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newSeno Telegramm 1 | 2018

News aus Senologie und Brustchirurgie

Klinik für Senologie

Klinik für Senologie und Brustchirurgie Eigenständigkeit und Unabhängigkeit » Eine verwirrende Diktion Qualitätsmerkmale eines eigenständigen und unabhängigen Brustzentrums sind oft von außen nicht zu erkennen. Erfreulicherweise gibt es inzwischen wohnortnah ausreichend „zertifizierte“ Brustzentren. Davon sind die meisten „kooperativ“ im Hinblick auf die Fallzahlen und Mindestmengen. Man könnte glauben, dass sogenannte „kooperative“ Brustzentren das „Non-plus-ultra“ bei der Diagnose Brustkrebs darstellen, was bedauerlicherweise korrigiert werden muss, denn die Kooperation dient in erster Linie den notwendigen Fallzahlen für eine Zertifizierung und ist daher untereinander kompetitiv, im Sinne eines Wettbewerbs um Anteile. Eigenständige Brustzentren können diese erforderlichen Mindestmengen aufgrund der eigenen Patientenzahlen allein nachweisen, sind aber im Allgemeinen strukturabhängiger Teil einer Frauenklinik, da es immer noch keinen Facharzt für Brustchirurgie und Senologie gibt. Auf der Basis unserer Fachkompetenz, unserer Zertifizierungen und der Aufnahme in den Gesundheitsplan des Landes NRW ist darüber hinaus das eigenständige BrustZentrum am Marien Hospital Düsseldorf mit der Klinik für Senologie und Brustchirurgie als selbständige Klinik, unabhängig von einer Frauenklinik, anerkannt worden. Dieser wegweisende Schritt konnte nur durch eine hohe und umfassende Fachkompetenz mit Organ-Spezialisierung gelingen und spiegelt sich im aktuellen Ergebnisbericht einer Patientenzufriedenheit von über 95% wider. Wir fühlen uns daher verpflichtet, nicht nur die Betroffenen ergebnissicher zu versorgen, sondern unser Wissen und Können in einer Fellowship an Fachärzte weiterzugeben. Merkmal für die Qualität des Krebsoperateurs » Schnittgrenzen-Freiheit Brustbehandlung und -operation sind bedauerlicherweise auch ein Geschäftsfeld mit verzettelten Zuständigkeiten bezüglich der Onkologie, Rekonstruktion und Kosmetik. Jeder weiß, dass der Satz: „…aus Sicherheitsgründen müssen wir nochmal nachschneiden…“ leider kein Merkmal für eine höchstmögliche Qualität des Krebsoperateurs darstellt, sondern eher ein Hinweis für mangelnde brustchirurgische Fähigkeit und mangelnde Sorgfalt bei dem Ersteingriff bedeutet; also das Gegenteil von dem, was jeder erwartet, der sich einen guten Operateur aussuchen will. Diese Erwartung der Schnittgrenzen-Freiheit beim Ersteingriff wird allerdings national und international in Brustzentren in 20 bis 25 % der Fälle nicht erfüllt, was immer Nachoperation bedeutet und eine entsprechend hohe Rate des Wiederauftretens zur Folge haben kann. Anlässlich der Zertifizierung und Re-Zertifizierung unserer Klinik für Senologie und Brustchirurgie durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Zertifizierungsstelle der Ärztekammer (ÄKzert) wurde uns eine kaum zu unterbietende Nachschneide-Rate von etwa 2% bei jährlich über 300 Neuerkrankungen an Brustkrebs bescheinigt; also ein Qualitätsmerkmal der Ergebnisqualität im 10-stelligen Bereich über den meisten nationalen und internationalen Zentren. Basis dafür ist unser Prinzip der umsichtigen Planung ohne notfallmäßige Operation am nächsten Tag und die angebotene hohe brustchirurgische Qualität des Facharzt-Teams mit dem Ziel der Verhinderung eines Wiederauftretens. Es ist bekannt, dass die Vermeidung eines lokalen Wiederauftretens das entscheidende Kriterium für die Heilung darstellt. Onkoplastische Brustoperationen » Weltweiter Standard von uns entwickelt Die sichere Entfernung des Tumors ohne nachzuschneiden und ohne zurückbleibende Verstümmelung wird erreicht durch die von uns entwickelte Onkoplastische Brustoperation, die inzwischen Standard geworden ist. Die Onkoplastik besagt, ohne Verstümmelung und unabhängig von der Anatomie der Brust, den Tumor sicher zu entfernen. Dafür gibt es viele Methoden, die unter Berücksichtigung der Anatomie (Form und Größe) der Brust und des Tumors (relative Größe und Lage) zum Ziel führen können. Auch für einen Laien leicht verständlich ist die Möglichkeit, das Gewebe bei einer größeren Brust im Rahmen einer nach außen hin wie eine kosmetische Operation erscheinenden Verkleinerung zusammen mit dem Tumor sicher zu entfernen und dabei die Brust zu erhalten. Bei einer kleineren Brust oder ungünstiger Tumorgröße gelingt dies - individuell - mit einem Implantat oder Eigengewebe ebenfalls in einer Sitzung, ohne Expander oder komplexe Netzeinlage. Verteilungsdiagnostik in der Kernspin-Mammografie » Ohne präzise Planung besser keine Operation Die Antwort auf die Frage der Verteilung des Tumorgeschehens in der Brust resultiert aus der Überprüfung 2

Klinik für Senologie und Brustchirurgie in der Kernspin-Mammografie bei Krebsverdacht. Diese Indikation sollte in einem Qualitätszentrum, wie bei uns, gestellt werden können, wird aber bedauerlicherweise von den meisten GKVs nicht anerkannt, obwohl nur mit einer MRT-Mammografie sowohl die onkologischen wie die rekonstruktiven Aspekte bei der Erstoperation berücksichtigt werden können. Daher machen sich auch die Auditoren des Zertifizierungs-Teams mit uns dafür stark, dass die MRT-Mammografie als Kassenleistung auch bei nicht privaten Versicherungen verstanden wird und durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), der über den Leistungsanspruch der Solidargemeinschaft berät, die Anerkennung als Kassenleistung bekommt. Bis dahin erhalten auch „Kassenpatientinnen“ diese oft lebensrettende Diagnostik der unerlässlichen „Blaupause“ für die Planung der Erstoperation über unser stationäres Budget als „Vorstationäre Leistung“. Wir fühlen uns unabhängig vom Versicherungsstatus dazu verpflichtet, eine maximale Ergebnisqualität nicht erst im Verlauf, sondern ganz am Beginn des Behandlungsweges gewährleisten zu können. Primär-, Sekundär- und Tertiärzentrum » Primärzentrum mit allen Kernleistungen für Erstfälle Als Primärzentrum versorgen wir regional und überregional jährlich über 300 Neuerkrankungen mit dem Ziel, höchste Qualität im Hinblick auf Ergebnissicherheit bereits am Beginn des Behandlungspfads sicherzustellen. Dafür stehen uns sämtliche diagnostischen und therapeutischen Verfahren einschließlich der intraoperativen Strahlentherapie mit Elektronen und die Anwesenheit des Pathologen im Operations-Saal zur Verfügung, sodass wir bereits bei der Operation über Brusterhaltung oder Sofortrekonstruktion entscheiden können. Eine Betroffene muss heute unseren OP-Saal meist nicht mehr ohne Brust verlassen. » Sekundär- und Tertiärzentrum für Probleme „wenn nichts mehr geht“ Als Sekundär- und Tertiärzentrum versorgen wir jährlich rund 400 regionale und überregionale brustchirurgische Zuweisungen. Dabei sehen wir Sekundärfälle für Nachoperationen bei primär unsicheren Schnittgrenzen, Fragen der Sofort- und Spätrekonstruktion, Komplikationen nach Expandern und Matrix-Einlagen, komplexe Situationen bei festgefahrenen Behandlungsplänen nach OP-Komplikationen oder primär als operative Sekundärfälle für aufwendige Operationen nach präoperativen Behandlungen. Darüber hinaus umfasst die Funktion des Tertiärzentrums die maximale therapeutische Einflussnahme durch Brustchirurgie und Onkologie in Fällen, „wenn scheinbar nichts mehr geht“. Dies sind meist sehr fortgeschrittene Befunde, bei denen neben einer primären Systemtherapie (PST) eine primäre Radiotherapie (PRT) indiziert und die Operation erst nach Abschluss der multimodalen Vor-Behandlung erfolgt. Diese „Post-Radiation-Surgery“ wurde ebenfalls von uns entwickelt, sodass wir heute in der Lage sind, die Sanierungs-Operation nach Abschluss der Bestrahlungsserie nicht nur standardmäßig mit Eigengewebe durchzuführen, sondern auch mit Implantaten für den Direkt-Aufbau, was weniger belastend ist. Dieses Vorgehen erlaubt, dass die Brust während der Therapie nicht entfernt werden muss, sondern bei einer meist hautschonenden Sanierungs-Mastektomie (SSM) oder „brustwarzenerhaltenden Mastektomie“ (NSM) das Implantat epi-muskulär (vor den Muskel unter die Haut ohne Expander oder Netz) eingelegt wird und so eine sichere Überwachung erlaubt. Die Silikon-Prothese schützt sogar bei Wiederauftreten vor einem Tieferwachsen (z.B. in den Muskel). Das Implantat kann entweder als Platzhalter für den Fall einer Implantat-basierten Maßnahme (Bestrahlung oder sekundäre Lappenplastik) dienen oder bei gutem Resultat für 10 bis 15 Jahre verbleiben. Operation und interdisziplinäre Behandlung erfolgen im Brust- Zentrum, ohne dass dabei ein Kompromiss hinsichtlich der Heilungs-Chance riskiert werden muss. Daher können viele, wenn nicht die meisten Frauen heute gerettet werden, ohne dass sie den Glauben an ihre Schönheit verlieren müssen. Integration der Strahlentherapie » Die Bedeutung der Strahlentherapie Durch die Integration der Strahlentherapie in die Brustchirurgie war es möglich, die Brusterhaltung onkologisch sicher durchzuführen. Da bei der Brusterhaltung die Strahlentherapie integraler Bestandteil des Behandlungsprotokolls wurde, ist inzwischen ein Paradigma-Wechsel zur Indikation der Brusterhaltung vertretbar. Dieser Aspekt erlaubt, im Einzelfall zu prüfen, ob bei onkologisch indizierter Strahlentherapie eine Brusterhaltung grundsätzlich möglich ist, was besonders bei einer großen Brust gilt, die als Reduktionsplastik brusterhaltend operiert werden kann. Ästhetische Chirurgie dient in Form der Onkoplastik der lokalen Sicherheit und Kosmetik und ist keine Kontraindikation bei Brustkrebs. Auch im Falle von Brustkrebs nach einer ästhetischen Brustoperation (Straffung, Vergrößerung oder Fettfüllung) kann onkoplastisch die Brust erhalten 33