Jagd & Natur Ausgabe Oktober 2016 | Vorschau

jagdundnatur

CHF 10.– EURO 9.–

Oktober 2016

JAGD & NATUR

Das Schweizer Jagdmagazin

10

Hirschbrunft

und ewig lockt das Kahlwild

9 771422 497006

Rotwild im Mittelland

Herausforderung für den Rehjäger

Teilrevision Jagdgesetz

Interview mit Dr. Reinhard Schnidrig

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Dem Hirsch sind Kantons- und Gemeindegrenzen

sowie Jagdsysteme

ziemlich schnuppe. Er fühlt sich in unserem

Land überaus wohl. Mehr und

mehr breitet sich das Rotwild auch im

Mittelland aus und erobert ehemalige

Lebensräume zurück. Dies bedeutet

für den Rehjäger eine komplett neue

Situation und nicht zu unterschätzende

Herausforderungen. «Wenn wir als

Jäger unserer Aufgabe gerecht werden

wollen, müssen wir das Rotwild als

Art in seinen Lebensräumen verstehen,

seine Entwicklungsgeschichte,

seine Bedürfnisse und arteigenen

Besonderheiten», schreibt Dr. Peter

Meile, profunder Rotwildkenner, in seinem

Beitrag «Rotwild im Mittelland».

Nebst elementarem Fachwissen vermittelt

er uns wertvolle Hinweise zur

Bestandserhebung und zur Jagdpraxis

(S. 44 ff.).

Traditionellerweise bekommt natürlich

auch die Hirschbrunft ihren Platz

in der Oktober-Ausgabe. Wildtierexperte

Martin Merker hat in den Bündner

Bergen wieder unzählige Stunden

im Naturschirm gesessen und Trophäen

in Form von eindrücklichen Hirschfotos

nach Hause gebracht. Obwohl er

die Hirschbrunft bereits seit Jahrzehnten

mit allen Sinnen und seiner Kamera

mitverfolgt, eröffnen sich ihm immer

wieder neue, teils überraschende

Einblicke ins Treiben der Geweihten.

Biondo, den alten Hirsch, haben Sie

in den letzten beiden Ausgaben kennengelernt.

Nun ist der ganz Grosse

und mit ihm die Konstanz nicht mehr.

Im dritten und letzten Teil unserer Serie

schildert Fabian Riedi, wie sich der

Brunftbetrieb in den beiden Jahren

nach dem Tod des alten Platzhirsches

weiterentwickelt hat (S. 36 ff.).

Wie weit die jagdlich vertretbare

Schussdistanz reicht, welche Faktoren

beim Schiessen auf relativ weite Distanzen

über Treffen oder Nichttreffen

entscheiden und welche Punkte wir

Jägerinnen und Jäger im Umgang mit

Waffen unbedingt berücksichtigen

müssen, erfahren Sie ebenfalls im

aktuellen JAGD & NATUR. Und auch

Dr. Reinhard Schnidrig, Chef der Sektion

Wildtiere und Waldbiodiversität,

BAFU, kommt zu Wort. Ich sprach mit

ihm über die Revision des eidg. Jagdgesetzes.

Unter anderem sollen ja

künftig Bestände gewisser konfliktträchtiger

Arten (!) reguliert werden

können, wenn trotz Präventionsmassnahmen

grosse Schäden oder die konkrete

Gefährdung von Menschen drohen

(s. Interview S. 12 ff.). Es sind ausnahmslos

interessante Themen, die

Sie auf keinen Fall verpassen sollten!

Viel Spass beim Lesen und ein

herzliches Weidmannsheil!

Ihr Markus P. Stähli

Chefredaktor

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JAGD & NATUR

Inhalt

44

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18 26

Dies & Das

6 Schnappschuss: Nordische Giganten

8 CH: Jagdstatistik 2015

8 CH: neues Biberkonzept

8 CH: mehr Luchse fotografiert

9 I: Protest gegen Saueninvasion

9 PL: Afrikanische Schweinepest

9 N: 300 Rentiere vom Blitz erschlagen

Jagd & Gesellschaft

10 Hegepreis 2016 für «Let’s Netz»

12 Revision Jagdgesetz

Interview mit Dr. Reini Schnidrig

18 Der Engländer mit dem indischen Herzen

24 Glosse: Löwen aussetzen

Wild & Wissen

26 Und ewig lockt das Kahlwild

35 Über Kimme und Korn: Fredy Kradolfer

Jagd & Erlebnis

36 Biondo III:

Erbteilung auf dem Brunftplatz

Revier & Praxis

Foto: Carina Greiner-Kaiser

44 Rotwild im Mittelland – eine

Herausforderung für den Rehjäger

52 Ist die Kugel erst mal aus dem Lauf …

Hund & Fährte

56 Challenge – Die ungewöhnliche

Geschichte eines Deutsch-Kurzhaar

Nutzen & Kultur

60 Jetzt auch trittsicher unterwegs

62 Wie weit schiessen?

67 Neues aus dem Markt

68 Aus- & Weiterbildung

70 JAGD & NATUR-Schiessschule

Gamssymposium 2016

71 Wildtierkalender 2017

72 JAGD & NATUR online

73 TV-Tipps

74 Bellavista in Silvaplana GR:

Halali in der Jagdhütte

Nah & Fern

Foto: Martin Merker

76 Wilchingen SH: «Wald-Opas» begleiten

Kinder in die Natur

77 Confrérie St Hubert du Grand-Val:

10 Jahre – 1000 Kinder

78 Berg am Irchel ZH: 10 Jahre Rütelbuckhütte

78 30 Jahre Jagdhornbläser

Zimmerberg

79 Jagdparcours Schaniela GR:

hervorragende Schiessleistungen

80 Jagdschiessen Gfellen LU: Jäger und

Sportschützen im Einsatz

82 Brienzer Jagdschiessen 2016

82 Zuger Kantonaler Patentjägerverein

ZKPJV: 2. Schweissprüfung

83 Walliser Schweisshundeklub:

Nachsucheprüfungen 2016

84 Rote Fährte Sense RFS:

Schweissprüfung

85 Bauma ZH: Gemeinschaftswerk

von Jagd, Landwirtschaft und Forst

86 Wittenbach SG: JagdSchweiz

auf Besuch

86 Wer wird 2. Ostschweizer Platzhirsch?

87 Was für ein Keiler!

88 Büchel Waffen & Outdoor GmbH,

Geschäftsübernahme

Zu guter Letzt

90 Marktplatz mit Kleinanzeigen

92 Freud & Leid

94 Terminkalender

95 Sonne & Mondkalender

96 Preisrätsel

97 Vorschau und Impressum

98 Blattsch(l)uss

Titelbild

Titelbild: Hirschzeit

Foto: Ingo Gerlach

www.jagdnatur.ch

JAGD & NATUR 5


Jagd & Gesellschaft Hegepreis 2016

Hegepreis 2016

für «Let’s Netz»

Bei der vierten Austragung des Hegepreises von JagdSchweiz hatte der

Freiburger Jagdverband die Nase vorn. Das Siegerprojekt «Let’s Netz» –

eine hervorragende Dokumentation für die Ver netzung und Aufwertung

von natürlichen Lebensräumen mit Schülern – gewann den mit

5000 Franken dotierten Hegepreis.

Text und Fotos: Markus P. Stähli

Die Delegation der Società Cacciatori «La Biaschina»

freut sich über den Anerkennungspreis.

Das Fest umrahmten feierlich die Jagdhornbläser

Hubertus Sense.

Die Festgemeinde

folgt interessiert

den Ausführungen

von

Hanspeter Egli,

Präsident Jagd-

Schweiz.

Mit dem Hegepreis zeichnet die Dachorganisation

der Schweizer Jäger jährlich die besten

und innovativsten Projekte zugunsten der

Vielfalt von Lebensräumen und Arten aus. Bereits im

April 2015 forderte JagdSchweiz die rund 30 000

Schweizer Jägerinnen und Jäger auf, ihre Naturschutzprojekte

für den vierten Hegepreis einzureichen.

Projekte zugunsten von Natur und Umwelt

sind wichtige Bestandteile der Jagd. Bis Ende Mai

wurden der Jury fünf Dossiers – eines davon sogar

aus dem Fürstentum Liechtenstein – übermittelt. Sie

zeigen erneut die ganze Breite des jagdlichen Engagements

für die Natur.

Die Jury bestehend aus Mirjam Ballmer, pro natura;

Patrick Durand, Direktor ECOTEC environnement SA;

Pierre Mollet, dipl. Biologe, Vogelwarte Sempach;

Ferrucio Albertoni, Redaktor der Tessiner Jagdzeitschrift

La Caccia, sowie Hanspeter Egli, Präsident

JagdSchweiz, beurteilte die Projekte nach den Kriterien:

Initiative und Beitrag der Jäger, Grösse und Dauer,

Auswirkungen auf die Wildtiere, Beteiligung der

Öffentlichkeit sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

Siegerprojekt «Let’s Netz»

Der erste Preis über 5000 Franken – gestiftet vom

Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) –

geht an das Projekt «Let’s Netz» des Freiburger Jagdverbandes.

Die Vernetzung und Aufwertung von natürlichen

Lebensräumen ist eine immer wiederkehrende

Aufgabe. Der Freiburger Jagdverband hat eine

umfassende Dokumentation geschaffen und mit

Schülern praxisnah getestet. Die beiden Hauptzielsetzungen

«Nachhaltige Sensibilisierung zum Thema natürlicher

Lebensraum und Biodiversität» sowie «Konkreter

Einsatz zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität

in der Wohngemeinde» werden durch breit

abgestützte, erstklassig dokumentierte Unterrichts-

Yolanda Brünisholz und Pascal Pittet, Präsident Freiburger Jagdverband,

erhalten den mit Fr. 5000.– dotierten Hegepreis aus den Händen

von Emmanuel La Roche (CIC) und Hanspeter Egli, JagdSchweiz.

lektionen einerseits und einen individuell gestaltbaren

praktischen Arbeitseinsatz in Feld und Wald anderseits

erreicht. Mit dem Projekt «Let’s Netz» steht

allen Jägervereinen und Jagdgesellschaften ein hervorragendes

Basisdossier zur Verfügung, mit dem sie

im eigenen Umfeld der Jugend die Kenntnisse über

die Vernetzung und Aufwertung von Lebensräumen

vermitteln und diese in der Praxis, in Zusammen -

arbeit mit Land- und Forstwirtschaft, in Feld und Wald,

auch anwenden können. «Das Projekt Let’s Netz ist

aus der Überzeugung entstanden, dass unsere gut

ausgebildeten Jägerinnen und Jäger Fachleute sind

und im Dienst der Natur für die Förderung eines umweltverantwortlichen

Handelns eingesetzt werden

können», unterstrich Yolanda Brünisholz, Projektleiterin

Let’s Netz, nach dem Erhalt des Hegepreises 2016.

Anerkennungspreis der Jury

Der Anerkennungspreis über 1000 Franken wird

dem Projekt «Biotopo naturale alla Monda» der Soci-

Stolz präsentieren Vertreter des Freiburger Jagdverbandes

zusammen mit Schulkindern das Projekt «Let’s Netz» im Rahmen

eines Rollenspiels.

età Cacciatori «La Biaschina», Anzonico TI, verliehen.

Sie hat eine für wildlebende Tiere wertvolle Fläche

von Schutt und Abfall gereinigt und damit einen

wichtigen Lebensraum für Amphibien, Wasserlebewesen,

Reptilien, Kleinlebewesen und Insekten, aber

auch Pflanzen zurückgewonnen.

Publikumspreis

Die Besucher der Website von JagdSchweiz (www.

jagdschweiz.ch) konnten die eingereichten Projekte

im Internet während eines Monats beurteilen und

ihre Stimme für den Publikumspreis abgeben. Der

Preis in der Höhe von 1500 Franken geht – mit grossem

Vorsprung auf das zweitplatzierte Projekt –

ebenfalls an das Hegeprojekt «Let’s Netz» des Freiburger

Jagdverbandes.

Die Gewinner sind verpflichtet, das Preisgeld für

die Weiterführung oder die Weiterentwicklung der

Projekte zu verwenden.

Kurzdarstellung,

Begleitdokumentationen

und

Fotos aller fünf

Projekte: http://

jagd.ch/projekte/

hegepreis/

hegepreis-2016/

JAGD & NATUR

JAGD & NATUR 11


Revier & Praxis

Rotwild

Rotwild im Mittelland –

eine Herausforderung für den

Das Rotwild breitet sich in der Schweiz immer

noch aus und besiedelt immer grössere Teile

des Mittellandes. So hat es mittlerweile auch

das untere Toggenburg, die Region Gaster, das

Zürcher Oberland und den Hinterthurgau besiedelt.

Es wechselt in diesen Räumen aber so stark hin

und her, dass wir von einer einzigen Population sprechen

können, die sich die benachbarten Kantone

St. Gallen, Zürich und Thurgau teilt. Womit hat

die Jägerschaft zu rechnen, die sich bisher hauptsächlich

auf die Bejagung des Rehwildes konzentriert

hat?

Um die Tierart Rothirsch besser zu verstehen, wollen

wir ihre Eigenheiten im Vergleich zur bereits gut

bekannten Biologie des Rehes betrachten.

Rehjäger

Läufer oder Ducker

Als typischer Läufer steht der Rothirsch vorne und hinten

gleich hoch auf seinen relativ langen Läufen, er

trägt das Haupt hoch und vermag längere Fluchtstrecken

zurückzulegen. Das Reh dagegen ist als Bewohner

buschreicher Lebensräume hinten überbaut, ein

Ducker, der auf der Flucht nur kurze Strecken wählt.

Lebensdauer

Nur wenige Rehe leben länger als sechs Jahre. Wie

Kitzmarkierungen beweisen, können einige wenige

aber auch doppelt so alt werden. Rothirsche leben

deutlich länger, der Hirsch mischt sich – einen normalen

Populationsaufbau vorausgesetzt – erst mit

sechs Jahren erfolgreich in das Fortpflanzungsgeschehen

ein, ab 17 Jahren nimmt er an der Brunft

nicht mehr teil. Nur ganz wenige Geweihte werden

dann noch älter. Das Tier setzt sein letztes Kalb auch

ungefähr in diesem Alter, wenige werden aber sogar

über 20 Jahre alt. Diese lange Lebenszeit ist die

Voraussetzung für eine hoch entwickelte soziale Organisation.

Foto: Dr. Peter Meile

44

Wenn wir als Jäger unserer Aufgabe gerecht

werden wollen, müssen wir das Rotwild

als Art in seinen Lebensräumen verstehen,

seine Entwicklungsgeschichte, seine Bedürfnisse

und arteigenen Besonderheiten. Der

Rehjäger, der mehr und mehr mit Rotwild

konfrontiert wird, steht vor neuen Herausforderungen.

Die Rotwild-Jagd ist heikel,

sehr zeitaufwendig und trägt alle Züge einer

professionellen, aber nicht einer Hobbyjagd.

JAGD & NATUR

Text: Dr. Peter Meile

Foto: Michael Breuer

Foto: Michael Breuer

Ernährung, Kondition, Konstitution

Anders als das Reh (Konzentratselektierer) ist der

Rothirsch imstande, eine an Rohfasern besonders

reiche Nahrung zu verwerten, also im Sommer wie

im Winter hauptsächlich Gräser, aber auch Zwergsträucher,

Sträucher und Zweige. Während der Vegetationszeit

füllt der Rothirsch seinen Pansen vier- bis

sechsmal pro Tag, im Winter dagegen nur zwei- bis

viermal. Es ist ein Merkmal des Rothirsches, dass

er – z. B. bei einem Föhneinbruch und schmelzender

Schneedecke – auch im Winter schnell auf leicht verdauliche,

proteinreiche Nahrung umstellen kann.

Deshalb lässt er sich im Winter auch leicht mit Silound

Kraftfutter anlocken. Allerdings versucht er dann,

mit ballastreicher Nahrung (z. B. Rinde!) die zu leich-

Der Rothirsch

ist ein typischer

Läufer.

JAGD & NATUR 45


Revier & Praxis

Rotwild

Der Rothirsch

ist imstande,

eine an Rohfasern

besonders

reiche Nahrung

zu verwerten.

Foto: Michael Breuer

te Verdaulichkeit zu kompensieren. Das beste Winterfutter

für den Rothirsch ist das, was er auch ohne

menschliche Hilfe sucht: überstehendes Gras, mithin

Magerheu von einem sonnigen Rain.

Im Sommer und im Herbst baut der Rothirsch

seinen Körper auf, besonders Muskeln und Fettreserven,

er kommt in eine gute Kondition. Dafür

braucht er nicht nur gute Äsung, sondern vor allem

eine ungestörte Nahrungsaufnahme. Entwickelt sich

ein Junghirsch körperlich gut (grosses Geburtsgewicht,

früher Geburtstermin, reichlich Milch des

Muttertieres) und stammt er aus einer Population,

die in kaltem oder kontinentalem, jedenfalls winterhartem

Klima lebt (z. B. Karpaten), so erreicht er eine

besondere Körpergrösse oder Konstitution (Gegenteil:

späte Brunft des Muttertieres, späte Geburt,

stark gestörter Lebensraum, vorwiegend nachtaktiv;

atlantische oder spanische Population). Die Konstitution

ist ein Resultat der Jugendentwicklung, des

Wachstums, die Kondition ist ein Resultat des

Nahrungsangebotes im Frühsommer und der Ruhe.

Tiere mit geringer Konstitution können trotzdem

gesund, fruchtbar und langlebig sein. Tiere mit geringer

Kondition sind eher krankheitsanfällig, etwas

weniger fruchtbar und überstehen Notzeiten

schlechter (z. B. sehr alte). Jungtiere mit andauernd

geringer Kondition erreichen keine grosse, starke

Konstitution.

Rotwild-Populationen bringen auch dann noch

viele Kälber, wenn sie in hoher Wilddichte leben. In

Im Winter lebt das Kahlwild in Rudeln aus mehr oder weniger verwandten

Muttertieren, Kälbern, Schmaltieren und ein- bis dreijährigen Hirschen.

Foto: Michael Breuer

der Regel wird ein gesundes Tier jedes Jahr trächtig,

die Verluste an Kälbern kurz vor und nach der Geburt

sind geringer als bei Rehen, Gämsen oder Steinböcken.

Eine Rothirsch-Population produziert auch

dann noch viel Nachwuchs, wenn die Nahrungsgrundlagen

erschöpft werden. Rothirsche leiden weniger

häufig unter ansteckenden Krankheiten und

Parasiten als Gämsen und Rehe. Die «Selbstregulation»

der Population tritt bei Rothirschen viel später

und weniger stark auf als bei Gämsen und Rehen.

Bevor Hirsch-Populationen einzubrechen beginnen,

haben sie ihren Lebensraum stark übernutzt, was

nichts anderes bedeutet als jahrelang untragbare

Wildschäden. Deshalb müssen Rothirsch-Populationen

durch den Menschen reguliert werden.

Während Gämsen und Steinböcke über die Entnahme

weiblicher Zuwachsträger in Form von momentan

nicht führenden Stücken noch leicht regulierbar

sind, müssen beim Rothirsch (jeweils nach

dem Abschuss des Kalbes!) auch Muttertiere erlegt

werden.

Rehgeissen dagegen setzen zwei, manchmal drei

Kitze, sind empfindlicher auf hohe Wilddichte und

die Nachwuchsleistung sinkt (Anzahl Kitze pro Geiss

im September). Aber beide Wildarten reagieren erst

dann mit geringerem Zuwachs (Anzahl Kitze oder

Kälber im folgenden Frühjahr), wenn das Nahrungsangebot

übernutzt und die Verjüngung des Waldes

stark geschädigt ist. Hier hat der Jäger also eine seiner

Aufgaben.

Sozialverhalten, Fortpflanzung

Rotwild kennt ein reiches, hoch entwickeltes Sozialverhalten

und lebt gerne im Verband:

n Im Winter lebt das Kahlwild in Rudeln aus mehr

oder weniger verwandten Muttertieren, Kälbern,

Schmaltieren und ein- bis dreijährigen Junghirschen;

natürliche Rudelgrösse: 6 bis 15 Stück; es

können sich auch mehrere Verbände zusammentun,

um eine besondere Nahrungsquelle zu nutzen

(z. B. früh ausapernde Wiese).

n Im Winter leben die Geweihträger in kleinen Rudeln,

wobei die ein- bis vierjährigen eigene Rudel

bilden, während ältere Hirsche in kleinen Gruppen

oder auch allein und abseits des Kahlwildes zu

überwintern suchen, um nicht den mühsam erzeugten

Nachwuchs zu konkurrenzieren.

n Im Sommer bildet das Muttertier mit seinem Kalb

und dem letztjährigen Nachwuchs (Schmaltier,

Spiesser) eine Kleinfamilie, die sich Ende August

auf den künftigen Brunftplätzen mit anderen zu

einem grösseren Rudel zusammenfindet. Hier

stellen sich ungefähr ab dem 9. September (z. B.

Weisstannental SG, Prättigau GR) auch die älteren

Hirsche ein und markieren ihren Territorialanspruch

mit Röhren, Nässen, Bodenforkeln, Fegen.

Je nach Kondition der Hirschkühe werden diese

früher oder später empfängnisbereit. Deshalb

kann der Höhepunkt der Brunftaktivität in den

Bergen zwischen dem 22. September und 3. Oktober

liegen.

Das Kalb wird nach einer Tragzeit von 34 Wochen

Ende Mai, Anfang Juni geboren (sehr selten Zwillinge).

Etwa 60 % der eineinhalbjährigen Hirschkühe (also

der Schmaltiere) werden beschlagen und setzen als

Zweijährige ihr erstes Kalb, die andern tun dies ein

Jahr später zum ersten Mal. Erstgebärende verlieren

ihr Kalb nicht selten aus mangelnder Erfahrung oder

wegen nicht ausgereifter Instinkte. Das Muttertier vermittelt

seinem Nachwuchs die Kenntnisse über den

Lebensraum, Wanderrouten, Einstände, die «Landschaft

der Furcht» und die Zufluchtsorte: Es tradiert

das Raumnutzungsmuster. Traditionen spielen bei

dieser langlebigen Tierart eine grosse Rolle.

Rehe sind sozial ganz anders organisiert. Ab zwei

Jahren sind fast alle Rehböcke von Mai bis Ende August

territorial; auch die Geissen verteidigen ihren

Sommereinstand und im Winter den Einstand ihrer

Sippe gegen andere Geissen. Rehkitze sind bis im

folgenden April auf ihre Mutter angewiesen! Rehe

werden mit einem Jahr selbstständig und werden als

Schmalreh und als Jährlingsbock gezwungen, im

Sommer neue Lebensräume zu erschliessen. Das

Resultat ist eine viel schnellere Ausbreitung als beim

Rothirsch.

Bestandserhebung bei Reh und Rothirsch

Eine systematische, aber nie vollständige Bestandserhebung

in stark bewaldeten und gleichzeitig aber

auch stark gestörten Lebensräumen wie im Toggenburg

und in den Kantonen Zürich und Thurgau ist

höchstens zu Ende des Winters möglich. Zählungen

an einem bestimmten Stichtag entsprechend der

Phänologie der frisch ergrünenden Vegetation (ein

bis fünf Zentimeter Wuchshöhe der Wiesen; Ende

März, Anfang April) nach immer gleichen Methoden

(Scheinwerfer-Taxation um Mitternacht auf stets

denselben Routen) können repräsentative Stichproben

liefern, die einen Bestandstrend zuverlässig abbilden.

Über die Zahlen der Jagdstrecke und des Fallwildes

kann im Verlaufe der Jahre eine Dunkelziffer

geschätzt werden. Sie ist auch abhängig von der

Sichtbarkeit des Wildes, das heisst von der Lebensraumstruktur.

Zusätzliche Angaben über die Zusammensetzung

des Bestandes nach Alter und Geschlecht

sowie über die Gesundheit der Tiere

werden über Direktbeobachtungen und über die

Auswertung der Jagdstrecken ermittelt. Um das Verständnis

der Jägerschaft und der Waldbesitzer zu fördern,

ist eine vollständige Transparenz aller Daten

seitens der Behörden unverzichtbar. Behördliche

Heimlichtuereien vergrössern alle Probleme.

Foto: Christoph Burgstaller

Jagdpraxis

Der Rehjäger, der nun vermehrt mit Rotwild konfrontiert

wird, steht vor neuen Herausforderungen: Rotwild

hat ausserordentlich scharfe Sinne, ist erstaunlich

lernfähig und kann sehr scheu sein. Es sammelt

seine Erfahrungen über ein viel längeres Leben, teilt

diese im Rudel und tradiert sie an den Nachwuchs.

Die Rotwild-Jagd

ist heikel, sehr

zeitaufwendig

und trägt alle

Züge einer professionellen

Jagd.

46

JAGD & NATUR

JAGD & NATUR 47


Revier & Praxis

Rotwild

Rotwild kann nicht einem einzelnen Revier zugerechnet

werden, sondern wechselt über grosse Räume

und über alle Grenzen. Mehrfach gestört, kann es

das Revier über lange Zeit verlassen. Es ist also oberstes

Gebot, mit der Jagd möglichst wenig Störung in

das Revier zu bringen. Deshalb ist es wichtig, die Jagd

auf den Morgen zu verlegen, wenn das Wild gesättigt

in den Einstand zieht. Dies gilt auch dann, wenn unser

eigener Arbeitsrhythmus uns erst am Abend Zeit für

die Jagd gewährt. Die Jagd auf Rotwild ist heikel, sehr

zeitaufwendig und trägt alle Züge einer professionellen,

aber nicht einer Hobbyjagd. Welche Jagdmethoden

bieten sich an, welche sind zu vermeiden?

Pirsch

Sie ist auf Reh und Gams durchaus Erfolg versprechend,

auf Rotwild aber nur als äusserst vorsichtige

Stehpirsch zwischen 8 Uhr und 16 Uhr sinnvoll. Stehpirsch

heisst: nicht mehr als 300 Meter in einer Stunde

und gegen den Wind! Die ausserordentlich scharfen

Sinne des Rotwildes im Hören, Sehen, Riechen

machen eine erfolgreiche Pirsch praktisch unmöglich

und verursachen nur Störung. Die Pirsch als

«Krone der Jagd» auf den Brunfthirsch ist kein Gegenargument.

Sie setzt ein Tier voraus, das toll und

blind ist vor Liebe und Eifersucht.

Autopirsch

Sie bringt eine sehr starke Störung auf grosser Fläche,

der Wind kann nicht beachtet werden, sehr

wichtige Spuren und Zeichen entgehen dem Auto

fahrenden Jäger, der bald keine Ahnung mehr hat,

was im Revier läuft. Ein Aussteigen aus dem Wagen

ist ohne Geräusche und Geruch unmöglich. Gelingt

tatsächlich ein Schuss auf Rot- oder Rehwild, haben

alle Tiere schnell gelernt, wie gefährlich Autos sein

können. Die Folge ist ein bedeutender Lebensraumverlust.

Autopirsch ist blosse Zeitverschwendung

und sehr bald völlig kontraproduktiv.

Ansitz

Vor allem am Abend sollte nicht an Freiflächen und

Wildwiesen angesessen werden. Der Wind ist strengstens

zu beachten, wechselt die Windrichtung, verlässt

der Jäger den Stand. Am Ansitz herrscht absolute

Ruhe, die Hände bleiben gedeckt, es raschelt kein Papier,

kein Handy piepst und niemand flüstert.

Drückjagd/Treibjagd

Sie kommt nur dann ins Spiel, wenn anders der Abschussplan

nicht erfüllbar ist, oder bei einer Schwerpunktbejagung

auf einer gefährdeten Waldfläche.

Aber: Wer ist schon ein Meister im Schiessen auf

flüchtiges Wild? – Und wer ist im Ansprechen so firm,

Foto: Michael Breuer

Nach dem Abschuss des Kalbes wird möglichst versucht,

auch das zugehörige Tier zu erlegen.

dass er keinen Fehlabschuss produziert? Eine Drückjagd

ist stets mit sehr viel Störungen verbunden, vor

allem beim Standbeziehen. Die Schützenstände sind

dort vorzusehen, wo das Wild wieder im Troll oder

ruhiger anwechselt. Geschossen werden vor allem

Kälber und dann deren Mütter möglichst in einer

Doublette. Auf geweihtragende Hirsche wird nicht

geschossen, weil sie sonst alle Aufmerksamkeit der

Jagdteilnehmer beanspruchen, die dann gerne auf

den Abschuss von trophäenlosem Wild verzichten.

Wo nicht gleichzeitig auch auf Sauen gejagt wird, sollte

auf den Einsatz von Hunden verzichtet werden.

Ansitz-Drückjagd

Sie ist eine schonendere und erfolgreichere Variante

der Drückjagd. Sie wird revierübergreifend organisiert,

findet nur am Vormittag statt und hat nur ein

Treiben zum Inhalt. Die Schützen sitzen auf Drückjagdständen

im Wald, nicht am Waldrand. Es werden

die wichtigsten Einstände des Wildes beunruhigt.

Diese Form der Jagd bedarf grosser Vorbereitungen

(Vorbereiten der Stände, Routen der Treiber, Wildverwertung,

Schweisshunde, Verkehrsregelung).

Intervalljagd

Die Intervalljagd sieht vor, dass im Revier jagdruhige

Wochen mit jagdaktiven Wochen abwechseln. Es ist

äusserst wichtig, dass diese Methode über die Reviergrenzen

hinaus akzeptiert und koordiniert wird.

Während der Jagdruhephasen darf im Lebensbereich

des Rotwildes auch auf anderes Wild nicht gejagt

werden. Nicht nur Rotwild, auch Rehe verdanken die

Jagdruhephasen mit höherer Sichtbarkeit. Ein erstes

Jagdintervall auf Rotwild in der Schweiz kann sich auf

sieben Morgen in der zweiten Augusthälfte beschränken

(kantonale Jagdzeiten beachten). Ein zweites

Jagdintervall nützt die letzte Phase der Brunft zur Bejagung

des Kahlwildes Ende September, Anfang

Oktober. Und eine letzte Phase der verstärkten Bejagung

findet im November und allenfalls Anfang

Dezember statt. Mitte Dezember ist die Jagd auf

Reh- und Rotwild und auch auf Gams einzu stellen.

Zonierung

Jedes Revier, in dem zeitweise Rotwild einsteht, erleichtert

sich die jagdlichen Aufgaben dadurch, dass

Zonen ausgewiesen werden, wo das Rotwild unbejagt

bleibt (Ruhezonen), zudem in Absprache mit den

Forstorganen und den Waldbesitzern solch eng begrenzte

Zonen, wo das Wild nicht geduldet ist

(Schwerpunktbejagung), sowie letztlich solche Zonen,

wo das Wild im Spätherbst gerne einsteht und eine

grössere Strecke bei einer Ansitz-Drückjagd erwartet

werden kann (Zone für die Reduktionsjagd). Auf der

übrigen Revierfläche wird das Wild im Rahmen der Intervalljagd

am Morgen und am Vormittag bejagt.

Nachtjagd

Die Nachtjagd – wo überhaupt zulässig – führt unweigerlich

zu erhöhten Wildschäden. Fehlabschüsse und

schlechte Schüsse sind programmiert. Schon aus

Gründen des Tierschutzes ist die Nachtjagd absolut

abzulehnen. Sie macht das Wild extrem scheu, verkleinert

den nutzbaren Lebensraum und führt ganz sicher

zu erheblichen Schälschäden. Wer die Nachtjagd propagiert,

hat vom Rotwild gar nichts verstanden.

Kirrhaufen

Ebenso ist die Jagd am Kirrhaufen strikte abzulehnen.

Das Wild wird die zu leicht verdauliche Nahrung

(wie Apfeltrester oder Backwaren) innert Stunden

mit erhöhtem Verbiss und Schälen von Baumrinde

kompensieren. Die Gefahr einer Pansenübersäuerung

ist gross, auch bei Rehwild. Sitzt der Jäger nur

noch am Kirrhaufen, verliert er jede Übersicht über

die Vorgänge im Revier und entledigt sich des letzten

Restes von Jagdinstinkt. Die Jagd am Kirrhaufen

führt immer zur Nachtjagd!

Beobachtung und Ansprechen

Rotwild wird mit Vorteil auf grosse Distanz beobachtet.

Vor dem Abschuss eines Tieres, auch eines vermeintlichen

Schmaltieres, ist immer ein gründlicher

Blick zwischen die Hinterläufe nötig, um ein allfälliges

Gesäuge festzustellen. Dafür ist ein gutes Spektiv

unverzichtbar, ein Feldstecher genügt nicht.

Waffen, Kaliber

Wir wollen möglichst jede Nachsuche vermeiden,

also stellen wir uns die Frage, ob das bisher auf Rehwild

benützte Kaliber auch auf Rotwild genügt. Voraussetzung

ist eine Auftreffenergie von mindestens

2500 Joule am Standort des Tieres (Rotwild, Sauen

über 40 kg, Steinwild). Aus meiner eigenen Erfahrung

und auch aus der Empfehlung meines Lehrmeisters

Anton Bubenik empfehle ich für alle, die es handhaben

können, einen Repetierer im Kaliber 8 x 68 S.

Damit ist die Gewissheit, dass das Wild unmittelbar

am Anschussort oder doch unweit davon liegt, am

grössten und wir vermeiden, mit dem Schweisshund

die Einstände zu stören.

Foto: Peter Meile

Schussabgabe

Es wird kein Rotwild aus grösseren Verbänden herausgeschossen,

ausser am Ende eines ziehenden Rudels.

Nach dem Abschuss des Kalbes wird möglichst

versucht, auch das zugehörige Tier zu erlegen. Diese

Aufgabe muss der Jäger mental meistern, bevor er

den ersten Schuss abgibt. Nach dem Abschuss des

Kalbes ruhig sitzen bleiben, das Muttertier kommt

meist innert einer Stunde zurück und wird auch am

nächsten und übernächsten Tag hier nach seinem

Kalb suchen. Ohne einen stärkeren Eingriff in die reproduzierende

weibliche Klasse ist die Entwicklung

des Rotwild-Bestandes nicht steuerbar. Dabei müssen

für eine Stabilisierung des Bestandes etwa 20 %

der Strecke aus Alttieren bestehen, für eine Reduktion

müssen es gar 30 % der Strecke sein. Das geht

nicht ohne Doubletten auf Kalb und Tier. Wie gesagt:

Rotwild-Jagd ist eine grosse Herausforderung und gar

nicht immer vergnüglich.

Rotwild hat

besonders

scharfe Sinne

und reagiert auf

Gerüche viel

empfindlicher

als Rehwild.

Rotwild-Lebensräume im Mittelland

Rotwild findet im Mittelland ganzjährig ausreichend Nahrung (Raps!). Deckung

findet es vor allem in Fichtenforsten und Verjüngungsflächen, Ruhe findet es

fast nirgends. Der artgemässe Tagesrhythmus kann wegen der sehr hohen

Störungsdichte kaum eingehalten werden, was in den Dickungen zu erheblichen

Schälschäden führt. Daran ist auch die leicht verdauliche Nahrung auf

Wiesen und Feldern beteiligt. Die kleinen Satelliten-Populationen sind geprägt

von grossen Wanderdistanzen, eine artgemässe soziale Organisation ist fast

ausgeschlossen. Aus diesen Gründen bieten grosse Teile des Mittellandes keine

geeigneten Lebensräume für Rotwild. Wer im Mittelland die Biodiversität

fördern will, hat angesichts des hohen Pestizideinsatzes noch ein paar andere

Aufgaben.

48

JAGD & NATUR

JAGD & NATUR 49


Lösen & Gewinnen

Preisrätsel

Impressum

JAGD&NATUR

Das Schweizer Jagdmagazin

Thema

VORSCHAU

November 2016

96

Schalenwild

wird

Zielvorrichtung

flüchtig

der

Optik

Abk. für

Antiblockiersystem

Begleitmannschaft

Vorname

Laurels

gesamtes

Nachlassvermögen

Vorweihnachtszeit

einfarbig

(franz.)

Abhang

mehrere

Stück

Rotwild

Einschnitt,

Vertiefung

weibliches

Haustier

Registratur

zunächst;

vorläufig

Affe,

Weisshandgibbon

Rückenstrich

beim

Hirsch

scharfes

Wurzelgemüse

Fussglied

3

Jurist

zur

Beurkundung

JAGD & NATUR

mittelasiat.

Fürstentitel

Bundesstaat

der USA

Molkenkäse

Feingewicht

für Edelmetalle

unverändert

bestehen

bleiben

Turnübung

Schankraum

e.

Gästehauses

Tierhand,

Tierfuss

Abkürzung

für

Nordost

Früchte

Gewürz,

Gelbwurzel

7

Lichtverstärker

südamerik.

Pampashase

Spukgestalt

1

Rist des

menschlichen

Fusses

Rollkörper

Warnlaut

der

Hirschkuh

männliches

Borstentier

5

4

10

sportlich

in Form

Tierspezies

Kalifenname

Brutstätte

Aufseher,

Wächter

zu der

Zeit,

ein

während

Planet

Ringel-,

Saugwurm

gesunkenes

Luxusschiff

Lautäusserung

d. Hirsch

Duft, Ausdünstung

Textilerzeugnis

kleines

Krebstier

Mediziner

Vorderasiat

grossartig,

unglaublich

laut jammern,

schimpfen

(ugs.)

Bitte keine Briefe: Die Gewinner werden ausgelost

und direkt benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Europ.

Weltraumorganisation

(Abk.)

nord.

Schicksalsgöttin

9

Gebäck,

Unterlage

für

Konfekt

gesetzlich

ebenfalls

grosser

schwarzer

Vogel

schnell;

schick,

Stacheltier

modisch

Feuerkröte

Fluss

zur

Wolga

8

6

Teigware

englisches

Bier

Kirchenlied

2

Wind

am

Gardasee

Künstler

(besonders

Stab

Stock,

Musiker)

Entgegennahme,

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19. Oktober 2016 (Poststempel)

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2./3. Preis: Ein JAGD& NATUR-

Jagdmesser

4./5. Preis: Je ein Jagdbuch

So nehmen Sie an der Verlosung teil

Senden Sie das Lösungswort mit Ihrer vollständigen

Adresse auf einer Postkarte an:

Redaktion JAGD&NATUR

Rehweg 6, 9472 Grabs

oder per E-Mail an jagdraetsel@jagdnatur.ch

Lösungswort: Tannenhäher

Gewinner des September-Preisrätsels

1. Preis: Anton Brogle, Lindenbergstrasse 12,

5630 Muri AG; 2. Preis: Luca Leugacher,

Grüntalstrasse 26 b, 9300 Wittenbach; 3. Preis:

Josef Füglistaller, Rosenweg 5, 5621 Zufikon;

4. Preis: Niklaus Roth-Bieri, Karl-Jaspers-Allee

40/10, 4052 Basel; 5. Preis: Stefan Wüest,

Landgut Staffeln, 6015 Luzern.

Offizielles Organ für:

JagdSchweiz

• Schweizer Niederlaufhund- und

Dachsbracken-Club

• Schweiz. Club für Deutsche Jagdterrier

• Schweiz. Foxterrier-Club

Beglaubigte Auflage:

6940 Exemplare

(WEMF-Basis 2013)

Druckauflage 9000 Exemplare

Herausgeber:

© JAGD & NATUR Medien AG

CH-8200 Schaffhausen

Verleger: Andreas Mohler

Tel. +41 (0)44 886 31 91

Fax +41 (0)44 886 31 90

mohler@jagdnatur.ch

www.jagdnatur.ch

Verlag:

JAGD & NATUR Medien AG

Hauptplatz 5, CH-8640 Rapperswil

Tel. +41 (0)44 886 31 91

Fax +41 (0)44 886 31 90

verlag@jagdnatur.ch

Bitte alle redaktionellen Einsendungen

nur an die Redaktion senden.

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JAGD & NATUR Medien AG

Vordergasse 58

CH-8200 Schaffhausen

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Fax +41 (0)52 633 34 06

abo@jagdnatur.ch

Redaktion:

Markus P. Stähli

Chefredaktor

Redaktionsadresse

(für alle redaktionellen Beiträge):

Rehweg 6

CH-9472 Grabs

Tel. +41 (0)81 599 30 96

redaktion@jagdnatur.ch

Online-Redaktion:

Meine Texter GmbH

8050 Zürich

Ständige Mitarbeiter der Redaktion:

Ueli Bärtschi, Christoph Burgstaller,

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Fotografen:

Sven-Erik Arndt, Dr. Martin Merker,

Stefan Meyers, Karl-Heinz Volkmar,

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Gestaltung:

Peter Vonow, info@petervonow.com

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Anzeigenverkauf:

JAGD & NATUR

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Ausland auf Anfrage, Einzelpreis Fr. 10.–

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JAGD & NATUR erscheint monatlich.

Für unaufgefordert eingesandte

Manu skripte und Bildunterlagen

übernimmt die Redaktion keine

Verantwortung.

Die Verwendung sämtlicher Artikel

und Illustrationen ist nur mit

ausdrücklicher Genehmigung der

Redaktion gestattet.

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JagdSchweiz

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Dachsbracken-Club

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Gräbackerstrasse 117

CH-5735 Pfeffikon

Tel. +41 (0)62 771 82 01

Sekretariat: Tel. +41 (0)41 480 20 55

Schweizerischer Club für

Deutsche Jagdterrier

Präsident: Roger Bisig

Grossbachstrasse 62

CH-8841 Gross

Tel. P +41 (0)55 412 31 20

Tel. N +41 (0)79 239 62 94

Schweizerischer

Schweisshund-Club SSC

Präsident: Leo Thomann

Boter 1, CH-7464 Parsonz

Tel. G: +41 (0)81 684 33 79

Tel. N: +41 (0)79 405 96 73

leo.thomann@bluewin.ch

Gütesiegel Q-Publikation –

Fach- und Spezialpresse

mit geprüfter Qualität.

Publizistisch unabhängig –

inhaltlich kompetent.

Redaktionsschluss

Novemberheft: 3.10.2016

Anzeigenschluss

Novemberheft: 12.10.2016

Ihr nächstes JAGD& NATUR

erscheint am 28.10.2016

Foto: Karl-Heinz Volkmar

Bewegungsjagden

Besser Vorsicht als Nachsicht

Zauber der

Gamsbrunft

Foto: Markus P. Stähli

Spektakel in den Bergen

Der Biber

Neuigkeiten und Tests aus

den Bereichen Waffen, Optik

und Bekleidung.

Änderungen sind aus aktuellen oder

organisatorischen Gründen möglich.

Denken wie eine

Sau

Strategien für die Schwarzwildjagd

Landschaftsarchitekt und

Wasserbauingenieur

Foto: Karl-Heinz Volkmar

Foto: Martin Merker

JAGD & NATUR 97


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Sa 22. Oktober 10 –17.00 KTS U Übung öffentlich

Mi 26. Oktober 13 –17.30 KTS U Übung öffentlich

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