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Sites & Services

SiteS & ServiceS

DaS inDuStrieparkmagazin 2. Ausgabe - September 2010

Instandhaltung

Maschinen und Anlagen

optimal nutzen

BA Studium

Praxisnahe

Ausbildung von

Service Ingenieuren

Industrieparks

Für Ansiedlung gerüstet?

Konzepte zur

Standortvermarktung

einzelpreiS 5 €

Interview

Netzwerk Innovative

Werkstoffe:

Erfolg macht sexy!


KOMPETENZ UND SERVICE,

DER ZEICHEN SETZT.

CURRENTA – Leistungen für Ihre Märkte.

Erfolgreiche Unternehmen sind selten allein. Sie haben einen kompetenten Partner an ihrer Seite, der sie mit zuverlässigen Services

unterstützt und auf dessen fachliche Kompetenz sie vertrauen können. CURRENTA ist ein solcher Partner. Denn als Manager und Betreiber

des CHEMPARK führt CURRENTA eines der größten Chemie-Areale in Europa mit den Standorten Leverkusen, Dormagen und

Krefeld-Uerdingen. Und ist ein erfahrener Dienstleister mit umfangreichen Leistungen genau für Ihre Märkte. Dies gilt innerhalb des

CHEMPARK zum Beispiel bei der Versorgung mit Energien, bei den Sicherheitsleistungen auf dem Gelände oder ganz einfach bei der

Lieferung sauberer Arbeitskleidung – aber auch außerhalb des Geländes wie bei der Analytik, der Entsorgung chemisch belasteter

Sonderabfälle oder auch beim Thema Schallschutz. Die Erfahrungen von CURRENTA können also auch auf dem freien Markt genutzt

und so zu einem Erfolgs-Faktor werden. Mit unserer Erfahrung und unserem Know-how als Dienstleister begleitet CURRENTA Kunden

auf ihrem Weg zum Geschäftserfolg.

Currenta GmbH & Co. OHG

CHEMPARK

51368 Leverkusen

www.currenta.com

Ein Unternehmen von

Bayer und LANXESS


TiTelThema

Hebel zur Produktivitätssteigerung

ABB Full Service verspricht Steigerung der Produktion

durch eine optimierte Instandhaltung.

Seiten 4-5

Saniertes Zuhause für Mikroorgansmen

Industriepark Frankfurt Griesheim: Korrosionsschutzeinsatz

am Biohochreaktor.

Seiten 6-7

Mehr Service für Pumpen

Siemens Prozessleitsystem Simatic PCS 7 und

Asset Management verbessern die Instandhaltung

im Chemiepark Marl.

Seiten 8-9

Konzepte für jeden Bedarf

Bilfinger Berger Industrial Services versteht

sich als strategischer Partner seiner Kunden.

Seiten 10-11

Kompetenz aus Erfahrung

TÜV SÜD Chemie Service GmbH – Full-Service-

Provider für Sicherheit und Zuverlässigkeit.

Seiten 12-14

Dauerhaft Dicht

Neuartige Dichtung von Tectrion für Kunststoffverbundsysteme

mit TA-Luft-Zulassung.

Seiten 16-17

Schnell, direkt, optimal

Mobile Auftragsabwicklung für effektive Instandhaltung

von Mainsite Technologies.

Seite 19

Messen mit Sicherheit

Durchflusskalibrierungen von Infracor.

Seite 20

Praxisnahe Ausbildung der BA Sachsen

Studiengang Service Engineering für die komplexen

Prozesse der Instandhaltung.

Seiten 22-23

SiTeS

Für Ansiedlung gerüstet?

Konzepte zur Standortvermarktung von Chemie-

und Industrieparks. Von Benjamin Fröhling.

Seiten 24-25

Rettungsdusche auf sechs Rädern

Neues Sonderfahrzeug „Gerätewagen Atemschutz/

Dekon“ ist Novum unter deutschen Feuerwehrfahrzeugen.

Seiten 26-27

Repower plant den Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks

- Investition von rund 340 Millionen

Euro steigert Wettbewerbsfähigkeit des CHEMPARK

Leverkusen.

Seiten 28 - 29

Pharmaserv weiht neues Logistikzentrum ein

Standort Behringwerke macht weiteren Schritt in eine

erfolgreiceh Zukunft.

Seiten 30 - 31

inTerview

i n h a l t

Erfolg macht sexy!

Interview mit Wolfgang Paczenski, Sprecher des Netzwerks

Innovative Werkstoffe.

Seiten 32 - 33

exTraS

Impressum, Fotohinweise, Termine, Kongresse.

Seite 35

Sites & Services 3


ti telthema

In der Prozessindustrie werden

einmal optimierte Produktionsabläufe

ständig perfekt wiederholt, um

höchste Qualität und Produktivität zu

erreichen. Genauso kann die Produktion

von einer professionalisierten

Instandhaltung durch erfolgreiche

Wiederholung weltweit erprobter und

standardisierter Prozesse und Methoden

zur Erhöhung der Produktivität

profitieren.

Die ABB Automation GmbH ist seit

vielen Jahrzehnten im Bereich der Au-

Hebel zur Produktivitätssteigerung

tomatisierungsprodukte und -systeme

in der chemischen Industrie bekannt.

Zusätzlich bietet die ABB seit 20 Jahren

nicht nur Dienstleistungen für eigene

Systeme an, sondern übernimmt

beim Kunden auf Wunsch die Verantwortung

für die komplette Produktionsinstandhaltung.

Weltweit hat ABB

mehr als 8.000 Mitarbeiter von Kunden

übernommen und ist für die Instandhaltung

von mehr als 150 Produktionsstandorten

verantwortlich.

In der Instandhaltung liegt ein erhebliches

Potenzial, die Produktivität zu

erhöhen und Kosten zu senken. Hierbei

ist es weniger die Frage, ob diese

Potenziale besser durch die interne Organisation

oder externe Partner gehoben

werden können, sondern vielmehr,

wer von beiden die Potenziale schneller

und verlässlicher heben kann. „ABB

hat die Instandhaltungskonzepte

schnell und erfolgreich für Myllykoski

Paper in Anjalankoski, Finnland, umgesetzt.

Schon jetzt wurden die zugesagten

Ergebnisse erreicht“, berichtet

Tuoma Tuomela, geschäftsführender

Direktor bei Myllykoski Paper Oy. Er

sagt dies bereits 17 Monate nachdem

ABB die komplette Instandhaltung

einschließlich der Mitarbeiter und der

vertraglichen Zusagen zur Produktivitätssteigerung

übernommen hatte.

„ABB Full Service“ bedeutet die

vertraglich vereinbarte Steigerung

der Produktion durch eine optimierte

Instandhaltung zu geringeren Kosten.

Instandhaltung wird als Investition in

eine ergebnisrelevante Produktivitäts-

Sites & Services 4

verbesserung und Energieeffizienzerhöhung

betrachtet und muss sich

gegenüber diesem Ziel rechnen.

In unseren Projekten konnten wir

immer wieder feststellen, dass mögliche

Optimierungen der Instandhaltung

trotz des Wissens um moderne

Instandhaltungsstrategien wie RCM,

TPM, 5S … bei weitem nicht ausgeschöpft

werden. Das liegt in der Regel

an den bestehenden Strukturen.

Instandhaltung wird als Cost Center

betrachtet, die Mitarbeiter werden vor

allem dann positiv wahrgenommen,

wenn sie als „fire-fighter“ erfolgreich

„retten“ konnten, Instandhaltung ist

kein Kernprozess. Die Strategien sind

häufig sicherheitsgetrieben und führen

zu kaum mehr finanzierbaren Ersatzteillagern“,

sagt Daniel Lautensack, Director

Strategic Business Development

in der ABB Automation GmbH, Full

Service, Mannheim.

Wesentliches Kriterium für ein

erfolgreiches Projekt ist die

Übergabe einer leistungsorientierten

Gesamtverantwortung. Eine solche

Vereinbarung kann nur in Form einer

langfristigen Partnerschaft funktionieren,

in der durch gemeinsame

Vertragsziele eine natürliche Zielkongruenz

erzeugt wird.

Gesamtverantwortung heißt für ABB

daher: Festpreis mit vertraglicher Zusage

einer Produktivitätssteigerung. Der

Festpreis für die Instandhaltung inklusive

geplanter und ungeplanter Reparaturen

beinhaltet die Personalkosten

der übernommenen Mitarbeiter, die

bestehenden Service- und Dienstleistungsverträge,

Ersatzteileinkauf und

-lagerhaltung über einen Zeitraum von

in der Regel 5 Jahren.

Über die Langfristigkeit der Vereinbarung

und die zugesicherte

Produktivitätssteigerung ist für den

Kunden sichergestellt, dass die Mittel

für eine verfügbarkeitsorientierte Instandsetzung

wirtschaftlich eingesetzt

werden. Die Produktivitätssteigerung

wird über die Gesamtanlageneffizienz

(OEE) kontinuierlich gemessen.

Durch die Kombination von Produktivitätssteigerung

und Instandhaltungskostenoptimierung

wird deutlich, dass

das Ziel nicht in der alleinigen Kos-

tenreduzierung, Abbau von Personal

und dessen Qualifikation bestehen

kann, sondern in der Etablierung einer

Dienstleistungskultur von motivierten

und sehr gut ausgebildeten Instandhaltern,

um die Produktivitätssteigerung

tatsächlich zu erreichen.

Daher ist die Ertragserhöhung aus der

Produktivitätssteigerung im Vergleich

zur Reduzierung des Instandhaltungsbudgets

häufig doppelt so hoch. „Es ist

immer wieder beeindruckend, wie die

ehemaligen Mitarbeiter des Kunden

trotz des anfänglichen Schocks über einen

Betriebsübergang nach den ersten

Erfolgserlebnissen mit ganz anderem

Selbstbewusstsein ihren ehemaligen

Kollegen gegenübertreten.

Es ist eine Dienstleistungsorientierung

verbunden mit dem Wissen, durch

ihr Know-how direkt zur Produktivitätssteigerung

in der Produktion

beizutragen, was sich in der partnerschaftlichen

Anerkennung durch die

ehemaligen Kollegen widerspiegelt“,

beobachtet Andreas Beyerle-Köster.

Der Weg zu diesem gemeinsamen

Ziel ist beim ABB Full Service

ein weltweit erprobter mehrstufiger

Prozess. Nach der grundsätzlichen

Entscheidung des Kunden, ein solches

Projekt zu prüfen, folgt die Potenzialanalyse,

eine umfangreiche einwöchige

Analyse der Ist-Situation und

anschließende Ableitung verbindlicher

Verbesserungspotenziale bezüglich

Kosten und Produktivität. Bestätigen

sich hier für alle Beteiligten die gesetzten

Erwartungen, erfolgt nach der

gemeinsamen Vertragsentwicklung

und Start-up-Phase die Übernahme

der Instandhaltung.

Jetzt steht parallel zur Instandhaltung

die Organisationsentwicklung im Vordergrund,

denn eines ist klar: Produktivitätserhöhung

durch Instandhaltung

lässt sich nur mit motivierten und gut

ausgebildeten Mitarbeitern erreichen,

die auf Grundlage von weltweit erprobten

und standardisierten Instandhaltungsprozessen

arbeiten.

Kontakt: Andreas Beyerle-Köster, Vertriebsleiter

Full Service, ABB Automation

GmbH, E-Mail: andreas.beyerlekoester@de.abb.com


Sites & Services 6


Die Korrosionsschutzexperten

von ThyssenKrupp Xervon haben

gerade einen interessanten

Einsatz erfolgreich abgewickelt:

Im wahrsten Wortsinne unter Hochdruck

setzten sie die biologische

Abwasser-Kläranlage im Industriepark

Frankfurt Griesheim instand.

Im Industriepark Griesheim übernehmen

zwei so genannte Biohochreaktoren

die biologische Reinigung

der Abwässer aus den chemischen

Anlagen, bevor diese in den Main

geleitet werden. 20 Meter hoch sind

die jeweils 18.000 m3 fassenden

Tanks, in denen aerobe Organismen

Kohlenstoffverbindungen aerob

zu CO2, H2O, Energie, Nitraten und

Phosphaten umwandeln. Vereinfacht

gesagt: Mikroorganismen bauen unter

Zugabe von Luft die organischen

Substanzen im Abwasser ab.

Da es sich bei den Biohochreaktoren

um Stahltanks handelt, kommt

irgendwann der Zeitpunkt, an dem

die Reaktoren innen wie außen auf

Schadstellen überprüft und ihre Korrosionsschutzbeschichtung

erneuert

werden muss. Das war im Industriepark

Griesheim im vergangenen

Jahr der Fall. Von April bis September

2009 haben Korrosionsschützer von

ThyssenKrupp Xervon einen der beiden

Reaktoren instand gesetzt.

Rund 7.000 m2 Stahl und Blech hat

das fünf Mitarbeiter starke Team

in dieser kurzen Bauzeit untersucht,

abhängig vom Schadensmaß partiell

oder auch großflächig im Hochdruckstrahlverfahren

von vorhandenem

Rost befreit und anschließend neu

beschichtet. Ein ehrgeiziger Zeitplan.

Da war es von Vorteil, dass auch die

Gerüstbaumannschaft von Thyssen-

Krupp Xervon gestellt wurde. So war

eine besonders enge und damit zeitsparende

Abstimmung der beiden

Gewerke gewährleistet.

In einem ersten Arbeitsschritt haben

die Gerüstbauer ein verfahrbares

Hängegerüst montiert, von dem

Industriepark Frankfurt Griesheim: Korrosionsschutzeinsatz am Biohochreaktor

Saniertes Zuhause für Mikroorganismen

aus die Arbeiten im Außenbereich

des Biohochreaktors durchgeführt

worden sind. Die zehn Gerüstbauer

zählende Mannschaft war außerdem

zuständig für die rund 7.900 m3

große, technisch höchst anspruchsvolle

Einrüstung des trichterförmigen

Reaktorinneren sowie die Einrüstung

der sogenannten Räumer, mit denen

im laufenden Betrieb der Klärschlamm

aus dem Stahltank herausgeschafft

wird. Besondere Herausforderung

dabei: die Räumer mussten

trotz Einrüstung verfahrbar bleiben,

damit die Korrosionsschützer Zugang

zu jedem noch so kleinen Bereich

hatten. Hinzu kam als weitere Aufgabenstellung

die Montage diverser

Kleingerüste, die mehr oder weniger

auf Zuruf für alle an der Sanierung

beteiligten Gewerke montiert wurden

– das waren neben den Korrosionsschützern

auch Rohrleitungs- und

Stahlbauer.

Zur Beschichtung des Biohochreaktors

wurden außen wie innen

zwei unterschiedliche Korrosionsschutzsysteme

eingesetzt, die beide

speziell für den Abwassereinsatz

geprüft sind. Die wichtigsten Kriterien

bei der Auswahl: Die Beschichtung

muss schwankenden pH-Werten

standhalten und beständig gegen

aggressive Abwässer sein. Weil aber

jeder Einsatzfall seine ganz spezifischen

Bedingungen aufweist,

werden die zu verwendenden


Beschichtungssysteme generell in

Zusammenarbeit mit dem Kunden,

dem Beschichtungsstoffhersteller

und dem Verarbeiter ausgewählt. In

intensiven Vorgesprächen werden

Belastungsfälle „durchgespielt“ und

mit dem Beschichtungsstoffhersteller

Systemaufbauten festgelegt.

Wegen ihrer winkligen Konstruktion

erhielten die Räumer

im Reaktorinneren und die Tragkonstruktion

im Außenbereich eine ca.

400 µm starke Dreifachbeschichtung.

Wegen der kleineren Flächen sowie

der Vielzahl an Ecken und Kanten

dieser Bauteile konnte durch die

Dreifachbeschichtung sichergestellt

werden, dass wirklich alle Stellen

mehrfach mit Beischichtungsmaterial

überdeckt wurden. Bei dem aufgetragenen

Material handelt es sich

um einen auf Epoxydharz basierenden

Zweikomponentenstoff, der mit

Eisenglimmer verstärkt ist. EisenglimmerhaltigeKorrosionsschutzbeschichtungen

zeichnen sich durch

eine hohe Wetterbeständigkeit aus.

Die Eisenglimmerplättchen haben

sozusagen eine „Barrierewirkung“.

Hierunter ist eine Verlängerung der

Diffusionszeit zu verstehen. Außerdem

weist Eisenglimmer an den

Grenzflächen eine geringere Haftung

gegenüber den meisten organischen

Bindemittelsystemen vor.

Dadurch können Spannungen, die

während des Alterungsprozesses in

Beschichtungen auftreten, abgebaut

werden. Appliziert wurde der Korrosionsschutz

hauptsächlich mit Pinsel

und Rolle – in Teilbereichen auch im

Airless-Spritzverfahren. Zur besseren

Haftung der Beschichtungen wurden

sämtliche zu behandelnden Flächen

nach Normreinheitsgrad Sa 2,5 gestrahlt.

Um auch bei den partiellen

Anstrichen eine innige Verbindung

zwischen alten und neuen Anstrich

zu gewährleisten, wurden die

Randbereiche sorgfältig angestrahlt,

sodass die Oberfläche gereinigt war

und die erforderliche Mindestrautiefe

aufwies.

Sämtliche anderen Schadstellen

– größere Flächen ohne störende

Einbauten – wurden mit einer

lösemittelfreien Heißbeschichtung

geschützt. Dabei handelt es sich

ebenfalls um ein Zweikomponentensystem

auf Epoxydharzbasis, das

überwiegend als Innenbeschichtung

für Behälter eingesetzt wird. Die

Beschichtung ist physiologisch unbedenklich,

sehr gut dekontaminierbar

und elektrostatisch ableitfähig. Die

beiden Einzelkomponenten dieses

Systems (Stammkomponente und

Härter) sind lösungsmittelfrei und

in kaltem Zustand extrem zähflüssig.

Erst bei Erwärmung werden die

Komponenten fließfähig und lassen

sich verarbeiten. Deshalb wird das

Beschichtungsmaterial auf eine Tem-

peratur von ca. 70 - 80°C erwärmt

und im Airless-Verfahren auf die zu

behandelnden Flächen gespritzt.

Besonderheit: Eine Heißbeschichtung

besteht aus nur einer Schicht. Bei

diesem Einsatzfall lag die aufgetragene

Schichtdicke zwischen 600 – 1.000

µm. Grundsätzlich sind mit diesem

Beschichtungssystem Schichtdicken

von bis zu 2.500 µm möglich. Wegen

seiner breiten Einsatzmöglichkeit

setzen es die Korrosionsschützer von

ThyssenKrupp Xervon sehr häufig

zum Beschichten von Tanks in der

petrochemischen Industrie ein. Aufgetragen

wird der heiße Schutz mit

einer speziellen Beschichtungsmaschine,

die außer einem statischen

Mixer, einer 2-Kolben-Pumpe, einem

Schlauchpaket und einer Airless-

Spritzpistole – wie könnte es anders

sein – eine Einrichtung zum Aufheizen

der Beschichtung besitzt.

Mittlerweile sind die Instandsetzungsarbeiten

am Biohochreaktor

beendet, die Gerüste demontiert.

Projektleiter Ralf Buch vom ThyssenKrupp

Xervon-Standort Raunheim

resümiert: „Das ist bereits die dritte

Reaktor-Instandsetzung, die wir

erfolgreich für diesen Auftraggeber

durchführen konnten.“

Weitere Informationen:

www.thyssenkruppxervon.de

Sites & Services 7


Mehr Service für Pumpen

Zur kontinuierlichen Verbesserungen

der Serviceleistungen

wurde bei Infracor im Chemiepark

Marl in 2008 ein neuer vollautomatischer

Pumpenprüfstand in

Betrieb genommen. Ausgerüstet mit

dem Siemens Prozessleitsystem Simatic

PCS 7 und Asset Management

wird dadurch die Instandhaltung

entscheidend verbessert.

Der Chemiepark Marl gehört zu den

größten Chemieparks in Deutschland.

Gemanagt wird er vom Standortbetreiber

und Komplettdienstleister

Infracor GmbH. Die umfassenden

Infrastruktur- und Servicedienstleistungen

sind in vier Gebieten gebündelt:

Ver- und Entsorgung, Technik,

Logistik und Standortmanagement.

Sie reichen von der Erbringung

einzelner Dienstleistungen über die

Betreuung kompletter Produktionsprozesse

bis zum Betreiben komplexer

Chemiestandorte.

Sites & Services 8

Leistungen für bessere

Instandhaltung

Zum umfassenden Dienstleistungsspektrum

der Infracor im Chemiepark

Marl gehören auch Maßnahmen rund

um die Instandhaltung, Revision und

Anlagenbetreuung. Mit innovativen

Lösungen will man kontinuierlich die

Verfügbarkeit der Produktionsanlagen

erhöhen und Instandhaltungskosten

senken. Für die rund 20.000

Pumpen, von denen etwa 6.000 jährlich

im Pumpenservice instandgesetzt

werden, wurde 2008 ein neuer

Pumpenprüfstand eingerichtet. Die

Entwicklung und Umsetzung erfolgte

in enger Zusammenarbeit mit

Siemens. Der Pumpenprüfstand ist

mit dem kompakten Prozessleitsystem

Simatic PCS 7 Box inklusive den

neuesten Asset Management-Funktionalitäten

für Pumpen ausgerüstet.

Die Prüfbank ist in der Höhe einstellbar

und für unterschiedlich große

Foto oben: Der Pumpenprüfstand bei

Infracor in Marl im Überblick

Pumpen bis zu einer hydraulischen

Leistung von 100 m³/h vorgesehen.

Verschiedene Passstücke ermöglichen

den richtigen mechanischen

Anschluss der Pumpe an den Hydraulikkreislauf.

Asset Management für Pumpen

mit SIMATIC PCS 7

Kernstück der Prozessautomatisierung

im Pumpenprüfstand ist das

in Simatic PCS 7 integrierte Asset

Management mit den Funktionsbausteinen

PumpMon und AssetMon.

Der PumpMon-Baustein ermöglicht

es, vorhandene Prozessdaten, die

den Betriebszustand einer Pumpe

charakterisieren, so aufzubereiten,

dass Rückschlüsse auf die tatsächliche

hydraulische Leistung der Pumpe

gezogen werden können. Damit wird

der aktuelle Zustand einer Pumpe

detailliert erfasst und dokumentiert.

Mit dem Baustein AssetMon können

aus Prozess- und errechneten Daten


die für das Asset Management relevanten

Informationen interpretiert

und weitergegeben werden. Damit

lassen sich neben den bisherigen

Pumpenuntersuchungen, bei denen

nur die klassischen mechanischen

Kennwerte ermittelt wurden, zusätzliche

Qualitätsnachweise an Strömungsmaschinen

durchführen.

Der neue Prüfstand ermöglicht

zum Beispiel die Konformitätsprüfung

neuer Pumpentypen mit

den Herstellerdaten vor der Erstinstallation

in einer Produktionsanlage.

Zudem kann die exakte Leistung

einer Pumpe nach einer Reparatur

dokumentiert werden, so dass

sichergestellt ist, dass die Reparatur

erfolgreich war und die Pumpe im

Betrieb wieder die gewünschte Leis-

tung bringt. „Genau das ist der Vorteil

des Projekts für unsere Technik. Die

Qualitätsnachweise an Strömungsmaschinen

sind ein weiterer Baustein

in unserem Angebot an integrierten

Dienstleistungen“, so Infracor-Geschäftsführer

Andreas Bonhoff.

Vorteile für Ausbildung und Schulung

Auch die Mitarbeiter profitieren von

den Möglichkeiten des neuen Pumpenprüfstandes

und der Vielfältigkeit

der Leittechnik. So lässt sich zu

Demonstrationszwecken beispielsweise

mit einer manuellen Drosselung

in der Wasserstrecke die Pumpe

in den Kavitationszustand bringen,

so dass sich die Mitarbeiter mit dem

Erkennen und Vermeiden dieses

unerwünschten Betriebszustandes

vertraut machen können. Gleichzeitig

dient Simatic PCS 7 mit seinen

verschiedenen Anschlussvarianten

(Profibus DP/PA und Ex-sichere Anschlüsse)

auch als Schulungssystem

für den Bereich der Prozessleittechnik

insgesamt. „Im Pumpenkompetenzzentrum

ist jetzt eine noch intensivere

Vorbereitung der zukünftigen

Fachkräfte für Instandhaltung und

Produktion möglich. Gleichzeitig erweitert

sich das Fortbildungsangebot

für Betriebsmitarbeiter – so lernen

auch unsere Fachkräfte kontinuierlich

dazu“, erläutert Ausbildungschef

Dr. Hans Jürgen Metternich.

Mehr Informationen:

www.siemens.de/chemie

Grafik unten: Mit SIMATIC PCS 7 und

der integrierten Asset Management-

Funktion lassen sich Pumpen einfach

überwachen

Sites & Services 9


Sites & Services 10

Konzepte für

jeden Bedarf

Bilfinger Berger Industrial Services versteht

sich als strategischer Partner seiner Kunden

Der Industrieservice profiliert sich

zunehmend als eigenständige

lösungsorientierte Branche. Maßgeblichen

Anteil an dieser Entwicklung hat

die Bilfinger Berger Industrial Services

GmbH (BIS Group), die zu den weltweit

führenden Anbietern von Industrieservices

und Anlagentechnik mit Fokus auf

Prozessindustrie und Energiewirtschaft

zählt. Mit 27.000 Beschäftigten bietet

die innerhalb von Bilfinger Berger als

Teilkonzern geführte BIS Group den

Kunden komplexe Industriedienstleistungen

für den gesamten Lebenszyklus

einer Anlage einschließlich Engineering,

Fertigung und Montage. Bei einem

hohen Anteil an Eigenleistung aus einer

Hand werden komplementäre Gewerke

gebündelt und Planungs-, Management-

sowie Ausführungskompetenzen

bis hin zu Komplettlösungen verknüpft.

Die BIS Group erzielt eine Jahresleistung

von rund 3 Mrd. Euro. Insbesondere

in Zentraleuropa wurde die Marktposition

in der jüngsten Vergangenheit

durch die Integration des österreichischen

Industrie- und Kraftwerksdienstleisters

MCE deutlich ausgebaut.

Die BIS Group versteht sich als strategischer

Partner ihrer Kunden, der sich

sowohl bei anspruchsvollen Projekten

als auch bei der Entwicklung und Umsetzung

langfristiger Servicekonzepte

durch Qualität und Zuverlässigkeit auszeichnet.

Die Servicemodelle reichen

von wettbewerbsorientieren Einzelbeauftragungen,

Projektaufträgen und

Rahmenverträgen über umfassende

Kooperationen durch Main Contracting


is hin zu Full-Service-Leistungen. Dabei

bringen die Partnerschaftskonzepte

Main Contracting und Full Service die

größten Effizienzeffekte. So umfasst das

Full-Service-Vertragskonzept von BIS

den Leistungsumfang nach DIN 31051,

einen vereinbarten, jährlich sinkenden

Festpreis und die Übernahme aller Instandhaltungsressourcen

des Vertragspartners,

also Personal, Material sowie

sämtliche die Instandhaltung betreffenden

Betriebsmittel. Zudem beinhaltet

es vereinbarte Leistungskennzahlen,

beispielsweise Anlagenverfügbarkeit

und Reaktionszeit, sowie für das Personal

im Einzelnen festzulegende Besitzstandsgarantien.

Kostenreduktion und Leistungssteigerung

sind die Schlüsselelemente

für eine erfolgreiche Full-Service-

Instandhaltung. Dies realisiert BIS mit

modernen IT-Systemen und innovativer

Instandhaltungsmethodik. So sorgt

intelligente Instandhaltungsplanung

und -steuerung für ein automatisiertes

Instandhaltungs-Controlling, was nicht

zuletzt Voraussetzung für die zunehmend

wichtiger werdende präventive

Instandhaltung ist. Zugleich schafft

diese Systemlösung Kostentransparenz.

Eine effektive Zustandsüberwachung

wird mit Condition-Monitoring-Techniken

wie Schwingungsmessungen,

Thermografie oder Ölanalysen sichergestellt.

Wie beim Planungs- und Steuerungssystem

entfallen auch hier für den

Kunden Non-Core-Investitionen.

Ein weiteres Entscheidungskriterium

für die Kunden ist das von der BIS

entwickelte regionale Kooperations-Management.

Es ermöglicht das Sharing

von Materialressourcen ebenso wie die

Verfügbarkeit und den flexiblen Einsatz

von Fachkräften. Dieser Lösungsansatz

trägt durch günstige Beschaffungsund

Lagerkonditionen ebenso zur

Reduzierung der Kapitalbindung bei

wie umfassende Geräte-Services. Das

Full-Service-Vertragskonzept von BIS ist

damit klar ausgerichtet auf Steigerung

der Instandhaltungseffizienz und Anlagenverfügbarkeit

sowie nachhaltige

Kostenreduzierung. Auch die übernommenen

Instandhaltungsmitarbeiter

profitieren. Sie wechseln zu einem führenden

Industrieservicespezialisten und

damit in ein professionelles Umfeld, in

dem ihnen vielfältige Angebote zur Sicherung

ihrer beruflichen Qualifikation

zur Verfügung stehen.

Sites & Services 11

Fotos: BIS Group


Als Full-Service-Provider für die

Chemie- und Pharmaindustrie

bietet die TÜV SÜD Chemie

Service GmbH mit Sitz in Leverkusen

integrierte Dienstleistungen rund um

die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit

von Chemieanlagen an. Ihre

Wurzeln hat die Tochtergesellschaft

der TÜV SÜD AG in der Eigenüberwachung

von Bayer, Dow Olefinverbund

und Hoechst.

„Durch unsere Herkunft haben wir

nicht nur das entsprechende Expertenwissen,

sondern auch umfangreiche

Erfahrungen rund um die Sicherheit

Sites & Services 10

und Zuverlässigkeit von Chemieanlagen“,

sagt Geschäftsführer Dr. Hans-

Nicolaus Rindfleisch. „Unsere Mitarbeiter

und Sachverständigen kommen

alle aus der chemischen Industrie und

haben dort umfangreiche Berufserfahrungen

als Betriebs- und Projektingenieure

gesammelt.“ Erst im Sommer

2009 hat TÜV SÜD Chemie Service die

Technische Überwachung der Dow

Olefinverbund GmbH übernommen

und damit das Leistungsangebot für

die Chemieindustrie weiter ausgebaut.

„Mit dieser Übernahme haben wir

unseren Auftritt in Mitteldeutsch-

land deutlich gestärkt“, erklärt Dr.

Rindfleisch. „Das ist auch ein ganz

deutliches Zeichen dafür, dass die

Vor-Ort-Präsenz in den Chemie- und

Industrieparks und die Nähe zu unseren

Kunden entsprechend unseres

Selbstverständnisses als Dienstleister

von ganz entscheidender Bedeutung

sind.“

Die Leistungen von TÜV SÜD Chemie

Service umfassen Prüf- und

Unterstützungsleistungen über den

gesamten Lebenszyklus von Chemieanlagen

– von der Planung und

Beschaffung über die Montage/Inbe-

Kompetenz aus Erfahrung

TÜV SÜD Chemie Service GmbH – Full-Service-Provider für Sicherheit und Zuverlässigkeit

Sites & Services 12

Foto: Ultraschall Wanddickenprüfung

triebnahme und den Betrieb sowie die

Instandhaltung bis zur Stilllegung und

zum Rückbau. „Unsere Kunden profitieren

von unserem ganzheitlichen

Ansatz und von unserem durchgängigen

Qualitätsmanagement“, betont der

Geschäftsführer. „Als One-stop-Dienstleister

bieten wir Anlagensicherheit

von Anfang an – aus einer Hand.“

Wesentliche Dienstleistungen der

TÜV SÜD Chemie Service betreffen

die ganzheitliche Anlagenüberwachung

in der Betriebsphase. Dazu

zählen beispielsweise die Prüfung

einer Anlage vor der Inbetriebnahme,

die Unterstützung bei der Erstellung

von Gefährdungs- und Risikoanalysen

sowie die Entwicklung und Implementierung

von erfahrungs- bzw. risikobasierten

Inspektionsstrategien. Darüber

hinaus unterstützen die Experten die

Anlagenbetreiber durch ein umfangreiches

Qualitätsmanagement in der

Beschaffungsphase, beispielsweise

durch die Hilfe bei der Herstellerauswahl

und Auditierung sowie bei der

konstruktiven Gestaltung und Festlegung

der Spezifikationen.

Die Leistungen in der Betriebs- und

Beschaffungsphase werden durch

ein umfassendes Datenmanagement

mittels einer speziellen SAP-basierten

Software ergänzt. „Mit TIDOC® – der

Technical Inspection Documentation –

bieten wir eine lückenlose technische

Dokumentation der Anlagen – inklusive

der Terminierung, Abwicklung und

Dokumentation aller vorgeschriebenen

beziehungsweise nötigen Prüfun-


gen“, erklärt Dr. Rindfleisch. „Damit

leisten wir natürlich auch einen

wichtigen Beitrag zum Compliance

Management unserer Kunden.“

Die erklärten Ziele von TÜV SÜD Chemie

Service sind die weitere Festigung

der Marktführerschaft in Deutschland

Foto: Dr. Hans-N. Rindfleisch, CEO

TÜV SÜD Chemie Service GmbH

und der kontinuierliche Ausbau der

Position als internationaler Branchendienstleister.

„Die meisten Unternehmen

der Chemie- und Pharmaindustrie

sind global aufgestellt“, erklärt

Dr. Rindfleisch. „Bei unseren Kunden

sehen wir ein wachsendes Bedürfnis,

Dienstleistungen weltweit aus einer

Hand und auf einem vergleichbaren

Qualitätsniveau zu beziehen.“

Als logische Folge hat TÜV SÜD

Chemie Service im Jahr 2006

die internationale Präsenz durch die

Übernahme des US-amerikanischen

Dienstleisters PetroChem Inspection

Services mit 400 Mitarbeitern und

durch den Aufbau einer Niederlassungsstruktur

in China mit momentan

25 Mitarbeitern deutlich ausgeweitet.

„Durch diese Standorte sind wir in

der Lage, unsere Kunden in wichtigen

Chemieregionen auf der ganzen Welt

zu unterstützen und bei Problemen

auch zeitnah vor Ort zu sein.“

Foto: Wiederkehrende Prüfung eines

kontaminierten Behälters

Die Leistungen der TÜV SÜD Chemie

Service im Detail

Beschaffung von Apparaten und Rohrleitungen

• Qualitätsmanagement bei Investitionsprojekten

im In- und Ausland

unter Anwendung von nationalen/

internationalen Regelwerken (z.

B. AD 2000, EN 13445/ EN 13480,

ASME, China GB), landesspezifischen

Vorschriften und Kundenspezifikationen

• Unterstützung bei der Herstellerauswahl/Auditierung

• Überprüfung von Spezifikationen

für Beschaffungsvorgänge

• Unterstützung bei Fragen zu konstruktiver

Gestaltung und werkstoffspezifischen/schweißtechnischen

Anforderungen

• Festigkeits-, Standsicherheits- und

Stabilitätsberechnungen

• Stress- und Sonderberechnungen

(z. B. FEM)

. . . weiter auf Seite 14

Sites & Services 13


• Fertigungsüberwachung und Qualitätssicherung

• Zulassungen, Prüfungen und Zertifizierungen

nach DGRL

• Expediting

Anlagenüberwachung

• Gutachterliche Stellungnahmen

(Wasserrecht, BImSchG, BetrSichV)

• Unterstützung bei sicherheitstechnischen

Fragen und Konzepten

• Unterstützung bei der Erstellung

von Gefährdungsbeurteilungen

• Systematische Sicherheitsbetrachtungen

• Prüfungen in der Betriebsphase

von Anlagen nach BetrSichV und

Wasserrecht, von Maschinen, Krananlagen

und Hebezeugen sowie

dem Transportrecht unterliegenden

Behältern

• Prüfung von MSR-Sicherheits-/PLT-

Schutzeinrichtungen und Prüfungen

zum Explosionsschutz

• Schadensanalysen und -bewertungen

• Prüfung von Instandhaltungsmaßnahmen

• Beurteilung von Fachwerkstätten

und Fachbetrieben nach WHG

• Datenverwaltung und Prüfterminverfolgung

mit eigenen DV-Tools

(SAP-basiert oder Stand-alone-

Lösung)

Foto: Prüfung des Explosionsschutzes

Sites

Sites

&

&

Services

Services

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• Schulungen von Betriebspersonal/

Befähigten Personen

• Unterstützung bei der Implementierung

von Knowledge Based

Inspection/ RBI-/TÜV-RoiM®-

Verfahren

Werkstofftechnik

• Einsatz klassischer und innovativer

zerstörungsfreier Prüfmethoden

• mechanisch-technologische Prüfungen

• metallographische Prüfungen und

Gefügebeurteilungen (stationär

und mobil)

• Corrosion Monitoring

• Schadensanalysen und Gutachten

• Labor für Kunststoffprüfung und

Zeitstanduntersuchungen

• Werkstoffeinsatz- und Korrosionsschutzgutachten

• Unterstützung bei der Werkstoffauswahl

bei Korrosions- und

Beständigkeitsfragen

• Unterstützung bei Fragen zu Dichtungssystemen

Profil:

Die TÜV SÜD Chemie Service GmbH

ist aus den Eigenüberwachungen

der Chemie-/Pharmakonzerne Bayer,

Dow Olefinverbund, Hoechst und der

Werkstofftechnik von Hoechst hervorgegangen.

Die 100-prozentige Tochter

der TÜV SÜD AG zeichnet sich durch

ihre Branchenorientierung und ihre

modernen, ganzheitlichen Dienstleistungen

aus. Dazu gehören auch die

Prüf- und Zertifizierungsleistungen

einer Benannten Stelle bzw. einer

Zugelassenen Überwachungstelle

(ZÜS). Ausgehend von Standorten in

Deutschland, den USA und China bieten

die Experten ihre Dienstleistungen

weltweit an.

Die TÜV SÜD AG ist ein international

führender Prüf- und Zertifizierungsdienstleister

mit den Strategischen Geschäftsfeldern

INDUSTRIE, MOBILITÄT

und MENSCH. Rund 14.000 Mitarbeiter

sind an über 600 Standorten weltweit

präsent. Die interdisziplinären Spezialistenteams

sorgen für die Optimierung

von Technik, Systemen und

Know-how. Als Prozesspartner stärken

sie die Wettbewerbsfähigkeit ihrer

Kunden.

Kontakt:

TÜV SÜD Chemie Service GmbH

Georg Moravec

Kaiser-Wilhelm-Allee, Geb. B407

51368 Leverkusen

Deutschland

Tel.: +49 (0)214 30-28183

Fax: +49 (0)214 30-28197

E-Mail: georg.moravec@tuev-sued.de

www.tuev-sued.de/chemieservice


DIE ZUKUNFT LIEGT DIREKT AM RHEIN.

CHEMPARK – der richtige Standort für innovative Werkstoffe.

Der CHEMPARK ist einer der bedeutendsten Standorte Europas für Chemie- und chemienahe Unternehmen.

In bester Lage direkt am Rhein bietet er ideale Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung und Produktion

„Innovativer Werkstoffe“ und überzeugt durch vielfältige Produktverbünde, ein umfassendes Service-Portfolio sowie

eine hochfunktionsfähige Infrastruktur mit direkter Anbindung der drei CHEMPARK Standorte Leverkusen,

Dormagen und Krefeld-Uerdingen an den Rhein.

Currenta GmbH & Co. OHG

CHEMPARK

51368 Leverkusen

www.chempark.de

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Neuartige Dichtung für

Kunststoffverbundsysteme

mit TA-Luft-Zulassung

Dauerhaft

Dicht

Sites & Services 16

Als erste ihrer Art erhält die Flachdichtung

Tectrion Pro-GFK T504 die

TA-Luft-Zulassung gemäß VDI 2440 für

Kunststoffverbundsysteme und setzt

neue Standards in der Luftreinhaltung

mit Kunststoffverbundsystemen. Beständig

gegen Chemikalien und gegen

Alterungsprozesse bei der Abdichtung

von GFK-Leitungen bleibt die Neuentwicklung

nicht nur dauerhaft dicht,

auch das Nachziehen der Flanschverbindung

entfällt. Auf diese Weise lassen

sich Instandhaltungskosten spürbar

senken. Insbesondere in der chemischen

Industrie, wo glasfaserverstärkte

Kunststoffrohre, kurz GFK-Rohre, immer

häufiger eingesetzt werden, sollte das

neue Produkt auf „offene Ohren“ stoßen.

Denn die Abdichtung von Flanschverbindungen

im Kunststoffbereich ist

seit längerem eine Herausforderung.

In den letzten Jahren werden Kunststoffverbundsysteme

immer häufiger

bei hohen Chemiebelastungen sowie

steigenden Temperaturen und Drücken

eingesetzt. Die Mindestflächenpressung

der bislang eingesetzten PTFE-Dichtungen

erfordert jedoch Anzugsmomente,

die das Kunststoffverbundsystem an

die eigene Festigkeitsgrenze führen

können. Im Extremfall droht die GFK-

Flansch-Verbindung im Betrieb undicht

zu werden, sodass aufwendige und

umfangreiche Instandsetzungsarbeiten

erforderlich werden, um den laufenden

Betrieb einer Anlage aufrecht zu

erhalten.

Früher wurden bei niedrigen Belastungen

„weiche“ Gummidichtungen für die

Kunststoffrohrleitungen verwendet.

Später sorgten Gummidichtungen mit

Stahlkern für dichte Rohrleitungen.

Ein Problem blieb bestehen: Gummi

ist sowohl gegen Chemikalien als auch

gegen Alterungsprozesse nur unzureichend

beständig. Als Alternative kamen

verschiedenste Dichtungen aus Polytetrafluorethylen,

kurz PTFE, zum Einsatz.

Doch auch diese stellten in der Praxis

keine optimale Lösung dar: Die Instandhalter

wurden regelmäßig durch die

Anlagen geschickt, um jede einzelne

Flanschverbindung nachzuziehen. Ein

Vorgang, der teuer und zeitintensiv ist.

Einerseits zeichnet sich PTFE als sehr

reaktionsträge aus und eignet sich

daher gut für aggressive Chemikalien,

andererseits erweist sich die notwendige

Mindesteinbauflächen- und betriebsflächenpressung

als signifikantes

Problem. Darüber hinaus führen die

nötigen Anzugsmomente das Kunststoffrohrverbundsystem

zwangsläufig

an die eigene Festigkeitsgrenze. Insbesondere

das Relaxationsverhalten der

GFK-Losflansche verursacht bei hohen

Anzugsmomenten bereits nach relativ

kurzer Zeit den Abbau der aufgebrachten

Spannungen – vor allem bei Temperaturbeanspruchung.

In der Folge droht

das System undicht zu werden. Eine

Störung, für deren Beseitigung erhöhte

Personal- und Wartungskosten entstehen,

die mit einer explizit für Kunststoffverbundsysteme

zugeschnittenen

Dichtung vermeidbar wären.

Aus der Praxis lässt sich ableiten das

die für heutige Ansprüche optimale


Dichtung folgende Eigenschaften besitzen

muss: Als erstes müssen die hervorragenden

chemischen Beständigkeiten

von PTFE erhalten bleiben. Zum

Zweiten muss die Dichtung eine relativ

hohe Rückfederrate aufweisen und zum

Dritten dürfen die Anzugsmomente

das Flanschsystem nicht übermässig

belasten. Nur in dieser Kombination

ist es möglich, dauerhaft dichte und

sichere Kunststoffrohrverbundsysteme

zu betreiben.

Flachdichtung mit

TA-Luft-Zertifizierung

Die Herausforderung liegt in der langfristigen

Leistungsgarantie von professionellen

PTFE-Dichtungen. Aus dieser

Erkenntnis, entwickelte der Industriedienstleister

Tectrion - vormals Technische

Dienste der Bayer Industry

Services - in seiner hauseigenen Kunststoffwerkstatt

und in Zusammenarbeit

mit Bayer MaterialScience eine Flachdichtung

mit genau den geforderten

Eigenschaften – eine Dichtung, die im

GFK-Flansch dicht bleibt und als erste

und einzige ihrer Art über das TA-Luft-

Zertifikat für Kunststoffverbundsysteme

verfügt.

Einen hohen Stellenwert nimmt in

diesem Zusammenhang die Prüfung

im realen Kunststoffverbundsystem mit

GFK-Losflanschen ein. Nach kompletten

Temperatur- und Druckwechseln

folgte der für die Zertifizierung notwendige

Belastungstest. Dabei wurden die

Schrauben im Prüfungsverlauf nicht

nachgezogen. Die TA-Luft-Prüfung

erfolgte mit der verbleibenden Restflächenpressung

direkt am Kunststoffverbundrohr

und nicht, wie heute oft

üblich, zwischen Prüfplatten. Der TÜV

bescheinigte nach der Prüfung eine

für PTFE-Dichungen dreimal höhere

Restflächenpressungen im Kunststoffverbundsystem

- ein bislang einmaliger

Wert im Vergleich zu bisherigen

PTFE-Dichtungen. Zudem ist die neue

Dichtung - im Gegensatz zu DIN- und

EN-Abmessungen - speziell auf die

vorgegebenen Durchmesser von Kunststoffverbundsystemen

abgestimmt und

liegt jederzeit perfekt zentriert in den

Losflanschen.

Sparen bei der Instandhaltung

Anwender profitieren von der Neuentwicklung

mehrfach: Undichte

Kunststoffverbundsysteme gehören mit

einer chemisch beständigen und langfristig

dichten PTFE-Dichtung ab sofort

der Vergangenheit an. Zudem werden

die Instandsetzungsintervalle für die

Dichtungen drastisch verlängert und

in der Folge die Kosten stark reduziert.

Waren GFK-Leitungen zudem bislang

nach TA-Luft überhaupt nicht nutzbar,

können sie jetzt auch für luftgefährdende

Stoffe verwendet werden.

Von den Vorteilen überzeugt ist beispielsweise

das Unternehmen Bayer

MaterialScience (BMS). Für ihre zwei

neuen Produktionsanlagen in China hat

die BMS tausende Exemplare der Dichtung

geordert und installiert. Mit der

Entwicklung der neuen Dichtung, die

in verschiedenen Nennweiten von DN

15 bis DN 600 hergestellt wird, ist ein

wichtiger Schritt nach vorn gelungen,

damit sich Kunststoffverbundsysteme

in chemischen Anlagen sicher und

wirtschaftlich betreiben lassen, wovon

Anlagenbetreiber und Instandhalter

gleichermaßen profitieren. Eine Jury

namhafter Instandhaltungs-Experten

zeichnete die neue Dichtung mit dem

Maintainer Award 2010 in der Kategorie

„Innovative Produkte“ aus.

Autor: Dipl.-Ing. Ralf Breihan, Werkstattleiter

„Nichtmetallische Werkstoffe“,

Tectrion GmbH, www.tectrion.de

Weitere Informationen und Auskünfte:

dichtungen@tectrion.de

Vorteile der Dichtung im Überblick:

Vorteile • TA-Luft-Zertifikat der Dichtung gemäß im Überblick: VDI 2440

• Bis zu dreifach höhere Betriebs-

- TA-Luft-Zertifikat flächenpressung gemäß mit VDI GFK-Losflan- 2440

- Bis zu schen dreifach – selbst höhere bei Temperatur- Betriebsflächen- und

pressung Druckwechsel mit GFK-Losflanschen – selbst

bei • Temperatur- Gute Standfestigkeit und Druckwechsel durch hohe

- Gute

Rückfederrate

Standfestigkeit durch hohe Rück-

• Universal beständig gegen Chemifederratekalien

- •Universal langfristiger

beständig

Investitionsschutz

gegen Chemikalien

- •langfristiger beständig Investitionsschutz

gegen Alterungspro-

- beständig zesse gegen Alterungsprozesse

Geltungsbereich der TA-Luft-Zulassung:

TA-Luft-Zulassung:

• Betriebsüberdruck bis max. 10 bar

•• Betriebstemperatur Betriebsüberdruck bis max. 10 90 bar °C

• im Betriebstemperatur Kunststoffverbundsystem bis max. 90 °C



Mindestflächenpressung

im Kunststoffverbundsystem

im Einbau-

• Mindestflächenpressung im Einzustand

10 MPa

bauzustand 10 MPa

Sites & Services 17


www.tuev-sued.de/chemieservice

TÜV SÜD Chemie Service –

Kompetenz

für eine ganze Branche

Wir sind Ihr Partner für Sicherheit,

Zuverlässigkeit und Ver fügbarkeit von Anlagen

in der Chemie- und Prozessindustrie. Weltweit.

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Sites & Services 15


Schnell

direkt

optimal

Mobile Auftragsabwicklung

für effektive Instandhaltung.

Bei der Erbringung technischer

Dienstleistungen setzt das Industrie

Center Obernburg auf modernste

Technologie. „Für den Bereich Instandhaltung

haben wir zusammen mit SKF

in Schweinfurt ein mobiles System

entwickelt, das es ermöglicht, direkt

beim Kunden, Auftragsdetails und

Zustandsdaten einer Anlage mit dem

ERP-System (Enterprise Ressource Planning

System) papierlos auszutauschen“,

erläutert Projektleiter Jürgen Oeser

von Mainsite Technologies. Gleichzeitig

können Informationen oder Arbeitsanweisungen

an den Monteur online

übermittelt werden. Dies geschieht

mittels Einsatzes mobiler Datenerfassungssysteme.

Sie ermöglichen eine

einfache, zeitnahe und fehlerfreie

Auftragsabwicklung und Maschinenzustandsdatenerfassung

direkt an der

Produktionsanlage.

„Die Software ist sehr benutzerfreundlich

und hardwareunabhängig. Vom

Laptop bis zum Handy ist jedes Gerät

einsetzbar“, erläutert Application

Manager Reinhard Jansen von Mainsite.

Der Monteur kann alle Informationen,

die im Mainsite ERP-System hinterlegt

sind, mobil abrufen und muss nicht

auf einen schriftlichen Auftrag warten.

Jeder Benutzer kann Daten abrufen und

verschicken und ist so immer auf dem

aktuellen Stand.

Ersatzteile oder Halbzeuge können

aus dem Lager abgerufen werden,

was eine deutliche Zeitersparnis

bedeutet. Vorteil für den Kunden: Dank

des schnelleren Informationsaustauschs

und die dadurch schnellere Materialbeschaffung

reduzieren sich die Stillstandszeiten

seiner Anlagen. Auch in

der Reduzierung möglicher Fehlerquellen

liegt ein großer Vorteil. Während

bisher handschriftliche Angaben auf

Papier falsch interpretiert werden konnten,

erfolgt die Dateneingabe bzw. der

-abruf jetzt durch den Benutzer in das

mobile System. So kann der Vorgesetzte

die Daten jederzeit auf Richtigkeit und

Vollständigkeit kontrollieren.

Für den Anwender entsteht eine optimale

Lösung, in die das Fachwissen

der Mainsite und die über 100-jährige

Erfahrung und das Know How der SKF

im Bereich der Bewegungstechnik

und Instandhaltung einfließen. Eingebunden

ist das neue System im Rahmen

eines Forschungsvorhabens mit

dem Titel „Maintenance Supply Chain

Optimisation“, kurz MSCO. Ziel ist die

Entwicklung eines neuen Logistikkonzepts,

das für ein verkehrsoptimiertes

Ersatzteilmanagement (ETM) sorgen

soll. Im Zentrum des ambitionierten

Forschungsprojektes steht die Optimierung

entlang der gesamten Lieferkette,

angefangen von der Bedarfsmeldung

bis zur Endmontage des Ersatzteils an

der Anlage des Kunden.

Diese unternehmensübergreifende

Betrachtung der MSCO eröffnet bisher

unerschlossene Optimierungspotenziale,

die weit über unternehmensinterne

Verbesserungen hinausgehen. Neben

Mainsite Technologies beteiligen sich

an diesem Forschungsvorhaben vier

weitere namhafte Unternehmen sowie

das Forschungsinstitut für Rationalisierung

(FIR) an der RWTH Aachen. Das

Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren

und wird im Rahmen der Initiative

„Intelligente Logistik im Güter- und

Wirtschaftsverkehr“ vom Bundesministerium

für Wirtschaft und Technologie

(BMWi) gefördert und vom TÜV Rheinland

als Projektträger begleitet.

Das Industrie Center Obernburg

ist einer der größten und

vielseitigsten Chemiefaserstandorte

Europas. Für jeden Hersteller,

der auf dem stark umkämpften

Chemiefasermarkt bestehen will,

sind erstklassige Qualität, Kosteneffizienz

und Termintreue Voraussetzungen

für Erfolg. Dazu gehören

zuverlässig gewartete Anlagen, die

an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden

lang einwandfrei produzieren. Daher

sind vielseitige, innovative und

vor allem professionell erbrachte

technische Dienstleistungen in den

Bereichen Instandhaltung, Montage

und Anlagenbau das Kernstück

der Standortbetreibergesellschaft

Mainsite Services.

Die rund 210 Ingenieure und

Techniker der Tochtergesellschaft

Mainsite Technologies kümmern

sich um die technischen Bedürfnisse

der Kunden. „Von einfachen

Schlossertätigkeiten bei der

Wartung, bis hin zur Fertigung

komplexer Anlagen zur Wasseraufbereitung

und von Komponenten

im Kraftwerksbereich, wer unsere

technischen Services in Anspruch

nimmt, kann sicher sein, dass er

erstklassige Qualität bei höchster

Liefertreue erhält“, erklärt Geschäftsführer

Rudolf Opitzer.

Foto: v.l.: Application

Manager Reinhard

Jansen und Projektleiter

Jürgen Oeser

mit Hightech vom

Feinsten.

Sites & Services 19


Durchflusskalibrierung

Messen mit

Sicherheit

Neben den klassischen, physikalischen

Größen des Drucks und der

Temperatur ist der Durchfluss eine der

wichtigsten Kenngrößen zur Steuerung

von Prozessen in der Industrie. Um den

Durchfluss zu quantifizieren, also eine

Aussage zu treffen, wie viel Gas oder

Flüssigkeit durch ein Rohr fließt, werden

Durchflussmessgeräte mit unterschiedlichen

Messprinzipien eingesetzt. Je

nach Anwendung gibt es verschiedene

Schwerpunkte beim Messen.

Bei abrechnungsrelevanten Messungen

ohne Spitzenlastverrechnungen werden

Mengen zeitunabhängig erfasst.

Sie „zählen“ lediglich die Menge, die

durch eine Rohrleitung fließt. Innerhalb

von Regelungen in Fließprozessen wird

bevorzugt die Durchflussmessung – d.h.

Volumen oder Masse pro Zeiteinheit

– eingesetzt. Auch bei der Ermittlung

von Abnahmespitzen kommt es auf die

Leistung (Durchströmung des Leitungsquerschnitts

pro Zeiteinheit) an. Diesen

Messungen wird hohe Bedeutung

innerhalb des Abrechnungswesens und

der Qualitätssicherung zugeordnet.

Messergebnisse sollen dem Prozess

entsprechend genau sein. Richtige

Dosierung setzt eine richtige Messwerterfassung

voraus! Zum Beispiel können

Verschleiß, Drift elektrischer Bauteile

oder Verschmutzungen Messwerte verändern.

Durch regelmäßige Kalibrierungen

erkennt man eventuell auftretende

Sites Sites & & Services 20

16

Ungenauigkeiten sowie das Langzeitverhalten

des Messgerätes. Die zunehmende

Wichtigkeit der Kalibrierungen

hat die Infracor GmbH dazu veranlasst,

ihren Service auszubauen. An zehn unterschiedlichen

Kalibrierständen können

Durchflüsse von 0,1 ml/min bis 450

m³/h erzeugt und gemessen werden.

Kalibrieren bedeutet, die Werte des

Kalibriergegenstandes mit denen

des Normals zu vergleichen. Sollte eine

Abweichung vorhanden sein, wird diese

dokumentiert. Nimmt man Einstellungen

am Gerät vor, um Abweichungen

zu eliminieren, bezeichnet man dies

als Justage. Bei moderneren Geräten

erfolgt die Justage oft mit Hilfe einer

Software. Bei älteren Geräten, wie z.B.

Ovalradzählern, werden entsprechende

Zahnräder eingesetzt, um die richtige

Anzeige wieder zu erhalten.

Manchmal ist auch eine Justage nicht

mehr möglich, das Gerät ist defekt. Die

Infracor unterhält ein umfangreiches

Lager mit Ersatzteilen, so dass Geräte

schnell und kostengünstig instandgesetzt

werden können. Jedoch sind die

Reparaturmöglichkeiten in Abhängigkeit

vom Messprinzip unterschiedlich.

Sollte eine Reparatur nicht mehr möglich

oder zu aufwändig sein, können

Foto: Masterstation

zur Kalibrierung von

Durchflussmessern

bis 450 m³/h

zeitnah und in Abstimmung mit dem

Kunden, Beratung und Neubeschaffungsmöglichkeiten

eröffnet werden, so

dass Zwischenschritte für den Anwender

eingespart werden können.

Um verschleißbedingte Gerätedefekte

nach Möglichkeit zu vermeiden, ist

bei der Beschaffung bereits darauf zu

achten, dass Messaufgabe und -gerät

aufeinander abgestimmt sind. Auch hier

bietet das Dienstleistungsunternehmen

Hilfestellung an: Es besteht die Möglichkeit

der Anlagen- / Messstellenplanung.

Die Durchflusskalibrierungen werden

sowohl nach dem Master- als

auch dem Wägeverfahren durchgeführt.

Alle verwendeten Messwerte sind

auf nationale Normale rückgeführt.

Folgende Kalibriermöglichkeiten sind

vorhanden:

Kalibriermedium: Wasser

Messbereich: 0,1 ml/ min bis 20 ml/

min, Nennweite wird an den Prüfling

angepasst

Messbereich: 0,005 m³/h bis 450 m³/h,

Nennweite DN 6 bis DN 200

Kalibriermedium: Gas

Messbereich: 5 ml/min bis 10.000 ml/

min, Nennweite wird an den Prüfling

angepasst

Messbereich: 0,4 m³/h bis 60 m³/h,

Nennweite. DN 6 bis DN 50

Autor: Dietmar Slaby, Sachgebiet Kalibrierung

und Typprüfung

Kontakt: Infracor GmbH

Geschäftsgebiet Technik

Marketing und Vertrieb

Telefon: 02365/49-2867

Telefax: 02365/49-6865

E-Mail:

kundencenter.technik@infracor.de

Internet: www.infracor.de


Beste Perspektiven

an der Westküste.

Hier kommt etwas zusammen: Der Bayer Industriepark Brunsbüttel vereint die Vor-

teile einer starken Region mit den Chancen der globalen Wirtschaft. Verschiedene

internationale Unternehmen nutzen bereits die umfassende Infrastruktur des führenden

Chemiestandortes im Norden am Schnittpunkt bedeutender Schifffahrtsstraßen:

Elbe und Nord-Ostsee-Kanal. www.brunsbuettel.bayer.de

Bayer Industriepark Brunsbüttel

Erfolg durch Synergie

Sites & Services 17


Das Modell Berufsakademie (BA)

bewährt sich seit einer Reihe

von Jahren als duales Studium.

Diese Studienform findet sowohl

bei unseren Partnern in den Ausbil-

dungsunternehmen als auch bei den

Studieninteressenten außerordentliches

Interesse. Unsere Absolventen

sind unmittelbar nach dem Studium

berufsfähig und werden in der überwiegenden

Zahl von ihren Ausbildungsunternehmen

übernommen.

Diese positive Bilanz der Arbeit

der Berufsakademie Sachsen und

der Staatlichen Studienakademie

Leipzig führte im Jahr 1999 dazu,

die Palette der Studienangebote im

Studienbereich „Technik“ um den

Studiengang „Service Engineering“

zu erweitern. Ziel dieses Studiums ist

die Ausbildung von Diplomingenieuren

(BA) für die komplexen Prozesse

der Instandhaltung von technischen

Anlagen und Gebäuden

Gegenstand und Inhalt der

Ausbildung im Studiengang

Service Engineering sind über

die Grundlagenkenntnisse eines

Ingenieurs hinaus alle wesentlichen

Prozesse der Instandhaltung wie

Wartung, Inspektion und Instandsetzung,

insbesondere Instandhaltungsstrategien

und –methoden

zur Planung, Vorbereitung und

Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen.

Die Gebiete Schädigungstheorie,

Erneuerungstheorie, Zuverlässigkeitstheorie

sowie Technische Diagnostik

und Condition Monitoring

sind integraler Bestandteil des Studiums.

Die Lehrveranstaltungen finden

vorrangig in seminaristischer

Form statt und werden durch eine

umfangreiche Laborausbildung in

den Gebieten Elektrotechnik, MSR

- Technik, Prozessautomatisierung,

Technische Diagnostik und Instandsetzungstechnik

untersetzt.

Besondere Spezifik der Studienrichtung

ist die deutliche

Ausrichtung auf die Schnittstelle

zwischen technischen und ( betriebs-)

wirtschaftlichen Aspekten

der Instandhaltung. Die betriebswirtschaftliche

Ausbildung wird

dabei unterteilt in die allgemeine

Betriebswirtschaftslehre und in die

spezielle Betriebswirtschaftslehre

der technischen Dienstleistungen.

Unentbehrlicher Bestandteil

des Studiums ist die anwendungsorientierte

Beherrschung von

Informationsverarbeitung und CAD.

Die Ausbildung im Fach Kommunikation

zu Inhalten der Organisation

und Führung der Teamarbeit sowie

in den Bereichen Projekt-, Qualitäts-

und Informationsmanagement

sowie Rechtsprobleme in der Ingenieurtätigkeit

vervollständigen die

Studieninhalte.

Ergänzt wird die theoretische

Ausbildung innerhalb des

Praxisnahe Ausbildung

„Service Engineering“ für die komplexen Prozesse der Instandhaltung.

Sites & Services 22

dreijährigen Studiums im vierteljährlichen

Wechsel durch den

Erwerb praktischer Fähigkeiten und

Fertigkeiten im Praxisunternehmen.

Praxispartner der Staatlichen

Studienakademie Leipzig im Studiengang

Service Engineering sind

Unternehmen aus den Bereichen

der Gebäude-, Maschinen- und Prozessanlageninstandhaltung.

Die Einsatzgebiete der Absolventen

nach Abschluss des

Studiums liegen in den Bereichen

Leitung, Planung und Steuerung

von Instandhaltungs- und Serviceprozessen,

Gebäude- und Anlagenmanagement

sowie Technisches

Controlling, Qualitäts- und Projektmanagement.


Übersicht der Studieninhalte:

Übersicht der Studieninhalte:

Grundlagenausbildung

• Mathematik / Statistik

Grundlagenausbildung

• Physik / Chemie / Werkstoffkunde

• Mathematik / Statistik

• Informations- und Kommunikations-

• Physik / Chemie / Werkstoffkunde

technik

• Informations- und Kommunikations

technik

Ingenieurtechnische Ausbildung

• Maschinenbau

Ingenieurtechnische Ausbildung

• Elektrotechnik

• Maschinenbau

• Konstruktionsentwurf

• Elektrotechnik

• MSR – Technik

• Konstruktionsentwurf

• Arbeitsplanung

• MSR – Technik

• Arbeitsplanung

Grundlagen der Instandhaltung

• Instandhaltungsplanung und -orga-

Grundlagen der Instandhaltung

nisation

• Instandhaltungsplanung und -orga

nisation

• Technische Diagnostik / Condition • Qualitätsmanagement

Monitoring

• Informationsmanagement ( Arbeit

• Technische Diagnostik / Condition • Qualitätsmanagement

• Technische Dienste (Wartung, Pflege, mit IPSS )

Monitoring

• Informationsmanagement (Arbeit

Reinigung, Schmierung)

• Integriertes Management

• Technische Dienste (Wartung, Pflege, mit IPSS)

• Instandsetzungsverfahren • Rechtsfragen der Instandhaltung (

Reinigung, Schmierung)

• Integriertes Management

Vertragsrecht, Arbeitsrecht, Arbeits-

• Instandsetzungsverfahren

• Rechtsfragen der Instandhaltung

Instandhaltungsseitige Vertiefungsprofile schutzrecht )

(Vertragsrecht, Arbeitsrecht, Arbeits

( ab 3. Theoriesemester )

Instandhaltungsseitige Vertiefungspro- schutzrecht)

• Gebäudeinstandhaltung

Praxisbezogene Studieninhalte

file (ab 3. Theoriesemester)

• Maschineninstandhaltung • Fehler- und Schwachstellenanalyse

• Gebäudeinstandhaltung

Praxisbezogene Studieninhalte

• Prozessanlageninstandhaltung • Überwachung und Inspektion – ex-

• Maschineninstandhaltung

• Fehler- und Schwachstellenanalyse

perimentelles Arbeiten

• Prozessanlageninstandhaltung • Überwachung und Inspektion – ex

Betriebswirtschaftliche Ausbildung • Analyse der Prozess- und Informati-

perimentelles Arbeiten

• Allgemeine Betriebswirtschaftslehre onsabläufe

Betriebswirtschaftliche Ausbildung • Analyse der Prozess- und Informa-

• BWL – Technische Dienstleistungen • Qualitätsmanagement

• Allgemeine Betriebswirtschaftslehre tionsabläufe

• Servicemanagement

• BWL – Technische Dienstleistungen • Qualitätsmanagement

Management / Recht

• Kostenanalyse

• Servicemanagement

• Projektmanagement

• Arbeit an Projekten im Unternehmen

Management / Recht

• Kostenanalyse

• Projektmanagement

• Arbeit an Projekten im Unternehmen

Sites & Services 23


Steht der deutschen Chemie- und

Industrieparklandschaft ein Ansiedlungsboom

bevor? Knapp 20

Prozent der Gesamtindustrieparkfläche

in Deutschland stehen für Ansiedlung

zur Verfügung. Es gibt ferner Flächen-

Erweiterungsprojekte wie z.B. im

Industrie Center Obernburg (40 ha), bei

der BP in Gelsenkirchen (70 ha) und im

Industriepark Marl (40 ha), in dessen

Nähe der newpark (136 ha) entsteht.

Es gibt Signale, dass die Ansiedlungsanfragen

zunehmen. Was sind aber die

Faktoren, um als Chemie- oder Industriepark

ansiedlungstauglich zu sein?

Ansiedlungsmotivationen

Ansiedlungen waren meist produktionsgetrieben.

Die nächsten Veredelungsstufen

der am Standort erzeugten

Produkte siedelten sich neben ihren

Vor-Produkten an und errichteten neue

Anlagen. Durch Outsourcing von Standortservices

zogen auch Dienstleistungsfirmen

in die Parks ein.

Der Standort(betreiber) ist beauftragt,

die Freiflächen zu füllen, um Infrastruktur-Fixkosten

zu verdünnen, Synergien

Sites & Services 24

s i tes

zu erzeugen oder durch Abwanderung

und Anlagenstilllegung bedingte Remanenzkosten

aufzufangen.

Industrieparkmodelle

Es gibt Single-User-, Major-User- und

Multi-User-Standorte. Weiteres Unterscheidungsmerkmal

kann das Vorhandensein

einer eigenständigen Industrie-

Standortvermarktung von Chemie- und Industrieparks

Für Ansiedlung gerüstet?

parkgesellschaft sein. Im Grundsatz sind

alle diese Modelle ansiedlungstauglich,

bringen aber unterschiedliche Anforderungen

mit. Oft haben die größeren

Parks Erfahrungen bei der Ansiedlung

sammeln können. Die kleineren Standorte

dagegen fragen sich, warum es in

letzter Zeit kaum zu Ansiedlungen gekommen

ist. Die folgenden Faktoren

geben einen Überblick, was für einen

Ansiedler bei seiner Entscheidung

wichtig ist und ein Standort zur erfolgreichen

Ansiedlung beachten sollte.

Übergreifende Standortfaktoren

Es gibt einige Faktoren, die ein Standort

nur langfristig oder überhaupt nicht

beeinflussen kann wie z.B. wie z.B. die

Personalverfügbarkeit, das Lohnniveau,

erhältliche Fördermittel sowie die Höhe

des Gewerbesteuerhebesatzes.

Flächenverfügbarkeit

Eine Industriefläche zu besiedeln ist

nicht trivial. Es sind schon erschlossene

Freiflächen angeboten worden, bei

denen sich in der praktischen Umsetzung

der Ansiedlung unüberwindbare

Hemmnisse in den Rahmenbedingungen

ergaben – sei es auf Grund

mangelnder Investitionsbereitschaft

des Eigentümers oder Webfehlern im

Ansiedlungskonzept. Wichtig für den

Ansiedler ist, dass die interessanten

Flächen frei von Altlastenproblematiken

sind. Ansiedlungsbeschränkungen, z.B.

ein Vorbehalt der ansässigen Unternehmen

gegen bestimmte Wettbewerber

oder Branchen, sollten geklärt sein. Eine

Werksgrenzenverlegung nach innen,

um im Gürtelbereich vermeintlich attraktivere

Gewerbeflächen zu schaffen,

muss mit Fingerspitzengefühl erfolgen.

Vermietung, Verpachtung oder Grunderwerb

müssen nachvollziehbar sein.

Dienstleistungs- und Infrastrukturangebot

Das Dienstleistungsangebot ist im

überwiegenden Teil der Standorte

hinreichend und wird selten das maßgebende

Kriterium zur Ansiedlung sein.

Die Philosophie eines Industrieparks


edingt, dass es gemeinschaftliche

Einrichtungen und Infrastrukturen gibt,

die eine kostengünstige Ver- und Entsorgungssicherheit

für alle ansässigen

Unternehmen garantieren. Meist sind

diese in sogenannten Pflichtleistungen

gebündelt, deren verbindliche Abnahme

in Standort- oder Mietverträgen

festgeschrieben ist. Doch genau diese

Pflichtleistungen schrecken oft wegen

versteckter zusätzlicher Kosten ab.

Jeder Ansiedler muss akzeptieren, dass

das Modell Industriepark nur gemeinschaftlich

funktioniert. Transparenz ist

hier wichtig. Sind z. B. die Kanalgebühren

ein Teil von Pacht- und Kaltmiete

oder werden diese separat berechnet?

Wie stabil sind die Preise, wer bestimmt,

wie sich die Preise entwickeln dürfen

und was wird für die Optimierung der

Kosten getan? Wer trägt die Investitionskosten,

wenn Kanäle oder Anlagen

saniert oder erneuert werden müssen?

Was ist mit Remanenzen z.B. im Falle

einer Abwanderung?

Industrieparkkonzept

Wichtig ist, dass in einem Industriepark

klare Rollen und Zuständigkeiten

definiert sind, da ein Ansiedler deren

spezifische Ausprägung auch erwartet.

Es ist z.B. sehr schwierig nachzuvollziehen,

wenn die Rolle des Verwalters

bzw. Industrieparkbüros nicht losgelöst

ist von der Rolle des Betreibers

bzw. Dienstleisters am Standort. Der

Verwalter ist zuständig für die Flächenvermarktung

und trägt dafür Sorge,

dass die Interessen aller ansässigen

Unternehmen (Produzenten (als Nutzer)

sowie Dienstleister) sorgfältig austariert

sind. Der Betreiber will seine Infrastrukturkosten

decken und ist somit an

hohen Erlösen, einer bestmöglichen

Monopolstellung und vielen Pflichtleistungen

interessiert. Oft ist aber die

Betreiber- und Dienstleistungsgesellschaft

auch zuständig für die Ansiedlung

selbst, womit sich ein Interessenskonflikt

ergibt: entgegen des Bedarfs

eines Ansiedlers sollen möglichst viele

Dienstleistungen mitverkauft werden.

Weiteres Konfliktpotenzial bieten sogenannte

Standortgremien, sofern ihre

Kompetenzausübung nicht auf klaren

Statuten basiert.

Hier hat die Rolle des Verwalters oder

Industrieparkbüros einen besondern

Stellenwert und sorgt für die Wahrung

von Rechten und Pflichten im Sinne

aller Standortansässigen sowie eine

einheitliche Standortaußendarstellung.

Das Industrieparkkonzept beschreibt

Incentivierungsmechanismen und

Konditionenmodelle für Ansiedlungsinteressierte,

mit denen durch erfolgreiche

Ansiedlung das Gemeinwohl am

Standort gesichert wird.

Standortvermarktung

Ein funktionierendes Industrieparkkonzept

unterstützt die Flächenvermarktung.

Es definiert die zuständige

Vermarktungsrolle und liefert bereits

Konstrukte, die in das Vermarktungskonzept

einfließen. Die Vermarktung ist

ein aktiver Prozess. Es reicht in der Regel

nicht aus zu warten, bis ein Interessent

sich meldet. Das Flächenangebot muss

von den potenziellen Bewerbern wahrnehmbar

sein. Dafür muss ein konkretes

Angebot formuliert sein. Es ist ein Spagat,

sich auf der einen Seite für jegliche

Form von Ansiedlern offen anzubieten.

Auf der anderen Seite ist es schwierig

den Standort aktiv zu vermarkten,

wenn die Zielgruppe nicht klar definiert

ist. Daher sollten die standorteigenen

Vorteile und Differenzierungsmerkmale

herausgearbeitet, das Idealprofil eines

Ansiedlers erstellt und dessen Nutzen

beschrieben sein.

Fazit

Gezielte Ansiedlungen führen zu einer

Entlastung aller am Standort ansässigen

Unternehmen und stärken das

Gesamtkonstrukt Industriepark, wenn

bestimmte Prämissen beachtet werden.

Jedes Industrieparkmodell ist im

Grundsatz ansiedlungstauglich, wenn

bestimmte Voraussetzungen erfüllt

sind. Dies sind tatsächlich verfügbare

Flächen, ein definiertes Industrieparkkonzept,

das alle Spielregeln für den

gemeinsamen Umgang, Rollen, Ansprechpartner

und Verantwortlichkeiten

und die Dienstleistungsbeziehungen

beschreibt sowie ein auf das Profil

von Standort und Ansiedlern maßgeschneidertes

Vermarktungskonzept, das

eine erfolgreiche aktive Vermarktung

ermöglicht.

Autor: Benjamin Fröhling

Start Management Consulting

Stadttor 1, 40219 Düsseldorf

+ 49 211 3003 375

benjamin.froehling@startmc.de

www.startmc.de

Sites & Services 21

Sites & Services 25


Foto: Stolze Besitzer eines neuen Unikums

in der deutschen Feuerwehrwelt: Dr.

Thorsten Peine, stellvertretender Leiter

Das neue Wunderkind der Werkfeuerwehr

des Industrieparks

Höchst trägt den schlichten Namen

„Gerätewagen Atemschutz/Dekon“.

Dahinter verbirgt sich ein Novum unter

deutschen Feuerwehrfahrzeugen, das

in enger Zusammenarbeit von Experten

der Werkfeuerwehr und der Firma Rosenbauer

speziell für den Industriepark

entwickelt wurde: Als erstes Fahrzeug

hat der 440 PS starke und bis zu 26

Tonnen schwere Gerätewagen zwei

komplett integrierte Duschkabinen zur

Reinigung von durch chemische Stoffen

kontaminierten Personen. Außerdem

trägt er zwölf komplette Ausrüstungssätze

mit Atemschutzausrüstung und

Chemieschutzanzügen. Damit stellt

er eine innerhalb weniger Minuten

einsatzbereite, vollkommen autonome

Sites & Services 26

der Werkfeuerwehr des Industrieparks

Höchst, Dr. Jan-Robert Schwark, Geschäftsfeldleiter

Industrieparkdienste bei

Rettungsdusche auf sechs Rädern

Neues Sonderfahrzeug „Gerätewagen Atemschutz/Dekon“ ist Novum unter

deutschen Feuerwehrfahrzeugen

Einheit dar, um chemische Stoffaustritte

zu bekämpfen und vom Stoffaustritt

Betroffene zu retten und zu reinigen.

Rüstzeiten und Personaleinsatz auf

ein Viertel reduziert

Den Anstoß für die Entwicklung des

neuen Fahrzeugs gab der altersbedingte

Ersatz des bisherigen Gerätewagens

„Atemschutz“. „Dabei haben wir gemerkt,

dass wir mit den marktüblichen

Fahrzeugen unseren stetig gewachsenen

selbstgesteckten Qualitätsanspruch

nicht mehr halten konnten“, so

Dr. Jan-Robert Schwark, für die Werkfeuerwehr

verantwortlicher Leiter des

Geschäftsfeldes Industrieparkdienste

bei Infraserv Höchst, dem Industrieparkbetreiber.

„Wir wollten unsere

Infraserv Höchst und Dr. Markus Bauch,

Leiter der Werkfeuerwehr (v.l.n.r.). © 2010

Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

Möglichkeiten zur Dekontamination,

das heißt zur Reinigung von schädlichen

Stoffen, erweitern – und zwar

sowohl im Hinblick auf die Einsatzkräfte

in ihren Chemikalienschutzanzügen

als auch im Hinblick auf potentiell mit

Chemikalien in Berührung gekommene

Betriebsangehörige“. Dabei sei klar

geworden, dass die gängigen Lösungen

immer Rüstzeiten von etwa 20 Minuten

für das Aufbauen von Duschzelten

erfordert und dabei bis zu vier Einsatzkräfte

gebunden hätten. „Einsatzkräfte,

die bei einem Ernstfall an anderer

Stelle gebraucht werden“, so Schwark.

„Unser neues Fahrzeug kann von einem

einzigen Mitarbeiter in nur fünf Minuten

komplett einsatzbereit gemacht

werden.“ Beide Duschen, die Kalt- und

Warmwasserversorgung, der Lichtmast


zur gezielten Beleuchtung des engeren

Einsatzortes, die Wetterschutzmarkisen

und die Umkleidekabine mit der Chemie-

und Atemschutzausrüstung seien

dann startklar.

Eine durchdachte Lösung

„Das ganze Fahrzeug zeigt, dass hier

durchdachte Lösungen geschaffen

wurden“, freut sich Dr. Thorsten Peine,

stellvertretender Leiter der Werkfeuerwehr

von Infraserv Höchst, über den

Zuwachs in seinem Fuhrpark. „Durch

intelligentere Platzverteilung bekommen

wird deutlich mehr Ausrüstung

mit, als mit dem vorherigen Fahrzeug.

Somit steigt auch die Menge der Spezialausrüstung,

die mit an den Einsatzort

gelanget.“ Insgesamt 600.000 Euro war

dem Industrieparkbetreiber Infraserv

Höchst die deutliche Verbesserung der

Einsatzfähigkeit wert. Dass sich die Mitarbeiter

jetzt nicht mehr bei Wind und

Wetter draußen umziehen müssten, sei

da nur eine Nebenerscheinung für die

Einsatzkräfte, so Peine – wenngleich

eine angenehme.

Säubern nach dem Ampelsystem

Die Dekontamination durch das

Fahrzeug funktioniert nach dem

Ampelsystem, von rot nach grün:

Einsatzkräfte, an deren Schutzanzügen

noch Rückstände gesundheitsschädlicher

Stoffe sein könnten, werden als

„rot“ eingestuft und gehen zunächst

in die klappbare Außendusche an der

Rückseite des Fahrzeuges. Hier können

sie sich entweder selbst mit Hilfe von

Boden- und Handbürsten reinigen oder

werden durch den Dekontaminationstrupp

gereinigt. Danach verlassen sie

die Dusche wieder als „gelb“ eingestuft.

Anschließend ziehen sie ihre Schutzkleidung

aus und entsorgen diese in einem

in die Fahrzeugwand eingelassenen

Container. Dann betreten sie durch eine

gelb markierte Tür die Innendusche,

in der sie sich komplett ausziehen und

wahlweise mit kaltem oder warmem

Wasser erneut duschen können. Durch

eine grün gekennzeichnete Tür verlassen

sie die Dusche und finden im

Fahrzeug gleich ihre persönliche Wechselkleidung

vor.

Betriebsmitarbeiter, die durch chemische

Stoffe kontaminiert sind, werden

direkt in die Innendusche geführt. Für

sie hält das Fahrzeug etliche Sets mit

Ersatzkleidung, Handtüchern und Hautschutzlotion

vor. Verletzte Personen

können liegend in der Außendusche

dekontaminiert werden. Das Fahrzeug

ist mit einem 1.000 Liter Wassertank

ausgerüstet, mit dessen Hilfe über 50

Personen dekontaminiert werden können.

Das gesamte Reinigungswasser

wird in fahrzeugeigenen Tanks aufgefangen

und anschließend fachgerecht

entsorgt.

Gute Zusammenarbeit

Peine lobt die hervorragend Zusammenarbeit

mit der Österreichischen

Firma Rosenbauer, die das Fahrzeug

gemeinsam mit der Höchster Werkfeuerwehr

entwickelt und gebaut hat. „Wir

haben auch in Deutschland Lieferanten

angefragt, sind aber nicht auf die

gleiche Expertise gestoßen – und die

war uns wichtig“, resümiert der Feuerwehrmann.

Auch für die Firma Rosenberger

könnte sich die Zusammenarbeit

langfristig auszahlen: Mit Zustimmung

von Infraserv Höchst darf Rosenbauer

die Neuentwicklung jetzt auch anderen

Werkfeuerwehren anbieten – dort ist in

den vergangenen Monaten wiederholt

Interesse an dem außergewöhnlichen

Fahrzeug bekundet worden.

Foto: Schnell wieder sauber: Binnen weniger

Minuten ist der neue „Gerätewagen

Atemschutz/Dekon“ startklar, um zum

Beispiel Einsatzkräfte im Schutzanzug

von chemischen Stoffen zu reinigen. ©

2010 Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

Sites & Services 23

Sites & Services 27


Die Schweizer Energieunternehmung

Repower plant, auf dem

Gelände des CHEMPARK Leverkusen

ein Gas- und Dampfkraftwerk

(GuD) mit einer Leistung von circa 430

Megawatt zu bauen. Insgesamt sollen

rund 340 Mio. Euro investiert werden.

Der Betrieb des Gas- und Dampfkraftwerks

schafft etwa 25 hoch qualifizierte

Stellen. Auf Basis der umweltschonenden

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

erreicht die Anlage einen Brennstoffnutzungsgrad

von über 80%. Als

Betreiber und Manager des CHEMPARK

Leverkusen soll CURRENTA Dampf aus

dem Kraftwerk beziehen und damit die

Unternehmen am Standort versorgen.

Das Kraftwerksprojekt der Repower

AG wird in enger Zusammenarbeit

mit CURRENTA entwickelt. In dem modernen

Kraftwerk wird sowohl Strom für

die Kunden von Repower auf dem deutschen

Markt als auch Dampf für den

Sites & Services 28

CHEMPARK produziert. Repower kann

weitere eigene Kraftwerkskapazitäten

in ihrem Schlüsselmarkt Deutschland

aufbauen, CURRENTA sichert eine hoch

effiziente und kostengünstige Versorgung

der im CHEMPARK Leverkusen

ansässigen Unternehmen mit Dampf.

Hoher Wirkungsgrad

Das Kraftwerk verfügt über eine elektrische

Leistung von ca. 430 Megawatt.

Mit dieser Leistung können jährlich

rund 800.000 deutsche Haushalte mit

Strom versorgt werden. Durch die

zusätzliche Einspeisung von Prozessdampf

in das Leitungsnetz des CHEM-

PARK Leverkusen wird aus dem GuD-

Kraftwerk eine KWK-Anlage, die einen

sehr hohen Brennstoffnutzungsgrad

von über 80% erreicht. Die Auslegung

des Kraftwerks wird speziell auf die

Bedürfnisse der Chemiepark-Partner

abgestimmt, sodass die Dampfversorgung

bedarfsgerecht auf unterschied-

lichen Druckstufen erfolgen wird. Für

den Bau des Kraftwerks setzt Repower

aus Überzeugung modernste Komponenten

und Technologien ein.

Die neue Anlage würde die bestehenden

Gaskessel in den Kraftwer-

CHEMPARK Leverkusen:

Repower plant den Bau eines

Gas- und Dampfturbinenkraftwerks

CURRENTA soll technische Betriebsführung übernehmen / Investition von rund 340 Millionen Euro steigert Wettbewerbsfähigkeit

des CHEMPARK und unterstützt die Repower-Tätigkeit in Deutschland.

Foto: Vor Ort machten sich (v.l.) Felix

Vontobel, stellv. CEO der Repower

AG; CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst

Grigat; Stadtkämmerer Rainer Häusler;

Projektleiter Heiko Schmitt von

Currenta und Dr. Daniel Fritsche,

Projektleiter der Repower AG ein Bild

von der möglichen Baufläche.

ken im CHEMPARK Leverkusen um eine

klimafreundlichere und wirtschaftlichere

Technologie ergänzen. Damit wird

eine besonders effiziente Energiebereitstellung

zu verbrauchsintensiven Zeiten

- also in der Regel werktags - gewährleistet.

Derzeit werden alle für das

Genehmigungsverfahren erforderlichen

Unterlagen vorbereitet.

Starke Basis für Tätigkeit im

deutschen Markt

Deutschland ist für Repower ein Schlüsselmarkt

und für die Marktaktivitäten

des Unternehmens von großer Bedeutung.

Zusätzliche Produktionskapazität


ist die Grundlage für den weiteren

Ausbau der Repower-Tätigkeiten auf

diesem Markt. Die Anlage in Leverkusen

wird zu 100% Eigentum von

Repower sein.

Repower setzt auf ein breites Produktionsportfolio;

erst kürzlich gab die

Firma den Kauf von zwei Windparks in

Prettin (Sachsen-Anhalt) und in Lübbenau

(Brandenburg) bekannt. "Mit

dem künftigen Kraftwerk in Leverkusen

werden wir unsere eigene Produktionsbasis

in Deutschland deutlich stärken

und diversifizieren können", kommentiert

Felix Vontobel, stellvertretender

CEO und Leiter Anlagen, das Projekt.

"Damit können wir unsere Handels- und

Vertriebstätigkeiten in Deutschland auf

eine starke eigene Basis stützen, was

uns auch die Weiterentwicklung dieses

Marktes ermöglicht."

Der CHEMPARK - ein idealer Standort

im Zentrum Europas

Auch für den CHEMPARK ist eine zuverlässige,

umweltgerechte und kostengünstige

Energieversorgung von großer

Bedeutung. "Wir freuen uns, wenn wir

mit der Schweizer Firma Repower einen

neuen wichtigen Partner im CHEMPARK

Leverkusen begrüßen dürfen. So rücken

wir auch unserem Ziel - Europas attraktivster

Chemiepark zu werden - wieder

ein Stück näher", betont der CHEMPARK-

Leiter. Grigat weiter: "Für uns ist Dampf

einer der wichtigsten Energieträger

bei der Herstellung von chemischen

Produkten. Durch die Flexibilität des

modernen Kraftwerks gestalten wir die

Energieversorgung dann auch weiterhin

bedarfsgerecht und effizient."

Der Geschäftsführer des CHEMPARK-

Betreibers CURRENTA, Dr. Klaus Schäfer,

hebt die besondere Bedeutung

des Klimaschutzes bei diesem Projekt

hervor: "Das geplante Kraftwerk trägt

dazu bei, dass wir auch in Zukunft auf

eine umweltfreundliche Energieversorgung

zurückgreifen können. Und: Wir

unterstützen damit auch die Ziele der

Bundesregierung, die es sich zum Ziel

gesetzt hat, den Anteil des umweltschonenden,

in Kraft-Wärme-Kopplung

produzierten Stroms bis zum Jahr 2020

auf 25% zu erhöhen. Da die chemische

Industrie zu den energieintensiven

Branchen gehört, ist der CHEMPARK

bestens geeignet, die Ziele der Bundesregierung

zum Erreichen der 25%-Marke

für KWK-Strom zu unterstützen."

Ein positives Signal für die Region

Das neue Kraftwerk im CHEMPARK - der

sowohl auf Leverkusener als auch auf

Kölner Stadtgebiet liegt - stellt auch ein

besonders wichtiges Signal für die beiden

Städte und somit für die gesamte

Region dar. "Die heutige Nachricht tut

unserer Stadt gut. Für Leverkusen ist

das eine begrüßungswerte Initiative

und Investition, die die Unternehmen

am Standort sichert. Die geplante Investition

für ein neues Gas- und Dampf-

Kraftwerk im CHEMPARK Leverkusen

ist ein eindeutiges Bekenntnis zum

Standort. Wir freuen uns", sagt Stadtkämmerer

Rainer Häusler in Vertretung

für Leverkusens Oberbürgermeister

Reinhard Buchhorn.

Dr. Frank Obermaier, Geschäftsführer

der Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Leverkusen, freut sich ebenfalls:

"Der Wirtschaftsstandort Leverkusen

beweist mit der aktuellen Investition

im CHEMPARK einmal mehr, dass er

lebendig und wettbewerbsfähig ist. Die

Investition in ein neues GuD-Kraftwerk

ist eine gute Nachricht für Leverkusen

und den CHEMPARK, denn die Rahmenbedingungen

für eine effiziente Produktion

- und damit für zukunftsfähige

Arbeitsplätze - werden verbessert."

Für die Stadt Köln ist das GuD-Kraftwerk

ebenfalls von großer Bedeutung.

Oberbürgermeister Roters: "Köln ist Industriestadt

- Fahrzeugbau, chemische

Industrie, Maschinenbau und Elektrotechnik

sind die Fundamente dieses erfolgreichen

Standortes. Dieser braucht

ausreichend Fläche, die im CHEMPARK

optimal angeboten wird. Diese Industrien

benötigen eine gesicherte Energieversorgung.

Dafür wird dieses große

Investment geplant, das die Zukunftsfähigkeit

der Region sicherstellt."

(Foto: Zukünftiger Standort des GuD-

Kraftwerks im CHEMPARK Leverkusen.)

Sites & Services 29


Nach zehn Monaten Bauzeit

weihte der Standortbetreiber

Pharmaserv im August das neue

Logistikzentrum M484 im Werksteil

Görzhausen ein. Der mit einer Gesamtfläche

von 2.640 Quadratmetern große

Lagerbau bietet Raum für circa 2.800

Palettenplätze und dient der Vereinnahmung,

Lagerung und dem Versand

von Fertigarzneimitteln sowie weiteren

Warengruppen. Mit der Fertigstellung

des neuen GMP-Lagers setzt Pharmaserv

einen weiteren Meilenstein für

eine erfolgreiche Zukunft am Standort

Behringwerke.

„Das neue Logistikzentrum zeigt unsere

Innovationskraft bei der Umsetzung

partnerschaftlicher Konzepte und

unterstreicht die Leistungsfähigkeit von

Pharmaserv“, erklärt Thomas Janssen,

Geschäftsführer Pharmaserv. Die Erstellung

des neuen Lagers stellt für den

Standortbetreiber die umfangreichste

Einzelinvestition in der Firmengeschichte

dar. Hauptnutzer ist CSL Behring,

ein weltweit führendes Unternehmen

im Bereich der Plasmaprotein-Biotherapeutika.

Die Besonderheit dieses

Logistikgebäudes, das nach pharmazeutischem

Standard erstellt ist, besteht

in den unterschiedlichen Temperaturbereichen

(2 bis 8 Grad Celsius und 15

bis 25 Grad Celsius), die es ermöglichen,

empfindliche Fertigarzneimittel zu

lagern, kommissionieren und luftfrachtgerecht

zu verpacken. Die Temperatur

im sogenannten „Ambient Bereich“ (15

bis 25 Grad) wird durch ein modernes

Luftkanalsystem gewährleistet. Je nach

Temperatur wird durch Stoffschläuche,

die an der Decke befestigt sind, kalte

oder warme Luft in den Lagerbereich

geführt und dort gezielt verteilt. Im

Kaltbereich (2 bis 8 Grad) sorgen redundante

Kälteverdichter, Verdampfer-

und Schleusensysteme für eine sichere

Kühlkette.

Optimaler Prozessablauf

Durch die direkte räumliche Anbindung

an das vor vier Jahren in Betrieb

genommene Lagergebäude M 483

konnten die Prozesse weiter optimiert

werden: Die Wareneingangsanmeldung

von Rohstoffen und Stückgut erfolgt

wie gehabt. Fertigarzneimittel, Handelswaren,

oder Einzelteile werden im

neuen Lagerbüro in M484 angemeldet.

Je nach Ware und Temperaturanforderung

wird dem Fahrer ein entsprechendes

Tor zugewiesen. Die Ware wird

daraufhin entladen und im Warenein-

Sites & Services 30

gangsbereich M484 kalt oder warm

bereitgestellt. Eine spezielle absenkbare

Überladebrücke im Warmbereich

erleichtert den Entladungsprozess

bei kleineren Fahrzeugen. Die Verladetechnik

im Kaltbereich ermöglicht

einen Be- und Entladevorgang, ohne

dass die Ware einer Veränderung der

Umgebungsbedingungen ausgesetzt

ist. Der LKW fährt geschlossen bis

zur Rampe, an der das Heck des LKW

mit einem Airbag umschlossen wird,

bevor die Tür geöffnet und die Rampe

ausgefahren wird. Im Wareneingangsbereich

erfolgt die Kennzeichnung der

Paletten mit einem Etikett samt Barcode

zur eindeutigen Identifizierung und

Rückverfolgbarkeit. Die Angaben auf

dem Lieferschein werden mit der Ware

und gegebenenfalls den übertragenen

Schnittstellendaten genauestens

abgeglichen. Ist die Prüfung erfolgreich,

werden systemseitig die optimalen

Lagerplätze reserviert und die Einlagerungsbefehle

per Funk an den Stapler

gesendet. Nach Verbringung der letzten

Palette auf den Lagerplatz wird der Wareneingang

gebucht und gegebenenfalls

über Schnittstellen übertragen.

Pharmaserv weiht neues

Logistikzentrum ein


Foto: von links: Thomas Janssen (Geschäftsführer Pharmaserv), Egon Vaupel (Oberbürgermeister der Universitätsstadt Marburg),

Carola In Merkenich Adler (Leiterin wird hochqualifizier-

Warehousing, Pharmaserv), Ulrich Triebel (Projektleiter Pharmaserv), Dr. Martin Egger (Leiter Logistik, Pharmaserv),tes

Fachpersonal Martin Hobi (Director eingesetzt. Logistics Europe, CSL Behring), Conrad Holetzeck (Head of Warehousing & Distribution Management,

CSL Behring), Dr. Roland Martin (Geschäftsführer CSL Behring)

Reibungslose Kommissionierung

und Warenannahme

Das GMP-Lager verfügt über Verschieberegal-Anlagen,

die eine optimale

Platzausnutzung gewährleisten. Die

Kommissionierung der Ware erfolgt Regalweise.

Als Lagerverwaltungssystem

wird die Navision-basierte Lösung „SNC-

Logistics“ angewandt. Dieses System ist

voll in das ERP-System von Pharmaserv

integriert und über mehrere Schnittstellen,

sowohl im Rohstoff- und Produktionshilfsmittel-

als auch im Fertigarzneimittelbereich

mit dem Kunden-ERP von

CSL Behring verbunden. Dadurch wird

eine optimale Integration der Prozesse

gewährleistet.

Die Avisierung einer Auslagerung

erfolgt ebenfalls über die Schnittstelle.

Die Information, welche Verpackung die

Ware erhält, liegt der Lieferung von CSL

Behring bei. Systemseitig werden dem

Staplerfahrer die Plätze und Paletten

angezeigt, die in den Packbereich

gebracht werden müssen. Er bestätigt

die Aufnahme und Verbringung der

Ware durch Scannen der Barcodes.

Im Packbereich wird die Ware nach

Vorgabe und Packschema des Kunden

gepackt. Je nach Anforderung werden

die Emballagen (Packmittel) mit Kühlakkus

bestückt. Nach Beendigung des

Verpackungsprozesses wird die Ware

abgemessen, gewogen, die ermittelten

Daten systemseitig erfasst und über die

Schnittstelle an CSL Behring übermittelt.

Nach diesen Daten richten sich

Ausfuhranmeldung und Frachtraumplanung.

Zusätzlich zu den Verpackungsschritten

werden die Einheiten mit

sogenannten Datenloggern versehen,

die eine nahtlose Dokumentation und

Überwachung der Temperaturführung

ermöglichen. Ist der Warenausgang

nicht zeitnah avisiert, wird die Ware in

die Bereitstellungszone (Warm- oder

Kaltbereich) umgelagert. Am Tag der

Verladung werden die Aufträge im Warenannahmebereich

bereitgestellt und

nach Verladung in den LKW gebucht.

Die Warenausgangsbuchung wird

ebenfalls über Schnittstellen in Echtzeit

an CSL Behring übertragen.

Reglementierter Beauftragter

für Luftfracht

Die Kommissionierung und Verpackung

von Luftfrachtsendungen erfolgt

ebenfalls im neuen GMP-Lager. Als

reglementierter Beauftragter für Luftfracht

ist Pharmaserv trotz verschärfter

Sicherheitsstandards autorisiert, Waren

zur direkten Verladung in Flugzeuge zu

transportieren – ohne zeitraubenden

Sicherheitscheck auf dem Flughafen.

Sollte die Luftfracht aufgrund ungeplanter

Vorkommnisse dennoch als „un-

secured“ eingestuft werden, gewährleistet

ein Dienstleistungsvertrag die

ordnungsgemäße Prüfung durch die

vorgeschriebene Röntgenkontrolle. Mit

der Zulassung zum „Reglementierten

Beauftragten“ kann Pharmaserv somit

für die Luftfracht-Sendungen ihrer Kunden

eine durchgehende Sicherheitskette

gewährleisten.

Monitoringsystem (MOPL)

im GMP-Lager

Um die unterschiedlichen Temperaturzonen

in dem neuen Logistikzentrum

zu überwachen, hat Pharmaserv

Temperatursensoren an definierten

Stellen im Lagergebäude installiert, die

mit einem digitalen Prozessvisualisierungssystem

verbunden sind, in dem

Grenzwerte programmiert und geschaltet

sind. Um den GMP-Anforderungen

zu entsprechen, werden die Messwerte,

Störmeldungen und Benutzereingriffe

in einer Datenbank aufgezeichnet. Das

Prozessvisualisierungssystem stellt

aktuelle Messwerte und Diagramme

dar, leitet Störmeldungen weiter und

versendet Statusmeldungen. Der Vorteil

gegenüber einem herkömmlichen stationären

Leitsystem liegt in der besonderen

Handhabung dieser Technologie:

Alle Ansichten und Funktionen können

mit entsprechender Berechtigung über

das Internet abgerufen werden.

Sites & Services 31


Sites & & Services 32

24

i nter v i e w

Foto links unten: Das Netzwerk

Innovative Werkstoffe ist von großer

Bedeutung auch für den Standort

Leverkusen, erklärten beim "materials

day" (v.l.n.r.) Karl-Uwe Bütof, Ministerialdirigent

beim NRW-Wirtschaftsministerium,

Wolfgang Paczenski,

Sprecher des Netzwerks, CHEMPARK-

Leiter Dr. Ernst Grigat, Dr. Frank Obermaier

von der Wirtschaftsförderung

und Leverkusens Oberbürgermeister

Reinhard Buchhorn.

Am 30. Juni 2010 feierte das „Netzwerk

Innovative Werkstoffe (IW)“

seine Gründung und veranstaltete

gleichzeitig mit dem Landescluster

Nano.Mikro+Werkstoffe (NMW) den

ersten „materials day“ im Kölner

Tanzbrunnen. Das Netzwerk verdankt

sein Entstehen maßgeblich

dem CHEMPARK, den Industrie- und

Erfolg macht sexy!

Interview mit Wolfgang Paczenski, Sprecher des

Netzwerks Innovative Werkstoffe.

Handelskammern der Region und

der Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Leverkusen (WfL). „Sites &

Services“ sprach mit Wolfgang Paczenski,

Sprecher des Netzwerks.

Sites & Services: Warum hat sich das

Netzwerk auf innovative Werkstoffe

fokussiert?

Wolfgang Paczenski: Innovative

Werkstoffe sind ein Zukunftsthema,

auch wenn uns das oft gar nicht

bewusst ist. Technische Kunststoffe,

Verbundmaterialien, intelligente

Oberflächen, neuartige Lacke,

Beschichtungen und Folien werden

wesentlichen Einfluss darauf haben,

wie sich unser Alltag und unser Lebensraum

entwickeln. Nicht zuletzt

deshalb setzt auch der CHEMPARK

auf dieses Schlüsselthema, und

beim Landescluster NMW spielt es

ebenfalls eine wichtige Rolle. Wir

alle wollen die Attraktivität der

Region insgesamt weiter erhöhen,

indem wir dieses Kompetenzfeld

systematisch ausbauen.

S & S: Was wollen Sie mit dem Netzwerk

erreichen?

W.P.: Wir sind angetreten, um Ideen

und Konzepte schnell und effizient

in den Markt zu bringen, um

durch Kooperation und Vernetzung

wirtschaftlichen Erfolg für unsere

Partner zu generieren. Was uns auszeichnet,

ist der regionale Fokus auf

das Rheinland und die Ausrichtung

auf die gesamte Wertschöpfungskette,

vom Hochschulinstitut über

Rohstoff- und Maschinenhersteller


is zum Verarbeiter, Endprodukt-

Hersteller, Vermarkter und Dienstleister.

Das Rheinland verfügt bereits

über beträchtliches Potenzial auf

dem Gebiet der innovativen Werkstoffe,

das es zu koordinieren und

gemeinsam zu nutzen gilt.

S & S: Welche Projekte haben Sie in

der Planung?

W.P.: Wir arbeiten gerade intensiv

daran, Partner für ein konkretes

Projekt zu interessieren und zusammenzubringen.

Thema wird voraussichtlich

der Einsatz von Additiven in

neuen High-Tech-Kunststoffen sein.

Parallel bringen wir einen Förderantrag

für dieses Netzwerkprojekt auf

den Weg und wollen noch in diesem

Jahr in die konkrete Projektarbeit

einsteigen. So kann das Netzwerk

am besten zeigen, wie es Mehrwert

schafft – viel besser als mit Hochglanzbroschüren

oder Werbebriefen.

Weil Zeit ein wichtiger Faktor ist,

nutzen wir intensiv flexible, schnelle

Kommunikationswege wie das Web

oder interaktive Dialog-Plattformen.

S & S: Derzeit befindet sich das Netzwerk

noch im Aufbau. Wie wollen Sie

neue Partner gewinnen?

W.P.: In erster Linie bauen wir dabei

auf institutionelle Partner wie IHKs

und Wirtschaftsförderungsein

richtungen mit ihrer Kenntnis der

Unternehmenslandschaft. Potenzielle

Projektpartner zu motivieren

und zu verknüpfen, erfordert dann

vor allem gegenseitiges Verständnis

und Vertrauen. Das schafft man am

besten im persönlichen Gespräch.

Deshalb reise ich viel, spreche mit

möglichen Partnern, werbe für unsere

Idee und erläutere ihr Potenzial.

Das werde ich auch Ende Oktober

auf der Kunststoffmesse K 2010 in

Düsseldorf tun, und zwar auf dem

Gemeinschaftsstand des Cologne-

Bonn-Business e.V. in Halle 7 – mit

Partnern entlang der ganzen Wertschöpfungskette.

Auf der neuen

Fachmesse „InnoMateria“ im März

2011 in Köln werden wir ebenfalls

vertreten sein. Last but not least gilt

auch für uns: „Erfolg macht sexy!“

Wirtschaftlicher Erfolg ist die beste

Motivation: für uns selbst, aber auch

für unsere derzeitigen und die zukünftigen

Partner.

Foto links:

Wolfgang Paczenski

Telefon: 0214-206 4036

Mobil: 0176-32 361 270

w.paczenski@netzwerk-iw.de

www.netzwerk-iw.de

Fotos Mitte und rechts unten: Gespräche

an den Ausstellungsständen

der beteiligten Institutionen beim

„materials day“ in Köln

Sites & Services 25

Sites & Services 33


© julien tromeur | fotolia.com

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