Liebe hält gesund 01/2014

isgfreiburg

Ausgabe 01|2016

Liebe hält gesund

Das Magazin für Sexualität und Gesundheit

So hält die Liebe

Geschlechtsangleichung: „Das bin ich. Das will ich leben“

Die „Pille danach“: Erste Hilfe bei Verhütungspannen

Erotisches Rezept: Selleriesuppe mit Vanille


2 INHALT

Foto: Balian Buschbaum

6

„Das bin ich. Das will ich leben“

Balian Buschbaum lebte als Mann in

einem weiblichen Körper. Er galt als eines

der großen Talente der deutschen

Leichtathletik, bevor er 2007 sein

Karriereende verkündete und seine

Geschlechtsanpassung in Angriff nahm.

Im Interview erzählt er von seiner Reise

zu sich selbst.

8

So funktioniert die „Pille danach“

Seit März 2015 ist die „Pille danach“

rezeptfrei in den Apotheken erhältlich –

und wird seitdem so oft genutzt wie nie.

Doch wie funktioniert sie eigentlich?

Wann ist ihre Einnahme wirklich sinnvoll?

Frau Dr. Katrin Roth erklärt den Einsatz

der derzeit erhältlichen Präparate „ellaOne“

und „PiDaNa“.

Magazin Lieben & Leben 4

Alle Infos im Überblick Welche

Broschüren das ISG anbietet – und wie

Sie sie bestellen können 9

Medizinwelt Aktuelle News 10

Thema Vasektomie – ein sicheres Ver -

fahren? Eine aktuelle Studie behauptet,

Vasektomie erhöhe das Prostatakrebs-Risiko.

ISG-Vorstand Dr. Christian Leiber erläutert

den Forschungsstand 11

Magazin Wohlfühlen 12

Thema Erektile Dysfunktion nach

Prostatakrebs. Rainer Lutra hat sie

überstanden – und möchte anderen

Betroffenen Mut machen 14

Lebens-Lust 15

Editorial | Impressum 3

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EDITORIAL 3

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Wer bin ich wirklich – und wie will ich leben?“

Auf diese Frage muss jeder von uns eine ganz

persönliche Antwort finden. Balian Buschbaum ist

einen weiten Weg gegangen, um im Einklang mit

sich selbst zu sein: Als Yvonne Buschbaum ge -

hörte er einst zu den großen Talenten der deutschen

Leichtathletik. Dann hängte er die Karriere

an den Nagel, um endlich das zu werden, was er

in seinen Augen schon immer war: ein Mann. In

einem spannenden Interview (Seite 6) spricht er

über die Hürden, die er dabei überwunden hat.

Und wie jeder sogenannte „Transsexuelle“ (oder

„Transident“, wie Betroffene lieber sagen) wollte

auch er sich den Wunsch nach einem zufriedenstellenden

Sexualleben erfüllen. Wir berichten

auch über die Mittel und Operationsmöglichkeiten,

die Trans-Männern dabei helfen, dieses Ziel zu

erreichen.

Ein erfülltes Sexualleben, das war auch der

Wunsch von Rainer Lutra: Nach der Diagnose

Prostatakrebs kämpfte er zuerst um seine Gesundheit

und danach, zusammen mit seiner Partnerin,

um die Rückkehr zu einem glücklichen Liebes -

leben. Warum er den offenen Umgang mit Sexualität

in der Partnerschaft für entscheidend hält,

erklärt er im Interview auf Seite 14.

Einen weiteren Beitrag haben wir der „Pille

danach“ gewidmet, die seit dem 14. März 2015

in Deutschland rezeptfrei erhältlich ist. Die wichtigsten

Fakten rund um das Medikament erklärt

unsere Expertin Dr. Katrin Roth von der Uniklinik

Freiburg (Seite 8). Mehr Infos finden Sie in einem

Informationsblatt, das das ISG mit Unterstützung

von Experten aus der Gynäkologie erstellt hat.

Es steht unter www.isg-info.de zum kosten losen

Download für Sie bereit. Sie fundiert zu informieren,

ist das erklärte Ziel unseres Vereins!

Wir hoffen, Sie mit dieser Ausgabe von „Liebe hält

gesund“ in bewährter Weise mit vielen spannenden

Fakten zu versorgen. News rund um Lifestyle,

Fitness und Wellness sorgen dafür, dass dabei

auch die Unterhaltung nicht zu kurz kommt.

Denn Genuss und Liebe sind untrennbar mit -

einander verbunden.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Dr. med. Christian Leiber,

1. Vorsitzender des ISG,

Facharzt für Urologie

IMPRESSUM

Liebe hält gesund

Das Magazin für Sexualität und Gesundheit

info@isg-info.de

www.isg-info.de

Herausgeber:

Informationszentrum für Sexualität

und Gesundheit e.V. (ISG)

Postanschrift:

ISG e.V.

c/o Universitätsklinikum Freiburg

Hugstetter Straße 55

D – 79106 Freiburg

Tel.: 0761 – 270 27 010

Fax.: 0761 – 270 27 450

Layout und Produktion:

Peter Blöcher

Bürgerwehrstr. 6

79102 Freiburg

Redaktion:

Susanne Merkwitz

Christian Leiber

Cindy Enderlin

Katja Schroff

Titelfoto

vulcanus /fotolia.com

Auflage:

4.000

Nachdruck, auch auszugsweise,

nur mit Genehmigung des

Herausgebers

Sie wollen mehr über unser Angebot erfahren? Dann besuchen Sie uns doch im Internet unter

www.isg-info.de und www.liebe-lust-leben.de. Oder Sie benutzen unser Bestellformular auf

Seite 9 und fordern Infomaterial an.


4 LIEBEN & LEBEN

Size matters – oder nicht?

Die Frage ist nicht neu und bereitet so manchem Mann ordentlich

Kopfzerbrechen: Wie wichtig finden Frauen die Größe beziehungsweise

Länge eines Penis? Worauf achten sie wirklich,

wenn sie das „beste Stück“ zum ersten Mal zu Gesicht bekommen?

Forscher des Universitätskinderspitals Zürich wollten es

genauer wissen und legten 105 Frauen im Alter von 16 bis 45

Jahren Fotos von 20 Penissen vor.

Ergebnis: Die Länge landete als Kriterium gerade mal auf Platz

sechs. Am wichtigsten fanden die Frauen die „Allgemeine

kosmetische Erscheinung“, also den Gesamteindruck, auf

Platz zwei landete überraschenderweise die Schambehaarung

– wobei die Probandinnen sich durchaus nicht einig

waren, was ihnen am besten gefällt: Während junge

Menschen eine Rasur als normal empfinden, fühlen sich

ältere davon eher irritiert. Auch die „Eigenschaften der Haut“,

der „Durchmesser“ und die „Form der Eichel“ waren den

Frauen wichtiger als die Länge. Fazit: Männer achtet auf eure

„Frisur“!

„Wer im Licht der Liebe leben will,

muss über den eigenen Schatten

springen können.“ Ernst Ferstl

Foto: nd3000/fotolia.com

Eine Frage des Timings

Wann ist der optimale Zeitpunkt für gemeinsame sexuelle

Höhenflüge? Morgens nach dem Aufwachen? Oder abends

beim Schlafengehen? Keins von beidem! Zumindest, wenn

man Hormonexpertin und Fachautorin Alisa Vitti glauben darf.

Sie rät Paaren, das Liebesspiel – falls möglich – auf den

Nachmittag zu legen. Circa um 15 Uhr sind die Östrogenwerte

des Mannes am

höchs ten, während

bei Frauen eine hohe

Kortisol-Konzentration

zu verzeichnen

ist. Dadurch ist er besonders

sensibel und

gefühlvoll, während

sie sich fit und energiegeladen

fühlt. Gute Voraussetzungen, um intensiv aufeinander

einzugehen und ein besonders befriedigendes und inniges

Liebesspiel zu erleben.

Für Paare mit Kinderwunsch gilt diese Empfehlung allerdings

nur eingeschränkt, wie ein Team von Wissenschaftlern der

Universität von Modena herausfand: Sie stellten fest, dass es

am wahrscheinlichsten ist, beim Sex am frühen Morgen

schwanger zu werden. Kein Grund, sich für den Nachmittag

nicht ebenfalls ab und zu etwas Nettes vorzunehmen.

So bleibt die Liebe frisch!

Da scheint alles zu stimmen: Interessen, Temperament, gemeinsame Werte – und

trotzdem klappt es mit dem Partner nicht. Um harmonisch miteinander zu leben,

reicht es eben nicht, sich ähnlich zu sein. Drei Tipps für mehr Harmonie:

1. Toleranz aufbauen. In jeder Partnerschaft entdeckt man beim anderen Macken, die

nerven können. Vor allem dann, wenn man sich gedanklich darauf einschießt. Fragen

Sie sich, welche Themen eine Auseinandersetzung wirklich wert sind und lassen Sie die

anderen ruhen. Machen Sie sich klar, dass auch Sie selbst auf Toleranz angewiesen

sind.

Foto: Katharina Wieland Müller/pixelio.de

2. Vor Konflikten innehalten. Oft benutzt man ausgerechnet seinen liebsten Mitmenschen

als Blitzableiter für schlechte Laune. Fragen Sie sich immer, ob Ihr Ärger wirklich

Ihrem Partner gilt.

3. Anerkennung schenken. Das Handeln des Partners mit Aufmerksamkeit zu verfolgen

und empathisch zu begleiten, ist das schönste Geschenk, das man ihm machen kann.

Ganz wichtig: Geizen Sie nicht mit Lob. Forscher haben festgestellt: Um eine geäußerte

Kritik wettzumachen, braucht es neun Komplimente!


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LIEBEN & LEBEN 5

Vertrauen ist am wichtigsten

Welcher Aspekt ist

am wichtigsten für

eine erfolgreiche Liebesbeziehung?

Diese

Frage stellte eine

Umfrage in Deutschland.

Über die Antwort

herrschte unter

Männern und Frauen

weitgehend Einigkeit:

78 Prozent der

Frauen und 75 Prozent

der Männer halten

„volles Vertrauen“

für die bedeutsamste Grundlage einer Beziehung. Auf Rang zwei liegt bei beiden

Geschlechtern mit rund 41 Prozent die „absolute Ehrlichkeit“, „toller Sex und körperliche

Anziehung“ landete mit 33 Prozent auf Platz drei.

Erst bei Platz vier ging die Einschätzung von Männern und Frauen deutlich auseinander:

26 Prozent der Frauen, aber nur 15 Prozent der Männer halten „vollkommene Treue“

für unerlässlich.

DIE ZAHL

23,3 Minuten – so viel Zeit nehmen sich die Menschen in der Schweiz im Durch-

23,3

schnitt für das Vorspiel. Ähnlich lange stimmen sich die Mexikaner (22,8 Minuten) und

die Polen (20,7 Minuten) auf den Sex ein. Deutlich eiliger hat man es in Asien: In Thailand

verbringen Paare durchschnittlich 12,3 Minuten mit dem Vorspiel, in Hongkong

sind es gar nur 11,8 Minuten. Und die Deutschen? Belegen mit 18,5 Minuten einen

ganz ordentlichen Platz im Mittelfeld.

Foto: Jorma Bork/pixelio.de

Der beste Freund,

auch beim Flirten

Kleiner Tipp für Singles auf Partnersuche:

Gehen Sie häufiger mal mit Ihrem

Hund spazieren – so Sie denn einen

haben. Oder erwähnen Sie den Vierbeiner

zumindest beim ersten Kennenlernen.

Denn: Hunde bieten nicht nur die

Möglichkeit, zwanglose Gespräche mit

Fremden zu führen, sondern sie lassen

ihre Herrchen bzw. Frauchen auch attraktiver

erscheinen. Das sagten immerhin

35 Prozent der Frauen und 26 Prozent

der Männer bei einer Umfrage in

den USA. Tatsächlich wissen vor allem

die männlichen Hundebesitzer von diesem

Effekt. Die Studie zeigte nämlich

auch: Viele von ihnen setzen ihren

Hund im Alltag tatsächlich oft als Sympathiefaktor

bei der ersten Kontaktaufnahme

ein. Männliche Katzenliebhaber

können bei den Damen übrigens nur

mäßig punkten. Und wer einen Goldfisch

oder Hamster hält, sollte es eher

für sich behalten, wenn er ein Herz im

Sturm erobern will.

Foto: Jens Roth/pixelio.de


6 TITELTHEMA

„Das bin ich. Das will ich leben“

Balian Buschbaum lebte als Mann in einem weiblichen Körper – ein Interview

Als Yvonne Buschbaum gehörte

er zu den erfolgreichsten

deutschen Stabhochspringern,

nahm 2000 an den Olympischen

Spielen in Sydney teil. Zufrieden

konnten ihn alle Erfolge nicht machen

– denn schon damals fühlte

Balian Buschbaum sich ganz als

Mann. Im Interview erzählt er von seiner

Reise zu sich selbst.

ISG: Herr Buschbaum, Sie kamen als

Yvonne Buschbaum auf die Welt.

Wann hat sich in Ihnen die Erkenntnis

verfestigt, dass Sie dennoch eigentlich

ein Mann sind? Oder wussten Sie das

schon als Kleinkind?

Tatsächlich war mir schon im Alter von

fünf Jahren klar: Irgendwas läuft hier

falsch. Ich war bis über beide Ohren

in meine Kindergärtnerin verliebt und

habe – ganz Mini-Macho – versucht,

sie als Kerl zu beeindrucken. Wirklich

gelitten habe ich unter der Situation

als Kind aber nicht. Vor der Pubertät

ist es kein so beherrschendes Thema,

ob man männlich oder weiblich ist –

man ist einfach. Erste Schwierigkeiten

hatte ich dann in der Pubertät.

Sie wurden ein erfolgreicher Leis -

tungssportler – eine Entscheidung, die

den Alltag sehr stark prägt. Hatte dies

auch damit zu tun, dass Sie Ihr Mannsein

zunächst nicht leben konnten?

Wer Spitzensportler ist, lebt für den

Sport, das war auch bei mir so. Mein

Trainingsplan war mein Lebensplan. Sicherlich

war dieses tägliche harte Training

für mich auch eine Kompensation

– so, wie auch ein Manager in seinem

14-Stunden-Arbeitstag Kompensation

sucht. Wenn ich zwei Einheiten Krafttraining

pro Woche auf dem Plan hatte,

habe ich oft noch mal zwei extra gemacht.

Das war auch ein Ventil.

Haben Sie versucht, im privaten Rahmen

Ihr „Mannsein“ zu leben? Wie

kam Ihr Umfeld mit Ihrer männlichen

Seite zurecht?

Wie ich schon sagte: Im Kopf bin ich

schon immer Mann gewesen – und habe

mich auch so benommen. Ich habe

keine Rolle gespielt, ich war einfach so,

wie ich war. Meine Familie und meine

Freunde haben das als authentisch

wahrgenommen und deshalb akzeptiert.

Es ist auffällig, dass ich in meinem

Umfeld eigentlich nie mit „Yvonne“

angesprochen wurde, meist wurden

Spitznamen aus meinem Nach namen

kreiert wie Buschi, Palme oder Baumi.

Foto: Balian Buschbaum

Die Formulierung, Sie seien „im falschen

Körper geboren“, lehnen Sie

ab. Können Sie das kurz erklären?

Ich kann mit dieser Formulierung

nichts anfangen, weil ich meinen Körper

auch damals mochte. Ich war Spitzensportler,

also ausgesprochen fit.

Zudem hatte ich meinen Körper durch

starken Muskelaufbau männlich geprägt

und war auch insofern zufrieden

mit ihm. Was ich als fremd oder nicht

passend empfand, waren einzig meine

Geschlechtsmerkmale.

Balian Buschbaum wird 1980 als Yvonne in Ulm geboren. 1998 startet er eine Karriere als

Spitzensportler (Stabhochsprung) und gilt bald als eines der großen Talente der deutschen

Leichtathletik. 2007 verkündet er sein Karriereende und nimmt seine Geschlechtsanpassung

in Angriff. Heute ist er als Dozent, Business- und Livecoach tätig, veranstaltet geführte

Fernreisen, hält Vorträge und besucht Schulklassen. Als Buchautor wirft er einen Blick in

die Gefühlswelt sowohl von Frauen als auch Männern. Balian Buschbaum – Frauen wollen reden,

Männer Sex: Wie verschieden sind wir wirklich, Herr Buschbaum? FISCHER Taschenbuch, 256 Seiten, 9,99 €,

ISBN 978-3596193370


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TITELTHEMA 7

Fühlten Sie sich von Frauen angezogen?

War es ein Problem, keine männliche

Sexualität leben zu können?

Es war mir von Anfang an klar, dass ich

mich für Frauen interessiere. Aber ich

wäre nie auf die Idee gekommen, dass

ich lesbisch bin. Ich bin mit einem

männlichen Gehirn geboren worden,

das hat man getestet und mit bildgebenden

Verfahren auch nachweisen

können. Setze den Kopf eines Pferdes

auf ein Dromedar: Wie wird es sich verhalten?

Wie ein Pferd natürlich – und

so war es bei mir auch. Ich habe mit

16 meine erste Freundin gehabt und

wir hatten eine schöne Beziehung –

mit der Ausnahme, dass ich meine Sexualität

nicht so leben konnte, wie ich

es gerne gewollt hätte.

Was war der Auslöser, Ihr äußeres

Geschlecht Ihrem „gefühlten Geschlecht“

angleichen zu lassen? Oder

war es ein Prozess, eine allmähliche

Entwicklung?

Ich habe mit dem Spitzensport viel

Geld verdient, ich habe alles gehabt:

Nette Freunde, eine liebe Familie, eine

tolle Wohnung, ein Superauto. Aber

das war alles außen. Ich war nicht

glücklich, weil meine Hülle nicht zu

meinem Inneren gepasst hat. Ich war

einfach nicht stimmig. Das hat auch

meine Umwelt wahrgenommen. Am

Flughafen wurde ich wie selbstverständlich

von einem Mann abgetastet,

statt von einer Frau. Das, was für andere

Menschen normal ist, nämlich

sich in ihrem Körper zu Hause zu fühlen,

musste ich mir erst erkämpfen.

Um diese Zerrissenheit zu beenden,

habe ich 2007 mein Karriereende beschlossen

und mit der Hormonsubstitution

angefangen.

Wie lange dauert es, eine männliche

Identität anzunehmen? Werden einem

viele Hürden in den Weg gelegt?

Vom ersten Termin beim Psychologen

bis zur kompletten Umsetzung waren

es bei mir anderthalb Jahre. Das ist

sehr schnell, bei vielen anderen dauert

der Prozess länger. Vielleicht auch,

weil sie noch Zweifel haben.

Sie hatten keine Zweifel?

Überhaupt nicht. Ich habe mit meinem

Körper Geld verdient. Ich wusste, wenn

ich diesen Weg zu mir selbst gehe,

muss ich alles aufgeben. Viele haben

zu mir gesagt, mach das nicht, du

könntest noch mal bei den Olym pi -

schen Spielen teilnehmen. Aber ich habe

Olympia einmal erlebt, damit ist es

gut. Wenn ich in meinem Körper angekommen

bin, ist jeden Tag Olympia.

Wie war Ihre erste Zeit als Mann?

Waren Sie überglücklich? Verwirrt?

Auf Rollensuche?

Bei der ersten Testosteronspritze habe

ich gespürt: Das ist der Stoff, der mir

gefehlt hat, ich bin zu Hause angekommen

und endlich im Frieden mit

mir selbst.

War es ein großer Schritt, ein Penisimplantat

einsetzen zu lassen? Fühlt sich

das nicht anfangs sehr fremd an?

Mein Penis war das, was mir schon

immer gefehlt hat. In meinem Gehirn

war er schon immer verankert. Ein

Mensch, der einen Arm verloren hat,

kann darin ja auch dennoch Phantomschmerzen

fühlen. So habe ich mich

in Bezug auf meinen fehlenden Penis

gefühlt. Nach der OP hatte ich endlich

das Gefühl, vollständig zu sein.

Sieht man etwas von dem Implantat?

Eigentlich mag ich das Wort gar nicht

so gerne, weil es so technisch klingt.

Schließlich ist mein Penis ein lebendiger

Teil von mir. Ich würde wetten,

wenn wir uns in der Sauna begegneten,

würden Sie nicht darauf kommen,

dass irgendetwas bei mir ungewöhnlich

ist. Die OP-Technik ist heute so

ausgereift, dass ich mich nicht großartig

von anderen Männern unterscheide.

Mit dem Ergebnis der OP bin

ich sehr zufrieden. Ich habe mich vorher

sehr ausführlich informiert.

Was möchten Sie Menschen mit ge -

ben, die sich in einer ähnlichen Lage

befinden?

Sie sollen vor allem sich selber treu

sein. Es befreit zu sagen: Das bin ich.

Das will ich leben. Der Weg zur Freiheit

ist der Mut.

Wie funktioniert eine

Geschlechtsangleichung?

Geschlechtsangleichungen sind aufwendige chirurgische Eingriffe, die nicht mehr

rückgängig zu machen sind. Deshalb ist dieser Schritt mit dem Gang zu zahlreichen

Behörden und Ämtern sowie einer psychologischen Untersuchung verknüpft.

Da viele Betroffene von diesen Hürden eingeschüchtert sind, wird die Unterstützung

durch einen Sozialarbeiter empfohlen. Wird die Diagnose „Transsexualität“

gestellt, übernimmt die Kasse die Kosten für eine Geschlechtsangleichung.

Diese beginnt mit einem Alltagstest, bei dem man die gewünschte Geschlechterrolle

übernimmt. Danach wird eine Hormontherapie gestartet, am Ende des

Prozesses steht unter Umständen die angleichende OP. Gute Infos dazu finden Sie

unter: www.trans-infos.de.

Über Penisimplantate informiert das ISG-Infoblatt „Penis implantate“. Das PDF

finden Sie unter www.isg-info.de, Rubrik „Infomaterialien“.


8 THEMA

Erste Hilfe bei Verhütungspannen:

So funktioniert die „Pille danach“

Wer ohne es zu wollen ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, sollte schnell

handeln: Oft lässt sich eine ungewollte Schwangerschaft noch verhindern

Kondom gerissen, Pille vergessen

– eine Verhütungspanne ist

schnell passiert. Wer dafür sorgen

will, dass aus einem kleinen Versehen

keine ungewollte Schwangerschaft

entsteht, kann zur sogenannten „Pille

danach“ greifen. Mit ihrer Hilfe lässt

sich eine Befruchtung der Eizelle in vielen

Fällen noch verhindern. Wichtig ist,

das Präparat möglichst bald nach der

„Panne“ einzunehmen. Um Frauen

dies zu erleichtern, ist die „Pille danach“

seit März 2015 rezeptfrei in

Apotheken erhältlich. Seitdem greifen

pro Monat rund 60.000 Frauen

auf diese Möglichkeit zurück.

Damit das tatsächlich funktioniert,

sollte die Notfalleinnahme so schnell

wie möglich erfolgen, am besten innerhalb

der ersten 12 Stunden nach dem

ungeschützten Geschlechtsverkehr.

„PiDaNa“ ist für bis zu 72 Stunden

(drei Tage) und „ellaOne“ für bis zu

120 Stunden (fünf Tage) danach zuge -

lassen. Die Wirksamkeit der Präparate

nimmt jedoch im Verlauf der Zeit immer

des 20. Lebensjahres von der Krankenkasse

übernommen. Allerdings besteht

ab dem 18. Lebensjahr die Zuzahlungspflicht.

Die Regeln für die Einnahme der „Pille

danach“ sind dieselben wie bei der normalen

Pille: Sollte es innerhalb von drei

Stunden nach dem Schlucken zu Erbrechen

kommen, muss eine weitere

Dosis genommen werden. Auch die

gleichzeitige Anwendung anderer

Medikamente wie Antibiotika, Anti -

epileptika, Virostatika oder Johanniskrautpräparate

kann die Wirkung

beeinträchtigen.

Doch: Wie funktioniert die „Pille danach“

eigentlich? Und wann ist ihr

Einsatz wirklich sinnvoll? In

Deutschland sind derzeit zwei Präparate

auf dem Markt, nämlich

„ellaOne“ (mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat)

und „PiDaNa“ (Wirkstoff:

Levonorgestrel). Beide Präparate

führen zu einer Verschiebung

des Eisprungs. Dieser wird durch

die Ausschüttung des sogenannten

Luteinisierenden Hormons (LH)

ausgelöst, das über den Blutkreislauf

an den Eierstock gelangt. Die „Pille danach“

hemmt die Produktion dieses

Hormons für einige Zeit und verzögert

so den Eisprung. Der findet dann circa

fünf Tage später statt. Da Spermien im

weiblichen Organismus nur drei bis

fünf Tage überleben können, wird ein

Zusammentreffen von Spermien und

Eizelle – und somit eine Befruchtung –

verhindert.

Dr. med. Katrin Roth ist Ärztin an der Klinik für

Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg

weiter ab und liegt generell nicht bei

100 Prozent. Für den Rest des Zyklusses

ist die Frau dann wieder fruchtbar.

Die Apotheken folgen der Richtschnur,

das Medikament persönlich an die betroffene

Frau auszuhändigen, damit es

nicht ohne vorangegangene Beratung

eingenommen wird. Liegt eine ärztliche

Verordnung vor, so werden die Kosten

des Medikaments bis zur Vollendung

Als normale Verhütungsmethode ist

die „Pille danach“ keinesfalls geeignet.

Sie greift in den Hormonhaushalt

und andere Körpervorgänge

ein und kann deshalb Neben -

wirkungen wie Bauchschmerzen,

Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl,

Müdigkeit, Brustspannen

oder Schmierblutungen verursachen.

Und: Sie ist längst nicht so

sicher wie die normale Pille.

Wichtig zu wissen: Beide handels -

üblichen Medikamente sind keine „Abbruchpillen“.

Hat der Eisprung bereits

stattgefunden, sind sie unwirksam.

Frauen, die dies befürchten, sollten

sich möglichst rasch an ihren Gynäkologen

wenden. Denn auch in einem

solchen Fall kann eine Schwangerschaft

durch das Einsetzen einer

Kupferspirale meist noch verhindert

werden.


INFOMATERIAL-BESTELLUNG

Bitte senden Sie mir folgendes Informationsmaterial des ISG zu (entsprechende Anzahl angeben):

Informationsblätter


Informationsblätter


Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion [ED])

Behandlung der ED mit dem Wirkstoff Sildenafil

Behandlung der ED mit dem Wirkstoff Tadalafil

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sexualität

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Sexualität

Sexualität im Alter

Behandlung der ED mit dem Wirkstoff Vardenafil

Behandlung der ED mit dem Wirkstoff MUSE

Schwellkörper-Injektionstherapie (SKAT)

Vakuumerektionshilfen

Penisimplantate

Hormontherapie beim Mann

Sexuelle Funktionsstörungen bei Prostataerkrankungen

Broschüren

Sexuelle Probleme? Das ISG informiert und berät

FRED – Fragebogen zur Erektilen Dysfunktion –

Potenzprobleme erkennen und behandeln

Es muss keine Affäre sein – Ein Ratgeber für Frauen

Erektionsstörungen – Mut zur Selbsthilfe

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)

Induratio penis plastica (IPP)

Männliche Unfruchtbarkeit (Infertilität)

ISG-Magazin

Liebe hält gesund

Informationsblätter

Sexualstörungen bei Frauen

Name, Vorname

Hormontherapie bei der Frau

Sexualität in den Wechseljahren: Sexualität und Wechseljahre

Sexualität nach einer gynäkologischen Krebserkrankung

Straße

PLZ/Wohnort

Hausnummer

„Pille danach“

Unterstützen Sie das ISG aktiv durch Ihre Mitgliedschaft*!

Telefonnummer oder E-Mail-Adresse für Rückfragen

Bitte in Druckbuchstaben

*Mindestbeitrag (€ 25,-/Jahr). Nur als ärztliches Mitglied werden Sie –

Ihr Einverständnis vorausgesetzt – in den Expertenpool auf der ISG-

Homepage (www.isg-info.de) aufgenommen. Mit Hilfe einer Suchmaschine

können Betroffene dort einen Arzt in ihrer Nähe herausfinden.

Sie erhalten ebenfalls unser Magazin „Liebe hält gesund“, das über die

Aktivitäten des Vereins und wichtige Fortschritte auf dem Gebiet der

Sexualität und Gesundheit informiert.

Bitte senden Sie dieses Formular zurück an das:

Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit

ISG e.V.

Geschäftsstelle

Universitätsklinikum Freiburg

Hugstetter Str. 55

79106 Freiburg

Oder faxen Sie das Formular an:

Faxnummer 0761 / 27027450


10 MEDIZINWELT

Wissenschaftliche Meldungen

Foto: elnariz/fotolia.com

VEGANE ERNÄHRUNG scheint vor Prostatakrebs

zu schützen – so das Fazit einer

Untersuchung von US-Forschern der

Loma-Linda-Universität. Für ihre Studie

befragten sie 26.000 Männer nach ihren

Ernährungsgewohnheiten und teilten

sie in Gruppen ein, je nachdem ob

sie sich vegan, vegetarisch oder mit

Fleisch- und Milchprodukten ernährten.

Ergebnis: Im Vergleich zu der Gruppe,

die tierische Produkte verzehrte, konnten

die Veganer ihr Prostatakrebs-Risiko

um 35 Prozent senken. Der Grund hierfür

ist noch nicht bekannt, so Studienleiter

Dr. Gray Fraser: „Bisher ist dieser

Eine vegane Ernährung senkt das

Prostatakrebs-Risiko um 35 Prozent.

Zusammenhang nur eine logische

Schlussfolgerung und noch kein getes -

tetes Ergebnis."

MIT DER SEXUELLEN ZUFRIEDENHEIT

der Deutschen steht es nicht zum Bes -

ten: In einer aktuellen Umfrage gaben

47 Prozent an, unzufrieden mit ihrem

Liebesleben zu sein. Grundsätzlich bewerten

die männlichen Bundesbürger

ihr Sexleben positiver als die Frauen.

Nur 53 Prozent der Deutschen scheinen

zufrieden zu sein mit ihrem Liebesleben.

Rund 45 Prozent der Männer verleihen

ihrem Liebesleben die Note gut. Bei

Frauen sind es nur knapp über 37 Prozent.

61 Prozent der Männer sagen,

dass sie immer zum Höhepunkt kommen;

bei den Frauen sind es nur 27

Prozent. Als Grund dafür, keinen Orgasmus

zu bekommen, nennen 29 Prozent

ein fehlendes oder wenig intensives Vorspiel;

24 Prozent machen eine zu kurze

Erektion für den ausbleibenden Höhepunkt

verantwortlich. Quelle: Durex,

Studie durchgeführt von Censuswide

mit 1001 deutschen Frauen und Männern

ab 18 Jahren.

SCHNARCHEN kann die Partnerschaft

belasten – aber auch Gesundheit und

Wohlbefinden. Dies gilt nicht nur für die

sogenannte Schlafapnoe, bei der es im

Schlaf zu Atemaussetzern kommt. Israelische

Wissenschaftler um Dr. Or Kalchiem-Dekel

von der Ben-Gurion-Universität

in Beer-Sheva befragten „normale“

Schnarcher mit Fragebögen nach

ihrer Tagesmüdigkeit. Tatsächlich litt ein

Foto: Photographee.eu/fotolia.com

Drittel der Personen unter starker Müdigkeit.

Besonders betroffen waren

Männer mit einem erhöhten BMI. Die

Forscher stellten außerdem fest: Je lauter

die Probanden schnarchten, desto

müder waren sie am nächsten Tag. Wer

laut schnarcht und häufig schlapp ist,

sollte dies mit seinem Hausarzt besprechen.

Quelle: Kalchiem-Dekel O. Snoring

intensity and excessive daytime

sleepiness in subjects without obstructive

sleep apnea, Laryngoscope.

HORMONSCHWANKUNGEN könnten daran

Schuld sein, dass Frauen anfälliger für

Depressionen sind. Ein US-Forscherteam

unter der Leitung von Jennifer Gordon

untersuchte in diesem Zusammenhang

52 Frauen im Alter von 45 bis 60 Jahren,

die sich im Übergang in die Menopause

oder kurz danach befanden. Sie beobachteten

über mehrere Monate den

Spiegel der weiblichen Hormone Estradiol

und Progesteron im Blut der Probandinnen.

Gleichzeitig befragten sie diese nach

belastenden Lebensumständen. Ergebnis:

Frauen, die eine große Schwankung

ihres Estradiol-Spiegels erlebten, hatten

mit mehr depressiven Symptomen zu

kämpfen – allerdings nur, wenn belastende

Erlebnisse hinzukamen. Die aktuelle

Empfehlung der Forscher ist eine Behandlung

durch Psychotherapie und

leichte Medikamente gegen Depressionen.

Quelle: Gordon, J. et al. Estradiol variability,

stressful life events, and the emergence

of depressive symptomatology

during the menopausal transition. Menopause.

Das ISG wird gefördert durch:


THEMA 11

„Dennoch ein sicheres Verfahren“

Erhöht die Sterilisation beim Mann die Wahrscheinlichkeit, später an Prostatakrebs zu

erkranken? Dr. Christian Leiber, Vorstand des ISG, erläutert die aktuelle Studienlage

Dr. med. Christian Leiber, Leiter Sektion

Andrologie, Oberarzt, Facharzt für Urologie

– Andrologie, medikamentöse Tumortherapie

am Universitätsklinikum Freiburg

In Expertenkreisen gab es immer

wieder Spekulationen darüber, dass

eine Vasoresektion das Risiko für

Prostatakrebs erhöhen könnte – ohne

dass ein eindeutiger Nachweis gelang.

Auch eine Übersichtsarbeit aus dem

Jahr 1998, welche die Ergebnisse von

immerhin 14 Studien zusammenfasst,

konnte nicht für Klarheit sorgen.

2014 wurde in einer renommierten

amerikanischen Fachzeitschrift, dem

Journal für klinische Onkologie (JCO),

die bis dahin umfangreichste Studie

zum Thema veröffentlicht. Wissenschaftler

um Dr. Mohummad Siddiqui

vom Brigham and Woman’s Hospital in

Boston werteten dafür die Daten von

50.000 Amerikanern aus, die in Gesundheitsberufen

tätig sind. In dieser

Gruppe liegt der Anteil der Männer, die

sich sterilisieren lassen, bei 25 Prozent

– doppelt so hoch wie beim Durchschnitt

der US-Bürger. Die Besonderheit:

Mit 24 Jahren war die Nachbeobachtung

der Studienteilnehmer die

längste, die in diesem Bereich bisher

durchgeführt wurde.

Das Ergebnis: Männer, die eine Sterilisation

vornehmen lassen, erhöhen ihr

relatives Risiko, an Prostatakrebs zu

erkranken, um ca. 10 Prozent. Im Detail

sind die Ergebnisse jedoch alles

an dere als leicht zu deuten, denn die

genannten 10 Prozent waren nur ein

Mittelwert: Tatsächlich hatte sich die

Wahrscheinlichkeit, dass die Teilnehmer

ein niedrig-malignes Prostata kar -

zinom (also einen wenig bösartigen

Prostatakrebs) entwickeln, überhaupt

nicht erhöht. Das Risiko für ein fort -

geschrittenes Karzinom hingegen war

um 20 Prozent gestiegen. Bei Männern,

die regelmäßig an einem sogenannten

PSA-Screening teilnahmen –

einer Maßnahme zur Früherkennung

von Prostatakrebs – erhöhte sich das relative

Risiko für ein Prostatakarzinom

mit Todesfolge sogar um 56 Prozent.

Zum Zusammenhang zwischen Sterilisation

und der Entwicklung von Prostatakrebs

gibt es auch nach dieser Studie

nur fragwürdige Hypothesen. Vor allem

deshalb weil bisher viel zu wenig dar -

über bekannt ist, wie eine Sterilisation

zur Krebsentwicklung beitragen könnte.

Die aktuellste und größte Meta-Analyse

zum Thema aus dem Jahr 2015

stammt von Dr. Liu und Kollegen. Dafür

werteten die Experten Kohorten-

Studien mit insgesamt 1.127.096

Teilnehmern aus. Entgegen der Studie

von 2014 kamen sie zu dem Ergeb -

nis, dass eine Sterilisation zu keiner

Er höhung des Prostatakrebs-Risikos

führt.

Fazit: Bei abgeschlossener Familienplanung

bleibt die Sterilisation beim

Mann ein sehr sicheres und komplikationsarmes

Verfahren. In der Summe

sprechen die bisherigen wissenschaftlichen

Studien gegen ein erhöhtes

Krebsrisiko (speziell für Prostatakrebs)

durch diesen Eingriff. Der behauptete

Entstehungsmechanismus für eine

Steigerung der Krebshäufigkeit durch

die Sterilisation ist auch bislang völlig

unklar.

Vasoresektion: die wichtigsten Fakten

Paare, die sicher verhüten wollen, haben heute einige Möglichkeiten – die zu

verschiedenen Lebensphasen und -situationen passen. Pille oder Spirale für die

Frau bieten sich an, wenn ein späterer Kinderwunsch nicht ausgeschlossen ist.

Eine „Vasektomie“ oder „Vasoresektion“, also eine Sterilisation des Mannes,

liegt nahe, wenn ein Paar keinen weiteren Nachwuchs plant und sich um Verhütung

schlicht keine Sorgen mehr machen will. Wichtig: Man sollte sich dar -

über im Klaren sein, dass es sich um eine kleine Operation mit den üblichen

Risiken handelt. Bei der Vasoresektion werden die Samenleiter des Mannes

durchtrennt. In der Folge enthält sein Ejakulat keine Spermien mehr – alle anderen

Funktionen bleiben unverändert erhalten. Den Eingriff rückgängig zu machen

und die Samenleiter im Rahmen eines mikrochirurgischen Eingriffs wieder

zusammenzufügen, ist komplizierter und kostet einige tausend Euro. Eine Garantie,

dass die Fruchtbarkeit wieder hergestellt werden kann, besteht nicht.


12 WOHLFÜHLEN

Sorgt für wohlige Schauer

Haben Sie schon mal eine richtig tolle Fußmassage erhalten? Dann wissen Sie, wie herrlich entspannend

und angenehm anregend das sein kann! Unser Wohlfühltipp für Paare: Entdecken Sie Ihre Füße auch

als erogene Zone – und schenken Sie Ihrem Partner eine erotische

Fußmassage.

Mit diesen Tipps wird sie ein Erfolg: Sorgen Sie für eine wohlige Atmosphäre,

z.B. mit Kerzenlicht und ruhiger Musik. Achten Sie darauf,

dass Ihre Hände warm sind! Gehen Sie langsam und behutsam vor.

Zuerst wird der Fuß eine Weile mit den Händen umschlossen, danach

halten Sie ihn mit einer Hand an der Ferse fest und streichen

mit dem Daumen der anderen Hand langsam quer über die Sohle.

Beobachten Sie die Reaktion Ihres Partners und fragen Sie nach,

was er besonders angenehm findet: Der eine bevorzugt sanftes

Streichen, der andere genießt es, wenn sein Fuß kräftig durchge -

knetet wird. Ist der Partner bereits so richtig schön relaxt, können Sie

ver suchen, einen wichtigen erotischen Druckpunkt zu stimulieren:

Er befindet sich ca. 5 cm unterhalb des Zwischenraums von großer und zweiter Zehe.

Auch der große Zeh selbst kann aufregende Gefühle auslösen. Dafür den Fuß auf den Schoß nehmen

und den großen Zeh sanft zwischen Daumen und Zeigefinger hin- und herrollen.

Foto: Robert Przybysz/fotolia.com

Foto: tomer turjeman/fotolia.com

80 Prozent der Frauen befriedigen sich regelmäßig selbst – und tun damit

D I E Z A H L

sich und ihrer Partnerschaft etwas Gutes. Denn ein Orgasmus baut Spannungen

ab, verbessert die Stimmung und ist außerdem ein äußerst wirksames

Schlafmittel. Und: Umfragen, etwa von Kinsey, beweisen: Menschen, die schon

früh onaniert haben, erleben bis ins Alter ein erfüllteres und aktiveres Sexual -

leben mit ihrem Partner. Übrigens: Die Zahl der Männer, die sich häufiger mal

selbst Entspannung verschaffen, liegt sogar bei 94 Prozent.

Lass die Sonne rein!

Wer sich zu wenig im Freien aufhält, kann leicht einen Vitamin-D-Mangel entwickeln, so viel ist vielen Menschen bekannt.

Nicht jeder weiß, was Vitamin D eigentlich alles kann: Unterschiedliche Studien belegen, dass es vor Erkältungskrank -

heiten, Osteoporose und sogar vor Krebs schützen kann. Lust auf Sex macht es außerdem: Bei der Untersuchung von

2300 Männern stellte ein Team um den Heidelberger Forscher Winfried März fest, dass ihr Testosteron-Wert vom Gehalt

an D-Vitaminen in ihrem Blut abhing. Und hohe Testosteron-Werte wiederum sorgen für gesteigerte Libido und deutlich

mehr Energie. Also Männer: Nutzt schönes Wetter und gönnt euch öfter mal eine kleine „Lichtdusche“ bei einem Spaziergang.

20 Minuten am Tag genügen. Eure Liebste wird es euch danken!


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Foto: Floydine/fotolia.com

Gönnen Sie sich eine Abreibung

Eine glatte zarte Haut gibt uns das Gefühl, attraktiv zu sein – und lädt den Partner

ein, uns ein paar Extra-Streicheleinheiten zu schenken. Prima Rezept gegen

trockene Stellen, Schüppchen & Co:

Reiben Sie sich unter der Dusche

mit einem selbstgemachten Peeling

ein. Dazu einfach Olivenöl mit etwas

Zucker vermischen und den Körper

damit abreiben.

Wer einen etwas stärkeren Effekt

wünscht, kann statt des Zuckers

auch grobkörniges Salz nehmen.

Extratipp für weiche Lippen: Honig

mit etwas Zucker und Olivenöl mischen und Lippen damit sanft abrubbeln.

Schnelle Hilfe bei

Erektionsstörung

mit der Vakuumpumpe

ACTIVE Erection System NT ®

Entspanntes Denken trainieren

Meist passiert es ausgerechnet, wenn wir relaxen wollen: Unser Kopfkino springt

an – und Sorgen und Befürchtungen drehen sich in unserem Kopf. Neben Jobproblemen

geht es dabei oft um Freundschaften oder unsere Liebesbeziehung:

Wir werden von Verlustängsten und Unsicherheit geplagt, oft, ohne dass es einen

Grund dafür gibt.

Wichtig zu wissen: Dies belastet

nicht nur die Beziehung, sondern

auch den Körper. Denn für

den macht es wenig Unterschied,

ob wir uns Dinge nur lebhaft

ausmalen oder tatsächlich

erleben. Auch negative Erwartungen

können zu Stresssymptomen

wie Schlafstörungen und

Herzklopfen führen. Was tun, um

diesen künstlichen Alarmzustand

zu beenden?

Foto: Antonioguillem/fotolia.com

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elektrischem Pumpenkopf für

einfachste Handhabung.

Bei Erektionsstörungen z. B.

im Alter oder aufgrund von:

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Herz-/ Kreislaufbeschwerden

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Krankenkasse möglich.

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aller Männer

1. Machen Sie sich bewusst, wie häufig Sie sorgenvolle Gedanken haben, z.B.

indem Sie eine Strichliste führen. 2. Unterbrechen Sie die sorgenvollen Gedanken

jedes Mal, wenn Sie sie bemerken, z.B. indem Sie laut Stopp sagen oder

mit dem Fuß aufstampfen. 3. Ersetzen Sie Sorgen durch positive Sätze, die Sie

für sich immer aufs Neue wiederholen. Ein „Ich-kann-Denken“ kann man – mit

viel Ausdauer – tatsächlich trainieren.

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Jahren 2005 – 2014

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14 THEMA

„Wieder ganz normal Sex haben“

Er hat sich vom Krebs nicht unterkriegen lassen und auch die daraus folgenden

Potenzprobleme überwunden, jetzt macht Rainer Lutra anderen Betroffenen Mut

Nach einer Prostata-OP leidet

Rainer Lutra unter einer

erektilen Dysfunktion. Statt

zu resignieren, sucht er mit seiner

Partnerin nach einer Lösung. Ein

Interview über Wut, Hoffnung und einen

mutigen Neuanfang.

ISG: In welcher Lebenssituation be -

kamen Sie die Diagnose Prostatakrebs?

Damals war ich 53 Jahre alt – und

stec k te ohnehin gerade in einer Um -

bruch situation, die mein Leben auf

den Kopf gestellt hat. Dann kam auch

noch die Krebsdiagnose dazu, das war

heftig. Geholfen hat mir, dass ich eine

neue Partnerin gefunden habe. Ich

sagte ihr: „Das schaffen wir! Und das

mit dem Sex kriegen wir auch wieder

hin.“

Ihr Krebs wurde operiert, galten Sie

danach als geheilt?

Es sah gut aus, sicher konnte man

sich da aber noch nicht sein, in den

ersten fünf Jahren muss man immer

mit einem Rückfall rechnen. Inzwischen

geht es seit neun Jahren gut.

Nach einer Prostataoperation sind die

sexuellen Funktionen meist sehr eingeschränkt.

Wie ging es Ihnen damit?

Mein Krebs war eine Zufallsentde -

ckung, ich hatte keine Symptome. Und

nun stellen Sie sich vor: Man geht als

scheinbar gesunder potenter Mann in

eine Klinik – und kommt zu 90 Prozent

impotent aus dem OP raus. Am Anfang

habe ich gehofft, dass das von alleine

besser würde, aber das war nicht so.

Natürlich fragt man sich da: Warum

ich? Ich war voller Wut auf Gott, die

Rainer Lutra erkrankte 2007 an Prostatakrebs.

In der autobiografischen Erzählung

Liebe, Sex & Prostatakrebs“ schildert er

eindrücklich seinen Leidensweg hin zu

einer erfüllenden Sexualität nach der

Erkrankung.

Natur und das Schick sal – und voller

Trauer, über das, was ich verloren

hatte.

Aber Sie haben nicht resigniert …

Es hat mir sehr geholfen, mit meiner

Partnerin über die Sache zu sprechen.

Ich wehre mich immer, wenn man davon

spricht, „ein Mann habe Erektionsprobleme“.

Das betrifft seine

Partnerin ja genauso! Wir haben dann

alles Mögliche ausprobiert: PDE-5-

Hemmer, Skat-Spritzen, Vakuum-

Pumpe. Aber entweder es hat nicht

funktioniert oder die Neben wirkungen

waren zu stark. So kam es schließlich,

dass ich mir ein Penisimplantat einsetzen

ließ. Zum Glück wird dieser

Eingriff von der Krankenkasse bezahlt.

Ist Ihnen diese Entscheidung schwer

gefallen?

Es ist schon ein großer Schritt. Die

Implantate werden quasi in den

Schwellkörper eingebaut, das ist nicht

reversibel. Ich fand über das Internet

einen Betroffenen, der so ein Implantat

hat. Und der hat uns alle Fragen

ganz offen beantwortet und uns Mut

gemacht. Ich würde jedem, der vor so

einer Entscheidung steht, raten, es

ebenso zu machen: sich die Sache von

jemandem schildern zu lassen, der sie

aus eigenem Erleben kennt.

Was hat sich nach der OP verändert?

Hauptsächlich: Dass ich mit meiner

Partnerin wieder ganz normal Sex

haben kann – und zwar dann, wann

wir das möchten! Das Implantat ist

keine Einschränkung: Ich spüre es

nicht und man kann es auch nicht

sehen. Ich bin unheimlich froh, dass

ich gemeinsam mit meiner Partnerin

diesen Schritt gegangen bin.

Sie haben aus Ihren Erfahrungen ein

Buch gemacht. Warum?

Am Anfang ging es mir vor allem darum,

meine Emotionen zu verarbeiten,

die die Krankheit in mir ausgelöst hat.

Heute will ich vor allem anderen Paaren

helfen, die ähnliche Probleme haben.

Ich werde Jahr für Jahr zu einer

Menge Lesungen eingeladen, bei denen

ich mit vielen Betroffenen ins Gespräch

komme.

Rainer Lutra – Liebe, Sex

& Prostatakrebs: Eine

persönliche

Erfahrung.

Books on Demand,

160 Seiten, 14,90 €,

ISBN 978-3-8482203-5-9


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LEBENS-LUST 15

Foto: Dario Lo Presti/fotolia.com

Spielzeuge beim Liebesspiel?

Früher galten sie als peinlich,

heute liegen sie im Trend: Wie

Verkaufszahlen beweisen, werden

Sexspielzeuge immer beliebter.

Der Hersteller Fun Factory fand bei

einer Umfrage unter 1000 Deutschen

heraus: 25 Prozent der Befragten besitzen

mindestens ein Sex-Toy, bei den

50- bis 70-Jährigen sind es immerhin

neun Prozent. Immer häufiger werden

die Spielzeuge nicht nur allein benutzt:

75 Prozent der Männer und 56 Prozent

der Frauen geben an, Vibrator & Co.

auch gemeinsam mit dem Partner zu

verwenden. Kein Wunder, dass es inzwischen

viele Modelle gibt, die extra

für das gemeinsame Liebesspiel designt

wurden.

Wer nur den klassischen Dildo kennt,

wird sich erstaunt die Augen reiben: So

manche Vibratoren für Paare sind derart

trickreich und ungewöhnlich geformt,

dass es sich durchaus lohnen

kann, die Packungsanleitung zu studieren,

um ihr Poten zial auszuschöpfen.

Meist können sie beim Verkehr ge -

tragen werden und wirken dann auf

Mann und Frau an regend. Gleichzeitig

eignen sie sich zum Stimulieren anderer

erogener Zonen. Einen Kick für beide

versprechen auch vibrierende Penisringe,

die ebenfalls „beischlaftauglich“

sind. Einziges Problempotenzial der

High-Class-Paar modelle: Wer die Fernbedienung

haben darf, steht nicht in

der Anleitung.

Lese-Lust

Über Sex wird viel geredet – vor allem

in der Öffentlichkeit. Zwischen vielen

Paaren hingegen wird darüber viel geschwiegen.

Dem

eigenen Partner

seine Wünsche zu

offenbaren, kostet

offenbar Mut. Und

ist doch unerlässlich:

Nur wenn

beide die Vorlieben

des anderen

kennen, kann Intimität

entstehen!

Dieses Lesebuch für Paare bringt „Sie“

und „Ihn“ locker ins Gespräch: Paartherapeut

Ulrich Clement hat 200+1

Fragen zusammengestellt, die freundlich

motivieren, uns dem Partner zu

offenbaren. Dabei geht es um Gedanken

zur eigenen Sexualität, erotische

Wünsche, Fantasien und Empfindlichkeiten.

Die Seiten bieten Platz, Antworten

einzutragen, so dass „Think Love“

auch als erotisches Tagebuch fungieren

kann.

Ulrich Clement – THINK LOVE.

Das indiskrete Fragebuch.

Verlag Rogner & Bernhard, 240 Seiten,

17,95 €, ISBN 978-3-95403-093-4

das rezept

Erotische Selleriesuppe mit Vanille

In dieser eleganten Suppe stecken gleich zwei aphrodisierende

Köstlichkeiten: Die Potenzknolle Sellerie enthält

neben belebenden Vitaminen und Mineralstoffen auch den

Lockstoff Androstenol, der vor allem auf Frauen anziehend

wirkt. Die echte Vanille beschert uns mit ihrem betörend

süßen Duft wohlige Glücksgefühle. Lassen Sie sich nicht

durch die ungewöhnliche Kombination abschrecken: Die

Suppe schmeckt sehr fein! Zutaten für 4 Portionen:

1 Knollensellerie, 1 Kartoffel, 1 Zwiebel, 100 g Butter, 6 Pimentkörner,

Petersilie, Thymian, Lorbeerblatt, Pfeffer, Salz,

½ Becher Sahne, Mark einer halben Vanilleschote. Und so

geht’s: Gemüse schälen und in Würfel schneiden, in der

Hälfte der Butter einige Minuten andünsten. 1 Liter Wasser

und alle Gewürze (außer der Vanille) zugeben, ca. 45 Min.

zugedeckt köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.

Piment und Lorbeer rausfischen, Kochfond abgießen und

aufbewahren. Restliche Butter zum Gemüse geben, pürieren.

Sahne und Fond zugießen, bis die gewünschte Kon -

sistenz erreicht ist. Zum Schluss das Mark der Vanille zugeben

– und gemeinsam genießen.


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