Analog - Elektropraktiker

elektropraktiker.de

Analog - Elektropraktiker

Analog-

Sonderbeilage

abschaltung

Das analoge

Satellitenfernsehen

endet am 30.4.2012

Welche Empfangsanlagen

müssen

umgerüstet werden?

Eine Sonderpublikation von

Welche Szenarien

gibt es für den

Umstieg?


Analogabschaltung

Inhalt | Impressum

INHALTSVERZEICHNIS

1 DIE DIAGNOSE –

IST EINE ANLAGE DIGITALTÜCHTIG? 3

1.1 LNB und Multischalter: was ist verbaut? . . . . 3

1.2 Selbsttest . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

1.3 Konzertierte Aktion . . . . . . . . . . . . . . . 4

1.4 Was ist zu tun? . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

1.5 Quo vadis Kabelfernsehen? . . . . . . . . . . . 5

2 SZENARIEN FÜR DEN UMSTIEG 6

2.1 Einfachste Lösung – DVB-T . . . . . . . . . . . 6

2.2 Die moderne Multischalteranlage . . . . . . . . 6

2.2.1 Alle Programme an

ausreichend vielen Dosen . . . . . . . . . . . . 6

2.2.2 Weitere Antennendosen: ein Beispiel . . . . . . 7

2.3 Sat-ZF plus IP-Netzwerk . . . . . . . . . . . . . 9

2.3.1 WLAN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

2.3.2 Separat verlegte LAN-Kabel . . . . . . . . . . . 9

2.3.3 Doppelnutzung bestehender

Leitungsinfrastrukturen. . . . . . . . . . . . . . 9

2.4 Altanlagen in Baumstruktur . . . . . . . . . . 13

2.4.1 Transcodierung nach DVB-T . . . . . . . . . . 13

2.4.2 Transcodierung nach DVB-C . . . . . . . . . . 14

2.4.3 Reanalogisierung . . . . . . . . . . . . . . . 14

2.4.4 Transparente Umsetzung in eine

niedrige Transport-Frequenzlage . . . . . . . 15

Impressum

3 FAZIT 15

Die „Sonderbeilage Analogabschaltung“ erscheint

als Beilage zu Elektropraktiker Ausgabe

11|2011 und rfe-Elektrohändler Ausgabe 11|2011

HUSS-MEDIEN GmbH

Ein Unternehmen der Huss-Verlagsgruppe

Berlin – München

Hausanschrift

Am Friedrichshain 22

10407 Berlin

Telefon: 030 42151-0

Telefax: 030 42151-208

Redaktion

Karsten Jungk

Matthias Zschunke (verantw.)

E-Mail: m.zschunke@hussberlin.de

Telefon: 030 42151-313

Anzeigen

Brinfriede Trester (verantw.)

Telefon: 030 42151-447

Daniela Schunke

Telefon: 030 42151-415

Leserservice

E-Mail: rfe-eh.vertrieb@hussberlin.de

Noch analog – oder

doch schon digital?

Diese Frage muss

jeder Kunde im

Vorfeld klären

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als Sat-Verteilsystem

Die Sonderbeilage Analogabschaltung ist eine

Publikation von rfe-Elektrohändler.

rfe-Elektrohändler erscheint zehnmal im Jahr,

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Kundenberatung und Verkauf.

Darüber hinaus berichtet die Zeitschrift

über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe

in der Technik der Unterhaltungselektronik.

Ein Probeexemplar von rfe-Elektrohändler

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2 rfe-eh Sonderbeilage Analogabschaltung | 11 · 2011


Analog geht –

Was ist zu tun?

Abschaltung analoger Satellitenprogramme am 30. April 2012

Alles hat eine Ende! Mit dem

Wahrheitsgehalt dieser Spruchweisheit

werden viele Zuschauern

am 30.4.2012 drastisch konfrontiert werden.

Wenn sie nämlich nach 3.00 Uhr

nachts ihren Satellitenreceiver einschalten,

kann es sein, dass statt des gewohnten

Bildes nur Schnee ohne Begleitton auf dem

Bildschirm erscheint. Spätestens dann

dürften die letzten der Zuschauer, deren

Antennen nur analoges Satelliten-TV empfangen

können, aktiv werden, um den

schrecklichen Zustand der Fernsehlosigkeit

möglichst schnell hinter sich zu bringen.

Das alles ist ja kein apokalytisches Welt-

untergangsszenarium, aber die beschlossene

Abschaltung der analogen TV-Programmausstrahlung

aus dem Orbit am

30. April 2012 um 3.00 Uhr nachts erfordert

zügiges Handeln. Für alle Haushalte

oder einzelne Teilnehmer, die bis zu diesem

Zeitpunkt ihren Satellitenempfang

noch nicht digitaltüchtig gemacht haben,

bleiben gerade mal noch 6 Monate. Gemäß

einer Meldung des Projektbüros „klardigital“

vom 12. Oktober 2011 sind in den

verbleibenden knapp 24 Wochen bundesweit

noch 4,4 Millionen Satellitenhaushalte

von der Abschaltung betroffen und müssen

auf digitalen Empfang umstellen. Das

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sind pro Arbeitstag mehr als 37 000 Haushalte.

Wenn jetzt nicht zügig mit der

Modernisierung der Altanlagen begonnen

wird, läuft den Privathaushalten, der

Wohnungswirtschaft und den Kabelnetzbetreibern

die Zeit davon. Fachhandel und

-handwerk werden dann nicht in der Lage

sein, den Umrüststau reibungslos abzubauen.

In der Informationskampagne „klardigital

2012“ (Bild 1) appellieren die Landesmedienanstalten,

ARD, ZDF, RTL, Pro-

SiebenSat.1 und der VPRT (Verband

Privater Rundfunk und Telemedien e.V.)

gemeinsam schon seit geraumer Zeit an

alle Betroffenen, sich dieser Herausforderung

unverzüglich zu stellen.

1. Die Diagnose – ist eine Anlage

digitaltüchtig?

1.1 LNB und Multischalter:

was ist verbaut?

Direktempfangssatelliten wie Astra

und Eutelsat strahlen schon seit Jahren ihre

Programme aus dem geostationären

Orbit auf zwei Frequenzbändern (Low-

Band: 10,7…11,7 GHz und High-Band:

11,7…12,75 GHz) in den beiden Polarisationsrichtungen

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Bild 1: Unter www.klardigital.de sind vielfältige

Informationen zur Vorbereitung auf

den 30.04.2012 erhältlich

ab. In den Anfangszeiten des Satellitenempfangs

wurde nur das ausschließlich mit

analogen Programmen belegte Low-Band

verwendet. Später kam aus Kapazitätsgründen

das High-Band hinzu. Hier wurden

auch die ersten Digitalprogramme untergebracht,

weshalb man damals auch

vom „Digitalband“ sprach. In den letzten

Jahren sind zunehmend digitale und abnehmend

analoge Programme über beide

Bänder gestreut und bald werden es ausschließlich

digitale sein. Die Unterscheidung

zwischen Analog- und Digitalband

hat damit ihren Sinn verloren.

Alte LNBs aus Low-Band-Zeiten für

Mehrteilnehmerempfang via Multischalter

kann man daran erkennen, dass sie nur

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Analogabschaltung


Analogabschaltung

1.2 Selbsttest des kunden

über zwei Ausgänge verfügen, die mit den

beiden Eingängen des Multischalters verbunden

sind. Jeder Ausgang des Multischalters

ist an ein Empfangsgerät angeschlossen.

Wegen der damals verwendeten

LO-Frequenz von 10 GHz erscheint

das Low-Band am LNB-Ausgang zwischen

0,7 GHz (unteres Low-Band-Ende

in Sat-ZF-Lage 10,7 - 10 GHz) und 1,7 GHz

(oberes Low-Band-Ende in Sat-ZF-Lage

11,7…10 GHz). Ein moderner Satellitenempfänger

mit einem Eingangsfrequenzbereich

von 0,95 bis 2,15 GHz kann also

durchaus auch das eine oder andere Digitalprogramm

empfangen, obwohl der LNB

noch ein „Dinosaurier“ ist. Beispielsweise

ist die Astra-Downlinkfrequenz der HD-

Versionen der Programme von „Arte

deutsch“, „Das Erste“ und „ZDF“ 11,362

GHz (Transponder 1.011, horizontal) und

fi ndet sich bei einem Uralt-LNB demnach

bei 1,362 GHz. Ein HD-tüchtiger Digitalreceiver

würde sie dort freilich nur mit einem

Suchlauf fi nden, weil er zum Empfang

dieser Programme auf eine Eingangsfrequenz

von 1,612 GHz vorprogrammiert ist.

Der Grund: Moderne LNBs sind sogen.

Universal-Typen, die beide Frequenzbänder

Low und High mit zwei unterschiedlichen

LO-Frequenzen 9,75 und 10,6 GHz

in die erste Sat-ZF verschieben. Das Low-

Band somit auf 0,95 bis 1,95 GHz, das

High-Band auf 1,1 bis 2,15 GHz und den

o. g. HD-Transponder eben auf (11,362…

9,75) GHz = 1,612 GHz.

Der Empfang einiger Digitalprogramme

ist also kein verlässliches Zeichen für eine

volldigitale Anlage. Zudem haben moderne

Universal-LNBs ein deutlich verbessertes

Phasenrauschen, was sich günstig

auf die Bitfehlerrate bei der digitalen Über-

Anzeige

Analogabschaltung April 2012

Zeit zum Wechseln

... auf digitale

Programm aufbereitung

WISI COMAPCT ������� OH

Bild 2: Liefert der

Sat-Receiver auf

Bildschirmtextseite

198 diese Aussage,

ist er nicht digitaltauglich,

die Empfangsanlagemöglicherweise

auch

nicht

tragung auswirkt. Weil ab dem 30. April

2012 auch alle analogen Programme wegfallen

ist das Programmangebot mit einem

„LNB-Oldie“ also höchst bruchstückhaft.

Zusammengefasst: Für den Empfang digitaler

Programme ist ein Universal-LNB

notwendig. Zur Signalversorgung eines

Multischalters muss er über vier Sat-ZF-

Ausgänge (Quadro-LNB) verfügen. Universal-Typen

für den direkten Anschluss

von einem, zwei oder vier Teilnehmern

sind als Single-, Twin- und Quattro-Typen

mit einem, zwei oder vier Ausgängen im

Handel. Und natürlich muss dass Empfangsgerät

des Teilnehmers (externer Receiver

oder in das TV-Gerät integrierter

Tuner) auf DVB-S für Programme in Standardaufl

ösung (SD) und Hochaufl ösung

(HD) ausgelegt sein.

1.2 Selbsttest

Nach einer Erhebung des Branchenverbands

Bitkom wissen immer noch viele

Befragte überhaupt nicht, ob sie analoge

· Steckplätze für bis zu 14 Module

(bis zu 28 digitale Kanäle)

· Einfache Programmierung mit Handset

· HDTV-geeignet

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scannen Sie den Code mit

Ihrem Mobil telefon ein.

oder digitale TV-Programme empfangen.

Das kann man aber mit einem einfachen

Test herausfi nden. Dazu muss die Videotextseite

198 der öffentlich rechtlichen

Sender oder Sat1, RTL oder Pro7 aufgerufen

werden. Je nachdem, ob die Videotextseite

analog oder digital bezogen wurde,

erscheint eine der Botschaften nach Bild 2

oder Bild 3. Die Information, man empfange

seine Fernsehprogramme analog,

muss aber nicht unbedingt heißen, die

Empfangsanlage sei noch nicht digitaltüchtig.

Auf jeden Fall ist aber der verwendete

Receiver nur für Analogprogramme

ausgelegt.

1.3 Konzertierte Aktion

Nicht nur Programmanbieter, Branchenverbände

und Hersteller bemühen sich, den

Endverbraucher auf die neue Situation vorzubereiten.

Auch Handel und Handwerk

haben die Initiative ergriffen und weisen

ihre Kunden auf den bevorstehenden Einschnitt

hin. In Zeitschrifteninsertionen,

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Werbeschriften und im direkten Kundengespräch

werden die Kunden über die

Sachlage informiert und auf die notwendigen

Maßnahmen hingewiesen. Die Botschaft

ist: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen,

um das Empfangsequipment auf den

neusten Stand der Technik zu bringen. Das

bedeutet zugleich, sich auf die Neuerungen

im Gefolge der Digitalisierung vorzubereiten.

HbbTV (Hybrid Brodcast Broadband

TV), EPG (Electronic Program Guide),

Hybrid TV (TV und Internet), Mediathek,

Video on Demand, Time Shift, Multimedia

Home Server, Streaming Media,

IPTV, interactive TV usw. sind Begriffe,

die gegenwärtig in die TV-Realität der Anwender

eindringen und von höherwertigen

TV-Geräten und Receivern bereits unterstützt

werden. Hier darf man den Durchschnittskunden

nicht allein lassen, sondern

muss ihn „an die Hand nehmen“, damit er

vor der Vielfalt der neuen auf ihn einbrechenden

Möglichkeiten nicht resigniert.

Beratung und Unterstützung heißt deshalb

das Gebot der Stunde!

1.4 Was ist zu tun?

Viele der Satellitenempfangsanlagen mit

Aktualisierungsbedarf sind aus nachvollziehbaren

Gründen noch nicht auf dem

Stand der Technik. Der Hauptgrund dürfte

neben mangelnder Sachkenntnis in der

Scheu vor der aufwendigen und teuren Umstellung

des Verteilsystems von der veralteten

Baum- auf eine Stern- oder Etagensternstruktur

mit hochwertigen Koaxialkabeln

liegen. Hier muss gebohrt, geschlitzt,

gemeißelt, verputzt, tapeziert und

gestrichen werden - ein Horror für alle Beteiligten.

Vielleicht standen sie bis heute

rfe-eh Sonderbeilage Analogabschaltung | 11 · 2011

Bild 3: Alles im

grünen Bereich!

auch noch nicht unter ausreichendem Leidensdruck,

weil die Sender im Kampf um

Reichweite immer noch eine große Programmvielfalt

im teuren Simulcastbetrieb,

d. h. sowohl analog als auch digital ausstrahlen?

1.5 Quo vadis Kabelfernsehen?

Viele Betreiber von Kabel-TV-Netzen wollen

ihren Kunden das Leben einfach gestalten,

indem sie den am technischen Fortschritt

Uninteressierten oder über ihn Uninformierten

vorgaukeln, nichts habe sich

für ihn nach dem 30. April 2012 verändert.

Reanalogisierung heißt das Zauberwort!

Es bedeutet nichts Anderes, als dass die

digital abgestrahlten Programme, oder zumindest

ein Teil von ihnen, wieder ins analoge

Format rückgewandelt werden. Die

Zuschauer, die immer noch vor einem alten

PAL-Fernseher ihre Abende verbringen,

haben dadurch zunächst keinen akuten Anpassungsbedarf.

Ob ihnen dadurch wirklich

gedient ist, sei dahin gestellt. Schließlich

sind sie von vielen attraktiven Neuerungen

im TV-Konsum ausgeschlossen.

Und ob der Konsum eines PAL-Programms

mit seiner beschränkten Bildaufl ösung mit

einem neuen Großbild-Flachbildschirm

Freude macht, darf bezweifelt werden.

Nach Ansicht des Autors wird der Triple-

Tuner in höherwertigen HD-TV-Geräten

zur Regel werden. Damit macht die Evolution

im Gerätebestand PAL-TV immer

obsoleter.

Hinzu kommt, dass moderne, interaktive

Kabelnetze für die neuen auf dem Internetprotokoll

basierenden Dienste, Inhalte und

Formate zunehmenden Bedarf an Bandbreite

haben, welche das äußerst ver-

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Fernsehen blockiert. Es wird also nicht

lange auf sich warten lassen, bis allein aus

diesem Grund die Reanalogisierung in der

Mottenkiste verschwindet. Schade um das

bis dahin ausgegebene Geld.

2. Szenarien für den Umstieg

2.1 Einfachste Lösung – DVB-T

Als einfachste und billigste Reaktion auf

das Ende der Analogprogramme aus dem

Orbit könnte man den Sat-Empfang ganz

einstellen und auf die inzwischen ebenfalls

rein digitalen terrestrischen Programme

(DVB-T: Digital Video Broadcast Terrestrial)

wechseln. Die Teilnehmer benötigen

dann einen DVB-T-Receiver, der bereits

in vielen Flachbildfernsehern integriert ist.

Die Empfangssignale können in Ballungsgebieten

mit hoher Empfangsfeldstärke

von einer Geräte- oder Zimmerantenne

stammen, oder von einer das bestehende

Verteilsystem speisenden terrestrischen

Dachantenne. Allerdings sind zur Zeit mit

Ausnahme von Ballungsgebieten nur die

öffentlich-rechtlichen Programme Das

Erste, Eins Plus, ZDF, Ki.Ka/ZDFneo,

3sat, zdf-infokanal, Phoenix, Arte und die

lokalen dritten Programme (am Ort des

Autors SWR-Fernsehen BW, Bayrisches

Fernsehen, HR-Fernsehen, WDR-Fernsehen)

„on air“. Man kann also in der Regel

mit 12 freien Programmen in Standardauflösung

auf drei Kanälen rechnen. Verschlüsselte

und hoch aufgelöste Programme

sucht man (noch) vergebens. Ob das

auf Dauer zufrieden stellt?

2.2 Die moderne Multischalteranlage

Für kleinere Anlagen wie zum Beispiel für

Einfamilien- oder Reihenhäuser ist die

ausreichend große Sat-Antenne (typ. 75 -

90 cm Durchmesser) mit Quadro-LNB und

daran angeschlossenen Multischalter die

optimale Wahl. Jeder Ausgang des Multischalters

wird über ein separates Koaxialkabel

mit der dazugehörigen Antennendose

verbunden. Im Folgenden werden moderne

Multischalterkonzepte erläutert,

aber auch wirtschaftliche Alternativen dazu

aufgezeigt. Letztere sind besonders

dann gefragt, wenn aus Kosten- oder Aufwandsgründen

das vorhandene, evtl. nur

eingeschränkt oder gar nicht Sat-ZF-taugliche

Baum- oder Sternnetz weiter verwendet

werden soll.

Nahezu alle heutigen für den Direktempfang

von Radio und Fernsehen ausgelegten

Satelliten strahlen auf zwei Frequenzbändern

– Low-Band (LB: 10,7…11,7 GHz)

und High-Band (HB: 11,7…12,75 GHz).

Dabei wird die elektromagnetische Sendewelle

jeweils vertikal (V) und horizontal

(H) polarisiert. Wir haben es also mit

vier Empfangsbändern zu tun: LB-V,

LB-H, HB-V und HB-H. Im Brennpunkt

des Parabol-Antennenrefl ektors setzt der

LNB (Low Noise Block Converter) die vier

Empfangsbänder in die so genannte 1. Sat-

ZF um. Dabei gelten die Zuordnungen:

LB-V/LB-H: 0,95…1950 MHz und HB-V/

HB-H: 1,1…2,15 GHz. Diese vier Spektren

werden auf vier Eingänge des Multischalters

gelegt. Die Receiver der Teilnehmer

wählen sich jeweils dasjenige Band

mit dem gewünschten Programm. Dazu

ist eine Signalisierung über das Koaxialkabel,

welches die Antennendose mit einem

der Multischalterausgänge verbindet, erforderlich.

Das Kabel erfüllt also eine

zweifache Aufgabe: Übermittlung des

Auswahlbefehls an den Multischalter für

die Anwahl des gewünschten Sat-ZF-Bandes

und dessen Transport zum Sat-Receiver.

Bei einfachen Anlagen für den Empfang

eines Satelliten genügt zur Auswahl

eines der vier Sat-ZF-Bänder eine Kombination

aus zwei Gleichspannungspegeln

(14 V: Vertikal, 18 V: Horizontal) mit oder

ohne eine überlagerte 22-kHz-Wechselspannungskomponente

(0 kHz: Low-

Band, 22 kHz: High-Band). Bei Multischalteranlagen

für zwei oder mehr Satelliten

kommt das so genannte DiSEqC-Verfahren

zur Anwendung (Digital Satellite

Equipment Control). All dies eben im

Schnelldurchgang Geschilderte ist dem

Fachmann hinreichend bekannt und soll

deshalb hier als bekannt vorausgesetzt

werden.

2.2.1 Alle Programme an

ausreichend vielen Dosen

Das sternförmige Verteilsystem der Multischalteranlage

kann alle Übertragungsformate,

die auf dem Satelliten zur Anwendung

kommen, zum Teilnehmer transportieren.

Dabei ist es gleichgültig, ob es sich

um freie oder verschlüsselte, normal oder

hoch aufgelöste Programme handelt. Quadro-LNB

und Multischalter für alle Sat-

ZF-Bänder und das terrestrische Frequenzband

sind also die absolut zukunftssichere

Wahl. Allerdings erweist sich bei

älteren Multischalteranlagen die Anzahl

der Dosen im Nachhinein regelmäßig als

zu gering. So ist für moderne Sat-Receiver

mit zwei Tunern, von denen einer einen

PVR (Personal Video Recorder) und der

andere den TV-Bildschirm unabhängig

voneinander mit Programmen beliefern

kann, eine zweite Ableitung mit Antennendose

erforderlich. Was tun, wenn aber

nur eine vorhanden ist?

rfe-eh Sonderbeilage Analogabschaltung | 11 · 2011


Immer mehr hochaufl ösende Flachbild-

TV-Geräte verfügen zudem über einen IP-

Anschluss (IP: Internet Protocol) in Gestalt

einer RJ45-Buchse. Damit können

neuzeitliche Programmergänzungen wie

HbbTV oder gar die Wiedergabe von IPTV

aus dem Internet über das häusliche LAN

(Local Area Network) genutzt werden.

Aber auch hier ist neben der Antennensteckdose

in der Regel kein LAN-Anschluss

vorhanden. Aus diesen misslichen

Situationen gibt es die im Folgenden beschriebenen

Auswege.

2.2.2 Weitere Antennendosen:

ein Beispiel

Wie bereits erwähnt, zeichnen sich viele

Multischalteranlagen der 1. Generation

durch eine spartanische Dimensionierung

aus. Im schlimmsten Fall wurde jedem

Haushalt eine Antennendose im Wohnzimmer

zugestanden. Eine zweite Dose

daneben und je eine weitere im Schlaf-,

Gäste- und/oder Kinderzimmer(n) würden

die Neuverlegung von Kabeln zwischen

einem Multischalter mit mehr Ausgängen

und den neuen Dosen erforderlich machen.

Das gleiche gilt für die nachträgliche

Bereitstellung eines LAN-Anschlusses.

Das dafür erforderliche Schlitzen, Stemmen,

Bohren, Gipsen, Verputzen und

Tapezieren ist ein schmutziger und lärmender

Albtraum, den sich jeder gerne ersparen

würde.

An einem typischen Anlagenbeispiel aus

der Mitte der 1990er-Jahre wollen wir die

mögliche Vorgehensweise beim Umrüsten

studieren. Die vorliegende Satellitenanlage

bietet vor der Umrüstung in jeder Wohnung

eines Vierfamilienhauses an jeweils

einer Antennensteckdose im Wohnzim-

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Wohnung 1

Wohnung 2

terr.

Legacy-

Multischalter

für Low-Band

mer die beiden unteren Sat-ZF-Bänder

LB-V und LB-H ( Bild 4 links).

Daraus folgt, dass zunächst einmal der

Duo-LNB gegen eine Quadro-Universal-

Type zu tauschen ist. Der alte Duo-Multischalter

wird gegen eine Quadro-Type gewechselt,

die jetzt alle vier Sat-ZF-Bänder

des Quadro-LNBs verarbeitet. Danach

hätte jeder Teilnehmer alle Programme (ab

30.04.2012 nur digitale) an seiner einen

Antennendose im Wohnzimmer anliegen.

Mit einem geeigneten Digitalreceiver und

Bildschirm könnte er nun alle freien und

verschlüsselten Programme in Standard-

und Hochaufl ösung betrachten.

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Umrüstung bestehender analoger

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CSS-Multischalter

Jultec

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Weitaus intelligenter wäre jedoch der Austausch

des alten Multischalters gegen eine

sogen. CSS-Type (CSS: Channel Stacking

System). Darunter versteht man einen Multischalter,

der mehrere dafür ausgelegte

Receiver an jeder seiner Ableitungen mit

Programmen versorgen kann. Der Trick

besteht darin, dass der CSS-Multischalter

jedem der Receiver auf einer fest zugewiesenen

Frequenz (User Band) gerade den

Ausschnitt aus einem der vier Sat-ZF-Bänder

zuspielt, in dem der Transponder mit

dem angewählten Programm sendet. Die

CSS-Receiver bleiben also auf die Mittenfrequenz

der ihnen zugeordneten User-

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2.2.2 Weitere Antennendosen

Wohnung 1

Wohnung 2

vorher nachher

1 Stichdose im

Wohnzimmer

2 Durchgangsdosen

im Wohnzimmer

(1280 MHz,

1382 MHz)

wohnungsintern

verlegte Koxial-

Kabel

1 Dose im

Gästezimmer

(1484 MHz)

Bild 4: Dies ist die pfi ffi ge Art, eine alte Multischalteranlage mit wenigen Teilnehmerdosen

zu modernisieren. Das Ergebnis: Alle Programme und mehr Anschlussmöglichkeiten, ohne

neue Kabel zwischen Multischalter und den neuen Dosen verlegen zu müssen

Wohnung 3

Wohnung 4

Analogabschaltung


Analogabschaltung

2.2.2 Weitere Antennendosen

Bänder fest abgestimmt und lösen nur noch

aus dem Transportstrom des ihnen angelieferten

Transponders den gewünschten

Programmstrom heraus. Dazu muss im

Sat-Receiver eine Erweiterung des bereits

erwähnten DiSEqC-Befehlssatzes nach

der Europanorm EN50494 implementiert

sein.

Mit JESS (Jultec Enhanced Stacking System)

hat der deutsche Multischalterhersteller

Jultec gemeinsam mit SES Astra, Technisat

und Kathrein eine abermalige Erweiterung

für bis zu 64 Satelliten und maximal

16 Teilnehmer an einem Kabel defi niert.

Erste JESS-Multischalter für vier Satelliten

an einem 12-Teilnehmer-Strang hatte

Jultec im Mai auf der Fachmesse ANGA

Cable in Köln vorgestellt (Bild 5a).

Doch kommen wir wieder zu unserem Umrüstbeispiel.

In (Bild 4 rechts) ersetzte

CSS-Type JRS0504-3T des bereits erwähnten

Herstellers Jultec den alten Low-

Band-Multischalter. Weil jetzt an jedem

seiner Ausgänge drei Transportkanäle

(User Bands) mit den Mittenfrequenzen

1280 MHz, 1382 MHz und 1484 MHz zur

Verfügung stehen, können auch drei CSS-

Receiver darüber die gewünschten Programme

empfangen. Nach dem Austausch

der alten Antennen-Stichdose gegen eine

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diodenentkoppelte Twin-Durchgangsdose,

von der ein wohnungsintern zu verlegendes

Kabel zur dritten Dose (ebenfalls

eine diodenentkoppelte, am Stammausgang

terminierte Durchgangsdose) zum

Beispiel im Gästezimmer führt, lassen sich

jetzt also an jedem Strang drei CSS-Satellitenreceiver

betreiben. Aus Dämpfungs-

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BEI ANGESCHLOSSENEM

SPEICHERMEDIUM

DIGITALER

VIDEORECORDER

gründen sollten den Receivern mit zunehmender

Entfernung zum CSS-Multischalter

abnehmende Transportfrequenzen zugeordnet

werden. Zu Pegelproblemen

dürfte es trotz der Verluste der Durchgangsdosen

im Stamm nicht kommen, weil

der typische Ausgangspegel im CSS-Modus

um ca. 10 dB über dem im Legacy-

Zusätzliche

Comfort -

Fernbedienung

Extra große phosphoreszierende Tasten

inklusive


◀ Bild 5a: Diese teilnehmergesteuerte

Einkabellösung (JESS-Multischalter)

kann über zwei Stammleitungen

jeweils 12 Teilnehmer

mit allen Programmen von vier

Satelliten versorgen.

Bild 5b: Aus vier mach acht. ▶

Lediglich der Multischalter ist

zu tauschen

Modus liegt. Wird nur ein herkömmlicher

Receiver (Legacy Type) ohne CSS-Funktion

an einem Strang betrieben, schaltet

der CSS-Multischalter den betreffenden

Ausgang automatisch in den Legacy-Modus

und bedient den Receiver mit einem

kompletten Sat-ZF-Band.

Wir haben in diesem Beispiel also eine nur

für das Low-Band taugliche Altmultischalteranlage

mit geringstmöglichem Aufwand

für Low- und Highband umgerüstet.

Dabei wurde, ohne zusätzliche Leitungen

vom Multischalter in die Wohnungen zu

verlegen, die Zahl der Antennendosen verdreifacht.

Jetzt wird im Wohnzimmer ein

Twin-Receiver und im Gästezimmer ein

Single-Receiver mit allen Programmen eines

Satelliten aus Low- und High-Band

versorgt.

2.3 Sat-ZF plus IP-Netzwerk

Wenn am Ort des TV-Geräts ein IP-Anschluss

für den Zugriff via LAN auf Services

und Applikationen aus dem Internet,

den häuslichen DLNA-UPnP-Server mit

der Film-, Foto- und Musiksammlung oder

die IP-Kamera an der Wohnungstür fehlt,

lassen sich viele neue und hoch attraktive

Zusatznutzen nicht erschließen. Die Zukunft

gehört aber dem hybriden Fernsehen

(DVB und IP) und die Verteilsysteme müssen

daran angepasst werden.

In der Regel wird ein kleines lokales Netz

mit Internetzugang aus einem DSL-Router

mit integriertem oder externem Ethernet-

Switch bestehen, von dem aus sternförmig

zu den RJ45-Buchsen der Teilnehmer

Twisted-Pair-Leitungen verlegt sind. Liegen

Antennendose und Ethernet-Buchse in

räumlicher Nähe, am Besten nebeneinander,

kann ein moderner Fernseher mit IP-

Anschluss (oder eine Set-Top-Box) internetbasierte

Anwendungen nutzen. Das

können die programmergänzenden Anwendungen

von HbbTV oder vom TV-Geräte-

oder Receiver-Hersteller vorbereitetete

„Apps“ (Applications= Anwendungen)

sein. Aber auch der Zugriff auf die

Audio- und Videoinhalte eines NAS (Network

Attached Storage = in das Netzwerk

rfe-eh Sonderbeilage Analogabschaltung | 11 · 2011

eingebundener Speicher) ist möglich. Idealerweise

können das TV-Gerät oder der

Receiver schreibend und lesend auf die

NAS-Festplatten zugreifen. Dann ist keine

lokale Festplatte erforderlich und andere

Netzteilnehmer können auf den gespeicherten

Content zugreifen.

Um den IP-Anschluss neben der Antennensteckdose

bereitzustellen, gibt es eine

Reihe von Alternativen.

2.3.1 WLAN

Das Wireless LAN hat als Funknetz den

Nachteil, dass die erzielbare Übertragungsrate

von der Auslastung der für alle

WLAN-Modems verfügbaren Funkfrequenzen

abhängt (Shared Medium). Wenn

sich der Nachbar also einen Film aus dem

Internet „saugt“, kann die Übertragungskapazität,

die man selbst gerne verfügbar

hätte, längere Zeit reduziert sein. Auf jeden

Fall ist WLAN ein Übertragungsmedium,

dessen Leistungsfähigkeit im Gegensatz

zu fest verdrahteten Verbindungen nicht

jederzeit garantiert ist, sondern von örtlichen

und zeitlichen Gegebenheiten abhängt.

2.3.2 Separat verlegte LAN-Kabel

Sicherlich ist die leistungsfähigste Lösung

die Verlegung eines physikalischen Übertragungsmediums(Twisted-Pair-Kupferleitung

oder optischer Leiter) vom DSL-

Router-Ausgang oder einem nachgeschalteten

Ethernet-Switch zur betreffenden Antennensteckdose.

Dies soll hier aber wegen

des großen nachträglichen Verlegeaufwands

nicht weiter verfolgt werden. In dieser

Hinsicht sind Technologien, die IP-Verbindungen

über andere, bestehende Verteilmedien

realisieren, äußerst vorteilhaft.

2.3.3 Doppelnutzung bestehender

Leitungsinfrastrukturen.

Power-Line-LAN

Als gängigster Ansatz kommt die Verwendung

von LAN-Modems in Frage, die das

haus- oder wohnungsweite 230-V-Stromnetz

(power line) als Transportmedium für

die IP-Daten mitbenutzen. Das funktio-

HDTV-Sat-Receiver

für HD+ und CI+

UFS 932/HD+

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zum 30. April 2012

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grenzenloser HDTV-Genuss

möglich. Die integrierte

CI+ Schnittstelle garantiert

���������������auch den

Empfang weiterer Pay-TV

Sender. Über die USB-

Schnittstelle besteht die

Möglichkeit, TV- oder

Radioprogramme aufzuzeichnen

und zeitversetzt

fernzusehen (Timeshift).

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schwarz.

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Analogabschaltung

2.3.3 Doppelnutzung bestehender Leitungsinfrastrukturen

Bild 6: dLAN 200 AVpro DINrail von Devolo

speist das Internet in alle drei Netzphasen

ein und ist die zentrale Komponente

eines Peer-to-Peer-LANs mit der

Stromverkablung als physikalischem

Übertragungsmedium

niert in den meisten Fällen einwandfrei,

kann aber in seltenen Fällen durch der

Netzspannung überlagerte Störungen, wie

sie etwa das Bürstenfeuer eines schlecht

entstörten Staubsaugermotors verursacht,

die Datenrate drosseln oder die Übertragung

ganz zum Erliegen bringen.

Eine interessante Neuentwicklung hat der

Powerline-LAN-Marktführer Devolo mit

seinem ersten Produkt der dLAN-Power-

Bild 8: Das Stromnetz

als Sat-Verteilsystem:

Ein IP-gesteuerter

Sat-Receiver streamt

das gewünschte Programm

in das Powerline-LAN.

Mit einem

Steckdosenmodul und

PC oder spezieller

IP-Box kann an jeder

Steckdose im Haus

line-Reihe für die Montage auf Hutschiene

im August vorgestellt (Bild 6). Das dLAN

200 AVpro DINrail wird im Zählerkasten

montiert und koppelt in alle drei Netzphasen

ein. Damit steht an jeder Steckdose des

Hauses ein leistungsfähiger Zugang zu einem

heimischen LAN und über einen

DSL-Router zum Internet zur Verfügung,

der durch Einstecken eines entsprechenden

Adapters jederzeit und ohne den gerings-

Bild 7: dLAN 500 AVtriple

beinhaltet einen 3-Port-

Gigabit-Switch zur Einbindung

von drei IP-Geräten

in das Powerline-LAN

ten Administrationsaufwand aktiviert

werden kann.

Inzwischen hat Devolo auch eine Ausführung

mit integriertem 3-Port-Gigabit-

Switch und 128-bit-AES-Verschlüsselung

(AES: Advanced Encryption Standard)

der übertragenen Daten auf den Markt

gebracht (Bild 7). Damit ist es möglich,

mehrere 3D-HD-Streams (Stream: Datenstrom)

simultan zu übertragen. Im Standby

wird der Energieverbrauch des Datenadapters

automatisch um 90% auf 0,5 W

abgesenkt.

Mit dieser Technologie kann ein an die Antenne

angeschlossener IP-gesteuerter spezieller

Sat-Receiver das vom Teilnehmer

gewünschte Programm als SD- oder HD-

Stream in das Stromnetz einspeisen. Das

Teilnehmerendgerät (PC oder spezielle

Set-Top-Box mit TV-Bildschirm) lässt sich

dann an jeder beliebigen 230-V-Steckdose

betreiben (Bild 8).

Coax-LAN

In Hinsicht auf Störüberlagerungen eignet

sich gerade das geschirmte Koaxialkabel

der Antennenanlage hervorragend, um im

unteren Frequenzbereich (


Bild 9: Die coax-LAN-Lösung von Skytronic nutzt das Koaxialkabel im Bereich 2 bis

30 MHz für die Herstellung von LAN-Anschlüssen. Multischalter und Steckdosen tauschen,

Verbindung zum Internet herstellen und schon ist neben jeder Antennensteckdose

ein RJ45-LAN-Anschluss

Wenn also ohnehin die Umrüstung der

Sat-Empfangsanlage auf Digitalempfang

ansteht, warum also nicht den alten Multischalter

gegen eine coax-LAN-Ausführung

(Bild 10) und die alten Stichdosen

gegen die coax-LAN-Doppeldosen mit

integriertem Modem (Bild 11) tauschen?

Die RJ45-Buchse im Multischalter muss

nun noch über einen Switch mit dem

DSL-Router verbunden werden und schon

steht das heimische LAN mit Übertragungsgeschwindigkeiten

bis 200 Mbit/s.

Die im Multischalter und in der aktiven

Teilnehmerdose erforderliche Modemtechnik

bezieht Skytronic vom Aachener

Power-LAN-Spezialisten Devolo. Sie

erfordert keinerlei Konfi guration durch

den Anwender, alles läuft automatisch

ab. Plug&Play-Betrieb ist hier nicht nur

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Nicht „Schwarzsehen“ -

Digitalisieren!

Analogabschaltung am 30. April 2012

ein Schlagwort, sondern schöne Realität.

Im Standard-Auslieferungszustand sind

alle Teilnehmer gleichberechtigt (Peer to

Peer: P2P). In dieser Betriebsart ist auch

die Einspeisung des Signals aus dem DSL-

Modem/Router in jede beliebige coax-

LAN-Anschlussdose möglich. Es braucht

dann also nicht unbedingt ein LAN-Kabel

zum Multischalter verlegt zu werden. Für

eine geschlossene Benutzergruppe z. B. in

einem Einfamilienhaus ist dies die richtige

Betriebsart.

Ein Beispiel, an dem die Leistungsfähigkeit

der Lösung deutlich wird, zeigt Bild

13. Darin wird demonstriert, wie eine alte

Sechsteilnehmeranlage für das Low-Band

ohne Neuverlegung einer einzigen Leitung

zu den Teilnehmern auf Low- und High-

Band umgerüstet werden kann. Das ist an

Komplettlösung SBL P24

Bild 10: Der cLAN98 verfügt über acht

Sat-ZF-Eingänge und einen terrestrischen,

sowie acht Teilnehmerausgänge

die neben allen Sat-Programmen noch

die LAN-Anbindung „huckepack“ mit

liefern

Bild 11: Für den Ersatz der alten Antennensteckdose

durch ein coax-LAN-Type

ist keine zusätzliche Unterputzdose erforderlich.

Der RJ45-Teil mit dem Koax-

Modem liegt auf der Wand auf

SAT Empfangsanlage

und verkabelt in

abschließbarem

Gehäuse

SAT DVB-S/S2 Transcoder

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Analogabschaltung

2.3.3 Doppelnutzung bestehender Leitungsinfrastrukturen

Bild 12: Eine IP-Einspeiseweiche stellt an

den Ausläufern des koaxialen Sternnetzes

über eine rückwegfähige Antennensteckdose

mit IP-Modul einen LAN-Anschluss

genau dort bereit, wo er benötigt

wird

▲ Bild 14: Mit einem IP-Anschluss neben der Antennensteckdose kann der moderne

Flachbildfernseher auch ins häusliche LAN, z.B. um einen Film aus der Sammlung auf

einem NAS abzuspielen

Wohnzimmer

LB V/H

Kinderzimmer 1

LB V/H

Gästezimmer

LB V/H

terr.

LB-V

LB-H

Duo-Multischalter

für

Low-Band (LB)

Arbeitszimmer

Küche

Kinderzimmer 2

Einkabel-

Multischalter (CSS)

Quatro-Multischalter

für Low- und High-

Band (LB und HB)

vorher nachher

LB V/H

LB V/H

LB V/H

2 x (LB/HB V/H und IP)

Wohnzimmer 1 + 2

sich noch nichts Besonderes, aber durch

Hinzunahme eines CSS-Multischalters

steht nun im Wohnzimmer ein Sat-ZF-

Doppelanschluss z. B. für den Betrieb

eines Twin-Receivers zur Verfügung. Und

schleift man gar noch eine Sat-Einspeiseweiche,

wie sie Bild 12 zeigt, in die

betreffenden Leitungen ein, steht an den

Dosen in Wohnzimmer, Kinderzimmer 1,

Gästezimmer und Arbeitszimmer jeweils

noch ein LAN-Anschluss zur Verfügung.

Damit sind die technischen Voraussetzungen

für die volle Nutzung des „hybriden“

Fernsehens gegeben: IP-TV, Apps wie

Google, Mediatheken, HbbTV, Home-Media-Server

mit NAS (Network Attached

Storage = in das Netz integrierter Speicher)

(Bild 14), Kommunikation mit der IP-

Türkamera, IP-Telefonie, Skypen, Internet-Browsen

und manches mehr. Aus

einem „Dumb Network“ ist durch minimalen

Umrüstaufwand ein „Smart Network“

geworden. Ergänzend sei noch erwähnt,

dass Multischalter, DSL-Router, WLAN-

Access-Point, Ethernet-Switch, NAS usw.

sowie deren Stromversorgung idealerweise

in einen zentralen Wohnungsverteiler

gehören. Die DIN EN 50173 Teil 4 für

anwendungsneutrale Kommunikationsanlagen

in Wohnungen zeigt dafür den

Weg und sollte endlich signifi kant in die

Bild 13: Ohne eine einzige zusätzliche Leitung durch das Haus zu verlegen wird bei dieser Vorgehensweise bedarfsweise die Zahl der

Antennendosen erhöht und IP-Funktionalität ergänzt

12 rfe-eh Sonderbeilage Analogabschaltung | 11 · 2011

Kinderzimmer 1

Gästezimmer

LB/HB V/H

und IP

LB/HB V/H

und IP

terr.

LB-V

Sat-ZF-

Output

und IP

LB-H

IP

(RJ45)

HB-V

Sat-ZF-

Input

HB-H

Sat-Einspeiseweiche

IP

(DSL-Router

oder

Ethernet-Switch)

Arbeitszimmer

LB/HB V/H

und IP

Küche

LB/HB V/H

Kinderzimmer 2

LB/HB V/H


12

12

Praxis der Gebäudeverkabelung einfl ießen.

Für das Zeitalter der Konvergenz von IT,

TK und UE hat Skytronic genau das richtige

„smarte“ Produkt kreiert. Weitere Gestaltungsvarianten

werden in Reaktion auf

die Marktresonanz folgen. Der Preis ist,

unter Berücksichtigung der Doppelfunktion

„Sat-ZF-Verteilung plus schnelles

LAN“, absolut angemessen.

2.4 Altanlagen in Baumstruktur

Altanlagen in Baumstruktur weisen neben

ihrer topologischen Unzulänglichkeit

(Baum statt Stern) häufi g auch Verteilmaterial

auf, das bereits am Ende des UHF-

Bereichs (860 MHz) hohe Dämpfungen

verursacht und unzureichend geschirmt

ist. Mit sogen. Einkabellösungen kann es

dennoch mit hohen Pegeln und Preemphasen

(Anhebung des Pegels mit steigender

Frequenz) zur Verteilung von Signalen im

Sat-ZF-Bereich 950…2150 MHz „missbraucht“

werden. Angefangen hat dies in

der Vergangenheit mit der „klassischen

Einkabellösung“. Dazu reihte man Ausschnitte

aus den vier Frequenzbändern des

Satelliten mit den wesentlichen Programmen

im Sat-ZF-Empfangsbereich herkömmlicher

Satellitenreceiver aneinander,

um sie dann in das Verteilsystem zu

„pressen“. Mit dieser Technik waren neu

aufgeschaltete oder frequenzverschobene

Programme oft nicht oder nicht mehr zu

empfangen. Zudem überforderte sie als

Notlösung ein altes terrestrisches Verteilsystem

in Bezug auf die mittlerweile strengen

Schirmdämpfungsforderungen insbesondere

bei den hohen Frequenzen und

wurde schnell deshalb obsolet.

Als Konsequenz ist festzuhalten, dass die

Verteilung der digitalen Sat-Programme

Anzeige

Der Countdown zur Analogabschaltung läuft...

A/V 1

A/V 2

A/V 3

A/V 4

DVB-S

QPSK

bei möglichst niedrigen Frequenzen, am

Besten im Arbeitsfrequenzbereich der Anlage

erfolgen sollte. Dazu gibt es zwei

Möglichkeiten, die aber wegen ihres technischen

Aufwands und ganzjährigen

Stromverbrauchs für kleine Anlagen weniger

sinnvoll sind.

2.4.1 Transcodierung nach DVB-T

Häufi g genutzt wird heute die Transcodierung

ausgewählter Sat-Transponder aus

dem QPSK-Format (DVB-S) in das in

Breitbandkabelnetzen für digitale Programme

übliche QAM-Format (DVB-C)

oder das von digitalen terrestrischen Ausstrahlungen

verwendete COFDM-Format

(DVB-T). Die transcodierten Signale werden

dann im terrestrischen Frequenzbereich

47…860 MHz übertragen und stellen

deshalb ein älteres Verteilsystem in

Schauen Sie immer

noch analog?

DVB-T direkt

Frequenzumsetzung

DVB-T zu DVB-T

DVB-S zu ASI-TS

A/V zu ASI-TS

2.4 Altanlagen in Baumstruktur

ASI-TS

ASI-TS

zu DVB-T

ASI-TS

zu DVB-T

DVB-T

COFDM

Bild 15: Mit einer solchen Aufbereitung lassen sich Programme jeglicher Herkunft in das

DVB-T-Format umsetzen und gemeinsam mit den „nativen“ DVB-T-Programmen in einer

Verteilanlage mit beliebiger Topologie und 860 MHz oberer Grenzfrequenz zum Teilnehmer

bringen

aller Regel vor keine besonderen Herausforderungen.

Allerdings benötigen die

Teilnehmer je nach dem gewählten Zielformat

DVB-C- oder DVB-T-Receiver.

Die Tatsache, dass nahezu alle modernen

hochaufl ösenden Flachbildschirme über

zumindest einen DVB-T-Tuner verfügen

und damit die nativen DVB-T-Programme

sowie COFDM-transcodierte Sat-Programme

ohne zusätzlichen Receiver empfangen

können, spricht für das DVB-T-

Zielformat. Aber es gibt auch schon viele

TV-Geräte mit DVB-C-Tuner, für die das

Zielformat DVB-C (QAM) geeignet ist.

Gegenwärtig geht der Trend zur Ausstattung

höherwertiger Flachbildfernseher mit

Triple-Tuner (DVB-S, DVB-T und

DVB-S), die mit allen DVB-Varianten zurecht

kommen.

Das Prinzip einer DVB-T-Kanalaufberei-

Jetzt digital umrüsten!

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analoger SAT-Signale eingestellt!

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Sammelfeld

Verstärker

DVB-T

Verteilsystem

Analogabschaltung


Analogabschaltung

2.4.2 Transcodierung nach DVB-C

tung zeigt (Bild 15). Darin symbolisieren

die Satellitenantenne die Empfangsmöglichkeiten

von Programmen aus dem geostationären

Orbit (DVB-S) und die terrestrische

Antenne die von Sendern mit

Standorten auf der Erdoberfl äche (DVB-T).

Letztere brauchen nicht transcodiert zu

werden, sondern sind allenfalls in der Frequenzlage

zu verschieben.

Anders bei den Sat-Programmen. Bei ihnen

gewinnt man den zu einem Programmbouquet

eines Transponders gehörigen

ASI-TS (Transport-Datenstrom über eine

asynchrone serielle Schnittstelle: Asyn-

Bild 16: DVB-T-Kopfstation von Promax

chronous Serial Interface – Transport

Stream). Diesem werden die Programmströme

einzelner Programme entnommen

und ggfs. mit den Programmströmen aus

anderen Transpondern oder A/V-Quellen

ergänzt zu einem neuen „DVB-T-Wunsch-

Transportstrom“ neu gemultiplext (Remultiplex).

So können dann drei bis vier SDTV-

oder zwei HDTV-Programme in freier

Wahl zu einem DVB-T-Signal zur Verbreitung

über einem VHF/UHF-Kanal verarbeitet

werden. Es besteht auch die Möglichkeit,

verschiedene Audio- und Videoquellen

in einem ASI-TS zu bündeln und

Bild 17: Kompakte

DVB-C-Kopfstation

von Polytron.

in einem DVB-T-Kanal in die Gebäudeverteilung

einzuspeisen. Das ist besonders

dort interessant, wo der Anlagenbetreiber

den Teilnehmern spezifi sche Informationen

oder Dienste verfügbar machen möchte,

z. B. in Hotels (Angebote, Touristeninformationen,

Pay-TV, …) und Wohnanlagen

(„Schwarzes Brett“, Spielplatzkamera,

…).

Als praktisches Beispiel einer DVB-T-

Kopfstation sei die modulare Lösung des

spanischen Hersteller Promax genannt

(Bild 16). Sie lässt sich mit bis zu sechs

Sat-Twin-Einschüben, einem aktiven Sammelfeld

und der Control Unit mit LAN-

Schnittstelle bestücken. Über letztere ist

die Fernüberwachung und -programmierung

via Internetverbindung möglich.

Durch die freie Wahl der DVB-T-Ausgangsparameter

ist ein bis zu 2,4-mal höheres

Datenvolumen als bei der gängigen

DVB-T-Ausstrahlung der Rundfunkanstalten

möglich. Damit ist die DVB-T-

Wiedergabequalität praktisch identisch

mit jener der DVB-S/S2-Quellen. Eine

ausführliche Systembeschreibung fi ndet

sich unter http://www.promax-deutschland.de

im Downloadbereich.

2.4.2 Transcodierung nach DVB-C

Ganz entsprechendes gilt für eine Transcodierung

oder Aufbereitung in das Zielformat

DVB-C. Hier soll als Beispiel QAM

12 von Polytron dienen (Bild 17). Das kompakte

Gerät setzt 12 digitale Sat-Transponder

(DVB-S/S2) in 12 digitale Kabel-Kanäle

(über 50 Programme) um. Es verfügt

in der gezeigten Version über einen integrierten

Multischalter, über den sich die

12 Transmodulatoren auf eines der vier

Sat-ZF-Bänder eines Quadro-LNBs aufschalten

können. Die Gerät sind vorprogrammiert

und deshalb mit wenig Aufwand

in Betrieb zu nehmen. Ein optionaler

LAN-Anschluss ermöglicht Fernprogrammierung

und Firmware-Update und erspart

den Besuch vor Ort.

2.4.3 Reanalogisierung

Das Herauslösen eines Programms aus einem

DVB-S-Multiplex, um es als herkömmliches

analoges PAL-Programm

einzuspeisen (Reanalogisierung), ist technisch

möglich, aber uneffi zient und fragwürdig,

weil dabei dem Teilnehmer alle

Vorteile der fortschrittlichen Digitaltechnik

entgehen. Umsetzer von DVB-S in

PAL werden dennoch überraschend oft

nachgefragt. Mag deren Bild mit kleinformatigen

Bildröhren oder Flachbildschirmen

ja noch akzeptabel sein, so gilt das

ganz bestimmt nicht für die großen Bildschirmdiagonalen

ab 32" (81 cm). Besten-

14 rfe-eh Sonderbeilage Analogabschaltung | 11 · 2011


falls für eine Grundversorgung des Altbestands

von PAL-Fernsehern mit einigen

wenigen Programmen könnten sie sinnvoll

erscheinen. Aber auch diese Geräte arbeiten

über die SCART-Buchse an einem einfachen

DVB-Receiver unter 50 €.

2.4.4 Transparente Umsetzung in eine

niedrige Transport-Frequenzlage

Bei dieser Methode wird eine Auswahl von

Sat-Transpondern aus der Sat-ZF-Lage

(> 950 MHz) in den UHF-Bereich (< 860

MHz) verschoben und über ein Koaxialnetz

in beliebiger Topologie verteilt. Für

den Empfang lassen sich normale Sat-Receiver

verwenden, wenn vor deren Antenneneingang

die verteilten Transponder

wieder in die Sat-ZF-Lage hochgesetzt

werden.

Dieses Konzept hat erstmals die Firma Polytron

zum Produkt entwickelt und auf der

ANGA Cable 2010 mit TST 1200 als „Einkabellösung

für nicht SAT-ZF-taugliche

Verteilsysteme“ vorgestellt (Bild 18). TST

1200 verschiebt bis zu zwölf aus den vier

Sat-ZF-Bändern frei wählbare Transponder

in einen Frequenzblock zwischen 250

und 750 MHz zum Transport über jedes

nicht Sat-ZF-taugliche Antennenverteilsystem

bis zu den Antennensteckdosen.

Hier fi ndet in Aufsteckmodulen die Rückverschiebung

in den Sat-ZF-Bereich 950

bis 2150 MHz statt, was den Betrieb handelsüblicher

Sat-Receiver erlaubt. Bild 19

veranschaulicht das für den Auslieferungszustand

des Gerätes. Ein pfi ffi ges Detail

der Vorprogrammierung ist die Belegung

der Plätze 1, 4, 8 und 10 derart, dass die

damit verbundenen Transponder ARD Digital

(1236 MHz, HBH), ZDF Vision (1354

MHz, HBH), ARD Digital (1510 MHz,

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QAM

DVB–C

QPSK

DVB–S

8PSK

DVB–S2

COFDM

DVB–T&T2

DVB–H

MPEG

2&4 HD

CONDIT.

ACCESS

NEU

HD ����� + �������������

����������������������

2.4.4 Transparente Umsetzung in eine niedrige Transport-Frequenzlage

HBH) und RTL Group (1588 MHz, HBH)

nach der Rückumsetzung in die 1. Sat-ZF

wieder in der gleichen Ausgangsfrequenzlage

sind und damit von handelsüblichen,

vorprogrammierten Sat-Receivern ohne

Suchlauf empfangen werden können. Das

erleichtert die Verifi kation der Funktionstüchtigkeit

der Anlage und ihre Inbetriebnahme.

Weil die zweimalige Verschiebung der

ausgewählten Transponder völlig transparent,

d.h. ohne jeglichen Eingriff in den

Transportstrom erfolgt, ist die TST-1200-

Lösung erheblich kostengünstiger als entsprechend

leistungsstarke Transcodierungsalternativen,

bei denen ja ein be-

trächtlicher Signalverarbeitungsaufwand

zu treiben ist.

3. Fazit

ECHTES HDTV FERNSEHEN... MESSEN UND GENIESSEN MIT MPEG4 VON ROVER

�������������������������������������������������

��������������������������������������������������������

������������������������� ������������������������

Angesichts der bevorstehenden Umstellung

auf voll digitale Satelliten-Programmübertragung

in Standard- und Hochauflösung

(SDTV und HDTV) ist noch eine

Vielzahl von Bestandsanlagen mit einer

maximalen Grenzfrequenz von 860 MHz

an die neue Situation anzupassen. In vielen

Fällen hat man sicherlich den Aufwand

dafür gescheut, denn die Verteilnetzumgestaltung

von Baum- auf die für einen

vollwertigen Sat-Empfang erforderliche

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T2

Low Band vert.

Low Band hor.

High Band vert.

High Band hor.

950…2150 MHz

TST

1200

12 Transponder

250…

750 MHz

Abzweiger

250…

750 MHz

Bild 18: Die Anlage in Baumtopologie ist nicht tauglich für die hohen Sat-ZF-Frequenzen.

Deshalb wird eine Transponderauswahl zum Transport über das Verteilnetz in den VHF/

UHF-Bereich verschoben und an den Dosenausgängen wieder in die Sat-ZF-Lage hochgesetzt

����������

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12 Transponder

1200…

1700 MHz

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Analogabschaltung


Analogabschaltung

3. Fazit

Sterntopologie mit 2150 MHz Grenzfrequenz

ist kostenintensiv. Sie ist vermeidbar,

indem man die wesentlichen Sat-

Programme in den terrestrischen Frequenzbereich

verlagert. Hier können sie

ohne Änderungen am bestehenden Verteilnetz

bis zur Teilnehmerdose transportiert

werden.

Besteht jedoch bereits ein Sat-ZF-taugliches

Sternnetz, ist die Multischalteranlage

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LBV

0 250 750 860 950 2150 f/MHz

LBH

0 250

Ausgangs-

750 860 950 HD+ HDTV HD+

2150 f/MHz

ARD

spektren

Quadro-LNB

HBV

dig.

0 250 750 860 950 MTV

div. 2150 f/MHz

Nick

deut.

HBH

0 250 750 860 950 ARD ZDF ARD RTL- diverse SAT1/ 2150 f/MHz

dig. vis. dig. Group

Pro7

950 MHz up

0 250 750 860 950 2150 f/MHz

* * * *

Eingangsspektrum

des Sat-Receivers

0 250 750 860 950 1200 1700 2150 f/MHz

* – Originalfrequenzlage

die universelle Lösung. Hier muss nur der

LNB vier Sat-ZF-Bänder liefern und der

Multischalter eines davon nach Anforderung

eines Teilnehmers auf dessen

Zuleitung legen können. Durch Nutzung

der CSS-Technologie oder deren Erweiterung

JESS kann man die Zahl der Antennendosen

an einer Ableitung mit geringst

möglichem Aufwand erhöhen. Mit Hilfe

einer in die Teilnehmerzuleitungen einge-

schleiften IP-Einspeiseweiche und entsprechender

Antennendosen mit IP-Port

oder normaler Dosen mit IP-Aufsteckmodulen

sind alle neuzeitlichen IP-Anwendungen

mit denkbar geringem

Aufwand realisierbar. Solchen Konzepten

gehört die Zukunft, denn sie verbinden

Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und

Zukunftssicherheit.

Karsten Jungk

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Verteilung im Frequenzbereich

250…750 MHz

Bild 19: Das Umsetzschema im Auslieferungszustand der TST 1200. Nach der Rückumsetzung hinter der Antennendose liegen vier Transponder

auf ihren Original-Sat-ZF-Frequenzen

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