Füürhorn 2020-1

FWStadtLuzern

1/2020

Mitteilungsblatt

der Feuerwehr

Stadt Luzern


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FWL IN DEN MEDIEN


INHALT / GRÜEZI

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Liebe Leserin, lieber Leser

Einsätze 4-7

Jahresendrapport 8-11

Offiziersübung im Stadthaus 11

Einsatzübung Kompanie I 12-15

Mein erstes Feuerwehrjahr 16-17

Rückblick auf 25 Feuerwehrjahre 18-19

Christian Schumacher sagt Adieu 20-22

Feuerwehrlatein 23

Alarmstufe 0 24

Feuerwehr-Paar 25

Kompanieabend Kp S 26

Kompanieabend Kp II 27

Aus aller Welt 28-30

Fachreferat 31

Was macht eigentlich...? 32-33

Offiziersabend Kp S 34

Rescue Days 35

Dies und das / Alte Garde 36-37

Wir gratulieren 38

10 Unterschiede 39

In den letzten Wochen und Monaten

war es bezüglich grösseren Feuerwehreinsätzen

bei uns eher ruhig. Dies

widerspiegelt sich auch in der verkürzten

Einsatzübersicht im Füürhorn auf den

folgenden vier Seiten. Ganz anders sieht

es in Australien aus. Mitte Dezember,

als die verheerende Feuersbrunst noch

wenig Erwähnung in den Schweizer

Medien fand, schrieb mir ein Freund

aus Sydney: «Im Norden der Stadt gibt

es ein Megafeuer mit einer Front von 60

Kilometern Breite! Im Einsatz sind bis zu

3000 Feuerwehrleute, Flugzeuge, Helis

und Löschroboter.» In den folgenden

Wochen spitzte sich die Situation auch in

anderen Gebieten Australiens weiter zu

und tragischerweise haben mindestens

zwei Dutzend Menschen, darunter mehrere

Feuerwehrleute, ihr Leben verloren.

Momente, in denen man dankbar sein

kann, dass es bei uns relativ ruhig ist.

Ende 2019 haben uns wiederum viele

verdiente Kameradinnen und Kameraden

verlassen: Uwe Lüdtke (Stab Kp S) nach

30 Dienstjahren, Peers-Gründer und

Feuerwehrarzt Dietmar Thumm nach 28

Dienstjahren und Thomas Beeler (EZ 3)

nach 25 Dienstjahren. Mit Heiri Bernet

(Stab Kp S) und Christian Schumacher

(Stab Kp I) schauen wir in dieser Ausgabe

auf die 25 beziehungsweise 26

Dienstjahre zurück. Allen ausgetretenen

Feuerwehrleuten gebührt ein grosses

Dankeschön für die geleisteten Dienste

an der Allgemeinheit.

Als Kontrast zur Rückschau der «alten

Hasen» berichtet Lukas Fischer (VA) im

Füürhorn, wie er sein erstes Jahr bei der

Feuerwehr erlebte.

Zu den verdienten Feuerwehrmännern,

die per Ende Jahr aufhörten, gehört auch

Roland Gerber – nach sagenhaften 39

Jahren im Dienst der Bevölkerung. Neben

seiner Tätigkeit als Fourier der Einsatzkompanie

I, schrieb Roland auch

während vieler Jahre spannende Berichte

für das Füürhorn. Roland, im Namen

des ganzen Redaktionsteams nochmals

vielen Dank für deine wertvolle Arbeit

und alles Gute in der feuerwehrfreien

Zukunft.

Nun wünschen wir Ihnen eine spannende

und abwechslungsreiche Lektüre des

Füürhorns.

Herzliche Grüsse

Yves Portmann, Chefredaktor

22. Oktober 2019:

Einsatzübung der Kompanie I,

Hotel Schweizerhof.


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EINSÄTZE

Lidostrasse || Brandbekämpfung

Montag, 23. Dezember 2019 1.30 Uhr

Ereignis Brand Gebäude

Einsatzort Lidostrasse

Alarmierung Alst 3 (neue Alarmierung): Berufsfeuerwehr,

Pikettgruppe Nacht/Wochenende, Einsatzkompanie II +

Stabskompanie

Anzahl AdF 30 Einsatzende 4.15 Uhr

Einsatzleiter Hptm Chimenti Mario

Orientierung/Situation am Schadenort

Brand an Fassade, Balkon und Dach, starke Rauchentwicklung.

Massnahmen

Alarm für Berufsfeuerwehr und Pikettgruppe. Grossaufgebot nach Eintreffen der

ersten Einsatzkräfte wegen massivem Brand an Holzgebäude. Die Brände an Fassade,

Balkon und Dach konnten schnell gelöscht werden. Sämtliche Räume mit

Wärmebildkamera kontrolliert. Gebäude belüftet und entraucht.

Fahrzeuge/Mittel

2 Autodrehleitern, 2 Tanklöschfahrzeuge, Einsatzleitfahrzeug, Spezialisten-Fahrzeug

(Technische Abteilung), 2 Personentransporter + 5 Kleinfahrzeuge

Bilder: Feuerwehr Stadt Luzern und Luzerner Polizei


EINSÄTZE 5 «


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EINSÄTZE

Weitere erwähnenswerte Einsätze

September bis Dezember 2019

1. September 2019 || 17.11 Uhr || Technische Hilfeleistung

Ort: Wesemlinrain

Alarmstufe: 0, BF

Einsatz: Zwei in Innenhof gefallene Katzen mittels

Teleskopleiter gerettet und den Besitzern übergeben.

Einsatzleiter: Oblt Benedikt Schnyder

5. September 2019 || 13.16 Uhr || Radiologisches Ereignis

Ort: Kantone Luzern, Zug und Obwalden

Alarmstufe: 0, BF + PikOf

Einsatz: Periodische routinemässige Testmessungen an

sieben Orten im Auftrag der nationalen Alarmzentrale.

Einsatzleiter: Hptm Markus Portmann

11. September 2019 || 16.27 Uhr || Technische Hilfeleistung

Ort: Bootshafen Meggen

Alarmstufe: 51, BF + Bootsführer

Einsatz: Absprachen mit Seepolizei, Amt für Umwelt und

Feuerwehr Meggen. Leichten Ölteppich aufgrund Defekt

an Motorboot mit Seesperren eingegrenzt, Einsatz Flüssig-

Ölbinder. Folgemassnahmen durch Seepolizei organisiert.

Einsatzleiter: Oblt Luca Zaccaria

21. September 2019 || 17.50 Uhr || Technische Hilfeleistung

Ort: Brambergstrasse

Alarmstufe: 0, BF

Einsatz: Technische Unterstützung Rettungsdienst bei

Rettung eines Kindes, das sich an einem Metallgeländer

verletzt hatte.

Einsatzleiter: Oblt Marcel Sidler

2. Oktober 2019 || 19.12 Uhr || Technische Hilfeleistung

Ort: Vierwaldstättersee bei Meggen

Alarmstufe: 51, Bootsführer

Einsatz: Rekognoszierung und Absprachen mit Feuerwehr

Meggen. Sperre gesetzt beim Einlauf einer Leitung in den

See, Einsatz Ölbinder.

Einsatzleiter: Oblt Alexander Siegrist

9. Oktober 2019 || 9.17 Uhr || Rauchentwicklung

Ort: Horw

Alarmstufe: 10, BF + PikOf

Einsatz: Unterstützung Feuerwehr Horw wegen Rauch in

Keller und Treppenhaus. Zwei Personen und zwei Hunde mit

der Autodrehleiter gerettet.

Einsatzleiter: Lt David Renggli

11. Oktober 2019 || 13.56 Uhr || Rauchentwicklung

Ort: Klosterstrasse

Alarmstufe: 1, BF + Pikettgruppe Tag

Einsatz: Pfannenbrand mit geschmolzenem Wachs durch

Mitarbeiter selber gelöscht. Kontrolle mit Wärmebildkamera,

Küchenoberbauten auf Glutnester kontrolliert.

Einsatzleiter: Oblt Luca Zaccaria

1. November 2019 || 3.17 Uhr || Brandbekämpfung

Ort: Pilatusstrasse

Alarmstufe: 1, BF + Pikettgruppe Nacht/Wochenende

Einsatz: Aufgebot Pikettgruppe wegen Container in Vollbrand

mit Übergriff auf Fassade. Der Brand konnte durch die

Berufsfeuerwehr schnell gelöscht werden. Kontrolle (auch im

Treppenhaus) mit Wärmebildkamera.

Einsatzleiter: Oblt Pascale Gazzo

17. November 2019 || 20.34 Uhr || Technische Hilfeleistung

Ort: Reusseggstrasse

Alarmstufe: 0, BF

Einsatz: Brandschutz erstellt und Kontrolle im Raum wegen

warmer Tür. Kein Brand, aber überhitzte technische Geräte.

Notaus- und Hauptschalter in Absprache mit Kontaktperson

betätigt. Folgemassnahmen durch Spezialisten.

Einsatzleiter: Oblt Martin Kaufmann

19. November 2019 || 11.53 Uhr || Technische Hilfeleistung

Ort: Arsenalstrasse

Alarmstufe: 0, BF + PikOf

Einsatz: Im Auftrag der Polizei vorsorglich Sprungretter

gestellt wegen Sturzgefahr aus Fenster. Die Person konnte

durch die Polizei gerettet werden.

Einsatzleiter: Oblt Luca Zaccaria

20. November 2019 || 12.51 Uhr || Brandbekämpfung

Ort: Pilatusstrasse

Alarmstufe: 0, BF

Einsatz: Alarmierung durch Brandmeldeanlage. Kontrolle am

Auslösungsort. Selbst erloschene Kerze in verschlossenem

Raum verursachte Rauch. Fenster geöffnet, Raum belüftet

und entraucht.

Einsatzleiter: Oblt Martin Kaufmann

20. November 2019 || 13.36 Uhr || Patientenrettung

Ort: Libellenrain

Alarmstufe: 0, BF

Einsatz: Patientenrettung mit Schiebeleiter und

Rettungswanne im Auftrag vom Rettungsdienst 144.

Einsatzleiter: Oblt Martin Kaufmann

Bild: Feuerwehr Stadt Luzern

30. November 2019 || 20.34 Uhr || Brandbekämpfung

Ort: Schweizerhofquai

Alarmstufe: 0, BF

Einsatz: Kleinbrand an Palme mit Weihnachtsbeleuchtung

durch Personal gelöscht. Kontrolle mit Wärmebildkamera,

Beleuchtung vom Strom getrennt.

Einsatzleiter: Oblt Benedikt Schnyder


EINSÄTZE

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2. Dezember 2019 || 9.52 Uhr || Technische Hilfeleistung

Ort: Inseliquai

Alarmstufe: 63, BF + Minigruppe Tag Verstärkung

Einsatz: Vorsorgliches Aufgebot für Rettungsmittel wegen

Suizidgefahr. Absprachen mit Polizei und SBB, Sprungpolster

gestellt. Die Person konnte von der Polizei in Sicherheit

gebracht werden.

Einsatzleiter: Oblt Andreas Baumann

5. Dezember 2019 || 23.21 Uhr || Brandbekämpfung

Ort: Kanonenstrasse

Alarmstufe: 1, BF + Pikettgruppe Nacht/Wochenende

Einsatz: Bewohner der verrauchten Wohnung durch Polizei

bereits evakuiert. Aufgebot Rettungsdienst für Kontrolle

wegen Verdacht auf Rauchvergiftung. Kleinbrand unter

Atemschutz gelöscht, Kontrolle mit Wärmebildkamera.

Wohnung belüftet und entraucht.

Einsatzleiter: Oblt Marcel Sidler

27. Dezember 2019 || 11.34 Uhr || Brandbekämpfung

Ort: Buobenmatt

Alarmstufe: 1, BF (Alarmierung 2020)

Einsatz: Brennenden Abfall in Container mittels

Schaumlöscher gelöscht, Container ins Freie gebracht und

eingeschwemmt. Gebäude belüftet und entraucht.

Einsatzleiter: Oblt Benedikt Schnyder

27. Dezember 2019 || 18.14 Uhr || Brandbekämpfung

Ort: Baselstrasse

Alarmstufe: 1, BF (Alarmierung 2020)

Einsatz: Alarmierung durch Brandmeldeanlage. Kleinbrand

in Zimmer mit Feuerlöscher und Druckleitung gelöscht,

Gebäude belüftet und entraucht.

Einsatzleiter: Oblt Benedikt Schnyder

Bild: Feuerwehr Stadt Luzern

16. Dezember 2019 || 20.44 Uhr || Brandbekämpfung

Ort: Obere Bergstrasse

Alarmstufe: 2, BF + Pikettgruppe (Alarmierung 2020)

Einsatz: Brand von Adventskranz auf Balkon durch

Nachbar mit Feuerlöscher gelöscht. Kontrolle Balkon mit

Wärmebildkamera, keine weiteren Massnahmen nötig.

Einsatzleiter: Oblt Marco Fischer

Bilder: Feuerwehr Stadt Luzern

Bild: Feuerwehr Stadt Luzern


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FEUERWEHR INTERN

Jahresendrapport: Verabschiedungen, Ausblick und ein Engel

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Alljährlich im Dezember finden sich die aktiven Feuerwehrangehörigen

der Miliz- und Berufsfeuerwehr sowie die geladenen Gäste

zum Rück- und Ausblick auf unser Feuerwehrjahr im Zentrum St.

Michael in Littau ein. Unser Kommandant Theo Honermann folgte

dem Wunsch nach einer Integration des «Rückblickes in Bildern» in

diesen Anlass und hielt sich an die sportliche Zeitvorgabe.

Text: Evelyne Muff, VA

Bilder: Feuerwehr Stadt Luzern

Einige hungrige Feuerwehrleute fanden sich bereits vor

18.30 Uhr ein, um sich eine Portion Kartoffelsalat, mit oder

ohne Schinkenbeilage, zu sichern. Angeregt wurde über

vergangene Einsätze und Übungen diskutiert, Fotos vom

Nachwuchs herumgezeigt oder die Ausgangspläne für später

vereinbart. Die Pikettliste füllte sich mit Namen und pünktlich

zum Start des Rapportes waren alle Stühle belegt.

Gleich drei wichtige Anlässe fanden im vergangenen Jahr statt.

So bildeten neben dem «Horwer Luzernerfest» anlässlich

der Agathafeier sicher auch der Rückblick auf 125 Jahre

Feuerwehrverband des Kantons Luzern und der schweizweite

«Tag der offenen Tore» die Highlights des Feuerwehrjahres.

Vom 24. April bis zum 3. Mai 2020 werden wir dann an der

LUGA vertreten sein.

Ein Erlebnis der ganz besonderen Art war sicherlich der Auftritt

von Theo Honermann und Manuel Menrath in der BBC-Doku

über Feuer und Drachen. Wer hätte gedacht, dass wir durch

Zufall bis über die Landesgrenzen bekannt gemacht werden

und im TV über die Feuerwehrgeschichte der Stadt Luzern

erzählen dürfen?

Mit rund 610 alarmmässigen Einsätzen hielt sich die Anzahl in

der Waage mit dem Vorjahr. Die drei Berufsfeuerwehrmänner,

die im Mai 2020 den eidgenössischen Fachausweis

Berufsfeuerwehrmann erwerben werden – und zu den sieben

bereits diplomierten Berufsfeuerwehrmännern dazukommen

– sind ein gutes Aushängeschild für die Feuerwehr Stadt

Luzern.

Die finnische Firma Weldmec Marine Ab machte unter den sechs

Offerten das beste Angebot für unser neues Feuerwehrboot.

Jetzt hoffen wir noch, dass das Stadtparlament uns im Mai

2020 das definitive Okay zur Beschaffung des Lösch- und

Rettungsbootes gibt.

In den vergangenen Jahren zeigte sich, dass terroristische

Anschläge überall möglich sind. Demensprechend rüsten

auch wir uns zur Unterstützung des Rettungsdienstes. Die


FEUERWEHR INTERN

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Beförderungen und Ernennungen

Zum Hauptmann

Oblt Chimenti Mario, Stab Kp S

Zum Oberleutnant

Lt Castilla Fabian, Kdo

Lt Hegi Fabian, EZ 6

Lt Rüttimann Samuel, EZ 5

Lt Zaccaria Luca, DG 3

Zum Leutnant

Kpl Schirmer Daniel, TA

Zum Feldweibel

Wm Rauber Thierry, EZ 2

Zum Wachtmeister

Kpl Aksak Ilker, VA

Zum Korporal

Sdt Benes Robin, SBA

Sdt Imiela Dennis, EZ 6

Sdt Kälin Ivo, EZ 3

Sdt Portmann Yves, DG 2

Sdt Wiederkehr Jan, EZ 6

Sdt Zwicker Patrick, EZ 5

Zum Gefreiten

Sdt Beer Andreas, EZ 6

Sdt Leuthold Claudia, SBA

Sdt Ott Stephan, EZ 4

Sdt Zimmermann Andrea, Doku

Kursnachweise und Ernennungen

Hptm Chimenti Mario Kp Kdt Kp S

Oblt De Cristofano Domenico Kp Kdt Stv Kp I

Oblt Hegi Fabian Kp Kdt Stv Kp II

Oblt Rüttimann Samuel Zugführer EZ 5

Lt Renggli David Zugführer Stv EZ 5

Lt Schirmer Daniel Zugführer Stv TA

Wm Giovanelli Marc-Angelo Zugfürher Stv EZ 3

FW Rauber Thierry Feldweibel Kp II

Oblt Degen Thomas Chef FD Kettensäge

Lt Garcia Miguel Chef Stv Atemschutz EZ 1

Lt Reinhard Matthias Chef Stv Atemschutz EZ 2

Wm Giovanelli Marc-Angelo Chef Stv Atemschutz EZ 3

Lt Filliger Urs Chef Stv Atemschutz EZ 4

Lt Renggli David Chef Stv Atemschutz EZ 5

Oblt Jacobi Martin Chef Stv Atemschutz EZ 6

Oblt Fischer Marco Chef Stv FW-Peers

Oblt Kaufmann Martin Chef Stv Stpt Rettung

Lt Jordi Sven Chef Stv Stpt Strahlenwehr

Anschaffung von Tourniquets, einem Hilfsmittel zum Abbinden

oder Stauen von Blutgefässen, ist aufgegleist, sodass bald

alle Feuerwehrleute ein Set auf sich tragen können.

Die Feuerwehr-Administrationssoftware Lodur wird breiter

eingesetzt: Alle Übungsprogramme werden im Lodur laufend

erfasst und aufgeschaltet. Auch das Dienstbüchlein wird

nur noch digital im Lodur geführt. Die Ersatzbeschaffung

der Autodrehleiter Florian 6 ist geplant und auch neue

Dienstanzüge (Hosen und Hemden) sowie Uniform-Batches

sind vorgesehen.

Die Umstellung auf die neue Alarmierung 2020 mit den neuen

Alarmstufen und redundanter Meldung via Telefon und Pager

klappte reibungslos.

Unser Feuerwehrseelsorger Robert Knüsel brachte Theo einen

Engel mit. Er soll daran erinnern, dass wir für viele, die in Not

geraten sind, wie Engel sind und jeder von uns von einem

Engel begleitet wird.

Wiederum verlassen uns einige Kameradinnen und Kameraden,

so zum Beispiel Peers-Gründer und Feuerwehr-Arzt Dietmar

Thumm oder Roland Gerber, der stolze 39 Jahre im Dienste

der Feuerwehr stand. Einige bleiben der Feuerwehr treu:

Peter Imfeld, neu Kommandant der Betriebsfeuerwehr

Swiss Steel und der Feuerwehr Malters-Schachen; Christian

Schumacher, Kommandant der Betriebsfeuerwehr des Luzerner

Kantonsspitals. Auch die Stabskompanie musste mit Uwe Lüdtke

und Heiri Bernet zwei langjährige Kaderleute gehen lassen.

Die Einführung des neuen Übungskonzeptes, der Neubau der

Feuerwache und die Überprüfung einer Zusammenlegung der

Feuerwehr mit dem Zivilschutz unter eine Führung bleiben

auch 2020 herausfordernde Aufgaben. Der Gesprächsstoff

wird jedenfalls auch in Zukunft nicht ausgehen.


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FEUERWEHR INTERN

Dienstjubiläen

15 Dienstjahre

Oblt De Cristofano Domenico, Stab Kp I

Oblt Imfeld Peter, BF DG 3

Lt Graf Christoph, EZ 4

Wm Bucher Thomas, EZ 4

Wm Cottier Steve, DG1/EZ6

Wm Fuchs Bruno, EZ 5

Kpl Bickel Thomas, EZ 2

Kpl Mattmann Philippe, EZ 1

Gfr Koch Gerold, TA

Gfr Vogel Rebecca, EZ 5

20 Dienstjahre

Oblt Hegi Fabian, Stab Kp II

Kpl Waser Christian, EZ 1

25 Dienstjahre

Hptm Bernet Heinrich, Stab Kp S

Hptm Müller Sacha, Kdo

Oblt Sauseng Thomas, EZ 3

Lt Filliger Urs, EZ 4

Wm Beeler Thomas, EZ 3

Gfr Sidler Urs, Fahrlehrer

30 Dienstjahre

Oblt Lüdtke Uwe, Stab S

Wm Gaberthuel Stefan, VA

Gfr Reinhold Arthur, EZ 6


AUSBILDUNG

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Hauswart lotst Offiziere durchs Stadthaus-«Labyrinth»

Montag, 2. September 2019

Wenn es brennt, zählt jede Sekunde – umso wertvoller sind, speziell

bei grösseren Objekten, unter anderem räumliche Orientierung,

Kenntnisse über die Zugänge und sonstige Besonderheiten. Dies

konnten die Offiziere im Stadthaus üben.

Text: Fabian Castilla, Kdo

Bilder: Feuerwehr Stadt Luzern

Bei der Offiziersübung vom 2. September 2019 stand

unter anderem die Auffrischung der Gebäudekenntnisse

des Stadthauses auf dem Programm. Es war eine sehr

interessante und kurzweilige Lektion, an welcher uns die

wichtigsten Zugänge, Gebäudeteile und Besonderheiten

gezeigt wurden. Ergänzend dazu erhielten wir wertvolle

Informationen von Hauswart Hansjörg Greter. Durch die

Umbauten in den letzten Jahren war die Lektion auch

ein gutes und willkommenes Update für die älteren und

erfahreneren Offiziere.

Im zweiten Teil wurde das Hygienekonzept (Schwarz-

Weiss-Trennung) vorgestellt und beispielhaft aufgebaut.


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AUSBILDUNG

Alarm im Spa: Eine Einsatzübung aus vier Perspektiven

Dienstag, 22. Oktober 2019

Wohl selten hat man die Gelegenheit, in einem 5-Sterne-Hotel bei laufendem Hotelbetrieb

eine Feuerwehr-Einsatzübung durchzuführen. Was mögen wohl die vielen Gäste gedacht

haben, als im bekannten Hotel Schweizerhof Luzern die Brandmeldeanlage lautstark eine

starke Rauchentwicklung im Saunabereich im vierten Stock signalisierte? Vier Beteiligte

erzählen, wie sie die Einsatzübung aus ihrer Perspektive erlebten.

Text: Roland Gerber, Stab Kp I

Bilder: Feuerwehr Stadt Luzern

Aus der Perspektive der Geschäftsleitung

des Hotels Schweizerhof Luzern

Unsere Gäste und Mitarbeitenden sind uns wichtig. Dies

versuchen wir auf der ganzen Linie spürbar zu machen und

zu leben. Dazu braucht es viel Teamarbeit, Einsatz und auch

Training. Dank diversen internen sowie externen Schulungen

bleiben wir am Ball und fokussieren uns auf unsere

Ziele.

Das Thema Sicherheit ist ein wichtiger Teil davon. Sei es

erste Hilfe, Brandschutz oder der richtige Umgang mit

Löschmitteln. Um als Team im entscheidenden Moment bereit

zu sein, braucht es Übung. Deshalb haben wir beschlossen,

eine Evakuationsübung zusammen mit der Feuerwehr

Stadt Luzern durchzuführen. Das Ziel war es, unsere Abläufe

zu prüfen und das Zusammenspiel von Mitarbeitenden, Gästen

und Feuerwehr zu trainieren. Es wurden nur wenige

Mitarbeitende eingeweiht, um eine realistische Situation

nachstellen und analysieren zu können.

Die Übung war sehr spannend und aufschlussreich. So

konnten wir den einen oder anderen Punkt mitnehmen, um

uns zu verbessern. Auch für die involvierten Mitarbeitenden

war die Übung eine wichtige Erfahrung. Sie schaffte Vertrauen

und Sicherheit im Umgang mit unserem Evakuationskonzept.

Wir bedanken uns bei allen beteiligten Figuranten, den Mitgliedern

der Feuerwehr sowie allen Mitarbeitenden des Hotels

Schweizerhof Luzern für die erfolgreiche Übung.

Marcel Gerber, Executive Küchenchef


AUSBILDUNG

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Aus der Perspektive eines Feuerwehrmannes

Als Pikett-Gruppe fahren wir gemeinsam im Florian 4 zur

Einsatzübung. Während der Fahrt mache ich mir bereits

Gedanken über die nächsten Schritte. Kurz schweife ich

mit meinen Gedanken ab. Ich träume von guter Musik,

dazu nippe ich am kühlen Hopfentee und verfolge genüsslich

das bunte Treiben auf der Tanzfläche. Genau so stelle

ich mir einen Aufenthalt im traditionellen Bankettsaal vor.

Die anlaufenden Fensterscheiben und die kühlen Temperaturen

reissen mich zurück zu anregenden Gesprächen in der

Mannschaftskabine.

Am Bestimmungsort angekommen, helfe ich zuerst dem

Pikett-Maschinisten, Florian 4 zu parkieren. Wo ansonsten

teure Luxuswagen stehen, sind unsere Pikett-Fahrzeuge

aufgereiht – stets bereit für einen allfälligen Einsatz!

Anschliessend begebe ich mich zum Sammelplatz. Während

der Wartezeit bietet der Sammelplatz interessante Gespräche

mit anderen Kolleginnen und Kollegen. Wie üblich

endet ein spannendes Gespräch abrupt durch eine hereinflatternde

Meldung. Vier AdF werden für eine anstehende

Rettung aus dem 5. OG gerufen. Eine Rettung ausführen –

statt wie gewohnt Schläuche auslegen und Leitern stellen.

Durch den Hintereingang marschieren wir zum Treppenhaus

in die vierte Etage. Unser Gruppenführer meldet uns beim

Of-Atemschutz an und wir warten einen Moment, bis uns

eine Atemschutz-Truppe die zu rettende Person übergibt.

Tina, eingepfercht in einem Rollwagen für Schmutzwäsche,

sollen wir die vier Stockwerke behutsam nach unten tragen.

Dank der örtlichen Begebenheit (keine Stolpergefahr durch

Schläuche) und der guten Koordination untereinander können

wir die Patientin schnell und sicher an die Sanitäts- und

Betreuungsabteilung (SBA) übergeben. Gemeinsam mit der

SBA legen wir Tina auf die Bahre und sichern sie mit Traggurten,

damit sie der Rettungsdienst medizinisch weiterversorgen

kann. Zurück am Sammelplatz warten wir auf unseren

nächsten Auftrag.

Die Zusammenarbeit, die nicht nur unter den Blaulichtorganisationen

funktioniert, sondern auch zwischen Fachdiensten,

hat bei dieser Übung einmal mehr überzeugt.

Nach einer kurz abgehaltenen Übungsbesprechung mit

besonderem Dank an die Verantwortlichen des Hotels

Schweizerhof Luzern und der Übungsleitung geht es mit

neu gewonnen Eindrücken zurück zur Feuerwache.

Gilles Corona , EZ 1


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AUSBILDUNG

Aus der Perspektive eines Atemschutzoffiziers

«Und alles begann mit einem BMA…..» So könnte man den

Start der Einsatzübung der Kompanie 1 am 22. Oktober 2019

am besten beschreiben.

Wir drei Auserwählten (Marcel Spenger, Samuel Rüttimann

und ich) müssen uns schon um 19.15 Uhr in der Feuerwache

treffen, das heisst, wir drei wissen, dass uns heute die Einsatzleitung

zugeteilt ist. Ebenso klar ist uns, dass es sicher

nicht bei einem harmlosen BMA-Einsatz bleiben wird. Ich

bin mit Florian 81 unterwegs, da ich eh Of-Pikett habe und

nehme den Übungsleiter Thomas Lang gleich mit zum Einsatzort.

Kaum ist das Hotel in Sicht, sehe ich auch schon in

den obersten Etagen die ersten Rauchschwaden aufsteigen.

Kurze Frage von Thomas: Was machst du, wenn du das

siehst?

Noch kürzere Antwort von mir: Kp-Alarm!

Wir teilen uns auf dem Platz auf: Mäsi übernimmt die Einsatzleitung,

Sämi Of-Front und ich EL-Stv. Im gefühlten Sekundentakt

tauchen immer mehr Personen an Fenstern auf,

die gerettet werden wollen. Während wir auf die Verstärkung

durch unsere Kameradinnen und Kameraden warten, organisieren

wir uns bestmöglich vor Ort.

so, aber wie immer kommt danach auch die strukturiertere

Phase.

Der Einsatz läuft gut, als plötzlich die Aussage im Raum

steht, dass noch ein Baby vermisst wird. Also nochmals volle

Konzentration auf das Absuchen der möglichen Räume. Zwischendurch

wieder unklare Rückmeldungen, das Baby sei

ja schon draussen und dann wieder doch nicht…. Bis ich

nicht eine ganz klare und definitive Bestätigung der Rettung

habe, lasse ich die AS-Trupps weiter absuchen. Mittlerweile

sind auch alle anderen Rettungen ausgeführt.

Mit meinen Trupps habe ich gute Verbindungen, was mir

die Arbeit erleichtert, denn es sind an diesem Abend viele

Atemschützler im Gebäude unterwegs. Nach einiger Zeit

kommt dann auch die definitive Bestätigung, dass das Baby

draussen ist. Irgendwann funkt die Übungsleitung, dass das

Ereignis bewältigt sei und Übungsabbruch ist. Für uns drei

sind die zwei Stunden Einsatzleitung wie im Flug vergangen.

Zufrieden können wir auf eine erfolgreich gemeisterte Einsatzübung

zurückblicken.

Flavia Danini Fischer, EZ 1

Mit Unterstützung der Ansprechperson vom Hotel Schweizerhof

und dem BMA-Dossier suchen wir möglichst viele

Informationen zusammen. Als Übungserschwernis ist beim

üblichen Parkraum eine Baustelle vermerkt, also muss die

ganze Schadenplatzorganisation in den Innenhof. Mittlerweile

ist Verstärkung da und ich übernehme als AS-Of die

Überwachung und Koordination des Atemschutzeinsatzes.

Die wie bei jedem Einsatz herrschende Chaos-Phase ist voll

am Laufen! Das bleibt die nächsten paar Minuten auch noch


AUSBILDUNG

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Aus der Perspektive einer Figurantin

Ich durfte an der Einsatzübung beim Hotel Schweizerhof Luzern

als Figurantin teilnehmen. Es war spannend, die Übung

mal von einer anderen Seite her zu beobachten.

Kurz vor Übungsbeginn trafen sich alle Figuranten hinter

dem Hotel Schweizerhof und wir begaben uns durch den

hinteren Eingang in den Spa-Bereich, wo unsere Aufträge

verteilt wurden. Nebenbei lief schon die Rauchmaschine,

um das obere Stockwerk einzunebeln. Meine Position war

im Treppenhaus.

Als ich aus dem Spa-Bereich flüchten wollte, fiel ich wegen

meinen Gehstöcken und meinem verletzten Fuss die Treppe

runter. Dabei traf ich auf ein junges Elternpaar mit ihrem

Baby. Nach kurzer Zeit wurden wir durch den Hausmeister

gefunden, welcher uns mit dem Hotelpersonal evakuierte.

Sie blieben ganz ruhig, obwohl es bei mir durch die Verletzung

etwas länger dauerte, um das Treppenhaus zu verlassen.

An der Rezeption übergaben sie uns an eine Mitarbeiterin,

die uns zum Sammelplatz begleitete. Dort wurden wir mit

warmen Decken und Getränken betreut. Es kamen immer

weitere evakuierte Personen dazu. Dadurch konnten wir

auch das ganze Schauspiel beobachten. Es war erstaunlich,

wie ruhig diese Übung abgelaufen ist. Die Hektik war da,

aber man bekam ein Gefühl, dass hier die Notfallsituation

gut organisiert ist.

Eine lustige Szene ergab sich, als ich beobachten konnte,

wie ein Hotelgast draussen einen Kaffee getrunken hatte.

Er war aber eine ganze Weile mit seinem Handy beschäftigt

und bekam gar nicht mit, was um ihn herum geschah.

Als Uriel als Taubstummer gerettet wurde, brachten sie ihn

zu uns an den Tisch. Da er eine Portion Rauch einatmete,

hatte er grossen Durst. Er fragte mich durch Handzeichen,

ob er mein Glas Wasser haben darf. Natürlich habe ich ihm

dieses gegeben. Plötzlich fiel er in Ohnmacht und ging zu

Boden. Die SBA hat sich dann vor Ort gut um ihn gekümmert.

Ich wusste ja nicht, dass er eine Rauchvergiftung hatte

und nichts trinken sollte. Als die SBA sich um ihn kümmerte,

schaute der Hotelgast von seinem Handy hoch und ist so erschrocken,

als er ihn am Boden liegen sah. Er stand sogar

kurz auf und wollte fragen, ob er helfen kann. Ich habe ihm

dann mitgeteilt, dass dies eine Übung sei und er keine Angst

haben muss.

Darauf hin mussten wir gemeinsam lachen, weil ihm bewusst

wurde, was er alles in dieser Zeit verpasst hatte – und

das nur wegen seinem Handy.

Sabrina Kohler, VA


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FEUERWEHR INTERN

Mein erstes Jahr bei der Feuerwehr Stadt Luzern

Anfang letzten Jahres durften wir 23 neue Kameradinnen und Kameraden in den Reihen der

Milizfeuerwehr begrüssen. Die Verkehrsabteilung (VA) hat mit 7 Neueingeteilten den lang

ersehnten Nachwuchs in ihren Zug aufnehmen dürfen. Die Füürhorn-Redaktion hat sich mit

Lukas Fischer – einem der Neuen in der VA – getroffen, um mit ihm über seine Erfahrungen in

seinem ersten Jahr zu sprechen und hat dabei herausgefunden, weshalb er sich nicht nur im

Feuerwehreinsatz um den Strassenverkehr kümmert, weshalb sein Arbeitsplatz einen

spannenden Ausblick bietet und mit wem er gerne einen Whisky trinken würde.

Text und Bilder: Evelyne Muff, VA

Füürhorn: Konnten deine Erwartungen in deinem ersten

Feuerwehrjahr erfüllt werden?

Lukas Fischer: Auf jeden Fall. Ich konnte hier nicht nur «etwas

Gutes tun», sondern hab auch viel gelernt und traf auf

coole Leute. Mit den übrigen Neuen konnten wir die VA gut

aufstocken. Wir wurden freudig empfangen und haben uns

auf Anhieb gut untereinander verstanden im Zug.

Wie bist du zur Feuerwehr gekommen?

Ausschlaggebend war wahrscheinlich der Einsatz beim Hotel

Schlüssel. Wir haben im Büro die Einsatzfahrten der Feuerwehr

mitbekommen und den Einsatz bzw. die Fahrten dann auch

im Team diskutiert. Das war so der Punkt, an dem ich mich

für einen Beitritt zur Feuerwehr zu interessieren begann. Der

Schritt zum Infoabend war dann nur noch ein kleiner.

Weshalb hast du dich für die Einteilung bei der Abteilung

Verkehr entschieden?

Die Einteilung zur VA ergab sich einerseits durch die Werbung

von Markus und Theo. Dass die VA Nachwuchs braucht, wurde

beim Infoabend und bei der Grundausbildung mehrmals

erwähnt. Für mich war aber eigentlich durch meinen Beruf

als Raum- und Verkehrsplaner bereits früh klar, dass ich zur

VA möchte. Als Verkehrsplaner bin ich täglich mit dem Thema

Verkehr konfrontiert. Dabei planen und «designen» wir unter

anderem auch Strassenräume von Tempo-30-Zonen in Städten

und Dörfern. Durch die Zeit bei der Feuerwehr bemerke ich

vermehrt, dass sich mein Blickwinkel nun auch auf den

möglichen Feuerwehreinsatz in solchen Räumen richtet. Da

solche Strassenräume häufig in Wohngebieten liegen, sind

die Anforderungen nochmals vielfältiger als anderswo und

dem Beitritt zur Feuerwehr wird der Aspekt der schnellen

Erreichbarkeit mit einem Feuerwehrfahrzeug häufiger stärker

gewichtet als früher.

Erzähl uns über deinen ersten Einsatz!

Der erste Einsatz war am 6. Mai 2019 und zweifach kurios. Er

war quasi vor der Bürotür, an der Baselstrasse/Gütschstrasse

bei der BHMS. Unser Büro liegt schräg gegenüber beim

Sentitreff und der Einsatz war für meine Bürogspänli etwa

gleich aufregend wie für mich – zumindest erhielt ich nach

dem Einsatz jede Menge Fotos von unserem Einsatz. Das

zweite kuriose am Einsatz war, dass die Einführung von uns

Neuen am selben Abend stattfand. Ein paar von uns Neuen

lernte also die VA gleich noch vor der offiziellen Einführung

kennen.

Was waren deine Feuerwehr Highlights im 2019?

Da gab es wahrscheinlich ein paar Highlights. Eines der

grösseren Erlebnisse war der kantonale Grundkurs, der mir

sehr gefallen hat, da wir da das erste Mal eine volle Dosis

Feuerwehr abbekommen haben. Eine volle Dosis VA erhielten

wir dann kurz nach Abschluss der Grundausbildung durch

die Luzerner Polizei während den beiden Halbtagen des

Fachkurses Verkehrsdienst. Da war sicherlich der Einsatz

auf der Lohrenkreuzung (Kreuzung Neuenkirchstrasse/

Hellbühlstrasse/Lohrenstrasse) bei Rothenburg eine der

eindrücklichsten. Wenn man zum ersten Mal allein auf dieser


FEUERWEHR INTERN

17 «

grossen Kreuzung steht, fühlt man sich schon recht klein und

muss recht gut aufpassen, dass man von den Autofahrern

wahrgenommen wird. Im Hinblick aufs 2020 freue ich

mich auf die Spezialeinsätze z.B. an der Fasnacht oder am

SwissCityMarathon.

Was gefällt dir besonders bei der Feuerwehr, was weniger?

Der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit gefallen mir

sehr. Negativpunkte sind mir (noch) nicht aufgefallen.

Wie sieht für dich die Feuerwehr in 10 Jahren aus?

Ich stelle sie mir digitaler vor, mit mehr Technik. Der Einsatz von

Drohnen mit Wärmebildkameras bei der Brandbekämpfung ist

so ein Anfang. Ich bin gespannt, was da alles noch erfunden

wird und bei der Feuerwehr zum Einsatz kommt.

Was sind deine Vorsätze fürs 2020?

Ich setze mir jeweils keine Vorsätze.

Mit welchen drei Personen würdest du gerne einmal einen

Kaffee trinken gehen?

Elon Musk, dem Gründer der Tesla Elektroautos, um mit ihm

über seine teuren Ideen zu plaudern und darüber, was er als

nächstes noch plant. Mit Leonardo da Vinci würde ich gerne

darüber sprechen, wo er seine Ideen und Kreativität her hat.

Ich bewundere ihn sehr, wie er mit seinen Erfindungen seiner

Zeit weit voraus war. Zum Schluss würde ich gerne mit dem

Master-Blender Richard Paterson etwas trinken gehen. Aber

eher einen Whisky als einen Kaffee... Von ihm würde ich gerne

mehr über die Raffinessen der einzelnen Whiskys lernen.

Was kannst du nicht, würdest es aber gerne können?

Das Verkehrschaos in Luzern während den Stosszeiten lösen.

Als Velofahrer bin ich normalerweise nicht so stark betroffen.

Aber wenn ich mal mit dem ÖV oder dem Auto unterwegs bin,

dann gerate ich häufig auch ins morgendliche oder abendliche

Chaos.

Wo ist dein Lieblingsort in Luzern?

Da gibt es einige. Wenn ich einen auswählen müsste, dann

wäre es die Museggmauer. Einerseits mag ich die Mauer als

historischen Zeugen, andererseits bietet sich von da oben ein

herrlicher Blick über die Stadt und die Umgebung von Luzern.

Wenn du einen Wunsch frei hättest, was wäre das?

Für immer gesund zu bleiben.

Was wissen die wenigsten von dir?

Dass das Computerspiel SimCity, ein Städtebau-

Simulationsspiel, einen Einfluss auf meine Studien- und

Berufswahl gehabt hat.

Steckbrief

Name: Lukas Fischer

Alter: 29

Zivilstand: ledig

Beruf: Raum- und Verkehrsplaner

Hobbies: Reisen (Fernwanderungen), Whisky

Das mache ich gerne: Reisen nach Schottland, Irland und

Schweden

Das mag ich nicht: Wecker vor 7 Uhr

Stärken: Geduldig, vielseitig interessiert

Schwächen: Komme selten vor 23 Uhr ins Bett

Das geht gar nicht: Personen beim Zug oder Bus nicht

zuerst aussteigen lassen


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FEUERWEHR INTERN

Heiri sagt nach 25 Jahren Adieu

Ein Vierteljahrhundert Feuerwehrdienst - Heinrich Bernet schaut für

das Füürhorn auf seine Feuerwehrlaufbahn zurück. Mit seiner

Partnerin erlebte er eine brenzlige Situation.

Text: Christian Rüger, Doku-Dienst

Bilder: Feuerwehr Stadt Luzern

Ein Vierteljahrhundert Feuerwehrdienst – das hört sich nach

einer langen Zeit an. Wie hat bei dir alles angefangen?

Ja, 25 Jahre sind schon eine lange, aber eine gute Zeit. Ich

liebäugelte 1995 mit der Polizeischule, aber daraus wurde

dann nichts. Als das Aufgebot für den Feuerwehrdienst

kam – so war das damals noch – hat mich das auf Anhieb

interessiert. Ich überlege, wer von den damaligen Rekruten

heute noch dabei ist… Vermutlich nur Thomas Beeler und der

wird dieses Jahr ebenfalls austreten.

Wie hat sich deine Feuerwehrlaufbahn entwickelt?

Mein Zug war der damalige EZ11. Dank des tollen Teamgeistes

fühlte ich mich immer sehr gut aufgehoben. Nach gut zwei

Jahren fragte mich Zugführer Heinz Raichle, ob ich den

Gruppenführerkurs besuchen möchte und bald fand ich mich

in Hochdorf in der Ausbildung wieder. Zwei Jahre später – vor

den Ruinen im damaligen Ausbildungszentrum Blattig im

Obernau – nahm mich Kompaniekommandant Didi Lammerz

zur Seite und meinte, dass er mich gerne als Offizier ausbilden

lassen möchte. Natürlich sagte ich auch dazu gerne ja. Der

Feuerwehr-Virus hatte mich bereits seit längerem ergriffen.

2001 wurde ich dann Zugführer Stellvertreter im EZ11 und

2006, beim Kommandowechsel, bin ich zum Zugführer

befördert worden.

Als Offizier in der Einsatzkompanie 1 und später im EZ31 in

der Kompanie 3 kannst du bestimmt auf ein paar bleibende

Erlebnisse aus Einsätzen zurückblicken?

Gut in Erinnerung habe ich die Einsatzwoche beim Hochwasser

2005. Was wir dort gemeinsam geleistet haben, hat mich

beeindruckt. Aber schon bevor ich Offizier wurde, waren vor

allem der Brand der Garage Koch und 1999 der Brand in der

Tiefgarage Bahnhofplatz sehr prägende Ereignisse.

An einen Brand an der Winkelriedstrasse rückten wir mit

dem alten Ford Transit direkt nach dem abgeschlossenen

Gruppenführerkurs in Hochdorf aus. Dass es so schnell gehen

kann, um das Gelernte anzuwenden und eine Gruppe zu

führen, die mittels Leitern Personen aus dem Gebäude rettet,

das hätte ich nie gedacht.

Bei einem anderen Brand im Lagerhaus Röllin 2006 lag

viel Schnee, sodass wir die Hydranten fast nicht fanden. Im

Verlauf dieses Einsatzes war einem Atemschutztrupp der

Rückweg abgeschnitten worden, da ausgebrannte Fahrzeuge

in der Halle sich plötzlich selbständig gemacht hatten. Meine

damalige Partnerin und heutige Frau Manuela war in eben

diesem Trupp, das gab dann doch ein paar bange Momente.

Du hast 2012 als Kompaniekommandant in die Stabskompanie

gewechselt. Wie hast du diese letzten acht Jahre

erlebt?

Der Wechsel in die Kp S war eine spannende Herausforderung.

Fachlich war ja schliesslich vieles Neuland für mich. Aber ich

wurde sehr gut aufgenommen. Die Zusammenarbeit mit den

Kadern und die letzten Jahre mit meinem Ausbildungsoffizier


FEUERWEHR INTERN

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Uwe Lüdke waren wirklich toll.

Ein sehr trauriger Moment war der Tod von Adrian Emmenegger

aus der Abteilung Verkehr. So lange hofften wir mit ihm, dass

er wieder mit seinen Kameraden auf der Strasse stehen wird.

Aber nach einem langen Kampf verlor er gegen den Krebs.

Die Spezialisten der Kp S haben einen tollen Teamgeist. Ich

durfte dies oft nah miterleben. Es ist spürbar, dass jeder Zug

stolz auf seine Arbeit und in mehrfacher Hinsicht einmalig ist.

Die Berufsfeuerwehr wurde während deiner Zeit im

Führungsstab eingeführt…

Ja, richtig. Das war ein sehr spannendes Projekt. Das

Auswahlverfahren der Bewerber zu begleiten, die Besuche

bei anderen Berufsfeuerwehren und zu sehen wie zuerst die

baulichen und dann viele weitere Massnahmen umgesetzt

wurden, war sehr beeindruckend.

Was waren die schönsten Eindrücke aus den 25 Jahren?

Natürlich war es immer sehr schön, Menschen mit unserer

Arbeit helfen zu können. Aber am meisten schätzte ich die

Kameradschaft und die Freundschaften, die über die Jahre

entstanden sind. Der legendäre «Fondue-Rapport» aus der

Zeit vom EZ31, das Jassen mit der DG4 sind nur einige dieser

Zeichen. Dass Manuela und ich 2009 unser Hochzeitsfest im

Feuerwehrgebäude feierten, bestätigt dies wohl ebenfalls.

Lieber Heiri, vielen Dank für dieses Interview, es war schön

mit dir die Jahre Revue passieren zu lassen. Da Manuela nach

wie vor in der Führungsunterstützung ist, freuen wir uns, dich

künftig weiterhin als ihre Begleitung an Feuerwehranlässen

anzutreffen.

Wir hoffen, dass es gesundheitlich bald wieder klappt mit den

Marathonläufen. Alles Gute für die feuerwehrfreie Zukunft!


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FEUERWEHR INTERN

Von klein auf mit dem Feuerwehrvirus infiziert

Schon komisch, nach 26 Jahren verlasse ich die Feuerwehr Stadt Luzern. Die

Hälfte meines Lebens habe ich der Bevölkerung der Stadt Luzern gedient.

Aber eben, alles hat mal ein Ende oder zumindest ein Teilende, schliesslich

mache ich bei der Betriebsfeuerwehr des Luzerner Kantonsspitals weiter.

Text: Christian Schumacher, ehemaliger Kp Kdt Stv, Stab Kp I

Bilder: zVg und Feuerwehr Stadt Luzern

Ich will Feuerwehrmann werden!

Jeder hat wahrscheinlich in seinem Leben einen prägenden

Moment. Meiner war am Samstag, 4. März 1978. In dieser

Nacht brannte das grosse Hotel Müller in Gersau nieder.

Ich gehörte als damaliger Zweitklässler zu den unzähligen

Schaulustigen. Nach rund zwei Stunden war von diesem stolzen

Bau nicht mehr viel übrig. Von da an war mir klar, ich will

Feuerwehrmann werden.

Wie kommt man zur Feuerwehr?

Als ich in Basel meine Lehre als Chemielaborant begann, waren

meine Feuerwehrträume etwas beiseite gerückt. Die Ausbildung

stand im Vordergrund. Wäre da nur nicht das Depot

der Werkfeuerwehr Roche gegenüber unserem Laborgebäude

gestanden. Fast wöchentlich hatten diese Einsätze und jedes

Mal schwang ich mich auf das Pult, um zu sehen, wie die

Werkfeuerwehr ausrückte. Der Virus liess mich nicht los.

Im letzten Lehrjahr entschloss ich mich, mit 19 Jahren, bei

der Feuerwehr Gersau einzusteigen und absolvierte im Dorf

mit Leiter- und Schlauchwagen einen Grunddienst. Notabene

ohne Zugfahrzeug wurden die Anhänger zum Hauptplatz gezogen.

Nach der Lehre und dem Militärdienst versuchte ich, bei einer

Berufsfeuerwehr Anschluss zu finden. Leider herrschte

mancherorts Personalstopp und Chemielaborant war nicht

gerade eine vorteilhafte Ausbildung für einen Job in einer

BF. Hätte ich doch meinem Namen alle Ehre getan und wäre

Schu(h)macher geworden, das wäre erfolgsversprechender

gewesen.

Zum Polizei-Löschpikett

Naja, ganz aufgegeben hatte ich meinen Wunsch nicht und

erkundigte mich nach dem Brandschutz in Luzern. Mir wurde

erklärt, dass die Polizei dort Feuerwehrdienst leistet. Und

da es mich der Liebe wegen wieder in die Innerschweiz zog,

bewarb ich mich als Stadtpolizist. 1991 war ich dann bei der

Stadtpolizei und auch beim damaligen Löschpikett.

No Risk, no Fun

Die acht Jahre bei der Stadtpolizei waren eine sehr spannende

Zeit. Trotzdem dauerte es fast ein Jahr bis zu meinem

ersten Grossbrand. Dieser war dann dafür umso spezieller.

Es war wieder ein Samstag. Ich erinnere mich noch, als ob es

gestern gewesen wäre, als es plötzlich über den Lautsprecher

ertönte: «Brandalarm in der Bootswerft.» Ja, was jetzt, Brandalarm

oder BMA? Der Alarmgruppenchef wusste auf meine

Frage auch keine so schlüssige Antwort. Brandalarm eben.

Mit Stiefel oder ohne? Ich entschloss mich für ein Paar Stiefel

und den weissen Helm mit grossem Visier. Und dann ging es

mit dem kleinen Iveco-TLF los.

Kari Camenzind, auch ein Gersauer und Primarschulkollege,

sass neben mir in der Kabine, welche vom Fahrer und Chef

abgetrennt war. Wir bretterten ziemlich zügig Richtung Werft.

Als wir dann beim Bahnhof um die Ecke geflitzt kamen, sahen

wir eine bedrohliche, schwarze Rauchsäule über dem Werftareal.

Es brannte tatsächlich und das offensichtlich ziemlich


FEUERWEHR INTERN

21 «

ausgedehnt. In mir hüpfte es und ich konnte es kaum erwarten,

mit dem Löschen anzufangen. Atemschutz an, Schnellangriff

raus und dann gib ihm.

Das Motorschiff Europa brannte in der Werft auf 2/3 seiner

Länge bereits komplett. 1/3 befand sich unter einer grossen

Zeltblache. Ich bemerkte in meinem Eifer gar nicht, dass diese

unmittelbar neben mir auch schon Feuer gefangen hatte. Zum

Glück zogen mich meine Kollegen vom Schiffsteg weg und ich

musste meine Löschversuche von weiter hinten tätigen. Wo

blieb bloss die Verstärkung?

Zwischenzeitlich baute eine weitere Patrouille eine Transportleitung

auf und so konnten wir mehr Druckleitungen einsetzen.

Trotzdem bekam man das Gefühl, dass das Wasser gar

nie recht ankam, so enorm heiss war es. Und die Feuerwehr?

Unsere Verstärkung rückte zuerst an die Rigistrasse aus. Anwohner

meldeten dort einen Brand. In Tat und Wahrheit zog

der Rauch vom brennenden Schiff über den See ins Quartier.

Als dies bemerkt wurde, kam dann die Verstärkung auch zu

uns. In der Zwischenzeit haben wir das Schiff fast mit Löschwasser

versenkt und ich meine Schulter unter der Teled-Jacke

versengt.

Il Sugo

Die Löschpikettzeit war von unzähligen Einsätzen geprägt. Es

war eine absolut hammerhafte Zeitspanne gewesen mit vielen

spannenden Einsätzen, wie beispielsweise einem Autobrand

in der Tiefgarage.

Dann rückten wir, wie heute, auch zu unzähligen Kochguteinsätzen

aus. Einer davon ereignete sich am frühen Nachmittag

im Würzenbachquartier. Als wir ankamen, war die ganze Wohnung

voll mit schwarzem Rauch und es stank bestialisch. Die

Pfanne war schnell vom Herd, die Ursache behoben.

Der Rauch verzog sich langsam und man konnte aufgrund der

Wohnungseinrichtung erkennen, dass hier jüngere Menschen

gewohnt haben, zumindest vorher. Während wir lüfteten,

fuhr ein Auto zu. Eine junge Dame war über die Anwesenheit

der Feuerwehr sichtlich überrascht und plötzlich begann sie

lauthals zu schreien. Sie hatte ihren Sugo auf dem Herd vergessen.

Tragisch, aber es gab mit Sicherheit eine neue Wohnungseinrichtung.

New York

Während meiner Feuerwehrzeit lernte ich Dominik Baumann

kennen. Er war Angehöriger der Feuerwehr und Fotograf bei

der damaligen LNN. Zusammen mit Eric Eisner, dem bekannten

Journalisten, verfasste er zahlreiche Beiträge über Brandeinsätze

in der Zeitung. Dominik war auch aktiv in der Füürhorn-

Redaktion und so erfuhr ich, dass er 1993 bei der New Yorker

Feuerwehr war. «New Yorker Feuerwehr, das wär’s», dachte ich

mir. Im Mai und November 1994 reisten wir gemeinsam nach

New York und konnten dort bei der Ladder 3 interessante Tage

und Einsätze erleben. Ein Kindheitstraum wurde wahr.

Niemand hätte damals daran gedacht, dass ich im Dezember

2001, zusammen mit Dominik und Claude Fracheboud sowie

einem Check von 20’000 Schweizerfranken, wieder nach New


» 22

FEUERWEHR INTERN

York reisen würde. Das Geld sammelten die Angehörigen der

Feuerwehr Stadt Luzern für die Opfer der Ladder 3 vom 11.

September. Zwölf Mitglieder der Ladder 3 verloren damals bei

diesem Terrorakt ihr Leben.

Noch eine Episode am Rande: Als ich im November 1994 mit Dominik

das zweite Mal in NYC war, rückten wir zu einem automatischen

Brandalarm aus. Wir waren mit dem Bataillon-Chef unterwegs,

als ich am Strassenrand zufällig Emil Steinberger erblickte.

Ganz cool sagte ich zu Dominik: «Dort steht Emil.» Er brachte den

Chief zum Stoppen, rannte aus dem Fahrzeug direkt auf Emil zu.

Ein paar Worte, ein paar Fotos, so wie es sich für einen Fotojournalisten

gehört. Ungläubig fragte mich der Fahrer, wer denn dieser

Mann sei. «It‘s Emil a famous Swiss comedian.» Danach ging

die Alarmfahrt weiter. Es war ein Fehlalarm.

Praxis schadet nie, auch nicht für Offiziere

Klar, als Offizier fehlt einem ab und zu die Praxis, das rächt

sich dann irgendwann. So hatte ich wieder einmal das riesige

Glück, im TLF an einen Brand auszurücken. Ins Würzenbach

ging es diesmal, Kellerbrand. Ich zog mir vorbildlich das Atemschutzgerät

an und schaute, dass die Bänderung satt sitzt. Ich

hasse das, wenn das AS-Gerät auf dem Rücken schwabbelt…

Dann kamen wir am Objekt an. Alle sprangen aus dem Wagen,

nur ich kam nicht so in die Gänge. «Hey Jungs, wie löst man

denn diese Flasche vom Sitz?» Sofort half mir ein Atemschützler

mit dem nötigen Kommentar, die Flasche vom Sitz zu lösen

und entriegelte die AS-Halterung. Endlich aus der Kabine

gesprungen, merkte ich, dass ich die Pressluftflasche nicht

geöffnet hatte. Auch aus dieser langsam peinlich werdenden

Situation hat mir ein anderer Feuerwehrler sofort herausgeholfen

und mir das Ventil der Flasche geöffnet. Danke.

Weniger ist oft mehr

Selten nehme ich mir sonntags Zeit, einen Match des FCL in

der Allmend anzuschauen. So wie die Mannschaft spielt… Es

geht ja auch mehr um die Wurst und das Bier. Und irgendwie

war ich froh, wurde das langweilige Fussballspiel von einem

Brandalarm unterbrochen. Stufe 2 wurde aufgeboten, Brand

Industriestrasse. Ein Mannschaftsbus der Luzerner Polizei

brachte mich freundlicherweise zur Feuerwache.

Und nochmals durfte ich mit dem TLF ausrücken. Diesmal

klappte alles mit dem Atemschutzgerät. Motiviert meldete ich

mich beim Einsatzleiter, Marco Fischer, welcher mich sogleich

als Of-Front einteilte. Unverzüglich rückte ich zum Brandherd

vor. Das Löschpikett hatte mit dem Innenangriff bereits

begonnen und schon mal ordentlich Strukturkühlung vorgenommen.

Als ich mich nach dem Brandort erkundigte, zeigte

man mir einen Büroraum. Dieser war komplett verraucht. Ich

schaute mich vorsichtig um, und siehe da, ein runder Bereich

am Boden brannte noch. Ca. 20 cm Durchmesser und

vielleicht 15 cm hohe Flammen. «War‘s das?», dachte ich mir.

Scheinbar schon, mehr Feuer konnte ich nicht ausmachen. Ich

fragte nach dem Strahlrohr, welches mir die Polizistin freundlich

übergab. Dann ein paar sanfte Schläge an den Hebel des

Hohlstrahlrohrs, so dass sich effektiv nur ein paar Tropfen

Wasser bildeten, welche dann zischend den Brand löschten.

Sorry, ich weiss, die Wassermenge wird nicht über den Hebel

geregelt. Aber 20 Liter/Minute wären entschieden zu viel gewesen.


FEUERWEHRLATEIN

23 «

Luca Wolf erklärt uns Feuerwehrlatein

Als Journalist für die Luzerner Zeitung und zentralplus hat Luca Wolf immer wieder über die

Feuerwehr Stadt Luzern berichtet. Auch in seiner jetzigen Tätigkeit als Projektleiter Kommunikation

der Stadt Luzern hat er regelmässig mit unserer Feuerwehr zu tun. Dass er deshalb

mit Feuerwehrwissen – und viel Kreativität – trumpfen kann, beweist er uns, indem er sich

dem Feuerwehrlatein stellt und Begriffe erklärt, die nur ein echter Insider kennen kann.

Text: Andrea Zimmermann, Doku-Dienst

Bild: zVg

Seit einiger Zeit muss in der Feuerwehr Stadt Luzern eine «Schwarz/Weiss-

Trennung» eingehalten werden. Was ist darunter zu verstehen?

Ach herrje, das fängt ja gut an, ich hab keine Ahnung... Da es erst «seit einiger

Zeit» ist, kann’s mit Rassismus nichts zu tun haben... Hat es etwas mit

dem Rauch zu tun, der bei Feuer entsteht? Ist er schwarz, muss man Gasmasken

aufsetzen, ist er weiss, darf man ihn sogar tief einatmen?

Was passiert bei «Alarmstufe Null»?

Tönt nicht sehr pressant... Alarmstufe Rot, das klingt nach einem richtigen

Mordsfeuer! Aber Alarmstufe 0? Eventuell das Zeichen für einen Fehlalarm?

Oder dafür, sich zur Jassrunde zu begeben?

Was machen Feuerwehrleute beim sogenannten «Theaterdienst»?

Die Feuerwehr Stadt Luzern veranstaltet doch jährlich ein tolles Fest für ihre

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich durfte da auch schon mal dabei sein,

war super, es gibt dort ja auch immer so theatralische Auftritte. «Theaterdienst»

könnte der Begriff für jene wechselnde Gruppe von Feuerwehrleuten

sein, die den Anlass organisieren darf oder muss. Na, Treffer?

Für bestimmte Einsätze steht dem Kanton Luzern eine «ABC-Wehr» zur Verfügung.

Was ist das und wann ist sie besonders gefragt?

Ganz einfach: Öl- und Chemiewehr erfordern eine grosse Sammlung an geeigneten

Pumpen, Gefässen, Werkzeugen und Schläuchen, welche alle auf

dem ABC-Wehr-LKW mitgeführt werden.

Als Besonderheit ist auf diesem Fahrzeug auch eine komplette PbU-Ausrüstung

als Modul verfügbar. Zudem hat das etwas mit atomaren, biologischen

und chemischen Stoffen zu tun. Korrekt? Ok, hab’s gegoogelt, ich Schlaumeier,

exgüsi.

Im Alarmfall sind TLF und ADL stets gemeinsam unterwegs. Wer oder was ist

damit gemeint?

Gegenfrage: Wer denkt sich all diese fiesen Fragen aus...? Die Kürzel stehen

sicher für bestimmte Einsatzgruppen/Geräte/Fahrzeuge/Personen/Znüniboxen,

etc...

Nicht gewusst?

1. Fast richtig! Unter dem Begriff «Schwarz-/Weiss-Trennung» versteht man Hygienemassnahmen, die dem Schutz der Einsatzkräfte dienen. Die nach einem

Einsatz an der Ausrüstung haftenden Schadstoffe können nämlich Krankheiten wie Krebs begünstigen – insofern muss kontaminierte (schwarz) von der nichtkontaminierten

Ware (weiss) getrennt und entsprechend gereinigt werden.

2. Falsch. Bei «Alarmstufe 0» rückt die Berufsfeuerwehr als Ersteinsatzelement aus – und entscheidet dann, ob weitere Alarmierungen nötig sind, um das Ereignis

zu bewältigen. (Anmerkung: neu gilt die «Alarmierung 2020». Den Bericht dazu finden Sie auf Seite 36)

3. Eine gute Idee, aber leider nicht ganz richtig. Der «Theaterdienst» bezeichnet den Brandsicherheitsdienst im Luzerner Theater, der von Angehörigen der Feuerwehr

Stadt Luzern übernommen wird. Bei jeder Vorstellung sind zwei Feuerwehrleute anwesend, die bei einem Ereignis sogleich reagieren können.

4. Googeln zählt zwar nicht – aber trotzdem richtig. Die «ABC-Wehr» ist für Ereignisse zuständig, bei welchen atomare, biologische oder chemische Stoffe austreten.

5. Genau, die Abkürzungen stehen für Fahrzeuge. «TLF» steht für das Tanklöschfahrzeug und mit «ADL» ist die Autodrehleiter gemeint.


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ALARMSTUFE 0

Sportclub feiert erste Erfolge

Die Berufsfeuerwehren messen sich in diversen Sportarten an

der Schweizermeisterschaft - da darf Luzern selbstverständlich

nicht fehlen. Bereits wurden erste Erfolge erkämpft.

Text: Adriano Cecini, BF

Bilder: zVg

Bei den meisten Berufsfeuerwehren in der Schweiz gibt es einen

Sportclub. Diese messen sich jedes Jahr in verschiedenen

Disziplinen in der Schweizermeisterschaft, die im Turnus von

den diversen Berufsfeuerwehren organisiert werden.

Da der Sportsgeist auch in Luzern stark ausgeprägt ist, beschloss

die Berufsfeuerwehr Luzern, ebenfalls einen Sportclub

zu gründen. Dies geschah am 19. November 2018. Dank

der Unterstützung des Kommandos konnte der Sportclub Trikots

beschaffen.

Im vergangenen Jahr fand am 14. März die Eishockeymeisterschaft

in Zürich statt. Da wir nicht genügend eigene Spieler

stellen konnten, schlossen wir uns mit der Berufsfeuerwehr

von La-Chaux-de-Fonds zusammen. Gemeinsam konnte ein

historischer Sieg gegen die Mannschaft von Schutz und Rettung

Zürich, der späteren Turniersiegerin, errungen werden.

In Genf stellte unser Sportclub eine Mannschaft an der Beachvolley-Meisterschaft

und errang ebenfalls einige Siege.

Im Spätherbst reiste schliesslich eine Delegation

des Sportclubs an die Unihockeymeisterschaft nach

La-Chaux-de-Fonds. Nach hart umkämpften Partien resultierte

schlussendlich der zehnte Schlussrang.

Auch dieses Jahr stehen bereits wieder die ersten Wettkämpfe

mit Luzerner Beteiligung an: in Andermatt findet das Skirennen

statt und im März reist unsere Sportequipe für das Eishockeyturnier

nach Lausanne.


FEUERWEHR PAAR

25 «

Der Feuerwehrvirus ist ansteckend

Die Füürhorn-Redaktion stellt regelmässig Feuerwehrpaare und -familien vor.

Jüngst haben wir uns mit Jaqueline (EZ 3) und Cyprian Marti (EZ 4) getroffen

und erfahren, was die beiden neben der Feuerwehr so alles verbindet.

Text: Andrea Zimmermann, Doku-Dienst

Bild: Feuerwehr Stadt Luzern

Hin und wieder gibt es Paare, bei denen man etwas länger nach

Gemeinsamkeiten suchen muss. Anders ist das jedoch bei Jaqueline

und Cyprian Marti. Beide sind Teil der Feuerwehr Stadt Luzern – aber

auch darüber hinaus gibt es viele Leidenschaften, welche die beiden

miteinander verbinden. Jene zu ihrem Beruf hat die beiden sogar

zusammengeführt.

2013 suchte Jaqueline nämlich eine neue Stelle als Schreinerin und

bewarb sich dabei just bei jenem Unternehmen, in welchem damals

auch Cyprian tätig war. «Cyprian war zum Zeitpunkt der Einstellung

im WK, kam jedoch am Freitag zum Feierabendbier», erinnert sich

Jaqueline an die erste Begegnung. Liebe auf den ersten Blick sei es

jedoch nicht gewesen. Im Gegenteil, das erste Aufeinandertreffen

gestaltete sich nicht gerade sonderlich toll. Mit jedem Bier aber, so

lachen die beiden, hätten sie sich etwas interessanter gefunden. 2017

haben sie sich schliesslich in Vitznau das Ja-Wort gegeben.

Motiviert für den Feuerwehrdienst

Während Cyprian in Littau geboren und aufgewachsen ist, fand

Jaqueline erst über Umwege nach Luzern resp. auf den Littauerberg,

wo die beiden seit 2018 wohnhaft sind. Die 31-Jährige stammt

ursprünglich aus Zürich und zog später nach Olten. «Dort habe ich

mich auch mit dem Feuerwehrvirus angesteckt», erzählt sie. Als

sie schliesslich in Littau mit Cyprian zusammenzog, sei für sie klar

gewesen, dass sie auch weiterhin Feuerwehrdienst leisten möchte.

Nach drei Jahren in der Feuerwehr Olten wechselte sie also zur

Feuerwehr Stadt Luzern, in welcher sie mittlerweile bereits seit fünf

Jahren dabei ist. Sie engagiert sich im Atemschutz und neu auch im

Stützpunkt Rettung. Zudem befindet sie sich momentan in Ausbildung

zur Gruppenführerin.

Im Vergleich zu Jaqueline ist Cyprian mit seinen zwei Dienstjahren

eher ein Neuling. 2020 wird er zum Atemschützler ausgebildet,

worauf sich der 34-Jährige sehr freut. «Jaqueline hat mich mit ihrer

Begeisterung für die Feuerwehr angesteckt», meint er. «Nach meiner

Aus- und Weiterbildung suchte ich nach einer nebenberuflichen

Aktivität und die Feuerwehr erwies sich dabei als ideal. Man lernt

schnell interessante Leute kennen und kann erst noch Menschen in Not

helfen», sagt Cyprian über seine Motivation für den Feuerwehrdienst.

Fasnacht und Gamen

Insbesondere schätzen die beiden die Kameradschaft im Einsatzzug

und der gesamten Feuerwehr, wie sie erzählen. «Nicht zuletzt finden

wir in der Feuerwehr einen guten Ausgleich zu unserem Arbeitsalltag»,

so Cyprian. Dass sie nicht in derselben Kompanie sind, sei jedoch

beabsichtigt gewesen. «Damit haben wir zwar das gleiche Hobby,

können jedoch auch als Einzelpersonen da sein.»

Neben Beruf und Feuerwehr teilen die beiden noch weitere

Gemeinsamkeiten, welchen sie in ihrer Freizeit als Hobby nachgehen.

«Wir machen sehr gerne Sport; vor allem Klettern,

Tanzen (Rock’n’Roll) und Snowboarden», sagt

Jaqueline. Aber auch Fasnacht und Gamen seien

bei ihnen hoch im Kurs. «Wir verbringen gerne

Zeit in unserem Gamezimmer.»

Kaum zu glauben, dass Cyprian nebenbei auch

noch Zeit hat, sich als Geschäftsinhaber der

Studer Innenausbau AG um fünf Angestellte

zu kümmern. «Auch dort bin sehr um den

Brandschutz bemüht», sagt er. Gerne wäre er

auch bereit, der Feuerwehr seine Schreinerei als

Übungsgelände zur Verfügung zu stellen. «Im

Fall der Fälle würde auch der Betrieb von dieser

Erfahrung profitieren», meint er.


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FEUERWEHR INTERN

Ein bunter Abend mit grossen Verabschiedungen

Freitag, 22. November 2019

Es war ein Kompanieabend wie er keine Wünsche offenlässt:

Am Freitag, 22. November 2019, traf sich die Stabskompanie

im «Jodlerwirt» – es standen grosse Verabschiedungen, aber

auch ein buntes Programm bevor.

Text: Andrea Zimmermann, Doku-Dienst

Bilder: Feuerwehr Stadt Luzern

Wer den «Jodlerwirt» bisher nur von aussen kannte, hat wohl

kaum erwartet, dass sich im ersten Stock der Schlagerbeiz

am Hirzenhof ein wahres Bijou versteckt. So staunte so

manch eine/r der Stabskompanie nicht schlecht, als er/sie

den feierlichen Rütlisaal betrat, wo am 22. November der

Kompanieabend stattfand. Der in der Mitte des 19. Jahrhunderts

erbaute Holzsaal, der heute unter Denkmalschutz

steht, wirkt nicht nur prächtig, sondern bietet auch ein

nostalgisches Ambiente. Genau richtig also für eine Feier, die

angesichts der bevorstehenden Verabschiedungen von Kompaniekommandant

Heiri Bernet und seinem Stellvertreter

Uwe Lüdtke auch etwas wehmütig stimmte. Beide verlassen

die Feuerwehr nach 25 resp. 30 Dienstjahren per Ende Jahr

und werden damit eine grosse Lücke hinterlassen.

Ein abwechslungsreiches Programm

Umso mehr war das Organisationskomitee der Sanitätsund

Betreuungsabteilung an jenem Abend bemüht, den 90

anwesenden Gästen ein abwechslungsreiches Programm zu

bieten. Während der Jodlerwirt für deftige Speisen sorgte,

kümmerte sich die SBA um die Unterhaltung der Gäste.

Das Highlight des Abends war dabei ein interaktives Quiz,

in dem das Wissen der Gäste rund um die Feuerwehr und

Stabskompanie auf die Probe gestellt wurde. Zu viert wurde

jeweils um einen Platz auf dem Siegerpodest gekämpft, wobei

das Smartphone als Controller diente und die Rangliste

in Echtzeit auf eine Leinwand projiziert wurde. Es kam zu

einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen verschiedenen Teams,

letztlich entschieden nur ein paar Sekunden über Sieg oder

Niederlage.

Erinnerungen, die bleiben

Im Rampenlicht standen jedoch nicht etwa die Siegerinnen

und Sieger des Quiz. Vielmehr waren es Heiri und Uwe, die

verdienterweise im Mittelpunkt des Abends standen. In

gegenseitiger Dankbarkeit und mit viel Ehrerbietung wurde

Abschied genommen. Beide gehen mit einem lachenden

und einem weinenden Auge, wie sie erzählten. Und genau

so werden auch wir von der Stabskompanie an die beiden

zurückdenken – traurig über ihren Abgang, aber auch voller

freudvoller Erinnerungen an die gemeinsame Zeit.

Freudig blicken wir letztlich auch auf den durchwegs gelungenen

Kompanieabend zurück, der heuer mit 90 angemeldeten

Personen sogar einen Teilnehmerrekord verzeichnen

durfte. Ein Dank an das OK und bis zum nächsten Jahr!


FEUERWEHR INTERN

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Woran die Kompanie II 2019 zu «gnagen» hatte

Freitag, 15. November 2019

Ein Teambuilding Event? Eigentlich gibt es nichts daran auszusetzen, gemeinsam

Erfahrungen zu machen und dabei seine Kolleginnen und Kollegen abseits

des Arbeitsalltags besser kennenzulernen. In der Umsetzung bleibt das Ganze

aber häufig hölzern – nicht so bei der Einsatzkompanie II.

Text: Kathrin Haller, EZ 2

Bilder: Marcel Bieri, EZ 2

Die Feuerwehr kennt die wirklichen Erfolgsfaktoren schon lange: Man

organisiere einen gemeinsamen Abend, wo es weder an Essen noch

an Getränken mangelt, schaue zusammen auf das vergangene Jahr,

werfe einen Blick in die Zukunft und automatisch kommt man über die

Zugsgrenzen hinaus mit Kameradinnen und Kameraden ins Gespräch.

Genau zu diesem Zweck traf sich die Kompanie II am 15. November

2019 beim Restaurant Schützenhaus. Das nasskalte Wetter hielt das

draussen angebotene Törmli-Bier schön kühl. Der eine oder andere

hätte auch einen Glühwein oder Punsch dankend angenommen,

aber wir wären ja nicht bei der Feuerwehr, wenn das Wetter unsere

Motivation beeinflussen würde. Trotzdem kam dann der Wechsel in

die warme Stube den meisten ganz gelegen und bald wurde heisse

Suppe serviert. Spannenderweise war die Kürbissuppe viel beliebter

als die Gnagisuppe; offensichtlich zogen viele AdF dem Schweine- das

Kürbisfleisch vor. Eiligst wurden noch ein paar Kürbisse geschlachtet,

um alle Vitaminhungrigen zu bedienen.

Auf die Suppe folgte die Begrüssung durch unseren

Kompaniekommandanten Rolf Matter. Und nachdem sich die

Kompanie II sowohl bei den Übungen als auch an Einsätzen jeweils

von der mutigsten, fleissigsten und stärksten Seite gezeigt hatte,

wurden mit einer grossen «Metzgete» nun die kulinarischen Grenzen

der Truppe ausgelotet. Neben Rippli, Speck, Blut- und Leberwürsten

bot das grosse Buffet saure Leber, Brägel, Kutteln, Schnörrli und

anderes. Bei den Beilagen war die Auswahl ebenso gross, sodass

auch diejenigen satt wurden, welche gar kein Fleisch essen mochten.

Das eine oder andere spannende Tischgespräch entsponn sich ob des

Angebots: Einige erinnerten sich an frühere Zeiten, für andere trifft

«Schnauz-to-Tail» einfach den Zeitgeist.

Neben dem Essen gab es noch andere Themen, die zu Diskussionen

anregten. Die Übungsausblicke erinnerten daran, dass die reine

LRE-Funktion ausgedient hat und dafür die zusätzliche Ausbildung

der neuen ASGT und die Atemschutzübungen in der Zugsformation

neue Herausforderungen sein werden. Nach dem Beklatschen von

Jubilaren und einem Überblick über neue und zusätzliche Funktionen

wurden während dem Dessert auch spannende Hypothesen zu den

Nachfolgen für die Posten des Kompaniekommandanten und Fouriers

aufgestellt. Beide haben angekündigt, sich Ende 2020 von ihrer

Funktion zurückzuziehen.

Am Schluss war die Verbindung innerhalb der Kompanie so innig,

dass einige gar nicht daran dachten, den Heimweg anzutreten. Aus

Sicht des Teams kann man sagen: Dieser Kompanieabend war ein

voller Erfolg!


» 28

AUS ALLER WELT

Zu Besuch bei der grössten Werksfeuerwehr Bayerns

Beim Stichwort «München» denken die meisten Leserinnen und Leser wohl

eher an das Hofbräuhaus, BMW, Fussball, Englischer Garten, Olympiapark oder

Deutsches Museum. Dass aber die seit 1949 bestehende Flughafenfeuerwehr

München zur grössten Werksfeuerwehr Bayerns (ab 2014) angewachsen ist,

mag angesichts der Grösse der gesamten Flughafenanlage etwas untergehen.

Grund genug, einen halben Tag meines Weekend-Besuches in München in eine

Visite bei der Flughafenwache München Nord zu investieren.

Text und Bilder: Arthur Reinhold, EZ 6


AUS ALLER WELT

29 «

Die Flughafenfeuerwehr München entspricht den geltenden

Richtlinien der ICAO (Int. Zivilluftfahrtorganisation) und hat

den höchsten Ausbaustandard, die Kategorie 10.

Diese Anforderung ist abhängig von der Grösse des Flughafens

und des abzuwickelnden Flugbetriebes (z.B. auch wegen

dem Airbus A380). Innerhalb von 180 Sekunden nach der Alarmierung

muss jeder Ort auf dem Flugfeld von einer der zuständigen

Feuerwachen aus erreicht werden können.

Zwei Feuerwachen (Nord und Süd) teilen sich die Zuständigkeit

für den ganzen Flughafen, wobei nicht nur auf einen Notfall

im Flugbetrieb gewartet wird. Vielmehr sind die gut 200

Feuerwehrleute im 24 Stunden Betrieb für alle möglichen Notfälle

einsatzbereit.

Ein «Satellit» mit Einkaufs-Mall, Hotels, Tower und sonstigem

Flughafen-Zugemüse, 2 Flug-Terminale, 5 Parkplätze und 7

Parkhäuser (34’000 Parkplätze), 2 Fracht-Terminale, 1 Tanklager

(44 Mio. Liter Kerosin), 2 Start- und Landebahnen mit 6

Vorfeldern und 205 Flugzeug-Parkpositionen, 80 km Strassen

und 7 km Schienen der S-Bahn (Tunnel) und diverse Werkshallen

für Unterhalt und Versorgung sind nur ein kleiner Überblick

der gesamten Zuständigkeit der zwei Brandwachen.

Die mir zur Verfügung stehenden Einsatzzahlen sind ebenso

beeindruckend. Bei 5825 Einsätzen im Jahr 2017 handelte

es sich bei 1940 um technische Hilfeleistung, 1836 Einsätze

des medizinischen Notfallteams, neben 114 echten Bränden

hielten aber auch 806 Fehlalarme (50’000 Brandmelder) die

Mannschaft auf Trab. 1129 technische Arbeiten wurden aus

Brandschutzgründen von der Feuerwehr überwacht und bei

198 Führungen wurden 6935 wissbegierige Besucher freundlich

begrüsst.

Flaggschiffe der 43 Einsatzfahrzeuge und 36 Sondergeräte

(u.a. 24 Abrollbehälter) sind natürlich die 10 bulligen Flugfeldlöschfahrzeuge.

Und weil es sich bei meiner Führung eben um

eine Spezialführung durch die Flughafenfeuerwehr handelte,

kurvte so ein Koloss mit üppiger Wasser-Fontaine vor unseren

Nasen umher.

Gewaltig, diese Kraft der Maschine und die Reichweite der

Wasserlanze, die in einem Ernstfall auch einfach durch die

Aussenhülle eines Flugzeuges gebohrt werden kann, um effizient

einen Innenangriff zu lancieren. Es lebe das Fog-Nail

XXXL!

Panther «München 6» Kenndaten: Gewicht 40 t, Motor

1000 PS, Pumpenmotor 311 PS, Wassertank 12’500 l, Schaum

1500 l und 1000 kg Pulver.

Kommt es auf einer der zwei Start- bzw. Landebahnen zu

einem Ernstfall, rücken aus beiden Feuerwachen die Einsatzfahrzeuge

geschlossen aus. Die für den Einsatzort zuständige


» 30

AUS ALLER WELT

Feuerwache muss zwingend binnen 180 Sekunden den Einsatzort

erreichen. Die zweite Einsatzkolonne wird, wegen

dem längeren Anfahrweg, den Schadenplatz verzögert erreichen

und die erste Löschwelle ergänzend unterstützen.

So ein Ernstfallereignis hat zur Folge, dass der Flugbetrieb

sofort gänzlich eingestellt wird. Flugzeuge, die im direkten

Anflug sind, müssen unverzüglich durchstarten und der gesamte

ankommende Flugbetrieb wird umgeleitet. Ein zweiter

Notfall zur gleichen Zeit kann so fast gänzlich ausgeschlossen

werden.

Beeindruckt haben mich bei meinem Besuch vor allem die gewaltigen

Hebekissen, die gerade in der Fahrzeughalle einer

Funktionskontrolle unterzogen wurden. Unter den Tragflächen

platziert, können die Havaristen so bis zu einer Grösse eines

Jumbo-Jets oder Airbus A380 seitlich stabilisiert werden. Da

erscheinen unsere Kissen als reines Kinderspielzeug.

Dass eine Flugzeugevakuation nicht nur über die Notrutschen

erfolgen muss, zeigt sich in zwei gewaltigen Rettungstreppenfahrzeugen.

So kann von aussen her auch das zweite Passagierdeck

der mächtigsten Flieger dieser Welt bequem und sicher

erreicht werden. Die Rettungsplattformen sind natürlich

mit elektrischen Überdrucklüftern, einer Wasserversorgung

mit Schnellangriff, Akku-Scheren und Spreizer ausgerüstet.

Gewaltig, welche Gerätschaften ständig unterhalten sein

müssen, um den Flugbetrieb bei den unzähligen Starts und

Landungen oder den Basis-Brandschutz auf dem Flughafen

München sicher zu stellen. So werden zum Beispiel auch rund

7500 Feuerlöscher periodisch gewartet oder ausgetauscht.

Jeder Mitarbeiter der Feuerwehr muss jährlich mindestens 150

Übungsstunden leisten, davon mindestens ein Mal in der eigenen

Brandsimulationsanlage. Hier handelt es sich um die

modernste und grösste, gasbetriebene Brandsimulationsanlage

in Deutschland. Die Anlage umfasst einen Übungsrumpf

in der Originalgrösse einer Boeing 747 mit 15 Brandstellen

(Trieb- und Fahrwerk, Fracht- und Passagierraum, Bordküche,

Toiletten, etc.). Auch gehören eingerichtete Felder in der Aussenhaut

dazu, zum realistischen Ziel-Training mit dem Gelenklöscharm

der Flugfeldlöschfahrzeuge.

Wenn du dir dieses «Feuerspektakel» selber mal in

einer Tour ansehen möchtest, findest du unter folgendem

Link die Möglichkeit für eine Tour-Reservation:

https://www.munich-airport.de/airport-tour-feuerwehr-387136

Achtung: Diese spezielle Feuerwehr-Tour auf dem Flughafen

München muss frühzeitig online gebucht werden!


FEUERWEHR INTERN

31 «

Wertvolle Inputs über Verhalten in kritischen Situationen

Dienstag, 5. November 2019

Am Dienstag, 5. November 2019, hat der Feuerwehrverband des

Kantons Luzern (FKL) Feuerwehroffiziere des Kantons Luzern zum

alljährlichen Fachreferat eingeladen. Der Anlass fand im Feuerwehrzentrum

der GVL statt.

Text und Bilder: Sven Jordi, EZ 2

Die 11. Durchführung dieses Anlasses hat den Titel «Verhalten/

Führung in kritischen Situationen» und wird von Thomas

Fakoussa vorgetragen.

Thomas Fakoussa wurde in Ägypten geboren und wuchs

in Deutschland auf. Mit 17 Jahren machte er seine Lizenz

zum Privatpilot und studierte nach dem Abitur Luft- und

Raumfahrttechnik. Da ihm gemäss eigener Aussage die

Denkverbote an der Universität ebenso wenig behagten wie

am Gymnasium, brach er das Studium nach zwei Semestern

ab, um in seiner geliebten Fliegerei weiter voranzukommen.

Als Fluglehrer schaffte er es immer wieder, auch schwierigen

Schülern das Fliegen beizubringen.

Um sein erfolgreiches Handeln selber zu verstehen, studierte

er Psychologie. Nach dem Vordiplom brach er das Studium ab,

selbstständiges Denken war immer noch nicht erlaubt. Jetzt

besuchte er die Kurse der bekanntesten Trainer, um von ihnen

die Zusammenhänge menschlichen Denkens und Verhaltens

zu lernen. Mit ihnen durfte er seine eigenen Ideen auch

diskutieren, endlich!

Sein Referat für die Feuerwehroffiziere des Kantons Luzern

war bis auf den letzten Platz besucht. Die vielen Inputs

über Wahrnehmung, Kommunikationsmodelle, bis hin zur

Gesundheit/Ernährung regen an, das eigene Verhalten

zu betrachten. Die Beispiele zu den verschiedenen

Stresssituationen wurden sehr anschaulich erläutert und

machten manchmal auch etwas Angst vor dem nächsten Flug.

Ebenfalls sehr eindrücklich empfand ich den Unterschied

zwischen einer Notsituation in der Simulation oder in der

Realität. Die Erkenntnis: Trotz der vielen Simulationsstunden

verhält sich der Mensch in einer echten Notlage anders.

Das kurzweilige Referat wurde mit einem Apéro abgerundet,

bei dem der Referent noch für Fragen zur Verfügung stand.

Zwischenzeitlich hatte er in der allgemeinen Luftfahrt die

Fliegerei in allen Facetten kennengelernt und war nun an

der Flugschule der Lufthansa als Fluglehrer tätig. Durch

seine Schulungserfolge und aufgrund seines Wissens ist

man bald auf ihn aufmerksam geworden und er wurde

beauftragt, pädagogische Kurse für die diversen Ausbildner

durchzuführen. Nach 18 Jahren bei der Lufthansa kündigte

er, um sich selbstständig zu machen und seine Ideen

einer fundierten und bewusst sicheren Pilotenausbildung

umzusetzen.


» 32

WAS MACHT EIGENTLICH?

Peter Zgraggen: Kulinarische Grüsse aus der Pension

Mit einem so grossartigen Empfang zum genüsslichen Nachtessen

habe ich am 12. Dezember 2019 bei Peter Zgraggen nicht gerechnet.

Eigentlich haben wir uns nur zum Füürhorn-Schwatz verabredet,

doch Peter ist eben ein herzlicher Gastgeber!

Text: Arthur Reinhold, EZ 6

Bilder: Feuerwehr Stadt Luzern + Arthur Reinhold, EZ 6

In der Füürhorn-Rubrik «Was macht eigentlich…?» berichten

wir immer wieder gerne über verdiente Persönlichkeiten aus

unserer Feuerwehr Stadt Luzern. Peter Zgraggen, ehemaliger

Feuerpolizist unserer Feuerwehr, geniesst seit November

2009 seine verdiente Pension. Obwohl er die letzten zwei Jahre

seiner Tätigkeit nur in einem 50 Prozent-Pensum arbeitete,

ist Peter unserer Feuerwehr gedanklich noch immer zu 100

Prozent verbunden.

Mit der Einstellung von Peter Zgraggen als Feuerpolizist wurde

auch die entsprechende Amtsstelle geschaffen. Fortan

waltete Peter so offiziell und amtlich zum Schutz unserer

Bevölkerung über die verschiedensten Baugesuche, war für

diverse Veranstaltungen in Luzern, wie etwa die Fasnacht

und die vielen Feste, aber auch für die generelle Einhaltung

der Brandschutzverordnungen zuständig. Ab dem 1. Januar

2005 ergänzte Edi Unternährer das Team der Feuerpolizei und

übernahm mit der Pension von Peter auch die Leitung. Der

Weggang von Peter Zgraggen wurde mit Claudio Passafaro

kompensiert.

Peter Zgraggen wurde es indes auch als Pensionär nie langweilig.

Nun konnte er seinen vielen Hobbys mehr Beachtung

und Zeit schenken.

Das Fasnachts-Basteln in seiner Guggenmusik «Barfuessfäger»

Luzern beschäftigt Peter schon über 30 Jahre und bei der

Interessengemeinschaft Rundhauber (IGR) verlässt man sich

immer gerne auf seine Fahrsicherheit bei den zahlreichen

Ausfahrten unseres einzigartigen Magirus Löschzugs oder an

den «Schraubertagen» im Feuerwehrdepot, wenn es um den

Unterhalt dieser legendären Fahrzeuge geht.


WAS MACHT EIGENTLICH?

33 «

Bis zur Gründung unserer Berufsfeuerwehr pflegte Peter zusammen

mit seiner Frau Lotti unsere Kantine in der Feuerwehr

und organisierte meist auch die Verpflegung an unserem

Jahresendrapport.

Privat ist Peter gerne auf Wanderungen unterwegs und hat

mit dem leider zu früh verstorbenen Roman Zbinden einige

Mehrtagestouren gemacht. Ob die Vier-Quellen-Wanderung,

die Vier-Tages-Route über den Splügenpass oder von Erstfeld

zum Gotthard – das Wandern ist des Peters Lust!

Jährlich steht eine Kreuzfahrt auf dem Ferienprogramm und

als Reiseleiter des Pensioniertenvereins der Stadt Luzern wurde

bereits mancher Ausflug unter Peters Organisationstalent

zum grossen Erfolg.

Altertümlich-traditionell wird es, wenn sich Peter das Gewand

eines Landknechtes anlegt und sich als Schwertträger der

Feldmusik kleidet. So werden die traditionellen Anlässe, wie

zum Beispiel an Fronleichnam die Herrgottskanoniere, stolz

von ihm begleitet. Auch standen schon Teilnahmen an Tattoos

in Berlin, Hamburg, Avenches oder auch Belfast auf seinem

Reiseprogramm.

Peter macht mir einen glücklichen und entspannten Eindruck.

Er geniesst seine Pension zusammen mit seiner Frau, den

zwei Kindern und seinem 17-jährigen Enkel gerne in einem gemütlichen

Umfeld. Er ist auch oft mal an einem Konzert oder in

einem interessanten Museum anzutreffen und geniesst seine

stadtnahe Wohung auch mal als gelegentlicher Langschläfer…

Ich verabschiede mich von Peter und seiner Frau nach einem

kulinarisch genüsslichen Beisammensein, im guten Wissen,

Peter geniesst seinen Ruhestand in vollen Zügen. Weiter so…

und dies noch viele Jahre bei bester Gesundheit und vollem

Tatendrang!


» 34

FEUERWEHR INTERN

Offiziersabend der Stabskompanie

Samstag, 28. September 2019

Der Offiziersabend der Stabskompanie führte sozusagen ins Ungewisse. In der

Einladung wurde nämlich abgesehen vom Treffpunkt noch nichts verraten. Aber

voller Vertrauen in Heiri und Uwe trafen wir uns in der Feuerwache Kleinmatt, wo

der Schleier schliesslich doch noch gelüftet wurde.

Text: Christian Rüger, Doku-Dienst

Bild: zVg

Bei einem kleinen «Vorapéro» in der Feuerwache

begrüsste uns Heiri und informierte über das Programm

des Abends. Es ging ins Luzerner Kantonsspital, wo

uns der Kommandant der Betriebsfeuerwehr, Christian

Schumacher, mit seinem Team spannende Einblicke

hinter die Kulissen gestattete. Die uns gezeigten

riesigen Notstromgeneratoren und Kühlanlagen sind

alle in solchen Grössenordnungen, dass wir Laien uns

nur wage vorstellen können, was diese leisten.

Spannend war dann auch der Rundgang durch den

Bereich der Operationssäle, wo wir Bekanntschaft mit

den komplexen Abläufen sowie den verschiedensten

Apparaturen machen konnten. Ein Höhepunkt im

wahrsten Sinne des Wortes war der Besuch des

Helikopterlandeplatzes auf dem Dach des Hochhauses

vom LUKS (dem «Schoggiturm»).

Im Feuerwehrlokal der Betriebsfeuerwehr hatte Heiris

Frau Manuela feine Apéroplättli vorbereitet, welche

wir gemeinsam mit unseren Gastgebern bei einem

«Brandlöscher Bier» geniessen durften.

Ein kleiner Spaziergang führte uns anschliessend

ins Restaurant Reussfähre. Für einige war es der

erste Besuch in dem Lokal mit Ausstattung vom

vorletzten Jahrhundert. Wir durften uns «à la carte»

verpflegen und viele genossen etwas von den feinen

Wildgerichten. Bei lebhaften Diskussionen und einem

leckeren Grappa liessen wir den schönen Abend

ausklingen.

Vielen Dank an Heiri, Uwe und Manuela sowie dem

Team vom LUKS, der Abend war einfach super!


AUSBILDUNG

35 «

Rescue Days – wenn sich Crash an Crash reiht

Die «Rescue Days» sind die weltweit grösste Ausbildungsveranstaltung

im Bereich der technischen Hilfeleistung. 700 Feuerwehrleute aus

verschiedenen Nationen haben Ende Oktober 2019 am Anlass in

Süddeutschland teilgenommen, sechs davon aus dem Kanton Luzern.

Text: Fabian Hegi, EZ 6

Bilder: zVg

Der erste Blick auf das Ausbildungsgelände im Morgengrauen erinnert

an eine Katastrophe: Zahlreiche Unfallwracks, zerquetschte Autos, die

unter LKW-Anhängern verkeilt sind oder zwischen Trümmern liegen,

prägen das Bild. Zum Glück ist hier nichts Schlimmes passiert, es

handelt sich um möglichst herausfordernde Ausbildungsstationen,

welche im ehemaligen Übungsgelände der Bundeswehr in Mosbach

für die Rescue Days inszeniert wurden.

An insgesamt acht Stationen können die Einsatzkräfte während

zwei Tagen ihr Wissen zu technischen Hilfeleistungen erweitern. Der

Praxisbezug steht dabei im Zentrum. Das Arbeiten an LKW-Kabinen, an

fast nigelnagelneuen Fahrzeugen (Nullserienfahrzeuge) sowie an Autos

mit alternativen Antrieben interessiert die Teilnehmenden besonders.

Eindrücklich ist der Ausbildungsposten, bei dem eine Person aus

einem Fahrzeug gerettet werden muss, das unter einem LKW-

Trailer eingeklemmt ist. Der Einsatz wird von Terry (Bild ganz unten)

geführt und instruiert. Terry kommt aus Ohio und instruiert in

sympathischem Englisch nicht nur die technischen Aspekte, sondern

erzählt immer auch, wie ein solcher Einsatz bei seiner eigenen

Feuerwehr in den USA ablaufen würde. Die offensive Vorgehensweise

regt zu Diskussionen unter den Feuerwehrleuten an. Auch dieser

fachliche Erfahrungsaustausch macht die Rescue Days zu einer

gewinnbringenden Veranstaltung.


» 36

DIES UND DAS

Doktor Florian Füürli`s Kummer-Stiefel

Frage von A. Z.:

Lieber Dr. Füürli

Gibt es eine Geschichte zum Schaum-Strahlrohr?

Florian Füürli:

Liebe A.

1877 entwickelte der Engländer John Henry Johnson mittels einer

chemischen Reaktion zwischen Aluminiumsulfat und Natriumhydrogencarbonat

in einer wässrigen Lösung die Schaumherstellung für

«Feuerlöschapparate». Das bei der Reaktion entstehende Kohlendioxid

brachte die Lösung zum Schäumen. Dieses Verfahren war sehr

aufwändig und begrenzt in der Mengenanwendung.

1923 liess der Berliner Clemens Wagner sein Luftschaum-Strahlrohr

patentieren, bekannt unter dem Namen: Kometrohr. Hier wird an

Stelle des Kohlendioxids normale Luft zur Schaumerzeugung eingesetzt.

Die heutigen Schaum-Strahlrohre sind Weiterentwicklungen, die

noch immer auf der Grundlage des Injektor-Prinzips von Wagner

beruhen.

(Dr. Phil. Florian Füürli, FWL)

Hast auch du eine Frage an Dr. Florian Füürli`s Kummer-Stiefel?

Dann schreibe an: kummerstiefel@fwluzern.ch

Einführung «Alarmierung 2020»

Text: Fabian Castilla, Kdo

Per 11. Dezember 2019 wurde bei allen Feuerwehren im Kanton

Luzern die «Alarmierung 2020» eingeführt. Mit dem neuen Konzept

wird die Alarmierung nicht nur vereinfacht, sondern auch logischer

und strukturierter aufgebaut.

Bei vielen Ereignissen wird neu die im System hinterlegte Alarmierungsgruppe

automatisch aufgeboten – ohne ein vorgängiges Konferenzgespräch

durchführen zu müssen. Dies spart wertvolle Zeit

und hilft, die Interventionszeit von zehn Minuten im städtischen Gebiet

einhalten zu können. Typische Beispiele mit einem vorgängigen

Konferenzgespräch waren zum Beispiel BMA-Alarme.

Für die Feuerwehr Stadt Luzern war das Projekt der Gebäudeversicherung

Luzern die ideale Gelegenheit, die existierende Alarmierung

grundlegend zu überarbeiten und die internen Prozesse zu

optimieren. Neu werden bei der Feuerwehr Stadt Luzern alle AdF

und AdBF mittels Pager und Telefon alarmiert. Bis anhin wurde nur

die alte Alarmstufe 3 (ganze Feuerwehr) redundant mit Telefon alarmiert.

Bei der Umstellung wurden die Pager aller AdF und AdBF (zirka 300

Stück) in einer koordinierten Aktion durch die Logistik innerhalb von

zwei Tagen komplett auf die neue Alarmierung umprogrammiert.

Man kann bereits jetzt sagen, dass die Umstellung reibungslos verlaufen

ist, die Alarmierung 2020 einwandfrei funktioniert und einen

grossen Mehrwert bringt.

Grillieren auf dem Bauernhof

Montag, 19. August 2019

Text: Marco Schnarwiler

Wenn Traditions-Anlässe angesagt sind, müssen wir das Wetter

nehmen wie es ist. Doch bei Franz können wir auch bei regnerischen

und kühleren Temperaturen kameradschaftlich zusammen sitzen.

Franz hat für diese Situation vorgesorgt und ein grosses Zelt aufgebaut.

Zum Apéro-Bier trafen fortlaufend die Kameraden ein. Anschliessend

wurden die Grill-Steaks gebraten und alle konnten sich

am Buffet mit den feinen Salaten, die aus der Küche von Nina aufgetischt

wurden, bedienen.

Auch die schon zur Tradition gehörenden feinen Cornets mit Vanillecreme

durften wir dieses Jahr, nebst anderen Köstlichkeiten, wieder

geniessen. Die Pflege der Kameradschaft kam auf keinen Fall

zu kurz und so endete ein gemütlicher Abend auf dem Bauernhof.

Zu vorgerückter Stunde bedankten sich alle für die Einladung, das

Essen, den Wein, den Kaffee, die verschiedenen Desserts und begaben

sich auf den Heimweg. Einmal mehr haben uns Nina und Franz

sehr gut bewirtet. Vielen herzlichen Dank! Franz wird uns auch das

nächste Jahr auf seinem Hof begrüssen.


ALTE GARDE

37 «

Boccia-Plausch

Donnerstag, 26. September 2019

Text: Paul Schmid

Bild: Marco Schnarwiler

Am Donnerstag, 26. September 2019 fand der traditionelle

Boccia-Plausch der Alten-Garde, organisiert von Joe Müller

und Paul Schmid, in Littau statt. Nach der Begrüssung und

der Einteilung der Mannschaften durch Joe Müller wurden

die Gruppenspiele durchgeführt.

In der Vorrunde besiegten Otmar Portmann mit Stefan Isenegger

das Team Markus Pauger und Arthur Hofer mit 10 zu

7 Punkten. Auf Bahn 2 gewann das Team Marco Schnarwiler

mit Fredy Imgrüth gegen Dominik Furrer und Hanspeter

Schryber ebenfalls mit 10 zu 7. In der Finalrunde spielten

die beiden Sieger gegeneinander und die beiden Verliererteams

duellierten sich ebenfalls.

Marco Schnarwiler und Fredy Imgrüth holten den Gesamtsieg.

Auf dem 2. Platz rangierten Otmar Portmann und

Stefan Isenegger und Platz 3 ging an Markus Pauger und

Hanspeter Schryber. Auf dem 4. Platz landeten Dominik

Furrer und Arthur Hofer.

Nach dem Spiel wurden wir von Martha Durrer im Boccia-

Stübli mit einem feinen Imbiss verwöhnt. Vielen Dank den

Spendern und der Küchenmannschaft. Es war einmal mehr

ein gelungener und geselliger Spiel-Abend.

Kulinarischer Kegelabend

Dienstag, 22. Oktober 2019

Text: Dominik Furrer

Bild: Marco Schnarwiler

Mehrere Kameraden der Alten Garde haben beim zweiten

Kegelabend in der Sporthalle Allmend mitgespielt. Damit

alle gestärkt zum Spiel antreten konnten, wurde traditionsgemäss

zuerst das Kulinarische gepflegt.

Während dem Kegeln blieb auch genügend Zeit auf verschiedene

Ereignisse einzugehen und diese zu diskutieren.

Wie es sich gehört, folgte zum Schluss des Abends die Rangverkündigung.

Getreu dem Motto: Kameradschaft pflegen ist

wichtiger als Siegen! Gratulation: Alois Koller durfte den neuen

Wanderpreis bereits das zweite Mal nach Hause tragen.

1. Rang: Alois Koller

2. Rang: Claudio Tonella

3. Rang: Marco Schnarwiler

Für das Jahr 2020 sind die Daten bereits festgelegt: Dienstag,

24. März, und Dienstag, 20. Oktober.

Vielleicht werden vermehrt Kameraden den Weg zum Kegelplausch

finden.

Wildessen im Gasthaus Ochsen

Freitag, 15. November 2019

Text: Marco Schnarwiler

Und schon ist es wieder November und die «Wildzeit» lädt

zum Essen ein. Traditionen soll man pflegen und so treffen

sich seit einigen Jahren die Kameraden der Alten Garde im

Gasthaus Ochsen in Littau zum Wildessen.

Nach dem aus der Kasse gespendeten Apéro nehmen die

40 Anwesenden an den einladend gedeckten Tischen ihren

Platz ein. Organisator Franz Haas begrüsst die Kameraden

in Begleitung ihrer Frauen mit einem herzlichen Willkommen

und erwähnt den entschuldigten Stadtrat und Direktionsvorsteher

Martin Merki. Einen speziellen Gruss richtet

er an den Kommandanten der Feuerwehr Stadt Luzern, Theo

Honermann, und seine Frau Yvonne.

Die aus der Ochsenküche zubereiteten Wildspezialitäten

konnten nun serviert werden. Alle Speisen waren köstlich

angerichtet und wurden sehr genossen. Dem Wirtepaar

Irène und Roland Haldi, sowie dem Servicepersonal ganz

herzlichen Dank. Wir fühlten uns wohl und freuen uns auf

das nächste Wildessen im November 2020.


» 38

WIR GRATULIEREN

Feuerwehr Hochzeiten & Nachwuchs

Wir gratulieren herzlich!

Hochzeiten

Sylvia & Lukas Villiger-Steenhoek, FU

Gabriela & Dietmar Thumm-Ott, FW-Arzt

Geburten

Thea Flurina, 16. August 2019

Claudia & Pascal Inglin Erni, BF

Nicco Matteo, 12. September 2019

Marina & Ivo Kaelin, EZ3

Mara Emilia, 25. September 2019

Nicole Bernoulli & Yves Portmann, BF

Elin Fiona, 30. Oktober 2019

Markus & Lena Ninck, FU

Corvin, 14. November 2019

Pia & Roman Duss, BF

Anna, 13. Dezember 2019

Karin & Stefan Balsiger, EZ4

Auflösung 10 Unterschiede FüürHorn 3/2019


Bild: Feuerwehr Stadt Luzern, Stützpunkt WK, 19. Oktober 2019

10 UNTERSCHIEDE 39 «


Impressum

Das FüürHorn ist das Mitteilungsblatt

der Feuerwehr Stadt Luzern.

Es erscheint dreimal im Jahr in

einer Auflage von 600 Exemplaren.

Redaktionsteam

Yves Portmann (Chefredaktor, BF)

Gabriel Ammon (Doku-Dienst)

Fabian Castilla (Kdo)

Roland Gerber (Stab Kp I)

Sabrina Kohler (VA)

Evelyne Muff (VA)

Arthur Reinhold (EZ 6)

Andrea Zimmermann (Doku-Dienst)

Adresse

Feuerwehr Stadt Luzern

Redaktion FüürHorn

Kleinmattstrasse 20

6003 Luzern

041 208 88 18

fuerhorn@fwluzern.ch

Druck

ABC Print GmbH

Hirschmattstrasse 42, 6003 Luzern

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