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Taxi Times München - Januar 2019

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INKLUSION INKLUSION NEWSTICKER ENTSCHEIDUNG IN MÜNCHEN LEIDER VERTAGT Eigentlich wollte Taxi Times an dieser Stelle darüber berichten, in welcher Höhe die Stadt München das Taxigewerbe bei der Anschaffung bzw. Umrüstung zu rollstuhltauglichen Taxis finanziell unterstützt. Die Förderung ist ein Bestandteil des sogenannten Aktionsplans, der eigentlich Ende 2018 vom Münchner Stadtrat hätte entschieden werden sollen. Allerdings wurde der Beschluss vonseiten des Oberbürgermeisters Dieter Reiter auf das kommende Frühjahr verschoben. Der Behindertenbeirat hat in einem Schreiben an den OB seinen Unmut da rüber kundgetan. Laut Einschätzung der Arbeitsgruppe Taxi bleibt der Zeitplan für den Taxizuschuss trotzdem unverändert. Wenn der Aktionsplan im Frühjahr beschlossen wird, kommen dann die anzumeldenden Finanzmittel in den Eckdatenbeschluss im 2. Quartal 2019 und letztendlich könnten die Mittel dann 2020 fließen. jh MANNHEIM FÖRDERT FÜNF INKLUSIONSTAXIS Auch die Stadt Mannheim zeigt sich behindertenfreundlich. Als Beitrag zur gleichberechtigten Teilhabe will man Taxiunternehmer mit bis zu 10.000 Euro fördern, die ihr Taxi zu einem sogenannten Inklusionstaxi – also rollstuhlgerecht – umbauen wollen. „Damit Menschen, die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind, selbstbestimmt, ohne fremde Hilfe, 24 Stunden, spontan und ohne mehrtägige Vorausplanung und mit angemessenen Fahrtkosten mobil sein können, werden inklusive Taxifahrzeuge gebraucht“, begründet die Stadt ihren Beschluss. Insgesamt sollen 50.000 Euro für den Umbau zur Verfügung gestellt werden, was im Umkehrschluss allerdings bedeutet, dass gerade einmal fünf bis sechs Taxis überhaupt in den Genuss der Förderung kommen werden. Laut dem „Rheinneckarblog“ ist derzeit keines der rund 300 Mannheimer Taxis mit einer entsprechenden Rollstuhlvorrichtung ausgestattet. jh BERLINER MILLIONENFÖRDERUNG FÜR INKLUSIONSTAXIS Das Land Berlin wird Taxiunternehmer mit 15.000 Euro unterstützen, wenn sie ihre Fahrzeuge zu Rollstuhltaxis umrüsten. Die Bemühungen zogen sich über mehrere Jahre hin, doch seit Herbst 2018 ist es verbindlich: Taxiunternehmer, die in Berlin eine Konzession haben, können beim dortigen Senat eine finanzielle Unterstützung für die Anschaffung oder Umrüstung eines rollstuhltauglichen Taxis beantragen. „Im Land Berlin soll die Spontanität und auch die Mobilität von temporär oder dauerhaft mobilitätseingeschränkten Personen gefördert werden“, lautet die politische Vorgabe. „Dieser Anspruch soll durch den Einsatz von multifunktionalen und barrierefreien Taxis – sogenannten Inklusionstaxis – erfüllt werden.“ Die einmalige Projektförderung für den Umbau eines vorhandenen Fahrzeugs oder für die Anschaffung eines Inklusionstaxis beträgt maximal 15.000 Euro (ohne Umsatzsteuer). Ziel ist es, dass bis spätestens 2021 auf den Straßen Berlins 250 barrierefreie und multifunktionale Inklusionstaxis unterwegs sind. Der Senat hat dafür einen Millionenetat zur Verfügung gestellt. Damit könnte die Hauptstadt zum Vorbild für viele weitere Kommunen werden – auch für München. Für den Taxiunternehmer eröffnet sich damit ein neues Geschäftsfeld, mit dem sich ein komplett neuer Kundenkreis erschließen lässt. In Zeiten, in denen das Taxi massiv unter Druck gerät, weil das große Kapital den Personenbeförderungsmarkt für sich entdeckt hat und mithilfe der Politik die Rahmenbedingungen des Taxigeschäfts zerstören möchte, kann ein weiteres Standbein in der eigenen Geschäftspraxis nicht Mit dem Rollstuhltaxi bis zum Hauptbahnhof: Um diesen Dienst flächendeckend anbieten zu können, fördert der Berliner Senat die Anschaffung bzw. Umrüstung von Inklusionstaxis. schaden. Die im November veröffentlichten Förderrichtlinien listen eine Vielzahl von Vorgaben auf. So muss beispielsweise der Unternehmer im Besitz einer Berliner Taxikonzession sein. Die Umbaumaßnahmen bzw. der Kauf des Fahrzeugs dürfen erst in Auftrag gegeben werden, wenn der Bescheid über die Bewilligung der Förderung zugestellt wurde. Der Unternehmer muss der zuständigen Behörde mindestens drei unterschiedliche Angebote für den Kauf bzw. die Umrüstung eines Fahrzeugs vorlegen. Die Einhaltung der DIN-Norm 75078 Teil 1+2 ist bei der Umsetzung bzw. beim Umbau bindend. Das förderfähige Fahrzeug darf zum Zeitpunkt der Antragstellung nur eine Erstzulassung, die nicht länger als zwölf Monate zurückliegt, besitzen. jh FOTO: Wilfried Hochfeld FOTOS: Taxi Times ROLLI-UMRÜSTER BEIM MÜNCHNER INKLUSIONSTAXITAG Am Beispiel von fünf ausgestellten Fahrzeugen konnten sich interessierte Münchner Unternehmer beim IsarFunk Inklusionstaxitag über Rollstuhlumbauten informieren. Ein Inklusionstaxi ist ein klassisches Taxi mit einem Mehrwert. Es kann neben dem ganz normalen Taxibetrieb auch eine Rollstuhlbeförderung sitzend ausführen. Die Idee hinter dem Inklusionstaxi ist, dass im Sinne der Gleichberechtigung auch Rollstuhlfahrer eine Chance haben, ohne Vorbestellung ein Taxi rufen zu können. Im Rahmen des Inklusionstaxitags nutzten Umrüster und Fahrzeughersteller die Gelegenheit, um ihren Betrieb bzw. die möglichen Umrüstungen vorzustellen. Ausgangsbasis für eine typische Umrüstung zum Inklusionstaxi ist beispielsweise ein Hochdachkombi. Dank eines sogenannten Heckausschnitts samt Rampe ist er dann in der Lage, einen Sitzendtransport durchzuführen. Je nach Modell und Ausführung muss nicht mal auf Sitzplätze verzichtet werden. UMBAUTEN UNTER 10.000 EURO Harald Damaschke, Gründer von MobiTEC in Berkheim, zeigte in einer kurzen Präsentation, wie vielfältig die von seinem Unternehmen machbaren Umbauten ausfallen können. Das am häufigsten umgerüstete Fahrzeug mit Heckausschnitt sei nach wie vor der VW Caddy. Die günstigen Umbauten fangen bei dem Fahrzeug bei deutlich unter 10.000 Euro an. Immer die größtmögliche Flexibilität der Fahrzeuge im Auge, stellte Damaschke auch klar, dass sich die Umbauten im Bereich des Sonderfahrzeugbaus bewegen und sich fast jeder Umbau von einem anderen unterscheidet. Dass die Firma MobiTEC auf die Wünsche ihrer Kunden eingeht, wird auch durch die Vielzahl der möglichen Umbauten klar. Der zum Inklusionstaxi umgerüstete Nissan e-NV200 verbindet Rollstuhltaxi mit E-Taxi. Mit einem kleinen Team war die Firma Kadomo in München vertreten. Die Firma aus Hilden mit Zweigstellen in Berlin und im oberfränkischen Schwarzenbach am Wald mit der Botschaft Die interessierten Besucher nutzten die Gelegenheit, um alle offenen Fragen mit den Referenten zu klären. „Du kannst doch mobil bleiben“ im Namen bietet neben Passivfahrer-Umbauten auch viele Aktivfahrer-Umbauten an. In München war das Kadomo-Team mit einem umgerüsteten Fiat Talento in Hellelfenbein angereist. Auch ein Caddy Maxi Taxi war samt Umrüstung in München zu sehen. Taxi-Ansprechpartner Joachim Flämig von Volkswagen Nutzfahrzeuge war aus extra Hannover angereist und hatte für alle Fragen der Teilnehmer ein offenes Ohr. Der Inklusionstaxitag von IsarFunk war ein gelungenes Event für alle Unternehmer, die sich zum Thema Inklusionstaxi informieren wollten. sg SEI-03M Jetzt mit noch mehr Funktionen! Signiereinheit SEI-03M Ihr multifunktionales Produkt im Taxi Die Zukunft im Taxi. Zusatzeingaben direkt vom Fahrer, jetzt NEU: Fahrttypen Verrechnungsnummern Hilfreiche Geofunktionen ab 2019: Routendarstellung Schichtberichte mit Abfahrts- und Ankunftsort Kein Handy notwendig HALE electronic GmbH | A-5020 Salzburg | Email: vertrieb-d@hale.at www.fiskaltaxameter.expert www.dachzeichen.de www.hale.at 24 JANUAR / 2019 TAXI TAXI JANUAR/ 2019 25

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