Austropapier Branchenbericht

austropapier.vereinigung

Moderatorin

Energie und Klimaschutz

sind zurzeit Zeit wichtige ein wichtige

Themen. Macht Ihre Branche

dazu dazu eigentlich eigentlich etwas?

Branche

etwas?

Ja, es Ja, gibt es gibt sehr sehr viele viele kleine kleine und

große und große Investitionen Investitionen dazu. Lesen dazu.

Sie Lesen über einige Sie über dieser einige Projekte dieser

Projekte in diesem Bericht.

Skilich

Die Papierindustrie wird zur Bioökonomie.

Gleichzeitig arbeitet sie daran, die Energieeffizienz zu

verbessern und die Dekarbonisierung voranzutreiben.

BRANCHENBERICHT

ANNUAL REPORT


Moderatorin

Energie und Klimaschutz

sind zurzeit wichtige

Themen. Macht Ihre Branche

dazu eigentlich etwas?

Ja, es Ja, gibt es gibt sehr sehr viele viele kleine kleine und

große und große Investitionen Investitionen dazu. Lesen dazu.

Sie Lesen über einige Sie über dieser einige Projekte dieser

Projekte in diesem Bericht.

Skilich

Die Papierindustrie wird zur Bioökonomie.

Gleichzeitig arbeitet sie daran, die Energieeffizienz zu

verbessern und die Dekarbonisierung voranzutreiben.


Smurfit Kappa

Nettingsdorfer

Kraftliner braun

275 g


DIE ÖSTERREICHISCHE PAPIERINDUSTRIE

REPORT OF THE AUSTRIAN PAPER INDUSTRY

4

8

Corona-Krise: Berichte aus den Unternehmen

Mitglieder im Betriebsverzeichnis

Produktion im Überblick (Papier, Zellstoff und andere Bioraffinerie)

17

Der Bericht über die Entwicklung der Branche

Summary: Report on the Austrian Paper Industry

29

Fakten und Kommentare aus den Fachbereichen der Branche

30 Menschen & Ausbildung

32 Rohstoffe

34 Umwelt

36 Energie

38 Innovation

45

46 Zellstoff

48 Branche

48 Papier

50 Holz

51 Chemikalien

52 Altpapier

53 Menschen

54 Umwelt

55 Energie

56 International

58

Über die Vereinigung

60

Impressum, Abkürzungen, Links

Norske Skog Bruck

NorCote Silk 90 g

fachverband der papierindustrie

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Vorwort | Austropapier Branchenbericht 2019]20

IM GESPRÄCH MIT

DI CHRISTIAN SKILICH

UNSER BEITRAG

ZUM KLIMASCHUTZ?

WIE WERDEN WIR CO2-NEUTRAL?

Energiekosten sind bei uns spätestens durch die Ölkrise in den 70er

Jahren zu einem wichtigen Thema geworden. Der Fokus liegt seither

auf Effizienz – erstens bei der Energieerzeugung und zweitens

beim Energieeinsatz. Die Anstrengungen von damals haben sich

gelohnt: Jetzt sind wir schon seit zwanzig Jahren top, unser Bioenergie-Anteil

steigt beständig und liegt mittlerweile bei über 60

Prozent. Was wir jetzt noch machen werden, ist die weitere Verlagerung

weg von fossilen Brennstoffen, besonders Öl und Kohle, aber

auch Gas, hin zu erneuerbaren Energieträgern. Gerade wenn man

Kalköfen betreibt, bietet sich das an.

Auch in der Logistik kann man CO2-Emissionen einsparen. Jetzt

warten wir auf die angekündigten, massiven Investitionen in die

Schiene: bei den Strecken, dem Waggon-Material und der Aufstockung

des Bahnpersonals. An der EU liegt es, den Ausbau der internationalen

Netze voranzutreiben. Ich glaube, dass wir hier noch einiges

erreichen können. Auf keinen Fall dürfen wir den Weg einiger

Nachbarländer gehen, wo falsch gesetzte Förderungen die Schiene

gegenüber der Straße weiter vernachlässigen.

Ein weiterer verstärkter Einsatz von Altpapier ist nur noch theoretisch

möglich. Aktuell stoßen wir da an Grenzen, weil der Frischfaser-Anteil

im Kreislauf weiter sinkt und die Festigkeit des Papiers

damit spürbar negativ beeinflusst wird. Zellstoff wird mit Sicherheit

auch in Zukunft unverzichtbar bleiben. Doch wenn wir das

restliche Potenzial aus Recycling holen wollen, müssen zwei Voraussetzungen

europaweit erfüllt werden: Es muss gelingen, die

Recyclingquoten, speziell im Osten Europas, weiter zu steigern und

die Verschmutzung des gesammelten Rohstoffs zu reduzieren.

WELCHE ENTWICKLUNGEN

GAB ES ZULETZT?

WIE BEWERTEN

SIE DAS JAHR 2019?

Zwei Trends haben auch 2019 angehalten: einerseits der rückläufige

Verbrauch bei grafischen Papieren und andererseits das Wachstum

im Verpackungsbereich. Insgesamt war das Jahr mit einem Rückgang

von 1,7 Prozent in der Papierherstellung schwierig. Im Wettbewerb

scheinen sich die Standorte in Österreich allerdings gut zu

behaupten, denn das Minus für Europa insgesamt fiel doppelt so

hoch aus. Die nötigen Abstellungen fanden also woanders statt.

Unsere Branche kann sich nicht von den Trends der Weltmärkte abkoppeln.

Besonders in der zweiten Jahreshälfte war die Konjunktur

gedämpft; dabei gingen nicht nur die Mengen, sondern auch die

Preise zurück, was beim Umsatz zu einem Minus von 2,7 Prozent geführt

hat. Mit einem Ausblick auf eine ähnliche Weiterentwicklung

ging es zunächst in das Jahr 2020.

4


„Unser Weg von einer

Papierindustrie zu einer

breit aufgestellten

Bioökonomie geht voran.“

WIE IST DER AUSBLICK?

WAS IST DER PAPIERINDUSTRIE

2020 WICHTIG?

Vor ein paar Monaten hat die neue Bundesregierung ihr Koalitionsabkommen

präsentiert, darunter auch einige Maßnahmen

für Wirtschaft und Klimaschutz, die wir unterstützen. Heuer

und in den kommenden Jahren wird es nun darum gehen, diese

Schlagworte in echte Politik umzuwandeln. Einer der Punkte, die

uns wichtig sind, ist das angekündigte Gesetz zum Ausbau der

erneuerbaren Energien (EAG). Damit kann das Förderregime endlich

so gestaltet werden, dass jeder investierte Euro möglichst viel

Ökostrom bringt.

Wir werden 2020 weiter investieren. Einige große Projekte werden

fortgeführt oder neu gestartet, zum Beispiel in Hallein, Bruck,

Nettingsdorf oder Pöls. Dabei bleibt der Fokus auf der Energieoptimierung.

Zusätzlich kann ein Debottlenecking kleine Kapazitätszuwächse

ermöglichen, die Digitalisierung die Systeme optimieren;

durch erweiterte Papiersortimente können außerdem neue

Marktnischen besetzt werden. Für diese Vorhaben brauchen wir

noch mehr Mitarbeiter – allein im letzten Jahr ist die Zahl der Beschäftigten

um 1,5 Prozent gestiegen. Ausbildung bleibt dabei

ein Muss, deshalb investieren wir auch weiter in unsere Schule in

Steyrermühl.

Die schweren Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Weltwirtschaft

sind noch nicht abzuschätzen, die Experten rechnen

aber mit einer spürbaren Rezession. Für unsere Branche gewinnen

auf der einen Seite Sanitärpapiere für die Hygiene, Lebensmittelverpackungen

für die Grundversorgung und Zeitungen für die Information

der Bevölkerung an Bedeutung. Auf der anderen Seite

nimmt jedoch die Nachfrage nach Papierprodukten wie Veranstaltungsplakaten,

Verkaufsbroschüren oder Fastfood-Verpackungen

ab. Intern sind unsere Unternehmen damit beschäftigt, die Anlieferung

von Rohstoffen und die Logistik der Produkte ungestört laufen

zu lassen.

Zum Schluss möchte ich drei Einladungen aussprechen:

Kennen Sie junge Männer oder Frauen, die dabei sind,

sich für einen Beruf zu entscheiden? – Machen Sie

Werbung für einen Job in einer Papierfabrik!

Wir suchen gute Nachwuchskräfte.

Kommen Sie Ende Oktober nach Graz zur

Paper & Biorefinery Conference. Infos gibt es hier:

www.paper-biorefinery.com

Lesen Sie unseren regelmäßig erscheinenden Newsletter

Papierindustrie aktuell. Hier können Sie ihn bestellen:

austropapier@austropapier.at

Jetzt wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Blättern

und Lesen in unserem Branchenbericht!

Ihr Christian Skilich

Präsident der Austropapier

Wien, im März 2020

5


Stimmen | Austropapier Branchenbericht 2019]20

Seit Mitte März läuft Österreich im „Notbetrieb“. Für die Wirtschaft bedeutet das eine Zweiteilung: Auf der einen Seite stehen

die Aufrechterhaltung der Produktion und die Versorgung der Bevölkerung, auf der anderen Seite gibt es eine große Zahl häufig

kleinerer Firmen und Dienstleister, die geschlossen halten müssen. Zusätzlich hat die Regelung der Regierung, dass alle, ob Mitarbeiter

oder Konsumenten, möglichst zu Hause bleiben sollen, erhebliche Auswirkungen. – Wie erlebt die Papierindustrie diese

wirklich außergewöhnliche Situation?

Andreas Greiner (Essity)

Ein kleiner Vorrat an Toilettenpapier

scheint das Sicherheitsgefühl der

Bevölkerung zu erhöhen.

Wir waren, ehrlich gesagt, ein bisschen überrascht, dass das Thema Toilettenpapier

einen so hohen Stellenwert bekommen hat. Dabei ist es wohl so, dass die Menschen

in einer Situation wie der jetzigen verunsichert sind und deshalb zumindest

Kontrolle über ihre Grundbedürfnisse haben wollen. Ein kleiner Vorrat an Hygieneartikeln

scheint da hilfreich zu sein. Bei uns im Werk hat das natürlich zu einigen

Umstellungen geführt: Zum einen mussten wir die Arbeitsplätze und Schichten so

organisieren, dass es zu weniger Kontakten zwischen den Mitarbeitern kommt, zum

anderen haben wir deutlich mehr ausgeliefert, auch am Wochenende. Der Absatz

im Einzelhandel hat sich stark erhöht. Hingegen sind Hotels, Restaurants und Schulen

geschlossen. Nicht zuletzt mussten wir aber auch an den Betrieb der Kläranlage

auf unserem Betriebsgelände denken. Die behandelt ja nicht nur unsere eigenen

Abwässer, sondern auch die des oberen Piestingtals – heute ist so etwas eine systemrelevante

Tätigkeit.

Horst Bittermann (Mayr-Melnhof Karton)

Wir arbeiten mit voller Kraft daran, die

Hygieneprodukte-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie

mit Verpackungen zu beliefern.

Unsere Produkte sind essenziell, um die Lieferkette von Lebensmitteln, Arzneimitteln

und sonstigen Gütern des täglichen Bedarfs aufrechtzuerhalten. Diese

Systemrelevanz wurde durch das deutsche Bundesministerium für Ernährung und

Landwirtschaft bestätigt. Die Produktion in unseren Werken läuft trotz der derzeit

außergewöhnlichen Situation auf Hochtouren, nur so können wir dem erhöhten

Bedarf nachkommen. Während die Nachfrage in den Segmenten Fastfood und Non-

Food schwach ist, ist der Lebensmittelabsatz im Supermarkt hoch und wiegt den

Rückgang der anderen Bereiche auf. Die größte Herausforderung sehen wir zurzeit

in der Verfügbarkeit von Transportkapazität und in der Lage an den Beschaffungsmärkten:

Einige große Frächter haben den Betrieb eingestellt und die Zahl der

einsatzbereiten Fahrer nimmt ab, gerade über und nach Ostern, wenn viele von

ihnen in ihren Heimatländern in Quarantäne müssen. Zusätzlich sind die Kosten

für Rohstoffe gestiegen, da die Schließung der Geschäfte und der Rückgang der

Sammelmengen aus den Haushalten zu einer Verknappung des Altpapiers führen.

Herbert Baumgartner (Profümed)

Wir wurden aufgefordert, hauptsächlich

Krankenhausbedarf herzustellen.

Die Nachfrage nach unseren Produkten steigt. In Deutschland wurde Profümed als

systemrelevant eingestuft und das Ministerium hat uns aufgefordert, bevorzugt

medizinische Produkte, zum Beispiel Krankenhausunterlagen und Zellstofftupfer,

herzustellen. Damit das möglich ist, haben wir in der Verarbeitung zusätzliche

Schichten eingesetzt. Sicherheitshalber gibt es jetzt auch Reserveteams. Einige von

uns sind im Homeoffice und wir sehen, dass das erfreulich gut funktioniert. Problematisch

hingegen könnte die Rohstoffversorgung sein, nicht bei Zellstoff, aber bei

Altpapier – hier müssen wir schauen, wie sich das weiterentwickelt.

6


Unser spezielles Kraftpapier findet sich ja in sehr vielen Produkten: als Beutel beim

Bäcker, zum Verkauf von Suppen oder Mehl, als Einwegverpackung im Medizinbereich,

für die Klebestreifen bei Damenbinden oder auch als Blumen- oder Geschenkpapier.

In fast allen Kategorien erleben wir zurzeit eine sehr starke Nachfrage. Das

liegt am steigenden Home-Markt, aber auch daran, dass sich die Konsumenten

jetzt einen Vorrat anlegen wollen. Außerdem hilft es, dass sich Coronaviren auf

Papier anscheinend weniger lang halten als auf Plastik. In der Produktion in Pöls läuft

alles rund, wir kommen mit den neuen Herausforderungen gut zurecht. Im Vorstand

werden Neuerungen zügig beschlossen, unsere Leute im Homeoffice sind

sehr flexibel und auch im Werk läuft die Teamarbeit gut. Dort haben wir Maßnahmen

getroffen, um Kontakte zu vermeiden, zum Beispiel beim Schichtwechsel und

bei Anlieferungen. Besucher kommen bis auf Weiteres nicht herein, auch Wartungen

durch werkfremdes Personal werden verschoben.

Werner Hartmann (Starkraft)

Im Verkauf sind die Virus-hemmenden

Eigenschaften der Papieroberfläche hilfreich.

Seit sich das Virus Ende Februar schnell über China hinaus ausgebreitet hat, sind

auch Länder betroffen, aus denen wir als Norske Skog Rohstoffe beziehen oder in

die wir unsere Produkte liefern. Wir mussten deshalb rasch einige Entscheidungen

treffen: Es galt, Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter zu treffen und gleichzeitig

unsere Lieferketten in und aus dem Werk aufrechtzuerhalten. Dass wir so unverzüglich

reagiert haben, erweist sich rückblickend als überaus berechtigt. Die Hygienerichtlinien

sind nun verschärft, wir arbeiten mit Flächendesinfektionsmitteln, haben

Homeoffice-Möglichkeiten geschaffen und neue Schichtmodelle zur Minimierung

der Kontakte zwischen den Mitarbeitern eingeführt; zudem achten wir auch auf

räumliche Trennungen bei internen und externen Kontakten. Mitarbeiter, deren

Anwesenheit vor Ort notwendig war, bekamen eine kostenlose Jause oder ein

Mittagsgericht aus der Kantine zugestellt. Die Einsatzbereitschaft der Betriebsfeuerwehr

war ein weiteres wichtiges Schwerpunktthema.

Enzo Zadra (Norske Skog Bruck)

Wie funktioniert die Frachtscheinübergabe,

die Betriebsfeuerwehr oder die Werkskantine?

Diese Fragen haben wir frühzeitig geklärt.

Unser oberstes Ziel ist es, die Sicherheit und Gesundheit unserer Kollegen und ihrer

Familien zu gewährleisten. Zugleich sind wir dafür verantwortlich, unsere Kunden

weiterhin mit Papier zu versorgen, das beispielsweise zum Verpacken von Lebensund

Futtermitteln verwendet wird. Erzeugnisse von Mondi Frantschach tragen also

zur Grundversorgung der Bevölkerung mit Artikeln des täglichen Lebens bei. Mit

der Abwärme der Papierproduktion deckt der Betrieb in Frantschach zudem den

Wärmebedarf des Fernwärmenetzes Wolfsberg und des dortigen Krankenhauses.

Gottfried Joham (Mondi Frantschach)

Wir sind nicht nur unseren Kunden

verpflichtet, sondern auch dem Krankenhaus

und der Gemeinde Wolfsberg – denn

diese kriegen Fernwärme von uns.

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Branchenporträt | Austropapier Branchenbericht 2019]20

UNSERE

IN 24 FABRIKEN

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Stand: März 2020

Papier wird seit ungefähr 2.000 Jahren hergestellt, zuerst im Fernen Osten,

seit dem Mittelalter auch in Europa. Im Raum des heutigen Österreich wurde

das erste Papier im 14. Jahrhundert gefertigt, in der Nähe von Baden. Durch

die Erfindung der Papiermaschine und die Möglichkeit, Holz als Faserstoff

einzusetzen, begann vor 200 Jahren die industrielle Produktion von Papier.

EIN GROSSES PAPIERLAND

Heute werden in Europa über 90 Millionen Tonnen Papier in rund 940 Fabriken

hergestellt. In Österreich produzieren 24 Betriebe rund 5 Millionen Tonnen

Papier. Das ist weit mehr als der Inlandsverbrauch von 2 Millionen Tonnen.

Infolgedessen wird viel exportiert und Österreich ist, gemessen an seiner Größe,

ein bedeutendes Papierland. Von den 24 Standorten sind knapp die Hälfte große

Papiererzeuger, die mehr als 100.000 Tonnen jährlich herstellen. In Österreich

werden Fasern hauptsächlich für den integrierten Verbrauch hergestellt, das

heißt für die Papierproduktion im gleichen Werk. Dabei gibt es acht Zellstofferzeuger

und drei Holzstofferzeuger; zwölf Fabriken kaufen und verarbeiten

Altpapier für ihre Produktion, andere setzen Marktzellstoff ein.

Die Anzahl der Beschäftigten beträgt über 8.000. Die Papierindustrie ist ein wichtiger

Teil der Wertschöpfungskette Forst-Holz-Papier, die rund 300.000 Menschen

beschäftigt und einen jährlichen Exportüberschuss von über 3 Milliarden Euro

erzielt. Nachgelagert sind die Bereiche der Papierverarbeitung sowie des Drucks

und der grafischen Medien. Österreichische Produkte sind weltweit gefragt. Die

Verflechtung der heimischen Papierindustrie mit internationalen Firmen ist groß

und liegt bei über 70 Prozent. Der Bogen der ausländischen Investoren spannt

sich von Skandinavien bis Südafrika. Österreichische Unternehmen wiederum

besitzen Fabriken in anderen Ländern, die hauptsächlich in Mittel- und Osteuropa

über 4 Millionen Tonnen Papier herstellen.

1 AustroCel Hallein GmbH

A-5400 Hallein, Salzachtalstraße 88

Tel. 06245/890-0

office@austrocel.com

www.austrocel.com

Textilzellstoff | Dissolving pulp

2 Brigl & Bergmeister GmbH

A-8712 Niklasdorf, Proleber Straße 10

Tel. 03842/800-0

marketing@brigl-bergmeister.com

www.brigl-bergmeister.com

Etikettenpapiere,

flexible Verpackungspapiere, Trinkhalmpapiere

| Label paper, flexible packaging paper,

drinking straw paper

3 Essity Austria GmbH

A-1150 Wien, Storchengasse 1

Tel. 01/899 01-0

welcome@essity.com

www.essity.com

Produktion in Ortmann/Pernitz

Hygienepapiere | Hygiene paper

8


4 Dr. Franz Feurstein GmbH

A-4050 Traun, Fabrikstraße 20

Tel. 07229/776-0

feurstein@delfortgroup.com

www.delfortgroup.com

Mundstückbelags- und spezielle Zigarettenpapiere,

flexible Verpackungspapiere |

Tipping base and special cigarette paper,

flexible packaging paper

5 W. Hamburger GmbH

A-2823 Pitten, Aspanger Straße 252

Tel. 02627/800-0

officepitten@hamburger-containerboard.com

www.hamburger-containerboard.com/de/at

Wellpapperohpapiere, Verpackungspapiere,

Gipsplattenkarton | Corrugated base paper,

packaging paper, plaster board

6 Laakirchen Papier AG

A-4663 Laakirchen, Schillerstraße 5

Tel. 07613/88 00-0

laakirchen@heinzelpaper.com

www.heinzelpaper.com

Wellpapperohpapiere, Publikationspapiere |

Recycled containerboard, publication papers

7 Lenzing AG

A-4860 Lenzing, Werkstraße 2

Tel. 07672/701-0 | office@lenzing.com

www.lenzing.com

Faserzellstoff, Fasern (Viskose, Modal, Lyocell) |

Dissolving wood pulp, fibres

8 Lenzing Papier GmbH

A-4860 Lenzing, Werkstraße 2

Tel. 07672/701-3283

office@lenzingpapier.com

www.lenzingpapier.com

Recyclingpapiere, Büropapiere, Plakatpapiere,

Briefumschlagpapiere | Recycling paper, office

paper, billboard paper, envelope paper

9 Mayr-Melnhof Karton GmbH

A-1041 Wien, Brahmsplatz 6

Tel. 01/501 36-0

investor.relations@mm-karton.com

www.mm-karton.com

a) Produktion in Frohnleiten

Faltschachtelkarton | Cartonboard

b) Produktion in Hirschwang

Faltschachtelkarton | Cartonboard

10 Merckens Karton- und

Pappenfabrik GmbH

A-4311 Schwertberg, Josefstal 10

Tel. 07262/611 61-0

pappe@merckens.at

www.merckens.at

Grau-, Hart- und Schuhgelenkpappen |

Grey-, fibre- and shankboard

11 Mondi AG

A-1030 Wien, Marxergasse 4A

Tel. 01/790 13-0

office@mondigroup.com

www.mondigroup.com

a) Produktion in Frantschach

Sackkraft- und Kraftpapiere, ungebleichter

Sulfatzellstoff | Sack kraft paper,

unbleached kraft pulp

b) Produktion in Hausmening

Ungestrichene Feinpapiere |

Uncoated fine paper

c) Produktion in Kematen/Ybbs

Ungestrichene Feinpapiere, gebleichter

Sulfitzellstoff | Uncoated fine paper,

bleached sulphite pulp

12 Smurfit Kappa Nettingsdorf AG&CO KG

A-4053 Haid, Nettingsdorfer Straße 40

Tel. 07229/863-0

nettingsdorf@smurfitkappa.at

www.smurfitkappa.at/nettingsdorf

Wellpapperohpapiere, ungebleichter

Sulfatzellstoff | Corrugated base paper,

unbleached kraft pulp

13 Norske Skog Bruck GmbH

A-8600 Bruck/Mur, Fabriksgasse 10

Tel. 03862/800-0

bruck@norskeskog.com

www.norskeskog.at, www.norskeskog.com

Zeitungsdruckpapiere, LWC-Papiere |

Newsprint paper, LWC paper

14 Zellstoff Pöls AG

A-8761 Pöls, Dr.-Luigi-Angeli-Straße 9

Tel. 03579/81 81-0

office@zellstoff-poels.at

www.zellstoff-poels.at

Kraftpapiere, gebleichter Sulfatzellstoff |

Kraft paper, bleached kraft pulp

15 Poneder e.U.

A-3363 Hausmening, Gunnersdorfer Straße 13

Tel. 07475/523 54-0

office@poneder.at

www.poneder.at

Halbstoff | Half stuff

16 Profümed GmbH

A-2840 Grimmenstein,

Wechsel-Bundesstraße 81

Tel. 02644/73 27-0

office@profuemed.at

www.profuemed.com

Hygienepapiere | Sanitary paper

17 Rondo Ganahl AG

A-6820 Frastanz, Rotfarbweg 5

Tel. 05522/518 41-0

frastanz@rondo-ganahl.com

www.rondo-ganahl.com

Wellpapperohpapiere | Corrugated base paper

18 Salzer Papier GmbH

A-3100 St. Pölten, Stattersdorfer Hauptstraße 53

Tel. 02742/290-0

office@salzer.at

www.salzer.at

Buchdruckpapiere, Designpapiere,

fettdichter Karton | Book paper, design paper,

greaseproof board

19 Sappi Austria Produktions-

GmbH & Co KG

A-8101 Gratkorn, Brucker Straße 21

Tel. 03124/201-0

gratkorn.mill@sappi.com

www.sappi.com

Holzfrei gestrichene Papiere, gebleichter

Sulfitzellstoff | Coated woodfree paper,

bleached sulphite pulp

20 UPM Kymmene Austria GmbH

A-4662 Laakirchen, Fabriksplatz 1

Tel. 07613/89 00-0

info.steyrermuhl@upm.com

www.upm.com/at

Zeitungsdruckpapiere | Newsprint paper

21 Papierfabrik Wattens GmbH & Co KG

A-6112 Wattens, Ludwig-Lassl-Straße 15

Tel. 05224/595-0

wattenspapier@delfortgroup.com

www.delfortgroup.com

Zigarettenpapiere, Filterpapiere, Teebeutelpapiere

| Cigarette papers, filter papers,

teabag papers

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Branchenporträt | Austropapier Branchenbericht 2019]20

UNSERE

NACHWACHSENDE ROHSTOFFE AUS

NACHHALTIGEN QUELLEN

Holz und Altpapier sind die wichtigsten Rohstoffe für die Papierherstellung.

Holzfasern können viele Male wiederverwertet

werden. Das eingesetzte Holz stammt vorwiegend aus regionalen

und nachweislich nachhaltigen Wäldern. Das schwache

Rundholz kommt aus der Waldpflege; es wird bei der Durchforstung

entnommen, damit sich die übrigen Bäume besser entwickeln

können. Die zweite Quelle für Holz sind Hackschnitzel, die

in Sägewerken als Nebenprodukt anfallen; die starken Stämme

werden dort zu Brettern eingeschnitten.

HOHE RECYCLINGQUOTE

Mengenmäßig ebenso wichtig wie Holz ist Altpapier, das in Betrieben

und in Haushalten anfällt. In Österreich sind die Systeme

dafür seit Langem gut etabliert und auch die Sammelmoral bei

den Konsumenten ist hoch. In den meisten west- und nordeuropäischen

Ländern liegt die Sammelquote bei 70 bis 80 Prozent.

Steigerungen sind hier praktisch kaum machbar, weil einige Fraktionen

nicht recycelbar sind. Dazu gehören Hygienepapiere, stark

verschmutzte oder beschichtete Papiere, wie Fettpapier, Kassazettel

oder Tapeten, und natürlich auch Produkte aus Papier, die

lange aufbewahrt werden, wie Bücher oder Urkunden.

AUFSCHLUSS DER FASERN

In der Fabrik wird aus Holz entweder Holzstoff oder Zellstoff

gemacht. Für den Holzstoff werden die Fasern mechanisch über

einen Schleifstein gerieben und fast der gesamte Stoff kommt in

die Auflösetrommel, Pulper genannt. Für den Zellstoff hingegen

kommt kein mechanisches, sondern ein chemisches Verfahren

zum Einsatz, bei dem Hackschnitzel in einer Sulfit- oder Sulfatlauge

gekocht werden. Nur die Zellulosefaser wird zu Papier weiterverarbeitet,

Hemizellulose und Lignin werden herausgelöst.

Deshalb nennt man Zellstoff auch holzfrei. Für weiße Papiere

wird der Zellstoff noch gebleicht. Hemizellulose und Lignin stellen

mittlerweile immer öfter die Basis für neue Produkte dar oder

sind wertvolle biogene Energieträger.

HIGHTECH-PAPIERPRODUKTION

Der flüssige Stoff besteht zu 5 Prozent aus Fasern und zu

95 Prozent aus Wasser; er wird mit Zusätzen wie Füllstoffen,

Leimen und Farben gemischt, je nach Verwendungszweck und

Qualitätsanforderungen des fertigen Papiers. Anschließend

kommt die Suspension zur Papiermaschine und wird am Stoffauflauf

auf ein Sieb gespült, wo die Blattbildung einsetzt. Die

einzelnen Fasern verketten sich zu einem Vlies. Nach dem Sieb

und mehreren Pressen ist der Wasseranteil schon auf

Rundholz

Schleiferei

Bleiche

Wäsche

Stoffzentrale

Hackschnitzel

Zellstoffkocher

Leim

Füllstoff

Farbe

10

Altpapier

Pulper


50 Prozent gesunken, er wird in der folgenden Trockenpartie

weiter reduziert. Die Papierbahn umfährt in sehr hohem Tempo

viele geheizte Zylinder, manchmal mit bis zu 2.000 Metern

pro Minute. Am Ende haben einige Papiermaschinen noch

Streichanlagen oder Kalander eingebaut, um die Oberfläche des

Papiers für das Bedrucken glatter zu machen. Schließlich wird

alles auf einen Tambur gerollt, der 20 Tonnen schwer sein kann

und mit Kränen weiterbefördert wird. Das Papier hat jetzt nur

noch 10 Prozent Wassergehalt.

ROLLEN- UND FORMATPAPIER

Bleiche

Je nach Kundenwunsch werden die großen Rollen, die bis über

10 Meter breit sein können, mit Längsschneidern zu schmalen

Rollen geschnitten. Wenn Formatpapier benötigt wird, dann

kommt auch noch der Querschneider zum Einsatz. In der Ausrüstung

werden die Rollen und Paletten transportsicher verpackt,

Rundholz

Schleiferei

beschriftet, ins Lager gefahren oder gleich auf Waggons und

LKWs verladen. Der größere Teil des Papiers wird von den Fabriken

in Rollen verkauft, zum Beispiel an Druckereien mit Rotationsmaschinen

oder an die großen Verarbeiter, die daraus Verpackungen

machen. Der andere Teil wird in Formaten auf Paletten gestapelt

und ausgeliefert, Hackschnitzel entweder in großen Bögen Zellstoffkocher nach Kundenwunsch

oder nach den standardisierten Größen A0 bis A4. Die Grammaturen,

das sind die Gewichte pro Quadratmeter, sind sehr unterschiedlich

und reichen von 25 bis über 6.000 Gramm. Üblicherweise

unterscheidet man folgende, nicht genau festgelegte

Klassen: Papier bis 200 Gramm, Karton bis 600 Gramm und

Pappe mit einer Grammatur von über 600 Gramm.

SAUBERE FLÜSSE

Bei der Produktion ist noch eine Reihe von anderen Kreisläufen

wichtig. Das Wasser zum Beispiel wird am Vorfluter aus einem

Gewässer entnommen oder, an einigen Standorten, aus Brunnen

geholt. In der Fabrik dient es entweder als Träger, um die Papierfasern

auf die Papiermaschine zu spülen, oder auch nur als Kühlwasser.

Die Kreislaufschließung ist weit vorangeschritten, sodass

der Wassereinsatz immer effizienter wird. Bevor das Wasser wieder

der Natur zurückgegeben wird, durchläuft es mechanische und

biologische Reinigungsstufen, daher ist die Sauberkeit nach jeder

einzelnen Papierfabrik flussabwärts gut. Ein zweiter wichtiger

Faktor ist die Energie, die benötigt wird, um die Aggregate anzutreiben

und die Trockenzylinder zu heizen. Der Verbrauch verteilt

sich auf zwei Drittel Wäsche Dampf und ein Drittel Stoffzentrale Strom. Die Branche

erzeugt viel Energie selbst und ist diesbezüglich rechnerisch

autark. Dafür gibt es zum einen leistungsstarke Gasturbinen an

einigen Standorten, zum anderen ist die Lauge, die in Zellstofffabriken

aus dem Holz gelöst wird, wertvoller biogener Energieträger.

Auch viele Reststoffe, zum Beispiel aus der Altpapieraufbereitung,

Leim

Füllstoff

Farbe

Altpapier

Pulper

PAPIERMASCHINE

Stoffauflauf Sieb Presse Trockenpartie Glättwerk Streichanlage Aufrollung

Verladen

Verpacken

Schneiden

11


Branchenporträt | Austropapier Branchenbericht 2019]20

können thermisch genutzt werden. Auf diese Weise kann die

Papierindustrie zu 60 Prozent biogene Brennstoffe, hauptsächlich

Lauge als flüssige Biomasse, einsetzen, womit sie zu den

größten industriellen Ökostromproduzenten Österreichs zählt.

GESUNDE MITARBEITER

MIT KNOW-HOW

Die hohe Wettbewerbsfähigkeit der Papierfabriken in Österreich

hängt auch von den hohen Qualifikationen des Personals ab.

30 Prozent der Mitarbeiter sind Angestellte und 70 Prozent

Arbeiter, die meist im jeweiligen Lehrberuf ausgebildet wurden

und nun im Schichtbetrieb arbeiten. Die Entlohnung nimmt

innerhalb der Industrie einen Spitzenplatz ein. Zugleich erfordern

die hohen Ansprüche an das Know-how sowie der rasante

technologische Fortschritt die Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung.

Dafür gibt es ein eigenes Ausbildungszentrum der

Österreichischen Papierindustrie in Steyrermühl. Daneben legt

die Papierindustrie auch großen Wert auf Arbeitssicherheit und

Gesundheitsförderung der Mitarbeiter. Das Unfallgeschehen

wird jährlich statistisch erfasst. Nach dem Motto Jeder Unfall ist

vermeidbar arbeitet die Papierindustrie daran, ihrem Ziel Null

Unfälle immer näher zu kommen.

NEUE PRODUKTE

Mehrere Unternehmen führen bereits eine eigene Forschungsabteilung,

die nicht nur daran arbeitet, die Produktqualität und

die Einhaltung der Umweltparameter zu verbessern, sondern

auch daran, neue Prozesse und Produkte zu entwickeln. In der

Zellstoff- und Papierherstellung gibt es viele Möglichkeiten,

Fasern und Holzreststoffe bestmöglich und vielseitig zu nutzen.

So können die im Zuge des Holzaufschlusses herausgelösten

Substanzen als Ausgangsstoffe für spezielle Chemikalien dienen

und finden sich etwa in Klebstoffen, Lacken und Druckfarben.

Eine andere Möglichkeit ist die Weiterverarbeitung zu Nahrungsmittelzusatzstoffen

wie Essigsäure, Xylit oder Vanillin. Auf Baustellen

kann Tallpech als Bitumenersatz genutzt werden, und

mit Zellstofffasern verstärkte Kunststoffe sind optimal für

Armaturenbretter von Fahrzeugen.

EINE

PAPIERMASCHINE

Auf der PM 11 in Laakirchen wird

Magazinpapier hergestellt.

Pressenpartie

Siebpartie

Stoffauflauf

Kalander/

Aufrollung

Trockenpartie

Bedienpult

12


Schon in den Vorjahren hatte die Heinzel Group viel investiert. 2017 war die PM 11, die 2004 gebaut worden ist und Magazinpapier

herstellt, qualitäts- und effizienzgesteigert worden. Im selben Jahr erhielt die PM 10 einen kompletten Umbau für einen Sortenwechsel.

Nun produziert die Maschine aus Altpapierstoff ein braunes Rohpapier, aus dem Wellpappe gemacht wird. Dafür braucht

die Fabrik rund 1.000 Gigawattstunden pro Jahr – zwei Drittel Wärme und ein Drittel Strom. Die Energie stammt zum größten Teil aus

einer Anlage am Standort. Darüber hinaus werden Reststoffe der Produktion aus der Altpapier-Aufbereitung und der Kläranlage in

der benachbarten Papierfabrik UPM Steyrermühl thermisch genutzt. Dadurch entsteht zusätzliche Bioenergie.


Um die Energieversorgung des Standortes langfristig zu sichern, gab es schon vor zehn Jahren erste Überlegungen zur

Sanierung des hundert Jahre alten Kraftwerks. 2015 schließlich wurden die Pläne konkret: Um unterschiedliche Optionen

durchzurechnen, saßen die Ingenieure des Werks mit Christian Hufnagel, dem Leiter der Energieerzeugung, zusammen.

Schließlich konnten Franz Baldauf, dem CFO von Laakirchen Papier, verschiedene Varianten vorgelegt werden.

Hufnagel

Den Fischaufstieg müssen wir sowieso

bauen. Wenn wir dazu noch die Sanierung

machen, kostet uns das vielleicht

10 bis 20 Millionen Euro, bringt aber

maximal 3 Megawattstunden extra.

Hufnagel

Oder wir machen einen

richtigen Neubau – das wär’

langfristig natürlich besser.

Ich habe Ihre Pläne angeschaut – finde ich

gut. Ich werde mal mit Heinzel reden, ob wir

die große Variante finanziert kriegen.

BHM ist ein internationales Ingenieurunternehmen mit Sitz in Vorarlberg, das sich auf Industrie- und

Energieanlagen spezialisiert hat. Nach einer Ausschreibung hatte Laakirchen Papier das Büro mit der

Planung und Bauleitung beauftragt. Ansprechpartner aus Linz war Gerhard Schönhart.

Baldauf

Hufnagel

Hallo Herr Schönhart, können

wir mal über ein mögliches neues

Projekt reden?

Dass die Papierfabrik in Laakirchen ihr Wasserkraftwerk an der Traun renovieren musste, war seit

Längerem klar. Mit der Übernahme des Standortes durch Heinzel bekam das Projekt neuen Schwung. Gedacht

war an eine einfache Sanierung oder einen kompletten Neubau. Im Sommer 2016 fiel die Entscheidung

für die große 40-Millionen-Euro-Variante. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens zeigte sich dann

jedoch, dass die Erhöhung des gestauten Wasserspiegels im Oberwasser aus ökologischen Gründen nicht

infrage kam. Um die Fallhöhe und damit die Leistung dennoch zu erhöhen, wurden die Wasserrechte des

nur 1 Kilometer entfernten Kohlwehrs gekauft. Weil diese Stufe danach rückgebaut wurde, konnte die

Traun im Unterwasser eingetieft werden. So ergab sich eine auch aus wirtschaftlicher Sicht

zufriedenstellende Fallhöhe von 9,20 Metern.

In so einem Verfahren haben auch die Anrainer Parteienstellung.

In Laakirchen kamen über 200 Nachbarn der Baustelle zusammen.

Sie gründeten eine Bürgerinitiative, um die Planungen und

Arbeiten zu verfolgen.

Hier müssen wir also das …,

danach können wir … Dann

müssen wir noch darauf

achten, dass …

Hufnagel

Die Schotterbanke würden

sich im Sommer übrigens auch

als Badeplatz gut eignen.

Bürger 3

Hufnagel

Stimmt, wir waren schon als

Kinder immer da.

Bürger 1

Wie ist das jetzt: Wie lange werden die

Bauarbeiten dauern?

Wie laut wird es durch die Baustelle werden? Bürger 2

Mit dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative gab es regelmäßige Treffen, bei denen der

Bauablauf der nächsten Tage bekanntgegeben und erklärt wurde. Die Folge dieser

Besprechungen war, dass es auf der Baustelle zwar wiederholt kleine Zugeständnisse

an die Wünsche der Anrainer gab, das Projekt insgesamt aber mit Zustimmung aller

Betroffenen fortgeführt werden konnte.


Für solche Projekte ist eine Prüfung der Umweltverträglichkeit

(UVP) notwendig, um sicherzustellen,

dass es zu keinen schwerwiegenden ökologischen

Auswirkungen kommt. Zuständig war hier die

Oberösterreichische Landesregierung, Elisabeth

Mühlberger war die Ansprechpartnerin.

Mühlberger

Hallo Herr Hufnagel, wir haben uns das

angesehen. Wir können das genehmigen,

haben aber insgesamt 192 Auflagen

für Sie. Der Fischaufstieg ist natürlich

auch notwendig ...

Mühlberger

… und im Oberwasser

müssen Sie für die Ökologie

was tun: flache

Wasserbereiche für die

Fische und ein Steilufer

für die Vögel.

Das mit den Erdbewegungen passt,

wir heben den Kies unten sowieso

aus. Mit dem können wir dann die

Schotterbänke oben anlegen.

Hufnagel

Wir müssen das aber so planen, dass unser

Zeitplan trotzdem hält.

Hufnagel

Das Amt beaufsichtigt

das Bauprojekt und achtet

auf die Einhaltung der

wasserbaulichen und ökologischen

Vorgaben. Bei

Wasserkraftwerken ist die

Bauphase meist kritischer

als die folgende Betriebsphase.

Die Kontrollen

fanden deshalb hauptsächlich

am Anfang statt.

Schönhart

Seid ihr schon tief genug?

Hufnagel

Ja, schon. Aber der Untergrund ist

anders, als wir gedacht haben. Da

kommt viel mehr Wasser in die Grube.

Schönhart

Das heißt, wir brauchen zusätzliche

Pumpen … und wir müssen

den Bauablauf ändern und den

Zeitplan anpassen.

Das ist nicht so gut, denn

eigentlich sollten wir schon in

einer Woche mit dem nächsten Abschnitt

anfangen.

Hufnagel

Bevor das eigentliche Kraftwerk eingebaut werden

konnte, mussten die Wehre und Gebäude errichtet

werden. Das sollte im Winter geschehen, weil die

Traun dann weniger Wasser führt und dieses damit

einfacher an der Baustelle vorbeigeführt werden

kann. Nach kurzen Verzögerungen waren diese

Arbeiten im Oktober 2018 fertig. Danach konnten die

Turbinen, Generatoren, Schaltkästen und Leitungen

von Voith eingebaut werden.


Bevor die Gebäude ihre Decken

bekommen, werden die großen

Turbinenteile eingehoben.

Schönhart

Die Turbine läuft gut.

Der Druck stimmt auch.

Hufnagel

Baldauf

Kennen Sie sich

eigentlich auch mit

Photovoltaik aus?

So, alles fertig – und was machen wir jetzt?

Hufnagel

Mittlerweile sieht es bei Laakirchen Papier so aus, als ob

das Traun-Kraftwerk nicht die letzte Energie-Investition

gewesen wäre.


Norske Skog Bruck

NorCote Silk 90 g

Altpapier setzt sich unter anderem aus leeren Kartons

von Supermärkten, Druckereiabschnitten und Verpackungen

aus der Haushaltssammlung zusammen.

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Mondi

Pergraphica 120 g


Vorwort | Austropapier Branchenbericht 2018]19

Ein großes Thema ist derzeit der Klimawandel – es wird immer wärmer. Dafür verantwortlich sind unter anderem die CO2-Emissionen,

die bei der Energieerzeugung entstehen. In einer modernen Gesellschaft ist diese aber unverzichtbar, in Haushalten wie

in Unternehmen, in der Landwirtschaft wie im Verkehr. Wenn wir weiter so automatisiert und mobil leben wollen, stellt sich also

die Frage, woher klimafreundlicher Strom, woher Wärme und Kraftstoff kommen sollen. Wie die neue EU-Kommission ist sich

auch die neue Bundesregierung zumindest schon darüber im Klaren, woher sie nicht kommen sollen: aus fossilen Brennstoffen.

Bis in zwanzig, dreißig Jahren soll Europa zur Gänze fossilfrei sein. Als Treiber der Bioökonomie kann die Papierindustrie bei

dieser Entwicklung eine wichtige Rolle spielen: Sie setzt auf nachwachsende Rohstoffe, hohe Effizienz, intensive Kreislaufführung

und viel Ökoenergie – und sie stellt Produkte zur Verfügung, die Konsumenten täglich praktisch, essenziell oder einfach schön

finden. Dabei wird in Zukunft mit Holz- und Faserprodukten noch viel mehr möglich sein als bisher schon.

REGIERUNG BEKÄMPFT CORONA-KRISE

Die Phase der europäischen Hochkonjunktur von 2017/18 ist vorüber.

2019 sank das BIP-Wachstum in Österreich von 2,5 auf 1,5 Prozent,

2020 ist mit einer Rezession zu rechnen. Die Einschätzungen

der Wirtschaftsforscher sind durch den „Notbetrieb“ der Republik

pessimistisch. Auch die europäische Wirtschaft mit 1,2 Prozent und

die globale Wirtschaft mit 3,0 Prozent Wachstum standen 2019

schwächer da als im Vorjahr. Anders die USA, die eine anhaltend

gute Konjunktur erlebten; und auch in vielen Emerging Markets

war die Rate höher, im Bereich von 3 bis 6 Prozent. Die zweitgrößte

Volkswirtschaft, China, wuchs um 6,2 Prozent, hier gab es allerdings

einen Rückgang von Werten bei über 10 Prozent im Vergleich

zu jenen vor ein paar Jahren. Mit der schwächeren Nachfrage in

Europa sank auch die Inflation im Inland auf 1,6 Prozent, auf etwa

diesem Niveau wird sie 2020 bleiben. Die gute Konjunkturlage der

Vorjahre beeinflusste die Arbeitslosigkeit noch positiv, der Wert fiel

auf 4,6 Prozent, in Europa auf 6,4 Prozent – Tendenz aber wieder

steigend. Der Austrian Trade Index (ATX) entwickelte sich 2019

ebenfalls leicht positiv, im vierten Quartal war er stabil und ging

mit 3.200 Punkten ins Jahr 2020. Durch die gut fließenden Steuereinnahmen

und die verminderten Ausgaben der österreichischen

Übergangsregierung erreichte das Budget einen 0,6-prozentigen

Überschuss. Die türkis-grüne Bundesregierung hat trotz großer

Steuerreform und umfassender Klimaschutzmaßnahmen für

2020 einen ausgeglichenen Haushalt geplant. Doch das Ziel wird

durch ein Multi-Milliarden-Hilfspaket zur Corona-Überbrückung

nicht erreichbar sein, die Staatsschulden-Quote damit wieder in

Richtung 70 Prozent drücken.

Papierproduktion in Österreich

[in Mio. t ]

Austropapier-Grafik

Zellstoffproduktion in Österreich

[in Mio. t ]

Austropapier-Grafik

Wirtschaftskrise

Sortenwechsel

in Laakirchen Sortenwechsel in Hallein Umbau in Pöls

5

4

2

3

2

1

1

0

2000 .01

.02 .03 .04 .05 .06 .07 .08 .09 .10

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.19

0

2000 .01

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.11

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.17

.18

.19

Grafisch Verpackung Spezial Papierzellstoff Holzstoff Textilzellstoff

18


ÖSTERREICH IM INTERNATIONALEN

VERGLEICH GUT

2006 bleibt mit seinen 5,2 Millionen Tonnen Produktion das

Rekordjahr der Österreichischen Papierindustrie. 2019 fiel die

Papiermenge um 1,4 Prozent und erreichte diesmal rund 5,0 Millionen

Tonnen. Das schwächere Ergebnis lag hauptsächlich an der

auf 90,1 Prozent gefallenen Auslastung; dabei war die Kapazität

der Papierindustrie durch das Anlaufen der neuen PM 3 im Mai in

Pöls auf über 5,5 Millionen Tonnen gestiegen. Zwar setzte sich das

Wachstum für Verpackungspapiere weiter fort und stieg diesmal

um 2,3 Prozent auf 2,4 Millionen Tonnen, unter anderem wegen

des zusätzlichen Kraft-Sackpapiers aus Pöls. Aber der grafische

Bereich ging erneut stark zurück, um 4,9 Prozent auf 2,3 Millionen

Tonnen, und auch der Sektor Spezialpapiere verlor und landete bei

rund 310.000 Tonnen. Für das kleine Land Österreich sind solche

Produktionsmengen nur durch eine sehr hohe Exportquote möglich,

diese lag 2019 bei 87,7 Prozent. Kostenmanagement, Qualität

und Kundenorientierung haben einen hohen Stellenwert. Auf der

Produktionsseite entwickelte sich die Österreichische Papierindustrie

über dem europäischen Mittel, das bei minus 3,0 Prozent lag.

Die produzierten 89 Millionen Tonnen Papier bedeuten allerdings

einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu den 102 Millionen

Tonnen des Rekordjahres 2007. In diesen Mengen sind die Sektoren

ungefähr mit 30 Prozent grafischem, 50 Prozent Verpackungs- und

20 Prozent Spezialpapier gewichtet. Der Rückgang bei den grafischen

Sorten trifft den europäischen Großhandel besonders: Er

betreibt seine Geschäfte überwiegend mit Publikationspapieren.

KEIN WACHSTUM BEI PRINTMEDIEN

Aufgrund der schwächeren Wirtschaftslage 2019 ging der Konsum

besonders von Printmedien zurück. Insgesamt fiel der Papierverbrauch

in Österreich um 4,4 Prozent auf 1,8 Millionen Tonnen.

Diese errechneten Werte sind aber durch Lagerstandsveränderungen

beeinflusst. Bei den Publikationspapieren hält die Konkurrenz

durch elektronische Medien an, die sich für den schnellen Konsum

von Informationen anbieten. Zu einer positiven Entwicklung im

Verbrauch von Verpackungspapieren tragen die Zunahme von

Konsumgütern, kleinere Packgrößen im Lebensmittelbereich und

der boomende Versandhandel bei. Ein Wachstumsmarkt innerhalb

der Spezialitäten sind Hygienepapiere, die auch weiter eine gute

Verbrauchsprognose haben.

MARKT VON KÄFERHOLZ GEPRÄGT

In Europa wurden im vergangenen Jahr 38 Millionen Tonnen

Zellstoff und Holzstoff hergestellt, um 0,8 Prozent mehr als 2018.

In Österreich war die Mengenentwicklung beim Frischfaserstoff

schwächer, die Produktion stieg um 0,3 Prozent auf 2,1 Millionen

Tonnen. Gleichzeitig blieb die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz

auf dem Vorjahresniveau von 8,9 Millionen Festmetern. Die Menge

konnte großteils aus dem Inland bezogen werden, die Importquote

fiel auf unter 30 Prozent. Der Holzmarkt war 2019 von einem

massiven Anfall von Käferholz betroffen. Die Papierindustrie

zeigte sich wieder als verlässlicher Partner, indem sie Schäden der

Forstwirtschaft ausbalancierte. Die kontinuierliche Abnahme von

Holz wurde durch erhöhte Lagerhaltung und die Rücknahme von

Importen möglich. Mittelfristig wird die Zellstoffproduktion in

Österreich weiter steigen, denn an Standorten wie Pöls, Lenzing

oder Hallein laufen Programme zum Kapazitätsausbau. Die ausreichende

Holzverfügbarkeit für die heimischen Standorte bleibt

also sehr wichtig – auch deshalb, weil große Mengen in mehr oder

minder effizienten Biomasse-Heizkraftwerken, vom Ökostromgesetz

(ÖSG) gefördert, thermisch verwertet werden. Eine grundsätzliche

Neuregelung durch das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG)

ist für Ende 2020 angekündigt. In die Diskussion der Klimastrategie

bringt die Papierindustrie Argumente wie Effizienz, Rohstoffunabhängigkeit

und Investitions- statt Tarifförderung ein: CO2 soll

unter Berücksichtigung von Förderkosten bestmöglich eingespart

werden. Der zweite wichtige Rohstoff ist Altpapier – 2019 mit rund

2,6 Millionen Tonnen Einsatz. Auch hier zeigte sich die allgemeine

Schwäche des Papiermarktes. Ein guter Teil der Sekundärfasern

kommt aus inländischer Sammlung, der größere Teil jedoch aus

Importen. Das Recycling in Österreich funktioniert gut, die 2019 erzielte

Rücklaufquote von 76,2 Prozent liegt über dem europäischen

Durchschnitt und schon nahe an der technischen Machbarkeit

von ungefähr 80 Prozent.

Durchschnittserlöse

Durchschnittserlöse der Österreichischen

Papierindustrie [in €/t Papier]

Austropapier-Grafik

Umsatz

Umsatz der Österreichischen Papierindustrie

[in Mio. €]

Austropapier-Grafik

800

4.500

4.000

700

3.500

600

3.000

2.500

500

2000 .01

.02 .03 .04 .05 .06 .07 .08 .09 .10

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.18

.19

.20

2.000

2000 .01

.02 .03 .04 .05 .06 .07 .08 .09 .10

.11

.12

.13

.14

.15

.16

.17

.18

.19

19


Vorwort | Austropapier Branchenbericht 2018]19

ENERGIE ALS WICHTIGES NEBENPRODUKT

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, gehen mehrere Unternehmen

im Papierbereich in attraktivere Märkte und in Nischen.

Dazu entwickeln sie Papiersorten mit neuen Eigenschaften für

spezielle Anwendungen besonders im technischen Bereich und

in der Verpackung. Für Zellstofffabriken ist Dissolving Pulp, aus

dem Textilgarne hergestellt werden, eine alternative Möglichkeit

zur Wertschöpfung. Die Bioraffinerie entwickelt weitere Möglichkeiten,

um die Holz-Bestandteile Zellulose und Lignin besser

zu nutzen und hochwertigere Faserprodukte, Chemikalien und

Brennstoffe daraus zu machen. Besonders Fabriken, die Zellstofflauge

zur Verfügung haben, verbessern ihren Umsatz, wenn sie

Strom einspeisen oder Fernwärme für nahegelegene Kommunen

auskoppeln, zuletzt im Wert von rund 30 Millionen Euro. Die

künftige Nutzung freier Abwärmepotenziale und ein erleichterter

Zugang in den Markt für das Engpassmanagement im Stromnetz

wären weitere Beiträge zur Erreichung der Klimaziele.

FALLENDE DURCHSCHNITTSERLÖSE

2019 fielen die Durchschnittserlöse für eine Tonne Papier bis zum

Jahresende auf rund 700 Euro. In dieser wirtschaftlich schwachen

Situation gingen aber auch einige Positionen bei den Vorkosten

nach unten. Was Zellstofffabriken für Holz bezahlen, setzt sich aus

den Kosten für das Holz und für den Transport zusammen. Das Niveau

für einen Festmeter Holz frei Werk lag 2019 bei unter 60 Euro.

Der Preis für das Vorprodukt Zellstoff fiel nach einem Höhenflug

bei 1.200 spürbar auf nur noch 800 Dollar pro Tonne der Referenzsorte

skandinavischer Kraftzellstoff (NBSK). Der seit 2018 etwas

schwächere Euro verteuert den Import von Kurzfaserzellstoff (BEK)

aus Lateinamerika. Auch der durchschnittliche Preis für eine

Tonne Altpapier, den zweiten wichtigen Rohstoff der Branche,

fiel – zwischenzeitlich auf unter 100 Euro pro Tonne. Prinzipiell

bleibt der Markt aber angespannt: Zum einen wird die Sammlung

bei rückläufigem Papierverbrauch schwieriger, zum anderen steigt

die Nachfrage nach Altpapier im Verpackungssektor deutlich.

Außerdem stört ein asiatischer Importstopp von gewissen Altpapiersorten

die Handelsmengen seit einem Jahr. Ein kritischer

Faktor für die Fabriken sind die Energiekosten. Hier wirken sich insbesondere

die Nebenkosten wie Netzgebühren, Steuern, CO2-Kosten

und Ökostromförderung negativ aus. Im Vergleich zu anderen

Ländern, wo es Entlastungen für energieintensive Betriebe gibt,

haben österreichische Unternehmen hier einen klaren Wettbewerbsnachteil

– und dieser verstärkt sich noch, wenn die Politik

keine stabilen Rahmenbedingungen für eine langfristige unternehmerische

Planung schaffen kann. Zusätzliche Kosten entstanden

ab 2018 durch die Trennung der gemeinsamen deutsch-österreichischen

Strompreiszone. Die Lohn- und Gehaltssumme betrug

über 480 Millionen Euro, das ist eine Erhöhung um 5,4 Prozent.

Ein von den Unternehmen häufig genanntes Problem ist die Bürokratie:

Die Betriebe müssen immer mehr Zeit und Mühe aufwenden,

um alle geforderten Unterlagen und Nachweise zu führen.

TROTZDEM POSITIVE ERGEBNISSE

Der Umsatz der Branche entwickelte sich unerfreulich, er fiel um

2,7 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro – ein Minus, das mit geringeren

Mengen, aber auch mit niedrigeren Verkaufspreisen bei Zellstoff

und Papier erklärt werden kann. Das konsequente Kostenmanagement

der Papierfabriken half, die Ergebnisse dennoch positiv zu

halten. Für 2019 bleibt festzuhalten, dass viele der in Österreich

tätigen Papierunternehmen ein gutes Ergebnis erzielt haben und

eine solide Eigenkapitalquote von fast 50 Prozent aufweisen –

zehn Prozentpunkte über der Gesamtindustrie.

IN MEHR BIOENERGIE INVESTIEREN

Einige große Vorhaben trugen dazu bei, dass auch 2019 über 200

Millionen Euro investiert wurden. Spektakulär sind natürlich neu

gebaute Papiermaschinen, die je nach Größe mehrere 100 Millionen

Euro kosten. Die Arbeiten an der PM 3 in Pöls sind mittlerweile

abgeschlossen. Weiter nennenswert sind große Energieprojekte

Holz

Holzkosten frei Werk,

Durchschnitt aller Sortimente, Inland und Import [€/Fm]

Austropapier-Grafik

Altpapier

Preise, Durchschnitt aller Sorten [in €/t]

Austropapier-Grafik

Start der

ÖSG/feste Biomasse: kein weiterer

ÖSG-Förderung Zuwachs der installierten Leistung

Wirtschaftskrise chinesisches Importembargo

80

160

140

60

120

100

40

20

vermehrtes Schadholz

und Lageraufbau

80

60

40

20

0

2000 .01

.02 .03 .04 .05 .06 .07 .08 .09 .10

.11

.12

.13

.14

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.20

0

2000 .01

.02 .03 .04 .05 .06 .07 .08 .09 .10

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.18

.19

.20

20


in Nettingsdorf, Laakirchen und demnächst

auch in Bruck. Dazu kommt eine neuartige

Anlage in Hallein, die Bioethanol aus Holzzucker

herstellen wird. Nachdem sich die

europäische Papiernachfrage aber seit mehreren

Jahren schwach entwickelt, ergeben

sich in einigen Sektoren Überkapazitäten.

So ist in den letzten zehn Jahren in Europa

im grafischen Bereich fast die Hälfte der

Produktionskapazität abgestellt, der Verpackungssektor

jedoch ausgebaut worden.

Produktion von Papier & Zellstoff

[in Mio. t] in 2018

Austropapier-Grafik

% Änderung im Zehn-Jahres-Vergleich Quelle: CEPI, PPI

82

(–15 %)

63

(–10 %)

110

(0 %)

47

(–5 %)

87

(15 %)

110

(40 %)

CHINA SCHWÄCHELT

Die weltweite Papierproduktion stand 2018

bei rund 420 Millionen Tonnen, wobei sich

die in der Vergangenheit starken Papierregionen

Nordamerika, Westeuropa und

Fernost mit Japan und Korea schwächer

zeigten. Auch die planwirtschaftlich gelenkte

chinesische Papierindustrie, deren

Aufwärtstrend in den vergangenen Jahren

atemberaubend war, musste 2018 einen

Rückschritt (–4,0 Prozent) hinnehmen.

China bleibt aber der weltgrößte Papierhersteller

und produzierte auch im vergangenen

Jahr wieder mehr als 100 Millionen

Tonnen. Die Unternehmen dort beliefern

Nordamerika

hauptsächlich den inländischen Markt, verschiffen aber auch große

Mengen an grafischem Papier in Überseemärkte. Der Schwerpunkt

im Inland liegt auf Verpackungspapieren, die die chinesische

Exportindustrie zum Transport ihrer Güter benötigt. Fünf der

globalen Top-20-Unternehmen sind in China angesiedelt. Die fünf

weltweit größten sind International Paper (USA), Nine Dragons

(China), WestRock (USA), Oji (Japan) und DS Smith (England). Nach

den Fortschritten im weltweiten Freihandel kommt es in jüngster

Zeit immer mehr zu protektionistischen Maßnahmen – auch bei

Zellstoff

Preise pro Tonne NBSK

(Northern bleached softwood kraft)

1.200

1.000

800

600

400

200

0

2000 .01

.02 .03 .04 .05 .06 .07 .08 .09 .10

.11

.12

.13

.14

.15

Papier

Zellstoff

Austropapier-Grafik

Quelle: Euwid, ÖNB

.16

Dollar

Euro

.17

.18

.19

.20

23

(15 %)

Lateinamerika

31

(50 %)

Europa

5

(0 %)

Afrika

2

(–40 %)

Asien

China

Australien

Holz, Papier und Altpapier. Für die EU bleiben wirksame handelspolitische

Instrumente, wie etwa Antidumping-Verfahren, auch

weiterhin wichtig. Skeptisch äußerte sich die Papierindustrie zum

Brexit, die Möglichkeiten eines fortgeführten Freihandels werden

zurzeit verhandelt. Darüber hinaus dämpfen Quarantäne und

Grenzschließung zur Coronavirus-Eindämmung den internationalen

Warenverkehr.

HOHE AUFMERKSAMKEIT

FÜR UMWELTTHEMEN

24

(0 %)

18

(–15 %)

4

(5 %)

3

(0 %)

Für die nächsten 15 Jahre hat Pöyry Consulting ein globales Wachstum

von jährlich 1,1 Prozent im Papierverbrauch prognostiziert.

Gründe dafür sind ein Bevölkerungsplus, zunehmende Urbanisierung

und eine wachsende Mittelschicht, besonders in den großen

Märkten China und Indien. Für die entwickelten Volkswirtschaften

in Europa, Nordamerika und Japan wird jedoch ein mit minus

0,8 Prozent pro Jahr schrumpfender Markt vorhergesagt. Hier

müssen die Hersteller damit rechnen, auf einem Verdrängungsmarkt

mit Überkapazitäten um niedrigere Stückkosten zu

kämpfen. Dies gilt sowohl für die einzelnen Unternehmen

untereinander als auch für die verschiedenen Standorte innerhalb

eines Konzerns. In so einer Situation ist es hilfreich, beim Kunden

zusätzlich mit exzellenter Qualität und mit überzeugender

Nachhaltigkeit zu punkten. Gleichzeitig werden sich für jene

Unternehmen Chancen ergeben, die sich durch Spezialisierung

auf neue Papieranwendungen von anderen unterscheiden. Ein

weiteres Potenzial für die Branche liegt darin, die Papierherstellung

durch neue Produkte aus der Bioraffinerie zu ergänzen. Dafür

ist sie gut geeignet, weil sie große Anlagen beherrscht und viel

Erfahrung darin hat, Biomasse mit Wertsteigerung zu verarbeiten.

21


Vorwort Summary | | Austropapier Branchenbericht 2018]19 2019]20

FAKTEN

Papierproduktion:

5,0 Millionen Tonnen

Produktion von Zellstoff und

Holzstoff: 2,1 Millionen Tonnen

Branchenumsatz:

4,2 Milliarden Euro

Produktion mit 8.020 Mitarbeitern

an 24 Standorten

HINTERGRUND

Papier entsteht aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz und wird intensiv recycelt.

Daraus werden Produkte erzeugt, die von Konsumenten täglich und in großem Umfang

nachgefragt werden, weil sie in den unterschiedlichsten Lebenslagen nützlich sind.

Österreich ist ein wichtiges und wettbewerbsfähiges Papierland, die Exportquote von

87,7 Prozent zeigt das. Für die Zukunft suchen viele Unternehmen neue Möglichkeiten,

um mit einer breit konzipierten Bioraffinerie mehr Wertschöpfung aus Fasern und

anderen Holzkomponenten zu erzielen.

2019 war die Situation für die meisten Unternehmen gut, allerdings auch

herausfordernd. Langfristig bleibt die Wettbewerbsfähigkeit der Branche besonders

von den Entwicklungen bei Holz und Energie abhängig.

Erste Schritte in diese Richtung sind bereits getan: Es gibt schon

Unternehmen, die aus den Holzbestandteilen Lignin und Hemizellulose

hochwertige Chemikalien oder Brennstoffe generieren.

In den Betrieben laufen zahlreiche Forschungsprojekte dazu.

Im gesellschaftlichen Diskurs setzen sich zurzeit einige Erkenntnisse

durch, die auch auf die Papierwirtschaft Auswirkungen haben.

Die Erderwärmung nimmt zu: Dass der Klimawandel real

ist, weiß die Wissenschaft schon seit Langem. Doch nach

vielen heißen, trockenen Sommern und milden, schneearmen

Wintern spüren alle, dass tatsächlich etwas dagegen

getan werden muss. Die Bereitschaft dazu zeigt nun auch

die Politik, auf nationaler wie auf europäischer Ebene: Sie

setzt sich für die nächsten Jahrzehnte sehr ehrgeizige Ziele.

Die Papierindustrie sieht sichselbst beim Ausstieg aus der

fossilen Energie als Vorreiter.

Unsere Meere sind voller Plastik: Fotos davon haben eine

breite emotionale Diskussion zur Verschmutzung durch

Kunststoff hervorgerufen. Eine der ersten Konsequenzen

daraus ist das Plastiksackerl-Verbot. Auf der Suche nach

Alternativen, auch bei Einweg-Anwendungen, bieten sich

häufig Produkte aus Papier an, die kein Littering-Problem

haben. Sollte der Naturstoff einmal nicht im Altpapierkreislauf,

sondern in der Umwelt landen, zersetzt er sich rasch.

Unser Internet weiß immer mehr: Die Digitalisierung

schreitet zügig voran; mehr Information für Bürger, schnellerer

Service für Konsumenten und steigende Effizienz für

Unternehmen sind die Vorteile. Zugleich sehen wir aber,

dass dieser Sektor immer mehr kritische Rohstoffe und

wachsende Mengen an Strom verbraucht. Außerdem wird

offensichtlich, dass wir das kostenlose Angebot im Internet

mit persönlichen Daten bezahlen. Das ist vielen nicht recht.

Printmedien und andere Papierprodukte können uns dabei

helfen, den „Big Brother“ im Zaum zu halten.

Unsere Wirtschaft ist krisenanfällig: Wie schon bei der

Finanzkrise 2008/09 zeigt sich jetzt durch die nationalen

Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, dass die

Realwirtschaft stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Die

Auswirkungen bestehen zunächst in Schwierigkeiten bei

der Versorgung der Bevölkerung und später in einer deutlich

ansteigenden Arbeitslosigkeit. Beide Probleme werden

durch starke Industriebetriebe eingedämmt, besonders

wenn sie regionale Rohstoffe beziehen oder kritische Waren

herstellen, derzeit etwa Hygieneprodukte.

GOVERNMENT BATTLES THE

CORONA CRISIS

The phase of European prosperity of 2017/18 is over. In 2019,

Austria’s GDP growth decreased from 2.5 to 1.5 percent and

will slide into recession in 2020. The estimates of economic

forecasters are pessimistic in this regard, due to the republic’s

“emergency mode”. But also Europe with 1.2 percent and the

global economy with 3.0 percent were in an economically

weaker position in 2019 than in the year before. The USA were

in a different situation and experienced a consistently robust

economy. The rate was also higher in many emerging markets,

ranging from three to six percent. China, the second biggest

national economy, grew by 6.2 percent, however, China also

had a decline in rates of more than ten percent, compared to a

few years ago. With a weaker demand in Europe, inflation also

22


decreased nationally to 1.6 percent, and will remain on that

level in 2020. The good economic situation of the previous

years had a positive impact on unemployment initially, with

its value dropping to 4.6 percent, in Europe to 6.4 percent – but

this trend is increasing again. The Austrian Trade Index (ATX)

showed a moderately positive development in 2019, the index

was stable in the 4 th quarter and started with 3,200 points in

2020. A steady tax revenue stream and the reduced spending

of the Austrian transitional government resulted in a budget

surplus of 0.6 percent. The new conservative-green federal

government has planned a balanced budget for 2020 despite

its substantial tax reform and comprehensive climate protection

measures. However, this goal will remain unreachable

due to a multi-billion aid package to bridge the corona crisis

and will push the government debt ratio towards 70 percent

once again.

AUSTRIA STRONGER IN

DECREASING MARKET

2006 remains the record year of the Austrian paper industry,

with its 5.2 million tonnes of production. In 2019, the volume

of paper decreased by 1.4 percent and reached 5.0 million

tonnes this time. The weaker result was mainly due to the

decreased capacity utilisation of 90.1 percent. However, the

paper industry’s capacity increased to 5.5 million tonnes due

to the start of the new PM 3 in Pöls in May. The graphics business

decreased significantly once again, by 4.9 percent to 2.3

million tonnes. However, the growth of the packaging paper

sector continued and increased by 2.3 percent to 2.4 million

tonnes, inter alia, because of the additional sack kraft paper

from Pöls. The specialty paper sector also declined and ended

up at approximately 310,000 tonnes. For a small country like

Austria, these production volumes are only possible due to a

very high export quota, which stood at 87.7 percent in 2019.

Cost management, quality, and customer orientation are

very important. On the production side, the Austrian paper

industry ended up above the European average, which was at

-3.0 percent. The 89 million tonnes of produced paper indicate

a clear decline in comparison to the 102 million tonnes of the

record year 2007. At these volumes, the segments are split into

30 percent graphics, 50 percent packaging, and 20 percent

specialty paper. The decline in graphic papers has a significant

impact on European wholesalers, as they make their business

predominantly with publication papers.

NO GROWTH IN THE PRINT MEDIA SECTOR

Due to the weaker economic situation in 2019, consumption

declined in the print media sector particularly. Overall, paper

consumption in Austria decreased by 4.4 percent to 1.8 million

tonnes. However, these calculated values are affected by

changes in inventory levels. In the case of publication papers,

competition from electronic media, which allows the rapid

consumption of information, persists. A positive development

in the consumption of packaging papers came about due to

an increase in consumer goods, smaller pack sizes in the food

sector, and the booming mail order business. A growth market

within the specialties segment are hygiene papers, which have

a solid consumption forecast.

WOOD MARKET CHARACTERISED

BY BEETLE DAMAGE

In Europe, 38 million tonnes of pulp were produced last year,

0.8 percent more than in 2018. In Austria, the demand for

virgin pulp was weaker, production increased by 0.3 percent to

2.1 million tonnes. At the same time, the demand for wood as a

raw material decreased by 0.8 percent to 8.9 million cubic metres.

The amount was mostly sourced from Austria, the import

quota fell below 30 percent. The wood market was affected

substantially by massive beetle damage in 2019. However, the

paper industry proved once again to be a reliable partner by

balancing out the damages of the forestry sector. The continuous

acquisition of wood became possible due to increased

storage and a decrease in imports. In the medium term, pulp

production in Austria will continue to increase as capacity

expansion projects are ongoing in places like Pöls, Lenzing, and

Hallein. Therefore, sufficient supply of wood to domestic mills

FACTS

Paper production:

5.0 million tonnes

Production of cellulose and wood

pulp: 2.1 million tonnes

Industry turnover: 4.2 billion euros

Production with 8,020 employees

at 24 sites

BACKGROUND

Paper is made from a renewable resource and is recycled intensively. The resulting products are

used by consumers on a daily basis and on a large scale since they are useful for a wide range

of purposes.

Austria is an important and competitive paper country, as the export rate of 87.7 percent shows.

For the future, many companies are looking for new ways to create more value from fibres and

other wood components by a broad biorefinery concept.

In 2019, the situation was good but also challenging for most companies. In the long term, the

competitiveness of the industry will depend on trends in the wood and energy sectors.

23


Summary | Austropapier Branchenbericht 2019]20

remains very important, also because large quantities

are being used thermally in more or less efficient biomass

cogeneration plants, which are subsidized under the Austrian

Green Electricity Act (Ökostromgesetz – ÖSG). However, the

issuance of fundamentally new regulations by the Renewable

Energy Act (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz – EAG) has been

announced for the end of 2020. The paper industry purports

arguments like efficiency, commodity independence, and

investment grants instead of tariff subsidies to the discussion

regarding the climate strategy. CO2 is to be reduced whenever

possible, taking omission costs into account. The second

important resource is waste paper – with approximately

2.6 million tonnes in 2019. A substantial amount of secondary

fibres comes from domestic collections, however most of

them are imported. Recycling in Austria is working well, the

collection rate of 76.2 % achieved in 2019 is above the European

average and already close to the technical feasibility of

about 80 percent.

ENERGY AS AN IMPORTANT

SECONDARY PRODUCT

Several paper companies are moving into more attractive

markets and niches to increase their competitiveness. In order

to do that, they develop grades of paper with new properties

for special applications, particularly in the technical and packaging

sector. For pulp mills, dissolving pulp, which is used to

manufacture textile yarns, offers an alternative way of adding

value. The biorefinery branch is developing more ways to make

better use of wood properties like cellulose and lignin to produce

higher value fibre products, chemicals, and fuels. Especially

pulp mills increase their turnover when they feed electricity or

extract district heating to nearby municipalities, most recently

by approximately 30 million euros. The future use of free heat

potential and improved market access for

bottleneck management in the power grid may further

contribute to achieving the climate goals.

AVERAGE REVENUES ARE DECLINING

In 2019, average revenues for one tonne of paper declined to

approximately 700 euros by the end of the year. However,

in this economically weak situation some initial costs also

decreased. What pulp mills pay for wood is based on the cost of

timber and transport costs. The price level for a cubic metre of

wood including delivery was below 60 euro in 2019. The price

for the intermediate product pulp dropped to 800 dollars per

tonne of the reference Scandinavian kraft pulp (NBSK), after

high levels at 1,200 dollars. The euro, which has been a little

weaker since 2018, increases prices for imports of short fibre

pulp (BEK) from Latin America. The average price for a tonne of

paper for recovery, the industry’s second important commodity,

fell, at times, below 100 euros per tonne. However, the market

remains tense: On the one hand, collection becomes more

difficult with declining paper consumption, and on the other,

the demand for waste paper in the packaging sector is rising

significantly. Furthermore, an Asian ban on imports of certain

types of waste paper has been disrupting trade quantities

for a year now. The cost of energy remains a critical factor for

mills. This is where ancillary costs like network fees, taxes, CO2

costs, and subsidies for eco-electricity have a negative impact.

Contrary to other countries, where subsidies for energyintensive

businesses are available, Austrian company are at a

clear competitive disadvantage here. And this disadvantage

increases even further when politics cannot establish stable

framework conditions for long-term entrepreneurial planning.

Further additional costs have been incurred since 2018 by

the separation of the joint German-Austrian electricity price

zone. The payroll totalled over 480 million euros, an increase

of 5.4 percent. One problem businesses commonly refer to is

bureaucracy: Companies must spend considerable time and

effort to retain all required documents and certificates.

BALANCE SHEETS GENERALLY POSITIVE

Sales in the sector performed below expectations, decreasing

by 2.7 percent to 4.2 billion euros – a decline that can be explained

by smaller quantities, but also lower sales prices for pulp

and paper. However, the paper mills’ consistent cost management

helped to keep the results positive. For 2019, it should be

noted that many of the paper companies operating in Austria

have achieved good results and a solid equity ratio of almost 50

percent – ten points higher than the industry

as a whole.

INVESTING MORE IN BIOENERGY

Some major projects once again contributed to an overall investment

of more than 300 million euros in 2019. Newly built

paper machines, which cost several hundred million euros

depending on their size, are naturally the most spectacular investments.

The works on the new PM 3 in Pöls are now completed.

Other noteworthy endeavours are major energy projects in

Nettingsdorf, Laakirchen, and soon also in Bruck. There is also

a new facility in Hallein, which will turn wood sugar into bioethanol.

Since the European demand for paper has been week

for several years, overcapacities are emerging in some sectors.

For instance, production volumes in Europe have decreased by

half in the graphic sector over the last ten years, however the

packaging sector has expanded during that time.

24


Der seit zwanzig Jahren zum Smurfit-Kappa-Konzern gehörende Standort in Nettingsdorf produziert braunen Sulfat-Zellstoff

und daraus Kraftliner. Das Papier wird auf der großen Papiermaschine (PM 6) produziert und dann an Hersteller von Wellpappe

verkauft. Am Standort werden dafür insgesamt rund 1.200 Gigawattstunden Energie benötigt, die das Werk hauptsächlich

mit den Brennstoffen Biolauge und Erdgas selbst erzeugt. Dafür stand bisher eine Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplung aus den

70er Jahren zu Verfügung.


Leitgeb

Gibt es jetzt schon eine Entscheidung

zur Energie-Anlage?

Also, Herr Leitgeb. Dann wartet jetzt

viel Arbeit auf uns – und auf Sie.

Hochrathner

Vor fünf Jahren war der Unternehmensleitung klar,

dass in die Energiezentrale investiert werden muss.

Zum einen stand altersbedingt der Tausch einiger

Bauteile an, zum anderen sollte die Energieeffizienz

verbessert werden. Hinzu kamen neue Vorgaben aus

der Umwelt-Gesetzgebung. In den dabei relevanten

sogenannten BREF-Dokumenten wird geregelt, auf

welchem Stand der Technik eine Anlage sein muss

und welche Emissionen zulässig sind. Anfang 2016

beauftragte Günter Hochrathner, CEO des Werks, deshalb

eine Machbarkeitsstudie.

Ja, ich hab’ nochmal mit Fuhrmann

und Reiter darüber gesprochen.

Wir werden alles ganz neu bauen.

Hochrathner

Für den Bau musste zum einen die Behörde mit eingebunden, zum anderen das Projekt technisch zügig

vorbereitet werden. Weil die Anlage mit knapp 200 Megawatt gleich groß geplant war wie die bisherige, war

keine neue Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. So war es möglich, die Ausschreibungen für die

Auftragsvergabe parallel zu den Einreichungen zu machen.

Was braucht die Behörde für die

Baugenehmigung jetzt eigentlich?

Hochrathner

Leitgeb

Wir brauchen die Nachweise zur Einhaltung der

Maschinenbau- und Elektrotechnik- Richtlinie,

Unterlagen über die zu erwartenden Emissionen

und natürlich alle Sicherheitsunterlagen –

Brandschutz, Arbeitsschutz und so weiter.

Leitgeb

Und wir werden dafür eine

ganze Reihe Gutachten von

Sachverständigen brauchen,

bevor wir in die Verhandlungen

gehen können.

Nachdem das Platzangebot auf dem Werksgelände beschränkt ist und das neue Kesselhaus nicht so weit von der Brennstoffquelle, nämlich der Zellstoffanlage, entfernt

stehen sollte, musste zuerst ein geeigneter Bauplatz geschaffen werden. Das geschah 2018. Anschließend wurde der Boden untersucht und mit 400 Pfählen verstärkt,

damit er die Gebäude samt Installationen trägt. Projektleiter Jörg Neubauer kümmerte sich um diese Arbeiten.

Leitgeb

Die Halle vom alten Sodakessel 1 lassen wir

stehen. Da kommt die

Kesselwasseraufbereitung rein.

Leitgeb

Aber den alten Kalkofen brauchen

wir nicht mehr – und auch der

Rest kommt weg.

Gut, dann können wir

ja bald mit dem Fundament

beginnen.

Neubauer


In einem ersten Bauabschnitt wurde das Stiegenhaus über 60 Meter nach oben gezogen – im wahrsten Sinne des Wortes. Zur Errichtung wurde nämlich ein kontinuierliches

Verfahren gewählt, mit dem die Verschalung über drei Wochen lang nach oben gefahren und der Beton nachgegossen wird, sodass nahtlose Wände entstehen.

Während der Bauzeit besuchte Anthony Smurfit, der Group-CEO aus Irland, Nettingsdorf mehrmals.

Neubauer

Da oben, über der Turbinenhalle,

kommt der Dampfspeicher hin – vorher

hatten wir ja keinen.

Es ginge ja aber auch ohne, oder?

Smurfit

Leitgeb

Stimmt, aber so haben wir natürlich

eine bessere Energieeffizienz.

In den fertigen Gebäuden wurde eine Reihe von Anlagen untergebracht:

Das größte Aggregat ist der Sodakessel

(SoKe 4), der über 40 Meter hoch ist.

Dort wird die Lauge verbrannt, um den

Schwefel wieder zurückzugewinnen.

Die Hitze, die dabei entsteht, wird eingesetzt,

um das Werk mit Strom und

Dampf zu versorgen.

Vorgeschaltet ist der Speisewassertank,

der das entsalzte Wasser für den

Dampfkreislauf bereithält.

Nachgeschaltet ist die Kesseltrommel,

die den Hochdruckdampf sammelt.

Danach folgt noch ein Dampfspeicher.

Manchmal passiert es, dass die Papierproduktion

abreißt und die PM 6 keinen

Dampf mehr abnimmt. Ohne Speicher

müsste man den Dampf dann ablassen.

Nachgeschaltet ist die Rauchgasreinigung.

Die eingesetzten Elektrofilter

reduzieren die Emissionen deutlich.

Die Turbine (DT 4) erzeugt elektrischen

Strom. Sie arbeitet mit dem Dampf-

Gegendruck-Prinzip und leistet fast

30 Megawatt.

Nachdem die Gebäude außen und der Stahlbau innen

errichtet und die Aggregate eingebaut waren, wurden

noch Isolierungen, Rohre und kilometerweise Verkabelung

verlegt. Außerdem musste Andritz alle Schweißarbeiten

an Druckbehältern überprüfen, insgesamt über

10.000 Nähte. Dazu wurden die Stellen zuerst geröntgt

und ausgebessert. Als zweite Prüfung folgte eine Druckbelastung

bei 160 Bar, dem Doppelten der vorgesehenen

Betriebsbelastung. Bei undichten Stellen würde

man dann einen Wasseraustritt sehen und insgesamt

einen Druckabfall feststellen. Vor der Inbetriebnahme

im Frühjahr 2020 wurden noch alle wasserführenden

Teile und Rohre von innen gebeizt. Dazu füllte man spezielle

Chemikalien ein und ließ diese nach einer Weile

wieder ab. Im Anschluss daran konnte der Brenner das

erste Mal probeweise gezündet werden.

Fertig! Die haben jetzt alle Nähte

geröntgt und keine weiteren

Fehler gefunden.

Lipponen

Neubauer

Sehr gut, dann steht der

Kesseldruckprobe ja nichts mehr

im Wege.


Eine integrierte Papierfabrik ist ein komplexes System von Transportbändern,

Wasserleitungen, Stromkabeln und Dampfrohren, die die einzelnen

Aggregate der Produktion miteinander verbinden, teils auch im

Kreislauf. Dabei ist es notwendig, dass man alle Komponenten über ein

einheitliches System steuern kann. Wenn nun ein so wichtiges Element

wie die Energie-Anlage bei laufendem Betrieb gewechselt wird, kann

das Auswirkungen auf den Betrieb anderer Teile haben. Ein wesentliches

Ziel der Projektmeetings war es deshalb, die Systeme trotz Bauarbeiten

immer im Gleichgewicht zu halten.

Um Neu und Alt miteinander zu verbinden, koppelten die

Techniker an insgesamt achtzig Stellen Leitungen. Sie mussten

dabei besonders darauf achten, dass die Drücke oder

Stromspannungen auf beiden Seiten zusammenpassten.

Wenn alte Rohre für nunmehr notwendige höhere Drücke

befähigt werden sollten, mussten Verstärkungen und größere

Ventile eingebaut werden. Im elektrischen System waren

zusätzliche Umspanner notwendig.

Neubauer

Okay, dann müssen wir da

noch Verstärkungen und auch

eine Sicherheitsüberprüfung

mit einplanen.

Neubauer

Da oben haben wir 3,6 Bar

in den Leitungen ...

... aber da hinter dem Anschluss sind nur noch 2,6

Bar möglich. Das würde dann gefährlich werden.

Leitgeb

Die Balance of Plant wurde zudem noch komplexer,

weil zeitgleich auch diverse andere

Projekte am Standort durchgeführt wurden:

Die PM 6 bekam zusätzliche Zylinder für mehr

Trockenkapazität, die Eindampfanlage für

Lauge wurde erweitert und die Entsalzungsanlage

für den Dampfkreislauf erneuert.

Eine Gasreduzierung wurde auch installiert.

Mit rund 130 Millionen investierten Euro und nach über 750.000 eingesetzten Arbeitsstunden

kommt das Projekt im Sommer 2020 zum Ende. Das Resultat kann sich sehen lassen.

Hochrathner

Darauf sind wir stolz: 15 Prozent mehr Energieeffizienz,

60 Prozent weniger Gas-Einsatz und dadurch 40.000

Tonnen weniger CO2-Emissionen. Außerdem gibt es

Reduktionen bei Feinstaub und H2S, sodass der für Zellstofffabriken

typische Schwefelgeruch stark zurückgeht.

Hallo Günter, hast du

gesehen? Deine Familie besucht

dich im Büro.

Kollege

Mona

Schau mal, Papa, wir haben

deine Arbeit gemalt ...

Livia

… und du stehst ganz oben, damit

du alles gut sehen kannst.


Lenzing Papier

Impact Pure 100 g

Grammatur 80 heißt,

dass das Papier 80 Gramm

pro Quadratmeter wiegt.

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Mondi

Pergraphica 120 g


Menschen & Ausbildung | Austropapier Branchenbericht 2019]20

In den 24 Werken der Papierindustrie arbeiten zurzeit über 8.000 Personen. Darüber hinaus ist die Branche Teil der Wertschöpfungskette

Holz, die allein in Österreich 300.000 Menschen beschäftigt. In den Fabriken arbeiten sie am Holzplatz, in der Stoffaufbereitung,

an der Papiermaschine, in der Versand-Ausrüstung, in Labors oder im Büro in Verkauf und Verwaltung. Dafür sind unterschiedlichste

Qualifikationen und Fertigkeiten notwendig, zum Beispiel in den Bereichen Papiertechnik, Metall- und Elektrotechnik,

Chemie, EDV, aber auch Betriebswirtschaft.

ZAHL DER LEHRLINGE

DEUTLICH GESTIEGEN

Insgesamt arbeiten wieder mehr Menschen

in der Papierindustrie. So hat sich

die Anzahl der Mitarbeiter im Vergleich

zum Vorjahr um 1,5 Prozent auf 8.020 erhöht.

Dies ist vor allem auf Investitionen in

einigen Betrieben zurückzuführen. Zunehmend

schwierig wird es für die Papierfabriken,

engagierte Lehrlinge und Nachwuchskräfte

zu finden. Einerseits hat sich die

Zahl der Jugendlichen generell, aus demografischen

Gründen, verringert, andererseits

besteht oft auch noch Konkurrenz zu

anderen großen Betrieben und Schulen

in der Region. Dabei liegt die Entlohnung

für Lehrlinge in der Papierindustrie im

Spitzenfeld der Industrie, zusätzlich gibt

es noch zahlreiche weitere Anreize. Dies

hat nun erfreulicherweise dazu geführt,

dass sich die Zahl der Lehrlinge gegenüber

dem Vorjahr auf über 350 erhöht hat. Das

Lohn- und Gehaltssummen

500

450

ist eine Zunahme um fast 15 Prozent allein

in den letzten zwei Jahren. Der Beruf mit

den meisten Lehrlingen ist naturgemäß

die Papiertechnik mit 97 Jugendlichen – 32

von ihnen haben 2019 ihre Lehre in diesem

Bereich begonnen, 28 haben sie erfolgreich

abgeschlossen. Einen großen Anteil haben

in den letzten Jahren auch die modularen

Lehrberufe mit Schwerpunkt Elektro- und

Metalltechnik, in denen derzeit 214 Lehrlinge

ausgebildet werden. In der stark von

Schichtarbeit geprägten Papierindustrie

haben Frauen insgesamt einen Anteil von

rund 10 Prozent.

UMFANGREICHES

SCHULUNGSANGEBOT IM

ABZ STEYRERMÜHL

[in Mio. €] Austropapier-Grafik, Quelle: Austropapier & Lohnerhebung der WKO (Sept. 2019)

Stundenlöhne ohne Zulagen und Überstunden

Stundenlohn 2009

Papierindustrie 13,50 €

Ø Industriebranchen 12,10 €

Stundenlohn 2019

Papierindustrie 17,10 €

Ø Industriebranchen 15,10 €

Die Qualifikation ihrer Mitarbeiter – und

damit deren Aus- und Weiterbildung –

nimmt in der Österreichischen Papierindustrie

einen hohen Stellenwert ein.

Ihre Spezialisten im Produktionsbereich

bildet die Branche großteils im Ausbildungszentrum

Steyrermühl (ABZ) selbst

aus. Der Betrieb leistet zurzeit über 9.000

Ausbildungstage im Jahr. Der Kernbereich

im ABZ liegt beim Fernlehrkurs im zweiten

Bildungsweg zum Facharbeiter der Papiertechnik

und bei der Meisterausbildung.

2019 erlangten insgesamt 34 Teilnehmer

über den Fernlehrkurs die Qualifikation

zum Facharbeiter und 24 Teilnehmer den

Abschluss zum Werkmeister der Papiertechnik.

Zusätzlich kooperiert das ABZ mit

der Kraftwerksschule Essen, um Energie-Fachleute

auszubilden. Mittelfristig

orientiert sich das ABZ stärker in Richtung

Verarbeitung, erste Seminare und Workshops

dazu fanden bereits statt. Mit einem

großen Maschinenhersteller läuft ein

modulares Ausbildungsprojekt auf internationaler

Ebene für rund 300 Mitarbeiter.

Die Tendenz geht zunehmend in Richtung

firmenspezifischer Modelle auf Basis

maßgeschneiderter In-House-Trainings

vor Ort, auch papiertechnische Seminare

zur Spezialisierung sind gefragt. Bei den

Kursen und Seminaren sowie der Fernlehr-

Ausbildung gibt es auch immer mehr

ausländische Teilnehmer, vorwiegend aus

dem deutschsprachigen Raum. Besonders

hervorzuheben ist ein mehrstufiges Ausbildungsprogramm,

das seit einigen Jahren

mit Südafrika erfolgreich läuft. Ein neuer

Fernlehrkurs auf Englisch startete 2019, mit

Lehrabschlussprüfung im Jahr 2020.

400

KV-VERHANDLUNGEN MIT

RASCHER EINIGUNG TROTZ

SCHWIERIGEN UMFELDS

350

300

Als einzige Industriebranche zahlt die Papierindustrie

zusätzlich einen kollektivvertraglichen Pensionskassenbeitrag.

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

Die Branche zahlt jährlich rund 480 Millionen

Euro an Löhnen und Gehältern, den

jährlichen Kollektivvertragsverhandlungen

kommt deshalb große Bedeutung zu. Im

30


Lehrlinge

Aufteilung nach Berufen in der Österreichischen Papierindustrie

Austropapier-Grafik, Quelle: WKO

500

400

300

200

100

Modulausbildung

Andere Berufe

Kaufm. Berufe

Elektroberufe

Metallberufe

Papiertechniker

0

2000

.01

.02

.03

.04

.05

.06

.07

.08

.09

.10

.11

.12

.13

.14

.15

.16

.17

.18

.19

Frühjahr 2019 gelang die Einigung mit den

Gewerkschaften bereits in der zweiten KV-

Runde. Ab Mai 2019 wurden die Ist-Löhne

und Ist-Gehälter, je nach Lohn- und Verwendungsgruppe,

um 3,2 bis 3,4 Prozent,

mindestens aber um 80 Euro angehoben.

Die KV-Löhne und Mindestgehälter

wurden ebenfalls um 3,2 bis 3,4 Prozent

erhöht. Die Lehrlingsentschädigungen für

gewerbliche und kaufmännische Lehrlinge

sind nun vereinheitlicht. In rahmenrechtlicher

Hinsicht zu erwähnen ist die Einführung

eines 100-Prozent-Zuschlags für

ausdrücklich angeordnete Überstunden ab

der 11. Stunde pro Tag und ab der 51. Stunde

pro Woche ab Jänner 2020. Zudem sind die

Kündigungstermine bei Arbeitern ab 2021

neu geregelt und Arbeitsgruppen zum

Thema Bereitschaftsentgelt und Überarbeitung

der Verwendungsgruppenbeispiele

vereinbart. In sozialpolitischer Hinsicht

beschloss der Nationalrat im Rahmen des

Pensionspakets 2020 die Wiedereinführung

der umstrittenen Hacklerregelung,

mit der man nach 45 Versicherungsjahren

abschlagsfrei in Pension gehen kann. Auch

das abschlagsfreie Sonderruhegeld für

Nachtschwerarbeiter ab deren 57. Lebensjahr

wurde beschlossen. Weitere Gesetzesbeschlüsse

betreffen einen Rechtsanspruch

auf Pflegekarenz und Pflegeteilzeit

sowie auf einen Papamonat und das Recht

auf einen persönlichen Feiertag, das die

bisherige, vom EuGH aufgehobene Karfreitagsregelung

ersetzt.

DEUTLICHE

VERBESSERUNG BEI DER

ARBEITSSICHERHEIT

Die Bemühungen der Betriebe, das

Unfallrisiko durch technische und verhaltensändernde

Maßnahmen zu minimieren

und dem Ziel von null Unfällen näherzukommen,

zeigen Wirkung: Die Zahl der

Betriebsunfälle mit mehr als drei Ausfalltagen

ist gegenüber dem Vorjahr von 109

auf 88 deutlich gesunken, die Zahl der

Unfälle mit weniger als drei Ausfalltagen

von 20 auf 17 zurückgegangen. Im Industrievergleich

ist das ein sehr niedriges

Niveau. Zwar blieb im vergangenen Jahr

kein Betrieb unfallfrei, sechs Betriebe

mit nur je einem Unfall verfehlten das

Ziel jedoch nur knapp. Die Ausschüsse

waren auch 2019 wieder sehr effektiv: Der

Arbeitskreis Arbeitssicherheit beschäftigte

sich nicht nur mit der Aufarbeitung

des Unfallgeschehens, sondern auch mit

speziellen Sicherheitsfragen, Mitarbeitermotivation

und Bewusstseinsbildung

sowie betrieblichen Maßnahmen zur

nachhaltigen Senkung der Unfallzahlen.

Im Gesundheitsbereich gab es zwischen

den Arbeitsmedizinern einen intensiven

Erfahrungsaustausch sowie externe Vorträge.

Und der Arbeitskreis Brandschutz

befasste sich mit der Aufarbeitung des

Brandgeschehens sowie mit verschiedenen

anderen Themen, etwa dem Umgang

mit Löschwasser, Black-out-Szenarien in

Betrieben oder dem sicheren Umgang mit

Lithium-Polymer-Akkus.

FAKTEN

8.000 Mitarbeiter (5.500 Arbeiter

und 2.500 Angestellte)

Fast 360 Lehrlinge in Ausbildung


Lohn- und Gehaltssumme:

480 Millionen Euro

Lohntangente bei 18 Prozent

HINTERGRUND

Ein Vergleich zwischen 18 österreichischen Industriebranchen zeigt, dass die Papierindustrie

seit Jahren zu den Branchen mit den höchsten Löhnen und Gehältern gehört.

Tätigkeiten in der Papierindustrie sind häufig mit Schichtarbeit verbunden und erfordern

hohe – vor allem technische – Qualifikationen. Ständige Weiterbildung und ein breites

Spektrum von Ausbildungsangeboten sind daher notwendig.

Die intensiven Bemühungen, die Arbeitsplätze noch besser und sicherer zu gestalten,

waren mit einer weiter sinkenden Unfallquote erfolgreich.

31


Rohstoffe | Austropapier Branchenbericht 2019]20

HOLZ & ALTPAPIER

Holz ist das nachwachsende Ausgangsmaterial sämtlicher Papierprodukte und die wichtigste Ressource für die Bioökonomie

der Zukunft. Die Nachfrage danach steigt stetig, insbesondere durch die Forcierung erneuerbarer Energieträger, aber auch durch

andere Klimaschutzmaßnahmen.

NATUR ALS

WICHTIGE RESSOURCE

Holz ist zwar erneuerbar, aber trotzdem

nicht unendlich verfügbar, denn es

wächst nur langsam und hat lange Umtriebszeiten.

Der sorgsame Umgang und

die möglichst effiziente Nutzung dieser

wertvollen Ressource haben daher hohe

Priorität. In den Wäldern Österreichs

stehen etwa 1,2 Milliarden Festmeter (m 3 )

Holz als Vorrat. Die wichtigsten Baumarten

sind Fichte und Buche, beide werden

in der Zellstoffindustrie eingesetzt. Durch

nachhaltige Waldwirtschaft wird gewährleistet,

dass die Vorratsmenge stetig

steigt und nie mehr Holz entnommen

wird, als nachwächst. Die Waldfläche in

Österreich hat 2018 erstmals die 4-Millionen-Hektar-Grenze

überschritten; das

entspricht 47,9 Prozent der Staatsfläche.

Das von den Zellstofffabriken bezogene

Rundholz fällt bei der Waldpflege und

Durchforstung an. Es wird entnommen,

um den übrigen Bäumen zu besserem

Wachstum zu verhelfen. Weiters werden

Hackschnitzel eingesetzt, die in Sägewerken

als Nebenprodukt anfallen,

wenn größere Stämme zu Schnittholz

verarbeitet werden.

GROSSE MENGEN

SCHADHOLZ VERARBEITET

Wie schon 2018 war auch 2019 von sehr

hohem Schadholzanfall geprägt. Hervorgerufen

wurde dieser durch einen

massiven Borkenkäferbefall speziell in den

Regionen nördlich der Donau. Dementsprechend

hoch war das heimische Holzangebot,

was zu einem weiteren Lageraufbau

bei den Zellstofffabriken und einer

auf 28,9 Prozent fallenden Importquote

führte. Insgesamt wurden 8,9 Millionen

Festmeter (–0,7 Prozent) Holz bezogen.

Davon kamen 4,8 Millionen Festmeter aus

der Sägeindustrie (Hackschnitzel), 4,1 Millionen

Festmeter waren Durchforstungsholz

(Rundholz). Die

Herausforderungen im Bereich Klimawandel

und Kohlenstoffspeicherung

lassen die Ansprüche an Holz so stark

steigen wie die Nachfrage danach. Der

effizienten Nutzung dieser Ressource

kommt deshalb immer größere Bedeutung

zu. Die Papierindustrie nimmt dabei innerhalb

der Bioökonomie eine Vorreiterrolle

ein: Neben Produkten aus Papier, Karton

oder Pappe entsteht aus den anfallenden

Holzreststoffen eine Vielzahl innovativer

und nützlicher Produkte des täglichen

Lebens (siehe Grafik S. 11). Außerdem

können Papierprodukte mehrmals wiederverwertet

werden – und am Ende der

möglichen Recycling-Umläufe noch als

erneuerbarer Energieträger dienen.

ZERTIFIZIERT NACHHALTIG

Zertifikate sind Indikatoren für die Legalität

von Holz- und holzbasierten Produkten.

Unternehmen verwenden sie, um die gesetzlich

vorgeschriebene Sorgfaltspflicht

nachzuweisen. Österreichs Wälder sind zu

rund 75 Prozent nach dem PEFC-System

zertifiziert. Für eine lückenlose Nachverfolgbarkeit

des Holzes müssen aber

nicht nur Waldbesitzer, sondern auch die

weiterverarbeitenden Betriebe zertifiziert

sein. Mit über 500 PEFC-Zertifikaten in der

Chain of Custody (CoC) belegt Österreich

weltweit einen Top-Ten-Platz.

Holzbezug und Importquote

der österreichischen Zellstofffabriken [in Mio. Fm]

Austropapier-Grafik

9

8

7

6

5

4

3

2

1

45 %

40 %

35 %

30 %

25 %

20 %

15 %

10 %

5 %

Importquote

Import

Inlandsbezug

32

0

2000 .01 .02 .03 .04 .05 .06 .07 .08 .09 .10 .11 .12 .13 .14 .15 .16 .17 .18 .19

0 %


Waldzertifizierung durch PEFC

PEFC: Top 10

CoC-Zertifikate

Land

Anzahl

Frankreich 1.988

Deutschland 1.694

England 1.013

Spanien 965

Italien 747

Österreich 517

Japan 507

Niederlande 475

China 412

Malaysia 374

Nordamerika

171 430

Europa

117 9670

Quelle: ProHolz, PEFC, Stand: Dez. 2019

Austropapier-Grafik

Asien

16 1490

Das PEFC-System wurde in Europa für die

Erfordernisse von Familienbetrieben gegründet.

Diese Zertifizierung ist in Europa

weit verbreitet, sowohl in der Forstwirtschaft

als auch in der Holzverarbeitung.

Südamerika

10 160

Afrika

1 20

Australien

12 220

Mitgliedsland

mit anerkanntem System

Mitgliedsland noch

ohne anerkanntes System

Kein Mitgliedsland, CoC-

Zertifikate wurden jedoch

ausgestellt

Zert. Forstfläche

(Mio. Hektar)

CoC-Zert.

(Anzahl)

Internationale Kunden orientieren sich

häufig am von großen NGOs unterstützten

FSC-Zertifikat, weshalb viele exportorientierte

Papierfabriken auch FSC-zertifiziert

sind. Die Nachweise sind darüber hinaus

wichtig für die Erfüllung der Europäischen

Holzhandelsverordnung (EUTR), die fordert,

dass ausschließlich auf Legalität geprüfte

Holzprodukte auf den Markt gebracht

werden. Diese Regelung gilt unabhängig

von der Herkunft des Holzes.

SEKUNDÄRROHSTOFF

ALTPAPIER

Neben Zellstoff (Primärfasern) ist

Altpapier (Sekundärfasern) die zweite

große Rohstoffquelle für die Papierherstellung.

Die Sammlung von gebrauchten

Papierprodukten ist in Österreich seit

Jahrzehnten etabliert und lebt von einer

hohen Sammelmoral und gut funktionierenden

Sammelsystemen. Das Recycling

findet in den Papierfabriken statt, die das

Altpapier auflösen, Störstoffe und Faserbruch

ausscheiden und den Halbstoff zu

neuem Papier verarbeiten. Dabei anfallende

Reststoffe und Schlämme werden

energetisch verwertet. In Europa werden

jährlich fast 58,7 Millionen Tonnen Papier

gesammelt und wiederverwertet. 2018

entsprach dies einer Recyclingquote von

71,6 Prozent. In Österreich werden pro

Jahr rund 1,4 Millionen Tonnen Altpapier

gesammelt, das ergibt eine Recyclingrate

von zuletzt 76,2 Prozent. Insgesamt

2,6 Millionen Tonnen Altpapier setzt die

Branche für die Produktion neuer Papierprodukte

ein; also wesentlich mehr, als im

Inland gesammelt werden kann. Deswegen

müssen große Mengen importiert werden,

nämlich weitere 1,5 Millionen Tonnen, da

Handelsfirmen zugleich 297.000 Tonnen

Altpapier exportieren. Eine weitere Steigerung

der Recyclingrate auf über 80 Prozent

stößt an die Grenzen der technischen

Machbarkeit. Die limitierenden Fraktionen

beim Papierrecycling sind vor allem stark

verschmutzte oder beschichtete Papiere,

wie Hygieneprodukte, Fettpapier, Kassazettel

oder Tapeten, und natürlich auch

Produkte, die lange aufbewahrt werden,

wie Bücher oder Urkunden.

FAKTEN

HINTERGRUND

8,9 Millionen Festmeter Holzbezug, davon

71,5 Prozent aus dem Inland

4,1 Millionen Festmeter Durchforstungsholz (Rundholz) und

4,8 Millionen Festmeter Sägenebenprodukte (Hackschnitzel)

2,6 Millionen Tonnen Altpapiereinsatz,

davon 42,6 Prozent aus dem Inland

100 Prozent legales und zertifiziertes Holz aus

nachhaltiger Forstwirtschaft

Mehrwert aus Holz: Die Papierindustrie stellt Produkte und Nebenprodukte

aus Holz her und nutzt die Reststoffe zur Energiegewinnung. Das

ist optimierte, ressourcenschonende Nutzung und steigert Wertschöpfung

und Arbeitsplätze.

Holzaufbringung in Österreich: Ziel ist eine gesteigerte Erntemenge,

denn die Zellstofffabriken bevorzugen Holz aus der Region. Für eine gesicherte

Versorgung kooperieren sie auf zahlreichen Ebenen mit

Partnern der Forst- und Holzwirtschaft.

Klimafitte Wälder: Die Branche unterstützt die Schaffung bewirtschafteter

und durchforsteter Wälder – sie sind stabiler gegenüber Waldschädlingen,

etwa dem Borkenkäfer, und der Klimaerwärmung.

33


Umwelt | Austropapier Branchenbericht 2019]20

Das Thema Klimaschutz steht weiterhin ganz oben auf

der politischen Agenda. Mit dem Green Deal gibt die

EU- Kommission einen Weg vor, den es national zu verfolgen

gilt: Dekarbonisierung bis 2050, Zero Pollution für Luft,

Wasser und Böden, die Maßnahmen im Circular Economy

Package 2.0 – die Ziele sind allesamt sehr ambitioniert. Die

Papierindustrie setzt hierbei auf energieeffizientere und

CO2-ärmere Technologien sowie auf die Forcierung von Innovationen,

insbesondere in Richtung Wandel zur Bioökonomie.

DEKARBONISIERUNG AUF ALLEN EBENEN

Als ihr Prestigeprojekt hat die neue EU-Kommissionspräsidentin

Ursula von der Leyen Anfang Dezember 2019 den Green Deal

präsentiert. Die Schwerpunkte des Vorhabens sowie der weitere

Fahrplan sind dazu bereits bekannt. Übergeordnetes Ziel ist es,

die Klimaneutralität der Union bis 2050 zu erreichen. Die neue

österreichische Bundesregierung hat sich in ihrem Programm

dazu bekannt, dieses Ziel bereits zehn Jahre früher zu erreichen,

also bis 2040. Dafür will sie alle relevanten Klima- und Energievorschriften

nachschärfen. So soll es bis Juni 2021 eine Neuauflage

oder sogar Ausweitung einiger Materien geben: zum Beispiel

des europäischen Emissionshandelssystems, der Maßnahmen

für den Non-ETS-Bereich und der Richtlinien für erneuerbare

Energie und Energieeffizienz. Zusätzlich sind eine Überarbeitung

der Energiebesteuerungsrichtlinie und die Einführung eines

Carbon-Border-Adjustment-Mechanismus geplant. Diese CO2-

Steuer für Importe an der EU-Außengrenze soll dann die bereits

stark belastete Wirtschaft im internationalen Wettbewerb

stärken. Erste Strategien sind schon in Vorbereitung, konkrete

Pläne liegen aber noch nicht vor. Für die Papierindustrie bedeutet

diese Entwicklung, sich auf neue Herausforderungen, aber auch

auf Chancen vorzubereiten. Wesentlich auf dem Weg in Richtung

Klimaneutralität ist der Wandel hin zu einer Bioökonomie – also

zu einer Wirtschaftsform, die auf erneuerbaren statt fossilen

Rohstoffen beruht. Die Papierindustrie ist in diesem Bereich eine

Vorzeigebranche: Zellstofffabriken sind heute bereits Bioraffinerien,

die Holz in seine Bestandteile Zellulose, Hemizellulose und

Lignin trennen. Sie erzeugen nicht nur Papier- und Faserprodukte,

sondern mittlerweile auch zahlreiche Nebenprodukte wie Kraftstoffe,

hochwertige Chemikalien und Zusatzstoffe für Lebensmittel.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Papierindustrie damit

zu einer der nachhaltigsten Branchen überhaupt entwickelt.

Aufgrund der Notwendigkeit, ständig am neuesten Stand der

Technik zu sein und sich zugleich an gesetzlichen Neuerungen zu

orientieren, ist die Branche stets mit der Entwicklung innovativer

Prozesse und Produkte befasst. Um die bestehenden Stärken zu

nutzen, auf politische Zielsetzungen einzugehen und den weiter

steigenden Standards im Umweltbereich gerecht zu werden,

wendete die Papierindustrie 2019 wieder 93 Millionen Euro für

Umweltschutzmaßnahmen auf.

FAKTEN

Langfristig sinkende CO2-Emissionen:

1,7 Millionen Tonnen fossil, 4,2 Millionen

Tonnen biogen

Umweltschutz-Investitionen:

93 Millionen Euro

Mehr als 95 Prozent der Reststoffe werden

stofflich oder thermisch verwertet.

HINTERGRUND

Die Papierindustrie hat über die Jahre mehr als eine Milliarde Euro in Umweltschutzmaßnahmen

investiert, sodass sie heute zu den Vorreitern in Sachen

Nachhaltigkeit gehört.

Rund 90 Prozent des Wassers gelangen sauber zurück in den Vorfluter, der Rest

ist Dampf oder verbleibt im Produkt. Das Abwasser wird zur Gänze in eigenen,

kommunalen oder Verbandskläranlagen mehrstufig gereinigt.

Die kaskadische Nutzung des Rohstoffes Holz stellt sicher, dass mit einer Tonne

emittiertem CO2 viel Wertschöpfung entsteht, und trägt damit zum Klimaschutz

bei.

34


LAUGE UND RESTSTOFFE

WEITER NUTZEN

Die Papierindustrie benötigt im Jahr über 16 Terawattstunden

Energie, die großteils in eigenen Anlagen mit Produktionsreststoffen

wie Biolauge, Rinde oder Klärschlämmen erzeugt wird.

Diese Brennstoffe stammen aus nachwachsenden Quellen und

sind deshalb CO2-neutral. Durch die kaskadische Nutzung von

Holz und Altpapier, die zunächst stofflich und erst im letzten

Schritt energetisch verwertet werden, ist sichergestellt, dass

der Rohstoff optimal eingesetzt und dessen gesamtes Potenzial

ausgeschöpft wird. Mithilfe moderner Technologien emittiert die

Branche kontinuierlich weniger – die Statistik zeigt die Entkoppelung

vom Produktionswachstum seit 2000. Die fossilen CO2-

Emissionen liegen mittlerweile bei rund 1,7 Millionen Tonnen.

Mit der National-Emission-Ceilings-Richtlinie (NEC-RL) wurden

Österreich nationale Grenzwerte für bestimmte Luft-Schadstoffe

wie Stickoxyde, Schwefel oder Feinstaub auferlegt. Als einer

der größten Emittenten von NOx ist die gesamte österreichische

Industrie gefordert, ihren Schadstoffausstoß zu minimieren. Eine

2018 in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass die spezifischen Faktoren

für NOx und Staub trotz Anstieg des Energieeinsatzes (im

Zeitraum 2015–2017) bei allen relevanten Brennstoffen gesunken

sind. Eine Entkoppelung der Emissionen vom Energieverbrauch

ist also bereits gelungen, und die Maßnahmen zur Reduktion erweisen

sich als erfolgreich; hilfreich ist hier nicht zuletzt, dass die

Anlagen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Weitere

Investitionen zur Senkung der Emissionen bis 2030 sind geplant.

GELEBTE KREISLAUFWIRTSCHAFT

Die Papierindustrie gehört heute zu den Vorreitern in Sachen

Nachhaltigkeit. Rund 90 Prozent des Wassers gelangen sauber

in den Vorfluter zurück, der Rest ist Dampf oder verbleibt im

Produkt. Das Abwasser wird zur Gänze in eigenen, kommunalen

oder Verbandskläranlagen mehrstufig gereinigt. Altpapier kann

mehrmals recycelt und wiederverwertet werden, erst wenn die

Fasern zu kurz sind, werden sie energetisch genutzt. Schlämme

aus der Abwasserreinigung, Sortierrückstände oder Holzreststoffe

wie Rinde sind wertvolle Energieträger. Zusätzlich können

Klärschlämme, Aschen und Schlacken in der Ziegel- oder

Zementindustrie stofflich verwertet werden.

VERBOTE VON EINWEGPLASTIK

Zur Umsetzung einer ganzheitlichen Ressourcennutzung hat

die EU-Kommission neben dem Paket zur Europäischen Kreislaufwirtschaft

auch die Single-Use-Plastik-Richtlinie (SUP-RL)

beschlossen. Sie hat zum Ziel, die Verschmutzung der Weltmeere

einzudämmen, indem gewisse Einwegprodukte ab 2022 verboten

und durch Alternativen zu ersetzen sind. An der konkreten

Definition und Abgrenzung von natürlichen Polymeren wird aber

erst jetzt gearbeitet. In der Folge hat Österreich ein Verbot von

Einweg-Plastiksackerln ab 2020 beschlossen. Denn auch über

die Donau werden täglich mehr als 100 Kilogramm Plastik in die

Meere transportiert. Tragetaschen aus Papier stellen eine ökologische

Alternative zu Kunststoff dar, da sie aus nachwachsenden

Rohstoffen hergestellt und wiederverwertbar sind. Außerdem

zersetzen sie sich rasch, wenn sie doch in der Umwelt landen.

CO2-Emission

[in Mio. t]

Austropapier-Grafik

Bioenergie

Anteil biogener Brennstoffe in der Eigenerzeugung

der Österreichischen Papierindustrie

Austropapier-Grafik

Substitution: Die Lage auf dem Energiemarkt machte

Fremdstrom gegenüber Eigenstrom wettbewerbsfähiger.

Rückgang infolge

der Wirtschaftskrise

Durch Umbauten wird

vorübergehend weniger

Biolauge verbrannt.

In Frantschach geht

ein neuer Kessel (RB 4)

in Betrieb.

Durch Umbauten in Pöls und

Gratkorn wird vorübergehend

weniger Biolauge zu Energie.

6000

5000

4000

Einsatzquote

70

60

50

3000

40

2000

30

1000

2000 .01

.02

.03

.04

.05

.06

.07

.08 .09

.10

.11

.12

.13

.14

.15

.16

.17

.18

.19

20

2000 .01

.02

.03 .04 .05 .06 .07 .08 .09

.10

.11

.12

.13

.14

.15

.16

.17

.18

.19

Papierproduktion CO2 bio CO2 fossil

35


Energie | Austropapier Branchenbericht 2019]20

Die Papierindustrie gehört zu den energieintensiven Industriebranchen, ist aber gleichzeitig

auch einer der größten industriellen Ökostromerzeuger. Besonders viel Energie benötigen der

Aufschluss von Holz und die Trocknung der nassen Papierbahn. Neben Rohstoff und Arbeit zählt

Energie damit zu den größten Kostenfaktoren. Demgegenüber stehen ein hoher Grad an Eigenversorgung

sowie ein über 60-prozentiger Anteil an erneuerbaren Brennstoffen.

ENERGIEVERBRAUCH GEHT ZURÜCK

Der Energieverbrauch der Österreichischen Papierindustrie lag

2019 bei rund 16.400 Gigawattstunden (4.600 GWh Strom und

11.800 GWh Wärme). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das

einen Rückgang von 1,0 Prozent. Dies lässt sich einerseits durch

geringere Produktionsmengen, andererseits durch die stetigen

Bemühungen zur Steigerung der Energieeffizienz in den einzelnen

Betrieben erklären. Mittels hocheffizienter Kraft-Wärme-

Kopplungsanlagen, die in der Branche bereits seit Jahren

Standard sind, decken die Fabriken über 95 Prozent des Energiebedarfs

selbst. Teilweise erzeugen sie sogar mehr Energie, als sie

verbrauchen. Diese kann in öffentliche Netze eingespeist werden

und versorgt Gewerbebetriebe und Haushalte mit Strom und

Fernwärme. 2019 lieferte die Papierindustrie damit Elektrizität für

95.000 und Fernwärme für über 110.000 Haushalte.

GLOBALE FORDERUNG NACH

MEHR NACHHALTIGKEIT

In den letzten Jahren zeigt sich ein wachsendes Bewusstsein

bezüglich Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Die Forderungen

nach einem gesellschaftlichen Wandel, ausgelöst durch die weltweite

Fridays for Future-Bewegung, können nicht mehr überhört

werden. Das spiegelt sich auch zunehmend in den politischen

Zielsetzungen wider: einerseits auf internationaler Ebene, wie

im Green Deal der EU-Kommission, andererseits im nationalen

Klimaplan, wo sich 0 Österreich 100

.00

zu 0100 Prozent 200

.00

000 Ökostrom bis 300.00

2030 0

verpflichtet. Schon jetzt leistet die Österreichische Papierindustrie

wichtige Beiträge Erzeugung dazu. Da die Bereitstellung von Energie

biogen fossil

Import

einen erheblichen Kostenfaktor in der Branche darstellt, arbeiten

die Unternehmen bereits seit Jahrzehnten intensiv an der Steigerung

der Prozess- und Energieeffizienz Verbrauch – mit guten

Umwandlung

Ergebnissen:

0 100.000 200.000 300.000 400.000

0 0

Ex

Energiebilanz in Österreich

in GWh, 2017

Landwirtschaft Industrie 1 Dienstleistung Haushalte Verkehr

Austropapier-Grafik

Quelle: BM NT

0 100.000 0 200.000 000 300.000 400.000 0 0 500.000 0 0 600.000 0G

GWh

W

biogen fossil

Erzeugung

Import

Verbrauch

Umwandlung

Export

Landwirtschaft Industrie 1 Dienstleistung Haushalte Verkehr

Sonstige 3

Holzbrennstoffe

Solar + PV

Energie in Österreich wird überwiegend aus erneuerbaren

Ressourcen erzeugt, die Papierindustrie hat

daran einen gewichtigen Anteil von 10 Prozent. Mit

ihren Kesseln, Turbinen und KWK-Anlagen kann sie

die gesamte Branche versorgen und darüber hinaus

noch Strom und Wärme ins Netz abgeben.

Biokraftstoffe

Windkraft

Papierindustrie 2

Erzeugung von

Bioenergie

Wasserkraft

36

Sonstige 3

Holzbrennstoffe


FAKTEN

Energieverbrauch: 16.300 Gigawattstunden,

1/3 Strom und 2/3 Wärme

Energieeigenerzeugung: 18.600 Gigawattstunden,

mit Bioanteil von 60 Prozent; dabei 300

Gigawattstunden Strom ausgekoppelt und

2.000 Gigawattstunden Fernwärme geliefert –

ausreichend für rund 100.000 Haushalte

CO2-Emissionen pro Tonne Papier seit 1990

um 40 Prozent reduziert

Papierindustrie erzeugt 10 Prozent der

nationalen Ökoenergie

HINTERGRUND

Die vorteilhafte Kraft-Wärme-Kopplung als Standard und der Einsatz von

60 Prozent biogener Brennstoffe haben die Branche zu einer Vorreiterin in

Sachen Energieeffizienz gemacht.

Die Energiekosten liegen bei den meisten Unternehmen zwischen 15 und

20 Prozent. Die Entwicklung dieser Kosten ist eine zentrale Herausforderung

für unsere Wettbewerbsfähigkeit.

Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger haben auch auf EU-Ebene

Priorität. Die nationale Umsetzung in Form von Energieeffizienzgesetz und

Ökostromgesetz führt im internationalen Vergleich jedoch zu Kostennachteilen

für die österreichischen Standorte.

Seit 1990 sanken die spezifischen CO2-Emissionen pro Tonne

Papier um 40 Prozent. Zusätzlich ist die Branche ein wichtiger

Ökostromproduzent. Rund 60 Prozent des selbst produzierten

Stroms und der erzeugten Wärme stammen aus nachwachsenden

Energieträgern, wie zum Beispiel Rinde, Schlämme und

Biolauge. Auf diese Weise produzierte die Branche 2019 allein

über 1.800 Gigawattstunden Ökostrom. Insgesamt stammen

damit rund 10 Prozent der erneuerbaren Energie in Österreich

aus der Papierindustrie. Weiters tragen die Industriebetriebe

bereits jetzt zur Stabilisierung der Netze durch ihre Beteiligung

am Regel- und Netzreservemarkt bei. Diese Aktivitäten werden

mit steigendem Anteil fluktuierender, erneuerbarer Energieträger

wie Photovoltaik oder Windenergie an Bedeutung gewinnen;

politisch sollten Anreize gesetzt werden, um sie auszuweiten.

Eine wichtige Voraussetzung für alle genannten Aktivitäten und

das Erreichen der Klimaziele sind stabile Rahmenbedingungen:

Betriebliches Handeln muss langfristig ausgerichtet werden, um

wirtschaftlich erfolgreich zu sein – Unsicherheit hält Vorreiter

davon ab, wichtige Schritte zu setzen.

erreicht werden könnten. Die Österreichische Papierindustrie

setzt sich für eine rasche Fertigstellung des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes

ein. Sie appelliert für ein marktnahes und effizientes

Fördersystem, das es den Betreibern von Ökostromanlagen

ermöglicht, Systemverantwortung zu übernehmen und mit

jedem eingesetzten Euro ein Maximum an Strom zu produzieren.

Besonders wichtig ist es dabei auch, nur jene Sortimente für

die energetische Nutzung einzusetzen, die nicht mehr anders

verwendet werden können, zum Beispiel Rinde oder Wipfel. So

wird verhindert, dass der stofflichen Verwertung die Ressourcen

entzogen werden. Mit dieser langfristigen, wirtschaftlichen

Auslegung können Rohstoffkonflikte gelöst werden und alle

Stakeholder optimal am Erreichen der Klima- und Energieziele

mitwirken.

Energie-Einspeisung

Gelieferte Energie aus den

Werken der Papierindustrie [in GWh]

Austropapier-Grafik

Annahme Ø Haushaltsverbrauch:

3.000 kWh Strom / 18.000 kWh Wärme

AUFHOLBEDARF IN DER

ÖSTERREICHISCHEN ENERGIEPOLITIK

Zellstoff Pöls liefert

nach Judenburg.

Ausbau

Lenzing

Sappi Gratkorn

liefert nach Graz.

Die neuen Klima- und Energieziele, darunter das Clean Energy

Package und die CO2-Neutralität bis 2040, machen die Anpassung

nationaler Gesetze notwendig. 2019 hätte deshalb wichtige

Fortschritte in der heimischen Energiepolitik bringen sollen. So

standen die Überarbeitung des Energieeffizienzgesetzes, die

Wärmestrategie und das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz vor der

Fertigstellung. Aufgrund der politischen Turbulenzen in Österreich

und der daraus resultierenden Neuwahlen im September

2019 verzögerten sich diese Prozesse allerdings. Statt der Entwicklung

eines dringend benötigten langfristigen Rahmens wurde

gerade im Ökostrombereich ein Flickenwerk an Übergangslösungen

geschaffen. Das Biomasseförderung-Grundsatzgesetz

verpflichtet die Bundesländer, ihre eigenen alten Biomasseanlagen

selbst zu fördern. Dies führt zu einer Zersplitterung des

Wirtschaftsstandortes Österreich, da die einzelnen Bundesländer

unterschiedliche Förderkosten aufbringen müssen. Die letzte

Novelle des Ökostromgesetzes bewirkt, dass zusätzliche Geldmittel

in ein veraltetes Fördersystem fließen, obwohl mit einer

effizienten Mittelvergabe deutlich mehr positive Klimaeffekte

2100

2.000

1900

1.800

1700

1.600

1500

1.400

1.300

1200

1100

1.000

900

800

700

600

500

400

300

200

100

0

Fernwärme

Stromabgabe

2008 2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

Strom: für 95.000 Haushalte

Wärme: für 100.000 Haushalte

2019

37


Innovation | Austropapier Branchenbericht 2019]20

Investitionen sind notwendig, um die Anlagen auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten und CO2-Verminderungen zu

ermöglichen. Dazu gibt es in vielen Unternehmen der Papierindustrie eigene Forschungsabteilungen. Die Ergebnisse sind zum

einen verbesserte Prozesse und Maschinen, die effizient und wettbewerbsfähig sind. Zum anderen erhält man so die anspruchsvollen

Papierqualitäten, die heute von Verarbeitern und Konsumenten nachgefragt werden. In mehreren Fällen forschen die

Unternehmen gemeinsam.

DREI GROSSE

ENERGIE-PROJEKTE

Investitionen in Energieanlagen sind für

Papierfabriken eine gute Gelegenheit, die

Effizienz zu steigern und damit zwei Ziele

gleichzeitig zu erreichen: die Senkung

der Kosten und den Schutz der Umwelt.

Drei große Projekte dazu stellen wir in

den Bildergeschichten zu diesem Bericht

ausführlich vor:

das Wasserkraftwerk in Laakirchen

für 40 Millionen Euro

(fertig im Sommer 2019),

den Laugenkessel samt angeschlossener

Dampfturbine in Nettingsdorf

für 130 Millionen Euro

(fertig Mitte 2020) und

die Bioethanol-Anlage in Hallein

für 40 Millionen Euro

(fertig Ende 2020).

NEUE PM 3

FÜR PÖLS

Am Standort in der Obersteiermark

hat die Heinzel-Gruppe eine weitere

Maschine für MG-Kraftpapier errichtet.

Die PM 3 kostete 130 Millionen Euro

und produziert seit Mitte 2019 100.000

Jahrestonnen weißes Kraftpapier, das für

Verpackungen und im Lebensmittelbereich

nachgefragt wird.

LENZING STÄRKT

EIGENVERSORGUNG

Hier gibt es nicht nur ein Programm

zur Erweiterung der Zellstoffkapazität,

darüber hinaus investiert die Gruppe

zurzeit 40 Millionen Euro in die bestehende

Energieanlage in Lenzing. Dadurch

wird die Schwefel-Rückgewinnung aus

der Lauge optimiert, die Reinigung der

Verbrennungsluft verbessert und die

Energieausbeute erhöht. Allgemein sind

damit mehr Eigenversorgung und zusätzliche

Prozesssicherheit gewährleistet. Die

Maßnahmen sind außerdem ein Teil der

Zero-Emission-Strategie bis 2050.

FRANTSCHACH MINIMIERT

GERUCHSBILDUNG

Das Mondi-Werk im Lavanttal investierte

in eine neue Verbrennungsanlage für

Geruchsgas. Die Abluft wird über einen

SO2-Wäscher geführt, gereinigt und

anschließend über den Kamin abgeleitet.

Diese Neuerung entspricht dem

aktuellen Stand der Technik und löst mit

deutlich niedrigeren Emissionen die bestehende

Anlage ab.

FAKTEN

Investitionen 2019: 319 Millionen

Die Unternehmen investieren weiter in den

Stand der Technik und besonders in Energieeffizienz.

Doch es kommmt auch zu Kapazitätserweiterungen,

zum Beispiel in Laakirchen,

Traun, Pöls oder Lenzing.

Budget für gemeinsame, überbetriebliche

Forschungsprojekte: jährlich rund 600.000 Euro

HINTERGRUND


Investitionen in Anlagen sind ein wesentlicher Weg, um die Wettbewerbsfähigkeit

der Standorte für die nächsten Jahre zu verbessern.

Große Projekte haben fast immer intensivierten Umweltschutz zur Folge. Abgesehen

von Standortschließungen, die niemand will, sind sie der beste Weg,

Emissionen und Ressourcenverbrauch weiter zu senken.

Aktuell wird nicht nur an einer Optimierung der Papiertechnologie geforscht,

sondern auch zu einer Erweiterung der stofflichen Nutzung aller

Holzbestandteile. So werden neue Wege zur Bioökonomie beschritten.

38


Investitionen

[in Mio. €]

Austropapier-Grafik

Laakirchen

Bau der PM 11

Feurstein

Bau der PM 3

Zellstoff Pöls

Bau der PM 2

Zellstoff Pöls,

Bau der PM 3

400

350

300

250

200

150

100

50

0

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

GEMEINSAM

BESSER FORSCHEN

Forschung und Entwicklung sind für die Wettbewerbsfähigkeit

und den Fortschritt der Papierindustrie besonders wichtig.

Neben der produktbezogenen Forschung an den jeweiligen

Standorten gibt es auch Vorhaben von firmenübergreifendem

Interesse, welche ein einzelnes Unternehmen alleine nicht

finanzieren könnte. Diese Themen bearbeiten die Firmen in kooperativen

Forschungsprojekten, die von Austropapier gemanagt

werden. Den Rahmen dafür bietet der Ausschuss Forschung und

Entwicklung der ÖZEPA (Österreichische Vereinigung der Zellstoffund

Papierchemiker und -techniker). Die Forschungsförderungsgesellschaft

(FFG) unterstützt diese Projekte mit einer Kostenübernahme

von bis zu 60 Prozent. Die verbleibenden Kosten werden

zwischen den beteiligten Firmen fair aufgeteilt.

Die untersuchten Schwerpunkte liegen in den Bereichen

Grundlagen- und angewandte Forschung; im Zentrum stehen

beispielsweise besseres Prozessverständnis, Verfahrungsoptimierung

und die Entwicklung neuer Produkte. Insgesamt liefen 2019

fünf kooperative Projekte mit einem Gesamtbudget von rund

600.000 Euro:

Das Institut für Papier-, Zellstoff- und Fasertechnik (IPZ)

an der TU Graz untersucht zwei Themen:

Herstellung von Barrierepapieren (2019 abgeschlossen)

Steuerung der Wechselwirkungen von Stärke

mit cellulosischen Materialien

Die Holzforschung Austria erarbeitet alternative

Komplexbildner für die Papierindustrie.

Das AC 2 T-Research-Institut in Wiener Neustadt führt

Untersuchungen zur Effizienzsteigerung im Kalander

durch tribo-technische Maßnahmen durch.

Das Institut für Umweltbiotechnologie der BOKU Wien erforscht

die Wirkung von Enzymen auf Fasern.

Neben den genannten Projekten entwickelt der ÖZEPA-Arbeitskreis

Analytik mit der BOKU Wien seit 2018 im Rahmen eines

Projektes (NIR) eine Methode zur schnellen Prozesskontrolle mittels

nahen Infrarots. Gefördert wird dieses Forschungsvorhaben

durch das Doktorandenkolleg der BOKU. Zusätzlich sind einige

Unternehmen seit 2017 gemeinsam mit der BOKU Wien, der TU

Graz und der Universität Graz auch am Flippr 2 -Projekt beteiligt.

Dieses sucht neue Möglichkeiten zur stofflichen Nutzung von

Lignin und erforscht Feinstoffe aus der Fasererzeugung.

NACHHALTIGE BIOMASSENUTZUNG IM

RAHMEN DER BIOÖKONOMIE

Die Papier- und Zellstoffindustrie hat viel Erfahrung beim Aufschluss

von Biomasse, besonders bei Holz. Durch vertiefende

Forschung ist die Branche heute ein Vorreiter der Bioökonomie.

Die allgemeinen Anstrengungen gegen die Klimaerwärmung

haben dem Sektor einen hohen Stellenwert in der Innovationspolitik

gegeben. Bereitstellung von Bioenergie und Produktion

mit nachwachsenden Rohstoffen stehen seit vielen Jahren im

Fokus. Für den Standort Österreich wird die Bedeutung der biobasierten

Industrie, zu der auch die Papierindustrie zählt, weiter

steigen. Schlussendlich könnte die Abhängigkeit von fossilen

Rohstoffen und Brennstoffen überwunden werden, während

die Wertschöpfung für Textilfasern, Chemikalien, Verbundstoffe,

Treibstoffe oder Energie in der Region verbleibt. 2019 hat sich die

Österreichische Papierindustrie bei der Erarbeitung der nationalen

Bioökonomiestrategie, in der sie als sogenanntes Stärkefeld

definiert ist, intensiv für förderliche Rahmenbedingungen und

die effektive Nutzung von biogenen Rohstoffen eingesetzt. Dabei

ergeben sich Handlungsfelder in mehreren Bereichen. So soll

die Entwicklung neuer Produkte aus Reststoffen und Nebenprodukten

weiter forciert werden. Außerdem wird die Ausbildungsqualität

in bioökonomierelevanten Bereichen verbessert. Auch

im Aktionsplan zur Strategie, der im Jahr 2020 folgt, sollen die

Möglichkeiten unserer Branche berücksichtigt werden.

39


40

Austropapier Branchenbericht 2019]20


Nachdem die Produktion von Feinpapier in Hallein 2008 eingestellt worden war, erschien die Zukunft des Standortes

ungewiss. Die Produktion von Sulfitzellstoff wurde aber bis auf Weiteres fortgeführt. 2010 beschloss der neue Eigentümer,

eine wachsende Marktlücke zu nutzen und auf Textilzellstoff umzusteigen. Mit der weiter anfallenden Lauge stand eine

große Menge an Brennstoff zur Energiegewinnung bereit.


Das Konzept Zero Waste ist eine Strategie,

bei der alle eingesetzten Rohstoffe zur

Gänze genutzt werden und keine Reststoffe

mehr anfallen. Für AustroCel heißt

das hauptsächlich, aus Holz Zellulose zu

gewinnen. Doch zusätzlich werden auch die

Nebenstoffe genutzt: Aus Hemizellulose

wird Zucker und daraus Ethanol, aus Lignin

und Biogas wird Energie. Diese kann entweder

im Werk eingesetzt oder in Strom- und

Fernwärmenetze eingespeist werden. Bei

der Gärung in den neuen Fermentern wird

außerdem reines CO2 anfallen, das auch

für industrielle Anwendungen oder in der

Getränkeindustrie nutzbar wäre.

Ethanol ist eine klare Flüssigkeit, die aus dem in der

verbrauchten Sulfit-Kochsäure enthaltenen Holzzucker

gewonnen werden kann – aber nicht aus Sulfatlauge.

Demgegenüber kann der im Sulfit-Verfahren anfallende

Holzbestandteil Lignin kaum zur Herstellung höherwertiger

Substanzen verwendet werden, sondern nur für

die direkte Energieerzeugung durch Verbrennen.

Die Herstellung von Ethanol ist relativ einfach: Hefepilze

verwandeln den Zucker, der in der Zellstofflauge

schwimmt, in Alkohol, genauer gesagt in Ethanol. Dazu

braucht man zuerst eine Fermentationsstufe, dann eine

Destillation und zum Schluss eine Lagermöglichkeit.

Eine Schwierigkeit war, dass die letzte Anlage dieser Art

vor fünfzig Jahren gebaut wurde und nicht als Vorlage

für eine moderne Kraftstoff-Erzeugung der zweiten

Generation dienen konnte. Also war es notwendig, in

Hallein eine Pilotanlage im Maßstab 1:1000 zu bauen. In

den Kesseln wurden früher eingelagerte Hefestämme in

der vorhandenen sauren Sulfit-Umgebung kultiviert. In

den Versuchsreihen wurden Parameter wie Temperatur,

pH-Wert und verschiedene Inhibitoren getestet. Darüber

redet AustroCel-Chef Jörg Harbring mit Franz Dieterich,

dem Projektleiter.

Harbring

Was machen die Tests?

Die Hefe wächst gut, mit dem pH-Wert haben wir kein Problem und

auch die Nährstoff-Situation ist anscheinend ausreichend.

Dieterich

In Europa gibt es die politische Absicht, den Energiesektor so umzubauen, dass ein

spürbarer Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Quellen stattfindet. Dazu hat die EU

2018 eine Erneuerbare-Energie-Richtlinie (RED II) erlassen, die die einzelnen Mitgliedstaaten

bis 2021 umsetzen müssen. In Österreich sind deshalb Novellen der Kraftstoffverordnung

(KVO) und das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG 2020) in Vorbereitung. Damit soll der Ausbau der

Ökostrom-Erzeugung sichergestellt werden. Als Sammelgesetz behandelt das EAG auch Bereiche aus

Energieeffizienz, Wärme und Mobilität. Für den Verkehrsbereich gelten erste Bio-Mindestquoten jetzt schon,

bis 2030 muss der Anteil erneuerbarer Energien aber auf über 10 Prozent steigen. Darüber hinaus wird auch eine

bestimmte Menge „fortschrittlicher Biokraftstoffe“ vorgeschrieben. Diese dürfen dann nicht aus Getreide, sondern nur

aus Abfall- und Reststoffen hergestellt werden. Die Anlage in Hallein erfüllt diese Vorgabe und wird deshalb einen Großteil

des benötigten Bioethanols in Österreich selbst bereitstellen. Dieser Ausblick beschäftigt natürlich alle Treibstoffhersteller

und Tankstellenbetreiber, zum Beispiel auch die OMV, die nun einen ersten Vertrag im Bereich fortschrittlicher Biokraftstoffe

abgeschlossen hat. Nicole Löschl, Department Manager Bio Supply & Feedstock, war ab 2018 mit AustroCel in Kontakt,

um die technischen, logistischen, kaufmännischen und juristischen Modalitäten dieses Geschäfts zu regeln.

So, nach unseren Gesprächen haben wir

jetzt einen Vertrag entworfen. Der sieht die

ersten Lieferungen ab Frühjahr 2021 vor.

Löschl

Die Mengen kommen hauptsächlich

an unserem Standort in Schwechat

zum Einsatz. Wie können wir den

Transport dorthin effizient regeln?

Löschl

Harbring

Ich glaube, Bahntransport wird das

Beste sein. Zum Beispiel ein Zug mit

1.000 Tonnen alle zwei Wochen.


Mit der OMV war nun schon ein Käufer gefunden. Die Finanzierung durch die Erste Bank und

eine Förderung des Projekts durch das Umweltministerium waren auch schon vorbereitet. Nun

musste die 40-Millionen-Euro-Investition noch vom Eigentümer, der TowerBrook-Gesellschaft,

beschlossen werden. Im August 2019 reisten Jörg Harbring und sein CFO Bernhard Krill zur

entscheidenden Sitzung des Aufsichtsrats nach Amsterdam.

Harbring

Das Projekt ist eine sinnvolle Ergänzung.

Es unterstützt unsere Zero-Waste-Strategie und

bringt uns bis zu 15 Prozent mehr Umsatz.

Und wie schnell

kann sich das Projekt

amortisieren?

Smurfit

Krill

Wenn alles gut geht,

haben wir den Pay-back

in vier Jahren geschafft.

Den Auftrag für den Bau erhielt die Firma Montz aus Deutschland, ein Spezialist für die

industrielle Alkoholerzeugung. Sie war verantwortlich für alle Gebäude, den Stahlbau und

die Montage der Aggregate. Nicht zuständig war sie für die abschließende Programmierung

und Steuerung der Anlage. Das macht AustroCel selbst, damit sich die neue Anlage

problemlos in die bestehenden Prozesse der Fabrik eingliedert.

Gratt

Ich hab’ mir die Anforderungen angesehen.

Dieses Projekt ist ja wesentlich komplexer

als eine neue Stand-alone-Anlage.

Zuerst musste eine alte Halle

abgerissen werden. Dabei

tauchte Verkabelung auf, von der

man nicht wusste, ob sie noch

gebraucht würde. Nachdem die

Grube ausgehoben war und die

Fundamente gesetzt waren,

begann der Bau der eigentlichen

Anlage. Im Herbst 2019 wurden

die vorgeschriebenen Brandschutzwände

errichtet und sechs

Fermenter aufgestellt. Die neuen

Kessel sind fast 20 Meter hoch

und fassen 1.500 Kubikmeter.

Wir müssen das alles in den schon

bestehenden Energietechnik-Verbund von Zellstoff,

Lauge, Biogas und Fernwärme integrieren.

Gratt

Die Seveso-Richtlinie besteht seit

1996 und regelt die Maßnahmen

zur Verhütung von schweren Unfällen

in Industriebetrieben. Im

Fall von Hallein bedeutet das zum

Beispiel erhöhte Anforderungen

an den Leckage-Schutz, den

Brandschutz und den Explosionsschutz,

die gemäß ATEX-Richtlinien

eingehalten und kontrolliert

werden müssen.

Dieterich

Und dazu kommt, dass die ganze Anlage unter

die Seveso-Regelungen fällt.


Für den Betrieb und die Instandhaltung der Ethanol-Anlage ist AustroCel

auf der Suche nach zehn zusätzlichen Mitarbeitern, Männern

und Frauen für die Labortechnik, besonders die Mikrobiologie, und

zum Fahren der Anlage sowie für die Elektrik.

Gassner

(am Telefon)

Ja, gehen Sie auf

Salzburger Nachrichten

und dann

Karriere-Ratgeber.

Harbring

Danke,

schon gefunden.

Harbring

Frau Gassner, wir haben doch ein Bewerbungsvideo

gemacht. Ist das schon online?

Harbring

Wir verkaufen Zellstoff an die Textilindustrie,

Lauge als Brennstoff oder für die stoffliche

Nutzung, Fernwärme und Strom. Jetzt kommt

auch noch fortschrittliches Bioethanol dazu.

Allein die Menge aus Hallein wird 1 Prozent

des gesamten österreichischen Benzinverbrauchs

ersetzen und so 50.000 Tonnen

CO 2 einsparen.

Mit diesem Projekt zeigt die

Papier- und Zellstoff-Industrie wieder,

wie ihr Weg zur Bioökonomie konkret

aussehen kann.


Delfort

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Das Papier wird entweder

in Rollen oder in Bögen

auf Paletten ausgeliefert.

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Statistik | Austropapier Branchenbericht 2019]20

DIE

DER PAPIERINDUSTRIE

Die Statistik der Papierindustrie gewährleistet umfangreiches

und aktuelles Datenmaterial. Für die Ex-post-Betrachtung erhebt

die Österreichische Papierindustrie deshalb seit Jahrzehnten eigene

Zahlen, die sie zum ausreichenden Schutz der Mitgliederdaten

nur in aggregierten Mengen und Werten publiziert. Die Statistik

entspricht damit den wettbewerbsrechtlichen Vorschriften.

ERHEBUNG

Ein Großteil der Daten, die in diesem Jahresbericht veröffentlicht

werden, wurde direkt bei den Mitgliedsunternehmen erhoben. Es

handelt sich hierbei um eine monatliche und teilweise jährliche

Vollerhebung. Der Industrie und der Öffentlichkeit steht somit

eine schnelle, genaue und transparente Informationsquelle zur

Verfügung. Zudem werden aus diesen Informationen die Daten

generiert, die der europäischen Papierstatistik zur Verfügung

gestellt werden. Die Datenmeldungen der Fabriken werden seit

Kurzem mit unserer neuen Datenbank Paperfox verwaltet. Im

Zuge der Programmierung wurden auch die Sorten-Hierarchien in

allen Bereichen überarbeitet, sodass es in einigen Zeilen zu kleinen

Strukturbrüchen gekommen ist.

Die Statistik für 2019 ist endgültig. Für einen kleineren Teil des

Berichtes kann nicht auf eigene Daten zurückgegriffen werden.

Deshalb wird in diesen Fällen die amtliche Statistik, die zu diesem

Zeitpunkt noch vorläufig ist, herangezogen und hochgerechnet.

Das betrifft Daten zum Import von Papier, Altpapier und Textilzellstoff

sowie zum Export von Altpapier. Da die Außenhandelszahlen

zudem für die Berechnung des Verbrauchs benötigt werden, sind

auch diese Werte größtenteils vorläufig. Wo keine gemessenen

Daten zur Verfügung stehen, wird der Verbrauch nach der CEPIkonformen

Formel (Verbrauch = Produktion + Import – Export)

berechnet. Für die Jahre vor 2012 wurde teilweise die vorherige

Rechnung (Inlandslieferung +Import) angewendet. Lagerstandsveränderungen

können das Ergebnis beeinflussen.

PRODUKTION

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Holzstoff 309.391 304.398 1,6 % 328.581 358.525 390.380

Papierzellstoff 1.319.273 1.323.113 -0,3 % 1.269.073 1.344.137 1.190.618

Textilzellstoff 461.605 455.755 1,3 % 458.408 281.829 179.529

PRIMÄRFASERSTOFF gesamt 2.090.269 2.083.266 0,3 % 2.056.062 1.984.491 1.760.527

Angaben in Tonnen

lutro 90:100

Deinkstoff aus Altpapier 558.409 594.474 -6,1 % 640.817 732.591 463.071

Nicht-Deinkstoff aus Altpapier 1.676.207 1.648.003 1,7 % 1.342.361 1.434.848 1.208.776

SEKUNDÄRFASERSTOFF gesamt 2.234.616 2.242.477 -0,4 % 1.983.178 2.167.439 1.671.847

VERBRAUCH

2019* 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Angaben in Tonnen

*2019: vorläufig

lutro 90:100

Holzstoff 363.837 362.363 0,4 % 390.983 379.345 397.353

Papierzellstoff 1.506.995 1.576.901 -4,4 % 1.587.792 1.573.667 1.545.000

Textilzellstoff 343.227 335.588 2,3 % 328.232 324.003 184.785

PRIMÄRFASERSTOFF gesamt 2.214.059 2.274.852 -2,7 % 2.307.007 2.277.015 2.127.138

46


LIEFERUNGEN

nach Sorten

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Holzstoff 0 0 0 % 0 0 0

Papierzellstoff 456.423 467.521 -2,4 % 431.873 630.474 425.406

Textilzellstoff 461.127 443.707 3,9 % 464.542 282.253 180.992

PRIMÄRFASERSTOFF gesamt (Marktzellstoff) 917.550 911.228 0,7 % 896.415 912.727 606.398

Exportquote 43,1 % 42,1 % 43,8 % 51,9 % 53,2 %

Angaben in Tonnen

lutro 90:100

LIEFERUNGEN

nach Ländern

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Österreich 395.512 383.908 3,0 % 392.330 474.007 322.488

Italien 150.747 133.856 12,6 % 128.983 142.165 100.817

Deutschland 65.381 73.442 -11,0 % 66.905 26.613 71.815

Slowenien 40.861 44.897 -9,0 % 45.176 95.535 14.659

Frankreich 13.577 15.236 -10,9 % 947 2.673 17.909

EUROPA inkl. Österreich 731.059 718.851 1,7 % 700.252 849.513 578.598

AFRIKA 6.720 11.089 -39,4 % 11.507 23.132 13.902

AMERIKA 0 0 0 % 0 784 1.414

ASIEN & AUSTRALIEN 179.771 181.288 -0,8 % 184.656 39.298 12.484

LIEFERUNGEN gesamt 917.550 911.228 0,7 % 896.415 912.727 606.398

Angaben in Tonnen

lutro 90:100

IMPORTE

nach Sorten

2019* 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Holzstoff 54.446 57.965 -6,1 % 62.402 20.820 6.973

Papierzellstoff 543.392 614.709 -11,6 % 643.521 661.661 626.212

Textilzellstoff 47.990 46.209 3,9 % 49.262 48.763 13.387

PRIMÄRFASERSTOFF gesamt 645.828 718.883 -10,2 % 755.185 731.244 646.572

Angaben in Tonnen

lutro 90:100

*2019: vorläufig

IMPORTE

nach Ländern

2019* 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Schweden 123.156 99.452 23,8 % 122.322 119.294 166.563

Spanien 57.363 67.310 -14,8 % 38.381 93.146 42.805

Deutschland 43.518 50.572 -13,9 % 28.163 44.605 20.621

Slowakei 30.030 36.638 -18,0 % 52.388 25.512 1.609

Norwegen 29.338 31.595 -7,1 % 29.820 26.101 25.032

EUROPA 369.698 409.008 -9,6 % 436.956 415.961 361.863

AFRIKA 0 0 0 % 1 37.067 84.084

AMERIKA 276.053 309.471 -10,8 % 317.929 277.666 191.900

ASIEN & AUSTRALIEN 77 404 -80,9 % 299 550 8.725

IMPORT gesamt 645.828 718.883 -10,2 % 755.185 731.244 646.572

Angaben in Tonnen

lutro 90:100

*2019: vorläufig

47


Statistik | Austropapier Branchenbericht 2019]20

STRUKTUR

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Angabe in Mio. Euro

Umsatz: Verkauf von Papier

und Marktzellstoff

Unternehmen 21 21 21 22 28

Betriebe 24 24 24 26 30

Investitionen 319 220 45,0 % 227 114 167

UMSATZ 4.167 4.281 -2,7 % 3.955 3.785 3.560

im Inland 726 748 -2,9 % 701 740 705

durch Export 3.441 3.533 -2,6 % 3.254 3.045 2.855

PRODUKTION

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Angaben in Tonnen

Grafische Papiere 2.280.774 2.398.260 -4,9 % 2.552.071 2.773.798 2.570.329

Verpackungspapiere 2.393.241 2.340.463 2,3 % 1.999.446 1.963.117 1.638.142

Spezialpapiere 310.695 316.385 -1,8 % 308.902 272.020 176.775

PAPIERE gesamt 4.984.710 5.055.108 -1,4 % 4.860.418 5.008.934 4.385.247

Kapazität 5.530.000 5.500.000 0,5 % 5.370.000 5.420.000 4.750.000

Auslastung 1 90,1 % 91,9 % - 90,5 % 92,4 % 92,3 %

VERBRAUCH

2019* 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Angaben in Tonnen

Ab 2011 CEPI-konform

berechnet: Verbrauch =

Produktion + Import-Export

*2019: vorläufig

Grafische Papiere 604.338 686.694 -12,0 % 619.999 945.115 1.022.138

Verpackungspapiere 1.006.129 1.005.438 0,1 % 1.075.396 1.033.841 814.399

Spezialpapiere 224.810 227.078 -1,0 % 218.810 221.993 143.793

VERBRAUCH gesamt 1.835.277 1.919.210 -4,4 % 1.914.205 2.200.949 1.980.330

Verbrauch pro Kopf (in kg) 206 217 -4,8 % 217 262 244

48


LIEFERUNGEN

nach Sorten

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Grafische Papiere 2.274.240 2.375.198 -4,3 % 2.589.356 2.791.505 2.624.060

Verpackungspapiere 2.400.515 2.350.365 2,1 % 1.955.115 1.949.779 1.621.296

Spezialpapiere 348.209 345.993 0,6 % 345.797 295.821 186.356

LIEFERUNGEN gesamt 5.022.964 5.071.556 -1,0 % 4.890.268 5.037.105 4.431.712

Exportquote 87,7 % 87,4 % 87,8 % 85,2 % 82,8 % Angaben in Tonnen

LIEFERUNGEN

nach Ländern

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Deutschland 977.758 1.020.702 -4,2 % 1.020.167 905.242 983.576

Österreich 616.176 637.700 -3,4 % 598.226 744.073 763.701

Italien 563.077 524.711 7,3 % 468.083 523.370 455.713

Polen 328.443 307.969 6,6 % 272.964 245.658 141.385

Tschechien 191.872 203.139 -5,5 % 154.930 124.268 87.040

EUROPA inkl. Österreich 4.453.491 4.475.170 -0,5 % 4.173.320 4.304.821 3.931.411

AFRIKA 142.997 148.505 -3,7 % 142.907 158.879 84.600

AMERIKA 178.956 207.668 -13,8 % 221.123 254.941 178.471

ASIEN & AUSTRALIEN 247.520 240.213 3,0 % 352.918 318.464 237.230

LIEFERUNGEN gesamt 5.022.964 5.071.556 -1,0 % 4.890.268 5.037.105 4.431.712

Angaben in Tonnen

IMPORTE

nach Sorten

2019* 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Grafische Papiere 390.065 419.906 -7,1 % 430.003 669.485 764.820

Verpackungspapiere 703.138 721.502 -2,5 % 757.535 658.610 420.579

Spezialpapiere 164.153 156.551 4,9 % 158.300 128.781 77.695

IMPORT gesamt 1.257.356 1.297.959 -3,1 % 1.345.838 1.456.876 1.263.094

Angaben in Tonnen

*2019: vorläufig

IMPORTE

nach Ländern

2019* 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Deutschland 512.156 544.809 -6,0 % 566.317 647.861 441.939

Schweden 154.701 156.126 -0,9 % 162.868 203.407 109.825

Ungarn 96.338 97.543 -1,2 % 107.012 117.339 118.364

Italien 89.393 87.090 2,6 % 82.953 75.669 45.211

Finnland 78.656 73.299 7,3 % 69.077 88.939 206.008

EUROPA 1.229.483 1.272.002 -3,3 % 1.311.465 1.444.626 1.258.287

AFRIKA 15 114 -86,8 % 1.854 2.147 457

AMERIKA 26.086 23.944 8,9 % 30.411 5.748 3.831

ASIEN & AUSTRALIEN 1.772 1.899 -6,7 % 2.108 4.355 519

IMPORT gesamt 1.257.356 1.297.959 -3,1 % 1.345.838 1.456.876 1.263.094

Angaben in Tonnen

*2019: vorläufig

49


Statistik | Austropapier Branchenbericht 2019]20

VERBRAUCH

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

∆ gerechnet mit nicht

gerundeten Zahlen

In 1.000 Festmetern o. R.

1) Sägenebenprodukte

Rundholz 4.021 4.148 -3,1 % 4.089 4.227 3.576

davon Fichte/Tanne 2.310 2.475 -6,7 % 2.392 2.290 1.754

Hackschnitzel 1 4.717 4.629 1,9 % 4.554 3.861 3.518

HOLZ gesamt 8.738 8.777 -0,4 % 8.643 8.088 7.094

INLANDSBEZÜGE

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

In 1.000 Festmetern o. R.

Rundholz 2.487 2.557 -2,7 % 2.453 2.444 2.320

davon Fichte/Tanne 1.753 1.765 -0,7 % 1.716 1.837 1.529

Hackschnitzel 1 3.851 3.684 4,5 % 3.553 2.745 3.041

HOLZ gesamt 6.338 6.241 1,6 % 6.006 5.189 5.361

IMPORTE

nach Sorte

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

In 1.000 Festmetern o. R.

Rundholz 1.609 1.682 -4,3 % 1.559 1.732 1.251

davon Fichte/Tanne 640 762 -16,0 % 651 468 208

Hackschnitzel 918 1.006 -8,7 % 939 1.107 427

HOLZ gesamt 2.527 2.688 -6,0 % 2.498 2.839 1.678

Importanteil am Holzbezug 28,5 % 30,1 % 29,4 % 35,4 % 23,9 %

IMPORTE

nach Ländern

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

In 1.000 Festmetern o. R.

Deutschland 792 864 -8,4 % 926 897 600

Tschechien 658 720 -8,6 % 502 454 282

Slowakei 557 570 -2,1 % 511 319 340

Ungarn 254 213 19,1 % 280 425 345

Slowenien 137 156 -12,2 % 195 105 1

EUROPA 2.527 2.688 -6,0 % 2.498 2.839 1.678

AFRIKA 0 0 0,0 % 0 0 0

AMERIKA 0 0 0,0 % 0 0 0

ASIEN & AUSTRALIEN 0 0 0,0 % 0 0 0

IMPORT gesamt 2.527 2.688 -6,0 % 2.498 2.839 1.678

50


ZERTIFIZIERUNGEN

2019 2018 2017 2016 2010 2007 3

nach PEFC 6.553 6.453 5.155 6.154 5.378 5.758

nach FSC 2.192 2.380 3.349 2.545 2.606 2.365

Anteil 1 98,7 % 98,9 % 100,0 % 99,0 % 99,5 % 97,8 %

ohne Zertifikat 2 120 96 0 92 44 182

Gesamt 8.865 8.929 8.504 8.791 8.028 8.305

In 1.000 Festmetern o. R.

1) Zertifiziert und/oder kontrolliert

nach PEFC bzw. FSC

2) Kleinstmengen aus

Standortumgebung

3) Beginn der

statistischen Erfassung

ZERTIFIZIERUNGEN

nach Unternehmen

Dr. Franz Feurstein X X

Laakirchen Papier X X

Lenzing AG X X W. Hamburger X Brigl & Bergmeister X X

Ktn Mondi Frantschach X X Lenzing Papier X X MM Hirschwang X X Norske Skog Bruck X X

Sbg AustroCel X Merckens X Mondi Neusiedler X X MM Frohnleiten X X

Tir Wattens X X SK Nettingsdorf X X Salzer Papier X X Sappi Gratkorn X X

Vbg Rondo Ganahl X UPM Steyrermühl X X Essity Ortmann X X Zellstoff Pöls X X

Oberösterreich

Niederösterreich

Steiermark

X PEFC

X FSC

Die Zertifizierung der

Holzherkunft betrifft

hauptsächlich Zellstoff und

die Frischfaserpapiere.

EINSATZ

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Mineralische Stoffe 1 822.376 847.177 -2,9 % 845.994 918.800 845.381

Bindemittel 174.770 180.160 -3,0 % 163.051 144.013 156.848

Farbstoffe & optische Aufheller 15.279 14.170 7,8 % 17.103 8.916 7.930

Sonstige 9.432 8.630 9,3 % 8.082 8.062 10.009

Hilfsstoffe der Papierherstellung 36.534 37.100 -1,5 % 35.256 39.197 42.260

Hilfsstoffe der Zellstoffherstellung 2 235.879 239.711 -1,6 % 244.064 227.827 253.782

CHEMIKALIEN gesamt 1.294.270 1.326.948 -2,5 % 1.313.550 1.346.815 1.316.210

Angaben in Tonnen

1) Füll- & Strichstoffe

2) Zellstoffaufschluss &

Bleichmittel

51


Statistik | Austropapier Branchenbericht 2019]20

MENGENSTRUKTUR

2019* 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Angaben in Tonnen

Einsatzquote: Altpapierverbrauch

in % der Papier-,

Faltschachtelkarton- und

Pappeproduktion

Recyclingrate: inländisches

Altpapieraufkommen in % des

Papier-, Faltschachtelkartonund

Pappeverbrauches

*2019: vorläufig

Einsatz 2.586.089 2.597.855 -0,5 % 2.282.255 2.481.046 1.942.884

Import 1.483.541 1.479.564 0,3 % 1.210.375 1.299.655 837.792

Inlandsbezug 1.102.548 1.118.292 -1,4 % 1.071.880 1.181.391 1.105.092

Export 296.518 348.017 -14,8 % 341.716 404.283 164.375

Inlandsaufkommen 1.399.066 1.466.308 -4,6 % 1.413.596 1.585.674 1.269.467

Einsatzquote 51,9 % 51,5 % 47,0 % 49,5 % 44,3 %

Recyclingrate 76,2 % 76,4 % 73,8 % 72,0 % 64,1 %

EINSATZ

in den Papiersorten

2019* 2018 2017 2016 2010 2000

1) Hygienepapier +

Dünnpapiere („other Paper“

hat kein Altpapier)

Angaben in Tonnen

*2019: vorläufig

Grafische Papiere 29,2 % 29,8 % 33,2 % 33,2 % 32,6 % 21,8 %

Verpackungspapiere 73,2 % 72,9 % 64,9 % 64,9 % 71,5 % 75,4 %

Spezialpapiere 1 54,1 % 56,1 % 54,5 % 54,5 % 63,4 % 82,8 %

Gesamt 51,9 % 51,4 % 46,9 % 46,9 % 49,5 % 44,3 %

EXPORTE

2019* 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Angaben in Tonnen

*2019: vorläufig

Deutschland 207.719 240.761 -13,7 % 253.499 319.055 56.177

Slowenien 31.931 43.395 -26,4 % 20.544 44.788 25.553

Italien 14.292 13.579 5,3 % 12.546 10.787 11.982

Slowakei 11.897 8.001 48,7 % 8.598 1.043 6.530

Tschechien 8.315 5.077 63,8 % 6.899 0 0

EUROPA 295.887 338.200 -12,5 % 340.385 404.221 164.375

AFRIKA 0 0 n. a. 0 0 0

AMERIKA 0 0 n. a. 0 2 0

ASIEN & AUSTRALIEN 631 9.817 -93,6 % 1.331 60 0

EXPORTE gesamt 296.518 348.017 -14,8 % 341.716 404.283 164.375

IMPORTE

2019* 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Angaben in Tonnen

*2019: vorläufig

Deutschland 525.671 489.595 7,4 % 385.296 510.752 679.676

Tschechien 277.052 298.700 -7,2 % 272.218 142.273 11.126

Italien 209.397 172.575 21,3 % 104.846 238.132 28.644

Slowakei 133.343 133.976 -0,5 % 115.486 102.080 3.624

Ungarn 88.805 111.625 -20,4 % 96.348 114.989 4.260

EUROPA 1.482.038 1.478.663 0,2 % 1.198.625 1.298.241 837.657

AFRIKA 0 493 n. a. 1.0751 2 43

AMERIKA 1.478 408 >100 % 995 1.412 92

ASIEN & AUSTRALIEN 25 0 n. a. 3 0 0

IMPORTE gesamt 1.483.541 1.479.564 0,3 % 1.210.374 1.299.655 837.792

52


MITARBEITER

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Arbeiter gesamt 5.506 5.489 0,3 % 5.464 5.782 6.999

männlich 5.341 5.325 0,3 % 5.300 5.608 6.710

weiblich 165 164 0,6 % 164 174 289

Angestellte gesamt 2.514 2.414 4,1 % 2.371 2.306 2.412

männlich 1.852 1.778 4,2 % 1.728 1.671 1.734

weiblich 662 636 4,1 % 643 636 678

Gesamt 1 8.020 7.903 1,5 % 7.835 8.089 9.411

Frauenquote 10,3 % 10,1 % 10,3 % 10,0 % 10,3 %

Lehrlinge 2 357 335 6,6 % 315 398 320

davon Papiertechniker 97 97 0,0 % 94 122 58

1) Inkl. Lehrlingen

(Stand Dezember)

2) Quelle: WKO

(inkl. Doppellehren ab 1995

und Modullehren ab 2008)

BEZAHLUNG & ARBEITSZEIT

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Bruttolohnsumme 280.854 269.600 4,2 % 266.673 237.916 228.113

Bruttogehaltssumme 201.903 188.545 7,1 % 182.350 154.301 128.276

Gesamt 1 (in 1.000 €) 482.757 458.145 5,4 % 449.023 392.217 356.389

Bezahlte Arbeitsstunden 2 10.541.288 10.780.398 -2,2 % 10.576.415 11.303.524 13.972.234

pro Woche und Arbeiter 36,72 37,67 -2,5 % 37,12 37,49 38,29

Geleistete Arbeitsstunden 8.515.956 8.770.325 -2,9 % 8.427.472 9.188.586 11.500.628

pro Woche und Arbeiter 29,66 30,64 -3,2 % 29,58 30,48 31,51

1) Die Summe enthält Löhne

und Gehälter sowie andere

Bezüge (u. a. Überstunden,

Zulagen, Abfertigungen).

2) Inkl. geblockter

Altersteilzeit

ARBEITSSICHERHEIT

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Werke 23 23 0,0 % 23 23 20

Beschäftigte 1 7.893 7.877 0,2 % 7.861 8.461 11.656

Betriebsunfälle 2 87 109 -20,2 % 110 116 320

Ausfalltage 3 1.877 1.944 -3,4 % 1.744 2.243 7.228

Betriebsunfälle/1.000 Beschäftigte 11,0 13,8 -20,3 % 14,0 13,7 27,4

Ausfalltage/Unfall 21,6 17,8 21,3 % 15,9 19,3 22,6

Tödliche Unfälle 0 0 0,0 % 0 0 0

1) Die ASI-Statistik evaluiert

teilweise auch Betriebsmitarbeiter

außerhalb der

Papierindustrie.

2) Anzahl meldepflichtiger

Unfälle (mehr als drei

Ausfalltage/Kalendertage)

3) Ausfalltage zu Kategorie A2

(im jeweiligen Kalenderjahr)

53


Statistik | Austropapier Branchenbericht 2019]20

WASSER

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

∆ gerechnet mit nicht

gerundeten Zahlen

Wasser: Ang. in Mio. m 3

Kühlwasser 82 83 -0,9 % 75 69 70

Einlauf am Vorfluter 105 107 -1,5 % 108 113 113

Abwassermenge daraus 99 98 0,8 % 97 99 106

Feststoffe 5.389 5.487 -1,8 % 4.796 3.485 3.397

CSB 35.775 35.585 0,5 % 34.722 32.038 31.454

BSB 5 3.852 4.260 -9,6 % 3.935 2.540 3.239

AOX 57 52 9,7 % 49 41 86

Angaben in Tonnen

CO2 in 1.000 Tonnen

(inkl. CMOÖ)

1) Tlw. diskontinuierliche

Messung

2) Diese Daten werden erst

Mitte Mai verifiziert zur Verfügung

stehen; inkl. CMOÖ.

LUFT

Prozesswasser

Abwasserfrachten

Luftemissionen

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Staub 1 235 258 -9,1 % 191 220 341

SO2 524 805 -34,9 % 940 1.168 1.216

NOx 3.369 3.831 -12,1 % 3.584 4.609 4.960

CO 3.817 2.934 30,1 % 2.174 1.984 898

CO2 (fossil) 2 1.732 1.752 -1,2 % 1.587 2.053 2.157

CO2 (biogen) 4.224 4.157 1,6 % 4.058 4.158 3.431

RESTSTOFFE

2019 2018 ∆ 19/18 2017 1 2010 2000

Angaben in Tonnen

1) 2017 geänderte Abfrage

2) ohne Zellstofflauge

Stofflich 238.302 253.264 -5,9 % 327.204 307.571 413.912

davon branchenintern 15,5 % 14,4 % 9,1 % 1,9 % 2,7 %

Thermisch 2 1.071.784 1.103.303 -2,9 % 1.057.740 1.065.423 833.759

davon branchenintern 77,8 % 78,9 % 77,3% 81,3% 96,6 %

Deponie 32.465 30.204 7,5 % 26.910 37.454 106.312

davon branchenintern 2,7 % 6,9 % 9,5 % 24,9 % 21,8 %

Sonstige 18.173 16.999 6,9 % 13.166 3.769 3.877

RESTSTOFFE gesamt 1.360.724 1.403.770 -3,1 % 1.425.020 1.414.217 1.357.860

Angaben in Mio. €

n. v. = nicht verfügbar

∆ gerechnet mit nicht

gerundeten Zahlen

UMWELTSCHUTZ

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000

Aufwand 88 93 -5,5 % 83 85 63

davon Investitionen 24 35 -32,9 % 23 31 n. v.

54


BRENNSTOFFE

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000 1

Kohle

Heizöl

Erdgas

sonstige fossil

GWh 1.167 1.209 -3,5 % 1.248 987 1.276

t 147.296 148.403 -0,7 % 143.603 121.869 222.648

GWh 33 41 -19,5 % 41 268 552

t 2.926 3.578 -18,2 % 3.647 24.185 49.295

GWh 6.313 6.339 -0,4 % 5.860 8.026 8.488

1.000 m 3 608.555 623.516 -2,4 % 580.485 783.878 845.243

GWh 39 44 -11,4 % 25

1.000 m 3 11.154 13.593 -17,9 % 8.206

Anteil fossil 1 40,5 % 41,1 % 40,2 % 50,2 % 57,6 %

Ablauge

GWh 9.135 9.007 1,4 % 8.783 7.498 6.358

t 4.232.457 4.175.521 1,4 % 4.049.950 3.178.600 2.826.374

Feste Biomasse 2 GWh 970 1.040 -6,7 % 1.094 672 921

t 379.565 400.999 -5,3 % 452.642 330.946 528.688

Schlamm 3 GWh 521 481 8,3 % 446 693 326

t 526.443 513.002 2,6 % 399.449 485.162 321.646

Sonstige 4 GWh 458 404 13,4 % 352 358 n. v.

Anteil biogen 59,5 % 58,9 % 59,8 % 49,8 % 42,4 %

Gesamt GWh 18.636 18.565 0,4 % 17.849 18.501 17.919

Angaben in GWh

n. v. = nicht verfügbar

1) Inkl. CMOÖ

2) Rinde, ab 2016

inkl. Hackgut

3) Trockengehalt

Abwasserschlamm: Ø 45 %

4) Biogas und anderes

*) Veränderungen sind

von den ungerundeten

Daten berechnet.

STROM

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000 1

Gasturbinen 662 628 5,4 % 535 1.276 1.069

Dampfgegendruck 1.967 1.958 0,5 % 1.851 2.178 2.027

Dampfkondensation 323 310 4,2 % 319 171 263

Anteil KWK 95,2 % 95,7 % 94,7 % 94,4 % 94,1 %

Wasserkraft 130 104 25,0 % 127 217 201

Sonstige Anlagen 20 25 -20,0 % 24 0 9

Anteil sonstige 4,8 % 4,3 % 5,3 % 5,6 % 5,9 %

ERZEUGUNG gesamt 3.102 3.025 2,5 % 2.856 3.842 3.569

minus Einspeisung 261 296 -11,8 % 249 364 119

plus Fremdstromverbrauch 1.658 1.805 -8,1 % 1.925 1.283 1.139

VERBRAUCH gesamt 4.499 4.534 -0,8 % 4.532 4.761 4.589

Angaben in GWh

*) Veränderungen sind

von den ungerundeten

Daten berechnet.

DAMPF

2019 2018 ∆ 19/18 2017 2010 2000 1

Dampferzeugung 13.489 13.366 0,9 % 12.595 11.945 n. v.

Fernwärme Abgabe 2 2.009 1.728 16,3 % 1.576 1.159 n. v.

Bezug 325 342 -5,0 % 293 329 n. v.

Dampfverbrauch 11.805 11.980 -1,5 % 11.312 11.115 n. v.

Angaben in GWh

n. v. = nicht verfügbar

1) Die statistische Erfassung

von Dampf und Wärme wurde

2010 ausgeweitet, für die Jahre

davor stehen keine validen

Daten zur Verfügung.

2) Inkl. Abwärmenutzung

am Standort

55


Statistik | Austropapier Branchenbericht 2019]20

2018 ANZAHL PAPIER ZELLSTOFF * ALTPAPIER

* Papierzellstoff, Holzstoff und

andere Zellstoffe

Angaben in 1.000 Tonnen

n. v. = nicht verfügbar

k. A. = keine Angaben

1) Inkl. Holzstofffabriken

2) In kg

3) Ungefähr 80 % des

Papiers sind maximal

sammelbar; Rücklaufquoten,

die darüber liegen, entstehen,

wenn zusätzlich Papier

importiert wird, z. B. als

Verpackung anderer Güter.

4) Die vom Europäischen

Altpapier-Rat veröffentlichten

Zahlen berücksichtigen

z. T. andere Länder. Die hier

ausgewiesene Quote ist

deshalb 71,6 %

(www.paperrecovery.org).

Quelle:

Austropapier

CEPI – Annual Report

PPI – Annual Review

Birkner

Papierfabriken

Zellstofffabriken

1

Verbrauch

Mitarbeiter

Produktion

Pro-Kopf-

Verbrauch 2 Produktion Verbrauch

Verbrauch

Aufkommen

Rücklaufquote

3

EUROPA n. v. n. v. n. v. 109.648 98.991 117 46.806 50.378 67.162 59.674 67,8 % 54,4 %

Deutschland 155 15 40.600 22.666 19.891 240 2.460 6.131 15.070 17.200 75,8 % 75,9 %

Finnland 30 29 19.900 10.544 1.563 149 11.550 8.195 603 581 70,7 % 57,0 %

Schweden 38 40 20.500 10.142 1.619 160 11.945 9.021 1.158 1.148 71,5 % 11,3 %

Italien 153 4 19.300 9.081 10.693 177 392 3.503 6.646 5.144 62,2 % 56,6 %

Russland 95 27 n. v. 8.953 6.984 49 572 3.639 3.846 3.498 55,1 % 39,1 %

Frankreich 80 10 12.000 7.864 8.760 130 1.613 3.178 6.938 5.395 79,2 % 68,6 %

Spanien 70 10 16.600 6.157 6.932 149 1.713 1.903 4.452 4.894 64,2 % 79,5 %

Österreich 21 9 7.900 5.055 1.919 217 1.628 1.939 1.466 2.598 76,4 % 51,4 %

Polen 52 5 7.000 4.857 6.556 173 1.157 2.140 2.872 2.344 43,8 % 48,2 %

Türkei 29 6 n. v. 4.417 6.056 74 65 1.242 3.185 3.807 52,6 % 86,2 %

Großbritannien 47 3 7.900 3.894 8.648 131 k. A. 1.129 7.540 3.130 87,2 % 80,4 %

Niederlande 22 1 3.800 2.980 2.788 162 k. A. 703 2.510 2.628 90,1 % 88,2 %

Portugal 25 7 3.000 2.060 1.057 103 2.773 1.794 632 247 59,8 % 12,0 %

Belgien 8 2 2.800 1.946 2.758 242 k. A. 715 1.770 1.219 52,2 % 62,6 %

Norwegen 6 7 2.500 1.136 577 109 1.038 744 724 290 118,1 % 25,5 %

Schweiz 11 2 1.900 1.094 1.140 137 k. A. 206 1.281 1.016 112,4 % 92,9 %

Ukraine 25 3 n. v. 900 1.237 28 k. A. 64 568 951 45,9 % 105,7 %

Tschechien 14 2 5.000 843 1.563 147 k. A. 687 1.034 215 66,2 % 25,5 %

Ungarn 4 1 400 806 806 93 k. A. 168 616 770 61,3 % 101,2 %

Slowakei 5 3 2.600 751 415 76 k. A. 607 402 117 86,3 % 15,6 %

EU (28) 768 149 180.036 92.091 81.309 159 37.878 42.754 56.941 49.424 70,0 % 4 53,7 %

AFRIKA n. v. n. v. n. v. 4.705 9.158 7 1.461 2.048 3.531 3.287 38,6 % 69,9 %

Südafrika 2.254 2.311 42 1.230 1.247 1.491 1.390 64,5 % 61,7 %

Ägypten 1.595 2.501 25 160 454 1.262 1.274 50,5 % 79,9 %

AMERIKA n. v. n. v. n. v. 104.710 105.423 105 93.920 63.862 65.384 46.708 62,0 % 44,6 %

USA 72.062 70.674 215 47.135 46.582 47.831 29.035 67,7 % 40,3 %

Brasilien 10.557 9.595 46 21.148 6.273 4.570 4.550 47,6 % 43,1 %

Kanada 10.180 5.634 157 16.313 7.260 3.924 2.926 69,6 % 28,7 %

Mexiko 5.956 8.938 71 126 1.093 4.796 6.040 53,7 % 101,4 %

ASIEN, AUSTRALIEN n. v. n. v. n. v. 200.657 208.304 47 45.009 70.307 114.118 139.012 54,8 % 69,3 %

China 109.963 110.151 79 17.849 39.351 57.316 74.349 52,0 % 67,6 %

Japan 26.070 25.459 202 8.626 9.914 20.695 16.958 81,3 % 65,0 %

Indien 15.214 16.713 13 4.200 5.166 3.945 10.360 23,6 % 68,1 %

Indonesien 12.478 8.224 31 8.368 5.079 3.767 6.902 45,8 % 55,3 %

Korea (Süd) 11.532 9.951 194 575 2.745 8.631 9.445 86,7 % 81,9 %

WELT Gesamt n. v. n. v. n. v. 419.720 421.876 56 187.196 186.595 250.195 248.681 59,3 % 59,2 %

Einsatzquote

TOP15 – DIE WELTGRÖSSTEN PAPIERHERSTELLER

(12,3) Angabe der Produktionskapazität

in Millionen Tonnen.

Quelle: Paper360°, The 2 million

tonners’ club

2010: International (US) 12,3 | Stora Enso (SE) 9,2 | UPM (FI) 9,0 | SCA (SE) 8,8 | Oji (JP) 7,0 | Nippon (JP) 6,9 | Sappi (SA) 6,8 | Nine Dragons (CN) 6,5

Smurfit Kappa (EI) 6,3 | Smurfit Stone (US) 5,7 | Abitibi (CA) 5,5 | Domtar (CA) 4,0 | Norske Skog (NO) 3,9 | Mondi (SA) 6,7 | Lee & Man (CN) 3,6

2018: International (US) 21,3 | Nine Dragons (CN) 15,0 | WestRock (US) 11,8 | Oji (JP) 10,6 | DS Smith (UK) 9,7 | UPM (FI) 9,0 | Stora Enso (SE) 8,9

Smurfit Kappa (EI) 7,5 | Nippon (JP) 6,0| Lee & Man (CN) 5,5 | Mondi (SA) 5,3 | Sappi (SA) 5,2| Packaging America (US) 4,6 | Anhui Shanying (CN) 4,6

56


IN DER VERBANDSARBEIT

– Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie

Christian Skilich

(Mondi)

Stefan Doboczky

(Lenzing)

Günter Hochrathner

(Nettingsdorf)

Peter Orisich

Thomas Strasser

(Mondi)

(Essity)

Kurt Maier (Heinzel Holding)

Roland Faihs

(Delfort)

Wilhelm Hörmanseder

(Mayr-Melnhof))

Sigrid Rauscher

(Rondo)

Enzo Zadra

(Norske Skog)

Martin Zahlbruckner

(Delfort)

Harald Ganster

(W. Hamburger)

Robert Launsky-Tieffenthal

(Ehrenpräsident)

Andreas Rauscher

(Zellstoff Pöls)

Markus Bammer

(Brigl & Bergmeister)

Michael Gröller

(Ehrenpräsident)

Christoph Merckens

(Merckens)

Thomas Salzer

(Salzer)

Ernst Brunbauer

(Lenzing Papier)

Jörg Harbring

(AustroCel)

Max Oberhumer

(Sappi)

Ernst Spitzbart

(UPM Steyrermühl)

Gabriele Herzog

(Geschäftsführung)

– Fachverband der Papierindustrie

Roland Faihs

Jörg Harbring

(Delfort)

(AustroCel)

Hubert Marte

(Rondo Ganahl)

Enzo Zadra

(Norske Skog)

Max Oberhumer

(Sappi)

Josef Hirschenberger

(Sappi)

Kurt Maier (Heinzel Holding)

Martin Zahlbruckner

kooptiert

(Delfort)

Franz Baldauf

(Laakirchen)

Günter Hochrathner

(Nettingsdorf)

Peter Orisich

(Mondi)

Markus Bammer

(Brigl & Bergmeister)

Wilhelm Hörmanseder

(Mayr-Melnhof)

Thomas Salzer

(Salzer)

Ernst Brunbauer

(Lenzing Papier)

Gottfried Joham

(Mondi)

Andreas Windischbauer

(Delfort)

Werner Auracher

(Geschäftsführung)

der Papierindustrie

Martin Zahlbruckner

(Delfort)

Walter Pillwein

(Ehrenpräsident)

Günter Hochrathner

(Nettingsdorf)

Thomas Welt

(Laakirchen Papier)

Jörg Harbring

(AustroCel)

Manfred Hartinger

(Sappi)

Werner Auracher

(Geschäftsführung)

Gottfried Joham

(Mondi)

Michael Coutandin

(Direktor ABZ)

– Österreichische Vereinigung der Zellstoff- und Papierchemiker und -techniker

Kurt Maier (Heinzel Holding)

Harm Bergmann-Kramer

(Mondi)

Andreas Greiner

Max Oberhumer

Rolf Yaldez

(Essity)

(Sappi)

(Lenzing)

Jörg Harbring

(Schweighofer Fiber)

Manfred Brandstätter

(Holzforschung)

Georg Hammer

(Mayr-Melnhof)

Andreas Rauscher

(Zellstoff Pöls)

Enzo Zadra

(Norske Skog)

Ernst Spitzbart

(UPM Steyrermühl)

Ernst Brunbauer

(Lenzing Papier)

Günter Hochrathner

(Nettingsdorf)

Martin Ruopp

(Mondi)

Martin Zahlbruckner

(Delfort)

Markus Bammer

(Brigl & Bergmeister)

Michael Coutandin

Gottfried Joham

Christian Skilich

Franz Zehetner

(ABZ)

(Mondi)

(Mondi)

(Salzer)

Wolfgang Bauer (TU Graz)

Roland Faihs

(Delfort)

Josef Krenn (W. Hamburger)

Thomas Welt

(Laakirchen Papier)

Gabriele Herzog

(Geschäftsführung)

Kathrin Höfferer

(Geschäftsführung)

Papierindustrie – Die Arbeitskreise

Altpapier Christian Skilich (Mondi) Instandhaltung Harm Bergmann-Kramer (Mondi)

Arbeitssicherheit Gottfried Joham (Mondi) KV-Verhandlung Thomas Salzer (Salzer)

Energie Max Oberhumer (Sappi) Personalleiter Werner Auracher (FV Papierindustrie)

Forschung Christian Skilich (Mondi) Umwelt Ernst Spitzbart (UPM Steyrermühl)

Gesundheit Günter Hochrathner (Nettingsdorf) Brandschutz Georg Hammer (Mayr-Melnhof)

Holz Hans Grieshofer (Austropapier) Zertifizierung Hans Grieshofer (Austropapier)

Die jeweiligen Präsidenten

sind farbig unterlegt.

Alle Angaben

Stand Jänner 2020

57


Austropapier | Austropapier Branchenbericht 2019]20

Wir sind die Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie

und arbeiten in der Gumpendorfer Straße in Wien. Hier kümmern

wir uns um die Interessenvertretung der Branche nach

außen und um ein gutes Mitgliederservice nach innen.

DOPPELT VERTRITT BESSER

Die Arbeit einer Interessenvertretung im Sinne von Public Affairs

vollzieht sich hinter den Kulissen. Denn es geht nicht darum, der

Politik die Bühne streitig zu machen, sondern ihren Akteuren

die richtigen Entscheidungsgrundlagen zu liefern. Das gilt besonders

nach einer Nationalratswahl, wenn in den Ministerien

und Kabinetten viele neue Mitarbeiter sitzen. Die dabei hilfreiche

Diskretion beruht auf den Erfahrungen aus einer langen

Tradition. Austropapier – Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie

ist aus dem bereits 1872 gegründeten Verein der österreichisch-ungarischen

Papierfabrikanten hervorgegangen. Sie

vertritt heute gemeinsam mit dem durch das Handelskammergesetz

1946 entstandenen Fachverband der Papierindustrie die

Interessen der Branche. Doppelt vertritt besser, meint Austropapier-Geschäftsführerin

Gabriele Herzog und erläutert die Organe

der Organisation: Generalversammlung, Vorstand und Präsidium.

An der Spitze steht der Präsident, der – wie der gesamte Vorstand

– ohne Funktionsentschädigung arbeitet. Für den Vorstand

nominieren die Mitgliedsunternehmen Vertreter aufgrund ihrer

Leitungsfunktionen in den Unternehmen. Die Generalversammlung

beschließt dann die Zusammensetzung des Vorstands, der

das Präsidium wählt, erklärt Herzog den demokratischen Aufbau.

Auch in die Ausschüsse entsendet jedes Unternehmen Mitarbeiter.

Für alle Sitzungen gelten die Regeln des Verhaltenskodex zur

Wahrung des Wettbewerbs und der kartellrechtlichen Bestimmungen.

Der Obmann des Fachverbandes verzichtet ebenfalls auf

die Funktionsentschädigung, zugunsten des Instituts für Papier-,

Zellstoff- und Fasertechnik an der TU Graz, verweist Werner Auracher,

der Geschäftsführer des Fachverbandes, auf die insgesamt

kostenbewusste Führung der Interessenvertretung.

SCHULUNG UND FINANZIERUNG

Neben diesen beiden Organisationen befasst sich die 1912 gegründete

Österreichische Vereinigung der Zellstoff- und Papierchemiker

und -techniker (ÖZEPA) mit technischen und produktionsnahen

Fragestellungen. Seit 1957 gibt es zudem den Schulverein, dessen

Aufgabe der Betrieb des Ausbildungszentrums (ABZ) Steyrermühl

ist. Austropapier bilanziert nach den Regeln eines großen Vereins.

Das Budget stammt großteils aus Mitgliedsbeiträgen. Subventionen

oder andere öffentliche Förderungen gibt es keine. Lediglich

die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und die Allgemeine

Unfallversicherungsanstalt (AUVA) unterstützen einzelne Projekte.

Austropapier ist die gemeinsame Stimme der

24 österreichischen Papierfabriken gegenüber Politik,

Medien und anderen Stakeholdern. Wir sprechen die

Bedürfnisse der Branche an – aktuell heißen die Brennpunkte

Energiepolitik und Standortfaktoren. Gleichzeitig

zeigen wir auf, dass die Unternehmen positive

Beiträge liefern und Probleme lösen.“

Dipl.-Ing. Gabriele Herzog

Geschäftsführerin

PARTNERSCHAFT UND VERNETZUNG

Um die Interessen der Branche bestmöglich zu wahren, pflegt

Austropapier Partnerschaften:

Für die Holzversorgung ist das die Kooperationsplattform

Forst Holz Papier (FHP).

Geht es um Umwelt-, Klima- und Energiepolitik, sind

Kontakte zum Ministerium für Klimaschutz wichtig.

Die Papierindustrie ist an einigen kooperativen Forschungsprojekten

in mehreren Forschungseinrichtungen beteiligt.

Mit den Holzzertifizierungssystemen PEFC Austria und

FSC bestehen Kooperationen.

Darüber hinaus arbeitet die Interessenvertretung der Papierindustrie

mit Organisationen aller wesentlichen Stakeholder

und mit Verbänden anderer Branchen zusammen. Europäische

Agenden nimmt sie über den Dachverband CEPI wahr, dessen

Mitglied Austropapier ist. Auch intern ist die Branche gut vernetzt,

vor allem über den Austropapier-Vorstand. Auf der zweiten

Management-Ebene bestehen zahlreiche Arbeitskreise

(siehe S. 57 unten).

TAGUNGEN UND PROJEKTE

Auf österreichischer Ebene kommt die Branche mit Teilen der

Wertschöpfungskette jährlich in Graz zusammen – auf

der Paper & Biorefinery Conference. Co-Veranstalter dieser

Fachtagung mit Vorträgen und einer Ausstellung ist das Institut

für Papier-, Zellstoff- und Fasertechnik (IPZ) der TU Graz. Auf

europäischer Ebene trifft sich die Papierindustrie jedes Jahr im

Herbst zur Paper & Beyond Conference in Brüssel. Um Jugendliche

mit den Themen Papier und Arbeitsplatz Papierfabrik zu erreichen,

unterstützt Austropapier die Initiative papiermachtschule,

zu der sich Pädagogen in mehreren Bundesländern vernetzt

haben. Die Vereinigung setzt sich außerdem für die europäischen

Kampagnen Two Sides und Print Power ein.

58


MITARBEITER

GESCHÄFTSFÜHRUNG

MITARBEITER

TECHNISCHE THEMEN

Gabriele Herzog Geschäftsführerin Ich leite die Austropapier

und bin verantwortlich für Organisation, Personal, Finanzen

und Verwaltung sowie das Service meines Teams für unsere

Mitglieder. In der Interessenvertretung arbeite ich eng mit lokalen

und internationalen Organisationen, wie dem Verband

der Europäischen Papierindustrie (CEPI) in Brüssel, zusammen.

Kathrin Höfferer Referentin für Umwelt- und Energiepolitik und

Geschäftsführerin der ÖZEPA Meine Hauptaufgabe ist es, unsere

Mitglieder über Klima- und Energiepolitik zu informieren und sie

zu vertreten. Momentan beschäftige ich mich mit Lösungen für

die Wasser- und Luftreinhaltung. Dafür sind Kontakte auf europäischer

Ebene und zu den Ministerien in Österreich sehr wichtig.

Werner Auracher Geschäftsführer des Fachverbandes der Papierindustrie

Einmal im Jahr stehen für mich die Kollektivvertragsverhandlungen

mit den Gewerkschaften im Mittelpunkt.

Darüber hinaus bin ich mit arbeitsrechtlichen Beratungen sowie

Aus- und Weiterbildung, vor allem in unserem Ausbildungszentrum

Steyrermühl, befasst.

Renate Kepplinger Referentin für Energie, Forschung & Entwicklung

Energie, vor allem Strom, ist ein großer Kostenfaktor und

deshalb in der Interessenvertretung besonders wichtig. 2019

haben wir uns aktiv ins neue Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz

und ins Energieeffizienzgesetz eingebracht. Außerdem betreue

ich aktuell fünf Forschungsprojekte.

*

Ulrike Jelinek Assistenz Geschäftsführung Ich unterstütze die

Geschäftsführung der Austropapier und des Fachverbandes bei

*

Birgit Krista Referentin für Umwelt Ich unterstütze unsere

Mitgliedsunternehmen schwerpunktmäßig in Umweltfragen,

organisatorischen und administrativen Arbeiten. Außerdem bin

zuletzt bei der Umsetzung des Ökostrom- und des Abfallwirt-

ich zuständig für den Zahlungsverkehr, arbeite in der externen

schaftsgesetzes. Derzeit geht es um die Reform des EU-Emis-

Buchhaltung mit und führe die Personalunterlagen für unsere

sionshandels (ETS), die Lebensmittelsicherheit und das Ein-

Organisationen.

wegplastikverbot.

MITARBEITER

INFORMATION

*

Julia Löwenstein Referentin für Öffentlichkeitsarbeit Wir arbeiten

gerade an einer neuen Content-Plattform zu den verschiedenen

Themen der Papierindustrie. Außerdem kümmere

ich mich um die Paper & Biorefinery Conference, die heuer im

Herbst stattfindet, und das Projekt papiermachtschule.

*

Theresa Bernhart Assistenz der ÖZEPA Ich organisiere die laufenden

Ausschusssitzungen und Arbeitskreise der ÖZEPA. Für

Jahresabschlussarbeiten und vereinsrechtliche Prüfungen bereite

ich alle Unterlagen vor. Außerdem bin ich für unsere 250

Mitglieder Ansprechpartnerin in allen Belangen.

Yvonne Linhart Referentin für Energie

in Karenz

*

Patrick Mader Referent für Wirtschaft & Datenservice Eines

meiner Projekte war dieser Branchenbericht. Danach kümmere

ich mich wieder um Daten und Fakten, die ich auch brauche,

um Anfragen von Journalisten, Studenten, Händlern und anderen

zu beantworten. Ich halte den Kontakt zur Print-Kette

und manage die Nachhaltigkeitskampagne Two Sides.

Elisabeth Kodys Assistenz Statistik Ich betreue unsere Statistik

und die IT. Zuletzt war ich mit der Netzwerksicherheit und

der Begleitung bei der Erneuerung der gesamten EDV befasst.

Außerdem versorge ich alle mit den benötigten Daten. Selbstverständlich

beachte ich dabei den Datenschutz.

Nina Kainz Assistenz für Öffentlichkeitsarbeit Ich kümmere

mich um Sitzungen, die Presseaussendungen, den Druck von

Broschüren und unsere Adressdatenbank. Sollten Sie in unseren

Newslettern Werbung schalten wollen, bin ich die richtige

Ansprechpartnerin. (In Mutterschutz bis September.)

MITARBEITER

ROHSTOFFE

Hans Grieshofer Referent für Rohstoffe und Logistik Unsere wichtigsten

Rohstoffe sind Holz und Altpapier. Hier geht es vor allem

um Versorgungssicherheit, Logistik und Transporte. Besonders

wichtig sind mir der Kontakt zur Wertschöpfungskette Forst-Holz-

Papier und die Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen wie der

Holzbilanz.

Veit Heigenhauser Referent für Zertifizierung Der Nachweis, dass

Holz aus zertifizierter, verantwortungsvoller und legaler Waldwirtschaft

stammt, ist für unsere Mitglieder äußerst wichtig. Ich

unterstütze die weiterverarbeitenden Unternehmen bei der Zertifizierung

und den Audits sowie die Zertifizierungsorganisationen

bei der Weiterentwicklung der Systeme und Standards.

Redzep Ismael Backoffice Ich erledige Botengänge und kleinere

handwerkliche Arbeiten. Außerdem kümmere ich mich darum,

dass in unserem Büro und bei Sitzungen alles rundläuft.

Besonders wichtig ist es mir, dass sich Gäste bei uns wohlfühlen,

zum Beispiel, wenn ich meinen Spezialkaffee serviere.

Karin Schultmeyer Assistenz Geschäftsführung und Rohstoffe Im

Bereich Rohstoffe und Zertifizierung sind zahlreiche Sitzungen

und Statistiken zu organisieren und vorzubereiten sowie Weiterverrechnungen

vorzunehmen. In meinen Zuständigkeitsbereich

fallen auch Büroorganisation und Verwaltung. Es ist mir ein großes

Anliegen, dass immer alles reibungslos funktioniert.

* arbeitet Teilzeit

59


Branchenbericht | Austropapier Branchenbericht 2019]20

Berichtsprofil – Dieser Bericht enthält Informationen und Indikatoren zur Darstellung wesentlicher Aktivitäten und Leistungen der

Österreichischen Papierindustrie. Der vorliegende Bericht wurde im März 2020 verfasst und betrifft das Jahr 2019 sowie den Jahresbeginn

2020. Die Nachhaltigkeitsberichte seit 2007 und weitere Informationen über die Branche stehen als Downloads auf der Website

zur Verfügung: www.austropapier.at/MediaCenter/Downloads.

Umfang – Der Bericht dokumentiert die Leistungen und Kennzahlen der Austropapier-Mitgliedsunternehmen. Mit eingeschlossen

sind jene Unternehmen, die international agierenden Papierunternehmen zugehören, wobei ausschließlich deren Geschäftstätigkeit

am Standort Österreich berücksichtigt wird. Am Schluss stellt die Branchenvertretung ihre Aktivitäten kurz vor.

PAPIER

Für diesen Branchenbericht haben wir unterschiedliche

Papiere verwendet. Wir bedanken uns bei unseren

Mitgliedern für die Beistellung der Papiersorten. Für die

Herstellung der Papiere wurde ausschließlich Zellstoff

aus nachweisbaren Quellen (PEFC oder FSC) benutzt.

Alle Papiersorten wurden in Österreich hergestellt.

Deckel

Umschlag

Teil 1 + 2

(Branche)

Teil 3

(Themen)

Teil 4

(Statistik)

Trenner:

Kuvertbox

Begleitbrief

NEWSLETTER

Papierindustrie aktuell

Der Newsletter für

papierinteressierte Leser

Hartpappe Schwarz 1.000 g

Merckens, Fibre Board black

Wellpappepapier 275 g

SK Nettingsdorf, Kraftliner braun

Magazinpapier 90 g

Norske Skog Bruck, NorCote Silk

Recyclingpapier 100 g

Lenzing Papier, Impact Pure

Dünnpapier 60 g

Delfort, Thinbook

Naturpapier 120 g

Mondi, Pergraphica

Faltschachtelkarton 400 g

Mayr-Melnhof Karton, Excellent Top

Feinpapier 200 g

Sappi, MagnoSatin

kommt alle zwei

Monate kostenfrei in

Ihr Mail-Postfach.

liefert Neuigkeiten aus

der Papierindustrie –

Spannendes und

Wissenswertes.

Über 2.000 Experten der

österreichischen Papierwirtschaft sind

schon dabei! Anmeldung per Mail an:

nina.kainz@austropapier.at

IMPRESSUM

Herausgeber & Austropapier – Vereinigung der Österreichischen

Medieninhaber Papierindustrie, Haus der Österreichischen

Papierindustrie, Gumpendorfer Straße 6, 1060 Wien

Geschäftsführung DI Gabriele Herzog

Redaktion

Mag. Patrick Mader (Koordination)

Dr. Werner Auracher, DI Hans Grieshofer,

Veit Heigenhauser, DI Kathrin Höfferer,

DI Renate Kepplinger, Mag. Birgit Krista,

Mag. Julia Löwenstein

Statistik

Elisabeth Kodys, Karin Schultmeyer

(kommerzielle Verwendung der Tabellen

nur nach Freigabe durch Austropapier)

Assistenz

Nina Kainz

Preis BB

Inland € 10,–, Ausland € 12,– (Preis exkl. 10 % Mwst.)

P.b.b. Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt

1060 Wien, Zulassungsnummer 02Z034276M

ISSN 1011–0186

Konzept & Design meierc grafik|design (2120 Obersdorf)

Illustration Alfons Theininger

Lektorat

Dr. Margret Haider (dt), Claus Westermayer (en)

Produktion Gugler* print (3390 Melk/Donau), im

Offset-Verfahren gedruckt, Deckel Siebdruck

Die im Text vorkommenden männlichen Formen

schließen natürlich auch Frauen mit ein.

LINKS

www.austropapier.at

Austropapier, Fachverband, ÖZEPA, Schulverein

www.abz.austropapier.at Ausbildungszentrum der Österr. Papierindustrie

www.forstholzpapier.at Kooperationsplattform Forst Holz Papier

www.pefc.at

Holzzertifizierungssystem

www.papiermuseum.at Österreichisches Papiermachermuseum

www.printpower.eu

Europäische Papier- und Druckkampagne

www.twosides.at

Europäische Papiernachhaltigkeitskampagne

www.cepi.org

Confederation of European Paper Industries

www.paperrecovery.org European Recovered Paper Council

www.unfoldthefuture.eu CEPI 2050 Roadmap

www.papiermachtschule.at Papierberufe (für Schüler)

www.papierundmehr.at Geschichten der Papierindustrie (startet 2020)

www.twitter.com/austropapier Die Tweets der Österr. Papierindustrie

www.facebook.com

Facebook-Plattform der Österreichischen

/paperdimension

Papierindustrie für Papierliebhaber

Die Internetadressen der Zellstoff- und Papierfabriken

finden Sie auf Seite 8 dieses Berichts.

60


Ja, und vieles, was daraus

gemacht wird, brauche ich

tatsächlich täglich.

Eigentlich interessant,

wie das alles so

zusammenhängt.

61


www.austropapier.at

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