Download (PDF; 1,9 MB) - Fairer Kaffee in die Kirchen

kirchen.trinken.fair.de

Download (PDF; 1,9 MB) - Fairer Kaffee in die Kirchen

Fair genießen und Solidarität zeigen – das ist auch ohne große Mehrkosten möglich. Unser Foto zeigt eine fröhliche

Kaffeerunde im Pflegestift Weinsberg, einer Einrichtung der Dienste für Menschen gGmbH.

Fairness muss nicht teuer sein

Klar, sich irgendwie sozial und ökologisch

verträglich verhalten, das möchten in diesen

Zeiten – fast – alle. Doch zwischen Bewusstseinswandel

und konkretem Handeln klafft häufig

noch eine letzte, kleine und doch nicht immer

leicht zu überwindende Kluft. Das ist bei kirchlichen

Einrichtungen, ihren Verantwortlichen

und Mitarbeitenden nicht anders als bei anderen

Menschen. Und es zeigt sich immer wieder in den

Debatten darum, ob der Hauswirtschaftsbereich

von kirchlichen Tagungshäusern, Pflegeheimen,

Krankenhäusern oder Behinderteneinrichtungen

einen Teil ihrer Angebotspalette auf fair gehandelte

Produkte, wie etwa fair gehandelten Kaffee,

umstellen sollen oder nicht.

„Das wäre zwar eine gute Sache, aber leider ist

der Preisunterschied zum konventionellen Kaffee

zu groß und die fair gehandelten Produkte sind

damit für uns als Großverbraucher „zu teuer“,

das ist wohl das häufigste Argument gegen eine

Umstellung. Dahinter allerdings verbirgt sich

zuweilen mangelndes Wissen über den richtigen

Umgang mit großen Kaffeemengen. Denn: Auf

die Dosierung und auf die genaue Anpassung

der Maschinen kommt es ganz entscheidend

an. Rainer Sakic, Vertriebsleiter Großverbrauch

bei der GEPA: „Das fängt schon bei der Kaffeeverkostung

an, die einer möglichen Umstellung

vorausgeht. Es ist eine Goldene Regel, dass

für diese Verkostung mit genau der Maschine

aufgebrüht wird, die dann auch später weiter

verwendet werden soll.“

Zunächst einmal sollte der getestete, fair gehandelte

Kaffee dann auch in der gleichen Dosierung

gekocht werden, wie bislang der konventionelle

Kaffee. Sakic: „Ist der Kaffee dann zu dünn,

müsste höher dosiert werden. Ist er zu stark, dann

muss man schwächer dosieren.“ In den meisten

Fällen kommt die zweite Variante heraus. Denn

ein Langzeit-gerösteter Kaffee verhält sich in der

Extraktion besser, das heißt, er ist ergiebiger als

sein Kurzzeit-gerösteter Kollege – und die fair

gehandelten Kaffees der GEPA, wie auch viele

fair gehandelte Sorten anderer Anbieter werden

im Langzeitverfahren geröstet. Es kommt dann

darauf an, die vorhandenen Kaffeemaschinen

auf diese neuen Sorten einzustellen – aber bitte

nicht im Alleingang! Rainer Sakic: „Bei den

Fortsetzung auf Seite 2

NEWSLETTER Nr. 6

FaiRER KaFFEE iN diE KiRchEN

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

Weltweit ist der Absatz von Fairtrade-Produkten

im Jahr 2007 um die Hälfte gestiegen. Mehr

als 2,3 Milliarden Euro haben die Kunden für

fair gehandelte Produkte ausgegeben. Insbesondere

unsere europäischen Nachbarn tragen

zu diesem Boom bei: In Großbritannien stieg der

Umsatz um 72 Prozent, das größte Wachstum

mit 166 Prozent verzeichnet Schweden, und den

höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Fairtrade-Produkten

mit durchschnittlich 20, 80

Euro pro Jahr

weist die Schweiz auf. In Deutschland beträgt

der Pro-Kopf Umsatz allerdings nur bescheidene

1,73 Euro.

Bei allen Verdiensten der Fair-Handels-Akteure

– hierzulande haben sie mit dem preisaggressivsten

Lebensmittelmarkt der Welt zu kämpfen.

Für eine Ausweitung der Fairtrade-Marktanteile

benötigen wir deshalb ein stärkeres Engagement

des Handels sowie die Bereitschaft vieler

Verbraucher, fair gehandelte Produkte dauerhaft

zu kaufen. Mit geschätzten Ausgaben

in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr für

Lebensmittel können kirchliche Institutionen

hierzu sehr viel beitragen. Gerade für sie ist es

wichtig, den Fairen Handel als Instrument der

Armutsbekämpfung auch ganz konkret in den

eigenen Reihen umzusetzen.

Wir stellen Ihnen in dieser Ausgabe gute Argumente

für eine Umstellung auf fair gehandelten

Kaffee vor. Wir zeigen Ihnen, wie man durch

nachhaltiges Wirtschaften sparen kann, so

dass eine Umstellung auf faire Beschaffung

bezahlbar ist. Darüber hinaus lesen Sie über

die Erfahr ung eines großen diakonischen

Trägers mit fair gehandeltem Kaffee sowie über

erfolgreiche Umstellungen

in großen und kleinen

Einrichtungen.

Ihre Ansprechpartnerin

für die Aktion,

Margarita Sigle

Oktober 2008


Fortsetzung von Seite 1

Mit der richtigen Kaffeedosierung und Sortenauswahl schmecken die fair gehandelten

Kaffeespezialitäten noch mal so gut.

modernen High-Tech-Kaffeeautomaten für den

Großverbrauch muss ein Techniker des jeweiligen

Markenherstellers hinzugezogen werden, der das

professionell einrichtet.“

Dass die richtige Einstellung keineswegs nur eine

Kleinigkeit ist, sondern großes Sparpotenzial

bietet, zeigt folgende Kalkulation: Bei einem

Durchschnittsverbrauch von 500 Kilo Kaffee im

Jahr – sprich rund 75.000 Tassen – würde nur ein

Gramm weniger pro Tasse bereits eine Gesamteinsparung

von 75 Kilo Kaffee ergeben. Und bei

größeren Brüh-Mengen wird die Bilanz immer

günstiger, denn je mehr Filter-Kaffee auf einmal

gekocht wird, umso geringer ist die benötigte

Pulvermenge. Geht man bei einem Liter Brühung

von 4,8 Gramm pro Tasse aus, so sind es bei zehn

Litern nur noch 3,8 Gramm. Auch bei der Einzeltassenbrühung

mit ganzen Bohnen ist die gute

Einstellung und Wartung der Maschinen entscheidend.

Denn hier nutzt sich das Mahlwerk nach

einem gewissen Zeitraum ab, die Bohnen werden

nicht mehr so fein zerkleinert und sind weniger

ergiebig. Statt also die Dosierung zu erhöhen,

sollte hier regelmäßig das Mahlwerk kontrolliert

und gegebenenfalls ausgetauscht werden.

Die Dienste für Menschen (DfM) gGmbH mit

Sitz in Stuttgart ist ein Altenhilfeträger der

Diakonie und betreibt Pflegestifte, Wohnstifte,

ambulante Dienste, Geriatrische Rehabilitationseinrichtungen

sowie ein Geriatrisches

Fachkrankenhaus. Insgesamt werden

in 13 Einrichtungen in den Bundesländern

Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen

rund 1200 pflegebedürftige Menschen von

1600 Mitarbeitenden gepflegt. Vor zwei Jahren,

zum 40jährigen Bestehen der DfM, wurde

flächendeckend in allen Bereichen fair gehandelter

Kaffee eingeführt. DfM-Geschäftsführer

Peter Stoll erläutert die Motive.

Außer auf die Dosierung

sollte man auch

auf den Härtegrad des

Wassers achten, rät GEPA-Mann Sakic weiter.

Denn je nachdem, wie hoch oder niedrig der ist,

verhält sich der Kaffee im Geschmack anders.

„Unser Café Organico aus Mexiko schmeckt bei

einem Härtegrad über 15 nicht mehr“, so Sakic.

„Den sollte man in einer Gegend wie Köln etwa

gar nicht verwenden. Aber speziell die GEPA hat

ja eine große Auswahl von Sorten im Programm,

so dass man das Passende für jeden Betrieb und

jede Region finden kann.“

Dass es noch weitergehende Möglichkeiten gibt,

Einsparpotenziale durch bewusstes und nachhaltiges

Wirtschaften zu nutzen und damit geringe

Mehrkosten durch fair gehandelten Kaffee

zu kompensieren, darauf macht Jobst Kraus,

Studienleiter Umweltpolitik und nachhaltige

Entwicklung in der Evangelischen Akademie Bad

Boll, aufmerksam. Die Evangelischen Kirchen in

Deutschland und ihre Diakonischen Werke sind

mit 648.000 Mitarbeitenden einer der größten

Großverbraucher, so Kraus. In den zehntausenden

Kirchen, Gemeindehäusern, Pfarr- und Wohnhäusern,

Schulen und Verwaltungsgebäuden,

Krankenhäusern, Pflegeheimen, Kindergärten und

Tagesstätten belaufen sich die jährlichen Gesamt-

kosten für Raumwärme und Strom auf circa 800

Millionen Euro im Jahr, so rechnet Jobst Kraus vor.

Hier wäre eine Einsparung von 300 Millionen Euro

möglich, wenn etwa EKD-weit die Gemeinden mit

ihren Gottesdiensten im Winter von der kalten

Kirche ins Gemeindehaus umziehen würden.

Und es gibt noch andere Bereiche, wo sich sparen

lässt: So reduziert eine effizientere Fahrweise

schon ganz erheblich Spritverbrauch und -kosten.

Und über die Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in

Deutschland (WGKD) könnte man im Großverbund

auch günstig die sparsamere PKW-Variante, wie

etwa einen VW-Bluemotion beziehen. Kraus: „2006

hat die WGKD 4000 Neu-Fahrzeuge vermittelt.

Hätte man hier die sparsameren Modelle gewählt,

hätte dies bei gleicher Fahrleistung eine jährliche

Einsparung von einer Million Liter Sprit, 2400 Tonnen

CO 2 und etwa 1,2 Millionen Euro bedeutet.“

Sparen durch nachhaltiges Wirtschaften und

mit Kreativität und Phantasie – das schont die

Umwelt, schafft Raum für andere Engagements

wie den Fairen Handel und macht so möglich,

was sonst oft unerreichbar erscheint: Solidarität

zeigen, ohne Mehrkosten. Jobst Kraus: „Anregungen

sind genug da. Es kommt nun darauf an,

sich zu bewegen – von der folgenarmen Betroffenheit

hin zu aktivem Tun.“

„auF die richtige einstellung kommt es an“

Peter Stoll

herr Stoll, ihre Gesellschaft hat umfassend

auf fair gehandelten Kaffee umgestellt. Wie

kam es dazu?

Stoll: Unser Leitbild orientiert sich an kirchlichen

Grundvorstellungen, das heißt an den Begriffen

Nachhaltigkeit, Bewahrung der Schöpfung

und soziale Gerechtigkeit. Dazu passt der Faire

Handel – er will soziale Gerechtigkeit auf internationaler

Ebene schaffen. Im Übrigen setzen

wir auf ein flächendeckendes Nachhaltigkeitsmanagement

in unseren Häusern und Einrichtungen.

Dazu gehört auch Energiemanagement

und Energie-Einsparung. Jährlich wird für zwei

Einrichtungen ein Energiegutachten erstellt. Wir


achten zum Beispiel auch darauf, dass ungefährliche

Putzmittel benutzt werden. Das Wichtigste

bei all dem ist natürlich die Bewusstseins- und

Verhaltensänderung der Mitarbeitenden.

Verhalten von Menschen zu verändern,

gehört allerdings mit zu den schwierigen

aufgaben. Gab es bei der Einführung des

fair gehandelten Kaffees Widerstände? Und

wenn ja, wie haben Sie die überwunden?

Stoll: Bei allen unseren Maßnahmen zu Nachhaltigkeits-

und Energiemanagement fordern wir

die Mitarbeitenden der einzelnen Einrichtungen

auf, selbst Vorschläge zu machen. Damit sind

sie in den Prozess direkt eingebunden. Beim fair

gehandelten Kaffee hatte ich eigentlich mit mehr

Widerständen gerechnet – etwa: „Der Kaffee

schmeckt ja nicht“ und ähnliches. Aber das war

so nicht. Alle waren bereit, es auszuprobieren.

Und wie war das dann mit dem Geschmack?

Stoll: Der fair gehandelte Kaffee schmeckt sehr

gut. Und da wo es nicht ganz optimal war, lag

das an der Einstellung der Kaffeemaschinen.

Darauf muss man genau achten, weil fairer

Kaffee ergiebiger ist, als herkömmlicher. Wenn

die Maschine nicht darauf eingestellt wird, dann

schmeckt der Kaffee bitter.

Und wie war die Reaktion ihrer Patienten

und Besucher?

Stoll: Da haben wir einen kleinen, psychologischen

Trick angewandt. Wir haben erst nach

der erfolgten Umstellung bekannt gegeben,

dass es sich jetzt um fair gehandelten Kaffee

handelt. Das heißt, die Leute haben das erstmal

getrunken, ohne es zu wissen. Und Klagen

kamen keine. Jetzt allerdings bewerben wir die

Idee des Fairen Handels ganz aktiv und offensiv.

Fair gehandelter Kaffee ist teurer, als konventioneller.

Wie fangen Sie die Mehrkosten auf?

emasplus: Wirtschaften zum

Wohle von mensch und umwelt

EMaS steht für Eco-Management and

audit Scheme – ein 1993 von der Europäischen

Gemeinschaft entwickeltes instrument

für Unternehmen, die ihre Umweltleistung

verbessern und nachhaltiger

wirtschaften wollen. das Ziel dabei: Betriebe

sollen nicht nur bestehende umweltgesetzliche

anforderungen erfüllen,

sondern sich darüber hinaus verbessern.

EMaS-Betriebe reduzieren zum Beispiel

ihren Ressourcen- und Energieverbrauch

sowie ihre Emissionen und abfälle und

legen alle umweltrelevanten daten ihres

Betriebs in einer Umwelterklärung dar.

das weitergehende Nachhaltigkeitsmanagement

EMaSplus ist von KaTE, der

Stoll: Zum einen kompensiert schon die richtige

und damit sparsamere Einstellung der Maschinen

einen Teil der Mehrkosten. Zum anderen

verkaufen wir in jüngster Zeit auch vermehrt

externe Leistungen, wie etwa Schulessen. Dadurch

können wir größere Mengen zu Rabatten

einkaufen, und das wirkt sich natürlich positiv

auf die gesamte Bilanz aus. Den Mehrpreis für

fair gehandelten Kaffee können wir nicht weitergeben,

weil unsere Angebote ja in der Pflegeleistung

enthalten sind.

Sie haben eine Zertifizierung nach EMaS

(Eco-Management and audit Scheme), dem

Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement

und die Umweltbetriebsprüfung.

Wie hat sich das zusammen mit der

Umstellung auf Fairen handel für Sie gelohnt?

Stoll: Das ist natürlich schon ein beträchtlicher

Imagegewinn. Für uns ist das wichtig, weil wir

vor Ort mit vielen Akteuren zu tun haben, die

der Idee der Nachhaltigkeit und der Lokalen

Agenda 21 (global denken, lokal handeln) verpflichtet

sind. Unser Engagement löst also positive

Reaktionen bei unseren Stakeholdern aus,

wodurch wir gut in den sozialen Netzwerken

Der GEPA-Kaffeepreis

Diese Darstellung stellt beispielhaft die Zusammensetzung

des Preises beim »Café Organico« dar.

Es ergibt sich ein Gesamtpreis von 7,38 Euro –

ca. 1 Euro mehr im Vergleich zu hochwertigem

Bio-Premium-Kaffee anderer Anbieter –

bzw. 1,5 Cent mehr pro Tasse.

1,31 Spanne Einzelhandel

2,03

GEPA-Aufwand

(Produktentwicklung,

Verwaltung, Lager

und Versand,

Vertrieb)

Kontaktstelle für Umwelt & Entwicklung,

in Zusammenarbeit mit dem institut für

Kirche und Gesellschaft in Westfalen und

den Partnern des von der EU geförderten

Programms Sustainable churches entwickelt

worden. EMaSplus folgt den Standards

von EMaS, dehnt sie aber noch

weiter auf den sozialen Bereich aus, indem

zum Beispiel auch die Umstellung

auf fair gehandelten Kaffee und andere

Fairhandelswaren als wichtiger Maßstab

gilt. Ob eine Einrichtung die EMaSplus-

Kriterien erfüllt, wird von einem unabhängigen

Gutachter geprüft.

Wichtig bei EMaSplus – genau wie bei

EMaS – ist, dass die Mitarbeitenden von

anfang an in das Nachhaltigkeitsmanage-

T H E FA I R

T R A D E C O M PA N Y

verankert sind und weiter empfohlen werden.

Würden Sie also auch anderen Trägern und

Einrichtungen empfehlen, auf „fair“ umzustellen?

Stoll: Ja, auf jeden Fall. Je höher der Anteil von

fair gehandeltem Kaffee am Markt ist, umso

geringer ist dann ja auch die Preisdifferenz zu

herkömmlicher Ware. Wir haben zum Beispiel

durch unsere Anfrage Tchibo dazu gebracht, fair

gehandelten Kaffee einzuführen. Die hatten das

in Deutschland erst nicht, haben die Idee dann

aber von ihrem englischen Firmenzweig übernommen.

Wir waren dann der erste deutsche

Großkunde. In kirchlichen Gremien hat das ein

bisschen für Diskussionen gesorgt, weil sonst

fair gehandelter Kaffee meist von der GEPA

bezogen wird. Aber wir sind beim Tchibo-Kaffee

geblieben, da wir bereits langjähriger Kunde

des Unternehmens sind und mit seinem Service

bislang zufrieden waren.

herr Stoll, trinken Sie zuhause auch fairen

Kaffee?

Stoll: Nein, ich trinke fair gehandelten grünen Tee.

Das Interview führte Monika Hoegen

Diese Tassenkalkulation ist für den Einzelhandel berechnet,

für den Großverbrauch dient sie lediglich zur Orientierung.

© GEPA

0,48 Mehrwertsteuer

0,36

Siegel-Gebühren

1,10

Kaffeesteuer

1,20

Rohkaffee aus Mexiko –

Auszahlung an den Bauern

0,31

Genossenschaftsanteil

(inkl. Entwicklungsanteil

und Bioprämie)

0,59

Fracht, externe Lagerkosten,

Rösten und Verarbeiten

© GEPA The Fair Trade Company · www.gepa.de

ment eingebunden sind und selber Verbesserungsvorschläge

machen und umsetzen

können. insgesamt zielt EMaSplus

auf eine menschen- und umweltgerechte

Gestaltung der Globalisierung.

Bei der dienste für Menschen gGmbh um-

f asst EMaSplus zum Beispiel eine regionale

Speisenauswahl, ein einheitliches

System von ökologisch verträglichen Rei-

nigungsmitteln und -geräten, die Einführung

von fair gehandeltem Kaffee in allen

angeschlossenen Einrichtungen, der

sparsame Verbrauch von Gas, Strom und

Wasser sowie ein EcO-Fahrtraining für die

Mitarbeitenden, das hilft, den Kraftstoffverbrauch

und damit den Kohlendioxidausstoß

zu verringern.


Viel respekt Für die Faire entscheidung

Kann man fair gehandelten Kaffee auch

singen? Man kann. Jedenfalls, wenn man

so kreativ ist, wie die Mitarbeitenden und

betreuten Menschen in den Johannes-Anstalten

Mosbach. Die nämlich hatten sich zur Einführung

des fair gehandelten Kaffees in ihrer

Einrichtung etwas Besonderes ausgedacht:

Einen Gottesdienst, der sich ganz dem Thema

Kaffeeproduktion und globale Gerechtigkeit

widmete und das Lied „C-A-F-F-E-E“, ein

ursprünglich bekanntes Kinderlied von Karl

Gottlieb Lederer, gleichsam als Motto voranstellte.

„Zahlst Du nicht den fairen Preis für

diesen Trank, bleibt der Kaffeebauer schwach

und krank“, heißt es da in dem umgedichteten

Text. „Sei nicht so knausrig, Mann, dass man’s

kaum fassen kann.“

Mehr als eine Million Tassen, rund sieben Tonnen

Kaffee, werden in den Johannes-Anstalten

Mosbach jährlich getrunken. Bereits 1880 gegründet,

sind die Johannes-Anstalten Mosbach

heute ein soziales Dienstleistungs-Unternehmen

in der Diakonie. Rund 2.600 Mitarbeitende

betreuen und begleiten rund 3.100 Menschen

mit leichten bis schweren Behinderungen an

mehr als 30 Standorten in 16 badischen Städten

und Gemeinden. Seit Mai dieses Jahres wird der

Kaffee nun vollständig von der GEPA bezogen.

Dabei konnte man auch in Mosbach von den

Nur zufriedene Gesichter gab es bei der inoffiziellen

Probeverkostung auf dem Vorplatz der Johanneskirche

bei (v.li.) Pfarrer Richard Lallathin, Bärbel Backfisch,

Hauswirtschaftsleiterin Ingrid Führing, Michael Lofink,

Pfarrerin Birgit Lallathin, Jason Fleming, Peter Bechtold

und Armin Franz.

Mit Infos und Plakaten machen die Johannes Anstalten

Mosbach auf die Umstellung und die neue Zusammenarbeit

mit der GEPA aufmerksam.

günstigen Konditionen profitieren, die die

Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland

(WGKD) durch einen Rahmenvertrag mit

dem Fairhandelshaus vereinbart hat. In der

Caféteria am Schwarzacher Hof, der ebenfalls

zu den Johannes-Anstalten gehört, hatte man

bereits im Mai 2006 auf fair gehandelten Kaffee

umgestellt.

„Wir unterstützen die Aktion „Fairer Kaffee

in die Kirchen“ aus innerer Überzeugung und

tragen mit unserem Kaffeekonsum gerne zu

mehr Gerechtigkeit bei“, sagte Pfarrer Richard

Lallathin, Mitglied im beratenden Vorstand der

Johannes-Anstalten Mosbach, zur Einführung.

„Unsere Aufgabe ist es, Menschen mit Behinderung

die Teilhabe am gesellschaftlichen,

sozialen und kirchlichen Leben zu ermöglichen.

Thema des Fairen Handels ist es, Menschen am

wirtschaftlichen Leben zu beteiligen.“ Beim

Fairen Handel, so Lallathin weiter, gebe es

auf allen Seiten nur Gewinner: Die Kleinproduzenten

im Süden erhalten eine gerechtere

Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen –

die Konsumenten im Norden bekommen einen

guten, geschmackvollen und zudem noch

ökologisch und gesund angebauten Kaffee. Am

Fairen Handel teilzunehmen, bedeute, zu mehr

globaler Gerechtigkeit und zur Bewahrung der

Schöpfung beizutragen. Und genau das entspreche

dem christlich-diakonischen Leitbild,

das sich die Johannes-Anstalten gegeben haben.

Ein weiteres wichtiges Prinzip im Leitbild:

Menschen mit unterschiedlichen Begabungen

und Fähigkeiten leben gleichberechtigt miteinander

und lernen voneinander.

Von der Umstellung auf den fairen Kaffee

sind nun alle begeistert. „Mir schmeckt er

hervorragend“, sagen viele Mitarbeitende

der Johannes-Anstalten. An verschiedenen

Stellen macht überdies ein Plakat mit dem

Titel „Hier wird fairer Kaffee ausgeschenkt“


Gäste und Besucher auf die wegweisende

Entscheidung aufmerksam. Für die Johannes-

Anstalten bedeute sie in jedem Fall auch einen

Imagegewinn, weiß Ingrid Führing, Leiterin

des Fachbereichs Hauswirtschaft. „Nach dem

Erscheinen eines Zeitungsartikels über uns und

den fair gehandelten Kaffee bin ich persönlich

in meinem Wohnort häufiger darauf angesprochen

worden. Viele Leute haben mir gegenüber

Respekt und Hochachtung dafür geäußert,

dass wir uns so entschieden haben.“ Auch die

Geschäftsführung stehe fest zur Umstellung

Buchtipp

kaFFee premium

gepa-themensets helFen beim Fair-schenken

ihre meinung zu unserem auFtritt

Ein kleines bisschen dauert es zwar noch, doch bald ist sie schon wieder da, die Zeit der

kleinen aufmerksamkeiten und Geschenke. da muss auch für die Mitarbeitenden in vielen

Betrieben und Einrichtungen das Passende gefunden werden. Und was gibt es da Besseres,

als „fair“ zu schenken?

dazu bietet die GEPa drei thematisch abgestimmte Produkt-Sets aus ihrem Sortiment an –

jeweils in einem attraktiven Geschenkkarton verpackt. da gibt es zum einen das Bio-Kaffee-

Set, mit hochland-Bio-café, Bio-Saisonschokolade und Bio-Schoko-Kaffeebohnen.

das zweite Set „Bio-confiserie“ bietet etwas für Naschkatzen: drei verschiedene Variationen

schokolierter confiserie-Produkte, zwei Bio-Saisonschokoladen und einen confiserie-

Riegel.

als drittes ist ein Bio-Rotwein und Schokoladen-Set im angebot, mit Bio Rotwein aus Südafrika

und drei Grand Noir Bio-Schokoladen.

die Mindestbestellmenge pro Set beträgt 10 Stück.

Bestellungen sind möglich unter

Tel.: 0202-26683-173

oder Fax: 0202-26683-31 oder -32,

oder per mail unter: zba@gepa.org

Ab sofort noch gemütlicher: Kaffeerunden in den Johannes-Anstalten

Mosbach. Denn hier wird seit Mai dieses

Jahres nur noch fair gehandelter Kaffee getrunken.

auf „fair“, so Ingrid Führing weiter. Ihr sei

auch zugesagt worden, bei Bedarf das Budget

anzupassen, um den fair gehandelten Kaffee

weiter einkaufen zu können. Doch das ist gar

nicht nötig, hat Führing erfreut festgestellt:

„Wir können durch gute Verhandlungen mit

unseren Lebensmittellieferanten diese Mehrkosten

im Bereich Hauswirtschaft an anderer

Stelle kompensieren.“

die kleine Bohne aus dem Orient hat die Welt verändert. Nebst interessanten Geschichten, die sich um sie ranken, und viel Wissenswertem wartet

auf die Leser eine Fülle von pikanten und süßen Rezepten.

Im ersten Teil des Buches erfahren die Leser alles über die Geschichte des Kaffeegenusses, sie können die spannende Reise vom Sämling zur Bohne auf der

Plantage, die aufwändige Verarbeitung zum Rohkaffee für die Reise über das Meer bis in die Röstereien in unseren Breitengraden verfolgen. Auch dem

Fairen Handel wird ein Abschnitt gewidmet. Im zweiten Teil haben die Autoren alles daran gesetzt, die Kaffeebohne respektive den Kaffee in der Küche

in eine neue Dimension zu führen. Kaffee wird hier in vielen Fällen als Würzmittel in der pikanten Küche eingesetzt. Es werden Pasten, Sirup und Krokant

hergestellt, Öl aromatisiert, exklusiver Balsamico «geimpft». Fisch, Gemüse und Fleisch werden die Kaffee-Seele eingehaucht, aber auch Süßes – ob heiß

oder eisgekühlt – wird mit Kaffee subtil unterlegt. Selbstverständlich fehlen auch nicht neue Kreationen der klassischen Cremes, Kuchen und Torten.

Lucas Rosenblatt, Judith Meyer, Edith Beckmann. FONa Verlag ch-Lenzburg, 2007

185 x 240 mm, 128 Seiten, 40 ganzseitige Foodbilder, über 30 Farbbilder in der Warenkunde, hardcover, 17,90 Euro.

Seit Mai 2008 informieren wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, über unsere aktion und rund

um den Fairen handel auch online mit einem eigenen internet-auftritt:

www.kirchen-trinken-fair.de.

Wie gefällt ihnen unsere internet-Präsenz?

Konnten Sie die gesuchten informationen finden?

Was können wir verbessern, was vermissen Sie?

Ob Sie Ergänzungen, Kritik oder anregungen haben – auf ihre Rückmeldung freut sich

Margarita Sigle, m.sigle@brot-fuer-die-welt.de

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„man muss dem kaFFee zeit lassen, sich zu entFalten“

Anders als sein Großvater und Firmengründer

Franz Leo Niehoff, der nie eine Kaffeeplantage

besuchen konnte, reist Franz Niehoff jun. seit

vielen Jahren in Länder wie Mexiko, Brasilien,

Peru oder Indien, wo sein wichtigster Rohstoff

herkommt. Die Situation der Kaffeeproduzenten

dort ist ihm bestens vertraut. Und deshalb

setzt die Niehoffs Kaffeerösterei aus

Gronau-Epe im Münsterland auf fair gehandelten

Kaffee, um die Kleinbauern vor Ort zu

unterstützen. Zugleich stammen 80

Prozent

des Niehoff Kaffee-Sortiments aus kontrolliert

biologischem Anbau. Mittels schonender

Röstverfahren werden die Arabica-Bohnen zu

hochwertigen Qualitätskaffees verarbeitet. Soziale

Verantwortung, Nachhaltigkeit und hohe

Qualität sind für die Firma Niehoff wichtige

Prinzipien. In diesem Interview erläutert Franz

Niehoff, wie man auch bei der Zubereitung für

den richtigen Geschmack sorgen kann.

Franz Niehoff beim Besuch einer Kaffeeplantage in

Chiapas/Mexiko.

herr Niehoff, Sie leiten das Unternehmen, die

Niehoffs Kaffeerösterei, schon in der dritten

Generation. Welche Verbindung haben Sie

zum Fairen handel?

Niehoff: Wir können uns zu den Pionieren des

fair gehandelten Kaffees zählen – ebenso wie

zu den Vorreitern beim Bio-Kaffee. Den haben

wir bereits 1981/82 eingeführt. Außerdem

bin ich Gründungsmitglied von Tr a n sFa i r, und

wir arbeiten schon seit langem mit der GEPA

außer der unberechtigten Sorge, dass die

Umstellung auf fair gehandelten Kaffee viel

zu teuer sein könnte (s. hierzu auch S. 1 und 2),

spielen oft noch andere Hemmnisse eine Rolle,

wenn kirchliche Einrichtungen die Idee des Fairen

Handels zwar gut finden, sie aber nicht umsetzen.

Da ist zum Beispiel die Angst vor dem angeblich

schlechteren Geschmack. Dabei sind die Zeiten,

in denen sogenannter Solidaritätskaffee aus

Nicaragua Geschmacksnerven und Magenwände

gleichermaßen angriff, seit mehr als 20 Jahren

zusammen, für die wir unter anderem auch

Kaffees mischen und rösten. Wichtig ist uns eine

hohe Qualität der einzelnen Sorten, wie etwa bei

unserer eigenen Marke Coffea Natura, die das

Fairtrade-Siegel trägt.

als Experte für Geschmack und Qualität

haben Sie doch sicher auch Tipps, wie man

Kaffeeinsbesondere in Großbetrieben –

am besten zubereitet?

Niehoff: Am besten ist natürlich immer der

Originalaufguss, also heißes Wasser wird direkt

auf den gemahlenen Kaffee gegossen. Das

wird aber natürlich nur wenig gemacht und ist

für den Großbetrieb auch nicht so geeignet.

Meistens haben wir dann den Kannenaufguss

oder den sogenannten Überlauf in der Maschine

mit Hilfe von Filterpapier. Da ist es wichtig, dass

das Wasser über 92 oder 93 Grad Celsius hat.

Natürlich spielt auch die Wasserqualität für den

Geschmack des Kaffees eine große Rolle. Ein

moderneres und gutes Verfahren sind die Pads,

weil hier ebenfalls sehr heiß zubereitet wird.

Natürlich gibt es auch hochwertige, aber teure

Maschinen, die die ganzen Bohnen direkt mahlen

– dann bekommt man also praktisch einen

frischen Bohnenkaffee.

Wichtig ist gerade für Unternehmen und Einrichtungen,

dass sie den Kaffee nicht zu lange

stehen lassen, da er sehr schnell an Aroma

verliert. Hier gilt: Lieber mal eine kleine Kanne

mehr kochen.

Man kann also durch die richtige Zubereitung

den Kaffee noch verfeinern?

Niehoff: Ja, die Zubereitung ist wichtig. Aber

wenn der verwendete Kaffee nicht von vorneherein

eine gute Qualität hat, nützt das alles

nichts. Aus einem miesen Kaffee kann man auch

mit einem guten Aufguss nichts zaubern. Umgekehrt

kann man allerdings einen guten Kaffee

durch schlechte Zubereitung ruinieren.

Und wie kann man die Zubereitung beim

Maschinenaufguss gerade im Großbetrieb

beeinflussen?

Niehoff: Wichtig ist erst einmal, die Maschine

vorbei. Fair gehandelte Kaffees sind heutzutage

hochwertige Qualitätskaffees, die in rund 100

verschiedenen Sorten angeboten werden.

Und keineswegs braucht man nur auf einen

Anbieter zurückzugreifen. Viele diakonische

Einrichtungen entscheiden sich für GEPA-Kaffee,

weil die GEPA sehr gute Leistungen und Angebote

hat und ein kirchliches Unternehmen ist.

Das heißt aber nicht, dass Fairtrade gleichbedeutend

mit GEPA ist. Je nach individuellen

richtig einzustellen, damit die Menge Pulver

pro Tasse stimmt. Auch die Mahlstärke der

Automaten muss man einstellen – es sollte nicht

zu grob gemahlen werden, andererseits darf

das Pulver aber auch nicht zu fein sein, denn

sonst kann das Wasser nicht durchsickern. Das

Problem ist, dass Großverbraucher oft einen

schnellen Aufguss wollen. Doch man muss dem

Kaffee Zeit lassen, sich zu entfalten.

Worauf sollte man bei den immer beliebter

werdenden Kaffeespezialitäten achten?

Niehoff: Nehmen wir zum Beispiel Espresso.

Der ist meist mit Bohnen der Sorte Robusta

gemischt, die nicht so hochwertig ist, wie

Arabica. Er wird bewusst dunkler geröstet und

muss intensiv aufgegossen werden. Vor allem

aber kommt es auf den Unterschied an, ob es

sich um erdigen Robusta oder – besser – um

gewaschenen handelt. Es gibt auch Espresso

aus Arabica-Bohnen, der ist feiner – auch darauf

muss man bei der Röstung achten. Jeder Kunde

muss aber für sich seinen Favoriten finden.

Wie verhält es sich mit cappuccino?

Niehoff: Hier ist das ja in erster Linie eine Zubereitungssache.

Auf jeden Fall gehören eigentlich

Schokoladenstreusel obendrauf, um den feinen,

schokoladigen Geschmack noch zu verstärken.

Im leichtlöslichen Cappuccino ist auch Kakaopulver

oft mit drin. Klassisch befüllt man eine

dickwandige Tasse mit halbflüssiger Milch,

danach gießt man den Espresso dazu. Die Hälfte

des Milchschaumes setzt sich ab und vermischt

sich mit dem Espresso.

Was sagen Sie denjenigen, die immer noch

einwenden, fair gehandelter Kaffee sei zu

teuer?

Niehoff: Erstens stimmt es nicht ganz. Der Mehrpreis

ist nur sehr gering. Zweitens kann man da

nur sagen: „Lieber eine Tasse guten, fair gehandelten

Kaffees, als eine schlechte.“ Denn wenn

man eine gute Tasse Kaffee bewusst trinkt, dann

ist doch alles drum herum gleich viel schöner.

Das Interview führte Monika Hoegen

argumente gegen „Fair“ – und Was an ihnen dran ist

Erfordernissen können für eine Einrichtung

auch die Angebote anderer Vertragspartner von

Tr a n sFa i r interessant sein. Eine Liste der rund

110 Lizenznehmer ist unter www.transfair.org

abrufbar. Auf jeden Fall sollten für die Überlegung,

den eigenen gastronomischen Bereich auf

fair gehandelten Kaffee umzustellen, Vergleichsangebote

eingeholt werden.

Manchmal fällt die Entscheidung für den Fairen

Handel schwer, weil die Vertrautheit mit dem


Thema fehlt. Doch auch hier bieten Tr a n sFa i r,

GEPA und andere Fairhandelsorganisationen,

Initiativen und Anbieter umfassende Information

an. Auch die technische Umstellung braucht niemand

zu fürchten. Die GEPA beispielsweise berät

ihre Kunden bei der Anschaffung und richtigen

Einstellung der Kaffeeautomaten, kann beim

Maschineneinkauf günstige Rabatte weitergeben

und hat auch Finanzierungsangebote.

Nimmt man all das zusammen, dann spricht eigentlich

nichts mehr gegen die Umstellung auf „fair“.

Faire „latte“ ist der hit

im Gäste- und Tagungsbereich der Evangelischen

diakonissenanstalt Stuttgart

wird seit kurzer Zeit fair gehandelter

GEPa-Kaffee angeboten. die Kaffeemaschine

zur Selbstbedienung mit Geldeinwurf

steht den Mitarbeitenden, Bewohnerinnen

und Gästen gleichermaßen zur

Verfügung. Mit den Röstkaffeesorten

„café Fuego“ und „café Grano“ in Bioqualität

werden die Kaffeespezialitäten

Espresso und café crème zubereitet. dabei

ist der italienische Klassiker „Latte

Macchiato“ der eindeutige Favorit.

Was hat eine Rolle Klopapier mit dem Klima -

schutz zu tun? Warum kann die richtige

Auswahl von Lebensmitteln zu mehr Gerechtigkeit

in der Welt beitragen? Bewusste Verbraucher und

Verbraucherinnen haben schon lange eine Antwort

auf diese Fragen. Denn: Wer kauft, entscheidet!

Darüber, ob Menschen zu lebenswürdigen

Arbeitsbedingungen arbeiten können und bei der

Herstellung von Produkten die Umwelt geschont

wird; ob Kohlekraftwerke oder Windräder entstehen;

ob Wälder abgeholzt oder erhalten werden

und auch darüber, ob in Entwicklungsländern

Schulen gebaut werden können.

Es macht einen großen Unterschied, ob wir grünen

oder herkömmlichen Strom, Recycling- oder

normales Papier, fair gehandelten oder konventionellen

Kaffee einkaufen. „Zukunft einkaufen

– Glaubwürdig wirtschaften in Kirchen“ – ein

Projekt der Umweltbeauftragten in der Evangelischen

und Katholischen Kirche in Deutschland

– bringt diese Erkenntnis jetzt auch näher an die

kirchlichen Einrichtungen heran.

Es will die Träger solcher Einrichtungen darin

unterstützen, bei der Beschaffung von Waren

eine gute Schnittmenge zwischen Wirtschaftlichkeit,

Umweltverträglichkeit und sozialer Verantwortung

zu finden. Das Projekt hilft, die eigene

Fair und Weiter günstig geniessen

Vor acht Jahren stand die Idee schon mal im

Raum – doch da schien der Preis für die Umsetzung

zu hoch. Diesmal ist das anders. „Wir

stellen jetzt im September auf fair gehandelten

Kaffee um – und der ist nicht einmal teurer als

unsere bisherige Sorte“, sagt Christiane Braig,

Leiterin Wirtschaftsdienste in der Reha-Klinik

Bad Boll. Vorausgegangen war eine Kaffeeverkostung

Ende Juli. Wolfgang Pörschke, bei der

GEPA zuständig für Großverbraucher-Kunden

in Baden-Württemberg, hatte sechs Sorten

Kaffee zum Blindtest mitgebracht. „Er wusste

bereits, was bei uns ankommt und hatte eine

Vorauswahl getroffen. „Und das war auch

gut so“, sagt Braig. „Denn wenn man zu viel

probieren muss, kann man die verschiedenen

Geschmacksrichtungen am Ende kaum noch

unterscheiden.“ Doch so gelang dem Test-

Team der Reha-Klinik – außer Braig auch die

zuständige Serviceleiterin und ein Koch – die

richtige Auswahl: Nun gibt es in der Einrichtung

den GEPA-Filterkaffee Caparica sowie die

zwei Kaffeespezialitäten Espresso und Café

Crème in Bioqualität, beide ebenfalls von der

GEPA.

Rund eine Tonne Kaffee wird in der Reha-Klinik

Bad Boll pro Jahr verbraucht. Dass nun die neuen,

Beschaffung zu analysieren, Schwachstellen zu

entdecken, neue Produkte auszuwählen und –

auch gemeinsam mit anderen Einrichtungen und

Kirchengemeinden – neue Standards zu setzen.

Dazu informiert „Zukunft einkaufen“ über die

wichtigsten Sozial- und Ökolabels und unterstützt

alle, die mitmachen mit Checklisten und

praktischen Umsetzungstipps auf der Website

www.zukunft-einkaufen.de

Pfarrer Klaus Breyer ist als Umweltbeauftragter

der Evangelischen Kirche von Westfalen

Ansprechpartner für das Projekt – gemeinsam

mit Thomas Kamp-Deister von der katholischen

Landvolkshochschule in Freckenhorst. Breyer

ist von dem bisherigen Erfolg begeistert: „Wir

fair gehandelten Sorten den Patienten und

Besuchern der Reha-Klinik nicht schmecken

könnte, diese Sorge hat Braig nicht. „Ich

denke, sie sind sogar aromatischer, als unsere

bisherigen Kaffees.“ Ein Plus ist sicher auch,

dass durch den günstigen Preis für den fair

gehandelten Kaffee, die Tasse die Kunden

nicht teurer zu stehen kommt. „An eine

Preissteigerung haben wir zunächst mal nicht

gedacht“, so Braig. Mit der Entscheidung für

den Fairen Handel wolle man endlich umsetzen,

was schon vor Jahren angedacht war,

und einen Beitrag zu mehr globaler Gerechtigkeit

leisten. Hilfreich für die Entscheidung

war auch, dass die Notwendigkeit, mit dem

Kauf einer bestimmten Kaffeemaschine auch

eine bestimmte Sorte nehmen zu müssen, nun

nicht mehr besteht. Die Beliebtheit des Cafés

in der Reha-Klinik Bad Boll kann die Umstellung

auf fair gehandelten Kaffee noch weiter

steigern: Denn selbst Nicht-Patienten von außerhalb

kommen gerne hierher, um die gute

Qualität von Kaffee und Kuchen zu genießen.

„Bei uns ist das mehr wie in einem Hotel,

jeder kann ja zum Beispiel auch das Thermalbad

nutzen“, sagt Braig. „Und es riecht auch

nicht nach Krankenhaus“.

zukunFt in der einkauFstüte

wurden da förmlich mit Anfragen überrannt, die

Leute wollen das haben.“ Statt der zunächst

geplanten fünf, machen nun bereits zehn Testregionen

bei „Zukunft einkaufen“ mit – insgesamt

30 evangelische Kirchengemeinden und -kreise,

drei katholische Kirchengemeinden sowie acht

evangelische und 23 katholische Einrichtungen,

zum Beispiel Tagungsstätten und Akademien.

Unterstützt wird „Zukunft einkaufen“ auch vom

Evangelischen Entwicklungsdienst, eed, und vom

Umweltbundesamt. Die zehn Regionen sind Bremen,

Eichstätt, Köln, Moers, Münster, Osnabrück,

Recklinghausen, Stuttgart, Trier und Unna. Wer

von den bisherigen Erfahrungen der Testregionen

profitieren möchte, kann unter info@zukunft-einkaufen.de

mit den Initiatoren Kontakt aufnehmen.


lieFeranten Für den grossVerbrauch

Wenn sich Kantinenleitungen für Kaffee aus

dem Fairen Handel entscheiden, gibt es

spezielle Ansprechpersonen. Zunächst ist da GEPA

The Fair Trade Company mit Sitz in Wuppertal,

das den Großverbraucherbereich und damit auch

kirchliche Einrichtungen mit fair gehandelten Kaffeesorten

beliefert. Ein Rahmenvertrag zwischen

GEPA und der Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen

Deutschland (WGKD) bietet kirchlichen Großab-

Rainer Sakic

Großverbraucher Service

rainer.sakic@gepa-gv.de

nehmern günstigere Konditionen für Kaffee und

Tee (www.wgkd.de). GEPA ist zugleich der größte

Lizenznehmer der Siegelinitiative Tr a n sFa i r. Neben

der GEPA gibt es weitere Händler, deren Kaffee

nach den Fairtrade-Kriterien gehandelt wird und

das Tr a n sFa i r-Siegel trägt.

Weitere Informationen erhalten Sie über die Abteilung

Marketing Großverbrauch bei Tr a n sFa i r,

Karin Wolter.

Karin Wolter

Marketing Großverbrauch

k.wolter@transfair.org

eine kirche Voll mit Fairen kaFFeebohnen

Ganz aus Glas und prall gefüllt mit fair gehandelten Kaffeebohnen – diesen auffälligen Blickfang

können sich alle Einrichtungen ausleihen, die sich an der Aktion „Fairer Kaffee in die Kirchen

beteiligen und eine öffentlichkeitswirksame Präsentation planen. Das Exponat kann beispielsweise

in der Empfangshalle einer Einrichtung oder im Foyer eines Bildungshauses stehen und so auf

attraktive Weise darauf aufmerksam machen, dass das Haus fair gehandelten Kaffee ausschenkt.

Newsletter der Aktion können an der Seite des Podestes in einem Schuber zur Information bereit

gestellt werden.

Technische Angaben:

Kirche: Gewicht ca. 15 kg, Größe: 52 cm lang, Turm 65 cm hoch

Podest: 72 cm lang, 50 cm breit, 85 cm hoch, innen hohl, schwarz lackiert mit Aufschrift „Fairer

Kaffee in die Kirchen“ und Logos von eed, BfdW und Tr a n s Fa i r.

An der Seite befindet sich ein Schuber für die Unterbringung von Newslettern.

Die Kirche ist nicht geeignet für das Aufstellen im Außenbereich!

Bei Interesse wenden Sie sich an: Margarita Sigle, m.sigle@brot-fuer-die-welt.de

impressum

herausgeber:

Brot für die Welt /

Evangelischer Entwicklungsdienst

Redaktion:

Margarita Sigle (verantwortl.), Monika Hoegen

Satz, Layout:

Dreimalig Werbeagentur, Köln

druck:

in puncto, Bonn

Fotos:

Tr a n sFa i r, GEPA, Brot für die Welt, EED, DfM,

Johannes-Anstalten Mosbach, Franz Niehoff,

Monika Hoegen, Fotolia - Benjamin Lambinet

Links

www.kirchen-trinken-fair.de

www.brot-fuer-die-welt.de/fairer-kaffee

www.eed.de/fairtrade

www.gepa.de

www.transfair.org

www.fairewoche.de

ihRE aNSPREchPaRTNERiN FüR diE aKTiON „FaiRER KaFFEE iN diE KiRchEN“: MaRGaRiTa SiGLE · M.SiGLE@BROT-FUER-diE-WELT.dE · TEL. 0711-2159149

Materialien Alle Materialien sind kostenlos erhältlich bei: vertrieb@diakonie.de

Plakat DIN A 1 (113 216 110) / DIN A 2 (123 112 040)

Newsletter, 8 Seiten, DIN A 4

Faltblatt, 4 Seiten, 15 x 15 cm {114 101 030)

2. Newsletter 09/2006 (123 112 026)

3. Newsletter 05/2007 (123 112 017)

5. Newsletter 05/2008 (123 112 018)

6. Newsletter 10/2008 (123 112 028)

Großverbraucherinformation,

8 Seiten, DIN lang (123 112 016)

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