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Forstliche Sperrgebiete

wo der Spass aufhört


Das Programm

„BERGWELT TIROL –

MITEINANDER

ERLEBEN“

Bewegung in der Natur liegt im

Trend. Viele neue Sportarten machen

die Natur für immer mehr Menschen

erlebbar. Das macht Tirol als Lebensraum

für viele Menschen attraktiv

und auch unser Tourismus profitiert

von dieser Qualität.

Die immer stärker werdende Beanspruchung

der Natur führt aber auch

zu Konflikten: Mountainbiker auf

Wanderwegen. Freerider, die unabsichtlich

Wildtiere aus ihren Ruhegebieten

herausjagen. Sportkletterer,

die bewirtschaftete Wiesen niedertrampeln.

Meist sind es nur Einzelne,

die ein konfliktfreies Miteinander

in der Natur schwierig machen. Wir

wollen Wege für eine vielfältige und

konfliktfreie Nutzung der Bergwelt

aufzeigen.


Ziel des Programms

ist es, die weitgehend freie Betretbarkeit

der Tiroler Bergregionen dauerhaft abzusichern.

Wir wollen keine Sperrgebiete

und Tabuzonen. Konflikte zwischen den

Sportarten oder unter den verschiedenen

Naturnutzern sollen erst gar nicht

entstehen. Deshalb setzen wir auf den

Dialog aller Beteiligten und schaffen gezielte

Angebote für Sportbegeisterte und

Erholungssuchende.

LHStv. ÖR Josef Geisler

Partner des Projekts

Impressum: Innsbruck, Mai 2018

Amt der Tiroler Landesregierung, Gruppe Forst - Bürgerstraße 36 - 6020 Innsbruck - info@bergwelt-miteinander.at

Für den Inhalt verantwortlich: Dieter Stöhr ADTLR, Abt. Forstorganisation

Bildrechte: Land Tirol


Zuerst die Arbeit

- dann das Vergnügen!


Arbeitsplatz

Holznutzung im Bergwald trägt dazu bei, die Schutzwirkung des Waldes

durch laufende Nutzung und Waldpflege langfristig zu erhalten.

In Tirol werden jährlich mehr als 1 Mio. m 3 Holz genutzt, das sind mehr als

10.000 Nutzungen/Jahr.

Die Forstarbeit ist prinzipiell gefährlich und unfallträchtig, das Unfallrisiko

steigt, wenn Forstarbeiter durch Störungen von der Arbeit abgelenkt

werden.

Sportplatz

Wandern, Laufen, Schwammerlsuchen, Nordic Walking - die Liste der legalen

Aktivitäten im Wald ist lang und wird immer länger. Zusätzlich sind in den letzten

Jahren mehr als 5.000 km MTB-Routen und Singletrails durch Nutzungsübereinkommen

mit den Wegehaltern entstanden und sind deshalb bei der

Waldarbeit ebenfalls zu berücksichtigen.


Ja derfen’s denn des?


Sind Sperren im Wald legal?

Laut Forstgesetz § 33. (1) darf jedermann den Wald zu Erholungszwecken

betreten und sich dort aufhalten.

Der Waldeigentümer kann Waldflächen und damit auch Forstwege sperren,

um das Arbeitsfeld bei Baustellen, bei Holzschlägerungen und Holzbringungen,

bei Windwürfen und Schädlingsbefall befristet zu sperren:

Sperren mit mehr als 4 Monaten Dauer oder von einer Größe über 5 ha müssen

bei der Behörde beantragt werden.

Öffentliche Straßen, GSLG-Wege * und andere Straßen, die durch einen Wald

führen, sind im Bedarfsfall zusätzlich durch den Wegehalter mit einem allgemeinen

Fahr- und Betretungsverbot zu sperren.

*

Wege nach dem Güter- und Seilwege-Landesgesetz


Absperrung

bei Arbeiten am Forstweg

Ja nicht immer Nein

Summe

>500 fm

200-500 fm

50-200 fm

10-50 fm


Wird ausreichend abgesperrt?

Laut einer Umfrage bei 640 Waldeigentümern und Forstarbeitern wird vor

allem bei kleinen Nutzungsmengen in mehr als 50% der Fälle nicht ausreichend

abgesperrt.

Wenn abgesperrt wird, verwenden 75% der Wegehalter/Beteiligten die

nach dem Forstgesetz vorgesehene offizielle Tafel, oft in Kombination mit

zusätzlichen Absperrmitteln wie Scherengittern, Absperrbändern oder in

Extremfällen auch Absperrposten.

In den meisten Fällen erfolgt die Absperrung direkt am Arbeitsfeld, eine Information

am Wegbeginn oder über andere Kanäle (elektronische Medien)

findet nur selten statt.

Damit sind Waldbesucher von den Sperren oft überrascht und können sich

bei der Tourenauswahl nicht darauf vorbereiten und alternative Routen

wählen.


Erwarte das Unerwartete


Arbeitsfeld absperren - warum?

Haftung

Waldeigentümer und alle an der Waldbewirtschaftung mitwirkenden

Personen haften bei Unfällen von Dritten in einem ordnungsgemäß abgesperrten

Arbeitsfeld nur bei Vorsatz.

Bei fehlender oder mangelhafter Absperrung kann eine Haftung auch aus

grober Fahrlässigkeit entstehen.

Ungestört arbeiten

Perfekte Absperrungen sind mit einigem Aufwand verbunden. Sie sorgen

aber dafür, dass die Arbeit nicht ständig unterbrochen werden muss und

die Unfallgefahr durch Ablenkung geringer ist.


Absperren - aber richtig

Offizielle Sperrtafel

Zur Sperre von Forst- und Wanderwegen und sonstigen markierten Wegen

im Wald sind die offiziellen Sperrgebietstafeln zu verwenden. Die gelbe

Sperrgebietstafel mit der Zusatztafel „Gefahr durch Waldarbeit“ und dem

Schild mit dem genauen Zeitraum der Sperre, muss bei jeder Arbeit an oder

in der Nähe von Forst- und Wanderwegen aufgestellt werden.

Mit der Aufstellung der Sperrgebietstafel gilt eine Baustelle oder ein

Arbeitsbereich als abgesperrt und der Weg im abgesperrten Bereich darf

nicht betreten werden. Der Waldbewirtschafter/Waldeigentümer ist so

rechtlich abgesichert und nur im Fall von Vorsatz bei Verletzung eines Passanten

schuld.

Die Sperrgebietstafel muss in einem sicheren Abstand von zwei Baumlängen

zum Gefahrenbereich/ zur Arbeitsfläche aufgestellt werden.

(Faustzahl: 70 Meter)

Falsche Absperrungen können mit Verwaltungsstrafen geahndet werden!


Viel los im Wald!

In manchen Regionen ist ständig reger Betrieb im Wald. Hier ist die offizielle

Sperrgebietstafel zwar rechtlich ausreichend, trotzdem ist ein ungestörtes

und sicheres Arbeiten oft unmöglich: Hier sind zusätzlich Maßnahmen

für eine wirksame Absperrung nötig.

Scherengitter und Co

Bei stärker frequentierten Forst- und Wanderwegen wird daher empfohlen,

mit Barrieren zu arbeiten, die unübersehbar sind und von Wanderern

sowie Radfahrern nur mit erhöhtem körperlichen Aufwand überwunden

werden können.

Falls die Holzabfuhr laufend nötig ist, muss man mit dem Frächter vereinbaren,

dass die Sperre aufrecht erhalten sowie bei jeder Durchfahrt

kontrolliert wird.

Stetige Kontrolle und Dokumentation der Absperrung ist im Schadensfall

hilfreich. Bei einer hohen Besucherfrequenz wird empfohlen die Absperrung

mehrmals täglich zu kontrollieren. Im Einzelfall könnte auch eine

fotografische Dokumentation wertvolle Dienste leisten.


Rechtzeitig informieren!

Eine frühzeitige Information, die es dem Waldbesucher ermöglicht, sein

Tourenziel anzupassen, kann viele Probleme verhindern.

Informationstafel am Wegbeginn

Eine einheitliche Informationstafel am Wegbeginn gibt rechtzeitig Auskunft

über Ort, Grund und Dauer der Sperre. Diese informiert über vorhandene

Umgehungsmöglichkeiten und zeigt so mögliche Alternativen auf.

Diese Informationstafel ist KEIN Ersatz für die Absperrung durch die forstliche

Sperrgebietstafeln! Sie dient nur als Hilfestellung und zur Information!


Umgehungsmöglichkeiten schaffen!

Bei stärker frequentierten Forst- und Wanderwegen und länger dauernden

Nutzungen haben sich Umgehungswege, die mit Absperrmaterial deutlich

sichtbar markiert werden, sehr bewährt. Das ist natürlich im Steilgelände

(mehr als 35° Hangneigung) oft nicht möglich, da die Ausweichwege gefahrlos

zu begehen sein sollten.

Bei solchen Umgehungswegen ist eine durchgängige Markierung wichtig.


GESPERRT

CLOSED

CHIUSO

FERMÉ


Absperrungen bei GSLG * -

und Gemeindestraßen

In diesem Fall reicht die Tafel „Forstliches Sperrgebiet“ allein nicht aus, da

diese rechtlich nur für die Absperrung der (an den Weg angrenzenden) Waldflächen

gültig ist. Die Straße gehört in diesem Fall nicht zur Waldfläche.

Laut Tiroler Straßengesetz §51 ist im Falle einer Durchführung von Arbeiten,

welche die Schutzinteressen der Straße beeinträchtigen können, die geplante

Arbeit zwei Wochen vorher beim Straßenverwalter anzumelden. Dieser

muss einen Antrag an die Behörde stellen, welche dann über den Antrag

allenfalls unter Vorschreibung von Auflagen entscheidet.

Die Sperre ist zusätzlich mit einer Fahrverbotstafel zu kennzeichnen.

*

Wege nach dem Güter- und Seilwege-Landesgesetz


Ihr Waldaufseher berät Sie gerne!

In jeder Gemeinde gibt es einen Waldaufseher, der Sie in allen Fragen zur

Absicherung von Arbeitsfeldern im Wald beraten kann.

Sie können auch Sperr- und Informationstafeln kostenlos ausleihen, wenn

Sie eine Holznutzung planen.

Einfach den QR-Code scannen und zur Adressliste der Waldaufseher

gelangen.


#bergweltmiteinander

Erwarte das Unerwartete

QR-Code scannen und

Video ansehen.

BERGWELT TIROL - MITEINANDER ERLEBEN

Bürgerstraße 36 • 6020 Innsbruck • Österreich

Tel. +43 512 508 4602 • info@bergwelt-miteinander.at

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