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Johannes Dellinger

Na ja, habe von einigen

Na ja, habe von einigen ehemaligen Kollegen gehört, dass es schwierig wird mit manchen Frauen, wenn der Mann in Rente geht und immer zuhause ist. Aber das ist es nicht bei uns. Angefangen hat es eigentlich damit, dass ich eben nun alles in der Zeitung lese, auch die Todesanzeigen. Vielleicht liegt`s daran, dass ich so viel Zeit habe. Oder am Alter. Und so ist es ja auch: da sterben ja dauernd welche, die ich gekannt habe! Na ja, gekannt ist vielleicht übertrieben. Aber doch, immerhin, ich lese die Namen und weiß eben oft, wer das ist. Oder war. Jetzt ist es aber so, dass meine Frau und ich eigentlich wenig Freunde hatten. Und das liegt auch an mir, muss ich zugeben. Ich hatte nie gerne Leute bei uns zuhause. My home is my castle, meine ich. Bin auch nicht gerne ausgegangen. Stimmt schon, Rosie hat immer darunter gelitten. Das Komische ist aber: mein Verhältnis zu Menschen hat sich total verändert, seitdem ich zuhause bin. Wenn ich so eine Todesanzeige lese, da weine ich richtig und fühle mich total verbunden mit dem, der da gestorben ist. So, als hätte ich einen wirklichen Freund verloren.

Ich geh dann auch zu den Trauerfeiern und Beerdigungen. Mittlerweile fast jede Woche, das liegt halt auch am Alter. Rosie sagt dann immer: Aber den hast du doch kaum gekannt! Ich ignoriere das. Ich ziehe meinen schwarzen Anzug an, mittlerweile habe ich sogar zwei davon, habe auch einen schwarzen Wintermantel und einen schwarzen Übergangsmantel, schwarzer Hut, schwarzer Schirm ...und raus, meinem Kameraden ein letztes „Lebewohl“ sagen. Rosie verkraftet das nicht. Sie wirft mir vor, ich hätte nie Freunde gehabt, weil ich mit Lebenden nichts anfangen kann. Und dass es ja leicht wäre, Freundschaft mit Toten zu pflegen. Die könnten ja nicht widersprechen und so´n Quatsch. Und sie möchte nicht sterben müssen, damit ich mal wieder lieb mit ihr rede! Ha, stellt mich regelrecht als Ungeheuer dar! Ich sehe das nüchterner: ich habe immer viel gearbeitet, viele Überstunden gemacht. Da war kein Platz für Freundschaften in meinem Leben. Und jetzt ist es eben anders, jetzt habe ich Zeit! Es liegt an Rosie, dass sie das nicht

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