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BGHW-Kompakt

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Sicherer Umgang mit elektrischen

Anlagen und Betriebsmitteln


Sicherer Umgang mit elektrischen

Anlagen und Betriebsmitteln


Inhalt

Gefahren des elektrischen Stromes ......................................................................................................... 5

Pflichten des Arbeitgebers .......................................................................................................................... 5

Rechtsgrundlagen für die Bereitstellung und

Benutzung von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln ............................................................ 6

Elektroarbeiten ................................................................................................................................................. 6

Arbeiten an elektrischen Betriebsmitteln: Wer darf was? .......................................................... 6

Die 5 Sicherheitsregeln – das kleine 1 x 1 des Elektrikers ......................................................... 13

Schutzmaßnahmen an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln .................................... 13

Beschaffung und Verwendung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel ............................... 17

Praxisbeispiele für den sicheren Umgang mit elektrischen

Anlagen und Betriebsmitteln............................................................................................................. 18

Vorführstände für Leuchten .............................................................................................................. 21

Leuchten ................................................................................................................................................... 22

Unterweisungen .......................................................................................................................................... 25

Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel ........................................................................... 25

Erste Hilfe ....................................................................................................................................................... 28

Schriften zum Thema ................................................................................................................................. 29

Prüfliste Elektroarbeiten ........................................................................................................................... 30


Gefahren des elektrischen Stromes

Die Gefährdung des Menschen durch elektrischen

Strom wird vor allem bestimmt

durch die Größe der Stromstärke, die durch

den Menschen fließt. Bei einer Betriebsspannung

von 230 Volt (Spannung in der

Steckdose) fließt beim Menschen bei einer

Hand- zu Handdurchströmung ein Strom

von ca. 230 mA (Milliampere)!

Zur Verdeutlichung: Bereits bei ca. 20 mA

verkrampfen die Muskeln und das selbständige

Loslassen der Stromquelle ist

nicht mehr möglich. Ab ca. 80 mA kann

Herzkammerflimmern auftreten (in Abhängigkeit

von der Einwirkzeit). Das heißt: Für

den Menschen besteht Lebensgefahr.

Unfallbeispiele:

• Ein Verkäufer wollte einen verfahrbaren

Rippenheizkörper zur Seite schieben.

Beim Berühren des Metallkörpers bekam

er einen elektrischen Schlag. Folgen waren

über Wochen andauernde einseitige

Arm- und Beinlähmungen. Ursache dieses

Unfalls war ein schadhafter Knickschutz

an der Einführung der Anschlussleitung

in das Gerät. Hierdurch war der

Schutzleiter abgerissen und die Isolierung

einer Leitungsader durchgescheuert.

Dadurch stand das Metallgehäuse

unter Spannung.

• Eine Verkäuferin berührte den Metallstiel

einer eingeschalteten Stehleuchte

und erhielt einen kräftigen Stromschlag.

Infolgedessen wurde das Schultergelenk

schwer verletzt. Durch einen Defekt

in der Leuchte hatte der Metallstiel

Kontakt mit stromführenden Teilen. Bei

vorhandenem Schutzleiter hätte dies

zum Abschalten der Sicherung führen

müssen. Die Leuchte war aber vorschriftswidrig

über eine nur zweiadrige

Verlängerungsleitung ohne Schutzleiter

angeschlossen worden, so dass der Metallstiel

unter Spannung stand.

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Den zwei beschriebenen Unfällen ist etwas

gemeinsam, das für die große Mehrzahl der

Elektro-Unfälle gilt: sie hätten sich durch

Sorgfalt und verantwortungsbewusstes

Handeln verhindern lassen!

Pflichten des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen,

dass

• elektrische Anlagen und Betriebsmittel

entsprechend den elektrotechnischen

Regeln betrieben werden;

• elektrische Anlagen und Betriebsmittel

von einer Elektrofachkraft (befähigte Person

nach Betriebssicherheitsverordnung)

oder unter Leitung und Aufsicht einer

Elektrofachkraft entsprechend den elektrotechnischen

Regeln errichtet, geändert

und in Stand gehalten werden;

• Mängel unverzüglich beseitigt werden;

• Betriebsmittel / elektrische Anlagen bei

einer unmittelbaren Gefährdung diese

aus dem Verkehr gezogen bzw. nicht

mehr benutzt werden;

• zum Gefährdungsbereich elektrischer

Anlagen nur Personen Zugang haben, die

auf Grund fachlicher Ausbildung, Kenntnis

und Erfahrung die auftretenden

elekt rischen Gefährdungen erkennen

und die erforderlichen Maßnahmen des

Arbeitsschutzes treffen können und andere

Personen den Gefährdungsbereich

nur in Begleitung der oben genannten

Personen betreten dürfen;

• nur solche elektrische Anlagen und Betriebsmittel

benutzt werden, die für die

Beanspruchung durch die Betriebs- und

Umgebungsbedingungen an der Arbeitsstelle

geeignet sind;

• eine Gefährdungsbeurteilung gemäß

den technischen Regeln zur Betriebssicherheitsverordnung

durchgeführt wird.

In dieser müssen die notwendigen Maßnahmen

für die sichere Bereitstellung

5


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

6

und Benutzung der elektrischen Anlagen

und Betriebsmittel sowie den Erhalt des

ordnungsgemäßen Zustandes festgelegt

und getroffen werden. Das bedeutet,

dass der Unternehmer verschiedene und

vor allem gefährdungsbezogene Lösungen

auswählen und zur Einhaltung der

Betriebssicherheitsverordnung umsetzen

kann.

Rechtsgrundlagen für die Bereitstellung

und Benutzung von elektrischen

Anlagen und Betriebsmitteln

Neben der BGV A3 und der BGR A3 hat der/

die UnternehmerIn die allgemeinen Vorschriften

der Betriebssicherheitsverordnung

und die nachstehend aufgeführten

Technischen Regeln zu beachten.

Für viele Anwendungsfälle werden weiterhin

die Unfallverhütungsvorschrift BGV A3

sowie die VDE-Bestimmungen (z. B. DIN

VDE 0105-100, DIN VDE 0100 Teil 400) praxisnahe

Lösungen anbieten.

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Berufsgenossenschaftliche

Regeln für Sicherheit und

Gesundheit bei der Arbeit

BG-Regeln

Elektroarbeiten

Arbeiten an elektrischen Betriebsmitteln:

Wer darf was?

Beim Umgang mit elektrischen Betriebsmitteln

darf nicht jeder jede Tätigkeit ausführen.

In der Tabelle 1 auf Seite 10 sind verschiedene

Tätigkeiten im Bereich elektrischer

Anlagen und Betriebsmittel aufgelistet,

die von den Mitarbeitern in Abhängigkeit

von der Qualifikation durchgeführt werden

dürfen.

Dabei unterscheidet man zwischen:

➞ Elektrofachkraft

Nur eine Elektrofachkraft darf z. B. elektrische

Anlagen und Betriebsmittel errichten,

ändern und in Stand halten! Die fachliche

Qualifikation als Elektrofachkraft wird im Regelfall

durch eine Ausbildung z. B. als Elektroingenieur,

-techniker, -meister oder -geselle

nachgewiesen. Sie kann aber auch durch

eine mehrjährige Tätigkeit mit Ausbildung in

Theorie und Praxis nach Überprüfung durch

eine Elektrofachkraft nachgewiesen werden,

wobei der Nachweis zu dokumentieren ist.

Arbeiten unter Spannung an

elektrischen Anlagen und

Betriebsmitteln

vom Januar 2006

BGR A3

Technische Regeln

zur Betriebssicherheitsverordnung

TRBS 1201

Prüfungen

TRBS 1203

Befähigte Personen


➞ Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten

Der/die UnternehmerIn kann für spezielle

Tätigkeiten einen elektrotechnischen Laien

(mit abgeschlossener Berufsausbildung)

ausbilden lassen, so dass z. B. ein Küchenmonteur

auch den Elektroherd anschließen

darf. Die Ausbildung muss Theorie und Praxis

der für die Tätigkeiten in Frage kommenden

Betriebsmittel umfassen und durch fachlich

qualifizierte Personen, z. B. Meister in einem

elektrotechnischem Beruf, durchgeführt

werden (Näheres siehe Durchführungsanweisungen

zu § 2 Abs. 3 BGV A 3 bzw. § 5

Handwerksordnung). Nachstehend sind beispielhaft

Institutionen genannt, die eine Ausbildung

zur Elektrofachkraft für festgelegte

Tätigkeiten anbieten. Weitere Ausbildungsstätten

können Sie bei den IHK’s erfragen.

Ausbildungsstätten - Elektrofachkraft

für festgelegte Tätigkeiten:

• DEKRA Akademie GmbH Hannover

Kesselstraße 14

30453 Hannover

www.dekra-akademie.de

Tel. 0511 / 87 95 90

• Elektro-Innung München, Haus der

Technik Elektro- und Informationstechnik

Schillerstraße 38

80336 München

www.elektroinnung-muenchen.de

Tel. 089 / 55 18 09 – 0

• TÜV Akademie Rheinland GmbH

Am grauen Stein

51105 Köln

www.tuv.com

servicecenter-west@de.tuv.com

Tel. 0800 / 8484006

• Technische Akademie Wuppertal e. V.

Hubertusallee 18

42117 Wuppertal

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

➞ Elektrotechnisch unterwiesene Personen

(EuP)

Da Elektrofachkräfte in vielen Betrieben

nicht oder nicht ständig zur Verfügung stehen,

kann der/die UnternehmerIn für bestimmte

Arbeiten elektrotechnisch unterwiesene

Personen einsetzen. Beispiele für

die in Frage kommenden Arbeiten sind in

der Tabelle 1 auf der Seite 10 aufgeführt.

Als elektrotechnisch unterwiesene Person

gilt, wer durch eine Elektrofachkraft ausreichend

unterrichtet wurde, so dass sie Gefahren

vermeiden kann, die von der Elektrizität

ausgehen können. Die Unterweisung

sollte folgende Einzelpunkte umfassen:

• Gefahren des elektrischen Stroms für

den menschlichen Körper;

• Rechtsgrundlagen, insbesondere Unfallvorschrift

BGV A3 „Elektrische Anlagen

und Betriebsmittel“ unter Berücksichtigung

der zutreffenden VDE-Bestimmungen;

• die fünf Sicherheitsregeln (siehe Grafik,

Seite 13);

• notwendige Schutzeinrichtungen und

Schutzmaßnahmen;

• praktische Unterweisung in den durchzuführenden

Arbeiten.

Die Inhalte der Unterweisung sind schriftlich

festzuhalten. Es ist sinnvoll diesen

Vermerk mit einer Beauftragung der elektrotechnisch

unterwiesenen Person zu koppeln.

In der Beauftragung sind im Einzelnen

die im Rahmen der Unterweisung geschulten

Inhalte aufgeführt (siehe Bild 2).

Nach erfolgreicher Ausbildung hat der/die

UnternehmerIn die elektrotechnisch unterwiesene

Person stichprobenartig durch eine

Elektrofachkraft überprüfen zu lassen. Hierbei

soll festgestellt werden, ob die elektrotechnisch

unterwiesene Person die Aufgaben

entsprechend der Unterweisung ausführt.

7


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Stellt die Elektrofachkraft während der Unterweisung

oder später mangelnde Eignung

oder fehlerhaftes Verhalten fest, so muss sie

den/die UnternehmerIn darüber informieren.

8

Elektrofachkraft

Fachverantwortung

Unterweisung

Die Überprüfung muss in Abhängigkeit von

Art und Umfang dieser Arbeiten in angemessenen

Zeitabständen durchgeführt

werden, mindestens jedoch einmal jährlich.

veranlasst

Festumrissene

sucht aus

Tätigkeit

sucht aus

Unterweisung

Leitung und Aufsicht

stichprobenartige

Überprüfung

UnternehmerIn

Organisation, Auswahl, Führungsverantwortung

Elektrotechnisch

unterwiesene Personen

Ausführung bestimmter

Arbeiten und Prüfungen an

elektrischen Anlagen und

Betriebsmitteln

Bild 1: Wie wird aus einem elektrotechnischen Laien eine elektrotechnisch unterwiesene Person?

Elektrotechnischer Laie

+


Unterweisungsnachweis

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Unter Berücksichtigung der Durchführungsanweisung zu § 3 Abs. 1 Unfallverhütungsvorschrift

„Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (BGV A 3) wurde

Frau/Herr ___________________________________________

in der Durchführung folgender Arbeiten unterwiesen:

1. __________________________________________________

2. __________________________________________________

3. __________________________________________________

___________________ _____________________________ __________________

Ort, Datum Unterschrift des Unterweisenden Unterschrift der

(Elektrofachkraft) elektrotechnisch

unterwiesenen

Person

Beauftragung

a) der elektrotechnisch unterwiesenen Person

Mit der Durchführung der vorgenannten Arbeiten wird

Frau/Herr ____________________________ beauftragt.

___________________ _____________________________ __________________

Ort, Datum Unterschrift des Unterweisenden Unterschrift der

(Elektrofachkraft) elektrotechnisch

unterwiesenen

Person

b) der Elektrofachkraft

Mit der Überwachung entsprechend der Art und des Umfangs der vorgenannten Arbeiten

wird Frau/Herr ____________________________ beauftragt.

___________________ _____________________________ __________________

Ort, Datum Unterschrift des Unternehmers Unterschrift der

Elektrofachkraft

Bild 2: Muster-Unterweisungsnachweis und schriftliche Beauftragung

9


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Tabelle 1: Beispiele für Arbeiten, die einer elektrotechnisch unterwiesenen Person übertragen werden können

10

Überwachen/Prüfen

– Sichtkontrollen an Unterverteilungen

– Sichtkontrollen an Schaltschränken

– Fehlersuche an bestimmten, von der Elektrofachkraft vorgegebenen Einrichtungen,

z. B. an Schaltkästen, an Verteilungen

– Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel (z. B. Handbohrmaschine,

Handkreissäge, Kaffeemaschine oder Prüfung von Geräteanschlussleitungen und

Verlängerungsleitungen mit Steckvorrichtungen) unter Verwendung geeigneter

Prüfgeräte (mit Ja/Nein-Aussage) z. B. als MitarbeiterIn eines Prüfteams unter Leitung

und Aufsicht einer Elektrofachkraft (befähigte Person nach BetrSichV)

Hinweis:

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfungen bleibt immer

bei der Elektrofachkraft. Die daraus resultierende Aufsichtsverantwortung beinhaltet

eine stichprobenartige Kontrolle der Wiederholungsprüfungen vor Ort.

Auswechseln von Teilen/Instandsetzen

– Einsetzen und Herausnehmen von Glüh- und Leuchtstofflampen und herausnehmbaren

Zubehör, wie z. B. Startern, im spannungsfreien Zustand (wenn vollständiger

Schutz gegen direktes Berühren besteht, dürfen diese Arbeiten bei Nennspannungen

bis 1000 Volt auch unter Spannung ausgeführt werden).

– Einsetzen und Herausnehmen von Sicherungseinsätzen einschließlich NH-Sicherungseinsätzen

bei Nennspannungen bis 1000 Volt (Bild 3);

– Einsetzen und Herausnehmen von Leitungsschutzschaltern, die ohne Werkzeug herausnehmbar

sind, bei Nennspannungen bis 1000 Volt;

– Auswechseln defekter und Befestigen loser Schutzverkleidungen an Steckdosen

und Schaltern in spannungsfreiem Zustand;

– An- und Abklemmen von Leuchten im Leuchtenvorführstand.

Sonstige Arbeiten

– Betreten abgeschlossener elektrischer Betriebsräume, z. B. Schalt- und Verteilungsanlagen

zur Beaufsichtigung von Reinigungspersonal, Handwerkern usw.;

– Aufbewahren des Schlüssels von abgeschlossenen elektrischen Betriebsräumen;

– Bedienen von Schaltschränken, z. B. Betätigen des Lasttrennschalters unter Last

oder Betätigen des Trafoschalters (Bild 4);

– Messen der Säuredichte und Nachfüllen von destilliertem Wasser in Batterieräumen

an nicht gekapselten Batterieanlagen (Bild 5).


Bild 3: Wechsel der NH- Sicherung

Bild 4: Bedienen von Schaltschränken

Bild 5: Messen der Säuredichte und Nachfüllen von

destilliertem Wasser in Batterieräumen

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

➞ Elektrotechnischer Laie

Elektrotechnische Laien dürfen, da sie über

keine spezielle Ausbildung verfügen, nur

wenig:

z. B. Benutzen elektrischer Betriebsmittel,

Benutzen von Verlängerungsleitungen,

erkennbare Mängel feststellen (Bild 6),

Glühlampen u. ä. wechseln sowie einfache

äußerliche Reinigungsarbeiten an geschlossenen

Anlagen durchführen.

Bild 6: Defekte Isolierung – Das kann auch der Laie

feststellen

11


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Tabelle 2: Wer darf was?

12

Tätigkeiten im Bereich elektrischer Anlagen und Betriebsmittel

Arbeiten Elektrofachkraft,

Tätigkeiten unter unterschiedlichen Randbedingungen:

• Planen, Errichten, Ändern und Instandsetzen (Leitungs quer schnitte auslegen,

Inbetriebnahme, Abnahme);

• Fehlereingrenzung, Signalverfolgung, Funktionsprüfung (Fehlersuche, Meßwerte

beurteilen, Reparieren);

• sonstige Arbeiten.

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten *) (Küchenherde, Dunstabzugshauben

anschließen (Möbelmonteure), Pumpen und Lüfter anschließen (Klima und

Heizungsmonteure))

Instandhaltung

Bedienen

Beobachten

Stellen

Elektrotechnisch unterwiesene Person

(unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft)

Fest umrissene Tätigkeiten **) unter gleichen, vorhersehbaren Randbedingungen,

z.B.:

• Unterstützung der Elektrofachkraft bei der Durchführung von Prüfungen entsprechend

§ 5 BGV A3 unter Verwendung ge eigneter Prüfgeräte mit (Ja/Nein-

Aussage), z. B. Prüfung orts veränderlicher elektrischer Betriebsmittel wie

Hand bohr maschine, Handkreissäge, Kaffeemaschine oder Prüfung von Geräteanschlussleitungen

und Verlängerungsleitungen mit Steckvorrichtungen;

• Anbringen geeigneter Abdeckungen und Abschrankungen (Sichtkontrollen bei

geöffneter Verteilung);

• Herausnehmen und Einsetzen von nicht gegen direktes Berühren geschützten

Sicherheitseinsätzen mit geeig neten Hilfsmitteln (NH-Sicherungseinsätze);

• Auswechseln von Anschlussleitungen und Kupplungen, Auswechseln defekter

Schutzverkleidungen an Steckdosen und Lichtschaltern, An- und Abklemmen

von Leuchten (Leuchtenvorführstand).

Elektotechnischer Laie

Benutzen und Bedienen:

• Benutzen von elektrischen Betriebsmitteln (Ein-/Aus-Schalten von elektrischen

Geräten und Maschinen);

• Zusammenfügen und Trennen von Steckvorrichtungen (Verbinden und Trennen

von Anschlussleitungen von Geräten, Verlängerungsleitungen und Kabeltrommeln);

• Überwachen der Betriebsmittel auf richtiges Arbeiten und auftretende Schäden

- keine besonderen Prüfungen (z. B. Sichtkontrollen an Verteilungen, Prüfen des

Fehlerstromschutzschalters (FI) mit Prüftaste);

• Einsetzen und Auswechseln von Schraubsicherungen, Leuchtstoffröhren und

Startern im spannungsfreien Zustand, sowie Auswechseln von Glühlampen;

• einfache Reinigungsarbeiten (äußerliches Reinigen geschlossener Anlagen).

((DIN EN 50110-1 (VDE 0105 T.1) und BGV A 3))

*) nur die Arbeiten, auf die sich die Ausbildung bezog

**) nur die Arbeiten, auf die sich die Unterweisung bezog


Die 5 Sicherheitsregeln - das kleine 1 x 1

des Elektrikers

Für alle Elektrofachkräfte gilt, dass sie nur im

spannungsfreien Zustand an elektrischen Anlagen

und Betriebsmitteln arbeiten dürfen.

Von dieser Vorschrift darf nur abgewichen

werden, wenn

• die Elektrofachkraft eine Spezialausbildung

erhalten hat und

• dies schriftlich durch einen Befähigungsnachweis

festgehalten ist,

• der konkrete Auftrag vom Unternehmer

in schriftlicher Form vergeben wurde,

• Spezialwerkzeuge und entsprechende

Schutzkleidung eingesetzt werden,

• aus zwingenden Gründen der spannungsfreie

Zustand nicht hergestellt

oder sichergestellt werden kann.

Wenn also die Elektrofachkraft an elektrischen

Anlagen und Betriebsmitteln arbeiten

will, hat sie vorher den spannungsfreien

Zustand herzustellen.

Nachdem die Anlagenteile an denen gearbeitet

werden soll festgelegt wurden, müssen

die folgenden „5 Sicherheitsregeln“ in der angegebenen

Reihenfolge eingehalten werden:

Die 5 Sicherheitsregeln

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Schutzmaßnahmen an elektrischen Anlagen

und Betriebsmitteln

Die Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische

Anlagen und Betriebsmittel“ (BGV A 3)

nennt die grundlegenden Anforderungen

an elektrischen Anlagen und Betriebsmittel

und verweist im Übrigen auf die sehr umfangreichen

VDE-Bestimmungen.

Die grundlegenden Schutzmaßnahmen,

z. B. zum Schutz gegen gefährliche Körperströme,

sind in der DIN VDE 0100 – Teil 410

geregelt und gliedern sich in folgende drei

Stufen:

1. Stufe: Schutz gegen direktes Berühren

(Basisschutz)

2. Stufe: Schutz bei indirekten Berührungen

(Fehlerschutz)

3. Stufe: Schutz bei direktem Berühren (Zusatzschutz)

Die Schutzmaßnahmen werden grundsätzlich

durch die 1. und die 2. Schutzstufe verwirklicht:

Im Basis- und im Fehlerschutz.

Falls erforderlich werden sie durch eine 3.

Schutzstufe, den Zusatzschutz ergänzt.

1. Freischalten An der Arbeitsstelle müssen alle Zu lei tungen spannungsfrei

sein.

2. Gegen Wiedereinschalten

sichern

3. Spannungsfreiheit feststellen

Zuverlässig verhindern, dass die elek tri schen Anlagen und

Betriebs mittel wie der unter Spannung gesetzt werden.

An der Arbeitsstelle muss mit einem ge eigneten Prüfgerät

die Span nungs freiheit zuverlässig festgestellt werden.

4. Erden und Kurzschließen In Anlagen mit Nennspannungen bis 1 kV kann auf die

5. Benachbarte, unter Spannung

steh en de Teile abdecken

oder ab schran ken

Sicherheitsregeln 4 und 5 im Regelfall verzichtet werden,

wenn an der Anlage die Sicherheits regeln 1 bis 3 eingehalten

worden sind.

Bei der Durchführung der Arbeiten sind die Sicherheitsregeln in der an ge gebenen

Reihenfolge einzuhalten.

13


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

1. Stufe: Basisschutz

(bei elektrischen Geräten)

Der Basisschutz soll als erste Schutzstufe

verhindern, dass der Mensch mit unter

Spannung stehenden Teilen in Kontakt

kommt. Dazu gehören ein vollständiger Berührungsschutz

sowie ein Schutz gegen das

Eindringen von Fremdkörpern und Wasser

in elektrische Anlagen und Betriebsmittel. Je

nach Beanspruchung der elektrischen Anlagen

und Betriebsmittel ist eine unterschiedliche

Schutzart erforderlich. Diese ist mit

Kennziffern angegeben. Zusätzlich ist grafisch

gekennzeichnet, in welchem Bereich

ein elektrisches Gerät benutzt werden darf.

2. Stufe: Fehlerschutz an elektrischen Anlagen

und Betriebsmitteln

Der Fehlerschutz wirkt in Fällen, in denen

Fehler an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln

auftreten. Fehler sind z. B. eine

defekte Isolierung oder ein Leiter, der unter

Spannung steht, und das Gehäuse berührt.

14

Schutz bei indirektem Berühren

– Fehlerschutz –

a) Schutzklasse I

Schutz durch

Abschaltung

(Schutzleiter)

Bild 7: Beispiele für den Fehlerschutz

b) Schutzklasse II

Schutzisolierung

Der Fehlerschutz sorgt dafür, dass sofort

der Stromkreis unterbrochen wird. Möglich

wird das durch eine Schutzeinrichtung (Sicherung).

Dazu müssen alle leitenden Teile

untereinander und über einen Schutzleiter

mit der Betriebserde der Anlage verbunden

sein. Bei einem Fehler kommt es zum Kurzschluss

und die Schutzeinrichtung löst aus.

Zum Fehlerschutz gehört auch die Schutztrennung.

Der Stromkreis wird in diesem

Fall über einen Sicherheitstransformator

geschlossen. Die Spannung beträgt 230 V.

Die Sicherheitstransformatoren werden

immer außerhalb des Arbeitsbereiches aufgestellt

(wichtig bei Arbeiten in Behältern

oder engen Räumen). Einen guten Fehlerschutz

erhält man auch durch Schutzisolierung.

Bei schutzisolierten Geräten kann

man nach menschlichem Ermessen keine

Teile berühren, die unter Spannung stehen.

Beim Schutz gegen indirektes Berühren

(Fehlerschutz) unterscheidet man drei

Schutzklassen (siehe Bild 7).

c) Schutzklasse III

Schutzkleinspannung


3. Stufe: Zusatzschutz bei Gefahren durch

elektrischen Strom

Der Zusatzschutz bietet zusätzlichen

Schutz bei fehlerhaften Geräten. Ermöglicht

wird das u. a. durch eine Fehlerstromschutzeinrichtungen

(RCD).

Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (FI-Schalter)

Der FI-Schalter ist ein idealer Zusatzschutz.

Er schützt bei indirektem Berühren sowie

teilweise auch bei direktem Berühren. Bei

einem FI-Schalter fließt maximal der zulässige

Fehlerstrom, bei einem 30 mA FI-Schalter

also maximal 30 mA. Die Abschaltzeit

beträgt dabei max. 0,2 Sekunden. Hierdurch

wird erreicht, dass z. B. bei einer Körperdurchströmung

beim Menschen der Strom

rechtzeitig abgeschaltet wird, bevor ein

Körperschaden eintreten kann.

Bild 8: FI-Schutzschalter (Foto: Doepke)

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„Automatischer Schutzengel“

Bild 9: Tragbare FI-Schutzschalter

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

15


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Seit 01.06.2007 ist die Neufassung der

Norm DIN VDE 0100-410 wirksam. Sie fordert

zusätzlichen Schutz durch FI-Schutzeinrichtungen

mit Bemessungsstrom


Bild 11: Ein Unfall durch elektrischen Strom

Beschaffung und Verwendung elektrischer

Anlagen und Betriebsmittel

Müssen im Unternehmen elektrische Anlagen

errichtet werden, so dürfen diese nur

von Elektrofachkräften errichtet werden.

Dazu gehört schon das Anbringen von Steckdosen.

Elektrische Betriebsmittel, z. B. Bohrmaschinen,

Elektroherde, Aufschnittschneidemaschinen,

Kassen, Leuchten usw., müssen so

beschaffen sein, dass eine Gefährdung des

Bild 12: Prüfzeichen


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Benutzers bei bestimmungsgemäßer Verwendung

vermieden wird.

Elektrische Betriebsmittel müssen mit dem

CE-Zeichen versehen sein. Der Hersteller

bestätigt damit lediglich, dass das elektrische

Betriebsmittel den europäischen

Richtlinien entspricht. Wir empfehlen daher,

nur Geräte zu verwenden, die zusätzlich eines

der folgenden Prüfzeichen tragen. Das

bedeutet, dass das elektrische Betriebsmittel

und von einer unabhängigen Stelle geprüft

wurden.

17


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Bei der Verwendung elektrischer Geräte

lauern Gefahren:

Beispiele: Brand durch Kurzschluss, Stromunfälle

etc.

• Gehen Sie mit elektrischen Betriebsmitteln

sorgfältig um, um Schäden und Unfälle

zu vermeiden.

• Verwenden Sie für den „Profieinsatz“

keine Haushaltsgeräte. Diese sind in der

Regel nicht für den Dauergebrauch geeignet

und auch nicht so robust wie „Profigeräte“.

• Vergewissern Sie sich, dass von Ihnen

benutzte elektrische Betriebsmittel nicht

beschädigt sind.

• Reparieren Sie defekte elektrische Betriebsmittel

nicht selbst. Melden Sie

Schäden sofort Ihrem Vorgesetzten.

• Schalten Sie die Geräte stets mit dem

Schalter ein und aus, nicht durch Einstecken

oder Herausziehen des Steckers.

• Achten Sie darauf, dass die elektrischen

Betriebsmittel für die Umgebungsbedingungen

geeignet sind z. B.:

- abgedeckt

- tropfwassergeschützt

- regengeschützt

- spritzwassergeschützt

- strahlwassergeschützt

- staubgeschützt.

18

Weitere Informationen zur Kennzeichnung

elektrischer Betriebsmittel finden

Sie auf Seite 24 im Abschnitt „Installation

und Einsatz von Leuchten“.

Praxisbeispiele für den sicheren Umgang

mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln:

➞ Leitungen, Schalter, Verteiler- und Steckdosen

• Hängen Sie keine Gegenstände an sichtbar

verlegten Elektroleitungen, wie z. B.

Dekorationen, Plakate, S-Haken oder Kleiderbügel

auf.

Dies kann zu mechanischen Beschädigungen

der Leitungen führen, die oft äußerlich

nicht erkennbar sind. Neben den

elektrischen Gefahren, die durch beschädigte

Isolierungen entstehen, können

auch erhebliche Brandgefahren verursacht

werden, nämlich dann, wenn eine

der Adern im Inneren des Kabels bricht

und es zum „Schmoren“ in der Leitung

kommt.

• Ziehen Sie Geräteanschluss- oder Verlängerungsleitungen

stets am Stecker aus

der Steckdose, nie an der Leitung selbst.

• Achten Sie darauf, dass Verbindungen

von Leitungen durch Leuchtenklemmen

durch Abdeckung gegen Berühren gesichert

sind, am besten durch den Einbau

in eine geschlossene Abzweig- oder

Verteilerdose. Diese müssen stets durch

einen Deckel gesichert sein. Freie Leitungsenden

müssen sich in einer Verteilerdose

befinden und gegen Berühren

isoliert sein. Falls dies nicht der Fall sein

sollte, informieren Sie Ihren Vorgesetzten.

➞ Anschluss- und Verlängerungsleitungen

• Sorgen Sie dafür, dass Zuleitungen keine

Stolperstellen bilden:

Elektrische Leitungen dürfen nicht ungeschützt

in Verkehrswegen verlegt

werden. Durch Betreten und Überfahren

können die Isolation und die stromführenden

Adern beschädigt werden, außerdem

bilden lose liegende Leitungen Stolperstellen

(Bild 13).



Bild 13: Achtung Stolpergefahr! - Zuleitung mitten im

Verkehrsweg verlegt

Abhilfe schaffen Kabelbrücken aus Kunststoff,

fest eingebaute Bodensteckdosen

oder die Zuführung der Leitung von oben,

wie es oft an Kassen zu beobachten ist.


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

• Schalten Sie Mehrfachsteckdosen nicht

in Reihe, da dies zu Überlastung der elektrischen

Leitungen führen kann.

Werden an Verlängerungsleitungen Geräte

mit zu hohen Anschlussleistungen

(Watt-Zahlen), wie z. B. Heizlüfter, angeschlossen,

kann es schnell zu einer Überhitzung

der Leitungen kommen. Deshalb

dürfen an Mehrfachsteckdosen keine weiteren

Mehrfachsteckdosen angeschlossen

werden, es könnte sonst durch eine große

Zahl angeschlossener Geräte ebenfalls zu

einer Überlastung kommen (Bild 14). Insbesondere

in Leuchtenvorführständen ist

auf die Vermeidung dieser Gefahr zu achten.


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Bild 14: Achtung Brandgefahr! - Mehrfachsteckdosen in Reihe geschaltet

19


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

In den Schaufensterräumen von Warenund

Geschäftshäusern dürfen Verlängerungsleitungen

mit Kupplungs- und Mehrfachsteckdosen

aufgrund der erhöhten

Erhitzungsgefahr durch Sonneneinstrahlung

nicht verwendet werden!

• Führen Sie elektrischer Leitungen nicht

durch Fenster oder Türen: Wenn diese

geschlossen werden, wird die Leitung gequetscht

oder die Isolierung beschädigt.

• Achten Sie darauf, dass Leitungen auch

nicht zu großer Hitze, z. B. durch Herdplatten,

ausgesetzt werden: Die Kunststoffisolierung

kann schmelzen und die

spannungsführenden Adern freilegen.

• Vermeiden Sie die Beschädigung von

Schalter und Steckdosen durch Anstoßen

mit Transportgut oder Fahrzeugen.

Defekte Abdeckungen müssen möglichst

schnell instandgesetzt werden. Durch Verlegen

der Schalter oder Steckdosen an ungefährdete

Stellen oder durch Anbringen von

Schutzpuffern (Bild 15) können Beschädigungen

oft dauerhaft vermieden werden.

Bild 15: Beispiele für Steckdosen mit stabilem Schutzpuffer

20

Schalter und Steckdosen müssen fest eingebaut

oder sicher auf der Wand befestigt sein.

➞ Verteilungen, Schaltflächen

• Sorgen Sie dafür, dass Verteilungen,

Schalttafeln, Not- und Bereichsschalter

sowie die Türen zu elektrischen Betriebsräumen

ständig frei zugänglich sind. Sie

dürfen deshalb nicht zugestellt oder verhängt

werden.

• Beachten Sie, dass die Türen von elektrischen

Betriebsräumen zum Schutz vor

unbefugtem Betreten verschlossen sein

müssen. Sie müssen außerdem mit dem

Warnzeichen W 08 gekennzeichnet sein

(Bild 16). Verteilungen und Schalttafeln

müssen gegen unbefugtes Benutzen

gesichert werden, z. B. durch Türen oder

Abdeckungen.

In Verteilungen und Schalttafeln müssen

zum Schutz vor Berührung alle unter Spannung

stehenden Teile isolierend abgedeckt

sein (Bild 17). Offene Bereiche neben Sicherungsautomaten

müssen durch Kunst-


Bild 16: Warnzeichen W 08: „Warnung vor gefährlicher

elektrischer Spannung“

stoffeinlagen ausgefüllt werden, fehlende

Schraubsicherungen sind durch Schraubkappen

zu ersetzen. Schraubsicherungen

müssen mit einem Glasplättchen versehen

sein. So wird nach dem Ansprechen der Sicherung

verhindert, dass durch das herausfallende

heiße Metallplättchen ein Brand

verursacht wird.

Die Zuordnung der Sicherungselemente zu

den einzelnen elektrischen Verbrauchern

muss eindeutig und rasch erkennbar sein.

Sie muss nach jeder Änderung sofort angepasst

werden!

Vorführstände für Leuchten

Beim Anschließen und Abklemmen von

Leuchten in Vorführständen kommt es immer

wieder zu Stromunfällen. Häufige Unfallursachen

sind:

Bild 17: Schalttafel

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

• Vor dem Anschließen oder Abklemmen

der Leuchten wird der betreffende Stromkreis

nicht spannungsfrei geschaltet.

• Der Schutzleiter wird nicht angeschlossen.

• Der Schutzleiter und der Außenleiter (Phase)

werden vertauscht bzw. verwechselt.

Die nachstehend beschriebenen Schutzmaßnahmen

sind beim Errichten und Betrieb

von Leuchtenvorführständen umzusetzen:

➞ Bereichsschalter

Leuchtenvorführstände müssen mit einem

allpolig abschaltbaren Bereichsschalter

abschaltbar sein. Mit dem Bereichsschalter

kann der Leuchtenvorführstand spannungsfrei

geschaltet werden, wenn dort

Arbeiten durchzuführen sind. Es muss

eindeutig erkennbar sein, ob der Bereichsschalter

ein- oder ausgeschaltet ist. Der Bereichsschalter

kann auch als Not-Aus-Schalter

ausgeführt sein. Dies ermöglicht eine

schnelle Abschaltung im Gefahrenfall.

➞ Fehlerstromschutzschalter

Leuchtenvorführstände müssen durch Fehlerstomschutzschalter

(30 mA Auslösestrom)

gesichert werden.

Größere Leuchtenvorführstände werden

häufig mit allen drei Phasen (Drehstrom)

betrieben.

Hierbei werden meistens vierpolig schaltende

FI-Schutzschalter eingesetzt. Diese

Fehlerstromschutzschalter schalten jedoch

nicht, wenn eine Person im Fehlerfall

gleichzeitig zwei Phasen berührt.

Um Körperschäden in diesem Fall zu verhindern,

ist jede Phase mit einem eigenen

Fehlerstromschutzschalter abzusichern.

Alternativ ist der gesamte Leuchtenvorführstand

in drei Bereiche aufzuteilen, die

räumlich soweit voneinander getrennt sind,

so dass in einem Fehlerfall nicht zwei Phasen

gleichzeitig berührt werden können.

21


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Bild 18: Beispiel für einen Leuchtenvorführstand

Tabelle 3: Aufschriften und Bildzeichen auf Leuchten

22

Schutzklasse

Schutzklasse

I Leuchten mit Anschlussstelle für

Schutzleiter, mit der alle berührbaren

Metallteile verbunden sein müssen,

die im Fehlerfall unmittelbar Spannungen

annehmen können.

II Bei solchen Leuchten dürfen keine

Metallteile berührbar sein, die im

Fehlerfall unmittelbar Spannung annehmen

können (Schutzisolierung

oder doppelte Isolierung).

III Leuchten zum Betreiben mit Schutzkleinspannung,

d. h. mit Spannungen

unter 50 V, die mit einem Sicherheitstransformator

nach VDE 0551 erzeugt

oder aus Batterien oder Akkumulatoren

entnommen werden.

Die drei Bereiche werden dann jeweils einphasig

betrieben.

Leuchten

➞ Beschaffung von Leuchten

Leuchten sollen nicht nur schön sein, sie

müssen auch sicher sein. Beachten Sie bei

der Beschaffung von Leuchten neben der

Kennzeichnung mit einem Prüfzeichen

(siehe Seite 17), dass diese für die am Verwendungsort

auftretenden Einsatzbedingungen

geeignet sind. Anhand der auf den

Leuchten angegebenen Aufschriften (siehe

Tabelle 3) können Sie erkennen, für welche

Einsatzbedingungen sie verwendet werden

dürfen.

Symbol Bedeutung Hinweise

Anschluss an Netzschutzleiter

zwingend erforderlich.

Das Symbol ist auf der Anschlußstelle

angebracht.

Leuchte darf keinen Schutzleiteranschluss

haben und

darf nicht mit Netzschutzleiter

verbunden werden.


Schutz gegen Staub, feste Fremdkörper und Wasser

Schutzarten IP nach DIN EN 60598

Die Bezeichnung folgt folgendem Schema: IP XX

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Die Buchstaben IP stehen für Schutzart und die XX werden wie folgt ersetzt:

1. Stelle: Berührungsschutz / Fremdkörperschutz

2. Stelle: Wasserschutz

Fremdkörperschutz über Schutz gegen Berührung hinaus

Symbol

IP 5X

staubgeschützt

Vollständiger Berührungsschutz

Schutz gegen schädliche Staubablagerungen

IP 6X

staubdicht

Vollständiger Berührungsschutz

Schutz gegen Eindringen von Staub (staubdicht)

Wasserschutz

Symbol

IP X0 – kein besonderer Schutz

IP X1 Schutz gegen senkrecht fallendes Tropfwasser

tropfwassergeschützt

IP X3 Schutz gegen Wasser, das in einem beliebigen Winkel

regengeschützt

bis 60 Grad zur Senkrechten fällt.

IP X4 Schutz gegen Wasser, das aus allen Richtungen gegen

spritzwassergeschützt

die Leuchte spritzt.

IP X5 Schutz gegen einen Wasserstrahl aus einer Düse, der aus

allen Richtungen gegen die Leuchte gerichtet wird.

strahlwassergeschützt

IP X7 Schutz gegen Wasser, wenn die Leuchte unter festgelegten

wasserdicht

Druck- und Zeitbedinungen in Wasser getaucht wird.

IP X8 Die Leuchte ist geeignet zum dauernden Untertauchen in

... m

druckwasserdicht

Wasser bei Bedingungen, die durch den Hersteller zu

beschreiben sind.

Kennzeichnungsbeispiel: IP 55 =strahlwassergeschützt (IP X5) + staubgeschützt (IP 5X)

23


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

➞ Installation und Einsatz von Leuchten

Als elektrische Betriebsmittel dürfen Leuchten

nur durch eine Elektrofachkraft installiert

werden.

Beachten Sie darüber hinaus folgende Hinweise:

• In Leuchten dürfen z. B. nur Glühlampen

eingesetzt werden, die den Leistungsangaben

des Leuchtenherstellers entsprechen.

Steht z. B. an einer Leuchte „max.

60 Watt“, darf diese Leuchte auch nur

mit einer 60 Watt starken Glühlampe bestückt

werden.

24

Schutz gegen Entzündung/Entflammung

Leuchten erzeugen Wärme während ihres Betriebs. Für Leuchten, die direkt auf entflammbaren

Materialien montiert werden können, gibt es folgende Schutzzeichen:

Symbol Bedeutung

Höchste Bemessungs-Umgebungstemperatur

F

F

F

M

M M

Warnhinweise gegen die Verwendung von „cool beam“-Lampen

Kleinster Abstand zu angestrahlten Flächen (in Meter)

Leuchten – geeignet zur direkten Befestigung auf normal

entflammbaren Befestigungsflächen

Nicht zur direkten Montage auf normal entflammbaren Oberflä-

chen geeignete Leuchte (nur zur Montage auf nicht entflammbaren

Oberflächen geeignet

Zur Montage in oder auf normal entflammbaren Oberflächen

geeignete Leuchte, falls Wärmedämm-Material die Leuchte umhüllt

Leuchten– geeignet zum Einbau in Möbel auf normal entflamm-

baren Befestigungsflächen

Leuchten – geeignet zum Einbau in Möbel, deren Entflammbarkeits-

eigenschaften nicht bekannt sind

• Halten Sie einen Sicherheitsabstand zu

brennbarem Material ein, dies gilt insbesondere

für Strahlerleuchten. Diese sind

immer so aufzustellen, dass in Strahllängsrichtung

ständig der vom Hersteller vorgeschriebene

Mindestabstand zu brennbaren

Gegenständen eingehalten sind. Ist der

Mindestabstand nicht bekannt, so ist eine

Mindestentfernung von 50 cm einzuhalten.

• Beim Einsatz von Leuchten in Möbeln

besteht durch Wärmestau eine erhöhte

Brandgefahr. Leuchten die in Möbeln

M

eingebaut werden, sind entweder mit

M M

oder mit gekennzeichnet.


• Leuchten sind für eine Umgebungstemperatur

von 25 °C ausgelegt. Bei höheren

Umgebungstemperaturen dürfen nur

Leuchten mit der Kennzeichnung t …°C a

eingesetzt werden.

• Aufhängevorrichtungen für Leuchten

müssen die fünffache Masse der daran befestigten

Leuchte, mindestens aber 10 kg,

ohne Formänderung tragen.

• Leuchten für Leuchtstofflampen dürfen an

Decken, Wänden oder Regale nur montiert

werden, wenn diese dafür zugelassen sind.

F

Leuchten mit dem Zeichen können z. B.

direkt auf normalentflammbaren Baustoffen

montiert werden.

F

Geschlossene Leuchte mit dem Zeichen an Gebäudeteilen

aus schwer- oder aus normal-entflammbaren Baustoffen

und an Einrichtungsgegenständen aus brennbaren

Werkstoffen; kein Luftabstand erforderlich.

Bild 19: Geschlossene Leuchte

Bild 20: Beleuchtetes Regal

• Niederspannungs-Halogenleuchten

Bei Niederspannungs-Halogenleuchten

ist z. B. darauf zu achten, dass nur

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Bild 21: Niederspannungs-Halogenleuchte (Foto: Bruck)

Halogenlampen oder –leuchten mit einer

Schutzabdeckung versehen sind eingesetzt

werden.

Die vom Hersteller vorgegebene Anzahl

von Leuchten darf in keinem Fall erhöht

werden. Es dürfen nur die vom Hersteller

vorgesehenen Einzelteile verwendet werden.

Die zu den Halogenlampen gehörenden

Transformatoren müssen so aufgestellt

und geschützt werden, dass durch die

Wärmeabgabe des Transformators kein

Wärmestau entstehen kann. Vorhandene

Lüftungsschlitze sind frei zu halten.

Unterweisungen

Der Unternehmer oder die betrieblichen

Vorgesetzten haben die Beschäftigten über

die beim Umgang mit elektrischen Anlagen

und Betriebsmitteln auftretenden Gefahren

und über notwendige Schutzmaßnahmen

zu unterweisen. Die Unterweisung kann

z. B. anhand der Betriebsanweisung erfolgen.

Diese Unterweisungen müssen vor

Aufnahme der Tätigkeit und danach mindestens

einmal jährlich wiederholt werden.

Bei der Durchführung der Unterweisungen

sollten sich Unternehmer und Vorgesetzte

durch Elektrofachkräfte oder ggf. auch

durch elektrotechnisch unterwiesene Personen

unterstützen lassen. Inhalt und Durchführung

der Unterweisung müssen schriftlich

festgehalten werden.

25


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Als Hilfsmittel eignet sich der „Nachweisblock

zur betrieblichen Unterweisung“

(Bestell-Nr. A 238).

Prüfung elektrischer Anlagen und

Betriebsmittel

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

müssen vor jeder Benutzung vom Anwender

auf augenfällige, erkennbare Mängel

überprüft werden.

Solche Mängel sind z. B.:

• das defekte Gehäuse einer Bohrmaschine,

• die beschädigte Isolierung einer Verlängerungsleitung,

• die Beschädigung der Zugentlastung einer

elektrischen Anschlussleitung,

• oder der angerissene Deckel einer Steckdosenabdeckung.

Mängel an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln

sind sofort dem Vorgesetzten

zu melden. Die defekten Anlagenteile, Maschinen

oder Geräte sind sofort der Benutzung

zu entziehen und dürfen erst nach

ihrer Instandsetzung durch eine befähigte

Person (Elektrofachkraft) wieder benutzt

werden.

Darüber hinaus sind elektrische Anlagen

und Betriebsmittel nach der Unfallverhütungsvorschrift

„Elektrische Anlagen und

Bild 22: Fachmännische Prüfung einer elektrischen

Handbohrmaschine

26

Betriebsmittel“(BGV A 3) von einer befähigten

Person (Elektrofachkraft) einer regelmäßigen

Wiederholungsprüfung zu unterziehen.

Nach der Durchführungsanweisung zu § 5

der BGV A 3 durften elektrotechnisch unterwiesenen

Personen Wiederholungsprüfungen

durchführen. Eine Prüfung allein durch

elektrotechnisch unterwiesene Personen

ist aufgrund der Festlegungen in der TRBS

1203 nicht mehr möglich! Elektrotechnisch

unterwiesene Personen können aber nach

wie vor z. B. in einem Prüfteam im Rahmen

von Wiederholungsprüfungen Tätigkeiten

übernehmen und damit die Elektrofachkraft

unterstützen. Prüfungen durch elektrotechnisch

unterwiesene Personen setzen

aber nach wie vor die Verwendung geeigneter

Prüfgeräte sowie die Leitung und Aufsicht

einer Elektrofachkraft voraus.

In der Durchführungsanweisung zur BGV

A3, § 5 Abs. 1 Nr. 2 sind beispielhaft Richtwerte

für Prüffristen genannt. (siehe auch

Tabelle 4 und Tabelle 5).

Weitere Hinweise zu Prüffristen sind in den

Technischen Regeln für Betriebssicherheit

„Prüfung von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen

Anlagen“ (TRBS 1201)

aufgeführt. Davon abweichend kann der/

die UnternehmerIn in eigener Verantwortung

unter Berücksichtigung der betrieblichen

Gegebenheiten und Erfahrungen und

nach Durchführung einer schriftlich zu dokumentierenden

Gefährdungsbeurteilung

eigene Prüffristen festlegen, wenn damit

die gleiche Sicherheit erreicht wird.

Praxistipps über die Prüfung ortsveränderlicher

elektrischer Betriebsmittel enthält

die berufsgenossenschaftliche Information

„Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel“

(BGI/GUV-I 8524).


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Tabelle 4: Wiederholungsprüfungen ortsfester elektrischer Anlagen und Betriebsmittel

Anlage/Betriebsmittel Prüffrist

Elektrische Anlagen und ortsfeste

Betriebsmittel

Elektrische Anlagen und ortsfeste

elek tri sche Betriebsmittel in „Betriebsstätten,

Räu men und Anlagen

be son derer Art“

(DIN VDE 0100 Gruppe 700)

Schutzmaßnahmen mit

Fehlerstrom-Schutz ein rich tungen

in nicht-stationären Anlagen

Fehlerstrom-, Diffe renz strom und

Fehler span nungs-Schutz schalter

– in stationären An la gen

– in nichtstationären Anlagen

Anlage/Betriebsmittel

Art der

Prüfung

4 Jahre auf ordnungsgemäßenZustand

1 Jahr

1 Monat auf Wirksamkeit

6 Monate

arbeitstäglich

Prüffrist

Richt- und Maximal-Werte

auf einwandfreie

Funktion

durch Betätigen

der Prüfeinrichtung

Tabelle 5: Wiederholungsprüfungen ortsveränderlicher Anlagen und Betriebsmittel

Ortsveränderliche elek trische

Betriebs mittel (soweit benutzt)

Verlängerungs- und Geräteanschlussleitungen

mit Steck vor richtungen

Anschlussleitungen mit Stecker

bewegliche Leitungen mit Stecker

und Fest anschluss

Richtwert 6 Monate, auf

Baustellen 3 Monate 1 ).

Wird bei den Prüfungen

eine Fehlerquote <

2% 2 ) erreicht, kann die

Prüffrist entsprechend

verlängert werden.

Maximalwerte:

Auf Baustellen, in Fertig

ungsstätten und

Werk stätten oder

unter ähnlichen Be dingungen

ein Jahr,

in Büros oder unter

ähn lichen3 ) Be din gungen

zwei Jahre.

Art der

Prüfung

auf ordnungsgemäßenZustand

1) Konkretisierung siehe „Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz-Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel

auf Baustellen“ (BGI 608, bisherige ZH 1/271).

2) Dies bedeutet z.B.: wenn bis 50 ortsveränderliche Betriebsmittel vorhanden sind und ein oder mehrere Fehler festgestellt

werden, ist die nächste Prüfung aller ortsveränderlicher Betriebsmittel in spätestens 6 Monaten.

3) Ähnliche Bedingungen liegen in der Regel in Verkaufsräumen und deren Nebenräumen, ausgenommen Werkstätten, vor.

Prüfer

Elektrofachkraft

Elektrofachkraft

oder elektrotechnisch

unter wie sene

Person bei Ver -

wendung geeig

ne ter Meßund

Prüf ge räte

Benutzer

Prüfer

Elektrofachkraft,

bei Verwendung

ge eig ne ter

Meß- und

Prüfgeräte

auch elektrotechnisch

unterwiesene

Person

27


Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Erste Hilfe

Ist durch unbeabsichtigtes Umfassen

spannungsführender Teile eine Muskelverkrampfung

eingetreten, so dass der/die

Betroffene sich nicht mehr lösen kann, so

besteht auch für die Helfer die Gefahr einer

Körperdurchströmung. In diesem Fall

muss zuerst die elektrische Anlage bzw. das

elektrische Betriebsmittel spannungsfrei

gemacht werden. Dies kann durch das Herausziehen

des Steckers, das Betätigen des

Hauptschalters oder das Herausnehmen

der zugehörigen Sicherung geschehen.

Ist dies z .B. aus Zeitgründen nicht möglich,

so muss man den/die Verletzte(n) von den

unter Spannung stehenden Teilen trennen.

Dabei sollten die Helfer zunächst darauf

28

achten, dass ihr Standort isoliert ist,

z. B. Gummimatten oder trockene Holzbohlen.

Ohne den/die Verletzte(n) direkt

zu berühren, kann man ihn/sie nun an den

Kleidern wegziehen oder mit einem nicht

leitenden Gegenstand, z. B. einem Holz-

oder Kunststoffstuhl, wegschieben.

Erst danach sind die erforderlichen Erste-

Hilfe-Maßnahmen durchzuführen. Eine evtl.

nötige Herz-Lungen-Wiederbelebung ist so

lange fortzusetzen, bis der Erfolg eingetreten

ist oder bis ein Arzt die Versorgung des/

der Verletzten übernommen hat.

Grundsätzlich sollte nach jedem Elektrounfall

der Durchgangsarzt aufgesucht werden

um Folgeschäden zu vermeiden!


Rechtsquelle / Schriften

• Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische

Anlagen und Betriebsmittel“ BGV A 3 *

• BGI 519 „Sicherheit bei Arbeiten an elektrischen

Anlagen“**

• BGI 548 „Elektrofachkräfte“**

• BGI / GUV-I 8524 „Prüfung ortsveränderlicher

elektrischer Betriebsmittel“**

• Merkblatt „Reparaturarbeiten an Elektrogeräten“

(Bestell-Nr. M 28)*

• „Prüflisten Arbeitssicherheit“

(Bestell-Nr. A 234)*

• Nachweisblock „Unterweisungen zur

VDE Bestimmungen:

• DIN VDE 0100-410 „Schutzmaßnahmen

– Schutz gegen elektrischen Schlag“

• DIN VDE 0105-100 „Betrieb von elektrischen

Anlagen“

• DIN VDE 0740 „Sicherheit handgeführter

motorbetriebener Elektrowerkzeuge“

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz“

(Bestell-Nr. A 238)*

• Broschüre „Unterweisungen / Betriebsanweisungen“

(Bestell-Nr. B 36)*

• Betriebssicherheitsverordnung

• TRBS 1201 „Prüfungen“

• TRBS 1203 „Befähigte Personen“

Hinweis:

TRBS 2131 „Elektrische Gefährdungen“

wurde im November 2007 erlassen und am

16.7.2010 wieder zurückgezogen.

• DIN VDE 0701-0702 „ Prüfung nach Instandsetzung,

Änderung elektrischer

Geräte –Wiederholungsprüfung elektrischer

Geräte“

• DIN EN 60598-1 (VDE 0711-1) „Leuchten-

Teil 1: Allgemeine Anforderungen und

Prüfungen“

Bezugsquellen:

• die mit * gekennzeichneten Printmedien sind kostenlos bei der BGHW zu beziehen

• die mit ** gekennzeichnete Medien sind kostenpflichtig zu beziehen

bei

Wolter Kluwer Verlag

ELFRIEDE-SEPPI-STR. 15

56564 NEUWIED

bzw. als kostenloser Download bei http://bibliothek.arbeitssicherheit.de

• die Technischen Regeln zur Betriebssicherheitsverordnung (TRBS) werden als kostenloser

Download von der BGHW zur Verfügung gestellt

• Bezug der VDE-Bestimmungen über

VDE-Verlag GmbH

Bismarckstr. 33

10625 Berlin

Die in diesem Merkblatt enthaltenen technischen Lösungen schließen andere, mindestens

ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in technischen Regeln anderer Mitgliedsstaaten

der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen

Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben.

29


Prüfliste:

Elektroarbeiten

Sind die aktuellen elektrotechnischen Regeln im Unternehmen vorhanden

und werden sie angewandt? BGV A 3

Ist für die elektrische Anlage ein Anlagenverantwortlicher bestellt worden?

VDE 0105 Teil 100 Pkt. 3.2.2; 4.2

Ist für die Arbeit an der elektrischen Anlage ein Arbeitsverantwortlicher

bestellt worden? VDE 0105 Teil 100 Pkt. 3.2.1; 4.2

Erfolgt eine regelmäßige Unterweisung der Elektrofachkräfte auch über

Änderungen der elektrotechnischen Regeln? BGV A 1, BGV A 3

Wird vor Arbeitsaufnahme auf besondere Gefahren hin ge wie sen?

DIN VDE 0105 Teil 100 Pkt. 4.2; 6.1; 6.3.8.3

Werden der Umfang der Arbeiten und die erforderlichen Sicher heits maßnah

men zwischen Anlagen- und Arbeits ver ant wort lichen exakt ab gestimmt?

DIN VDE 0105 Teil 100 Pkt. 4.3

Ist für Arbeiten an oder in der Nähe von unter Spannung stehenden elek -

tri schen Anlagen eine genügende Anzahl von Mitarbeitern (Elek tro fach -

kräften) so aus gebildet, dass sie bei elektrischem Schlag bzw. bei Verbrennungen

Erste Hilfe leisten können? DIN VDE 0105 Teil 100 Pkt. 4.3

Ist die Arbeitsstelle eindeutig festgelegt und ebenso ge kenn zeich net?

DIN VDE 0105 Teil 100 Pkt. 4.5

Sind ausreichende Bewegungsfreiheit, ungehinderter Zugang und ausreichende

Beleuchtung gewährleistet? DIN VDE 0105 Teil 100 Pkt. 4.5

Stehen geeignete, in ordnungsgemäßem Zustand gehaltene Werkzeuge,

Aus rüs tungen, Schutz- und Hilfsmittel zur Verfügung und werden diese

bestimmungsgemäß verwendet? DIN VDE 0105 Teil 100 Pkt. 4.6

Stehen geeignete Sicherheitsschilder in genügender Anzahl zur Ver fügung

und wird damit auf mögliche Gefährdungen deutlich hingewiesen?

DIN VDE 0105 Teil 100 Pkt. 4.8

Ist den Elektrofachkräften bekannt, welche Arbeiten unter Span nung (AuS)

wann ausgeführt werden dürfen? BGV A 3, DIN VDE 0105 Teil 100 Pkt. 6.3

Bestehen Arbeitsanweisungen für AuS?

BGV A 3, DIN VDE 0105 Teil 100 Pkt. 6.3.5

Stehen für AuS geeignete Werkzeuge zur Verfügung?

BGV A 3, DIN VDE 0105 Teil 100 Pkt. 6.3.6

Wird isolierende Schutzkleidung regelmäßig und sachkundig geprüft?

BGV A 3

ja nein


BGHW - Prävention

Postfach 12 08

53002 Bonn

Telefax 02 28 / 54 06 - 58 99

Bestellung per E-Mail: medien@bghw.de

Internet: www.bghw.de

Bestell-Nr. M 36 Ausgabe August 2010

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