07.11.2018 Aufrufe

CI Magazin 45

Der Industrial Style steht im Fokus der gerade erschienenen neuen Ausgabe. Das Magazin hat sich in New York, der Geburtsstätte des Stils, umgesehen und zeigt Beispiele, Möbel und Accessoires.

Der Industrial Style steht im Fokus der gerade erschienenen neuen Ausgabe. Das Magazin hat sich in New York, der Geburtsstätte des Stils, umgesehen und zeigt Beispiele, Möbel und Accessoires.

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<strong>45</strong><br />

<strong>45</strong><br />

+<br />

EXTRA:<br />

DESIGNTRIP<br />

NEW YORK<br />

WIE AUS<br />

DER FABRIK<br />

MÖBEL IM LOOK<br />

DER MANUFAKTUREN<br />

DER MANN VOM<br />

DENKMALSCHUTZ<br />

MORRIS ADJMI ERNEUERT<br />

NEW YORKS SKYLINE<br />

INDUSTRIAL<br />

STYLE LIVING<br />

DIE NEW YORKER LIEBEN<br />

IHRE INDUSTRIEGEBÄUDE<br />

WOHNEN + EINRICHTEN UND LEBEN + ARBEITEN<br />

HERBST 2018<br />

14. JAHRGANG<br />

DEUTSCHLAND: 4,50 €<br />

SCHWEIZ: 8,– SFR<br />

EU-LÄNDER: 5,50 €


Unser Klassiker.<br />

Auch in Eiche massiv<br />

beliebig stapelbar.<br />

Zu ihrem 50. Geburtstag haben wir unsere legendäre Stapelliege,<br />

entworfen von Rolf Heide, exklusiv für alle <strong>CI</strong>-Häuser<br />

in einer speziellen Sonderedition in Eiche massiv aufgelegt.<br />

Und das ist längst noch nicht alles, was wir zum Thema<br />

Small Living zu sagen haben! Weitere Platz sparende, multifunktionale<br />

oder modular erweiterbare Möbel- Lösungen<br />

von Müller unter www.muellermoebel.de


STANDPUNKT<br />

Ich glaube, dass wir als Architekten<br />

wieder lernen müssen,<br />

leisere Statements abzugeben<br />

VOR JAHREN war im „New Yorker“ ein Cartoon zu sehen,<br />

auf dem eine Reihe Guggenheim-Museen die Fifth<br />

Avenue hinabmarschiert. Ganz eindeutig ist ein einzelnes<br />

Guggenheim etwas Besonderes und eine Bereicherung<br />

für eine Stadt, wohingegen eine ganze Stadt voller Guggenheims<br />

sinnfrei wäre. Und doch ist meiner Ansicht<br />

nach genau dies das Bestreben der heutigen Architektur:<br />

etwas Herausragendes, Einzigartiges zu schaffen, statt<br />

sich einzufügen und dem Kontext anzupassen und<br />

dadurch zum Stadtbild beizutragen. Momentan sehen wir<br />

einen Trend zur „Selfie-Architektur“ – einer Architektur,<br />

die entweder „Schaut her!“ schreit oder deren Hauptzweck<br />

es scheint, Selfies mit dem Gebäude im Hintergrund<br />

zu machen. Ich glaube, dass wir als Architekten<br />

wieder lernen müssen, leisere Statements abzugeben; wir<br />

sollten innovative und zeitgemäße Gebäude entwerfen,<br />

die das Stadtbild verstärken, statt sich ihm aufzupfropfen.<br />

Am liebsten sind mir, wie ich gern sage, die anonymen<br />

Gebäude, die kaum ins Auge fallen. Es sind Gebäude, die<br />

in einer Zeit architektonischer Spektakel die Aufmerksamkeit<br />

belohnen, aber nicht einfordern. Es sind Gebäude,<br />

die, alt wie neu, von der Geschichte zu einem festen<br />

Typus geformt wurden, der sich zurücknimmt, während<br />

er gleichzeitig unsere Wahrnehmung der Stadt definiert.<br />

Es geht um ein Design, das zum jeweiligen Stadtbild<br />

beiträgt, das den Kontext verstärkt und das dadurch etwas<br />

Besonderes und Einzigartiges sein kann, ohne etwas<br />

darstellen zu müssen, was keinerlei Bezug zur Umgebung<br />

hat und ihren Kontext sprengt.<br />

Ich bin stolz darauf, dass das von mir geleitete Büro vor<br />

allem Gebäude entwirft, die sich in den atmosphärischen<br />

Grundton einer Stadt einfügen. Unsere Arbeit ist kontextgebunden.<br />

Aber auch wenn unsere Gebäude in der<br />

Geschichte wurzeln, ist unsere Arbeit keineswegs historisierend.<br />

Ich glaube, dass historische und heutige Befindlichkeiten<br />

keine einander widersprechenden Kräfte sind,<br />

sondern sich ergänzen, dass ihre Koexistenz ganz wesentlich<br />

dazu beiträgt, ein Gefühl architektonischer Konti nuität<br />

in unseren Städten zu schaffen. Dieser Ansatz hilft<br />

uns, Gebäude zu entwerfen, die emotionale Resonanz<br />

schaffen: Sie erwecken einerseits Bilder, Ideen und Erinnerungen<br />

zum Leben, die in Bezug zu ihrer Umgebung<br />

stehen, bleiben aber gleichzeitig relevant für unsere<br />

heutige Lebens- und Arbeitsweise.<br />

Morris Adjmi wurde 1959 in New Orleans geboren<br />

und studierte an der dortigen Tulane University<br />

und am Institute for Architecture and Urban Studies<br />

in New York. Ab Mitte der 80er-Jahre arbeitete<br />

er intensiv mit dem italienischen Pritzker-Preisträger<br />

Aldo Rossi zusammen, mit dem er 1986 das Studio<br />

di Architettura in New York City eröffnete. Nach<br />

Rossis Unfalltod startete er 1997 sein eigenes<br />

Studio MA. Morris Adjmi ist auch Autor mehrerer<br />

Bücher über Aldo Rossi.<br />

ma.com<br />

3


INHALT<br />

03 STANDPUNKT<br />

LEISER WERDEN<br />

Architekt Morris Adjmi<br />

plädiert für Zurückhaltung<br />

36 DESIGNTRIP<br />

NEW YORK<br />

Spannende Locations für Architekturund<br />

Designinteressierte<br />

06 PANORAMEN<br />

Ein bunt verglaster Wasserturm,<br />

eine Kathedrale des Nahverkehrs<br />

und ein Hotel im Indus triestil<br />

stehen für New York<br />

12 TRENDSCOUT<br />

Neue Möbel und aktuelle<br />

Accessoires<br />

18<br />

18 INTERVIEW BETTINA JOHAE<br />

FABRIK-<br />

REVIVAL<br />

Wie der Industrial Style in<br />

New York entstand<br />

48 DESIGNER-PORTRÄT<br />

MORRIS ADJMI<br />

Der Architekt, der New Yorks<br />

Skyline sanft erneuert<br />

48<br />

26<br />

56 DER KLASSIKER<br />

1006 NAVY CHAIR<br />

Wilton C. Dinges’ Aluminiumstuhl<br />

erinnert an maritime Zeiten<br />

58 TRENDSCOUT<br />

WIE AUS DER<br />

MANUFAKTUR<br />

Leuchten, Tische, Stühle und<br />

Regale im Industrial Style<br />

26 HOMESTORY<br />

KÜNSTLERLOFT<br />

Michele Oka Doner präsentiert ihr Zuhause<br />

32 THE VIPP-SHOW GOES ON<br />

Das Show-Apartment der dänischen Designfirma Vipp<br />

35 AUF DEN KOPF GESTELLT<br />

James Wines’ Light Bulb Series für Foscarini<br />

58<br />

66 SERIE<br />

FAMOUS CHAIRS<br />

Cynthia Nixon auf Arne Jacobsens<br />

„3107“<br />

Cover:<br />

Riesige Sprossenfenster geben optimales<br />

Licht: das Apartment eines Kunsthändlers im<br />

New Yorker Stadtteil Chelsea<br />

Titelfoto: Fran Parente<br />

4 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


The classic in a new light<br />

USM Haller erschließt revolutionäre Dimensionen integraler<br />

Beleuchtung: kabellos, dimmbar, energieeffizient.<br />

Eine wahre Innovation – lassen Sie sich inspirieren!<br />

www.usm.com<br />

Besuchen Sie unsere autorisierten Handelspartner<br />

oder unsere Showrooms in Berlin,<br />

Bern, Düsseldorf, Hamburg, London,<br />

München, New York, Paris, Stuttgart, Tokio


PANORAMA<br />

LEUCHT-TURM<br />

MIT SEINEM WATERTOWER setzt der New Yorker<br />

Künstler Tom Fruin den typischen Wasserspeichern<br />

der Stadt ein Denkmal. Für sein<br />

Upcycling-Projekt sammelte er in der ganzen<br />

Metropole Plexiglasreste und fügte sie zu einem<br />

transparenten, bunten „Tank“ zusammen. Zu<br />

sehen ist der bei Nacht beleuchtete Watertower im<br />

Stadtteil Dumbo nahe der Manhattan Bridge.<br />

TOMFRUIN.COM


ZIMMER MIT AUSSICHT<br />

DAS EMPIRE STATE BUILDING in Sichtweite und<br />

doch eine andere Welt: Der Brooklyner Stadtteil<br />

Williamsburg kann seine industriell geprägte<br />

Vergangenheit nicht verhehlen. Längst gilt er als<br />

Hipster-Hochburg und etabliert seine eigenen<br />

Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel das Whyte<br />

Hotel, nach behutsamem Um- und Ausbau entstanden<br />

aus einer 117 Jahre alten Böttcherei.<br />

Architekt Morris Adjmi (Porträt Seite 48) versah<br />

das alte Gebäude mit einem Glaskubus, innen<br />

beließ er unverputzte Ziegelwände und Holzböden<br />

und erhielt so den ganz eigenen Fabrikcharme.<br />

WYTHEHOTEL.COM


PANORAMA


PANORAMA<br />

KATHEDRALE<br />

DER MOBILITÄT<br />

„WIE EIN VOGEL, der von einem Kind in die Freiheit<br />

entlassen wird“ – so beschreibt Santiago<br />

Calatrava seinen spektakulären weißen Überbau<br />

Oculus an der neuen New Yorker U-Bahn-<br />

Station WTC. Exakt am Standort der früheren<br />

World-Trade-Center-Türme erstreckt sich Manhattans<br />

neues Wahrzeichen, Verkehrsknotenpunkt<br />

für 50 000 Pendler pro Tag und damit<br />

New Yorks drittgrößter Bahnhof. In tegriert<br />

in das lichtdurchflutete, rund 100 Meter lange<br />

Oval aus Stahl und Glas ist eine Mall.


TRENDSCOUT<br />

NEWS UND AKTUELLES<br />

MENU<br />

DER SHOWROOM<br />

VON MORGEN<br />

RAUM DER BEGEGNUNG hätte man wahrscheinlich<br />

noch vor 25 Jahren dazu gesagt. Heute<br />

umfasst das Konzept Büro, Showroom und<br />

Café, erfunden vom dänischen Designbüro<br />

Menu in Nordhavn. Menu Space heißt der<br />

coole 700-Quadratmeter-Campus, auf dem sich<br />

Kreative und Kunden, Freunde und Fans<br />

informell treffen, miteinander ins Gespräch<br />

kommen und arbeiten sollen. „Unsere Idee<br />

war, diesen Ort immer in Bewegung zu halten<br />

und Freunden des Hauses und allen anderen<br />

Interessierten einen regelmäßigen Treffpunkt<br />

anzubieten, den sie mitgestalten können“,<br />

sagt Menu-Designchef Joachim Kornbæk<br />

Engell-Hansen.<br />

MENU.AS<br />

NORMCPH.COM<br />

String Chair, Wire<br />

Base und Wire Pot von<br />

Menu im neuen<br />

Showroom der Marke<br />

12 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


VITRA-SONDEREDITION<br />

ZWEIER-<br />

BEZIEHUNG<br />

KLASSIKER SIND KLASSIKER, weil sie<br />

niemals aus der Mode kommen. Das<br />

gilt auch und schon länger als ein<br />

halbes Jahrhundert für den Lounge<br />

Chair mit Ottomane von Charles<br />

und Ray Eames aus dem Jahr 1956.<br />

Was nicht heißt, dass Sondereditionen<br />

nicht für neue Impulse<br />

sorgen können: Aktuell ist es eine<br />

Variante mit Schalen aus dem<br />

FSC-zertifizierten Tropenholz Sapeli.<br />

Der maha gonifarbene Lounge<br />

Chair samt Otto mane von Vitra ist<br />

bis Januar 2019 in den <strong>CI</strong>-Häusern<br />

in zwei Maßen erhältlich.<br />

VITRA.DE<br />

Klassisches Ensemble<br />

Lounge Chair und Ottomane als<br />

Sonder edition aus Sapeli-Holz<br />

100 JAHRE BAUHAUS<br />

THONET LIMITED EDITION<br />

ZUM 100. BAUHAUSGEBURTSTAG 2019 erscheint<br />

eine Doppeledition des legendären Freischwingers<br />

S 533F von Mies van der Rohe. Das Hamburger<br />

Designduo Besau-Marguerre lieferte für Thonet<br />

zeitgenössische Versionen in fein abgestimmten,<br />

emotionalen Farben: Eine ist erhältlich mit Gestell<br />

in Perlglanzchrom und anthrazit farbenem<br />

Leder, die andere Variante kombiniert Champagner<br />

chrom mit Leder in Zartrosé. Das Design<br />

des Originals von Mies van der Rohe stammt aus<br />

dem Jahr 1927.<br />

THONET.DE<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

Feminin – maskulin<br />

Die neue Doppeledition<br />

von Thonet zum<br />

100. Bauhausgeburtstag<br />

mit anthrazitfarbener<br />

oder zartrosa Sitzfläche<br />

13


50 JAHRE DRAENERT<br />

IN STEIN GEMEISSELT<br />

Patentierter Ausziehmechanismus<br />

Tisch Fontana,<br />

kom biniert<br />

mit Freischwingern<br />

Nobile Swing<br />

BEKANNT GEWORDEN ist die Immenstaader<br />

Manufaktur Draenert mit<br />

ihren spektakulären Couch-, Ess- und<br />

Beistelltischen aus gewichtigem Naturstein.<br />

Besondere Höhepunkte sind<br />

die Esstische, die mittels aus gefeilter<br />

Mechanik beweglich und damit variierbar<br />

sind. 200 Natursteinplatten aus<br />

aller Welt warten im Draenert-Steinpark<br />

darauf, von Kunden entdeckt zu<br />

werden, jede davon Rohmaterial<br />

für neue, einzigartige Möbel. Zum<br />

50. Unternehmens geburtstag steuerte<br />

ein prominenter Gratulant einen<br />

Entwurf bei: Der Hamburger Stararchitekt<br />

Hadi Teherani schuf den<br />

Marble Wing – eine aufsehenerregende<br />

marmorne Chaiselongue.<br />

DRAENERT.DE<br />

Marble Wing – Marmorflügel Bei seiner<br />

Chaiselongue für Draenert ließ sich<br />

Hadi Teherani von Michelangelos und<br />

Rodins Skulpturen inspirieren<br />

14 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


TRENDSCOUT<br />

NEWS UND AKTUELLES<br />

Neu von Tom Dixon<br />

Ein hängender Spot,<br />

dessen Leuchtwinkel<br />

verstellbar ist<br />

ORLANDO SUERO<br />

HOLLYWOODCHRONIST<br />

ZUR HOLLYWOODARISTOKRATIE zählt<br />

Orlando Suero, geboren 1925, nicht<br />

vor, sondern hinter der Kamera.<br />

Ab den 50er-Jahren porträtierte der<br />

Fotograf die Leinwandgrößen seiner<br />

Zeit, manches davon blieb unveröffentlicht<br />

– bis jetzt: Die Monografie<br />

„Orlando“ zeigt die besten Bilder<br />

der letzten 30 Jahre aus Orlando<br />

Sueros Archiv.<br />

HATJECANTZ.DE<br />

TOM DIXON<br />

HÄNGELEUCHTE:<br />

NEUHEIT IM SPOTLIGHT<br />

Hollywoodzeitgeschichte<br />

174 Bilder auf<br />

248 Seiten:<br />

„Orlando“,<br />

<strong>45</strong> Euro<br />

TROPFEN, ZYLINDER, VERSPIEGELTE KUGELN: Die Hängeleuchten<br />

des britischen Kultdesigners Tom Dixon sind eigentlich<br />

unverkennbar. Genauso charakteristisch wirken seine<br />

hängenden Spotlights, die jetzt um eine interessante<br />

Neuheit ergänzt wurden: den Spot Pendant Round. Dank<br />

verstellbarer Aufhängung kann der LED-Spot nun auch im<br />

Winkel verstellt werden. Er besteht aus einer Edelstahlfassung<br />

und einer massiven Glaslinse, die das LED-Licht<br />

bündelt. Erhältlich ist der Hängestrahler in den Farben<br />

Schwarz und Kupfer.<br />

TOMDIXON.NET<br />

PETITE FRITURE<br />

FRÖHLICHE<br />

FAMILIENPACKUNG<br />

SEIT NEUN JAHREN gibt es die<br />

Designedition Petite Friture, und<br />

sie ist immer für eine Überraschung<br />

gut: neuerdings mit der kleinen,<br />

vogeligen Behälterserie Ping des<br />

ungarischen Gestalters András<br />

Rigler. Die charmante Ping-Familie<br />

ist von einem alten sowjetischen<br />

Kinderspielzeug aus Eisen, einem<br />

Pinguin, inspiriert.<br />

PETITEFRITURE.COM<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

15


TRENDSCOUT<br />

DESIGNKATALOG.COM<br />

DESIGNKATALOG.COM –<br />

DAS NEUESTE AUS ERSTER HAND<br />

Der schier unerschöpfliche Designkatalog der creativen inneneinrichter ist<br />

jetzt auch mit einer eigenen Website im Netz vertreten. Lassen Sie sich inspirieren!<br />

AUF UNSERER BRANDNEUEN WEBSITE<br />

DESIGNKATALOG.COM finden Sie<br />

nicht nur sämtliche Möbelhersteller,<br />

Modelle und Objekte in allen verfügbaren<br />

Ausführungen, sondern<br />

auch jede Menge Hintergrundinformationen<br />

zu Designern und aktuellen<br />

Trends sowie eine Vielzahl<br />

in spirierende Reportagen rund um<br />

das Thema Interior Design.<br />

Lassen Sie sich davon anregen,<br />

entdecken Sie Neuheiten und Va rianten.<br />

Aber: Es gibt Dinge, die auch der<br />

schönste Katalog und die beste<br />

Website nie ersetzen können: Nur bei<br />

uns im <strong>CI</strong>-Einrichtungshaus haben<br />

Sie die Möglichkeit, Möbel, Materialien<br />

und Oberflächen „live“ zu<br />

erleben. Nur bei uns können unsere<br />

Experten Ihre Wünsche und Möglichkeiten<br />

verstehen lernen, um<br />

gemeinsam mit Ihnen die optimale<br />

Lösung zu finden. Und nur bei<br />

uns kommen Sie in den Genuss<br />

unserer übrigen Kompetenzen und<br />

Services. Wir freuen uns auf Sie!<br />

16 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


thomasbiswanger.de<br />

www.thonet.de


NEW YORK LIEBT DEN CHARME DER INDUSTRIE<br />

NEUES LEBEN<br />

IN DER FABRIK<br />

Ein ehemaliges Kutschenhaus am Irving Place in Brooklyn<br />

hat das Architekturbüro LOT-EK radikal erneuert


Der Aufbau auf dem Dach<br />

des Kutschenhauses ist<br />

aus umgebauten Schiffscontainern<br />

errichtet<br />

Bettina Johae<br />

ist Mitgründerin von<br />

aplusnyc (aplusnyc.net),<br />

einem Mitglied des<br />

internationalen Guiding<br />

Architects Network<br />

(guiding-architects.net)<br />

Die deutsche Architektin<br />

Bettina Johae im Interview<br />

über den Industrial Style,<br />

wie er in New York entstand<br />

und was ihn so populär macht<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

Es gibt wahrscheinlich nicht<br />

viele Menschen, die sich in<br />

New Yorks Architektur so gut<br />

auskennen wie Bettina Johae.<br />

Die Deutsche trat mit einem<br />

Architekturdiplom der TU Berlin in<br />

New York an und vervollständigte ihre<br />

Ausbildung mit einem Master of Studio<br />

Art an der New York University. Vor<br />

zehn Jahren gründete sie die Firma<br />

aplusnyc, sie veranstaltet Architekturund<br />

Kunsttouren, die einen ganz persönlichen<br />

Blick auf die dynamische<br />

Designlandschaft der Metropole gewähren.<br />

Bettina Johae kennt die Ursprünge<br />

des Industrial Style in New<br />

York, weiß, was ihn auszeichnet und<br />

wie er sich im 21. Jahrhundert weiterentwickelt<br />

hat.<br />

19


TITELSTORY<br />

INDUSTRIAL STYLE LIVING<br />

01<br />

01 Industrielles<br />

Erbe<br />

Der High-<br />

Line-Park<br />

ruht auf den<br />

guss eisernen<br />

Stützen<br />

der Bahn<br />

02 Neue<br />

Funktion<br />

Die aufgelassene<br />

High-<br />

Line-Strecke<br />

wurde<br />

zum Park<br />

02<br />

20 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


„MAN ZELEBRIERT DIE ALTEN<br />

FUNKTIONALEN ELEMENTE,<br />

DIESE TOLLEN GROSSEN<br />

FENSTER, DIE ZIEGELWÄNDE,<br />

FEUERTÜREN“<br />

04<br />

03<br />

<strong>CI</strong> MAGAZIN: Warum gilt New York<br />

als Trendsetter in Sachen Industrial<br />

Style Living?<br />

Bettina Johae: Der Blick geht gerne<br />

nach New York, denn durch die Vergangenheit<br />

als Hafenstadt gab es hier<br />

einen großen Vorrat an Industriebauten<br />

und Lagerhallen. Außerdem war<br />

man schon früh gezwungen, neuen,<br />

günstigeren Wohnraum zu erschließen.<br />

Der wirtschaftliche Druck ist hier<br />

stärker. Als Kreativer in anderen Ländern<br />

ist man viel geschützter und<br />

abgesicherter. Und: Man hat in New<br />

York natürlich eine extreme Ansammlung<br />

von Individualisten aus allen<br />

Bereichen und von Leuten, die durch<br />

diese kreative Energie angezogen werden<br />

oder sich davon inspirieren lassen<br />

und das dann übernehmen.<br />

Wie definieren Sie denn Industrial<br />

Style Living?<br />

Ich verstehe darunter, dass von den<br />

industriellen Gebäuden, die zu Wohnraum<br />

umgebaut werden, markante<br />

Teile erhalten und integriert werden.<br />

Man zelebriert die alten funktionalen<br />

Elemente, diese tollen großen Fenster,<br />

den Sichtbeton, die unverputzten Ziegelwände,<br />

die nicht verborgene Haustechnik<br />

– Wasserleitungen, Stromleitungen,<br />

Sprinkleranlagen, Feuertüren<br />

aus Metall. Und natürlich Metall in<br />

Form von Stützpfeilern aus Gusseisen.<br />

In den Lofts in SoHo sind zudem oft<br />

die alten Decken aus Zinn erhalten.<br />

Andererseits werden die populären<br />

Elemente dieser Lofts bei der Planung<br />

neuer Bauten, vor allen Dingen im Luxusbereich,<br />

integriert: offene Grund-<br />

03 Malerisches<br />

SoHo<br />

Häuserzeile<br />

im Cast Iron<br />

District<br />

04 Erholung<br />

vor der<br />

Zuckerfabrik<br />

Der neue<br />

Domino Park<br />

bezieht die<br />

alten Hafenanlagen<br />

mit ein<br />

risse, hohe Decken, Betonböden. So<br />

wie Herzog & de Meuron, die in ihrem<br />

Gebäude 40 Bond Street in den mittleren<br />

Stockwerken bewusst Wohnungen<br />

im Loftstil geschaffen haben.<br />

Wo würden Sie in New York einen Stopp<br />

einlegen, um das Thema Industrial<br />

Living zu illustrieren?<br />

(Lacht): Fast überall. Es gibt Gegenden,<br />

in denen man auf den Spuren der<br />

industriellen Vergangenheit an jeder<br />

Ecke stehen bleiben kann. Vor allen<br />

Dingen im Cast Iron District in SoHo,<br />

der ja als Gewerbegebiet gebaut wurde,<br />

mit der Textilproduktion – genau genommen<br />

waren es Sweatshops – in den<br />

oberen Etagen und dem Verkauf der<br />

Stoffe in den Ladenlokalen darunter.<br />

SoHo wurde dann in den 60er-Jahren<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

21


TITELSTORY<br />

INDUSTRIAL STYLE LIVING<br />

01<br />

03<br />

02<br />

01 Industrial<br />

Style par<br />

excellence<br />

zeigt dieses<br />

Haus an der<br />

Upper East<br />

Side<br />

02 Alle<br />

Elemente vorhanden<br />

Von<br />

der Ziegelwand<br />

bis zum<br />

Dielenboden<br />

ist alles da<br />

03 Hinter der<br />

gusseisernen<br />

Fassade Innen<br />

besticht die<br />

Judd Foundation<br />

mit<br />

Einfachheit<br />

22<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


04<br />

von Künstlern umgewandelt zu Lofts<br />

mit Lebens- und Arbeitsbereich.<br />

Gibt es ein gut erhaltenes Beispiel dieses<br />

Work-/Living-Konzepts, das man<br />

sich von innen ansehen kann?<br />

Das Haus der Judd Foundation in<br />

SoHo, in dem Donald Judd gelebt und<br />

gearbeitet hat, ist ein tolles Beispiel.<br />

Man kann es in kleinen Gruppen besichtigen.<br />

Es ist nach langer Renovierungsphase<br />

vor ein paar Jahren wiedereröffnet<br />

worden. Die Auflagen der<br />

Baubehörde, die Judd zeit seines Lebens<br />

ignoriert hatte, waren immens. Es ist<br />

angeblich das einzige Cast-Iron-<br />

Gebäude in SoHo, das heute noch nur<br />

von einer Partei genutzt wird. Im Innern<br />

stehen die Möbel, die Judd selber entworfen<br />

und zum Teil auch gebaut hat,<br />

seine eigenen Werke und die Kunst<br />

seiner Freunde aus der Zeit. In diesem<br />

Haus kann man sich das SoHo der<br />

70er-Jahre gut vorstellen.<br />

Der Trend zum Industrial Living hält<br />

also seit damals an?<br />

Der Trend ist stark, er umspannt<br />

alle Alters- und Einkommensgruppen.<br />

Vom lässigen Stil junger Künstler und<br />

Musiker, die die Lofts in Brooklyn im<br />

Stadtteil Bushwick umbauen und beziehen,<br />

bis hin zum Luxusprojekt. Es<br />

ist immer noch ein Stil, der für krea tives<br />

Leben steht, oft in Kombination mit<br />

Möbeln aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.<br />

Der Loftstil kann mit einem eklektischen<br />

Mix, mit Antiquitäten, mit<br />

Trödel oder auch mit hochkarätigen<br />

neuen Möbeln kombiniert werden.<br />

Es ist immer wieder die Schönheit einzelner<br />

Industriebauten, die inspiriert?<br />

Ich denke schon. Ein besonders gut<br />

gelungenes Beispiel ist das Wythe<br />

Hotel in Williamsburg, eine alte Fassfabrik<br />

aus dem Jahr 1901, die von Morris<br />

Adjmi Architects mit viel Liebe für<br />

die ursprünglichen Details moder nisiert<br />

wurde. Besonders bemerkenswert: Die<br />

alten Holzböden wurden hier erhalten<br />

und sind als Decke von unten sichtbar<br />

und mit neuen Betonböden überlegt.<br />

Wo kann man sonst noch Hinterlassenschaften<br />

von New Yorks industrieller<br />

Vergangenheit inhalieren?<br />

In Chelsea, wohin die Galerien in<br />

den 90er-Jahren gezogen sind und eine<br />

„ES IST IMMER NOCH<br />

EIN STIL, DER<br />

FÜR KREATIVES<br />

LEBEN STEHT“<br />

Gegend voller Lagerhallen neu belebt<br />

haben. Dann auf der High Line, der<br />

ehemaligen Bahntrasse, die jetzt auf<br />

zweieinhalb Kilometern als hoch gelegene<br />

grüne Promenade dient. In der<br />

Hafengegend in Brooklyn gibt es markante<br />

Beispiele, vor allen Dingen in<br />

Dumbo. Aber auch in Williamsburg,<br />

etwa im neuen Domino Park, wo Landschaftsarchitekten<br />

industrielle Relikte<br />

der ehemaligen Domino Sugar Refinery<br />

in die Anlage integriert haben.<br />

Manhattan wurde von der Südspitze<br />

her industrialisiert und besiedelt.<br />

Manche Viertel wurden lange als<br />

Wohn gebiete nicht in Betracht ge -<br />

zogen …<br />

Chelsea lag verkehrstechnisch so<br />

weit westlich, abseits von verkehrstechnischer<br />

Erschließung, es war lange<br />

uninteressant, weil es zu weit von der<br />

U-Bahn entfernt war. Genau wie der<br />

Meatpacking District um die 14. Straße<br />

herum, dessen Charme die Kreavtivwelt<br />

04 Solitär<br />

Das Wythe<br />

Hotel wurde<br />

um vier Etagen<br />

im neuen<br />

Industrial Style<br />

aufgestockt<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

23


01 Offengelegt<br />

Der Gaszähler<br />

an der Wand,<br />

die Stromleitung<br />

an der Decke<br />

und dazu Ingo<br />

Maurers Zettel-<br />

Leuchte bei Vipp<br />

02 Klare Kante<br />

Im Vipp-<br />

Apartment zeigt<br />

sich, wie gut<br />

skandinavisches<br />

Möbeldesign<br />

zum Indus trial<br />

Style passt<br />

02<br />

01<br />

„HEUTE SIND LOFTS<br />

EKLEKTISCHER,<br />

VERSPIELTER UND<br />

DADURCH WÄRMER“<br />

03<br />

erst spät, vor circa 25 Jahren, entdeckt<br />

hat, als Künstler, Designer und Modeleute<br />

dorthin zogen.<br />

SoHo, wie wir es heute kennen, war<br />

vorübergehend vom Abriss be droht …<br />

Der Städteplaner Robert Moses wollte<br />

in den 50er- und 60er-Jahren seinen<br />

Lower Manhattan Expressway mitten<br />

durch den Cast Iron District legen,<br />

entlang der Broome Street. Er fand dort<br />

einfach nichts schützenswert. Zehn<br />

Jahre später wurde der ganze Bereich,<br />

weltweit vermutlich die größte Ansammlung<br />

einer ganz bestimmten<br />

Gusseisen architektur, unter Denkmalschutz<br />

gestellt, nachdem die Bewohner<br />

zusammen mit Stadtaktivisten wie<br />

Jane Jacobs auf die Barrikaden gegangen<br />

waren.<br />

Ist Industrial Design Living, wie es zum<br />

Beispiel der Architekt Joe D’Urso 1975<br />

für die Wohnung von Calvin Klein –<br />

damals nannte man es (Industrial)<br />

High-Tech Style – interpretierte, nicht<br />

ursprünglich ein sehr maskuliner Stil?<br />

Wie sorgt man dafür, dass dieser Stil<br />

nicht zu kalt und unnahbar wirkt?<br />

Heute sind Lofts eklektischer, verspielter<br />

und dadurch wärmer. Bei High-<br />

Tech Style denke ich an Metall und<br />

Minimalismus. Der Trend zur Wiederverwendung<br />

von altem Holz ist in den<br />

letzten zehn, 15 Jahren entstanden.<br />

Möbel und Kücheninseln und -oberflächen<br />

werden aus den alten Deckenbalken<br />

gebaut. Außerdem gibt es inzwischen<br />

mehr Mut zur Farbe, zu Tapeten,<br />

und zu Stoffen. Im Wythe Hotel wurden<br />

zum Beispiel Tapeten von örtlichen<br />

24 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


TITELSTORY<br />

INDUSTRIAL STYLE LIVING<br />

Designern mit Bezug zur Umgebung<br />

entworfen. Darauf sieht man den Wasserturm,<br />

auf den man auch aus dem<br />

Fenster schaut.<br />

Welche New Yorker Architekten und<br />

Interior Designer sind bekannt dafür,<br />

dass sie gerne Industrial Style Living<br />

interpretieren?<br />

Ich würde, neben Morris Adjmi<br />

Architects, Annabelle Selldorf erwähnen.<br />

Ganz extrem zieht das Architekturbüro<br />

LOT-EK das Thema durch,<br />

indem es alte Schiffscontainer oder<br />

Teile von Containern für den Innenausbau<br />

verwendet respektive schon<br />

mal ein ganzes Haus aus alten Containern<br />

gebaut hat. Dann gibt es kleinere<br />

Firmen wie Loadingdock5 oder<br />

auch Thomas Warnke von space4A, der<br />

einige Gebäude in Red Hook, Brooklyn,<br />

unter Verwendung industrieller Elemente<br />

sehr cool umgebaut hat. Oder<br />

das Architektenpaar Philipp und Kit<br />

von Dalwig, das selbst eine ehemalige<br />

Garage in Clinton Hill in Brooklyn bewohnt.<br />

Julie Torres Moskovitz von FNA<br />

weiß viel über die Lofts und deren<br />

Geschichte und gestaltet sie mit innovativen<br />

Ideen um.<br />

Gibt es Prominente, die sich im Industrial<br />

Style einrichten?<br />

Ich denke da an das Designduo<br />

Ashe Leandro, das industrielle Ele -<br />

mente wie die schwarze Metallumrandung<br />

der Fenster der Tür im Eingangsbereich<br />

des Doppelhauses von Liev<br />

Schreiber und Naomi Watts verwendet<br />

hat.<br />

Ich kann niemanden konkret benennen,<br />

aber der Einfluss umliegender<br />

Industriebauten ist zum Beispiel<br />

sichtbar beim New Museum der japanischen<br />

Architekturfirma Sanaa,<br />

das inspiriert ist von der Rauheit<br />

der Bowery mit ihren Restaurantküchen-Großhändlern<br />

und den Stahlmöbeln.<br />

Oder auch die David Zwirner<br />

Gallery von Annabelle Selldorf in der<br />

20. Straße, die in die industrielle Nachbarschaft<br />

sehr schön eingefügt ist.<br />

04<br />

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03 Con tainer-<br />

Wohnen<br />

Bei LOT-EK<br />

wird nichts<br />

geschönt oder<br />

verdeckt. Die<br />

Funktionen<br />

sind ebenso<br />

erkennbar wie<br />

das Material<br />

04 Neue<br />

Nutzung<br />

LOT-EK<br />

ver wendet<br />

Standard-<br />

Schiffscontainer,<br />

um daraus<br />

fan tasievolle<br />

Anbauten oder<br />

ganze Häuser<br />

zu erstellen<br />

Firma<br />

Name<br />

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26<br />

Blick von der<br />

Zwischen etage auf die<br />

geschwun gene Küche<br />

und den Ess bereich mit<br />

dem schweren Marmortisch.<br />

An der Wand<br />

lehnt eine Zeichnung<br />

der Künstlerin


HOMESTORY<br />

MICHELE OKA DONER<br />

STILVOLL LEBEN IN SOHO<br />

EIN LOFT ZEIGT<br />

WAHRE GRÖSSE<br />

Das 500-Quadratmeter-Loft der Künstlerin Michele Oka Doner ist Wohnung,<br />

Atelier und Ausstellungsraum zugleich. Es zeigt, wie Industriearchitektur sich verwandeln kann<br />

TEXT + PRODUKTION: Kerstin Rose<br />

FOTOS: Christian Schaulin<br />

Michele Oka Doner inmitten ihrer Werke.<br />

Alle spiegeln Formen aus der Natur, etwa Steine,<br />

Äste, Korallen und den menschlichen Körper<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

27


01<br />

Betritt man Michele Oka Doners<br />

Loft in New York, weiß<br />

man nicht, wohin man zuerst<br />

schauen soll. Der schwere<br />

Lastenaufzug befördert den<br />

Besucher vom geschäftigen Treiben im<br />

exklusiven Szeneviertel SoHo direkt in<br />

das ruhige private Reich der Künstlerin.<br />

Auf 500 Quadratmetern stellt sie ihre<br />

Werke aus, Skulpturen aus Wachs, meterhohe<br />

Schwarz-Weiß-Zeichnungen<br />

sowie kleine Objekte, gegossen aus<br />

Silber und Bronze. Sie alle spiegeln<br />

Formen aus der Natur: Steine, Äste,<br />

Korallen, Muscheln und Abbildungen<br />

des menschlichen Körpers. Zwischen<br />

der Kunst stehen Sitzgelegenheiten,<br />

zumeist Entwürfe von Michele Oka<br />

Doner, sowie Tische unterschiedlichster<br />

Formen. Darauf hat sie ihre Sammlung<br />

drapiert: Gegenstände aus der<br />

Natur, gefunden während langer Spaziergänge<br />

zum Beispiel am Meer in<br />

Miami, wo sie aufgewachsen ist. Sie<br />

bewahrt all diese Hülsen, Schalen, Samen<br />

auf. Wegen ihrer Schönheit, aber<br />

auch weil sie ihr einmal als Inspiration<br />

dienen könnten. „Seit ich denken kann,<br />

muss ich etwas mit meinen Händen<br />

machen“, erzählt Michele Oka Doner.<br />

„Ich sammle, ordne und irgendwann<br />

transformiere ich die Sachen zu etwas<br />

Neuem.“<br />

Den weitläufigen, hellen Raum mit<br />

den großen Sprossenfenstern aus Stahl<br />

bezeichnet die Künstlerin als Höhle<br />

02<br />

28 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


HOMESTORY<br />

MICHELE OKA DONER<br />

„EIN LOFT KANN<br />

MAN IMMER WIEDER<br />

UMBAUEN“<br />

01 Backsteinfassade<br />

In einer<br />

ehemaligen<br />

Knopffabrik<br />

im New Yorker<br />

Szeneviertel<br />

SoHo liegt<br />

das Reich von<br />

Michele<br />

Oka Doner<br />

02 Inselgleich<br />

Gusseiserne,<br />

runde Tische<br />

strukturieren<br />

den Raum und<br />

dienen als Ausstellungsfläche<br />

und Ablage<br />

für Fundstücke<br />

und fügt erklärend hinzu: „Wie eine<br />

Höhle kann man auch ein Loft immer<br />

wieder umbauen, für die Zwecke, die<br />

man gerade verfolgt.“<br />

Früher, bis Ende der 1960er-Jahre,<br />

war SoHo ein Industrieviertel, in dem<br />

die Textilbranche Produktions- und<br />

Lagerstätten unterhielt. Damals lebte<br />

die Künstlerin mit zwei kleinen Kin dern<br />

und ihrem Mann Fred, der in der<br />

Werbebranche arbeitete, in Detroit. Als<br />

sie durch einen Artikel in der „New<br />

York Times“ auf den sich wandelnden<br />

Stadtteil aufmerksam wurde und las,<br />

dass Künstler leer stehende Fabriketagen<br />

zum Arbeiten und Leben bezogen,<br />

war ihr sofort klar: „So will ich auch<br />

wohnen.“ Kurz darauf kaufte die junge<br />

Familie in SoHo eine Etage in einer<br />

ehemaligen Knopffabrik und beauftragte<br />

einen New Yorker Architekten<br />

mit dem Umbau.<br />

EIN RAUM VON SECHS METER HÖHE<br />

Er gab dem Raum mit den Jugendstilsäulen<br />

eine Struktur und schuf in der<br />

Mitte eine Art Piazza. L-förmig dazu<br />

baute er eine Zwischenetage in den<br />

beinahe sechs Meter hohen Raum ein.<br />

Darauf befinden sich das Schlaf- und<br />

Ankleidezimmer sowie ein Büro, darunter<br />

ein kleines Wohnzimmer, WC<br />

und eine Werkstatt. Die Zwischenetage<br />

umgibt ein organisch geformter Gang<br />

mit Balustraden und kleinen Balkonen,<br />

sodass man Aussichten auf die Piazza<br />

und den Küchen- und Essbereich hat.<br />

Von dort oben erkennt man nicht nur<br />

die Struktur der Fläche, die tatsächlich<br />

wie ein von Häusern umgebener Dorfplatz<br />

anmutet. Vielmehr begreift man<br />

von hier oben aus der Distanz Michele<br />

Oka Doners ganz persönliches Ordnungsprinzip<br />

in dem über und über<br />

gefüllten Raum.<br />

29


HOMESTORY<br />

MICHELE OKA DONER<br />

01<br />

EINE GUT ORGANISIERTE LADY<br />

Wie Inseln inmitten der Kunstwerke<br />

fungieren die schweren gusseisernen<br />

runden Tische mit ihren fest installierten,<br />

ebenfalls runden Sitzflächen. Der<br />

eine ist mit Goldfischgläsern und Fundstücken<br />

geschmückt. Der andere dient<br />

der Künstlerin als eine Art To-do-Liste.<br />

Dort liegen im Uhrzeigersinn der Wichtigkeit<br />

nach geordnet Infos zu Projekten<br />

sowie Briefe und Unterlagen. Von<br />

dort gelangen die Dokumente zur Weiterbearbeitung<br />

auf den Schreibtisch,<br />

der gleich danebensteht.<br />

In rollbaren Ablagen befinden sich<br />

wohlgeordnet Materialsammlungen.<br />

Geht man daran vorbei, gelangt man<br />

in die Werkstatt, wo die Künstlerin<br />

ihre Wachs skulpturen formt. Auch hier,<br />

trotz der überbordenden Fülle, ist alles<br />

an seinem Platz, und nicht mal ein<br />

Staubteilchen fliegt umher. „Es ist sehr<br />

gut organisiert“, sagt die schöne Lady<br />

mit dem strengen Haarknoten, und<br />

man glaubt ihr aufs Wort. Die 70-plussomething-Jährige<br />

blickt auch dank<br />

ihrer Disziplin auf eine sehr lange<br />

Karriere zurück, mit großen Auftragsarbeiten<br />

für den öffentlichen Raum<br />

sowie vielen Einzelausstellungen. Auch<br />

für die Porzellan-Manufaktur Nymphenburg<br />

hat sie gearbeitet. Und gerade<br />

besinnt sie sich auf ihre künstlerischen<br />

Wurzeln und hat wieder mit dem Zeichnen<br />

begonnen.<br />

Nur eines wird sich nicht mehr verändern:<br />

„Ich wüsste nicht, wo ich in<br />

New York lieber leben wollte als hier“,<br />

sagt Michele Oka Doner und schaut<br />

sich zufrieden um in ihrem Kosmos.<br />

WWW.MICHELEOKADONER.COM<br />

01 Helle Höhle<br />

Fast sechs<br />

Meter hoch ist<br />

der Raum mit<br />

den riesigen<br />

Stahl-Sprossenfenstern,<br />

die<br />

auch als Ablage<br />

für Küchenutensilien<br />

dienen<br />

02<br />

02 Arbeitsplatz<br />

mit Aussicht<br />

Am Schreibtisch<br />

skizziert die<br />

Künstlerin Ideen,<br />

die sie später<br />

im Atelier ausarbeitet.<br />

Darüber<br />

hängt eines ihrer<br />

Werke<br />

30 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


THE POT <br />

CONTEMPORARY 50s DESIGN<br />

THE POT LOUNGE CHAIR<br />

IS AVAILABLE IN FABRIC AND LEATHER.<br />

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Skandinavisches Design<br />

und Vipp-Kreationen<br />

Ein ganzes Loft ist im<br />

New Yorker Stadtteil<br />

Tribeca mit Vipp-<br />

Produkten und Designmöbeln<br />

eingerichtet,<br />

darunter das Tisch chen<br />

und der Teppich von<br />

Hay, die formschöne,<br />

ungewöhnliche Lampe<br />

von Ingo Maurer<br />

sowie das<br />

Zanotta-Sofa<br />

MUSTERBEISPIEL<br />

THE VIPP-SHOW<br />

GOES ON<br />

Die dänische Designfirma Vipp hat in<br />

New York ein Loft als perfekt und komplett<br />

eingerichteten Wohn-Showroom etabliert<br />

32<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


SHOWROOM<br />

VIPP-APARTMENT<br />

01 Küche Die<br />

Vipp-Küche<br />

haben Sofie<br />

Egelund<br />

Christensen<br />

und ihr Mann<br />

Frank als<br />

„Gebrauchswerkzeug“<br />

konzipiert<br />

Flughafen Kopenhagen im<br />

August 2014. Sofie Egelund<br />

Christensen steigt mit ihrer<br />

Familie ins Flugzeug nach<br />

New York. Diesmal ist der<br />

Umzug der Vipp-Mitbesitzer endgültig.<br />

15 Jahre sind vergangen, seitdem<br />

Sofie ihrer Mutter beim Wiederaufbau<br />

von Vipp geholfen hat – einem Unternehmen,<br />

dessen Ursprünge auf Sofies<br />

Großvater Holger Nielsen zurückgehen,<br />

der 1939 für den Friseursalon seiner<br />

Frau den Vipp-Treteimer erfunden<br />

hatte. Nun ist es an der Zeit, den nächsten<br />

großen Schritt zu wagen: Vipp nach<br />

New York zu bringen. Vor ihnen liegt<br />

ein neues Abenteuer, denn Sofie und<br />

ihr Mann Frank wollen den ersten Vipp-<br />

Showroom außerhalb Europas eröffnen,<br />

und zwar in ihrer Wohnung.<br />

Ein paar Jahre später empfängt das<br />

Paar in einer ehemaligen Wurst fabrik<br />

im New Yorker Stadtteil Tribeca Architekten<br />

und Innenarchitekten, die sich<br />

in heimeliger Atmosphäre über die<br />

neuesten Entwicklungen von Vipp informieren<br />

wollen.<br />

Das komplett umgebaute New Yorker<br />

Loft befindet sich in einem sechsgeschossigen<br />

Gebäude und stellt eine<br />

einzigartige Mischung aus Privatwohnung<br />

und professionellem Showroom<br />

dar. Sofie und Frank haben es selbst<br />

renoviert und eingerichtet. Es verbindet<br />

in Perfektion skandinavischen Minimalismus<br />

mit einer Privatsammlung<br />

von Designmöbeln und Gemälden, die<br />

der Vipp-Tradition entsprechen. „Wir<br />

wollten das indus trielle Ambiente erhalten<br />

und die Produkte gleichzeitig<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

33


01 Minimalismus<br />

in der Küche Das<br />

Vipp-Apartment<br />

verbindet<br />

Indus trial Style mit<br />

zeitgenössischer<br />

Einrichtung<br />

02 Badezimmer<br />

Die Wanne von<br />

Tyrrell & Laing ist<br />

von einem Vipp-<br />

Badezimmer modul<br />

eingerahmt<br />

01<br />

02<br />

in einem persönlichen Rahmen präsentieren“,<br />

fasst Sofie Egelund Christensen<br />

das Konzept zusammen. „Wir<br />

hoffen, dass man sich in einer echten<br />

Wohnung besser vorstellen kann, wie<br />

es ist, umgeben von Vipp-Produkten<br />

zu leben.“ Klassiker wie der Vipp-Treteimer<br />

sind in Amerika nichts Neues,<br />

dafür ist es die Vipp-Küche sehr wohl,<br />

und so bildet sie den Mittelpunkt.<br />

Betritt man die Wohnung, kommt<br />

man in diese Küche, die aus einem hohen<br />

Modul sowie zwei einander gegenüberliegenden<br />

Wandmodulen besteht;<br />

das Wohnzimmer, ein Büro und ein<br />

Schlafzimmer folgen. „Die Küche ist<br />

der Raum, den wir am meisten nutzen“,<br />

sagt Sofie. „Wir haben die Vipp-<br />

Küche als Gebrauchswerkzeug konzipiert,<br />

basierend auf allem, was wir in<br />

mehr als 75 Jahren über Metallbearbeitung<br />

gelernt haben. Vipp wurde aus<br />

dem Bedürfnis nach funktionalen<br />

Werkzeugen geboren.“<br />

DÄNEN-DESIGN IM LOFT<br />

Beim Rundgang durch das Loft ist nicht<br />

zu übersehen, dass das Paar einen<br />

Großteil seines Lebens damit verbracht<br />

hat, sich über gutes Design kundig zu<br />

machen. „In Skandinavien haben wir<br />

eine sehr starke Design- und Möbeltradi<br />

tion. Wir haben unsere Möbel über<br />

viele Jahre hinweg gesammelt“, erklärt<br />

Frank. Dank der sorgsamen Auswahl<br />

war es der Familie möglich, alle Räume<br />

offen und großzügig zu halten, die<br />

eigene Persönlichkeit auszudrücken<br />

und das Design wirken zu lassen.<br />

„Unsere Einrichtung spiegelt wider,<br />

dass auch Dinge ein gewisses Erbe und<br />

eine Persönlichkeit haben sollten und<br />

dass solche Gegenstände länger existieren<br />

als kurz lebige Trends.“<br />

Die Wohnung, das Interieur und das<br />

Geschäft sind das eine. Das andere ist<br />

das Leben „drüben“. „Es ist gewiss ein<br />

großer Schritt, mit der Familie über<br />

den Atlantik zu ziehen, aber für uns<br />

war das eine außergewöhnliche Gelegenheit,<br />

Erfahrungen zu sammeln, von<br />

denen wir bis dahin nur träumen konnten.<br />

Für uns hat hier wirklich ein neues<br />

Kapitel begonnen, in persönlicher<br />

wie beruflicher Hinsicht. Dies ist jetzt<br />

unser Zuhause. Ein Zuhause fern der<br />

Heimat“, schließt Frank.<br />

34<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


Home Stories<br />

v


Ein Zuhause besteht aus Erinnerungen,<br />

Geschichten und persönlichen Gegen ständen,<br />

die durch individuelle Ein richtungs stile und<br />

Gestaltungs ansätze mit Leben gefüllt werden.<br />

Die ikonische Vitra Home Collection mit ihren<br />

Klassikern des 20. Jahrhunderts und zeit ge nössischen<br />

Entwürfen, bietet ein nahe zu unerschöpfiches<br />

Spektrum von Möbel typologien,<br />

Formsprachen, Materialien und Farben.<br />

Schauen Sie mit uns in vier unter schied liche<br />

Häuser und entdecken Sie, wie mit der Vitra<br />

Home Collection Einrichtungen geschaffen<br />

werden können.<br />

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2<br />

3<br />

Für jedes Esszimmerstuhl-Set erhalten Sie den sechsten Stuhl als Geschenk*


6<br />

1<br />

7<br />

5<br />

4<br />

8<br />

1 Plate Dining Table · MDF · Jasper Morrison, 2018 ab € 2.290,00 | 2 All Plastic Chair · Jasper Morrison, 2016 € 220,00 | 3 .03 · Maarten Van Severen, 1998 € 429,00<br />

4 Wire Chair DKR · Charles & Ray Eames, 1951 € 389,00 | 5 HAL Wood · Jasper Morrison, 2010 € 365,00 | 6 Eames Plastic Side Chair DSW · Charles & Ray Eames, 1950 € 385,00<br />

7 Belleville Armchair Wood · Ronan & Erwan Bouroullec, 2015 € 390,00 | 8 Resting Bear · Front, 2018 € 849,00


1 3<br />

2<br />

1 Polder Sofa · Stoffmix pastel (Sofa Campaign 2018/2019)* · Hella Jongerius, 2015 € 5.650,00 | 2 Tabouret Solvay · Jean Prouvé, 1941 € 559,00<br />

3 Eames House Bird · Nussbaum, klarlackiert € 249,00 |


1<br />

3<br />

4<br />

Für jedes Esszimmerstuhl-Set erhalten Sie den sechsten Stuhl als Geschenk*


2<br />

1 Plate Dining Table · Marmor · Jasper Morrison, 2018 ab € 6.540,00 | 2 Eames Plastic Side Chair DSW · Charles & Ray Eames, 1950 € 565,00<br />

3 Plate Table · Marmor · Jasper Morrison, 2004 ab € 955,00 | 4 Resting Cat · Front, 2018 € 179,00


3


1<br />

2<br />

4<br />

1 Suita Sofa Zweisitzer offen mit Chaise Longue · Olimpo, 11 atlantic · Antonio Citterio, 2010 € 7.780,00 2 Suita Sofa Zweisitzer · Olimpo, 11 atlantic · Antonio Citterio, 2010 € 4.150,00<br />

3 Plate Table · Eiche geräuchert massiv geölt · Jasper Morrison, 2004 ab € 755,00 4 Plate Table · Marmor · Jasper Morrison, 2004 ab € 955,00


2<br />

3<br />

1<br />

* Kaufen Sie zwischen dem 1. November 2018 und dem 31. Januar 2019 einen Eames Lounge Chair mit Ottoman und erhalten Sie einen Occasional Table LTR als Geschenk. Der Occasional Table LTR in Gold ist davon ausgenommen.<br />

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Ottoman erhalten Sie ein Geschenk*<br />

1 Lounge Chair & Ottman Mahogany · Charles & Ray Eames, 1956 ab € 7.490,00<br />

2 Occasional Table LTR Mahogany · Charles & Ray Eames, 1950 **<br />

3 Eames House Bird · Nussbaum, klarlackiert € 249,00


3<br />

4<br />

1<br />

Für jedes Esszimmerstuhl-Set erhalten Sie den sechsten Stuhl als Geschenk*


6<br />

5<br />

2<br />

1 Plate Dining Table · Glas · Jasper Morrison, 2018 ab € 2.850,00 | 2 .03 · Maarten Van Severen, 1998 € 429,00<br />

3 Wooden Doll Cat · Alexander Girard, 1952 ab € 115,00 | 4 Metal Wall Relief Dove · Alexander Girard, 1965 € 149,00<br />

5 Plywood Group LCW · Charles & Ray Eames, 19<strong>45</strong>/1946 € 1.260,00 6 Eames House Bird · Nussbaum, klarlackiert € 249,00


2<br />

1<br />

Einführungsangebot für Repos und<br />

Grand Repos im neuen Stoff *<br />

1 Grand Repos · Mello, 03 zement · Antonio Citterio, 2011 € 3.102,50<br />

2 Ottoman · Mello, 03 zement · Antonio Citterio, 2011 € 1.054,00


3<br />

4<br />

Für jedes Esszimmerstuhl-Set erhalten Sie den sechsten Stuhl als Geschenk*


1<br />

2<br />

1 Plate Dining Table · Massivholz · Jasper Morrison, 2018 ab € 3.990,00 | 2 Softshell Chair · Ronan & Erwan Bouroullec, 2008 ab € 549,00<br />

3 Softshell Side Chair · Ronan & Erwan Bouroullec, 2017 ab € 479,00 | 4 Wooden Side Table · Ronan & Erwan Bouroullec, 2015 ab € 655,00


2<br />

1


3<br />

5<br />

4<br />

1 Mariposa 2 1/2-Seater · Kvadrat Harald 233* · Edward Barber & Jay Osgerby, 2014 € 6.840,00<br />

2 Mariposa Ottoman · Kvadrat Harald 233* · Edward Barber & Jay Osgerby, 2014 € 815,00 | 3 Repos · Leder Premium, 73 ton · Antonio Citterio, 2011 € 4.960,00<br />

4 Fauteuil de Salon · Twill, 18 rapsgelb · Jean Prouvé, 1939 € 2.140,00 | 5 Guéridon Bas · Jean Prouvé, 1944 ab € 1.560,00


3<br />

4<br />

2<br />

1<br />

1 Aluminium Chair EA 108 · Leder Premium, 66 nero · Charles & Ray Eames, 1958 € 2.690,00 | 2 Compas Direction · Jean Prouvé, 1953 ab € 2.160,00<br />

3 Rotary Tray · Jasper Morrison, 2014 € 49,00 4 Toolbox · Arik Levy, 2010 € 29,00


7<br />

3<br />

9<br />

8<br />

2<br />

6<br />

1<br />

4<br />

5<br />

1 Resting Bear · Front, 2018 € 849,00 | 2 Resting Cat · Front, 2018 € 179,00 | 3 Resting Bird · Front, 2018 ab € 75,00 | 4 Eames House Bird · Nussbaum, klarlackiert € 249,00<br />

5 Eames Elephant (small) · Charles & Ray Eames, 19<strong>45</strong> € 85,00 | 6 Wooden Doll Little Devil · Alexander Girard, 1952 € 109,00 | 7 L’Oiseau · Ronan & Erwan Bouroullec, 2011 € 95,00<br />

8 Nuage (céramique) · Ronan & Erwan Bouroullec, 2018 ab € 89,00 | 9 Wooden Doll Cat · Alexander Girard, 1952 ab € 115,00


Diese Angebote gelten nur bei teilnehmenden Händlern.<br />

Sie finden diese unter www.vitra.com/handel<br />

Vitra GmbH, Charles-Eames-Strasse 2, D–79576 Weil am Rhein<br />

0049 (0)7621 70 20, info@vitra.com, www.vitra.com<br />

Konzept, Art-Direktion, Design: Studio AKFB, München<br />

Fotografie: Florian Böhm, Set Design: Erwin Prib<br />

Die Vitra International AG ist stets bemüht, die Rechte Dritter zu respektieren.<br />

Sollten diese im Einzelfall nicht erwähnt worden sein, so handelt es sich um ein Versehen,<br />

das entsprechend korrigiert wird.<br />

Kein Teil dieser Broschüre darf ohne schriftliche Genehmigung reproduziert werden.<br />

Preise gültig bis 31.12.2018, Preisänderungen vorbehalten.<br />

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entstand, war im Zentrum der<br />

Instal lation „Reverse Room“,<br />

die während der Mailänder<br />

Design Week 2018 gezeigt wurde:<br />

eine auf den Kopf gestellte<br />

und gekippte Blackbox, die die<br />

räumliche Wahrnehmung umkehrt<br />

und unsere Reaktionen<br />

auf die Umwelt und die Konventionen<br />

hinterfragt. Light Bulb<br />

Series ist eine hochkarä tige<br />

Designer kollektion in nummerierter<br />

und limitierter Auflage.<br />

Realität neu<br />

denken will James<br />

Wines und dreht<br />

sie einfach um<br />

Impressum<br />

HERAUSGEBER <strong>CI</strong> – creative inneneinrichter GmbH & Co. KG, Spreestraße 3, 64295 Darmstadt VERANTWORTLICH Steffen Schmidt (V.i.S.d.P.) OBJEKTLEITUNG Sandra Gotha VERLAG UND ANSCHRIFT<br />

DER REDAKTION HOFFMANN UND CAMPE X, eine Marke der HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH, ein Unternehmen der GANSKE Verlagsgruppe, Harvestehuder Weg 42, 20149 Hamburg,<br />

Tel. +49 40 44188-239. Amtsgericht Hamburg, HRB 81308 Sitz: Hamburg GESCHÄFTSFÜHRUNG Thomas Keßler, Dr. Ingo Kohlschein CHEFREDAKTION Peter Würth CREATIVE DIRECTION Tobias Zabell<br />

ART DIRECTION Thanh-Huyen Nguyen GRAFIK Simone Biermann, Claudia Knye KEY ACCOUNT MANAGEMENT Kaja Eilers PROJEKTMANAGEMENT Simone Wippern BILD REDAKTION Anna Constanty<br />

REDAKTIONELLE MITARBEIT Morris Adjmi, Doris Chevron, Wolf-Christian Fink, Christina Horsten, Bettina Johae, Katrin Osterkamp, Kerstin Rose, Felix Zeltner SCHLUSSREDAKTION Ursula Junger<br />

HERSTELLUNG Claude Hellweg LITHO PX2@ Medien GmbH & Co. KG DRUCK Ernst Kaufmann GmbH & Co. KG, Druckhaus, Lahr ABONNEMENTS, VERTRIEB UND ANZEIGENVERANTWORTUNG<br />

Sandra Gotha (info@creative-inneneinrichter.de) ANZEIGEN Werner Fischer – Tellus Corporate Media GmbH, Hammerbrookstraße 93, 20097 Hamburg, Tel.: +49 40 280868-87 Fax: +49 40 280868-20,<br />

E-Mail: w.fischer@tellus-corporate-media.com. Es gilt die Anzeigenpreisliste gemäß den Media daten 2017 REDAKTIONSBEIRAT Frank Anger-Lindemann, Wilfried Lembert, Klaus Seydlitz.<br />

Dieses <strong>Magazin</strong> und alle in ihm enthaltenen Beiträge, Entwürfe, Abbildungen, des Weiteren die Darstellung der Ideen sind urheberrechtlich geschützt.<br />

Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung einschließlich Nachdruck ohne schriftliche Einwilligung des Verlages strafbar.<br />

Es wird nur presserechtliche Verantwortung übernommen.<br />

Bildnachweis<br />

Titel: Fran Parente/OTTO; Standpunkt: Geordie Wood<br />

Inhalt: Helga Traxler, Christian Schaulin, Matthew Williams, Tolix; Seite 6–7: Matthew Pugliese/@mattpugs; Seite 8–9: Matthew Williams; Seite 10–11: Luca Bravo/unsplash; Seite 12–13: Menu,<br />

Vitra, Besau-Marguerre für Thonet; Seite 14–15: Draenert (2), Tom Dixon, Hatje Cantz, Petite Friture; Seite 18–19: Danny Bright/LOT-EK (2), Helga Traxler; Seite 20–21: Getty Images (3), ddp<br />

images; Seite 22–23: Christian Schaulin (2), Foto: Charlie Rubin/Judd Foundation Licensed by ARS, Interieur/Kunst: Judd Foundation/VG-Bildkunst, Bonn 2018, Jimi Billingsley; Seite 24–25: Vipp (2),<br />

Danny Bright/LOT-EK (2); Seite 26–30: Christian Schaulin; Seite 32–34: Vipp; Seite 35: Foscarini; Seite 36: A/D/O; Seite 38–39: A/D/O (3), Jimi Billingsley, Matthew Williams; Seite 40–42: Ari Marcopoulos,<br />

Adrian Wilson (2), iStockphoto; Seite 42: Modulightor; Seite 44: Kyle Knodell, Michael Moran, Shutterstock, Courtesy of Pioneer Works; Seite 46: Dean Kaufman, Foto: Charlie Rubin/Judd Foundation<br />

Licensed by ARS, Interieur/Kunst: Judd Foundation/VG-Bildkunst, Bonn 2018, Joshua White © Judd Foundation, Licensed by ARS; Seite 48–49: Donna Dotan; Seite 50–51: Matthew Williams, Morris<br />

Adjmi Architects, Donna Dotan, Lisa Mahar; Seite 52–53: Alexander Severin, Matthew Williams (2), Morris Adjmi Architects; Seite 54: Donna Dotan; Seite 56: Emeco, Illustration: Uli Knörzer;<br />

Seite 58–59: Javier Callejas, Tom Dixon, Original btc, &Tradition, Vitra, Fortuny; Seite 60–61: Living Divani, Atelier Haußmann, Vitra (2), Tolix, Wilde+Spieth; Seite 62–63: AFFE Photo © Atelier Haußmann<br />

(2), USM, Tolix, Vitra; Seite 64–65: Vipp (2), USM, Tolix, Domofocus, System 180; Seite 66: ddp images, Illustration: Uli Knörzer<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

35


FÜR ARCHITEKTUR- UND DESIGNFANS<br />

STEAKS IN DER<br />

AUTOWERKSTATT<br />

Zwischen Brooklyn und Queens, Kreuzfahrern und Hipstern:<br />

ein Trip durch das neue Industrial Design von New York<br />

TEXT: Christina Horsten und Felix Zeltner<br />

New York, das ist weit mehr<br />

als Central Park und Empire<br />

State Building, Freiheitsstatue<br />

und Guggenheim<br />

Museum oder<br />

MoMA. Ja, das muss man alles mal gesehen<br />

haben, unbedingt, aber wer die<br />

Stadt verstehen will, muss dort hin,<br />

wo in New York gearbeitet wurde<br />

und wird, wo sie sich ihren Ruf als quirlige,<br />

kreative, innovative Metro pole verdient<br />

hat. Nach Williamsburg und Chelsea<br />

und SoHo, wo es nicht schon immer<br />

hip war zu wohnen. Wo Manufakturen<br />

und Industrie das Bild in einer<br />

Zeit bestimmten, in der New York<br />

seine Bedeutung als Weltstadt erwarb.<br />

Vom Damals ist noch heute viel zu sehen<br />

und zu erleben. Die Kreativen haben<br />

sich des industriellen Erbes bemächtigt<br />

und daraus neue, spannende<br />

Orte geschaffen, an denen heute gewohnt,<br />

gearbeitet, gelebt wird – und<br />

wo das Steak dann auch mal in der<br />

Autowerkstatt serviert wird.<br />

36 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


DESIGNTRIP<br />

NEW YORK<br />

Verwirrspiel<br />

Im Dachprisma<br />

des A/D/O-<br />

Kreativzentrums<br />

bricht sich<br />

New Yorks Skyline<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

37


DESIGNTRIP<br />

NEW YORK<br />

Mitten im hippen Stadtviertel Greenpoint<br />

in Brooklyn hat die Automarke<br />

MINI ein Kreativzentrum gebaut. Das<br />

New Yorker Büro nArchitects verwandelte<br />

das eingeschossige frühere Industriegebäude<br />

in eine Mischung aus<br />

Coworking Space, Museum und Shop.<br />

Auf den verbliebenen Backsteinwänden<br />

sind noch die Graffiti zu sehen, der<br />

Rest wurde durch Glas ersetzt. In das<br />

neutral in Weiß und Grau gehaltene<br />

Interieur fällt Licht durch ein gigantisches<br />

Prisma im Dach. A/D/O solle „ein<br />

Katalysator für neue und relevante<br />

Arbeit sein“, sagt Direktor Nathan Pinsley.<br />

„Bedeutendes Design braucht Austausch<br />

und Stimulation, und wir haben<br />

einen Ort genau dafür gebaut.“ Ein<br />

fester Arbeitsplatz im A/D/O kostet um<br />

die 350 Euro im Monat. Deutlich günstiger<br />

ist es dagegen, entspannt beim<br />

Espresso im Restaurant Norman direkt<br />

unterm Dachprisma anderen beim<br />

Arbeiten zuzuschauen.<br />

A/D/O<br />

A-D-O.COM<br />

Überflieger<br />

A/D/O ist auch<br />

aus der Luft mehr als<br />

einen Blick wert<br />

Leuchtend<br />

Das Kreativzentrum A/D/O zeigt<br />

selbst bei Nacht seine Strahlkraft<br />

Inspirator und Koch<br />

Claus Meyer (links) ist<br />

der Godfather der<br />

New Nordic Cuisine,<br />

Fredrik Berselius Küchenchef<br />

des Restaurants<br />

Norman im A/D/O<br />

38 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


Hotspot in Brooklyn<br />

Das Wythe Hotel ist eine<br />

Landmarke auf der anderen<br />

Seite des East River<br />

WYTHE HOTEL<br />

Direkt um die Ecke beim A/D/O liegt<br />

das selbst ernannte „Original Brooklyn<br />

Hotel“. Mit der Eröffnung des Wythe<br />

2012 war die Gentrifizierung von Williamsburg<br />

offiziell besiegelt, und die<br />

Maßstäbe für die Industriearchitektur<br />

im Viertel waren gesetzt. Architekt<br />

Morris Adjmi gab der 1901 gebauten<br />

Fassfabrik klare, moderne Linien, bewahrte<br />

zugleich den urbanen Industrielook<br />

und setzte vier Stockwerke<br />

obendrauf. Die 72 Zimmer sind luxuriös<br />

ausgestattet, das Restaurant Reynard<br />

im Erdgeschoss ist viel gepriesen.<br />

Das höchste Gebäude weit und breit<br />

ist das Wythe Hotel längst nicht mehr,<br />

aber ein Sundowner in der schicken<br />

Dachbar The Ides mit Sommerbrise<br />

und Blick auf die Skyline Manhattans<br />

ist nach wie vor ein Genuss.<br />

Industrial-Style-Lobby<br />

Morris Adjmis Wythe Hotel ist<br />

zur Ikone avanciert<br />

WYTHEHOTEL.COM<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

39


Stiltempel<br />

Die New Yorker<br />

Dependance des<br />

Dover Street Market<br />

fand in der frü heren<br />

New York School of<br />

Applied Design for<br />

Women in der<br />

Lexington Avenue eine<br />

angemessene Location<br />

Werkstatt-Fashion<br />

In einer ehe maligen Garage<br />

in Chelsea prä sentiert<br />

Comme des Garçons in<br />

New York seine Kollektion<br />

DOVER STREET MARKET<br />

Im Gebäude einer früheren Designschule<br />

im Osten von Midtown Manhattan<br />

hat Rei Kawakubo die New Yorker<br />

Filiale ihres Dover Street Market eröffnet,<br />

eines Einkaufstempels für Avantgardemode.<br />

Über acht Stockwerke<br />

zieht sich zwischen umstrickten Säulen<br />

und übertunnelten Treppen außergewöhnlich<br />

präsentierte Kleidung – von<br />

Ka wakubos eigenen Labels und ähnlich<br />

hippen Modemarken. Das Café<br />

Rose Bakery im Erdgeschoss gehört<br />

zu den besten Plätzen der Stadt für<br />

einen schicken Lunch, People-Watching<br />

inklusive.<br />

NEWYORK.DOVERSTREETMARKET.COM<br />

40


DESIGNTRIP<br />

NEW YORK<br />

COMME DES GARÇONS<br />

Wer immer noch nicht genug von Rei<br />

Kawakubo hat, muss rüber nach Chelsea.<br />

Die Comme-des-Garçons-Boutique<br />

in einer früheren Autowerkstatt hat<br />

außen kein Schild und ist leicht zu<br />

übersehen, aber wer erst mal durch<br />

den von Future Systems gebauten Aluminiumtunnel<br />

in den Innenraum gelangt<br />

ist, der will ihn nicht wieder verlassen.<br />

Und wenn doch, dann nur für<br />

eine klassische New-York-Aktivität:<br />

einen Spaziergang durch die umliegenden<br />

Galerien in Chelsea. Zu Friedman<br />

Benda zum Beispiel, wo es Möbel und<br />

Design zu sehen gibt, oder zum Imperium<br />

des Galeristen David Zwirner, des<br />

wohl erfolgreichsten Deutschen in New<br />

York. Für eine Pause lohnt sich der<br />

Chelsea Market, eine zur Food Hall<br />

umgebaute Keksfabrik.<br />

COMME-DES-GARCONS.COM<br />

FRIEDMANBENDA.COM<br />

DAVIDZWIRNER.COM<br />

CHELSEAMARKET.COM<br />

Installation<br />

Im Dover Street<br />

Market ist Mode<br />

mehr als nur etwas<br />

zum Anziehen<br />

Bummeln in der Keksfabrik<br />

Im Chelsea Market war<br />

einst die National Biscuit<br />

Company zu Hause, sie<br />

hat den Oreo-Keks erfunden.<br />

Heute sind hier eine<br />

Markthalle, ein Einkaufszentrum,<br />

ein Bürogebäude<br />

und eine Fern sehproduktion<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

41


Lichtdurchflutet<br />

Fenster auf allen<br />

ineinander verschränkten<br />

Ebenen lassen<br />

viel Licht ins Haus<br />

MODULIGHTOR<br />

Paul Rudolph (1918 bis 1997) baute<br />

diese Architekturikone auf der Upper<br />

East Side, deren Wände „einen mit<br />

ihrem Licht streicheln“, wie der US-<br />

Architekt einmal sagte. Der Besitzer<br />

Ernst Wagner lebt noch heute in dem<br />

weißen Gebäude und betreibt die gemeinsam<br />

mit Rudolph gegründete<br />

Firma für individuelle Lichtsysteme.<br />

Der Showroom im Erdgeschoss hat<br />

reguläre Öffnungs zeiten, das ganze<br />

Haus kann jeden ersten Freitagabend<br />

im Monat besucht werden.<br />

MODULIGHTOR.COM<br />

Leuchtendes Beispiel<br />

Das Modulightor-Haus<br />

wurde in mehreren<br />

Phasen ab 1989 erbaut<br />

42


IMM-COLOGNE.DE<br />

co-located with:<br />

THE INTERIOR BUSINESS EVENT<br />

14. – 20.01.2019<br />

Begegnen Sie der Zukunft Ihres Geschäfts in Köln: Die imm cologne gibt die entscheidenden Impulse für den Start in ein erfolgreiches<br />

Jahr. Nur hier trifft die internationale Einrichtungsbranche auf ein weltweit einmaliges Angebot an Möbeln, Accessoires und Interior Design –<br />

perfekt abgerundet von den neuesten Trends und Innovationen zum Lebensmittelpunkt Küche auf der LivingKitchen.<br />

Entdecken Sie in Köln den globalen Einrichtungsmarkt mit visionären Einrichtungskonzepten in all seinen Facetten.<br />

Koelnmesse GmbH, Messeplatz 1, 50679 Köln, Deutschland, Telefon +49 1806 913 131*, imm@visitor.koelnmesse.de<br />

*0,20 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 0,60 Euro/Anruf aus dem Mobilfunknetz


SCULPTURECENTER<br />

Long Island City ist derzeit das am<br />

schnellsten wachsende Stadtviertel der<br />

USA. Zwischen Dutzenden Skeletten<br />

der in den Himmel wachsenden Glaswolkenkratzer<br />

blieb ein kleines rotes<br />

Backsteingebäude erhalten. Früher<br />

wurden hier Straßenbahnen repariert,<br />

heute werden Skulpturen gezeigt.<br />

Architektin Maya Lin verwandelte das<br />

Gebäude vor rund 20 Jahren in ein ästhetisches<br />

Kleinod. Nach dem Besuch<br />

lohnt sich die Einkehr im M. Wells<br />

Steakhouse, einer ehemaligen Autowerkstatt,<br />

wo heute mit die besten<br />

Steaks der Stadt serviert werden. Die<br />

Betreiber stecken auch hinter der M.<br />

Wells Dinette in der Außenstelle des<br />

Mu seum of Modern Art für Gegenwartskunst,<br />

des MoMA PS1, um die Ecke.<br />

SCULPTURE-CENTER.ORG<br />

MAGASINWELLS.COM<br />

MOMAPS1.ORG<br />

Mistkäfer-Kunst<br />

Im Untergeschoss des<br />

SculptureCenter<br />

zeigte Aki Sasamoto<br />

2016 „The Ball“ aus<br />

ihrer Installation<br />

„Delicate Cycle“<br />

(Courtesy the artist)<br />

Neues Leben<br />

Wo früher<br />

Straßenbahnen<br />

repariert wurden,<br />

werden heute<br />

Skulpturen gezeigt<br />

44<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


DESIGNTRIP<br />

NEW YORK<br />

DOMINO PARK<br />

PIONEER WORKS<br />

Mit zwölf Meter hohen Decken und<br />

einer Grundfläche von 2500 Quadratmetern<br />

war Pioneer Iron Works Ende<br />

des 19. Jahrhunderts eine der größten<br />

Maschinenfabriken der USA. Später<br />

stand die Fabrik viele Jahre lang leer.<br />

2010 kaufte der gefeierte Künstler Dustin<br />

Yellin das gigantische Backsteingebäude<br />

im Hafenviertel Red Hook in<br />

Brooklyn. „Damals war es ein Loch,<br />

keine Fenster, keine Böden, kein Strom<br />

und kein Gas“, erinnert sich Yellin.<br />

Gemeinsam mit Künstlerfreunden und<br />

Architekt Sam Trimble formte er aus<br />

dem Gebäude ein „utopisches Kunstzentrum“.<br />

Trimble ließ einen Betonboden<br />

gießen, zog Galerieetagen ein<br />

und schlug 100 Fenster in die Backsteinwände.<br />

Neben dem großen Garten<br />

und Ausstellungsflächen auf mehreren<br />

Etagen vergibt Pioneer Works inzwischen<br />

temporär Studios an Künstler,<br />

denen der Besucher durch Glaswände<br />

bei der Arbeit zuschauen kann. Beim<br />

Blick durch die vielen Fenster scheint<br />

die Skyline Manhattans und der Hafen<br />

von Red Hook, in dem große Kreuzfahrtschiffe<br />

wie die „Queen Mary 2“<br />

anlegen, zum Greifen nah.<br />

Süßes Leben vor der<br />

Zuckerfabrik<br />

Der neue Domino Park<br />

liegt im Schatten<br />

einer früheren Raffinerie<br />

Kunst statt Maschinen<br />

Nach langem Leerstand sind ins Gebäude der<br />

Pioneer Iron Works die Künstler eingezogen<br />

So hip Williamsburg in den vergangenen<br />

Jahren auch geworden ist – es fehlte<br />

an Parks. Der Immobilienentwickler<br />

Two Trees hat nun zumindest ein klein<br />

wenig Abhilfe geschaffen. Am Ufer des<br />

East River vor einer früheren Zuckerraffinerie,<br />

die er gerade zu Luxuswohnungen<br />

umbaut, hat er zusammen mit<br />

den Landschaftsarchitekten von James<br />

Corner Field Operations den öffentlichen<br />

Domino Park gestaltet: 25 000<br />

Quadratmeter Wiese, Volleyballfelder,<br />

Springbrunnen und Spielplätze. Wie<br />

schon in Manhattan beim High-Line-<br />

Park auf einer früheren Hochbahntrasse<br />

oder beim zum Park umfunktionierten<br />

Industrieufer Brooklyn<br />

Bridge Park wurden auch hier viele<br />

Elemente aus der Vergangenheit erhalten.<br />

Besucher können zwischen türkisfarben<br />

gestrichenen Verladekränen<br />

und braunen Zuckersilos entspannen.<br />

DOMINOPARK.COM<br />

THEHIGHLINE.ORG<br />

BROOKLYNBRIDGEPARK.ORG<br />

PIONEERWORKS.ORG<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


DESIGNTRIP<br />

NEW YORK<br />

Konsequentes<br />

Treppenhaus<br />

Sanaas minimalistischer<br />

Stil setzt<br />

sich im Inneren des<br />

New Museum fort<br />

NEW MUSEUM<br />

Sieben wie verschieden große Schuhschachteln<br />

aufeinandergestapelte<br />

Stockwerke haben die japanischen<br />

Minimalisten von Sanaa vor 20 Jahren<br />

entworfen, um New York ein neues<br />

Museum für zeitgenössische Kunst<br />

zu geben. Die dort gezeigten Ausstellungen<br />

gehören zu den besten der Welt,<br />

das Haus selbst strahlt mit seiner<br />

elegant schimmernden weißen Fas sade<br />

in der Lower East Side wie ein Raumschiff.<br />

Ähnlich konsequent und elegant<br />

ist das Gebäude auch im Inneren.<br />

Jetzt darf Rem Koolhaas’ Studio OMA<br />

direkt nebenan einen Erweiterungsbau<br />

gestalten.<br />

WWW.NEWMUSEUM.ORG<br />

46 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


Cool, modern,<br />

funktional.<br />

101 SPRING STREET<br />

Ein Vierteljahrhundert lang lebte und<br />

arbeitete der Minimalismuskünstler<br />

Donald Judd (1928 bis 1994) in einem<br />

gusseisernen früheren Fabrikgebäude<br />

in SoHo – umgeben von so wenig wie<br />

möglich. Dank seiner Kinder Flavin<br />

und Rainer ist das Gebäude inzwischen<br />

behutsam renoviert und präserviert –<br />

Judds Pfannen und Töpfe, sein Bett<br />

und viele der Kunstwerke, die ihm<br />

Freunde geschenkt haben, inklusive.<br />

101 Spring Street ehre Judds Leben<br />

und Vision, sei aber nicht einfach ein<br />

Schrein, so schrieb die „New York<br />

Times“-Kunstkritikerin Roberta Smith<br />

einmal. Sondern viel mehr als das, es<br />

biete „Lektionen im Betrachten“.<br />

WWW.JUDDFOUNDATION.ORG<br />

Eiserne Schönheit<br />

In diesem Haus lebte der Künstler<br />

Donald Judd ein halbes Jahrhundert lang<br />

Einblick<br />

Die Judd Foundation hat<br />

dafür gesorgt, dass das<br />

Haus auch innen den Geist<br />

der Zeit widerspiegelt<br />

PANAMA automat s2, RB18 SC<br />

Lederband Hightech Schwarz<br />

Stets einen Tick besser. Nach diesem Grundsatz<br />

fertigt Rainer Brand seine Zeitmesser, die durch ihre<br />

handwerkliche Präzision und ihren stilsicheren Auftritt<br />

überzeugen. Hart im Nehmen: Die Lünette ist<br />

viermal härter als Edelstahl, das Band wasserfest und<br />

robust. Qualität bis ins Detail. Das macht den Unterschied.<br />

Der Tag geht, das Design bleibt. Die markante Typogra-<br />

fie von Dino dos Santos ist auch in der Nacht ein leuchten-<br />

des Beispiel guter Gestaltung.<br />

www.rainerbrand.de • info@rainerbrand.de • Friedenstrasse 9<br />

63872 Heimbuchenthal • Telefon 06092/5372 • Fax 06092/6903


DESIGNER-PORTRÄT<br />

MORRIS ADJMI<br />

ARCHITEKT UND INTERIOR DESIGNER<br />

DER MANN VOM<br />

DENKMALSCHUTZ<br />

Morris Adjmi erneuert New Yorks<br />

Skyline so sanft wie niemand vor ihm<br />

TEXT: Felix Zeltner<br />

48 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


Musterbeispiel<br />

In den Büroräumen von Thrive<br />

Capital im berühmten Puck<br />

Building in Manhattan betont<br />

Morris Adjmi alle historischen Elemente<br />

des Industrial Style:<br />

Ziegelwände, freiliegende Leitungen,<br />

offene Decken,<br />

hohe Fenster, schmiedeeiserne<br />

Säulen und Dielenböden<br />

49


02<br />

03<br />

A<br />

ls Morris Adjmi acht Jahre<br />

alt war, ging er auf Klassenfahrt<br />

in seiner Heimatstadt<br />

New Orleans. Das<br />

French Quarter, das historische<br />

Zentrum der Südstaatenmetropole,<br />

ist bekannt für seinen Mix aus<br />

viktorianischer, kreolischer und kalifornischer<br />

Bauweise mit kunstvollen<br />

Fassaden und Balkonen. „Nach dem<br />

Ausflug habe ich angefangen, die Säulen<br />

der Häuser zu zeichnen“, sagt er,<br />

greift einen Kugelschreiber vom Konferenztisch,<br />

nimmt ein Stück Architektenpapier<br />

und zieht zwei schnurgerade<br />

Linien. „Ich weiß noch, wie der Lehrer<br />

mir die verschiedenen Systeme der<br />

Säulen erklärt hat. Mich hat völlig fasziniert,<br />

dass Säulen eigene Regeln haben<br />

und man lernen kann, wie man sie<br />

anwendet.“ Mit geübter Hand zeichnet<br />

Adjmi einen stuckverzierten Sockel an<br />

den Kopf der Säule. „Von da an wusste<br />

ich, dass ich Architekt werden wollte.<br />

Ich wollte bauen. New Orleans ist eine<br />

Stadt mit vielen schönen und vielen<br />

nicht so schönen Gebäuden, und ich<br />

wollte die schönen bauen.“<br />

Adjmi lehnt sich für einen Moment<br />

zurück und lächelt. Das Fenster hinter<br />

ihm öffnet den Blick auf die Türme des<br />

Financial District, die von hier oben,<br />

aus dem 32. Stock, grazil wirken. Vom<br />

Büro von Morris Adjmi Architects (MA)<br />

aus hat man einen Rundumblick auf<br />

das alte Manhattan, den harten Fels,<br />

zugebaut mit den vertikalen Ikonen<br />

der New Yorker Architektur, die der<br />

01<br />

01 Kombination<br />

Im Haus<br />

55 West 17th<br />

Street verbinden<br />

sich<br />

moderne und<br />

traditionelle<br />

Elemente<br />

02 Aufgestockt<br />

Das Ziegelgebäude<br />

520<br />

West 20th<br />

Street am<br />

High-Line-<br />

Park ergänzte<br />

Adjmi durch<br />

eine moderne<br />

Stahlkonstruktion<br />

auf<br />

dem Dach<br />

03 Industrielle<br />

Eleganz Der<br />

Empfang von<br />

Thrive Capital<br />

58-Jährige mit seinem Team stetig weiterentwickelt.<br />

Kaum ein Architekt in<br />

der Weltmetropole New York baut und<br />

designt so konsequent im lokalen Stil<br />

wie Adjmi, spielt mit Industrie und<br />

Neugotik, erneuert Häuser lieber, als<br />

sie zu zerstören, und achtet auf den<br />

Kontext der Neighborhood, der Nachbarschaft<br />

des Gebäudes.<br />

INDUSTRIELLES INNEN WIE AUSSEN<br />

Inzwischen gibt es in der Stadt Dutzende<br />

Bauwerke, die der sanft ergraute<br />

Minimalist erschaffen hat, innen wie<br />

außen: von der alten Böttcherei in<br />

Brooklyns Hipsterstadtteil Williamsburg,<br />

der er einen kühlen Stahl-Glas-<br />

Kubus aufsetzte, im Inneren die Ziegelwände<br />

und Holzböden restaurierte<br />

und so die Industrie-Ikone Whythe<br />

Hotel schuf. Über gigantische neugotische<br />

terrakottaweiße Wohntürme<br />

auf Manhattans 21st Street, mit denen<br />

er den Einfluss von Chicagoer Architekten<br />

zitiert, bis hin zum spektakulär<br />

eleganten Scholastic Building in SoHo,<br />

Hauptquartier des gleichnamigen Verlags,<br />

das mit zwei ganz unterschiedlichen<br />

rot-weißen Fassaden die Wohnund<br />

die Gewerbeseite der Gegend spiegelt<br />

und im Inneren die Grandezza der<br />

Jahrhundertwende aufleben lässt.<br />

Das Scholastic entstand in Zusammenarbeit<br />

mit Adjmis Mentor, dem<br />

50 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


DESIGNER-PORTRÄT<br />

MORRIS ADJMI<br />

Zurückhaltung als<br />

Philosophie<br />

Morris Adjmi schafft<br />

es, das Alte zu respektieren<br />

und dabei wirklich Neues<br />

entstehen zu lassen<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

51


„ICH MAG GEBÄUDE, DIE AUF<br />

EINE RUHIGE WEISE AUF SICH<br />

AUFMERKSAM MACHEN“<br />

MORRIS ADJMI<br />

ARCHITEKT<br />

01<br />

02<br />

italienischen Architekturgroßmeister<br />

Aldo Rossi, Erneuerer der Architektur<br />

seines Heimatlands, verewigt in zahllosen<br />

Theatern, Hotels und Museen,<br />

weltweit gefeiert für das Spiel mit<br />

geschwungenen Formen und dem<br />

Rhythmus von Licht und Schatten.<br />

„Ein Poet, der zufällig Architekt wurde“,<br />

so nannte ihn die Architekturkritikerin<br />

Ada Louise Huxtable, bevor<br />

sie ihm die größte Auszeichnung der<br />

Architekturwelt, den Pritzker-Preis,<br />

überreichte.<br />

Als junger Architekturstudent<br />

schreibt sich Adjmi Anfang der 80er-<br />

Jahre bei Aldo Rossis Seminar am Institute<br />

for Architecture and Urban Studies<br />

in New York ein, einem antiautoritären<br />

Thinktank, an dem einige der<br />

besten Architekten und Designer der<br />

Welt zusammenkamen: „Es war eine<br />

unglaubliche Erfahrung, mit einer klei-<br />

dem Höhepunkt dann der Schock:<br />

Aldo Rossi kommt 1997 bei einem Autounfall<br />

am Lago Maggiore ums Leben.<br />

Nach 13 gemeinsamen Jahren wird<br />

Adjmi über Nacht zum Einzelkämpfer<br />

– mit vier laufenden Baustellen, darunter<br />

das Scholastic Building. Doch<br />

er schafft es, die Arbeit des Meisters zu<br />

vollenden und daneben Stück für Stück<br />

sein eigenes Büro aufzubauen, in dem<br />

die Philosophie Rossis weiterlebt.<br />

Seine Firma begreife er als Studio,<br />

als Kollektiv von Architekten und Interior<br />

Designern, nicht als geldgetriebene<br />

Maschine, „wie das hier sonst üblich<br />

ist“. In der Tat sind Architektur<br />

und Design in New York oft ein gnadenloses<br />

Geschäft: Man zitiert nach<br />

Belieben europäische Epochen, baut<br />

so hoch und wild, wie der Fels und das<br />

Geld es zulassen, denkt kurzfristig und<br />

reißt gnadenlos ab, was alt oder unnen<br />

Gruppe Studenten Rossis Denken<br />

ausgesetzt zu sein.“<br />

Anschließend zieht es Adjmi Richtung<br />

Europa. In München kauft er ein<br />

gebrauchtes Auto, um auf einen Roadtrip<br />

zu gehen. Als er Rossi mitteilt, ihn<br />

in Italien besuchen zu wollen, bittet<br />

der Meister seinen Schüler um Unterstützung:<br />

ob er ihm bei einem Wettbewerb<br />

in Berlin helfen könne? Adjmi<br />

dreht auf der Stelle um und stürzt sich<br />

auf die Chance. Sein Entwurf gewinnt<br />

und sichert ihm eine Stelle in Rossis<br />

Team. Gemeinsam bauen sie die Apartments<br />

Kochstraße 1 bis 5 um die Ecke<br />

vom Checkpoint Charlie.<br />

DAS STUDIO ALS KOLLEKTIV<br />

In den Jahren danach wird der Junge<br />

aus New Orleans zum Fixstern des Mailänder<br />

Feingeistes – und darf schließlich<br />

das New Yorker Büro eröffnen. Auf<br />

01 Reminiszenz<br />

Das<br />

Gebäude 837<br />

Washington<br />

Street im<br />

Meatpacking<br />

District<br />

verbindet ein<br />

Haus von<br />

1938 mit<br />

einem modernen<br />

Aufbau<br />

02 Perfekte<br />

Aussicht auf<br />

Brooklyn<br />

Ein Gästeapartment<br />

im<br />

Wythe Hotel<br />

52 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


DESIGNER-PORTRÄT<br />

MORRIS ADJMI<br />

04<br />

03<br />

03 Schöner<br />

kochen In<br />

einer früheren<br />

Druckerei<br />

in NoHo<br />

entstand The<br />

Schumacher,<br />

ein Apartmenthaus<br />

mit<br />

sorgfältig<br />

restaurierter<br />

Ziegelfassade<br />

04 Angelehnt<br />

Adjmis Entwurf<br />

für das<br />

Gebäude 30 E<br />

31st Street<br />

zeigt die zeitgenössische<br />

Variante eines<br />

klassisches<br />

New Yorker<br />

Skyscrapers<br />

samt einiger<br />

Reminiszenzen<br />

an das nahe<br />

Chrysler Building<br />

passend scheint. „Ich möchte das stoppen“,<br />

sagt er, „und Städte wieder so<br />

zusammennähen, wie das in Deutschland<br />

und anderswo passiert ist.“<br />

Adjmi arbeitet seit den 90ern mit<br />

dem Anspruch der sanften Erhaltung,<br />

den er aus Europa mitgebracht hat. Er<br />

trifft damit einen Nerv. Viele Kunden<br />

kommen zu ihm und wollen einfach<br />

nur Kopien seiner Werke. Seine Sichtbarkeit<br />

in New York verschafft ihm Aufträge<br />

überall in den USA, auch in seiner<br />

Heimat New Orleans, wo er zurzeit<br />

ein gigantisches kubisches Wohnhaus<br />

in die Stadtmitte stellt. Mit all den Aufträgen<br />

explodiert seine Firma: In gerade<br />

mal drei Jahren ist sie von <strong>45</strong> auf 95<br />

Angestellte gewachsen. Drei Viertel<br />

sind Architekten, ein Viertel Interior<br />

Designer, und alle sitzen um Adjmis<br />

kleines Chefbüro herum auf einem<br />

Stockwerk, Ellbogen an Ellbogen, vor<br />

ihren Bildschirmen.<br />

DIE SCHÖNHEIT DER INDUSTRIE<br />

Adjmis Wahrzeichen, industrielles Design<br />

mit dem Schulterblick auf die Vergangenheit,<br />

ist deutlich funktionaler<br />

als die weichen, fließenden Formen seines<br />

Lehrmeisters Aldo Rossi. Schuld<br />

daran sei nicht nur die Vergangenheit<br />

New Yorks, sondern auch die Fotografien<br />

eines deutschen Ehepaars seien es:<br />

„Die Bechers!“, ruft er aus und lacht,<br />

als wären Bernd und Hilla Becher, die<br />

mit ihren Schwarz-Weiß-Aufnahmen<br />

von Fachwerkhäusern und Industrie-<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

53


DESIGNER-PORTRÄT<br />

MORRIS ADJMI<br />

„ICH BRAUCHE IMMER EINEN WASSERTURM IN<br />

SICHTWEITE. DAS IST EHRLICHES DESIGN,<br />

MIT PRÄZISER FORMEL UND GEFÄLLIGER ÄSTHETIK“<br />

bauten berühmt wurden, alte Bekannte.<br />

Sie hätten ihm gezeigt, dass Industrie<br />

„ehrlich, wunderschön, und eigentlich<br />

perfekt“ sei. Genau wie die architektonischen<br />

Geschöpfe, die er als<br />

seine persönlichen New Yorker Lieblinge<br />

identifiziert hat: die Wassertürme,<br />

die bis heute den Wasserdruck in vielen<br />

Häusern regulieren. Er deutet aus<br />

dem Fenster auf das Dach gegenüber,<br />

wo eines der übergroßen hölzernen Fässer<br />

thront. „Ich brauche immer einen<br />

in Sichtweite. Das ist ehrliches Design,<br />

mit präziser Formel und gefälliger Ästhetik<br />

– und trotzdem so vielfältig.“<br />

Das von Frank Lloyd Wright erbaute<br />

Guggenheim Museum auf der Upper<br />

MORRIS ADJMI<br />

ARCHITEKT<br />

East Side ist für ihn die Antipode. „Da,<br />

wo es steht, funktioniert es zwar – aber<br />

Gebäude, die versuchen, so viel herauszuschreien,<br />

halte ich in einer Stadt für<br />

die am wenigsten erfolgreichen. Ich<br />

mag Gebäude, die auf eine ruhige Weise<br />

auf sich aufmerksam machen.“<br />

Adjmi ist ein Mann für die tiefen,<br />

eleganten Töne im Stadtbild New Yorks<br />

– sogar sein erstes Hochhaus, das gerade<br />

in Midtown entsteht, ist mit den<br />

gigantisch hohen Spitzbögen eine Verbeugung<br />

vor dem Art déco, kein spitzer<br />

Aufschrei aus Glas wie seine Nachbarn.<br />

Außen Messing und Terrakotta,<br />

innen Stein, Eichenböden und Möbel<br />

aus Walnuss – die 2018er-Ver sion des<br />

Ziegel,<br />

Stahl, Glas,<br />

Leitungsrohre<br />

Das Office<br />

von Thrive<br />

Capital bleibt<br />

konsequent<br />

im Indust rial-<br />

Style-Set<br />

Chrysler Building. Adjmi respektiert<br />

Geschichte, ohne sie einfrieren zu wollen,<br />

und macht klar, wie modern und<br />

europäisch die Weltmetropole New<br />

York sein kann – ein sich erinnernder<br />

Körper, zwar Durchgangsstation, aber<br />

mit ein bisschen Denkmalschutz. Bevor<br />

er anfängt zu bauen, studiert er mit<br />

seinem Team historische Fotos, frühere<br />

Einreichungen von Architekten und<br />

die Analysen der Landmarks Preservation<br />

Commission, einer Art Denkmalschutzbehörde,<br />

gegründet 1965 nach<br />

dem Abriss der alten Pennsylvania Station.<br />

Sie hatte zu den feinsten Stücken<br />

der Weltarchitektur gehört, die Zerstörung<br />

trat einen landesweiten Streit um<br />

Erhaltung und Erneuerung los.<br />

Heute untersucht die Kommission<br />

New Yorker Neighborhoods und hat<br />

viele Straßenblocks zu historischen Distrikten<br />

erklärt – freilich mit weit weniger<br />

Auflagen als in Deutschland. Für<br />

Adjmi sind ihre Analysen die wichtigste<br />

Blaupause für sein Werk – Verantwortung<br />

und Inspiration zugleich.<br />

54 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


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DESIGN<br />

DER KLASSIKER<br />

1006 NAVY CHAIR<br />

DER STUHL, DER AUS<br />

DEN FLUTEN KAM<br />

ALLES BEGANN IM JAHR 1944, als US-amerikanische<br />

Regierungsbehördern einen Stuhl in Auftrag<br />

gaben. Nicht irgendeinen, sondern ein Möbel,<br />

möglichst aus Metall, das sich an ganz besonderen<br />

Orten bewähren sollte: in U-Booten. In jenem<br />

Jahr hatte der Unternehmer und Ingenieur Wilton<br />

Carlyle Dinges in Hanover, Pennsylvania, eine<br />

Firma gegründet, die es noch heute gibt.<br />

Die Electric Machine and Equipment Company<br />

(Emeco) hatte also ihren ersten Auftrag. Niemand<br />

konnte ahnen, dass sich aus dem unverwüst -<br />

lichen Alustuhl, der Salzwasser, Feuchtigkeit und<br />

robuster Behandlung mühelos widersteht, ein<br />

Designklassiker entwickeln würde. Der 1006<br />

Navy Chair wird in 77 Produktionsschritten aus<br />

speziell gehärtetem, recyceltem Aluminium<br />

hergestellt – fast ausschließlich in Handarbeit.<br />

Geschweißt, gebogen, gefeilt, erhitzt, gebürstet<br />

oder per Hand dreifach poliert, wird das Metall zu<br />

einem glänzenden Meisterstück für die Ewigkeit.<br />

WILTON C. DINGES<br />

(1916 bis 1974) gründete im<br />

Kriegsjahr 1944 Emeco. Mit dem<br />

1006 Navy Chair entwarf der<br />

Unternehmer und Er finder einen<br />

Metallstuhl, der für die Seefahrt,<br />

insbesondere für U-Boote, bestimmt<br />

war. Dinges warf ihn eines<br />

Tages vom sechsten Stock aus<br />

dem Fenster und trat so den ultimativen<br />

Qualitätsbeweis an.<br />

Schlicht und stark<br />

Früher in U-Booten, heute in<br />

Hotellobbys und Architekturbüros:<br />

Der Navy Chair verdankt<br />

seinen Erfolg dem<br />

funk tional-eleganten Look wie<br />

„aus einem Stück“ und seiner<br />

Robustheit. Das Aluminium<br />

wird so lange behandelt, bis es<br />

dreimal so hart wie Stahl ist.<br />

56 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


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TRENDSCOUT<br />

INDUSTRIAL STYLE<br />

PRODUKTE<br />

WIE AUS DER<br />

MANUFAKTUR<br />

Mit der Industrialisierung<br />

und dem Aufkommen großer<br />

Fabriken entstanden<br />

Einrichtungsgegenstände in<br />

Serienfertigung, die funktional<br />

und stabil waren – und später<br />

fürs private Wohnen adaptiert<br />

wurden. Eine ganze Reihe<br />

aktueller Produkte lehnt sich<br />

an diesen Stil an. Eine Auswahl<br />

01 Gutes Licht<br />

beim Juwelier<br />

In der französischen<br />

Bijou terie Monsieur<br />

strahlen Midgard-<br />

Leuchten der Typen<br />

500 und 550<br />

02 Funktional<br />

und zurückhaltend<br />

Stehlampe Beat<br />

Floor Light Black<br />

von Tom Dixon<br />

01<br />

02<br />

58 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


03<br />

04<br />

03 Klassisch<br />

Die Hängeleuchte<br />

Spun Reflector<br />

von Davey Lighting<br />

sieht aus wie<br />

eine industrielle<br />

Arbeitsleuchte,<br />

allerdings im Edellook<br />

mit Innenreflektor<br />

in Kupfer<br />

04 Beweglich<br />

Die Wandleuchte<br />

Potence von<br />

Altmeister Jean<br />

Prouvé vertreibt<br />

Vitra noch<br />

heute mit Erfolg<br />

05 Gut bestrahlt<br />

Die Stehleuchte<br />

Fortuny Petite<br />

wurde von Mariano<br />

Fortuny 1985<br />

im Stil eines Fotoscheinwerfers<br />

für den Hersteller<br />

Pallucco gestaltet<br />

BESTES<br />

LICHT ZUM<br />

ARBEITEN<br />

Leuchten im Industrial Style<br />

haben vor allem eine Eigenschaft:<br />

Sie geben bestes Licht<br />

zum Arbeiten. Dafür sind sie<br />

beweglich, flexibel einstellbar<br />

und schnörkellos.<br />

05<br />

06<br />

06 Industrial Light<br />

&Tradition greift<br />

den Trend mit<br />

seiner Tischleuchte<br />

Bellevue AJ8 auf<br />

59


TRENDSCOUT<br />

INDUSTRIAL STYLE<br />

SITZGELEGENHEITEN, AUFS<br />

NÖTIGSTE REDUZIERT<br />

Vielseitig<br />

Das modulare Sofa<br />

Extrasoft von Living<br />

Divani passt sich allen<br />

Gegebenheiten an<br />

Sitzen im Industriezeitalter bedeutet<br />

zunächst einmal Arbeitserleichterung.<br />

Statt lange zu stehen, konnte<br />

man sich auf funktionale, höhenverstellbare<br />

Hocker setzen, unverwüstliche<br />

Materialien hielten auch<br />

rustikalen Bedingungen stand.<br />

Heute sind diese Sitzmöbel noch<br />

immer oder wieder erhältlich,<br />

chic und gefragt.<br />

60 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


02<br />

01 Arbeitssitz<br />

Der Herrenberger<br />

Hocker des<br />

Berliner Herstellers<br />

Atelier<br />

Haußmann könnte<br />

auch in frühen<br />

Industriehallen<br />

gestanden haben<br />

03<br />

02 Chefsessel<br />

Der Fauteuil<br />

Direction Pivotant<br />

stammt von<br />

Jean Prouvé und<br />

wird von Vitra<br />

herausgegeben<br />

01<br />

03 Simple Eleganz<br />

Ein Klassiker von<br />

Egon Eiermann<br />

ist der Drehstuhl<br />

SE 41 für<br />

den Hersteller<br />

Wilde + Spieth<br />

04 Oldtimer<br />

Seit 1934 wird<br />

der Chaise A<br />

aus Stahlblech von<br />

Tolix produziert<br />

05<br />

05 Rückkehr<br />

Den Eames<br />

Fiberglass Chair<br />

hat Vitra aus<br />

dem schwierig zu<br />

verarbeitenden<br />

Urspungsmaterial<br />

neu aufgelegt<br />

04<br />

61


TRENDSCOUT<br />

INDUSTRIAL STYLE<br />

STABILE TISCHE UND<br />

ABLAGEN<br />

Tische, an denen gearbeitet wird,<br />

01<br />

Flexibel<br />

Die eisernen Affe-<br />

Tischböcke von Atelier<br />

Haußmann sind<br />

höhenver stellbar und<br />

äußerst robust<br />

müssen vor allem stabil und groß<br />

sein, am besten noch höhenverstellbar.<br />

Man darf ihre Zweckmäßigkeit<br />

sehen und spüren, denn das<br />

gibt Vertrauen. Ein stabiler Tisch<br />

ist ein Versprechen.<br />

62<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


02<br />

02<br />

Modular<br />

Sideboard und<br />

Tisch sind Teil<br />

des Systems von<br />

USM Haller<br />

03<br />

Massive Platte<br />

Der Table Flavigny<br />

von Jean Prouvé<br />

bei Vitra belegt,<br />

dass sich industrielle<br />

Produktion<br />

und Esprit nicht<br />

ausschließen<br />

04<br />

Aufgeräumt<br />

Das Meuble<br />

Tri Postal ist ein<br />

Sortierschrank<br />

aus den 30er-<br />

Jahren, neu<br />

auf gelegt von Tolix<br />

01<br />

04<br />

03<br />

MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN<br />

63


TRENDSCOUT<br />

INDUSTRIAL STYLE<br />

GUT<br />

AUFGERÄUMT<br />

Wo gearbeitet wird, fallen nicht<br />

nur Späne, die im Müll landen. Der<br />

Arbeitsplatz will auch gut aufgeräumt<br />

sein, da braucht es funktionstüchtige<br />

Ablagen, Schränke und<br />

Regale ohne Schnickschnack.<br />

Minimalistisch, klar, schlicht.<br />

01<br />

01<br />

Müll-Ikone<br />

Der Abfalleimer<br />

ist das<br />

„signature<br />

product“<br />

von Vipp<br />

64


03<br />

02<br />

Beistelltisch oder<br />

Kleinstregal?<br />

Die Systemmöbel<br />

von USM Haller<br />

passen sich allen<br />

Anforderungen an<br />

03<br />

Heißer Typ<br />

Der Hängekamin<br />

Domofocus besticht<br />

durch seine<br />

Formensprache<br />

04<br />

Praktisch<br />

Das Regal Fusion<br />

von System 180<br />

ist beliebig<br />

erweiterbar und<br />

variabel<br />

04<br />

02<br />

05<br />

05<br />

Industrielle Schönheit<br />

Schrank B2<br />

bas perforé aus Lochblech<br />

von Tolix


FAMOUS CHAIR<br />

#14<br />

CYNTHIA NIXON:<br />

ZWISCHEN ZWEI LEBEN<br />

DAS FOTO STAMMT AUS EINER<br />

ANDEREN ZEIT: Cynthia Nixon (52),<br />

lasziv drapiert auf Arne Jacobsens<br />

Stuhl 3107, lebte damals in zwei<br />

Welten. Eine davon hieß „Sex and<br />

the City“ – die Kultserie, in der<br />

Nixon als Rechts anwältin Miranda<br />

Hobbes mit drei Freundinnen<br />

Manhattans Männer- und Modewelt<br />

aufwirbelt. Mit einer Mischung<br />

aus Intellekt, Große-Schwester-Aura<br />

und trockenem Humor pflügte die<br />

Anwältin durch 94 TV-Episoden<br />

und zwei Kinofilme. So sexy wie auf<br />

diesem Bild war sie auf dem Bildschirm<br />

seltener unterwegs, dafür<br />

wurde sie als Erstes der Seriengirls<br />

Mama. Auch im wahren Leben<br />

der Schauspielerin kamen turbulente<br />

Zeiten: Nach der Trennung von<br />

ihrem Mann heiratete sie die Aktivistin<br />

Christine Marinoni und kandidierte<br />

2018 vergeblich für das Amt<br />

der Gouverneurin von New York.<br />

Arne Jacobsen entwarf<br />

die Serie 7, sie ist mit<br />

Abstand der größte<br />

Verkaufserfolg eines<br />

Stuhls in der Geschichte<br />

Fritz Hansens und<br />

vielleicht sogar in der<br />

Möbelgeschichte. Der<br />

formgepresste<br />

Furnierstuhl ist eine<br />

Weiterentwicklung der<br />

klassischen Ameise.<br />

66 MAGAZIN FÜR EINRICHTEN UND LEBEN


v<br />

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