DMG-informiert 6/2017

dmginterpersonal

Spannende und bewegende Missionsberichte aus aller Welt. Unsere Mitarbeiter sind rund um den Globus im Einsatz, damit Menschen Gott begegnen. Thema dieser Ausgabe: Überraschend anders

informiert

Berichte aus der weltweiten Mission Nr. 6/2017

Uberraschend

anders


THEMA

Uberraschend

anders

Endlich fährt der Zug ein. Ich stehe

am Bahnsteig und warte auf meinen

Gast, den ich schon gut kenne. Wir

haben etliche E-Mails ausgetauscht und

telefoniert. Manches aus ihrem Leben hat

sie mir anvertraut. Wie sie zu Jesus gefunden

hat und wie engagiert sie sich in der

Gemeinde und unter Studenten einsetzt.

Ich freue mich auf unsere erste Begegnung.

Vor meinem inneren Auge habe ich

ein Bild dieser jungen Frau, deren Herz

für Jesus und verlorene Menschen brennt.

Die Türen des Zuges öffnen sich. Es

ist unmöglich in der Menge, meinen Gast

ausfindig zu machen. Ich warte, doch keine

der übriggebliebenen Personen passt

ins Bild, das ich von meiner Besucherin

habe. Auch beim Ausgang steht niemand,

der meiner Vorstellung entspricht. Minuten

später finden wir uns dann doch. An

ihrer Stimme erkenne ich sie sofort, doch

ihr Äußeres ist überraschend anders …

ANKUNFT DES RETTERS

Genau so ging es vielen vor 2.000

Jahren mit Jesus. Damals verpassten die

meisten Juden den Sohn Gottes, ihren

Messias und König. Sie hatten ein anderes

Bild vom Erlöser vor ihrem inneren Auge.

Als er ihnen begegnete, erkannten sie ihn

nicht. Ihr Messias würde ein mächtiger

politischer Befreier sein, der Israel zum

militärischen Sieg über Rom führen würde.

Sie suchten nicht nach einem Erlöser,

der auf dem Fohlen eines Esels reitet.

Sie konnten sich keinen leidenden Retter

vorstellen, der sich als Opfer für Sünder

hingibt.

Stehen nicht auch wir in der Gefahr, Jesus

zu verpassen wegen unserer falschen

Vorstellungen und Erwartungen? Wir

suchen einen Erlöser, der unsere Wünsche

erfüllt. Wir wollen einen, der sofort

unsere tiefsten Probleme löst.

JESUS IST KÖNIG

Wer Jesus freudig als König willkommen

heißen will, muss verstehen, wer

er wirklich ist. Sacharja 9,9 ist eine der

großen messianischen Prophezeiungen im

Alten Testament. In der Geschichte war

die Ankunft eines Königs oft überschattet

von Angst. Der erste Teil dieses neunten

Kapitels sagt das Kommen Alexanders

des Großen (356–323 v. Chr.) voraus, der

Israels Nachbarn rücksichtslos eroberte.

Die Nachricht seines Kommens rief bei

allen, die ihm im Weg standen, Schrecken

hervor. Er ließ oft alle Männer einer

Stadt barbarisch ermorden und verkaufte

Frauen und Kinder in die Sklaverei. Er

kümmerte sich nicht um das Wohl seiner

Untertanen, sondern nur um seine eigene

Macht.

Im Blick auf den Messias spricht

Sacharja hier von einem ganz anderen

König, auf den wir uns wirklich freuen

können: „Du, Tochter Zion, freue dich

sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze!

Siehe, dein König kommt zu dir.“ Der

Satz „Dein König kommt zu dir“ kann

auch übersetzt werden mit: „Dein König

kommt FÜR DICH“, dir zugut, zu deinem

Vorteil. Zur Zeit von Jesus wurde Israel

von mächtigen ausländischen Herrschern

regiert. Das Volk war hilflos und nicht in

der Lage, sich selbst zu befreien. Doch

dieser König sollte die Macht haben, sie

zu retten, und er hatte dabei ihr Bestes

im Sinn.

Wir stehen unter der Herrschaft der

Sünde, die uns zerstört und aus der wir

uns nicht selbst befreien können. Wir

sind auf Hilfe von außen angewiesen.

Nur mit diesem Wissen werden wir den

versprochenen König und das Angebot,

das er uns macht, freudig empfangen. Er

kommt für dich! Aber wer ist er überhaupt?

2 DMG-informiert | 6 | 2017


JESUS HAT AUTORITÄT

In der Antike stand der König für

Macht und Autorität. Heute haben einige

Monarchen wie die Königin von England

offiziell fast keine Befehlsgewalt mehr. Sie

fungieren als Würdenträger und moralische

Autorität. Ihre Wünsche mögen ein

gewisses Gewicht haben, doch haben sie

kaum Macht.

Jesus Christus war überraschend anders.

Selbst bei seinem ersten Kommen,

als der demütige, leidende Diener, besaß

Jesus eine stille, vollkommene Autorität

über Menschen und Ereignisse. Obwohl

die jüdischen Führer ihn hassten, weil

er ihre Autorität bedrohte, konnten sie

nicht Hand an ihn legen, bis seine Zeit

gekommen war (Joh 7,30; 8,20).

Um die alttestamentliche Prophezeiung

zu erfüllen, führte Jesus am Palmsonntag

eine öffentliche Demonstration durch

und zeigte dem jüdischen Volk und dessen

Herrschern, dass

er der Messias ist.

Jedoch nicht die Art

von Erlöser, die sie

erwarteten. Die mutige

Aktion von Jesus,

begleitet von Hosianna-Rufen

auf einem

Esel nach Jerusalem

einzureiten, führte zu

seiner Verhaftung und

Kreuzigung – doch sie

geschah genau zum

von Gott bestimmten Zeitpunkt, als die

Passah-Lämmer in Jerusalem geschlachtet

wurden. Damit erfüllte sich die Schrift.

Alle vier Evangelien betonen, dass Jesus

der Herr der Situation war – und nicht

nur Spielball irgendwelcher Mächte. Jesus

war kein hilfloses Opfer. Niemand nahm

ihm das Leben. Er gab es freiwillig hin

(Joh 10,17.18). Jesus wurde auf seinem Leidensweg,

beim Verrat durch Judas oder

bei der Kreuzigung von nichts überrascht.

Er hatte die Autorität. Er regiert, auch in

den Ereignissen um seinen Tod (Apg 2,23;

4,27.28).

JESUS IST GERECHT

Sacharja beschreibt Israels König als

einen vollkommen gerechten. Er ist nicht

korrupt, wie viele Weltherrscher. Laut

Transparency International leben 85

Prozent der Weltbevölkerung unter einer

korrupten Regierung. Der Internationale

Währungsfonds schätzt, dass weltweit

durch Korruption 1,3 bis 1,75 Billionen

Euro verschlungen werden. Geld, das

für lebensnotwendige Investitionen in

den Bereichen Bildung, Gesundheit und

Armutsbekämpfung fehlt. Korrupte Führer,

für die Gerechtigkeit ein Fremdwort

ist, sind dafür verantwortlich, dass viele

Menschen extrem leiden. Wie überraschend

anders ist Jesus. Er ist gerecht

und nicht auf Gewinn aus. Jesus nutzt

seine Nachfolger niemals aus, weil er die

besten Absichten für uns hat.

Jesus ist der Helfer, der als Retter für

sein Volk kam. Für die Juden hatte die

Rettung, die der Messias bringen würde,

nationalpolitische Untertöne. Seit

Jahrhunderten wurden sie von Feinden

bedroht, die sie ausbeuteten oder versklavten

(Ps 129). Als Gott ihnen einen

Befreier versprach, dachten sie an jemanden,

der sie von ihren irdischen Feinden

und aus der Hand aller, die sie hassten,

erlösen würde (Lk 1,69–71).

JESUS RETTET

Du, Tochter Zion,

freue dich sehr, und du,

Tochter Jerusalem,

jauchze! Siehe, dein

König kommt zu dir,

ein Gerechter und ein

Helfer, arm und reitet

auf einem Esel, auf einem

Füllen der Eselin.

Sacharja 9,9

Gleichzeitig hatte die Erlösung für die

Juden aber auch eine persönliche Dimension,

die sich auf die Befreiung des Einzelnen

von Gottes Urteil über seine Sünde

bezieht. So prophezeite

Zacharias, dass Jesus sein

Volk durch die Vergebung

der Sünden retten wird

(Lk 1,77). Im gleichen Sinn

sagte der Engel zu Josef:

„Du sollst ihm den Namen

Jesus geben, denn er

wird sein Volk von seinen

Sünden retten“ (Mt 1,21).

Würde Gott unsere Schuld

einfach ignorieren, wäre

er nicht gerecht. Deshalb

schaffte er einen vollkommenen Ersatz

und bezahlte durch den Tod von Jesus die

Strafe, die wir verdient haben.

Es gibt zwei falsche Vorstellungen: Erstens,

der liebende Gott könne moralisch

anständige Menschen nicht in die Hölle

schicken. Diese Denkart unterschätzt

den Ernst unserer Sünde. Zweitens, die

meisten von uns seien gut genug, um sich

für den Himmel zu qualifizieren. Sicher

haben wir alle Fehler, aber wir sind doch

nicht wie Mörder, Terroristen oder Kinderschänder?

Also gehen viele davon aus,

dass die Waage zu ihren Gunsten ausschlägt,

wenn sie vor Gott stehen, weil

sie es letztlich doch gut gemeint haben.

Viele Juden waren diesen falschen

Vorstellungen ergeben. Als Nachkommen

Abrahams befolgten sie penibel das

von Mose vorgeschriebene Gesetz, das

sie in ihren Augen besser machte als die

Heiden. Gott würde sie bestimmt nicht

richten. Ihr Irrtum war, dass es vollkommene

Gerechtigkeit braucht, um in den

Himmel zu kommen. Und dass Sünde

mehr ist als nur falsches Handeln – sie ist

eine Art Erbkrankheit, der sich niemand

entziehen kann, es sei denn durch Jesus.

Am Kreuz hat sich der vollkommene

Sohn Gottes als Ersatz für uns Sünder

angeboten. Er kam, um sein Leben als

Lösegeld für viele zu geben (Mk 10,45).

Gott schenkt dir vollkommenes Heil und

Gerechtigkeit, sobald du nicht mehr auf

deine Gerechtigkeit vertraust, sondern

auf Jesus (Römer 3 und 4).

JESUS IST DEMÜTIG

Im Gegensatz zum stolzen Herrscher

Alexander mit seinem Streitross, kam

Jesus als Diener auf einem jungen Esel

geritten. Der Esel war ein Tier, das zu

friedlichen Zwecken genutzt wurde.

Jesus erfüllte damit die alttestamentliche

Prophezeiung, entsprach aber nicht dem

Bild des politischen Revolutionsführers,

den das Volk erwartete. Das hebräische

Wort für „arm“ aus Sacharja 9,9 kann

auch demütig bedeuten. Zudem schließt

es die Bedeutung eines Gerechten ein,

der von bösen Männern geplagt wird.

So sagen einige Bibelkommentare, dass

dieses Wort das Leiden des gerechten

Dieners des Herrn darstellt, wie in Jesaja

53 prophezeit. Jesus legte seine Rechte

bereitwillig ab und wurde Diener, indem

er gehorsam war bis in den Kreuzestod

(Phil 2,5 ff.).

Spurgeon wies darauf hin, dass kein

falscher Messias Jesus jemals kopiert

habe, indem er den niedrigen Platz eines

Dieners einnahm. In diesem Punkt ist Jesus

einmalig. Er gab uns den Auftrag, ihm

darin zu folgen. Nachdem er die Füße der

Jünger gewaschen hatte, sagte er: „Ein

Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr

tut, wie ich euch getan habe“ (Joh 13,15).

Gott kommt so anders in diese Welt.

Das ist das Geheimnis von Weihnachten:

Gott hat sich klein gemacht, damit wir

kleinen Menschen den großen Gott erfassen

können. Damit auch die ganz unten

mit ihm in Gemeinschaft kommen. Selbst

wer sich kaum noch aufrappeln kann,

ist nicht ausgeschlossen, weil sich Gott

so tief zu uns herabbeugt. Gott hat sich

auch deshalb ganz klein gemacht, damit

keiner vor ihm Angst haben muss. Damit

man fürs Beten nicht erst die richtigen

Worte und geschliffenen Formulierungen

braucht, sondern mit Gott reden kann,

wie es einem gerade zumute ist.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesen

Weihnachtstagen aus dem Staunen über

Jesus nicht mehr herauskommen. In diesem

Sinne ein überraschend frohes Fest!

Ihre Monika Mench

Mentorin

für neue

Missionare

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3


EUROPA

Andrew Howes

Pfr. Günther Beck

Die DMG erhält ein

Leitungs-Tandem

Die DMG erhält im Mai 2018 eine

neue Leitung. Der langjährige Direktor

Dr. Detlef Blöcher gibt sein Amt

an das Tandem Pfr. Günther Beck (bisher

Öffentlichkeitsarbeit) und Andrew Howes

(Personalleiter Afrika) weiter. Bei der

Tagung des Missionsrats am 14. Oktober

sind sie einmütig in ihre Ämter gewählt

worden. Beck wird im Mai 2018 Direktor,

Howes stellvertretender Direktor. Beide

sind bereits viele Jahre DMG-Mitarbeiter

INHALT

4 EUROPA

11 ASIEN

12 AFRIKA

16 AMERIKA

18 Offene Stellen

19 Veranstaltungen

20 Weihnachtsprojekt

Direktor Dr. Detlef Blöcher gibt sein Amt an

Pfr. Günther Beck und Andrew Howes weiter

im Ausland und der Heimatzentrale und

kennen das Werk und seine vielfältigen

Dienste für die Menschen gut. Sie stehen

für eine stabile und innovative Prägung.

Günther Beck ist Jahrgang 1957 und

hat in Erlangen Theologie studiert. 1984

begann er seine Mitarbeit bei der DMG.

In Nordafrika und dem Nahen Osten war

er zunächst Student, dann Lehrer und

schließlich Geschäftsmann. In Algerien

lernte er seine Frau Rosemary kennen,

sie haben zwei erwachsene Kinder. Seit

April 2016 arbeiten sie in der DMG-Zentrale,

wo er zum Vorstand für Kommunikation

berufen wurde – und nun zum

künftigen Direktor.

Stellvertreter wird der Engländer

Andrew Howes (Jahrgang 1960), der an

der Universität Leeds Hoch- und Tiefbau

studiert hat. Gemeinsam mit seiner Frau

Elisabeth war Howes viele Jahre Missionar

im Urwald des Kongo und der Wüste

Burkina Fasos. Sie haben vier erwachsene

Kinder. 13 Jahre war Howes Projektmanager

bei CFI, bevor er zur DMG zurückkehrte,

um die Personalleitung für Afrika

zu übernehmen.

Der amtierende Direktor Detlef

Blöcher (64) wird 2018 in Ruhestand

gehen. Im Jahr 2000 übernahm er die

Leitung von Manfred Bluthardt. Vorher

war er Personalleiter, von 1986 bis 1990

unterrichtete der promovierte Physiker

als Dozent im Nahen Osten. Blöcher hat

das Missionswerk durch seinen einfühlsamen,

dienenden Leitungsstil deutlich

vorangebracht.

Bei der Tagung des Missionsrates

sagte er: „Ich bin überzeugt, dass meine

Nachfolger die richtigen Personen für

die aktuelle Zeit sind. Ich wünsche ihnen

Weisheit und Vollmacht von Gott sowie

den Mut zu weiteren Innovationen in der

sich rasant verändernden Welt.“

Mehr Informationen:

www.DMGint.de/Direktorwahl

4 DMG-informiert | 6 | 2017


HEIMATZENTRALE

NEU: André Decker

Transformation

[Umgestaltung; tiefgreifend]

Wenn man erkennt, dass Dinge

nicht gut sind, wird es Zeit für

Veränderung – oder neudeutsch: für

Transformation. Mein Name ist André

Decker. Ich bin 44 Jahre alt, verheiratet

und habe drei Kinder. Zeiten der Transformation

sind auch Zeiten der Gefahr.

Altes wird gegen Neues, Ungewohntes

getauscht. Was theoretisch funktioniert,

muss sich jedoch in der Realität

erst beweisen.

Seit einem Jahr bin ich IT-Administrator

der DMG-Zentrale Buchenauerhof.

In den zurückliegenden Monaten habe

ich viel am Thema Transformation

im Bereich Computer und Software

gearbeitet. Das war nicht immer problemlos;

auch nicht immer schön. Aber

spannend!

Ich denke an den Austausch des Datenspeichers

der Heimatzentrale. Die

ganzen Daten der DMG lagen auf zehn

Festplatten, die nicht mehr die Neuesten

waren. Sie mussten gegen neue

Speichermedien ausgetauscht werden,

um den gestiegenen Anforderungen gerecht

zu werden. Guten Mutes machte

ich mich daran, die Dateien vom alten

auf den neuen Speicher zu übertragen,

ein schwieriger Prozess, der sich über

Wochen hinzog.

Ich war dankbar, als schließlich alles

auf den neuen Speicher übertragen war.

Kaum war ich fertig, fiel eine Festplatte

im alten Datenspeicher

aus, die zuvor

fünf Jahre ohne Unterbrechung,

fehlerfrei Tag und

Nacht lief. Glück gehabt? Gerade nochmal

gutgegangen, könnte man meinen.

Ich sehe es anders: Gott hatte uns vor

großem Schaden bewahrt.

Wenn ich im Computernetzwerk etwas

verändere, hat das oft weitreichende

Folgen. Ein falscher Knopfdruck,

schon können andere nicht mehr

arbeiten, weil ihnen der Zugriff auf

wichtige Daten fehlt. Manchmal funktionieren

Dinge, bei denen eigentlich

alles in Ordnung ist, auf einmal nicht

mehr. Wie gut, dass Gott auch in der

Computertechnik Gebet erhört; sei es

durch den entscheidenden Tipp eines

Kollegen oder einen eigenen genialen

Gedanken, der den Karren wieder aus

dem Dreck zieht.

Meine persönliche Transformation

habe ich als 18-Jähriger erlebt. Damals

wollte ich nicht mehr so weitermachen,

wie mein Leben bis zu diesem

Zeitpunkt verlaufen war. Durch meine

Frau lernte ich Jesus kennen. Ich habe

ihm mein Leben geschenkt, seither

verändert er mich Schritt für Schritt.

Noch immer ist mein größter Wunsch,

dass Jesus mich in sein Bild umgestaltet.

Auch das ist nicht immer problemlos.

Aber spannend!

In Zeiten der Transformation ist Jesus

da, der unumstößlich treu mein Fels

in der Brandung ist. Das gibt mir Mut,

meinen persönlichen und den technologischen

Weg der Transformation in der

DMG weiterzugehen.

Spenden: P51089 Decker

Geschenke

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Die Welt im Detail 2018

Postkarten-Wand- und Tischkalender

(15x16 cm) der DMG

Faszinierende Fotos unserer Missionare

mit Bibelversen und Kurzandachten.

Events der DMG sind eingetragen. Ein

schönes Geschenk auch für Freunde Ihrer

Gemeinde.

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Nachts draußen

bei den Skorpionen

Luka-Geschichten aus Afrika ab 7 Jahre

Schule ohne Lehrer, wie soll das denn sein?

Und wie geht es nach dem schlimmen

Streit weiter? Spannend, was Luka und

seine Familie in Afrika erleben. Kommt mit

auf den Kamelmarkt und seht, wie Luka

seine größte Mutprobe besteht. Wie es

ist, in einem anderen Land zu leben – so

richtig!

Mit Material für

Kindergruppen

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Sidro, der Anker

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Musikmissionar Frank Bosch mit Songs in

Kroatisch und Deutsch. Dazu das Mitsing-

Liederbuch, illustriert mit wunderschönen

Gemälden von Italien-Missionarin Susanne

Stoehr.

Impressionen aus dem

Heiligen Land

Beit Al Liqa’ 2018

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Impressionen aus

dem Heiligen Land

Israel-Kalender (A4) von Ehepaar Shahwan

Eindrucksvolle Gemälde unserer Missionarin

Marlene Shahwan: Landschaften,

Pflanzen und Momentaufnahmen aus der

Umgebung des Beit Al Liqa (Haus der

Begegnung) nahe Bethlehem.

Lino, der Melonendieb

Erlebnis aus Südamerika ab 4 Jahre

Geschichte: Marianne Diemer

Illustration: Ute Haller

An einem sonnigen Tag bringt Linos Vater

eine Wassermelone mit nach Hause.

Am Abend wollen sie die leckere Frucht

gemeinsam essen. Doch dann …

Die im Buch enthaltene Bonus-DVD

enthält den Entwurf einer Kinderstunde

sowie alles, um die Geschichte in Kindergruppen

zu erzählen, zu spielen und

vorzuführen.

Bestellungen an: Zentrale@DMGint.de oder Tel. 07265 959-0

DMG-informiert | 6 | 2017

5


EUROPA

KIDS-TEAM DEUTSCHLAND

Stefan und Bettina Greiner

Abenteuer mit Gott

Wir freuen uns, Ihnen hier kidsteam

Deutschland vorzustellen,

einen neuen Arbeitsbereich, der

seit dem Frühjahr 2017 zur weltweiten

DMG-Familie gehört. Ihr Motto ist:

Denn darum geht es uns. kids-team

hat die Vision, dass Kinder in Deutschland

Gott kennenlernen. Sie hören und

erleben die gute Botschaft von Jesus in

kindgerechter Weise. Bei Aktivitäten

verkündigen wir die Liebe Gottes, die

in Jesus sichtbar wird. Wir unterstützen

Ihre Gemeinde beim Erreichen von Kindern

mit der besten Botschaft der Welt.

Wir beraten und helfen praktisch bei

regelmäßigen oder einmaligen Events für

Kinder und Familien. In unseren Programmen

vermitteln wir Kindern biblische

Werte und fördern sie ganzheitlich und

altersgerecht. Das gemeinsame Erleben

verbindet Kinder unterschiedlichen Alters

und aller Nationalitäten und fördert ihre

soziale Kompetenz. Wir legen Wert auf

eine fröhliche, friedliche, von Wertschätzung

und Respekt geprägte Atmosphäre.

Wir haben Teams in Karlsruhe, im

Westerwald und Ruhrgebiet. Von

hier aus arbeiten wir deutschlandweit

übergemeindlich auf der Glaubensgrundlage

der Ev. Allianz. Wir sind der DMG

angeschlossen und unterstützen Sie und

Ihre Gemeinde gerne in Ihrer Arbeit mit

Kindern. Kommen Sie auf uns zu.

www.DMGint.de/kids-team

Das Leben mit Gott ist ein

Abenteuer, das haben wir als

Familie schon oft erlebt: Jung verheiratet

war unsere erste gemeinsame

Gemeinde der Württembergische

Christusbund in Rommelshausen bei

Stuttgart. Wir merkten schnell, dass

uns Glaubensgrundlagen fehlten, so

kam der Wunsch auf, eine theologische

Ausbildung zu absolvieren. Ein

Jahr aus dem Job aussteigen, eine

tolle Wohnung aufgeben, Familie und

Freunde zurücklassen – es schien

schwer. Aber ja, nur für ein Jahr

sollte es sein, danach könnten wir

in unser behütetes Leben zurück,

dachten wir.

Gott hatte es anders geplant.

Nach einem halben Jahr weckte er in

uns den Wunsch, länger zu studieren.

Die Leitung des BSK stimmte

unserem Antrag auf eine vierjährige

Ausbildung zu, mit den Worten:

„Wir wussten schon, dass Gott euch

im hauptamtlichen Dienst haben

will.“ Wir ließen uns auf dieses Abenteuer

ein und erlebten viel mit Gott.

Sei es, wenn es um Finanzen ging, in

Ausbildung und Arbeit oder bei der

Geburt unseres ersten Kindes.

Im Gemeindedienst des Christusbundes

im Schwarzwald erlebten

wir sieben gute Jahre unter Gottes

Segen. Wohin sollte es weitergehen?

In den Missionsdienst unter Kindern

in Deutschland! Ein Abenteuer: Es

galt, einen Freundeskreis und eine

selbständige Arbeit aufzubauen und

fortan von Spenden zu leben. Für

LEGO ® -

Stadt bauen

zehn Jahre waren unsere Mission und

Einsatzort die Kinder-Evangelisations-

Bewegung in Karlsruhe.

Durch verschiedene Ereignisse

hinterfragten wir unsere Berufung und

wussten zunächst nicht, wie es weitergeht.

Gott schenkte uns eine klare

Bestätigung und erneuerte unsere

Berufung für die Arbeit mit Kindern,

allerdings in einem anderen Werk.

Zum 1. April 2017 haben wir kidsteam

Deutschland als Arbeitszweig

der DMG gegründet und führen unsere

missionarische Arbeit in Karlsruhe

und Umgebung fort. Durch Kindertreffs,

Bibelentdecker-AGs an Schulen

oder mit unserer Lego-Stadt erreichen

wir jede Woche viele gemeindefremde

Kinder mit der biblischen Botschaft.

Als Familie dürfen wir Gott dienen

und erleben seine Hilfe – ein Abenteuer.

Er hat seinen guten Plan. Während

der theologischen Ausbildung gab uns

eine Frau aus der Gemeinde einen

weisen Rat: „Tut einen Schritt nach

dem anderen. Aber geht den nächsten

Schritt. Gott kann euch führen und leiten,

selbst wenn ihr den übernächsten

Schritt noch nicht kennt.“

Unterstützen Sie kids-team

Konto der DMG, Stichwort:

P49500 kids-team

6 DMG-informiert | 6 | 2017


KIDS-TEAM DEUTSCHLAND

Margarete und Knut Ahlborn

„Hier bist du richtig, du bist Gott wichtig!“

Dieser Song ist unser Schlager

in der „Bunten Stunde“. Wir

wollen Kinder erreichen wo sie sind,

und in der Schule sind praktisch alle.

Also haben wir ein Konzept für eine

AG im Rahmen der „Offenen Ganztagsschule“

entwickelt. Es war genial:

Gleich die erste Schule, die wir anfragten,

öffnete uns ihre Türen. Aus

dem bunten inhaltlichen Angebot –

Vermittlung guter Werte anhand der

Bibel, Singen, Spielen und Basteln –

entstand die „Bunte Stunde“. Unsere

Programme werden gut aufgenommen.

Eine Schule möchte uns sogar

für unsere „wertvolle Arbeit“ einen

geregelten Beitrag zukommen lassen.

Kürzlich gab es in einer Schule

ein Fest unter dem Motto: „Wir

sind bunt“. „Da passen Sie doch

gut dazu“, meinte die Schulleiterin

und lud uns mit ein. Neben einer

„Farbschleuder“ hatten wir Gelegenheit,

Kindern und Eltern einen

packenden Erfahrungsbericht von

DMG-Missionarin Gabriele Fuchs zu

erzählen. Vertrauen wächst, dafür

sind wir dankbar! Wir wollen nicht

nur bei den Menschen gut ankommen,

sondern mit Weisheit offen und

ehrlich unserem Auftrag nachkommen:

Kinder einzuladen, dass sie ihr

„Vertrauen auf Gott setzen“, wie es

das Motto von kids-team sagt.

Auf vielfältige Weise geschieht

das auch durch die verschiedenen

Lego-Projekte: „Lego-Stadt“ und

„Lego trifft Bibel“. Kinder spielen

und bauen mit bunten Spielsteinen

und -figuren und hören in kindgerechter

Sprache die beste Botschaft der

Welt, wie Jesus Kinder aller Völker

liebt. Dieses geniale Projekt hat schon

viele Herzen geöffnet. Wir ermutigen

Sie, dies in Kooperation mit Kommunen

beispielsweise im Rahmen von

Ferienspielen anzubieten, das kommt

an. Eine Kirche wurde aufgrund ihrer

gelungenen Lego-Aktion später fürs

Stadtfest angefragt …

Spiel und Leben haben mehr

miteinander zu tun, als man auf

den ersten Blick vermutet. Wenn

wir Kindern Gottes Plan mit ihrem

Leben erklären, leuchtet es vielen

ein: Ich brauche ein Fundament für

mein Leben, wie ein Lego-Haus sein

Fundament hat. Und was immer ich

im Leben falsch gebaut habe, muss

wieder in Ordnung kommen, damit

das Haus nicht einstürzt. Besonders

schön ist, wenn Eltern mit ihren Kindern

bauen. Tüfteln, probieren und

gemeinsam zum Ziel kommen macht

Spaß, nebenbei werden die Beziehungen

der Familien vertieft.

Unser Geschichtenzelt im Advent

auf Weihnachtsmärkten haben wir

bereits das sechste Jahr. Wir erzählen

die Bedeutung von Weihnachten,

von der Erfindung des Adventskranzes

(Wichern) über die „Wirklich

Wahre Weihnachtsgeschichte“ und

die Geschichte des „Candy-Cane“

(Zuckerstange). Laden Sie uns ein, wir

machen solche Aktionen gerne auch

in Ihrer Gemeinde oder Stadt.

Die Mitarbeiter

Bettina und Stefan Greiner

kids-team Karlsruhe

Wir haben vier Kinder

im Alter von 11 bis 20

Jahren. Als Leiter von

kids-team Deutschland

und regional in Karlsruhe

dürfen wir Gott

dienen. Kinder, die Jesus

nicht kennen, sind unser

Herzensanliegen. Mit unserer Lego-

Stadt, Freizeiten und der Arbeit in Schulen

erreichen wir Kinder und beten, dass sie

ihr Vertrauen auf Gott setzen.

Margarete und Knut Ahlborn

kids-team Ruhrgebiet

Seit vielen Jahren sind wir

in der Gemeindearbeit

und speziell für Kinder

im ganzen Land unterwegs.

Unsere drei erwachsenen

Kinder gehen

fröhlich ihren Weg mit

Jesus – ein großes Geschenk

für uns. Gerne erarbeiten wir

mit Gemeinden gemeinsam Möglichkeiten,

Kinder in deren Umgebung zu erreichen.

Sabine Roth

kids-team Westerwald

Ich bin verheiratet,

und wir haben einen

erwachsenen Sohn.

Mein Aufgabengebiet

ist die Verwaltung sowie

Mithilfe in der direkten Arbeit

unter Kindern. Unserem

Team liegen Kinder und Familien

sehr am Herzen, wir wollen ihnen mit all

unserem Tun Jesus nahebringen.

Silke und Jürgen Platzen

kids-team Westerwald

Wir sind glücklich über

unsere fünf Kinder und

drei Enkel. Jürgen ist

als Kinderreferent viel

unterwegs, und Silke

liegt die Arbeit mit Eltern

am Herzen. Wir wünschen

uns, dass Kinder in gesunden

Beziehungen aufwachsen und zu von Gott

gesegneten Persönlichkeiten werden. Deshalb

geben wir die Botschaft von Jesus mit

Worten, Liebe und Leben weiter.

DMG-informiert | 6 | 2017

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EUROPA

DEUTSCHLAND

NEU: Marion Engstler

FRANKREICH

Tabea Winarske

Im Labyrinth

der neuen Kultur

Meine Großeltern

hätten gestaunt …

… wenn sie um die Wirkung ihrer

Gebete gewusst hätten. Lange beteten

sie, dass ich Jesus kennenlerne. Und Oma

lockte mich mit 20 Mark, damit ich in den

Ferien die Bibel las. Später zeigte eine

Schulfreundin unendliche Geduld, als sie

mich jeden Freitag nach der Schule zum

EC-Jugendkreis in Neu-Ulm einlud und ich

permanent nein sagte. Dass ich Monate

später doch regelmäßig hinging, obwohl

ich beim ersten Besuch nur Bahnhof verstand,

ist wohl auch aufs Gebet meiner

Großeltern zurückzuführen.

Der Durchbruch geschah bei „Wort

des Lebens“. Ob wir mit oder ohne Jesus

ins neue Jahr starten wollten, fragte der

Sprecher. Ich erkannte, dass Gott mich

nicht zu sich lassen konnte, sollte ich an

diesem Tag sterben, weil ich Jesus noch

nicht angenommen hatte. Mit klopfendem

Herz reihte ich mich in die Gruppe

derer ein, die mit Jesus leben wollten.

Christ werden heißt ja nicht automatisch,

dass man Jesus nachfolgt. Das

lernte ich sechs Jahre später, wieder in

Bayern, als ich mich beruflich verändern

wollte. Jesus möchte bei unseren Lebensentscheidungen

nicht nur gefragt werden,

sondern den Ton angeben. Ich ließ meine

beruflichen Pläne sausen und bot mich

Jesus an. „Du darfst mich auch in die

Mission schicken“, sagte ich im Gebet. Er

müsse es aber deutlich zeigen.

Ich arbeitete gern als Industriekauffrau,

doch in meiner Firma erlebte ich vier

Jahre Mobbing. Es war heftig. Gott ließ es

zu, um mich aus dem Beruf herauszuholen.

Ein Missionseinsatz in der Slowakei

machte mir deutlich, dass ich kündigen

sollte. Mit der Liebenzeller Mission war

ich 15 Monate dort und unterrichtete

Deutsch, toll war das. Nur, ohne theologische

Ausbildung konnte mich die Mission

nicht dauerhaft anstellen. Sollte ich

mit über 30 noch Theologie studieren?

Offensichtlich war ich nicht zu alt. Gott

bestätigte den Weg durch eine Begegnung,

einen Brief und den Bibelvers 2.

Mose 36,2, der sinngemäß lautet: „Wer

sich freiwillig anbot, wurde ausgewählt.“

Was für die Kunsthandwerker

der Stiftshütte galt, sagte

Gott nun zu mir. Ich durchlief die Ausbildung

in Bad Liebenzell und arbeitete 14

Jahre in Malawi. Bis 2015 unterrichtete

ich Afrikanerinnen in Dörfern die Bibel.

Als ich heimkehrte, stand ich erneut

an einer wichtigen Kreuzung: „Herr, soll

ich hierbleiben oder zurück nach Afrika?“

Meine Eltern leben mit über 80 alleine,

meine Schwester und ihre Familie sind

400 Kilometer weit weg. Gott antwortete

mir mit einer Episode der Fürsorge

aus dem Leben König Davids. Sein Vater

schickte ihn zu seinen Brüdern, um zu

schauen, ob es ihnen gut geht und um

ihnen Essen zu bringen. Weil er gehorsam

war, kam es zum Kampf mit Goliath,

und das Volk war gerettet. Für mich hieß

das, in Deutschland bleiben und meiner

Familie helfen.

Meine Gemeinde in Neu-Ulm, in der

Nähe meiner Eltern, fragte, ob ich mich

in ihre Arbeit mit Geflüchteten einbringen

könne. Natürlich! Das begeisterte

mich. Der Vater einer Missionarin

meinte: „Ach, übrigens, du kannst dich

bei der DMG melden, wenn du nicht

weißt, wie es weitergeht.“ So hat Gott es

eingefädelt, dass ich DMG-Missionarin in

Neu-Ulm werde. An diese überraschende

Führung hätten meine Großeltern beim

Beten sicher nie gedacht …

Die Gemeinde in Neu-Ulm hat ein

Begegnungscafé für Einwanderer eingerichtet.

Wir spielen mit Kindern, helfen

Flüchtlingen beim Deutschlernen und der

Integration. Der Schwerpunkt liegt auf

persönlichen Besuchen. Hier sprechen

wir ihre Probleme an, erklären ihnen

Briefe von Behörden und begleiten sie

zu Anhörungen, Gerichtsterminen und

Ärzten. Wir machen Ausflüge mit ihnen,

beispielsweise zum Deutschen Museum

nach München, verbringen Feiertage

miteinander und teilen unser Leben mit

ihnen. Dabei bezeuge ich gerne, wer Jesus

ist, bete mit meinen neuen Freunden

und, wenn möglich, lesen wir die Bibel

miteinander.

Spenden: P10904 Engstler

Marion Engstler

(2.v.l.) mit Großeltern

und mit Migranten

(kleines Bild Mitte)

Im Herbst 2016 ging es endlich

los mit dem Zug nach Paris.

Zwei Monate Sprachschule lagen

vor mir. Es war schon klar, dass

Frankreich nicht Deutschland ist,

doch ich staunte, was genau am

Ende alles anders war.

Zuerst hat mich das unterirdische

Labyrinth von Paris,

die Metro, ziemlich um meinen

Orientierungssinn gebracht. Eigentlich

fällt mir sowas leicht, aber

bei den vielen Tunneln, Treppen,

Laufbändern und Ausgängen hat es

gedauert, bis ich wusste, welchen

Weg ich nehmen musste, um auch

dort das Tageslicht zu erblicken,

wo es zu meiner Sprachschule ging.

Doch verglichen mit der Zeit, um

mich in den verschiedenen Kulturen

zurechtzufinden, war das noch gar

nichts.

Mir war von vornherein klar, dass

ich nicht nur mit Franzosen zu tun

haben würde. Da sind zum Beispiel

amerikanische Teamkollegen, dank

denen mein Englisch inzwischen

viel besser ist. Ich staunte, wie groß

unsere kulturellen Unterschiede

sind. Die gleiche Sprache zu sprechen

heißt noch lange nicht, dass

wir auch auf gleiche Weise Ideen

sammeln und Feedback geben.

Die Teenager und Jugendlichen,

denen ich in der christlichen

Jugendarbeit begegne, sind stärker

als erwartet von ihren afrikanischen

Eltern geprägt. Da ist Flexibilität

gefragt. Wenn jemand zur Jugendstunde

abgeholt werden muss, fällt

ihm das natürlich erst kurz vorher

ein. Ein andermal sitze ich eine halbe

Stunde nach Beginn noch allein

auf dem Sofa – aber dann geht’s

los! Auch unser Gottesdienst fängt

selten pünktlich an, erstaunlich

verlässlich, immer mindestens zehn

Minuten zu spät :)

Rein äußerlich ist vieles anders.

An die äußeren Gegebenheiten

kann man sich gewöhnen. Dann

wird hier eben der Salat vor dem

Hauptgericht gegessen und nicht

dazu. Herausfordernd wird es,

wenn es ums Eingemachte geht;

um meine Einstellungen, mein

8 DMG-informiert | 6 | 2017


ÖSTERREICH

Irene Schuster

Was meine Jugendlichen aus den

jeweiligen Stunden mitnehmen,

ist, dass ich extra hier bin, um mit

ihnen Zeit zu verbringen.

Denken, mein Herz. Oft steht mir meine

deutsche Leistungsorientierung im Weg.

Ich lerne immer wieder neu: Es geht nicht

ums TUN sondern ums SEIN. Ich BIN

Missionarin, ich mache nicht einfach Missionsdienst.

Das, was meine Teens und Jugendlichen

aus den jeweiligen Stunden mitnehmen,

sind weniger meine grammatikalisch holprigen

Aussagen, als vielmehr die Tatsache,

dass ich extra hierhergekommen bin, um

mit ihnen Zeit zu verbringen! Ich habe es

wirklich gewagt, den Gott der Bibel beim

Wort zu nehmen und allein ein komplett

neues Leben in einem anderen Land mit

fremder Sprache anzufangen. Dann muss

Gott ja doch zuverlässig sein, oder!? Wie

unterschiedlich unsere Sprachen sind, ist

den Teens aus dem Deutschunterricht

sehr bewusst.

Jesus hat gesagt: „Ihr seid das Licht der

Welt!“ Wenn ich mit Jesus lebe, macht

allein das schon einen Unterschied. Gott

erinnert mich immer wieder daran, dass

seine Maßstäbe anders sind als meine. Er

bringt Licht in mein Gedankenlabyrinth

und lässt ganz langsam die Theorie in

meinem Kopf zur Realität in meinem

Herzen werden. Dann packe ich mein

deutsches, selbstkritisches und ergebnisorientiertes

Denken ein und vertraue,

dass ER meinen Dienst in seiner eigenen

Weise segnen wird. Dass Gott die mir

anvertrauten jungen Leute im Glauben

wachsen lässt und sie seine Liebe erleben.

Ich bin einfach nur hier, und das ergibt:

Gottes Dienst.

Spenden: P10829 Tabea Winarske

Faithbook …

ein Teenielager

Teenager, sechs Mitarbeiter,

21 zwei Küchenfeen, acht Tage

am Fuß des Untersbergs im Salzburger

Land. Ende August startete unser

Teenielager mit einem Anhänger

Material, dem Kopf voll cooler Programmideen

und vielen Erwartungen,

was Jesus tun würde. Zum Thema

„faithbook“ (die Bibel, das Buch des

Glaubens) hatten wir einiges vor mit

unseren Kids. Jesus brachte uns ins

Staunen. Wie begeistert die Teenager

bei allem mitmachten und wie groß

ihr Hunger war, Gott näherzukommen

und sein Wort zu entdecken.

Genau dafür hatten wir gebetet. Es

gab viele Highlights, beispielsweise

den Gebetsabend. In neun Stationen

konnten die Kids für sich allein Gott

im Gebet begegnen: Sorgen, Schmerz

und Schuld loswerden, lieben Menschen

Wertschätzung zeigen, mit laut

gelesenen Bibelversen einen Raum mit

Gottes Wahrheit füllen, Fürbitte und

Dankesanliegen hinterlegen, sich von

Mitarbeitern segnen

lassen und Gott ihr

Ja-Wort geben.

Die erste Hälfte

des Abends verbrachte

ich im Gebet für

die Teenager. Ich sah

in vielen Gesichtern Tränen. Ein Bursche

flüsterte mir zu: „Gott schenkt

mir gerade eine solche Freude, ich

könnte platzen!“ Kurz darauf bat ein

Mädel, dass ich mit ihr bete, weil sie

sich so sehr freute. Die Begegnung

mit Gott ließ keinen kalt. Wir erlebten

Heilung, Nähe und eine gewaltige

Irene Schuster ist über die DMG

bei Neues Leben Österreich tätig

Die Begegnung mit Gott

ließ keinen kalt. Wir

erlebten Heilung, Nähe

und eine gewaltige Freude.

Freude. Eine Teilnehmerin sagte: „Ich

wusste nicht, wie es wird, die Stationen

allein zu machen. Aber man ist

nicht allein: Man redet ja mit Gott!“

Zwei Open Doors-Mitarbeiter

gestalteten einen Vormittag zum

Thema Verfolgte Christen. Die Zahlen

und Informationen waren aufrüttelnd.

Besonders erschütterte uns

der Lebensbericht von Welday aus

Eritrea, der selbst Verfolgung erlebt

hat. Es ist doch etwas andres, ob man

im Internet über Schicksale verfolgter

Christen liest, oder so jemanden

direkt vor sich stehen hat! Am Ende

bekam ich Gänsehaut, als wir die Spenden

zählten, die wir für die Ausbildung

von Sonntagsschullehrern in Eritrea

gesammelt hatten: Die Gruppe hatte

exakt den Betrag für zwei Lehrerausbildungen

zusammengelegt!

Am nächsten Tag wanderten wir

zur Weißbachklamm und kletterten

über meterhohe Stufen flussaufwärts.

Manche Klippe war nur mit Hilfe

von Seilen und gegenseitiger Unterstützung

zu schaffen. Es hat einen

Riesenspaß gemacht und war für alle

ein Erfolgserlebnis. An einer trockenen

Stelle im Bachbett genossen wir

gegrillte Würstel und Stockbrot. Nicht

jeder war begeistert,

als uns während der

Nachtwanderung

heimwärts ein Gewitter

voll erwischte

und bis auf die Haut

durchnässte – aber

ein Erlebnis war es allemal.

Das Teenielager war ein Geschenk.

Die Vorbereitung hat mich selbst

wieder neu für die Bibel begeistert.

Und wie der Funke auf die Teenager

übersprang. Gottes Wort ist heute

noch aktuell und lebendig!

DMG-informiert | 6 | 2017

9


EUROPA

ÖSTERREICH

Cornelius Enz

„Das darf doch

nicht wahr sein!“

Ich liege mit verzerrtem Gesicht

unter der Kletterwand. Dieser spitze

Schmerz im rechten Sprunggelenk ist gar

nicht gut. Ein Albtraum. Mit Teenagern

wollte ich eine intensive, wertvolle Zeit

verbringen. Doch nun liege ich hilflos

am Boden, mit Tränen in den Augen.

Eine kleine Fehleinschätzung hat dafür

gesorgt, dass ich aus nur eineinhalb

Metern unten aufgeschlagen bin; zu viel

für mein Sprunggelenk. Es ist farbenfroh

angeschwollen.

In Gedanken bete ich: „Gott, du hast

doch versprochen, dass du Engel schickst

und uns auffängst? Wieso lässt du sowas

zu? Wie soll die sportmissionarische

Arbeit weitergeführt werden?“ Sieben

Wochen darf ich das Gelenk nicht belasten

– viel Zeit zum Nachdenken.

Ist es nicht oft so, dass wir genaue Vorstellungen

haben, wie unser Leben läuft?

Diesen Sommer hatte ich gut geplant,

jede Bergaktion und Predigt. Nun musste

unser Team alles umstellen. Dienste

wurden getauscht, Aktionen verschoben,

Praktikanten durften sich in neuen Aufgaben

versuchen.

Am Ende des Sommers sind wir überwältigt,

wie Gott uns in seiner Kreativität

geführt hat. Die Praktikanten sind ermutigt,

weil ihre Begabungen zum Einsatz

gekommen sind. Gäste erzählen: „Genau

diese Botschaft habe ich gebraucht.“ Und

sogar meine Stunden auf dem Sofa hat

Gott gesegnet. Ich staune, wie er mir

Gedanken des Friedens und der Hoffnung

ins Herz gelegt hat.

Manchmal wollen wir vor Schwierigkeiten

fliehen, doch sie erinnern uns an

Jesus. Es ist gut, dass sich ungewollte

Situationen nicht einfach in Luft auflösen.

Das lehrt uns beten: „Ich lasse nicht los,

ehe ich deinen wundwaren Segen und

tiefen Frieden erhalten habe, lieber Vater.“

Vielleicht werden wir beim Klettern

enttäuscht, doch unser Schöpfer und

Retter enttäuscht uns nicht. Der liebende

Vater segnet uns manchmal

auf unerwartete Weise.

Das lehrt uns, ihm zu

vertrauen und uns mit

Geschenken segnen

zu lassen, die wir nie

erwartet hätten.


ÖSTERREICH

Mone Beck

Im Zickzackkurs

unterwegs!

Nein, das passt nicht!“, dachte ich

spontan, als ich mich über die Arbeit

des Bibellesebunds Österreich schlau

machte. „Wir suchen eigentlich auch

niemanden“, sagte der Leiter Hans Widmann

bei unserem ersten Gespräch. Und

wo bin ich doch nach einigen Monaten

gelandet und freue mich riesig darüber?

Richtig: Beim Bibellesebund Österreich!

Gott ist immer für eine Überraschung

gut.

Mit Gott unterwegs zu sein ist nicht

nur spannend, manchmal bringt er uns

auch ganz schön an unsere Grenzen. Vor

zwei Jahren habe ich meinen Dienst unter

jungen Leuten in der Mongolei abgeschlossen

und war gespannt, wo Gott

mich als nächstes hinschicken würde.

Zunächst öffnete sich eine Tür nach

Albanien. Ich freute mich richtig darauf,

bereitete mich vor und lernte bereits ein

paar Brocken Albanisch. Doch dann, die

Absage aus heiterem Himmel!

Daraufhin besuchte ich ein

Projekt in Kroatien, das

auf dem Papier nicht

passender hätte erscheinen

können.

Doch die Realität

war anders.

Ich wusste

sofort, dass

ich nicht

dorthin gehörte.

Ein

weiteres

Angebot in

Albanien

entpuppte

Advent!

Gott kommt. Bist du bereit?

Nimmst du ihn auf ? Nimmst du dir Zeit?

Freust du dich schon, wenn er dich erwȧ . hlt,

ihn aufzunehmen? Denn das ist’s, was zȧ . hlt!

sich als

kulturelles

Missverständnis.

Inzwischen

war ich

echt entmutigt

und verstand

Gott

nicht mehr.

Wollte er

mich überhaupt

noch im

Ausland? Oder

sollte ich zurück in

meinen Beruf?

Dann machte mich jemand aus meiner

Gemeinde auf den Bibellesebund Österreich

aufmerksam. Obwohl wir nach dem

ersten Gespräch noch nicht sahen, wie es

passen könnte, wollten sich beide Seiten

auf Gottes Führung einlassen. Elf Tage

lernte ich die Mitarbeiter und Einsatzgebiete

kennen, langsam entwickelte sich

eine Vision.

Nun darf ich mein neues Team in der

„Schulbewegerarbeit“ (Schülergebetskreise),

bei Freizeiten und Campingplatzeinsätzen

unterstützen. Die Mitarbeiter

wollten mehr über meine Jugendalphakurse

in der Mongolei wissen. Schnell waren

sich alle einig, dass so ein Programm

genau das Richtige für ihre Region

ist. Nach einigen Wochen

des Betens und Überlegens

waren wir sicher,

dass wir uns auf einen

gemeinsamen Weg

einlassen wollten.

Ein erster

Einsatz im

Sommer beim

Kinderferienprogramm

auf

dem Campingplatz

am

Ossiacher

See (Kärnten)

brachte

die Bestätigung:

Ja, es

passt!

So unterstütze

ich

fortan als

DMG-Mitarbeiterin

den

Bibellesebund

Österreich und

freue mich auf

meinen neuen

Lebensabschnitt.

Gottes Überraschung

ist gelungen. Wer mehr wissen

und für mich beten möchte, darf sich

gerne über die DMG an mich wenden.

Wer ihn nicht beachtet, den Wert nicht erkennt,

Geschenke einkauft und Kerzen anbrennt,

doch den Grund u .. bersieht, den Sinn dieser Nacht,

dass der Retter der Welt sich vom Himmel aufmacht,

der hat nicht verstanden, wie sehr Gott uns liebt,

und dass es nur deshal b ein Weihnachtsfest gibt.

Gott kommt zu uns! Mach dich bereit,

und genie e mit ihm diese Weihnachtszeit ...

Mone Beck

10 DMG-informiert | 6 | 2017


ASIEN

THAILAND

Daniel und Melanie Böhm

Wie kann er die Versager lieben?

Warum lässt der Hirte die 99

„ Schafe allein und sucht das eine,

das sich verlaufen hat? Interessiert Jesus

sich mehr für die Schlechten als für die

Guten?!“, empört sich Frau Khun, die

Erzieherin im kleinen Slum-Kindergarten,

den auch unsere Kinder Gideon und

Helen besuchen.

Unsere Kollegin Mary arbeitet gerade

daran, einige Gleichnisse leichter

verständlich zu formulieren, so dass sie

ein normalsterblicher Thai sprachlich und

inhaltlich erfassen kann. Die Thai-Bibel

ist in einer Hochsprache abgefasst und

enthält viele Begriffe, bei denen die Zuhörer

schlicht nur Bahnhof verstehen. Frau

Khun ist ihre „Versuchskaninchen-Zuhörerin“.

Mary erzählt ihr ein Gleichnis und

testet anhand von Fragen, was bei Frau

Khun ankommt und was gegebenenfalls

noch unverständlich ist.

Das Gleichnis vom verlorenen Schaf hat

Frau Khun sofort erfasst – und innerlich

abgelehnt, wie Gott so sein könnte:

dass die Schlechten, die Versager, mehr

Zuwendung zu bekommen scheinen als

die Guten. Und zu denen gehört sie doch

ganz offensichtlich, vor allem im Vergleich

zu vielen Nachbarn: Sie hat einen soliden

Beruf, den sie engagiert ausübt, sie raucht

und trinkt nicht, nimmt keine Drogen

und verkauft auch keine …

Einmal sitzen wir zu dritt bei uns im

Häuschen: Frau Khun, meine Sprachhelferin

Bun und ich. Sie

macht ihrer Empörung

über das Gleichnis

Luft. Bun meint dann

vorsichtig: „Ja, weißt

du, wenn ich ehrlich in

mein Herz schaue, kann

zumindest ich mich nicht

zu den Guten zählen. Ich

war schon neidisch, hab’

schon gelogen (was im Buddhismus auch

Sünden sind) … ich bin ehrlich froh, dass

Jesus die Verlorenen, die Versager sucht.

Sonst hätte ich keine Chance.“

In den folgenden zwei, drei Jahren kommen

wir mit Frau Khun immer wieder ins

Gespräch über Jesus; und stoßen immer

auf dieselbe Mauer: „Ich bin ein guter

Mensch – ich brauche euren eigenartigen

Gott nicht.“ Vor kurzem (wir sind gerade

zwecks Weiterbildung im Heimataufenthalt)

erreichte uns die E-Mail einer Team-

Kollegin: „Könnt ihr euch vorstellen: Frau

„Ich war schon neidisch

und hab’ schon gelogen.

Ich bin ehrlich froh, dass

Jesus die Verlorenen, die

Versager sucht. Sonst hätte

ich keine Chance.“

Khun hat mir erzählt, dass sie jetzt Jesus

nachfolgt!“ Nicht nur wir, auch unsere

Kinder, kommen aus dem Staunen nicht

mehr heraus.

Im August ist Daniel für zwei Wochen

in Thailand und

begegnet Frau Khun.

Freudestrahlend erzählt

sie ihm von ihrem

neuen Leben und

ihrer Gemeinde: „Jetzt

verstehe ich: Jesus hat

mich die ganze Zeit

gesucht. Ich war sein

verlorenes Schaf. Jetzt

hat er mich gefunden und heimgetragen –

weil er mich so liebt.“

Wir beten für Frau Khuns frischen

Glauben – gerade weil es für Thais

schwierig ist, in ihrer Familie, unter Nachbarn

und Kollegen Jesus zu folgen. Solche

Entscheidungen trifft man normalerweise

nicht alleine, sondern als ganze Familie

oder Gruppe. Der Widerstand einzelner

Nachbarn im Viertel ist spürbar. Bitte

beten Sie mit.

* Namen geändert

Helen mit

Erzieherin Frau Khun

DMG-informiert | 6 | 2017

11


AFRIKA

ÄTHIOPIEN

Mareike Weber

Gelbe Hoffnungsträger

Mareike Weber schult

junge Äthiopier in Sachen

Kreativität

Eigentlich halte ich mich für eine Optimistin.

Diese Einstellung ist im oft

grausamen äthiopischen Alltag vonnöten.

In letzter Zeit jedoch passieren fortlaufend

so furchtbare Dinge, dass selbst ich

nicht mehr weiß, wie mir und unserem

Team geschieht: Ärger mit Behörden und

Korruption, die angedrohte Enteignung

unseres Geländes, wochenlang kein Tropfen

Wasser in den Leitungen. Wir müssen

blutige Kämpfe verfeindeter Volksgruppen

mitansehen, tödliche Verkehrsunfälle

und schweigend Kindesmisshandlungen

auf offener Straße hinnehmen, weil ein

Eingreifen für Helfer übel enden beziehungsweise

die Situation des Kindes noch

verschlimmern könnte.

Taucht man in den afrikanischen Alltag

ein, kommt man unweigerlich mit Elend,

Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit in

Berührung. Plötzlich verstehe ich all die

resignierten Gesichter in den Straßen

Addis Abebas. Vielleicht bin ich ja mit

meiner Überzeugung, hier etwas ausrichten

zu können, doch nur eine „unverbesserliche

Idealistin“? Der Schmerz über

das viele Leid raubt mir die Zuversicht.

Bitter stelle ich fest, dass ich in all dem

Staub, der Leere und Enttäuschung keine

Hoffnung mehr entdecke: Wer kann

Afrika retten? All unsere Bemühungen

erscheinen so schwach. Und ich frage

mich, warum Jesus augenscheinlich

nichts tut.Plötzlich – im wahrsten Sinne

des Wortes „unverhofft“ – erscheint

ein Lichtblick im hoffnungslosen Grau:

Der Feiertag Meskel (Kreuz). Die ganze

Großstadt bereitet sich vor. Was ist los?

Kollegen erklären es mir. Dieser Feiertag

erinnert daran, wie die Königin von Saba

das Kreuz von Jesus aus Jerusalem nach

Äthiopien gebracht haben soll. „Aber

die Königin von Saba lebte doch Jahrhunderte

vor Jesus?“, frage

ich verwirrt. „Achso“,

meinen die äthiopischen

Kollegen schulterzuckend.

Dann war es

wohl irgendeine andere

Königin; egal. Jedenfalls

liege nach orthodoxem

Glauben das Kreuz in Äthiopien vergraben.

Das ganze Land feiert, singt, zündet

Lagerfeuer an und teilt sein Essen.

Der Meskel-Tag kommt. Ich kann es

nicht fassen, selbst die Natur feiert mit:

Das ganze Land ist wie verwandelt, in

ein Meer von gelben Blumen getaucht!

Kein Grau mehr – nur noch gelb, wohin

das Auge schaut. Auf den Straßen singen

Menschen, die gestern noch resigniert

auf ihre Probleme geschaut haben, befreit

vom Kreuz: „Unser Heil, unsere Freiheit,

alles ist vollbracht durch das Kreuz.“ Ihre

Der Meskel-Tag kommt.

Ich kann es nicht fassen,

selbst die Natur feiert mit:

Das ganze Land ist ein

Meer von gelben Blumen!

Armut ist plötzlich nicht mehr das Ende,

das Kreuz wird zum Indikator des Sieges.

Ein Tag der Gemeinschaft, des Dankens

und Teilens.

Das Schwenken eines Blumenstraußes

zeigt den hartgesottenen Optimisten,

also kaufe ich von einem Straßenmädchen

für 50 Cent einen großen Strauß. Die

Blumen bedeuten plötzlich so viel mehr

als nur bunte Dekoration. Sie zeigen,

dass sich unser Land trotz des Elends

nicht aufgegeben hat.

Dass die Menschen

sich daran erinnern,

die Hoffnung auf das

Richtige zu setzen; aufs

Kreuz.

Vielleicht kommt

Jesus ja gar nicht so,

wie ich ihn erwarte, mit Millionen von

Euros, fließend Wasser und reibungsloser

Politik. Vielleicht kommt er ja leise, in

Form von Millionen kleiner, gelber Blumen,

verbunden mit Hoffnung auf seine

alles heilende Liebe. Plötzlich verstehe

ich, dass viele Äthiopier die Befreiung in

Jesus verstanden haben. Sie erinnern sich

gegenseitig daran. Nicht, um sich von

Elend und Leid abzulenken, sondern um

es wieder in die richtige Perspektive zu

rücken: „Unser Heil, unsere Freiheit, alles

ist vollbracht durch das Kreuz.“

12 DMG-informiert | 6 | 2017


KENIA

Walter und Christel Gschwandtner

Schülerin in Not

Hani mit

Theresa

Unsere Grund- und Hauptschule

„Arche“ im Herzen des Slumviertels

Kariobangi bietet mehr als 350

Kindern Unterricht, gute Botschaft

und Zukunft. Kollegin Theresa, die Musik-

und Bibelunterricht gibt, erzählt:

Im Oktober 2016 fuhr unsere Drittklässlerin

Hani* mit ihrer Mutter mit

dem Bus nach Moyale. Auf dem Rückweg

wurden sie in einen furchtbaren Unfall

verwickelt, bei dem sieben Menschen

ums Leben kamen und viele verletzt

wurden. Die Mutter unserer Schülerin

verlor ihre rechte Hand; sie selbst zog

sich schwere Verbrennungen zu, ein Bein

musste ihr amputiert

werden. Daraufhin kam

es zu einer schlimmen

Infektion.

Einige Wochen später

saß ich gerade mit

der Rektorin in einem

Meeting, da stürzte

ein Mann herein, der

mit ihr reden wollte. Es war Hanis Vater,

er bat um Hilfe. Deutlich war zu spüren,

was für Sorgen er sich um sein Mädchen

machte. Ich kannte den Mann auch, weil

er mich seit drei Jahren immer sehr

einschüchterte, wenn ich nach Hause

fuhr. Mit grimmigem Blick saß er in seiner

Wochen später traf ich den

Vater erneut. Er lächelte!

Ich hatte ihn noch nie mit

einem solchen Gesichtsausdruck

gesehen.

Duka (kleiner Laden) und wirkte wie

jemand, dem ich niemals im Dunkeln

begegnen wollte.

Die Rektorin erklärte mir später, dass

er seine Kinder zwar in unsere Schule

schickte, jedoch von Anfang an radikal

gegen unsere christliche Prägung wetterte.

Ich wollte ihm und seiner Tochter

unbedingt helfen und die Liebe von Jesus

praktisch zeigen. Aber wie? Das Schicksal

dieses Mädchens hat mich tief berührt.

Mir fiel das christliche Krankenhaus in

Kijabe ein, und ich beschloss, dort anzurufen.

Eine Ärztin, die gerade Mittagspause

hatte, hörte mir in Ruhe zu. Ich solle

das Mädchen direkt zu ihnen schicken.

Also notierte ich mir Namen und Telefonnummer,

ging die Familie besuchen

und erklärte dem Vater, dass sie sich dort

gut um seine Tochter kümmern würden.

Hani musste sich in Kijabe mehreren

Operationen und Bluttransfusionen

unterziehen, die zweifellos ihr Leben

retteten. Sie und ihre Eltern wurden dort

wahrscheinlich so liebevoll und respektvoll

behandelt, wie selten zuvor in ihrem

Leben. Außerdem konnten durch die

Großzügigkeit vieler Spender sämtliche

Kosten übernommen werden – die

Familie aus dem Armenviertel hätte diese

Behandlung niemals bezahlen können.

Einige Wochen später traf ich den

Vater erneut. Diesmal lächelte er. Er

lächelte! Ich hatte ihn noch nie mit einem

solchen Gesichtsausdruck gesehen und

freute mich mit ihm über Gottes Hilfe.

Ohne unsere kenianischen Kollegen und

die Kirche vor Ort hätten wir nicht die

Chance gehabt, Hanis Leben zu retten.

Nachtrag von Christel:

Hani ist wieder zurück an unserer

Schule. Sie läuft mit Krücken über den

Hof, immer begleitet von ein, zwei Freunden,

die ihr Tasche und Bücher tragen.

Sie versteht sich gut mit Mitschülern

und ist tapfer. In den letzten Wochen

habe ich sie einige

Male getroffen, sie

grüßt mich immer mit

breitem Lächeln und

erzählt, wie gut es ihr

geht und dass sie keine

Schmerzen mehr hat.

Sie genießt es, wieder

Teil des Schullebens zu

sein und mit den anderen zu lernen.

Ich bin Gott dankbar für sein Eingreifen

und Hanis Genesung. Wir beten, dass

Jesus ihrer ganzen Familie begegnet.

* Name geändert

Wir gedenken unserer

langjährigen Afrika-Missionarin

Sr. Rose Schwarz, Trägerin

des Bundesverdienstkreuzes

am Bande, die am 15. Oktober

2017 verstorben ist.

Sr. Rose Schwarz

* 23.01.1935 † 15.10.2017

Sr. Rose kam 1978 zur DMG

und war in Kenia tätig. Zunächst

baute sie eine medizinische Arbeit

an der somalischen Grenze

auf. Dann war sie Lehrschwester

für Pflegekräfte, später leitete

sie die Krankenpflegeschule

der Afrika Inland Kirche. Deren

medizinische Arbeit in ländlichen

Regionen baute sie maßgeblich

mit auf und leitete diese zeitweise

landesweit. Sie hat zahlreiche

afrikanische Pflegekräfte ausgebildet,

motiviert und vielen

Menschen liebevoll ihren Glauben

bezeugt.

Am 26. September 2014

wurde sie für ihr Lebenswerk

mit dem Bundesverdienstkreuz

am Bande ausgezeichnet. Bei

der Verleihung sagte Sr. Rose

Schwarz: „Soli Deo gloria“, Gott

soll die Ehre zukommen. Das war

ihr Lebensmotto.

Weitere Informationen:

www.DMGint.de/Nachruf

DMG-informiert | 6 | 2017

13


AFRIKA

SÜDSUDAN

Alfred u. Ruth Waweru

TANSANIA

Elisabeth Schenk

Kein normales

Weihnachten

Kerzenschein, ein besinnlicher

Gottesdienst, ein

geschmückter Tannenbaum mit

Geschenken darunter und das

obligatorische Festessen – das

sind die Kennzeichen eines

Weihnachtsfestes in westlichen

Ländern. Ein ganz anderes Weihnachten

erlebte unser Team hier

in Manyoni vergangenes Jahr.


Hoffentlich passiert meinen Freunden

da draußen nichts!“ und „Hab

Erbarmen, Gott!“ sind die einzigen Gedanken,

die in meinem Kopf kreisen. Mein

Mann und ich liegen auf dem staubigen

Betonboden unseres kleinen Hauses. Es

ist Weihnachten, aber kein Friede! Wir

ducken uns, weil

draußen geschossen

wird. So heftig, dass

wir in Panik sind,

eine verirrte Kugel

könnte uns treffen.

Wer kämpft da

überhaupt? Alles hat

so plötzlich angefangen. Zwei Stunden

halten die Gefechte an. Als es endlich

dunkel ist, wird es ruhig, viel zu ruhig.

Endlich können wir unser Haus verlassen

und Teamkollegen treffen, um zu

besprechen, was wir über die Situation

wissen und tun können. Wir teilen unser

Essen und beschließen, dass jeder im eigenen

Haus übernachtet und wir uns am

nächsten Tag vor Sonnenaufgang wieder

treffen. Obwohl nachts kaum geschossen

wird, ist an Schlaf nicht zu denken.

Zu viel geht uns durch den Kopf. Jedes

Geräusch schreckt mich auf.

Zwei Tage und Nächte bringen wir so

zu, bis sich die Lage beruhigt und wir zum

Flugfeld fahren können, um nach Nairobi

zurückzufliegen. Es ist die erste Evakuie-

Wir ducken uns, weil

draußen geschossen wird.

So heftig, dass wir in Panik

sind, eine verirrte Kugel

könnte uns treffen.

Verheiratet seit April 2016

„… und Frieden auf Erden?!“

rung, bei der ich tatsächlich froh bin, aus

dem Südsudan raus zu sein. Warum, frage

ich mich, fängt jemand an Weihnachten

zu kämpfen an? Am Fest des Friedens?

Aber wie war das zur Zeit von Jesus?

Die Menschen in Israel waren unterdrückt

von den Römern. Der schreckliche

Kindermord in Bethlehem.

Maria und Josef

mussten mit ihrem Baby

nach Ägypten fliehen.

Die Welt damals war so

wenig friedlich wie heute.

Trotzdem ist Jesus in diese

kaputte Welt gekommen.

Er hat es ausgehalten: Schmerz, Leid,

Unfrieden. Er war da; auch letztes Jahr an

Weihnachten im Südsudan.

Ich verstehe nicht, warum er zulässt,

was dort passiert. Umso mehr staune

ich, wie er aus schrecklichen Ereignissen

Gutes entstehen lässt. Christen beider

Seiten haben sich zum Beten getroffen.

Sie weinten zusammen, haben einander

vergeben und sind Vorbild für ihre Umgebung.

So entsteht tatsächlich Frieden.

Gott ist am Wirken, er hat uns kaputte

Menschen und unsere kaputte Welt noch

nicht aufgegeben – das macht Hoffnung.

Wir überlegen, wie wir künftig als

Ehepaar im Südsudan arbeiten können.

Im Moment bereiten wir uns mit einer

theologischen Weiterbildung in den Niederlanden

darauf vor.

Unser Weihnachtsbesuch musste

sorgfältig geplant werden. Wir benötigten

eine Sondergenehmigung

dafür. Auch an Geschenke hatten

wir gedacht: Seife, Kekse und für

jeden eine 500 Milliliter Plastikflasche

mit Saft. Natürlich wollten wir

die Geschenke nicht kommentarlos

überreichen. Deshalb bereiteten

wir eine Andacht zu den „Vier

Punkten“ vor, die den Glauben

erklären, zugeschnitten auf Weihnachten

und auf unser Publikum.

Es war kein gewöhnliches

Publikum. Am Eingangstor teilte

man uns mit, dass Lebensmittel

nicht erlaubt seien. Wir machten

lange Gesichter, doch mussten wir

uns der Anweisung fügen. In der

Eingangshalle durfte ich zu unseren

Zuhörern sprechen. Es war

mucksmäuschenstill, als ich begann.

Gespannt lauschten gut 250 Männer

der Botschaft von Gott, der

uns unendlich liebt, mit all unseren

Fehlern. Der keine Kosten scheut,

um für uns einen Weg zu bereiten,

damit wir in eine Beziehung zu

ihm zurückkehren können. In Jesus

Christus kam er in diese Welt und

starb für uns am Kreuz, damit wir

– jeder von uns – aus der Gefangenschaft

unserer Schuld befreit

werden können.

Gefangenschaft war das Stichwort

für unser Publikum. Damit

konnten sie sich identifizieren,

denn wir waren im Gefängnis. Beim

letzten der vier Punkte, der Frage

nach der Entscheidung für Jesus,

nickten manche. Anschließend

verteilten wir unter Aufsicht die

Seife. Danach brachten wir auch

den knapp 20 Frauen im Gefängnis

die Weihnachtsbotschaft und Seife.

Später wurde uns überraschend

14 DMG-informiert | 6 | 2017


MOSAMBIK

Angelika Maader /

Inge Michel

Elisabeth Schenk erzählt

250 Männern von Gottes Liebe

doch noch genehmigt, Saft und

Kekse zu verteilen. Was für eine

Weihnachtsfreude unter den

Inhaftierten. Eigentlich fehlten

nur der Tannenbaum und die

Kerzen …

Mission, wo besondere

Wege erforderlich sind

Der Auftrag von Jesus:

„Geht hin in alle

Welt“ gilt nicht nur für

Regionen, wo christliche Mitarbeiter

willkommen sind,

sondern auch für Länder mit

eingeschränkter Religionsfreiheit.

Dorthin senden

wir Mitarbeiter in ihrem

Beruf mit einem geistlichen

Auftrag, was viel Weisheit

erfordert. Wir haben einen

Fachmann beauftragt, die

rechtlichen Grundlagen,

Grenzen und Möglichkeiten

solcher Arbeit zu erkunden.

Seine Studie kommt nicht

nur der DMG zugute, sondern

auch anderen Werken.

Bitte helfen Sie uns, die

Kosten der Nachforschungen

(bspw. Beratung durch

Rechtsanwälte in möglichen

Einsatzländern) zu tragen,

damit auch die letzten unerreichten

Völker von Jesus

erfahren. Vielen Dank.

Stichwort für Spende:

P50254 Neue

Einsatzmöglichkeiten

Verheiratet mit einem Ahnen

Wer hat diesen Fluch über uns gebracht?

Wie können wir die Ah-


nen gütig stimmen?“ Fionas Familie war

verzweifelt. Fiona ist mit vielen Geschwistern

aufgewachsen. Sie war fünf Jahre alt,

als innerhalb kürzester Zeit sechs ihrer

Geschwister starben. Trauer herrschte in

der Familie. Warum beschützten sie die

verstorbenen Ahnen nicht mehr? Hatte

die Familie sie nicht genug geehrt? Oder

hatte jemand sie verflucht? Was war der

Grund für so viel Leid?

Fiona war das einzige Mädchen, das

noch lebte. Sie musste die Braut eines

Ahnen werden, um den Bann zu brechen.

So wurde sie als Siebenjährige mit einem

Verstorbenen verheiratet. Fortan musste

sie alle traditionellen Zeremonien für den

Geist ihres Bräutigams vornehmen, um

ihn gütig zu stimmen. Sie durfte keinen

Lebenden heiraten und keine Kinder

bekommen, weil sie ja bereits verheiratet

war. Fiona blieben zwei der wichtigsten

Lebensziele einer Frau ihres Stammes

verwehrt. Ihr Leben als Erwachsene

würde das eines Mediums oder einer

Zauberin sein. Das waren schreckliche

Aussichten!

Freundinnen nahmen sie in die Sonntagsschule

einer christlichen Gemeinde

mit. Die Geschichten von Jesus sprachen

Fiona an. Als Teenager übergab sie Jesus

ihr Leben. Fortan stand sie im Konflikt

zwischen den Welten der Naturreligion

ihrer Familie und ihrem Leben als junge

Christin. Trotz ihres Glaubens an Jesus

kamen keine Freude und kein innerer

Friede in ihr auf. Immer wieder fragte sie

Gott, was ihr noch fehlte?

Eines Tages beim Bibellesen in einer

Gruppe junger Erwachsener hörte sie

von Vergebung, das ließ sie nicht mehr

los. Mit einer älteren Christin sprach

sie darüber und erkannte, dass sie ihren

Angehörigen vergeben musste, die sie mit

einem Ahnen verheiratet hatten. Nachdem

sie im Gebet ihrer Familie vergeben

hatte, fühlte sie sich wie neu geboren.

Dieses Gebet änderte alles.

Seit neun Jahren ist Fiona nun mit

einem gläubigen Christen verheiratet,

und nächstes Jahr absolvieren sie ihre

theologische Ausbildung an unserem

Bibelseminar INTENA.

Anmerkung der Redaktion: Angelika Maader

ist von Januar bis April in Deutschland

und steht für Besuche in

Süddeutschland zur

Verfügung. Kontaktaufnahme

gerne über die

DMG.

DMG-informiert | 6 | 2017

15


AMERIKA

COSTA RICA

Daniel und Myriam Zinser

Ehepaar Zinser erzählt

ein Erlebnis aus ihrem

Heimataufenthalt

Bis ins Plattenbauviertel

Rostock am 6. Oktober 2017. Wir

sitzen am Hafen und essen einen

Döner mit Johanna, einer Mitarbeiterin

der offenen Jugendarbeit im Plattenbauviertel

Toitenwinkel. Mit dabei sind auch

unsere Freunde Lisandro, Adrián und

Kattia aus Costa Rica, die mit uns das Leitungsteam

einer überregionalen Jugendarbeit

dort bilden. Sie besuchen zwölf

Tage Deutschland, um ihren Horizont zu

weiten. Für 18 Uhr ist ein Jugendabend in

Toitenwinkel geplant, den wir gemeinsam

gestalten.

Die Stimmung am Tisch bewegt sich

zwischen Überraschung und Bestürzung.

Wir kleben an Johannas Lippen, während

sie uns die soziale und geistliche Not der

Jugendlichen in ihrem Viertel beschreibt.

Unsere drei Costa-Ricaner, aufgewachsen

in einem tiefreligiösen Land, können

kaum glauben, dass in Deutschland

Jugendliche keine Ahnung von der Existenz

Gottes haben. Es wird klar, unser

vorbereitetes Programm im Stil eines

Lobpreisabends können wir hier nicht

durchführen.

Eigentlich hatten wir Musiker für den

Abend angefragt. Doch einer nach dem

anderen hatte kurzfristig abgesagt. Darin

erkennen wir nun Gottes gute Planung.

Wir haben noch ein paar Stunden Zeit,

um unseren Jugendabend zu überdenken.

Um 17 Uhr kommt Leben in die Bude,

die Jugendlichen können kaum erwarten,

dass es los geht.

Wir lernen sie beim

gemeinsamen Abendessen

kennen, haben

jede Menge Spaß bei

Spielen und schauen

in ihre erstaunten

Augen, als Lisandro

ihnen aus der Bibel

von Petrus erzählt,

dem Jesus zugesagt

hat, dass er ihm aufs Wasser folgen könne.

„Jesus glaubt an euch – ihr habt das

Zeug dazu, ihm nachzufolgen!“

Was für eine hoffnungsvolle Botschaft

für Kinder aus Hartz-IV-Umfeld im Platten

bau viertel. Für einige war es sicher

das erste Mal, dass sie ein Gebet gespro-

Unsere drei Costa-Ricaner,

aufgewachsen in einem

tiefreligiösen Land,

können kaum glauben,

wieviele Jugendliche in

Deutschland keine Ahnung

von Gott haben.

chen haben – als wir sie dazu einluden,

direkt mit Gott zu reden. „Dass wir

selbst gebetet haben, war cool!“ hörten

wir mehrfach.

Vier Jahre leben wir nun schon in

Costa Rica. Dort erleben wir mit, wie

Menschen Jesus persönlich kennenlernen,

ihm im täglichen Leben nachzufolgen

beginnen und seine gute

Botschaft an andere

weitergeben. Dabei denken

sie nicht mehr nur

an ihr lateinamerikanisches

Umfeld. Lisandro,

Adrián und Kattia haben

Deutschland kennengelernt

und Erfahrungen

mit Mission hier gesammelt.

Und wir fragen

uns, ob unsere Arbeit in Costa Rica nicht

irgendwann noch weitreichendere Folgen

haben kann, als wir ursprünglich dachten.

Denn: „Deutschland braucht noch viele

authentische Jesus-Nachfolger, die andere

zu Gott einladen“, meinte Kattia bevor

sie nach Costa Rica zurückreiste.

16 DMG-informiert | 6 | 2017


PARAGUAY

NEU: Jonathan und Christine Winarske

In die Zukunft investieren

Wer seid ihr und was ist eure

Mission?

Wir sind Jonathan und Christine

Winarske aus Aalen mit unserem Sohn

Noah (elf Monate). Auf der Suche nach

unserer gemeinsamen Berufung haben

wir die DMG entdeckt. Mit der Partnerorganisation

SIM werden wir in Paraguay

Kurzzeitmitarbeiter begleiten und

betreuen.

Was sind das für Leute und wo kommen

sie her?

Es handelt sich um Freiwillige der SIM,

meist junge Menschen, die für ein paar

Wochen bis zu zwei Jahren in Projekten

in Paraguay mithelfen. Ebenso können

Berufserfahrene jeden Alters einen

Einsatz machen. Momentan kommen die

Teilnehmer vor allem aus dem englischsprachigen

Raum und Bolivien. Und wir

werden Südamerikaner betreuen, die auf

anderen Kontinenten missionarisch aktiv

sind. Zum Beispiel ist ein Zahnarzt aus

Paraguay gerade in Nigeria.

Wo werden die Freiwilligen in Paraguay

eingesetzt?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie

werden nach Fähigkeiten und Interesse

eingeteilt, zum Beispiel in einer mobilen

Klinik. Auf dem Land ist der Weg zum

nächsten Arzt oft weit. Deshalb fährt ein

Team von Ort zu Ort und behandelt die

Menschen. Bevor es losgeht und während

der Wartezeiten hören die Patienten

Geschichten aus der Bibel und christliche

Lieder. Sie erhalten medizinische Hilfe

und kommen mit dem Evangelium in

Berührung.

Weitere Aufgaben sind …

Viele in Paraguay können sich keinen

Urlaub leisten. Deshalb veranstalten wir

Freizeiten für Kinder und Jugendliche, bei

denen Kurzeinsatzteilnehmer mithelfen.

Zudem setzen wir Kurzzeitmitarbeiter

als Lernhelfer für Missionarskinder ein,

so erleben sie Mission hautnah mit.

Das Kurzeinsatzprogramm der SIM in

Paraguay soll ausgebaut werden. Unsere

Aufgabe ist, weitere Einsatzstellen für

Freiwillige zu schaffen.

Gleichzeitig unterstützt ihr lateinamerikanische

Missionare?

Ja, genau. Es gibt eine wachsende

Missionsbewegung. Wir wollen das

Missionsbewusstsein der Paraguayer und

Lateinamerikaner fördern. Ihnen soll ein

Einsatz in anderen Ländern und Kulturen

ermöglicht werden. Das gefällt uns sehr

an unserer Einsatzstelle in Paraguay,

deshalb haben wir uns für dieses Team

entschieden. Wir hoffen, bald Teil dieser

Vision zu sein und uns mit unseren Begabungen

dort einsetzen zu können.

Was ist eure Motivation?

Unser Herz schlägt für junge Menschen

und für Mission. Die meisten machen

Auslandseinsätze nach Schule und

Studium – eine spannende Zeit, in der

Weichen für die Zukunft gestellt werden.

Wir freuen uns darauf, sie zu begleiten

und mitzuerleben, wie persönliches und

geistliches Wachstum sichtbar wird.

Das hat langfristige Wirkung …

Ja, fast alle Langzeitmissionare heutzutage

haben vorher schon bei einem

Kurzeinsatz Erfahrungen mit Mission

gesammelt. Ich selbst (Jonathan) bin

Missionarskind, meine Frau Christine hat

einen Kurzzeiteinsatz in Indien absolviert.

Ohne diese Erfahrungen hätten wir uns

wohl nie bei der DMG beworben. Wir

sind überzeugt, dass eine gute Begleitung

junger Christen im Einsatz in einem

Missionsprojekt große Wirkung hat und

dadurch langfristig Missionare für unerreichte

Gebiete und Hilfe für Bedürftige

gewonnen werden.

Wann reist ihr aus?

Das hängt von den Spendenzusagen ab.

Wir suchen Menschen, die ebenfalls ein

Herz für junge Leute und Mission haben.

Die für uns beten und uns unterstützen,

damit wir bald in Paraguay beginnen

können. Bitte betet mit dafür.

Spenden: P10830 J+C Winarske

Ehepaar Winarske (oben links) möchte in

eine wichtige Arbeit ausreisen: Sie werden

Kurzzeitmissionare im mobilen Klinikdienst

begleiten und Missionare ausbilden

Bilder: SIM-McKissick

DMG-informiert | 6 | 2017

17


AMERIKA

PERU

NEU: Thomas und Irma

Tuanama T. de Loseries

Die Direktorin entführt

Es war 2011, während meines 17-monatigen

Einsatzes mit Indicamino in

Peru. Bei einem medizinischen Seminar

auf unserer Station stand eine fröhliche

junge Krankenschwester vor mir und

erzählte von ihrem Projekt AWASI

(Haus der ersten Hilfe) im Departamento

San Martin. Sie

hatte eine solche

Ausstrahlung – ich

musste diese Frau

unbedingt kennenlernen.

Mit Erlaubnis

der Stationsleitung

durfte ich ihre Familie

besuchen.

In dieser entlegenen hügeligen Region

zeigte mir Irma, wie schlecht ihre Dörfer

medizinisch versorgt waren. Und mit

welcher Mühe sie als Direktorin und

ihr fünfköpfiges Team aus dem Volk der

Quechua einen Verein aufgebaut hatten,

um Menschen zu helfen und von Jesus

weiterzusagen. Ich spürte aus meinem

tiefsten Inneren heraus, wie sehr ich

diese junge Quechuafrau mochte. Sieben

Monate später waren wir verheiratet.

„Irma, du willst doch nicht etwa in

Deutschland leben?“, fragten ihre Freunde

und Kollegen enttäuscht, als klar wurde,

dass ihr Weg zusammen mit mir ans

Theologische Seminar Adelshofen (TSA)

führen würde. So sehr diese Ausbildung

Welchen Weg hat Gott

für uns und das Projekt?

Wie sieht er unsere

Zukunft? Fest steht:

Wir möchten zurück

nach Peru.

Sinn machte, stand doch die Frage im

Raum, wie es mit dem jungen einheimischen

Missionsprojekt AWASI weitergehen

sollte? Fünf schwere Jahre lang hatten

Beter und Mitarbeiter aus dem Volk der

Quechua gerungen, den Verein ins Leben

zu rufen, um Menschen das Evangelium

zu bringen. Das sollte nun

alles vorbei sein, nur weil

ein Missionar die Direktorin

entführte?

Zwei Welten, zwei

Kontinente, zwei Länder

und dazwischen 10.000

Kilometer und fünf Jahre.

Es war nicht leicht. In

Deutschland standen die theologische

Ausbildung, Sprachschule und Kulturstudium

auf dem Programm, gleichzeitig

jedoch sollte das Missionsprojekt in

Peru weitergehen und die Beziehungen

zur peruanischen Gemeinde und Familie

gepflegt werden. Abstriche mussten gemacht

werden, Spannungen und Konflikte

galt es zu lösen.

Welchen Weg hat Gott für uns und das

Projekt? Wie sieht er unsere Zukunft?

Fest steht: Wir möchten wieder zurück

nach Peru. Die früheren medizinischen

und evangelistischen Einsätze in die

Quechua-Indianerdörfer von San Martin

sollen neu belebt werden. Irma als

lizensierte Krankenschwester möchte in

ihrem Beruf Menschen dienen, die abseits

von Arzt und Kliniken leben. Mir, Thomas,

liegen die jungen Erwachsenen und

Studenten der Region mit ihren Lebensfragen

am Herzen. Sie kommen für Studium

und Ausbildung aus den Dörfern zu

uns nach Tarapoto. Ich möchte ihnen als

Mentor helfen. Denn Gott hat mir selbst

oft liebe Menschen zur Seite gestellt, die

mich ermutigten.

Die Zusammenarbeit mit der DMG

ist für uns beide Neuland. Auch wissen

wir noch nicht genau, wie sich unsere

Arbeit bis ins Detail gestalten wird. Doch

dürfen und können wir auf Vorhandenes

zurückgreifen. So bleibt es bei den alten

Wurzeln, denn Gott hat uns schon in

unserer Jugend in die Mission gerufen.

Das Projekt lässt sich strukturell anpassen,

und durch unsere verschiedenen

Vorprägungen ergänzen wir uns nun im

Team mit unseren Fähigkeiten: Ich bin

administrativ und als Lehrer gefragt, Irma

knüpft Kontakte und Beziehungen und

organisiert Aktivitäten aller Art.

Es bleibt unsere Sehnsucht, dass Gott

Menschen aus dem Volk der Quechua

verändert, ruft und in die Nachfolge

zieht. Wir wollen mit ihnen ein Stück

ihres Weges mitgehen. Wenn es sein

muss auch ein paar Meilen länger, damit

aus Wurzeln Pflanzen treiben.

Spenden: P10408 Loseries

Zwei offene Stellen in der DMG-Zentrale

Vorstandsassistenz (m/w)

Unterstützung der Missionsleitung in strategischen, operativen sowie

planerischen Aufgaben, allgemeine Assistenzaufgaben, Terminplanung.

Hauswirtschaftsleitung (m/w)

Betriebswirtschaftliche Führung der Bereiche Küche und Hauswirtschaft,

Überwachung der Arbeitsabläufe, Koordination von Gästegruppen.

Informationen:

www.DMGint.de/Stellenangebot

18 DMG-informiert | 6 | 2017


TERMINE

HERZLICHE EINLADUNG

Veranstaltungen:

17.12.2017 Gebetssonntag für Amerika

ab 10 Uhr Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

20.01.2018, Abschlussveranstaltung

20 Uhr zur Allianz-Gebetswoche

Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

21.01.2018 Gebetssonntag für Deutschland

ab 10 Uhr Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

18.02.2018 Gebetssonntag für Asien

ab 10 Uhr Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

15.–25.04.2018

70 Jahre Israel –

vier Meere und viel mehr …

Israel-Reise mit Landschaft,

Kultur und guten Impulsen.

Ab 1.899 Euro.

Information und Anmeldung:

Gerd.Sigrist@DMGint.de,

Tel. 07265 8610

23.–30.05.2018

Die Bibel für Menschen, die nicht (gerne) lesen

Seminar auf dem Buchenauerhof mit Birte Papenhausen

Information: www.DMGint.de/Orality

11.–18.08.2018

Auszeit mit Inhalt auf dem Buchenauerhof

Mit Pfr. Günther Beck (DMG) und Doris Keller

Info: www.auszeit-mit-inhalt.de oder Tel. 07135 963713

30.04.–06.05.2018

Missionsfreizeit

auf dem Buchenauerhof

Genießen Sie die schöne DMG-

Zentrale. Gemeinsam Bibellesen,

Gebet, Einblicke in Mission. Ab

275 Euro. Information und Anmeldung:

Seminar@DMGint.de oder

Tel. 07265 959-0

01.–12.10.2018

Insel Rügen „Haus Seeadler“

Bibel- und Erholungsfreizeit mit DMG-Mitarbeitern.

Info: Tel. 07265 959-153, E-Mail: DGarbers@DMGint.de

Impressum

Herausgeber:

DMG interpersonal e.V.

Buchenauerhof 2, D-74889 Sinsheim

Tel.: 07265 959-0, Fax: 07265 959-109

WhatsApp: 07265 959-100 • Kontakt@DMGint.de • www.DMGint.de

Bei Adressänderungen: Tel. 07265 959-128, Adressen@DMGint.de

Schriftleitung: Dr. Detlef Blöcher

Redaktion: Theo Volland (Redaktion@DMGint.de)

Layout: David Spieth

Erscheinung: Sechsmal jährlich

Titelfoto: Gschwandtner, Kenia: Weihnachtsfeier Arche-Schule

Spendenkonten:

Volksbank Kraichgau, DMG

IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04

BIC: GENODE61WIE

Schweiz: Swiss Post, SMG

Vermerk: DMG

IBAN: CH92 0900 0000 8004 2881 3

BIC: POFICHBEXXX

Die Arbeit der DMG ist als steuerbegünstigt anerkannt. Spenden werden

im Rahmen der Satzung entsprechend der Zweckbestimmung für

missionarische oder mildtätige Zwecke eingesetzt. Stehen für ein Projekt

ausreichend Mittel zur Verfügung, wird die Spende für einen ähnlichen

satzungsgemäßen Zweck verwendet.

Bitte geben Sie im Überweisungsträger das Stichwort, den Namen

eines Missionars, „DMG“ oder „Wo am nötigsten“ an. Herzlichen Dank!

Datum Datum Unterschrift(en)

IBAN IBAN

06 06

Angaben Kontoinhaber: zum Kontoinhaber: Name, Vorname/Firma, Name, Vorname/Firma, Ort Ort (max. 27 Stellen, keine Straßen- oder Postfachangaben

PLZ Freundesnummer Straße Spenders: (falls bekannt) (max. 27 Stellen) PLZ und Straße des Spenders

Spenden-/Mitgliedsnummer Missionarsnummer/Projektnummer oder Name des Stichwort Spenders bzw. - (max. Name 27 Stellen) des Missionars

ggf. Stichwort

Betrag: Euro, Euro, Cent Cent

G E N O D E 6 1 W I E

Danke!

BIC BIC des des Kreditinstituts (8 oder 11 Stellen)

SPENDE

SPENDE

D E 0 2 6 7 2 9 2 2 0 0 0 0 0 0 2 6 9 2 0 4

IBAN IBAN

D M G 7 4 8 8 9 S i n s h e i m

Angaben zum zum Zahlungsempfänger: Name, Name, Vorname/Firma (max. 27 Stellen, bei maschineller Beschriftung max. 35 Stellen)

Name Name und und Sitz Sitz des des Überweisenden Kreditinstituts BIC BIC

Staaten in in Euro. Euro.

SEPA-Überweisung/Zahlschein

Für Für Überweisungen

in in Deutschland und und

in in andere EU-/EWR-

-


07265 959-100

DMG-Weihnachtsprojekt:

Starthilfe

Bei kalten Temperaturen

springt manches Auto nicht an ...

... es braucht Starthilfe durch eine starke Batterie. Auch

wir bitten Sie um finanzielle Starthilfe zu Weihnachten:

Im Herbst haben neun neue Missionare mit der Vorbereitungszeit

begonnen; sie könnten bald in ihr Einsatzland

ausreisen. Helfen Sie, damit neue Projekte in Sri Lanka, Japan,

Polen, Peru und anderen Ländern möglich werden.

Mehr als 20 Missionare sind im vergangenen Jahr nach Deutschland

zurückgekehrt und arbeiten jetzt mit Flüchtlingen und

Migranten in Deutschland. Sie helfen ihnen bei der Integration,

bringen die gute Botschaft von Jesus oder unterstützen Gemeinden

im entkirchlichten Nordostdeutschland. Die Lebenshaltungskosten

hierzulande sind höher; sie benötigen dringend

Starthilfe für ihren neuen Dienst.

Weihnachten bedeutet: Gottes Energieschub in unsere dunkle,

kalte Welt – Jesus. Herzlichen Dank, dass Sie seine Mission mit

unterstützen.

Stichwort:

W2017 Starthilfe

DMG-Konto:

IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04

BIC: GENODE61WIE

Weitere Infos: www.DMGint.de/Weihnachtsprojekt

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