WALLIS Magazine- Sommer2017

valais

AUSGABE 5 12. MAI 2017

WALLIS

INS HERZ GEMEISSELT

Schwarznasenschaf Berta und seine

tierischen Freunde Die Lonza Im Velo- und

Bikeparadies Amigne, der exklusive Weisse

Üben fürs Jodlerfest Sommer-Specials


Schneller ins

Wallis

Tickets online günstiger kaufen

unter bls.ch/autoverlad


Hier lebt die Tradition

Die Walliserinnen und Walliser verstehen es, ihre Traditionen

am Leben zu erhalten. Das Halten von typischen Walliser Tieren

wie dem Schwarznasenschaf, der Schwarzhalsziege oder

den Eringerkühen gehört dazu. Nicht primär der Milch oder

des Fleisches wegen, sondern aus purer Leidenschaft. Unser

Portfolio-Fotograf ist mit Berta, dem Schwarznasenschaf

auf dem Titelbild, und mit Schwarzhalsziegen aufgewachsen.

Nahe an der Natur und der Alptradition sind auch Prisca und

Peter Tscherrig. Ihre Anenhütte auf 2358 Metern ist sowohl

Rast- und Schlafplatz zuhinterst im Lötschental als auch Ausgangspunkt

für einzigartige Wanderungen. Vielleicht erhellt

ein Jodelgesang die Bergstille? Sicher wird das vom 22. bis

25. Juni der Fall sein, dann sind Tausende Jodlerinnen und

Jodler aus der ganzen Schweiz am 30. Eidgenössischen Jodlerfest

in Brig-Glis zu Gast. Mit über 50 Rebsorten und als

grösstes Weinanbaugebiet der Schweiz blickt das Wallis auch

auf eine jahrhundertealte Weintradition zurück. Wir stellen

Romain Papilloud vor, der sich der seltenen Amigne verschrieben

hat. Obschon viele Traditionen im Alltag gelebt werden,

hat sich das Wallis zum bedeutenden Industrie- und Innovationsstandort

entwickelt. Hier wurde vor über 100 Jahren die

weltweit tätige Lonza gegründet. Und hier wird mit dem Elektroflugzeug

Hamilton Aero Zukunft geschrieben! Tauchen Sie

ein in diesen einzigartigen Mix aus Tradition und Moderne!

EDITO

Damian Constantin,

Direktor Valais/Wallis Promotion

impressum

Titelbild Marco Schnyder

«Wallis» erscheint als Beilage der Schweizer

Illustrierten am 12. Mai 2017 Redaktion |

Valais / Wallis Promotion, Schweizer Illustrierte,

Flurstrasse 55, 8048 Zürich, Tel. 058 269 26 26,

info@schweizer-illustrierte.ch

Leiter Zeitschriften | Urs Heller Chefredaktion |

Stefan Regez, Werner De Schepper Redaktionsleitung

| Monique Ryser Bildchefin | Nicole Spiess

Bildredaktion | Regula Revellado Fotografen |

Olivier Maire, Sedrik Nemeth, Marco Schnyder

Layout / Produktion | Simona Guarino

Satztechnik | Dominic Koch Mitarbeiter und

Mitarbei terinnen dieser Ausgabe | Thomas

Kutschera, Anita Lehmeier, Christine Nydegger

Korrektorat | Barbara Siegrist Bildbearbeitung |

Ringier Redaktions-Services Designkonzept |

Beling Thoenen Design Leiter Content- &

Marketing-Partnerschaften | Thomas Passen

Marketing | Verena Baumann, Patricia Heller

Vermarktung | Admeira AG Chief Sales Officer |

Arne Bergmann Managing Director Publishing |

Beniamino Esposito Head of Marketing

Publishing | Thomas Kords Head of Sales

Publikums- und Programmpresse | Claudia Dippel

Sales Service Anzeigen | Tel. 058 909 99 62,

salesservices@admeira.ch Anzeigen preise und

AGB | www.admeira.ch Verlag | Flurstrasse 55,

8048 Zürich, Tel. 058 269 20 00

Produktionsleiter | Michael Passen Druck |

Swissprinters AG, 4800 Zofingen

3


68 40

Cédric Agnellet,

Gewinner

des Grand Prix

Joseph Favre, auf

kulinarischer Tour.

Die Lonza:

in 120 Jahren vom

Energie- zum

globalen Chemie-,

Pharma- und

Biotechkonzern.

INHALT

16

74

Ob Tour-de-France-

Etappe oder

Weinweg: Das Wallis

ist ein Velo- und

Bikeparadies.

Die besten

Angebote für einen

erholsamen,

spannenden und

einmaligen Sommer.

Fotos Sedrik Nemeth (5), Pascal Gertschen

6

STARTER

So vielfältig

Ob Wallis Prime Food mit Fleisch vom

Bergbauern oder ein Velo, dass mit

Joystick gesteuert wird: Das Wallis ist

ein fruchtbarer Boden für Innovation

in allen Bereichen. Eine Auswahl

an Ideen und Produkten.

12

HÜTTENLEBEN

Die Anenhütte

Zuhinterst im Lötschental steigt

der Weg rauf zur Anenhütte –

eine der spektakulärsten Bauten in

den Bergen. Und nicht nur das:

Hier wird Hotelservice geboten!

16

VELOTOUREN

Über Berg und Tal

Velofahrer und Biker finden im

Wallis alle ihre Traumroute:

auf der Wallis Velo Tour den Kanton

entdecken, mythische Alpenpässe

erklimmen oder gemütlich entlang

der Rhone radeln.

24

MIKROBRAUEREIEN

Hopfen und Malz

Bier-Sommelier Fabian Albrecht testet

vier Biere aus Kleinstbrauereien.

Und erklärt, warum unterschiedlichste

Biersorten auch das Wallis

erobern.

28

PORTFOLIO

Der Tierfreund

Marco Schnyder hat einen Draht

zu Tieren, sie scheinen für ihn

zu posieren.

40

LONZA

Chemie und Biotech

Der globale Konzern hat

seine Wurzeln in Visp.

47

SONAH

Per Zug und Auto

Schneller als man denkt – so kurz

ist die Reise ins Wallis.

4


05

Inhalt

28 62

Der 20-jährige

Marco Schnyder

liebt Tiere – und

die Fotografie.

Das Portfolio.

Regula Ritler

ist Jodlerin mit

Leib und Seele. Und

bereitet sich aufs

Jodlerfest vor.

48

WEIN

Amigne

Die Amigne ist eine alte Sorte

und wird immer beliebter. Besuch

bei Winzer Romain Papilloud.

52

WASSER

Pause am See

Ob Genfer-, Berg- oder Gletschersee:

Abkühlung für heisse Tage.

58

START-UP

Akrobatik mit Strom

Ein Spin-off von Solar Impulse will

die Luftfahrt revolutionieren.

61

STANDORTWALLIS

Klub der Unternehmen

Diese Firmen unterstützen den Kanton

mit Taten und neuen Ideen.

62

REGULARITLER

Jodlerin mit Leib und Seele

Regula Ritler freut sich auf das

Eidgenössische Jodlerfest in Brig-Glis

und übt mit dem Nachwuchsjodelchor.

66

NATUR

Bäumige Zeitzeugen

Die Lärchen von Balavaux sind

bis zu 800 Jahre alt.

5

68

SPEZIALITÄTEN

Gourmetkanton

Koch Cédric Agnellet gewann den

Grand Prix Joseph Favre mit einem

Menü aus Walliser Spezialitäten.

Nun ging er auf Spurensuche.

74

SOMMER-SPECIALS

Tolle Angebote

Spezialangebote für

unvergessliche Sommerferien.

82

AGENDA

Immer etwas los

Die wichtigsten Veranstaltungen.


STERNE

Beten für den Liebsten

«Der letzte Sander von Oberried» heisst das Stück,

das diesen Sommer in der Aletsch Arena aufgeführt wird.

Freilichttheater | Der mutige Jenno und

die schöne Anna sind die Hauptpersonen.

In der Aletsch Arena wird das Stück

«Der letzte Sander von Oberried» aufgeführt.

Vorlage ist der gleichnamige Roman

von Catherine Bürcher-Cathrein. Darin

ist die ständige Sorge ums Wasser packend

beschrieben. Diese Geschichte

wurde von Arnold Steiner in ein Theaterstück

umgewandelt, inszeniert wird das

Stück von Willy-Franz Kurth. Die Suonen,

alte, von Menschenhand gebaute Wasserläufe,

sind im Wallis Kulturgut. Das

Stück handelt von der «Oberriedi», einer

Suone, teils aus Holz konstruiert und mal

in Stein gehauen. Schlug der Hammer,

floss das Wasser, und alles war in Ordnung.

Verstummte er, stellte sich die Frage:

Wer steigt hoch, um die Suone zu reparieren?

Ein gefährliches Unterfangen.

Jenno war geschickt und mutig. Er hat das

Wasser schon oft zurückgeholt, und er

wird dafür geliebt, auch von Anna. Doch

diese Liebe wird auf die Probe gestellt.

Hat sie Bestand? Uraufführung am 11. Juli,

danach folgen 20 Aufführungen.

www.aletscharena.ch

Fotos Chantal Stucky, HO (2)

6


Ein Turm,

höher als die

Bäume,

mit Aussicht

bis ins Tal

Gute Aussicht

von der Mitte

St-Luc | Wo genau ist die Mitte des Wallis?

Das haben sich die Geometer lange

gefragt. 2009 und nach langen Messungen

war es dann klar. Zwischen dem

Dorf St-Luc und dem Hotel Weisshorn,

bei den Maiensässen von Gillou, liegt sie,

die Mitte des Kantons. Dort wurde vor

fast sieben Jahren ein Holzpfahl gesetzt,

eingeritzt sind die Koordinaten, am

Pfahl befestigt eine Walliser Fahne. Das

soll nun alles neu werden. Patrick Salamin

vom Hotel Le Beausite in St-Luc

und zwei seiner Kollegen haben ein

Projekt: Am Wanderweg von St-Luc zum

Hotel Weisshorn, eben genau in der

Mitte des Kantons, soll ein Aussichtsturm

entstehen. «Er muss höher sein als

die Bäume, damit die Sicht ins Tal frei

ist», erklärt Salamin. Auf dem Boden

wird auf einem Holzrelief der Grenzverlauf

des Kantons dargestellt. «So jedenfalls

stellen wir uns das vor.» Laut Salamin

wird das Projekt im Juni vorliegen.

Wann die schöne Aussicht aus der Mitte

des Kantons Realität wird, kann er

noch nicht sagen. Denn der Turm müsse

erst noch finanziert werden.

www.valdanniviers.ch

Wohnen im Zelt

auf dem Biohof

Lötschental | 18 Gäste, 150 Schafe und

60 Hühner. Sie werden den Sommer auf

dem Biohof von Daniel und Karin Ritler

im Lötschental verbringen. Die Tiere und

die Familie Ritler leben immer dort, im

Juni kommen aber noch Gäste dazu. Bis

dann werden auf dem Hof drei Luxuszelte

aufgebaut sein. Sie werden durch

Holzwände unterteilt, so dass ein Schlafzimmer

mit Doppelbett entsteht, für Kinder

ein Doppelstockbett und ein Schrankbett.

Dusche und Kochgelegenheit fehlen

ebenfalls nicht. Aus Ritlers Hofladen

kommen die Zutaten fürs Essen.

www.wiesenbett.de

Karin und Dani Ritler bauen Zelte

fürs «Glamping» im Lötschental.

Bei Ritlers darf

man Tiere

streicheln und

Hühner füttern

7

Freeride mit dem Bike von

hoch oben in den Bergen bis in

die Fachhochschule in Sion.

Über Stock und

Stein zur Schule

Fachhochschule | Zuerst hoch in den

Bergen über weissen Schnee, weiter unten

rasant abwärts über Stock und Stein,

entlang der Reben und zuletzt durch die

schmalen Gassen der Stadt Sion der

Schule entgegen. Der Freeride-Mountainbiker

Ramon Hunziker ist der Darsteller

des neuen Werbevideos der

Fachhochschule Westschweiz-Wallis

(Hes-so). Der erste Clip, in dem Freerider

Laurent De Martin den Schulweg auf

Ski zurücklegt, war ein Riesenerfolg.

Über eine Million Mal wurde er im Inund

Ausland angesehen oder geteilt. Mit

dem Mountainbike-Clip will nun die

Fachhochschule an diesen Erfolg anknüpfen.

Wer hoch hinauswill, sollte eine

Ausbildung an dieser Schule wählen,

heisst die Botschaft. Der Clip weist auch

auf die einmalige Umgebung hin, in der

die Studierenden der Hes-so lernen: das

Wallis mit seinen hohen Bergen und der

Stadt Sion. Kommt hinzu, dass an der

Fachhochschule die Auswahl der Studiengänge

vielfältig ist. Der Clip ist ein innovativer

und moderner Weg, um für die

Schule Werbung zu machen.

www. hevs.ch, www.hes-so.ch


Nichts für

Arbeitsscheue

STERNE

Champéry/Trient | Keine Ferien für

Langschläfer: Wer seine Freitage für das

Bergwaldprojekt einsetzt, hat Ende der

Woche zwar Schwielen an den Händen,

damit aber mitgeholfen, Wald und Landschaft

zu erhalten. Insgesamt vier Wochen

werden die freiwilligen Helfer in

diesem Sommer im Wallis am Werk sein:

im Juli zwei Wochen in Champéry und

im September in Trient. Pro Woche werden

15 Freiwillige am Morgen früh aufstehen,

Wege unterhalten oder auch

neue bauen. Sie werden Freiflächen

pflegen und wo nötig Bäume pflanzen.

Das Bergwaldprojekt ist eine Stiftung. Ihr

Zweck ist die Pflege des Waldes und der

Kulturlandschaft in Berggebieten. Finanziert

werden die Einsätze durch Mitgliederbeiträge,

Spenden und durch Beiträge

der Waldbesitzer. Seit der Gründung

1987 haben 49 000 Personen in

der Schweiz und in Nachbarländern ihre

Einsätze geleistet. «Die vier Wochen

Arbeitseinsatz im Wallis werden, wie

fast alle anderen auch, sicher ausgebucht

sein», sagt Aron Candrian von der

Stiftung.

www.bergwaldprojekt.ch

Per Post direkt aus

dem Wallis

«Kompromisslos Wallis» lautet der Leitgedanke

des jungen Betriebs Valais Prime Food.

In Champéry

und Trient

mithelfen,

den Wald

zu pflegen

Niedergesteln | Das Wallis auf dem Teller:

Valais Prime Food liefert frisches

Fleisch aus der Region frei Haus. Im

Onlineshop bestellt, wird das Styroporpaket

innerhalb 24 Stunden per Post geliefert.

Neben frischer Ware sind auch

getrocknete und geräucherte Fleischwaren

und Würste im Angebot. Wer regelmässig

bedient werden will, kann der

«Family» beitreten. Die junge Firma hat

bereits verschiedene Restaurants im

Wallis und auch in der übrigen Schweiz

als Kunden gewinnen können. Die Produkte

sind alle in Bioqualität. Das Team

um Martin Seematter will die Berglandwirtschaft

unterstützen, die Wertschöpfung

gegenüber den Bergbauern stärken

und die Wertschöpfung ins Wallis zurückbringen.

Damit werden nicht nur

neue Abnahmekanäle geschaffen, sondern

auch Arbeitsplätze. «Wir kennen

die Produzenten und das Leben der

Tiere. Wir beziehen unser erstklassiges

Fleisch von Päuli oder Toni und nicht von

Betrieb Nummer 234 576», so Seematter.

www.valaisprimefood.ch

Fotos Sedrik Nemeth, HO (3)

8


le goût de

l’authentique

www.iris.swiss

Das Treffen der

Oldtimer

Îris, marque déposée de «Les Fruits de Martigny SA groupe»

Reine Frucht in

der Flasche

Martigny | Früchte gepresst, Früchte getrocknet

und Früchte zu Nektar eingedickt.

Der Rohstoff kommt aus dem Wallis.

Die Firma heisst Fruits de Martigny,

und die Produkte «Iris». Die kleinen und

grossen Flaschen mit Apfel- oder Birnensaft,

Traubensaft und gemischtem

Fruchtsaft können online bestellt werden.

Zu diesen Fruchtsaft-Produkten

kommen Nektare: Speziell ist der süsse

Nektar aus Walliser Aprikosen. Und

wenn schon all die guten Walliser Früchte

verarbeiten, dann richtig. Dörrfrüchte

sind die logische Folge dieser Überlegung.

Zwetschgen, Birnen, Äpfel, verpackt

in verschieden grosse Säcklein,

sind ebenfalls im Online-Shop erhältlich.

Spezialität ist der Brotaufstrich aus Äpfeln,

der mit Butter verfeinert wurde. All

diese Produkte tragen das Label «Marke

Wallis». Die Firma ist auch im sozialen

Bereich erfolgreich. In der Produktion

sind Menschen mit Lernschwierigkeiten

beschäftigt. Ein Projekt, das zusammen

mit der Stiftung Fovahm realisiert wird.

Dafür gabs letzes Jahr den Preis «Valais

excellence Award».

www.iris.swiss

Sion | Seit er drei Jahre alt war, kennt er

dieses Auto, den Porsche 356. Sein Vater

hatte ihn gekauft, jetzt ist er im Besitz

von Bernard Moix, dem Sohn. Und

der fährt ihn heute noch. Am liebsten

auf kurviger Strecke. «Porsches sind gemacht

dafür», erklärt Moix begeistert.

Dieses Jahr ist er der Organisator eines

Porschetreffens im Wallis. «Nur 25 bis

30 Autos und nur auf Einladung», wie er

sagt. Es sind Freunde aus ganz Europa

mit Passion für Porsches der Jahre 1948

bis 1955, die sich jährlich treffen. Kultur,

Gastronomie und natürlich spektakuläre

Strassenstücke stehen auf dem Programm.

Mit Kurven, natürlich. So werden

unter anderem die Staumauern Grande

Dixence und Tseuzier angefahren.

Bernard Moix organisiert

das Porschetreffen.

Das «Bella Lui» steht unter

Denkmalschutz und bekommt mit

der Jugi ein zweites Leben.

Aus alt mach

eine neue Jugi

Crans-Montana | Das Haus steht unter

Denkmalschutz. Ab Juni dieses Jahres

werden dort junge Leute ein und aus

gehen. Aus dem ehemaligen Kur- und

Ferienhotel Bella Lui wird eine Jugendherberge.

Die Zimmer werden sehr komfortabel

mit Dusche und WC ausgerüstet

sein. Dazu kommt ein wunderbarer

Ausblick auf die Bergketten auf der Südseite

des Rhonetals. Ein ganz besonderes

Zimmer befindet sich im Erdgeschoss

des Hauses. Es wurde seit 1930

nicht mehr verändert. So können die

Gäste den heutigen Komfort, den sie geniessen,

sehr gut mit dem vor 87 Jahren

vergleichen. Wird die Jugi eröffnet,

stehen 37 Doppel-, zwei Familien-, elf

Vierer- und drei Sechserzimmer zur Verfügung.

Das Frühstück ist für alle Gäste

inklusive, Abendessen gibt es auf Voranmeldung.

Im neuen «Bella Lui» lässt sich

schön Ferien machen. Denn es sind eine

Lounge-Terrasse und ein Sonnendeck

auf dem Dach vorhanden. Wer nicht den

ganzen Tag in der Sonne liegen mag,

kann sich zu einem Pétanque treffen.

Die Buchungsplattform ist eröffnet.

www.youthhostel.ch

9


Ein hippes

Sportzentrum

STERNE

Bergkristalle sind die meistgefundenen

Mineralien im Binntal.

Steinkunde am

Wegrand

Binntal | Das Binntal ist das Tal der Kristalle.

Den Besuchern werden nun auf

dem neu gestalteten Lehrpfad entlang

des Weges zwischen Imfeld und der

Grube Lengenbach die Gesteinsformationen

vorgestellt. Sie werden animiert,

aktiv zu werden. Zum Beispiel am «Lithophon»:

Auf verschiedenen Gesteinsarten

kann mit einem Hammer «Musik»

gemacht werden. Diese Installation wurde

auf die Sommersaison 2017 erneuert.

Wer nach dieser kleinen Wanderung so

richtig Lust hat, selber auf Kristallsuche

zu gehen, ist genau am richtigen Ort. Vor

der Grube wird immer wieder Material

abgelegt, in dem die Laienstrahler nach

Kristallen suchen dürfen. Gefunden wird

dort vor allem Dolomit oder Katzengold

(Pyrit). Und wer mit der Suche noch weitergehen

will, kann mit dem Profistrahler

Ewald Gorsatt auf Exkursion gehen.

Er führt seine Gäste in Gebiete, in denen

sich die Kristallsuche ganz sicher

lohnt. Einmal in der Woche bietet Gorsatt

auch Schleifkurse an. Dort lernen

die Besucher, aus den gefundenen Steinen

wahre Schmuckstücke zu machen.

www.landschaftspark-binntal.ch

Crans-Montana | Skateboard, Big Air

Indoor, Trampolinzone, BMX, Freeski –

wem das Herz bei diesen Begriffen höherschlägt,

der ist im Alaïa Chalet richtig.

«Wir wollen ein weltweit einmaliges

Sportzentrum entstehen lassen», sagt

Romain Magnin, einer der drei Co-Gründer.

Einmalig, weil das Projekt Aussenund

Innenanlagen vorsieht. Und weil es

aus Modellbauelementen erstellt wird,

die nicht für die Ewigkeit gemacht sind,

sondern je nach Nachfrage umgebaut

oder ausgewechselt werden können. Die

erste Projektstufe wurde per Crowdfunding

finanziert. «Das hat uns erlaubt, die

Arbeiten richtig in Angriff zu nehmen

und Investoren zu finden», so Magnin.

Die Burgergemeinde Lens gab die Zustimmung,

nun wird gebaut, und im November

soll die Einweihung steigen.

www.alaia.ch

Die Sportanlage Alaïa Chalet soll

neue, junge Gäste anziehen.

Velofahren mal anders: halb

liegend und mit einem Joystick.

«Purer Fun in

den Kurven»

Granges | Yvan Forclaz wollte eigentlich

nur ein Elektrovelo konstruieren, mit

dem er bequem zur Arbeit fahren kann.

Und er fragte sich, warum man eigentlich

einen Airbus mit einem Joystick lenken

kann, nicht aber ein Velo. Also erfand er

das Joystickbike. Es ähnelt einem Liegevelo

und hat statt eines Lenkers auf der

rechten Seite einen Steuerhebel. «Das

Fahren ist ganz anders als mit Lenker,

und man muss es erst richtig lernen», erklärt

er. Er hat ein Patent auf das Velo angemeldet,

nachdem er realisierte, dass

es ein solches Gefährt noch gar nicht

gab. In amerikanischen Medien ist das

Velo ein Erfolg, Investoren für die Serienproduktion

hat er aber noch nicht gefunden.

Deshalb werden die Velos nun

im Wallis auf Bestellung hergestellt.

5900 Franken muss aufwenden, wer das

neue Fahrgefühl erlernen und geniessen

will. «Hat man den Dreh erst mal raus, ist

es purer Fun», so Forclaz. Vor allem in die

Kurven liegen sei absolut einmalig, man

könne reinliegen und fühle sich besser

als auf einer Harley, meint der Sozialarbeiter

schwärmend.

www.joystickbike.ch

Fotos HO (5)

10


Zusammensitzen, Lösungen finden

Ein Tisch aus Zermatt als Botschafter in den USA:

Die Schweiz ist auch Hightech und nicht nur Heidi.

Swiss Touch Table | Präsenz Schweiz hatte

eine Idee, die sich mit der von Lukas

Julen aus Zermatt deckte. In seiner Firma

Abusizz produziert Julen einen Tisch,

über dem an der Decke ein Beamer

hängt. So ist es möglich, während eines

Gesprächs auf dem Tischblatt auch gleich

die Vorstellungen der Teilnehmer bildlich

darzustellen. Der Swiss Touch Table ist

oval, und der Beamer hängt frei an einer

Vorrichtung über dem Tisch. «Das kommt

daher, dass der Tisch mobil sein muss, er

wird in vielen Städten in den USA stehen»,

erklärt Lukas Julen. Aus Lärchenholz

gefertigt, wurden aber auch Stücke

der alten Hörnlihütte eingearbeitet. Gegenwärtig

steht er in der Botschaft in Washington.

Die Events, an welchen er in

11

den kommenden zwei Jahren eingesetzt

werden wird, sind in Planung. Die Schweiz

als Land, in dem man im Gespräch den

Konsens sucht, und die Schweiz als Hightechland:

Dieses Bild soll vermittelt werden.

Und die Gesprächsteilnehmer am

Tisch sollen so selber erfahren, wie man

hier Lösungen findet.

www.swisstouchusa.org


HOTELSERVICE

AUF 2358 METERN

In der Anenhütte von

Peter Tscherrig weit hinten

im Lötschental ist der Gast

exklusiv aufgehoben.

Text: Thomas Kutschera

ORTE

Foto David Bumann

12


Von der Terrasse der

privaten Berghütte

geht der Blick das

Lötschental hinunter.

Anenhütte

Blatten

Goppenstein

Gampel-Steg

Brig

Visp

13


Die Frischvermählten

begrüsste die Hüttenwartin

mit Rosen

Fotos David Bumann (3), HO

ORTE

Zuhinterst im Lötschental liegt das

Bijou, auf 2358 Metern über Meer.

Bis zur Fafleralp (1766 m) geht es

mit Auto oder Postauto, dann über gut

markierte Wanderwege (circa zwei Stunden)

oder für die Mutigeren über einen

gesicherten Felsaufstieg im letzten Abschnitt

des Wegs (3,5 Stunden) hinauf

zur Anenhütte. Schon der Anmarsch ist

ein Genuss: Die rauschende Lonza entlang

führt er durch die verschiedenen

Vegetationszonen der Auenlandschaft

im Unesco-Weltnaturerbe-Gebiet Swiss

Alps Jungfrau-Aletsch, an weidenden

Schafen und am Gletschertor des Langgletschers

vorbei.

Dann ist die Anhöhe erreicht, auf der die

private Anenhütte thront – sie hat den

Ruf der exklusivsten Berghütte der Alpen.

Besitzer und Gastgeber Peter

Tscherrig, 60, begrüsst die Ankommenden,

seine Frau Prisca, 56, verwöhnt die

Gäste auf der Terrasse mit einer hausgemachten

Heusuppe und einer Walliser

Hauswurst – aus Fleisch einheimischer

Gemsen und Eringerkühe. Zum

Dessert gibts Apfel-Tiramisu. Das Panorama

ist grandios! Der Blick wandert

hinab ins Lötschental, zum Bietschhorn

und entlang des Anen- und Langgletschers

hinauf Richtung Lötschenlücke.

Im März 2007 war die alte Hütte von

einer Staublawine weggefegt worden.

18 Monate später stand die neue, geplant

von Peter Tscherrig, Bauingenieur

und Bergführer von Beruf. Sein Konzept:

moderne, sinnliche Ästhetik, klare

Linien, edle Materialien. Zeitgemässe

Architektur und Infrastruktur waren ein

Muss für ihn. «Wir wollen denjenigen ein

Berg erlebnis bieten, welche die Schönheit

und wohltuende Wirkung der Natur

erleben möchten, ohne auf die Annehmlichkeiten

des heutigen Lebens zu

verzichten.»

Im Mai hat Tscherrig, wie jedes Jahr, seine

Hütte und die umliegende Infrastruktur

und Umgebung mit einem Dutzend

Freiwilligen für die Sommersaison parat

gemacht. «Unsere Hütte ist autark und

funktioniert so umweltschonend wie

möglich, um den hohen Ansprüchen der

Gäste auch hier oben gerecht zu werden.»

Ein hütteneigenes Wasserkraftwerk

produziert den nötigen Strom für

Warmwasser, Wasch- und Espressomaschine.

Das Wasser wird nicht, wie in

vielen anderen Berghütten, mit dem Heli

hinaufgeflogen. Das Trinkwasser wird in

einer Mineralquelle gefasst und mit Leitungen

ein paar Hundert Meter herangeführt,

das Nutzwasser stammt aus dem

nahen Gletscherbach. Die Kritik am Bau

war weitherum gross. «In der Planungsphase

wars der blanke Horror», erinnert

sich Tscherrig. «Auch ich glaubte manchmal

nicht mehr daran. Doch nun haben

wir eine der beliebtesten Hütten in den

Alpen, im Tal ist man stolz.»

Hunderte von Gästen kommen jährlich

in die Hütte, darunter viele Familien. Die

meisten sind Wanderer, ganz wenige

Bergsteiger. 50 Leuten bietet die Hütte

Platz. An Übernachtungs-Möglichkeiten

gibts unter anderem: Wellness-Suite,

Familien-Suite (auch mit Dusche/WC),

drei Schlafräume mit Hüttenbetten.

Jeden Tag gibts frische Bettwäsche. In

der exklusiven Suite hat sich schon ein

Hochzeitspaar das Jawort gegeben – die

Hüttenwartin begrüsste die Frischvermählten

tags darauf mit frischen Rosen.

Um das Wohl der Gäste kümmert sich

das siebenköpfige Team. Es macht täglich

die Betten, serviert an den langen

Tischen das abendliche Viergangmenü –

1

3

Berghütte mit Hotelservice! Vor dem

Dessert führt Tscherrig die Gäste immer

mal wieder rauf zur Steinbockmulde:

Dort gibts beim Eindunkeln eine Kolonie

dieser gehörnten Alpenbewohner

zu beobachten. Auch am Tag steht das

Erlebnis in der Natur im Vordergrund.

Ein Familienklettersteig und Klettergärten

verschiedener Schwierigkeitsgrade

bringen die Gäste in Bewegung. Das

nahe Anenseeli lockt zum Verweilen,

und am Donnerstag ist Strahlertag: Dann

gehen alle zusammen Kristalle suchen.

Die Sommersaison dauert von 15. Juni bis

15. Oktober. «An den Wochenenden sind

wir schon gut gebucht.» Ehrensache, dass

Tscherrig abends mit den Gästen anstösst.

Mit Génépi, dem selbstproduzierten

Branntwein, mit Edelrauten veredelt.

Die Pflänzli dazu pflückt er eigenhändig –

einen Steinwurf oberhalb der Hütte.

14


2

4

1 Znacht beim

Eindunkeln: Jeden

Abend gibts ein Viergangmenü.

2 Die Wellness-Suite:

Sauna und Whirlpool gehören dazu.

Preis/Nacht samt Zmorgenbuffet:

ab 275 CHF. 3 Gastgeber Peter

Tscherrig und seine Frau Prisca.

4 Neu hat die Hütte eine

Aluminiumfassade.

www.anenhuette.ch

15


AUF ZWEI

RÄDERN

Mit Velo oder Bike das Wallis

erkunden: Weinberge, Täler, Pässe –

für alle ist etwas dabei.

VELOTOUR

16


17

Illustration: Anna Haas


Volle Pulle oder leicht und locker

DIE TOUR

BERG UND TAL

VELOTOUR

Fotos Interfoto, Sedrik Nemeth, Leukerbad Tourismus, swiss-image, HO, Laif

Die Wallis Velo Tour besteht aus 740 Kilometern,

die durch den ganzen Kanton

führen, unterteilt in zehn Etappen. Sie

wurde zusammen mit dem Walliser Radprofi

Steve Morabito entwickelt. Man

kann sie als Ganzes in forschem Tempo

in sieben Tagen absolvieren. Wer es gemütlicher

mag, macht 14 Tage draus, und

wer nur ein paar Tage Zeit hat, wählt seine

Lieblingsetappen aus. Weiter können

20 mythische Alpenpässe, neun Bikeund

Velorouten in wilde Täler, zwei Weinwegfahrten

und die Rhone-Route unter

die Räder genommen werden. Wir präsentieren

eine Auswahl an spannenden

Velotouren im ganzen Kanton. Eine Karte

finden Sie auf:

www.wallis.ch/cycling

FAMILIEN

Oberwald–Brig (1)

Diese Etappe der Wallis Velo Tour ist

einfach, der grösste Teil geht bergab. In

Fiesch lohnt sich ein kurzer Abstecher

mit der Seilbahn auf die Fiescheralp und

das Eggishorn mit Blick auf den Aletschgletscher,

in Brig wartet das Stockalperschloss

mit seinen markanten Türmen.

Länge: 45,3 km | Höhenmeter +400

Wallis Velo Tour, Etappe 4

Martigny–Montreux

Diese flache Etappe der Rhone-Route

startet in Martigny (Fondation Gianadda

und Barry-Museum). Danach führt die

Strecke über eine weite Ebene an den

Genfersee. Länge: 47 km

Rhone-Route, Tour 4

Binntal (6)

Nach der Rhonebrücke kommt ein kurzer,

steiler Aufstieg – doch das Musikdorf

Ernen und der Zauberwald entschädigen.

Die Strecke bis Binn und Fäld ist relativ

flach. Länge: 14,9 km | Höhenmeter +539

Entlang der Täler, Tour 1

Verbier–Champéry (2)

Diese Etappe hält drei happige Anstiege

bereit. Von Verbier führt die Tour an den

malerischen Bergsee von Champex. Auf

der Strasse zum Col de la Forclaz gehts

hinab ins Rhonetal. Ein Halt in der altrömischen

Stadt Saint-Maurice sollte zum

Besuch der über 1000-jährigen Abtei

genutzt werden.

Länge 107,6 km | Höhenmeter +2900

Wallis Velo Tour, Etappe 8

Crans-Montana–Leukerbad (4)

Von der Weitsicht auf die Berge in

Crans-Montana bis zur Gemmiwand in

Leukerbad: Die Fahrt führt über die Sonnenstadt

Sierre und durch den Weinberg

Salgesch nach Leukerbad, dem

grössten Thermalbadeort der Alpen.

Länge: 40,9 km | Höhenmeter +1212

Wallis Velo Tour, Etappe 2

Veysonnaz–Verbier (5)

Auf dieser Tour von Veysonnaz nach Verbier

entdecken Sie den Col des Planches,

einen kniffligen Aufstieg, der mit schöner

Aussicht belohnt wird. Von Riddes

über Saxon nach Martigny kann sich je

nach Richtung der Wind als Gegner entpuppen.

Besser einen Abstecher zu den

Erdpyramiden von Euseigne machen.

Länge: 82 km | Höhenmeter +2500

Wallis Velo Tour, Etappe 7

PÄSSE

Ulrichen–Nufenenpass (3)

Der Nufenenpass ist mit 2478 Metern

einer der ganz grossen Schweizer Alpenpässe.

Er verbindet das Wallis mit dem

Kanton Tessin und ist Pflicht für jeden

ambitionierten Velofahrer. Anspruchsvolle

Steigungen und wenig Verschnaufpausen.

Die grandiose Landschaft ist

Belohnung für den ganzen Krampf.

Länge: 15,5 km | Höhenmeter +1134

Mythische Walliser Alpenpässe, Tour 10

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1

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2

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Conthey–Sanetschpass

Eine der schönsten und anspruchvollsten

Passstrecken ist die Fahrt auf den

Sanetschpass auf 2252 Meter. Zuerst

gehts durch Weinberge, dann durch Lärchen-

und Fichtenwälder und über Alpweiden.

Am Ende wartet der fantastische

Blick auf den Tsanfleurongletscher.

Länge: 24,5 km | Höhenmeter +1799

Mythische Walliser Alpenpässe, Tour 6

Turtmanntal

Es lohnt sich, das Turtmanntal zu entdecken.

Nach dem Start in Turtmann durchquert

man die Dörfer Unterems und

Oberems und muss einen steilen Aufstieg

meistern. Dann kann man nur noch

unberührte und naturbelassene Alpen

geniessen. Länge: 21,2 | Höhenmeter +1272

Entlang der Täler, Tour 6

VELOTOUR

Fotos Hans-Peter Siffert / Weinweltfoto (2), ullstein bild, Swiss-image.ch, HO (2)

Martigny–Grosser St. Bernhard (1)

Der Grosse St. Bernhard verbindet das

Walliser Entremonttal mit dem italienischen

Aostatal. Über die gut ausgebauten

Rampen radelt man ab Martigny-Croix

dem Heim der Bernhardiner zu, die im

Sommer hier wohnen. Länge: 40,9 km |

Höhenmeter +1972

Mythische Walliser Alpenpässe, Tour 5

Brig–Simplonpass (6)

Die Strasse ist breit, die Kehren sind weit.

Die Fahrt von Brig auf den Simplon pass

auf 2009 Metern ist sehr beliebt. Unbedingt

im Grenzort Gondo haltmachen.

Länge: 21,6 km | Höhenmeter +1376

Mythische Walliser Alpenpässe, Tour 7

TÄLER

Val d’Hérens (3)

Aus dem Val d’Hérens kommen die Eringerkühe,

aber es gibt viel mehr zu sehen!

Unberührte Natur, wild und mächtig.

Start ist in Sion. Ideal für eine Biketour

mit vielen Biketrails, für kleine Umwege.

Länge 27,8 km | Höhenmeter +1028

Entlang der Täler, Tour 8

Brig–Saint-Luc (5)

Von Brig nach Saint-Luc mit einem Abstecher

über die Moosalp. Der Aufstieg

auf die Moosalp bietet eine prächtige

und erhaltene Landschaft, die jeden Kilometer

geniessen lässt. Diese Etappe

ist einer der Höhepunkte der Wallis Velo

Tour! Länge: 90,8 km | Höhenmeter +2875

Wallis Velo Tour, Etappe 5

GENIESSEN

Martigny–Sion (4)

Eine Reise durch das beeindruckende

Walliser Weinbaugebiet. Mitten durch die

Weinberge führt der Veloweg die sanften

Hänge entlang. Weindegustationen

sind jederzeit möglich, und das Einkehren

in die kleinen Weinstuben am Weg

lohnt sich in jedem Fall. Länge: 36 km

Weinweg, Tour 1

Le Bouveret–Sion (2)

Vom Dorf Le Bouveret am Ufer des Genfersees

geht es in die Kantonshauptstadt

Sitten. Diese Etappe führt entlang des

Rhoneufers, durch Rebberge und zum

bekannten Thermalbadeort Ovronnaz.

Länge 85,7km | Höhenmeter +1126

Wallis Velo Tour, Etappe 10

INFOS

Hotels und Veloverleih

Hotels mit dem Label «Velo- und Bikehotel»

bieten Miet- und Reparaturservice

an und beraten bei der Routenplanung.

www.wallis.ch/cycling

Karte bestellen

Alle Velorouten des Wallis praktisch auf

einer Karte vereint.

www.wallis.ch/broschueren

3

1

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2

4

6

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1 Peter

Röthlisberger beim

Aufstieg zum Col de la

Forclaz, wo er in den Wiegeschritt

wechselt. Hier fuhren letztes

Jahr die Profis an der Tour-de-France-

Etappe von Bern nach Finhaut-

Emosson durch. 2 Das Ziel:

der Emosson-Staudamm.

Belohnung fürs

Durchhalten!

VELOTOUR

Emosson

1960 m

Col de la Forclaz

1527 m

Martigny

504 m

TO U R

D E F R A N C E

2 0 1 6

Die Strecke

1456 Höhenmeter

Die Tour de France führte 2016 ins Wallis.

Damaliger Etappenstart war Bern,

auf Walliser Boden führt die Strecke von

St-Maurice über den Col de la Forclaz

nach Finhaut-Emosson. Ab Martigny

steigt die Strecke von 504 auf 1960 Meter.

www.wallis.ch/cycling

Finhaut

1083 m

Fotos Sedrik Nehmet, David Carlier

22


Auf den Spuren der Helden

Die Tour de France 2016 führte ins Wallis.

Wie fährt sich die Strecke für einen Hobbyfahrer?

Text: Peter Röthlisberger

Das Leiden beginnt im

warmen und sonnigen

Rhonetal. Beim Kreisel

in Martigny-Croix nehme

ich den Anstieg zum

Col de la Forclaz in Angriff.

Wie immer fährt

die Anspannung mit.

Schaffe ich das, was die

Profis geleistet haben?

Alles vorher war nur ein

angenehmes Einrollen

am Talgrund des Wallis.

Jetzt, neun Uhr morgens

unter blauem Himmel,

weiss ich, was der

Tag bringen wird: brennende

Oberschenkel,

trockene Kehle, aber

auch wunderbare Berglandschaften

und rasante Abfahrten.

Die gut ausgebaute Strasse zieht sich in

langgezogenen Kurven durch die Weinberge.

Die Steigung ist mit etwa acht Prozent

ein Freund jedes Rennvelofahrers

und bleibt es mit einer Ausnahme bis zur

Passhöhe auf 1527 Metern. Locker grüsse

ich die Winzerin, die Rebstöcke an

Stickel bindet. Kurz vor der ersten Haarnadelkurve

ein Souvenir der Tour-de-

France-Etappe vom 20. Juli 2016. Fans

hatten den Namen von Lokalmatador

Sébastien Reichenbach auf den Strassenbelag

gepinselt. Spürte er den Kick?

Ging ihm das Herz auf?

Der Blick auf das weite Rhonetal ist

verschwunden, dafür türmen sich in der

Ferne schneebedeckte Gipfel auf. Die

Landschaft hat blitzschnell von Wein zu

Wald gewechselt. Die Velotour wird zur

Passfahrt auf präzis verarbeitetem

Schweizer Asphalt. Ich liebe, wie jeder

23

Rennvelofahrer, diese makellose Unterlage,

auf der nur das Surren der Räder

zu hören ist. Auto- und Töahrer lieben

sie auch und rauschen in hohem Tempo

knapp an mir vorbei.

Bei Passfahrten gilt eine Regel: nicht ans

Ziel denken. Sonst weicht die Kraft aus

den Beinen, der Mut aus dem Herzen.

Nur der Augenblick ist erträglich. Nach

zehn Kilometern gehe ich aus dem Sattel,

die steilen Haarnadelkurven sind am

besten im Wiegetritt zu nehmen. Die Hitze

knallt auf den Helm, ich muss trinken,

aber wie, wenn sich die Lunge gleichzeitig

nach Luft sehnt? Kurz darauf Entwarnung:

Die letzten der 13 Kilometer bis

zum Col de la Forclaz sind keine Qual

mehr, sondern reinste Freude am Fahren.

Auf der Passhöhe lädt ein Restaurant

zur Rast, und ein etwas aus der Zeit

gefallener Kiosk verkauft Erinnerungsstücke.

Der Blick auf die firnbedeckten

Gipfel des fernen Mont-Blanc-Massivs

raubt den beiden locker die Show.

Auf die Pflicht folgt die Kür: die Abfahrt

hinunter nach Trient. Die Belohnung für

Schweiss und Leid. Der Fahrtwind pfeift

mir um die Ohren. Der Tacho zeigt

75 km/h. Die Verbindung zwischen mir

und dem Asphalt ist nur zwei Fünfliber

gross. Nicht nachdenken. Und mit grosser

Achtung an die Profis denken, die Ellbogen

an Ellbogen bergab rasend über

mein Schneckentempo lächeln würden.

Schon bin ich im hübschen Dorf Trient,

das dem ganzen Tal den Namen gibt.

Am Talboden fällt die breite Strasse

leicht ab und führt im weiten Bogen nach

Süden, Richtung französische Grenze.

Dann der Abzweiger nach Finhaut. Totale

Ruhe. Kein Verkehr. Keine Lastwagen

mehr, die zum Emosson-Pumpspeicherkraftwerk

fahren. Nur noch ich und

mein Velo, ich und der Abgrund, denn

plötzlich steigt die Strasse wieder an.

Sie schlängelt sich nach Finhaut hoch

auf 1224 Meter, einem kleinen Dorf mit

450 Einwohnern, die in der Lage waren,

das Etappenziel der Riesenchilbi Tour

de France zu organisieren. Wie ein

Adlerhorst klebt es am Abhang, erstaunt

stelle ich fest, dass es sogar einen Bahnhof

hat. Der Mont-Blanc-Express von

Martigny nach Chamonix macht hier

halt, ein Bähnchen fährt während der

Wandersaison zum Emosson-Stausee

hinauf. Eine Bahn zum Stausee? Ich verwerfe

die unsportliche Idee gleich wieder

und kämpfe mich die steilste Stelle

der ganzen Etappe hoch. Sie liegt ausgerechnet

im Dorf selbst und ist mit 21 Prozent

eine echte Herausforderung. Die

Beine brennen, das Ziel ist weit. Die letzten

Kehren hoch zum Ziel der Tour-de-

France-Etappe, zum wunderschönen

Emosson-Stausee auf 1960 Metern. Ich

könnte jetzt einfach vom Velo steigen,

eine Banane essen – aber wäre das nicht

feige? Die Beine sind schwer wie Blei.

Ich fluche vor mich hin, schwöre, nie

mehr einen Pass zu fahren. Vom Strassenrand

kommt kein Applaus, weil da

niemand ist. Aber der Hammermann

kommt auch nicht, dafür der befreiende

Moment, wenn die Rampe in die Fläche

übergeht. Das Ziel ist erreicht, die Erlösung

ist da. Ein Moment der Schwerelosigkeit.

Ich schaue zurück ins Tal und

weiss: Ich werde es wieder tun.

Peter Röthlisberger (49) war Chefredaktor

der «Blick»-Gruppe. Er ist ambitionierter,

aber nach eigenen Angaben

mässig erfolgreicher Hobby-Gümmeler.


Bier-Sommelier

Fabian Albrecht, 35,

Geschäftsführer im

Hotel des alpes in

Fiesch, hat den

Durchblick bei der

internationalen und

lokalen Brauereiszene.

BRAUER

24


Braukunst im

Weinkanton

Die Trendwelle des Craft-Biers schwappt

selbst über den Weinkanton Wallis hinweg.

Fabian Albrecht, Bier-Sommelier aus Fiesch,

erklärt den Hype und testet vier Walliser Biere

aus Kleinbrauereien.

Text: Anita Lehmeier Fotos: Sedrik Nemeth

Als Biertrinker sind wir Schweizer

mit rund 55 Litern pro Kopf und

Jahr Waisenknaben im Vergleich

mit Nationen wie Deutschland, Österreich

oder Polen, die locker die 100-Liter-Marke

knacken. Durch tschechische

Kehlen rinnen gar 145 Liter Bier pro Jahr.

Aber die habens ja auch erfunden, zumindest

das Pils. Ganz anders sieht das

bei den Brauereien aus: Mit 743 Braustätten

weist die Schweiz eine der grössten

Brauereiendichten in Europa auf, wenn

nicht gar weltweit. Und seit die Nachfrage

nach Craft-Bier steigt, schiessen Mikrobrauereien

wie Pilze aus dem regennassen

Boden. Allein dieses Jahr sind

bereits über 200 neue Lizenzen zum

Brauen beantragt worden. Und listete

der Schweizer Bierführer im letzten Jahr

noch 200 Biere auf, sind es in der aktuellen

Ausgabe schon 325. Was ist dran

am Trend zu regionalen Hopfensäften

aus Kleinbrauereien? Was genau bedeutet

Craft? Und welche Brauereien muss

man im Weinkanton Wallis kennen? Wir

fragten einen Fachmann: Bier-Sommelier

und Vize-Schweizermeister Fabian

Albrecht aus Fiesch.

Alle reden von Craft-Bier, in den Metropolen

bieten In-Bars 500 Marken

an. Ist der Trend auch bei uns angekommen?

FABIAN ALBRECHT: Definitiv. Craft-

Bier wird das Getränk des Sommers.

Bitte erklären Sie uns den Begriff

Craft.

FA: Er heisst eigentlich nichts, rechtlich

gesehen. Der Begriff ist nicht geschützt.

In Amerika, wo er herkommt, wird Craft

über die Menge definiert. Die United

States Brewers’ Association geht bei sieben

Millionen Hektoliter Jahresproduktion

von einer Kleinbrauerei aus. Nur so

als Vergleich: Im Jahr 2015 wurden in der

Schweiz 4,6 Millionen Liter konsumiert.

Wir meinen mit Craft handwerklich,

nicht industriell hergestelltes Bier in

wirklich kleinen Mengen und von unabhängigen

Herstellern. Mit Fleiss und

Schweiss gefertigt statt automatisiert.

Bei Craft denken wir an einen Tüftler, der

25


BRAUER

einen 20-Kilo-Sack Malz auf den Schultern

schleppt und selber schrotet,

ein idyllisches Bild von Handwerk und

Tradition.

Wie steht es mit den Zutaten? Kommen

diese beim Craft-Bier aus der

Region?

FA: Kaum. Im Fricktal gibt es zwar Hopfen,

und die Klosterbrauerei Ittingen baut

ihren eigenen an. Der grösste Teil aber

wird importiert, aus den USA, Deutschland,

Neuseeland. Das Malz kommt aus

Mälzereien in Deutschland und England,

es gibt rund hundert Arten.

Ein Rohstoff immerhin ist einheimisch,

das Wasser. Wie wichtig ist die

Wasserqualität?

FA: Gutes Wasser ist grundlegend für

Bier. Und davon haben wir im Wallis ja

reichlich. Dass im Mittelalter die Menschen,

auch die Kinder und die Babys,

Bier buchstäblich wie Wasser tranken,

nämlich literweise, lag übrigens an der

Wasserqualität. Die war so schlecht,

dass es sicherer und gesünder war, Bier

zu trinken.

Wie sind Sie als Walliser überhaupt

aufs Bier gekommen? Mögen Sie keinen

Wein?

FA: Doch, sicher. An Familienfesten

oder bei Apéros war immer Wein im

Spiel. Ich mag die einheimischen Weine

sehr, bin als Wirtesohn auch damit aufgewachsen.

Bei meinem Sprachaufenthalt

in Kanada 2009 wurde mir aber bei

einem Pumpkin Ale klar, dass Bier mehr

sein kann als die von daheim gewohnte

Stange. Es war wie eine Erleuchtung, diese

intensiven Aromen in Nase und Gaumen.

Damals gab es aber hierzulande

wenige Craft-Biere, und das Lagerbier

war nicht nach meinem Geschmack. Erst

als ich 2012 von GastroSuisse vom Bier-

Sommerlierkurs erfuhr, war ich Feuer

und Flamme. 2013 absolvierte ich den

Kurs. Seither ist mein Durst nach dem

Thema Bier unersättlich. Es gibt 141 Bierstile

und also auch für mich als Fachmann

noch viel zu entdecken. Ich reise

dem Bier nach, mache zwei-, dreimal

jährlich Städtetrips und pilgere durch

die Bars und Brasserien. Das ist der Zückerli-Teil

meines Jobs. Wir führen hier

im Hotel auch Bier-Dinners durch, wo wir

sechs Gänge mit Bier kochen und acht

Sorten vorstellen. Meine Bierkarte umfasst

rund 30 Sorten, im Keller lagern

rund 50.

Passt Bier denn zu einem ganzen

Menü?

FA: Aber sicher! Es gibt passende Biere

vom Apéro bis zum Dessert. Gerade zu

Salaten mit essighaltigem Dressing geht

Bier viel besser als Wein.

Sie sind im Februar Vize-Schweizermeister

der Bier-Sommeliers geworden

und Mitglied der Nationalmannschaft.

Was bedeutet das für Sie?

FA: Ich werde einer der vier sein, die am

10. September an der WM in München

gegen die 32 weltbesten Teams antritt.

Wir drücken die Daumen!

Übrigens: Wenn das Schweizer Team

gewinnt, wäre das ein weiterer Weltmeistertitel

im Haus Albrecht: Fabians

Bruder, Skirennfahrer Daniel Al brecht,

holte drei WM-Titel und trat 2013 nach

138 Weltcuprennen zurück.

Infos

Eine Liste aller Schweizer Brauereien

gibts auf www.bier-verzeichnis.ch.

Druckfrisch im Buchhandel:

der Guide «Schweizer Biere 2017/2018»,

Gabriela Gerber, Werd Verlag, Fr. 39.–.

«Gutes Wasser

ist wichtig.

Das haben wir

im Überfluss»

26


L’ÉCHAPPEÉ

porn star

Frédéric Rouvinez

Brauerei Domaines Rouvinez, www.rouvinez.com

Bierstil Belgian Ale

Passt zu salzigen Snacks, Salaten und Spargeln,

hellem Fleisch und Fisch, Zitronensorbet Strohgelbe

Farbe mit einem leichten Schleier belegt Zitrus- sowie

blumige, leicht grasige Hopfendüfte Perliges Mundgefühl,

Wechselspiel zwischen süss, sauer und bitter

Olivier Brighenti, David Bonjour

Brauerei Hoppy People, www.hoppypeople.com

Bierstil Indian Pale Ale

Passt zu scharfen Suppen, rotem Fleisch, Walliser Teller,

asiatischen Gerichten, schokoladigen Desserts Kräftigmalzige

und leicht holzige Düfte. Fruchtig und etwas harzig.

Erinnert an Fruchtkaugummi Etwas alkoholische

Wärmeprägung. Lange prägender, leicht holziger Eindruck

Les Doigts

AMOR FATI

Robby Collins, Corinne Reymond Collins

Brauerei 7Peaks, Morgins, www.7peaksbrasserie.ch

Bierstil Extra Special Bitter

Passt zu gut gewürzten Speisen, Fleisch, Fisch vom Grill,

Pommes frites und Rösti, Pizza Leicht erdige und

sherryartige Süsse, Melasse, ein Hauch von Robusta-Kaffee

Leichter Körper, wenig Kohlensäure. Am Anfang tritt

die Säure in den Vordergrund, dann leicht mineralisch

und trocken

Chris Treanor

Brauerei White Frontier, Martigny, www.whitefrontier.ch

Bierstil Indian Pale Ale

Passt zu Salaten und Spargeln, scharfen asiatischen

Gerichten. Als Aperitif oder pur zwischendurch an

einem Sonnenplatz Goldgelb mit leichter Trübung

Süsse Früchte mit Nuancen von Grapefruit

und Harz Zitrusartig erfrischend. Mittlerer Körper,

langanhaltende Bitterkeit

27


PORTFOLIO

DER TIER-

FLÜSTERER

Der junge Walliser Fotograf Marco Schnyder

geht auf die Pirsch – mit seiner Kamera.

Ob Schaf, Kuh, Ziege oder Steinbock – die Tiere

scheinen für ihn zu posieren.

Fotos: Marco Schnyder

28


29

«Willkommen auf meiner Alp.»

Eine Eringerkuh am Wysse See

auf der Alp Galm. Eringer sind

eine Walliser Rasse und erküren

im Kampf jährlich ihre Königin.


«Komm, lass uns spielen.»

Die weissen Alpenschafe sind

die meistverbreitete Rasse.

Hier auf der Gemmi findet immer

im Juli das Schäferfest statt.

PORTFOLIO

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31


«Was hast du mir Feines zu fressen?»

Die Murmeltiere auf dem Furkapass

sind zutraulich und drücken deutlich

aus, was sie erwarten.

PORTFOLIO

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33

«Was willst du?» Skeptisch

schauen die Steinböcke hoch

oben am Gemmipass, wer es da

wagt, sie zu beobachten.


«Mach endlich ein Bild!»

Die Hochlandrinder

in Änggersch oberhalb

Gampel hypnotisierten

den Fotografen. Bis er

abdrückte.

PORTFOLIO

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PORTFOLIO

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«Ha, hier kommst du nicht hin.»

Schwarzhalsziegen sind wagemutige

und begabte Kletterer.

Und eine Walliser Urrasse.


PORTFOLIO

«Okay so? Übrigens, ich heisse Berta.»

Das Schwarznasenschaf war Marco

Schnyders bevorzugtes Fotosujet.

38


Berta, das Schaf,

stupste sein Talent an

Text: Monique Ryser

Foto HO

Mit einigen seiner erfolgreichsten

Sujets ist er aufgewachsen. Er

kennt sie, sie kennen ihn. Kein

Wunder also, dass eines seiner ersten

Fotomodelle ein Schwarznasenschaf war.

Ein besonders schönes, das an einer Rassenausstellung

den 1. Platz in seiner Kategorie

gewonnen hatte. Namen haben

die Schafe der Familie Schnyder nicht,

aber für Marco hiess dieses eine Schaf

einfach Berta. «Keine Ahnung, warum.

Ich nannte es immer Berta», sagt der

20-Jährige, der noch in der Lehre zum

Werbetechniker in der Firma Schnyder

Werbung in Gampel ist. Heute gibt es

Berta als Poster zu kaufen. Viele sind

dem Charme des knuddeligen, schwarzgesichtigen

Schafs erlegen und wollen es

zu Hause an die Wand hängen.

Schon als Kind machte Marco mit seinem

Handy Bilder und gestaltete damit seine

eigenen Fotobücher. Als ihm die Eltern

auf sein Drängen hin eine Kamera kauften,

war es geschehen: Er recherchierte

Tipps und Tricks im Internet, machte seine

eigenen Versuche und bildete sich so

zum Fotografen aus. Als 18-Jähriger wurde

sein Bild des schnitzenden Grossvaters

gar für einen deutschen PR-Award

nominiert. Für seinen Grossvater hegt er

grosse Bewunderung und sagt: «Ihm verdanke

ich meine Kreativität.» Als Fotograf

in der Werbeagentur Schnyder

macht er heute viele Bilder von den unterschiedlichsten

Sujets. Seine grosse

Passion ist und bleiben aber die Natur –

und vor allem die Tiere. Zu jedem Bild

kann er eine Geschichte erzählen, und

dabei stellt man als Zuhörer fest: Die

Tiere scheinen mit ihm auf spezielle Art

und Weise verbunden zu sein. «Ich ging

mal im Dorf spazieren und beobachtete

Hochlandrinder. Plötzlich kam eines auf

mich zu und schaute mir direkt in die Augen.

Es war fast unheimlich, wie ruhig es

dastand und in meine Kamera starrte»,

erzählt er. So geht es ihm auch mit den

Schwarznasenschafen und Schwarzhalsziegen,

welche die Schnyders, wie viele

andere Walliser Familien, ihr eigen nennen

und die winters im Tal und sommers

auf der Alp sind. Beide Rassen sind wie

die Eringerkühe oder das Walliser Landschaf

und das Roux de Bagnes typische

Walliser. Der Grund, dass sich diese einheimischen

Tierarten erhalten konnten,

liegt in der Tradition der Erbteilung, wie

Christoph Rotzer von der kantonalen

Diensstelle Landwirtschaft erklärt. «Bevor

das bäuerliche Bodenrecht in Kraft

trat, wurde das Land jeweils gleichmässig

auf alle Kinder verteilt. Damit wollten

die Eltern sicherstellen, dass alle die

Möglichkeit zur Selbstversorgung hatten.»

Das führte dazu, dass die landwirtschaftliche

Fläche klein verstückelt ist

und fast jede Walliserin und jeder Walliser

ein Stück Land besitzt. Die Tiere, die

man auf diesen Flächen hält, müssen

nicht hochgezüchtet sein und viel Milch

oder Fleisch hergeben, sondern man hat

sie aus Tradition und aus Freude.

Und vor allem ist man so mit dem eigenen

Boden und den eigenen Tieren von

klein auf verbunden. Marco Schnyder erzählt

von Alpabzügen, von Schaf- und

Ziegenschauen, vom Waschen und Zurechtmachen

für den grossen Moment.

Oder von der Wanderung auf der Suche

nach Steinböcken, die sehr viel weiter

ging als geplant, weil sich die Wildtiere

bereits in grosse Höhen zurückgezogen

hatten. Er will die Tiere mit der Kamera

einfangen – aber er würde ihnen auch

ohne Kamera mit gleicher Begeisterung

nachsteigen.

Marco Schnyder mit seinem Labrador Nala.

Er ist sein treuer Begleiter und «mein

bester Freund», wie der 20-jährige

Fotograf sagt.

www.fotografie-wallis.ch

«Ich begann

damit, Tiere zu

fotografieren,

weil ich einen

Bezug zu

ihnen hatte»

Marco

Schnyder

39


INDUSTRIE

HIGHTECH

IN VISP

Der Energieproduzent Lonza hat sich

in 120 Jahren zum marktführenden, globalen

Chemie-, Pharma- und Biotechkonzern

entwickelt. Und ist grösster Arbeitgeber.

Foto Lonza

Text: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth

40


41

Isolator Blick

in den Isolator der

Biotech-Anlage der Lonza

in Visp. Gestern Die Lonza ist

120-jährig und hat mit einem Karbitwerk

in Gampel begonnen. Karbit war der

Ersatz für Kerzen und das erste nicht

feuergefährliche Licht. Heute

Noch dieses Jahr wird mit

dem Bau der zweiten

Biotech-Anlage

begonnen.


1

2

3

INDUSTRIE

42


1 Jörg Solèr, Standortleiter Visp

der Lonza. Visp ist das grösste Werk

des globalen Konzerns. 2 Die Anlage

zur Herstellung von Vitamin B.

3 Das Areal der Lonza (90 Hektaren)

ist zweimal so gross wie der Vatikan,

ein Velo ist hilfreich. 4 Ein ganzes

Schienennetz durchquert das Areal.

4

Chemieingenieur Jörg Solèr erbarmt

sich. Er schreitet zielstrebig

auf ein Sitzungszimmer zu,

stellt sich vor die weisse Wandtafel und

zeichnet mit einem Filzstift auf, was er

zuvor erklärt hat: die Benzinspaltung

oder wie mit chemischen Prozessen aus

dem Ursprungsstoff Erdöl das Vitamin

B3, auch Niacin oder Nikotinsäure genannt,

hergestellt wird. Aha, das ist es

also, was sich da in den dünnen und dicken

Stahlrohren abspielt, die auf und

ab und kreuz und quer durch die Fabrik

laufen. Die Silos, Reaktoren, Kessel,

Trockner sind über fünf Stöcke verteilt,

verbunden durch Metalltreppen. Solèr

kennt jeden Vorgang, kann jede chemische

Reaktion erklären und weiss bei allen

Installationen, was da genau abgeht.

Seit 16 Jahren arbeitet er hier in Visp, am

grössten Standort der Lonza AG. Er ist

Standortleiter und verantwortlich für

2700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

die zu 85 Prozent aus dem Wallis kommen.

Es rattert und stampft, dampft und

schnauft. Im Werk Visp sind Stoffe wie

Salpetersäure, Ammoniak, Essigsäure,

Chlor in grosser Menge vorhanden – als

Produkt von Spaltprozessen und als Ausgangsstoff

für Produkte. Hochexplosiv,

diese Mischung.

Herr Solèr, haben Sie vor dem Einschlafen

nie Angst, dass die Anlagen

durch eine falsche chemische Reaktion

oder eine Unachtsamkeit in die

Luft fliegen?

JÖRG SOLÈR Nein. Wir haben uns in unserer

120-jährigen Geschichte ein riesiges

Know-how angeeignet. Unsere Prozesse

sind sicher, und jeder kleinste

Schritt wird elektronisch überwacht. Sobald

etwas Anormales passiert, merken

das unsere Leute sofort.

Vertrauen und Kontrolle also?

JS: Wir haben äusserst loyale, zuverlässige

und langjährige Mitarbeiter. Sie

arbeiten mit Herzblut für die Lonza. Das

ist eine unserer grössten Stärken! Und:

Wir haben höchste Qualitäts- und Sicherheitsprozesse.

Wir machen punkto

Sicherheit und Umwelt nicht nur, was gesetzlich

vorgeschrieben ist, sondern was

neuester Stand der Technik ist.

Solèr steuert die Messwarte der Anlage

an. Drei Arbeiter in Übergewand überwachen

die in einem Halbrund angeordneten

Computer. Quality by Design

heisst das Prinzip: Die Einhaltung der

Prozesse garantiert, dass das Produkt

einwandfrei hergestellt und bei kleinster

Unregelmässigkeit Alarm geschlagen

wird. Es bedeutet auch, dass der Anlagenchef

dem Standortleiter eine schriftliche

Bewilligung ausstellen muss, wenn

dieser die Anlage mit Besuchern betritt.

Zudem wird ihm ein Messgerät übergeben,

das im Notfall zum Schutz anzeigt,

ob explosionsfähige Gemische entstehen.

Nicht nur die Mitarbeiter sind mit

Herzblut dabei, auch Jörg Solèr. Nach

dem Studium an der ETH hatte der

Bündner verschiedene Angebote, entschieden

hat er sich für den Weltkonzern

Lonza, mit Produktionsanlagen in

derzeit 40 Ländern. Der Hauptsitz ist in

Basel, wegen der Nähe zur Pharma. Lonza

ist wichtiger Zulieferer, Produzent

und Partner der Pharmaindustrie. Den

Namen Lonza sieht der Konsument

meist nicht, obwohl in sehr vielen chemischen

Produkten und Medikamenten

Lonza drin ist. Konkret sieht das so

aus, dass die Forschungsabteilung eines

Pharmabetriebs beispielsweise ein neues

Molekül isoliert, dann in die erste Testphase

geht und Lonza dieses Molekül in

der benötigten Menge und Form herstellt.

«Wir sind die Spezialisten für die

Herstellung und den qualitativ sauberen

Prozess», erklärt Solèr. «Leave it to Lonza»,

«Überlass es Lonza», war deren Werbespruch

in den Achtzigern. Das gilt

noch immer: So fahren demnächst die

Bagger auf, um im Westen des Areals zu-

43


1

INDUSTRIE

Fotos Lonza (2)

sammen mit dem französischen Pharmamulti

Sanofi einen 290-Millionen-Bau zu

realisieren. Und die Lonza übernimmt

die Firma Capsugel, damit auch Tablettierung

und Verkapselung von Medikamenten

angeboten werden kann.

Wie schafft es die Lonza, wettbewerbsfähig

zu bleiben?

JS: Am wichtigsten ist unsere Qualität.

Unsere Produkte sind qualitativ besser,

sauberer. Die Synthese, der chemische

Herstellungsprozess eines Stoffs, ist der

kleinste Teil, 95 Prozent der Arbeit sind

die Reinigung von allen Fremdstoffen. Da

sind wir einfach die Besten.

Trotzdem: der harte Franken, die höheren

Lohnkosten …

JS: … helfen uns, konkurrenzfähig zu bleiben.

Natürlich ist es nicht einfach, aber

es zwingt uns, unsere Effizienz immer

wieder zu steigern. Wir haben hier einige

ziemlich alte Anlagen, die wir laufend

erneuern, verbessern und effizienter

machen. Unsere Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter kommen oft mit neuen Ideen,

wie man etwas noch besser machen

kann. Der dauernde Druck ist also eines

unserer Erfolgsgeheimnisse.

Nun kommt aber immer mehr Biotechnologie,

das sind völlig andere

Prozesse und Abläufe. Wie wollen Sie

sich dem stellen?

Wir haben bereits eine Biotech-Anlage,

mit Sanofi kommt die nächste dazu. Ja,

die Spezialisten, die wir dafür brauchen,

sind andere, aber das Know-how, das wir

über sichere Prozesse haben, wird auch

da eingesetzt. Was ändern wird, sind die

Mengen: Im Bereich Biotech werden

nicht Tonnen, sondern Kilos produziert.

Der Wert eines Kilos ist dann aber ungleich

höher.

Ende 2017 hört die Lonza Visp mit der

Produktion von Stickstoffdünger auf,

ein Geschäftsfeld, das den Konzern

gross und erfolgreich gemacht hat.

Was passiert mit den Mitarbeitern,

wenn die Entwicklung immer mehr

Richtung Hightech geht?

JS: Wir haben schon sehr viele Veränderungen

mitgemacht, und wir werden auch

künftige meistern. Ja, die Mitarbeiter fragen

mich, was passiert mit uns, wenn immer

mehr automatisiert und verändert

wird. Ich antworte: Automatisation ist

gut, weil sie die Arbeit übernimmt, die

für den Menschen nicht sinnvoll ist, beispielsweise

Säcke schleppen. Deswegen

muss niemand entlassen werden, mit der

richtigen Weiterbildung bekommen die

Angestellten sinnvollere Arbeit.

Braucht es künftig noch Handwerker,

oder werden Sie nur noch Forscher

beschäftigen?

JS: Natürlich braucht es Handwerk! Wir

bilden jedes Jahr 160 Lehrlinge in den

verschiedensten Branchen aus. Die

Handwerker sind es, die bei Produktion

und Herstellung die Innovationen machen.

Wir dürfen nicht stehenbleiben,

keiner von uns.

Braucht es chemische Produktion

künftig überhaupt noch?

JS: Die wird es immer brauchen. Auch in

der Pharma – Chemie ist viel billiger als

Biotech. Wir wollen weiter führend bleiben:

In Flugzeugen und in bekannten

Mobiltelefonen sind Materialien von hier

eingebaut. Aber auch das von Sportlern

eingesetzte L-Carnitin wurde hier entwickelt.

Wir sind sehr breit aufgestellt.

«FlaggSchiff»

Mit rund 2700 hoch qualifizierten Arbeitsplätzen

ist die Lonza der wichtigste Arbeitgeber

unseres Kantons. Eine Bedeutung, die mit

der geplanten neuen Fabrik zur Produktion

von Biopharmazeutika, einer Investition von

290 Millionen Franken und 200 neuen Jobs,

noch wachsen wird. Ich freue mich deshalb

umso mehr über den Erfolg dieses Visper

Flaggschiffs, der die Kompetenzen und die

Verlässlichkeit seiner Belegschaft honoriert!

Christophe Darbellay, Staatsrat

1 und 4 Das

Leitungssystem umfasst

Hunderte Kilometer.

2 Statt an der Maschine zu

hantieren, wird alles elektronisch

gesteuert. 3 Temperaturkontrolle am

Hauptfermentierer während der

System-Sterilisation. Biotech gewinnt

an Bedeutung gegenüber

der chemischen

Produktion.

44


3

4

2

45


SO NAH!

Näher als man denkt: Die Walliser Berge sind von einem grossen Teil

der Schweiz aus in nur wenig mehr als drei Stunden erreichbar.

Besonders schnell gehts von der Deutschschweiz aus mit der Bahn durch

den Lötschberg-Basistunnel oder mit dem Autoverlad am Lötschberg.

Wer auf Genuss setzt, nimmt den Lötschberger der BLS und fährt

über die alte, landschaftlich spektakuläre Strecke.

Ovronnaz

Zürich 3:45 h 3:10 h

Bern 2:40 h 2:00 h

Luzern 3:50 h 3:00 h

Basel 3:50 h 3:00 h

Genf 2:40 h 2:10 h

Lausanne 2:00 h 1:30 h

Neuchâtel 2:45 h 2:10 h

Crans-

Montana

Zürich 3:10 h 3:15 h

Bern 2:05 h 2:05 h

Luzern 3:10 h 3:10 h

Basel 3:10 h 3:05 h

Genf 2:40 h 2:15 h

Lausanne 1:50 h 1:35 h

Neuchâtel 2:40 h 2:20 h

Leukerbad

Zürich 3:05 h 3:30 h

Bern 2:00 h 2:20 h

Luzern 3:10 h 3:10 h

Basel 3:10 h 3:20 h

Genf 3:05 h 2:20 h

Lausanne 2:20 h 1:40 h

Neuchâtel 3:05 h 2:25 h

Champéry

Zürich 3:50 h 2:40 h

Bern 2:45 h 1:30 h

Luzern 4:20 h 2:30 h

Basel 3:50 h 2:30 h

Genf 2:20 h 1:35 h

Lausanne 1:30 h 1:15 h

Neuchâtel 2:45 h 1:30 h

Riederalp

Zürich 2:50 h 2:40 h

Bern 1:40 h 2:20 h

Luzern 2:50 h 2:25 h

Basel 2:50 h 3:20 h

Genf 3:10 h 2:40 h

Lausanne 2:30 h 2:00 h

Neuchâtel 2:50 h 2:45 h

Infografik Laura Bendixen, Simona Guarino

Verbier Zermatt Saas Fee

Zürich 3:30 h 3:15 h

Bern 2:30 h 2:05 h

Luzern 4:05 h 3:10 h

Basel 3:35 h 3:05 h

Genf 2:30 h 2:15 h

Lausanne 1:45 h 1:35 h

Neuchâtel 2:25 h 2:20 h

Zürich 3:10 h 3:45 h

Bern 2:05 h 2:30 h

Luzern 3:10 h 3:15 h

Basel 3:15 h 3:30 h

Genf 3:40 h 2:55 h

Lausanne 2:50 h 2:15 h

Neuchâtel 3:10 h 3:00 h

Zürich 2:50 h 3:45 h

Bern 1:50 h 2:30 h

Luzern 3:05 h 3:15 h

Basel 3:05 h 3:30 h

Genf 3:30 h 2:55 h

Lausanne 2:45 h 2:15 h

Neuchâtel 3:05 h 3:00 h

47


Die Rebsorte Amigne wird nur im Wallis angebaut.

Vor allem in der Gemeinde Vétroz unweit

von Sion. Romain Papilloud ist einer der 18 Weinbauern,

die sich mit viel Liebe und Fachwissen

diesem exklusiven Gewächs widmen. Früher vor

allem als Süsswein getrunken, wird die Amigne

mehr und mehr trocken gekeltert. Zurzeit wird der

16er Jahrgang in Flaschen abgefüllt.

WEIN

Der exklusive

Walliser Weisse

Text: Monique Ryser

Foto: Sedrik Nemeth

48


49


1

2

3 4

WEIN

1 Auf solchem

Boden wächst

die Amigne. 2 Romain

Pa pilloud, sein Sohn Vincent

(vorn) und Marco Silva beim Abfüllen.

3 Drei Bienen geben auf jeder Flasche

Amigne aus Vétroz den Zuckergehalt

an. 4 Der Cave du Vieux-Moulin

der Papillouds hat Etiketten

mit poetischen

Beschreibungen.

50


Der 16er Amigne wird gerade abgefüllt.

Romain Papilloud öffnet

für die Gäste eine der speziellen

Flaschen, in deren Glas gleich unter dem

Hals «Grand Cru» eingepresst ist. «Es ist

die erste, die ich öffne», sagt Papilloud,

schenkt ein und degustiert einen ersten

Schluck. Ja, er ist zufrieden mit dem Resultat.

Für Papilloud, der den Weinbaubetrieb

Vieux-Moulin in dritter Generation

führt, ist es ein Lichtblick am heutigen

Tag. Die Nächte davor hat der Frost

gewütet. Die Rebstöcke mit Gamay- und

Pinot-Trauben wurden schwer beschädigt.

Papilloud fragt sich, ob er dieses

Jahr von diesen beiden Sorten überhaupt

etwas ernten kann. «Ah, die Natur»,

sagt er nur und schaut dann wieder

lange schweigend zum Weinberg in Vétroz

hinauf.

Nicht oder nur wenig betroffen sind

die Amigne-Reben. Sie hätten nicht allzu

schlimm ausgesehen, sagt Papilloud.

Die autochthone, also einheimische Sorte

ging lange vergessen und wird auf

dem Gut der Papillouds seit den späten

Achtzigerjahren angebaut. «Vorher hatte

mein Grossvater fast nur Chasselas

und Gamay», erinnert er sich. Doch dann

begannen die Walliser Winzer und Winzerinnen

ihre einheimischen Gewächse

wieder zu pflegen. Die Zeit der Massenproduktion

war vorbei, gefragt waren

Spezialitäten. So wurde aus dem Winzerdorf

Vétroz das Dorf der Amigne. Auf

acht Prozent der 180 Hektar Anbaufläche

wird heute Amigne angepflanzt. Im

Keller der Papilllouds hängt ein mit ori-

«Die Amigne

hat mehr

Körper, ist

kräftiger und

herber, bleibt

aber immer

lieblich»

51

ginalem Material und in den richtigen

Proportionen nachgemachtes Modell

des Bodens, auf dem die Reben wachsen:

zuoberst mit sandigem Humus

durchsetzte Kiesel, dann feineres Geröll

und bald schon Schiefergestein. Die Rebenwurzeln

gehen tief bis in diese unterste

Schicht. Der Boden ist ideal und

verleiht dem Wein seinen Charakter.

Die Amigne ist eine alte, weisse, einzig im

Wallis angebaute Rebsorte und, wie Forschungen

vermuten lassen, römischen

Ursprungs. So erwähnte bereits der römische

Schriftsteller Columella in einem

Buch über Landwirtschaft die «Vitis aminea».

Damit, so folgern die Weinbauern

in Vétroz, kann sich das Wallis beim Anbau

der Amigne-Rebe auf eine 2000-jährige

Weinbautradition berufen. Amtlich

verzeichnet wird die Amigne-Sorte erstmals

anlässlich der internationalen Ausstellung

für Rebsortenkunde in Genf

1878. Weltweit gibt es heute 38 Hektaren,

ausschließlich im Wallis, die übergrosse

Mehrheit davon in Vétroz (70 Prozent).

Romain Papilloud nimmt ein Bild mit einer

Amigne-Traube hervor: Gross, lang

und schwer sieht sie aus. Papilloud meint

schmunzelnd: «Sieht schwer aus, nicht?

Bis man sie in die Hand nimmt und

merkt, sie ist leichter als die Grösse vermuten

lässt, denn die Beeren sind doch

deutlich kleiner als bei anderen Rebsorten.»

Während der Reifung müssten die

Triebe rasch angebunden werden, und

während der Blüte sei sie recht empfindlich.

Die Amigne reift etwa drei Wochen

nach dem Chasselas und sei weniger ergiebig

als andere Traubensorten.

Und was bedeuten die drei Bienen auf

jeder Etikette? Papilloud erinnert daran,

dass man in früheren Jahren vor allem

süssen Amigne hergestellt hat. Erst in

den letzten Jahren habe sich der Trend

Richtung trockene Amigne verschoben.

Als Anhaltspunkt für den Verbraucher

haben sich die Einkellerer von Vétroz für

eine Abstufung mit drei Bienen entschieden:

Eine Biene bedeutet 0 bis 8 Gramm

Restzucker pro Liter, zwei Bienen 9 bis

25 Gramm, drei Bienen über 25 Gramm.

«Die Amigne hat mehr Körper, ist kräftiger

und herber als andere Weissweine,

bleibt aber immer lieblich», erklärt Papilloud.

In der Nase entfalten sich Noten

von Mandarine und eingemachten Aprikosen.

Und: «Sie ist eine der wenigen

Weissweinsorten mit Tannin im Abgang.

Den grössten Genuss bietet die Amigne

nach fünf- bis zehnjähriger Lagerzeit.»

Besonders stolz ist Papilloud auf seine

Amignonne – Amigne, nach Champagnermethode

gekeltert. «Sie ist immer

schnell ausverkauft.»


AUSFLÜGE

Genfersee

Le Bouveret | Das Wallis hat auch

einen Hafen und einen Seezugang!

In Le Bouveret ist der Strand der Rive-

Bleue der ideale Einstiegsort, um in einem

der grössten Seen Europas zu baden.

Das gibt es da | Strandbad mit Restaurant,

Aktivitäten und Sandstrand. Kinder

freuen sich über den nahen Aquaparc!

Hinkommen | Zu Fuss vom Bahnhof

Le Bouveret nur rund 10 Minuten.

52


Domaine des Iles

Sion | Im Westen von Sion in der

Bourgeoisie de Sion liegt das

Badeparadies der Kantonshauptstadt.

Das gibt es da | Einen Baggersee, dessen

Wasser türkisblau leuchtet (ideal zum

Baden), ein Restaurant mit Terrasse, einen

Weiher zum Angeln und einen Platz für

die Volleyballer. Hinkommen | Mit dem

städtischen Bus, dem Postauto in Richtung

Nendaz, zu Fuss oder mit dem Velo.

S O M M E R A M W A S S E R

Abkühlen

und erholen

Sommer im Wallis – das sind lange Sonnentage,

erlebnisreiche Wanderungen, bummeln in einer

der historischen Altstädte. Wird einem dabei heiss,

dann gibts nur eins: Abtauchen.

Fotos: Olivier Maire

Die Schweiz hat kein Meer, das

mag man bedauern. Doch wir haben

etwas, was Touristinnen und

Touristen aus aller Welt mit grösster Ehrfurcht

bestaunen: glasklare Seen, sprudelnde

Bäche und stolze Flüsse. Das

Wallis ist reich an solch eindrücklichen

Gewässern. Einige sind lauschig, als wären

sie dafür geschaffen, dass man sich

einfach nur hineingleiten lässt. Andere

sind wild und dunkel, ganz so, als würden

sie ein Geheimnis bergen. In vielen

Seen sieht man durch glasklares Wasser

bis zum Grund und kann erkennen, wie

sich Äste und anderes Gehölz im Wasser

konservieren. In den Nebenarmen

der Rhone bilden sich Badebecken, in

denen das Wasser schön warm wird.

Und in den Bergbächen aus Gletscherwasser

kann man testen, wie kalt Wasser

eigentlich ist, wenn es nicht durch kilometerlange

Leitungen bis zur eigenen

Dusche zu Hause fliesst.

Im Sommer, wenn die Luft vor Hitze flirrt,

ist nichts so erfrischend wie der Sprung

ins kühle Nass. Zuerst testet man die

Temperatur am besten nur mit den Fussspitzen.

Bergseen, auch sie von Gletscherwasser

gespeist, sind oft ziemlich

kalt. Nach einer Wanderung ist Füssebaden

das probate Mittel gegen Müdigkeit.

Beim Zwischenhalt während der Wanderung

kann ein kurzes Bad im kühlen

See wieder neuen Schwung geben. Aber

Achtung: Bevor man sich Socken und

Schuhe wieder überzieht, die Füsse sehr

gut trocknen lassen – sonst gibts Blasen.

Und sonst: Diese Perlen der Alpen lassen

sich auch vom Ufer aus in vollen Zügen

geniessen.

Die meisten Bergseen sind nur zu Fuss

erreichbar. Es sind Orte der Kraft und

der Ruhe und beliebte Ziele von Wanderungen.

Vorsicht ist angezeigt bei

Stauseen und Bächen, die unterhalb von

Staumauern liegen: Wenn eine Warntafel

auf Gefahr hinweist, muss man diese

unbedingt beachten! Die Auswahl an

Seen und Bächen auf dieser und den folgenden

Seiten zeigt, wie vielfältig die

Walliser Wasserlandschaft ist.

www.wallis.ch/aktivitaeten

53


Der See in der Höhle

Saint-Léonard | In der Grotte Saint-

Léonard ist es das ganze Jahr über 15 Grad.

Hier kann man nicht baden, aber sich

angenehm abkühlen und Hände eintauchen.

Mit 300 Metern ist dies der grösste

unterirdische See Europas. Das gibt es da |

Auf einer halbstündigen Bootsfahrt mit

mehrsprachigen Führern lässt sich die

faszinierende Grotte erleben.

Hinkommen | Mit dem Auto oder ab dem

Bahnhof Sion mit dem Bus Nummer 411.

AUSFLÜGE

Eiskalter Gletschersee

Evolène | Der Ferpècle-Gletscher bildet

den südlichen Abschluss des Val d’Hérens.

Wie die anderen Gletscher auch, zieht er

sich Jahr für Jahr mehr zurück. Am Fuss

des Gletschers ist darum dieser kleine See

entstanden. Das gibt es da | Schöne

Spiegelungen des Eises im Wasser.

Wunderbare Natur und Ruhe. Hinkommen |

Die Gegend ist nur im Sommer zu Fuss

von Salay aus erreichbar.

54


Lac du louché

Vallon de Réchy | Der Bergsee liegt an

einer weit ausladenden Stelle des Vallon

de Réchy oberhalb Vercorin. Das gibt es da |

Stille in einer naturbelassenen, kargen

Landschaft oberhalb der Baumgrenze.

Der See lädt nach einer Wanderung zu einem

kühlen Bad ein. Hinkommen | Mit der

Gondelbahn bis Crêt du Midi, danach in

Richtung l’Ar du Tsan wandern. Von dort aus

öffnet sich der Blick zum Lac du Louché.

55


AUSFLÜGE

Der Japanische Garten

Nendaz | Kleine Wasserläufe, die über die

Fläche mäandern, rundum blühende

Bergwiesen, das ist der Japanische Garten

von Nendaz. Zen in den Walliser Alpen.

Das gibt es da | Ein Wasserspiel-Paradies für

Kinder und Erwachsene. Kühle Füsse

nach der Wanderung und ein stimmungsvolles

Picknick in der Natur. Hinkommen |

Zu dieser einmalig schönen Landschaft und

zur eigenen Ruhe kommt man nur zu Fuss.

Sie liegt zuhinterst im Tal von Tortin auf einer

Gletschermoräne.

Foto Roman Burri

56


Die Rhone und der Wald

Pfynwald | Zwischen Leuk und Sierre

erstreckt sich ein Naturpark. Das bekannteste

Schutzgebiet ist der Pfynwald. Dort ist

das Baden in den Teichen verboten, in den

Nebenarmen der Rhone ist eine Abkühlung

aber möglich. Das gibt es da | Kilometerlange,

gut unterhaltene Wanderwege, Natur,

wohin man blickt. Auch die Bhutanbrücke

(Hängebrücke) liegt im Pfynwald.

Hinkommen | Vom Bahnhof Sierre aus nur

ein Katzensprung bis Rhone und Pfynwald.

Der Stellisee

Zermatt | Es gibt keinen See, in dem sich

das Matterhorn schöner spiegelt. Die Bilder

vom Stellisee oberhalb Zermatt und dem

Berg der Berge gehen um die Welt. Das gibt

es da | Die schönsten Sonnenuntergänge,

Wollgras, das die grünen Wiesen mit weissen

Tupfen übersät, und die wundersamen

Spiegelungen im See. Hinkommen | Mit der

Bergbahn über Sunnegga nach Blauherd,

von dort ist der Stellisee in einem

rund 20-minütigen Fussmarsch zu erreichen.

57


E L E K T R O F L U G Z E U G

Looping in

die Zukunft

Ein Spin-off von Solar Impulse will die Fliegerei

revolutionieren. Mit einem elektrisch betriebenen

Akrobatikflugzeug werden die Möglichkeiten

und Grenzen der neuen Technologie getestet.

Text: Monique Ryser

INNOVATION

Für Thomas Pfammatter gibt es

keine Zweifel: Flugzeuge werden

künftig mit Strom in die Luft steigen.

Es mag noch einiges Wasser die

Rhone hinabfliessen, bis es so weit ist.

Aber dass es so weit kommt, ist für ihn

klar. Mit dem Akrobatikflugzeug Hamilton

Aero Twister wurden im letzten Jahr

erste Erfahrungen gesammelt. «Ein Akrobatikflugzeug

eignet sich wie kein anderes

für solche Tests», erklärt der Unternehmensberater

und Air-Zermatt-Helipilot.

«Für einen Akrobatikflug bleibt

man nicht länger als eine halbe Stunde

in der Luft. Mit den heutigen Batterien

ist das kein Problem.» Batterien sind

denn auch der springende Punkt: Noch

sind sie schwer und gross und geben damit

das Limit der neuen Art, Flugzeuge

zu bauen, vor.

Der Hamilton Aero ist ein sehr leichtes

und effizientes Flugzeug. Es ist zertifiziert

für Akrobatikflüge mit Fliehkräften

von +6 bis zu -4 G. Die Hülle der Maschine

ist aus Fiberglas und Carbon, und der

Motor liefert bis zu 100 KW und erlaubt

so eine 45-minütige Flugtüchtigkeit mit

der Möglichkeit für 15 Minuten Akrobatikflug.

«Diese Reichweite ist nicht nur

ideal für Akrobatik-, sondern auch für

Trainingsflugzeuge», erklärt Pfammatter.

Die Konstrukteure haben auch ein Problem

gelöst, das bis anhin eine gravierende

Schwierigkeit für Elektroflüge darstellte:

Normalerweise steigt eine Batterie

bei Überhitzung aus – das wäre in der

Luft fatal. Beim Hamilton Aero hat jede

Batteriezelle einen eigenen Prozessor,

der die Situation laufend überwacht. So

ist es möglich, im Falle einer Überhitzung

bis zu zehn Prozent der Zellen auszuschalten

und sicher zum Flugfeld zurückzukehren.

Weiterer Vorteil: Das Elektroflugzeug

kostet nur rund zwei Fünftel eines

mit Sprit betankten Fliegers. Und:

Die Ruhe in der Luft ist für den Piloten

ein Genuss, und auch Anwohner werden

nicht mehr gestört.

Als Folge des Pilotprojekts wurde das

Walliser Start-up H55 gegründet und

Solar-Impulse-Pionier André Borschberg

als Verwaltungsratspräsident gewonnen.

«Wir sind überzeugt, dass bald Hybridmodelle

entwickelt werden», so Pfammatter.

1

«Die Ruhe

in der Luft ist

grandios. Auch

Anwohner

werden nicht

mehr gestört»

58


1 Im September

letzten Jahres

wurde Hamilton Aero

Twister mit Siemens-Motor der

Öffentlichkeit vorgestellt. Er ist zertifiziert

für 45 Minuten Flugzeit. 2 Thomas

Pfammatter (r.), am Steuer Sébastian

Demont, bei der Präsentation

des Fliegers. Demont

war Teil des Solar-

Impulse-Teams.

2

Fotos Jean-Christophe Bott / Keystone

59


Der Klub der Unternehmen Wallis fördert die intersektorielle Promotion eines innovativen und leistungsstarken

Wallis. Die Mitgliederunternehmen leisten mit ihrem Engagement einen Beitrag zur Entwicklung

des positiven Images des Wallis und dessen Positionierung als bedeutender Wirtschaftsstandort.

Mitglieder des Klubs der Unternehmen Wallis


In Zusammenarbeit mit dem Klub der Unternehmen

Provins auf

dem Vormarsch

Sion | «Wir wollen eine enge, dynamische

und dauerhafte Bindung mit unseren

Kundinnen und Kunden», sagt

Raphaël Garcia, Generaldirektor von

Provins, dem grössten Walliser Weinproduzenten.

Aus diesem Grund wurde der

Online-Auftritt vollständig überarbeitet.

Das Ziel: einfachere und intuitive Bedienung

sowie bessere Suchfunktion. Die

neue Website ist aber nur die Spitze des

Eisbergs. Provins will sich im Netz aktiver

einbringen und die digitale Kommunikation

verstärken. Das heisst auch

mehr Präsenz in den sozialen Medien –

auf Facebook, Twitter und Instagram. Dabei

vergisst Provins aber nicht, dass

Wein auch ein sinnliches Produkt ist.

«Der Wein vermittelt Emotionen, die nur

schwer digital vermittelt werden können.

Deshalb bleiben auch unsere drei Walliser

Läden in Sion, Sierre und Leytron

wichtig. Sie bekommen ebenfalls ein

Facelifting», so Garcia. Zudem soll 2018

eine Verkaufsstelle in Martigny eröffnet

werden. Provins will auch in die Deutschschweiz:

«Wir wollen in Zürich mit einem

Laden präsent sein», so Garcia.

www.provins.ch

Board Culture

kennenlernen

Martigny | Veranstaltungen und Ausstellungen

rund um die Themen Board Culture

und Freestyle Experience und Musik

gibts am 3. und 4. November in Martigny.

Mit dem neuen Format unter dem

Titel «Into the Ride» will die FVS Group

nicht nur Sportbegeisterte ansprechen,

sondern auch die Gelegenheit schaffen,

diese lebendige Szene und Kultur bekannter

zu machen. Geplant sind spektakuläre

Freestyle-Demonstrationen, die

Präsentation des Handwerks der Shaper

der Boards und eine Ausstellung zur

Board Culture.

www.intotheride.ch

«Into the Ride» spricht ein junges

und neues Messepublikum an.

Eine Messe

für die

Boarder- und

Freestyleszene

1917 – 2017

heute und

morgen

Die Walliser Kantonalbank

ist wichtige Stütze des Kantons.

100 Jahre

Kantonalbank

Sion | Am 1. Januar 1917 nahm die Walliser

Kantonalbank ihre Tätigkeit auf und

feiert dieses Jahr gemeinsam mit der Bevölkerung

das Hundertjahrjubiläum mit

vielen exklusiven Vorteilen und Anlässen.

Zusätzlich zu den normalen Angeboten

werden die Kunden der WKB eingeladen,

während des ganzen Jahres

und im gesamten Kanton an exklusiven

Veranstaltungen mit Sport und Unterhaltung

teilzunehmen, die über 15 000 Personen

zu unvergesslichen Momenten

versammeln werden.

Zudem werden zahlreiche Produkte der

WKB mit attraktiven Vorteilen angeboten,

sei dies für Hypothekarkredite, Verwaltungsmandate,

Vermögensberatung

oder einen neuen Anlagefonds. Um

gleich ein starkes Zeichen für das neue

Jahr zu setzen, wird jedem Neugeborenen

2017 auf dessen Namen ein WKB-

Start-Konto eröffnet und ein Geschenkgutschein

von bis zu 200 Franken offeriert.

Dieses Angebot gilt für Babys, die

ab dem 1. Januar 2017 geboren wurden.

www.bcvs.ch/de/100-jahre.html

WIRTSCHAFT

61


WALLISERIN

Regula Ritler in der

Kapelle von Blatten

bei Naters. Sie trägt

die Walliser Sonntagstracht.

62


Das Eidgenössische Jodlerfest findet von 22. bis

25. Juni in Brig statt. Regula Ritler freut sich besonders

darauf: Die Walliserin begann bereits

mit 15 zu jodeln und gehört heute zu den bekanntesten

ihres Fachs. Von ihren Kollegen aus der

Üsserschwiiz wird sie liebevoll «Walliser Sonne»

genannt. Regula Ritler über das Jodeln, das Wallis

und das grosse Fest.

«Jodeln tut mir

einfach güät»

Interview: Monique Ryser

Foto: Sedrik Nemeth

63


«Ich freue mich sehr aufs

Jodlerfest. Mein erstes

fand vor 30 Jahren ebenfalls

in Brig statt»

WALLISERIN

Sie ist Jodlerin mit Leib und Seele:

Regula Ritler, 47, aus Naters hat

bereits als Jugendliche mit dem

Jodeln begonnen und unterrichtet

heute Jugendliche und Erwachsene im

Privatunterricht und leitet den Oberwalliser

Nachwuchsjodelchor. Die Lehrerin

hat noch ein 50-Prozent-Pensum,

unterrichtet Deutsch für fremdsprachige

Kinder. Dabei singt sie auch mit ihnen:

«Das lockert auf, gibt eine gute Stimmung

und fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl.»

Wie kamen Sie zum Jodeln?

REGULA RITLER: Bereits als ich ein

Kind war, gingen wir im Sommer immer

auf die Belalp. Dort hörte ich meine Tante

häufig jodeln und üben. Schon damals

sagte ich mir: «Das will ich auch einmal

können.» Mit 15 trat ich dann dem Jodlerklub

Aletsch-Naters bei. Damals war Jodeln

aber noch etwas, über das man als

Jugendliche nicht so offen sprach. Ich

habe in der Schule jedenfalls niemandem

gesagt, dass ich einmal wöchentlich

in den Jodelklub gehe.

Ist das heute anders?

Ja, die Einstellung zum Jodeln und überhaupt

zur volkstümlichen Musik hat sich

sehr verändert. Früher war man Anhänger

eines Stils und wollte nichts anderes

hören. Heute haben die Leute Freude

an verschiedenen Musikstilen gleichzeitig

und sind so auch gegenüber der

Volksmusik offener geworden. Bei mir zu

Hause läuft beispielsweise meistens der

Radiosender Swiss Pop, obwohl ich fast

täglich mit Jodeln zu tun habe.

Sie leiten den Nachwuchsjodelchor

des Oberwallis. Was hat Sie dazu

motiviert?

Ich fand, dass es etwas eigenes für Kinder

und Jugendliche brauchte. Es ist

nicht ideal, mit 13, 14 Jahren in einen Jodelchor

zu gehen. Zudem kann man die

Jugendlichen gezielter fördern.

Gibt es genügend Nachwuchs?

Ja, wir haben keine Nachwuchsprobleme.

Erst vor Kurzem wurden mir sechs

weitere junge Männer zum Unterricht

geschickt, die sich explizit für das Jodeln

in einem Chor ausbilden lassen wollen.

Wie lernt man Jodeln?

Zuerst muss man die Technik beherrschen.

Als ich ins Lehrerinnenseminar

ging, wurde mir im Gesangsunterricht

gesagt, ich müsse mich entscheiden, ob

ich nun klassisch singen oder jodeln wolle.

Das macht man heute nicht mehr:

Denn Atemtechnik, Zwerchfellatmung

und Körperspannung sind wichtige

technische Fähigkeiten, die man für alle

Arten von Gesang braucht. Ich weiss,

dass man früher fand, fürs Jodeln sei das

nicht wichtig. Als ich dann aber die entsprechende

Ausbildung hatte, merkte

ich, wie viel ich falsch gemacht habe

und wie leichter mir mit der richtigen

Technik vieles fiel.

Mit dem ist es ja aber sicher nicht

getan, oder?

Beim Jodeln ist der Kehlkopfschlag

wichtig. Das ist der Wechsel zwischen

Brust- und Kopfstimme. Wer das nicht

beherrscht, wird Mühe haben. Denn

der Kehlkopfschlag ist die Grundlage

des Schweizer Jodels.

Können Sie das genauer erklären?

Im Schweizer Jodel haben wir nur die

Vokale o, u und j, die wir im Zusammenspiel

mit dem Kehlkopfschlag singen. Die

Vokalisation beschränkt sich im Schweizer

Jodel auf lo, lu, auch noch lü sowie

jo und ju. Die Konsonanten d oder r gibt

es im Schweizer Jodel nicht. Das im Gegensatz

zu deutschen oder österreichischen

Traditionen, die etwa «Holdrio»

singen. Das sind Eigenheiten, die wir

pflegen. Ein Schweizer Naturjodel oder

Urjodel besteht aus einer Vokalisation,

also nur Text, ohne Worte. Dies ganz im

Gegensatz zum Jodellied, das in aller

Regel drei Strophen umfasst, die jeweils

durch einen Jodel voneinander getrennt

werden.

Wie jodelfreudig sind die Walliser?

Wir sind keine traditionelle Hochburg,

aber wir haben ein hohes Niveau und

viele Jodelklubs. Vor allem im Ober- und

Mittelwallis bis nach Sierre. Im Unterwallis

hat es dann keine Klubs mehr.

Was bedeutet Ihnen das Jodeln?

Jodeln tut mir einfach gut oder «güät»,

wie wir Walliser sagen.

Diesen Sommer beherbergt Brig

das Eidgenössische Jodlerfest. Was

bedeutet Ihnen das, und was sind

Ihre Höhepunkte?

Ich erinnere mich noch gut an mein

erstes Eidgenössisches Jodlerfest, das

64


Regula Ritler als

Annemarie im

Jodelmusical «Stilli

Zärtlichkeite».

Foto Michael Hug

ebenfalls in Brig stattfand. Für mich ist

das ein schönes Jubiläum.

Was ist Ihre Aufgabe am Jodlerfest?

Ich darf zusammen mit zwei anderen

Jodlerinnen und einem Blasorchester

das «Alpensonett» von Edmund Zurwerra

uraufführen. Zudem sind auch die

Auftritte mit dem Nachwuchsjodelchor

zu erwähnen und Solo- und Duett-

Auftritte. Zudem bin ich in der Jury

des Nachwuchswettbewerbs des Prix

Walo, der am Samstag vergeben wird.

Ich hoffe aber sehr, dass ich auch noch

Zeit zum Festen finde.

Sie sind an Auftritte gewohnt: Sie

machten bei den Aufführungen der

Thunerseespiele mit, spielen die

Annemarie beim ersten Jodelmusical

«Stilli Zärtlichkeite». Wie war die

Zusammenarbeit beim Musical?

Das war ganz toll: Ich lernte viele Kolleginnen

und Kollegen aus der ganzen

Schweiz kennen, und wir hatten eine

interessante, freundschaftliche und intensive

Zusammenarbeit. Fürs Jodlerfest

in Brig habe ich deshalb bei mir auch

ein Massenlager eingerichtet.

Das Musical war ein voller Erfolg,

haben Sie das erwartet?

Nein, das war für uns alle überraschend,

und wir freuen uns sehr. Das zeigt eben

auch, dass Jodeln sehr beliebt ist und

eine grosse Anhängerschaft hat.

Die Musical-Kollegen nannten Sie

unsere «Walliser Sonne». Was macht

die Walliser und Walliserinnen aus?

Die meisten haben unseren Dialekt gern.

Auch sind wir direkt, ehrlich und echt.

Man sagt auch, wir hätten harte Köpfe –

bei mir stimmt das jedenfalls. Wenn ich

etwas will, dann verfolge ich das Ziel mit

Ehrgeiz. Und wenn mich etwas nicht interessiert,

dann rühre ich keinen Finger

dafür. Ein harter Kopf eben (lacht).

Infos Jodlerfest

22. bis 25. Juni 2017 | Das 30. Eidgenössische

Jodlerfest dauert vier Tage. Offizielle Eröffnung

ist am Freitag, 23. Juni, um 13.30 Uhr.

Der Festakt findet am Sonntag, 25. Juni, um

9 Uhr im Garten des Stockalperschlosses

statt. Den Abschluss bildet der Festumzug

durch die Bahnhofstrasse, der um 14 Uhr beginnt.

Brig-Glis | Die Stadt Brig-Glis erwartet

150 000 Besucherinnen und Besucher. Um allen

eine Schlafgelegenheit zu bieten, werden

auch Turnhallen und Mehrzweckhallen in

Massenlager umgerüstet. Vorträge | Die

Vorträge der Jodlerinnen und Jodler

bilden das Herzstück. Insgesamt sind

1500 Konzertvorträge geplant. Jodlermeile |

Ein Jodlerdorf mit 20 Festzelten und

8000 Plätzen und eine Jodlermeile mit bis zu

60 Festständen sorgen für leibliches Wohl.

HelferInnen | 1300 Helferinnen und Helfer

sind im Einsatz Budget | Das OK rechnet mit

einem Budget von 5,3 Millionen Franken.

Anreise | Die SBB verkaufen ermässigte

Billette mit Festpins.

www.jodlerfest-brig.ch

65


M O N U M E N T E

Stille Zeugen

aus alter Zeit

Knorrig, mächtig und uralt – das sind die

Lärchen von Balavaux. Das Mikroklima einer Alp-Senke

machte die Nadelbäume zu stillen Zeitzeugen

einer längst vergangenen Epoche.

Text: Christine Nydegger Fotos: Sedrik Nemeth

NATUR

Der grösste Baum im einmaligen

Lärchenwald ist zwischen 850

und 1000 Jahre alt. Und er ist ein

Riese: 30 Meter hoch, mit einem Umfang

auf Brusthöhe von 9,1 Metern. Sogar

einen Namen haben ihm die Förster gegeben

– Bala 20. Die Altersbestimmung

erfolgte durch das Labor für Baumdatierungen

in Neuenburg. Die Forscher gaben

sich mit der ungefähren Angabe von

850 bis 1000 Jahren zufrieden, weil sie

dem Zeitzeugen nicht mit einer Kernbohrung

zu Leibe rücken wollten. Zu

wertvoll ist das mächtige Exemplar. Umgeben

ist es von rund 250 weiteren Lärchen,

viele an die 800 Jahre alt. Jedes

Jahr sterben Bäume ab, und jedes Jahr

werden vom Forstdienst einzelne neue

Exemplare gepflanzt. Hunderte von Jahren

ist es her, dass erste Sennen einen

Teil des ursprünglichen Lärchenwaldes

gerodet haben. Einige Hundert Bäume

haben sie als Lawinenschutz am Abhang

stehen gelassen. Heute sind die Lärchen

von Balavaux ein wertvolles Naturerbe.

Sie lassen die Besucher eintauchen in

eine Welt wie aus einer alten Sage.

Die Lärche ist der einzige Nadelbaum in

Europa, der im Winter seine Nadeln verliert.

Im Sommer färbt sie sich in helles

Grün, und ab Ende Oktober wird sie zum

goldgelben Naturwunder, das mit der

Sonne im Geäst von innen heraus zu

leuchten scheint.

Die alten Bäume auf der Alp Balavaux

erreicht man mit einer Wanderung: Mit

der Luftseilbahn von Haute-Nendaz

gehts zum See von Tracouet hinauf, von

dort führt ein Wanderweg an der Flanke

des Dent de Nendaz entlang zur Alp.

Unterwegs bieten sich Ausblicke auf die

umliegenden Gipfel und ins Rhonetal.

Am Weg liegt das Bergrestaurant Cabane

de Balavaux. Auch von Riddes aus

erreicht man die Alp, über Isérables, die

Gemeinde, auf deren Boden die alten

Bäume stehen, und von dort zu Fuss zur

Alp Balavaux oberhalb des Dorfes.

Wanderern wird eins abverlangt: Respekt

vor den stillen Naturwundern! Deren

Wurzeln sind empfindlich und sollten

nicht betreten werden. Aufs Bäumeumarmen

kann man getrost verzichten – die

Kraft der Lärchen wirkt weitherum!

66


1

2 3

1 Die rauen

Stämme der alten

Lärchen oberhalb von

Isérables. 2 Ein Standort, den

die Lärchen lieben: als Einzelbaum

auf der Weide. 3 Knorrig und wild steht

dieser Lärchenstamm immer noch

in der Landschaft. Ein Baum,

der vor Jahrzehnten

vielleicht vom Blitz

getroffen

wurde.

67


KULINARIK

68


Auf dem Markt in Martigny

schnuppert Cédric Agnellet

genüsslich an einer Wurst

aus Eringerfleisch.

IMMER DER

NASE NACH

Im Winter erkochte sich Cédric Agnellet

mit Walliser Spezialitäten eine Goldmedaille.

Jetzt begab er sich auf Spurensuche

zwischen Martigny und Sion.

Text: Anita Lehmeier Fotos: Sedrik Nemeth

69


KULINARIK

Wenn Cédric Agnellet, 29, sanft

am Trockenspeck drückt und

den würzigen Duft tief einatmet,

breitet sich auf seinem Gesicht bald

eine Mischung von Verzückung, Lust und

Konzentration aus, mit einer Spur Gier.

Ein Ausdruck, wie ihn nur ambitionierte

Köche draufhaben, die einen exzellenten

Rohstoff der essbaren Art in Händen

halten. Auf Agnellets Stirn blinkt deutlich

sichtbar das Schild «Bitte nicht stören»,

dahinter läuft die Denkmaschine

auf vollen Touren. Das Kochtalent aus

der französischen Haute-Savoie ist am

Arbeiten. In seinem Kopf kocht es. Das

Stück Fleisch wird in seiner Fantasie in

hauchdünne Streifen geschnitten, darin

eingerollt eine Mischung aus winzigen

Rohschinkenwürfeln, getrockneten Aprikosen,

Zwiebelchen, Aprikosensaft und

einem Schuss Sherry. Der fünflibergrosse

Happen hat den Namen «Comme un

tartare», er war Teil einer bildschönen

Amuse-Bouche-Trilogie, die sich Agnellet

für den Grand Prix Joseph Favre hat

einfallen lassen (mehr zum Wettbewerb

auf Seite 73). Die Leckerbissen haben zusammen

mit Hauptgang und Dessert –

alles komponiert aus Walliser Spezialitäten,

so lautete die Vorgabe – die hochkarätige

Jury überzeugt: Cédric Agnellet

gewann am 11. Dezember 2016 in

Martigny den ersten Preis.

Ein Tag, der dem jungen Franzosen in

lebhafter Erinnerung ist: «Ich war am

Abend nudelfertig. Wir sechs Finalisten

hatten 5 Stunden und 40 Minuten Zeit,

eigentlich genug für einen Dreigänger,

aber ich wollte ja zeigen, was ich draufhabe,

und ich habe alles gegeben.» Der

Aufwand hat sich gelohnt. Agnellet holte

sich nicht nur Ruhm und Ehre, er durfte

auch einen Audi S3, eine Siegerprämie

von 35 000 Franken und eine Luxusuhr,

so gross wie eine Kinderfaust, mit

nach Hause nehmen. «Eine Hublot», erklärt

der Franzose stolz. Die trage er

jetzt immer, ausser zum Kochen. Und

zwar nicht, weil sein Arbeitgeber, die

Patek Philippe Compass Group in Genf,

den Zeitmesser des Konkurrenten nicht

gern sähe, sie sei einfach zu gross und

schwer beim Arbeiten.

Seit 2011 ist Agnellet nämlich als Souschef

im Personalrestaurant der Uhrenfirma

tätig. Solch ein Talent in einer Kantine?

Unsere Frage beantwortet er mit

der gleichen Verve, wie er am Speck

schnuppert: «Mein Antrieb im Beruf ist

es, Leuten Freude zu machen. Und das

kann ich bei Patek Philippe im grossen

Stil. Pro Tag bereiten wir bis 1200 Teller

zu, kreieren sechs bis sieben Menüs

täglich, von fünf Franken bis quasi oben

offen. Ich koche ja auch für die Direk -

tion und deren Gäste. Durch meine Hände

geht von Kartoffeln bis Kaviar alles.

Ich kann also eine meiner Leidenschaften,

das Kochen und Kreieren, voll

ausleben.»

Und für das andere Herzblut habe es

neben dem Job auch noch Platz und

Zeit: für seine Familie. Der 29-Jährige hat

zwei kleine Kinder, Augustin, dreieinhalb,

und Alyssa, gut einjährig. «Meine Frau

und die zwei Kinder will ich nicht nur

sehen, wenn sie nachts schlafen.» Sein

Job beginne um sechs Uhr morgens, um

drei Uhr sei dann Feierabend. Dann fährt

Agnellet von Genf nach Hause und trifft

seine Knöpfe noch hellwach an. Bei

seinen früheren Engagements unter anderen

bei Philippe Rochat in Crissier

oder im Restaurant Pic im französischen

Valence habe er erlebt, dass in der Spitzengastronomie

Achtzehnstundentage

Im Keller der

Fromathèque

in Martigny

lagern

4000 Laibe

der Genussreife

entgegen

70


1

2

3

1 Am Wochenmarkt

in Martigny

fährt die Boucherie

du Saint-Bernard beste Fleischwaren

auf. 2 und 3 In der Fromathèque

führt Bertrand Gabioud dem Gast

seine Schätze vor. Cédric Agnellet,

aus der Heimat des Reblochon

stammend, staunt über die

Vielfalt der Walliser

Alpkäse.

71


KULINARIK

1

2

3

1 und 2

Zwei Profis und

Supernasen am Fachsimpeln:

Koch Cédric Agnellet

und Winzer Thierry Constantin (im

Karohemd) im Weinberg Corbassière

ob Sion. 3 «Oh, là, là, quel parfum!»,

lobt Cédric Agnellet das Trockenfleisch

der Metz gerei Saint-

Bernard aus Saint-

Maurice.

72


Wein,

Alpkäse,

Roggenbrot

und

Trockenspeck:

der Duft des

Terroirs

und Einsätze an Wochenenden die Regel

sind. Familie oder die Teilnahme an

Wettbewerben könne man vergessen.

Auch unser Foodscouting im Wallis hätte

da kaum dringelegen. Und Agnellet

hätte die Fromathèque in Martigny nie

kennengelernt. Diese Schatzkammer für

Gourmets ist unsere nächste Station.

Im Spezialitätengeschäft ist wiederum

Agnellets Nase gefordert: Die üppige Käsetheke

bietet Dutzende von Alpkäsen

aus der Region an. Der Bauernsohn aus

der Heimat des Reblochon probiert sich

genüsslich durch. Mitinhaber Bertrand

Gabioud zeigt uns noch den «Tresor»,

den Käsekeller. Hier lagern 4000 Laibe

ihrer Reife entgegen. Der Duft in diesem

Gewölbe ist zum Schneiden dick, hier im

Keller fühlt sich ein Käseliebhaber gleich

im siebten Himmel.

Im Picknickkorb fehlt zu Wurst, Trockenfleisch

und Käse nur noch eine Walliser

Spezialität: das Roggenbrot. Dieses

holen wir im Centre Zen in Sion, dem

Hauptsitz der Zenhäusern-Bäckerei, die

mit ihren Broten stets Spitzenplätze bei

kantonalen Wettbewerben belegt.

Ausgestattet mit dem Besten, was das

Wallis an Kulinarischem zu bieten hat,

klettern wir den Weinberg Corbassière

von Winzer Thierry Constantin hoch.

Neben einem alten Geräteschuppen

steht ein Fass, auf dem wir unsere Schätze

ausbreiten, derweil der Weinbauer

mit den wilden Tattoos unsere Gläser

füllt. Mit Blick auf die knospenden

Petite-Arvine-Reben lassen wir uns nun

unsere Beute schmecken, alle mit dieser

stillen Verzückung im Gesicht. Und die

Deutschschweizer Reporterin mit einem

Anflug von Neid auf die Lebensart, die

in diesem sonnenverwöhnten Teil der

Schweiz herrscht.

73

Grand Prix Joseph Favre

Cédric Agnellet gewann die erste Ausgabe

des Grand Prix Joseph Favre

Im Februar 1849 kam im Flecken Vex im

Val d’Hérens Joseph Favre zur Welt. Er sollte

mit seinem Lebenswerk die Gastronomie

prägen. Favre, der gern Mediziner geworden

wäre, widmete sich als Koch der Ernährungslehre

und -hygiene. Er erkannte,

dass «der beste Arzt des Menschen seine

Ernährung» sei. Sein Buch «La Science

Culinaire» wurde ein Bestseller, der grosse

«Dictionnaire universel de cuisine pratique»

von 1899 ist heute noch im Handel. Die von

ihm gegründete Académie Culinaire de

France zählt heute 900 Mitglieder aus

27 Ländern auf fünf Kontinenten.

Ihm zu Ehren rief Benoît Violier den Grand

Prix Joseph Favre ins Leben. Aufgabe der

Wettbewerbsteilnehmer war es, mit Walliser

Spezialitäten (Rohschinken, Trockenspeck

und Roggenbrot AOP, Kalbsrücken,

Williamsbirne) in 5 Stunden und 40 Minuten

ein Dreigangmenü zuzubereiten. In der

internationalen Jury unter Vorsitz von Benoît

Violiers Nachfolger Franck Giovannini

sassen 14 Spitzenköche, unter anderen

Frédy Girardet, Eckart Witzigmann, Peter

Knogl, Didier de Courten, Maurice Marro.


Unberührte Natur im Lötschental.

Wer auf diesem schmalen

Weg das Tal erkundet, kann Stille

erleben und Luft, die duftet.

ANGEBOTE

Foto Pascal Gertschen

74


SOMMER-

SPECIALS

Der Sommer im Wallis ist

eine Entdeckungsreise zu den Schätzen

der Natur. Erleben Sie selbst!

75


UNTERWEGS IN

DEN WALLISER ALPEN

www.walliser-sommer.ch

ANGEBOTE

Fotos Jeroen Hoppenbrouwers, Christian Pfammatter, HO (2)

Majestätische Viertausender,

unberührte Natur, frische Bergluft,

kulinarischer Reichtum und

aussergewöhnlich viel Sonnenschein.

Das Wallis lädt zu einem

vielversprechenden Sommer ein.

Entschleunigen Sie in der Natur,

kosten Sie regionale Spezialitäten,

während Sie die Berglandschaft

erkunden, und freuen Sie sich auf

Abenteuerferien mit der Familie.

Buchen Sie unter:

www.walliser-sommer.ch

4

Via Francigena ab Saint-Maurice

Die Via Francigena ist die Europarat-

Kulturstrasse, die in Canterbury in England

startet und durch Frankreich und

die Schweiz bis nach Rom führt. Gleich

wie der Jakobsweg ist die Via Franci gena

ein mittelalterlicher Pilgerweg, der eine

Renaissance erlebt. Die Walliser Etappe

der Via Francigena führt von Saint-Maurice

mit der über 1500 Jahre alten Abtei

nach Martigny, Orsières, Bourg-Saint-

Pierre und über den Grossen-Sankt-

Bernhard-Pass mit seinem Hospiz und

den Bernhardinerhunden weiter nach

Aosta in Italien.

Angebot: 6 Tage Marschzeit, 7 Nächte

mit Halbpension, Gepäcktransport,

die kulturellen Besichtigungen und

die Reisedokumentation

Gültig: Mitte Juni bis Mitte

September 2017

Preis: Ab CHF 809.– pro Person

Wandertour im Val d’Anniviers

Entdecken Sie auf einer Wandertour das

Val d’Anniviers zu Fuss. Sie wandern im

eigenen Tempo, geniessen die einmalige

Berglandschaft und die Sicht auf die

imposante «Kaiserkrone» mit ihren fünf

Viertausendern. Nehmen Sie sich Zeit,

und lernen Sie auf Ihrem Weg die typischen

Dörfer des Tals kennen. Der Gepäcktransport

wird für Sie organisiert.

Angebot: Ab 4 Übernachtungen

organisieren wir für Sie eine auf

Ihre Bedürfnisse massgeschneiderte

Wandertour.

Gültig: 24. Juni bis 8. Oktober 2017

Preis: Ab CHF 647.– pro Person

Pass Anniviers Liberté

Von Mai bis Oktober 2017 erhalten alle

Gäste, die im Val d’Anniviers in einer Unterkunft

eines professionellen Anbieters

(Hotel, Herberge, Ferienwohnung, Berghütte)

oder einer Zweitwohnung übernachten,

den Anniviers-Liberté-Pass.

Dank diesem Pass profitieren die Gäste

kostenlos von den öffentlichen Verkehrsmitteln,

Bergbahnen und vielen Aktivitäten

wie Schwimmbad, Tennis und

Minigolf und haben Zutritt zu Museen

und Sehenswürdigkeiten.

Angebot: Pass Anniviers Liberté

Gültig: Mai bis Oktober 2017

Preis: Gratis

Wandertour im Val d’Hérens

Auf einer Wandertour durch das Val

d’Hérens tauchen Sie in eine intakte Natur

ein, entdecken die Alptradition und

ein vielfältiges Kulturerbe. Die Staumauer

Grande Dixence mit ihren 285 Metern

wird bestimmt auf Sie wirken. Sie ist die

grösste Gewichtsstaumauer der Welt.

Auf der Wandertour entlang des Lac des

76


1 Der Lac Bleu

am Ende des Val

d’Hérens auf 2090 Meter

Höhe umgeben von Lärchen

und Arven. 2 Die Eringerkühe sind im

Sommer auf der Alp. 3 Nach der Velotour

ein entspannendes Bad im Wasser der

Thermalquellen in Leukerbad.

4 Der Lac de Moiry im

Val d’Anniviers.

1

2

Dix führt Sie der Weg bis zu den mächtigen

Gletschern, die auf den über 3500

Meter hohen Berggipfeln thronen. Eine

weitere mythische Passage ist der Riedmatten-Pass

auf 2900 Metern, der vom

legendären Skitourenrennen Patrouille

des Glaciers passiert wird. Hier entdecken

Sie bei Ihrem Abstieg die typischen

Dörfer des Val d’Hérens, die wahrhafte

Zeugen des Berg lebens in früheren Zeiten

sind. Geniessen Sie dabei das Bergpanorama

mit der überragenden Dent

Blanche (4357 Meter), die frische Alpenluft

und die Walliser Sonne. Die Wanderung

eignet sich für geübte und für

berggewohnte Wanderer. Die Marschzeit

pro Tag beträgt ungefähr fünf bis

sechs Stunden.

Angebot: Wandertour 3 Tage

(4 Übernachtungen), Frühstück, Picknick,

Abendessen, Gepäcktransport

Gültig: Juni bis Oktober 2017

Preis: Ab CHF 471.– pro Person

Leukerbad, die alpine Energiequelle

Entdecken Sie die Thermalbäder von

Leukerbad und dessen Wanderparadies

mit dem Berg- und Badepass. Leukerbad

ist der grösste Thermalbadeort in den

Alpen. Hier sprudeln aus den Quellen

täglich und in rund 30 Becken 3,9 Millionen

Liter Wasser, angereichert mit

wertvollen Mineralien. Sie suchen aktive

Erholung? Dann sind Sie an dieser einzigartigen

alpinen Energiequelle genau

richtig!

Angebot: 2 oder 3 Übernachtungen im

Hotel inklusive Frühstück, 2 Tage Bergund

Badepass, 1 Leukerbad-Massage

Gültig: 3. Juni bis 5. November 2017

Preis: Ab CHF 283.– pro Person

Bike und Therme in Leukerbad

In Leukerbad erwarten Sie 300 Kilometer

ausgeschilderte Velorouten mit insgesamt

9000 Metern Höhenunterschied.

Folgen Sie den zwanzig ausgeschilderten

Routen – zum Beispiel dem berühmten

Torrenttrail oder dem neuen Flowtrail

–, und erleben und erkunden Sie die

wunderschöne Region mit ihren Bergseen,

Alpen und Hütten. Nach der Anstrengung

haben Sie Erholung verdient!

Entspannen Sie sich weitab vom Trubel

des Alltags im wohltuenden Wasser der

Thermalbäder, und geniessen Sie das

umwerfende Alpenpanorama und den

Sonnenschein.

Angebot: 2 Übernachtungen

im Hotel, 1 Tag Berg- und Badepass,

1 Eintritt in die Thermalbäder

(3 Stunden gültig), abgeschlossene

Veloräume, Waschzone für Velos,

Wäscheservice für Velokleidung

Gültig: 17. Juni bis 29. Oktober 2017

Preis: Ab CHF 222.– pro Package

77

3


WALLISER

KULTUR & GENUSS

www.walliser-sommer.ch

2

ANGEBOTE

3 4

Grächen: Wildtiere beobachten

Gehen Sie mit einem einheimischen

Walliser Wildhüter frühmorgens zu den

exklusiven Spots, wo sich die Gämsen

und Steinböcke in freier Natur aufhalten.

Im Bergrestaurant Hannighüsli geniessen

Sie im Anschluss ein reichhaltiges

Walliser Frühstück. Rechnen Sie

circa drei Stunden ein.

Angebot: 6 Uhr bis circa 9 Uhr.

Treffpunkt: 5.55 Uhr an der Talstation

Hannigalp (ab Sonntag, 1. Oktober

2017: 6.55 Uhr), Teilnehmer: maximal

10 Personen (Kinder ab 7 Jahren)

Gültig: 15. Juni bis 22. Oktober 2017,

jeweils mittwochs

Preis: CHF 22.– für Erwachsene ab

16 Jahren (exkl. Bahnfahrt); CHF 16.–

für Kinder 7–15 Jahre (exkl. Bahnfahrt)

Fotos Olivier Maire, HO (3)

Val d’Hérens: Ein Raclette im Tal der

Königinnen

Majestätisch und kühn, die Eringerkühe

sind weit übers Wallis hinaus bekannt.

Das Val d’Hérens ist ihre Heimat, und

hier entdecken Sie das Temperament

und die Traditionen rund um die Eringerrasse.

Reisen Sie dafür ins Herz der Alpen

im sonnigen Val d’Hérens, begleitet

und geführt von einem Bergbauern, der

Ihnen die Alpwirtschaft des Val d’Hérens

näherbringt.

Angebot: Entdecken Sie die traditionelle

Käseherstellung auf der Alp,

und machen Sie sich auf die Suche

nach der Herde. Zum Abschluss des

78


1

Alp besuchs bei den Königinnen geniessen

Sie ein echtes Walliser Raclette

AOP am offenen Feuer. Dieser Erlebnistag

verspricht pure Alpenluft, feinste

Produkte und echte Traditionen.

Gültig: 1. Juli bis Ende September 2017

Preis: Ab CHF 51.– pro Person (Kinder

bis 12 Jahre gratis)

Sion & Wine Tour

Auf der Sion & Wine Tour lernen Sie die

historische Altstadt von Sion und die

Weine der Region kennen. Sie werden

Gelegenheit haben, fünf Weine aus Sion

und einen traditionellen Walliser Teller

mit Walliser Trockenfleisch, Rohschinken,

Trockenwurst und Walliser Käse zu degustieren.

Zudem besichtigen Sie historische

Sehenswürdigkeiten in der Altstadt

wie den Hexenturm oder die römischen

Thermen. Wussten Sie, dass Sion

mit seinen 7000 Jahren Geschichte zu

den ältesten Städten der Schweiz zählt?

Angebot: Geführte Stadtbesichtigung

mit Weindegustation ab 2 Teilnehmern

Gültig: Während des ganzen Jahres

von Montag bis Freitag um 10 Uhr,

15.15 Uhr oder 17 Uhr

Preis: CHF 59.– pro Person

Escape Room Sion – Caveau du Diable

Sie haben eine Stunde zum Lösen des

Rätsels und zum Entkommen aus dem

Caveau du Diable! Der Legende nach

soll Sankt Theodul, der erste Bischof

des Wallis, in seinem Gepäck die ersten

Weinreben ins Wallis gebracht haben

und eine vom Papst erhaltene Glocke,

als er im Jahre 381 n. Chr. aus Rom zurückkehrte.

Aber man wusste nicht, dass

der Teufel höchstpersönlich die schwere

Glocke trug. Sankt Theodul sperrte

ihn bei seiner Ankunft in Sion in den Caveau

du Diable ein. In diesen Keller, der

zu den ältesten im Wallis zählt, werden

auch Sie eingeschlossen, um das Rätsel

zu lösen.

Angebot: Escape Room Sion,

Dauer: 1 Stunde

Gültig: Das ganze Jahr, von Montag

bis Sonntag von 8.30 bis 22.30 Uhr

Preis: Ab CHF 160.– für 4 Teilnehmer

(12 Teilnehmer maximal)

Walliser Kulturerbe in Anzère

Erkunden Sie zu Fuss die Alpwiesen, und

lassen Sie sich von den regionalen

Produkten verführen. Werfen Sie einen

Blick hinter die Kulissen einer traditionellen

Käserei, und geniessen Sie ein

Fondue Glareyarde. Erkunden Sie am

zweiten Tag Ihres Aufenthalts auf einer

Wanderung den Tseuzier-Stausee mit

seinem türkisfarbenen Wasser. Der

Rückweg führt Sie entlang der Suone

von Ayent, die nur schwindelfreien Wanderern

empfohlen wird. Lassen Sie den

Tag mit einer Weindegustation und

einem traditionellen Walliser Raclette

ausklingen.

Angebot: 2 Übernachtungen,

Bergbahntickets, lokaler Guide,

79

1 Blick auf den

Tseuzier-Stausee.

Von hier führt ein

Wanderweg eine alte Suone

entlang. 2 Wild beobachten unter

kundiger Führung in Grächen.

3 Sion – eine der ältesten Städte der

Schweiz entdecken und Wein

degustieren. 4 Käserei

auf einer Alp im

Val d’Hérens.

Besichtigungen, Brunch, Picknick,

Fondue, Weindegustation

und Raclette

Gültig: 1. Juni bis 31. Oktober 2017

Preis: CHF 389.– pro Person

Anzère: «Brunchen» auf der Alp

Lassen Sie sich von Rose-Marie auf der

Alp de Tsalan in die Geheimnisse der Alpkäseherstellung

einweihen, und geniessen

Sie im Anschluss direkt vor Ort einen

Brunch mit ausgewählten regionalen Produkten.

Zurück nach Anzère kommen Sie

zu Fuss oder mit der Gondel.

Angebot: Der «Brunch» findet jeweils

mittwochs statt – nur auf Reservation.

Gültig: Juni bis September 2017

Preis: CHF 25.– pro Person


ENTSCHLEUNIGEN

IN DER NATUR

www.walliser-sommer.ch

ANGEBOTE

Fotos Christian Pfammatter, HO (3)

3

4

Champex: Das «kleine Schweizer Kanada»

erkunden

Entdecken Sie die Walliser Alpen auf

eine ganz besondere Art und Weise –

indem Sie Champex-Lac vom See aus

mit dem Pedalo geniessen. Der See, die

Holzchalets und die dichten Wälder

haben der Destination den Namen «kleines

Schweizer Kanada» verliehen. Bis

vier Personen können zusammen in einem

Pedalo Platz nehmen und die Bergstille

und frische Luft geniessen.

Angebot: Sofern Sie in der Destination

übernachten, können Sie vom Pass

Saint-Bernard profitieren und damit

diese und viele weitere Aktivitäten

(botanischer Alpengarten Flore-Alpe,

Artillerie-Festung, Bergbahn Breya

etc.) für nur CHF 9.– pro Tag geniessen.

Gültig: Juni bis September 2017

Preis: CHF 9.– pro Tag

Wandervogel-Pauschale am Grossen

Aletschgletscher

Würzige Alpenluft, ein Logenplatz am

Aletschgletscher und freie Sicht auf die

schönsten Viertausender des Wallis –

willkommen im Bergsommer auf Riederalp,

Bettmeralp, Fiesch-Eggishorn. Für

Alpinisten und Wanderer ist die Aletsch

Arena das Paradies auf Erden. Auf unzähligen

Gebirgs- und Gletschertouren

auf über 300 Kilometer Wanderwegen

können Sie die einmalige Bergwelt erleben

und im geschützten Aletschwald

Ruhe und Kraft tanken.

Angebot: Die Wandervogel-Pauschale

der Aletsch Arena ist das ideale Paket

für alle Wander- und Naturliebhaber:

3 bis 7 Übernachtungen in einem Hotel

oder einer Ferienwohnung inklusive

freie Nutzung der Bergbahnen

der Aletsch Arena und vieles mehr.

Gültig: 17. Juni bis 22. Oktober 2017

Preis: Ab CHF 279.– pro Person

Wanderpass Aletsch+

In der Aletsch Arena bietet die Natur

eine eindrucksvolle Wanderkulisse. Bewusst

wird Wanderern die Einmaligkeit

der grandiosen Gebirgslandschaft nahezu

überall auf einer Wanderung entlang

des Grossen Aletschgletschers. Mit dem

Wanderpass Aletsch+ sind Sie frei in der

Wahl Ihrer Tour zu den drei Viewpoints

mit Blick auf den grössten Eisstrom der

Alpen und die Viertausender des Wallis.

Oder bei einer Genusswanderung

durch den unter Naturschutz stehenden

Aletsch wald mit seinen bis zu 900 Jahre

alten Arven. Es verwundert eigentlich

nicht, dass die einzigartige Naturlandschaft

der Aletsch Arena auch ein ganz

besonderer Kraftort ist.

Angebot: Der Wanderpass Aletsch+

ist ein kombiniertes Bergbahnund

Zugticket, das uneingeschränkte

Mobilität in der Aletsch Arena

garantiert. Erhältlich ist es für 1 bis

21 Tage.

Gültig: 10. Juni bis 22. Oktober 2017

Preis: Ab CHF 22.– pro Person

80


1 Die Aletsch

Arena bietet freie

Sicht auf den Aletschgletscher.

2 In Ovronnaz

die reiche Tier- und Pflanzenwelt

erkunden. 3 Ravensburger Familien- und

Spielwochen in Grächen. 4 Das «kleine

Schweizer Kanada» im Pays du

St.-Bernard erinnert wirklich

an die Weiten

Nordamerikas.

1

Grächen: Ravensburger Familienwoche

Verbringen Sie Ihre Ferien in der intakten

Natur des Mattertals. Erleben Sie

abenteuerliche Ferien mit Ihren Kindern,

und entdecken Sie das vielfältige Angebot

in Grächen und dessen Umgebung.

Angebot: 7 Übernachtungen in

einem Hotel mit Frühstück oder in

einer Ferienwohnung, Erkundung

des Ravensburger Spielewegs inkl.

Rucksack und Spielepass während des

Aufenthalts, Besuch des Thermalbads

Brigerbad sowie eine Retourfahrt

mit der Märchengondelbahn

Grächen–Hannigalp

Gültig: 15. Juni bis 22. Oktober 2017

Preis: Ab CHF 278.– pro Person

Ovronnaz: Wandern & Thermalbad

Entspannung pur! Ovronnaz bietet eine

Fülle an Wanderwegen aller Schwierigkeitsgrade,

die Sie mitten in die Naturwunder

der Region führen. Bei lehrreichen

Spaziergängen oder sportlichen

Wanderungen entdecken Sie die Reichtümer

des Wallis. Nach der Anstrengung

haben Sie sich eine Erholungspause im

Thermalbad von Ovronnaz verdient! Es

gibt nichts Entspannenderes als ein Bad

im warmen Thermalwasser, das Sie zugleich

mit einer wunderbaren Sicht auf

die Walliser Alpen geniessen können.

Angebot: 3 Übernachtungen in

einer Ferienwohnung für Familien

(max. 4 Personen/2 Erwachsene und

2 Kinder unter 15 Jahren) inkl. Frühstücksbuffet,

die kostenlose Nutzung

der Bergbahnen und freier Zutritt

zum Thermalbad & Spa

Gültig: 10. Juni bis 26. Oktober 2017

Preis: Ab CHF 302.– pro Person

Botanischer Lehrpfad Mille fleurs in

Ovronnaz

Oberhalb von Ovronnaz bei La Seya

(2182 Meter) entdecken Sie eine kostbare

subalpine Pflanzenwelt mit über 200

verschiedenen Blumen- und Pflanzenarten.

Einige darunter sind sehr selten und

geschützt in der Schweiz, etwa das Narzissen-Windröschen

oder das Holunder-

Knabenkraut. Auf dem neuen botanischen

Wanderweg Mille Fleurs können

sie diese seltenen Pflanzen beobachten,

identifizieren und schützen. Von La Seya

aus geniessen Sie zudem ein wunderschönes

Panorama übers Rhonetal, die

Walliser Viertausender und den Grand

Chavalard, Petit Muveran und Haut de

Cry. Mit Feldstecher und Fotoapparat

ausgerüstet führt Sie diese Wanderung

zu einem aussergewöhnlichen Schatz

der Natur!

Angebot: Lehrpfad Mille fleurs

Gültig: 10. Juni bis 29. Oktober 2017,

Zugang mit der Bergbahn Ovronnaz–

Jorasse

Preis: Gratis

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Kultur, Sport & Brauchtum

Im Wallis ist den ganzen Sommer über etwas los:

sportliche Anlässe, Festivals sowie Genussmomente.

www.wallis.ch/events

AGENDA

Mai/junI

Offene Weinkeller im Wallis

25. bis 27. 5. 2017, Degustationen.

www.lesvinsduvalais.ch

Cézanne in Martigny

16. 6. bis 19. 11. 2017, Fondation Gianadda.

www.gianadda.ch

Eidgenössisches Jodlerfest

22. bis 25. 6. 2017, Brig-Glis.

www.jodlerfest-brig.ch

Musikdorf Ernen

30. 6. bis 18. 8. 2017, Ernen. Barockmusik.

www.musikdorf.ch

Juli

Romeo und Julia am Gornergrat

6. 7. bis 27. 8. 2017, Zermatt. Freilichtspiel.

www.freilichtspiele-zermatt.ch

Sierre Blues Festival

6. bis 8. 7. 2017, Sierre. U. a. mit ZZ Top.

www.sierreblues.ch

Trail Verbier St-Bernard

7. bis 9. 7. 2017, Verbier. Ultralauf.

www.trailvsb.com

Sion sous les étoiles

12. bis 16. 7. 2017, Sion. Musikfestival.

www.sionsouslesetoiles.ch

Valais Drink Pure Alphornfestival

21. bis 23. 7. 2017, Nendaz.

www.nendazcordesalpes.ch

Verbier Festival

21. 7. bis 6. 8. 2017, Verbier. Klassik.

www.verbierfestival.com

August

4. Cyclosportive des Vins du Valais

1. 8. 2017, Sion. Radsport.

www.cyclosportive.ch

Guinness Irish Festival

3. bis 5. 8. 2017, Sion. Keltische Musik.

www.guinessfestival.ch

Swiss Food Festival

11. bis 13. 8. 2017, Zermatt. Schlemmen!

www.swissfoodfestival.ch

Berglauf Sierre–Zinal

13. 8. 2017, Sierre. Lauf der fünf Viertausender.

www.sierre-zinal.ch

Open Air Gampel

17. bis 20. 8. 2017, Gampel.

www.openairgampel.ch

Grand Raid

18. und 19. 8. 2017. Mountainbike.

www.grand-raid.ch

Aufführung Peer Gynt

19. 8. bis 3. 9. 2017, diverse Daten.

www.buehne-moerel.ch

Matterhorn Ultraks

25. und 26. 8. 2017, Zermatt. Ein Trail-

Rennen über 16, 30 und 46 Kilometer.

www.ultraks.ch

The North Face Ultra-Trail Mont-Blanc

28. 8. bis 3. 9. 2017, Orsières. Durch drei

Länder, sieben Täler und 71 Gletscher.

www.utmbmontblanc.com

September

Jumping National de Sion

6. bis 10. 9. 2017, Sion. Reitwettbewerb.

www.jumpingnationaldesion.ch

Omega European Masters

7. bis 10. 9. 2017, Crans-Montana.

www.omegaeuropeanmasters.com

VINEA Salon der Schweizer Weine

1. bis 2. 9. 2017, Sierre. Der grosse

Treffpunkt für Weinliebhaber.

www.vinea.ch

Swiss Peaks Trails

15. bis 17. 9. 2017, Chablais. 12–170 km.

www.swisspeaks.ch

Nostalgische Genussmeile

10. 9. 2017, Saas-Fee. Wie anno dazumal.

www.saas-fee.ch

Perskindol Swiss Epic

11. bis 16. 9. 2017, Zermatt, Verbier.

www.swissepic.com

Breitling Sion Airshow

15. bis 17. 9. 2017, Sion.

www.breitlingsionairshow.com

Genusswoche

14. bis 24. 9. 2017, Sion.

www.gout.ch

PALP Festival

19. 7. bis 19. 8. 2017, Martigny. Kultur.

www.palpfestival.ch

Triennale für zeitgenössische Kunst

26. 8. bis 22. 10. 2017, Martigny.

labelart.ch/de/la-triennale

Bagnes, Hauptstadt des Raclettes

23. und 24. 9. 2017, Bagnes. Käsefest.

www.bagnesraclette.ch

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NEU

SCHWEIZER GOLD

FÜR GAUMEN UND HALS


wallis.ch

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