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BremerSport-Sommer-2022-online

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Sommer 2022

BREMER SPORT

MAGAZIN DES LANDESSPORTBUNDES FÜR BREMEN & BREMERHAVEN

Sportabzeichen

Zu Gast am Weserstadion

Sportler des Jahres

Karina Schönmaier & Jan Urbas

LSB-Kampagne

Übungsleiter:innen gesucht

Rollstuhlbasketballerin Jana Bozek bei der Sportgala ausgezeichnet

Nachwuchssportlerin


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2


EDITORIAL

Die Herausforderungen

für den organisierten

Sport werden eher größer

Liebe Sportfreundinnen

und Sportfreunde,

IMPRESSUM

BREMER SPORT

MAGAZIN FÜR BREMEN & BREMERHAVEN

Herausgeber & Verlag:

Landessportbund Bremen e. V. (LSB)

Hutfilterstraße 16-18

28195 Bremen

0421 / 79 28 70

info@lsb-bremen.de

Ees ist viel los in diesen Monaten auf

den Sportanlagen in Bremen und

Bremerhaven. Zum einen waren zum

Abschluss der Saison viele Nachholspiele

im Ligabetrieb durchzuführen, die insbesondere

durch die Corona-Fälle in den

Teams zustande kamen. Damit geht eine

lange und kraftzehrende Saison zu Ende.

Mein Dank gilt allen Engagierten, die zum

erfolgreichen Meisterschaftsbetrieb beigetragen

haben. Vom Trainer, Zeitnehmer,

Spielwart, den Schiedsrichtern, Verbandsvertretern

und den Spielern bis hin zu den

„Fahreltern“ und den Verantwortlichen

für die Hallen- und Plätze – Ihr alle habt

euch die anstehenden Sommerferien und

ein wenig Regeneration redlich verdient.

Gleichwohl geht es vielfach bereits mit den

Relegationsspielen und Turnieren weiter.

Passt auf euch auf und behaltet vor allem

die Freude an eurem Sport!

Darüber hinaus werden aktuell jede

Menge Vereins- und Verbandsjubiläen gefeiert

und zum Teil auch nachgeholt. Auf

den meisten Jubiläumsfeiern konnte ich

oder ein anderer LSB-Vertreter persönlich

Gruß- und Dankesworte ausrichten und

auch eine Zuwendung gemäß unserer Ehrenordnung

übermitteln. Der Blick zurück

und die Besinnung auf die Tradition sind

ebenso wichtig wie das Hier und Jetzt. Und

genauso wichtig ist die Zukunft, denn Ausruhen

können wir uns auf dem bisher Geleisteten

nicht.

Die Gesellschaft entwickelt sich weiter

und die Herausforderungen für den organisierten

Sport werden eher größer als

kleiner. Nichtsdestotrotz ist ein Innehalten

zu einem 50., 75., 100. oder 125. Jubiläum

Andreas Vroom, Präsident des

Landessportbundes Bremen.

überaus wertvoll für die Vereinsgemeinschaft,

denn das gesellige Beisammensein

hat in den vergangenen zwei Jahren genug

gelitten. Es ist schön zu sehen, wie lebendig

die Vereine sind und ich hoffe, ihr

habt die Tage ausgiebig gefeiert. Es macht

Freude und Mut zugleich, dass es immer

noch so viele Engagierte auf allen Ebenen

in unseren Vereinen und Verbänden

gibt. Unterstützt eure Vereinsführungen

als Mitglieder, damit sie nicht zu viel Last

auf ihren Schultern tragen und ebenfalls

Freude an ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit

und Verantwortung behalten.

Ich wünsche allen eine schöne und

hoffentlich sonnige Urlaubszeit.

Euer Andreas Vroom

WESER-KURIER Mediengruppe

Magazinverlag Bremen GmbH,

Martinistraße 43, 28195 Bremen

0421 / 36 71 49 90

info@magazinverlag-bremen.de

Redaktion:

Martin Märtens (V.i.S.d.P.),

Jennifer Fahrenholz, Zoé Rugen,

Boris Butschkadoff (LSB),

Lena Nissen (Lektorat)

Grafik/Layout:

B.O. Beckmann

Anzeigen:

Volker Schleich (verantwortlich),

Per-Uwe Baad, Anja Höpfner,

Dieter Kück, Anne Zeidler

Druck:

BONIFATIUS GmbH

Druck – Buch – Verlag

Karl-Schurz-Straße 26

33100 Paderborn

Urheberrechte:

Der Nachdruck von

Beiträgen ist nur mit

Genehmigung des Verlages

und mit Quellenangabe gestattet.

Titelbild:

Privat

Fotos im Innenteil:

LSB, BSJ, DOSB, BFV, Pixabay, Adobe Stock,

S. Peter, M. Heckel, C. Kazma, J. L. Hummel,

Paracelsus Kliniken, Agentur Sportplatz,

Vereine, Privat, Magazinverlag Bremen GmbH

3


INHALT

TITEL

„Von Anfang an hat alles gepasst“ 16

Rollstuhlbasketballerin Jana Bozek ist mit dem

Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet worden

AKTUELLES

Neues Format kommt gut an 6

Bremerhaven ehrt seine Sportlerinnen und Sportler

Rückblick:

Sportabzeichen-Tour 8

„Jung, sportlich, FAIR“ 7

Ausschreibung der Deutschen Olympischen Gesellschaft e. V.

LANDESSPORTBUND

„Für jeden Euro dankbar“ 10

Interview: Anke Precht von der Sportstiftung

Impuls für den Vereinssport 12

Fortsetzung groß angelegter Marketing-Kampagne

BREMER SPORTJUGEND

Sportler des Jahres:

Ehrung im GOP Varieté-Theater 14

Einfach durchstarten 18

Freiwilligendienste im Sport: freie Stellen ab Sommer

Herausragende Leistungen 19

Junge Sportlerinnen und Sportler ausgezeichnet

FRAUEN IM SPORT

Sportlerin – Trainerin – Betreuerin 20

Teilhabe für alle – Sabine Schmieder lebt Inklusion

DEUTSCHER OLYMPISCHER SPORTBUND

Klarheit 24

Mitgliedsbeiträge weiter steuerfrei

4

Cricket und hoher Besuch:

„Family Sports Day“ 17

VEREINE & VERBÄNDE

Monate voller „Emozioni“ 30

Grün-Gold-Club Bremen blickt zurück


Wichtiger Preis

Verleihung des Grünen Bandes

an den ERB Bremen

Vereine aus Deutschland durften sich

50 2021 über „Das Grüne Band für vorbildliche

Talentförderung im Verein“ freuen.

Die Commerzbank AG und der Deutsche

Olympische Sportbund (DOSB) prämieren

bereits seit 35 Jahren gemeinsam jährlich

Sportvereine mit diesem Förderpreis.

Er gilt als der wichtigste Preis im deutschen

Nachwuchsleistungssport. Eine hochkarätig

besetzte Jury wählt die Gewinnervereine

aus zahlreichen Bewerbungen mit qualitativ

überzeugenden und innovativen Nachwuchsleistungskonzepten

aus. Bewertet

werden beispielsweise sportliche Erfolge

ebenso wie die Trainersituation sowie die sozialen

und pädagogischen Angebote des Vereins.

Die Jury hatte 2021 auch den Eis- und

Rollsportverein Bürgerweide Bremen (ERB

Bremen) für diese Auszeichnung ausgewählt.

Ausschlaggebend hierfür waren nicht

nur die herausragenden sportlichen Resultate

von 2019, sondern auch die kontinuierliche

Nachwuchsarbeit, die dazu führt, dass Sportler:innen

vom ERB Bremen immer wieder in

den Bundeskader nominiert werden.

Nach den coronabedingten Schwierigkeiten

im letzten Jahr war es nun endlich

soweit: die Auszeichnung konnte durch

Nils Rehenbrock (stellvertretender Abteilungsdirektor

Commerzbank Bremen)

im Rollsportstadion persönlich übergeben

werden. Nach der symbolischen Übergabe

der 5.000 € Prämie und einem Pokal, konnte

sich Rehenbrock selbst ein Bild von der

Arbeit im Verein machen. So gab es eine

Vorführung der kleinsten Rollsportler:innen,

aber auch von den Viertplatzierten der

Juniorenweltmeisterschaften 2021 – Lisa

AKTUELLES

Welik und Michael Seeger Suarez. Rehenbrock,

selbst ehemaliger Leistungssportler,

zeigte sich beeindruckt von den Leistungen

und wünschte den Sportler:innen für die

zukünftigen Wettbewerbe alles Gute. „Wir

sind sehr stolz, dass wir diese tolle Auszeichnung

erhalten haben“, sagte Michael

Seeger, der Vereinsvorsitzende. Diese Auszeichnung

sei aber nicht nur für die Sportler:innen

und Trainer:innen, sondern auch

für die Eltern, ohne deren moralischen und

finanziellen Rückhalt im wahrsten Sinne

des Wortes nichts laufen würde.

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6

Neues Format kommt gut an

Bremerhaven ehrt seine Sportlerinnen und Sportler im Schaufenster Fischereihafen

Die Tänzer:innen der TSG Bremerhaven

und der Tanzschule Beer waren

beim Magistratsempfang zu Ehren

des Bremerhavener Sports 2020/2021 bei

herrlichem Wetter im Schaufenster Fischereihafen

die großen Gewinner. Erstmals

fand die Veranstaltung seit über 70 Jahren

unter freiem Himmel statt. Nach zweijähriger

Pandemie-Pause wurden verdiente

Funktionäre ausgezeichnet, die bereits

2020 geehrt werden sollten.

Einzelsportler:in des Jahres wurde erneut

eine Hip-Hoperin. Denise Meyer löst

Rike Jürgens ab, die 2019 zur Sportlerin des

Jahres gewählt wurde. „Ich bin stolz und

glücklich, dass sich meine Bemühungen

ausgezahlt haben. Ich werde fleißig weitertrainieren,

da man nie perfekt ist und freue

mich auf die Weltmeisterschaften im Oktober“,

so die deutsche Meisterin 2021 im

„Solo Electric Boogie“. Meyer setzte sich

gegen Fußballprofi Gerrit Holtmann, Ema-

Luisa Meyer (Rollkunstlaufen), Edgard

Merkine (Karate), Ewald Kieck (Kanu) und

Trampolin-WM-Teilnehmerin Mirja Carina

Radfelder-Henning durch.

Wenig später wurde auf der großen

LED-Wand die Mannschaft des Jahres verkündet.

Danach kannte der Jubel bei der

A-Lateinformation der TSG Bremerhaven

keine Grenzen, die sich gegen die Eishockey-Profis,

ein Karate-, Bowling- und

Hip-Hop-Team durchgesetzt hatte.

„Wir sind megastolz, dass unsere Leistung

anerkannt wurde. Wie alle anderen

Sportler auch, sind wir mit viel Herzblut

dabei. Für uns Tänzer ist der Lohn der Applaus

des Publikums. Das war ein stolzes

Gefühl, als Teamkapitän den Pokal für die

Mannschaft in Empfang zu nehmen. Als

EM-Dritter wollen wir genauso weitermachen

und es den Bremern immer schwerer

machen“, freute sich Marius Morck über

den Titel, der den erkrankten Trainer Dirk

Buchmann vertrat.

Zuvor hatten Sportstadtrat Paul Bödeker,

Landessportbund-Geschäftsführerin Karoline

Müller und Stadt-Sport-Bund Vizepräsidentin

Sarah Ackermann die zu ehrenden

Sportler:innen begrüßt. „Die Stadt kann sich

auf die Vereine und Sportler verlassen, aber

auch die Sportler auf die Stadt. Wir haben

trotz Sparzwängen immer versucht, bestmögliche

Bedingungen während der Pandemie

hinzubekommen“, betonte Bödeker.

Sportler im Mittelpunkt

„Moin, Bremerhaven. Ich freue mich hier

zu sein. Das war eine fantastische Entscheidung.

Heute stehen die Sportler im

Mittelpunkt und können sich einer breiten

Öffentlichkeit präsentieren, um wahrgenommen

zu werden“, fügte Müller den

Worten ihrer Vorrednerin Ackermann hinzu.

„Danke an die Funktionäre, Ehrenamtlichen

und Sportler:innen, die mit Teamgeist,

Disziplin und ein wenig Glück wenige

Rückschläge in der Coronazeit zugelassen

haben. Junge Sportler, bleibt Vorbilder“, betont

Ackermann, die auch Vorsitzende der

Bremerhavener Sportjugend ist.

„Die Fans und die Teams der Tänzer und

Hip-Hopper sind immer ein belebendes

Element, da sie sehr sympathisch sind. Das

Wetter hat uns optimal in die Karten gespielt.

Es war eine entspannte Atmosphäre.

Gerade wegen der Coronazeit kann ich

mir vorstellen, dass wir in Zukunft weiter

am Open-Air-Format festhalten werden“,

betont der Bremerhavener Sportamtsleiter

Stefan Axmann.

Jens Ennen, der als Mitarbeiter im

Sportamt seit 1990 die großen Events des

Bremerhavener Sports organisiert, wurde

mit 24 weiteren Vereins-Funktionären

ausgezeichnet. „Die WM-Trampolin-Kür

von Mirja Carina Radfelder-Henning vom

OSC Bremerhaven war spektakulär. Alle

Sportler waren gut gelaunt und zufrieden.

Die TSG A-Formation ist zurück und hat

sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen

gegen die Fischtown Pinguins durchgesetzt“,

so Ennen, der seit 2003 Tischtennis-

Abteilungsleiter des Geestemünder TV ist.

Geehrt wurden 85 Bremerhavener

Sportler:innen aus zehn verschiedenen

Sportarten, die bei deutschen Meisterschaften,

Europameisterschaften und

Weltmeisterschaften in den Jahren 2020

und 2021 eine Medaille gewonnen hatten

sowie die dänischen Eishockey-Nationalspieler

Niklas Andersen, Christian Wejse

und Phillip Bruggisser der Fischtown Pinguins

für die Teilnahme an den Olympischen

Winterspielen in Peking.

Mit der Vereins-Ehrung ausgezeichnet

wurden der Weser-Boxring für 75 Jahre

Boxsport sowie Integrations- und Sozialarbeit.

Der REV Bremerhaven für seine

aufwendige und vorbildliche Jugendarbeit

im Eishockeysport sowie die TSG Bremerhaven

und Tanzschule Beer für die Ausrichtung

der Hip-Hop-Weltmeisterschaften

2019 in der Stadthalle.

Neben den Funktionären, die mindestens

15 Jahre ehrenamtliche Vorstandstätigkeiten

geleistet haben, wurden auch etliche

„stille Helfer“ geehrt, die sich nicht in den

Vereinsvorständen, sondern im Hintergrund

engagieren. Des Weiteren wurden fünf junge

Erwachsene zwischen 16 und 27 Jahren im

Rahmen der Jugendehrung geehrt.

Nach Boxer Albert Fahlbusch und Tänzer

Helmut Beer wurde Fußballer Wilfried

Zander von der Leher Turnerschaft für sein

Lebenswerk „Ein Leben für den Fußballsport“

ausgezeichnet. „Ich bin stolz darauf,

dass ich erst als dritte Person für den Bereich

Fussball mit dem Lebenswerk ausgezeichnet

worden bin. Leider ist die Volkssportnummer

eins in Bremerhaven ins

Hintertreffen geraten. Insgesamt hat mir

der Sport mit seinen Facetten viel gegeben“,

sagte der 66-Jährige.

Text: V. Schmidt, Foto: W. Cohrs


AKTUELLES

Medien-Sprechstunde

Senior:innen: Bremische Landesmedienanstalt hilft

bei Fragen rund um das Thema Digitalisierung

Der Umgang mit Internet, Mails oder WhatsApp – mit Freundeskreis,

Sportverein und Familie auf digitalem Wege in Kontakt

bleiben: Gerade das Smartphone ist kaum noch aus unserem

Alltag wegzudenken. Besonders für Menschen, die nicht

damit aufgewachsen sind, können viele Fragen und Probleme

auftauchen. Antworten und Hilfe bringt ein Angebot der Bremischen

Landesmedienanstalt nun auch in Bremen, das in Bremerhaven

schon länger erprobt ist – die Medien-Sprechstunde

für Senior:innen.

Bremen: Jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr, Creative Hub Bremen, Friedrich-Karl-Straße

54, 28205 Bremen.

Ansprechperson: Jasmin Schulz, Tel. 0421 / 33 494 0,

E-Mail: schulz@bremische-landesmedienanstalt.de.

Bremerhaven: Jeden Donnerstag von 14 bis 16 Uhr, media lab nord/

Radio Weser.TV, Hafenstr. 156, 27576 Bremerhaven.

Ansprechperson: Christian Sanders, Tel. 0471 / 95 4 95 61,

E-Mail: christian.sanders@radioweser.tv

Die Medien-Sprechstunden sind kostenlos. Auch telefonische Beratung

ist möglich. Frau Schulz und Herr Sanders freuen sich über Anrufe

und Anmeldungen zur Sprechstunde in Präsenz. Für interessierte

Gruppen werden auf Anfrage auch Smartphone-Kurse angeboten.

„Jung, sportlich, FAIR“

Ausschreibung der DOG

Lokales Engagement

Brebau unterstützt Vereinsnachwuchs

Die Fußball-D-Jugend der SG Findorff.

Ob für Familien, Paare oder Singles, zum Mieten oder Kaufen

sowie zum Jubeln, Mitfiebern und Entfalten: Seit mehr als

80 Jahren bietet die Brebau mit ihrem Immobilienangebot

„Raum für Leidenschaft“. Damit schon die kleinen Bremerinnen und

Bremer ihre Leidenschaft entdecken und ausleben können, unterstützt

die Wohnungsbaugesellschaft den lokalen Nachwuchs in den

Sportvereinen vor Ort. Im vergangenen Jahr durfte die Brebau Fußball-Trikotsätze

für die D-Jugend der SG Findorff und die C-Jugend

des FC Huchting sponsern. Zudem erfährt die Fußballabteilung des

TuS Komet Arsten durch das Unternehmen, das allein in Arsten und

Kattenturm 1800 Wohnungen unterhält, Unterstützung. Auch die

Mitarbeitenden der Brebau freuen sich über viele sportliche Angebote.

Es gibt unter anderem ein Fußballteam, das jährlich am Fußballturnier

der Architekten und Ingenieure teilnimmt. Laufbegeisterte

gehen bei Firmenläufen wie dem „B2Run“ an den Start.

Die Fair-Play-Initiative der Deutschen Olympischen Gesellschaft

e.V. (DOG) hat auch in diesem Jahr den Fair-Play-Preis

„Jung, sportlich, FAIR“ ausgeschrieben. Mit „Jung, sportlich,

FAIR“ sollen faire Gesten im Sport sowie Projekte von Jugendlichen

zur Thematik Fair Play ausgezeichnet werden.

Die DOG tritt in der deutschen Sportlandschaft als federführende

Kraft der Fair-Play-Initiative für die Einhaltung und

die Verbreitung des Fair-Play-Gedankens im Sport und in der

Gesellschaft ein. Fair Play spielt im Leistungs- wie im Breitensport

eine entscheidende Rolle. Denn Fair Play ist mehr als die

Befolgung der Regeln. Fair Play macht den Geist des Sports aus

und fordert Handeln nach innerer Einstellung. Daher muss Fair

Play ständig neu bewusstgemacht werden. Dies ist nicht nur

eine Sache des Wissens, sondern vor allem des Verhaltens.

Fair Play steht für:

X die Anerkennung und Einhaltung der (Spiel-) Regeln,

X den partnerschaftlichen Umgang mit dem Gegner,

X die Achtung der gleichen Chancen und Bedingungen,

X die „Begrenzung“ des Gewinnmotivs (kein Sieg um

jeden Preis),

X die Wahrung der Haltung bei Sieg und Niederlage.

Kinder und Jugendliche sollen frühzeitig darauf hingewiesen

und angeleitet werden, den negativen Entwicklungen im Sport

entgegenzuwirken und sind Zielgruppe des Preises „Jung, sportlich,

FAIR“. Die drei besten Initiativen werden mit einem Geldpreis

ausgezeichnet. Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2022.

Weitere Informationen und die Ausschreibungsunterlagen unter

www.dog-bewegt.de.

7


SPORTABZEICHEN

Ausgelassene Stimmung am Weserstadion

Die Sportabzeichen-Tour begeistert mehr als 1000 Bremer Schülerinnen und Schüler

8

Laute Anfeuerungsrufe, hochkonzentrierte Jungen und Mädchen

aller Altersklassen und eine tolle Atmosphäre bei bestem

Sommerwetter – Der Sportabzeichen-Tourstopp in

Bremen hat keine Wünsche offengelassen und viele Kinderherzen

höherschlagen lassen. Über 1000 Schülerinnen und Schüler

aus acht verschiedenen Bremer Schulen tummelten sich ab 9 Uhr

vormittags auf den Plätzen 11 und 12 und durchliefen unter fachkundiger

Anleitung des LSB-Sportabzeichen-Teams die verschiedenen

Stationen. Angesichts von Temperaturen weit jenseits der

25-Grad-Marke kamen die Kinder ordentlich ins Schwitzen und

wurden vom Moderatoren-Duo Lena Oldach und Andree Pfitzner

immer wieder animiert, regelmäßig und viel zu trinken.

„Es ist wie nach Hause kommen“, beschrieb Frank Busemann

die ausgelassene Stimmung auf Platz 11 und 12 am Bremer Weserstadion.

Der frühere Weltklasse-Zehnkämpfer, der als Sportabzeichen-Botschafter

mit der Sportabzeichen-Tour des Deutschen

Olympischen Sportbundes (DOSB) unterwegs ist, freute sich riesig

über die vielen Bremer Schülerinnen und Schüler, die beim Laufen,

Springen und Werfen an den Start gingen. Am Nachmittag gab

Busemann sogar noch eine kleine Extra-Trainingseinheit. „Die

Kinder sollen mit nach Hause nehmen, dass Training Spaß macht

und keine Belastung ist“, sagte er.

Genauso motiviert coachte der ehemalige Stabhochspringer

Danny Ecker als Sportabzeichen-Botschafter die Mädchen und

Jungen. Er war zuletzt 2019 bei der Sportabzeichen-Tour dabei, die

2020 coronabedingt ausfiel und im vergangenen Jahr nur an zwei

Orten in Deutschland Halt machte. Er selbst hat in dieser Zeit das

Laufen für sich entdeckt. Sein Ziel: Einen Marathon in unter drei

Stunden zu schaffen. „Mir geht es dabei so wie den Kindern hier bei

der Sportabzeichen-Tour: Ein besonderes Sport-Event hilft dabei,

sich selbst zu motivieren, weil du auf ein Ziel hintrainierst.“

Viel Hallo gab es, als die beiden zusammen mit Ole Springer,

dem Torwart von SV Werder Bremen II, beim Seilspringen gegen

Lorena, Sofie und Artur antraten: Gezählt wurde, welches Dreierteam

in einer Minute gemeinsam die meisten Sprünge schaffte.

Die drei Zehnjährigen verlangten den Sportlern alles ab, unterlagen

aber am Ende knapp mit 32 zu 40 Sprüngen.

„Ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, die Kinder weg vom

Tablet zu holen, so dass sie rausgehen, sich bewegen und gemeinsam

Spaß haben“, sagte Aline Rotter-Focken, die ebenfalls als

Sportabzeichen-Botschafterin dabei war. Die Olympiasiegerin im

Ringen hatte ihre Goldmedaille aus Tokio mitgebracht und brachte


SPORTABZEICHEN

die Kinder damit zum Staunen. Rotte-Focken möchte auch selbst

unbedingt das Deutsche Sportabzeichen ablegen. Aktuell ist es dafür

aber noch ein bisschen früh. Sie hat erst vor sechs Wochen ein

Baby bekommen.

Sport als Gemeinschaftserlebnis

Wie wichtig Sport als Gemeinschaftserlebnis ist, betonte Monika

Wöhler, die Vizepräsidentin des Landessportbundes Bremen: „Wir

freuen uns, dass sich so viele Schulen angemeldet haben und wir

die Kinder wieder in Bewegung bringen. Das Miteinander und die

Kontakte zu anderen haben durch die Coronaeinschränkungen

sehr gelitten“, sagte Wöhler mit Blick auf die sportbegeisterten

Kinder und Jugendlichen.

Mit gutem Beispiel voran ging auch der Präsident der Bremischen

Bürgerschaft Frank Imhoff, der die Veranstaltung am Morgen

offiziell eröffnet hatte. Imhoff nahm die sportliche Herausforderung

an und ging gemeinsam mit Danny Ecker beim Promi-Sprint

an den Start. Kurz vor dem Ziel kam er leider ins Straucheln, stürzte

und bekam sofort Hilfe von Hubertus Hess-Grunewald, dem Präsidenten

des SV Werder Bremen, der mit Frank Busemann ein Team

bildete. Beide Mannschaften verzichteten auf einen Zieleinlauf.

Den Sieg holten Aline Rotter-Focken und der frühere Bundesliga-

Schiedsrichter und heutige Vorsitzende der Sportstiftung Bremen,

Peter Gagelmann, die in Führung liegend von dem Zwischenfall

nichts mitbekamen.

Für den Präsidenten des SV Werder Bremen war es Ehrensache,

bei der Sportabzeichen-Tour im eigenen Stadion vorbeizuschauen:

„Wir sind schließlich mehr als ein Fußballverein und haben auch

Leichtathletik im Angebot“, so Hubertus Hess-Grunewald, der sich

mit Joggen und einem Rudergerät fit hält. Für die Fußballer:innen

des SV Werder trat am Nachmittag Verteidigerin Michelle Ulbrich

beim zweiten Promi-Wettkampf des Tages an. Sie stellte sich bei

Sportabzeichen-Disziplinen und auf dem Dribbel-Parcours ihren

Herausforder:innen. Dass körperliche Fitness die Voraussetzung für

geistiges Leistungsvermögen ist, hat Ex-Bundesliga-Schiedsrichter

Peter Gagelmann selbst erfahren, der bei den Fußballprofis immer

für seine klare Linie bekannt war: „Wenn Du ein Spiel in der ersten

Bundesliga pfeifst, musst Du auch in der 85. Minute noch frisch genug

sein, um die richtige Entscheidung zu treffen.“ Ebenso wie die

anderen Botschafterinnnen und Botschafter der Sportabzeichentour,

die den jungen Sportabzeichen-Absolvent:innen bei ihren

Übungen mit Rat und Tat zur Seite standen, zeigte sich Gagelmann

begeistert ob der großen Resonanz unter den Bremer Schulen.

Mehr als zufrieden zeigte sich auch Daniel Fangmann vom

Sportabzeichen-Organisationsteam des Landessportbundes Bremen.

„Im Großen und Ganzen war der Sportabzeichentag eine

super Sache. Das Wetter hat mitgespielt und das Feedback aller Beteiligten

war eigentlich durchweg positiv. Optimierungsbedarf gibt

es sicherlich noch im organisatorischen Bereich und was den Ablauf

einer solchen Großveranstaltung angeht. Diese Erfahrungswerte

nehmen wir für die Zukunft gerne mit auf.“

9


LSB

„Wir sind

für jeden

Euro dankbar“

Interview mit Anke Precht von der Sportstiftung

10

Die Sportstiftung Bremen wurde 2012

ins Leben gerufen, um die finanzielle

Belastung von Nachwuchstalenten

und ihren Familien abzufedern und sie zu

unterstützen. Mithilfe der Stiftung werden

insbesondere Nachwuchsleistungssportler:innen

gefördert. Die Vergabe der Fördermittel

erfolgt in der Regel zweimal pro Jahr.

Anlässlich der Sportgala im GOP Theater

hat der „Bremer Sport“ mit Vorstandsmitglied

Anke Precht gesprochen.

Mitte Mai fand nach der Corona-Pause

wieder die Sportgala Bremen statt, deren

Spendenerlöse traditionell dem Nachwuchsleistungssport

im Land Bremen zu

Gute kommen. Wie lautet die Bilanz der

Sportstiftung, die die Sportgala ja seit

vielen Jahren gemeinsam mit dem Landessportbund

initiiert?

Wir sind dankbar, dass wir die Sportgala von

März auf Mai schieben konnten und damit

überhaupt wieder eine Sportgala im GOP

nach zwei Jahren Pause ausrichten konnten.

Die Spendenbereitschaft war ähnlich wie in

den Jahren zuvor. Sicher zeigt insgesamt das

Spendenergebnis, dass wir einen leichten

Rückschritt seit der Pandemie verzeichnen

können. Gleichzeitig wird in dieser Situation

die Bedeutung des Sports für die Gesellschaft

noch einmal besonders deutlich,

denn Sport ist gerade jetzt für viele ein Ventil

für das Bedürfnis gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Alle Teilnehmer der Gala waren

glücklich und froh, wieder im Sinne des

Sports zusammen kommen zu dürfen.

Das Spendenaufkommen bei der Sportgala

im GOP Theater lag in diesem Jahr bei

rund 23.000 Euro. Sind sie mit dieser Summe

zufrieden und wie werden die Spendenerlöse

jetzt konkret verteilt?

Wir sind für jeden Euro dankbar! Gemäß

dem Motto „höher, schneller, weiter“ wünschen

wir uns für unsere Sportlerinnen und

Sportler natürlich immer einen höheren Betrag.

Aber ich finde, die Sportstiftung Bremen

kann sich mit ihren Spendeneinnahmen

durchaus sehen lassen. Die Bereitschaft

der Bremer zu spenden ist sehr groß und

wir haben treue Spenderinnen und Spender,

worauf wir unglaublich stolz sind. Die

Spenden machen uns Mut und wir kommen

dadurch unserem Ziel immer näher, jungen

Nachwuchssportlerinnen und -sportlern

auf dem Weg ihrer sportlichen Karriere zu

unterstützen. Es bleibt unser Bestreben, im

Sinne des Nachwuchssports das Spendenaufkommen

stetig zu steigern.

Mit unserer Sportlerin des Jahres, Karina

Schönmaier können wir das beste Beispiel

anführen. Mit Karina fördern wir bereits

seit längerem eine junge Ausnahmeathletin.

Schon im Alter von 11 Jahren lautete ihr

Ziel: Olympia 2024. Heute ist Karina 17 und

so talentiert, ehrgeizig und unglaublich erfolgreich!

Ihr Potential war uns früh bewusst

und so fördern wir Karina seitdem strukturiert

auf dem Weg zu ihrem Traum der Teilnahme

an den Olympischen Spielen. Das ist

nur ein Beispiel einer Förderung. Bereits für

das 1. Halbjahr 2022 liegen uns schon Anträge

vor, die wir gezielt unterstützen werden.

Sie sind bereits seit 2013 für die Sportstiftung

aktiv. Wie lauten die wichtigsten Aufgaben,

Ziele und Botschaften der Stiftung?

Die Sportstiftung Bremen arbeitet mit allen

Kräften daran, junge Sporttalente in Bremen

bei der Bewältigung des finanziellen Bedarfs

und Belastungen leistungsabhängig zu

unterstützen, um für ihre individuellen Ziele

die bestmöglichen Rahmenbedingungen

zu schaffen, die eine optimale Vorbereitung

auf Wettkämpfe ermöglichen. Und natürlich

freuen wir uns bei allen Wettkämpfen, ob

hier oder andernorts, besonders über gute

Leistungen und Erfolge der Bremer Sportlerinnen

und Sportler. Erfolge und starke

Leistungen brauchen Förderer. Dazu stehen

wir und setzen uns ein. Wir wollen weiterhin

zweimal im Jahr die Sportlerinnen und

Sportler in einer Feierstunde offiziell mit

einer Förderung ehren und ihre Leistungen

öffentlichen machen.

Mein Ziel ist es, als Vorstandsmitglied die

Sportstiftung Bremen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Dazu zähle ich beispielsweise

eine weiterhin systematische Förderung

des Nachwuchses, aber auch unsere

Vision, ein Haus der Athleten hier in Bremen

zu etablieren. Wir wollen verlässlich,

nachhaltig und transparent fördern. Natürlich

wollen wir Sportlerinnen und Sportler

halten und streben eine enge Bindung an

Bremen an. Ich setze mich dafür ein, eine

identifikationsstiftende Rolle in unserer

Wirtschaftsgesellschaft zu übernehmen. Die

Wahrnehmung und Akzeptanz in der Wirtschaft

noch weiter auszubauen, um eine


LSB

noch engere Zusammenarbeit mit der Bremer

Unternehmerschaft zu erreichen. Ein

hoher Identifizierungsgrad zwischen der

bremischen Wirtschaft und Sport sehe ich

als beiderseitigem Vorteil. Junge, ehrgeizige

Sportlerinnen und Sportlern übertragen

ihre Ansprüche aus dem sportlichen Bereich

ebenfalls auf ihr berufliches Fortkommen.

Davon profitieren beide Seiten im besonderen

Maße.

Wir zeichnen die Sportlerinnen und Sportler

für ihre Zielstrebigkeit und ihr Durchhaltevermögen

mit einer Förderung aus. Ich

möchte es aber an dieser Stelle nicht versäumen

auch die Qualität der Vereine, die sie

dabei unterstützt haben, hervorzuheben.

Unser Engagement verstehen wir als ein

Signal für die Unternehmen. Denn unsere

Nachwuchsathletinnen und -athleten verkörpern

durch ihren Leistungssport gesellschaftliche

Werte, wie den Umgang mit Sieg

und Niederlage, Teamgeist und Disziplin.

Dies sind Dinge, die sie bestens auf das Berufsleben

vorbereiten. Mit unseren Sportlerinnen

und Sportlern finden Unternehmen

also Menschen vor, die viele wichtige Qualitäten

bereits im Sport unter Beweis gestellt

haben.

Zu den Aufgaben der Sportstiftung gehört

auch das „Klinken putzen“, um neue

Fördergelder zu akquirieren. Wie machen

Sie potenziellen Unterstützern ein Engagement

für den Nachwuchsleistungssport

schmackhaft?

Unsere Bremer Sportlerinnen und Sportler

stehen für ein positives Leistungsverständnis

und viele Werte, die für unser Zusammenleben

wichtig sind. Sie sind deshalb

nicht nur Botschafter und Vorbilder für

unsere Stadt und ihre Sportart bis in den

Breiten- und Freizeitsport hinein, sie sind

auch ideale Repräsentanten der sportlichen

Leistung aus Bremen in die internationale

Welt. Unsere Förderer glauben an unsere

Arbeit und den Stellenwert, den wir durch

unsere Förderung dem Leistungssport im

Lande Bremen geben. Die Sportstiftung Bremen

erlebt engagierte Förderer, die helfen,

die gute Idee weiterzutragen und weitere

Stifter zu gewinnen.

Wie nachhaltig kann die Sportstiftung

Bremer und Bremerhavener Sporttalente

im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen?

Wir unterstützen, wo die Not am größten

ist und das ist im Land Bremen der Nachwuchsleistungssport.

Dazu haben wir einige

Maßnahmen etabliert, um nachhaltig

Spenden zu generieren. Das mittlerweile

jährlich stattfindende Charity-Golf Turnier

oder eben unsere Sportgala. Aber auch hier

gilt, dass die Nachhaltigkeit stark geprägt

ist durch die Bereitschaft der Förderer auch

weiterhin den Bremer Leistungssport zu

unterstützen. Mit diesem Engagement steht

und fällt die Nachhaltigkeit der Förderung.

Natürlich ist auch die Institution der Sportstiftung

Bremen mit ihrem Netzwerk ein

wesentlicher Faktor zur nachhaltigen Förderung.

Was muss passieren, um herausragenden

Talenten wie Schwimm-Olympiasieger

Florian Wellbrock, der vor ein paar Jahren

aus sportlichen Gründen nach Magdeburg

wechseln musste, perspektivisch einen

Verbleib in Bremen zu ermöglichen?

An dieser Stelle ist bei weitem nicht nur die

Sportstitung gefragt. Das ist ein Zusammenspiel

vieler. Da darf sich die Stadt(Politik)

nicht raushalten, Bedingungen zu schaffen.

So muss im Sinne einer nachhaltigen Sportentwicklung

den Sportlerinnen und Sportler

auch die Möglichkeit einer guten Sportinfrastruktur

gegeben werden. Diejenigen, die

Bremen verlassen haben, ist zuzuhören. Da

kann Bremen profitieren und für den Nachwuchs

attraktiver werden. Ich bin auch der

Meinung, dass das Lehramt Sport unbedingt

aufrechterhalten werden muss. Bremen

sollte endlich ein Bekenntnis zur sportlichen

Leistungsgesellschaft abgeben und Toleranz

auch gegenüber denen üben, die sich zur

Leistung bekennen.

Wie ist es aus ihrer Sicht generell um die

Sportförderung und insbesondere um die

Unterstützung von Leistungssportlerinnen

und -sportlern im Land Bremen bestellt?

Die Sportstiftung ist im Ländervergleich,

was die Fördersumme anbelangt, tatsächlich

gut aufgestellt. Aber wir unterstützen

die Leistungssportlerinnen und -sportler

als einer der wenigen Förderer des Nachwuchsleistungssports

in Bremen. Wir stehen

alleine da, während andere Stiftungen

beispielsweise in die Leistungssportpolitik

des Landes eingebunden werden. Mein Fazit

ist deshalb auch, dass es um die Leistungssportförderung

in Bremen schlecht bestellt

ist und hier ist insbesondere die Politik gefordert.

Wir von der Sportstiftung Bremen

tun was wir können, aber gemeinsam wäre

mehr möglich und vieles leichter.

KRITERIEN FÜR EINE FÖRDERUNG DURCH DIE SPORTSTIFTUNG BREMEN

X Nationalität und Geschlecht spielen keine Rolle, maßgeblich ist eine Mitgliedschaft in einem Sportverein im Land Bremen, der dem

Landessportbund Bremen zugehörig ist.

X Die Sportlerin/der Sportler darf nicht älter als 23 Jahre sein.

X Ein Antrag kann nur von dem bremischen Sportverein gestellt werden, in dem die Sportlerin/der Sportler Mitglied ist.

X Es werden Einzelsportlerinnen/-sportler und Mannschaftssportlerinnen/-sportler gefördert.

X Eine Förderung von Sportmannschaften ist nicht ausgeschlossen. Nicht gefördert werden bezahlte Sportler.

X Es werden alle Sportarten gefördert. Pro Sportart und Verein werden maximal 2 Sportlerinnen/Sportler gefördert.

X Eine Zugehörigkeit zu einem Leistungskader ist wünschenswert.

X Für die Förderung ist nicht allein der augenblickliche Leistungsstand maßgeblich, sondern auch die sportlichen Zukunftsaussichten.

X Eine Förderung wird in der Regel für 1 Jahr gewährt. Folgeförderungen sind möglich und neu zu beantragen.

X Wird die Förderung in Form einer Sportpatenschaft vergeben, sollte die geförderte Sportlerin/Sportler dem Sportpaten in geeigneter Form

für Werbe- und Marketingaktivitäten zur Verfügung stehen. Damit ist u. a. auch eine passende Werbung auf den Trainingsanzügen gemeint.

Der Verein des geförderten Sportlers hat in geeigneter Art und Weise auf die Sportpatenschaft hinzuweisen.

X Der Sportler hat für die Werbung der Bremer Sportstiftung zur Verfügung zu stehen.

X Die Förderung umfasst eine Fördersumme und/oder Hilfestellung bei beruflicher Ausbildung und/oder beruflicher Weiterentwicklung.

11


LSB

Ausbildung zur

Übungsleitung

Basis-Modul beim LSB

Übungsleiter:innen planen und führen

regelmäßige Sport- und Bewegungsangebote

mit Kindern, Jugendlichen,

Erwachsenen und Älteren im sportübergreifenden

Breitensport durch. Sie

können – je nach Rahmenbedingungen

des Vereins – auch für die Planung und

Durchführung von überfachlichen Vereinsaktivitäten

oder für die Beratung,

Betreuung und Interessenvertretung von

Sporttreibenden zuständig sein.

Die Übungsleiter:innen sind pädagogisch

tätig und tragen in dieser Rolle

dazu bei, die Sporttreibenden in ihrer

sportlichen, persönlichen und sozialen

Entwicklung anzuleiten und zu unterstützen

und Selbstständigkeit, Teilhabe

und selbstbestimmtes Lernen jeder/s

Einzelnen zu fördern. Die Ausbildung ist

in folgende Blöcke unterteilt:

X Basis-Modul

X Profil-Modul

X Abschluss-Modul

Impuls für den Vereinssport

Landessportbund Bremen setzt groß angelegte Marketing-Kampagne fort

Der Breiten- und Vereinssport hat

bundesweit enorm unter der Corona-Pandemie

gelitten. Dank des

Corona-Soforthilfeprogramms „Sport“ des

Bremer Senats konnte in den Sportvereinen

im Land Bremen jedoch vieles abgefedert

bzw. aufgefangen werden. Ein zentrales und

wichtiges Anliegen, das sich durch den gesamten

Breitensport zieht, ist aktuell die

Gewinnung von neuen Übungsleitenden

für die Vereine. Denn nicht zuletzt bedingt

durch die Auswirkungen und Folgen der

Pandemie herrscht in vielen Bereichen des

organisierten Sports ein Mangel an qualifizierten

Trainerinnen und Trainern.

Mit einer crossmedialen Marketing-

Kampagne zur Gewinnung und Qualifizierung

von Übungsleitenden will der

Landessportbund Bremen diesem Trend

entgegensteuern und interessierte, sportaffine

Menschen für eine Übungsleiter-

Ausbildung im organisierten Sport gewinnen.

Mit Hilfe der Werbemaßnahmen, die

an die „Comeback“-Kampagne aus dem

Vorjahr anknüpfen, soll die Bevölkerung in

Bremen und Bremerhaven darüber hinaus

für eine Mitgliedschaft in einem der rund

380 Sportvereine im Land Bremen begeistert

werden.

Für die visuelle LSB-Kampagne wurde

erneut ein Motiv der bundesweiten „Comeback“-Kampagne

des Deutschen Olympischen

Sportbundes (DOSB) aufgegriffen.

Die Werbemaßnahmen umfassen unter

anderem die flächendeckende Nutzung von

herkömmlichen Großflächen-Plakaten sowie

digitalen Roadside-Screens der Firma

Ströer – sowohl in Bremen als auch in Bremerhaven.

Hinzu kommen klassische Anzeigen

in den regionalen Printmedien und

die Schaltung verschiedener Radiospots bei

„Bremen Vier“ und „Bremen Next“.

LSB-Mitgliederzahlen sinken

im Jahr 2021 nur leicht

Da die überwiegende Mehrheit der Vereinsmitglieder

den Sportvereinen im Land

Bremen auch im zweiten Corona-Jahr treu

und solidarisch zur Seite gestanden hat und

erfreulicherweise auch einige Neueintritte

zu verzeichnen waren (insbesondere im

Kinder- und Jugendbereich), haben sich

die Mitgliederzahlen 2021 im Vergleich

zum Vorjahr nur minimal verringert. Insbesondere

die Kontakt- und Hallensportarten

hatten mit den Auswirkungen der seit

mittlerweile über zwei Jahren andauernden

Corona-Pandemie zu kämpfen. Outdoor-

Sportarten wie Golf und Tennis hingegen

konnten trotz der zeitweise massiven Einschränkungen

teilweise sogar zulegen.

Die aktuelle Bestandserhebung des

Landessportbundes Bremen hat ergeben,

dass die Sportvereine in Bremen und Bremerhaven

zum Stichtag 1. Januar 2022 über

142.218 Vereinsmitglieder statt vormals

142.260 Mitglieder verfügen. Alle relevanten

Zahlen der aktuellen LSB-Mitgliederstatistik

sind hier abrufbar: Daten und Fakten

(lsb-bremen.de).

Übungsleiter:innen, die eine Fachlizenz

(Trainer:innen-C-Lizenz) erwerben

möchten, absolvieren zunächst das

Basis-Modul beim Landessportbund

und danach die fachliche Ausbildung in

einem Fachverband. Folgende Ausbildungs-Schwerpunkte

werden angeboten:

X Kinder & Jugendliche

X Erwachsene & Ältere

X Sportartübergreifend

Wer kann teilnehmen? Um an der Ausbildung

zur Übungsleitung durch den

Landessportbund teilnehmen zu können,

müssen folgende Voraussetzungen

erfüllt sein:

X Vollendung des 16. Lebensjahres

X regelmäßige aktive Teilnahme an

allen Ausbildungsabschnitten in

Theorie und Praxis

12

Infos: www.lsb-bremen.de


DU BIST SPORTBEGEISTERT UND

ARBEITEST GERN MIT MENSCHEN?

Foto: DOSB

DANN LASS DICH AUSBILDEN –

ZUR ÜBUNGSLEITUNG!

WWW.LSB-BREMEN.DE

13


LSB

Die Sportler des Jahres

Sportgala: Schönmaier und Urbas siegen / Auch Grün-Gold räumt ab

14

Mit einer feierlichen Galaveranstaltung im GOP Varieté-

Theater hat das Bundesland Bremen seine besten Sportlerinnen

und Sportler des Jahres 2021 geehrt. Bei der

Sportgala, die federführend von der Sportstiftung Bremen und

dem Landessportbund Bremen (LSB) initiiert wird, ist die Tanzformation

von Grün-Gold Bremen erneut zur Mannschaft des

Jahres gekürt worden. Die Einzeltitel gingen an Turnerin Karina

Schönmaier vom TuS Huchting und Eishockey-Profi Jan Urbas

von den Fischtown Pinguins.

„Ich bin überglücklich, dass ich es so weit geschafft habe und

so viel Unterstützung von meiner Familie, meiner Trainerin,

meinem Heimatverein und auch von meiner Schule bekomme.

Ich danke allen Menschen, die mich in meinem Leben unterstützen“,

sagte die strahlende und sichtlich überwältigte Karina

Schönmaier bei der Preisverleihung durch Turnlegende und

Ehrengast Eberhard Gienger. Die im Rahmen der Sportgala eingenommenen

Spendengelder kommt auch in diesem Jahr der

Nachwuchs-Leistungssportförderung im Land Bremen zu Gute.

„Die Sportgala hat in Bezug auf die Sportförderung einen sehr

großen Stellenwert. Die Spendenbereitschaft ist enorm wichtig,

denn die Nachwuchsleistungssportförderung ist Ländersache

und reicht nicht immer aus. Wir sind auf die Unterstützung

durch die im Rahmen der Sportgala generierten Spendengelder

angewiesen“, unterstrich LSB-Präsident Andreas Vroom die Bedeutung

der Traditionsveranstaltung für den Sportnachwuchs in

Bremen und Bremerhaven.

Die Siegerinnen und Sieger in den Kategorien Nachwuchssport,

Nachwuchsteam, Trainer und Behindertensport wurden


LSB

im GOP Varieté-Theater ebenfalls auf großer Bühne geehrt.

Neben Fußball-Coach Benjamin Eta vom Bremer SV, der als

Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde, erhielt Sportschützin

Elke Seeliger vom SV Stuhr 1912 die Auszeichnung als Behinderten-Sportlerin

des Jahres.

Der Nachwuchsförderpreis Individualsport ging an Rollstuhl-Basketballerin

Jana Bozek von den Achim Lions. In der

Kategorie Nachwuchsförderpreis Mannschaft wurde das Tanz-

Paar Lukrecija Kuraite/Yigit Bayraktar vom Grün Gold Club

Bremen geehrt, das im vergangenen Jahr mit zahlreichen nationalen

und internationalen Erfolgen auf sich aufmerksam machte

und das Sportgala-Publikum mit einer sehenswerten Darbietung

ihres Könnens zum Staunen brachte. Als „bester Moderator

und Unterstützer des Bremer Sports“ wurde der Sportjournalist

und langjährige Sportgala-Moderator Jörg Wontorra mit einem

Überraschungspreis ausgezeichnet.

Bremens Ausnahme-Schwimmer Florian Wellbrock erhielt

in diesem Jahr eine Sonder-Auszeichnung als „herausragendes

sportliches Vorbild“. Der Olympiasieger mit Bremer Wurzeln

war per Video live aus seiner sportlichen Heimat Magdeburg zugeschaltet,

wo er sich derzeit auf die anstehenden Wettkämpfe

vorbereitet. Seine Eltern nahmen den Preis stellvertretend für

ihn entgegen. Auf die Frage, welche Voraussetzungen geschaffen

werden müssten, um Spitzensportler wie ihn künftig in Bremen

zu halten, antwortete Wellbrock diplomatisch. „Es braucht natürlich

entsprechende Sport-Leistungszentren, vor allem aber

professionelle Trainerinnen und Trainer, die wissen, wovon sie

sprechen und in Vollzeit arbeiten. Eine Verknüpfung dieser beiden

Komponenten wäre eine gute Basis“, so Wellbrock.

Das mit rund 400 Besucher:innen gut gefüllte GOP Varieté-

Theater hat sich nach der Corona-Pause erneut als hervorragende

Schaubühne für den Sport erwiesen. Der Sportstiftung-Vorsitzende

Peter Gagelmann freute sich ebenso wie LSB-Präsident

Andreas Vroom über zahlreiche Gäste, darunter Vertreter:innen

aus Sport, Politik und Wirtschaft. Zufrieden zeigte sich Gagelmann

auch mit der eingenommenen Spendensumme in Höhe

von rund 23.000 Euro. Der Gala-Abend – in dessen Mittelpunkt

neben den Ehrungen der Sportlerinnen und Sportler sowie der

Spendenaktion auch der persönliche Austausch stand – wurde

abgerundet mit spektakulären Show- und Tanzeinlagen.

15


TITEL

„Von Anfang an hat alles gepasst“

Rollstuhlbasketballerin Jana Bozek ist mit dem Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet worden

16

Seit fünf Jahren spielt Jana Bozek für

die Achim Lions Rollstuhlbasketball

– äußerst erfolgreich. Bereits nach

einem Jahr wurde die heute 17-Jährige, die

aufgrund einer Fehlbildung der Wirbelsäule

und des Rückenmarks auf den Rollstuhl

angewiesen ist, zur Nationalmannschaft

eingeladen. Auf der Sportgala wurde sie mit

dem Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet.

Im Interview spricht sie darüber, wie sie

zum Basketball gekommen ist, wie ihr der

Sport zu mehr Selbstbewusstsein verholfen

hat und welche sportlichen und schulischen

Ziele sie derzeit hat.

Wie bist du zum Basketballspielen gekommen?

Ich hatte davon erfahren, dass der Verein

eine Sportgruppe hat, die Bewegungsspiele

für Kinder im Rollstuhl anbietet. Die wollte

ich mir mal angucken. Dort waren dann

auch der Trainer und ein Spieler vom Rollstuhlbasketballteam

vor Ort. Die beiden

haben mir angeboten, einmal zum Training

vorbeizukommen. Das habe ich dann gemacht.

Hattest du vorher schon einmal gespielt?

Nein, noch nie. Ich habe mir dann zunächst

ein Heimspiel der Mannschaft angeguckt

und war gleich begeistert. Anschließend

habe ich am Training teilgenommen und

bin bis heute dabeigeblieben. Es hat sich

von der ersten Minute an für mich genau

richtig angefühlt und die Mannschaft hat

mich auch super aufgenommen. Man kann

sagen, dass von Anfang an alles gepasst

hat.

Wie war es für dich, zum ersten Mal einen

Basketball in der Hand zu haben?

Sehr ungewohnt. Die Distanz erschien mir

sehr hoch und weit, gerade zu Anfang war es

schwer, das richtig einzuschätzen, zumal die

Kraft und auch das Gefühl dafür noch fehlten.

Das wurde aber von Training zu Training

immer ein bisschen besser.

Wie häufig trainiert du?

Zweimal in der Woche habe ich Mannschaftstraining.

Wenn es passt, versuche ich

zudem einmal pro Woche noch ein Einzeltraining

zu machen.

Euer Team besteht aus Männern und Frauen.

Richtig, bei uns in der Liga ist es eine gemischte

Mannschaft. Wenn wir die Deutsche

Meisterschaft der Junioren spielen, ist es

auch ein gemischtes Team, bei der Meisterschaft

der Frauen dann aber, wie der Name

schon sagt, ein reines Frauenteam und international

ist es sowieso nach Männern und

Frauen getrennt.

Ist es ein großer Unterschied in einem

gemischten oder einem Frauenteam zu

spielen?

Eigentlich nicht, bei beiden Teams geht es

ordentlich zur Sache. Aber während die

Männer mehr über Geschwindigkeit kommen,

bringen die Frauen mehr Taktik ein.

Obwohl du vorher nie gespielt hattest, hat

es dann aber schnell gut funktioniert …

Das stimmt, bereits nach einem Jahr hatte

ich die erste Einladung zur Nationalmannschaft

erhalten.

Wie war das, als die Einladung kam?

Zuerst konnte ich es gar nicht glauben. Für

mich war alles neu und sehr aufregend.

Du konntest vor zwei Jahren krankheitsbedingt

nicht an der Europameisterschaft

teilnehmen. Bist du noch bei der Nationalmannschaft

dabei?

Momentan nicht, da ich mich die kommenden

zwei Jahre voll auf mein Abitur konzentrieren

möchte. Ob ich danach noch einmal

in die Nationalmannschaft zurückkehren

möchte, weiß ich momentan noch gar nicht.

Das entscheide ich dann, wenn es soweit ist.

Ich muss natürlich überhaupt erst wieder

eingeladen werden und dann auch selbst gucken,

wo ich sportlich stehe.

Hat sich dein Leben durch den Basketball

verändert?

Ja, ich habe mich dadurch gleich super gefühlt,

war nicht mehr ausgeschlossen. Es gab

einen Raum, in dem ich mich wohlgefühlt

habe, in dem ich Menschen getroffen habe,

mit denen ich mich austauschen und reden

konnte. Ich war durch den Basketball in der

Gesellschaft aufgenommen und konnte

endlich einen Sport ausüben, der mir richtig

Spaß macht. Mein Selbstbewusstsein ist dadurch

noch einmal deutlich gestiegen.

Welche sportlichen Ziele hast du für die

Zukunft?

Ich befinde mich gerade in der Vorbereitung

für die Deutsche Meisterschaft der Damen

bei der wir gut als Team zusammenspielen,

viel Spaß haben und natürlich auch möglichst

gut abschneiden wollen.


Cricket und

hoher Besuch

„Family Sports Day“ in Obervieland


INTEGRATION

Auf gute Nachbarschaft wird in

Deutschland gern angestoßen, am

vergangenen Pfingstsonntag gab es

trotz eines Events unter Nachbarn in der

Turnhalle Egon-Kähler-Straße jedoch keinen

Fußball oder Sekt. Der TuS Komet Arsten

und die Deutsch-Indische Gesellschaft

(DIG) luden zum „Family Sports Day“, zum

Familien-Schnuppertag mit Badminton

und vor allem Cricket ein. Der Freundschafts-Verein

für deutsch-indischen

Austausch und der Großverein im Bremer

Süden sind direkte Nachbarn im Quartier

Obervieland und stellten das Event gemeinsam

mit dem Programm „Integration

durch Sport“ auf die Beine.

Die Tore der Halle öffneten um 11 Uhr

– dahinter erwartete die Teilnehmenden

eine herzliche Begrüßung von hohem Besuch:

John H. Ruolngul, Generalkonsul der

Republik Indien war aus Hamburg angereist,

um Grußworte zu sprechen und Bekanntschaften

zu knüpfen. Es begrüßten

außerdem zwei alteingesessene Bremer aus

dem Organisationsteam: Vivek Bhandari,

Vizepräsidenten und Gründer der DIG sowie

Mohammed „Mo“ Tahir, Sportlotse im

Landessportbund Bremen und Mitglied des

Bremer Rates für Integration. Letzterer war

wegen einer Corona-Erkrankung lediglich

digital mit Videobotschaft vor Ort. Analog

in die Halle schaffte es jedoch Bernd Nehrhoff,

stellvertretender Vorsitzender des TuS

Komet Arsten, über dessen Besuch sich besonders

die DIG und Mo Tahir freuten. Viel

Dank ging auch an alle Helfer:innen, die

seit dem ursprünglich geplanten Termin

2021 nicht abgesprungen waren.

Doch wozu der Aufwand für einen

Schnuppertag mit Cricket? Cricket ist eher

nicht als besonders zugängliche Kinder-

Sportart bekannt. Genau dieses (Vor-)

Urteil wollte der „Family Sports Day“ mit

guter Vorbereitung durchbrechen. „Die

Sportart soll bekannter werden.“ meint

Sportlotse Mo Tahir. „Wir würden wirklich

gern noch mehr Vereine neben SG Findorff

gewinnen und Menschen für den Sport begeistern.

Es gibt sicher auch hier beim TuS

Komet Arsten viele Freunde, die anfangen

würden, wenn sie Cricket in der Nähe hätten.

Wenn es gut läuft, könnte man in Bremen

sogar einen Verband gründen,“ meint

der Sportlotse.

Jaya Kishore Chintala (DIG) und Venkat

Medasani stellten die Sportart vor und

INFOS ZU FÖRDERMÖGLICHKEITEN

wählten als Einstieg einen eher unkonventionellen,

aber vor Ort erstaunlich beliebten

Ansatz: Eine PowerPoint-Präsentation.

Materialien, Begriffe, Regeln und das Ziel

des Spiels konnten so sehr übersichtlich

dargestellt werden, bevor es live ans Sportmaterial

ging.

Die Praxis des Schnupperangebots

startete mit einem ausgiebigen Warm-Up

– gerade als Bowler (Werfer) helfen warme

Muskulatur und flexible Gelenke dabei,

unbekannte Bewegungsmuster schnell

und unverletzt zu erlernen. Anschließend

ging es mit Bats, Balls und Bails weiter ins

freie Probieren mit Hilfestellung oder Haltungskorrektur.

Hierbei halfen vier Trainer

der DIG bei Bedarf alles von verschiedenen

Aufprallarten des Balls bis zur besten

Schulterhaltung beim Wurf zu lernen.

Als weiterführende Stationen gab es

unter anderem natürlich auch die Möglichkeit

auf Badminton, das weniger Einführung

bedurfte, ein Glücksrad und eine Ecke

zum Klönschnack. Die Verpflegung bestand

aus Wasser, Obst und Gemüse – allerdings

keinen Tee. „Vielleicht ist es ein bisschen

die Anpassung an die lokalen Trinkgewohnheiten,

man kommt sich ja entgegen.

Aber das ist schon außergewöhnlich. Wer

Tee möchte, wird bei Cricket-Spielen sonst

aber nicht enttäuscht.“

Über den Tag verteilt besuchten knapp

100 Gäste die Halle an der Egon-Kähler-

Straße. Gegen 16 Uhr fand das Tagesevent,

das auch im Kontext der Cricket Days 2022

stand, mit Bollywood-Musik und Tanz seinen

Ausklang.

Übrigens: Es gibt sehr gute Gründe, in

Bremen für den Cricketsport zu werben.

Bisher bietet lediglich die SG Findorff (mit

großem sportlichen Erfolg) Cricket als Vereinssport

im kleinsten Bundesland der

Welt an. Für einen Landes-Fachverband

und damit auch eine Interessenvertretung

im Deutschen Cricket Bund benötigt

ein Bundesland jedoch drei Vereine. Dies

würde auch den Bundes-Verband stärken

und dessen Mitgliedschaft im DOSB wahrscheinlicher

machen.

Das Programm „Integration durch

Sport“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums

des Innern und für Heimat (BMI)

und dem Bundesamt für Migration und

Flüchtlinge (BAMF) unterstützt.

Das Programm „Integration durch Sport“ im Landessportbund Bremen (LSB) bietet Unterstützung

bei der integrativen Arbeit in den Bremer und Bremerhavener Sportvereinen. Als Einstieg kann von

allen LSB-Mitgliedsorganisationen eine sogenannte Mikroprojekt-Förderung von bis zu 1000 Euro

formlos beantragt werden.

Bei Mikroprojekten kann es sich um verschiedene niedrigschwellige Maßnahmen wie offene Sportgruppen,

Angebote in Flüchtlingsunterkünften oder weitere bedarfsgerechte Aktionen handeln.

Wünschenswert sind anfänglich auch Wegbegleitungen und die Einbindung von Netzwerkpartnern.

Bezuschusst werden unter anderem Übungsleitenden-Honorare, Hallenmieten und Sportmaterialien.

Informationen zum Antrag, Verwendungsnachweis sowie weiteren Fördermöglichkeiten

finden sich unter www.lsb-bremen.deKontakt: Landessportbund Bremen, Programm „Integration

durch Sport“.

Kirsten Wolf, 0421 79 287 -27, k.wolf@lsb-bremen.de

Patrick Pavel, 0421 79 287 -24, p.pavel@lsb-bremen.de

Das Info-Faltblatt „Herzlich Willkommen im Sportverein“ gibt es mittlerweile in elf verschiedenen

Sprachen. Seit kurzem ist der LSB-Flyer auch in „ukrainisch“ verfügbar.

17


BSJ

Einfach durchstarten

Freiwilligendienste im Sport: freie Stellen ab Sommer

Mit der Schule fertig und nun? Wie wäre es mit einem freiwilligen

Jahr im Sport? Alle, die zwischen 18 und 27 Jahre

alt sind, können sich noch bewerben.

Der Freiwilligendienst im Sport bietet die Möglichkeit, sich

freiwillig außerhalb von Schule und Beruf in sportlichen Einrichtungen

zu engagieren und einen Einblick in die Tätigkeitsfelder der

unterschiedlichen Sportvereine und -verbände im Land Bremen

zu bekommen. Die Aufgaben- und Tätigkeitsfelder können je nach

Interesse, dem sportlichen Profil und der Vereinsausrichtung ganz

unterschiedlich aussehen. Von unterstützenden Tätigkeiten in verschiedenen

Sportgruppen, als Übungsleiter:innen für Kinder und

Jugendliche, als Begleitung von Ferienfreizeiten und Trainingslagern

oder als Hausaufgabenunterstützung in Schule, Hort und

Jugendhäusern, -treffs bis hin zur Unterstützung in der Geschäftsstelle.

So vielfältig ist das Einsatzgebiet.

So läuft’s

X Beginn: 1. August oder 1. September

X Dauer: im Regelfall zwölf Monate

X Einsatzzeit: 39 Stunden pro Woche

X 25 Bildungstage

X 26 Urlaubstage

X 300 Euro Taschengeld

X Weiterzahlung des Kindergeldes bei Anspruch

X Anrechnung als Wartesemester

X Zeugnis und Bescheinigung danach

Was bringst du mit?

X Du bist zwischen 18 und 27 Jahre alt

X Abgeschlossene Schulpflicht

X Spaß an der Betreuung, Bewegung, dem Spiel und Sport mit

Kindern und Jugendlichen

Mehr sehen, mehr lernen

Drei Fragen an Freiwilligendienstler Luis Kremming

Warum machst du einen Freiwilligendienst im Sport?

Ich wollte einfach nach dem Abitur, nach zwölf Jahren Schule, ein

Jahr lang nicht mein Kopf anstrengen müssen. Ich habe auch gehört,

dass es auch eine ganz gute Referenz ist, wenn man einen bestimmten

Studiengang anstrebt.

Was sind deine Aufgaben?

Hier in Borgfeld mache ich jeden Tag Platzdienst. Ich helfe den beiden

Platzwärten bei allem, was hier auf der Anlage an Arbeit anfällt.

Zum Beispiel Rasen mähen, Tornetze austauschen, Tore reparieren.

Wir hängen Werbeplakate auf, fegen die Kabinen aus. Am Nachmittag

trainiere ich dann vier Mannschaften. Natürlich nicht jeden Tag.

Immer über die Woche verteilt. Die G-Jugend, das sind die ganz kleinen

Knirpse. Dann noch die F-, E- und C-Jugend.

Warum kannst du einen Freiwilligendienst im Sport weiterempfehlen?

Die meisten Leute haben nach der Schule relativ wenig in ihrem

Leben gesehen. Durch einen Freiwilligendienst im Sport reift man.

Man sieht mehr, lernt mehr. Deswegen würde ich dieses Jahr weiterempfehlen.

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Info: Luis Kremming macht seinen Freiwilligendienst beim SC Borgfeld.


Neues Kinderschutz-Siegel

Zertifikat für Vereine und Verbände

Mit einem Siegel hat die

Bremer Sportjugend (BSJ)

ihr Engagement im Kinderschutz

verstärkt. Es wird an

Vereine und Verbände vergeben,

wenn sieben der zehn

beziehungsweise zwölf Vergabekriterien

erfüllt wurden.

Zu diesen gehören zum

Beispiel, dass der Verein oder Verband Kinderschutzbeauftragte

benannt hat, Trainerinnen und Trainer einen Ehrenkodex

unterzeichnen, regelmäßige Schulungen und Fortbildungen für

Übungsleitende angeboten werden und es klare Verhaltensregelungen

für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen innerhalb

der Organisation gibt. Das Siegel hat eine Gültigkeit von

zwei Jahren und kann danach erneut angefordert werden. „Wir

wollen die ehren, die sich bereits aktiv mit dem Kinderschutz

befassen“, erklärt Elke Eichstaedt, Kinderschutzbeauftragte der

Bremer Sportjugend. Bremer und Bremerhavener Sportvereine

und -verbände können das Kinderschutz-Siegel bei der BSJ jederzeit

beantragen. „Es können sich auch all diejenigen bei uns

melden, die bei den einzelnen Punkten Unterstützungsbedarf

haben“, sagt Eichstaedt. Unterstützt wird das Kinderschutzsiegel

von der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport.

Nähere Infos: www.bremer-sportjugend.de

Jetzt bewerben

Engagement-Förderpreis der Bremer Sportjugend

Die Bremer Sportjugend (BSJ) hat den diesjährigen Engagement-Förderpreis

ausgeschrieben, um die tolle Arbeit junger

Menschen anzuerkennen. Es können junge Engagierte unter 27

Jahren nominiert werden, die sich seit mindestens drei Jahren in

besonderem Maße im Verein oder Verband für die Kinder- und

Jugendarbeit einsetzen. Unter allen Nominierungen wählt die

Jury der Bremer Sportjugend drei junge Engagierte aus, denen

der Engagement-Förderpreis verliehen wird. Die Gewinner:innen

erhalten ein Preisgeld von je 500 Euro, das sie zum Beispiel

für sportbezogene Materialien, Geräte, Kleidung, Events und

oder Bildungsmaßnahmen, die sie bei der Ausübung ihres Engagements

unterstützen, einsetzen können. Die Auszeichnung

wird im Rahmen der nächsten BSJ-Hauptversammlung am

4. September verliehen. Das Bewerbungsformular steht online

zum Download bereit. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Juli.

Download: www.bremer-sportjugend.de/Ueber_uns/Downloads/

Index.aspx

BSJ

Herausragende Leistungen

Bremer Sportjugend zeichnet Sportlerinnen und

Sportler in den Oberen Rathaushalle aus

Lisa Welik vom Eis- und Rollsportverein Bürgerweide.

Foto: Sven Peter

Bei der feierlichen Jugendehrung zeichneten die Bremer

Sportjugend (BSJ) und Sportsenatorin Anja Stahmann in

diesem Jahr wieder Sportlerinnen und Sportler aus Bremen

und Bremerhaven aus, die im Jahr 2021 Spitzenplatzierungen errungen

haben.

Zu den Disziplinen gehören Rollkunstlaufen, Rhythmische

Sportgymnastik, Kanu, Karate, Hockey, Tanzen, Schach, Handball

und Judo. Für hervorragende Jugendarbeit wurden der Störtebeker

Bremer Paddelsport e. V. von 1924, die Karate-Abteilung vom SFL

Bremerhaven sowie die Yachtgemeinschaft Grohn – bestehend aus

den Wassersportvereinen Aumund, Farge, Roland und dem Verein

Wassersport Vegesack – geehrt und mit jeweils 500 Euro von der

Sparkasse Bremen belohnt. Rund 120 Personen waren bei der Jugendehrung

vor Ort. Zu den Gewinnerinnen und Gewinnern des

Tages gehörte auch Lisa Welik. Obwohl die Rollkunstläuferin vom

Eis- und Rollsportverein Bürgerweide e. V. schon mehrere Male bei

der Jugendehrung dabei war, ist es für sie stets eine ganz besondere

Veranstaltung. „Das ist immer etwas Tolles. Man wird schließlich

für seine Leistung gekürt“, sagt sie. Bei der Junioren-WM in Paraguay

im vergangenen Jahr belegte Lisa den vierten Rang. Dieses

Jahr möchte sich die Rolltänzerin bei den Weltmeisterschaften in

Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens, mit einem Platz auf

dem Treppchen belohnen.

A-Nationalmannschaft, Aufstieg in die Bundesliga: Das sind

die sportlichen Ziele von Naomi Conze. Für die Zweitliga-Handballerin

von Werder Bremen geht es aber erst einmal darum, wieder

fit zu werden. Die 20-Jährige zog sich beim ersten Hauptrundenspiel

der Junioren-EM 2021 in Slowenien gegen Schweden einen

Kreuzbandriss zu. Die Jugendehrung war für die Rückraumspielerin

eine willkommene Abwechslung zur Reha. „Das ganze Ambiente

ist total toll und es ist ein schönes Gefühl, hier zu sein“, sagt

Bremens Nachwuchssportlerin des Jahres 2019. „Ich hätte auch

nicht erwartet, dass es so voll werden würde. Wieder ein Schritt

zurück zur Normalität.“

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FRAUEN IM SPORT

Sportlerin – Trainerin – Betreuerin

Teilhabe für alle – Sabine Schmieder lebt Inklusion

20

Wenn dieser Artikel erscheint,

wird Sabine als Trainerin von 17

Boccia-Spieler*innen des ATS

Buntentor/Lebenshilfe Bremen bei den

Nationalen Spielen von Special Olympics

Deutschland in Berlin sein. Wer bei dieser

Veranstaltung für Menschen mit geistiger

Behinderung im Breitensport zu den Ersten

zählt, wird im kommenden Jahr Deutschland

bei den Special Olympics World

Games, erstmals in Deutschland, in Berlin

vertreten. Für Sabine bedeutet die Vorbereitung

ganz viel Arbeit: online-Anmeldung,

genaue Beachtung der vielen Regeln,

… viel Stress, aber guter Stress.

Sabine Schmieder ist Sportlerin, ehrenamtlich

für den Sport aktiv und Fachfrau

für Inklusion. Diese drei Bereiche sind eng

miteinander verwoben.

Schon in jungen Jahren hat Sabine ein

breites Spektrum an Sportarten ausgeübt:

Handball beim Turn- und Sportverein

Osterholz-Tenever, dann im LAZ Bremen-Osterholz

Leichtathletik und Laufen,

Tischtennis und Basketball kamen später

dazu. Am Nachmittag hat sie draußen mit

den Jungs aus der Nachbarschaft Fußball

gespielt. „Zu schade, dass es damals noch

keine Mädchen-/Frauen-Fußball-Teams

gegeben hat“, bedauert sie. Sabine ist zehnmal

Marathon gelaufen u.a. in New York,

etliche Triathlons, ist in China, in Dalian,

für Deutschland gelaufen. Mit ihrer Halbmarathon-Zeit

steht sie in der Bestenliste

des Bremer Leichtathletik-Verbands als

Landesmeisterin. Seit einiger Knieprobleme

gehört auch Walken zu ihren Sportarten.

Seit 37 Jahren ist Sabine Übungsleiterin,

hat die Prüfer*innen-Ausbildung für die

Abnahme des Deutschen Sportabzeichens

absolviert, später zusätzlich auch für Menschen

mit Behinderungen. Die Erkenntnisse

der Ausbildungen kamen umgehend

zur Anwendung in den Gruppen, die sie

wöchentlich angeleitet hat: Fitness, Frauen-Gymnastik,

Sportabzeichen und eine

Laufgruppe. Die Triathlon-Fach-Lizenz hat

sie damals als einzige Frau – die Freundin

war leider krank – ebenfalls bestanden.

Mit-Gründerin von FLIB (Frauenlauf-

Initiative Bremen), langjährige Beteiligung

am Spieltreff Bürgerpark und Ferienprogramm

des Kreissportbundes stehen ebenfalls

in Sabines Ehrenamts-Lebenslauf.

Bedingt durch ihre Kinder und das

Mutter-Kind-Turnen (das hieß Ende der

1990er Jahre noch so) kam Sabine vor 15

Jahren zum ATS Buntentor und wurde dort

schnell Begleiterin zahlreicher Fußballspiele

als Fahrerin für die Kinder. Sie organisierte

und sponserte Kinderläufe beim

Schoko-Cross.

Sabine ist schon seit langem die zentrale

Bremer Anlaufstelle für das Deutsche

Sportabzeichen für den LSB-Stützpunkt

Bremen, sitzt im Arbeitskreis Sportabzeichen

und nimmt auf Platz 11 die Prüfungen

ab. Sie ist verantwortlich für die Prüfer*innen

und den Platz, teilt die Prüfenden an

den entsprechenden Stationen ein. Dabei

achtet sie auf eine ausgewogene Mischung

von Alter und Geschlecht der Prüfenden

aus möglichst vielen verschiedenen Sportarten.

Sie berät Sportler*innen, nimmt Anmeldungen

entgegen, sorgt für Material im

Büro und auf dem Platz, für Termine und

für alles, was sonst noch dazugehört. In

ihrer gelben Weste ist sie sofort zu finden,

ist Ansprechpartnerin für alle Fragen und

trifft Entscheidungen. Sie informiert über


das Deutsche Sportabzeichen – auch „Familien“-Sportabzeichen

– und macht Werbung,

hat immer einen kleinen Stapel Flyer

in ihrer Tasche. Natürlich absolviert sie

auch selbst alljährlich das Sportabzeichen.

Die Lust auf Sport und die Bereitschaft

für ehrenamtliches Engagement werden in

der Familie vorgelebt und weitergegeben:

von Sabines Mutter bis zu ihren drei Kindern,

alle mit Sportabzeichen – und eine

auch schon zusätzlich mit Trainerin-Ausbildung.

Ihren Mann, Läufer und Triathlet,

hat sie auf der Laufbahn kennengelernt: der

Mann in der schrill-farbigen Hose, der sie

immer an der gleichen Stelle überholte.

Der Tag von Sabine Schmieder ist zweigeteilt.

Der Vormittag gehört dem Ehrenamt,

der Nachmittag der Berufstätigkeit,

eine 24-Stunden-Stelle bei der Lebenshilfe.

Irgendwo im Tagesverlauf passt immer

wieder Sport dazwischen. Sie arbeitet seit

10 Jahren in einer Wohngruppe mit neun

Menschen mit Behinderungen und unterstützt

sie mit ihren unterschiedlichen geistigen

und körperlichen Beeinträchtigungen

bei der Alltagsbewältigung. Dazu gehört

für Sabine natürlich unbedingt auch Sport.

So ist es nicht verwunderlich, dass schon

nach kurzer Zeit, auch über ihre Wohngruppe

hinaus, Walken mit auf dem Plan

stand und sich eine Boccia-Gruppe bildete.

Alle 22 Boccia-Spieler*innen wurden

schnell Mitglied beim ATS Buntentor. Die

Walking-Gruppe nimmt an diversen Lauf-

und Walk-Terminen teil und startet bei den

Vorbereitungsläufen für den Bremen-Marathon,

beim Lauf zur Venus sowieso.

Mit ihren pädagogischen Qualifikationen

hat sie auch Möglichkeiten für Menschen

mit Behinderungen geschaffen, das

Sportabzeichen abzulegen. Anfängliche

Bedenken von Prüfenden waren schnell

zerstreut durch die positiven Erfahrungen,

durch das bereichernde Miteinander.

In zwei Jahren werden die ersten Menschen

mit Behinderungen ihr 10. Deutsches

Sportabzeichen erhalten – Sabine hat ihre

Ehrungen schon fest im Kopf.

Mit Sabines Begleitung hat eine Bewohnerin

der Lebenshilfe vor fünf Jahren

die Sportabzeichen-Prüfer*innen-Ausbildung

absolviert. Verantwortung übernehmen

können alle – man muss es nur anpacken!

So hat sie auch sechs Sportler*innen

mit geistiger Behinderung zur ÜL-Assistenz-Ausbildung

begleitet. Der LSB Bremen

in Kooperation mit Special Olympics

hat sich bereit erklärt, die Prüfungen abzunehmen,

was hier bislang nur in Hamburg

möglich war.

Seit neun Jahren ist Sabine Familienbeauftragte

der Special Olympics Bremen

und hält den Kontakt zu den Familien der

Athlet*innen. Sie organisiert gemeinsame

Events mit und ohne Sport, was den Kontakt

erleichtert und ein neues Erleben der

Familienmitglieder ermöglicht.

Erfolge sieht Sabine viele: „Niemand


FRAUEN IM SPORT

bringt heute mehr Cola zum Sport mit. Die

Sportabzeichen-Prüferin der Lebenshilfe

hat nach fünf Jahren immer noch große

Freude an ihrer Aufgabe, man merkt, wie

gut ihr das tut.“ Zur gelebten Inklusion gehören

u.a. die Gestaltung von gemeinsamen

Aktionstagen, eines eigenen Triathlons, die

Unterstützung des Bremen-Marathons

beim 30-km-Punkt sowie die Teilnahme an

den Nationalen Spielen in Berlin.

Die Liste ihrer sportlichen und ehrenamtlichen

Aktivitäten ließe sich noch um

etliches fortsetzen. Für ihr vielfältiges ehrenamtliches

Engagement ist Sabine 2018

mit der Ehrenurkunde für verdienstvolle

Tätigkeiten für den Sport ausgezeichnet

worden.

Sabines Philosophie ist klar: Sport, Gemeinschaft

und Ehrenamt sind ihr sehr

wichtig, Wertschätzung und respektvolles

Miteinander. Der Inklusionsgedanke „Teilhabe

für alle“ ist ihr großes Ziel, für das sie

viele Ideen und Initiativen entwickelt und

umgesetzt hat und das ihr Handeln leitet. Es

begleitet sie im Sport, in ihren Ehrenämtern

ebenso wie beruflich. Auf die Frage nach

Zukunftsgedanken zitiert Sabine „einen

Satz, den ich immer wieder lesen kann:

‚Wissen, dass der Weg, den man beginnt,

kein Ende hat, und dass die Welt, die man

will, unmöglich ist, und dennoch beginnen

und dennoch wollen, darum geht es.‘“

TEXT: INGE VOIGT-KÖHLER

Die Mitglieder des Ausschusses Frauen und Gleichstellung berichten über Frauen, die in ihrem Sportverein ehrenamtlich aktiv sind, sei es im Vorstand,

als Trainerin oder auf andere Weise. Frauen leisten oft unbemerkt von der Öffentlichkeit wichtige Arbeit für ihren Verein und damit auch für unsere Gesellschaft.

Seltener als Männer erfahren sie dafür sichtbare Anerkennung. Dem wollen wir hier entgegenwirken. Sie kennen auch eine Frau, die für ihren

Verein aktiv ist? Schicken Sie uns eine Mail, wir berichten gerne! (bildungswerk@lsb-bremen.de).

Sportfrauen im Netz

Auch Berichte über Bremerinnen

Über Sport-Frauen liest man in den Medien

seltener als über Männer. Die Statistik

weist lediglich 10 Prozent der Berichterstattung

über Frauen aus. Das ist nur

die quantitative Seite. Oft genug ist das

Wenige dann noch „geschmückt“ mit Details

zu Kleidung, Alter, Anzahl der Kinder

oder Enkel. Die Stimmen der Frauen, der

Sportlerinnen, Trainerinnen, der weiblichen

Führungskräfte und Funktionärinnen

bleiben oft ungehört.

Dem entgegenzuwirken ist das Internet-Portal

https://www.sportfrauen.net/

angetreten. Die Online-Nachrichtenplattform

berichtet ausschließlich über Frauen

im Sport. Dabei geht es nicht nur um Punkte,

Zeiten, Siege, sondern auch um Themen,

die ansonsten kaum Beachtung finden – es

sei denn, sie lassen sich reißerisch ausschlachten.

So wird z. B. berichtet über

Teilnehmerinnen der Kunstturn-Europameisterschaften

in Basel, von denen einige

im Ganzkörperanzug antreten und damit

einen Wandel in ihrer Sportart einleiten

– und über die Hintergründe, wie es dazu

kam. Ein Artikel informiert über die Deutschen

– natürlich – Frauen-Eishockey-

Meisterschaften. Es gibt einen Newsticker,

eine Podcastreihe, die Doku „Generation F

– Zeit für Sportler:innen“ über erfolgreiche

Sportlerinnen, einen Online-Shop zum Bestellen

von Fanartikeln von Sportfrauen.net,

einen RSS und vieles mehr. Man kann nach

Sportarten auswählen oder durch Eingabe

von Suchbegriffen schnell zu bestimmten

Berichterstattungen kommen. Klickt Euch

doch mal rein!

21


GESUNDHEIT

Richtig Joggen

Langer Atem wichtig auf der Strecke

und bei der Vorbereitung?

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dem Einstieg in das Lauftraining einem sportärztlichem Check-up

zu unterziehen. „Vor allem bei Übergewicht, Adipositas, chronischen

Erkrankungen wie Asthma Bronchiale oder Diabetes sowie

bekannten Vorerkrankungen oder weiteren gesundheitlichen

Problemen ist dieser Check-up wichtig, um die Sporttauglichkeit

ordnungsgemäß einschätzen zu können“, sagt Robin Neumann.

„Ebenso ratsam ist eine Laufanalyse, bei der eventuelle Technikfehler

frühzeitig erkannt, korrigiert und folglich Verletzungen vermieden

werden können.“

Höher, schneller und auch weiter?

Die größten Anfängerfehler

Viele Einsteiger laufen am Anfang des Trainings zu schnell und

spulen zu viele Kilometer ab. So verlangen sie ihrem untrainierten

Körper zu viel ab. Robin Neumann empfiehlt: „Jeder Einstieg in das

Lauftraining sollte mit viel Geduld, Ruhe und gesunder Selbsteinschätzung

begonnen werden. Denn nur so vermeidet ein Läufer

körperliche Beschwerden.“ Auch die richtige Schuhwahl kann über

den langfristigen Erfolg entscheiden. Denn ein unbequemer Treter

verdirbt nicht nur den Spaß am Laufen, sondern kann langfristige

Schäden anrichten. Der Laufschuh sollte auf keinem Fall irgendwo

drücken, ausreichend gedämmt sein, genügend Stabilität besitzen

sowie keinen allzu hohen Schuhrand haben.

Aber bitte mit Spaß – der optimale Motivator

Jeder Anfang ist schwer. Doch ist erstmal eine Routine etabliert,

werden Fortschritte nicht lange auf sich warten lassen. Auch der

Faktor Spaß darf nicht unterschätzt werden. Hin und wieder neue

Strecken oder Beschaffenheiten auszuprobieren, kann Wunder bewirken.

Trainingsprogramm für Anfänger

22

Kühle Luft am Morgen, Nebeldecken auf den Wiesen und Feldern

und die offene Straße vor der Brust: Schon bei dem Gedanken

an solche Szenarien möchten sicherlich viele einfach

losjoggen. Auch für Anfänger bietet der Sommer optimale Bedingungen,

um endlich die Laufschuhe aus dem Schrank zu holen.

Der Einstieg in das Lauftraining ist für jede Person unterschiedlich,

da alle Läufer individuelle Voraussetzungen mitbringen.

Beim Laufen spielen das Alter, die körperliche Gesundheit sowie

das Körpergewicht eine zentrale Rolle. Das Training sollte sich

langsam steigern und mit Geduld und gesunder Selbsteinschätzung

begonnen werden. Robin Neumann, Leiter Prävention und

Betriebliche Gesundheitsförderung der Paracelsus Sportmedizin

und Prävention, weiß, worauf es bei dem optimalen Einstieg in das

Lauftraining ankommt und gibt wertvolle Trainingstipps.

Präventive Herangehensweise:

Einfach loslaufen nicht immer die beste Idee

Die Motivation macht schon sehr viel aus. Doch wenn Hobby-

Läufer bei der nächstbesten Gelegenheit auf die Straße stürmen,

tun sie damit ihrem Körper nicht immer etwas Gutes. Personen,

die sich generell als unsportlich einschätzen und bereits seit vielen

Jahren keinen Sport betrieben haben, wird empfohlen, sich vor

X Zwei bis dreimal die Woche in einem schnellen Tempo eine längere

Distanz gehen – Hinweis: Bloß nicht aus der Puste kommen.

Eine normale Unterhaltung sollte jederzeit möglich sein.

X Einen Tag in der Woche sollten Kräftigungs- und Ausgleichübungen

gemacht werden, gerne auch unmittelbar nach dem

schnellen Gehen, wie beispielsweise der Unterarmstütz oder

das Becken heben.

X Je nach Fitnessgrad kann nach ungefähr drei Woche mit einem

gesunden Mix aus Laufen und Gehen begonnen werden. Zwei

bis drei Trainingseinheiten pro Woche reichen im Durchschnitt

aus.

X Generell empfiehlt Robin Neumann: „Erst den Umfang und

dann die Intensität steigern. Zudem sollte man sich langsam an

die neue Belastung gewöhnen und nicht unmittelbar in ein zu

anstrengendes Training einsteigen.“

Info

Gesundheits-Check-ups und Laufanalysen können im Zentrum

für Sportmedizin & Prävention im wohninvest WESER-

STADION durchgeführt und online gebucht werden unter:

www.paracelsus-kliniken.de/sportmedizin-bremen/. Auch

auf dem Instagram-Kanal der Paracelsus Sportmedizin und

Prävention (@paracelsus_sportmedizin) gibt es Tipps und

Insights rund um das Thema Sportmedizin und Sporttauglichkeitsuntersuchungen.


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Unterstützung des Breitensports

DOSB fordert ein Umsteuern in der deutschen Sportpolitik

Klarheit

Mitgliedsbeiträge weiter steuerfrei

24

In einem Ende Mai veröffentlichten

Eckpunktepapier macht die größte

Bürgerbewegung des Landes der

Bundesregierung ein umfangreiches Gesprächsangebot,

um gemeinsam mit dem

organisierten Sport Deutschland nachhaltig

in Bewegung zu versetzen.

„Mit dem fast 500 Millionen Euro umfassenden

Paket zur Unterstützung des

Breitensports hat die Politik ein wichtiges

Signal gesendet. Das ist ein wichtiger erster

Schritt dahin, nach dem pandemischen

Stillstand Deutschland wieder in Schwung

zu bringen”, sagte DOSB-Präsident Thomas

Weikert. Dazu böten die rund 90.000

Sportvereine mit ihren flächendeckenden

und niederschwelligen Angeboten die

beste und dazu sofort verfügbare Plattform.

Die Probleme aber lägen tiefer und

seien langanhaltender, so Weikert. Der

Bewegungsmangel sei mittlerweile in jeder

Generation angekommen

und präge das Leben gerade

von Kindern und

Jugendlichen. „Als

Gesellschaft müssen

wir in jedem

Lebensbereich

gegensteuern.

Dazu müssen wir

gemeinsam mit

den Verantwortlichen

in Bund und

Ländern neue Wege

gehen. Sport betrifft

Gesundheit, Integration,

Städtebau oder Wirtschaft.“

Der DOSB-Vorstandsvorsitzende

Torsten Burmester begrüßte in diesem

Zusammenhang ausdrücklich die Ankündigung

der Regierungskoalition, unter

breiter Beteiligung verschiedener Stakeholder

einen „Entwicklungsplan Sport“ erarbeiten

zu wollen: „Die Bundesregierung

erkennt damit den Wert von Sport und

Bewegung grundsätzlich an und macht

dem Sport damit das Angebot, das Land

gemeinsam aktiv und bewegt zu gestalten.

Als Dachverband des organisierten Sports

in Deutschland, mit 100 Mitgliedsorganisationen

und mehr als 27 Millionen Mitgliedschaften,

steht der DOSB bereit, zur

erfolgreichen Entwicklung eines solchen

Gesamtkonzepts für den Sport, vor allem

aber zur Umsetzung der dann im „Entwicklungsplan

Sport“ enthaltenen Maßnahmen,

seinen Beitrag zu leisten.

Als mögliche Impulse bezeichnet das

Eckpunktepapier mit dem Titel „Sport bewegt

Deutschland“ die Einrichtung einer

Koordinierungsstelle beispielsweise durch

eine Staatsminister:innen-Position im

Bundeskanzleramt und eine Förderlinie

Breitensport im Bund. DOSB-Vorständin

Sportentwicklung Michaela Röhrbein

sagt: „Sportvereine und -verbände leisten

seit Jahrzehnten einen wesentlichen

Beitrag zur Gesunderhaltung der Gesellschaft.

Der Breitensport hält und bringt

Menschen zielgruppen- und altersübergreifend

millionenfach in Bewegung. Die

Sportvereine sind ideale Partner für bewegungsfördernde

Projekte in bewegungsarmen

Settings, wie Kitas, Schulen oder dem

Arbeitsplatz. Daher sind sie im Sinne der

im Präventionsgesetz angedachten Kooperation,

Koordination und Vernetzung

als eigenständiger Akteur anzuerkennen.“

Inhaltlich ziele die Initiative des DOSB

auf neun Handlungsfelder, so Röhrbein.

Neben der ressortübergreifenden Koordination

auf der bundespolitischen

Ebene und

der Überwindung der

Pandemie stehe das

Ehrenamt im Fokus.

Wertevermittlung

durch

Sportvereine als

maßgeblichem

Beitrag für eine

demokratische

und vielfältige

Gesellschaft und

zur Stärkung des gesellschaftlichen

Zusammenhalts

müsse besser gefördert

werden, so die Vorständin

Sportentwicklung. In der Gesundheitspolitik

müsse der Sport mit an den Tisch.

Auch die Anerkennung der Sportvereine

als Bildungsorte sei überfällig: Sportvereine

seien ein bedeutender Sozialisationsraum

und böten lebenslang zahlreiche

Lehr- und Lerngelegenheiten für

alle Menschen. Darüber hinaus müsse der

Sanierungs- und Modernisierungsstau bei

Sportstätten aufgelöst werden. Sportstätten

müssten nachhaltig gebaut und für alle

Bevölkerungsgruppen erreichbar und zugänglich

sein. Schließlich könne der Sport

auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

durch Minderung von Treibhausgasemissionen

leisten, sagte Röhrbein:

„Um das Ziel der neuen Bundesregierung

eines klimaneutralen Deutschlands bis

zum Jahr 2045 zu erreichen, braucht es Engagement

aller gesellschaftlichen Akteure.

Hier steht der Sport bereit, Verantwortung

zu übernehmen.“

Die AG Gemeinnützigkeit des DOSB hat

sich intensiv mit der Umsatzsteuerpflicht

von Leistungen von Sportvereinen auseinandergesetzt.

Grund hierfür war ein

Urteil des Bundesfinanzhofs aus dem

April, welches stellenweise so interpretiert

worden war, dass Mitgliedsbeiträge

generell nicht länger als steuerfrei zu behandeln

sind. Eine Fehlinterpretation,

so die einhellige Meinung der AG. „Die

Einschätzung der in der AG versammelten

Expert:innen hat für Klarheit und

somit auch Beruhigung in diesem Sachverhalt

gesorgt. Bezogen auf die echten

Mitgliedsbeiträge ist das Urteil lediglich

eine Bestätigung der seit Jahren geltenden

Rechtslage. Jeder Mitgliedsbeitrag,

der keine konkrete Gegenleistung enthält,

ist für Vereine und Verbände auch weiterhin

nicht steuerbar“, sagt Thomas Arnold,

Finanzvorstand des DOSB.

Dennoch sieht der DOSB dringenden

Handlungsbedarf, da das BFH-Urteil

deutlich macht, dass für den vorliegenden

Sachverhalt das nationale Recht anzuwenden

ist. Bislang konnten sich Vereine

und Verbände optional auf das EU-Recht

beziehen. Deshalb ist es zwingend notwendig,

dass die Rechtslage in Bezug auf

steuerfreie und steuerbare Nebenleistungen

im deutschen Recht im Sinne des

Sports präzisiert wird. Unser Ziel ist es,

alle wettkampf- und trainingsnahen Leistungen

der Verbände und Vereine vor der

Besteuerung zu bewahren. Diesbezüglich

werden wir das Gespräch mit dem Gesetzgeber

suchen“, so Arnold.

Bei diesen Gesprächen soll der Politik

zudem der durch die AG entwickelte und

aktualisierte Forderungskatalog zur Stärkung

des Ehrenamts vorgestellt werden.

Die Maßnahmen zielen auf Steuererleichterungen

und den Abbau von Hemmnissen

für ehrenamtliches Engagement ab.


Krebs und Sport

Informativer Bremer Aktionstag / Chronisches Erschöpfungssyndrom „Fatique“ im Mittelpunkt

Welche Auswirkungen haben Sport und Bewegung auf die

Behandlung einer Krebserkrankung und was für Angebote

in der Krebsnachsorge können Betroffene wahrnehmen?

Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt des

4. Aktionstages „Krebs und Sport“, den der Landessportbund Bremen

und die Bremer Krebsgesellschaft gemeinsam mit verschiedenen

Bremer Sportvereinen organsiert haben. Rund 30 Interessierte

und Betroffene nahmen am Aktionstag im „KWADRAT“ des

Martinhofes an der Bremer Wilhelm-Kaisen-Brücke teil und nutzten

die Gelegenheit, um sich über den aktuellen Forschungsstand

zum Thema „Krebs und Sport“ zu informieren.

Im Fokus des diesjährigen Krebssporttages stand das chronische

Erschöpfungssyndrom „Fatique“. Die Teilnehmenden hörten

sich dazu nicht nur Vorträge an, sondern konnten auch Übungsutensilien

ausprobieren und sich vor Ort Rat von Krebssportübungsleitenden

anhören. In seinem Grußwort ging der Schirmherr

der Veranstaltung, Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte,

unter anderem auf die Bedeutung von Sport und Bewegung für die

Krebs-Nachsorge ein.

„Die Sportvereine leisten durch ihre Kooperation mit der Bremer

Krebsgesellschaft einen großen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt

in unserer Stadt. Eine Krebserkrankung wirft die Menschen

häufig auf sich selbst zurück. Durch Sport, und vor allem

durch Sport im Verein, können sie den Anschluss an das gesellschaftliche

Leben halten oder wiedererlangen. Solche Möglichkeiten

mobilisieren neue Energie und unterstützen die Selbstheilungskräfte“,

so Bovenschulte.

Auch Monika Wöhler, Vizepräsidentin des Landessportbundes

Bremen, hob die Bedeutung der Krebssportangebote in den Vereinen

hervor. Sportvereine, so Wöhler, seien ein wichtiger Faktor,

wenn es um die Gesundheit und die Steigerung der Lebensqualität

geht. Gerade in Zeiten der Pandemie sei es wichtig, ein Bewegungsangebot

bereitzuhalten, das einen Ausgleich schafft für die

vielen Einschränkungen im Gesundheitswesen und der Nachsorge

in den letzten zwei Jahren. „Sportvereine bieten ihren Gruppen

einen geschützten Raum und die Möglichkeit, sich vertrauensvoll

auszutauschen, Fragen zu stellen und sportliche Lösungen zu finden.

Wieder gesund zu werden und dann auch zu bleiben, sollte das

oberste Ziel für jeden einzelnen sein“, sagte Wöhler.

Der Bremer Krebssporttag findet in der Regel alle zwei Jahre statt. Der

genaue Termin für das Jahr 2024 steht noch nicht fest. Weitere Informationen

zum Thema „Krebs und Sport“ gibt es unter Sport und Krebs/

Rehabilitationssport (lsb-bremen.de).

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GESUNDHEIT

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Der Weg zur Genesung

Wie das RehaZentrum Bremen Sportlern nach Verletzungen wieder auf die Beine hilft

Ausdauertraining dient es dem Zweck allgemein

fitter und an die Bewegung herangeführt

zu werden. Außerdem bieten wir

Ergometer-Training auf Fahrrädern an. Da

wir auch über kurbelverkürzte Modelle verfügen,

können auch Patienten mit einer geringeren

Beweglichkeit in die Pedale treten.

Vor allem für Menschen mit Knieverletzungen

ist dieses Training empfehlenswert.

Um sich wieder ein vernünftiges Gangbild

anzueignen, gibt es zudem ein Laufbandtraining.

Grundsätzlich werden alle Programme

individuell auf die Verletzungen

der Patienten abgestimmt und mit Physiotherapie

kombiniert. Dabei kommen physikalische

Anwendungen wie zum Beispiel

eine Lymphdrainage zum Einsatz oder

auch manuelle Techniken, die der allgemeinen

Kräftigung und Mobilisierung dienen.

26

Mira-Kristin William ist Physiotherapeutin im RehaZentrum Bremen.

Ob Kreuzbandriss, Arthrose oder

Bandscheibenvorfälle: Mit diesen

Verletzungen haben Sportler nicht

selten zu kämpfen. Das sogenannte SporThep

des RehaZentrum Bremen versteht sich als

Kompetenzzentrum für Sportmedizin und

Physiotherapie und hat es sich zum Ziel gesetzt,

Sportler bei ihrer Genesung zu unterstützen

und dabei zu helfen, wieder fit zu

werden. Welche Behandlungsmöglichkeiten

dabei zum Einsatz kommen, erzählt Physiotherapeutin

Mira-Kristin William.

Welche Behandlungen bietet das SporThep

im RehaZentrum an?

Zum einen gibt es die Anschlussheilbehandlungen,

die nach Operationen angewendet

werden, und zum anderen die normale

Reha, eingeleitet über die Rentenversicherung.

Bei dieser Behandlungsform muss im

Vorfeld nicht zwangsläufig eine Operation

stattgefunden haben. Zudem kann man im

SporThep über ein sogenanntes EAP-Rezept

behandelt werden. Dieses beinhaltet eine erweiterte

ambulante Therapie mit einem umfassenderen

Programm, bei dem Sport mit

Physiotherapie und Lymphdrainage kombiniert

wird. Mit einem regulären Rezept für

Physiotherapie kann man natürlich auch zu

uns ins SporThep kommen.

Foto: RehaZentrum Bremen

Was beinhalten die Behandlungen konkret?

Den allgemeinen Reha- oder Anschlussheilbehandlungspatienten

wird ein multimodales

Programm mit Vorträgen und Seminaren

geboten, die sich beispielsweise Themen wie

Rückengerechtes Arbeiten widmen. Aber

auch Schmerz- und psychologische Seminare,

etwa zur Stressbewältigung, gehören

dazu. Ein weiterer und wichtiger Bestandteil

ist das Entspannungstraining, da es für

viele schwierig ist, einfach mal runterzukommen.

Insbesondere Sportler brauchen

einen Ausgleich, um sich zu erholen. Im

SporThep lernen sie die richtigen Entspannungstechniken

und wie diese im Alltag

anzuwenden sind.

Wie steht es um sportliche Behandlungsinhalte?

Das persönliche Sportprogramm gestaltet

sich abhängig vom Krankheitsbild. Möglicher

Bestandteil kann zum Beispiel das Bewegungsbad

sein mit Übungen im Wasser

sein. Im Becken wird Patienten die Schwere

genommen, sodass sie sich viel besser bewegen

können, als im Alltag. Dann bieten

wir noch die medizinische Trainingstherapie

an, bei der unsere Patienten an Geräten

trainieren und ein auf sie abgestimmtes

Programm absolvieren, das im Vorfeld von

den Therapeuten zusammengestellt wird.

Diese sind übrigens auch immer ansprechbar,

wenn Fragen auftreten.

Was für Kurse werden noch angeboten?

Je nachdem, wie fit die Patienten sind, gibt

es beispielsweise noch Nordic Walking. Als

Wir arbeiten die Physio- und Sporttherapeuten

im RehaZentrum zusammen?

Die Arbeit verläuft Hand in Hand. Wir sind

im ständigen Austausch und überlegen uns

im Team gemeinsam, was man vielleicht

noch an dem Programm eines Patienten verändern

oder erweitern kann.

Wie stellen Sie sicher, das Sportler wieder

fit sind?

Im SporThep verfügen wir über einen sogenannten

Isokinet, einen Kraftmessstuhl,

an dem wir sehr gut mit Sportlern arbeiten

können. Nach einem Kreuzbandriss etwa

herrscht auf der operierten Seite noch ein

Kraftdefizit. Mit diesem Stuhl kann erst

die Kraft auf der gesunden Seite gemessen

und dann der verletzten Seite gegenübergestellt

werden. So können wir sicherstellen,

dass kein zu großes Kraftdefizit

vorhanden ist bevor die Sportler wieder

ins Training gehen. Wenn das Defizit noch

besteht, ist die Gefahr von erneuten Verletzungen

sehr hoch. Zudem gibt es eine

„Irena“, eine intensivierte Rehanachsorge.

Das ist ein Programm, welches auch über

die Rentenversicherung stattfindet und

24 Termine beinhaltet. Patienten können

es morgens von 7.30 bis 9.30 Uhr oder

nachmittags von 16.30 bis 19.20 Uhr absolvieren.

Zu dem Programm gehören eine

Stunde Sport an den Geräten, eine Entspannungstherapie,

ein Bewegungsbad,

sowie eine physiotherapeutische Gruppe

und eine Arbeitstherapie, wo es noch mal

um die Abläufe im Alltag geht. Gerade bei

Sportlern muss auch nach der Reha ein

dauerhaftes Training stattfinden.


BESSER FÜR RÜCKEN UND KARRIERE.

Wir haben über 30 Jahre Erfahrung in Leistungssport, Physiotherapie, sowie der

orthopädischen und kardiologischen Rehabilitation.

Physio- und Sporttherapeuten bieten wir attraktive Arbeit mit Zukunftsperspektive,

Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen. Jetzt QR-Code scannen!

RehaZentrum Bremen GmbH

Tel. +49 (0) 421 / 80 60 6 -3

info@rehazentrum-bremen.de

www.rehazentrum-bremen.de

Für Leistungssportler

und Freizeitaktivisten

Das SporThep ist aus dem medizinischen Leistungszentrum des SV Werder

Bremen entstanden und hat sich über die Jahrzehnte in der Region zu

dem führenden Kompetenzzentrum für Sportmedizin und Physiotherapie

entwickelt. Ob Leistungs- oder Freizeitsportler, ob akute Verletzung oder

chronische Schmerzen - im SporThep erwartet Sie eine ganzheitliche Behandlung

aus moderner Sportmedizin und funktionellen Therapieansätzen.

Das SporThep-Team unterstützt Sie bei:

● Sportverletzungen des Bewegungsapparats

● Akute und chronische Schmerzen

● Sportvereinsberatung auf medizinischer Ebene

● Sportlerbetreuung

● sportartspezifischen Tauglichkeitsuntersuchungen

● Wunsch auf eine zweite medizinische Meinung

RehaZentrum Bremen GmbH,

Zentrum für ambulante Rehabilitation,

physikalische Therapie und Sportmedizin

Senator-Weßling-Str. 1a · 28277 Bremen

Tel: +49 (0) 421 / 44 96 96

Email: info@sporthep.de

www.rehazentrum-bremen.de

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VEREINE & VERBÄNDE

Bürgermeister rockt die Halle

Andreas Bovenschulte gratuliert zum 125-jährigen

Jubiläum des ATSV Habenhausen

Aufstieg und erstklassig

Der Bremer Hockey-Club startet durch

Es war ein besonderer Gruß, den Bürgermeister Andreas Bovenschulte

anlässlich der Jubiläumsfeier des ATSV Habenhausen

mitgebracht hatte. Er intonierte spontan zur Melodie von „We’ll

rock you“ einen Glückwunsch und forderte das Publikum auf,

mitzurocken. „Toll, wenn der Gast meinen Job übernimmt“, reagierte

Moderator Axel Pusitzky souverän.

Der ATSV Habenhausen freute sich und fühlte sich sehr geehrt,

dass der Bremer Bürgermeister die Einladung zum Festakt

angenommen hatte. Auch von Seiten der Senatorin für Soziales,

Jugend, Integration und Sport ließ es sich Staatsrat Jan Fries nicht

nehmen, persönlich zu gratulieren. Außerdem hatten der Präsident

des Landessportbundes Bremen (LSB), Andreas Vroom, sowie

der Ortsamtsleiter Obervieland, Michael Radolla, als Redner

zum Festakt zugesagt. In ihren einleitenden Statements waren sie

sich einig über die gesellschaftliche Bedeutung der Sportvereine.

Alle machten ihren Dank und ihre Anerkennung für die Arbeit

der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bis hin zum Vorstand

sowie für das Engagement der Übungsleiterinnen und Übungsleiter

deutlich.

Die letzten Jahre stellten durch die Pandemie auch den Bremer

Hockey-Club (BHC) vor neue Herausforderungen. Doch der Verein

nutze die Zeit, etwa, um mit umfangreichen Investitionen die

Anlage am Heinrich-Baden-Weg zu erweitern, das Angebot zu

modernisieren und für die ganze Familie im Breitensport noch

attraktiver zu machen. Nun startet der Bremer HC auch im Leistungsbereich

durch und steigt im Damen-Hockey in die erste

Bundesliga und im Herren-Hockey in die Regionalliga auf.

Im Leistungssport waren die letzten Jahre mit stark eingeschränktem

Spielbetrieb eine ziemliche Durststrecke für den so

erfahrenen wie ehrgeizigen BHC-Cheftrainer Martin Schultze.

Doch nun gibt es im Hockeybereich gleich doppelt Grund zu

feiern: Die 1. Herren konnten unter Trainer Santiago Arceo ihr

Potential entfalten und sind nach neun Jahren wieder in die Regionalliga

aufgestiegen. Mit einem Torverhältnis von 77:12 und

19 Punkten Vorsprung dominierte das Damenteam aus Oberneuland

in der vergangenen Saison die 2. Bundesliga. Folgerichtig

stand bereits vier Spieltage vor Saisonende fest: die BHC-Damen

sind wieder erstklassig und spielen ab sofort in der ersten Feldhockey-Bundesliga.

Damit sind die BHC-Teams erstmalig sowohl

im Damen- als auch im Herrenhockey die Nummer 1 in Bremen.

„Der Sprung von der zweiten in die erste Hockey-Bundesliga ist

gigantisch“, weiß Martin Schultze. „Die Herausforderung ist jetzt

nicht vom Schlachter zum Geschlachteten zu werden!“

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Der BFV-Verbandstag

Neue Strukturen und Spielformen im Kinderfußball

Der Bremer Fußball-Verband (BFV) hat auf seinem Verbandstag

traditionell eine Vielzahl an Satzungs- und Ordnungsänderungen

auf den Weg gebracht.

Die wohl größte Änderung betrifft die Organisationsstruktur

des Verbandes. Die bisherigen Kreise Bremen-Stadt, Bremerhaven

und Bremen-Nord werden gleichnamigen Regionen weichen, die

jedoch keine eigenen spieltechnischen Ausschüsse mehr unterhalten

werden. Der BFV verlagert damit seine operativen Aufgaben

komplett auf die Verbandsebene. Letztlich notwendig wurde

diese Strukturreform, weil insbesondere in den Kreisen die Gewinnung

von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für

die Gremien des BFV in den vergangenen Jahren eine zunehmende

Herausforderung geworden ist. Nachdem der DFB-Bundestag

im März die verbindliche Einführung der neuen Spielformen im

Kinderfußball ab der Saison 2024/2025 bei den jüngsten Jahrgängen

beschlossen hatte, hat der BFV-Verbandstag die hierfür notwendigen

Anpassungen der Jugendordnung vorgenommen. Vorausgegangen

war eine zweijährige Pilotphase, an der sich alle 21

DFB-Landesverbände mit zahlreichen Vereinen beteiligt haben.

Die dort gesammelten Erfahrungen waren gut, das Feedback der

Kinder und Eltern sehr positiv. Die neuen Spielformen sollen nun

etappenweise in die Fläche ausgerollt werden. Im Bereich des BFV

soll die Einführung zunächst ab der Saison 2022/2023 bei den G-

Junioren, im Folgejahr bei den F-Junioren und schließlich ab der

Spielzeit 2024/2025 bei den E-Junioren erfolgen.


VEREINE & VERBÄNDE

Neues Sportangebot

Blasrohrschießen beim Blumenthaler Schützenverein

Der Blumenthaler Schützenverein erweitert mit dem sogenannten

Blasrohrschießen sein sportliches Portfolio. Doch was verbirgt sich

hinter dem Begriff?

Jeder hat höchstwahrscheinlich schon einmal gesehen, wie ein

Löwe oder ein anderes Raubtier betäubt wurde. In der Regel geschieht

das mit einem Blasrohr, da es sowohl leise ist, als auch den

Vorteil bietet, sich dem Raubtier nicht nähern zu müssen. Dieses

Vorgehen gibt es jetzt – natürlich ohne Tiere – als Sportdisziplin.

Aus einer Entfernung von sieben Metern wird auf eine Papierauflage

geschossen. Geschossen werden insgesamt 60 Pfeile (2 × 30

Pfeile) in einer Serie von sechs Pfeilen in drei Minuten. Das Schießen

(oder Pusten) der Pfeile erfolgt intuitiv. Bereits nach kurzer

Zeit stellen sich auch die Erfolge ein. Ein weiterer positiver Aspekt:

Das Blasrohrschießen unterliegen keiner Altersbegrenzung,

es können bereits Siebenjährige schießen, wie auch beim Bogenschießen.

Der Verein bietet das Blasrohrschießen immer dienstags

und donnerstags von 18 bis 20 Uhr an.

Weitere Infos: www.blumenthaler-schuetzenverein.de

75 Jahre Bremer Turnverband

Feierlichkeit im Rathaus mit geladenen Gästen

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Bremer Turnverbandes

(BTV) hat Sportsenatorin Anja Stahmann zu einem Empfang ins

Bremer Rathaus gebeten. Zahlreiche Gäste, unter anderem der

Präsident des Deutschen Turnerbundes, Dr. Alfons Hölzl, nahmen

an der Feier teil. Sowohl Staatsrat Jan Fries, der in Vertretung

von Senatorin Stahmann, die Gastgeberrolle übernahm, wie

auch die folgenden Festredner DTB-Präsident Hölzl und LSB-

Präsident Andreas Vroom hoben die tragende Rolle des Turnens

und der Turnvereine im organisierten Sport hervor und nicht zuletzt

die Rolle, die das Turnen bei der Bewegungsentwicklung,

im Freizeit- und Breitensport und in der Gesundheitsförderung

von Menschen in jedem Alter einnähme. Dies seien wesentliche

Schwerpunkte des Bremer Turnverbandes und seiner Vereine genauso

wie der Wettkampf- und Leistungssport dazu gehöre, lobte

Hölzl den Bremer Turnverband.

Halle Grazer Straße

wiedereröffnet

Einweihungsveranstaltung mit diversen Gästen

Ein Kraftakt ist geschafft: Nach einjähriger Pause kann in der

Sporthalle an der Grazer Straße wieder Sport getrieben werden.

Ohne das Engagement des TV Eiche Horn wäre dies nicht möglich

gewesen. Entsprechend lobende Worte gab es auf einer Einweihungsfeier

Ende April.

Die Dreifachsporthalle – bisher bekannt als „Alte Unihalle“ –

war seitens der Universität vor einem Jahr wegen diverser Mängel

gesperrt worden. Nicht nur der TV Eiche Horn, sondern auch viele

Schulen hatten plötzlich ein Riesenproblem. Und keine Lösung,

da die Universität keine Mittel in die Reparatur der Halle stecken

wollte und sich weder das Bildungs- noch das Sportressort eine

Übernahme der Halle vorstellen konnten. Doch der Verein gab

nicht so schnell auf, führte Gespräche und sondierte eine Lösung

unter seiner Federführung. Auf einer kleinen Einweihungsveranstaltung

begrüßte der Vereinsvorsitzende Angelo Caragiuli diverse

Gäste, die zum Gelingen beigetragen haben. In den Grußworten

von Hans-Joachim Orlok (Universität Bremen), Sportamtsleiter

Christian Zeyfang, LSB-Präsident Andreas Vroom und Ortsamtsleiterin

Inga Köstner schwang die Freude mit, für den Sport und

den Stadtteil letztlich doch einen Weg gefunden zu haben.

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VEREINE & VERBÄNDE

Monate voller „Emozioni“

Der Grün- Gold-Club Bremen blickt zurück

Für das A-Team der Lateinformationen

ging im Mai eine

lange Saison zu Ende. Unter

denkbar schlechten Voraussetzungen

aufgrund der Corona-Pandemie

startete das

Team in die Saison 2021/2022

mit neuer Choreographie,

deren Name schon alles ausdrückte

– „Emozioni“ – und

auf Anhieb löste das Team mit

seiner Darbietung diese auch

bei Zuschauern und Wertungsrichtern

aus. Sie wurden

erneut Deutsche Meister. Kurz

darauf die Weltmeisterschaft unter strengen Coronaregeln, und

auch diesen Titel holten sich die Tänzer:innen souverän. Das A-

Team gewann auch die Bundesliga. In Wien trafen die WM-Formationen

erneut aufeinander und das A-Team bestätigte wieder

einmal, dass es auf den Punkt fit ist und kehrte als alter-neuer

Europameister aus Wien zurück. Der bisherige Höhepunkt dieses

Jahres war aber wohl die Weltmeisterschaft der Junioren II Latein,

die eingebettet in das Dance-Sport-Festival 2022 im Congress-

Center Bremen stattfand. Für Deutschland gingen Nicolas Valentin

Denius/Xenia Remmele aus Düsseldorf und die amtierenden

Deutschen Meister Dimitrii Kalistov und Luna Maria Albanese

vom Grün-Gold-Club Bremen an den Start. Fokussiert und souverän

tanzten sich Luna und Dimitrii mit konstanter Leistung bis

ins Finale. Mit allen gewonnen fünf Tänzen erfüllten sich die beiden

ihren Traum und sind nun Weltmeister der Junioren II Latein.

Bambusschwert und Rüstung

Kendo-Training beim TSV-Borgfeld

Sieg für Bremen

Norddeutsches Städteturnier der

Tischtennis-Betriebssportler

Tischtennisbetriebssportlerinnen und -betriebssportler aus

fünf Städten konnte Stephan Sahmkow in Lübeck zum 62. Norddeutschen

Städteturnier begrüßen. Neben Lübeck waren Berlin,

Hamburg, Bremen und Oldenburg am Start. Rund 60 Aktive trafen

sich in der Sporthalle von Lübeck 76 an der Travemünder Allee,

um sich in zwei Leistungsklassen zu messen. Die Einteilung

erfolgte in Anlehnung an die QTTR-Werte der Spielerinnen und

Spieler, die häufig auch in den Vereinsligen gemeldet sind. Die

Bremer traten in der ersten Mannschaft mit Pokrovskaja, Runge,

Jacobs, Kahrs, Gebbert, Chen und Scheper an. In der zweiten

Mannschaft wurde Bremen von Preuß, Stoltmann, Gawrischtschuk,

Manteufel, Nagel, Neleimis und Schöttcker vertreten. In

beiden Leistungsklassen setzten sich die Hamburger und Bremer

Mannschaften gegen die Mannschaften der anderen Städte

durch. Der direkte Vergleich wurde demensprechend spannend.

Während sich die zweite Bremer Mannschaft knapp durchsetzen

und damit den Sieg in ihrer Klasse erringen konnte, musste die

erste Bremer Vertretung sich knapp den Hamburgern geschlagen

geben. Für die Gesamtwertung des Turniers wurde es erforderlich,

sogar die einzelnen Spiele auszuzählen. Mit einem hauchdünnen

Vorsprung vor den Hamburgern hatte Bremen sich den

Gesamtsieg des 62. Norddeutschen Städteturniers erkämpft.

Stark im Sozialraum

Jokes: Circusschule bietet Spiel- und Spaßnachmittag

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Seit über 60 Jahren wird in Deutschland Kendo praktiziert, eine

Disziplin aus den japanischen Kampfkünsten (Budo). Dabei treten

die Kontrahenten mit Bambusschwertern und in Rüstungen

im Zweikampf gegeneinander an. Im Umfeld der Europameisterschaft

konnte auch die Kendogruppe des TSV Borgfeld einen

Erfolg feiern. Wir können unserem langjährigen Mitglied Zeynep

Hein zur bestandenen Prüfung zum 3. Dan gratulieren. Außerdem

verstärkt seit Herbst 2021 Kotaro Kurokawa unser Team, sodaß

wir jetzt mit Peter Lowin (5. Dan), Daniel Lowin (5. Dan), Kotaro

Kurokawa (5. Dan) und Zeynep Hein (3. Dan) ein erfahrenes Lehrerteam

haben, das hochwertiges Kendo vermittelt. Die Kendogruppe

des TSV-Borgfeld trainiert mittwochs (Fortgeschrittene)

und samstags (Anfänger / Interessenten) in der Gymnastikhalle

des TSV-Borgfeld.

Unter dem Motto „Stark im

Sozialraum“ öffnet Jokes die

Circusschule seit Anfang Juni

werktags die Tore für Kinder

und Familien und empfängt

Interessierte mit einem täglich

wechselnden Angebot.

Mit Circus, Spielen, Basteln,

Gärtnern, Kochen und anderen

gemeinsamen Aktivitäten entsteht die Möglichkeit sich gegenseitig

besser kennen zu lernen. Das Ziel des kostenlosen Angebotes

ist den Zusammenhalt in der Familie, in Freundschaften und

in der Nachbarschaft zu stärken, miteinander in Bewegung zu

kommen und gemeinsam Spaß zu haben. Damit auch alle spontan

kommen können, ist keine Voranmeldung nötig und der Einstieg

jederzeit möglich. Der Spiel- und Spaßnachmittag findet auf dem

Circusplatz der Circusschule Jokes, Kornstraße 315a in Bremen-

Huckelriede statt. Montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr gibt es

ein vielfältiges Programm für die ganze Familie, die Kinder können

aber auch ohne Begleitung der Eltern teilnehmen. Das Projekt

ist gefördert aus den Mitteln „Stark im Sozialraum“ von der

Senatorin für Soziales, der Senatorin für Kinder und Bildung und

der Senatorin für Gesundheit.


VEREINE & VERBÄNDE

Mit Bravur gemeistert

Gymnastics Club e. V. bei den

Kreiseinzelmeisterschaften Gerätturnen

Nach drei Jahren coronabedingter Wettkampfpause standen endlich

wieder die Kreiseinzelmeisterschaften Bremen-Stadt im Gerätturnen

an. Entsprechend groß war die Aufregung aber auch die

Motivation bei allen Turnerinnen. Für den Gymnastics Club e. V.

war es sogar die erste Teilnahme an den Kreismeisterschaften.

Zwei Turnerinnen von dem Gymnastics Club, Emilia Spörri und

Emilia Kaller, starteten an dem Wettkampf und legten die damit

verbundenen Sondertrainingseinheiten ein.

Emilia Kaller startete in der Kür Leistungsklasse 3, in welcher besonders

hohe Anforderungen, wie zum Beispiel ein Überschlag

über einen 1,25 Meter hohen Sprungtisch und eine Kippaufschwungbewegung

am Stufenbarren, an die Turnerinnen gestellt

werden. Beides konnte Sie mit Bravur meistern und sich sogar am

Sprungtisch (mit 11,85 von 13,10 Punkten) und am Boden (mit

11,10 von 13,40 Punkten) die Höchstwertung ihrer Wettkampfklasse

sichern. Emilia Spörri startete in der Kür Leistungsklasse 4.

Auch in dieser müssen die Turnerinnen besondere Leistungen,

wie beispielsweise ein akrobatisches Element am Schwebebalken

und ein akrobatisches Element mit Flugphase auf der Bodenfläche,

in ihrer Übung zeigen. Spörri hat sogar an drei von vier Geräten,

dem Sprung (11,45 von 13,10 Punkten), dem Schwebebalken

(11,35 von 13,70 Punkten) und Boden (11,2 von 13,20 Punkten) die

Höchstwertung in ihrer Wettkampfklasse erhalten. Dort gelang

ihr ein sehr guter Handstandüberschlag, was die Freude über die

guten Wertungen noch anfachte. Auch wenn die Beine am Balken

bei beiden ganz schön gezittert haben, sollten beide Leistungen

der Turnerinnen am Ende belohnt werden. Kaller belegte

den zweiten Platz und Spörri den ersten Platz in ihren jeweiligen

Wettkampfklassen.

Premiere im Rollkunstlaufen

World Cup mit Bremer Beteiligung

In diesem Jahr findet zum ersten

Mal im Rollkunstlaufen

eine internationale Grand Prix

Serie statt. Insgesamt gibt es

drei World Cup Semifinale, die

in Italien, Portugal und Paraguay

stattfinden. Anschließend

dürfen die zehn besten Sportler

aus jeder Kategorie am World

Cup Finale in Deutschland teilnehmen.

Ausschlaggebend ist

dabei die technische Punktzahl

aus den gezeigten Programmen.

Für die World Cups hatten sich

die Bundeskadersportler Erik

Welik, Lisa Welik, Palmira Seeger

Suarez und Michael Seeger

Suarez vom Eis- und Rollsportverein Bürgerweide Bremen e. V.

qualifiziert.

Dem 15-jährigen Erik gelang beim ersten Semi-Finale in Triest/Italien

die Sensation und er holte Gold in der Jugendklasse

Herren Solotanz. Es war seine erste Teilnahme an einem internationalen

Wettbewerb in dieser Saison. „Ich war zuerst sehr aufgeregt

und wusste nicht was mich erwartet. Nach dem Einlaufen

hatte ich bereits ein gutes Gefühl und ging ohne große Erwartungen

in den Wettbewerb. Mit dem 1. Platz habe ich nicht gerechnet

und bin sehr glücklich über dieses Ergebnis“, so Erik nach seinem

Lauf. In diesem Jahr besteht für ihn die Möglichkeit an den Europameisterschaften,

dem höchsten Wettbewerb in der Jugendklasse,

teilzunehmen. Diese finden Anfang September in Andorra

statt.

Mit 30 Teilnehmerinnen

Rückblick auf den Frauensporttag in Bremerhaven

Der Turnkreis Bremerhaven hat nach einem Jahr pandemiebedingter

Pause wieder einen Frauensporttag durchgeführt. 30

Frauen aus den Bremerhavener Sportvereinen haben sich in der

Walter-Kolb-Halle getroffen, um ein Angebot von AROHA über

Pilates und sanfter Gymnastik bis Wassergymnastik auf dem Trockenen

zu erleben. Natürlich durfte auch das tolle Salatbufett für

die Mittagspause nicht fehlen. Die Orgacrew und die Übungsleiterinnen

hatten viel Spaß und alle waren sich einig, im nächsten

Jahr am 18. Februar 2023 sind wir wieder dabei.

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VEREINE & VERBÄNDE

Im Aufschwung

Mitgliederzuwachs beim TC Rot-Weiss Bremerhaven

Der Tennisclub Rot-Weiss-

Bremerhaven e. V. mit seiner

Anlage am Nordwestrand des

Speckenbütteler Gesundheitsparks

in Bremerhaven erfreut

sich seit Anfang 2020 eines

kontinuierlichen Aufschwungs

an Mitgliederzahlen – aber

auch an Aktivitäten, trotz der

Corona-Pandemie. Tennis

profitierte davon, dass gespielt

werden durfte, fast während

der gesamten schwierigen Zeit

Kai Kampen.

außer den ersten 6 Wochen des

Lockdowns 2020.

Noch im Herbst 2019 verzeichnete der Verein 172 Mitglieder.

Im Laufe der letzten zwei Jahre konnten die Mitgliederzahlen auf

jetzt circa 250 Mitglieder gesteigert werden. Dies verdankt der Verein

vor allem einer hervorragenden Kinder- und Jugendarbeit des

Vereinstrainers und Leiters der Tennisschule des Vereins Kai Kampen.

Die Zahl der in der Tennisschule trainierten Kinder und Jugendlichen

stieg inzwischen auf über 80 Mitglieder. Kai ist bemüht,

die Arbeit im Verein nach dem Motto des DTB „Mein Verein. Mein

zu Hause“ zu gestalten und begegnet den Kindern und Jugendlichen

so, dass diese Spaß am Training und den damit verbundenen Anstrengungen

haben. In diesem Sommer gelang es zudem insgesamt

6 Jugendmannschaften und 3 Mannschaften im Herrenbereich zu

melden.

Integration durch Sport

Initiative „Volleyball4All“

Die Volleyballer des TV Geestemünde wollen mit der Initiative

„Volleyball4All“ die Integration von Geflüchteten fördern und ihnen

die Möglichkeit bieten, gesellschaftlich Anschluss zu finden.

„Da in Bremerhaven eine ganze Reihe an Kindern und Jugendlichen

aus der Ukraine angekommen sind, haben wir den akuten

Bedarf an einer Integrationsmöglichkeit für Kriegsflüchtlinge

gesehen. Weil wir ohnehin immer neue Volleyballer suchen, war

es naheliegend explizit etwas für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine

anzubieten.“ so Norman Lohse, Trainer der GTV 3 Damen und

Initiator von „Volleyball4All“. Mit Unterstützung von Patrik Pavel

– „Integration durch Sport“ vom LSB entstand dann Mikroprojekt

„Volleyball4All“. Beim Volleyballspiel können insbesondere

Kinder und Jugendliche spielerisch

die Sprache der anderen

lernen und miteinander

Spaß haben. Die Volleyballer

vom TV Geestemünde bieten

Schnuppertraining an, dass

für alle offen steht. Darüber

hinaus will der Verein auch die

Kostenbarriere für Flüchtlinge

möglichst niedrig halten und

die Mitgliedsbeiträge aussetzen,

damit diese einen leichteren

Einstieg ins Vereinsleben

haben.

Zum Baggern und Pritschen

Neues Multibeachfeld der SG Findorff eingeweiht

Zu ihrem 111. Geburtstag hat die SG Findorff auf der BSA an der

Nürnberger Straße ein Multibeachfeld eingeweiht. Die Idee für

diese Anlage entstand in der Handballabteilung des Vereins und

schnell waren auch die SportlerInnen aus dem Volleyball, dem

Fußball und dem Korbball der SG Findorff Feuer und Flamme für

diese Idee. Im Sommer des letzten Jahres fiel die Entscheidung im

Vorstand, das Projekt in die Tat umzusetzen. Der Bau des Multibeachfelds

wurde möglich durch eine Förderung des Sportamts

Bremen. Die feierliche Einweihung fand am 10. Juni im Beisein

der Senatorin Anja Stahmann statt, die es sich nicht nehmen ließ,

das erste Beach-Handballspiel „anzuwerfen“. Die weibliche C-Jugend

der SG Findorff hatte in jedem Fall ihren Spaß auf der neuen

Anlage. Sportlich war in jedem Fall auch der Projektablauf: Weniger

als ein Jahr hat es gedauert vom Beschluss zum Projekt bis zur

Einweihungsfeier.

Senatorin Anja Stahmann mit dem ersten Vorsitzenden Frank Steinhardt

und dem zweiten Vorsitzenden Jürgen Zachar.

„Toll gekämpft!“

Villa Vital auf Dänemark-Tour

Mitte Juni stand für die Sportlerinnen und Sportler des Vereins

Villa Vital endlich einmal wieder ein Turnier-Highlight auf dem

Programm. Nicht nur, dass man sich wieder mit internationalen

Kämpferinnen und Kämpfern messen konnte, sondern das

Turnier fand direkt am Strand von Fredericia statt. In der Sportart

Judo gingen Lara-Sophie Ahrens, Saphira van der Laan, Max

Stahl, Marlon Garbade, Robin Thiele, Jan-Alexander Ahrens,

Cristopher Sinnhuber, Roman Martin, Hans Warnke und Reinhold

Kern an den Start; Mateo Ljubicic und Saphira van der Laan

starteten im Brazilian Jiu Jitsu No Gi – und alle konnten sich ein

Platz auf dem Treppchen erkämpfen. „Ich bin mit allen Leistungen

meiner Schützlinge mehr als zufrieden, alle haben toll gekämpft“

freut sich Villa-Vital-Cheftrainer Stefan Buben.


VEREINE & VERBÄNDE

Eine Herausforderung

Rückblick auf die 30. Weser-Tidenrallye

Läuft!

Tus Komet Arsten: Fenja Schäfer für die Deutschen

Meisterschaften qualifiziert

Im Rahmen der 30. Weser-Tidenrallye, die in diesem Jahr am 28.

Mai stattfand, bewältigten insgesamt 330 Wassersportlerinnen

und Wassersportler die Strecke von Nordenham nach Rönnebeck

(33 Kilometer, Silberziel) oder nach Bremen-Lesum (44 Kilometer,

Goldziel). Die Gemeinschaftsfahrt stand unter der Schirmherrschaft

des Bürgermeisters von Nordenham, Nils Siemen, der

nach aufmunternden Worten pünktlich um 9.30 Uhr den Startschuss

gab.

Die Wetterverhältnisse mit relativ niedrigen Temperaturen,

zeitweiligem Regen und Wind bis 60 km/h bei Böen bis 80 km/h

aus Nordwest machten die diesjährige Weser-Tidenrallye zu einer

Herausforderung. Einige Wassersportlerinnen und Wassersportler

entschieden im Vorfeld, nicht zu starten. Als erste trafen Thomas

Kittner und Klaus Gieres (Verein für Kanusport Bremen), die

Marathon-Weltmeister von zuletzt 2021, nach drei Stunden und

44 Kilometer Paddelstrecke gelassen am Goldziel ein, dem Gelände

der Kanusportabteilung des Turn- u. Rasensportvereins

(TURA). Im weiteren Verlauf des Tages wurde das Erreichen des

Goldziels erschwert, weil wegen der hoch auflaufenden Tide das

Sturmflutsperrwerk an der Lesum geschlossen werden musste,

sodass es kurz vor dem Ziel noch notwendig wurde zu schleusen.

Die letzte Gruppe von Kanutinnen und Kanuten traf nach fünfeinhalb

Stunden erschöpft am Goldziel ein, jedoch glücklich und

noch vor dem Zielschluss. „Wir freuen uns, dass nach den Coronajahren

endlich wieder die Weser-Tidenrallye stattfinden konnte.

Wir hätten uns allerdings etwas weniger Wind gewünscht,“ so

Norbert Köhler, Präsident des Landes-Kanu-Verbandes Bremen

(LKV) als Veranstalter.

Jubiläumsfeier

125 Jahre MTV „Eiche“ Schönebeck von 1897 e. V.

Am 7. November 1897 versammelten sich 33 Schönebecker in

„Passes Sommergarten“ zwecks Gründung eines Turnvereins. So

steht es in der Historie. Aktuell zählt der Verein 842 Mitglieder.

Das soll gefeiert werden. Am 7. November dieses Jahres gibt es

einen Empfang für Vereinsmitglieder und geladene Gäste aus

Sport und Politik im Schloss Schönebeck. Für März 2023 ist eine

Aktion zur Unterstützung des Blutspendedienstes des Deutschen

Roten Kreuzes geplant, im Mai wird es ein großes Sportfest auf

dem Schulhof und in der Sporthalle der Schule Schönebeck geben.

Zu beiden Veranstaltungen sind alle Schönebecker und

Umzu eingeladen.

Nach dem Wechsel von Sprinterin Fenja Schäfer in die Trainingsgruppe

von Jens Ellrott im Jahr 2020 stand das erste Jahr noch unter

schmerzhaften Anpassungserscheinungen an das veränderte Training.

Der Körper tolerierte maximal schnelle Bewegungen 2021

noch nicht durchgehend, so dass der linke Hüftbeuger immer wieder

streikte. 12,31 Sekunden über 100 Meter und 26,17 Sekunden

über 200 Meter standen am Saisonende zu Buche. In diesem Jahr

ist die noch 19-Jährige dann durchgestartet. Beim Pfingstsportfest

in Zeven verbesserte sich Fenja über 100 Meter auf 12,16 Sekunden

und über 200 Meter um über eine Sekunde auf 25,12 Sekunden.

Damit hat sich die Bankkauffrau auf beiden Strecken frühzeitig für

die Deutschen U23-Meisterschaften am letzten Juliwochenende

in Wattenscheid qualifiziert. „Fenjas Entwicklung erfüllt mich mit

großer Freude. Als sie vor zwei Jahren zu mir kam, war ihr größter

Wunsch, einmal bei Deutschen Meisterschaften am Start zu stehen.

Dieses Ziel konnte sie 2021 auf Anhieb verwirklichen. Inzwischen

gehört Fenja zu den schnellsten Juniorinnen Norddeutschlands.

Dass sie jetzt schmerzfrei ist und sowohl über 100 als auch über

200 Meter bei der U23 DM dabei ist, ist das Ergebnis eines nicht

nur körperlichen, sondern vor allem mentalen Reifungsprozesses“,

freut sich ihr Trainer. „Fenja hat sich zu einer Athletin entwickelt,

die ihr Training stets kritisch reflektiert und nachbereitet.“

Bunter Rasen

BTV 1877: Tag der offenen Tür

Der „Bunte Rasen“ stand in diesem

Jahr unter einem leuchtenden

Stern: Die Sonne brachte

es am 25. Juni auf gute 30 Grad.

Diese Temperatur zog zahllose

Menschen in das benachbarte

Schwimmbad, aber auch das

Gelände des BTV 1877 war Ziel

so mancher Familie und lockte

viele Neugierige zum Ausprobieren,

Spaßhaben und Entspannen an. Mitmachprogramm für

Groß und Klein, Vorstand, Geschäftsstelle und viele engagierte

Helferinnen und Helfer hatten den Tag der offenen Tür langfristig

geplant. Zum ersten Mal dabei war die Versicherung ÖVB mit

Infostand und einer Hüpfburg, die großen Zuspruch bei den kleinen

Besuchern fand. Eine Gruppe Studierender der Hochschule

Bremen des Bereichs Angewandte Freizeitwissenschaften bestritt

mit einer kreativsportlichen Olympiade einen großen Programmteil.

Bei dem Mitmachprogramm konnten Groß und Klein

ihre sportlichen Fähigkeiten vom Dosenwerfen bis zum Parcourslaufen

unter Beweis stellen. Trotz der Hitze war die Olympiade

ein absoluter Publikumsmagnet – wie auch der Batting Cage der

Dockers, der so einige Talente offenbarte.

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VEREINE & VERBÄNDE

Doppelter Erfolg

Die Korbballer der SG Findorff werden

Meister und Vizemeister

Nachdem die Korbball-Saison coronabedingt später gestartet

ist, musste von Dezember bis Ende Januar, aufgrund der hohen

Inzidenzen, schon wieder eine Pause eingelegt werden. Die erste

Damenmannschaft durfte mit einigen Verschiebungen in der

Bundesliga Nord aber ihre Spieltage austragen, und konnten auch

gleich die ersten drei Spiele für sich entscheiden. Im vierten Spiel

gegen den TV Oldenburg mussten sie leider eine knappe Niederlage

mit 4:5 hinnehmen.

Dies sollte aber die einzige Niederlage in dieser Saison sein und

so konnten sie sich nach einigen hart umkämpften, aber auch vielen

deutlich gewonnenen Spielen den Meistertitel der Bundesliga

Nord sichern. Somit hatten sie sich für die Deutsche Korbball-

Meisterschaft, die in Waigolshausen bei Schweinfurt stattfand,

qualifiziert. Auch die A-Jugend der SG Findorff konnte in der

Bezirksoberliga überzeugen und sicherte sich ungeschlagen den

Titel. Auch sie hatten sich damit für die Deutsche Meisterschaft

qualifiziert und so fuhren wir am 20. Mai mit zwei Mannschaften

nach Schweinfurt. Während die Damen nach einer sehr überzeugenden

Leistung das Halbfinale erreichen konnten, mussten die

Mädchen der A-Jugend in einer sehr schweren Vorrundengruppe

ordentlich kämpfen, um am Ende aber dann doch ins Halbfinale

einzuziehen. Den Damen gelang im Halbfinale gegen den

TSV Bergrheinfeld ein Kantersieg mit 14:0 und auch die A-Jugend

konnte das Halbfinale nach einem hart umkämpften Spiel gegen

den TSV Jahn Brinkum mit dem Schlusspfiff für sich entscheiden.

Auch im Finale lieferten die Damen eine sensationelle Leistung

ab und gewannen gegen den Tus Helpup am Ende mit 8:5 und

holten sich die ersehnte Goldmedaille. Die Mädchen der A-Jugend

zeigten im Finale eine starke kämpferische Leistung, mussten

sich aber am Ende, ebenfalls gegen Helpup, mit 5:7 geschlagen

geben und wurden somit deutscher Vizemeister.

Wahlen bei Tura Bremen

Dirk Bierfischer bleibt Präsident

Bei den Wahlen auf der Jahreshauptversammlung von Tura Bremen

wurde Dirk Bierfischer als Präsident bestätigt, ebenso wie

die Vizepräsidenten Petra Krümpfer und Gerd Schweizer als

sportlicher Leiter für Breiten-, Freizeit- und Leistungssport. Neu

im Amt ist Heiner Kehlenbeck als Verantwortlicher für die Liegenschaften

in Gröpelingen und Lesum. Neue Jugendleiterin ist

Sonja Nonnast. Dem neu gewählten Ältestenrat gehören an: Helga

Wohlers, Manfred Wardenberg, Peter Schwarz und Manfred

Bertram. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde zudem

der langjährige Tura-Pressesprecher Ekkehard Lentz (Foto links)

verabschiedet.

Die Mitglieder von Tura gratulierten Mike Lochny zu seiner

fünften deutschen Meisterschaft im Kanu-Freestyle und Taekwondoka

Marlon Cwiertnia zu seiner Goldmedaille im Deutschen

Jugend-Cup in der Leistungsklasse der Schwarzgurte. Die Mitgliederentwicklung

geht nach dem coronabedingten Rückgang

wieder nach oben, betonte Gerd Schweizer in seiner Präsentation

der sportlichen Entwicklung der letzten Monate. Besonders erfreulich

sei dies bei den Kindern und Jugendlichen im Turnen,

Fußball, Taekwondo und Judo. Outdoor-Angebote bleiben stark

nachgefragt, zum Beispiel Wandern und Gesundheitswandern,

Nordic Walking und Walking mit smovey-Ringen. Neu bei Tura

sind Jiu-Jitsu nach den Sommerferien und eine Damen-Fußballund

Handballmannschaft. Als Gesundheitssportverein beteiligt

sich Tura am 10. September an dem Aktionstag des „Lokalen Integrierten

Gesundheitszentrums für Alle“ (LIGA) auf dem Bibliotheksplatz

in der Lindenhofstraße und der anschließenden Gesundheitswoche

in Gröpelingen.

Vereins- und Verbandsberichte im BREMER SPORT

Gerne veröffentlichen wir in unserem Magazin Meldungen und Neuigkeiten aus den Bremer und Bremerhavener Sportvereinen und -verbänden.

Das können zum Beispiel besondere sportliche Leistungen, Ehrungen, Jubiläums-Veranstaltungen oder die Einweihung einer neuen Sportstätte

sein. Schicken Sie Ihre Texte bitte per E-Mail mit einem entsprechenden, druckfähigen Bild an pr@lsb-bremen.de.

Die Herbst-Ausgabe des BREMER SPORT ist für Ende September / Anfang Oktober 2022 geplant. Bitte beachten Sie: Wir versuchen, möglichst viele

Artikel im Magazin zu berücksichtigen. Einen Anspruch auf Veröffentlichung gibt es allerdings nicht.

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