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Hochweit 18 – Jahrbuch 2018 der Fakultät für Architektur und Landschaft, Leibniz Universität Hannover

ISBN 978-3-86859-539-0 https://www.jovis.de/de/buecher/product/hochweit-18.html

ISBN 978-3-86859-539-0
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hochweit 20<strong>18</strong><br />

jahrbuch <strong>der</strong><br />

fakultät <strong>für</strong> architektur<br />

<strong>und</strong> landschaft<br />

<strong>Leibniz</strong> <strong>Universität</strong> <strong>Hannover</strong>


inhaltsverzeichnis


4<br />

6<br />

10<br />

14<br />

einleitung<br />

Rüdiger Prasse: Vorwort<br />

Albert Schmid-Kirsch: Geometrie,<br />

gestern <strong>–</strong> heute <strong>–</strong> morgen<br />

Klaus Littmann: Farbe, Naturwissenschaft <strong>und</strong> Bauen <strong>–</strong><br />

eine Einleitung <strong>und</strong> vier Beispiele<br />

Professorinnen <strong>und</strong> Professoren<br />

16<br />

schaufenster<br />

44<br />

58<br />

72<br />

86<br />

104<br />

1<strong>18</strong><br />

126<br />

140<br />

studentische projekte<br />

Institut <strong>für</strong> Entwerfen <strong>und</strong> Gebäudelehre | IEG<br />

Institut <strong>für</strong> Entwerfen <strong>und</strong> Konstruieren | IEK<br />

Institut <strong>für</strong> Entwerfen <strong>und</strong> Städtebau | IES<br />

Institut <strong>für</strong> Geschichte <strong>und</strong> Theorie <strong>der</strong> <strong>Architektur</strong> | IGT<br />

Institut <strong>für</strong> Gestaltung <strong>und</strong> Darstellung | IGD<br />

Institut <strong>für</strong> Freiraumentwicklung | IF<br />

Institut <strong>für</strong> <strong>Landschaft</strong>sarchitektur | ILA<br />

Institut <strong>für</strong> Umweltplanung | IUP<br />

154<br />

159<br />

171<br />

forschung <strong>und</strong> lehre<br />

Promotion<br />

Forschung<br />

Lehre<br />

174<br />

faculty news<br />

190<br />

Impressum


albert schmid-kirsch<br />

Architekt <strong>und</strong> Professor <strong>für</strong> <strong>Architektur</strong>darstellung<br />

Professor Dr. Albert Schmid-Kirsch, <strong>Leibniz</strong> <strong>Universität</strong><br />

<strong>Hannover</strong>, war von 1987<strong>–</strong>20<strong>18</strong> Professor <strong>für</strong> <strong>Architektur</strong>darstellung<br />

am Institut <strong>für</strong> Gestaltung <strong>und</strong> Darstellung<br />

an <strong>der</strong> <strong>Fakultät</strong> <strong>für</strong> <strong>Architektur</strong> <strong>und</strong> <strong>Landschaft</strong>.<br />

Schwerpunkt seiner Arbeit waren die Entwicklung <strong>und</strong><br />

Präsentation <strong>der</strong> Darstellenden Geometrie sowie die<br />

För<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> digitalen Methoden in <strong>der</strong> <strong>Architektur</strong><br />

unter an<strong>der</strong>em durch Einführung von Lasercutter <strong>und</strong><br />

3D-Drucker.<br />

geometrie,<br />

gestern <strong>–</strong><br />

heute <strong>–</strong><br />

morgen<br />

Der Kern des Faches, das in <strong>Hannover</strong><br />

„Technische Darstellung“<br />

heißt, war <strong>für</strong> mich immer die<br />

„Darstellende Geometrie“. Sie<br />

geht zurück auf Gaspard Monge<br />

(französischer Mathematiker 1746<strong>–</strong><strong>18</strong><strong>18</strong>), <strong>der</strong> mit seiner<br />

„Géométrie descriptive“ 1 im Jahre 1794<strong>–</strong>1795 die<br />

Gr<strong>und</strong>lage <strong>für</strong> eine in allen technischen Disziplinen<br />

bis heute gültige Methode <strong>der</strong> Beherrschung dreidimensionaler<br />

Probleme legte. Die Wurzeln <strong>für</strong> diese<br />

Methode reichen weiter zurück. So benutzte zum<br />

Beispiel Albrecht Dürer in seiner „Un<strong>der</strong>weysung <strong>der</strong><br />

Messung, mit dem Zirckel <strong>und</strong> Richtscheyt, in Linien,<br />

Ebenen <strong>und</strong> gantzen corporen“ 2 1525 bereits diese Methode<br />

zur Untersuchung <strong>der</strong> Kegelschnitte.<br />

Kern dieser Idee ist die eineindeutige (= umkehrbar<br />

eindeutige) Abbildung von dreidimensionalen Gebilden<br />

in mindestens zwei zugeordneten Projektionen<br />

(in <strong>der</strong> Regel Gr<strong>und</strong>- <strong>und</strong> Aufriss) <strong>und</strong> damit natürlich<br />

auch die exakte Beschreibung räumlicher Situationen<br />

durch eben diese beiden Risse. Aus den beiden Rissen<br />

lässt sich die räumliche Situation konstruieren. Wer<br />

diese Methode beherrscht, ist in <strong>der</strong> Lage, räumliche<br />

Situationen so zu beschreiben, dass sie zweifelsfrei<br />

rekonstruiert werden. Das ist <strong>der</strong> Schlüssel zur Realisierung<br />

aller räumlichen Objekte. Diese Methode<br />

kennzeichnete fortan die Arbeit von Architekten <strong>und</strong><br />

Ingenieuren seit über zweihun<strong>der</strong>t Jahren. Sie kann<br />

von Hand mit Zirkel <strong>und</strong> Lineal <strong>und</strong> mit dem Rechner<br />

gleichermaßen ausgeführt werden. Sie bleibt<br />

weiter gültig, wird jedoch <strong>der</strong>zeit abgelöst durch das<br />

digitale dreidimensionale Modell, das einen unmittelbaren<br />

Zugriff auf den gedachten, dreidimensionalen,<br />

virtuellen Gegenstand ermöglicht. Uns vertraute Projektionen<br />

wie Gr<strong>und</strong>riss, Ansicht, Schnitt, Schrägriss<br />

(Axonometrie) <strong>und</strong> Zentralprojektion (Perspektive)<br />

können aus dem digitalen Modell beliebig erzeugt<br />

werden. Das digitale Modell <strong>und</strong> die daraus abgeleiteten<br />

Darstellungen sind unabhängig von einem<br />

Trägermaterial wie Zeichenpapier <strong>und</strong> dadurch verän<strong>der</strong>bar,<br />

beliebig oft reproduzierbar <strong>und</strong> grenzenlos<br />

transportierbar.<br />

Ist die darstellende Geometrie daher überflüssig<br />

geworden? Der Teil <strong>der</strong> darstellenden Geometrie, <strong>der</strong><br />

6


sich mit <strong>der</strong> Erzeugung von technischen Zeichnungen<br />

(Entwurf, Bauantrag, Werkplanung) befasst, wurde<br />

in <strong>der</strong> Tat durch die Darstellung am Rechner ersetzt.<br />

Ich höre immer wie<strong>der</strong> Äußerungen vor allem älterer<br />

Kollegen <strong>und</strong> Kolleginnen, die mit <strong>der</strong> technischen<br />

Handzeichnung sozialisiert worden sind, dass die<br />

Handzeichnung gegenüber <strong>der</strong> im Rechner erzeugten<br />

Zeichnung Vorteile habe. Dies ist meines Erachtens<br />

nur bedingt richtig. Die Handzeichnung (pixelorientiert)<br />

wird nie die Präzision <strong>der</strong> CAD-Zeichnung<br />

(vektororientiert) erreichen <strong>und</strong> ist daher auch nach<br />

Digitalisierung durch Einscannen nicht in gleicher<br />

Weise brauchbar <strong>und</strong> bearbeitbar. Pixelzeichnungen<br />

müssen dazu mit entsprechendem Aufwand in Vektorzeichnungen<br />

übertragen werden. Die Vorteile <strong>der</strong><br />

Handzeichnung liegen jedoch gerade in dieser fehlenden<br />

Präzision, die im Entwurfsprozess die notwendige<br />

Freiheit gewährt <strong>und</strong> nicht zu exakten Formulierungen<br />

in Millimetern zwingt.<br />

Was ist es aber, das viele an <strong>der</strong> Diskussion Beteiligte<br />

an den im Rechner generierten Darstellungen<br />

vermissen <strong>und</strong> was gute Handzeichnungen angeblich<br />

aufweisen? Es ist auf <strong>der</strong> einen Seite eine gewisse individuelle<br />

handwerkliche Charakteristik, auch Charme<br />

o<strong>der</strong> Farbe, die die Handzeichnung kennzeichnet, <strong>und</strong><br />

auf <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Seite wird unterstellt, dass Personen,<br />

die in <strong>der</strong> Lage sind, im Sinne <strong>der</strong> Projektionsverfahren<br />

richtige Zeichnungen von Hand zu erstellen, auch<br />

über ein entsprechend höheres Niveau an geometrischem<br />

Gr<strong>und</strong>wissen besitzen. Womit wir beim Kern<br />

<strong>der</strong> Sache sind.<br />

Machen wir den Versuch, auf alle Begriffe zu verzichten,<br />

die Gegenstände <strong>und</strong> Situationen mit geometrischen<br />

Eigenschaften beschreiben. Das sind zum<br />

Beispiel Länge, Breite, Höhe, rechtwinklig, r<strong>und</strong>, kubisch,<br />

zylindrisch, neben, unter, über, mittig, Abstand,<br />

kleiner als, größer als, Quadratmeter, umbauter Raum<br />

<strong>und</strong> so weiter. <strong>Architektur</strong> lässt sich dann nicht mehr<br />

beschreiben. Farbe o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e Eigenschaften helfen<br />

hier lei<strong>der</strong> nicht. Es geht also um Geometrie, ebene<br />

<strong>und</strong> räumliche Geometrie. Geometrisches Gr<strong>und</strong>wissen<br />

ist es also, was man in <strong>der</strong> <strong>Architektur</strong> <strong>und</strong> nicht<br />

nur dort braucht. Kann man das nur durch Zeichnen<br />

mit <strong>der</strong> Hand erwerben? Mitnichten!<br />

Die Gr<strong>und</strong>lagen legt man am besten im Kindesalter.<br />

Hier möchte ich den unter Architekten weitgehend<br />

unbekannten Begrün<strong>der</strong> des Kin<strong>der</strong>gartens Friedrich<br />

Fröbel (1782<strong>–</strong><strong>18</strong>52) 3 erwähnen. Fröbel erkannte die Bedeutung<br />

des Spiels <strong>der</strong> Kin<strong>der</strong> <strong>für</strong> <strong>der</strong>en Erschließung<br />

<strong>der</strong> sie umgebenden Welt <strong>und</strong> ihrer Phänomene. Zur<br />

Unterstützung dieses Vorgangs entwickelte er die sogenannten<br />

„Spielgaben“, darunter <strong>für</strong> Architekten beson<strong>der</strong>s<br />

wichtig die Spielgaben Nummer 2 bis 6. Die<br />

Spielgabe Nummer 2 besteht aus einem Würfel, einem<br />

Zylin<strong>der</strong> (Walze) <strong>und</strong> einer Kugel aus Holz. Das Kind<br />

o<strong>der</strong> ein Mensch jeden Alters kann an diesen Gegenständen<br />

entdecken, welcher von den drei Körpern stabil<br />

steht (<strong>der</strong> Würfel), welcher in alle Richtungen rollt (die<br />

Kugel) <strong>und</strong> welcher sowohl stehen als auch rollen kann<br />

(die Walze). Die Spielgabe 3 besteht aus acht Würfeln,<br />

die Spielgabe 4 aus acht Qua<strong>der</strong>n, Bausteine mit viel<br />

Freiraum <strong>für</strong> die eigene Phantasie <strong>und</strong> selbstverständlich<br />

kombinierbar. Frank Lloyd Wright (<strong>18</strong>67<strong>–</strong>1959),<br />

<strong>der</strong> weltbekannte amerikanische Architekt spielte mit<br />

„Froebel gifts“, die ihm seine Mutter, eine Lehrerin,<br />

von <strong>der</strong> Centennial Exhibition in Philadelphia <strong>18</strong>76<br />

mitbrachte. Wright schreibt dazu in seiner Autobiografie:<br />

„For several years I sat at the little Kin<strong>der</strong>garten<br />

table-top … and played … with the cube, the sphere and<br />

the triangle <strong>–</strong> these smooth wooden maple blocks … All<br />

are in my fingers to this day …“ 4 .<br />

Eine weitere Quelle <strong>für</strong> geometrisches Wissen <strong>und</strong><br />

Verständnis ist jedes handwerkliche Tun. Das kann<br />

Tischlern, Töpfern, Schlossern o<strong>der</strong> auch Stricken sein.<br />

Der Umgang mit Material <strong>und</strong> dessen Zusammenfügen<br />

zu Gegenständen kann nicht ohne geometrisches<br />

Wissen erfolgen. Ob man sich dessen immer bewusst<br />

ist o<strong>der</strong> ob man sogar in <strong>der</strong> Lage wäre, handwerkliche<br />

Vorgänge zu verschriftlichen, sei dahingestellt.<br />

Bekannt ist die Aufgabenstellung, das Binden eines<br />

Knotens allein verbal zu beschreiben. Es ist sehr<br />

schwer <strong>und</strong> gelingt wesentlich besser unter Verwendung<br />

von Bil<strong>der</strong>n. Gute Bedienungs- <strong>und</strong> Bauanleitungen<br />

kommen nicht ohne Abbildungen aus.<br />

Warum ist geometrisches Wissen so wertvoll? Geometrie<br />

hilft uns unabhängig von Material, Farbe, Klang<br />

o<strong>der</strong> Geruch dabei, uns in <strong>der</strong> dreidimensionalen Welt<br />

zu orientieren. Geometrisches Gr<strong>und</strong>wissen erwirbt<br />

man nicht nur durch Zeichnen. Selbstverständlich<br />

hilft das Zeichnen ungemein, denn beim Zeichnen<br />

kommt neben dem Wissen über die Eigenschaften von<br />

Gegenständen auch das Wissen über Projektionsvorgänge<br />

<strong>und</strong> über die Eigenschaften von Gegenständen,<br />

die bei <strong>der</strong> Abbildung erhalten bleiben o<strong>der</strong> verloren<br />

gehen (zum Beispiel die Länge <strong>und</strong> Breite des Würfels<br />

im Gr<strong>und</strong>riss <strong>und</strong> in <strong>der</strong> Perspektive) hinzu. Das<br />

Zeichnen nach <strong>der</strong> Natur schärft den Blick <strong>der</strong> Zeichnenden<br />

weit mehr als das Drücken auf den Auslöser<br />

<strong>der</strong> Kamera o<strong>der</strong> des Smartphones. Die Kamera sieht<br />

immer nur alles, was vor <strong>der</strong> Linse liegt, die Zeichnerin<br />

kann auswählen, kann weglassen <strong>und</strong> betonen. Einen<br />

Gegenstand zu zeichnen lenkt die Konzentration auf<br />

die Wahrnehmung <strong>und</strong> involviert über die Verbindung<br />

von Auge, Hand <strong>und</strong> Hirn mehr als nur einen Sinn.<br />

Eine gezeichnete Situation hinterlässt im Gedächtnis<br />

Spuren, die auch nach längerer Zeit noch abrufbar<br />

sind. Daher bleibt das Freihandzeichnen auf Exkursionen<br />

<strong>und</strong> nicht nur dort so wichtig.<br />

Entwürfe entstehen anfangs meist (noch) durch<br />

Skizzen. Dies gilt nicht nur in <strong>der</strong> <strong>Architektur</strong>, son<strong>der</strong>n<br />

auch in an<strong>der</strong>en gestaltenden Berufen wie Produkto<strong>der</strong><br />

Modedesign, Autobau, Möbelentwurf, Filmproduktion<br />

<strong>und</strong> an<strong>der</strong>en. Genau an dieser Stelle ist wie<strong>der</strong><br />

die enge Verbindung von Hirn, Hand <strong>und</strong> Auge <strong>–</strong> jetzt<br />

in umgekehrter Reihenfolge <strong>–</strong> gefragt. Sobald eine Idee<br />

kommunizierbar skizziert ist, wird sie inzwischen in<br />

<strong>der</strong> Regel in digitale Form transportiert <strong>und</strong> auch digital<br />

weiterverarbeitet. Geometrisches Gr<strong>und</strong>wissen ist<br />

jedoch auch hier weiter vonnöten.<br />

Gute Gestaltung ist überwiegend durch geometrische<br />

Gr<strong>und</strong>formen wie Würfel, Qua<strong>der</strong>, Zylin<strong>der</strong>,<br />

Pyramide <strong>und</strong> Kegel gekennzeichnet. Symmetrie spielt<br />

oft ebenso eine Rolle wie ausgewogene Proportionen<br />

von Teilen zueinan<strong>der</strong> <strong>und</strong> zum Ganzen. Das Fügen<br />

<strong>und</strong> Verschneiden <strong>der</strong> geometrischen Teile untereinan<strong>der</strong><br />

will beherrscht sein. An dieser Stelle kann <strong>der</strong><br />

Rechner eine große Hilfe sein, weil man am Bildschirm<br />

Gr<strong>und</strong>körper aufeinan<strong>der</strong> stapeln o<strong>der</strong> anhand<br />

<strong>der</strong> Booleschen Operationen miteinan<strong>der</strong> verschneiden,<br />

addieren o<strong>der</strong> subtrahieren kann, ohne Material<br />

zu schneiden, zu sägen o<strong>der</strong> zu kleben. Solche Vorgänge<br />

lassen sich mittlerweile auch parametrisieren.<br />

7


ernst-schulze-forum in celle<br />

Jano Fischer, Juan Carlos Sousa<br />

> SEITE 46<br />

<strong>18</strong>


hannover totale ii <strong>–</strong><br />

verlagshaus nordhafen<br />

Fabian Wenning, Jan Wilmer<br />

> SEITE 54<br />

19


ein bürgerhaus<br />

<strong>für</strong> amsterdamijburg<br />

Die Aufgabe war <strong>der</strong> Entwurf<br />

eines kommunalen<br />

Bürgerhauses in Amsterdam-Ijburg<br />

auf dem Haveneiland.<br />

Die Einrichtung beherbergt nicht nur die<br />

Räume <strong>der</strong> kommunalen Verwaltung, son<strong>der</strong>n bündelt<br />

eine Vielzahl öffentlicher Kultur- <strong>und</strong> Begegnungsangebote,<br />

wie eine Bibliothek, Seminarräume sowie<br />

einen flexibel nutzbaren Veranstaltungs- <strong>und</strong> Tanzsaal.<br />

Städtebaulich ergänzt <strong>der</strong> Entwurf <strong>für</strong> das neue<br />

Gemeindehaus den Stadtraum <strong>und</strong> definiert in Dialog<br />

mit einer Markthalle die Form eines neuen Platzes,<br />

<strong>der</strong> sich räumlich zur Wasserkante richtet. Die innere<br />

Struktur des gewinkelten Hauptgebäudes ist geprägt<br />

durch tragende Boxen, welche von <strong>der</strong> Außenfassade<br />

gelöst sind <strong>und</strong> somit große Shared Spaces schaffen, die<br />

flexible Nutzungen ermöglichen. Die gegeneinan<strong>der</strong><br />

versetzten Ebenen formen einen sowohl horizontal als<br />

auch vertikal fließenden Innenraum.<br />

the municipal town hall of amsterdam-ijburg<br />

The subject was a sketch for a municipal<br />

town hall in Amsterdam-Ijburg on the city’s Haveneiland.<br />

The building is intended to accommodate not<br />

only municipal offices, but also a whole host of public<br />

cultural offerings and meeting rooms, including a library,<br />

seminar rooms and a multi-purpose event and<br />

dance hall. From a town planning perspective, the<br />

sketch for the new municipal building complements<br />

the urban space and defines in dialogue with a market<br />

hall the form of a new square which is spatially<br />

directed towards the canal. The inner structure of the<br />

angled main building is characterised by load-bearing<br />

boxes that are detached from the outer façade and thus<br />

create large shared spaces that enable flexible use. The<br />

mutually offset planes form an interior that flows both<br />

horizontally and vertically.<br />

laura marie vogt<br />

Bachelorthesis<br />

Betreuung: Prof. Zvonko Turkali, Dr. Jens Broszeit,<br />

Arlette Feltz-Süßenbach, Henrik Weber<br />

Baukunst<br />

48


49


ein neues<br />

distriktkrankenhaus<br />

in ruanda<br />

Die Adaption westlicher Krankenhausarchitektur<br />

in Ruanda<br />

<strong>–</strong> ohne den Einsatz von<br />

Raumlufttechnik <strong>–</strong> führte im<br />

Gakenke District Hospital zu<br />

nicht tragbaren Zuständen <strong>der</strong> internen Infektionskontrolle.<br />

Der sukzessiv erfolgende Neubau mit anschließendem<br />

Rückbau des Bestandkrankenhauses sichert zu jedem<br />

Zeitpunkt die Gr<strong>und</strong>versorgung des Distriktes <strong>und</strong><br />

gewährleistet durch die architektonische Setzung eine<br />

natürliche Infektionskontrolle. Interne Wartebereiche<br />

<strong>der</strong> Patienten wurden minimiert <strong>und</strong> Verkehrsflächen<br />

in den durchlüfteten Außenraum gelegt. Neuangelegte<br />

Infrastrukturen können vom Dorf mitbenutzt werden<br />

<strong>und</strong> nach dem Bau umgenutzt <strong>und</strong> an die Gemeinschaft<br />

zurückgeführt werden. Die restriktive Material<strong>und</strong><br />

Konstruktionsart ermöglicht den Beginn diverser<br />

sozioökonomischer Prozessstrukturen.<br />

a new district hospital in rwanda The<br />

adoption of western hospital architecture in Rwanda<br />

<strong>–</strong> without the use of ventilation technology <strong>–</strong> led to<br />

intolerable rates of internal infection at the Gakenke<br />

District Hospital.<br />

The successive construction of the new buildings,<br />

with subsequent dismantling of the existing hospital,<br />

ensures basic care for the district at all times and<br />

guarantees natural infection control through the architectural<br />

setting. Internal in-patient waiting areas were<br />

minimised and designated traffic lanes were situated<br />

in the ventilated outdoor space. Newly established infrastructure<br />

can be shared and used by the village and<br />

returned to the community once it is no longer needed.<br />

The limited construction materials and methods allow<br />

for the start of diverse socio-economic developments.<br />

moritz engel<br />

Masterthesis<br />

Betreuung: Prof. Michael Schumacher,<br />

Prof. Andreas Quednau<br />

Baukonstruktion <strong>und</strong> Entwerfen,<br />

Städtebauliches Entwerfen<br />

62


63


productive vertical storage<br />

city bruxelles bruxelles Das Projekt<br />

ist ein konzeptioneller Vorschlag<br />

zum Erhalt <strong>und</strong> zur weiteren Integration industrieller<br />

Nutzungen in den städtischen Raum. Die<br />

Herausfor<strong>der</strong>ung besteht darin, neue Wohnflächen zu<br />

schaffen, diese mit gewerblichen Einheiten zu kombinieren<br />

<strong>und</strong> <strong>für</strong> die jeweiligen Nutzungen Vorteile aus<br />

<strong>der</strong>en Kombination zu ziehen.<br />

Das südwestlich <strong>der</strong> Innenstadt gelegene Bassin Biestebroeck<br />

bietet enormes Potenzial <strong>für</strong> Brüssel. Zwischen<br />

Ferngleisanlagen <strong>und</strong> dem Südhafen des Kanals Charleroi-Brüssel<br />

befinden sich dort vielfältige Gewerbeeinheiten<br />

bis hin zu einer Ausbildungsstätte <strong>für</strong> Spediteure.<br />

Neben etlichen Arbeitsplätzen <strong>für</strong> Anwohner<br />

aus dem näheren städtischen Umfeld An<strong>der</strong>lechts <strong>und</strong><br />

Molenbeek bietet <strong>der</strong> Ort <strong>der</strong>zeit jedoch trotz <strong>der</strong> hochwertigen<br />

Lage mit Blick auf den Kanal keine räumlichen<br />

Qualitäten.<br />

productive city bruxelles <strong>–</strong> vertical<br />

storage bruxelles The project proposes a conceptual<br />

design for the preservation and further integration<br />

of industrial activities in the urban space.<br />

Challenged by the need for additional housing and<br />

new industrial space for production, the design aims<br />

to create advantages and synergies by combining both<br />

programmes into a single project. The Bassin Biesterbroeck<br />

south-west of the city offers enormous potential<br />

for this. Situated between railway tracks and the<br />

south harbour of the Charleroi-Brussels canal, the site<br />

is characterised by a diverse number of commercial<br />

units including a training centre for freight forwar<strong>der</strong>s.<br />

However, besides offering numerous employment opportunities<br />

for the residents of the nearby towns, the<br />

development currently presents no housing facilities<br />

or quality urban space, despite the high value location<br />

with its view of the canal.<br />

nils klinkmann<br />

Betreuung: Prof. Andreas Quednau,<br />

Leonhard Clemens, Ina-Marie Kapitola<br />

Städtebauliches Entwerfen<br />

Die 75 Meter hohe, vertikale Lagerscheibe wird zum „industriellen Monument“.<br />

78


Gr<strong>und</strong>riss Lagerscheibe<br />

Das Erdgeschoss zeigt die transformierten <strong>und</strong> optimierten Gewerbeeinheiten im Bestand.<br />

79


VERNETZUNG DER KULTURRÄUME<br />

internationale<br />

nie<strong>der</strong>sächsische<br />

vernakularität<br />

Die Arbeit befasst<br />

sich mit dem Thema<br />

einer vernakulären<br />

<strong>Architektur</strong> in Nie<strong>der</strong>-<br />

sachsen. Der Fokus wurde auf den baugeschichtlichen<br />

Kontext <strong>der</strong> Region Nie<strong>der</strong>sachsen <strong>und</strong> seiner<br />

abstrahierten Transformation in eine zeitgenössische<br />

<strong>Architektur</strong> gelegt. Hintergr<strong>und</strong> <strong>der</strong> Arbeit ist die<br />

fortschreitende Homogenisierung <strong>der</strong> <strong>Architektur</strong> in<br />

Deutschland. Mit genormten Standardlösungen <strong>und</strong><br />

dem Ziel <strong>der</strong> ökonomischen Rentabilität entsteht eine<br />

sich immer ähnlicher werdende <strong>Architektur</strong>sprache.<br />

Diese steht im Gegensatz zu einer jedem Architekten<br />

wünschenswerten Gr<strong>und</strong>haltung <strong>–</strong> nämlich kreativ die<br />

Umwelt seiner Mitmenschen mitzugestalten <strong>und</strong> die<br />

sozio-kulturelle, ökotechnische sowie architektur- <strong>und</strong><br />

kunstimmanente Entwicklung <strong>der</strong> heutigen Zeit positiv<br />

zu beeinflussen.<br />

KULTURRAUM<br />

KULTURRAUM<br />

Abb. 1: Vernetzung <strong>der</strong> Kulturräume<br />

KULTURRAUM<br />

KULTURRAUM<br />

Vernakularität<br />

Der Begriff <strong>der</strong> vernakulären <strong>Architektur</strong> leitet<br />

sich vom lateinischen Wort vernaculus, wörtlich einheimisch,<br />

ab <strong>und</strong> beschreibt die lokalen Bautraditionen.<br />

Unsere gebaute Umwelt ist immer ein Spiegel unseres<br />

kulturellen, technologischen, wirtschaftlichen <strong>und</strong><br />

historischen Kontexts. Lokale Anfor<strong>der</strong>ungen <strong>und</strong> die<br />

Verfügbarkeit von Materialien <strong>und</strong> Wissen reflektieren<br />

sich in Form einer spezifischen <strong>Architektur</strong>. Dabei<br />

steht je<strong>der</strong> einzelne Kulturraum stets unter dem Einfluss<br />

an<strong>der</strong>er Kulturräume (Abb. 1).<br />

Im Fokus des Kritischen Regionalismus, wie er seit<br />

den 1980er Jahren insbeson<strong>der</strong>e von dem <strong>Architektur</strong>theoretiker<br />

<strong>und</strong> -historiker Kenneth Frampton proklamiert<br />

wurde, stehen zum einen objektive Faktoren wie<br />

Klima <strong>und</strong> Licht, Topografie <strong>und</strong> Geologie, wirtschaftliche<br />

Strukturen <strong>und</strong> geschichtlicher wie sozio-kultureller<br />

Kontext. Zum an<strong>der</strong>en sind es raumbildende<br />

Kriterien, mittels <strong>der</strong>er <strong>der</strong> subjektive Eindruck eines<br />

Ortes, wie er durch die unterschiedlichen Empfindungsebenen<br />

<strong>und</strong> die eigenen Assoziation entsteht,<br />

identitätsstiftend transformiert werden kann. 1<br />

Qualitätsvolle <strong>Architektur</strong> als multikulturelle Referenz<br />

kann also einen prägenden Charakter ausbilden<br />

<strong>und</strong> potenziell identitätsbildend wirken. Dieses Potenzial<br />

führt zu einem Begriff <strong>der</strong> internationalen Vernakularität,<br />

<strong>der</strong> die Gr<strong>und</strong>ideen <strong>der</strong> vernakulären <strong>Architektur</strong><br />

mit dem Kritischen Regionalismus verbindet.<br />

Eine internationale nie<strong>der</strong>sächsische Vernakularität<br />

formt sich demnach durch Faktoren wie <strong>der</strong> regionalen<br />

Tradition <strong>und</strong> Innovation, aber durch eine sich aus<br />

<strong>der</strong> Weltkultur entwickelnden qualitätsvollen <strong>Architektur</strong><br />

(Abb. 2). Im Fokus <strong>der</strong> Betrachtung steht zwar <strong>der</strong><br />

sozio-ökonomische Kreislauf <strong>der</strong> regional ansässigen<br />

Personen, <strong>der</strong>en Kulturraum weist aber eine permeable<br />

Grenze auf. Diese Grenze lässt nicht nur typologische<br />

<strong>und</strong> konzeptionelle Einflüsse in den nie<strong>der</strong>sächsischen<br />

Kulturraum einfließen, son<strong>der</strong>n erweitert ihn<br />

durch innovative Ideen. Eine dem Menschen Orientierung<br />

ermöglichende <strong>Architektur</strong> entsteht dann, wenn<br />

Weltkultur <strong>und</strong> Regionalkultur als gleichberechtigte<br />

Faktoren im Entwurf berücksichtigt werden.<br />

Aus dieser Perspektive betrachtet befasst sich die<br />

Arbeit mit <strong>der</strong> Analyse <strong>der</strong> in Nie<strong>der</strong>sachsen bis heute<br />

prägenden Stilrichtungen <strong>der</strong> Backsteingotik <strong>und</strong> <strong>der</strong><br />

Weserrenaissance sowie mit <strong>der</strong> Typologie des Hallenhauses.<br />

permeable<br />

Grenze<br />

Weltkultureinfluss<br />

Typologie + Konzeption<br />

lokales<br />

Bauwissen<br />

Produzent<br />

Nutzer<br />

KULTURRAUM<br />

NIEDERSACHSEN<br />

Weltkultureinfluss<br />

Innovationen<br />

lokale<br />

Materialien<br />

INTERNATIONALE-NIEDERSÄCHSISCHE VERNAKULARITÄT<br />

Zulieferer<br />

Weltkultureinfluss<br />

Weltkultureinfluss<br />

Konstruktion<br />

Abb. 2: Internationale nie<strong>der</strong>sächsische Vernakularität<br />

Das Nie<strong>der</strong>sächsische Hallenhaus<br />

Von jeher ist die Region durch ihre freien Bauern<br />

charakterisiert, die in ihrer Siedlungsstruktur viele Gehöfte<br />

hervorbrachten. Nachgewiesen sind erste Zweistän<strong>der</strong>häuser<br />

in <strong>der</strong> zweiten Hälfte des 16. Jahrhun<strong>der</strong>ts.<br />

Ihren Ursprung nehmen diese Bauten zum Teil<br />

deutlich früher, denn auch schon altnordische Hallen<br />

des zweiten Jahrhun<strong>der</strong>ts v. Chr. sind nachweislich als<br />

dreischiffige Hallenbauten konstruiert. 2 Organisatorisch<br />

besteht das Hallenhaus in seiner Zweistän<strong>der</strong>bauweise<br />

aus einem Hauptraum, <strong>der</strong> Diele, in welchen<br />

sich im Hinterhaus ein Seitenschiff, das sogenannte<br />

Flett, quer einschiebt. Diese Raumfolge entsteht aus<br />

<strong>der</strong> Konstruktion sowie <strong>der</strong> Funktion <strong>der</strong> Raumzellenteile.<br />

Die zentrale Groddör öffnet das Haus zu einer<br />

Futterdiele mit seitlichen Stallungen. Die Diele dient<br />

als Hauptarbeitsraum zum Dreschen des Korns, <strong>der</strong><br />

Einfuhr <strong>der</strong> Ernte, <strong>der</strong> Lagerung des Strohs in den<br />

Balkenfächern <strong>und</strong> <strong>der</strong> Fütterung des Viehs. Auf <strong>der</strong><br />

Decke <strong>der</strong> Diele findet sich <strong>der</strong> belüftete Lagerraum <strong>für</strong><br />

Heu <strong>und</strong> Getreide. Im Vor<strong>der</strong>haus sind die Pferdeställe<br />

untergebracht, daran schließen sich die Ställe <strong>für</strong> Jungvieh,<br />

Kälber <strong>und</strong> Kühe an. Ein durchschnittliches Hallenhaus<br />

misst 30<strong>–</strong>40 Meter in <strong>der</strong> Länge <strong>und</strong> 12<strong>–</strong>15 Meter<br />

in <strong>der</strong> Breite <strong>und</strong> teilt sich auf 10<strong>–</strong>13 Hauptbin<strong>der</strong><br />

mit 9<strong>–</strong>12 Gefachen auf. 3 Die äußere Gestalt entsteht<br />

primär aus <strong>der</strong> Gefügeentwicklung des Fachwerktragwerks,<br />

bei dem klar <strong>der</strong> Nutzwert im Vor<strong>der</strong>gr<strong>und</strong><br />

steht. Die Kubatur ist geprägt vom Steilgiebeldach in<br />

seinen Variationen als einseitiges o<strong>der</strong> beidseitiges<br />

Krüppelwalmdach. Das Reet <strong>und</strong> Stroh, seltener <strong>der</strong><br />

88


ZWEISTÄNDERHAUS DREISTÄNDERHAUS VIERSTÄNDERHAUS<br />

ZWEISTÄNDERHAUS<br />

Zweistän<strong>der</strong>haus<br />

DREISTÄNDERHAUS<br />

Dreistän<strong>der</strong>haus<br />

VIERSTÄNDERHAUS<br />

Vierstän<strong>der</strong>haus<br />

Abb. 3: Das Zwei-, Drei- <strong>und</strong> Vierstän<strong>der</strong>haus<br />

Rohrkolben, wurden mit Schechten, starken Ruten, am<br />

Sparren befestigt. Die mit Schnitzwerk versehene Fassade<br />

spiegelt das Leben des Bauern nach außen wi<strong>der</strong><br />

<strong>und</strong> zeigt, wie sich die Nutzenden selbst als abhängig<br />

von Flora, Fauna <strong>und</strong> Gottes Willen gesehen haben<br />

(Abb. 3). 4 Auch die begrenzte Verfügbarkeit von Material<br />

manifestiert sich architektonisch in <strong>der</strong> beschriebenen<br />

starken Erscheinung des Hallenhauses <strong>und</strong> führt<br />

zu einem ihm immanenten ambivalenten Eindruck<br />

von Einfachheit <strong>und</strong> Monumentalität.<br />

Backsteingotik<br />

Die <strong>für</strong> die Region charakteristische Backsteingotik<br />

orientiert sich an <strong>der</strong> Gotik, die ihren Ausgangspunkt<br />

im 12. Jahrhun<strong>der</strong>t im Norden Frankreichs fand<br />

<strong>und</strong> sich vornehmlich nach West- <strong>und</strong> Mitteleuropa<br />

ausbreitete. Die Norddeutsche Backsteingotik ist dabei<br />

auch von vielen weiteren nationalen <strong>und</strong> internationalen<br />

Einflüssen geprägt.<br />

Nicht nur sakrale Bauten im Spannungsfeld zwischen<br />

Basilika <strong>und</strong> Hallenkirche son<strong>der</strong>n auch Rathäuser,<br />

Stadttore, Festungsmauern <strong>und</strong> Bürgerhäuser<br />

schmücken sich bis heute mit <strong>der</strong> Pracht dieser Stilrichtung.<br />

Die Baumeister <strong>der</strong> Backsteingotik arbeiteten<br />

im Gegensatz zu ihren französischen Vorbil<strong>der</strong>n<br />

weniger plastisch. Gr<strong>und</strong> hier<strong>für</strong> war maßgeblich <strong>der</strong><br />

Backstein selbst, <strong>der</strong> mit seinen Materialeigenschaften<br />

eine klare Zäsur in <strong>der</strong> Formensprache nach sich zog.<br />

Die <strong>der</strong> Backsteingotik dennoch immanente Monumentalität<br />

wurde von den Baumeistern weitgehend<br />

durch eine bodenständige Zurückhaltung in <strong>der</strong> Gesamtform<br />

erreicht. 5<br />

Neben den Steinen spielt in <strong>der</strong> Erscheinung <strong>der</strong><br />

Fassaden das die Steine verbindende Glied <strong>der</strong> Fuge<br />

eine beson<strong>der</strong>e Rolle. Sie ist bewusst als Stilmittel eingesetzt<br />

<strong>und</strong> formuliert häufig ein dichtes Netz auf <strong>der</strong><br />

Fassade. Der als gotischer Verband bekannte Mauerwerksstil,<br />

also <strong>der</strong> Wechsel von Läufer zu Bin<strong>der</strong> <strong>und</strong><br />

wie<strong>der</strong> zu Läufer, wird durch gemauerte Schmuckformen<br />

komplettiert. So finden sich ährenförmige Mauerungen<br />

genauso wie <strong>der</strong> Einsatz von Friesen. Elemente<br />

wie Erker, Biforien, Statuen <strong>und</strong> Verzierungen<br />

bereichern die monotone Gesamtform aus Backstein<br />

<strong>und</strong> lassen diese im Spiel von Licht <strong>und</strong> Schatten lebendig<br />

werden. 6 Der Backsteingotik liegt eine starke<br />

Rasterung in <strong>der</strong> Fassadengestaltung zugr<strong>und</strong>e, <strong>der</strong>en<br />

Homogenität durch eine Vielzahl von Schmuckelementen<br />

ergänzt wird. Beispielhaft lässt sich dies an <strong>der</strong><br />

Schaufassade des Kämmereigebäudes des Lüneburger<br />

Rathauses erkennen. Die Backsteingotik manifestierte<br />

sich gerade an öffentlichen Gebäuden in Form von<br />

Schaufassaden <strong>und</strong> Schauwänden mit Maßwerkfenstern<br />

unter von siebenteiligen Fialen gekrönten Maßwerkgiebeln.<br />

Zusammenfassend bleibt <strong>der</strong> Eindruck einer immensen<br />

Monumentalität, die durch große Zurückhaltung<br />

in einer Gesamtform erreicht wird. 7<br />

Ausblick<br />

Abschließend kann festgehalten werden, dass neben<br />

einer lokalen Betrachtung die Orientierung an an<strong>der</strong>en<br />

Kulturräumen wichtiger Bestandteil einer Entwurfskonzeption<br />

ist. In dieser Ausarbeitung wurde die<br />

Präsenz einer identitätsstiftenden <strong>Architektur</strong> <strong>und</strong> ihr<br />

positiver Einfluss auf ihre Umwelt zwar thematisiert,<br />

aber ihre Folgen gerade bezüglich sozio-ökonomischer<br />

Mehrwerte nicht näher erläutert. Eine lokale Fokussierung<br />

ist nicht nur aus nachhaltiger Sicht materialschonend<br />

zu verstehen, son<strong>der</strong>n kann darüber hinaus auch<br />

soziale Netzwerke för<strong>der</strong>n. Zulieferer, Produzenten,<br />

Nutzer <strong>und</strong> die breite Öffentlichkeit rücken folglich<br />

näher zusammen <strong>und</strong> stärken auf diese Weise ihre<br />

Sozialstruktur <strong>und</strong> lokale Wirtschaftsfähigkeit. <strong>Architektur</strong><br />

sollte auf allen Ebenen nicht als abstrahiertes<br />

Produkt <strong>der</strong> menschlichen Leistungsfähigkeit verstanden<br />

werden, son<strong>der</strong>n vielmehr als Ort des Lebens <strong>und</strong><br />

Wohlfühlens dem Menschen selbst dienlich sein.<br />

regional international architecture in<br />

lower saxony The paper develops a tool containing<br />

design concepts and general criteria for a vernacular<br />

architecture approach in Lower Saxony. It focuses<br />

on an analysis of Lower Saxony’s building history and<br />

its qualities in respect of typology, spatial organisation,<br />

materials, construction methods and socioeconomic<br />

context. The latter is directed in particular at an assessment<br />

of the local network of economic actors, who<br />

through the exchange of knowledge, labour and products<br />

formulate a social fabric alongside the economic<br />

one. The aim is to reveal local building traditions while<br />

simultaneously creating a new cultural nexus.<br />

In the course of this analysis, discussion of the<br />

world’s culture and its influence on vernacular architecture<br />

is essential. It is this aspect alone that enables<br />

us to reflect on the built history and reformulate it as<br />

an abstract intervention.<br />

1 Frampton, Kenneth: Towards a Critical Regionalism: Six Points for an<br />

Architecture of Resistance. Pluto Press, London 1983, S. 17<br />

2 Lindner, Werner: Das Nie<strong>der</strong>sächsische Bauernhaus in Deutschland <strong>und</strong><br />

Holland. Ernst Geibel Verlagsbuchhandlung, <strong>Hannover</strong> 1912, S. 19<br />

3 ebenda, S. 34<br />

4 Johannsen, Carl Ingwer: Das Nie<strong>der</strong>deutsche Hallenhaus <strong>und</strong> seine<br />

Nebengebäude im Kreis Lüchow-Dannenberg. Dissertation Technische<br />

<strong>Universität</strong>, Braunschweig 1979, S. 77<br />

5 Pfefferkorn, Rudolf: Norddeutsche Backsteingotik. Hans Christian Verlag,<br />

Hamburg 1984, S. 7<br />

6 ebenda, S. 22<br />

7 ebenda, S. 64<br />

sören tanke<br />

Betreuung: Prof. Dr. Margitta Buchert<br />

<strong>Architektur</strong> <strong>und</strong> Kunst 20. / 21. Jahrhun<strong>der</strong>t<br />

89


wahrnehmung<br />

von geschlechterrollen<br />

im<br />

architekturberuf<br />

zur ausstellung „frau<br />

architekt“ Die andauernde<br />

For<strong>der</strong>ung nach<br />

Gleichstellung von Frauen<br />

im Berufsfeld <strong>der</strong> <strong>Architektur</strong><br />

betrifft nicht nur den<br />

Wunsch nach gleichwertigen Karrierechancen o<strong>der</strong><br />

gerechter Bezahlung. Architektinnen gehören nach<br />

wie vor zu den unsichtbaren Berufsfrauen, nicht nur<br />

im 20. Jahrhun<strong>der</strong>t. Dass Frauen vor o<strong>der</strong> im Mittelalter,<br />

in <strong>der</strong> Renaissance, im Barock o<strong>der</strong> zu Beginn <strong>der</strong><br />

Industrialisierung bereits als Baumeisterinnen aktiv<br />

waren, ist kaum bekannt <strong>und</strong> wenig erforscht. Sichtbar<br />

sind bisher nur einige wenige Pionierinnen. Die Abteilung<br />

Planungs- <strong>und</strong> <strong>Architektur</strong>soziologie widmet<br />

sich seit einiger Zeit auch in <strong>der</strong> Lehre <strong>der</strong> Erforschung<br />

bekannter <strong>und</strong> noch unbekannter Frauenbiografien im<br />

Berufsfeld von <strong>Architektur</strong> <strong>und</strong> Planung. Historische<br />

Forschungen, Beiträge <strong>und</strong> Biografien werden dazu<br />

mit solchen aus <strong>der</strong> heutigen Arbeitspraxis kombiniert<br />

<strong>und</strong> aufeinan<strong>der</strong> bezogen. Ziel ist die Aufarbeitung von<br />

Lebens- <strong>und</strong> Werksbiografien von Architektinnen gestern<br />

<strong>und</strong> heute sowie die Generierung von Wissensbeiträgen<br />

im historischen <strong>und</strong> aktuellen Diskurs über die<br />

Sichtbarkeit von Frauen als Baumeisterinnen, Theoretikerinnen<br />

<strong>und</strong> Entwerferinnen.<br />

Den Rahmen <strong>für</strong> das Kurzprojekt <strong>und</strong> zwei Exkursionen<br />

im Wintersemester 2017/<strong>18</strong> bot die Ausstellung<br />

„Frau Architekt“, die von September 2017 bis<br />

März 20<strong>18</strong> im Deutschen <strong>Architektur</strong>museum DAM in<br />

Frankfurt am Main gezeigt wurde. Sie stellte 22 Frauen,<br />

die die <strong>Architektur</strong> maßgeblich beeinflusst haben<br />

o<strong>der</strong> sie ganz aktuell prägen, in ihren professionellen<br />

<strong>und</strong> persönlichen Kontexten dar. „Sie beginnt bei Emilie<br />

Winkelmann, die 1907 als erste Frau ein <strong>Architektur</strong>büro<br />

in Deutschland gegründet hat <strong>und</strong> endet mit<br />

dem Bauen in <strong>der</strong> Nachwendezeit, in Berlin <strong>und</strong> den<br />

neuen B<strong>und</strong>eslän<strong>der</strong>n. Die Ausstellung, ergänzt durch<br />

ein umfangreiches Rahmenprogramm, möchte Frauen<br />

in <strong>der</strong> <strong>Architektur</strong> besser sichtbar machen, sie aus <strong>der</strong><br />

Anonymität herausholen <strong>und</strong> möglichst vielen Gesicht<br />

<strong>und</strong> Stimme geben.“ 1 Neben einer Exkursion zur Ausstellung<br />

wurde den Studierenden die Teilnahme am<br />

internationalen Symposium „Women Architects and<br />

Politics in the long 20th Century. Biographies, Buildings,<br />

Ideologies, Memories“ angeboten, um auch den<br />

internationalen Forschungsstand <strong>und</strong> wissenschaftliche<br />

Diskurse miteinzubeziehen.<br />

Im Rahmen <strong>der</strong> Teilnahme am Symposium in Begleitung<br />

von Lisa Kietzke galt es, eigenen Forschungsfragen<br />

nachzugehen. So wurden nicht nur einzelne<br />

Biografien <strong>der</strong> ausgestellten Architektinnen analysiert,<br />

son<strong>der</strong>n auch Interviews mit den Referentinnen <strong>der</strong><br />

Veranstaltung geführt, wobei sich das Erkenntnisinteresse<br />

sowohl auf die jeweiligen Beträge als auch<br />

auf die persönlichen Lebensläufe <strong>und</strong> Arbeiten als Architektinnen<br />

<strong>und</strong> Biografieforscherinnen richtete.<br />

Das Kurzprojekt „ausgestellt <strong>–</strong> Frau_Architekt<br />

o<strong>der</strong>: Die an<strong>der</strong>e Seite <strong>der</strong> <strong>Architektur</strong>“ unter Leitung<br />

von Insa Meyer befasste sich sowohl mit <strong>der</strong> Rezeption<br />

<strong>der</strong> Ausstellung <strong>und</strong> des dazugehörigen Kataloges als<br />

auch mit dem Deutschen <strong>Architektur</strong>museum in<br />

Frankfurt am Main. Ziel <strong>der</strong> Lehrveranstaltung war die<br />

Sensibilisierung <strong>für</strong> das Thema Frauen <strong>–</strong> <strong>Architektur</strong><br />

<strong>–</strong> Raum. Die Auseinan<strong>der</strong>setzung mit <strong>der</strong> Ausstellung<br />

beinhaltete den räumlichen Ausdruck von Geschlechterverhältnissen<br />

<strong>und</strong> (Macht-)Strukturen, die es zu<br />

hinterfragen galt <strong>und</strong> gilt. Über die gesetzten Themen<br />

hinaus galt es, eigene Erkenntnisinteressen auszumachen,<br />

Forschungsfragen zu konzipieren <strong>und</strong> diesen<br />

auf individuellen Wegen nachzugehen.<br />

Zurück in <strong>Hannover</strong> diskutierte die Gruppe <strong>der</strong><br />

Lehrenden <strong>und</strong> Studierenden ausgiebig über das Erlebte<br />

<strong>und</strong> Gesehene. Im Fortgang erarbeiteten einzelne<br />

Teams Thesen <strong>und</strong> Forschungsfragen zum gewählten<br />

Thema. Merklich rückte auch die eigene Lebensbiografie<br />

in den Fokus <strong>der</strong> wissenschaftlichen Arbeit. 50 Prozent<br />

<strong>der</strong> Teilnehmerinnen haben einen direkten o<strong>der</strong><br />

indirekten Migrationshintergr<strong>und</strong>. Fragen nach <strong>der</strong><br />

beruflichen Situation von Architektinnen aus den Herkunftslän<strong>der</strong>n<br />

<strong>der</strong> Teilnehmerinnen des Projektes o<strong>der</strong><br />

auch <strong>der</strong> Situation von Frauen im <strong>Architektur</strong>studium<br />

<strong>der</strong> jeweiligen Herkunftslän<strong>der</strong> wurden aufgeworfen<br />

<strong>und</strong> untersucht. In telefonischen Interviews <strong>und</strong> in Befragungen<br />

via Mailaustausch o<strong>der</strong> Skype konnten Architektinnen<br />

<strong>und</strong> <strong>Architektur</strong>studentinnen beispielsweise<br />

aus Afghanistan o<strong>der</strong> Kurdistan 2 befragt <strong>und</strong> Gemeinsamkeiten<br />

<strong>und</strong> Differenzen aufgezeigt werden.<br />

Vergleiche mit Architektinnen in Deutschland wurden<br />

hergestellt <strong>und</strong> analysiert.<br />

Die Studentinnen Stephanie Hesse, Laura Kettler<br />

<strong>und</strong> Rebekka Siebert befassten sich mit Architektinnen<br />

<strong>und</strong> Architekten in <strong>Hannover</strong> <strong>und</strong> werteten einen<br />

eigens generierten Fragebogen aus, <strong>der</strong> sich mit<br />

<strong>der</strong> Wahrnehmung von Geschlechterrollen im <strong>Architektur</strong>beruf<br />

befasste. Diese umfassende quantitative<br />

Befragung wurde im Nachgang mit den Kennzahlen<br />

<strong>der</strong> Architektenkammer Nie<strong>der</strong>sachsen verglichen.<br />

Die Studentinnen hatten nach Recherchen zwar Erkenntnisse,<br />

beispielsweise eines Gen<strong>der</strong> Pay Gaps (aus<br />

2006) in Höhe von 31,1 Prozent in <strong>Architektur</strong>- <strong>und</strong><br />

Ingenieurbüros festgestellt 3 , aktuelle Zahlen aus dem<br />

Jahr 20<strong>18</strong> in Bezug auf „Gehaltslücken“ bei Architektinnen<br />

<strong>und</strong> Architekten in <strong>Hannover</strong> fehlten jedoch.<br />

Weitere Lücken sollten durch den Fragebogen aufgedeckt<br />

<strong>und</strong> ausgewertet werden. Insgesamt wurden<br />

über die Plattform LimeSurvey 140 <strong>Hannover</strong>aner<br />

<strong>Architektur</strong>büros angeschrieben <strong>und</strong> 98 Mitarbeiterinnen<br />

<strong>und</strong> Mitarbeiter anonymisiert befragt. Von den 98<br />

Teilnehmerinnen <strong>und</strong> Teilnehmern waren in <strong>der</strong> Umfrage<br />

47 Prozent weiblich <strong>und</strong> 53 Prozent männlich.<br />

Hier wird ein Unterschied zu den Zahlen <strong>der</strong> Architektenkammer<br />

deutlich: Dort ist lediglich ein Frauenanteil<br />

von 33 Prozent zu verzeichnen.<br />

Die Studentinnen wollten unter an<strong>der</strong>em wissen,<br />

„ob <strong>und</strong> inwiefern Geschlechterunterschiede eine Rolle<br />

spielten“. Dazu entwickelten sie drei Thesen:<br />

1. These: Die Vereinbarkeit von Familie <strong>und</strong> Beruf ist<br />

<strong>für</strong> Frauen schwieriger<br />

2. These: Die Karrierechancen von Frauen sind geringer<br />

3. These: Das Geschlecht ist eine Determinante im Berufsalltag<br />

Die Befragung zeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie<br />

<strong>und</strong> Beruf <strong>für</strong> Frauen weiterhin schwierig ist. Haben<br />

Architektinnen Kin<strong>der</strong>, so ist dies noch immer mit<br />

Einbußen <strong>für</strong> ihre Karriere verb<strong>und</strong>en. Sie nehmen<br />

längere Unterbrechungen ihrer Berufstätigkeit in Kauf<br />

<strong>und</strong> arbeiten in höherem Maße in Teilzeit als Männer.<br />

Dieser Umstand trägt vermutlich auch dazu bei, dass<br />

sie deutlich weniger verdienen. Die Untersuchung bestätigt:<br />

Frauen üben in größeren Büros seltener Führungsaufgaben<br />

aus <strong>und</strong> sind seltener selbstständig<br />

98


tätig. Auch im Berufsalltag werden Unterschiede deutlich:<br />

So fühlen sich Frauen häufiger aufgr<strong>und</strong> ihres<br />

Geschlechtes benachteiligt als Männer, denen ihr Geschlecht<br />

<strong>–</strong> auch gefühlt <strong>–</strong> eher zugutekommt. Die Aktualität<br />

des Themas wird hier genauso deutlich wie <strong>der</strong><br />

Umstand, dass es noch ein langer Weg ist, bis Frauen<br />

im <strong>Architektur</strong>beruf völlig gleichberechtigt sind. Für<br />

eine kontinuierliche Verbesserung <strong>der</strong> Situation empfehlen<br />

die Studentinnen eine regelmäßige Wie<strong>der</strong>-<br />

Wie hoch ist Ihr Einkommen?<br />

11 %<br />

2 %<br />

61 %<br />

29 %<br />

39 %<br />

17 %<br />

32 %<br />

8 %<br />

41 %<br />

15 %<br />

F M F M F M F M<br />

< 20.000 € 20.000 € <strong>–</strong> 40.000 € <strong>–</strong> 60.000 € <strong>–</strong><br />

40.000 € 60.000 € 80.000 €<br />

holung solcher Untersuchungen. Ihre Arbeit liefert<br />

einen Beitrag zur Sichtbarkeit <strong>der</strong> aktuellen Situation<br />

von Architektinnen <strong>und</strong> Architekten in <strong>Hannover</strong>. Sie<br />

schafft ein Bewusstsein <strong>für</strong> die defizitäre Gleichberechtigung<br />

im <strong>Architektur</strong>beruf. Nur durch regelmäßige<br />

Umfragen, die das Thema <strong>der</strong> Gleichbehandlung abfragen,<br />

werden Verän<strong>der</strong>ungen im Denken initiiert<br />

<strong>und</strong> in letzter Konsequenz auch ein verän<strong>der</strong>tes Handeln<br />

in puncto Gleichbehandlung vollzogen.<br />

Wer übernimmt im Büro „Care-Aufgaben“ wie Kaffee kochen, Geburtstagsgeschenke organisieren etc.?<br />

57 %<br />

10 %<br />

F M<br />

80.000 € <strong>–</strong><br />

100.000 €<br />

3 %<br />

12 %<br />

F M<br />

> 100.000 €<br />

perception of gen<strong>der</strong> roles in the architectural<br />

profession <strong>–</strong> project and excursions<br />

to the exhibition frau architekt The department<br />

PA_soz is dedicated to the acquisition of knowledge<br />

as it contributes to the historical and current<br />

discourse on the visibility of women as buil<strong>der</strong>s, architectural<br />

theoreticians and designers. In the context<br />

of the exhibition “Frau Architekt” 09.2017 <strong>–</strong> 03.20<strong>18</strong><br />

and the international symposium “Women Architects<br />

and Politics in the long 20th Century. Biographies,<br />

Buildings, Ideologies, Memories” 02.20<strong>18</strong> that took<br />

place in the German Museum of Architecture DAM<br />

in Frankfurt, students developed their own research<br />

projects in the winter term 2017/<strong>18</strong>. The authors of the<br />

work presented here examined, among other issues,<br />

the current situation of men and women architects<br />

in Hanover and interviewed 98 employees in architectural<br />

firms on the following topics: professional life,<br />

work/life balance and career opportunities for women.<br />

12 Monate*<br />

12 Monate *<br />

12 Monate*<br />

28%<br />

27%<br />

JA<br />

28 % 27 %<br />

Frauen<br />

28%<br />

Frauen<br />

JA<br />

27%<br />

63% 67%<br />

NEIN<br />

63% 67%<br />

63 %<br />

NEIN<br />

Männer<br />

Männer<br />

67 %<br />

2 Monate *<br />

2 Monate*<br />

Abb.1: Gab es Unterbrechungen, Frauen<br />

die Sie sich <strong>für</strong> Ihr/e Kind/er Männer<br />

genommen haben? Wenn ja, wie lange?<br />

*Durchschnittswert aller Umfrageteilnehmer_innen mit Kind(ern)<br />

Gab es Unterbrechungen, die Sie sich <strong>für</strong> Ihr/e<br />

Kind/er genommen haben? Wenn ja, wie lange?<br />

*Durchschnittswert aller Teilnehmerinnen <strong>und</strong><br />

Teilnehmer mit Kind(ern)<br />

2 Monate*<br />

Abb.1: Gab es Unterbrechungen, die Sie sich <strong>für</strong> Ihr/e Kind/er genommen haben? Wenn ja, wie lange?<br />

*Durchschnittswert aller Umfrageteilnehmer_innen mit Kind(ern)<br />

2 %<br />

25 %<br />

17 %<br />

10 % 8 %<br />

F M<br />

überwiegend<br />

männliche Kollegen<br />

F M<br />

etwa gleich<br />

F M<br />

überwiegend<br />

weibliche Kolleginnen<br />

F M<br />

keine Angaben<br />

1 DAM: Flyer zur Ausstellung „Frau Architekt“. Frankfurt 2017<br />

2 Die studentische Arbeit befasst sich mit dem Teil Kurdistans im<br />

Norden des Iraks.<br />

3 Finke, Claudia: Verdienstunterschiede zwischen Männern <strong>und</strong> Frauen.<br />

Wiesbaden 2010, S. 44<br />

stephanie hesse, laura kettler,<br />

rebekka siebert<br />

Betreuung: Prof. Dr. Barbara Zibell, Insa Meyer,<br />

Lisa Kietzke<br />

Planungs- <strong>und</strong> <strong>Architektur</strong>soziologie<br />

99


forschung<br />

<strong>und</strong> lehre<br />

Promotion<br />

Forschung<br />

Lehre


monuments of everyday life<br />

> SEITE 154<br />

„aber dann, mit familie, ist<br />

einfach das dorfleben viel,<br />

viel besser“<br />

> SEITE 155<br />

planungskulturen kooperativer<br />

stadtgrün-entwicklung<br />

> SEITE 158<br />

bürger werden initiativ<br />

> SEITE 156<br />

habitate <strong>der</strong> zukunft<br />

> SEITE 159<br />

multilokalität in ländlich<br />

geprägten räumen<br />

nie<strong>der</strong>sachsens<br />

> SEITE 157<br />

enob: eltstore<br />

> SEITE 160<br />

enmodus<br />

> SEITE 161<br />

dynamics of periphery<br />

> SEITE 162<br />

baltic coast<br />

> SEITE 163<br />

creative heritage<br />

> SEITE 164<br />

das ruhrgebiet<br />

> SEITE 165<br />

in(food)-structures<br />

> SEITE 166<br />

architektur denken.<br />

forschendes lernen.<br />

> SEITE 167<br />

naturverträgliche<br />

energieversorgung 2050<br />

> SEITE 170<br />

grossstadt gestalten<br />

> SEITE 168<br />

kre:aktiv<br />

> SEITE 171<br />

bewertung kultureller<br />

ökosystemleistungen in<br />

deutschland<br />

> SEITE 169<br />

zehn jahre lehrauftrag<br />

am institut <strong>für</strong><br />

landschaftsarchitektur<br />

> SEITE 172


Herwarth von Bittenfeld, Carl/Zibell, Barbara (Hg.):<br />

baukultur im diskurs <strong>–</strong> positionen zur kultur<br />

des bauens. <strong>Hannover</strong> 2017 Die Publikation<br />

zeichnet den mehrjährigen Diskurs zwischen Lehre,<br />

Forschung <strong>und</strong> bauen<strong>der</strong> bzw. planen<strong>der</strong> Praxis nach,<br />

<strong>der</strong> 2011 mit einem Workshop begann <strong>und</strong> mit <strong>der</strong> Veröffentlichung<br />

2017 vorläufig abgeschlossen wurde. Die<br />

vorgestellten vier Formate (Workshop, Projekt, Forum,<br />

Symposium) verstehen sich als Bausteine auf dem<br />

Weg <strong>der</strong> Erkenntnisbildung <strong>und</strong> somit als Bestandteile<br />

eines andauernden Kommunikationsprozesses über<br />

ein Kernthema in <strong>Architektur</strong> <strong>und</strong> Städtebau, <strong>Landschaft</strong>s-<br />

<strong>und</strong> Freiraumgestaltung. Mögen sie <strong>der</strong> weiteren<br />

Reflexion dienen <strong>und</strong> dazu beitragen, neue Diskussionen<br />

anzuregen, Vermittlungsformate zu generieren<br />

<strong>und</strong> vielfältige Forschungsthemen auszulösen.<br />

[IES <strong>–</strong> Stadt- <strong>und</strong> Raumentwicklung / IGT <strong>–</strong> Planungs<strong>und</strong><br />

<strong>Architektur</strong>soziologie]<br />

Gesellschaft in Göttingen (ASG) veranstaltet wurde.<br />

Neben zahlreichen Beiträgen aus Wissenschaft <strong>und</strong><br />

Praxis enthält <strong>der</strong> Band einen Katalog an politischen<br />

For<strong>der</strong>ungen, die aus den Vorträgen <strong>und</strong> Diskussionen<br />

abgeleitet wurden.<br />

[gen<strong>der</strong>_archland]<br />

Böhm, Ulrike/Vogels, Anna/Zahiri, Cyrus/Paul,<br />

Kerstin/Benfer, Katja/Leal, Rita (Hg.): diy beijing<br />

<strong>–</strong> fluid spaces. Detmold 2017 Seit Anfang <strong>der</strong><br />

1980er Jahre hat sich das Stadtgefüge Beijings stark<br />

gewandelt. Zu den weniger bekannten Phänomenen<br />

gehört <strong>der</strong> Umbau von Danwei-Wohnsiedlungen <strong>der</strong><br />

1950 bis 1980er Jahre. Mit <strong>der</strong> Öffnung <strong>der</strong> Quartiere<br />

hin zu den umgebenden Stadträumen hat sich<br />

<strong>der</strong> Charakter <strong>der</strong> Orte stark verän<strong>der</strong>t. Anstelle von<br />

Distanz- <strong>und</strong> Schmuckflächen sind inzwischen Straßen-<br />

<strong>und</strong> Platzräume entstanden. Das Potenzial dieser<br />

kollektiv erstellten Stadträume wird anhand von ausgewählten<br />

Fallbeispielen vorgestellt. Gr<strong>und</strong>lage dazu<br />

bilden Zeichnungen, Fotografien sowie Interviews. Die<br />

Beispiele illustrieren unterschiedliche Möglichkeiten,<br />

monofunktionale Siedlungen zu gemischten Quartieren<br />

weiterzuentwickeln.<br />

[ILA <strong>–</strong> Darstellung in <strong>der</strong> <strong>Landschaft</strong>sarchitektur]<br />

tur <strong>–</strong> von grau zu grün. Detmold 2017 Der<br />

Zuzug in die Städte führt zur Nachverdichtung <strong>und</strong><br />

damit zu wachsendem Druck auf innerstädtische<br />

Freiflächen. Als Reaktion auf die entstehenden Defizite<br />

bietet sich <strong>der</strong> Umbau von Infrastrukturflächen<br />

an. 22 Beispiele illustrieren das breite Spektrum dieses<br />

neu entstandenen Freiraumtyps. Das Augenmerk<br />

liegt auf Projekten, die vorhandene graue Infrastruktur<br />

in eine neue grüne überführen, wie Straßenüberdeckelungen,<br />

Transformationen von Verkehrstrassen<br />

sowie ungenutzte Räume unterhalb von Brücken. Aus<br />

dieser Auswahl werden die Qualitäten von elf Best-<br />

Practice-Projekten näher vorgestellt, insbeson<strong>der</strong>e <strong>der</strong><br />

Entwurfsansatz <strong>und</strong> die städtebauliche Einbindung.<br />

[ILA <strong>–</strong> Darstellung in <strong>der</strong> <strong>Landschaft</strong>sarchitektur]<br />

Foto: Julian Martitz<br />

Fahning, Ines/Großenbacher, Veronika/Möl<strong>der</strong>s, Tanja/<br />

Wotha, Brigitte (Hg.): frauen bewegen landwirtschaft.<br />

landwirtschaft bewegt frauen. Göttingen<br />

2017 Der Sammelband dokumentiert die 3. Internationale<br />

Tagung zu Frauen in <strong>der</strong> Landwirtschaft,<br />

die vom 3. bis 6. April 2017 in Schwäbisch Hall stattfand<br />

<strong>und</strong> in Kooperation mit dem Evangelischen Bauernwerk<br />

in Württemberg e.V. <strong>und</strong> <strong>der</strong> Agrarsozialen<br />

Benfer, Katja/Böhm, Ulrike/Zahiri, Cyrus/Paul, Kerstin/<br />

Leal, Rita/ Vogels, Anna (Hg.): grüne infrastruk-<br />

Anklam, Lara-Samira/Franz, Viviane/Göttgens, Lukas/<br />

Jacobs, Lea/Mittelstaedt, Anna/Philipp, Henrike/<br />

Senne, Maike/Stanke, Tabea/Stemwedel, Marleen:<br />

biotope tischen auf! <strong>–</strong> ein naturschutzkochbuch<br />

aus dem institut <strong>für</strong> umweltplanung.<br />

<strong>Hannover</strong> 2017 Wer sich <strong>für</strong> ungewöhnliche<br />

Gerichte interessiert, die gleichzeitig dem Naturschutz<br />

<strong>18</strong>6


dienen, findet in diesem praktischen Ringbuch zahlreiche<br />

Anregungen. Gefährdete Lebensräume im fränkischen<br />

Landkreis Forchheim werden mit ihren Arten <strong>und</strong><br />

Lebensgemeinschaften <strong>und</strong> den essbaren Produkten<br />

vorgestellt, die bei naturschutzgerechter Landnutzung<br />

entstehen. Die Ergebnisse einer studentischen Projektarbeit<br />

sind auch <strong>für</strong> Naturschutz-Köche an<strong>der</strong>er Regionen<br />

interessant.<br />

[IUP <strong>–</strong> <strong>Landschaft</strong>spflege <strong>und</strong> Naturschutz]<br />

Foto: Julian Martitz<br />

Stöckmann, Frie<strong>der</strong>ike/IUP (Hg.): streuobst in<br />

aller m<strong>und</strong>e! <strong>–</strong> ein konzept zur inwertsetzung<br />

ausgewählter streuobstbestände im<br />

raum hannover. Arbeitsmaterialien Band 59, <strong>Hannover</strong><br />

2017 Streuobst in aller M<strong>und</strong>e <strong>–</strong> diese Aussage<br />

stellt Frie<strong>der</strong>ike Stöckmann ihrer Arbeit voraus <strong>und</strong><br />

macht damit auf ein zentrales Problem beim Schutz<br />

von Streuobstbeständen aufmerksam: Ohne sinnvolle<br />

Nutzung <strong>und</strong> Verwertung des Obstes fehlt die Nachhaltigkeit.<br />

In ihrem Konzept zur Inwertsetzung ausgewählter<br />

Streuobstbestände steht diese Erkenntnis<br />

im Mittelpunkt, von <strong>der</strong> aus die Streuobstbestände als<br />

Erlebnisangebote entwickelt werden. Die Autorin erarbeitete<br />

ihr Konzept <strong>für</strong> den Raum <strong>Hannover</strong>, es lässt<br />

sich jedoch gut auf an<strong>der</strong>e Regionen übertragen.<br />

[IUP <strong>–</strong> <strong>Landschaft</strong>spflege <strong>und</strong> Naturschutz]<br />

Bümmerstede, Hanna/IUP (Hg.): spuren des wiesenbaus<br />

um 1900 im wendener land <strong>–</strong> ein beitrag<br />

zum landschaft lesen lernen in südwestfalen.<br />

Arbeitsmaterialien Band 60, <strong>Hannover</strong><br />

2017 Manche Grünland-Gebiete in Deutschland weisen<br />

heute eine mehr als hun<strong>der</strong>tjährige Geschichte des<br />

Wiesenbaus auf: Mithilfe eines komplexen Systems<br />

aus Be- <strong>und</strong> Entwässerungsanlagen sollten die Wiesenerträge<br />

zur Sicherung <strong>der</strong> Viehfütterung gesteigert<br />

werden. In Wiesenbauschulen wurden Wiesenbaumeister<br />

ausgebildet, die diese Kunstwiesen planten<br />

<strong>und</strong> anlegten. Im Wendener Land in Südwestfalen<br />

sind noch zahlreiche Spuren des Wiesenbaus in <strong>der</strong><br />

<strong>Landschaft</strong> wahrnehmbar. Ihre Geschichte wird anhand<br />

von historische Akten, Plänen <strong>und</strong> Fotografien<br />

sowie Erzählungen <strong>der</strong> älteren Bevölkerung aufgezeigt.<br />

[IUP <strong>–</strong> <strong>Landschaft</strong>spflege <strong>und</strong> Naturschutz]<br />

Othengrafen, Frank/Serraos, Konstantinos (Hg.): urban<br />

resilience, climate change and adaptation.<br />

coping with heat islands in the dense urban<br />

area of athens, greece. <strong>Hannover</strong>/Athen<br />

20<strong>18</strong><br />

[IUP <strong>–</strong> Raumordnung <strong>und</strong> Regionalentwicklung]<br />

Foto: Julian Martitz<br />

Michalczyk, Julia/IUP (Hg.): urbane vulnerabilitäts-analyse<br />

gegenüber hitze am beispiel<br />

<strong>der</strong> stadt hannover. Arbeitsmaterialien<br />

Band 61, <strong>Hannover</strong> 2017 Die Ermittlung <strong>der</strong><br />

Vulnerabilität urbaner Räume spielt eine zentrale<br />

Rolle <strong>für</strong> die Erhaltung einer ges<strong>und</strong>en Lebensqualität.<br />

Raumnutzungen, die gegenüber den Auswirkungen<br />

des Klimawandels beson<strong>der</strong>s verw<strong>und</strong>bar<br />

sind, müssen identifiziert <strong>und</strong> durch planerische<br />

Maßnahmen anpassungsfähiger gemacht werden.<br />

Anhand einer GIS-basierten Analyse identifiziert<br />

die Autorin die Vulnerabilitäten <strong>der</strong> Stadt <strong>Hannover</strong><br />

gegenüber Hitze, abhängig von den verschiedenen<br />

Anpassungskapazitäten des Raumes. Die Analyse zeigt,<br />

dass vor allem Verdichtungsräume mit wenig Grün,<br />

Industrie- <strong>und</strong> Gewerbeflächen verw<strong>und</strong>bar sind.<br />

[IUP <strong>–</strong> Raumordnung <strong>und</strong> Regionalentwicklung]<br />

symposien <strong>und</strong> workshops<br />

produktive provinzstadt <strong>–</strong> fachlicher nachwuchs<br />

entwirft zukunft Die diesjährige,<br />

vom BMI geför<strong>der</strong>te <strong>und</strong> <strong>der</strong> TU Berlin koordinierte<br />

Winterschule zu dem hochaktuellen Thema <strong>der</strong> Produktivität<br />

von Provinzstädten fand an <strong>der</strong> Fachhochschule<br />

in Erfurt statt. Die Studierenden Greta Gleich<br />

<strong>und</strong> Lennart von Hofe nahmen gemeinsam mit Studierenden<br />

von zehn weiteren <strong>Universität</strong>en an dem<br />

spannenden fünftägigen Workshop teil <strong>und</strong> entwarfen<br />

innovative Konzepte <strong>für</strong> einen Campus Rurale in drei<br />

Provinzstädten in Thüringen.<br />

[IES <strong>–</strong> Städtebauliches Entwerfen]<br />

garda reading Der Workshop „Garda Reading“<br />

am 24. November 2017 wurde in Kooperation mit <strong>der</strong><br />

<strong>Universität</strong> Trient in Riva del Garda (Italien) durchgeführt.<br />

Für den Workshop stellten die Stadt Riva <strong>und</strong> das<br />

Museo Alto Garda einen Saal in <strong>der</strong> Festung La Rocca <strong>–</strong><br />

vor Riva im Gardasee <strong>–</strong> zur Verfügung. Der Workshop<br />

befasste sich mit dem Talraum <strong>der</strong> Busa nördlich des<br />

Gardasees, mit Überlagerungen von Siedlungsstrukturen,<br />

naturräumlichen Elementen <strong>und</strong> Infrastrukturen,<br />

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