Welt ~ Bild ~ Theater - Orbis Pictus ~ Theatrum Mundi

theatrummundi.com

Welt ~ Bild ~ Theater - Orbis Pictus ~ Theatrum Mundi

Einladung zu Beiträgen

Welt ~ Bild ~ Theater

Perspektiven des 21. Jahrhunderts

Kongress Amsterdam 23. - 26. Oktober 2008

9. internationaler Kongress der Gesellschaft für Theaterwissenschaft

Einladung zu Beiträgen 1

Erläuterung zum Thema 2

thematische Sektionen 3

Fußnoten 6

Anmeldungsmodalitäten 7

Aufruf zur Bildung gemeinsamer Panels 8

Programm und Unterbringung 8

Konzept und Koordination: Prof. Dr. Kati Röttger

Theatre Studies Department, University of Amsterdam

Nieuwe Doelenstraat 16, 1012 CP Amsterdam, Netherlands

Tel: +31 (0)20-5254098; Email: k.e.rottger@theatrummundi.com

Web-site: www.theatrummundi.com

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Der Kongress richtet seinen Fokus auf die Frage nach dem Verhältnis von Theater und Weltbild in verschiedenen historischen

Epochen und Kulturen. Konzeptionell eingerahmt wird diese Frage von den beiden alten Topoi Orbis Pictus und Theatrum Mundi.

Eingeladen wird zur Reflexion über Arten und Orte von Weltwissen, Weltdarstellungen und Welt-Ansichten. Das Thema ist in die

vier Sektionen Paradigmenwechsel, Methoden, Ästhetik und Politik unterteilt.

Erste Ausgabe 1658 von dem Buch “Orbis Sensualium Pictus” von Comenius gebundenzu einem Konvolut; Exemplar Stadtbibliothek Nürnberg 1


Erläuterung zum Thema

Als Johannes Comenius 1670 in Amsterdam starb, hinterließ

er ein umfangreiches, revolutionäres humanistisches Werk,

mit dem er sich für Weltfrieden durch Bildung einsetzte. Mit

seinem 'Orbis sensualium pictus'. Die sichtbare Welt (1658)

verfasste er das erste europäische Schulbuch, ein Lehrmedium

in Bildern und Texten, das darauf abzielte, über die sinnliche,

piktorale Anschauung zu Begriffen und damit zu einem umfassenden

System von Wissen zu gelangen. #01 Ziel war es, nach

dem Ende des Dreißigjährigen Krieges den alten theologischen

Moralsystemen eine neue Ordnung universalen Weltwissens

entgegenzusetzen, die er in seiner 'Didactica Magna' (1657)

niederlegte. #02 #03 Etwa zeitgleich entfaltete der Topos des

Theatrum Mundi eine gewaltige heuristische Energie als Metapher

für die Weltschau, für die Welt als Bühne, für eine Kunst

der Beobachtung, die das damalige Bemühen unterstrich sich

einen Begriff von der Welt zu machen (Schramm 1996). #04

Die Verklammerung der neuzeitlichen Topoi des Orbis Pictus

und des Theatrum Mundi bestimmt die Thematik des Kongresses

als geschichtliche Perspektive auf den Zusammenhang von

Welt, Bild und Theater unter den heutigen Bedingungen der

Globalisierung. Dabei steht die Frage zur Debatte, inwieweit

die beiden Konzepte in ihrer Zusammenführung heute eine

besondere Bedeutung im Hinblick auf die Beschreibung einer

Wissenskultur erhalten können, die Bild und Text im Angesicht

der globalen Wirksamkeit der digitalen Massenmedien in

ein neues Verhältnis setzt. Von besonderer Relevanz wird die

Untersuchung der Funktion und der Ästhetik des Theaters im

Zeichen globaler Wissenskulturen zwischen Vergangenheit und

Zukunft sein. Wie stellte und wie stellt das Theater die Welt ins

Bild? Kann das Theater einen besonderen Beitrag zur Bildkritik

leisten? Und wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen Theater

und Weltsicht oder Weltanschauung? Inwiefern sind mit

den Metaphern vom Welttheater auch Weltbilder gemeint? Und

schließlich: sind wir mit der Globalisierung am Ende der Darstellung

der Welt und am Beginn ihrer Herstellung angelangt

(Nancy 2003)? #05 Diese Fragen stellen sich um so dringlicher,

wenn man die Globalisierung nicht nur als Produkt neo-liberaler

Weltmarktwirtschaft versteht, sondern als einen Prozess, der

alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens durchdringt

und grundlegend verändert. Der fortschreitende „Gang der

Weltvernetzung“ fordert dazu auf, den „Schauplatz Welt“ unter

den veränderten Bedingungen neu in Augenschein zu nehmen

(Sloterdijk 2005 #061999 #07). Die Theatralitätsforschung

hat dazu bereits wichtige Instrumentarien geliefert (Schramm,

Münz, Fischer-Lichte, Kotte). Sie hat gezeigt, dass und inwiefern

die Theatermetaphorik immer wieder neu im Grenzbereich

zwischen Wirklichkeit und Schein wirksam ist, indem sie die

ästhetischen Mittel zur Weltbeschreibung (Theater der Welt)

und die epistemologischen Mittel zur Welterkenntnis (Welt als

Theater) zur Verfügung stellt. Auf diese Weise hat der Theatralitätsbegriff

inzwischen den Stellenwert eines interdisziplinären

Diskurselements erhalten, das auch in andere Künste, Sozialbezüge

und Disziplinen hineinreicht. Wenn der Titel des Kongresses

nun wieder zurückverweist auf das alte Konzept des

Theatrum Mundi, dann soll damit nicht nur das Verhältnis von

Welttheater und Welterkenntnis in Vergangenheit und Gegenwart

in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt werden (Zimmermann

2001) #08. Gleichzeitig wird zusätzlich eine dritte

Größe in dieses Ambivalenzgefüge eingebracht: das Bild. Heute

machen uns die jüngeren Entwicklungen in der Bildforschung

auf eine erneute Relevanz des Bildes aufmerksam. War unsere

Wissenskultur seit Beginn der Moderne von der Ordnung der

Schrift bestimmt, erhalten Bilder durch die technischen Verbreitungsmöglichkeiten,

welche die digitalen Medien eröffnen,

eine neue Wertigkeit als Kategorie des Wissens (Bredekamp

2006 #09 2004 #10 ). Gleichzeitig wird die Macht der Bilder

als zunehmend bedrohlich erfahren, weil Bilder oft als bloßer

Realitätsersatz (als Kopie, Abbild oder Simulakrum) verunglimpft

oder andererseits mit Lebewesen verwechselt werden

(Mitchell 2005 #11). Vor diesem Hintergrund soll der Kongress

auch eine Gelegenheit bieten, die Möglichkeiten eines ‚aufgeklärten’

Umgangs mit und Zugangs zu Bildern zu diskutieren,

die speziell das Theater eröffnet. Insgesamt bildet das Verhältnis

zwischen dem „Wissen über die Globalisierung“ und der

„Globalisierung des Wissens“ (Appadurai 2001) #12 eine noch

ungelöste Herausforderung. Es wird schließlich zu fragen sein,

wie das gegenwärtige Theater dieser Herausforderung begegnet.

Historisch, systematisch und kulturanalytisch orientierte

Beiträge zu diesem Themenkomplex sind sehr willkommen.

2


1. Sektion: Paradigmenwechsel

Stichworte zur Sektion Paradigmenwechsel

- Veränderungen oder Brüche (Paradigmenwechsel) im Bild der Theaterwissenschaft

- Veränderungen oder Brüche im Bild des Theaters

- Linguistic turn vs. Pictorial turn

- Fragen der Theatergeschichtsschreibung

- Theatralität und Performativität als Tropen

- Relation zwischen Weltbild und Welt als Bühne

- Dynamiken von Weltbildern und Theatralität im Global Age

Seitdem Thomas Kuhn 1964 des Konzept vom Paradigmenwechsel

eingeführt hat, um bedeutsame Verwandlungen

(bzw. „Revolutionen“) im „Bild der Wissenschaft“ (Kuhn) #13

zu kennzeichnen und damit die Geschichtsschreibung selbst

zu revolutionieren, sind die Geistes- und Kulturwissenschaften

zunehmend mit Erklärungen von jeweils neuen ‚turns’

konfrontiert. Hat der linguistic turn (Rorty) noch ein erhebliches

Potential an wissenschaftlicher Textproduktion nach sich

gezogen, stellen sich bei weiteren ‚turns’ gelegentlich Müdigkeitserscheinungen

ein, weil man sich an Marketingstrategien

erinnert fühlt (Böhm, Iconic Turn. Ein Brief, 2007, 28) #14.

Aus diesem Grund lädt die erste Sektion dazu ein, neue Arten

des wissenschaftlichen Fragens, die sich im Zusammenhang

mit dem Kongressthema nicht zuletzt auch auf den pictorial

turn (Mitchell) beziehen, kritisch und aufmerksam einer

besonderen Prüfung zu unterziehen. Wie Thomas Kuhn, so

kritisierte auch Michel Foucault die Idee einer Kontinuität des

Denkens und damit eine sukzessive, kausale und globale Geschichtsschreibung

oder Wissenschaftsgeschichte. Mit seinem

Grundriss einer „Archäologie des Wissens“ führte er Konzepte

ein, die helfen sollten, die Diskontinuitäten in der Geschichte

des Denkens zu verstehen: Konzepte wie das des Bruchs,

des Unterschieds, der Transformation oder der Schwelle .#15

Im Hinblick auf die Praxis der Analyse plädierte er für die Erforschung

der Episteme. Damit ist die Gesamtheit aller Verbindungen

gemeint, auf denen unsere Annahmen, Normen,

Urteile und Schlussfolgerungen zu unterschiedlichen Zeiten

und an unterschiedlichen Orten basieren. Bezogen auf die

Episteme in einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen spricht

Foucault von Tropen, d.h. Wissensformeln. Dieses umfassende

Verständnis von Paradigmen, welches die Analyse

von Epistemen einschließt, wirft verschiedene Fragen auf,

die im Verlauf des Kongress zur Debatte stehen. An erster

Stelle sieht die Sektion „Paradigma“ vor, die Einführung von

theatralischen Tropen wie denen der „Performativität“ (bzw.

„performative turn: E. Fischer-Lichte 2003 #16 2001 #17

2005 18) oder der „Theatralität“ zur Beschreibung epistemologischer

Verschiebungen oder verschiedener „Denkstile“

(Schramm 2003a #19) b #20 zu verschiedenen Zeiten in der

Wissenschaftsgeschichte zu überdenken. Dies impliziert z.B.

auch die Frage nach der engen Beziehung zwischen Bühnenform

und Blick als abbildende Konfiguration von Denkweisen.

Ein weiterer Schwerpunkt wird durch die Auseinandersetzung

mit dem Konzept des Weltbilds bestimmt. Heidegger fragte

sich, ob jedes Zeitalter sein eigenes ‚Weltbild‘ habe. Seine

Definition des Konzepts beschreibt das Zeitalter der Moderne

als das Zeitalter der Repräsentation der Welt im Bild und als

Bild. Für ihn bestand der zentrale Gestus der Neuzeit sogar

in der Eroberung der Welt als Bild. Hiermit ist nicht wörtlich

ein bestimmtes Bild von der Welt gemeint, sondern ein Verständnis

von der Welt in ihrer Gesamtheit (d.h. Natur und

Geschichte) als Bild. (Heidegger 1938 #21.) Im Anschluss an

Heideggers Definition lässt sich fragen, inwiefern die gegenwärtige

Krise der Repräsentation zu einer Krise des „Weltbildes“

führt. Mögliche Antworten könnten in der Simultanität

von einer Vielzahl von Weltbildern liegen, in der Existenz

widerstreitender Weltbilder, oder in der Suche nach Weltbildern,

die von ‚anderen‘ Standpunkten aus formuliert werden.

Welchen heuristischen Stellenwert könnte das alte Konzept

von Theatrum Mundi innerhalb dieses Problemzusammenhangs

einnehmen? Oder wird es umgekehrt durch Veränderungen

bzw. paradigmatische Revolutionen von Weltbildern

in eine neue Rolle gedrängt? Viertens schließlich stehen die

Veränderungen unserer Auffassungen von Theater und Theatralität

im Zuge von Paradigmenwechseln zur Diskussion:

Sind wir im Zeitalter der Befreiung von der Sinnestäuschung

angelangt, die das Theatrum Philosophicum – wie Foucault

sich ausdrückte (1970) #22 – in ein echtes Ereignis transformiert?

Ein Ereignis, das einer „Logik des Sinns“ (Deleuze

1969) #23 gehorcht und ein Artaudsches Theater der simultanen

Bühnen und tanzenden Körper hervorbringt? Anders

gefragt: Wird das Theater in einer Zeit, die das Ende der

Repräsentation behauptet, zum Fest, wie Rousseau es sich

wünschte? Worin könnte auf der anderen Seite der Einsatz

von Theatralität im Sinne eines Denkstils bestehen, wenn

es um Grenzverschiebungen oder Überschreitungen fixierter

Weltbilder geht? Inwiefern können die Theaterwissenschaft

und die Theaterpraxis einen Beitrag hierzu leisten? Wenn wir

schließlich davon ausgehen, dass Theateraufführungen und

Theaterereignisse in der Lage sind, Regionen und Welten zu

imaginieren oder vorzustellen, dann schließt sich die Frage

an, inwieweit das Theater dazu beitragen kann herauszufinden,

wie andere die Welt sehen. Wie sieht die Welt aus, wenn

man sie von anderen Orten aus betrachtet?

2. Sektion: Methoden

Stichworte zur Sektion Methoden

- Theaterwissenschaft und kritische Ikonologie

- Visualität und /als Methode

- Pictorial Turn und theaterhistoriographische Forschung

- Bild- und Textbasierte Methoden, Theater(forschung) jenseits von Textualität

- Dokumentationsweisen von Bühnenereignissen

- Theaterikonographie

- Zuschauerforschung

- Künstlerische Praxis als Forschung

- Methoden einer Dramaturgie des Bildes/ visuelle Dramaturgie

Die Theaterwissenschaft hat in den letzten 20 Jahren ihr Forschungsspektrum

erheblich erweitert, indem sie ihre klassischen

Gegenstandsbereiche um eine größere Bandbreite

an ästhetischen, politischen und kulturellen Praktiken ergänzt

hat. Die wachsende Diversität und Reichweite der Forschungsfelder

erfordert nicht nur eine größere methodische

Reichweite des Faches, sondern auch eine erhöhte Sensibilität

und Aufmerksamkeit für methodische Fragen. In diesem

Zusammenhang ist es unerlässlich, die Möglichkeiten wie

auch die Grenzen der vorhandenen Analyseinstrumentarien

und der Forschungsziele im Auge zu behalten. Insbesondere

die neuen ästhetischen und technologischen Praktiken der

Visualisierung, die in den Wissenschaften wie auch in der

gegenwärtigen Theaterpraxis zu beobachten sind, verlangen

nach einer Neubetrachtung der Beziehungen zwischen Texten,

Bildern, Körpern und Medien. Die Neubertachtung kann

die Möglichkeiten eines Denkens über, in und mit Bildern

nicht unberücksichtigt lassen. Einen Ausgangspunkt hierfür

bietet das Feld der kritischen Ikonolgie (critical iconology).

Ob Gottfried Böhms Aufforderung, Bildkritik und Sprachkritik

(epistemologisch) aufeinander zu beziehen (2007 )#24;

ob Hans Beltings Vorschlag einer anthropologischen Bildwissenschaft

(2001 #25, 2005) #26), die Bild, Körper und

3


Medium in ein dynamisches Beziehungsverhältnis gesetzt sehen

will; oder W.J.T. Mitchells Kritik an der disziplinären Trennung

der einzelnen Gegenstandbereiche in den Kunst - und Medienwissenschaften

(1994) #27: für die Theaterwissenschaft

bietet dieses Feld eine Herausforderung, die genuine Heterogenität

ihres Gegenstandes über intermediale Ansätze hinaus

methodisch neu zu fassen. Das soll jedoch nicht bedeuten, den

‚pictorial turn‘ als Reduktion in die Theaterwissenschaft hineinzutragen,

so als ob wir es mit einer geradlinigen Ablösung der

Sprache durch Bilder in Kultur und Wissenschaft zu tun hätten.

Im Gegenteil, gerade für das Theater gilt, dass Bilder nicht

nur im Bezug auf Sprache, sondern auch auf Körper, Klang,

Raum usw. zu verstehen sind. Die Rede vom pictorial turn

kann insofern als Aufforderung verstanden werden, ein kritisches

Instrumentarium für den Umgang mit und die Analyse

von Bildkulturen zu entwickeln, sei es populärer oder wissenschaftlicher

Art, sei es als Symptom des gegenwärtigen Global

Age oder als Gegenstand historischer Analyse. Im Rahmen

dieser Sektion sind Beiträge und Arbeitsgruppen eingeladen,

die sich mit den Konsequenzen dieser Entwicklungen und/ oder

mit daraus resultierenden Fragen für die Theaterwissenschaft

befassen: Gegenstandsbereiche können laufende Forschungsarbeiten

und damit verbundene methodische Fragestellungen

sein. Das Spektrum der zu behandelnden Aspekte ist breit gefächert.

Zunächst bietet sich die Überprüfung der bestehenden

linguistisch und semiotisch geprägten Analysemethoden

im Hinblick auf die gegenwärtige Theaterpraxis an. Während

sich die strikte Trennung von Wort und Bild auf den Theaterbühnen

der Gegenwart schon längst aufgelöst hat, prägt sie

noch immer weitgehend unsere Untersuchungsmethoden.

Deshalb wäre zu fragen, inwieweit die Experimente mit Visualität

und Narrativität auf den Bühnen unsere Wahrnehmungsweisen,

unsere Lesarten, unser Weltverständnis prägen und

verändern. Inwieweit lässt sich Intermedialität in Theater und

Performance hinreichend mit textbasierten Modellen erfassen?

(Jackob-Röttger 2003) #28 Lässt sich Visualität auf Textualität

reduzieren? Welche Alternativen bieten kunsttheoretische,

medientheoretische und schließlich auch bildtheoretische Ansätze?

Brauchen wir zur Analyse von „stages of vision“ (Balme

2002) #29 neue theateranalytische und ein neue theaterhistorische

Methoden? Welchen spezifischen Erkenntniswert haben

Untersuchungen zum Bühnenbild und zur Szenographie für

3. Sektion: Ästhetik

Fragen der Bildwissenschaft? Und schließlich: Inwiefern ist die

theaterwissenschaftliche Forschung ungewollt blind für gerade

die Aspekte der Theaterpraxis, die nicht sichtbar sind (Bharucha,

Theatre and World, 1990)? #30 Was sieht der Zuschauer

und was nicht? Diese Fragen führen notgedrungen auch zur

Auseinandersetzung mit Konzepten und Definitionen: Was sind

Bilder im Theater? Ist es angesichts der Vielzahl und Heterogenität

von Bildern und Bildkonzepten möglich, eine einheitliche

und systematische Definition von Bildern im Theater zu

geben? (Kolesch 2005) #31 Verhelfen die Ansätze der kritischen

Ikonologie dazu, Theater als ein dynamisches Feld von

Relationen zwischen Bildern, Körpern, Medien etc. zu beschreiben?

Führen uns Konzepte wie Intertextualität und Intermedialität

notwendig zur Frage nach Interikonizität? Wie lässt sich

der Suchbegriff Theatralität mit Feldern von Sichtbarkeit und

Bildlichkeit im Theater verknüpfen? Wie verhält sich dazu das

Phänomen der Unsichtbarkeit? Welche methodologischen Konsequenzen

hat die ikonische Wende für die Konzepte und Methoden

der Theatergeschichtsschreibung? Eignen sie sich als

Gegenstand theaterhistorischer Analyse? Diese Fragen reichen

auch in den Bereich der Theaterikonographie hinein, denn sie

berühren die Auseinandersetzung mit der Funktion von Bildern

als Forschungsquellen, die nicht nur zur Illustration dienen.

Auch hier stellt sich wieder die Frage nach der Bildkritik (Balme

et al., European Theatre Iconology, 2002). #32 Dazu gehört

auch die Frage, inwieweit es möglich ist, ‚den Zuschauer’

ins Bild zu bringen. Schließlich bietet sich die Thematik für

die Untersuchung neuer, praxisorientierter Methodologien an.

Innerhalb der Performance Studies erlangen handlungsorientierte

Forschungsansätze zunehmend Bedeutung. Der Bereich

des sogenannten Artistic Research sucht die traditionelle Unterscheidung

zwischen Erkennen und Darstellen von Welt auf

methodologischer Ebene zu überwinden. Damit sind Fragen

in zwei Richtungen verbunden, die zum einen neue Methoden

der Dramaturgie betreffen: Brauchen wir eine Dramaturgie des

Bildes, und wie könnte sie sich gestalten? Auf der anderen

Seite ist auch die Frage nach der Art und dem Stellenwert des

akademischen Wissens selbst angeschnitten. Ist tatsächlich

eine Annäherung von Kunst und Wissenschaft zu beobachten,

gut zu heißen oder unumgänglich? Und welche Konsequenzen

hätte diese Entwicklung gegebenenfalls für die Reformierung

theaterwissenschaftlicher Studiengänge?

Stichworte zur Sektion Ästhetik

- Bilder im Theater

- Relationen von Bild-Text, Bild-Klang, Bild-Körper etc. auf der Bühne

- Neue Technologien und intermediale Aspekte von Ästhetik und Wahrnehmung

- Geschichte und Funktion des Blicks

- Raum- und Zeiterfahrungen

- Theaterarchitektur und Wahrnehmungslenkung

- Erzählungen und Erzählweisen im Angesicht der Bilder

Die Frage nach dem Zusammenspiel von Theater und Weltbild

lässt sich nicht losgelöst von den medialen Komponenten

beantworten, in denen dieses Zusammenspiel gegeben ist.

Gleichzeitig sind Paradigmenwechsel in den Künsten immer

auch von ästhetischen Erneuerungen oder auch verschiedenen

aisthetischen Einstellungen bestimmt, die nicht selten mit

Medienwechseln oder auch dem Einsatz neuer Technologien

einhergehen. Deshalb wird in dieser Sektion zu Beiträgen eingeladen,

die sich mit Fragen der spezifischen Medialität und

Ästhetik von Theater, theatralen Ereignissen oder Performances

in unterschiedlichen historischen Epochen befassen. Dabei

wird an ein Spektrum von Fragestellungen gedacht, das die

Wirkung und Funktion paradigmatischer Theaterästhetiken

(wie etwa das barocke Welttheater, Gesamtkunstwerk, das

Totaltheater, etc.) ebenso einschließt wie die Komposition ästhetischer

Elemente oder mediale Transformationen innerhalb

einzelner Vorstellungen, sei es Theater, Tanz, Performance,

Musiktheater etc. Die zentrale Frage, die sich durch alle Themenbereiche

zieht, ist jene nach den Grenzverschiebungen

zwischen Realität und Fiktion und nach der Rolle von Theatralität

bei der Erschaffung von Welten in den verschiedensten

Bereichen, sei es in den Informationsmedien, in den Naturwissenschaften

oder z.B. in der Malerei. Von Interesse sind

dabei im gegebenen Zusammenhang folgende Schwerpunkte:

1. Bilder im Theater. Was lässt sich als Ästhetik des Bildes be-

schreiben? Bringt das Theater überhaupt Bilder hervor? Von

welchen Bildern sprechen wird dann? Welche Entwicklungen

lassen sich insbesondere in Bezug auf das Verhältnis von Bild

und Text oder Bild und Klang im Theater beobachten? Wie

lässt sich die besondere Wirkung und Funktion bildgebender

Medien im Theater beschreiben? Inwieweit konstituieren

sich Bild, Sprache und Klang im intermedialen Wechselspiel?

Zusätzlich zu diesen aufführungsästhetisch orientierten Fragen

stehen auch theaterhistoriographische Aspekte zur Debatte,

wie die Frage nach einer Geschichte der Bildästhetik

im Theater. Günther Heeg (2000) #33 hat mit seiner Auseinandersetzung

über das Verhältnis von Bild, Körper und

Sprache im Theater des 18. Jahrhunderts einen ersten Anstoß

in diese Richtung geliefert. Von wesentlicher Bedeutung

für die im Theater so zentral wirksamen Dynamiken von

Sehen und Gesehenwerden ist der Blick (Hass 2005). #34

2. Das Wechselspiel zwischen theaterkonstituierenden Faktoren

wie Raum, Zeit und Körper mit Wahrnehmungsweisen,

Welterfahrung, Repräsentation und Weltweitwerdung

(Derrida: mondialisation). #35 Inwieweit haben wir es im

Global Age mit neuen Zeit- und Raumerfahrungen im Theater

zu tun, die mit Kategorien wie Mobilität, Virtualität oder

auch Simultaneität einhergehen? Aber auch Beiträge zu Aspekten

wie Raum und Zeit im Verhältnis zu Bild und Text;

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unterschiedliche Dynamiken von Bewegung und Rhythmus

im Wechselspiel der Medien; die Bildperformanz von Körpern

oder Bild/ Körperkonfigurationen in der Theatergeschichte

(vgl. Brandstetter 1996) #36 sind ebenfalls willkommen.

3. Der Einfluss neuer Technologien (z.B. mobiles Telefon, Fotografie,

etc.) auf Theaterästhetiken und Wahrnehmungsweisen

in verschiedenen Epochen. Theater als Bedingung von Welterfahrung;

das Verhältnis zwischen Theater und anderen bildgebenden

Medien wie Film, Video, digitale Medien etc. Welche

kulturellen Dynamiken bringen Veränderungen im „Bild der

Wissenschaften“ im Zusammenhang mit neuen Technologien

insbesondere im Hinblick auf Theater hervor?

4. Sektion: Politik

Stichworte zur Sektion Politik

- Theatrale Imagination als soziale Praxis

- Imagination von Gemeinschaften im Zeitalter der Globalisierung

- Das Konzept des Spektakels

- Emanzipation des Zuschauers, Politik der Wahrnehmung

- Fragen nach kultureller Diversität in Theater und Performance

- Politik der Bilder und Bildkritik im Theater

- Konfliktierende Weltbilder

Innerhalb dieser Sektion soll das Verhältnis zwischen Theater

und Politik auf drei Ebenen beleuchtet werden: Ein erster

Diskussionspunkt ist das Verhältnis zwischen Theater und der

Bildung politischer Gemeinschaften. Ob wir an die besondere

Funktion des Theaters zum Zwecke der Repräsentation der

griechischen Polis denken oder z. B. an die enge diskursive

Vernetzung zwischen dem Theater und der Bildung von Nationalstaaten

im 18. Jahrhundert: Ausgehend von Benedict

Andersons weit verbreiteter Studie „Imagined Communities“

(1986) #37 ließe sich belegen, dass die theatrale Imagination

von nationalen Gemeinschaften in vielen Fällen einen aktiven

Teil ihrer Herstellung und ihres Vollzugs ausmachte. Heute,

im Zeichen der Globalisierung, stellt sich die Frage, wie das

Theater auf die politisch ambivalente Situation der Existenz

von Nationalstaaten auf der einen Seite und auf die zunehmende

Deterritorialisierung dieser Staaten auf der anderen

Seite reagiert. Inwiefern lassen sich im Theater neue Formen

von Imaginationen sozialen Lebens beobachten? Arjun Appadurai

behauptete in seiner Untersuchung über „Modernity at

Large“, dass uns die Konzepte des Bildes, des Imaginären und

der vorgestellten Gemeinschaften (Image, Imaginary, Imagined

Communities) zur Beschreibung von globalen kulturellen

Prozessen in eine neue und kritische Richtung führen. Daraus

leitet er die Forderung ab, die Imagination als soziale Praxis

(the imagination as social practice) zu verstehen (1996,

35). #38 Denn das Leben der globalisierten Bevölkerung

spiele sich in verschiedenen „imaginierten Welten“ (imagined

worlds) ab, die es zu kommunizieren, zu kritisieren und gelegentlich

zu unterlaufen gälte. Wie antworten Theater- und

Performance-Praxis auf diese Aufforderung? An diese Problematik

schließt sich das zweite Diskussionsfeld innerhalb dieser

Sektion an: Lässt sich ein neues politisches Theater feststellen

oder definieren? Inwiefern greift dieses Theater kritisch

in die globale, soziale Praxis der Imagination ein? Begegnen

Theater- und Performance-Praxis dem globalen, häufig sich

wiederholenden Bildrepertoire in den neuen Medien mit einer

4. Bilder vom Theater: Inwieweit bilden Theaterarchitekturen

Wahrnehmungsweisen ab? Wie werden die Zuschauer in Theaterarchitekturen

jeweils ins Bild gesetzt? Theater in anderen

visuellen Künsten.

5. Neue Erzählungen und Erzählweisen: Inwieweit prägt die

Bildfixierung der neuen Medien Erzählweisen im Theater? Wie

verhalten sich dramatische Elemente wie Plot, Dialog, Charakter

hinsichtlich der Imagination vom Leben anderer? Welche

neuen Räume eröffnen Dramentexte im Zuge scheinbar grenzenloser

Weltwerdung?

kritischen, konfliktbereiten und differenzierten Bildsprache?

(Latour 2002) #39 Dieser Fragenkomplex impliziert auch eine

erneute Auseinandersetzung mit dem „Spektakel“ als Konzept

für die Beschreibung einer Gesellschaft, die angesichts

der Analogie zwischen Bild und Ware, die Debord (1967) #40

entwickelte, auf die Existenz von konsumierenden, passiven

Zuschauern reduziert ist. Inwiefern begegnen Theater und

Theaterwissenschaft diesem Konzept mit Bildern und Entwürfen

vom „emanzipierten Zuschauer“? Inwieweit zielt die Politik

der Bilder, die im aktuellen Theater zu beobachten ist, darauf

ab, Wahrnehmung selbst zu einem politischen Thema zu machen?

Im welcher Weise ist die „Politik der Wahrnehmung“

(Lehmann 1999)#41 oder die „Politik der Bilder“ (Rancière

2003) #42 ein Weg um den Zuschauer zu mobilisieren und

seine Position zu befragen, auch hinsichtlich seiner eigenen

Verantwortung für das, was er sieht? Drittens schließlich steht

die Frage nach der Theatralisierung von Politik zur Debatte.

Mit der zunehmenden globalen Mediatisierung von politischen

Repräsentationen wird die alte Kunst der Rhetorik, die für die

politische Debatte und Kommunikation bisher für unentbehrlich

gehalten wurde, immer mehr von der Kunst der „Telegenität“

ersetzt. Herfried Münkler zufolge geht mit dieser Entwicklung

eine tiefgreifende Theatralisierung der Politik einher. #43

Aber was heißt genau Theatralisierung von Politik? Inwieweit

unterscheiden sich gegenwärtige Theatralisierungsstrategien

von absolutistischen oder revolutionären Strategien früherer

Zeiten? Was sind die Konsequenzen der Theatralisierung

für die repräsentative Demokratie, auf welche Weise werden

Machtverhältnisse neu geformt und welche Rolle nimmt der

Zuschauer dabei ein? Schließlich muss auch hier wieder nach

der Rolle von Theater- und Performancekunst gefragt werden:

Inwieweit wird das Theater (oder Performance) selbst zu einem

Ort des Widerstands gegen die umgreifende Theatralisierung

der Gesellschaft (resistant performance: Auslander 1992

#44, Carlson 1996 #45)?

Drei verkleinerte Ausschnitte aus der narrativen Bildserie ”Orbis Digitalium Pictus”, die von Tjebbe van Tijen/ Imaginary Museum Projects speziell für die Website des Kongresses

hergestellt wurde. Es ist die erste von mehreren Bildserien, die in den kommenden Monaten auf der Website fortgesetzt werden.

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Fußnoten

#01 Comenius, Johannes Amos (1592-1670) // 1658/1991 - Comenius, Johann Amos.

1658. Joh. Amos Commenii, Orbis sensualium pictus, hoc est, Omnium fundamentalium in

mundo rerum, & in vitâ actionum, pictura & nomenclatura = Die sichtbare Welt : das ist, aller

vornemsten Welt-Dinge und Lebens-Verrichtungen, vorbildung und benahmung. Norimbergæ:

Typis & sumptibus Michaelis Endteri.; Anzahl/Number Seiten/pages 309. Erste Nürnberg

Ausgabe; es gibt mehrere Nachdrücken, letzlich: Comenius, Johann Amos. 1991. Joh. Amos

Commenii Orbis sensualium pictus hoc est omnium fundamentalium in mundo rerum et in

vita actionum pictura et nomenclatura = Die sichtbare Welt. Die bibliophilen Taschenbücher,

30. Dortmund: Harenberg

#02 Comenius, Johann Amos (1592-1670) // 1657/1967 - Comenius, Johann Amos. 1967.

John Amos Comenius on education. Classics in education, no. 33. New York: Teachers College

Press.; Anzahl/Number Seiten/pages 236. This publication has an introduction by Piaget and

gives English translations of the following: The labyrinth of the world and the paradise of the

heart.--The great didactic.--The pampaedia.--The panorthosia.

#03 Lichtenberg, Georg Christoph (1742-1799) // 1780/1994 - Lichtenberg, Georg Christoph,

and Wolfgang Promies. 1994. Schriften und Briefe. Dritter Band, Aufsätze ; Entwürfe ;

Gedichte ; Erklärung der Hogarthischen Kupferstiche. Frankfurt am Main: Zweitausendeins.;

Anzahl/Number Seiten/pages 1075. „Vorschlag zu einem Orbis pictus für deutsche dramatische

Schriftsteller, Romanen-Dichter und Schauspieler. Nebst einigen Beyträgen dazu, von

G.C.L.“; GMWL, 1. Jahrgang, 3. Stück(VI), 1780. Wiederabdruck in SB 3: 378-405.

#04 Schramm, Helmar // 1996 - Schramm, Helmar. 1996. Karneval des Denkens Theatralität

im Spiegel philosophischer Texte des 16. und 17. Jahrhunderts. LiteraturForschung. Berlin:

Akademie. (Seiten/Pages 307); Anzahl/Number Seiten/pages 307.

#05 Nancy, Jean-Luc // 2002/2003 - Nancy, Jean-Luc. 2003. Die Erschaffung der Welt oder

Die Globalisierung. Transpositionen, 8. Zürich: Diaphanes.; Anzahl/Number Seiten/pages

152.

#06 Sloterdijk, Peter (1947-) // 2005 - Sloterdijk, Peter. 2005. Im Weltinnenraum des Kapitals

für eine philosophische Theorie der Globalisierung. Frankfurt am Main: Suhrkamp.;

Anzahl/Number Seiten/pages 415.

#07 Sloterdijk, Peter (1947-) // 1999 - Sloterdijk, Peter. 1999. Sphären Mikrosphärologie. 2,

Globen. Frankfurt am Main: Suhrkamp.; Anzahl/Number Seiten/pages 1013.

#08 Zimmermann, Jörg // 2001 - Früchtl, Josef, and Jörg Zimmermann. 2001. Ästhetik der

Inszenierung Dimensionen eines künstlerischen, kulturellen und gesellschaftlichen Phänomens.

Edition Suhrkamp, 2196. Frankfurt: Suhrkamp.; Anzahl/Number Seiten/pages 298.

Siehe insb. zu Theatrum Mundi: Zimmermann, Jörg: „Mutmaßungen über die Regie des

Lebens. Stationen einer Metaphysik der Inszenierung, in: Ästhetik der Inszenierung, S. 103-

125. Proceedings of a conference held March 22-26, 2000, Oper Frankfurt.

#09 Bredekamp, Horst // 2006 - Bredekamp, Horst, and Pablo Schneider. 2006. Visuelle

Argumentationen die Mysterien der Reprasentation und die Berechenbarkeit der Welt. Reihe

Kulturtechnik. München: Wilhelm Fink.; Anzahl/Number Seiten/pages 280.

#10 Bredekamp, Horst // 2004 - Bredekamp, Horst. 2005. Darwins Korallen die frühen Evolutionsdiagramme

und die Tradition der Naturgeschichte. Berlin: Wagenbach.; Anzahl/Number

Seiten/pages 111.

#11 Mitchell, W. J. Thomas // 2005 - Mitchell, W. J. Thomas. 2005. What do pictures want?

the lives and loves of images. Chicago: University of Chicago Press.; Anzahl/Number Seiten/

pages 380.

#12 Appadurai, Arjun // 2001 - Appadurai, Arjun. 2001. Globalization. Durham, NC: Duke

University Press.; Anzahl/Number Seiten/pages 334.

#13 Kuhn, Thomas Samuel (1922-1996) // 1967/2003 - Kuhn, Thomas S. 2003. Die Struktur

wissenschaftlicher Revolutionen. Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft, 25. Frankfurt am

Main: Suhrkamp.; Anzahl/Number Seiten/pages 238.

#14 Böhm, Gottfried // 2007 - Belting, Hans. 2007. Bilderfragen die Bildwissenschaften im

Aufbruch. Bild und Text. München: Fink.; Anzahl/Number Seiten/pages 357. Böhm, Gottfried:

„Iconic Turn. Ein Brief“; S. 27-36. Papers presented at the conference „Bildwissenschaft? Eine

Zwischenbilanz“, held at Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Vienna,

Austria during April 21-23, 2005.

#15 Foucault, Michel (1926-1984) // 1969/1981 - Foucault, Michel, and Ulrich Köppen. 1973.

Archäologie des Wissens (L‘archéologie du savoir, dt. - Aus d. Franz. v. Ulrich Köppen. 1.

Aufl.).; Anzahl/Number Seiten/pages 304.

#16 Fischer-Lichte, Erika // 2003 - Balme, Christopher B., Erika Fischer-Lichte, and Stephan

Grätzel. 2003. Theater als Paradigma der Moderne? Positionen zwischen historischer Avantgarde

und Medienzeitalter. Mainzer Forschungen zu Drama und Theater, Bd. 28. Tübingen:

Francke.; Anzahl/Number Seiten/pages 506. Fischer-Lichte, Erika: „Vom Theater als Paradigma

der Moderne zu den Kulturen des Performativen. Ein Stück Wissenschaftsgeschichte“:

S. 15-32.

#17 Fischer-Lichte, Erika // 2001 - Fischer-Lichte, Erika. 2001. Theatralität und die Krisen der

Repräsentation. Germanistische Symposien, Berichtsbände, 22. Stuttgart: Metzler.; Anzahl/

Number Seiten/pages 620.

#18 Fischer-Lichte, Erika // 2005 - Fischer-Lichte, Erika. 2005. Diskurse des Theatralen.

Theatralität, Bd. 7. Tübingen: Francke.; Anzahl/Number Seiten/pages 362.

#19 Schramm, Helmar // 2003 a - Schramm, Helmar. 2003. Bühnen des Wissens Interferenzen

zwischen Wissenschaft und Kunst : [Veröffentlichung der Universitäts-Ringvorlesung

der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte

(Berlin), dem Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu

Berlin und dem Zentrum für Literaturforschung Berlin im Wintersemester 2000/2001]. Berlin:

Dahlem Univ. Press.; Anzahl/Number Seiten/pages 446.

#20 Schramm, Helmar // 2003 b - Schramm, Helmar, Ludger Schwarte, and Jan Lazardzig.

2003. Kunstkammer, Laboratorium, Bühne Schauplätze des Wissens im 17. Jahrhundert.

Theatrum scientiarum, Bd. 1. Berlin: De Gruyter.; Anzahl/Number Seiten/pages 594.

#21 Heidegger, Martin (1889-1976) // 1950/2003 - Heidegger, Martin, and Friedrich-Wilhelm

von Herrmann. 2003. Holzwege. Frankfurt am Main: V. Klostermann.; Anzahl/Number Seiten/pages

380. Heidegger, Martin: „Die Zeit des Weltbilds“; S. 75-114. Content of this collection:

Der Ursprung des Kunstwerkes (1935/36) -- Die Zeit des Weltbildes (1938) -- Hegels

Begriff der Erfahrung (1942/43) -- Nietzschens Wort „Gott ist tot“ (1943) -- Wozu Dichter?

(1946) -- Der Spruch des Anaximander (1946).

#22 Foucault, Michel (1926-1984) // 1970/2001 - Foucault, Michel, Daniel Defert, François

Ewald, and Jacques Lagrange. 2001. Schriften in vier Bänden Dits et écrits. Frankfurt am

Main: Suhrkamp.; Anzahl/Number Seiten/pages . Foucault, Michel: „Theatrum Philosophicum“,

[Orig. in Critique 282, November 1970), S. 885-908

#23 Deleuze, Gilles (1925-1995) // 1969/1993 - Deleuze, Gilles. 1993. Logik des Sinns.

Frankfurt am Main: Suhrkamp.; Anzahl/Number Seiten/pages 396.

#24 Böhm, Gottfried // 1994/2003 - Boehm, Gottfried. 1995. Was ist ein Bild? Bild und Text.

München: W. Fink.; Anzahl/Number Seiten/pages 458.

#25 Belting. Hans // 2001 - Belting, Hans. 2001. Bild-Anthropologie Entwürfe für eine Bildwissenschaft.

Bild und Text. München: W. Fink.; Anzahl/Number Seiten/pages 278.

#26 Belting, Hans // 2005 - Critical inquiry. 31 (Winter 2005). Chicago: University of Chicago

Press; Anzahl/Number Seiten/pages 319. Belting, Hans: „Image, Medium, Body: A New

Approach to Iconology“; S. 302-319. Article is a summary of the first chapter of his boo:

Bild-Anthropologie“, 2001.

#27 Mitchell, W. J. Thomas // 1994 - Mitchell, W. J. Thomas. 1994. Picture theory essays

on verbal and visual representation. Chicago: University of Chicago Press.; Anzahl/Number

Seiten/pages 445 .

#28 Jackob, Alexander // 2003 - Ernst, Christoph, Petra Gropp, and Karl Anton Sprengard.

2003. Perspektiven interdisziplinärer Medienphilosophie. Bielefeld: Transcript.; Anzahl/Number

Seiten/pages 331. Jackob, Alexander/ Kati Röttger: „Ab der Schwelle zum Sichtbaren. Zu

einer neuen Theorie des Bildes im Medium Theater“; S. 234-257.

#29 Balme, Christopher // 2002 - Belting, Hans, Dietmar Kamper, and Martin Schulz. 2002.

Quel corps? eine Frage der Repräsentation. München: Wilhelm Fink.; Anzahl/Number Seiten/

pages 510. Balme, Christopher: „Stages of Vision: Bild, Körper und Medium im Theater“; S.

349-364.

#30 Bharucha, Rustom // 1990 - Bharucha, Rustom. 1990. Theatre and the world essays

on performance and politics of culture. New Delhi: Manohar Publications.; Anzahl/Number

Seiten/pages 312.

#31 Kolesch, Doris // 2005 - Fischer-Lichte, Erika, Doris Kolesch, and Matthias Warstat. 2005.

Metzler Lexikon Theatertheorie. Stuttgart: Metzler.; Anzahl/Number Seiten/pages 400. Kolesch,

Doris: „Bild“. Eintragung im Metztler Lexikon Theatertheorie; S. 43-46.

#32 Balme, Christopher // 2002 - European Science Foundation, Christopher B. Balme, R.

L. Erenstein, Cesare Molinari, Maria Chiara Barbieri, and Sandra Pietrini. 2002. European

theatre iconography proceedings of the European Science Foundation Network (Mainz, 22-26

July 1998, Wassenaar, 21-25 July 1999, Poggio a Caiano, 20-23 July 2000). Roma: Bulzoni.;

Anzahl/Number Seiten/pages 388.

#33 Heeg, Günther // 2000 - Heeg, Günther. 2000. Das Phantasma der natürlichen Gestalt

Körper, Sprache und Bild im Theater des 18. Jahrhunderts. Frankfurt am Main: Stroemfeld.;

Anzahl/Number Seiten/pages 487.

#34 Haß, Ulrike // 2005 - Hass, Ulrike. 2005. Das Drama des Sehens Auge, Blick und Bühnenform.

München: W. Fink.; Anzahl/Number Seiten/pages 405.

#35 Derrida, Jacques (1930-2004) // 1998/2001 - Derrida, Jacques. 2001. Die unbedingte

Universität. Frankfurt am Main: Suhrkamp.; Anzahl/Number Seiten/pages 77. Dieser Vortrag

wurde im April 1998 zunächst auf englisch gehalten, in der Reihe der Presidential Lectures an

der Universität Stanford in Kalifornia“--P. [7].

#36 Brandstetter, Gabriele // 1995 - Brandstetter, Gabriele. 1995. Tanz-Lektüren Körperbilder

und Raumfiguren der Avantgarde. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag.;

Anzahl/Number Seiten/pages 495.

#37 Anderson, Benedict (1936-) // 1985 - Anderson, Benedict. 1985. Imagined communities

reflections on the origin and spread of nationalism. London: Verso Ed.; Anzahl/Number

Seiten/pages 160.

#38 Appadurai, Arjun // 1996 - Appadurai, Arjun. 1996. Modernity at large cultural dimensions

of globalization. Public worlds, v. 1. Minneapolis, Minn: University of Minnesota Press.;

Anzahl/Number Seiten/pages 229.

#39 Latour, Bruno // 2002 - Latour, Bruno, and Gustav Roßler. 2002. Iconoclash oder gibt

es eine Welt jenseits des Bilderkrieges? Internationaler Merve Diskurs, 245. Berlin: Merve.;

Anzahl/Number Seiten/pages 77. Vert. van een aantal inleidende essays uit de tentoonstellingscatalogus:

Iconoclash - image-making in science, religion and art. - ZKM [etc.] : Karslruhe

[etc.], 2002

#40 Debord, Guy (1931-1994) // 1967/1996 - Debord, Guy. 1996. Die Gesellschaft des

Spektakels. Berlin: Ed. Tiamat.; Anzahl/Number Seiten/pages 304.

#41 Lehmann, Hans-Thies // 1999 - Lehmann, Hans-Thies. 1999. Postdramatisches Theater.

Frankfurt am Main: Verlag der Autoren.; Anzahl/Number Seiten/pages 505.

#42 Rancière, Jacques // 2003/2005 - Rancière, Jacques. 2005. Politik der Bilder. Berlin:

Diaphanes.; Anzahl/Number Seiten/pages 159.

#43 Münkler, Herfried // 2001 - Früchtl, Josef, and Jörg Zimmermann. 2001. Ästhetik der Inszenierung

Dimensionen eines künstlerischen, kulturellen und gesellschaftlichen Phänomens.

Edition Suhrkamp, 2196. Frankfurt: Suhrkamp.; Anzahl/Number Seiten/pages 298. Münkler,

Herfried: „Die Theatralisierung der Politik“; S. 144-163

#44 Auslander, Philip // 1992 - Auslander, Philip. 1992. Presence and resistance postmodernism

and cultural politics in contemporary American performance. Theater--theory/text/

performance. Ann Arbor: University of Michigan Press.; Anzahl/Number Seiten/pages 206.

#45 Carlson, Marvin // 1996 - Carlson, Marvin A. 1996. Performance a critical introduction.

London: Routledge.; Anzahl/Number Seiten/pages 247.

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PRAKTISCHE INFORMATIONEN

Anmeldungsmodalitäten

Wir möchten dazu einladen, bis spätestens zum 16. Juni 2008

ein Abstract einzureichen, in dem das Thema des geplanten

Vortrags erläutert wird. Der Fokus des Beitrags sollte sich auf

eine der vier thematischen Sektionen richten, in die das Konferenzthema

unterteilt ist (Paradigmenwechsel, Methoden,

Ästhetik, Politik). Es wird darum gebeten, deutlich anzugeben,

welche Sektion bevorzugt wird. Ein Abstract sollte nicht

mehr als 400 Worte umfassen. Es kann in deutscher oder

englischer Sprache verfasst sein. Da der Kongress zweisprachig

abgehalten wird (deutsch und englisch), werden die

Wir möchten speziell darauf hinweisen, dass wir über die übliche

Textfassung des Abstracts hinaus auch wert auf die Einsendung

von Bildern und audiovisuellem Material legen. Text

und Bilder können in Form eines vertikalen oder horizontalen

‚Scrolls‘ in eigener Dramaturgie zu einer narrativen Bildserie

Gleichzeitig (ebenfalls ab 1.7.) erhalten

die aktiven Teilnehmer über die Website

die Möglichkeit, Referenzen und Quellen

zu ihren geplanten Beiträgen ausführlich

zu dokumentieren. Ziel ist, ein

Netzwerk von Literaturverweisen zu erstellen,

auf das alle aktiven Teilnehmer

zugreifen können. Zitate und Textpassagen

können deshalb umfangreicher

sein als in akademischen Publikationen

sonst üblich.

Panels nicht nur nach Themen, sondern auch nach Sprachen

zusammengestellt. Diese Zusammenstellung erfolgt auf der

Grundlage der Abstracts. Die Beiträge zu den Panels dürfen

nicht länger als 20 Minuten sein.

Abstracts können über das online-Formular unter:

www.theatrummundi.com

eingereicht werden oder per e-mail an:

abstracts@theatrummundi.com

zusammengestellt werden. Ab 1. Juli wird den aktiven Kongressteilnehmern

auf der Website eine einfach zu bedienende

Vorrichtung zur Verfügung gestellt, mit der die Scrolls eingerichtet

werden können.

7


Aufruf zur Bildung gemeinsamer Panels

Wir möchten mit diesem Kongress dazu anregen, im Vorfeld

der Veranstaltung eigenständige Arbeitsgruppen zur Gestaltung

von Gruppen-Panels zu bilden. Die Panels sollten einer

der vier Sektionen zugeordnet sein, die Beiträge sollten

thematisch in einem deutlich ersichtlichen Zusammenhang

stehen. Wir begrüßen es sehr, wenn in diesem Zusammenhang

eigene Themen für die Bildung von Panels vorgeschlagen

werden. Eine Arbeitsgruppe/ Panel sollte minimal aus

drei Vortragenden sowie einem/ einer Vorsitzenden bestehen.

Jedem Vorschlag muss durch den Initiator des Panels

ein Abstract zum thematischen Inhalt und der Struktur des

Panels beigefügt werden, sowie je ein Abstract zu den einzelnen

Präsentationen; jedes Abstract ist auf eine Länge von

Programm und Unterkunft

400 Wörtern beschränkt, jede Präsentation auf maximal 20

Minuten. Insgesamt stehen für ein gemeinsames Panel 90 Minuten

zur Verfügung. Sollten sich acht Teilnehmer zu einer Arbeitsgruppe

zusammenfinden, wird die Zeitspanne verdoppelt.

Die Namen der teilnehmenden Vortragenden und des/ der

Vorsitzenden müssen bereits bei Einreichen des Vorschlags für

ein zu bildendes Panel feststehen. Der/ die Vorsitzende eines

Panels trägt die Verantwortung für die tatsächliche Teilnahme

der Vortragenden am Kongress, sowie für deren Anmeldung

und Zahlung der Teilnahmegebühr. Vorschläge für Panels können

digital eingereicht werden unter:

panels@theatrummundi.com

Detaillierte Informationen zu Hotels, Tagungsorten, künstlerischem Rahmenprogramm und Kongressgebühren werden bis zum

1.Mai auf der Website veröffentlicht. Das genaue Tagungsprogramm wird ab 16. Juli bekannt gegeben.

Übersicht über die wichtigsten Veranstaltungsorte: Aula Universität (Singel/Spui), Goethe-Institut

(Herengracht); Universiteitstheater (Nieuwe Doelenstraat); Frascati, Brakke Grond (Nes)

Verantwortlich: Prof. Dr. Kati Röttger,

leerstoelgroep theaterwetenschap, Universiteit van Amsterdam,

Nieuwe Doelenstraat 16, 1012 CP Amsterdam, Niederlande.

tel.: 0031- (0)20-5254098,

mail: k.e.rottger@theatrummundi.com

web-site: www.theatrummundi.com

Verwaltung und Koordination der Website: Hubertus Mayr: h.m.mayr@theatrummundi.com

Gestaltung der Website: Tjebbe van Tijen/Imaginary Museum Projects und Joachim Rotteveel & Elwin Zuiderveld.

Im Rahmen des Kongresses Orbis Pictus Theatrum-Mundi

präsentiert Marie Jo Lafontaine

Videoarbeiten in musikalischer Bearbeitung von

Michael Fahres. Es handelt sich um eine Weltpremiere,

die in einem unmittelbarem Zusammenhang

mit der Videoinstallation „I love the

world“ steht, die von Jo Marie Lafontaine für die

skyarena Frankfurt anlässlich der Eröffnungsveranstaltung

der Fußballweltmeisterschaft 2006

entwickelt wurde.

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