100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

ssgaltena

Die Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der SSG Altena 08/47 e.V.

100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

Grußwort SV NRW

Mit der SSG Altena 08/47 feiert der älteste

Schwimmverein Altenas sein 100-jähriges Jubiläum.

Hierzu gratuliere ich im Namen des Präsidiums

des Schwimmvereins Nordrhein-Westfalen

aber auch persönlich ganz herzlich.

100 Jahre Vereinsgeschichte sind Höhen und Tiefen

innerhalb eines Vereins, die Geschichte widerspiegeln.

100 Jahre Verein bedeuten aber

auch Tradition und damit Verpflichtung.

Immer wieder haben sich die verantwortlichen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter im Verein zusammengefunden, um die Ideale des Vereins

hervorzuheben und damit gleichzeitig den Gründern des Vereins zu

danken, indem sie ihr Werk fortsetzten.

In seiner traditionsreichen Geschichte, die in der vorliegenden Festschrift

hervorragend dokumentiert wird, kann der Verein über eine

wechselvolle Geschichte berichten. Zwar stand und steht das sportliche

Geschehen bei der SSG Altena im Vordergrund, aber die Geselligkeit

war eines der Ideale, die neben einer sehr aktiven Jugendarbeit

besonders gepflegt wurde und wird. Mit den sportlichen Angeboten

vom Anfängerschwimmen bis zum Leistungssport, aber auch im

Bereich des Sports für Ältere, leistet er einen wertvollen Beitrag sowohl

in gesundheitlicher als auch in sozialer Hinsicht. Die SSG Altena

ist ein wichtiger gesellschaftlicher Bestandteil Altenas. Viele haben

dazu beigetragen, dass der Verein heute seine hundertjährige

Geschichte schreibt. Ich möchte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

danken, die in dieser Zeit selbstlos für andere tätig waren. Das

ist ein verdienstvolles Ehrenamt.

Der Schwimmverband NRW wünscht dem Jubilarverein für die Zukunft

ein Fortsetzen seiner erfolgreichen Arbeit.

Manfred Peppekus

Präsident des Schwimmverbandes Nordrhein- Westfalen

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Grußwort SV Südwestfalen

Liebe Schwimmsportfreundinnen,

liebe Schwimmsportfreunde,

der Vorstand des Schwimm-Verbandes Südwestfalen

und seine Mitgliedsvereine gratulieren der

SSG Altena 08/47

zum 100-jährigen Bestehen.

Wir verbinden damit den Dank für die im Interesse des Schwimmsports

geleistete Arbeit, die größtenteils durch viele ehrenamtlich tätigen

Vorstandsmitglieder, Übungsleiter, Trainer, Helfer und Kampfrichter

erbracht wurde.

Unser Schwimm-Verband war immer gern in Altena zu Gast, bei

Sportveranstaltungen und Tagungen.

So als Beispiel bei unserem Verbandstag des Jahres 1953 auf der

Burg Altena.

Der Verein hat im sportlichen Bereich enorme Erfolge erreicht, die bis

zu Spitzenplatzierungen bei Meisterschaften des Deutschen

Schwimm-Verbandes führten.

Wir wünschen dem Jubilar eine positive Zukunft und Entwicklung,

einen ausreichenden Mitarbeiterstab und die Möglichkeit, in seiner

Stadt Kindern und Jugendlichen Schwimmen anzubieten und den

Schwimmsport zu betreiben.

Mit einem herzlichen „Gut Nass“

Schwimm-Verband Südwestfalen

Erhard Münstermann 1. Vorsitzender

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Grußwort Bürgermeister der Stadt Altena

Liebe Mitglieder der Schwimmsportgemeinschaft

Altena 08/47 e. V., liebe Gäste!

Im Namen von Rat, Verwaltung und Bürgerschaft

der Stadt Altena möchte ich der

SSG Altena 08/47 e. V. und allen Menschen, die

Altenas ältesten Schwimmverein in unterschiedlichster

Weise begleiten, zum 100jährigen Bestehen

herzlich gratulieren.

Eine Stadt, die wie unser schönes Altena an einem Fluss liegt, muss

fast zwangsläufig schwimmbegeisterte Menschen hervorbringen. Und

da verwundert es auch nicht, dass die Schwimmaktivitäten in Altena

in einem am Buchholz aufgestauten Grabenzufluss der Lenne ihren

Anfang nahmen.

Durch die wechselvolle Geschichte des vergangenen Jahrhunderts

hindurch entwickelte sich

die aus SV Altena 08 und SV Dahle 47 hervorgegangene SSG Altena

08/47 e. V. zu einem fest in Altena verwurzelten, agilen Verein, der

viele sportliche Erfolge verbuchen kann und darüber hinaus das Miteinander

seiner Mitglieder intensiv pflegt. Die Stadt Altena freut sich,

mit dem

Frei- und Hallenbad Dahle eine ansprechende Sportstätte zur Verfügung

stellen zu können.

Möglich wurde die kontinuierliche und erfolgreiche Positionierung der

SSG durch engagierte Menschen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Daher möchte ich allen, die heute Verantwortung tragen, an

dieser Stelle ausdrücklich für Ihren großen Einsatz danken. Für die

Zukunft wünsche ich alles Gute, viel Akzeptanz bei der Bevölkerung

und vor allem viel Freude an Ihrem schönen und gesunden Sport!

Dr. Andreas Hollstein

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Grußwort 1. Vorsitzender SSG Altena 08/47 e.V.

Foto Detlef Wagner wird noch

per E-Mail zugeschickt!!!

Stetig ist nur der Wandel.

Seit 100 Jahren setz(t)en sich viele unserer Vereinsmitglieder ehrenamtlich

für die Förderung des Schwimmsportes in Altena ein. Ob für

SV Altena 08, SC Dahle 47 oder SSG Altena 08/47: Immer stand und

steht der Idealismus unserer Mitglieder im Vordergrund, unserer Altenaer

Jugend das Schwimmen als eine Sportart anzubieten, in welcher

der eigene Einsatz belohnt wird, sei es mit dem Erlernen einer

Schwimm-technik, einer persönlichen Bestzeit oder einem Teamerfolg.

Die SSG Altena 08/47 und ihre Mitglieder sind dabei oft ihrer Zeit voraus,

sei es bei der Gründung 1908, dem Zusammenschluss der beiden

Gründungsvereine 1963 zur SSG Altena-Dahle 1963 (das hat die

Politik erst 1969 geschafft) oder dem Vorschlag der Schließung eines

Freibades 1994 (was 2002 Realität wurde). Diese Fähigkeit, den

Wandel gestalten zu wollen, ist Eigenschaft der SSG. Das macht unseren

Verein so lebendig: Nur tote Fische schwimmen immer mit dem

Strom.

Seit 45 Jahren erlebe ich nun, wie wir gemeinsam unser vereinseigenes

Freibad am Buchholz herrichten (bis 1964), Trainer und Übungsleiter

unsere Mitglieder zum „Seepferdchen“ oder Vereinsrekord führen,

der Jugendausschuss außersportliche Aktivitäten anbietet und

unser Sportangebot aktualisiert wird, was sich in den Schlagworten

„Turnfeste“ und „Triathlon“ darstellen lässt.

Ich gratuliere unserer SSG zum 100jährigen Bestehen, in denen sie

den Altenaer Schwimmsport nachhaltig geprägt hat.

Detlef Wagner

1.Vorsitzender SSG Altena 08/47 e.V.

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

100 Jahre Schwimmsport in AltenaSSG

Altena 08/47 e.V.

Von Dietmar Lepenies

Vor 100 Jahren wurde der „Schwimmverein Altena 08“ gegründet.

Durch viele Ereignisse geprägt, trägt er heute den Namen „Schwimmsport-Gemeinschaft-Altena

08/47 e.V.“ Für die Jubiläumsveranstaltung

am 01. Juni 2008 wurde dieser Rückblick verfasst.

Die SSG Altena 08/47 e.V. ist stolz darauf, ältester Schwimmverein

Altenas zu sein. Wir sind Mitglied im Deutschen Schwimmverband,

der Deutschen Triathlon Union und im Deutschen Turnerbund.

Aus der Gründerzeit des Schwimmvereins Altena 08

Im Sommer 1908 gründete Willi Patscher -aus Iserlohn stammendmit

seinen Sportfreunden Karl Berghoff, den Gebrüdern Dach, Wilhelm

Griebel, dem späteren Landrat Fritz Hesse, Ludwig Muscheid

u.a. den SV Altena 08. Willi Patscher wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt

und begleitete den Verein fast 20 Jahre.

Willi Patscher Gründer

und 1. Vorsitzender

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Namhafte Schwimmer dieser frühen Ära (damals Gauwettkämpfer

genannt) waren: Otto Berlet, Karl Berghoff, Karl Hammerschmidt, Georg

Schautz und nicht zuletzt Robert Zander, der durch seine waghalsigen

Sprünge von der Staumauer der Fuelbecke immer wieder ein

begeistertes Publikum gehabt haben soll.

Auf Otlinghaus’ Wiese, direkt an der Lenne im Buchholz, baute der

Verein eine massive Umkleidekabine und errichtete zusätzlich ein

hölzernes Sprunggerüst.

Anschließend wurde ein Grabenzufluß zur Firma Basse & Selve zum

Badebereich erklärt. Der war freilich nur dann nutzbar, wenn das

Werk Schwarzenstein die Turbinen abstellte und das Wasser aufstaute.

Der erste Weltkrieg unterbrach die Weiterentwicklung des Vereins

und entriss ihm viele seiner Mitglieder. Nach Kriegsende kam der

Bade- und Schwimmbetrieb erst langsam wieder in Gang. Zu der

Männerriege kam aber schnell auch eine Damenabteilung hinzu.

In der wirtschaftlich schwierigen Nachkriegszeit sollte man den Aufbau

und die Entwicklung des Badebetriebes besonders hervorheben.

Hier waren das Stadt- und Kreisarchiv in Altena für die Erstellung dieses

Rückblicks eine echte Fundgrube. Dort heißt es: Als die ehemalige

Firma Basse & Selve (heute VDM) oberhalb des Werkes Schwarzenstein

an der Werdohler Straße den so genannten „Walzegraben“

zog, um das Werk mit Wasser zu versorgen, entstand am Buchholz

ein Wehr. Das Wasser der Lenne wurde in den neuen Graben geleitet,

den man im Volksmund kurz die „Schlacht“ nannte. An der Bergseite

ließ Gustav Selve, ein Förderer der damaligen Turnbewegung,

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drei hölzerne Baubuden herrichten. Die Bude 1 war für die Angestellten

der Firma bestimmt, Bude 2 für die Arbeiter und Bude 3 für das

gemeine Volk. An der Bude 3 fand der SV Altena 08 seine erste echte

Übungsstätte.

Ein gezieltes Schwimmtraining wurde aber erst möglich und erlaubt,

nachdem Gustav Selve den Zufluss zum Walzegraben regulierte und

damit die Strömungsverhältnisse in der „Schlacht“ unfallfrei verbesserte.

Ein Sprunganlage mit 1m- und 3m-Brett entstand ebenfalls.

Nicht nur der Schwimmverein, besonders auch die Bürger der Stadt,

waren stolz auf ihre „Sommerbadeanstalt am Buchholz“.

Ab 1920 erteilten die Lehrer Hermann Voigt und Richard Schirrmann

dort den ersten Schwimmunterricht. Wie Fotos belegen, wurde der

„Walzegraben“ im Winter gerne als Eislauffläche genutzt. Meisterschaften

im Stühleschieben auf Schlittschuhen waren dabei ein

großes Vergnügen.

Wettkampfmannschaft nach dem 1.

Weltkrieg

Der SV Altena 08 gehörte in dieser Zeit zur „Deutschen Turnerschaft“

und somit zum Lenne-Volme-Turngau. Der Vereinsschwimmwart Fritz

Korte übernahm den Gauvorsitz. Sportliche Schwimmsiege auf lokaler

Ebene wurden zum Normalfall. Als aber Angelo Schneider bei den

Deutschen Meisterschaften 1926 Sieger über 100 m Freistil in seiner

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Altersklasse wurde, da stand die „Bude Kopf“.

Etwas betrüblicher für den Verein war 1923 die Absplitterung einiger

guter Jugendschwimmer, die ihre Zukunft im neu gegründeten Deutschen

Schwimmverband und nicht in der Deutschen Turnerschaft sahen.

Sie gründeten am 16. November 1923 den SC Gut Nass Altena.

Seitdem leben beide Vereine in einer gesunden Konkurrenz miteinander.

Eine echte Bereicherung für den Schwimmsport war die Neueröffnung

des in die Jahre gekommenen Buchholzbades. 1928 ging ein

komplett umgebautes Bad mit einem 25x10m großen Betonschwimmbecken,

einem Sprungturm und einer elektrischen Wasserpumpe in

Betrieb. Das geschah genau zum 20-jährigen Vereinsjubiläum. Altena

hatte ein sportgerechtes Schwimmbad, das den Namen „Jahnbad“,

erhielt. Die Eröffnung wurde mit einem kreisfreien Schwimmfest und

der neuen Vereinsfahne Blau-Weiß in großem Rahmen mit der Bevölkerung

gefeiert.

In erster Linie war dieser Badneubau dem unermüdlichen Einsatz des

Vorsitzenden Wilhelm Mühlenkamp zu verdanken. Im Stadt- und

Kreisparlament und bei den ortsansässigen Firmen hatte er für das

Jahnbad erfolgreich geworben und dessen Bau schließlich durchgesetzt.

Erst jetzt wurde für den SV Altena 08 und der Schuljugend ein

regelmäßiger Schwimmbetrieb ohne Hoch- und Niedrigwasser der

Lenne ermöglicht.

Stellvertretend für viele nicht genannte ehrenamtlich tätige Vereinsmitglieder

bis zum Jahr 1940 stehen hier die Namen: Heinrich Bausen,

Gustav Dach, Paul Denkhaus, Otto Klug, Fritz Korte, Ernst Kölsche,

Hans Mallitz, Ludwig Muscheid, Josef Mühlenkamp, Adolf Severing,

und Willhelm Willschütz.

Ihnen ist zu verdanken, dass der SV Altena 08 Deutsche Turnfeste

besuchte, mit offenen Lastwagen zum „4km-Weserschwimmen“ fuhr,

Gau- und kreisoffene Schwimmfeste ausrichtete, an Klubwettkämpfen

teilnahm und diese auch organisierte.

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Ein besonders guter Griff gelang dem Verein, als er den Iserlohner

Wilhelm Schulte, genannt „Pitt“, als Bademeister ins Jahnbad holte.

Er erteilte erstklassigen Schwimmunterricht und ließ den SV Altena

08 zur Wiege der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) im

Kreis Altena-Lüdenscheid werden. Auf diese Weise bekam der

Schwimmverein ein weiteres Standbein mit ganz neuen Zielen. Einige

Mitglieder wie Ernst Kölsche und Heinrich Bausen erwarben sogar

den Lehrschein und leiteten DLRG-Grundkurse.

Alle Ehrenamtlichen waren Vorbilder für die Schwimm- und Schuljugend.

Ihr viel zitiertes Motto lautete: „Sei gesund wie ein Fisch im

Wasser“.

1936 ließ die Stadt Altena im Linscheider Bach ein Städtisches Freibad

von 50x18 m mit einem 5m-Sprungturm und moderner Umwälzanlage

bauen. Auch unsere Mitglieder haben dazu ihren Obulus beigetragen.

Durch seine günstige Lage zog das neue Freibad fortan die

Massen der Besucher an. Besonders die benachbarten Schulen profitierten

davon. Der Betrieb im Jahnbad kam dadurch fast zum Erliegen.

Durch den 2.Weltkrieg bedingt war die Zahl der Vereinsmitglieder

stark zurückgegangen. Es galt Zerstörtes wieder aufzubauen. Das

alte Jahnbad musste aufwendig repariert werden.

Wettkampf im repariertem Jahnbad

Der SV Altena 08 war in den Nachkriegsjahren der aufstrebenden

Konkurrenz des SC Gut Naß Altena im erneut modernisierten Linscheidbad

leistungsmäßig nicht mehr gewachsen.

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Infolge sportlicher Neuorganisation trat der SV Altena 08 dem Westdeutschen

Schwimmverband bei. Doch er blieb auch weiterhin dem

traditionellen „Jahnschen Vermächtnis“ verbunden und aktives Mitglied

im Turnerbund, um seine Vielseitigkeit zu erhalten.

Im Jahr 1958 feierte der SV Altena 08 sein 50jähriges Jubiläum. Fritz

Hesse, Landrat und Mitbegründer des Vereins, hielt eine viel beachtete

Festrede. Hier in Kurzfassung:

„Gerne denke ich an die Jahre zurück, in denen ich oft Abend für

Abend mit meinen Freunden vom Schwimmverein 08 oberhalb der

Wirtschaft Otlinghaus badete. Ich war 15 Jahre alt, als ich mich dem

Verein bei seiner Gründung anschloss. Im Sommer ging es Sonntag

für Sonntag zu auswärtigen Schwimmfesten. Jeder Siegerkranz, den

wir gewannen, wurde bejubelt und gefeiert. Den Spießern in Altena

gefiel unsere Freude an Sonne, Luft und Wasser nicht immer, aber

wir lachten darüber. Es waren unbeschwerte Jahre für mich.

Wir waren mit unserer selbstlosen Arbeit der Bahnbrecher für den

Schwimmsport in Altena. Ich gratuliere meinem Schwimmverein von

ganzem Herzen und wünsche, dass der Idealismus, der uns damals

beseelte, auch in Zukunft die Grundlage der Jugendarbeit bleiben

möge.“

Werbung Provinzial Altena wird separat per E-Mail

zugeschickt

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Aus der Geschichte des Schwimmvereins Dahle 1947

Die Dahler nannten es einfach das Freibad. Anfangs hatte man auf

der Kirchenwiese im Hellersloh, heute „Im Hello“ genannt, einen kleinen

Teich am Bachlauf ausgehoben. Dort machte man nach dem ersten

Weltkrieg die ersten Schwimmversuche. Das von Schlamm

durchsetzte Wasser gab den Badenden eine hellgelbe Tarnfarbe, und

es war auch bei den Fröschen und Fischen sehr beliebt.

Altes Dahler Freibad

Dahle war damals bereits Luftkurort, was genauer im Heimatbuch der

Gemeinde Dahle nachgelesen werden kann. Vom Turn- und Sportverein

angetrieben, entschloss sich die damalige Gemeindeverwaltung

zum Bau eines ordentlichen Freibades. Ein 16-köpfiger Badausschuss

unter Leitung des Lehrers Walter Brücher, den örtlichen Fabrikanten

und den Dahler Vereinsvorständen vermeldete am 24. August

1934 „Wasser marsch - der Badebetrieb ist eröffnet.“

Nur die Hälfte der Baukosten wurde von der damaligen Reichsregierung

beigesteuert. Die Dahler waren stolz auf ihre Eigenleistung. Das

etwas abseits gelegene Freibad erfreut sich seither eines regen Besuches

und dient zusätzlich vielen auswärtigen Gästen zur Erholung

und Entspannung.

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1947 führte ein spontaner Entschluss zur Gründung des SV Dahle

47. Nachdem die ersten Nachkriegsschäden am Freibad beseitigt waren,

wollte man einfach nur zusammenbleiben.

Die Männer der ersten Stunde waren Günter Herberg als 1.Vorsitzender

in Zusammenarbeit mit Fritz Beckmerhagen und Hermann Neuser.

Der schwierige Neuanfang wurde mit enormem persönlichem Arbeitseinsatz

und nahezu kostenloser Materialbeschaffung durch die

Firmen vor Ort bewältigt.

Jedes Jahr fand im Sommer ein Einladungsschwimmfest für den

Turngau statt. Im Anschluss daran wurden die Dorfmeisterschaften

ausgetragen. Eine besondere Attraktion waren dabei die Vorführungen

ehemaliger Meister im Kunst- und Turmspringen.

Genauso populär wie der langjährige Vereinsvorsitzende Günter Herberg

wurde 1958 der erst 17 Jahre alte Siegfried Tuleja. Er wurde

sportlicher Leiter, ließ sich vom WSV zum Trainer ausbilden und

übernahm später die Vereinsführung. Dieses Engagement vervielfachte

die Mitgliederzahl beträchtlich und die Erfolge der Wettkampfmannschaft

stellten sich wieder ein.

Als die Stadt Altena in den Lehrschwimmbecken der Breitenhagener

Schule und der Richard-Schirrmann-Schule den Schwimmvereinen

Übungsstunden genehmigte, wurde eine weitere Hürde in der Nichtschwimmer-

und Halbschwimmerausbildung genommen. Diese Aufgabe

konnte eine Einzelperson nicht mehr bewältigen. Die beiden

Trainer Siegfried Tuleja vom SV Dahle 47 (Vorsitzender Wilhelm Willschütz)

und Ernst Kölsche vom SV Altena 08 (Vorsitzender Gerhard

Schwarz) boten gemeinsame Übungszeiten an. Die ersten Kontakte

beider Vereine waren geknüpft.

Ein gemeinsamer Verein, die Schwimm-Sport-Gemeinschaft Altena

08 /47 e.V.

Nach einer gewissen Annährungsphase der Sportler und Funktionäre

wurde 1963 ein gemeinsames Startrecht beider Vereine beim Bezirksschwimmverband

erwirkt. Aber erst 1967 kam es zur Eintragung

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der „Schwimmsportgemeinschaft Altena-Dahle 1963 e.V.“ beim Amtsgericht

Altena. Gerhard Schwarz übernahm das Amt des 1.Vorsitzenden.

Brigitte Schwarz wurde sportliche Leiterin und bildete mit Werner Unterlauf

als Trainer für die Wettkampfmannschaft ein neues Team. Beide

Sportler waren viele Jahre sehr erfolgreiche Seniorenschwimmer.

Eine Erklärung zum heutigen Namen „Schwimm-Sport-Gemeinschaft

Altena 08/47 e.V.“ ergab sich durch die Eingemeindung Dahles als

Ortsteil von Altena. Das geschah aber erst am 14. Mai 1977.

Im Jahr 1964 schloss man aus Kostengründen das Jahnbad endgültig.

Das war aus Sicht des Schwimmsports sicherlich eine große Beeinträchtigung,

zumal in den Nachbarstädten schon Hallenbäder länger

zur Verfügung standen.

Umso höher sind die Erfolge verschiedener Einzelschwimmer zu bewerten.

Brigitte Schwarz und Werner Unterlauf formten diese zu einer

kleinen Wettkampfmannschaft. Dazu gehörten Klaus Radtke, Brigitte

Brands, Horst Wunderlich, Ursula Neuhaus, Siegfried Tuleja, Lydia

Brachthäuser, um nur einige zu nennen. Ende der 60er Jahre bestimmten

neue Namen das Schwimmgeschehen. Monika Buse, Karl

Gantenbrink, Peter Holzmann starteten bei Südwestfälischen und

Westdeutschen Meisterschaften. Letzterer kratzte erstmalig über

100m Kraul an der Minutengrenze und die SSG-Bruststaffel mit Jochen

Brüninghaus, Rainer Buchen, Dietmar Lepenies und Jochen

Piepenstock brauchte in Südwestfalen keine Gegner zu fürchten.

Ein Meilenstein für den Schwimmsport und ganz Altena war die Inbetriebnahme

des Hallenbades in Altena-Dahle. Die feierliche Einweihung

des 25x18m großen Sportbeckens fand mit vielen Ehrengästen

am 21. März 1970 statt.

Mit der Nutzung des Hallenbades und dem damit verbundenen Wintertraining

begann für alle Altenaer Schwimmvereine eine neue Zeitrechnung.

Die bisherigen VoW-Bestenlisten (Vereine ohne Winterbad) mit den

Presse und Publikum wirksamen Siegerplätzen gehörten ab 1971 nur

noch der Vergangenheit an. Fast alle Städte verfügten bereits über

ein oder mehrere Hallenbäder und der Deutsche Schwimmverband

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ließ die Liste der „Vereine ohne Winterbad“ endgültig streichen.

Die SSG Altena 08/47 brauchte für diese Umstellung einige Zeit, um

in den allgemeinen Bestenlisten (Südwestfalen, Westdeutscher

Schwimmverband, Deutscher Schwimmverband) wieder Fuß zu fassen.

Wir führten 1971 erstmalig ein „Offenes Jahrgangsschwimmen“ für

Südwestfalen durch. Auf Anhieb schaffte die SSG über 600 Meldungen.

Solch ein Ergebnis hatte man nicht erwartet. In den Folgejahren

konnten wir diese Zahl auf 1132 Starts steigern, was für den Vereinshaushalt

ein immer wichtigerer Faktor wurde.

Ab Mitte der 70er Jahre gab sich die SSG neue personelle Strukturen.

Es wurden Jugendwarte eingesetzt, alternative Trainingsmethoden

im und außerhalb des Wassers erprobt und umgesetzt.

Detlef Wagner wurde 1975 mit 21 Jahren hauptamtlicher Trainer und

verstand es, Kinder und Jugendliche weit über den Schwimmsport

hinaus an die SSG zu binden. Die 2- bis 3-wöchigen Trainingslager in

Itzehohe, Donauwörth, Hankensbüttel oder in Luxemburg stärkten

das Vereinsleben und die Zusammengehörigkeit untereinander ganz

enorm.

Detlef Wagner fand in Dietmar Lepenies einen geeigneten Partner mit

Sportstudium und langjährigen Erfahrungen im Schwimmsport bei

Großvereinen. Dietmar Lepenies wurde zum 2.Vorsitzenden und Brigitte

Schwarz 1973 zur Geschäftsführerin der SSG gewählt. Sie war

während ihrer jahrzehntelangen Vereinszugehörigkeit als Übungsleiterin

für den Nachwuchs in allen Übungsstätten tätig. Das Lehrschwimmbecken

in der Richard-Schirrmann-Schule (Nette) lag ihr besonders

am Herzen.

Gerhard Schwarz blieb über 20 Jahre Vorsitzender der SSG und wurde

erst 1987 von Dietmar Lepenies abgelöst. Die Vereinsführung

konnte seinerzeit auf eine engagierte Elternschaft bauen, die bereitwillig

mit Rat und Tat bei allen Veranstaltungen zur Verfügung stand.

Sie wussten ihre Kinder in guten Händen. - Stellvertretend für ihren

jahrelangen Einsatz sollen hier die Familien Arendt, Ernst, Heyn,

Klüppel und Quandt genannt werden.

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Wie schon erwähnt, basierte der sportliche Erfolg dieser Jahre in erster

Linie auf dem sehr intensiven Vereinsleben mit der Schwimmjugend

und dem zahlreichen Nachwuchs. Da gab es nicht nur die

mehrwöchigen Trainings- und Ferienlager. Man traf sich bei gutem

Wetter im Dahler Freibad zum Wochenendtraining und übernachtete

in Zelten. Regelmäßig nahm man an Deutschen Turnfesten erfolgreich

teil. Die Schwimmfeste für unsere Nichtschwimmer und Halbschwimmer

gehörten genauso zum Programm wie die Teilnahme der

Erwachsenen an Seniorenwettkämpfen mit gemütlichem Ausklang.

Die Ausflüge in Freizeitparks, Eislaufen, Kinobesuche, Kegeln, Nachtwanderungen,

Spielnachmittage für Kinder, Weihnachtsfeiern, Fußballturniere

mit Partnerschwimmvereinen und nicht zuletzt die wöchentlichen

Elternabende förderten die Zusammengehörigkeit enorm.

Die Vereinsmeisterschaften wurden nach Jahrgängen ausgetragen.

Das brachte die Mehrzahl der Teilnehmer auf´s Siegertreppchen und

förderte ihren Ehrgeiz beträchtlich. Zählte man die Schwimmwettkämpfe

und sonstige Termine zusammen, erreichte die SSG Altena

damals fast 50 Veranstaltungen jährlich.

Verknüpft ist diese Ära mit den Schwimmernamen Uwe Kessner, Uwe

Wagner (der erste SSG-Schwimmer mit 0:59,7 unter der Minutengrenze),

Andreas Grünberg, Peter Arendt, Holger Arendt, Thorsten

Ernst, Dirk Klüppel, Ingo Weber, Dominik Peter, Volker Heyn, Rolf

Drengk, Simone Klann, Doris Drengk, Bettina Salomon, Cornelia

Grünberg, Kerstin König, Claudia Thiele, Susanne Quandt, Sandra

Wickel und anderen.

Um die Trainingshäufigkeit zu steigern und die Privatfahrten der Eltern

zu den Übungsstätten zu verringern, wurde ein Vereinsbus angeschafft.

So konnte man im Sommer 5mal und im Winter sogar 7mal in

der Woche Wassertraining anbieten. Hinzu kamen Kraft- und Fitnesseinheiten

in der Sauerlandhalle. Lauftreffs und Radtouren sorgten für

Kraftausdauer und Abwechslung im Trainingsplan.

In den 80ern Jahren entwickelten sich aus der vorgenannten Gruppe

echte Leistungsträger wie Peter Arendt, Andreas Grünberg, Wolf-Rü-

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diger Odebralski, später kamen Hartmut Schmidt und Jens Stiegert

hinzu. Bei den Damen waren es Kerstin König, Mary Nathen, Catrin

San José und Claudia Thiele. Die Cracks unter ihnen platzierten sich

immer wieder bei Westdeutschen- und Deutschen Meisterschaften.

1987 wurde die 4x50m Bruststaffel mit Andreas Grünberg, Hartmut

Schmidt, Christian Scholz und Bruno Siepmann Deutscher Seniorenmeister

in Bremen.

Die national wertvollsten Einzelleistungen aber errangen für die SSG

Altena Andreas Grünberg (100m Brust in 1:06,4 - 200m Brust in

2:26,4 - 100m Kraul in 0:56,4), Hartmut Schmidt (200m Kraul in

2:02,5), Jens Stiegert (100m Rücken 1:06,8) und bei den Damen Catrin

San José (100m Brust in 1:14,8 - 200m Brust in 2:41,7 - 100m

Kraul in 1:05,1), Claudia Thiele (50m Kraul in 0:30,1), Mary Nathen

(50m Delphin 0:33,2). Das sind Leistungen, die in den letzten Jahren

unerreicht blieben.

1983 übernahm Rolf Drengk das Traineramt, Detlef Wagner wurde

sportlicher Leiter und Dietmar Lepenies blieb weiterhin 2.Vorsitzender.

Spitzenschwimmer auswärtiger Vereine fanden bei der SSG eine

neue Wirkungsstätte oder verließen die SSG zu Großvereinen.

Das viele Jahre größte Schwimmfest der SSG, das „Offene Jahrgangsschwimmen“,

verlor allmählich an Attraktivität - vielleicht auch

durch die eigene Leistungsdichte bedingt. Es wurde Anfang der 90er

Jahre nicht mehr ausgerichtet.

Dafür entwickelten sich neue Veranstaltungen schnell zu großen

Events und die SSG setzte in der Region neue Akzente. Das 24-

Stunden-Schwimmen im Dahler Hallenbad zog ein großes Publikum

an. Die „Aktionswoche Bad“ wurde mit anderen Altenaer Vereinen

aus der Taufe gehoben.

Zum Renner schlechthin aber entwickelte sich für den Verein der Triathlonsport

(Schwimmen, Radfahren, Laufen). Die Idee wurde bei unserem

ersten Volkstriathlon in Münster geboren. Der Schwimmstart

im 17°C warmen Dormund-Ems-Kanal mit über 100 Startern gleichzeitig

unter einer Bundesstraßenbrücke war ein Schlüsselerlebnis.

„So etwas können wir auch veranstalten“, hieß unsere Devise.

1986 gab uns ein Probetriathlon in Dahle die nötige Sicherheit. Stre-

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cken- und Zeitablauf wurden getestet und der Behördenmarathon

über Kreis- und Stadtverwaltung, mit der örtlichen Polizei, den Rettungs-

und Funkhilfsdiensten wurde erfolgreich abgeschlossen.

Fast alle 30 Altenaer Sportvereine wurden mit Hilfe des Stadtsportverbandes

auf den 1.Altena- Triathlon eingeschworen. Am 04. Juli

1987 war die SSG 08/47 der erste Triathlon-Ausrichter im Kreisgebiet.

Gestartet wurde ein Einsteigertriathlon, an dem sich nahezu alle

Altenaer Vereine (Fußballer, Leichtathleten, Schwimmer, Skiläufer,

Tennisspieler, Turner) und vereinslose Starter beteiligten. - Die Idee

einer gemeinsamen Altenaer Sportfamilie war geboren.

Für den Kurz- und Mitteltriathlon hatten sich 23 westdeutsche Vereine

gemeldet. Als Zugpferd konnten wir den amtierenden Deutschen

Meister Gordon Nowak vom Kölner Triathlon-Team verpflichten. Michael

Fieberg, Vorsitzender des Triathlon-Verbandes NRW, war Ehrengast

und Prüfer des ersten offiziellen Triathlons im Märkischen

Kreis.

Als Siegerpreis konnte die SSG ein wertvolles Rennfahrrad eines

Sponsors unter den Aktiven verlosen. Ein SSG´ler war der glücklicher

Gewinner. Mittlerweile freuen sich Sieger und Platzierte über Geldprämien,

Sachpreise, Pokale und viele Urkunden.

Ein nachträglicher Dank geht nochmals an die vielen Sponsoren,

Werbeträger und die verantwortlichen Behörden, ohne deren Hilfe

eine solche Veranstaltung nicht durchgeführt werden könnte.

Besonders kompetente Triathlon-Organisatoren der ersten Stunde

waren für den Verein Peter Bergfeld, damals 2.Vorsitzender und Volker

Heyn als aktiver Triathlet, der 1990 den Ironman auf Hawaii bestritt.

Über die Jahre hat sich die Ausdauersportart Triathlon im Leistungsbereich

sehr gewandelt und die SSG ist mitgewachsen. Über den Altena-Triathlon

entwickelte sich der Allianz-Triathlon, der Eta-Triathlon,

der Elektromark-Triathlon und im Jubiläumsjahr wird die 21.Veranstaltung

als „mark (E) Triathlon“ am 22. Juni gestartet. - Heute ist die

SSG in erster Linie Veranstalter

für die Verbands- und Regionalliga, führt aber auch weiterhin den Einsteigertriathlon

und den Volkstriathlon durch.

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Die positive Entwicklung des Vereins ist nur durch den Einsatz von

erfahrenen und vielen neuen kreativen Mitgliedern möglich gewesen

und sollte sich auch so fortsetzen.

Als Gerhard Schwarz 1987 den Vorsitz in der SSG niederlegte, wurde

Dietmar Lepenies sein Nachfolger. Die Geschäftsführung wechselte

von Andreas Grünberg auf Hartmut Schmidt. Detlef Wagner und

Christian Scholz übernahmen in Kooperation mit vielen Übungsleitern

den gesamten Sportbereich.

Am 15. März 1991 trat Dietmar Lepenies als 1.Vorsitzender zurück.

Den Vorsitz übernahmen dann Volker Heyn (1991-2002), Jörg Seuster

(2002-2006) und seit dem 21. April 2006 ist Detlef Wagner mit einer

neuen Geschäftsführung 1.Vorsitzender der SSG Altena 08/47

„Überschriften sagen mehr als tausend Worte“

Auf den nächsten Seiten findet Ihr Überschriften und Fotos aus Zeitungsartikeln

aus den Jahren 1985 bis 2008.

Dabei sei angemerkt, dass es uns natürlich nur möglich war einen

ganz kleinen Teil, der natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit

hat, von den bestimmt über 300 (!!!) Artikeln wiederzugeben.

Ein herzliches Dankeschön für die Bereitstellung der Artikel geht an

Brigitte Bergfeld und Jörg Seuster.

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Tja, schon sind 45 Vereins- und Lebensjahre um...

Von Detlef Wagner

Eher zufällig habe ich die Geschichte der SSG Altena 08/47 komplett

mit begleitet. 1963 meldeten mich meine Eltern beim SV Altena 08

an, weil das Freibad am Buchholz vor der Tür lag. Was so einen Verein

ausmacht, bekam ich gleich im ersten Jahr mit: Die Grundreinigung

des vereinseigenen Bades stand an und viele Vereinsmitglieder

kamen nach Feierabend, aber auch am Wochenende zusammen, um

den Schlamm des Winters aus dem Becken zu holen. Ich durfte da

mit helfen. Das ist wörtlich gemeint, das war für mich keine Pflicht. Ich

nahm ja nur wahr, dass alle gemeinsam etwas arbeiteten, um danach

etwas zu tun, was ohne den Einsatz nicht möglich geworden wäre:

Schwimmen zu gehen. Es war schon ein Erlebnis, wie aus einem

Dreckloch ein schönes Freibad wurde, in dem ich dann den ganzen

Sommer im Nichtschwimmerteil rumplanschte.

Für einen 10-jährigen war das schon eine Katastrophe, als dieses tolle

Bad 1964 geschlossen wurde. Warum damals keiner half, das Bad

zu erhalten, habe ich natürlich nicht verstanden. Das dauerte schon 6

Jahre, um zu erkennen, dass sich die Welt nicht um „meinen“ Verein

dreht.

Was ich aber schneller wahrnahm, war die Erkenntnis, dass es einen

weiteren Schwimmverein in Altena gab, der auch „sein“ Freibad hatte

– das Linscheidbad. In das durfte ich erst um Punkt 19.00 Uhr nach

Vorlage des Vereinsausweises zum Vereinstraining rein. Meine

Schulfreunde, die im „Gut Nass“ waren, brauchten einen solchen

Ausweis natürlich nicht vorzuzeigen und da wurde auch nicht auf die

Uhrzeit geachtet. Deswegen blieben meine Kumpels natürlich meine

Kumpels, aber deren Verein mochte ich wegen einer solchen Gemeinheit

(später lernte ich, dass das „Diskriminierung“ zu nennen ist)

absolut nicht leiden.

Das Schwimmen habe ich dann auch gelernt, wobei der „Kick“ gar

nicht im Verein kam: Mein Onkel brachte es mir in einem Baggersee

bei. Was ich damals nicht realisieren konnte, war mir in meinen spä-

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teren Übungsleiterjahren eine Hilfe: Die Behebung von Fehlern

schaffte ich am besten durch individuelle Schulung und nicht durch

Teamansprache.

Die Förderung durch den Verein, insbesondere durch meinen Trainer

Werner Unterlauf, verschafften mir Erfolgserlebnisse (Vereinsmeister,

Stadtmeister, Starts bei überregionalen Meisterschaften) und die Erkenntnis:

Du brauchst „nur“ trainieren und du wirst besser. Auch mit

Niederlagen lernte ich umzugehen: Aus Fehlern kann man lernen und

keiner ist unbesiegbar. Für solche „Ursache-Wirkung“ – Erlebnisse

bin ich „meinem“ Verein bis heute dankbar.

Ein initiales Erlebnis war meine zufällige Wahl zum Jugendvertreter

im Jahr 1971. Der Verein förderte mein Engagement und ich konnte

merken: Du kannst (auch als Jugendlicher) gestalten – wenn du

willst. Eislaufen, Schatzsuche oder Spielnachmittage hatten immer

mehr als 70 Teilnehmer, aber bis heute nicht mehr erreicht, waren die

Trainingslager in Itzehoe.

Als Trainer ab 1975 habe ich sicher meine intensivsten SSG-Zeiten

erlebt. Dank guter Freibad-Trainingsbedingungen (immer 26 Grad)

und geänderter Trainingsphilosophie im Winter (keine 5 Minuten

Kraul-Beine am Beckenrand – was haben wir das gehasst) waren wir

bald besser als uns örtliche Konkurrenz, dann Beste im Märkischen

Kreis und dann folgerichtig auf Deutschen Meisterschaften präsent

und erfolgreich. Was waren wir stolz, auf den internationalen Luxemburger

Meisterschaften zu starten und alle Vereinsrekorde gebrochen

zu haben. Es war ein verschworene Trainingsgemeinschaft, die oft im

Vereinsbus sein zu Hause hatte. Viele aus dieser Generation sind

dem Schwimmsport treu geblieben und sind auch heute noch der

SSG verbunden.

Ursache war sicher – wie in jedem erfolgreichen Verein – die Vorbildfunktion

der Übungsleiter. So viele Fans habe ich nie mehr gehabt.

Unvergessen sind mir die Anfeuerungsrufe von über 60 Kindern, die

mir bei den Vereinsmeisterschaften 1979 galten. Sie wollten mir etwas

zurück geben, was ich Ihnen in den Übungsstunden gegeben

hatte. Die Dahler Halle zitterte. Es war meine schönsten Niederlage.

Das sie gegen Andreas Grünberg und über meine Sahnestrecke 50

m Brust erfolgte, war total egal. Wenn dich (fast) alle mögen, wird sowas

Nebensache.

Die SSG hat mir auch gezeigt, das ein Team stärker ist als die Sum-

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me der Fähigkeiten des Einzelnen und so zu Erlebnissen kommt, die

ein Einzelsportler nicht hat. Solche Schwimmgrößen wie Andreas

Grünberg und Hartmut Schmidt brauchten noch 2 weitere Brustschwimmer

(einer war in Stuttgart ich), um deutsche Meister bzw. Vizemeister

in der 50-m-Bruststaffel zu werden. Auch unser Aufstieg

der Herrenmannschaft in die Südwestfalenliga haben unsere Spitzenschwimmer

den Trainingskollegen zu verdanken, die undankbaren

Strecken wir 200 m Schmetterling oder 400 m Lagen schwammen

und die Punkte einheimsten, die in der Addition den Vorsprung erbrachten.

Das in einem Verein alle an einem Strick ziehen müssen, um ihn voran

zu bringen, ist eine Selbstverständlichkeit. Immer wieder ist es –

und da ist die SSG keine Ausnahme – so, keine Ausnahme, dass

nicht in die gleiche Richtung gezogen wird. Dann gibt es Sieger und

Besiegte, die Besiegten ziehen sich zurück und wieder gibt es ein

paar Aktivposten, die dem Verein nicht mehr helfen. In meiner Vorstandszeit

habe ich dies 3 Mal erlebt, das letzte und gravierendste

Mal 1987, als unser Trainer Rolf Drengk und unsere sportliche Leiterin

Brigitte Schwarz nicht mehr miteinander konnten. Der Vorstand

wechselte komplett und es ist der große Verdienst von Dietmar Lepenies,

als neuer 1. Vorsitzender den Verein in eine spannungsfreie Zukunft

geführt zu haben.

Das man nicht nur aus Meisterleistungen, sondern auch aus Fehlern

lernen kann, hat mir mein Verein auch gezeigt. Jeder Außenstehende

muss es ja für komplette Idiotie halten, dass es in so einem großen

Dorf wie Altena 2 Schwimmvereine gibt. Annäherungen hat es – jedenfalls

in meiner Zeit – mehrere gegeben, seien es die Sondierungsgespräche

auf Iserlohner Gebiet in den 70er Jahren, durch die Sportler

initiierte Trainingsgemeinschaften, die den Vorständen nicht passten

oder die Zeit der größten Annäherung, die Startgemeinschaft

1992 – 1994, an der unser damaliger 2. Vorsitzender Peter Bergfeld

maßgeblichen Einfluss hatte. Wir haben uns so wie nie vorher kennen

gelernt und gemerkt, dass wir nicht zueinander passen. Den

Trennungsgrund würde man in einer gescheiterten Ehe als „unüberbrückbare

Differenzen“ bezeichnen. Die SSG war für die Schließung

eines Freibades (egal welches), Gut Nass dagegen. Wir (die SSG)

haben ja schon früh verstanden, dass sich die Erde nicht um uns

dreht. Weltanschauungen kann man halt nicht vereinen und es kann

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nur zusammen wachsen, was zusammen gehört. Die Vereinsphilosophien

sind halt zu unterschiedlich.

Anfang der 90er lernte ich durch die SSG, dass der Sport nicht nur

dann ein besonders Erlebnis bietet, wenn man in der Spitze dabei ist,

sondern das „Dabei sein“ wirklich „Alles“ sein kann. Wir begannen

wieder, die Turnfeste zu besuchen. Die Stimmung bei Deutschen

Turnfesten kann ich nicht in Worte fassen, sie ist einmalig und vermittelt,

dass Sport an sich schön ist und nicht erst dann, wenn man Erfolg

im Spitzensport hat. Das hat auch Einfluss in unsere Vereinsphilosophie

genommen.

Seit Beginn meiner Vorstandsarbeit nahmen immer 2 Themen besonderen

Raum ein: Genügend Ehrenamtliche/Übungsleiter und genügend

Geld. Das 2. Thema haben wir „im Griff“, seit wir Ende der 80er

als Triathon-Veranstalter auftraten. Über unsere amateurhaften Anfänge

mit unterbesetztem Zeitgericht und der lebensgefährlichen

Rad-/Laufwende vor dem Freibad Dahle haben wir nun eine anerkannt

professionelle Veranstaltung, die vom Verband gern zur Ausrichtung

seiner Liga genutzt wird und in der Mark E einen starken und

verlässlichen Sponsor hat. Über die langen Jahre teilen Dietmar Lepenies,

Volker Heyn, Jörg Seuster und Andreas Grünberg mit mir sicher,

dass es eine aufregendere Zeit als die letzten 2 Wochen vor

dem Triathlon-Start nicht gibt. Der Tri sichert die Existenz des Vereins,

uns sichert er schlaflose Nächte und graue Haare. Wir als Kleinverein

schaffen da etwas, dass mittlerweile eigentlich eine Nummer

zu groß für uns ist.

Wobei wir beim Thema „Genügend Ehrenamtliche“ angekommen

sind. Natürlich merkt man über eine so lange Zeit auch, dass sich

nicht alle Vereinsmitglieder selbstlos im Verein einbringen. Ende der

90er waren unsere aktiven „Ehrenamtlichen“ so Wenige, dass sich

unser Mitgliederbestand der Zahl 150 näherte. Die Rückkehr von Mirco

Gluth nach Altena ist ein Glücksfall für die SSG, wie in jeder Verein

unbedingt braucht. Wie am Anfang „meiner“ SSG-Karriere wiederholt

sich, dass ein präsenter Übungsleiter die Kinder anzieht wie das Licht

die Mücken – und nun haben wir wieder 250 Mitglieder und bleiben

die Nummer 1 im Altenaer Schwimmsport.

Tja, schon sind 45 Vereins- und Lebensjahre um. Was bleibt? Das

man als Aktiver durch Training Erfolge feiern darf: Für mich war das

größte die Südwestfalenvizemeisterschaft 1973 über 100 m Brust.

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Das man als Übungsleiter unseren Kindern den Spaß am Sport an

sich, aber auch an der Leistung vermitteln kann – dass sich Anstrengung

lohnt und schon die Vermittlung des Spaßes an der Bewegung

ein Erfolg ist und nicht erst ab einem Medaillenplatz beginnt. Das

man im Team große Dinge schafft, sei es sportlich oder organisatorisch.

Das man (faire) Kompromisse eingehen kann und muss, um

eine Sache (den Verein) voran zu bringen. Das manchmal Dinge getan

werden müssen, die persönliche Opfer darstellen – wie es mir

geht, der ungern das Amt des 1. Vorsitzenden ausübt – sonst wäre

der Verein geschlossen und ich könnte nicht mehr schwimmen. Vor

allem aber bleiben mir neben den Erlebnissen die lieben Menschen,

die mir der Schwimmsport gab. Da ist meine Frau die Erste.

„Die SSG- Altena 08/47-ein Teil meines Lebens“

Von Andreas Grünberg

In der SSG bin ich seit 1970. Inzwischen bedeutet das 38 Jahre

Schwimmverein.

Die ersten Jahre galten natürlich noch nicht dem Wettkampfsport. Die

Zeit verbrachte ich mit dem Erschwimmen von Abzeichen (sehr beliebt

in dem Alter), erstmal Brust und Kraul lernen und dem Bestaunen

der „Großen“, die so unglaublich schnell erschienen.

Ab dem 10. Lebensjahr ging es dann zum Wettkampfsport über. Das

bedeutete damals unglaublich harte Trainingsumfänge. Die gipfelten

jedes Jahr in einem noch härteren Trainingslager. Und so wurden alle

immer schneller. Das alles schweißte uns Kids zusammen und wir

waren eine eingeschworene Gemeinschaft. Am Wochenende unternahmen

wir viel zusammen. Außerdem nahmen wir an diversen

Stadtmeisterschaften teil. So wurde ich mal Vizestadtmeister im

Crosslauf, im Hochsprung und Speerwerden, sowie Stadtmeister im

Tischtennis- Doppel. Bei den Stadtmeisterschaften im Luftgewehrschießen

war die Trefferquote leider nicht so umwerfend.

Später schlossen wir uns zusätzlich dem Turnerbund an und nahmen

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an verschiedenen Mehrkampfmeisterschaften teil. Mein schönster Erfolg

als „Turner“ war der Gewinn der Westfalenmeisterschaften. Lustig

war hier das Kunstspringen von Einmeterbrett. Die Entscheidung

war knapp und fiel erst im letzten Sprung. Mein Sprung war gerade

gut genug für den Sieg und der Lohn war eine winzige Anstecknadel

in Gold. Natürlich war die nicht echt Gold, sondern sah nur so aus.

Schwimmerisch lief es die ganze Zeit gut. Jedes Jahr ging es zu zahlreichen

Meisterschaften.

Hier gibt es viele schöne und bewegende Wettkämpfe: Nach einem

Trainingslager in Luxemburg sind wir zu den Internationalen Luxemburgischen

Meisterschaften gefahren und gegen schnelle Schwimmer

aus der ganzen Welt angetreten. Oder der Wettkampf, als ich Mark

Warnecke über 50 Meter Brust geschlagen habe. Die Bestzeiten-

Rennen über die Delfinstrecken sind mir auch alle noch gut in Erinnerung.

Beeindruckend finde ich, dass mir das Gefühl der Rennen noch

so präsent ist. Super waren auch viele Brustrennen. Der Endlauf bei

den offenen NRW Meisterschaften. Das war wie im Fernsehen. Erst

wurden wir Starter einzeln vorgestellt, und nach dem Rennen ging es

direkt zur Siegerehrung mit Zeremonie.

Unvergessen bleibt mir der Gewinn der offenen Deutschen Meisterschaften

im Langstreckenschwimmen im Steinhuder Meer. Hier bin

ich 12500 Meter Brust um die Wette geschwommen und habe mit einem

Vorsprung von einer halben Stunde gewonnen. Die ganze folgende

Woche konnte ich kaum laufen. Meine Knie waren ziemlich angeschlagen.

Zum Glück behielt ich keine bleibenden Schäden und

meine Knie sind bis heute 1a.

In schöner Erinnerung sind mir auch die Wettkämpfe der jüngeren

Vergangenheit geblieben. Dominik Peter und ich haben einige ereignisreiche

Wettkampfreisen unternommen. Die Weltmeisterschaften

der Masters in München waren der Anfang einer Reihe von Wettkämpfen.

Einer der Höhepunkte war die Europameisterschaften der

Masters auf Mallorca. Aber auch die Deutschen Masters in Berlin waren

wirklich beeindruckend.

Erwähnen möchte ich noch meinen Einsatz für die SSK- Hörde aus

Dortmund. Als Gaststarter bin ich über das Zweitstartrecht mit ihnen

um den Aufstieg in die zweite Bundesliga geschwommen. Ich sage

euch, DMS schwimmen ist immer wieder schön!

Wie oft ich Wettkämpfe geschwommen bin, kann ich gar nicht sagen.

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Geschätzte 1000-1500 Urkunden und Medaillen lassen erahnen, wie

oft wir zwischen 10 und 17 Jahren im Einsatz waren.

Der Sport und die SSG sind bis heute ein Teil meines Lebens. Das

Training, die Wettkämpfe, der Triathlon, die Vorstandsarbeit, die Tätigkeit

als Übungsleiter, das Volleyball spielen und Kickern, das Duschen

und „quatschen“, die Turnfeste und Vereinsfahrten, die Trainingslager

im Speziellen und die Freundschaften, die aus all dem entstanden

sind, sind Dinge, die mich mit geprägt haben und die ich

nicht missen möchte.

Ach, da waren so viele schöne Erlebnisse

Von Dominik Peter

Hallo liebe Vereinsmitglieder,

auch ich wurde gebeten anlässlich unseres 100 jährigen Vereins-Jubiläums

einige Zeilen über meine Erlebnisse und Wettkampferfahrungen

zu schreiben. Als ich circa fünf Jahre alt war, beschlossen meine

Eltern, wenn ich in die Schule komme, dann soll ich schon schwimmen

können. Also ist meine Mutter mit mir ins Freibad Lindscheid gefahren

und ich habe erst mal bei dem Schwimmmeister Herrn

Schmoll die Grundlagen gelernt. Meine Schwester war bereits in der

SSG Mitglied, so kam es dann auch, dass ich irgendwann mit zum

Training durfte und bei Frau Schwarz meine ersten Trainingseinheiten

absolviert habe. Kurz danach wurde ich von den damaligen Trainern

Detlef und Rolf „entdeckt“ und bin schon mit knapp 6 Jahren meinen

ersten Wettkampf geschwommen. Das war ebenfalls im Lindscheidbad

in Altena.

An wie vielen Wettkämpfen ich dann in Attendorn, Finnentrop, Menden,

Hemer, Werdohl, Lüdenscheid, usw. teilgenommen habe? Das

kann ich nicht mehr zählen, wichtig waren mir immer die Kreismeisterschaften

und die besonderen Wettkämpfe. Da kann ich mich besonders

an den Continental-Cup im Dortmunder Südbad erinnern, ich

war laut Meldezeit so als 23. in meinem Jahrgang gemeldet, bin dann

jedoch über zehn Sekunden Bestzeit geschwommen und wurde über-

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raschend Zweiter. An dem Wettkampf in Dortmund hat übrigens auch

Marc Warnecke teilgenommen. Die Medaille hing Jahre lang in meinem

Zimmer.

Ach, da waren so viele schöne Erlebnisse, Trainingslager, Mehrkampfmeisterschaften

(auch in Bayern), Kreismeisterschaften, deutsches

Turnfest, Landesturnfest und viele mehr.

Die Masterswettkämpfe sind noch besonders zu erwähnen, meinen

ersten Masterswettkampf bin ich zusammen mit Andreas Grünberg in

München geschwommen, das war irgendwann beim Training so eine

Schnapsidee „He Andi, wir fahren zur Masters Weltmeisterschaft

nach München“. Trainiert hatten wir vorher kaum, die Bedingungen

beim Vorbereitungstraining im Freibad waren schlecht, wir haben uns

teilweise bei 15 Grad Aussentemperatur und 21 Grad Wassertemperatur

nur kurz ins Wasser gewagt. Das wenige Training führte wohl

auch dazu, dass ich die Pflichtzeit nicht geschafft habe und, wenn

Andi mich nicht aufgebaut hätte, ich wäre vielleicht nie wieder einen

Wettkampf geschwommen. Aber er hat es geschafft! So haben wir

gemeinsam weiter trainiert, sind zusammen mit Cartin San José nach

Mallorca zur Europameisterschaft geflogen, in Goslar habe ich über

100 Schmetterling den fünften Platz bei der deutschen Masters-Meisterschaft

erreicht, zudem waren wir gemeinsam in Berlin und Karlsruhe

zu deutschen Masters-Meisterschaften sowie zahlreichen anderen

Wettkämpfen. Bei den Südwestfälischen Masters durfte ich dann sogar

meine ersten Siege erschwimmen.

Neben den sportlichen Erfolgen und Erlebnissen hat mir der Sport

und ganz besonders unser Verein viel mehr gegeben, ich habe in unserem

Verein viele Menschen kennengelernt, die mir sehr wichtig

sind und die ich sogar meine Freunde nennen darf. So wurde aus einer

„Feindschaft“ zwischen Andreas Arendt und mir eine gute Freundschaft,

wir sind beide im gleichen Jahrgang angetreten und durch unsere

Eltern angestachelt, waren wir Konkurrenten, das hat sich so mit

16 Jahren gelegt und es wurde Freundschaft daraus.

Einer, zu dem ich früher aufgeblickt habe, das war Andreas Grünberg,

er war zehn Jahre älter als ich und wir konnten in jungen Jahren wenig

miteinander anfangen, ich habe ihn immer für seine Erfolge bewundert

und mir gewünscht, auch mal so schnell schwimmen zu können.

Heute bin ich dankbar, dass eine so enge Freundschaft daraus

geworden ist, da wir auch außerhalb des Vereins Zeit miteinander

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verbringen und er mein Trauzeuge war.

Natürlich gibt es noch viele andere Menschen im Verein, die mir lieb

und teuer sind und die ich nicht alle aufzählen kann.

Mich hat der Sport natürlich auch für das richtige Leben geprägt, Ziele

die ich erreichen möchte, kann ich fokussieren und genau auf den

Punkt hin arbeiten, genau so, wie auf einen wichtigen Wettkampf. Zudem

habe ich gelernt, wenn man etwas erreichen möchte, muss man

seinen inneren Schweinehund überwinden, mehr leisten als die anderen,

genau wie beim Training. Auch ich habe früher beim Training unter

Rolf und Detlef viele Tränen vergossen, weil ich dachte, ich kann

nicht mehr, sollte aber schneller oder noch mehr schwimmen, dafür

hätte ich unsere Trainer früher oft in die Wüste schicken können, heute

bin ich besonders Detlef dankbar dafür. Spaß hat es aber trotzdem

immer gemacht.

Unser heutiger Trainer Mirco macht einen wirklich guten Job, er hat

den schmalen Grad gefunden, die Mannschaft genau so zu trainieren,

dass es hart genug ist um schnell werden zu können, wenn man

es möchte aber trotzdem Spaß dabei zu haben. Eins möchte ich der

Mannschaft und den zukünftigen Schwimmern noch auf den Weg geben,

ihr trainiert nicht für eure Eltern, oder den Trainer, ihr trainiert für

euch. Vielleicht könnt ihr auch irgendwann sagen, durch unseren Verein

habe ich Freunde gewonnen und wurde positiv für das Leben geprägt.

SSG Altena: Eine Jugend zwischen Kacheln und

Chlor

Von Volker Heyn

Meine Mitgliedskarte von der SSG ist ein braun-grauer, fast unlesbarer

Lappen. Er liegt in der Kassette mit den Wertsachen, und alle

paar Jahre fällt mir der Ausweis mit dem Eintrittsdatum 1. April 1974

in die Hände. Jetzt, so kurz vorm Jubiläum, hole ich ihn heraus und

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befühle das brüchige Papier.

Ich war damals acht Jahre alt, heute bin ich 42. Lange Zeit, 34 Jahre

Mitgliedschaft im Schwimmverein. Zum Verein kam ich damals durch

einen Freund. Ich hatte Spaß am Wasser, Turnen gefiel mir nicht und

so ging ich zum ersten Mal mit zum Lehrschwimmbecken der Grundschule

Breitenhagen. Auch als kleiner Junge war man nach einem

Kopfsprung und zwei Kraulzügen durch. Ich wurde von Brigitte

Schwarz in den Verein aufgenommen. Nach ein paar Wochen sagte

man mir, dass ich ganz gut wäre und ich besser zwei oder drei Mal

pro Woche kommen sollte. Ich müsste unbedingt in die Wettkampfmannschaft

und bei einem Herrn Unterlauf trainieren. So ging das damals

mit der Talentförderung.

Kurz darauf übernahm Detlef Wagner den Trainerposten von Werner

Unterlauf. Detlef hatte neue Trainingsmethoden, probierte mit uns alles

aus, verlangte aber auch sehr viel. Die gemeinsam verbrachte

Zeit in der Gruppe der Jugendlichen war für die meisten von uns das

Wichtigste. Eine großartige Zeit. Das Gemeinschaftsgefühl war sehr

intensiv und für alle, die in dieser Gruppe waren, war es sicher eine

bis heute lebensprägende Erfahrung.

Wir trainierten im Winter einmal in der Woche im Dahler Hallenbad

und sonst in den Lehrschwimmbecken. In der Netter Schule gab es

auch noch eines, das war immerhin elf Meter lang. Da brauchte man

schon vier Kraulzüge. Dass wir dort später sogar 1500 Kraul auf Zeit

schwammen, ist eine andere Geschichte. Jedenfalls gab es zu der

Zeit niemanden sonst, der so viele Rollwenden wie wir geübt hatte.

Wir waren die Kreismeister im Startsprung, bei der Saltowende und

natürlich Rekord-Duscher.

Im Sommer ging es ins Freibad Linscheid und ins Dahler Freibad.

Trainiert wurde immer, auch bei kaltem Wetter, bei Regen sowieso.

Wir waren alle hart im Nehmen.

Körperlich und mental wurden wir stark gefordert, leisteten das aber

auch freiwillig. Fünf Trainingseinheiten im Wasser pro Woche, dazu

zweimal Kraftraum, jedes zweite Wochenende Wettkampf. Die Wettkampfmannschaft

praktizierte Leistungsschwimmen. Die Besten von

uns schafften sogar die Pflichtzeiten für Deutsche Meisterschaften.

Wir verbrachten einen Teil unserer Kindheit und die gesamte Jugend

zwischen Kacheln und Chlor sämtlicher Schwimmbäder in Südwestfalen.

Wenn kein Training oder kein Wettkampf war, trafen wir uns

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trotzdem. Detlef steuerte einen eigentlich schrottreifen VW Bulli mit

Foto Porst-Werbung als Vereinsfahrzeug. Wir verbrachten die Wochenenden

gemeinsam mit Ausflügen ins Wellenbad, im Kino, mit Minigolfspielen

oder bei selbst organisierten Wackelpuddingpartys. Flaschendrehen

war außerordentlich beliebt. Freundschaften und Liebeleien

gehörten natürlich auch dazu. Sogar eine Ehe ist daraus entstanden.

Absolute Höhepunkte dieser Zeit waren die Vereinsfahrten mit Übernachtungen

zu großen Wettkämpfen, legendäre Zeltlager auf dem

Hegenscheid und natürlich die Trainingslager in den Metropolen dieser

Welt. Für alte SSGer haben die Namen Itzehoe, Hankensbüttel

und Clervaux einen besonderen Klang. Trainiert wurde dort noch

wahnsinniger als zu Hause. Zwei mehrstündige Wassereinheiten pro

Tag, dazu täglich Waldlauf und Gymnastik, abends noch Sportspiele.

Wir waren absolut fit und deshalb schwimmerisch in Südwestfalen

weit vorne mit dabei. Die Mitglieder der vier mal 100 Meter Lagen-

Staffel der SSG Altena waren ein paar Jahre lang die Stars bei den

regionalen Wettkämpfen.

Neben dem Schwimmen probierten wir andere Sportarten aus, ein

Verdienst von Detlef Wagners Unvoreingenommenheit. Turmspringen,

Luftgewehrschießen und Fußballspielen wurde nebenbei geübt.

Aus dieser sportlichen Neugier entwickelte sich die Keimzelle des

heutigen Altenaer Triathlonsports. Einige SSGer nahmen unter abenteuerlichsten

Bedingungen bei einer der ersten deutschen Triathlonveranstaltungen

in Münster teil. Als Ergebnis steht immerhin die Teilnahme

eines SSGers bei den Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii

– und natürlich der 21. Altena-Triathlon im Jubiläumsjahr. Der

zweite Teil im Namen der SSG – Schwimm-Sport-Gemeinschaft –

wurde wirklich ernst genommen.

Am nachhaltigsten war für alle aber ganz bestimmt die Sozialisierung

in dieser eingeschworenen Gemeinschaft SSG. Das Leben war für

viele von uns bis weit in die Mitte der 1980er Jahre der Schwimmverein.

Diese Zeit hat auch mich bis heute geprägt.

Weil so ein Vereinsleben heute nicht mehr existiert, möchte ich mit

diesem Beitrag zur Jubiläums-Festschrift an diese fantastischen Zeiten

erinnern.

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Berlin, Berlin, wir waren in Berlin

Von Marina Wagner und Marina Jankowski

Samstag 14 Mai Ankunft in Berlin, Stimmung super, Wetter scheiße!

An Bord: (Prinz) Mirco + Tini, Jenni, Ricarda, Miriam, Seppel, Coco,

Lars, Andi, Juliane, Marina und Marina, Carolin, Hanna.

Der erster Ausflug ging ab zum Potsdamer Platz und abends dann

die große Party zur Eröffnung des Internationales Deutschen Turnfestes

2005 am Brandenburger Tor.

Lustig drauf, ging’s den nächsten Tag weiter mit der Besichtigung des

Schloss Sans Souci. Damit auch die bloß die Mädels nicht zu kurz

kamen, war danach erst einmal große Shoppingtour am Kurfürstendamm

angesagt. In unserem Domizil ausgeruht, waren wir bereit für

neue Taten und fuhren mit der U-Bahn ab nach Kreuzberg, wo der

„Karneval der Kulturen“ auf uns wartete. (Kleine Stößchen nebenbei,

der Caipirinha, der war geil.)

Nach alter Schwimmertradition wurden zum Abschluss des Tages lecker

Würstchen auf den Grill gelegt.

Neuer Tag, neue Herausforderungen! Trotz, dass der eigentlich an-

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stehende Wettkampf für diesen Tag leider ausfiel, ließen wir die Köpfe

nicht hängen und suchten uns Spiel, Spaß, Spannung und Action

in den Messehallen, wo uns Klettern, Inlinerfahren und andere sportliche

Aktivitäten ein gutes Programm boten. Nachmittags statteten wir

Schloss Charlottenburg einen Besuch ab. Da allerdings hier nichts los

war, blieben wir nicht lange.

17 Mai: Verschobenes wird nachgeholt – Wettkampftime! Die SSG-

Mannschaft ließ sich von der beeindruckenden, pompösen Halle mit

10 Bahnen a 50 Meter nicht abschrecken und unter Trainer Mircos

Anfeuerungen brachten die Schützlinge ihr Bestes. Prinz Mirco, Locke

Andi und Chef Detlef lieferten sich nach dem Wettkampf noch ein

starkes und spannendes Volleyballmatch unter Aufsicht von den

SSG-Mitgliedern. Der Abend klang mit einem gemeinsamen Fußballspiel

aus.

Nächster Morgen - der zweite Teil des Volleyballspiels wurde zu Ende

gebracht! Highlight des Tages war eine Sightseeing Tour auf der

Spree und die Ansicht der alten DDR- Mauer.

Während die einen sich danach den Zoo anschauten, gruselten sich

die anderen in dem Bunker.

Fix und fertig von der ganzen Woche wurde am Donnerstag gechillt,

um abends für die große Tuju - Party in den Messehallen voll fit zu

sein. Mit cooler Musik und super Partypeople wurde bis 4 Uhr morgens

kräftig gefeiert.

Freitag 20.05. – Ende des deutschen Turnfestes. Die SSG –Mannschaft

ist am Ende ihrer Kräfte angelangt, letzte chaotische Abreisevorbereitungen,

bevor es nach Hause geht.

Nochmals bedanken wir uns im Namen der ganzen Mannschaft für

die tolle Woche und bei den Leuten, die diese Fahrt möglich gemacht

haben!

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Immer wieder Sonntags .....

Von Sebastian Bergfeld

Herrlich – ich sitze am Steuer meines großen Baggers und reiße das

Haus ein. Plötzlich ein Klingeln, ich kann es nicht orten. Es wird immer

lauter. Dann ist alles schwarz. Ich schlage die Augen auf und

drücke den Wecker aus. 07:00 Uhr! Es ist Sonntag. Ich könnte noch

weiter schlafen. Das Licht geht an und Mama kommt rein. Waschen.

Anziehen. Frühstück. Draußen ist es dunkel. Klar, es ist ja auch Winter.

Die Tasche ist schon gepackt vom Vortag. Nur noch die Badehosen

von der Leine holen und ab geht’s zu den Stadtwerken. Den Weg

fahren wir fahren sehr oft am Wochenende. Entweder bringen uns

drei Mama oder Papa Gluth, Mama oder Papa Hülter oder meine Eltern

runter. Wir sind alle gut drauf und nach dem Steinwinkel steigt so

langsam die Nervosität. An den Stadtwerken warten bereits die anderen

SSGer. Es wird wieder eng auf dem Parkplatz, denn die anderen

von Gut Naß sind auch da. Rolf verteilt uns auf die Autos. Total cool,

wir fahren heute mit Andi. Die Fahrt in der Ente ist jedes Mal ein Highlight.

Vor allem der Aufkleber „Catch me, if you can“ ist witzig. Wir

sind fast eine dreiviertel Stunde unterwegs. Andi könnte schneller…

In Hallenbad Werdohl Riesei angekommen, kriegen wir wieder den

Platz von gestern, hinten in der Ecke am Fenster. Es ist zwar jedes

Mal eng, aber es geht schon irgendwie. Nachdem wir umgezogen

sind, sagt uns Rolf, was wir einschwimmen sollen. 400 Meter. Das

Becken ist voll – wie immer bei 5x 25 Meter Bahnen. Das Einschwimmen

ist ziemlich doof. Ständig schwimmt einer vor dir her oder man

kriegt eine Hand von den Kraulern ins Gesicht oder den Fuß eines

Brustschwimmers. An der Wende stehen wieder alle rum und man

kann nicht vernünftig wenden. Egal. Dann geht’s auf Bahn eins,

Spurts. Für jede gemeldete Lage einen. Anschließend duschen, was

Trockenes anziehen und das SSG Shirt drüber. Warten. Jetzt geht’s

los. Gumminastik – vor jedem Start. Hüpfen, Armkreisen, Dehnen.

Alle zusammen. Dann werde ich aufgerufen. Puls gefühlte 180. Der

Startpfiff. 50 Brust, Unterwasserzug nicht vergessen. Alles klappt gut.

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

Es ist immer ein riesiges Getöse, wenn dich alle anfeuern. Das spornt

einen noch zusätzlich an. Bei der Wende liege ich mit Steven gleich

auf, aber beim Endspurt ziehe ich ihn ab. Endlich! Total oppe steige

ich aus dem Wasser, 44,7. Gute Zeit. Das ganze Spiel wiederholt sich

noch 3 Mal. Auch Mirco und Nils setzen sich durch und wir stehen am

Ende mit 10 Medaillen zum Gruppenfoto vor dem Siegertreppchen

und am Dienstag wieder in der Zeitung. Ein erfolgreiches Wochenende

und von Oma gibt’s wieder für jede Goldene zwei Mark. Auf der

Fahrt zurück schneit es richtig doll. Auf der Windschutzscheibe von

Andi schaffen die Scheibenwischer es kaum, sie schneefrei zu halten

und das Weiß türmt sich rechts und links zu richtigen Bergen auf. Wir

schauen total interessiert zu. So müssen die Alpen entstanden sein.

Das ist seitdem Gesetz. Andi bringt uns nach Evingsen. Stolz zeige

ich meinen Eltern die Gold- und Silbermedaillen. Danach hänge ich

das Metall zu den anderen an die Wand, die Urkunde kommt in die

Kiste. Draußen ist es schon wieder dunkel. Bei so einem Wettkampf

geht fast immer das ganze Wochenende drauf. Aber es ist toll. Dafür

lohnen sich die Stunden im Wasser. Auch wenn man im Winter so

manches Mal lieber Schlitten- oder im Sommer BMX fahren würde,

als im Linscheid zu frieren. Aber nach so einem erfolgreichen Wettkampf

spielen wir bestimmt am Dienstag wieder Unterwasserball. Es

ist jetzt halb sieben - Abendessen. Lecker Stullen mit Fleischwurst

und Käse und einen großen Kakao. Anschließend schaue ich mit

Papa und Mama noch ein bisschen Fern. ARD, ZDF oder das Dritte,

in Farbe - das ist toll.

Veranstaltungen des Jugendausschusses

Von Ricarda Schürmann

Zweimal im Jahr organisiert der Jugendausschuss Veranstaltungen

für die jugendlichen Schwimmer/innen.

Zu Beginn der Osterferien werden alle kleinen Schwimmer und

Schwimmerinnen zum Ostereiersuchen eingeladen. Dieses findet am

Sportplatz Lindscheid in Dahle/ Evingsen statt. 300 Eier werden jährlich

versteckt, wobei es noch 10 besondere gibt, die mit einem SSG-

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

Aufkleber versehen sind. Wer ein SSG-Ei gefunden hat, bekommt

noch eine kleine Überraschung.

Zuerst dürfen die ganz kleinen eifrigen Schwimmer/innen auf Suche

gehen, dann folgen die Größeren. Auch erhalten alle ihre Urkunden,

die bei den vorher stattgefundenen Vereinsmeisterschaften teilgenommen

haben.

In der Vorweihnachtszeit findet dann die Weihnachtsfeier in der Jugendherberge

auf der Burg Altena statt.

Hier werden Geschichten vorgelesen und es gibt verschiedene Süßigkeiten

und Getränke.

Zwischendurch wird immer mal wieder ein Lied angestimmt.

Singt man dann fleißig und laut mit, lässt auch der Weihnachtsmann

nicht lange auf sich warten.

Nun tragen die Schwimmer und Schwimmerinnen ihre gelernten Gedichte

dem Weihnachtsmann vor.

Für diesen Mut gibt es dann auch einen Schokoweihnachtsmann.

Nachdem alle Gedichte vorgetragen sind, dürfen dann noch einmal

alle nach vorne kommen und sich eine Kleinigkeit vom Weihnachtsmann

abholen.

So nimmt dann auch diese Feier langsam ein Ende und man sieht

sich am nächsten Dienstag beim Schwimmen wieder.

Das gesellige Miteinander...

Von Hanna Wagner

Außer den sportlichen Aktivitäten kommt auch das gesellige Beieinander

nicht zu kurz.

Wir fuhren mit zwei Bussen nach Elspe, um uns gemeinsam den „Ölprinz“

anzusehen und das Mittagessen einzunehmen.

Wir fuhren bis zum Nettenscheid, um dann in zwei Pferdewagen die

Höhen zu erkunden. Nach dem Mittagessen ging es zu Fuß zur Burg

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

Altena. Die Kinder wurden dort zum Ritter geschlagen. Die Erwachsenen

hatten eine Führung in der Burg.

In Dorsten übernachtete Groß und Klein in der Jugendherberge. Wir

hatten gemeinsam eine Stadtführung. Die Jugend hatte dann eine

Bootsfahrt, viele machten mit dem Wasser Bekanntschaft. Die Erwachsenen

wanderten zu einem Schloss, um es zu besichtigen, auch

des wunderschönen Schlossgartens.

Abends wurde gegrillt und Jörg spielte zur Gitarre.

Nicht zu vergessen die jährlichen Nachtwanderungen mit Fackeln, die

für Groß und Klein sehr lustig sind.

Unser Motto:

Der Himmel ist blau, das Wasser ist blau, wir sind blau.

Die Vereinsfarben blau weiß.

Wochenendfahrt Dorsten 2003

von Marina Wagner und Marina Jankowski

Vom ersten Tag an hatten wir schönes Wetter. Beste Voraussetzungen

also für unser Vereinswochenende in Dorsten. Nach Mittag, direkt

nach der Ankunft, musste die Unterkunft in der Jugendherberge

natürlich erstmal begutachtet und die Zimmer belegt werden.

Der Samstag begann mit einer für manche mehr für andere weniger

interessanten Stadtführung durch Dorsten. Der Nachmittag wurde mit

einer Kanutour verbracht, bei der auch nur eines der Kanus kenterte.

Manche haben ihren Nachmittag auch im Zoo verbracht. Abends grillten

wir alle gemeinsam an der Jugendherberge und spielten Volleyball.

Am Sonntag stand die Abreise dann auch schon wieder an. Vorher

machten wir dem Verein noch alle Ehre und tobten uns im großen

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Freizeitbad aus.

Ein bisschen Hawaii…

Von Jörg Riese

Ein elementarer Bestandteil der Vereinsgeschichte der SSG Altena ist

der Altenaer Triathlon. Erstmalig 1987 durchgeführt bereichert diese

Veranstaltung bereits seit mehr als 20 Jahren das Sportgeschehen

der Burgstadt. Von den Anfängen 1987 bis heute sind viele Jahre ins

Land gegangen. Doch die Leidenschaft und das Engagement des

Ausrichters bleiben ungebrochen. Nachdem Detlef Wagner mit Dietmar

Lepenis von einem Triathlon in Witten zurückgekehrt war, reifte in

den Köpfen der beiden die Idee diesen modernen Ausdauerdreikampf

auch in der Burgstadt auszurichten. Im Juni 1987 war es dann endlich

soweit, die SSG Altena präsentierte den 1. Altenaer Triathlon mit Einsteiger

Triathlon. Hierbei galt es folgende Distanzen zurückzulegen:

Einsteiger Triathlon (300 Meter Schwimmen, 11,8 Kilometer Radfahren

und 2,6 Kilometer Laufen). Altenaer Triathlon (600 Meter Schwimmen,

23,6 Kilometer Radfahren und 5,2 Kilometer Laufen). Geschwommen

wurde im Dahler Freibad. Anders als von Schwimmwettkämpfen

gewohnt tummelten sich hierbei bis zu 10 Athleten auf einer

Schwimmbahn. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten,

schwammen die Dreikämpfer im Kreise. Da ein Massenstart den

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

Sprung vom Startblock ausschloss, begaben sich die Triathleten von

der gegenüberliegenden Seite des Beckens in die Fluten.

Die Fahrräder waren in der Wechselzone untergebracht, die sich auf

der Wiese längsseits des Schwimmbeckens befand.

Nach dem Schwimmen verließen die Triathleten das Becken ebenfalls

auf der Startseite und gelangten über die markierten Wege neben

dem Kinderbecken zur Umkleidezone. Hier wurden für die folgenden

zweiten und dritten Disziplinen die Utensilien bereitgelegt, wie

z.B. Radhelm und Laufschuhe. Selbstverständlich durfte das Startnummernband

nicht fehlen. Die Radstrecke führte in den Anfängen

des Triathlons hinaus auf die Dahler Straße wo es ab Pleuger auf die

Altenaer Straße, die Nette abging. Eine Radrunde der Einsteiger führte

bis zum heutigen Apollo Service Kino – einigen noch bekannt als

dem „Holländer“. War bergab noch eine wilde Fahrt möglich mit bis zu

60 Stundenkilometern, quälten sich einige doch merklich die – wenn

auch nur leichte, aber stetige – Steigung der Nette hinauf. Die Absolventen

des Altenaer Triathlons drehten direkt vor dem Frei- und Hallenbad

und machten sich auf die zweite Radrunde. Heute ist diese

Gefahrenzone entschärft worden und die Radwende befindet sich an

der Sparkasse im Ortskern Dahle. Die abschließende Laufstrecke hat

es damals wie heute „in sich“. Durch das obere Tor im Freibad verließen

die Dreikämpfer das Wettkampfareal und liefen entlang der Hecke

zwischen den Häusern und Horst Wessendorfs (Brummi) alter

Werkstatt in die Mühlenstraße ein. Eine wellige, doch eher abschüssige

Laufstrecke führte bis zur heutigen Firma Grefe. Auf dem dort angrenzenden

Wohngrundstück (ehemalige Tankstelle von Wessendorf)

war der Wendepunkt. Als dann hieß es die knackigen Steigungen in

Richtung Freibad zu erklimmen. Hier haben sich viele Athleten schon

sehr verausgabt. Lohn der Strapazen war jedoch stets ein wohlwollendes

und begeistertes Publikum, das die Straßen rund um das Freibad

säumte und besonders die heimischen Athleten jubelnd unterstütze.

Volker Heyn, selbst erfahrener Triathlet bereitete mit Roland

Schmidt in der Wärmehalle die Zeiten für eine akkurate Ergebnisliste

auf, von Chip-gestützter Zeitmessung konnte die SSG damals nur

träumen. „Doch gerade die Anfänge des Triathlons hatten einen unvergleichlichen

Charme“, erinnert sich Heinz Riese, der an unzähligen

Altenaer Triathlons teilgenommen hat. So kann man durchaus

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

sagen, dass für Heinz und Maik Riese die Triathlonkarriere in Altena

begann. Nach dem ersten Start 1987 gewann Heinz Riese bei der im

Anschluss an die Siegerehrung stattfindenden Tombola ein neues

Rennrad. Nun war natürlich der Sportsgeist geweckt und gemeinsam

mit Sohn Maik startete Heinz in den Jahren 1988/89 bei fast 20 Triathlonwettkämpfen

(pro Saison) im gesamten Bundesgebiet. Nachdem

die Szene sich jedoch immer mehr professionalisierte und sich

die Triathleten selbst auch in eine narzisstische Richtung entwickelten,

zogen sich die Riesen ein wenig zurück. Bei ihrem Hausrennen,

waren sie jedoch fast immer am Start. In späteren Jahren eiferten

auch Bert und Jörg ihren Familienmitgliedern mit Erfolg nach. So verwunderte

es wenig, dass der Altenaer Triathlonpokal oftmals von mit

Hilfe der „Riesen“ gewonnen wurde.

Heute ist der Altenaer Triathlon eine professionelle Sportveranstaltung

geworden. Zeitmessung per Champion Chip, wo der Athlet einen

Sender am Fuße trägt und seine Einzelzeiten automatisch von einem

Zeitmesssystem registriert werden. In einem Bruchteil der Zeit von

einst, steht eine komplette Ergebnisliste mit Siegern der Altersklassen

bereit. Gerade durch diese professionellen Möglichkeiten, war es für

die SSG Altena möglich den Triathlonverband dazu zu bewegen, in

der Burgstadt Liga-Wettkämpfe auszurichten. Diese Veranstaltungen

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

können nicht von Einzelsportlern absolviert werden, da es sich um

Teamwettkämpfe handelt. In den nunmehr 20 ausgerichteten Triathlonveranstaltungen,

gaben aber nicht nur die auswärtigen „Cracks“

den Ton in Altena an. Gerade die Altenaer Stadtmeisterschaft bietet

alle Jahre wieder ein spannendes Rennen. Nachdem auf der „alten“

Distanz (300 Meter Schwimmen, 11,8 Kilometer Radfahren, 2,6 Kilometer

Laufen) unter anderem Volker Heyn, Andreas Grünberg und

Maik Riese als Stadtbeste hervorgingen, lieferten sich auf der Jedermann

Distanz Maik Riese, Andreas Glasow, Markus Sartory und Jörg

Riese oft packende Duelle. Jeder von ihnen konnte sich im Laufe der

Jahre mindestens einmal den Titel sichern. Angemerkt sei noch, dass

Volker Heyn auf den alten, „klassischen“ Einsteigerstrecken bis heute

den Streckenrekord von 38:06 Minuten hält. Besonders die umsichtige

und stets um Innovation und Verbesserung bemühte Organisation

des Altenaer Triathlons hat es ermöglicht, dass diese Sportveranstaltung

in Altena bis heute Tradition ist. Nur ein einziges Mal musste die

Veranstaltung ausfallen. Dies ist jedoch nicht der Organisation anzulasten,

sondern war lediglich durch die Sanierung und Umbaumaßnahmen

des Dahler Freibades begründet. Kurios war jedoch auch der

Abbruch der Veranstaltung im Jahre 2001. Wolkenbruchartige Regenfälle

machten eine ordentliche Durchführung des Wettkampfes nicht

mehr möglich. So wurde nach dem Volkstriathlon und der Landesliga

Süd das Rennen vom Veranstalter abgebrochen. Über all die Jahre

hinweg konnte die Schwimmsportgemeinschaft auf starke und verlässliche

Partner bauen. Neben unzähligen Helfern am Streckenrand,

deren Leistungen nicht oft genug gewürdigt werden können, sind natürlich

auch die Sponsoren für die Realisierung eines solchen Mammutprojektes

unverzichtbar. Nachdem in den ersten Jahren die Ausschreibung

gezierte wurde vom X-ten Altenaer Triathlon, merkte man

in späteren Jahren bereits am Namen schon die zunehmende Professionalität.

Heute ist der Altenaer Triathlon besser bekannt als Mark-E

Triathlon. Die nicht mehr zeitgemäße Ausschreibung im DIN A5 Format

ist gegen einen modern designten A4 Flyer ersetzt worden.

Selbstverständlich darf eine professionelle Homepage im Zeitalter

des „world wide web“ nicht mehr fehlen. Mirco Gluth hat hier vorbildliche

Arbeit geleistet. So kann sich geneigte Triathlet heutzutage bequem

und einfach von daheim aus über den PC bei unserer heimischen

Veranstaltung anmelden, Ergebnisse abrufen und sogar Fotos

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

anschauen. Auch diesen kostenlosen Service bietet die SSG mittlerweile

bei ihrem Triathlon. Zum 10. Jubiläum des Allianz Triathlons

1996 vergab die SSG Altena an die Finisher einen attraktiven Bierseidel.

Pünktlich zum 20-jährigen, dem Mark-E Triathlon 2007 freuten

sich die Teilnehmer über eine Tasse. 100 Jahre SSG Altena e. V., 20

Jahre Triathlon in Altena, Faszination Sport, moderner Ausdauerdreikampf,

die drei beliebtesten Ausdauersportarten vereint, begeistertes

Publikum, tolle Wettkampfatmosphäre – wann dürfen wir Dich in Altena

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

22 Jahre SSG und kein Ende!!!!!

von Mirco Gluth

22 Jahre, das sind fast 100 Prozent meines Aktiv-Bewusst-Gelebten-

Lebens und da sollte man doch meinen, dass es ein Klacks ist, da

mal eben ein paar Zeilen über die SSG zu schreiben. Ist es sicher

auch, wenn da nicht nur so viele Sachen, Dinge, Gefühle und Erlebnisse

wären, die mir da spontan einfallen und ich so gar nicht weiß,

wo ich anfangen soll. Aber beim Schwimmen startet man auch immer

vom Block, vom „Start“, also, fange ich auch hier einfach mal ganz

von Vorne an.

Ich war 8 Jahre alt, als ich durch Sebastian „Seppel“ Bergfeld und

Nils Hülter einfach mal mit zum Schwimmen geschleppt wurde

(Mensch, habe ich da ein Glück gehabt, dass ich da per Zufall den

richtigen Schwimmverein in Altena erwischt habe…) und da kann ich

mich eigentlich erstmal nur an Brigitte Schwarz und das Netter Lehrschwimmbecken

erinnern. Getobt haben wir da immer ordentlich, sicherlich

sind wir auch geschwommen, aber meine Schwimmerinnerungen

fangen dann erst wieder an, als ich mit Seppel bei Rolf

Drengk, Detlef Wagner und Andreas Grünberg trainiert habe. Das war

dann schon etwas anderes (und damit meine ich nicht, dass das

Schwimmen bei Brigitte Schwarz schlecht gewesen sei) und wenn

mir damals als kleiner Junge bewusst gewesen wäre, welche

Schwimmgrößen ich da als Trainer vor mir habe, wäre ich wahrscheinlich

vor Ehrfurcht erstarrt, aber was juckt das schon einen

Neunjährigen und so kam es, das ich in Dortmund meinen ersten

Wettkampf geschwommen bin. An die 50 m Freistil und meine Zeit

kann ich mich natürlich gar nicht erinnern, ganz im Gegenteil zu dem

Ereignis, dass ich mir beim Toben im Nichtschwimmerbecken die

Nase aufgehauen hab und ich mit Rolf Drengk ins Krankenhaus zum

Röntgen fahren musste. Ein Glück, dass mir meine Eltern nach ihrem

ersten Schrecken nicht diesen gefährlichen Sport verboten haben,

weil ich nämlich nach einem weiterem Jahr und ein paar Wettkämpfen

später, ohne blutige Nase, auf der Jahreshauptversammlung den

Talentpokal der Jungen (wäre es der für die Mädchen gewesen, wäre

ich auch echt sauer gewesen ;-))) ) bekommen habe. Mann, war ich

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stolz!!! Da hatte ich ihn in den Händen, ein tolles Gefühl, das werde

ich nie vergessen und sicherlich, auch wenn ich es in dem Moment

nicht direkt gedacht habe, hat es dazu beigetragen, dass ich verstanden

habe, dass, wenn man sich bemüht und hart dafür arbeitet, Ziele

erreichen kann. So macht man Kinder stark!!! Dankeschön!!!

Aber jetzt will ich mal nicht zu früh sentimental werden. Weiter

geht´s….

Ab jetzt jagte ein Wettkampf und eine Trainingseinheit den/die nächste/n.

Natürlich war das kein Vergleich zu den Hoch-Zeiten Ende der

siebziger und Anfang der achtziger Jahre, aber auch wir, Mary Nathen,

Conny Schroer, Veronique und Catrin Kämper, Catrin San Jose,

Janine Frohwein, Dominik Peter, Andreas Arendt, Thomas Masuch,

Andreas Weber, Sebastian Bergfeld, Danine Rosiepen usw. (bitte

entschuldigt, wenn ich jemanden vergessen habe), haben in dieser

Zeit bis zu 20 Wettkämpfe im Jahr geschwommen, sind 5 mal die

Woche für je bis zu 5 Kilometer ins Wasser gegangen und haben so

einige Zeiten der Ewigen SSG Bestenliste hinzugefügt.

Auch wenn es nicht immer ein Zuckerschlecken war und ich mich an

meine eigenen Tränen erinnern kann, die ich beim Schwimmen vergossen

habe, weil mir so bitter kalt war oder ich mal ein ganzes Training

mit einem gebrochenem Daumen geschwommen bin, weil mir jemand

beim Warmmachen davor getreten hat (Namen werden nicht

genannt ;-))) ), war es eine wirklich tolle Zeit.

Im Großen und Ganzen war das der Verdienst von Rolf Drengk. Er

war eigentlich immer da. Im Sommer drei bis viermal die Woche beim

Training und am Wochenende waren wir von morgens bis abends auf

Wettkämpfen.

Dankeschön Rolf, dass war echt toll und ich denke gerne an diese

Zeit zurück.

Leider musste auch Rolf, wie eigentlich fast alle ehrenamtlichen Workaholics,

irgendwann erkennen, dass es auch ein anderes Leben

ohne den Verein geben muss und so kam es, dass er 1991 mit dem

Trainer-Dasein aufhörte.

Danach kam die Zeit der Trainings- und Wettkampfstartgemeinschaft

mit dem SC Gut Nass. Eigentlich war es eine gute Zeit, weil mich die

Querelen der Vereinsspitzen damals nicht interessiert haben, ich

auch die Geschichte der beiden Vereine nicht kannte und auch einfach

nur Schwimmen wollte. Die Jungs und Mädels vom SC Gut Nass

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

waren genauso wie wir und beim Training und auf den gemeinsamen

Wettkämpfen hatten wir viel Spaß. Aber auf einmal war die Startgemeinschaft

wieder gestorben (Über die Gründe muss ein anderer berichten.

Ich war damals noch zu jung.) und wir Schwimmer, die wir

vorher schön zusammen trainiert hatten, schwammen auf einmal wieder

mit einer Leine, die uns voneinander trennte, im Becken. Natürlich

war das für uns Schwimmer eine absurde Situation, wobei mir

schon damals der Gedanke in den Sinn kam:

Wie sollen nur verfeindete Völker miteinander auskommen, wenn wir

das noch nicht mal in unserem kleinen Altena können????

Danach war eigentlich mangels Trainer meine aktive „Schwimmkarriere“

zu Ende. Leider!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Warum ich dann mit 16 Jahren 1993 einfach mal beim Nichtschwimmer-Training,

geleitet vom Michael Kühnel, vorbeigefahren bin und

geholfen habe, keine Ahnung, aber es hat mir Spaß gemacht, Kindern

das (besser-) Schwimmen beizubringen und so bin ich dabei geblieben.

Von da ab, habe ich in den ersten Jahren, bis zu meinem Studium

1998 immer mehr gemacht: Übungsleiter- und Trainerscheine, eine

kleine Wettkampfmannschaft mit Kim und Kyra Brüninghaus, Michelle

Wagner, Carolin Klinke, Nicola Braun, Florian Herrmann, Birthe und

Bastian Hell, Carina Jonescheidt und vielen anderen aufgebaut. Wir

haben die Deutschen Turnfeste Hamburg (1994), München (1998)

und drei Landes-Turnfeste unsicher gemacht, etliche (zumindest ging

die Anzahl der Wettkämpfe pro Jahr stetig bergauf ;-))) ) andere

Wettkämpfe besucht und insgesamt viel Spaß gehabt.

Auch die Leistungen konnten sich in diesem Zeitraum wieder sehen

lassen und das Trainingspensum wurde auch von Jahr zu Jahr gesteigert.

1998 war dieser SSG-Abschnitt für mich vorbei und ein anderer interessanter

Abschnitt in meinem Leben begann: das Studium in Karlsruhe.

Gott sei Dank ist Sebastian Bergfeld dann in die Bresche gesprungen

und hat 3 Jahre einen super Job gemacht.

Juliane Klincke übernimmt in dieser Zeit von Detlef Wagner das Amt

des sportl. Leiters.

Anfang 2002 habe ich das Traineramt von Sebastian, weil es auch

ihn diesmal beruflich in die Ferne gezogen hat, und die sportl. Leitung

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

von Caroline Klincke, übernommen.

Und im Mai 2002 ging es dann mit Hanna Kahlert, Carolin Klincke,

Miriam Wagner, Marina Wagner, Marina Jankowski, Juliane Klincke

und Kirstin Adomat und Sebastian Bergfeld sofort los zum Deutschen

Turnfest nach Leipzig über das ich, natürlich genau wie von allen anderen

Turnfesten, alleine mehrere Seiten berichten könnte. Kurz gesagt,

es war wie immer toll und hatten zusätzlich zu unseren erfolgreichen

Wettkämpfen eine Menge Spaß.

Von da ab ging es bis zum Jahr 2008 mit der Wettkampfmannschaft

mächtig bergauf.

So wurde in dieser Zeit nicht nur die Trainingstage wieder auf drei

Tage pro Woche erhöht, sondern auch konsequent die Qualität und

Quantität des Trainings erhöht, sodass in Folge dessen Lars Henke,

Jennifer Junker, Marina Jankowski, Verena Krause, Ricarda Schürmann

und Laura Göss nach einer langen Durststrecke die Qualifikationszeiten

für die Südwestfälischen Meisterschaften schafften. Das

war wirklich toll.

Natürlich möchte und muss ich auch die anderen Wettkämpfer aus

dieser Zeit erwähnen, die genauso hart trainiert haben und viele

Wettkämpfe, tolle Bestzeiten und Platzierungen geschwommen sind:

Miriam Wagner, Marina Wagner, Juliane Klincke, Lars Glörfeld, Ricarda

Schürmann, Jana Jankowski, Wiebke Glörfeld, Felix Langemann,

Teresa Göss, Laura Reithmeier, Malin Friedrichs und Svea Weißgerber.

Auch unsere Senioren waren in den letzten Jahren sehr aktiv:

Andreas Grünberg und Dominik Peter schwimmen in dieser Zeit weiterhin

viele Bestzeiten (und das in dem Alter, wirklich toll!!!!!), Meisterschaften

und Wettkämpfe und stehen unzählige Male bei überregionalen

Wettkämpfen auf dem Podest.. Auch Doris Wagner, Catrin San

Jose, Sebastian Bergfeld und Mirco Gluth sind in dieser Zeit noch als

Wettkämpfer erfolgreich.

In dieser Zeit waren wir noch auf Wochenendfahrt in Dorsten (2003)

und auf dem Deutschen Turnfest in Berlin (2005).

In den letzten zwei Jahren hat sich mein Engagement immer mehr

vom Trainer weg zum sportlichen Leiter entwickelt und ich habe mehr

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100 Jahre SSG Altena 08/47 e.V.

und mehr Aufgaben im Vorstand und hauptsächlich bei unserem Triathlon

übernommen.

Ach, was für eine schöne Zeit und auch wenn die Aufgaben/Pflichten

gerade in den letzten Jahren doch stark zugenommen haben, kann

ich mir ein Leben ohne die SSG nicht vorstellen. Wobei ich natürlich

die Menschen, Freunde, meine, mit denen man sich durch das harte

Training plagt/e, mit denen man zusammen Woche für Woche das

Training für bis zu 70 Nicht- und Halbschwimmer organisiert (Danke

dafür, ihr seid wirklich spitze), mit denen man im Freibad zeltet, grillt,

kickert und Volleyball spielt, mit denen man einen Triathlon organisiert,

der zumindest nach außen hin, jeden Aspekt eines Profiwettkampfes

gerecht wird, mit denen man über Probleme reden kann und

auf die man sich wirklich immer verlassen kann.

Andi, Dominik, Detlef und Seppel danke ich für eine tolle Freundschaft,

„weit über“ die SSG hinaus.

Liebevoll danke ich meiner Frau, ohne ihr Verständnis, Rücksicht und

Mitarbeit wäre die viele Arbeit im Verein nicht zu schaffen gewesen.

Besonders danken möchte ich Detlef Wagner, der wirklich (!!!!) wie

kein anderer unseren Verein geformt und mitgestaltet hat. Ohne ihn

wären wir „charakterlich“ und sportlich nicht da, wo wir heute sind.

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