Spitz und Toyota - eine zuckersüße Logistik

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Der oberösterreichische Lebensmittelhersteller Spitz hat seine komplette Flotte an Flurförderzeugen erneuert. Zum Zug kam Toyota Material Handling Austria.

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❚ Intralogistik

Zuckersüße Logistik

Der oberösterreichische Lebensmittelhersteller Spitz hat seine komplette Flotte

an Flurförderzeugen erneuert. Zum Zug kam Toyota Material Handling.

Gute Geräte erhöhen die Mitarbeiterzufriedenheit.

Die Fahrer von Spitz durften deshalb mitentscheiden.

❚ Wir füllen lieber Getränke

ab oder machen Ketchup

und Kuchen, als einen

Stapler zu reparieren.

Günter Heimbuchner, Logistikleiter bei Spitz

Die Unternehmensgruppe Spitz blickt auf

eine 160-jährige Geschichte zurück. Mit

rund 670 Mitarbeitern produziert das Unternehmen

am Standort Attnang-Puchheim

Getränke, Süß- und Backwaren, Salatdressings,

Ketchup, Konfitüren und andere Leckereien.

Täglich verlassen 1,2 Mio. Produkte

das Firmenareal, fast die Hälfte davon in den

Export.

Klare Strategie

Ein Großteil der Prozesse bei Spitz ist bereits

automatisiert. Besonders in der Getränkeproduktion,

wo die Volumina besonders hoch

sind. Moderne Fördertechnik, automatische

Sortieranlagen und ein automatisches Hochregallager

sind da eine Selbstverständlichkeit.

In den Geschäftseinheiten „Süß- und Backwaren“

sowie „Süß und Sauer“ hingegen dominieren

klassische Flurförderzeuge das Bild.

Bei der Anschaffung der Geräte hat das Unternehmen

eine klare Strategie: Nur das Beste

darf es sein.

Seit Anfang Juli sind 65 brandneue Geräte von

Toyota Material Handling bei Spitz im Einsatz,

mit denen das Unternehmen seine innerbetrieblichen

Transporte abwickelt. „Wir wollen

moderne Fahrzeuge haben und diese nach

ein paar Jahren wieder austauschen“, erklärt

Günter Heimbuchner, Logistikleiter bei Spitz.

Das Modell der Wahl lautet deshalb: Miete

und Full Service. „So haben wir die Sicherheit,

dass uns immer ordentliche Fahrzeuge zur

Verfügung stehen.“

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Cover Story ❚

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser:

Besonders stark benutzte Geräte sind mit

Schocksensor ausgestattet, um etwaige

Unfälle im Nachhinein dem jeweiligen

Bediener zuordnen zu können.

Hoch hinaus: Deichselstapler im Materiallager.

Alle Fotos: Hetzmannseder

Praktisches Detail: Über der Sichtscheibe

des Staplers ist ein Schutzgitter montiert.

Mitarbeitermeinung zählt

Der Vertrag begann Anfang Juli und läuft über

sechs Jahre. Im Rahmen eines Service Level

Agreements übernimmt Toyota sämtliche Reparatur-

und Wartungsarbeiten, stellt gegebenenfalls

auch Ersatzgeräte zur Verfügung. Dem

Vertragsabschluss ging ein intensiver Auswahlprozess

voraus, bei dem Heimbuchner

und sein Team die Produkte der vier hochrangigsten

Anbieter auf Herz und Nieren prüfte.

Mehrere Gründe sprachen am Ende für

Toyota. So konnte der Staplerhersteller auf

Grundlage der Prozesse bei Spitz einen Vorschlag

vorlegen, bei dem der Lebensmittelproduzent

ohne Einschränkung der Produktivität

mit 65 statt – wie zuvor – mit 68 Fahrzeugen

auskommt. Im Einzelnen handelt es sich um

14 Frontgabelstapler, 50 Lagertechnikgeräte

und einen Schlepper. Auch eine Überdimensionierung

der Geräte konnte vermieden werden.

Die Mitarbeiter von Spitz hatten ebenfalls

ein gewichtiges Wort mitzureden. Einige Fahrer

prüften die zur Auswahl stehenden Geräte

direkt bei den Anbietern. Ihre Meinungen und

Präferenzen flossen in die Entscheidung mit

ein. „Wir entscheiden nicht am grünen Tisch,

sondern binden unsere Mitarbeiter mit ein“,

betont Heimbuchner. „Mitarbeiterzufriedenheit

ist uns sehr wichtig.“

Zugangskontrolle

Ein weiterer Entscheidungsgrund für Toyota

war deren Flottenmanagement I_Site. Spitz

möchte künftig mehr Daten der eingesetzten

Flurförderzeuge sammeln, damit diese

in Zukunft für die weitere Optimierung der

Flotte herangezogen werden können. So ist

das System bei 23 Staplern bereits im Einsatz.

Auch Schocksensoren sind bei diesen Geräten

integriert. „So können wir ganz genau

feststellen, ob es irgendwann einen Crash

gegeben hat und wer zu dem Zeitpunkt das

Gerät bedient hat“, sagt Heimbuchner. Das

ist unter anderem im Warenausgang von Vorteil,

wo die Fahrer der externen Spediteure

ihre Lkw mit Niederhubwagen von Spitz beladen.

Aber auch innerbetrieblich genutzte

Fahrzeuge, die aus unerfindlichen Gründen

„Lack verlieren“ können so genauer kontrolliert

werden. Ebenfalls neu: Ein System

zur Zugangskontrolle mit PIN-Code. So ist

sichergestellt, dass jedes Fahrzeug nur von

jenen Fahrern in Betrieb genommen werden

kann, die über die nötige Berechtigung (und

die entsprechende Ausbildung) verfügen.

Auch beim Lademanagement der Batterien

ging der Wechsel zum neuen Lieferanten

Toyota mit einem Technologiesprung nach

vorne einher. So wurden alle Ladegeräte gegen

Hochfrequenz-Geräte umgetauscht, die

eine höhere Energieeffizienz als Trafolader

haben und zudem batterieschonender sind.

Laut Toyota ist so eine Stromeinsparung von

bis zu 20 % realisierbar.

Mehr Automatisierung geplant

Nicht zuletzt legte Heimbuchner bei der Wahl

des Gerätelieferanten Wert auf dessen Angebot

im Bereich der Automatisierung. Denn: „Wir

wollen einen fahrerlosen Schubmaststapler

anschaffen. Und Toyota ist in dieser Technologie

weiter als andere Anbieter.“ Derzeit läuft

ein gemeinsames Projekt, bei dem die Möglichkeiten

sondiert werden, den Transport von

fertigen Süß- und Backwaren zum Hochregallager

mittels FTS durchzuführen. ❚

❚ Feature

Laserunterstützung

im Lager

Der Toyota-Schubmaststapler, der vom Materiallager

aus die Produktion versorgt, verfügt

über eine technische Besonderheit: Mittels grüner

Lasermarkierung wird dem Fahrer exakt die

Mitte der auszulagernden Palette angezeigt.

Dadurch lassen sich Kollisionen zwischen Gabel

und Palette oder Gabel und Regal vermeiden.

Vor allem für Auslagervorgänge in großer Höhe

ist das von Vorteil.


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