24. Rundbrief - Helgas Webstube

helgaswebstube.ch

24. Rundbrief - Helgas Webstube

24. Rundbrief

kuschelige Decken


24. Rundbrief, September 2012

Inhalt

Begrüßung Seite 3

Schwerpunktthema: Kuschelige Decken

Vom Kuscheltuch bis zum Bettüberwurf Seite 4

Inspirierende Links Seite 5

Großes Projekt – Kleiner Webstuhl Seite 6

Fertig ist nicht fertig Seite 9

Walliser Decken Seite 10

Bindungslehre

Annegrets bunte Decke Seite 13

Am Webstuhl

Sockenwolle zweckentfremdet Seite 16

Text und Textilien Seite 18

Fragen und Antworten Seite 19

Aktuelles Seite 22

Kursangebote Seite 23

Verwoben intern Seite 24

Vorschau Seite 24

Bericht von Eva Hönle Seite 25

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Begrüßung

Liebe Weberinnen und Weber in Österreich und

anderswo

Dieses „und anderswo“ bezieht sich auf all die Weberinnen und Weber in den verschiedenen

Nachbarländern. Viele sind Auslandsösterreicherinnen, andere interessieren sich einfach für einen

deutschsprachigen Beitrag zum Thema weben. Und da ja niemand etwas weglesen kann, sind

selbstverständlich alle interessierten Leserinnen und Leser willkommen!

Nach einem –hoffentlich für alle – wunderbaren Sommer schaut der Herbst nun über die Bergspitzen

herein. Da denken wir langsam wieder an warme Strümpfe, dicke Jacken und natürlich auch an

kuschelige Decken: Kleine Decken über die Schultern oder über die Knie gelegt für den gemütlichen

Fernsehabend oder eine längere Autofahrt, größere Decken für das entspannende Mittagsschläfchen

auf der Couch, oder eine feine Decke um ein Baby darin warm einzuwickeln…

Also rasch hinter eure Webstühle zum Decken weben, niemand von euch oder euren Lieben soll

diesen Winter frieren müssen!

Frohes Weben!

Helga Jossen

Stockji oder Kalkofenweg 11

CH 3903 Birgisch A 6111 Volders

+41 27 923 87 82 0699 102 893 90

+41 79 220 57 53

helgaundmichael@bluewin.ch

www.helgaswebstube.ch

Felizitas Bystedt

Michaelerstr. 23

1180 Wien

0699 150 50 557

weben@silverserver.at

http://www.w-wie-weben.blogspot.com

Annegret Schwegler

Weberei Imst

05412 663 46 29

0676 65 00 336

weberei.lla-imst@tsn.at

3


Schwerpunktthema: Decken

Vom Kuscheltuch bis zum Bettüberwurf

Helga Jossen schreibt:

Unter dem Begriff „Decke“ versammeln sich die unterschiedlichsten Gewebe mit ebenso

unterschiedlichen Verwendungszwecken: zudecken, einkuscheln, abdecken, darüber legen, sich

drauf setzen,…

Verschiedene Arten von Decken

• Kuscheltuch: Ein etwas größeres Schultertuch, in das man sich einkuscheln kann,

draußen an einem kühlen Sommerabend oder am Abend vor dem Fernseher.

• Kniedecke: Kleine Decke, speziell zum über die Knie zu legen, wenn man in einem

gemütlichen Sessel sitzt. Ist auch sehr praktisch für unterwegs im Auto oder Zug.

• Plaid (Schulterdecke): Plaids sind Bestandteil der traditionellen Kleidung der

Hochlandschotten. Sie bestehen in der Regel aus dem gleichen Tartan-Stoff wie der Kilt.

Plaids werden gefaltet und über der Schulter getragen.

• Babydecke: Weiche Decke, nicht besonders groß, oft waschbar.

• Sofadecke / Wohndecke / Couchdecke: Größere Decke, die teils als Dekoration auf der

Couch liegt, aber auch als Gebrauchsgegenstand benutzt wird, z.B. für Mittagsschläfchen.

• Bettüberwurf / Bettüberwurf: Große Decke um ein Bett oder auch ein Doppelbette

tagsüber abzudecken.

Gängige Größen

Breite Länge

Kuscheltuch 0,80m bis 1m 2m bis 2,30m

Kniedecke 0,90m bis 1m 1,40m bis 1,50m

Plaid 1,30m 3m

Babydecke 0,75m bis 1m 1m bis 1,50m

Sofadecke 1,40m bis 1,50m 1,90m bis 2,10m

Bettüberwurf (Einzelbett) 1,60m bis 1,80m 2,50m bis 2,60m

Bettüberwurf (Doppelbett) 2,50m bis 2,60m 2,50m bis 2,60m

Die angegebenen Größen stehen in keinem Gesetzesbuch! Wir können und sollen sie unseren

persönlichen Wünschen und Ansprüchen anpassen.

Fragen zur Wahl des Materials und der Bindung

• Soll die Decke wärmen oder ist sie nur ein Deko-Stück?

• Soll sie waschbar sein, von Hand oder in der Maschine?

• Soll sie luftig und leicht sein oder eher schwer, damit sie gut liegt (z.B. Bettüberwurf).

• Darf das Material ein wenig kratzig sein, weil es nicht unmittelbar mit der Haut in Berührung

kommt, oder soll das Material besonders weich sein (z.B. für eine Babydecke).

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• Sollte die Bindung keine allzu langen Flottierungen aufweisen, weil ich Katzen in der

Wohnung habe? Oder werden die Flottierungen sowieso fixiert, weil ich die Decke walken

will?

„Rezept“

Decken, Bettüberwürfe

Material Kettfäden / cm

Kette Schuss dichte Bdg. lockere Bdg.

Baumwolle NeB 3/3 gleich 3 4

Baumwolle NeB 8/2 gleich 8 9

Wolle 8/2 gleich 8 9

Wolle 6/2 gleich oder dickerer Schuss 5 6

Sockenwolle 440m/100g gleich 6 6 bis 7

Wie üblich gilt: Probieren geht über studieren!

Inspirierende Links zum Thema

„Decken“

http://www.foxfordwoollenmills.com/throws.html

http://www.laurasloom.co.uk/gallery.php

http://www.welshblankets.co.uk/product.php?cat=4

http://www.theclothshop.net/blankets-fabric-cloth-shop-north-west-london.html

http://www.welshblankets.co.uk/

http://brooklyntweed.net/blog/?m=201101

http://www.jacobsheep.com/pattern.htm

http://www.eleanorpritchard.com/htm/Blankets201011/Index.htm

http://remodelista.com/posts/fabrics-linens-hand-woven-blankets-from-jf-son

http://bodmerblankets.com/weavers-art.php

http://www.naturecraft.fi/taikapirta

http://www.weavingtoday.com/woven-throws/

(Verirrt euch nicht im Internet! ☺)

5


Großes Projekt – kleiner Webstuhl

Helga Jossen schreibt:

So eine Decke sollte ja mindestens 1,40m breit sein, von einem Bettüberwurf ganz zu schweigen.

Was tun, wenn der Webstuhl nur 1,20m oder 1m Webbreite hat?

Möglichkeit 1

In Bahnen denken

Das ist die einfachste Lösung des Problem: Wir weben zwei oder mehrere Bahnen und fügen die

dann zu einer Decke zusammen. So können wir bequem auf eine Webbreite von 80 bis 90 cm

einziehen. Die Kette wird dann entsprechend lang, je nachdem ob wir eine oder mehrere Decken

weben wollen.

Bahnen als Gestaltungselement

Dass eine Decke aus zwei oder mehreren Bahnen besteht, muss nicht unbedingt eine Notlösung sein.

Wir können das auch ganz gezielt in die Gestaltung einbauen. Die Bahnen müssen nicht identisch

sein. Eine der Bahnen kann auch längs halbiert werden.

A B oder ½ A B ½ A

Die Unterschiede der einzelnen Bahnen können farblich sein (andersfarbiger Schuss), oder eine Bahn

ist kariert die andere nur längsgestreift, oder es wird eine andere Tretweise verwendet (z.B. Bahn A

im Zickzack treten, Bahn B geradeaus treten).

6


Hier ein paar Beispiele:

Wolle und Mohair

7

Großer Bettüberwurf

Bettüberwurf in Baumwolle

Unsichtbare oder dekorative Nähte?

Die Nähte, die die einzelnen Bahnen verbinden, können mit der Nähmaschine gemacht werden und

praktisch verschwinden, wie beim Bettüberwurf in Baumwolle (unten rechts). Oder sie können

speziell betont werden, z.B. durch eine Paspelnaht (Großer Bettüberwurf, oben rechts).

Natürlich kann man die Bahnen auch von Hand zusammen nähen. Auch da gibt es wieder die

Möglichkeit, das ganz „versteckt“ zu machen, z.B. mit einem Matratzenstich wie man ihn zum

Zusammennähen von Stricksachen benutzt. Oder man betont die Nähte, indem man Zierstiche

verwendet oder die Bahnen zusammenhäkelt. Dafür kann gut das Kettmaterial verwendet werden.

Beispiele für solche dekorative Nähte findet ihr in dem Buch „Compendium of Finishing Techniques“,

das in der Rubrik „Text und Textilien“ näher vorgestellt wird. Ein ähnliches Buch wäre „Finishes in the

Ethnic Tradition“ von Suzanne Baizerman und Karen Searle. Oft finden sich auch in Strick- und

Häkelbüchern interessante Ideen.


Möglichkeit 2

Faltgewebe

Wenn die Decke nun aber doch an einem Stück gewoben

werden soll, dann kann die Webbreite des Webstuhles

auf das Doppelte erweitert werden, indem wir ein

Doppelgewebe, und zwar ein Faltgewebe herstellen. Das

bedeutet, wir weben zwei Lagen, die auf einer Seite

miteinander verbunden sind. Wenn das Gewebe dann

vom Webstuhl abgenommen wird, kann es auf die

doppelte Breite auseinander gefaltet werden.

Wie viele Schäfte?

Faltgewebe sind Doppelgewebe, wir arbeiten also mit

zwei voneinander unabhängigen Stofflagen. Dadurch

wird die Anzahl der benötigten

Schäfte verdoppelt. Eine

Leinwandbindung braucht

normalerweise zwei Schäfte, weben

wir ein Faltgewebe in

Leinwandbindung so benötigt jede

Stofflage zwei Schäfte für sich, also

insgesamt brauchen wir vier Schäfte.

Für ein Faltgewebe in Köper 2/2

wären acht Schäfte nötig.

Graphik aus dem Buch „Doppelgewebe“ von Ursina Arn

(Wer sich näher mit dem Thema Doppelgewebe auseinandersetzen will, dem empfehle ich sehr das

Buch „Doppelgewebe“ von Ursina Arn.)

Schöne Mitte

Das Schwierigste an einem Faltgewebe ist der Rand, an dem die beiden Lagen miteinander

verbunden sind, also die zukünftige Mitte des Gewebes. Durch das Einweben wird ja gerade der Rand

oft dichter und das wäre dann eventuell störend. Um das zu vermeiden gibt es verschiedene Tricks:

• Breithalter benutzen

• Den Rand, der dann in der Mitte des Gewebes liegt, im Riet weiter stechen

• An eben jenem Rand zusätzlich einen glatten, sehr stark gespannten Faden (Nylonschnur,

Anglerschnur) einziehen, der dann nach der Abnahme vom Webstuhl wieder herausgezogen

wird

• Falls in der Mitte der Decke die Falte doch unschön sichtbar ist, kann mit ein wenig

Ablenkung Abhilfe geschaffen werden: Durch Aufrauen oder Bürsten der fertigen Decke

verschwindet die Falte fast ganz.

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Fertig ist nicht fertig!

Helga Jossen schreibt:

Wenn die Decke fertig gewoben ist, heißt das noch lange nicht, dass sie auch fertig ist!

Hier einige Gedanken zur Fertigstellung von Decken:

Saum oder Fransen?

Fransen können ja sehr dekorativ sein, aber manchmal ist ein Saum praktischer. So hat mein Vater

z.B. erklärt, er möchte bei seiner Decke nur ja keine Fransen, die kitzeln ihn beim Mittagsschlaf! Auch

bei Bettüberwürfen stören Fransen dort, wo der Überwurf an den Kopf- oder Fußladen des Bettes

kommt, dort wo der Überwurf über den Bettrand hängt, können Fransen allerdings sehr hübsch

aussehen.

Waschen und Walken

Nachdem wir nun die Decke entweder gesäumt haben, oder die Fransen gedreht, wird sie sicherlich

erst mal gewaschen. Ob das von Hand oder in der Waschmaschine passiert, hängt natürlich vom

Material ab.

Für Wolldecken bietet sich auch die Möglichkeit des Walkens. Dadurch wird das Gewebe stabiler und

strapazierfähiger.

Das Walken kann man von Hand machen, oder besser gesagt von Fuß, indem man die Decke in die

Badewanne legt, ca. 10 cm hoch warmes Wasser und etwas Seife dazu gibt, dann Schuhe und

Strümpfe ausziehen und in der Badewanne auf der Decke „joggen“. Dabei immer wieder den Grad

des Verfilzens prüfen. Mutige oder weniger Sportliche können die feuchte Decke auch in den

Wäschetrockner geben. Da rät es sich aber, quasi davor stehen zu bleiben und wirklich alle paar

Minuten hineinschauen und kontrollieren. Wenn die Decke zu stark verfilzt ist, ist das nicht mehr

rückgängig zu machen!

Aufrauen oder bürsten

Auch das bezieht sich nur auf Decken aus Wolle.

Es gibt einige wenige Firmen, an die Decken zum Aufrauen eingeschickt werden können. Das kommt

aber nicht ganz billig, man zahlt die Arbeit und das Porto für die Hin- und Rücksendung.

Billiger aber arbeitsintensiver ist es, die Decke selber zu bürsten. Am besten geht das, wenn sie noch

leicht feucht ist. Die Decke wird flach auf den Boden gelegt und abschnittweise gebürstet. Dazu kann

man eine harte Kleiderbürste oder eine Hundebürste (nicht Metall!) verwenden.

frisch vom Webstuhl gewaschen und 10min im Trockner

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Walliser Decken

Helga Jossen schreibt:

Wenn man –so wie ich - im Wallis (Schweiz) wohnt und sich für Textilien interessiert, kommt man

mit Sicherheit früher oder später mit Walliser Decken in Berührung.

Ich habe an zahlreichen Orten diese robusten und oft recht kratzigen Decken gefunden: in Museen,

in „gewöhnlichen“ Wohnungen, vor allem aber in rustikal eingerichteten Chalets.

Museum Visperterminen

Warm und praktisch

Die Decken dienten früher vor allem als Wärmespender. In den sicher oft recht kalten Schlafstuben

hat man das sicher gut gebrauchen können. Diese Stuben wurden aber natürlich auch untertags als

Wohnzimmer genutzt. Mit einer Decke über dem Bett war das Bettzeug geschützt und der Raum sah

aufgeräumter aus.

Auf kleinen Webstühlen gewoben

Da in den Häusern früher nur relativ kleine Webstühle standen, haben die alten Decken eine Naht. Es

wurden zwei Bahnen längs zusammengenäht. An den Schmalseiten sind Säume. An einer Längsseite

wurden entlang der Webekante extra Fransen eingeknotet, die andere Längskante (da wo das Bett

an der Wand stand) weist keine Fransen auf. Oft wurden die Fransen mehrfach verknotet. Das ist

schön aber recht zeitaufwändig.

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Einheimisches Material

Walliser Schwarznasen-Schafe

Viel Struktur und bunte Karos

Die Oberfläche des Gewebes ist durch die Flottierungen körnig und aufgeworfen.

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Als Material wurde früher

so genanntes

„Kundengarn“

verwendet. Das war das

Garn, das die Frauen

selber gesponnen haben

oder von der

Wollzentrale als Anteil an

der von ihnen

eingeschickten Wolle

zurückbekommen haben.

Es handelte sich dabei um

Wolle vom Walliser

Schwarznasenschaf.

Diese Wolle ist sehr

robust, aber nicht

unbedingt weich.

Gewoben wird mit der Rückseite nach oben. So sieht die Vorderseite aus, die am Webstuhl

unten ist.

Der Grund der Decken ist meist aus ungefärbter Wolle, also in naturweiß oder naturbraun, die

Karostreifen sind ziemlich bunt. Entlang der vier Außenkanten ist ein breiter Streifen, der „Rahmen“,

die restliche Fläche wird von schmalen Streifen in Längs- und Querrichtung durchbrochen.


Umsetzung für heutige Ansprüche

12

Heute werden diese Decken meist

als Tagesdecken benutzt. Sie

werden meist mit gekauftem Garn

hergestellt (Wolle Nm 6/2, „Tuna-

Garn“, Deckenwolle 8/2).

Die Wolldecken lassen sich auch

gut „zweckentfremden“: Der Stoff

eignet sich sehr gut als Bezugsstoff

für Sessel und Hocker.


Bindungslehre

Annegrets bunte Decke

Helga Jossen schreibt:

Habt ihr alle die schöne bunte Decke auf der Titelseite dieses Rundbriefes bewundert? Die ist von

Annegret Schwegler. Diese Decke ist ein gutes Beispiel dafür, wie Bindung und Farben miteinander

spielen.

Zur Erinnerung

Im Rundbrief Nr.20 wurde schon

einmal über ungleichseitige Köper

gesprochen. Bei einem Kettköper

dominieren die Kettfäden, bei

einem Schussköper die

Schussfäden.

Kettköper Schussköper

Ein gutes Paar mit scharfem Anschluss

Kettköper und Schussköper werden oft miteinander kombiniert. Sie bilden ein gutes Paar, das

manchmal als Kett-Schuss-Köper bezeichnet wird, oder auch als Positiv / Negativ.

Wenn wir Kettköper und Schussköper zusammenfügen, müssen wir darauf achten, dass dieser

Anschluss sauber und korrekt ist, wir machen einen sogenannten „scharfen Anschluss“. Das

bedeutet, dass der letzte Faden des Kettköpers und der erste Faden des Schussköpers genau

gegengleich abbinden.

Dies gilt sowohl für den Anschluss in Schussrichtung als auch in

Kettrichtung (siehe rote Pfeile!):

13


Und so sieht das nun aus, wenn wir sowohl in

Kettrichtung als auch in Schussrichtung zwischen

Kettköper und Schussköper wechseln:

Es sind hier nur zwei Farben verwendet, nämlich

gelb für die Kette und blau für den Schuss. Die

Bindung bestimmt, welche der beiden Farben

dominiert.

Farbwechsel - Partienwechsel

Aber wer sagt denn, dass wir jeweils nur eine

Farbe für Kette und Schuss verwenden müssen?!?

Natürlich geht das Ganze auch anders.

Und schon haben wir vier

verschieden Felder!

In dem Beispiel oben passieren Farbwechsel und

der Wechsel von Kett- nach Schussköper

(=Partienwechsel) an genau der gleichen Stelle.

Annegret hat aber in ihrer bunten Decke bewusst

Farbwechsel und Partienwechsel nicht an der

gleichen Stelle platziert. Das macht das

Gewebebild gleich um Vieles lebhafter, und das

obwohl wir hier immer noch nicht mehr als zwei

Farben verwenden.

14


Und jetzt wird’s bunt!

Und hier nochmals Annegrets Decke im Detail:

15

Hier zeige ich euch

ein Beispiel, bei dem

sowohl in der Kette

als auch im Schuss

sechs Farben

verwendet wurden.

Dadurch dass

Farbwechsel und

Partienwechsel nicht

an der gleichen

Stelle passieren,

entstehen

wunderschöne und

spannende

Mischungen!

Probiert das mal aus!


Am Webstuhl

Sockenwolle - zweckentfremdet

Helga Jossen schreibt

Sockenwolle ist strapazierfähig, gut waschbar und nicht allzu dick. Aber kann man damit Decken

weben?

Eine Freundin von mir hatte kleine Muster mit Sockenwolle (410m/100g) gewoben. Wir haben

gemeinsam diese Muster studiert und festgestellt, dass sich mit Sockenwolle eigentlich wunderbar

weiche Decke herstellen lassen müssten.

Das Material

Also habe ich in meinen Wollvorräten gewühlt und dort einen großen Sack mit Wolle für

Militärsocken gefunden, also in einem nicht besonders ansprechenden Grau-Grün. Ich habe so einen

Knäuel „Militärwolle“ ins nächste Wollgeschäft mitgenommen und graue und weiße Sockenwolle

dazu gekauft. Und um das Ganze etwas aufzupeppen, durfte auch noch ein Knäuel in Rot mit in den

Einkaufskorb.

Die Bindung

Ich wollte zwar leichte

Decken, aber sie sollten

füllig und warm sein. Ich

entschied mich deshalb

für eine Waffelbindung.

Diese Bindung ist sehr

dreidimensional, schließt

deshalb viel Luft ein und

ist damit auch schön

warm und weich.

Meine Waffel geht über 7

Schäfte, auf zwei

zusätzlichen Schäften

habe ich ein paar Fäden in

Leinwandbindung

eingezogen, für einen schönen Rand. Selbstverständlich kann auch eine kleinere Waffel gewählt

werden, über 4 oder 5 Schäfte. Die Waffeln sind dann etwas weniger tief. Das Randproblem kann mit

einem Fangfaden gelöst werden, das braucht dann keine zusätzlichen Schäfte.

Die Kette

Die Versuche meiner Freundin hatten gezeigt, dass eine Kettfadendichte von 6 Fäden/cm eine gute

Qualität ergibt.

Die Farbverteilung sollte bei einer Waffelbindung gut geplant werden. Ihr seht, dass ich den roten

Faden immer auf Schaft 1 habe. Dieser Faden macht die längsten Flottierungen, hier kommt das Rot

also am besten zur Geltung.

Ich habe die Strumpfgarnknäuel nicht umgespult. Ich habe sie in kleinen Schachteln auf den Boden

gelegt und den Faden dann einmal um die Stange gewickelt, auf der normalerweise die Zettelspulen

stecken würden. So konnte ich das Fadenkreuz gut einlesen.

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Das Weben

Ich wollte unbedingt im Schuss

die gleiche Farbfolge wie in der

Kette haben. Das hatte

natürlich einen sehr häufigen

Wechsel der Schussspulen zur

Folge. Ich befürchtete, dass

mich das vielleicht ziemlich

nerven würde. Aber es hat sich

dann herausgestellt, dass das

Weben richtig Spaß machte. Es

war so toll zuzusehen, wie die

Waffeln auf meinem Webstuhl

wuchsen!

Die Fertigstellung

Nach der Abnahme vom

Webstuhl habe ich die Fransen gedreht und dann ging‘s ab in die Waschmaschine. Da es sich ja um

Sockenwolle handelt (also mit Superwash-Ausrüstung), hatte ich da gar keine Bedenken. Und ich war

auch mutig genug, die Decken anschließend noch für 10 Minuten in den Wäschetrockner zu geben.

Waren die Waffeln am Webstuhl noch recht flach, so sind sie nach der Wäsche und dem Trocknen

richtig toll dreidimensional geworden. Das Gewebe ist um ca. 20% geschrumpft. Das liegt aber in

diesem Fall mehr an der Bindung als am Garn.

Die Decken fühlen sich leicht, warm und flauschig an, so wie ich mir das gewünscht hatte!

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Text und Textilien

Naomi McEneely:

Compendium of Finishing Techniques

Produktinformation

• Spiralbindung: 176 Seiten

• Verlag: Search Press; Auflage: Spi (1. September 2003)

• Sprache: Englisch

• ISBN-10: 1931499195

• ISBN-13: 978-1931499194

Auch als E-Book erhältlich:

http://www.interweavestore.com/Knitting/Books/Interweaves-

Compendium-of-Finishing-Techniques-eBook.html

Dieses Buch ist für uns Weberinnen und Weber genauso interessant wie auch für Leute die stricken,

nähen, häkeln, sticken oder quilten. Es bietet eine Fülle von verschiedenen Techniken zur

Fertigstellung unserer Projekte. Manche dieser Techniken sind ganz grundlegend (wie z.B. ein

unsichtbarer Saumstich), andere sind speziell oder sehr dekorativ (wie z.B. gehäkelte Verschlüsse).

Es werden Kanten, Säume, Nähte und Zusammensätze behandelt, aber auch diverse dekorative

Techniken, wie Zöpfe, Kordeln und Stickereien. Jede dieser Techniken wird sowohl mit einem kurzen

Text beschrieben, als auch mit Bildern und klaren Illustrationen verdeutlicht.

18

In der Abbildung links seht ihr, wie eine

typische Seite aus diesem Buch aussieht.

Die Bilder und Illustrationen sind so

eindeutig, dass dieses Buch auch dann sehr

nützlich ist, wenn die englische Sprache

nicht gerade perfekt beherrscht wird.


Waltraud Winkler schreibt:

Fragen und Antworten

Ich habe das Buch „Color and Texture“ vor ein paar Tagen geschenkt bekommen es ist ganz

interessant, aber wie lese ich eine Schlagpatrone oder setze sie auf einen Kontermarsch um?

Schlagpatronen lesen

Helga Jossen schreibt:

Eine Schlagpatrone sagt das Gleiche aus wie Verschnürung und Tretweise zusammen.

In der Handweberei sind Schlagpatronen praktisch für kleine Webstühle, bei denen die Schäfte

einzeln von Hand betätigt werden, oder auch für sogenannte Schaftmaschinen oder Dobby-

Webstühle.

Ich will versuchen, euch an Hand eines Beispiels zu erklären, wie man eine Schlagpatrone in eine

„gewöhnliche“ Verschnürung für einen Kontermarsch-Webstuhl oder einen Webstuhl mit Rollenzug

umwandelt.

Unser Beispiel stammt aus dem Buch „Color and Texture“ (siehe Buchvorstellung im Rundbrief

Nr.22), Seite 91

Sehen wir uns die Schlagpatrone etwas näher an:

19


Schuss 1

Schuss 2

Schuss

Schuss

3

4

1

Schuss 5

Schuss 6

Schuss 7

Schuss 8

Schuss 9

Schuss 10

Schuss 11

Schuss 12

R

a

p

p

o

r

t

ist gleich wie Schuss 7

ist gleich wie Schuss 6

ist gleich wie Schuss 5

ist gleich wie Schuss 4

Schuss 13 ist gleich wie Schuss 3

Schuss 14 ist gleich wie Schuss 2

1 2 3 4 5 6 7 8

Schäfte

Jede Linie entspricht einem Schuss. Dargestellt ist 1 Rapport, also nach dem Schuss 14 beginnen wir

wieder mit Schuss eins.

Beim Schuss 1 ist das Kästchen für Schaft 8 schwarz ausgefüllt. Das bedeutet, dass beim ersten

Schuss der Schaft 8 gehoben werden soll. Beim Schuss 2 soll der Schaft 7 gehoben werden, beim

Schuss 3 die Schäfte 8 und 6, beim Schuss 4 die Schäfte 5, 7 und 8, usw.

Wir nehmen also für den Schuss 1 einen Tritt und verschnüren ihn so, dass der 8. Schaft gehoben

wird und alle anderen Schäfte gesenkt. Bis hin zu Schuss 8 verschnüren wir jeweils einen Tritt

entsprechend der ausgefüllten Kästchen in der Schlagpatrone.

Wenn wir uns nun den neunten Schuss genauer anschauen, dann sehen wir, dass der ganz gleich ist,

wie der siebte Schuss. Wir brauchen dafür also keinen neuen Tritt, sondern verwenden den gleichen

Tritt wie für Schuss 7. Das gilt auch für die Schüsse 10 bis 14: auch hierfür haben wir bereits Tritte

verschnürt.

Und so sähe das dann in der für uns gewohnten „Schreibweise“ aus:

X

X

X X

X X X

X X X X

X X X X X

X X X X X X

X X X X X X X

I Schuss 1

I Schuss 2

I Schuss 3

I Schuss 4

I Schuss 5

I Schuss 6

I Schuss 7

I Schuss 8

I Schuss 9

I Schuss 10

I Schuss 11

I Schuss 12

I Schuss 13

I Schuss 14

Verschnürung

T

r

e

t

w

e

i

s

e

20

Wichtig ist, dass für gleiche

Schusslinien in der Schlagpatrone

nicht jedes Mal ein eigener Tritt

verschnürt werden muss.


Bei einem anderen Beispiel sehen wir das deutlich. So sieht die Schlagpatrone des Musters „Mosaic“

auf Seite 117 des oben erwähnten Buches aus:

Schuss 1

Schuss 2

Schuss 3

Schuss 4

Schuss 5

Schuss 6 ist gleich wie Schuss 2

Schuss 7

Schuss 8 ist gleich wie Schuss 4

Schuss 9 ist gleich wie Schuss 1

Schuss 10 ist gleich wie Schuss 2

Schuss 11 ist gleich wie Schuss 3

Schuss 12 ist gleich wie Schuss 4

Schuss 13 ist gleich wie Schuss 5

Seht ihr, dass jeder zweite Schuss ein leinwandbindiger Zwischenschuss ist? Die zwei Tritte, die dafür

nötig sind, habe ich zusammen auf die rechte Seite genommen. Zusätzlich zu den zwei

Leinenbindungs-Tritten braucht es noch 6 Mustertritte.

So sieht die „normale“ Verschnürung und Tretweise aus:

X X X X X

X X X X X

X X X X X

X X X X X

X X

X X

X X

X X

I Schuss 1

I Schuss 2

I Schuss 3

I Schuss 4

I Schuss 5

I Schuss 6

I Schuss 7

I Schuss 8

I Schuss 9

I Schuss 10

I Schuss 11

I Schuss 12

I Schuss 13

Muster LB

Fein raus sind alle diejenigen unter euch, die eine Software fürs Zeichnen von Patronen haben. Da

gibt es eine Funktion, die per Mausklick eine Schlagpatrone in Verschnürung + Tretweise umwandelt.

Und da ich so eine Software habe, könnt ihr mir auch gern eine komplizierte Schlagpatrone schicken

und von mir umzeichnen lassen!

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Aktuelles

Aktuelle Bezugsquellen von Garnen

Helga Jossen schreibt:

Immer wieder suchen wir nach bestimmten Garnen, in einer speziellen Qualität, in einer besonderen

Farbe,… Im Rundbrief Nr.3 war eine Liste von Garnlieferanten, aber die ist inzwischen wohl schon

nicht mehr ganz aktuell. Ich versuche hier mal eine aktuelle Liste von Garnlieferanten

zusammenzustellen.

Gerne nehme ich in diese Liste auch Hinweise und Ergänzungen von eurer

Seite auf!

Name der Firma Ort Staat Website

Alysse Créations 55270 Varennes Frankreich http://alysse-creations.info/

Anna Warsow 37520 Osterode Deutschland http://www.webgarne.de/

Attex 2721 Bad Fischau-Brunn Österreich http://www.attex.at/

Aufburg 39100 Bozen Italien http://www.aufburg.it

Blomquist 512 84 Överlida Schweden http://www.clb.se/

Borgs Vävgarner 280 22 VITTSJÖ Schweden http://www.borgsvavgarner.se/

Burkhard&Dreier

Hat aufgehört, das Material gibt es bei Minnotex!

Camenzind 6442 Gersau Schweiz http://www.natural-yarns.com/

Eberl Teppiche 1010 Wien Österreich http://www.eberl-teppiche.com/

Garnhuset 511 92 Örby Schweden http://www.garnhusetkinna.se/

George Weil Guildford, GU3 1LZ Grossbritannien http://www.georgeweil.com/fibrecrafts.aspx

Jordan Teppiche 6252 Breitenbach Österreich http://www.jordan-teppiche.at/

Karen Noe 7171 Uldum Dänemark http://karen-noe.dk/

Lotteraner 1020 Wien Österreich http://www.lotteraner.at/

Minnotex 3360 Herzogenbuchsee Schweiz http://www.weberei-moser.ch/home.html

Seehawer&Siebert 72108 Rottenburg Deutschland http://www.naturfasern.com/

Traub 73650 Winterbach Deutschland http://www.traub-wolle.de/

Venne Maastricht 14 62 20 28 Niederlande http://www.vennecolcoton.com/

Webkante 8708 Männedorf Schweiz http://www.webkante.ch/

Wizard Wool 6890 Lustenau Österreich http://www.wizardwool.at

Zürcher Stalder AG 3421 Lyssach Schweiz http://www.zsag.ch/

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Maria Lierzer http://www.lierzer.info

Filzkurse nach Vereinbarung

Kursangebote

Shuttle www.ufg.ac.at/shuttle

Grundlagen der Gestaltungslehre 17. bis 18. Mai 2013

Grundlagen für Maschinenkunde u. Steuerungstechnik 31. Mai bis 01. Juni 2013

Grundlagen der Bindungslehre 07. bis 08. Juni 2013

Grundlagen Textile Materialkunde 21. bis 22. Juni 2103

Kurszeiten: Fr 15:00 – 18:00 und 19:30 – 21:00, Sa 08:30 – 12:15 und 14:00 – 17:45 (16 Einheiten)

Veranstaltungsort: Haslach

Telefonische Auskünfte zu den Vorkursen: Frau Martina Lehner, 0043(0)676847898383

Textile Kultur Haslach http://www.textile-kultur-haslach.at

Kragen mit Struktur aus Filz 05. – 07. Oktober 2012

Mein Handtuch 16. - 18. November

Streifen und Karo im Gewebe 07. - 09. Dezember 2012

Umgang mit der Strickmaschine 15. – 17. Februar 2013

Schattenstricken 15. - 17. März 2013

Schmückendes aus Papiergarn 19. - 21. April 2013

Färben mit Pflanzenfarben 24. – 26. Mai 2013

Spinnkurs 14. – 16. Juni 2013

Webschule Imst, Annegret Schwegler 05412 66346-29

http://lla.ihc.at/de/einrichtungen/betriebe/webschule.html

Grundausbildung Handweben: Handwerk, Gewebekonzeption, Textilgestaltung

6 Theoriewochenenden und 3 Praxiswochen im Zeitraum von 1 ½ Jahren.

Öffentliche Werkstatt

Die Webwerkstatt steht allen Interessenten außerhalb des Unterrichtes zur Nutzung für den

Eigenbedarf offen. Webkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Für Anfänger ist der Besuch eines

Einführungskurses erwünscht.

Weiberhof www.weiberhof.at

Wollwoche 19.Jänner - 26. Jänner 2013

Die Wollwoche ist eine Woche für alle Frauen, die gerne mit Wolle arbeiten oder sich auf die alten

Kunsthandwerke neu einlassen wollen

Wiener Webwaren: Christine Schimerl hat ihr Geschäft leider aufgegeben. Es finden deshalb auch

keine Kurse mehr statt.

Zürcher-Stalder www.zsag.ch

Das ausführliche Kursproramm findet ihr auf deren Homepage.

23


Treffen in Graz

verwoben – intern

Wie ihr wisst, findet am

Samstag, den 29. September 2012

unser jährliches Treffen in Graz statt.

Wer sich noch kurzfristig für eine Teilnahme entschließt, wendet sich für die Anmeldung und die

Auskunft ob es noch freie Plätze gibt an

Frau Klara Karin Schöttel

[Kursorganisation, Veranstaltungsmanagement, Fakturierung]

Bildungszentrum Raiffeisenhof

Krottendorferstrasse 81, 8052 Graz

Tel. 0316/8050-7123 Fax. DW 7151

Mail: klara.schoettel@lk-stmk.at

Ich freu mich jedenfalls schon auf ein Wiedersehen mit vielen von Euch!

Vorschau

Erscheinungsdatum Redaktionsschluss Schwerpunktthema

Frühling Ende März 20. März

Sommer Ende Juni 20. Juni

Herbst Ende September 20. September Kuschelige Decken

Winter Ende Dezember 20. Dezember Im Farbrausch

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Bericht über meinen Aufenthalt im

Frauenprojekt Lady Lomin

Südsudan

10. März bis 20. Mai 2012

Angekommen in Kampala am 11.3.2012 hat es gleich einige Aufträge für die Werkstatt zu erledigen gegeben:

Baumwollstoff einkaufen, Wolle für die Pullis der Schuluniformen bestellen, einen Standplatz für die Messe im

Oktober fixieren, Zipps und diverses anderes Kleinzeugs für das Nähen und die anderen Werkstätten besorgen, die

Shops besuchen, Ware ausliefern und Geld abholen, Freunde treffen, Papiertragtaschen für die Werkstatt mit dem

Lady Lomin Logo bedrucken lassen.....

Eine ganz wichtige Aufgabe war unser erstes biologisches Baumwollgarn aus Uganda in der

Firma Phenix einzukaufen, da die Zwirnmaschine mittlerweile in Lomin angekommen war.

Sie ist die Voraussetzung, dass wir Bio-Baumwolle aus dem Nachbarland Uganda von jetzt

ab verarbeiten können!

Am 19.3. hab ich unsere neue Errungenschaft dann persönlich gesehen, in der Werkstatt

stehend, noch nicht ganz ausgepackt, unsere Zwirnmaschine!

Nach anfänglichen einseitigen Schwierigkeiten, arbeitet sie mittlerweile unermüdlich. Sie

leistet einen unersetzlichen Dienst, da wir ohne sie kein Garn hätten, das wir färben und zu

Stoffen verweben könnten und schon gar nicht Bio-Baumwolle.

Ich fand große Berge von Holzteilen überall in der Werkstatt verteilt. All

die Webstühle, die ich geschenkt bekommen habe, waren auch im

Container und nun überall in Raum verstreut.

Viele Stunden haben wir sortiert, die Werkstatt aus- und umgeräumt und

die meisten Webstühle auch aufgestellt. Wir arbeiten noch nicht an allen,

da letztendlich meine Zeit nicht ausreichte neue Frauen für die neuen,

ein bisschen anders zu handhabenden Webstühle einzuarbeiten.

Für 5 Monate hatten wir für alle Werkstätten einen Administrator, Paolo, aus Italien. Er brachte Licht und Ordnung in

so manchen Bereich. Ich bin ihm sehr dankbar für seine Unterstützung, für seine Listen und Tabellen, für seine Zeit

und Erfahrung, die er uns zur Verfügung hat. Er war mir eine große Hilfe!

Anfang April war ich eine Woche in Juba, um Besuch aus Österreich zu treffen und mit ihnen verschiedene Projekte

zu besuchen, die ich noch nicht kannte: in Lologo ein Ausbildungszentrum mit Kinderausspeisung und eine Farm für

natürliche Medizin, die im Entstehen ist. Dadurch habe ich einige neue Menschen kennengelernt und wertvolle

Kontakte geknüpft. Danke!

Das neue Färbehaus ist ja noch letztes Jahr fertig

geworden, ich habe es aber nicht mehr gesehen. Es ist

wunderbar geworden! Shandia hat es nun viel

einfacher, noch dazu wo sie im Mai noch hoch

schwanger war. Es wurde eine Wasserleitung

hingelegt und eine Badewanne dient uns als

Waschbecken - einmalig gut.

Sie kann die Feuerstellen von außen und innen heizen

und ist geschützt vor Sonne und Regen.

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