre Wurzeln

viele Meter in die Tiefe treiben. Warum wird dann nicht

überall auf der Welt in Wein gemacht? Die Reben brauchen ausreichend

Wärme und Sonnenlicht („von der Sonne verwöhnt“),

um ihre Früchte reif zu bekommen. Auch eine frostfreie Periode

von mindestens 180 Tagen im Jahr ist notwendig. Im Laufe

der Zeit wurde in Tafel- und Keltertrauben eingeteilt. Während

die Beere einer Tafeltraube groß und knackig sein muss (und

wenn's geht ohne Kerne), ist die Keltertraube meist kleiner. Für

die Weinherstellung können sogar Beeren mit Pilzbefall (Botrytis)

oder auch gefrorene Trauben interessant sein.

Bekannt sind 16.000 Rebsorten auf der Welt, die sich in rote

und weiße unterscheiden lassen. Bei der Pressung ergeben aber

fast alle einen graugrünen Saft. Rotwein bekommt seine

Farbe durch die Pigmente, die in der Haut der Beere

stecken, welche erst extrahiert werden muss. Wind

und Regen nehmen Einfluss auf die Traube. Alles

ist gut, wenn es nicht zu viel davon gibt. Hagel und

Starkregen während der Reife zerstören die Haut

der Beeren und machen sie anfällig für Pilze, Hefen

und Bakterien. Hitze und Trockenheit lassen die

Beeren klein bleiben. Einige Sorten verlieren dann an

Geschmack. Zu viel Regen wiederum erzeugt

große Beeren mit einem „verwässertem“

Aroma. Andauernde Feuchtigkeit

bei warmer Witterung ist die

Voraussetzung für schädlichen

Pilzbefall. Erst wenn die Trauben

vollreif sind und die Temperaturen

niedrig, kann sich die sogenannte

Edelfäule positiv auf den Geschmack des (Süß-)

Weines auswirken. Für manche Weinkenner

sind solche Trockenbeerenauslesen das Nonplusultra.

Um Botrytis und anderen Pilzbefall zu verhindern, werden die

Blätter vor den Trauben oft entfernt, damit sie nach Regen oder

Tau schnell abtrocknen können. Für besondere Weinqualitäten

werden überzählige Trauben schon im Sommer entfernt und

bei der Lese im Herbst nur die schönsten geerntet. Auch für

Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen gehen Pflücker

durch die Reben und zupfen eingetrocknete, edelfaule Beeren

heraus. Dagegen wird bei Rotweinen umgekehrt gehandelt: Nur

unbeschädigte Trauben ohne Botrytis werden dafür verwendet.

Auch bei einem schlechten Weinjahr lässt sich durch die selektive

Lese ordentlicher Wein herstellen, denn gute Trauben ergeben

auch gute Weine. Allerdings bleibt dann die Menge klein.

18


DIE WEINKOLUMNE

mit Vincenzo de Biase

In Wahrheit schön

Wein

Lesen

W ein trifft ins herz

E ST 1973

die Menschen sind wetterabhängig. Wenn es draußen

kalt ist, wenn es schneit oder regnet, dann

sehnt man sich nach einem offenen Kaminfeuer,

dann will man es warm und kuschelig haben. Das

Essen darf dann gerne deftiger sein, vielleicht Wild

auf geschmorte Art. Der passende Wein kann da

nur ein starker Rotwein sein. Aus dem Barrique.

Aber kaum wird das Gras wieder grüner und Wiesen

und Bäume beginnen zu blühen, regen sich die

Lebensgeister wieder. Nicht nur die Sonne strahlt,

auch der Mensch. Das ist eine ganz andere Atmosphäre.

So etwas kenne ich natürlich auch aus Italien,

das eigentlich ein Rotweinland ist. Aber sobald es

Frühjahr wird, kommt die Lust auf einen kühlen

Rosé oder einen leichten, gut gekühlten Weißwein.

Jetzt steht der Sinn nicht mehr nach schweren 13,

14 Prozent Alkohol, sondern elf, zwölf Volumen

reichen völlig aus. Italien ist ja überall vom Meer

umgeben, darum gibt es im Frühjahr oft Fisch, natürlich

mit Weißwein oder sogar mit Prosecco.

Auch wenn es hier kein Mittelmeer gibt, die Lust

auf Weißwein spüre ich auch in Deutschland. Grauburgunder

und Weißer Burgunder, Rivaner und

Riesling, Scheurebe und Blanc de Noir sind schöne

Weißweine, die Freude machen. All diese Weißweine

schmecken wunderbar zu allem, was im

Frühjahr Saison hat, wie der Maibock, das ist ein

gerade mal zwei Jahre altes Reh, schön zart, das

muss man richtig genießen. Oder die Maischolle,

natürlich mit Frühlingsgemüse und mit Olivenöl.

Und natürlich den Spargel. Als ich zum ersten Mal

in Baden war, dachte ich, was ist das denn? Heute

kenne ich Spargel gut, und weiß, dass man für die

bitteren Aromen einen besonderen Wein braucht,

darum würde ich hier einen Weißen Burgunder

empfehlen wollen, der ist ein bisschen feminin,

nicht so kräftig, aber mit schönen Aromen.

Manche Gäste sind ungeduldig. „Ja, haben Sie denn

schon den 2015er?“, werden sie mich bestimmt

fragen. Vergangenes Jahr wollten sie im Frühling

schon den 2014er, dabei war der noch auf der Flasche.

Auf den 2015er muss man noch eine Weile

warten. Warum? „Naturprodukte brauchen ihre

Zeit“, sage ich immer wieder, „Geduld, der Wein

muss noch auf der Flasche nachreifen.“ Dann werde

ich den 2014er empfehlen. „Probieren Sie!“,

werde ich sagen, „wenn er nicht schmeckt, dann

übernehme ich die Verantwortung.“ Aber ich bin

mir sicher, dass auch der 2014er in der Blüte steht,

genauso wie die Natur. Das sind schöne, leckere

Weine für einen Wow-Effekt. Probieren Sie!

Herzlichst, Ihr

Veritas-Kolumnist Vincenzo De Biase stammt

aus der Basilicata in Süditalien und lebt und liebt

Wein. „Würde ich noch mal auf die Welt kommen,

würde ich es wieder machen“, sagt er über

seinen Beruf als Sommelier im Europa-Park.

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WeinBekenntnisse

»... herrlich die Seele baumeln lassen ...«

Nichts als Wahrheiten. VERITAS-Leser erzählen, was ihnen zum Wein schmeckt, und andere Bekenntnisse.

Name: Benjamin Jung // Alter: 33 //

Leibspeise: Natürlich Spaghetti mit allen

erdenklichen Soßenvariationen // Wohnort:

Schutterwald // Beruf: Sport- und Techniklehrer

sowie begeisterter Kajakfahrerund

-Guide // Wenn ich ein Glas zu viel

getrunken habe: Schlafe ich teilweise im

Gespräch ein. Dieser Zustand kommt aber

selten vor.

Ich trinke Wein, weil ... Am Rande von

zahlreichen Weinanbaugebieten hat es sich

nun mal ergeben, dass man sehr gute Weine

nahe oder zumindest nicht sehr weit weg

hat. Es macht einfach mehr Laune, Produkte

aus der Region zu konsumieren, die noch

dazu sehr gut schmecken und den einen

oder anderen Abend angenehm abrunden.

Name: Michael Knapp // Alter: 42 // Leibspeise:

Rinderfilet mit selbst gemachten Spätzle.

Dazu begleitend einen trockenen heimischen

Rotwein, am liebsten im Barrique-Fass gereift

// Wohnort: Kappelrodeck // Beruf: SAP-PM-

Koordinator und Fitnesstrainer // Wenn ich ein

Glas zu viel getrunken habe: Spüre ich das am

nächsten Tag ganz deutlich, versuche aber,

mit dem Gedanken an den schönen Vorabend

den Kater zu vergessen.

Ich trinke Wein, weil ...

ich auch das Thema

Genuss mit Ehrgeiz

angehe und mit dem

richtigen Wein hierbei

zum gewünschten

Ziel komme.

Name: Frank Haist // Alter: 42 //Leibspeise:

Spaghetti mit Walnusspesto // Wohnort:

Friesenheim // Beruf: Sportlehrer – Geschäftsführer

des BGM Zentrum Lahr //

Wenn ich ein Glas zu viel getrunken habe:

Bin ich am nächsten Morgen froh, dass

ich ausschließlich Wein getrunken habe,

und hoffe, dass meine Kinder eine Stunde

länger schlafen.

Ich trinke Wein, weil ... ich mit einem

guten Glas Wein in der Hand so herrlich

die Seele baumeln lassen kann.

Name: Christian Meier // Alter: 52 //

Leibspeise: Gute Deutsche Küche ohne

Schnickschnack // Wohnort: Oberkirch //

Beruf: gelernter Konditor, heute Dipl.-Fitnesstrainer

aus Berufung // Wenn ich ein

Glas zu viel getrunken habe: ... bisher noch

nie vorgekommen!

Ich trinke Wein, weil ...

... ich nur zu besonderen

Anlässen Wein

trinke und es daher

keine Kompromisse bei

der Qualität gibt!

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Viel Glück!

Trinken & Gewinnen

Überraschungsmenü mit begleitenden

Weinen für 2 Personen

Gewinnen Sie ein Überraschungsmenü mit begleitenden Weinen

für 2 Personen im Ringhotel Sonnenhof in Lautenbach.

FRAGE:

„Verfahren?“

In welchem Verfahren wurde der Oberkircher

Cuvée Royal Brut Nature ausgebaut?

MITMACHEN BIS

31.5.2016

Zu gewinnen gibt es ein Überraschungsmenü für 2 Personen mit begleitenden Weinen im Ringhotel Sonnenhof in Lautenbach.

Und so geht’s: Einfach die Antwort auf unserer Facebook-Pinnwand (www.facebook.com/oberkircherwinzereG) posten oder

eine E-Mail an info@oberkircher-winzer.de senden.

Alternativ können Sie uns die Lösung auch auf einer Postkarte an folgende Adresse senden: Oberkircher Winzer eG, Renchener Straße 42, 77704 Oberkirch. Nur ausreichend

frankierte Einsendungen mit vollständiger Absenderadresse nehmen an der Verlosung teil. Einsendeschluss ist der 31. 5. 2016. Teilnehmen kann jeder mit Ausnahme der Mitarbeiter

der beteiligten Unternehmen und deren Angehöriger. Eine Barauszahlung des Gewinnes und der Rechtsweg sind ausgeschlossen. Der Gewinner wird schriftlich benachrichtigt.

Gewinner des letzten Gewinnspiels: Claudia Körber, 78730 Lauterbach

SCHÖN

„Wenn man über die 50 gehüpft

ist, dann ist der Rotwein die

Droge, die man am besten verträgt

und am längsten zu sich

nehmen kann. Wenn man nicht

gerade zwei Flaschen alleine

leert, kann man gut schlafen

und ist am nächsten Tag kein

Totalausfall.“

Ulrich Tukur in Sono, September 2010

Weltweit Wein

Zur Zeit der Kurfürsten war es am

Dresdner Hof üblich, dass Gäste einen

Prunkpokal gezeigt bekamen, den sie

auch leer trinken mussten. Diplomatischen

Begegnungen wurde so „viel an

Steifigkeit genommen.“

(Aus Peter Richter „Über das Trinken“, Goldmann)

gesagt

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Termine & Kalender

Termine

Thema Datum Ort

Baden-Württemberg

Classics Weinmesse

2./3. April 2016 Duisburg

Genuss-Seminar

Wein & Schokolade

Kulinarische

„Rebhäusle“-Wanderung

7. April 2016 Oberkircher Winzer eG

23. April 2016 Oberkircher Winzer eG

Badische Weinmess 7./8. Mai 2016

Ortenauhalle &

Baden-Arena, Offenburg

Genuss-Seminar

Exklusive Schokolade von der Confiserie

Gmeiner und die passenden Weine der

Oberkircher Winzer präsentieren

Ihnen Frank Männle, Qualitätsmanager

der Oberkircher Winzer eG, und Volker

Gmeiner von der Confiserie Gmeiner.

Telefonische Anmeldung unter

Tel.: 0 78 02 9 25 80 oder

www.oberkircher-winzer.de

Kulinarische

„Rebhäusle“-Wanderung

5. Oberkircher

Comedy-Night mit

Marco Rima

22. Mai 2016 Oberkircher Winzer eG

3. Juni 2016 Oberkircher Winzer eG

Fest der Sinne 5. Juni 2016 Oberkircher Winzer eG

Oberkircher

Weinfest

Kulinarische

Weinwanderung

2.–5. September 2016 Oberkirch

25. September 2016 Oberkirch

Kalender 2016

Nähere Infos zu den einzelnen Veranstaltungen erhalten Sie auf

unserer Homepage unter www.oberkircher-winzer.de

Foto: DECCA Philipp Müller

David Garrett

Star-Geiger David Garrett mag

es virtuos, er komponiert und

spielt gerne anderer Leute Lieder,

wie z. B. von Metallica („Fuel“),

Miley Cyrus („Wrecking Ball“)

und David Guettas „Dangerous“.

Der „schnellste Geiger der Welt“

(Guinness-Buch der Rekorde) ist

und bleibt „Explosive“.

Musik & Kunst Datum Ort

Femme Schmidt

„Raw Tour 2016

Cuba Percussion & Friends

„Habana Tradicional“

Äl Jawala „Hypnophonic“

David Garrett

Mika

Sarah Connor

„Muttersprache Live 2016

Samstag,

19. März 2016

Montag,

4. April 2016

Freitag,

29. April 2016

Donnerstag,

12. Mai 2016

Samstag,

28. Mai 2016

Samstag,

4. Juni 2016

Jazzhaus, Freiburg

Vaya Casa,

Kappelrodeck

Reithalle, Offenburg

Palais de Congres et de

Musiques, Straßburg,

Le Zénith de

Strasbourg, Straßburg

Schloss, Rastatt

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unterHaltung

Humor

Rätsel

1. Wie nennt man eine bauchige Glasflasche

zum Servieren von Wein?

2

1

2. Wie bezeichnet man die als positiv wahrgenommene

Geruchsnote von Wein?

3. Wie nennt man den Geschmackseindruck,

den Wein beim Schlucken hinterlässt?

4. Wo wird der meiste Wein produziert?

5. Was ist ein Sommelier?

6. Wie nennt man ein Holzfass zum Ausbau von Weinen?

7. Wie bezeichnet man die Erntemenge bzw. Ernteausbeute?

8. Wie nennt man das Einbringen der reifen Weintrauben

im Herbst?

9. Welche Farbe hat üblicherweise ein Merlot?

10. Wie lautet der lateinische Begriff für Wein?

3

5

4

7

6 7

4 5

6

3

8 9

2

Lösung

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

10

1

Die Lösung finden Sie ab dem 31. 05.2016 auf unserer Facebook-Seite oder unter www.oberkircher-winzer.de

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