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Taxi Times München - Januar 2019

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ELEKTRO-TAXIS

ELEKTRO-TAXIS ELEKTRO-TAXIS Gregor Beiner, Geschäftsführer des MTZ, sieht in den E-Taxis eine Zukunft für das Gewerbe. DREI ANSCHLÜSSE FÜR FÜNF SCHNELL- LADESÄULEN Münchens erste E-Taxiflotte fährt im Zweischichtbetrieb, geladen wird über firmeneigene Schnellladesäulen. In Zukunft sollen davon auch andere Betriebe mit Strom-Taxis profitieren. Die Idee, zehn Jaguar I-PACE als E-Taxis in seine 80 Fahrzeuge umfassende Taxiflotte zu integrieren, reifte bereits vor über zwei Jahren im Kopf des MTZ-Geschäftsführers Gregor Beiner. Als die Landeshauptstadt München 2017 bekannt gab, neben ihrem E-Taxi-Förderprojekt in der Kooperation mit dem ADAC Südbayern auch die Ladeinfrastruktur zu bezuschussen, war für das MTZ die Idee geboren, zusätzlich zu den Fahrzeugen auch den E-Mobilitäts-Hub in der Occamstraße aufzubauen. Die Überlegungen drehten sich neben der Wahl des richtigen E-Fahrzeugs vor UNTER STÜTZER DES TAXI GEWERBES Die eingesetzte Technologie erlaubt das Laden mit bis zu 50 kW. allen Dingen darum, wie die notwendige Stromversorgung sichergestellt werden kann. Die öffentliche Ladeinfrastruktur zu nutzen, kam für Beiner nach reiflicher Überlegung nicht infrage. „Viele Fahrzeuge sind bereits für einen Ladevorgang mit Gleich- und Wechselstrom ausgelegt“, so der Münchner Taxiunternehmer. „Die städtischen Säulen stellen aber maximal 22 kW Wechselstrom zur Verfügung, was neben einer längeren Ladedauer noch einen weiteren Nachteil hat: Die Ladegeschwindigkeit wird durch einen im Fahrzeug integrierten Wandler zusätzlich begrenzt. Diese Wandler sind häufig darauf ausgelegt, lediglich einen Bruchteil der möglichen Kapazität abzuschöpfen. Das trifft auch auf die zehn vom MTZ eingesetzten Jaguar I-PACE zu. Bei den britischen Stromern fließen bei einer Ladung mit Wechselstrom maximal 7,4 kW. Die Ladezeiten an den öffentlichen Säulen würden also unrentabel lang und zudem unplanbar. Deshalb der eigene Hub. SÄULE MIT DREI ANSCHLÜSSEN Zunächst wurden fünf Schnellladesäulen des Herstellers ABB (Typ Terra 53 CJG) am MTZ-Betriebssitz, dem firmeneigenen Parkhaus in der Münchener Occamstraße, installiert. Somit können parallel fünf Fahrzeuge mit bis zu 50 kW laden. Damit wird ein Zweischichtbetrieb ermöglicht. Die Ladesäulen verfügen über drei verschiedene Anschlussmöglichkeiten, welche dem CCS-, CHAdeMo- und Typ-2-Standard entsprechen, und können auch Fahrzeugbatterien laden, die ausschließlich auf Wechselstrom angewiesen sind. Damit ist der neue E-Mobilitäts-Hub für die derzeit laufende Testphase bestens gerüstet. Der Weg von der Idee bis zur finalen Umsetzung war mit viel Aufwand verbunden. Beiner weist im Gespräch darauf hin, dass man bei realistischer Sichtweise viel Zeit einplanen sollte. Genehmigungen, Beschaffung und Aufbau von Ladesäulen FOTOS: Taxi Times benötigen mehrere Monate Vorlauf. Das MTZ bekam von der Stadt München, den Stadtwerken und auch vom Hersteller der Ladesäulen breite Unterstützung. Die umfangreichen Genehmigungen für die Zuleitungen wären beispielsweise ohne das Entgegenkommen und der engen Zusammenarbeit mit den Münchener Stadtwerken nicht in so kurzer Zeit zu realisieren ge wesen. Ende Juli 2018 war es dann so weit. Rechtzeitig zum Start der Jaguar-Flotte (Taxi Times München berichtete ausführlich in seiner September-Ausgabe) konnten die Ladesäulen in Betrieb genommen werden. In einer ersten Testphase, die aktuell noch läuft, nutzt das MTZ die neue Ladeinfrastruktur, um die eigene E-Taxi-Flotte mit ausreichend Strom zu versorgen. Bislang kam es noch zu keinem Engpass, denn wie die ersten Erfahrungen gezeigt haben, kommen die Fahrzeuge nach Schichtende immer mit einer gewissen Restladung zum Betriebshof zurück. Das verkürzt die Ladezeit natürlich deutlich.“ Für Beiner reicht es deshalb aus, dass seine E-Taxis von den ABB-Schnellladesäulen maximal 50 kW Ladestrom zur Verfügung gestellt bekommen, theoretisch sind die Stromer nämlich auf bis zu 100 kW Ladestrom ausgelegt. Allerdings bewegen sich die Kosten einer 100-kW- Ladeinfrastruktur derzeit noch in wirtschaftlich uninteressanter Höhe. Mit circa 25.000 Euro liegt aber auch der Preis einer 50-kW-Gleichstrom-Schnellladesäule über dem einer Ladesäule, wie sie von der Stadt München zum öffentlichen Normalladen eingesetzt wird. Auch die variablen Kosten pro kW und damit pro Ladung liegen etwas höher als bei den städtischen Säulen. Durch die kurzen Ladezeiten und dem damit möglichen Zweischichtbetrieb kompensieren sich diese Kosten jedoch. Die E-Taxi-Flotte verbringt rund 90 Minuten nach jeder Schicht an der Ladesäule. Beiner beschränkt sich jedoch nicht darauf, seine ausgeklügelte Ladetechnik exklusiv seinen eigenen Fahrzeugen vorzuhalten, welche übrigens innerhalb von 90 Minuten auf 80 % der Batteriekapazität aufgeladen sind. Es geht auch nicht um eine Monopolstellung in München, vielmehr möchte er die Elektromobilität im Gewerbe fördern und anderen Unternehmern den Weg in eine zukunftsfähige Mobilität ebnen. Eine Öffnung der Ladeinfrastruktur für externe Fahrzeuge und E-Taxis würde sicher auch helfen, die enormen Investitionen zu kompensieren. Laut Gregor Beiner bewegt sich diese im sechsstelligen Bereich. Das Konzept ist aber auf Langfristigkeit ausgelegt und bietet sogar die Möglichkeit für einen weiteren Ausbau. Das so entstandene E-Mobilitäts-Hub will sich nach und nach dem Gewerbe öffnen und ein Anlaufpunkt für Münchens E-Taxi Unternehmer werden. Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum Medex Plus GmbH – Betriebsärztlicher Dienst Ridlerstr. 8 (Erdgeschoss) 80339 München Dr. med G. Kirchhoff Alle Untersuchungen zum Ersterwerb oder zur Verlängerung von Führerscheinen für Fahrgast- und Personenbeförderung (Taxi/Mietwagen), Lastwagen (Klasse C) und Omnibusse (Klasse D) Unsere Untersuchungszeiten: Montag, Mittwoch und Donnerstag 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr Bitte telefonisch voranmelden! Tel: 089 / 509 144 Fax. 089 / 506 094 Bereits im kommenden Jahr soll die Ladeinfrastruktur einem größeren Umfeld zugänglich gemacht werden. sg WAS KOSTET EINE KILOWATTSTUNDE? Fahrzeughersteller geben den Verbrauch bei Elektrofahrzeugen in Kilowattstunden pro 100 Kilometer an. Um sich daraus die Ladekosten und damit die Rentabilität eines E-Taxis ausrechnen zu können, wollten wir von Gregor Beiner wissen, was bei ihm eine Kilowattstunde (kWh) kosten wird. „Das ist nicht so leicht, aber der Preis wird ca. bei 30 Cent pro kWh liegen“, antwortete Beiner. „Eine Stunde Ladung kostet dann ca. 15 Euro zuzüglich eventueller Parkgebühren. Zwischen den Fahrzeugklassen werden wir fairerweise unterscheiden.“ sg E-Mail: info@zemba.de medico_advertisement.indd 1 21.07.14 13:22 20 JANUAR / 2019 TAXI TAXI JANUAR/ 2019 21

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