VERITAS - Das Genussmagazin - Ausgabe 29/2020

oberkircher
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Kundenmagazin der Oberkircher Winzer

DAS GENUSSMAGAZIN

29 // 2020

Traumauto

Oldtimer forever

Schmeckt

super

Käse & Wein

Wein trifft ins Herz

Asiatische Küche

Die Kolumne von

Vincenzo De Biase

Europa-Park-Sommelier

Titelthema

WEINRADTOUREN

ABGEFAHRENE AUGENBLICKE & EINKEHRMÖGLICHKEITEN

DAS KUNDENMAGAZIN DER OBERKIRCHER WINZER

veritas-genuss.de


SAGENHAFTE, AUSGEZEICHNETE

WEINE AUS KAPPELRODECK

Mehr über

ausgezeichnete Weine

und unsere sagenhafte

Geschichte unter:

www.dasenstein.de

DAS GROSSE

GEWÄCHS

Großes Gewächs, das ist ein individueller Spitzenwein

in limitierter Flaschenzahl, der seine Herkunft und sein

Terroir zeigt. Die bewusst schonende und bedachte

Vinifizierung erfolgt teilweise als Spontangärung,

um die Mikroflora der Kleinparzelle im Wein wirken

zu lassen. Das gibt ihm Zeit „zu werden“ und das Besondere

seiner Herkunft als Botschafter zu transportieren.

Winzerkeller Hex vom Dasenstein

Burgunderplatz 1 | 77876 Kappelrodeck / Baden | Tel. +49 7842 9938 - 0 | Fax +49 7842 9938 - 38 | info@dasenstein.de

/hexvomdasenstein | www.dasenstein.de


Liebe Weinfreundin,

lieber Weinfreund!

Dieses Mal nehmen wir Sie mit ins schöne

Rench- und Achertal und zeigen Ihnen

vom Radsattel aus die Weinberge, die Obstgärten, unsere

Hausburg, den Schwarzwald und vieles mehr. Und wir

kehren ein. Der Badische Weinradweg führt zwar durchs

Rheintal und macht mal einen Schlenker nach links und

rechts, aber er führt an unserer Region vorbei. Das war

für uns der Anlass, drei verschiedene Radtouren zu unternehmen

(Seite 8). Was lernen wir daraus? Unterwegs sein

macht Spaß, ist schön, verzaubert durch viele Augenblicke

und Momente (das Licht, die Farben, die Luft …) und tut einfach

gut. Unser Renchtal hat als Vollversion der Genüsse

eine Menge zu bieten, nicht nur vom Fahrradsattel aus gesehen.

Ein prima Fahrgefühl erlebt auch Weinland-Baden

Vertriebsleiter Dirk Arntz (Seite 12), der bestimmt – früher

oder später – mit seinem Oldtimer das Renchtal hinaufpesen

und eine Landschaft „wie in Italien“ entdecken wird. La

Dolce Vita eben. So heißt nicht nur eine wunderbare Eis-

diele in Zusenhofen auf unserer Familientour, sondern

könnte auch das Motto für diese VERITAS-Ausgabe sein.

In unserer Leibspeise (Seite 14) stellen wir ein kleines Geschäft

mit Gastronomie in Oberkirch vor, das mit seinen

Köstlichkeiten wie gemacht ist für unseren neuen Roten.

PinoPrimo heißt dieser Tropfen im italienischen Stil. Wir

sind sehr gespannt, wie er Ihnen zur italienischen Salami

oder zum Schwarzwälder Schinken schmecken wird. Als

Gegenprogramm spürt unser Lieblingssommelier Vincenzo

de Biase (Seite 19) den Aromen Asiens nach und sucht dafür

die passenden Tropfen. Hat er sie in unserem Haus gefunden?

Ja, auch hier können wir gastronomisch liefern! Wie

Sie sehen, ist die Welt ganz schön klein geworden, zu Sushi

passen heimische Weißweine und ein nach Italien schmeckender

Wein kann auch aus Oberkirch kommen. Wie sagt

es Sommelier Vincenzo De Biase immer wieder? Probieren

Sie! Wir wünschen Ihnen mit dieser Ausgabe ganz viele

Inspirationen für Speis und Trank, für Picknick und Wald-

speck oder einen Ausflug. Noch ein Hinweis zum Schluss.

Auf Seite 22 haben wir eine Umfrage für Sie. Schauen

Sie mal rein und vorbei, ins Heft und in unsere Region!

Wir wünschen Ihnen einen schönen Herbst!

Herzlichst

Ihr VERITAS-Team

VORWORT

Wie in Bella Italia! Jigal Fichtner fotografiert Natascha und Roberto am

Originalschauplatz der Leibspeise, ihrem Spezialitäten- und Feinkostgeschäft

„Lui e Lei“ in Oberkirch.

INHALT

In Wahrheit schön »SEITE 6

Titelgeschichte »SEITE 8

Oldtimer »SEITE 12

Leibspeise »SEITE 14

Genussseminar »SEITE 16

Gut badisch »SEITE 18

Kolumne »SEITE 19

Weinbekenntnisse »SEITE 20

Gewinnspiel »SEITE 21

Termine & Umfrage »SEITE 22

Unterhaltung »SEITE 23

Titelbild: Jigal Fichtner – herrfichtner.de

IMPRESSUM:

Herausgeber: Oberkircher Winzer eG I Postanschrift Redaktion: YUPANQUI, Hauptstraße 57, 77652 Offenburg I Chefredakteur (v. i. S. d. P.): Rafael Yupanqui

Redaktion: Pascal Cames I Artdirektion: Luisa Engel I Fotos: Jigal Fichtner, Oberkircher Winzer eG, Renchtal Tourismus GmbH I Anzeigenleitung: Martin Benz

Produktion: YUPANQUI GmbH, Offenburg I Druck: Klaus A. Sturn, Grafik – Satz – Druck, Südring 6, 77704 Oberkirch I Auflage: 24.000

Bei dieser Ausgabe haben mitgewirkt: Markus Ell, Martin Benz, Rafael Yupanqui, Luisa Engel, Pascal Cames, Jigal Fichtner

VERITAS im Abo: Heftbestellung Tel. 07802 - 9 25 80


Genuss im

HERBST

Heiß, heißer, noch heißer. Es ist Herbst und wer einen Holzofen hat, kann sich

glücklich schätzen. Zwiebelkuchen, Flammkuchen und Dinnele sind dann der

Renner. Was fehlt? Ein Neuer Süßer! So schmeckt der Herbst in Baden!


IN WAHRHEIT SCHÖN

»Für Regentage

ideal«

HEIMATMUSEUM

Kleine Stadt mit großer Geschichte:

Oberkirch wurde wie Freiburg

von den Zähringern gegründet und

gehörte lange Zeit zu Straßburg. Die

wechselhafte Geschichte hat vieles

hinterlassen, wie zum Beispiel die

stolze Schauenburg oder das ehemalige

Rathaus, das 1802 noch unter

Straßburger Herrschaft gebaut wurde.

In diesem Prachtbau liegt der wahre

Schatz der Stadt. Ausgestellt sind:

Stadt- und Burgmodelle, historische

Uniformen, Trachten, Möbel, Artefakte zum Weinbau und

vieles mehr. Natürlich sind Grimmelshausen mehrere Räume

gewidmet. Er war Burgvogt und Schriftsteller.

Heimat- und Grimmelshausenmuseum, Hauptstraße 32,

77704 Oberkirch, Tel. 07802 82-109/-380, Eintritt frei,

www.oberkirch.de/de/freizeit/kultur/heimatmuseum

»Fürs Essen

gemacht«

CHUTNEY

Salzig und süß? Das passt wunderbar, wie man aus der

badischen Küche weiß. Denn: Was wäre ein Rehbraten ohne

Preiselbeermarmelade? Er wäre nur halb so gut! Das Prinzip,

dass Süßes in Maßen zu Fleisch, Reis, Soßen und Salaten gut

kommt, wissen auch die Inder – und die hiesigen Köche. Von

Jürgen Frey aus Willstätt stammen die Chutney-Kombina-

tionen Aprikose-Ingwer, Dattel-Sesam-Honig und Mango-

Peperoni. Was macht man damit? Indisch kochen oder es

mal badisch-indisch probieren oder

sonst wie kulinarisch eine großartige

Expedition wagen.

Chutney (190 g) von Jürgen Frey,

6 Euro, erhältlich über Feste vom

Feinsten, Im Lossenfeld 7,

77731 Willstätt-Sand

info@feste-vom-feinsten.de

www.feste-vom-feinsten.de

»Auf den Leib

geschrieben«

T-SHIRT

Work-Life-Balance? Dieser Begriff geistert schon eine Weile

durch die Welt, kurz gesagt will man weniger arbeiten bei

vollem Lohnausgleich. Aber

eigentlich ist etwas anderes

gemeint. Die Balance! Dafür

braucht’s nicht viel: Freunde,

gutes Essen, ein Glas Wein,

reicht schon! Denn: Ohne Wein

geht’s nid! Wein schmeckt, entspannt

und macht gesellig. Mit

einem WINE-LIFE-BALANCE-

T-Shirt ist also alles gesagt.

Wer es trägt, versteht zu leben. Auch Shirts mit dem Aufdruck

„IN VINO VERITAS IN AQUA IGITTIGITT“ und „ZU

VINO SAG ICH NIE NO“ vermitteln echte Wahrheiten.

Wine-Life-Balance-T-Shirt und andere Motive, ab 23 Euro,

erhältlich unter: www.weinspirits.com

»Wunderbar

zum Essen«

LAGREIN

Auch wenn der Name an Frankreich denken

lässt, ist der granatrote Lagrein eine

Südtiroler Rebe, die dort auf hitziger Lage

wächst. Solch ein Terroir hat auch das

Renchtal zu bieten und somit war es nur

eine Frage der Zeit, bis diese tanninreiche

Traube auch im Badischen heimisch wird.

Wie in Südtirol auch, wird der Oberkircher

Lagrein im Barrique ausgebaut und

kann gut und gerne lange gelagert werden.

Der kräftige Wein überrascht mit seinen

feinen Aromen von dunklen Früchten

und passt wunderbar zu Wildgerichten.

Das ist ein Wein für Entdecker und

Feinschmecker! Vinum Nobile, Lagrein,

Qualitätswein, 2018, 13,5 Vol.-% Alkohol

www.oberkircher-winzer.de

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»La Dolce Vita auf Badisch!«

GENIESSE DEN MOMENT. MIT PINOPRIMO SPRECHEN DIE OBERKIRCHER

WINZER DIE FREUNDE DER ITALIENISCHEN LEBENSART AN.

EIN ROTWEIN FÜR MEDITERRANE UND HEIMISCHE SPEISEN. PRIMA!

Können Badener Rotwein? Natürlich, die hiesigen Spätburgunder

sind klasse und haben Klasse. Der Spätburgunder,

international als Pinot Noir bekannt, hat erwiesenermaßen

ein enormes Potenzial. Allerdings haben Italien-Fans beim

Thema „Rotwein aus Baden“ oft was zu mäkeln. Sie wünschen

sich die hiesigen Rotweine roter, dunkler, tiefgründiger,

stärker bzw. richtig kräftig, immer verbunden mit dem

Wunsch, dass dieser Rote süffig ist. Wenn Freunde kommen

oder „la famiglia“ am Tisch sitzt, dann soll so ein „vino rosso“

der Wein der Stunde(n) sein. Gibt’s nicht? Gibt’s doch: bei den

Oberkircher Winzern.

mischen, hat im Süden Tradition, aber

nicht im Badischen, wo man Sortenreinheit

vorzieht. Der italienische Weg hat seine

Gründe: Manche Rebsorten bringen die

Aromen und machen die Komplexität des

Weines aus, andere bringen die Farbe bzw.

die Lagerfähigkeit. Werden verschiedene

Aromen und Weinstile verbunden, dann

entsteht etwas Neues. Das Ganze ist mehr

als die Summe seiner Teile, so lautet die

Absicht dahinter.

PinoPrimo heißt die von Kellermeister Thomas Hirt geschaffene

Cuvée, deren Trauben von verschiedenen Rebsorten

stammen und mehrere Weinstile vereint. Wie es der Name

schon andeutet, ist die rote Pinot-Traube ein Bestandteil

dieser Cuvée. Über die anderen Rebsorten wird nichts verraten,

nur so viel: Auch Oberkirch hat seine hitzigen Lagen,

genauso wie Italien. Viele Weinsorten zu einem zu Wein

La Dolce Vita aus Prinzip

PinoPrimo hat das Zeug dazu, heimisch zu werden. Er passt

wie die Faust aufs Auge zur manchmal mediterranen Landschaft,

den schmucken Dörfern und natürlich zur geselligen

Lebensart, verbunden mit dem Wunsch, gut zu essen und zu

trinken. Das Prinzip La Dolce Vita wird auch im Badischen

verstanden. Dieser Rote will geteilt werden! Die Freunde

klingeln oder Geschwister und Eltern kommen zu Besuch,

also werden Speck, Wurst und Käse aufgetischt und die

Gläser mit einem tiefroten PinoPrimo gefüllt. Ihr wart in

Italien? „Fast“, könnten die Gastgeber sagen und dann die

Geschichte erzählen von den Weinmachern, wie sie Italien

suchten und ihr Italien in den eigenen Reben fanden. Für

diesen Roten wurde das Motto „Genieße den Moment“

gewählt. Passt!

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TITELGESCHICHTE

Kommt Zeit, kommt Rad,

kommt Genuss

Strecke machen, Berge erklimmen, Luft holen – und immer

wieder einkehren. Rench- und Achertal haben zwischen Wein

und Wald bekanntlich viel zu bieten. Nicht nur für Wanderer,

sondern auch für Pedalisten liegt hier ein kleines Paradies. Da

der neu installierte, 460 Kilometer lange Badische Weinradweg

Oberkirch links liegen lässt, haben wir drei Touren für Sie

geplant und zum Download ins Netz gestellt. Mountainbiker,

Rennradler und alle, die den Tag entspannt in den Feierabend

ausrollen wollen, werden sich freuen. Da ist für jeden was dabei!

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Genussvoll

einkehren

mit Martin Benz

Martin Benz ist als Wanderer und Mountainbiker ein echter

Insider im Renchtal. Er hat die Alpen schon „in alle Richtungen“

überquert und dieses Jahr in fünf Tagen den Großvenediger

umrundet. „Ohne E!“ Seine Tour um Oberkirch

nennt er „Genusstour“ – aus gutem Grund. Fünfmal einkehren

und ein Schnapsbrunnen sind ein Wort. Würde man

überall nur ein Viertele schlotzen, käme man wahrscheinlich

irgendwo anders an, nur nicht dort, wo man hinwill.

Die Tour startet an der Oberkircher Winzer eG, seinem

Arbeitsplatz, und führt zunächst nach Tiergarten in die

Weinberge und dann wird’s schon steil. Oben an der Fatima-

Kapelle hat man eine wunderbare Aussicht in die Rheinebene,

nach Straßburg und ins Renchtal hinein. Hungrig,

durstig? Na, dann in die Pedale treten, den Schnapsbrunnen

links liegen lassen (oder doch nicht?) und im Berggasthaus

„Zur Einkehr“ auf dem Bergsattel zwischen Renchund

Achertal einkehren.

Weiter geht’s! Durch die Kastanienwälder radeln macht

Freude, die nächste Bergvesperstube „Zum Fiesemichel“

ist in Sichtweite. Bald kommen das wenig bekannte Husarendenkmal

Schwalbenstein und dann das „Denkmal“, das

jeder kennt. Die vor fast 1.000 Jahren (!) erbaute Schauenburg

bewachte in alter Zeit das Tal, heute ist sie der

Platz für einen Panoramablick vom Feinsten auf Oberkirch.

Logisch, auch hier kann man einkehren. Weiter unten hat

es im „Gaisbacher Hof“ eine schöne Gartenwirtschaft und

in der Besenwirtschaft „Moschtkeller“ gibt es Dinnele aus

dem Holzofen. Knusprig! „Eine Genusstour eben“, sagt Martin

Benz zu dieser 20 Kilometer langen Runde. Ein bisschen

extravagant ist sie aber doch, so viel Einkehrschwung zu

Essen und Wein auf nur wenigen Kilometern gibt es selten.

Martin Benz (51)

ist Leiter Direktvertrieb und Marketing

der Oberkircher Winzer eG.

Sein Lieblingsplatz auf dieser Tour

ist der Aussichtsplatz bei der

Fatima-Kapelle.

Hier die Tour von

Martin Benz auf

Komoot ansehen!

MTB-Tour

20 km

570 hm

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TITELGESCHICHTE

Den Fahrtwind genießen mit Jana Benz

Jana Benz (26) arbeitet im Verkaufsbüro der Oberkircher Winzer.

Ihr Lieblingsplatz bei dieser Tour ist der Fahrradsattel und danach die Eisdiele in Oberkirch.

Jana Benz stammt aus dem schönen Ortenberg. Seit sie bei

den Oberkircher Winzern arbeitet, ist sie noch näher dran

am Gebirge und „ein Fan vom Schwarzwald“ geworden.

In den schwarzen Wäldern fährt sie Mountainbike oder mit

dem Fuji-Rennrad eine Berg-und-Tal-Tour. Nach einem idyllischen

Auftakt auf der Badischen Weinstraße geht’s schon

in Ringelbach in Kurven steil bergauf. Happig! Danach geht’s

wieder runter, zunächst durch den Wald, dann mit Blick auf

die Reben im Achertal.

In Kappelrodeck radelt sie am Winzerkeller Hex vom

Dasenstein vorbei und kurz darauf heißt es wieder kräftig

pedalieren. Es geht wieder bergauf. Klar, sie könnte in

Kappelrodeck ein Eis essen, aber sie ist ja gerade warm

geworden. „Wenn man mit dem Rennrad unterwegs ist,

will man nicht immer absteigen“, sagt sie. Hier braucht’s

definitiv ein „bisschen Kondition“. Sie weiß, wovon sie

spricht, nur damit klappt’s, denn jetzt kommen ein paar

Hundert Höhenmeter auf sie zu.

Über Furschenbach und Ottenhöfen geht es vorbei an

einer alten Mühle hoch zur Klosterruine Allerheiligen. Diese

könnte sie anschauen, genauso wie den wirklich spektakulären

Wasserfall. Ein andermal! Nonstop fährt sie weiter den

Buckel runter. Die Luft kühlt, der Fahrtwind ist super. Kurz

darauf – die Zeit vergeht wie im Flug – hat sie die Lautenbacher

Wallfahrtskirche Mariä Krönung (erbaut 1471) vor

sich und bald die Oberkircher Reben. Im Tal ist es ein paar

Grad wärmer als oben auf fast 700 Meter Höhe.

Am liebsten steigt Jana Benz frühmorgens auf ihr Rennrad,

wenn es noch angenehm kühl ist. Apropos kühl. In Oberkirch

angekommen, steuert sie die Eisdiele „Dolce Vita“ an.

Da sie oft mit Freunden oder Kollegen fährt, sitzt sie da

gerne noch ein Weilchen.

Rennrad-Tour

42 km

800 hm

Hier die Tour von

Jana Benz auf

Komoot ansehen!

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Den Feierabend

genießen

mit Markus Ell

Markus Ell (45) ist der Geschäftsführende Vorstand der

Oberkircher Winzer, sein Lieblingsplatz auf dieser Tour

ist die Fischtreppe am Müllener Wehr am Renchdamm.

Auch wenn einer „eigentlich Läufer“ ist, heißt das noch lange

nicht, dass er nicht auch mal auf dem Fahrradsattel sitzt. Für

Markus Ell, den man auch als Wanderer und Skiläufer kennt,

bringt das Fahrrad viele Vorteile. Strecke machen, Landschaft

erleben, einkehren und „da kann man Luft tanken“.

Und: „Mit dem Rad kann man mit jemand anderem etwas gemeinsam

machen, auch wenn der Leistungsstand nicht der

gleiche ist.“ Wie zum Beispiel mit seinem Sohn John (9). Die

Vater-und-Sohn-Tour bzw. Familientour (manchmal radelt

auch die Gattin mit) hat alles, um fürs Renchtal zu begeistern.

Sie hat kaum Höhenmeter, die Länge ist auch passabel,

die Aussicht ist toll und die Wege (Rad- und Feldwege,

Straßen, Renchdamm) sind abwechslungsreich. Auch ein

paar Einkehrmöglichkeiten liegen auf dem Weg.

Hier die Tour von

Markus Ell auf

Komoot ansehen!

Zunächst geht’s gemütlich das Renchtal runter, und zwar am

Fuße der Weinberge nach Tiergarten und weiter nach Haslach

und dort auf die Terrasse des „Jägerstüble“, wo’s Schnitzel,

Pfännchen und Flammkuchen hat. Falls das Stüble geschlossen

hat, ist der Biergarten der „Brauerei Bauhöfer“ eine

gute Alternative. Auch Winzer mögen Bier. Hier wie dort

schmeckt das Schnitzel. Oder falls die mal Ruhetag haben,

dann wird ein Schlenker nach Erlach gemacht ins Restaurant

„Drei Könige“. Verfahren kann man sich nicht, denn Oberkirch

ist ausgeschildert, und wenn man an der Fischtreppe

auf den Renchdamm fährt, kommt man so oder so wieder

zurück. Aber halt, etwas fehlt doch! Das ist der Nachtisch,

und zwar ein Eis in der Eisdiele „Dolce Vita“. Hervorragend

findet Markus Ell die Eiskreationen dort. Ja, das Leben ist

süß, wie man später auch an den Obstwiesen im Tal sieht,

die, vom Renchdamm aus gesehen, ein wunderschönes Bild

ergeben, genauso wie die Weinberge.

Familien-Tour

19 km

120 hm

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OLDTIMER

12

Foto: Theodor Vasile / unsplash.com


Alte Träume rosten nicht

OLDTIMER: WEINLAND-BADEN-

VERTRIEBSLEITER DIRK ARNTZ FÄHRT

EINEN FORD MUSTANG BAUJAHR 1966

Wenn du’s jetzt nicht machst, dann machst

du’s nie!“, lautet eine Weisheit. Und es

ist etwas Wahres dran! Dirk Arntz (53)

stammt aus Hamburg und ist Vertriebsleiter

von Weinland Baden für den Norden und fährt im Jahr

60.000 Kilometer, um Kunden im Lebensmittelhandel zu

besuchen. In Sachen Wein ist er definitiv firm. Sein Berufsleben

begann er vor langer Zeit als Kfz-Mechaniker. Damals

kamen viele Oldtimer in die Werkstatt gerollt. Der eine ist

vernarrt in einen VW-Käfer made in Mexico, der andere

liebt den Citroën DS oder ist ein Fan von amerikanischen

Wagen. Jeder „Oldie“ hat was, findet Dirk Arntz. Für ihn

wurde ein Ford Mustang zum Traum.

Von diesem „Schlitten“ gibt es zig verschiedene Modelle,

legendär wurde das Modell, das von der Firma Shelby

American aus Kalifornien getunt wurde. Diese Modelle

gingen in den Rennsport oder in einer Hochleistungsversion

an Privatkunden. Da der Ford Mustang grundsätzlich

erfolgreich war, kam gleich nach dem Shelby eine

andere Variante in den Handel und dann wieder eine andere.

So blieb die Stückzahl der einzelnen Modelle doch

klein, zumindest, wenn man es mit einem VW Käfer

vergleicht. Dank Hollywood waren sie bald in aller Welt

bekannt. Clint Eastwood oder Michael Douglas sind

solche Schlitten bestimmt auch in Detroit, Chicago oder

San Francisco gefahren.

20 Jahre jung, begann Dirk Arntz auf einen dieser Boliden

zu sparen. Vergangenes Jahr war es dann so weit! Das Geld

war zusammen, aber nun hatte er seine Zweifel. Wirklich

kaufen? „Du hast nicht alle Tassen im Schrank“, sagten die

Frau und die Kinder. „Mach es!“ Damit waren alle Zweifel

weggewischt. Natürlich! Klar! Das „Objekt der Begierde“

stand in Phoenix, Arizona, und war ein Ford Mustang, Baujahr

1966. Eigentlich hätte er lieber einen 67er gehabt, Dirk

Arntz ist 1967 geboren, aber das spielte jetzt keine wirkliche

Rolle. Dieser Ford Mustang war ein Garagenwagen, was ein

ziemliches Glück ist, denn diese Autos sind sehr empfindlich,

was Rost angeht. Der rote Ford Mustang mit den

typischen Shelby-Streifen in Gold wurde über den großen

Teich geschippert und steht jetzt vor Wind und Regen

geschützt in einer Garage in Norddeutschland.

Der Bolide hat zwar seine 200 PS und kann wohl

185 Stundenkilometer schnell fahren (zumindest steht’s auf

dem Tacho), aber einem echten Liebhaber wie ihm geht es

um etwas ganz anderes – das Retro-Fahrgefühl natürlich.

In Norddeutschland hat er schon Ausfahrten unternommen,

aber der Schwarzwald und die Schwarzwaldhochstraße

stehen noch auf der Wunschliste. Mehrere Gründe

sprechen dafür: Weinland Baden sitzt in Freiburg, Oberkirch

liegt auf dem Weg und in Bühl gibt es einen Ersatzteilhändler.

So lässt sich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

Unter dem Namen Weinland Baden haben

sich acht badische Weinbetriebe zusammengeschlossen,

um sich in ganz Deutschland

besser vermarkten zu können. Der Kunde

hat nur einen Ansprechpartner, aber ein sehr

großes und qualitativ hochwertiges Sortiment.

www.weinland-baden.com

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LEIBSPEISE

14

Text: Pascal Cames Foto: Jigal Fichtner


Mit Liebe gemacht!

ITALIEN TRIFFT BADEN: NATASCHA MONCHO CALVENTE

UND ROBERTO GRECO UND IHR KLEINES LUI E LEI AM KIRCHPLATZ IN OBERKIRCH

Es war einmal. So fangen nicht nur Märchen an, sondern

auch wahre Geschichten. Es war vor fünf Jahren im Frühjahr,

als ein Süditaliener durch Oberkirch kurvte. Am etwas

engen Kirchplatz sah er zwei Dinge: ein geschlossenes Feinkostgeschäft

und eine Vespa. Der Besitzer musste also da

sein! Da Roberto Greco schon vieles gemacht und gelernt

hatte (unter anderem Barista), aber immer noch einen

Traum hatte – erraten, eine eigene Osteria mit Spezialitätengeschäft

– stoppte er seine Tour. Tonio, der Besitzer des kleinen

Feinkostgeschäftes, war tatsächlich da und schnell war

man sich einig. Robertos Frau Natascha Moncho Calvente

war auch begeistert. Nataschas und Robertos Traum war

nicht nur ein eigenes kleines Spezialitäten- und Feinkostgeschäft,

sondern auch, in Süddeutschland zu leben.

reines Hochdeutsch sprechen („Wir kommen aus dem

Norden, Region Hannover“), gibt es keine Vorbehalte,

wie man sie sonst manchmal gegenüber den Norddeutschen

so hat. Man könnte meinen, dass er und sie (lui e lei) schon

immer da waren – und mit ihnen auch ein Stück Bella Italia.

Vielleicht war besagte Stelle am Kirchplatz auch vom Schicksal

frei gehalten worden. Wo, wenn nicht hier, versteht man

das (italienische) Leben? Con amore!

Lui e Lei – DELIKAT ESSEN WIE IN ITALIEN

Kirchplatz 8 | 77704 Oberkirch

Tel. 07802 70 53 0 38 | info@luielei.de

www.luielei.de | luieleidelikat_essen

Natascha und Roberto sind Gastarbeiterkinder, die nicht nur

ihre Heimatsprachen und -küchen können, sondern auch

echte Macher sind. Beide haben sie die Kunst des guten

Lebens mit der Muttermilch aufgesogen. Nataschas Eltern

kommen aus Valencia (Spanien), das ist die Stadt, in der

die Paella erfunden wurde. Robertos Eltern stammen aus

Apulien, wo nicht nur die eigene Küche gefeiert wird,

sondern auch die Frische und Vielfalt der Speisen. Somit sind

sie bestens vorbereitet. „Wir haben schon mehr als 1.000

verschiedene Pastagerichte gemacht“, erzählt Roberto stolz.

„Con amore!“, mit Liebe, ruft eine weibliche Stimme aus

dem Off. Natascha steht in ihrer kleinen Küche und lacht

ein „Wahrscheinlich die kleinste Küche Badens“. Viel Platz

ist wirklich nicht, Olivenöl, Pfeffer und Salz, Zucchini,

Paprika und Zwiebeln nehmen schon die Hälfte ein. Es gibt

eine Arbeitsfläche, vier Kochplatten, ein paar Regale. Finito!

Aber damit lässt sich was zaubern. Jeden Tag gibt es ein

feines Nudelgericht und auf der Piazza es duftet nach Sugo

mit frischen Kräutern. Die beiden kochen immer frisch, immer

saisonal und verkaufen zudem Feinkost, beispielsweise

verschiedene Pestos, Crema mit Trüffeln, Pasta oder Risotto-

Reis. Auch italienische Wurst gibt es, die wie südlich der

Alpen in dünnem Wachspapier verpackt wird.

„Ohne die Oberkircher hätten wir es nicht geschafft“, erzählen

Natascha und Roberto von ihrem Neustart. Vom ersten

Tag an wurden sie gut aufgenommen. Obwohl sie so ein

Pasta alla Putanesca

ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN

1 Knoblauchzehe

40 g schwarze Oliven entsteint oder Taggiasche Oliven aus Ligurien

20 g Sardellenfilet in Öl

1 rote Chilischote

700 g Passata di Pomodorini (Tomatensugo)

4 Stiele glatte Petersilie

Ca. 400 g Spaghetti oder Tagliolini

Salz

5 EL Olivenöl

40 g Kapern

TIPP: Wir nehmen dafür

Zucker

Pfeffer

unsere frische Pasta ;-)

ZUBEREITUNG:

Nudeln in Salzwasser al dente kochen, etwas vom Kochwasser

aufheben. Kapern mit kaltem Wasser abspülen und grob hacken,

Knoblauch und Oliven fein schneiden, Petersilie fein hacken.

Knoblauch in Olivenöl anschwitzen, dann Kapern, Oliven, Chilischote

und Sardellen hinzugeben und auf niedriger Temperatur dünsten,

bis die Sardellen zerfallen. Sugo dazugeben und köcheln lassen,

bis er etwas eingedickt ist, 2–3 Löffel Nudelwasser hinzugeben,

umrühren, mit Pfeffer abschmecken. Spaghetti dazugeben, in Sauce

wenden. Falls gewünscht, die Sauce mit Nudelwasser flüssiger

machen. Mit Petersilie bestreuen und heiß servieren.

WEINEMPFEHLUNG: Oberkircher Winzer, PinoPrimo, 2018

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16

GENUSSSEMINAR


Alles vom Feinsten!

SPANNEND UND LECKER:

KÄSE- UND WEIN-DEGUSTATION IM VINOTORIUM

Ein Gläschen Sekt macht locker, erst recht, wenn’s

ein trockener mit einem Hauch Barrique ist.

„Vive la France“, lacht Nadine, eine Französin aus

Offenburg, die mit Freunden am Tisch klönt. Sie

und die anderen 60 Gäste sind gespannt, was das Genussseminar

Käse und Wein so bringt. Käse ist in Deutschland

kein großes Thema, glaubt sie, ganz anders in Frankreich ...

Marion Wolf, die in Sachen Käse durch den Abend führt,

sieht das anders. In ihrer Arbeitsstelle Decker’s Frische

Center in Oberkirch hat sie 180 Sorten Käse in der Vitrine.

„Mein Herz schlägt für Bergkäse“, verrät sie. Aber heute

schlägt das Herz ein bisschen schneller, ist es doch das

erste Mal, dass sie Weichkäse, Hartkäse und Münster öffentlich

präsentiert.

Auch Qualitätsmanager Frank Männle hat seinen Auftritt

und erklärt die Regeln, warum es zwei Gläser gibt und dass

sie auch Doppelproben durchführen werden. (So kann man

auch Käse mit Weinen probieren, die vielleicht nicht füreinander

gemacht sind, aber vielleicht doch schmecken ...)

Sieben Käse und Weine sind programmiert. Mit einem

würzigen Ziegenkäse aus Österreich geht’s los. Marion Wolf

berichtet von Fakten und Aromen. In diesem Fall Knoblauch

und Paprika. Am Tisch wird probiert und diskutiert. Der ist

cremig! Auch wird festgestellt, dass der Wein das typische

Ziegenaroma verstärkt und dieser Käse gar nicht so salzig

ist wie befürchtet. „Wenn er zu salzig ist, muss ich hinterher

ein Bier trinken“, sagt Nadine. Alle lachen.

So weit kommt’s nicht, auch wenn die von Frank Männle

geführte Tour in der Pause in einem ehemaligen Bierkeller

endet. Die Führung durch das Kellersystem mit seinen fast

1.000 Barriquefässern, der Sektproduktion und der Schatzkammer

wird natürlich mit einem guten Tropfen gekrönt.

Dann geht’s weiter: Auf den Tellern warten zweierlei Käse

und in den Gläsern ein roter und ein weißer Wein. Wahre

Schätze werden an diesem Abend eingeschenkt, seltene

Rieslinge, eine Chardonnay-Rarität und weitere Köstlich-

keiten mehr. Man hebt sein Glas ins Licht, riecht intensiv

hinein, denkt nach, sagt was und hebt vielsagend die Augenbrauen.

Prost! Die Gläser klirren, es wird geraunt, gelacht

und bei den Prozentzahlen von Fett in Trockenmasse

geächzt. 75 Prozent! „Von der Gabel auf die Hüfte“, lacht

Frank Männle. Trotz aller Geräusche wird es nie laut. Die

Akustik im Vinotorium ist genauso vom Feinsten wie die

Dinge im Glas und auf dem Teller.

Gibt es einen Lieblingskäse oder ein Lieblingsdoppel

bei den Gästen? Winzerin Ursula Friese schwärmt vom

St. André mit der viel besungenen Riesling-Auslese. Ihre

Kollegin Johanna Obrecht findet das Doppel Wilder Engel

mit Chardonnay super. Ihre Tochter Anne, die mal Weinprinzessin

werden will, geht’s genauso. „Zum Glück habe ich

noch fünf Flaschen im Keller“, freut sich Johanna Obrecht.

Damit ist sie ganz auf der Linie von Frank Männle und

Marion Wolf. „Man kann es sich daheim schön machen.

Einfach Gäste einladen. Unkomplizierter geht es nicht.“

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GUT BADISCH

STRAUSSE

*

Was fürchtet die Gastronomie, abgesehen

vom Coronavirus, am meisten?

Es sind nicht die Gäste mit Unverträglichkeiten,

Sonderwünschen und

Nachbestellungen („Die vegetarische

Pizza bitte mit Schinken“), sondern

die Besenwirtschaften, hier unter

„Strauße“ bekannt. Sie gehören zu Baden

wie die bunten Blätter im herbstlichen

Weinberg.

Strauße oder Straußi sind ein Phänomen

der Weinberge, ob in Württemberg

(Besenwirtschaft), Franken (Heckenwirtschaft)

oder Österreich (Buschenschenken).

Wenn sie geöffnet sind,

zeigen sie das mit einem Besen, Strauß

oder einem Busch mit bunten Bändeln

an. So sieht’s jeder! Die Seele jauchzt.

Strauße sind verpflichtet, den eigenen

Wein aufzutischen (bzw. Wein aus eigenen

Trauben) und dürfen keine Hochgastronomie

auffahren, was wirklich gut ist. Denn

so wie Mutti oder Oma kocht, schmeckt’s

doch am besten! Das Angebot

ist vielfältig: In der einen Strauße

ist der Zwiebelkuchen weltberühmt,

in der anderen sind’s

die Brägele (Bratkartoffeln), die

jeden guten Vorsatz auf eine

ausgewogene Ernährung wie

Butter in der Pfanne schmelzen

lassen. Da die Preise moderat

bis günstig sind und der Neue

Wein (Herbstpflicht!) süffig ist,

hat die normale Gastronomie

wirklich ein Problem. Aber:

Eine Strauße darf nur acht

Wochen aufhaben, jedoch nicht

am Stück. Meistens haben sie

im Frühjahr vier Wochen geöffnet

und im Herbst noch mal

für einen Monat. So bleibt’s

also beim „Lust auf Strauße,

aber gerade geschlossen“ bzw.

„Lust auf Strauße, aber alles

voll“. Hin und wieder klappt’s

doch und dann ist es wie immer,

was im Grunde saugut ist.

Wer in eine Strauße geht, will es ungefähr so:

Die Wirtin ist bärbeißig, die Tochter (Ex-Weinprinzessin)

ä bissel charmanter, der Vater rührt

brummelnd in den Bratkartoffeln oder schneidet

Speckstreifen, während Hofhund Leo irgendwo

im Schatten schnarcht. Die Gäste werden wie alte

Kumpels begrüßt und schneller als gedacht quetschen

sich fremde Leute in die Eckbank. Nach

ein, zwei Stunden (oder ein, zwei Flaschen Wein)

ist man sich dann nicht mehr so fremd, hat im

Gespräch gemeinsame Bekannte oder Interessen

entdeckt und freut sich schon aufs nächste Mal.

Über Strauße heißt es, dass sie durch einen Erlass

von Karl dem Großen (circa 747–814) entstanden

sind. Das klingt zu gut, um wahr zu sein.

Sicher ist, dass da, wo im Weinberg oder Weinkeller

geschafft wird, Hunger und Durst groß

sind. Da Wein alleine nicht schmeckt und so ein

Weinberg mehr hergibt als gedacht, mussten

sich die Winzer etwas einfallen lassen und haben

ihre Tore Gästen geöffnet. Wahrscheinlich

war es so …

* badische Aussprache

18


DIE WEINKOLUMNE

MIT VINCENZO DE BIASE

Wein

Lesen

W EIN TRIFFT INS HERZ

E ST 1973

Asiatische

Küche

Asiens Küche ist toll! Mich begeistern die Aromen von

Zitronengras, Kaffir-Limette, Ingwer, Koriander, Chili,

Kurkuma und anderen Gewürzen und natürlich Gerichte

aus dem Wok, zudem Sushi, Nasigoreng und Currys.

Da haben Zunge und Gaumen etwas zu schmecken!

Typischerweise trinkt man dazu Tees, Säfte oder Kokosmilch.

Wein und Bier sind heute aber üblich geworden,

weil Europäer es so wollen und die Menschen in Asien

auf den Geschmack gekommen sind. Ein guter Wein bereichert

das Essen und schafft Harmonie. Außerdem hat

man was zu probieren, was auch spannend ist.

Die Länderküchen sind sehr verschieden und darum

gibt es keine absolute Weinempfehlung wie etwa beim

Steak, zu dem ein kräftiger Rotwein immer passt. Die

japanische Küche schmeckt definitiv anders als die

chinesische, indische oder thailändische. Was ich aber

immer wieder in den Gerichten finde, ist Schärfe! Es

gibt sie süß, salzig, fruchtig und sehr scharf und heiß

wie die Hölle. Was kann da ein Sommelier machen?

Hier kann ich zwei Möglichkeiten anbieten: Entweder

Sie finden den passenden Wein oder Sie passen das

Gericht an den Wein an und mildern die Schärfe. Nicht

jeder Curry muss so scharf sein wie in Thailand und

Wasabi und Ingwer sind für Sushi auch nicht zwingend

vorgeschrieben. Da könnte dann sogar ein Weißburgunder

toll schmecken.

Häufig werden zu den scharfen Gerichten Weine mit

Restsüße empfohlen. Sehr gut! Wenn Sie einen gut

gekühlten lieblichen, halbtrockenen oder feinherben

Riesling wählen, bekommen Sie pikante Speisen in

den Griff. Dann haben Sie Harmonie. Hier gibt es Spielräume.

Wenn das Gericht sehr zitronig ist, dann rate

ich ab von einem Wein mit zu viel Säure. Sonst wird

alles sauer im Mund. Ist aber die Säure im Essen dezent,

dann darf der Wein auch Säure haben. Das ist wie Pingpong

im Mund. Was leider gar nicht geht, sind Rotweine,

außer für eine knusprige Ente, wo ein Spätburgunder

eine gute Wahl wäre. Für die Röstaromen ist das super,

aber kein Rotwein aus dem Barrique. Tannine würden

dieses Essen bitter machen.

Da die asiatische Küche nicht nur scharf ist, gibt es sehr

viele Ausnahmen. Für ein Essen mit markanten Erdnussaromen

kann ein Grauburgunder gut passen, zu Algen

vielleicht ein Glas Sauvignon blanc. Was als Regel immer

bleibt, ist: Das markanteste Aroma auf dem Teller bestimmt

den Wein, kräftige Aromen kommen mit einem

Wein mit kräftiger Säure und Süße in die Balance und

pikante Speisen gewinnen durch Weißweine mit Restsüße.

Da Speisen und Weine sehr verschieden sind, kann

ich Ihnen nur eines empfehlen: Probieren Sie!

Herzlichst

Ihr

VERITAS-Kolumnist Vincenzo De Biase stammt

aus der Basilicata in Süditalien und lebt und liebt

Wein. „Würde ich noch mal auf die Welt kommen,

würde ich es wieder machen“, sagt er über

seinen Beruf als Sommelier im Europa-Park.


WEINBEKENNTNISSE

»... die Sonne Badens im Glas.«

Nichts als Wahrheiten. VERITAS-Liebhaberinnen erzählen, was ihnen zum Wein schmeckt, und andere Bekenntnisse.

Name: Elke Ruf // Alter: 59 // Wohnort: Achern //

Leibspeise: Tafelspitz mit Meerrettichsoße //

Hobby: Wandern, Schwimmen und Lesen //

Lieblingsplatz: Karlsruher Grat, Brennte

Schrofen // Am Wein mag ich besonders:

… die ehrliche Handarbeit und die Sonne

Badens im Glas. // Wenn ich ein Glas zu viel

getrunken habe: ... dann wird es spaßig und

der Abend war schön.

Mein Traumpartner für ein Glas Wein:

Familie und Freunde

Name: Saskia Bleich // Alter: Ist das so wichtig? //

Wohnort: Mit ganzem Herzen in Kappelrodeck //

Leibspeise: Sauerbraten à la Mama //

Hobby: Mit meinen Söhnen Berge erklimmen //

Lieblingsplatz: Gipfelkreuze // Mein Traumpartner

für ein Glas Wein: Mein Lieblingsmensch: mein

Ehemann! // Wenn ich ein Glas zu viel getrunken

habe: … war der Anlass besonders schön.

Am Wein mag ich besonders:

… dass man sich dabei Zeit

nimmt zum Genießen.

Name: Manuela Epting // Alter: 46 //

Wohnort: Freudenstadt // Leibspeise: Bandnudeln

mit Lachs-Sahne-Soße // Hobby: Musik machen

mit meinem Mann, Wandern, Mountainbiken //

Lieblingsplatz: Die Hornisgrinde, und zwar zu jeder

Jahreszeit // Mein Traumpartner für ein Glas

Wein: Nette Gesellschaft // Am Wein mag ich

besonders: Für jede Gelegenheit gibt es den passenden

Wein oder Sekt – die Vielfalt ist klasse.

Wenn ich ein Glas zu

viel getrunken habe:

… wird’s lustig :-)

Name: Gunia Wassmer // Alter: 43 //

Wohnort: Oberkirch-Ödsbach //

Leibspeise: Badisches Dreierlei //

Hobby: Malen, Kochen, Reiten //

Lieblingsplatz: Draußen, ein schöner

Ort für ein Picknick im Grünen //

Am Wein mag ich besonders: ... dass er

eine einzigartige Kulturlandschaft formt //

Wenn ich ein Glas zu viel getrunken habe:

… dann war es ein wirklich guter Tropfen

Mein Traumpartner für ein Glas Wein:

Ein Glas mit Sti(e)l

20


Viel Glück!

TRINKEN & GEWINNEN

Schlemmermenü für zwei Personen

Gewinnen Sie ein Schlemmermenü für zwei Personen mit begleitenden Weinen

der Oberkircher Winzer im Landgasthof „Rebstock“ in Ottenhöfen.

FRAGE:

„Südtirol“

Wie heißt unsere Rotweinsorte, die

an einer Südtiroler Rebe wächst?

MITMACHEN BIS

28. 02. 2021

Zu gewinnen gibt es ein Schlemmermenü für zwei Personen mit begleitenden Weinen der Oberkircher Winzer

im Hotelrestaurant „Rebstock“ in Ottenhöfen. Und so geht’s: Einfach die Antwort auf unserer Facebook-Pinnwand

(www.facebook.com/oberkircherwinzereG) posten oder eine E-Mail an info@oberkircher-winzer.de senden.

Alternativ können Sie uns die Lösung auch auf einer Postkarte an folgende Adresse senden: Oberkircher Winzer eG, Renchener Straße 42, 77704 Oberkirch. Nur ausreichend

frankierte Einsendungen mit vollständiger Absenderadresse nehmen an der Verlosung teil. Einsendeschluss ist der 28. 02. 2021. Teilnehmen kann jeder mit Ausnahme der Mitarbeiter

der beteiligten Unternehmen und deren Angehörigen. Eine Barauszahlung des Gewinnes und der Rechtsweg sind ausgeschlossen. Der Gewinner wird schriftlich benachrichtigt.

Gewinner des letzten Gewinnspiels: Heinz Neumaier aus Bocholt

SCHÖN

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

Nach einer Weile braucht er einen Drink.“

Woody Allen

WELTWEIT WEIN

Der trinkfeste Dichter Johann

Wolfgang von Goethe (1749–1832)

kam bei seiner Geburt mehr tot als

lebendig auf die Welt. Erst ein Bad

in lauwarmem Wein weckte seine

Lebensgeister. (Quelle: Wein-Plus)

GESAGT

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TERMINE & UMFRAGE

TERMINE

THEMA DATUM ORT

© Rechtal Tourismus GmbH

Weihnachtsmarkt

in Oberkirch

11.–13. (voraussichtlich)

Dezember 2020

Oberkirch

Nähere Infos zum Weihnachtsmarkt in Oberkirch und zu

weiteren Veranstaltungen erhalten Sie auf unserer Website

unter: www.oberkircher-winzer.de

WEIHNACHTSMARKT

Glühwein und Kinderpunsch, Magenbrot und

heiße Maroni, Flammkuchen, Brödle und Linzer.

Wie jedes Jahr lässt der Weihnachtsmarkt in

Oberkirch keine Wünsche offen. Wie immer

ist die Stadt stimmungsvoll dekoriert und

beleuchtet. Ein Fest, das bleibt!

Zu gewinnen!

Weinpaket

UMFRAGE

Ihre Meinung

ist uns wichtig!

http://bit.ly/umfrage-veritas

Jetzt QR-Code scannen und an

unserer Umfrage teilnehmen :-)

Unter allen Teilnehmenden verlosen

wir ein tolles Weinpaket!

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UNTERHALTUNG

Humor

Rätsel

1. Poetischer Name für Wein.

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1

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2. Was versteht man unter Rioja?

3. Schädling für Weinreben.

3

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2

1

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6

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4. Welches Ursprungsland hat Wein

neben Armenien?

5. Aus weißen Rebsorten

gepresster Traubenmost.

6. Was bedeutet Vinifikation?

3

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Lösung

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11.

Die Lösung finden Sie ab dem 29.02.2021 auf unserer

Facebook-Seite oder unter: www.oberkircher-winzer.de

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Lautenbacher

Hexensteig

Der

RENCHTAL TOURISMUS GMBH

Bahnhofstraße 16, 77704 Oberkirch, Tel. 0 7802 82 600

oder bei der Servicestelle Lautenbach unter Tel. 0 7802 92 590

www.renchtal-tourismus.de

Lautenbacher Hexensteig führt auf 15 km

rund um den sagenumwobenen Sohlberg mit

dem urigen Hexenhäuschen. Unterwegs genießen

die Wanderer auf der Traumtour eine

abwechslungsreiche Schwarzwaldlandschaft

mit herrlicher Aussicht. Zahlreiche Gasthäuser

entlang der ausgeschilderten Tour laden zur

Einkehr ein.

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