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Taxi Times München - August 2015

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TITELTHEMA TITELTHEMA NOTWENDIGER KOMPROMISS ODER EIN VORGESCHMACK? Für Taxis ist hier Schluss, Busse fahren weiter. Mit diesem Schild schafft die Stadt München Fakten, die dem Taxigewerbe nicht gefallen. TAXIS RAUS AUS DER ALTSTADT? Der Lebensraum des Taxis in der Innenstadt schwindet. Jetzt hat es den Viktualienmarkt erwischt. Das könnte aber nur der Anfang gewesen sein. Der Anfang vom Ende? Das mag für manchen Taxifahrer ein Schock gewesen sein: Plötzlich war die Viktualienmarkt- Durchfahrt weg. Auf der Tal-Seite stand da, wo vorher noch „Taxi frei“ stand, am 21. Mai 2015 ein Verbotsschild. Das ist für das Taxi in München bitter, war doch die Querung der Altstadt eines der wenigen Zugeständnisse, die die Stadt an das Taxigewerbe gemacht hat. Das Aus der für Taxis legalen Durchfahrt über den Viktualienmarkt in westlicher Richtung bedeutet für Fahrgäste Mehrkosten und für Taxifahrer auf der Suche nach einem freien Platz an einem der einträglichen Taxistände in der Altstadt teilweise absurde Umwege. Wie konnte es dazu kommen? Die Stadt München schiebt den Schwarzen Peter der Dieses Einsatzfahrzeug hat sich einen Platz am Ende des Beck-Stands gesucht … Regierung von Oberbayern zu. Die habe als Rechts- und Fachaufsichtsbehörde bemängelt, dass der Fahrzeugdurchlauf auf dem Viktualienmarkt zu hoch sei, um der Norm einer Fußgängerzone noch zu genügen. So sei die Stadt München von der Regierung von Oberbayern aufgefordert worden, dem Miss stand Abhilfe zu schaffen. Die Stadt München hat daraufhin den Verkehr zu Füßen des Alten Peters genau beobachtet. Dabei sei aufgefallen, dass laufend Taxis die Fußgängerzone aus Richtung Tal befahren, vom Rosental kommend sei der Taxi durchgangsverkehr dagegen geringer. Dies sei der Tatsache geschuldet, dass so ein Rundkurs möglich sei, also vom Marienplatz vorbei an der Heilig-Geist- Kirche über den Markt und dann über Rosental und Rindermarkt wieder zurück zum Marienplatz. In Gegenrichtung ist so ein Rundkurs unmöglich, da der Marienplatz nur in südlicher Richtung von Taxis befahren werden darf. Diese Rundstrecke sei insbesondere von den Taxis benutzt worden, die am Taxistand vor dem Kaufhaus Beck keinen Platz mehr gefunden haben. Dass jetzt gerade die Fahrer bestraft werden, die sich nicht überzählig am Beck-Stand aufstellen, sollte aber nicht unerwähnt bleiben. Außerdem, so die Stadt weiter, habe sich eine Abkürzung vom Max-Joseph-Platz zum Oberanger über Hofgraben, Burgstraße und Viktualienmarkt beziehungsweise Hofgraben, Pfisterund Sparkassenstraße und Viktualienmarkt etabliert. Dass mit dieser Abkürzung nicht nur Taxifahrern geholfen war, sondern auch Fahrgäste schneller und billiger an ihr Ziel kamen, zählt hier anscheinend nicht. Die Sperrung jedenfalls sei notwendig, um die Verkehrssicherheit von Fußgängern und Fahrradfahrern zu gewährleisten, die Umfahrung über den – meistens verstopften – Altstadtring sei hinzunehmen. Durch die Zufahrtmöglichkeit über das Rosental und die Prälat-Zistl-Straße seien Taxistand und Abhol adressen, wie das Hotel Louis beispielsweise, weiterhin anfahrbar, durch die Sperrung vom Tal ließe sich eine deutliche Reduzierung des Verkehrs aufkommens auf dem Viktualienmarkt erzielen. Vermehren hingegen werden sich Einnahmen aus gebührenpflichtigen Verwarnungen. Einmal Viktualienmarkt kostet 20 Euro – und seit Mitte Juli ist die Schonzeit vorbei. So ärgerlich diese Regelung für das Münchner Taxigewerbe auch ist, sie könnte nur das Vorspiel zu einer weit größeren Katastrophe sein, denn: „Die Sperrung der Einfahrt für Taxis vom Tal aus erfolgt als erste Maßnahme, um den Ver- »Weitere Maßnahmen zur Verkehrsreduktion werden derzeit geprüft.« kehr in der Fußgängerzone Viktualienmarkt zu reduzieren. Weitere Maßnahmen zur Verkehrsreduktion werden derzeit geprüft.“ Dabei haben unsere Stadtväter wohl übersehen, dass das Taxi bereits eine wirksame Maßnahme zur Verkehrsreduktion ist. Denn das Taxi ist eine Alternative zum Individualverkehr und als Bestandteil des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ein unverzichtbares Bindeglied zwischen dem Angebot der MVG und den Bedürf nissen der Kunden. Mit diesem Aspekt des Taxigewerbes tut sich die Stadt München schon lange schwer. Da privatwirtschaftlich organisiert, erkennen manche Politiker den Status des Taxis als ÖPNV-Mitglied nicht an. Das ist gefährlich, vor allem in einer Zeit, in der andere Anbieter gierig ihre Hände nach den Taxi kunden ausstrecken. Dabei hat man es vornehmlich auf das schnelle und einfache Geschäft abgesehen. Um Kranke, Behinderte, Rentner und Schüler kann sich ja weiter das Taxi kümmern – aber das allein wird dem Gewerbe zum Überleben nicht reichen. Anstatt nach Einführen des Mindestlohnes dem Gewerbe dabei zu helfen, sein einstiges Kerngeschäft zu sichern, nämlich die gute alte Laufkundschaft – im Fachjargon Einsteiger genannt –, werden dem Taxi immer öfter Knüppel zwischen die Beine geworfen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass das Taxi in der Stadt stört. Wann immer größere Veranstaltungen geplant werden, trifft es zuerst die Taxi stände. Zum Stadtfest am Rindermarkt wird der dortige Taxistand aufgelöst, und da die Marienplatz-Durchfahrt ebenfalls gesperrt ist, kann auch der Beck-Stand nicht angefahren werden. Einen Ersatzstand direkt am Fest, wo ja erhöhter Bedarf sein dürfte, gibt es nicht. Das Streetlife-Festival in der … und behauptet ihn auch dann noch, als deswegen der gesamte Durchgangsverkehr zum Erliegen kommt. FOTOS: Tom Buntrock FOTOS: Tom Buntrock • Verkehrsunfallabwicklung • Verkehrsrecht • Bußgeldsachen • Zivilrecht • Strafrecht Leopoldstr. 30 D-80802 München Tel. 089 - 55 06 67-0 Fax. 089 55 06 67-129 www.artz-partner.de artz@artz-partner.de TAXI AUGUST / 2015 7

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