DAS PFEFFER, Ausgabe Herbst 2013

maikahrens

Vom Emskopp bis zum Friesengeist. Magazin für den Raum Papenburg und Umgebung.

Herbst 2013 · kostenfrei

DAS PFEFFER

VOM EMSKOPP BIS ZUM FRIESENGEIST

Interview mit

DJ UWE MÜLLER

Papenburg

BAHNHOF

Hallervorden

SEIN LETZTES RENNEN


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Editorial

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

in dieser Ausgabe von DASPFEFFER finden

Sie ein Interview mit Atze Schröder,

der wie immer mit seiner schnoddrigen

Art von sich reden macht. Diesmal hat

er ein Buch geschrieben. Mehr dazu auf

den nächsten Seiten. Lesen Sie selbst.

Wir waren auf den Spuren des Papenburgers

Bahnhofs, eine Geschichte

über Jahrhunderte.

Wenn man so eine Geschichte schreibt,

überkommt einen fast ein wenig

Trauer, die Zeit nicht für einen kurzen

Augenblick zurückdrehen zu können,

um die Eisenbahnerfamilien kennenzulernen

oder um einen kurzen Moment

der Jahrhundertwende zu erleben.

Danke an Martin Janssen für die Bereitstellung

der Fotos.

Der Wohnungsmarkt in Papenburg ist

immer noch eng. Ein weiteres, neues

Wohngebiet wird aus dem Boden gestampft.

Ein Gespräch mit Gerrit Terfehr

und Heinz Sander.

Natürlich hat Hanno Rehbock wieder

dazu beigetragen, dass auch der Bereich

Gesundheit abgedeckt wird und

das macht er, wie immer, perfekt.

Natürlich dürfen auch ein Filmtipp sowie

die Kanalratte nicht fehlen – alles

das in dieser neuen Ausgabe von DAS-

PFEFFER.

Viel Spaß beim Lesen:

Andrea T. Loose

DAS PFEFFER 3

Wir fahren Sie

auch im

goldenen

Oktober

sicher ans Ziel!

Bild: Maik Ahrens


4 DAS PFEFFER


Erstmal Inhalt -

damit Sie einen

Überblick gewinnen.

Inhalt

Titelthemen

Autocrossrennen aus Leidenschaft. 6

Das traurige Sterben für ein Stück Pelz 18

Wohnraum in Papenburg 21

Ein bisschen mehr Bahnhof,

ein sehr altes, gutes Gefühl. 24

Buch-/Filmbesprechungen

Atze Schröder: Und dann kam Ute 26

Svenja Bhatty: Eine Rose am Auto 28

Dieter Hallervorden: Sein letztes Rennen 29

Medizin

Rheuma erkennen und behandeln 10

Lymph- und

Lipödemtherapie

leicht gemacht

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Technische Orthopädie & Rehatechnik

24

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DAS PFEFFER 5

Verbrauchertipp

Erdgas - auf Dauer ein echter Zukunftsantrieb! 13

Vom Schnuppertag zum Traumberuf 14

Wohnvergnügen der besonderen Art 15

Das Schaf - Wirtschaftskrise und Rezept 27

Portrait

DJ Uwe Müller - Tack. Klang passt zur Echtzeit. 17

Veranstaltungen

Magisch Samhain in Bourtange 23

Frauen laden zum „Herbstzauber“

in den Alten Bauhof Surwolds ein. 30

Rubriken

Editorial 3

Impressum 30


6 DAS PFEFFER

Autocrossrennen aus Leidenschaft.

Sensationeller Erfolg in Italien im Supper Buggy

Spezialcrossfahrzeug - Allrad - Motor: Volvo (Fotos: www.mcc-rhede.de, 2013)

Bernd Stubbe aus Rhede ist zum vierten

Mal Europameister geworden.

Schon als kleines Kind begeisterte ihn

der Motorsport. Papa Gerd Stubbe,

einst deutscher Meister im Autocrossrennen,

sein einstiges, großes Vorbild

für den damals kleinen Blondschopf.

„Unser Bernd braucht eigentlich nur

einen Arbeitsanzug“, erklärte seine

Mutter bereits vor 20 Jahren. In der Tat

traf man ihn als Kind schon mit blauem

Arbeitsoverall an. Das Schrauben war

schon damals seine große Leidenschaft.

Mit 16 fuhr der gelernte Schlossermeister

sein erstes, eigenes Rennen und

damit direkt an die Sitze. Es reichte zum

Vizeeuropameister. Seit 2008 ist Stubbe

zum vierten Mal Europameister geworden.

Die Bilanz ist deshalb bemerkenswert,

weil der Rheder aus beruflichen

Gründen 2009 und 2010 nur vereinzelt

fuhr.

Was die Faszination „Autocross“ genau

ausmacht, versucht Bernd Stubbe im

Gespräch mit dem PFEFFER zu klären.

„Es treibt mich natürlich der Wille zu ge-

Aus einer Zeit vor der Zeitrechnung der jungen Fahrer (Fotos: www.mcc-rhede.de, 2013)


Weitere

Informationen

erhalten Sie auch auf

der Homepage des

MCC Rhede/Ems e.V. -

www.mcc-rhede.de

winnen, die Leidenschaft für den Sport,

an lauten Motoren, wie an drehenden

Rädern. Die besondere Atmosphäre

aber ist es, die Stubbe besonders hervorhebt.

Die Motorsportfamilie, das Team, die

gemeinschaftlichen Abende, das

Basteln an den Autos. Der Wert des

Schrauberteams wird auch anderweitig

deutlich. Auf dem Tourbus stehen

die Namen aller Teammitglieder. Franz

Lücken, Theo Hinrichs, Heinrich Assies,

Stefan Wotte, Sebastian Steubing und

Gerd Robben. Sie unterstützen Stubbe

bei Veranstaltungen quer durch Europa.

Von Deutschland über Tschechien

bis hin nach Italien.

Rund 25000 Kilometer legt das Team

pro Saison zurück. Diese Mannschaft –

nicht er allein – habe den Titel geholt,

betont er. Er zeigt auf ein Foto in Postergröße

von den Mitgliedern, welches im

Tourbus hängt. Ein Bild aus Tschechien.

Im Hintergrund eine riesige Tribüne. „In

Tschechien ist das ein vom Staat finanzierter

Volkssport. Dort erscheinen pro

Rennen bis zu 25 000 Zuschauer. Das ist

mit Deutschland nicht zu vergleichen.

Was sich für mich als Hobby darstellt,

geht dort in Richtung Profisport“, sagt

Stubbe.

Woran es liegt, dass Motorcross hier vor

Ort nicht der ganz große Stellenwert

eingeräumt wird, kann Stubbe nicht

beantworten. „Im ehemaligen Osten

Deutschlands zum Beispiel ist das Interesse

wesentlich größer, dort entsteht

immer ein richtiger Rummel um uns.

Es wird sogar nach Autogrammkarten

gefragt. Inzwischen habe ich welche“,

lacht er. Auch auf die Frage nach Groupies

schmunzelt er: „Nein, meine Freundin

ist ja immer dabei, sonst würde mir

das auch nicht so viel Spaß machen. Es

sind eher Autofans und Motorbegeisterte,

die danach fragen“.

In seiner Einschätzung für den Sport in

den ehemaligen Ostblockstaaten liegt

Stubbe richtig. Im Jahr 1955 fanden die

ersten Motorcross-Europameisterschaf-

ten statt. Bereits im ersten Jahr lagen

die Strecken in sechs verschiedenen

Ländern. 1960 war die ehemalige DDR

Gastgeberland, wobei die Maschinen

ihres Teams zwar nicht besonders leistungsstark,

dafür aber am leichtesten

waren. In der ehemaligen DDR wie in

allen Ostblock-Staaten galt Motorcross

als populärer Volkssport und das spürt

man bis heute.

Finanziert wird das Hobby eher nicht.

„Natürlich“, sagt er, „gibt es Sponsoren

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sowie Fans und einige Firmen, die uns

unterstützen“. Einen großen Teil des

Hobbys finanziert die Familie selbst.

„Das ist es mir aber wert“, sagt Stubbe.

Abends in der hauseigenen Schlosserei

an den Autos zu basteln, die für die

Rennstrecken bis auf die letzte Schraube

millimetergenau eingestellt werden,

nach dem Rennen im Tourbus gemeinschaftlich

ein Bier zu trinken, die Piste

noch in Sichtweite, eine inzwischen

jahrelange Tradition. Die vielen Freund-

DAS PFEFFER 7

schaften zu erhalten, die im Laufe der

Jahre auch im Ausland entstanden sind,

die sandigen Strecken des Geländes,

die dröhnenden Motoren möchten er

und auch Papa Gerd nicht missen. Er,

der einstige Vorreiter, unterstützt seinen

Sohn natürlich. Denn das Ziel von

Bernd Stubbe ist klar gesteckt: Mehr

Titel holen, als der Rekordhalter. Willi

Rösel, der von 1979 bis 1985 siebenmal

Europameister wurde.

Vielen Dank für das Gespräch. A.T.L.

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8 DAS PFEFFER


Realsatire

Kanalratte: ...

Das Bildungssystem - dem Papenburg sein Griechenland… ?

Liebe Freunde des Papenburger Kanalwassers,

der seltsame Spezie Mensch gibt uns

Ratten immer wieder zu denken. Wir

Ratten sind ja von Natur aus eher genügsam,

lieben gesellige Abende, ein

gutes Essen - um uns dann warm aneinander

zu kuscheln. Das reicht in der

Regel aus, um glücklich zu sein.

Menschen sehen die Dinge anders.

Wochenlang haben sie zum Beispiel an

einem Tunnel für uns gebuddelt. Ja!

Ich bin immer wieder an dem Deverweg

vorbeigehuscht, um den

Fortschritt zu beobachten. Ich habe

den Jungs, die in der prallen Sonne

schufteten, zugeschrien: „Nicht nötig,

für die Kröten und uns so einen Tunnel

zu bauen“. Aber mein Quieken blieb

ungehört. Zum Augustmarkt wurde er

dann eröffnet, ein sogenannter Kröten

– Fahrradtunnel. Was die Menschen so

alles brauchen! Man glaubt es kaum.

Aber der Krötentunnel lässt so manche

Ratte vor Neid erblassen.

Kopfschüttelnd trottete ich von dannen,

von der Kleist- zur Gutshofstraße.

Ich marschiere an der neuen, riesigen

Schule vorbei, die in Kürze nicht mehr

genug Kinder beherbergen wird. Da

bauen Menschen einen riesigen Kasten,

um ein Jahr später festzustellen,

dass sie ihn in der Form gar nicht

brauchen. Dabei ist der demographische

Wandel der Menschheit selbst

uns Ratten seit einem Jahrzehnt längst

bekannt! So fing das damals bei den

Dinosauriern auch an. Aber das ist eine

andere Geschichte.

Abends auf dem Heimweg schleiche

ich mich an der VHS, der Villa Dieckhaus

vorbei. Drinnen noch Krach und Lärm.

Riesige Holzbalken und Stellwände

werden „rausgeschlurrt“. Die Sanierung

der Villa kostet rund eine Millionen

mehr als geplant. „Kann man nie wissen

bei so alten Hütten“, sagt mein Kumpel

Tünne. Der wohnt unter der Villa.

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Der beste Platz in der Stadt. Der ist es

nämlich sicher, denn die Villa steht

unter Denkmalschutz. Aber - was erblicken

da in der Dämmerung meine

kleinen Äuglein?

Da soll ein neues Gebäude hinter der

Villa entstehen? Tünne erklärt mir: „Ja,

da bauen die eine neue Schule“. Ich

hätte mich fast verschluckt. „Eine neue

Schule, eine sogenannte VHS für Erwachsenenbildung“,

meint Tünne. Ich

entsinne mich schwach. VHS. VHS? War

da nicht mal der ganz große Stress?

„Ja, aber nun ist alles gut“, nuschelt Tünne.

„2012, hat sich nun herausgestellt,

haben die nur knapp 50.000 Euro Minus

gemacht, weil da so viel Teilnehmer

nicht teilnehmen wollten oder konnten

und die VHS nicht genug ausgelastet

war“.

Auf dem Heimweg frag ich mich, wieso

man noch eine neue Schule baut, wenn

eine schon bald halbleer dasteht? Im

guten Glauben daran, dass schöne,

DAS PFEFFER 9

große Gebäude und Bildungsangebote

automatisch zu mehr Menschenkinder

führt?

Das funktioniert anders. Das mit der

Fortpflanzung!

Und welcher Rattenhausbauanbieter

baut sich denn selber ein Riesenhaus,

wenn sich seine Häuser vorher schon

nicht verkauft haben? Erlaubt sich diese

Frage bei 50.000 Euro Minus nicht?

Dabei hatte der Rat auf der Grundlage

eines Gutachtens, das hohe Gewinne

versprach, die kritische Entscheidung

für den Neubau der VHS gefällt.

Diese Gutachten scheinen so eine Sache

zu sein. Kann die jeder so begutachten,

wie er will? Das habe ich mich

gestern schon gefragt, als von meiner

Cousine eine Postkarte aus Griechenland

ankam ...

Eure Kanalratte


10 DAS PFEFFER Medizin

Rheuma erkennen und behandeln

Unter dem Begriff Rheuma fassen Ärzte

an die 200 Erkrankungen des Bewegungsapparates

zusammen. Als chronischer

Gelenkrheumatismus wird oft

die chronische Polyarthritis (c.P.) oder

rheumatoide Arthritis (r.A.) bezeichnet.

„Polyarthritis“ heißt „Entzündung vieler

Gelenke“. Die Krankheit tritt meist jenseits

des 40. Lebensjahres auf, bei Frauen

dreimal häufiger als bei Männern,

sehr selten schon in jugendlichem

Alter.

Die Gelenkentzündung geht von

der Gelenkinnenhaut aus und greift

schließlich auf Knorpel und Kapsel des

Gelenks über, aber auch auf Bänder,

Sehnen und Knochen. Die schützende

Knorpelschicht wird nach und nach

zerstört. Das Gelenk verformt sich und

versteift schließlich.

Wie äußert sich die chronische Polyarthritis?

Typisches erstes Anzeichen der Erkrankung

ist eine morgendliche Gelenksteife,

vor allem der Finger. Meist werden

zuerst die Hand- und Fußgelenke, dann

Ellbogen- und Kniegelenke befallen, oft

in beiden Körperhälften gleichzeitig. Im

Verlauf der Erkrankung kommen weitere

Gelenke hinzu.

Mit Fortschreiten der Krankheit werden

die Gelenkschmerzen stärker, halten

länger an und treten auch in Ruhe auf.

Die betroffenen Gelenke können wochenlang

so angeschwollen sein, dass

bei geballter Faust die Knöchel kaum

noch zu sehen sind.

Bei manchen Patienten bilden sich in

Gelenknähe, besonders am Ellbogen,

Knötchen unter der Haut, die auf eine

Entzündung im Bindegewebe zurückzuführen

sind.

Die chronische Polyarthritis kann

schubweise verlaufen. Während der

akuten Rheumaschübe tritt zu den Gelenkschmerzen

ein allgemeines Krankheitsgefühl

mit leichtem Fieber, Müdigkeit

und Nachtschweiß. Zwischen den

Schüben, die Tage oder auch Wochen

dauern, schmerzen die Gelenke nicht.

Die Dauer der beschwerdefreien Phasen

ist unterschiedlich. Bleibt eine

Behandlung aus, werden die akuten

Schübe schwerer und halten länger an.

Ursachen: immer noch unbekannt

Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei

der chronischen Polyarthritis um eine

Autoimmunerkrankung, das heißt, das

Abwehrsystem des Körpers richtet sich

fälschlicherweise gegen körpereigenes

Gewebe. Fehlgesteuerte Abwehrkörper,

Rheumafaktoren genannt, haben

sieben von zehn an Gelenkrheuma Erkrankten

im Blut. Umgekehrt bedeutet

das Vorhandensein von Rheumafaktoren

jedoch nicht automatisch, dass

jemand an Rheuma leidet. Sie werden

auch bei etlichen anderen Erkrankungen

gebildet.

Die erbliche Veranlagung spielt bei der

Entstehung der chronischen Polyarthritis

eine Rolle.

Behandlung der chronischen Polyarthritis

Heilbar ist die chronische Polyarthritis

bis heute nicht. Die Behandlung besteht

vor allem darin, die Schmerzen

zu lindern, die weitere Veränderung

der Gelenke zu bremsen und die Bewe-

gungsfähigkeit so weit wie möglich zu

erhalten.

Das bedeutet auch, dass Sie trotz möglicher

Schmerzen versuchen müssen,

in Bewegung zu bleiben. Bestehen bereits

Veränderungen an den Gelenken,

so kann der Arzt spezielle Krankengymnastik

verordnen. Ansonsten sind vor

allem gelenkschonende Sportarten

günstig wie Wandern, Schwimmen

oder auch therapeutisches Tanzen.

Bei den verordneten Medikamenten

unterteilt man in zwei Gruppen:

Die „Basistherapie“ der chronischen Polyarthritis

zielt darauf ab, die Neigung

zu Entzündungsschüben zu verringern.

Die eingesetzten Wirkstoffe haben keine

direkt schmerzlindernde Wirkung.

Basistherapeutika sind Wirkstoffe wie

z.B. der Wirkstoff Methotrexat.. Die Basistherapie

ist wirkungsvoll, muss aber

vom Arzt streng überwacht werden,

sodass eventuell auftretende Nebenwirkungen

früh erkannt werden. Nebenwirkungen

können vor allem die

Blutbildung und die Leber betreffen.

Seit Kurzem gibt es eine neue Perspektive

in der Behandlung: Es gibt Wirkstoffe,

die verschiedene Entzündungseiweiße

hemmen, die für die Zerstörung

der Gelenke zum Großteil mitverantwortlich

sind. Die Grundbehandlung

kann auf lange Sicht die Entzündung

unter Kontrolle bringen und die Zerstörung

der Gelenke verhindern. Die Wahl

des richtigen Basistherapeutikums trifft

der Arzt individuell. In manchen Fällen

wird der Arzt mehrere Basistherapeutika

kombinieren. Der einzelne Stoff

kann dann eventuell in niedrigerer

Dosis gegeben werden, sodass Neben-

wirkungen schwächer ausfallen.

Kombiniert werden die langfristig

wirksamen Arzneimittel mit schnell

wirkenden, entzündungswidrigen

Stoffen, die der Fachmann als nichtsteroidale

Antirheumatika bezeichnet. Sie

dämpfen Entzündung und Schmerz in

den Gelenken. Leider können alle Substanzen

dieser Klasse die Magen-Darm-

Schleimhaut reizen.

Zu den nichtsteroidalen Antirheumatika

zählen auch die frei verkäuflichen

Substanzen Ibuprofen und Acetylsalicylsäure.

Kombinieren Sie bitte nicht

frei verkäufliche Schmerzmedikamente

mit den ärztlich verordneten ohne

Rücksprache mit Ihrem Arzt oder mit

uns.

Hochwirksam gegen eine akute, starke

Entzündung sind Kortisonpräparate.

Eine Einzeldosis Kortison, selbst wenn

sie hoch ist, verursacht in aller Regel

keine Nebenwirkungen. In manchen

Fällen wird auch eine Dauertherapie

mit niedrig dosierten Kortisonpräparaten

durchgeführt.

Der Arzt muss all diese Therapien

streng überwachen. Setzen Sie nicht

eigenmächtig die Medikamente ab,

ohne mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen.

Bewegung ist das A und O der Behandlung

Ein wichtiger Pfeiler jeder Therapie der

chronischen Polyarthritis ist die Krankengymnastik.

Der Patient muss täglich

nach Anleitung Bewegungsübungen

durchführen - auch wenn es Überwindung

kostet.


Die Bewegungstherapie wird durch

die physikalische Therapie ergänzt.

Dazu gehören zum Beispiel Massagen,

Wärme- oder Kältebehandlung und

Elektrotherapie.

Wann hilft Kälte, wann Wärme?

Gegen Entzündung, Schmerz und

Schwellung des Gelenks im akuten Arthritisschub

hilft Kältebehandlung. Kälte

erzielen Sie mit Kompressen, Wickeln

oder Umschlägen, die in kaltes Wasser

getaucht sind. Bringen Sie wegen lokaler

Erfrierungsgefahr nicht Eiswürfel

unmittelbar auf die Haut.

Dagegen ist in der Krankheitsphase

ohne Entzündungszeichen milde Wärme

zu empfehlen. Wärme entfalten

Moor- oder Fangopackungen, auf etwa

40 Grad Celsius temperiert, bestimmte

Rheumabäder, warme Kompressen

oder Wickel.

Homöopathische und pflanzliche

Mittel gegen Rheuma

Neben der konventionellen Behandlung

durch Medikamente gibt es auch

naturheilkundliche Mittel, die unterstützend

die Schmerzen lindern und

die Beweglichkeit verbessern.

Verschiedene Heilpflanzen können

schmerzlindernd und entzündungshemmend

wirken. Eventuell können so

Schmerzmittel und Glukokortikosteroide

eingespart werden. Eine Basistherapie

können diese Arzneien aber auf

keinen Fall ersetzen.

Teufelskralle: Die Heilkraft der Teufelskralle

ist schon seit Jahrhunderten

bekannt. Das Wurzelextrakt wirkt entzündungshemmend

und schmerzlindernd.

Die Wirksamkeit ist mittlerweile

durch zahlreiche Studien belegt.

Fischöl-Präparate: Die Wirksamkeit

von Fischöl-Präparaten beruht auf den

hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren.

Durch Einnahme von Fischöl kann bei

der rheumatoiden Arthritis die Zahl

schmerzhafter Gelenke und die morgendliche

Gelenksteife vermindert

werden. Eine Hemmung der Gelenkschädigung

ist nicht bekannt.

Homöopathie: Auch einige homöopathische

Mittel, z.B. Bryonia, Rhus toxicodendron,

Dulcamara und weitere

Mittel können bei rheumatischen Beschwerden

durchaus hilfreich sein.

Säure-Base-Haushalt

Rheuma, Nierensteine und Entzündungen

hängen häufig mit einem gestörten

Säure-Basen-Haushalt zusammen.

Eine säurearme und basenreiche Ernährung

kann vielfach helfen, dieses

Apotheker Hanno Rehbock

Ungleichgewicht zu beheben. Die zusätzliche

Einnahme von Basentabs unterstützt

diesen Effekt. Eine Tabelle mit

sauren und basischen Lebensmitteln

erhalten Sie in Ihrer Apotheke.

Ernährung

Eine spezielle Ernährung kann eine

konventionelle Therapie nicht ersetzen,

sie aber positiv unterstützen. Günstig

ist eine fleischarme Kost. Eine kalzium-

und vitaminreiche Kost ist wichtig, um

Osteoporose vorzubeugen.

Einen Guten Tag wünscht Ihnen Ihr

Hanno Rehbock

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Martina Kasten

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Ab Oktober 2013

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12 DAS PFEFFER

Sie haben die Wahl

Erdgas oder Benzin als Kraftstoff

Derzeit kostet Erdgas 97 Cent pro Kilogramm. Weil ein Kilogramm

Erdgas etwa so viel Energie enthält wie 1,33 Liter Benzin, entspricht das

einem Benzinpreis von nur 72 Cent pro Liter! Ein guter Grund, sich für

Erdgas zu entscheiden. Noch ein guter Grund: EWE fördert den Neukauf

von Erdgasautos mit bis zu 1.000 Euro 2 . Und das Tanken ist auch kein

Problem – bei ca. 900 Erdgastankstellen bundesweit.

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1


DAS PFEFFER 13

Erdgas - auf Dauer ein echter Zukunftsantrieb!

Die erdgas mobil GmbH ist eine Initiative

führender deutscher Energieversorgungsunternehmen

und bündelt

die bundesweiten Aktivitäten und

Kompetenzen der 13 Mitgliedsunternehmen,

um ERDGAS und BIO-ERDGAS

als alternative Treibstoffe der Zukunft

zu etablieren.

Erdgas und Bio-Erdgas haben sich als

innovative Kraftstoffe bewährt. Erdgas

ist der schadstoffärmste, fossile

Brennstoff und daher ein besonders

umweltschonender Energieträger.

Die Umstellung von Erdöl auf Erdgas

reduziert beispielsweise den Ausstoß

von Kohlendioxid um 25 Prozent gegenüber

Benzinern. ERDGAS überzeugt

jedoch nicht nur durch seine gute

Klimabilanz, sondern auch durch die

gesicherte Verfügbarkeit: Die heute

bekannten ERDGAS-Vorkommen garantieren

eine Versorgung bis ins Jahr

2080 – werden alle bekannten Quellen

genutzt, ist eine Versorgung laut Experten

sogar weitere 70 Jahre gesichert.

Und dank des aus natürlichen Abfällen

und Energiepflanzen gewonnenem

BIO-ERDGAS, ist dieser Kraftstoff darüber

hinaus dauerhaft verfügbar.

DAS PFEFFER sprach mit dem 1. Vorsitzenden

der erdgas mobil e.V. Niedersachsen/Bremen,

Olaf Schröder.

Herr Schröder, was möchten Sie als

Initiative bewirken?

Mit der Vereinsgründung möchten

wir die Marktpotenziale, die Erdgas als

Kraftstoff hier in der Region bietet, ganz

gezielt stärker ausschöpfen. Der Verein

bündelt die Interessen aller beteiligten

Energieversorgungsunternehmen.

Die Vernetzung der Marktpartner, ein

einheitlicher Auftritt gegenüber Interessenten,

Marktpartnern und Politik

sowie ein kontinuierlicher Erfahrungsaustausch

der Mitglieder stehen im

Vordergrund der Aktivitäten des Vereins.

Er berücksichtigt auch Belange und

Impulse aus der Automobil- und Mineralölwirtschaft

sowie aus der Politik und

Wissenschaft.

Aber natürlich werden auch Erfahrungen

mit Kunden ausgewertet und umgesetzt.

Zum Beispiel bieten wir derzeit

für Firmenkunden Probefahrten an.

Das Auto kann und darf wirklich über

Tage genutzt werden, so dass ein wirkliches

Fahr- und natürlich Spargefühl

entsteht. Der letzte Punkt ist natürlich

die Frage, was ein Erdgasautos wirklich

ausmacht und das kann man in einigen

Tagen „Fahrt“ dann auch feststellen.

Erdgasautos sind deutlich günstiger

im Verbrauch, sind auf dem Vormarsch,

haben aber den Markt immer

noch nicht so wirklich erobert.

Woran liegt das?

Um ein neues Produkt auf dem Markt

zu platzieren, braucht es immer eine

gewisse Zeit. Die Modellpalette wächst

kontinuierlich. Schon heute kann man

Erdgasfahrzeuge für jeden Anspruch

einsetzen: Ob Kleinwagen, Kastenwagen

für Gewerbetreibende oder gar

Busse für den ÖPNV – das Leistungsspektrum

ist weit.

Olaf Schröder - 1. Vors. des erdgas mobil

e.V. Niedersachsen/Bremen

Erdgas gewinnt weiterhin hinzu, weil

das Angebot steigt. Früher galten Gasautos

unter Autofahrern als Spaßbremse,

weil sie nicht so kräftig motorisiert

waren. Zudem war die Auswahl nicht

sehr groß. Aber die Hersteller haben

aufgeholt– Audi bringt den A3, VW

bringt das Volumenmodell Golf mit

Erdgasantrieb sowie den Kleinwagen

Up, Mercedes die B- und die E-Klasse.

Fiat und Opel ziehen hinterher – inzwischen

ein umfangreiches Angebot

rund um Erdgas.

Weiterhin war in der Anfangsphase das

Versorgungsnetz der Tankstellen noch

nicht so umfangreich wie heute, was

zu Beginn sicher doch verunsichert hat.

Von wie vielen Tankstellen sprechen

wir heute?

Mit rund 900 Tankstellen im Bundesgebiet

ist Deutschland das Land mit

dem dichtesten Tankstellennetz. Die

Niederlande hat aufgeholt und in Italien,

Schweiz, Österreich und Schweden

ist es sowieso kein Problem. Inzwischen

ist das Versorgungsnetz also recht gut.

Bis 2020 sollen in ganz Europa Erdgastankstellen

im Abstand von höchstens

150 Kilometern zur Verfügung stehen,

so will es die EU. Natürlich müssen

erdgasbetriebene Fahrzeuge bis dahin

nicht an Europas Grenzen stehen bleiben.

Denn wenn der Gastank leer ist,

schaltet das Fahrzeug automatisch auf

Benzin um.

Inzwischen kann Erdgas auch synthetisch

hergestellt werden. Ein

Argument, welches unschlagbar für

sich spricht?

Dass Erdgas nun synthetisch mit Hilfe

von überschüssigem Ökostrom hergestellt

werden kann, wie Audi dies in

seiner Power-to-Gas-Anlage in Werlte

macht, ist auf Dauer ein echter Zukunftsantrieb.

Der CO 2 –Ausstoß kann

gar um bis zu 97 Prozent reduziert

werden. Auch die Beimischung von

Bioerdgas trägt langfristig einen bedeutenden

Beitrag zur Verringerung

von Emissionen im Straßenverkehr,

insbesondere von CO 2 , Stickoxiden

und Feinstaub bei. Es geht darum, die

Energiewende im Tank zu schaffen, die

Umwelt zu entlasten und gleichzeitig

den Geldbeutel der Nutzer. Also um

jede Menge Vorteile.

Herr Schröder, ich danke Ihnen für

das Gespräch. A.T.L.

TANKSTELLEN

TECHNIK

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14 DAS PFEFFER

Vom Schnuppertag

zum Traumberuf

Hiesige Software-Schmieden laden Schüler in

den Herbstferien zur Reise in die IT-Welt ein

REGION. Niemand hat sie je gesehen.

Und nur wenige kennen sich wirklich

mit ihr aus. Die Rede ist von Computer-

Software, die mehr und mehr unser

Leben bestimmt. Wie entsteht eigentlich

so eine Software? Was lässt sich

alles mit ihr machen? Wie heißen die

Berufe der Leute, die Software herstellen?

Und wo können junge Leute

diese Berufe erlernen? Antworten auf

diese und viele weitere Fragen bekommen

Schülerinnen und Schüler ab 14

Jahren in den Herbstferien: Vom 4. bis

zum 18. Oktober öffnen sich zehn Softwarehäuser

aus Leer und Umgebung

der Jugend, die dann in die Welt der

IT hineinschnuppern kann. Unter dem

Motto „Einen Tag lang Azubi sein“ können

die jungen Menschen für einen

Arbeitstag in ein Unternehmen ihrer

Wahl kommen und Arbeitsalltag und

Berufe der IT-Branche kennenlernen.

Jedem Schnuppernden wird ein Auszubildender

einer Firma an die Seite

gestellt, der sich den ganzen Tag um

den jungen Gast kümmert. Neben den

Berufen der Informations-Technologie

stehen auch kaufmännische und grafische

Berufe zur Auswahl. Anmelden

für die Schnuppertage können sich

die Schüler aller Schulformen bequem

über www.software-leer.de.

„Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung“

– so viel vorweg – heißen

diejenigen, die Software herstellen.

Und die sind gefragt wie nie zuvor.

„Kein Handy, kein Fotoapparat kommt

ohne Software aus“, sagt Bernd Hillbrands

über die Bedeutung der

Berufe. Er ist Vorstands-Vorsitzender

der Orgadata AG, die am Leeraner

Nesseufer eine Branchensoftware für

den Fenster-, Türen- und Fassadenbau

entwickelt, die weltweit bei über 4.500

Kunden im Einsatz ist. Hillbrands ist

auch der Vorsitzende des Software-

Netzwerkes Leer, einem eingetragenen

Verein, in dem sich zehn Softwarehäuser

der Region zusammengeschlossen

haben. Gemeinsam suchen die

Software-Schmieden nach IT-Talenten

und machen auf die attraktiven Berufe

ihrer Branche aufmerksam. Mit Erfolg:

„Zu unseren Schnuppertagen sind im

vorigen Schuljahr über 220 Schüler

in unsere Unternehmen gekommen“,

freut sich der Vorsitzende Hillbrands

über die Erfolgsgeschichte. „Etliche

sind insbesondere von der Kreativität

der Software-Entwicklung auf Anhieb

so begeistert gewesen, dass sie sich

nach dem Schnuppertag für eine Ausbildung

beworben haben.“ Das Prinzip

vom Schnuppertag zum Traumberuf

funktioniert.

Eine Ausbildung mit Zukunft, denn die

Branche boomt, die Berufe sind gefragt:

Die IT-Firma des Leeraner Teehauses

Bünting sucht seit über einem Jahr einen

Datenbank-Administratoren, Orgadata

seit längerem einen IT-Dozenten

und einen Entwicklungs-Koordinatoren.

„Deutschlandweit fehlen 43.000

Fachkräfte im IT-Sektor“, hat die CDU-

Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann

aus Leer das Problem im Blick.

Nicht zuletzt aufgrund des Fachkräftemangels

verspricht die IT-Welt besondere

Karrierewege, die in anderen

Sektoren kaum denkbar wären. Karrieren

wie die von Bernd Hillbrands: Als

Schüler lernte er im Praktikum die Firma

Orgadata kennen; als Auszubildender

kaufte er erste Anteile. Und mit 26 Jahren

wurde er Vorstands-Vorsitzender

der Aktiengesellschaft, die heute weltweit

an 20 Standorten vertreten ist und

Kunden in 72 Ländern betreut.

Ohnehin unterscheidet sich offenbar

die Arbeitswelt der modernen IT von

der in konservativen Wirtschaftszweigen.

Flache Hierarchien, Teamarbeit,

Eigenverantwortung sind mehr als

Schlagworte. Bester Beleg dafür ist

die Orgadata AG, die von einer hochkarätigen

Jury als deutschlandweiter

„Arbeitgeber des Jahres“ für den internationalen

„European Business Award“

nominiert worden ist. Ein Grund mehr

für einen Flirt mit der Branche – beispielsweise

zu den Schnuppertagen in

den Herbstferien.

· Neben Orgadata bieten folgende

Softwarehäuser Schnuppertage

an: Buss-Data, Bünting IT, Connedata,

Hiltes, HR4YOU, IC-Tourismus, MDSI,

S&F Datentechnik und Tridem. (Anmeldung:

www.software-leer.de)

Orgadata ist als „Arbeitgeber des Jahres“ für den European Business Award nominiert.

Das Foto zeigt Vorstand Bernd Hillbrands (Mitte) im Gespräch mit Mitarbeitern. Foto:

André Willms (Orgadata)

Auch für Mädchen sind die Schnuppertage interessant. Loraine Witte (rechts) aus Moormerland

hat darüber ihren Wunschberuf kennengelernt. Foto: Andreas Meinders

(Orgadata)

„Kein Handy, kein Fotoapparat kommt ohne Software aus“, betont Orgadata-Vorstand

Bernd Hillbrands den Stellenwert der Informatik. Foto: Orgadata

Über den QR-Code zur Schnuppertags-Anmeldung.


Wohnvergnügen der besonderen Art

Wer in einem Land wohnt, wo es im

Sommer nicht immer schön und im

Winter kalt ist, sucht natürlich Möglichkeiten,

um dem Wetterfrust zu entfliehen.

Das muss nicht zwangsläufig ein teurer

Südseeurlaub sein. Wie wäre es mit einem

eigenen Wintergarten?

Ein Wintergarten verwandelt das Haus

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und das Leben luxuriöser: Man

sitzt geschützt, doch wie im Freien,

verlängert den Sommer und genießt

den Garten hautnah auch bei Wind

und Regen – Wohnvergnügen der besonderen

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16 DAS PFEFFER DAS PFEFFER


Tack. Klang passt zur Echtzeit.

In Hamburg geboren zog Uwe Müller

als Sechsjähriger mit seiner Familie ins

Saterland. Er, der direkt am Fischmarkt

und Hamburger Dom aufgewachsen

war, suchte in Ramsloh hoffnungslos

den großen Rummel. Und das sollte

lange so bleiben.

Seine Vorstellung von Leben passte so

gar nicht in die kleine, heile Welt des

damaligen Zeitgeistes der Region. Während

um ihn herum Roy Black dudelte,

lebte er Woodstock, Hanfpflanzen, WG,

Musik und Hippietum. Deutschlandweit

aufbegehrende Jugendliche, die

nach und nach das ewige Trauma und

die Denke der Nachkriegszeit zerstören.

Nicht nur die 68iger in Berlin, sondern

auch die Wenigen hier. Nicht anpassen,

dagegen sein – ein Muss in der damaligen

Musikszene. Müllers Hang zur

Musik war bereits damals nicht wegzudiskutieren.

Maurer werden sollte er, vielleicht Bauherr

in der Firma bereits vorgesehen-

das hatte sich für Uwe Müller nach der

Ausbildung zum Maurer erledigt. Er

wollte Musik machen. In den 60igern

war musikalische Früherziehung recht

unbekannt und Klavierunterricht eher

selten. Sein Lehrer Wolfgang Schönenberg

allerdings förderte früh sein technisches

Verständnis für Musikanlagen

und individuelle Musik. Seine Arbeitsmaterialen

aber waren das Gefühl und

das Gehör für die Musik.

Sein erster Auftritt als DJ wurde zum

vollen Erfolg, die Party dauerte drei

Tage. Aus dieser einen Party wurde eine

Auch große Bühnen

von Rock am Ring,

Southside und Schesel

wurden gerockt.

Kontakt:

Uwe Müller

Ostermoorstraße 188

26683 Saterland

regelmäßige Veranstaltung, bald war

die „Company“ in Scharrel entstanden,

Müller spielt anfangs jeden Sonntag,

dann fast täglich. Inspirieren lassen

hat er sich dabei von Diskotheken wie

„Tiffany“ in Oldenburg, „Scala“ in Lastrup

oder dem „Elysium“ in E’damm

Bis heute legt er gern bei der „DJ-Nacht“

im Schlossmuseum in Jever auf, wo unterschiedliche

DJs ihre Musik aus den

70er Jahren spielen – ausschließlich

von Platte. Denn es war auch in den

70ern, als Müllers DJ-Karriere begann.

Genau gesagt an Silvester 1975. 1981

beschließt er, dass Musik nicht nur

DAS PFEFFER 17

Uwe Müller mit seiner Sound- und Lichtanlage - ein Bild aus den Anfangszeiten seiner Karriere

0 44 98 / 24 55

01 76 / 78 53 08 68 Since 1975

Hobby bleiben soll, sondern dass er

davon leben will. Hauptberuflich. Das

„Kopfschütteln“ der Menschen um sich

herum nahm er nicht zur Kenntnis.

Die Ziele werden größer und die Liste

länger. Er legt im Ems – und Saterland,

von Bremen bis Münster Platten auf. Ob

„Neue Heimat“ in Thüle über das Apex

in Papenburg, Bourree in Neubörger,

Aladin in Bremen bis hin zu den großen

Bühnen von Rock am Ring, Southside

und Schesel.

Neben seinem Musikgefühl stellt Müller

früh fest, dass er die Menschen einen

DJ U we Müller On Tour


18 DAS PFEFFER

Abend lang im Griff hat. Er entscheidet,

wann getanzt wird und wann nicht. Er

beeinflusst die Stimmung maßgeblich,

verfolgt und beeinflusst sie, bis sie zur

gefühlten Echtzeit wird. Irgendwann

hat er seine eigene erfunden und sie

eilt ihm vor jedem Termin voraus. Bis

heute.

Denn die Menschen die ihn buchen,

erwarten keinen Herrscher über den

Plattenteller. Auch wenn sein musikalisches

Leben im Arbeitszimmer in

Wänden aus tausenden Scheiben aus

Vinyl sichtbar wird, er nach wie vor von

der Klangtiefe der Rille überzeugt ist -

und dem gegenüber 5000 CDs stehen,

so bleibt es doch die Atmosphäre – die

einen gelungenen Abend ausmacht.

Ein Gespräch mit ihm über den Job,

Zukunft und 40 Jahre Musikgeschichte.

Uwe, fast 40 Jahre auflegen, Platten-

oder CD-Koffer schleppen, Bühnen

ab- und aufbauen, heute hier - morgen

dort. Ist das wirklich das Leben,

was du dir 1974/75 so vorgestellt

hast und was waren in diesen fast

40 Jahren die größten Einschnitte in

deinem Leben?

Beruflich waren es sicherlich die vielen

erfolgreichen Jahre der ganz großen

Festivals wie Rock am Ring und Southside

– ich habe auf vielen großen Festivals

aufgelegt.

Das waren einfach gigantische Partys

mit unendlich vielen Emotionen. Aber

auch die hohen, technischen Anforderungen

waren einfach eine echte Herausforderung

an das ganze Team.

Vermisst du diese großen Festivals?

Nein. Heute müsste man mich dazu

überreden. Ich habe das gerne gemacht,

aber irgendwann ist es genug

gewesen.

Und die privaten Einschnitte?

Privat war es sicherlich die Geburt meiner

Kinder. Das hat meinen Fokus, die

Einstellung zum Leben grundlegend

geändert.

Inwiefern?

Vorher ging es erst mal nur um mich,

um die Musik, nochmal um die Musik,

dann vielleicht um das Auto und um

die eine oder andere Frau - insofern es

der Zeitplan zuließ. Irgendwann aber

merkst du, dass du auch deine besten

Abende alleine feierst. Das nichts von

dem bleiben wird. Und dann ist da

plötzlich ein kleines Wesen, das dich

tottraurig ansieht wenn du gehst. Die

Trauer ist plötzlich auch ein Teil von dir.

Du kommst also nicht umhin, dein Verhalten

zu hinterfragen und sich in andere

Menschen reinzudenken. Meine

eigene Wichtigkeit hat sich verlagert.

Das ist natürlich ein Prozess, der sich

entwickelt.

Bedeutet das im Umkehrschluss,

dass du vorher ein Egoist warst?

Ja, das bedeutet es wohl. Es war nicht

bewusst, ich kannte dieses Gefühl vorher

in dieser Form nicht.

Unter dieser Prämisse, würdest du

jemanden diesen Job empfehlen?

Ich würde niemanden diesen Job

empfehlen, es ist keiner. Das muss man

leben, das ist eine Leidenschaft. Wegen

Reichtum oder Sicherheit kann man

das nicht durchziehen - obwohl ich viele

Jahre gut verdient habe. Aber auch

ansonsten hat das mit einem „normalen

Beruf“ rein gar nichts zu tun.

Hat man nach 40 Jahren auflegen –

noch neue Ziele?

Man kommt nicht umhin, keine zu

haben. In diesem Job lebst du ja nicht

wie Musiker von Plattenverkäufen. Es ist

kein bleibender Erfolg. Du musst dich

ständig neu erfinden.

Und wohin geht die Reise gerade?

Lange schon weg von reinen Saufpartys.

Sound und Wischen ist in kleinen

Clubs angesagt. Persönliche Atmosphäre,

gehobene Ausstattung mit

Dolby-Surround-Ton. So was in der Art

schwebt mir mehr vor.

Du suchtest einst in Ramsloh den

großen Rummel. Du hast ihn dort

nie gefunden aber lebst mit Hund,

Katz, Maus und Freundin - immer

noch dort. Warum?

Als Kind – nach dem Umzug aus Hamburg

– konnte ich dieses Dorf wirklich

schwer begreifen. Ich erinnere mich

an die erste Kirmes. Alle Kinder in der

Nachbarschaft freuten sich riesig und

ich war natürlich total aufgeregt. Und

da stand dann eine Schießbude. Ich

war so enttäuscht. Im Laufe der Jahre

hat der Rummel allerdings woanders

stattgefunden und Ramsloh war in Ruhephasen

optimal, um sich zu erholen.

Was willst du in 10 Jahren machen –

dann bist du über 60?

Ich würde wirklich auch dann immer

noch gern auflegen.

Findest du das selbst normal?

Glaub´ schon.

Danke für das Gespräch. A.T.L.

Uwe Müller

Das traurige Sterben

für ein Stück Pelz

Seit Tausenden von Jahren kommen

die grönländischen Sattelrobben an

Kanadas Küsten, um dort auf den Eisschollen

ihre Babys zu bekommen.

Gleichzeitig zieht dieses Ereignis Arbeiter

einiger weniger Fischerei-Großunternehmen

aufs Eis. Zehntausende der

Tiere werden grausam erschlagen oder

erschossen, um ihre Felle auf dem internationalen

Pelzmarkt verkaufen zu können.

Zumeist werden die Robbenbabys

im Alter von höchstens drei Lebensmonaten

abgeschlachtet. Einige Tiere

werden angeschossen, können ins

Wasser fliehen und verbluten dort. In

der Regel werden die Tiere jedoch von

den Robbenjägern erschlagen, doch

auch das gelingt nicht immer. Die Jäger

zertrümmern ihre Augen, Wangen

oder den Mund und ziehen sie dann an

Schiffshaken über das Eis und häuten

sie häufig sogar bei lebendigem Leib.

Seit der Jahrhundertwende, als die Zahl

der Robben noch über zehn Millionen

betrug, wurden schätzungsweise 17,5

Millionen Robben abgeschlachtet.

Heute beträgt die Gesamtzahl der Robben

in den Meeren Nordamerikas nur

noch etwa eine Million.

Dabei existiert inzwischen keine Rechtfertigung

mehr für dieses Massaker.

Die kanadische Regierung hat 2013

eine irrsinnige Fangquote von 400.000

Babyrobben zum Abschuss freigegeben.

Trotz internationalen Protests

und fehlender Märkte für kanadische

Robbenfelle in der EU, den USA und in

Russland, ehemals größter Abnehmer

von Robbenprodukten, subventioniert

die kanadische Regierung diese unsägliche

Tierquälerei 2013 unvermindert

weiter. Erst im Januar 2013 hat Taiwan

den Handel mit Robbenprodukten verboten.

Bei dem Robbenschlachten wird diesen

sanftmütigen Wesen, von denen viele

erst einige Wochen alt sind, der Schädel

eingeschlagen oder man erschießt

sie aus unmittelbarer Entfernung. Sie

haben wahrscheinlich noch nie feste

Nahrung zu sich genommen und

konnten noch nicht einmal schwimmen

lernen, bevor sie getötet werden.

Auf der ganzen Welt gibt es kein

größeres kommerzielles Massaker an

Meeressäugern. Die meisten Menschen

sind sich einig, dass es schlichtweg

falsch ist, Babyrobben zu erschießen

und ihnen den Schädel einzuschlagen.

Environics Research fand heraus, dass

fast 70% der Kanadier dagegen sind.

Trotz der internationalen Empörung

darüber, genehmigt die kanadische Regierung

es den Robbenjägern jedoch

immer noch, Hunderttausende dieser

sanftmütigen Lebewesen jedes Jahr zu

erschlagen und zu häuten. Also warum

tötet Kanada die Robben überhaupt?

Das jährliche Robbenmassaker findet

nur deshalb statt, weil noch immer eine

Nachfrage nach Pelz besteht – nach

jeder Art von Pelz. Die Pelzindustrie

ist eine der grausamsten Industrien

weltweit – ganz egal, ob es um das

Erschlagen von Babyrobben geht, den

Tod durch Elektroschock von Nerzen

auf Pelzfarmen oder den zerschmetterten

Brustkorb von Füchsen in Fallen.

Die Robbenjagdindustrie gibt an, mehr

Robben umzubringen, da die Nachfrage

nach Pelz stiege – und zwar nach

jeder Art von Pelz. Das bedeutet: Jeder,

der einen Nerz- oder Fuchsmantel trägt,

ist für die Nachfrage nach den Fellen

dieser Babyrobben verantwortlich, die

erschlagen und nicht selten sogar bei

lebendigem Leib gehäutet werden.

Fordern auch Sie die kanadische Regierung

auf, das Robbenschlachten

endgültig zu verbieten. Unter Peta.de

finden Sie eine Petition, die Sie unterschreiben

und an die Regierung versenden

können.

A.T.L.


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20 DAS PFEFFER


Entwurf für das Neubauprojekt Dieckhausstraße

Wohnraum in Papenburg

Nachholbedarf an Wohnungen im gesamten Stadtgebiet

Papenburg. Morgens auf dem

Fahrradweg von Flachsmeer zum

Schulzentrum Kleiststraße wird

Papenburg bei jedem Tritt in die Pedale

dünner. Lange Schlangen von

Schülern und Autos aus allen Richtungen

an den Ampeln. Platz zum

Wohnen in Papenburg für Familien

mit Kindern, manchmal ein Akt. Die

umliegenden Ortschaften wurden

als letzter Versuch, die passende

Wohnung zu finden, genutzt. Auch

außerhalb, alle Neubaugebiete bis

auf die letzten Reihenhäuschen gekauft,

gemietet und bezogen.

Der Wohnraum in Papenburg - eng in

den letzten Jahren.

Mit der Fertigstellung des Projektes

„Wohnen am Lüttmannsweg“ verschaffte

das Unternehmen Günter

Terfehr dem Schrei nach Eigentumswohnungen

auf dem Markt ein wenig

Luft. Während die Akquise für

eine Vermarktung der Häuser am

Lüttmannsweg im Wesentlichen abgeschlossen

ist, steht das nächste Großprojekt

der Firma Günter Terfehr bereits

in den Startlöchern.

In der Nähe zum Stadtzentrum von

Papenburg, nahe der Sport- und Freizeitanlage

„Waldstadion“, und dem

Schulzentrum „Kleiststraße“ entstehen

an der Dieckhausstraße Neubauwohnungen

in verschiedenen Formen und

Größen zu äußerst attraktiven Preisen.

Jede Wohnung soll zeitlos und wertbeständig

ausgestattet werden.

14 Eigentumswohnungen und 10 Reihenhäuser

werden auf dem ehemaligen

Grundstück eines Baustoffhandels

entstehen. Eine Bebauung, die wie in

fast allen Terfehr-Projekten nicht nach

außen stattfindet. Die Stadt wächst auf

den bestehenden Flächen, durch Verdichtung,

statt neue zu verbrauchen

oder wie versteht man Terfehrs Bemühungen,

direkt in der Stadt Wohnraum

zu schaffen.

Das großräumige Büro von Gerrit

Terfehr - wie immer makellos aufgeräumt.

Ein Tropfen Kaffee löst sich mit

einem leisen „plopp“ von der ansonsten

blank geputzten Kaffeekanne, so als

wollte dieser sich nicht von der bestehenden

Ordnung dieses Büros bezwingen

lassen. Der Tropfen hat keine Chance,

unten anzukommen. Wie erwartet,

ist die Serviette schneller.

Diese Szene erklärt das Unternehmen

Terfehr vielleicht besser, als man es

über Bauvorhaben je beschreiben

könnte. An der Wand hängt noch der

Bebauungsplan vom Lüttmannsweg,

der inzwischen als Bauvorhaben bereits

Vergangenheit ist.

DAS PFEFFER im Gespräch mit Gerrit

Terfehr (Bauunternehmen Günter

Terfehr) und Heinz Sander, Fachwirt in

der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft,

über Nachfrage und Angebot

auf dem Wohnungsmarkt und der großen

Nachfrage auf Eigentumswohnungen

im hiesigen Raum.

Herr Terfehr, inzwischen bauen Sie

neben Häusern und Geschäftsgebäuden

jede Menge Reihenhäuser

und Wohnungen, die in der Regel

durch Sander Immobilien vermarktet

werden. Hat sich der Wohnungsmarkt

so verändert oder wie ist dieser

Wandel zu erklären?

In der Tat hat sich der Markt in den

letzten Jahren sehr verändert. Die

Nachfrage nach Wohnimmobilien wie

Eigentumswohnungen ist extrem gestiegen.

Durch historisch tiefe Zinsen

und die Skepsis gegenüber alternativen

Kapitalanlagen haben sich immer

mehr Menschen zum Erwerb einer Eigentumswohnung

entschieden.

Die derzeitige Geldmarktlage bietet

sich gerade dazu an, Immobilien zu

kaufen oder zu bauen. Da kommen

ganz verschiedene Aspekte zum Tragen.

Gekauft wird als Geldanlage, aus

energetischen Gründen (Altbau wird

durch Neubau ersetzt), um Energiekosten

zu sparen, aber auch - und das ist

ein neues Zeichen der Zeit -, weil die

jungen Alten ab 60 nicht mehr so wie

früher an ihrem großen Haus festhalten

möchten.

Wenn die Kinder nicht mehr zu Hause

wohnen, bleiben ein großer Garten

und viel Arbeit zurück. Sich noch 20

oder 30 Jahre um ein fast leeres Haus zu

kümmern, erscheint heute vielen keine

attraktive Lösung zu sein. Sie verkaufen

es und nutzen die viele freie Zeit, die

ihnen „mehr“ zur Verfügung steht, anderweitig.

Heinz Sander

DAS PFEFFER 21

Früher galt „das schöne, große Haus,

dessen Wert zu erhalten ist,“ als Prestigeobjekt,

als Sicherheit oder war für die

Kinder. Davon löst sich die Gesellschaft

mehr und mehr. Die Einstellung hat

sich komplett geändert.

Heinz Sander: Aber es ist auch die Angst

vor der Eurokrise, die Menschen Geld in

Immobilien anlegen lässt. Immobilien

gelten als sicher. Die Rettung des Euros

ist eine schwierige Mission - die Euro-

Krise beschäftigt Europa bereits seit

mehreren Jahren. Hält die europäische

Währungsunion der Belastung stand?

Wie entwickelt sich die Währung? Das

sind Fragen, die sich die Menschen/

Anleger stellen und sie verunsichert.

Häuser bleiben bestehen und der Wert


22 DAS PFEFFER

Gerrit Terfehr

bleibt über einen langen Zeitraum erhalten.

Während man bei Fonds und

ähnlichem derzeit nicht den genauen

Weg bestimmen kann. Das ist ein nicht

unerheblicher Punkt.

Energiekosten, wie Sie gerade selber

sagen, sind ein wichtiger Punkt.

Natürlich ist es wichtig, Kosten zu

sparen, aber die Schreie, „Unsere

Häuser werden zu Tode gedämmt“

oder „Wir leben wie in einer Plastiktüte“,

werden immer lauter. Selbst

der Verbraucherschutz oder auch

der bayerische Architekt und Spezialist

Konrad Fischer machen darauf

aufmerksam. Wie stehen Sie dazu?

Sander (schmunzelt): Gerade die Firma

Terfehr legt großen Wert auf Isolierung.

Terfehr (lacht): Richtig. Das ist uns auch

sehr wichtig. Daran misst man unsere

Arbeit. Die Isolierung, so wie wir sie

heute kennen, ist im Verhältnis ja noch

recht jung. Wir legen Wert auf energie-

effizientes Bauen und erfüllen dabei

alle Kundenwünsche, angefangen bei

unserem Standard- bis hin zum Passivhaus.

Ich stehe voll hinter den neuen

Technologien und vertrete sie auch

guten Gewissens.

Sander: Was man, glaube ich, sagen

kann, dass die Grenzen an Dämmung

in einigen Bereichen erreicht ist. Mehr

kann man und sollte man vielleicht

nicht unbedingt in Betracht ziehen.

Terfehr: Den derzeitigen Zustand finde

ich lobenswert. Die Heiz- und Energiekosten

sind mehr als überschaubar

in den neuen Häusern und Wohnungen.

Die niedrigen Kosten entlasten

den Haushalt. Hierzu wird langfristig

sicherlich auch eine stetig verbesserte

Haustechnik beitragen. Zum Beispiel

Heiz- und Lüftungsanlagen

Sie haben nach dem Wohngebiet am

Lüttmannsweg direkt das Projekt an

der Dieckhausstraße in Angriff genommen.

Warum?

Terfehr: Es gab einen Nachholbedarf an

Wohnungen im gesamten Stadtgebiet.

Wir sprechen dort ein anderes Klientel

an. Die Wohnungen sind günstiger, sie

sind auch für Familien geeignet. Die

Reihenhäuser sind ebenfalls eher auf

Familien mit Kindern zugeschnitten

und das bietet sich im direkten Bereich

des Schulzentrums auch an. Die große

Nachfrage vor Baubeginn zeigt, dass sie

sehr gut ankommen.

Warum sind sie im Verhältnis zum

Lüttmannsweg preiswerter?

Terfehr: Das erklärt sich durch günstigere

Erstellungs- und Grundstückskosten.

In Reihenhäusern braucht es zum Beispiel

keine Aufzüge, wie sie in anderen

Lageplan des Neubauprojektes Dieckhausstraße.

Wohnungen natürlich gegeben sind

und höhere Kosten verursachen. Das ist

eine ganz einfache Rechnung.

Ist der Wohnungsmarkt in Papenburg

inzwischen gesättigt oder bedarf

es noch mehr Wohnungen und

Häuser?

Sander: Wenn der Markt gesättigt

wäre, würde die Nachfrage nicht ungebrochen

groß sein. Insbesondere

die Nachfrage nach Qualität und guter

Ausstattung ist immer noch vorhanden.

Wenn allerdings in diesem Tempo

weiter gebaut wird, kann es mittelfristig

zu einer Sättigung kommen.

Herr Terfehr, sind Sie jemand, der

nach innen und nicht außerhalb Papenburgs

baut?

Natürlich, wenn die Möglichkeit besteht,

zentrumsnah Wohnraum zu

schaffen, ziehe ich das vor. Für die

Kinder und deren Schulweg, über Einkaufswege

– das bedarf keiner Diskussion.

Durch die große Nachfrage an Grundstücken

steigen aktuell jedoch die

Grunstückspreise derart hoch, dass

kurzfristig auch die Preise für Wohnungen

steigen müssen. Ob diese dann

noch gezahlt werden, bezweifele ich.

Was sind die nächsten Ziele?

Derzeit konzentrieren wir uns auf das

Projekt an der Dieckhausstraße sowie

auf das Projekt an der Leeraner Nesse.

Dort entsteht ein Wohn- und Geschäftshaus

mit 21 Wohneinheiten und

Tiefgarage.

Danke für das Gespräch. A.T.L.


Magisch Samhain in

Bourtange

Am 26.10.20132013.10.27

Magisch Samhain - oder übersetzt

"Ende des Sommers" – ein Brauch, so

alt wie die Menschheit, auch wenn der

Begriff heute kaum noch Verwendung

findet. Trotzdem feiern in dieser Nacht

Menschen in vielen Ländern ein Fest:

Halloween. Irische Auswanderer brachten

im 19. Jahrhundert das keltische

Fest Samhain nach Amerika und von

dort kam es in den letzten Jahren wieder

zurück nach Europa. Eigentlich fällt

Samhain auf den Neumond, Anfang

November, wird aber in der Nacht vom

31. Oktober auf den 1. November gefeiert,

dem keltischen Neujahr.

Samhain steht für den ewigen Kreislauf

von Geburt und Tod. Es ist Ende und

Anfang. Mit dem Beginn der Dunkelzeit

blieben die Menschen früher mehr in

ihren Häusern, zogen sich in sich selbst

zurück. Es wurden Geschichten erzählt

von Kobolden, Feen, Elfen und anderen

Fabelwesen. Die Natur ruht, so glaubten

sie, bis Imbolc. In der Dunkelzeit soll

die Grenze zwischen der Welt der Toten

und der der Lebenden sehr dünn sein.

Die Christen griffen diesen Brauch auf.

Papst Gregor IV legte im Jahr 837 fest,

dass am 1. November statt des heidnischen

Samhain das christliche Allerheiligen

gefeiert werden sollte, da er

den Brauch nicht völlig zerstören konnte.

Die keltische Tradition geriet aber bis

heute nicht in Vergessenheit.

Willkommen in der Festung Bourtange,

wo die magische Nacht von Samstag

auf Sonntag den Schleier zwischen den

Dimensionen aufhebt. Elfen, Hexen,

Druiden, Geister und Dämonen aus

allen Dimensionen nehmen die befestigte

Stadt ein. Es ist ein magischer

Markt und spannende Dinge passieren


Bourtange

W. Lodewijkstraat 33

9545 PA Bourtange

Tel.: (05 99) 35 46 00

E-Mail: info@bourtange.nl

Magie ist überall!

Besucher erleben eine Straße mit Sängern,

verschiedenen Künstlern und

auch eine spektakuläre Feuershow. Von

Samstag bis Sonntag findet in der Festung

Bourtange ein großer Markt statt,

auf dem Magie- und Fantasieartikel verkauft

werden.

Gönnen Sie sich doch

mal etwas Gutes und

reservieren frühzeitig!

Zur Geschichte: Es gab einmal ein

Sumpfgebiet, wo nur ein schmaler

Sandweg durch die Mitte des Sumpfes

in eine kleine Erweiterung führte. An

einen trockenen, magischen Ort. Hier

wurde die Festung gebaut, die Magie

ist jedoch bis heute geblieben. In einer

ruhigen Nacht können Sie die Soldaten

vergangener Jahrhunderte marschieren

hören und es erklingt sehr vage ein

Kanonenschall - die Magie ist überall.

Dem Anlass passend verkleidete Besucher

erhalten eine Ermäßigung auf den

Eintrittspreis.

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DAS PFEFFER 23

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24 DAS PFEFFER

Fotos: Archiv Stadt Papenburg.

Ein bisschen mehr Bahnhof, ein sehr altes,

gutes Gefühl.

Es war für Papenburg sicher ein bewegender

Moment, als der damalige

Bahnhof, „ein zweigeschossiger Backsteinbau

mit Mittelbau und Kopfbauten“,

nach den Plänen von C.W. Hase

1855-56 erbaut und eröffnet wurde.

Er sollte die Wirtschaftlichkeit verbessern,

Handels-und Güterwege erleichtern.

Der Bahnhofsvorplatz - durch

Baumbestand und ovaler Umfahrt

geprägt – war ein Vorzeigeobjekt der

damaligen Zeit. Ein Meisterstück, eines

was mit den Städten der Umgebung

mithalten konnte.

Anfangs lag aufgrund der Streckenlage

der Papenburger Bahnhof eher im

Abseits. Mit immer mehr Zügen aber

kehrte eine Betriebsamkeit ein, die

schlussendlich mehr Mitarbeiter der

Reichsbahn benötigte und so entstanden

1875 die zwei spiegelgleichen

Gebäude, die links wie rechts vom

Bahnhof auch vor unerwünschten

Eindringlingen schützen sollten. Denn

dort wohnten nach der Erbauung Vor-

steher und Mitarbeiter der Reichsbahn

und ihre Familien.

Zwei Familien in einem Haus mit jeweils

über 80 qm Wohnfläche war für

Arbeiter zur damaligen Zeit ein Luxus,

den nur wenige besaßen. Während

die Menschen an anderen Orten

im Emsland noch oftmals in Hütten

hausten, entstand rund um dem Papenburger

Bahnhof nach und nach

ein Villenviertel. Werftbesitzer als auch

Aktionäre bauten um sie herum große,

auffallend schöne Häuser. Die Arbeiter

der Reichsbahn erlebten um die Jahrhundertwende

eine aufblühende Umgebung

mit geregelten Arbeitszeiten,

trockenen, großen Wohnungen und

gehörten somit selbst ein kleines Stück

weit zur Elite. In Sonntagstracht, fein

herausgeputzt zum Fototermin. Die

„Eisenbahnerfamilien“.

So zumindest nennt sie Katharina

Steinfeld. Die 88-Jährige lebt seit zig

Jahrzehnten gegenüber dem Bahnhof.

Früher, erzählt sie, hatten ihr Mann und

sie dort einen Großhandel. Trotz ihres

hohen Alters erinnert sie sich detailliert

an die vielen Jahre rund um den Papenburger

Bahnhof. Sie lässt keine Epoche

aus. Auf dem Papenburger Bahnhof

an sich aber lässt sie „nichts kommen“.

„Früher, das war herrlich“, schwärmt

sie. „Das war so ein schöner Bahnhof.

Morgens konnte man dort Zeitungen

aus aller Welt kaufen, das hatte was von

‚weltoffen‘! Man traf immer jemanden

auf ein ‚Moin‘. Er war voller Leben. Letzte

Kutschen, erste Autos, Mütter mit Kindern,

Güter und Händler. Für Ordnung

sorgten die Bahnhofsvorsteher, die in

den Satteldachhäusern wohnten. Auch

nachts machten sie ihre Rundgänge –

das war ein beruhigendes Gefühl“, sagt

sie.

„Als die Berufsschule eröffnete“, erinnert

sie sich, „stand am Bahnhof sonntags

die Kutsche von Lehrer Brandt, der

sich bei den Kaufleuten vorstellte. Die

sollten die jungen Menschen ausbilden

und er wollte sich selbst ein Bild von

den Ausbildern machen. Damals waren

hier rund um den Bahnhof alle großen

Firmen angesiedelt. Die Firma Dieckhaus,

die Werft natürlich auch schon.

So schaute er direkt bei den Besitzern

vorbei auf ein Glas Sekt“, lacht sie.

Aber es gab auch dunkle Seiten in der

Geschichte des Bahnhofs. „Im zweiten

Weltkrieg fühlte ich mich sehr hilflos“,

sagt sie. Als 15-jährige wusste ich nicht,

was ich tun sollte. Die Menschen, die

hier in Waggons zusammengepfercht

ankamen, wurden auf Wagen geschmissen

und nach Esterwegen befördert.

Ich mochte nicht mehr aus dem

Fenster gucken. Man durfte auch nichts

sagen - und was hätte ich auch sagen

sollen?“ Auf die Frage: „Mit Fußketten

kamen die Menschen aus Esterwegen

hier an?“, schüttelt sie den Kopf. „Nein“,

sagt sie, „wenn sie aus Esterwegen kamen,

konnten sie nicht mehr laufen. Sie

wurden nur noch übereinandergeworfen

und abtransportiert. Juden, Priester

und politische Gefangene, es tat mir

so leid. Auch den Eisenbahnerfamilien

ging es, glaube ich, nicht anders. Wir


Der moderne Bahnhofsvorplatz.

haben nie darüber gesprochen. Es sollte

einfach aufhören“.

Nach Kriegsende ging es mit der Wirtschaft

wieder bergauf. „Die Eisenbahn

muss laufen“, war der Slogan der 50er

Jahre rund um dem Bahnhof. In die Vorsteherhäuser

zogen Familien der Bahn

ein und nach Jahren wieder aus, um

in der Regel ihr eigenes Häuschen zu

beziehen. „Da, wo nun der neue Kiosk

entstanden ist, zog als letzte ‚Bahnfamilie‘

die Familie Held ein. Es waren nette

Menschen, unsere Kinder spielten zusammen.

Die Jungs sind heute Lehrer

und die Eisenbahnfamilien waren ein

Teil des Bahnhofs, wie ein in sich geschlossener

Ort. Eigentlich hätte man

sie wie die Gebäude und den Güterschuppen

auch unter Denkmalschutz

stellen müssen“, schmunzelt sie.

Der Bahnhof, wie auch die zwei gespiegelten

Abschlussgebäude, wurden von

der Stadt gekauft. Die einstige Reichs-

und später Deutsche Bundesbahn

strukturierte um. Eisenbahnerfamilien

brauchte es nicht mehr. Die beiden

spiegelgleichen Gebäude wurden vermietet,

standen leer und unter Denkmalschutz.

Trotzdem fanden sich für

beide Satteldachhäuser Käufer.

Es braucht Idealisten, die sich solcher

Gebäude annehmen. Alfons

Hövelmann kaufte 2008 das einstige

Vorsteherhaus und eröffnete vor gut

einem Jahr seinen Café und Kiosk

ZumBa. Wo einst die Familie Held lebte

und Kinder tobten, hat er in liebevoller

Kleinstarbeit Wände aufgearbeitet und

den alten Backstein freigelegt. “Die

Entkernungsarbeiten dauerten über

ein Jahr, es war schon viel Arbeit aber

mein Hobby“, erklärt er im Gespräch

mit dem PFEFFER. Die freigelegten

Backsteinmauern geben dem ehemaligen

Vorsteherhaus seinen eigentlichen

Charme zurück. Das warme Holz des

Fußbodens glänzt in der Sonne und

das Licht fällt wie zufällig auf das Regal

mit Zeitungen aus aller Welt.

Inzwischen strahlt das kleine Café

Gemütlichkeit und Wärme aus. Auch

die Speisen erinnern an die gute, alte

Zeit. „Alles hausgemacht“, erklärt Hövelmann

stolz. „Ob Suppen, Torten,

Kuchen, Frikadellen – wir backen,

braten, kochen alles selbst. Der frische

Apfelkuchen erinnert tatsächlich an

die Heimat. An Omas Backkunst und

an Gerüche der Kindheit. Dieses Gefühl

zu erzeugen, war sicherlich nicht

Hövelmanns Absicht. Er - kein Werbefachmann,

sondern einer, der das Café

aus Leidenschaft betreibt. Die Preise,

trotz reiner Handarbeit, keineswegs abgehoben.

„Kleine Familienfeiern bieten

wir auf Anfrage natürlich auch an, man

muss sehen, wie sich das auf Dauer entwickelt.

Im Moment sind wir zufrieden“,

fügt er an.

Seine Motivation? „Ich wollte, dass der

Bahnhof aus dem Dornröschenschlaf

erwacht und ein bisschen ist mir das

hoffentlich auch gelungen. Durchreisende

freuen sich, hier schnell einen

Kaffee trinken zu können oder ein

Frühstück zum Mitnehmen zu finden“,

erklärt er.

Das ist ganz in Katharina Steinfelds Sinne.

Eine Computerschule, wie sie den

Teil der VHS nennt, der noch im Bahnhof

ansässig ist, hat mit ihrer Vorstellung

von Bahnhof wenig gemein. Das

sagt sie so nicht, aber man kann förmlich

auf ihrer Stirn lesen, was sie denkt.

Das langgezogene Wort ‚Computer‘

lässt sie herrlich verfremdet klingen, so

als könnten die Bahn fahren! „Den Weg

über die Straße schaffe ich nicht mehr,

sonst hätte ich mir das Café schon

längst angeschaut und den Kuchen

probiert. Ein bisschen mehr Bahnhof,

ein sehr altes, gutes Gefühl“, meint sie.

A.T. L.

Frühstück

Kuchen

Snacks

DAS PFEFFER 25

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26 DAS PFEFFER

Atze Schröder

Und dann kam Ute

In diesem Jahr zeigt Comedian Atze

Schröder eine ganz neue Seite. Der

bekennende Literaturfan und leidenschaftliche

Leser veröffentlicht am 20.

September 2013 seinen ersten Roman

„Und dann kam Ute“. Dieses Buch ist

eine Mischung aus Liebes- und satirischem

Episodenroman, der von Gefühlen,

Liebe, Sex, Räuberpistolen und

Freundschaft handelt.

Ein Roman für Frauen UND Männer.

Nach Romeo & Julia und William & Kate

kommen nun Atze und Ute. Dabei sieht

es zunächst gar nicht danach aus. Atze

wohnt in einer Wohnung in der Kurt-

Schumacher-Strasse, Gomera-Gerd

und Hajo als Nachbarn, vor der Tür ein

orangefarbener Porsche. Feuchtfröhliche

Männerrunden, amouröse Abenteuer

und ein prall gefülltes Notizbuch

mit Telefonnummern – Atze hat sein

geliebtes Single-Leben im Griff. Bis Ute

kommt und die Wohnung unter ihm

bezieht.

Für Atze ein Wesen von einem anderen

Stern. Denn Ute ist Waldorf-Pädagogin,

Ute liest „Psychologie Heute“, Ute ist Vegetarierin.

Und Ute ist schwanger. Mit

so einer im Haus – das kann doch nicht

gut gehen, denkt Atze. Aber bald merkt

er: Er mag Ute. Sie ist so klug. Und nicht

nur das – er findet sie sogar attraktiv.

Aber die Unterschiede zwischen den

beiden scheinen unüberbrückbar. Ein

schwerer Fall für den Hallodri Atze.

Kann er sich noch auf Testosteron, große

Klappe und Siegerlächeln verlassen?

Und was wird Ute mit Atzes empfindlicher

Männerseele anstellen?

Atze Schröder ist einer der bekanntesten

und beliebtesten deutschen

Comedians. Er wurde 1965 im Essener

Stadtteil Kray geboren und wuchs in

einem Frauenhaushalt auf, der ihn fürs

Leben prägte. Sein Durchbruch gelang

ihm mit der beliebten Comedy-Serie

„Alles Atze“. Mit seinen Soloprogrammen

festigte er seinen Ruf als einer der

besten Live-Comedians Deutschlands.

Fünfmal hat er bisher den Deutschen

Comedypreis gewonnen. „Und dann

kam Ute“ ist sein erster Roman. Ein

Gespräch mit ihm über die Doppelrolle

als Atze:

Herr Schröder, ob man Sie als Künstler

mag oder nicht, man kommt

nicht umhin zuzugeben, dass das

Buch in einigen Passagen- nicht nur

wirklich komisch, sondern die Beschreibung

einzelner Personen per-

fekt gelungen ist. Warum plötzlich

ein Buch von Ihnen?

Die Idee, ein Buch zu schreiben, hatte

ich schon länger, aber ich wollte nie

ein Sachbuch, sondern einen Roman

schreiben. Ich bin ja selbst ein begeisterter

Buchleser und hatte hohe

Ansprüche an mich und habe auf den

richtigen Einfall gewartet. Das hat

gedauert, aber dann haben sich mein

Co-Autor Till Hoheneder und ich für

längere Zeit eingeschlossen und nun

liegt das Werk fertig auf dem Tisch.

Gehen wir auf den Inhalt ein. Folgende

Situation: Ihr Besuch im

Kindergarten. Hier beschreiben Sie

gnadenlos, wie Mütter um die Begabung

ihrer Kinder feilschen. Ein Kind

scheinbar hochbegabter als das

andere. Ohne ins Private abdriften

zu wollen, woher können Sie diese

Bilder so detailliert wiedergeben?

Stellen Sie sich vor einen Kindergarten

und schauen was da so passiert?

Meine Geschichten basieren auf Beobachtungen

einzelner Mütter im Alltag

und die habe ich zusammengefasst in

dem Kindergarten spielen lassen.

Das Buch - verbal rotzfrech, aber es

zeigt auch einen neuen Atze auf, einen,

der sich Sorgen macht um sein

Alter, um die Figur, einem dem das

volle Notizbuch zwar freut, aber sich

doch eigentlich nach „mehr“ sehnt.

Wird das ein neuer Charakterzug der

Figur Atze?

Ja, Atze hat sich in den letzten Jahren

immer weiter entwickelt. Ich habe

auch immer versucht, aktuelle Entwicklungen

aufzugreifen. Meine letzten

Programme hießen „Mutterschutz“, „Revolution“

und „Schmerzfrei“ und haben

alle ein Stück weit den Zeitgeist getroffen.

Ob es um die Rolle der Mütter, Bürgerbewegungen

oder gesellschaftliche

Entwicklungen ging. Atze ist da auf

seine Art in die Tiefe gegangen.

Ute passt natürlich wunderbar ins

Bild. Waldorf-Pädagogin, Vegetarierin

– alles neue, spannende

Sichtweisen für Atze - die natürlich

gedanklich auseinandergenommen

werden müssen. Man fragt sich

beim Lesen, was ist Atze und wo der

wirkliche Autor. Vermischen sich die

Personen?

Der öffentliche und der private Atze

haben schon Unterschiede, aber die

Grenzen sind fließend. Meine Freundin

sagt immer, sie liegt mit zwei Männern

„Und dann kam Ute“, Atze Schröder, 288 Seiten

Verlag Wunderlich • Gebundene Ausgabe: ISBN-13: 978-3805250610

Weitere Infos zu Atze Schröder im Internet: www.atzeschroeder.de

Der öffentliche und

der private Atze haben

schon Unterschiede,

aber die Grenzen sind

fließend.

im Bett und ich habe dann die ganze

Arbeit.

Im Buch kommen zahlreiche Promis

vor, die sie im Buch als Atze

wahrnehmen oder präsentieren Sie

diesen dann doch schon Ihre Privatperson?

Den einen oder anderen kenne ich

dann schon aus dem privaten, aber

auch hier sind die Grenzen fließend.

Zu guter Schluss ist Atze ein lieber

Kerl, ein bisschen tiefgründiger geworden,

liebt Ute und kann dann

doch an „Wetten dass..?“ in Bremen

nicht von einer Promi-Schönheit

lassen? Würden Sie sagen, „richtig

zusammengefasst“?

Kurz und knapp zwar, aber es trifft den

Kern.

Herr Schröder, ich bedanke mich für

das Gespräch. A.T.L.


DAS PFEFFER 27

Das Schaf: Man kann mit ihm die Wirtschaftskrise

erklären oder aber leckere Rezepte ausprobieren.

Lustiges

Am Rande der Bankenkrise und

Wirtschaftskrise (Verfasser unbekannt)

Noch Fragen?

In einer einsamen Gegend Südtirols

hütet ein Schäfer seine Schafe. Da hält

in einer Staubwolke ein nagelneuer

grauer Audi S8 direkt neben ihm. Der

Fahrer des Wagens, ein junger Mann

in Brioni-Anzug, Cerrutti-Schuhen,

Ray-Ban-Sonnenbrille und einer YSL-

Krawatte steigt aus und fragt: "Wenn

ich errate, wie viele Schafe Sie haben,

bekomme ich dann eins?" Der Schäfer

schaut den jungen Mann an, dann

seine friedlich grasenden Schafe, und

sagt ruhig: "In Ordnung."

Der junge Mann parkt den S8, verbindet

sein Notebook mit dem Handy

und geht im Internet auf eine NASA-

Seite, scannt die Gegend mit Hilfe

seines GPS Satellitennavigations-

Systems, öffnet eine Datenbank und

60 Excel-Tabellen mit einer Unmenge

Formeln. Schließlich druckt er einen

150-seitigen Bericht auf seinem High-

Schafskäse gebacken oder vom Grill

Ob im Backofen, auf dem Grill oder

in der Pfanne - Feta bzw. Schafskäse

macht bei allen drei Zubereitungsarten

eine gute Figur!

Tech-Minidrucker im Auto-Cockpit,

dreht sich zum Schäfer um und sagt:

"Sie haben exakt 1'586 Schafe."

"Das ist richtig," sagt der Schäfer, "suchen

Sie sich eines aus." Der Mann

sucht sich ein Tier aus und lädt es

umständlich in seinen S8. Der Schäfer

schaut ihm dabei zu und fragt: "Wenn

ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir

dann das Schaf zurück?" "Klar, warum

nicht." antwortet jener. "Sie sind Investmentbanker."

"Das ist richtig, woher wissen Sie das?"

"Sehr einfach," sagt der Schäfer, "erstens

kommen Sie hierher, obwohl Sie

niemand gerufen hat. Zweitens wollen

Sie dafür bezahlt werden, dass Sie

mir etwas sagen, was ich schon weiß,

und drittens haben Sie keine Ahnung

von dem, was sie tun ... und jetzt geben

Sie mir meinen Hund wieder!"

Wer mag, mariniert den pikanten

Schafskäse vorher einige Stunden in

Olivenöl gewürzt mit mediterranen

Kräutern, wie z.B. Rosmarin, Thymian

oder Salbei, sowie weiteren aroma-

tischen Beigaben, wie Zwiebeln,

Knoblauch oder Chili. Den gewürzten

Schafskäse wickelt man zum Grillen am

besten in Alufolie. Auch lecker: Zum

Schafskäse noch etwas Gemüse nach

Wahl, wie Tomaten, Aubergine, Zucchini

etc. Auch im Backofen kann man Feta

in der Folie zubereiten oder aber in eine

Auflaufform auf ein Bett aus Gemüse

geben.

Der Schafskäse ist fertig, wenn die Konsistenz

cremig-weich ist, er seine Form

aber noch hält. Man kann den marinierten

Schafskäse auch gut zum Backen

oder Grillen in ein aufgeschnittenes

Fladenbrot geben. So verschmelzen die

köstlichen Aromen des Schafskäses mit

dem knusprig gebackenen Brot - ganz

simpel und doch köstlich!

Aber auch in der Pfanne lassen sich feine

Leckereien aus Schafskäse zubereiten.

Einfach den Feta-Block im Ganzen

oder in Stücke geschnitten panieren

und in reichlich Öl oder Butterschmalz

ausbacken. So wird der Schafskäse im

Innern herrlich cremig, umhüllt von

einer knusprigen Kruste und passt perfekt

zu knackig-frischem Blattsalat.

Zutaten

• 400 g Schafskäse

• 2 Eier

• Mehle

• Olivenöl

• 2 El Oregano

Zubereitung

Foto: Maik Ahrens

Den Schafskäse in ca. 1 cm dicke Scheiben

schneiden. Die Eier in einem tiefen

Teller miteinander verquirlen. Das Mehl

auf einen flachen Teller geben. Reichlich

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen.

Die Schafskäsescheiben nacheinander

zuerst gründlich in der Einmischung

und danach im Mehl wenden. Im

heißen Olivenöl goldgelb ausbacken,

dabei auf beiden Seiten mit Oregano

bestreuen.

Den gebackenen Schafskäse auf Küchenpapier

etwas abtropfen lassen

und sofort servieren.

Arbeitszeit: ca. 15 Min.

Schwierigkeitsgrad: simpel


28 DAS PFEFFER Buchbesprechung

Eine Rose am Auto

Ich war 15 und eine kleine Querflöte.

Nein, nein, ich spielte Querflöte in unserem

Orchester. Zusammen mit vielen

anderen Mädchen. Aber unser Orchester

bestand nicht nur aus Querflöten.

Eigentlich waren alle Instrumente vertreten,

die so gebraucht wurden. Eines

der wichtigsten war die Trompete. Und

damit bin ich bei meiner ersten Liebe:

Thomas. Er war 19 und der Startrompeter,

spielte auch Soli. Ich schmachtete

dahin, wenn ich ihn mit seinem Popperschnitt

und seinen stahlblauen Augen

sah. Thomas wusste nur zu genau,

dass er umwerfend gut aussah, was ihn

zu einer gewissen Arroganz verleitete.

Trotzdem war ich so aufgeregt, wenn er

in der Nähe war, dass ich rot anlief und

keinen Ton mehr herausbrachte.

Unser Startrompeter leitete für eine

Weile die Jugendgruppe, in der ich

spielte und da fiel sie mir sofort auf.

Anja. Sie sah ebenfalls sehr gut aus,

hatte auch sehr schöne Augen. Thomas

behandelte sie von Anfang an anders

als uns. Er schien sie immer ein wenig

zu bevorzugen. Ich war rasend vor Eifersucht.

Wie konnte sie es wagen, ihn

mir wegzunehmen? Und was war denn

schon so toll an ihr, dass er sie so viel

besser behandelte? Über einige Wochen

hinweg stellte ich mir immer wieder

diese Frage. Dann fand ich es heraus.

Sie war seine Cousine! Wie dumm

von mir, wie konnte ich das übersehen?

Sie hatte die gleichen stahlblauen Augen

wie er.

Nachdem das geklärt war, konnte ich

ihm endlich wieder meine ganze Aufmerksamkeit

widmen. Ich wuchs in

einem kleinen Dorf im Sauerland auf,

in dem das Jahreshighlight das Schützenfest

war. Von der Wichtigkeit her

ungefähr zu vergleichen mit dem Oktoberfest

in München. Aber nicht nur in

unserem Dorf gab es ein Schützenfest,

sondern in allen anderen umliegenden

Dörfern auch. In der Festsaison wurde

dann über mehrere Wochenenden

hinweg jeweils an einem anderen Ort

der kulturelle Jahreshöhepunkt gefeiert.

Dazu spielten auch immer die

Orchester in einem großen Festumzug.

Die Straßen entlang dieses Umzuges

waren stets gesäumt von zahlreichen

Zuschauern. Und ich war jedes Mal dabei.

Nur um ihn spielen zu sehen. Für

mein Vorhaben hatte ich einiges auf

mich genommen. Ich war ja erst 15 und

somit musste ich alle Wege mit dem

Fahrrad zurücklegen. Aber für Thomas

tat ich das gern. Ich sah ihn spielen und

war glücklich.

Endlich war auch unser Dorf an der

Reihe. Auf der Festwiese waren einige

Buden aufgebaut, an denen man entweder

etwas essen oder seine Schießkünste

unter Beweis stellen konnte. Im

Mittelpunkt stand natürlich das große

Festzelt, in dem getrunken und getanzt

wurde. Die Tanzmusik wurde wieder

live gespielt. Und in dieser Tanzkapelle

spielte Thomas die erste Trompete. Ich

himmelte ihn den ganzen Abend an,

wie ein Groupie.

Zwischendurch bin ich zusammen mit

meiner Clique auch über die Festwiese

gezogen. Dort hat dann Dirk, ein Kumpel

von mir, der mich allerdings nicht

im Geringsten interessierte, eine Rose

geschossen. Gedankenversunken spielte

ich den Rest des Abends mit dieser

Blume, während ich weiter nur Augen

für Thomas hatte. Später am Abend

klemmte ich auf dem Weg nach Hause

Dirks Rose an die Windschutzscheibe

von Thomas Auto.

Ich lag schon im Bett, als es mir wie

"Schuppen von den Augen fiel". Katharina,

du hast ihm doch gar keine Nachricht

hinterlassen. Er weiß ja gar nicht,

dass die Rose von dir ist. Dann war es

total überflüssig.

Die darauf folgenden Tage waren sehr

quälend. Immer wieder versuchte

ich, herauszufinden, ob er die Rose

bemerkt hatte. Schließlich hielt ich es

nicht mehr aus, ignorierte mein Zittern

und meine weichen Knie und fragte

Thomas. Seine Antwort war einfach

nur: "Ach, die war von dir?" Nicht mehr

und nicht weniger. Das war es. Ich

glaubte nicht genug an mich und gab

auf. Wenn ich heute darüber nachdenke,

finde ich das ganz schön blöd, denn

in den folgenden Jahren habe ich stets

das bekommen, was ich wollte.

Aber bei Thomas war irgendwie alles

anders. Mit 16 fing ich dann eine Beziehung

mit Achim an, unserem zweiten

Trompeter. Als ich fünf Jahre mit ihm

zusammen war, unterhielt ich mich

während eines Osterfeuers mit Thomas.

Nach dem üblichen Smalltalk fragte er

mich ganz überraschend, ob mit mir

und Achim alles in Ordnung sei. Er

hätte das Gefühl, ich sei nicht glücklich.

Damit hatte er den Nagel auf den Kopf

getroffen, was ich aber abstritt. Ich war

nicht mehr glücklich mit Achim, wollte

es nur nicht so richtig wahrhaben.

Was mich aber noch mehr überraschte

war die Offenheit, die dieses Gespräch

hatte. Und dabei war es doch sachlich.

Ohne Gefühle.

Was dann jedoch kam, schlug dem Fass

den Boden aus.

Autorin Svenja Bhatty

Wer war eigentlich meine erste

große Liebe? Und warum? Was

ist aus dieser Person geworden?

Habe ich noch Kontakt? Möchte

ich noch Kontakt? Wie betrachte

ich das ganze Thema aus heutiger

Sicht?

All diesen Fragen ist die Autorin

Svenja Bhatty auf den Grund gegangen.

Mit 31 Interviewpartnern hat sie

die Reise in die Vergangenheit

gewagt und in Geschichten verarbeitet.

Die Namen und Orte

sind verändert worden, aber

nicht das Erlebte. Es sind echte

Storys, die das Leben schrieb.

Verlag:

Michael Bhatty Entertainment,

118 Seiten

Als Kindle Edition bei Amazon

Media EU S.à.r.l.

"Vor fünf Jahren war ich ja mal so richtig

verknallt in dich." Hatte ich mich eben

verhört? Ich konnte es nicht glauben,

dass Thomas genauso empfunden hatte

wie ich.

Wir sprachen noch eine ganze Weile

darüber, aber konnten nicht herausfinden,

warum wir fünf Jahre zuvor nicht

den Weg zueinander gefunden hatten.

Und nun war der Funke irgendwie erloschen.

Thomas und ich haben danach nie wieder

so ein intensives Gespräch geführt.

Er ist aus dem Orchester ausgetreten,

aber er wohnt, genauso wie ich, immer

noch im gleichen Dorf. Hin und wieder

sehe ich ihn. Er ist älter geworden und

sieht immer noch toll aus. Die Blicke,

die wir uns zuwerfen, sind nur kurz aber

wissend. Und ich stelle mir jedes Mal

die Fragen, was gewesen wäre, wenn...?

Könnte seine Tochter im Teenageralter

auch meine sein?

Aber dann komme ich immer wieder

zum gleichen Schluss. Ich denke, aus

uns wäre vielleicht ein Paar geworden,

aber keine wirklich dauerhafte

Beziehung. Denn die Musik war unsere

einzige Verbindung. Ich hatte darüber

hinaus noch weitere Interessen,

er jedoch leider nicht. Es hätte sich

wahrscheinlich sehr schnell Monotonie

eingestellt. Etwas, was ich bis heute nur

schwer ertrage. Ich hatte mich ein Jahr

später von Achim getrennt und nach

ihm noch einige Beziehungen. Aber

mehr als einige Jahre hielt keine.

Gelernt habe ich aber daraus, Gefühle

auszusprechen und um Liebe zu kämpfen.

Abwarten ist nicht!

(Katharina, Brilon)


Filmtipp:

SEIN LETZTES RENNEN

am 10. Oktober kommt SEIN LETZ-

TES RENNEN in die deutschen Kinos.

Darin begeistert und überrascht

Dieter Hallervorden mit der genauso

hintergründig-humorvollen wie bewegenden

Darstellung eines ehemaligen

Marathonchampions, der es noch einmal

wissen will und alles daran setzt,

ein letztes Rennen laufen zu können.

Warmherzig, berührend und mit liebenswertem

Witz erzählt die Komödie

dabei vom Mut, den das Älterwerden

manchmal erfordert, vom Glück, das

das Weitermachen mit sich bringt und

von der großen Liebe, die einen ein

ganzes Leben lang begleiten kann.

Paul Averhoff (Dieter Hallervorden) hat

1956 als Marathonläufer olympisches

Gold geholt. Er war eine Legende.

Doch jetzt, im Alter, müssen Paul und

seine Frau Margot (Tatja Seibt) nach

vielen glücklichen Jahren von Zuhause

ausziehen und ins Altenheim. Ihre

Tochter Birgit (Heike Makatsch) fliegt

als Stewardess um die Welt und kann

sich nicht mehr kümmern. So findet

sich Paul auf einmal zwischen Singekreis

und Bastelstunde wieder - und

fühlt sich wie scheintot. Das soll es nun

gewesen sein? Nicht mit Paul!

Er holt seine alten Laufschuhe hervor

und beginnt im Park seine Runden zu

drehen. Anfangs schleppend und jämmerlich,

dann immer schneller - fest

entschlossen, einmal noch einen Marathon

zu laufen. Margot ist alles andere

als begeistert, lässt sich aber überreden,

ihn wie früher zu trainieren. Doch seine

Mitbewohner erklären ihn für verrückt

- und der Heimleitung ist Paul ein Dorn

im Auge, weil er mit seiner Eigenwilligkeit

die zeitlich genau abgestimmten

Abläufe durcheinanderwirbelt.

Dann aber taucht ein altes Foto von

Pauls Olympiasieg auf und seine Mitbewohner

erinnern sich an den Helden

von einst. Als er auch noch ein Rennen

gegen den jungen Pfleger Tobias

(Frederick Lau) gewinnt, schlägt ihre

Zurückhaltung in Begeisterung um,

sie feiern mit ihm und feuern ihn an.

Und entdecken mit ihm das Gefühl,

dass auch für sie das Leben noch nicht

ganz vorbei ist. Paul zieht sein Training

durch - Runde für Runde, Tag für Tag,

„immer weiter“, wie er sich geschworen

hat. Denn er will seinen Traum verwirklichen,

für sich selbst, für Margot, für seine

Tochter Birgit und für all die anderen,

denen er es beweisen möchte…

Infos: www.sein-letztes-rennen.de

Mit Herz und Verstand…

10 Jahre Wohnen mit Service

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und pflegebedürftige Menschen

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30 DAS PFEFFER

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Psychologische Ayurveda-Beraterin

und Massage-Therapeutin

für Wellness & Prävention, stellt sich vor.

Yoga wie auch tibetische Klangschalen,

Massagen und Wellness lautet Ihr Gesundheitsgeheimnis.

Der Klangmassage, als Beispiel, liegen

uralte Erkenntnisse über die Wirkung

von Klängen zugrunde, die schon vor

über 5000 Jahren in der indischen

Heilkunst Anwendung fanden. In der

östlichen Vorstellung entstand der

Mensch aus Klang, ist also Klang. Nur

der mit sich und seiner Umwelt in Ein-

Klang lebende Mensch ist demzufolge

in der Lage, sein Leben frei und kreativ

zu gestalten.

Klangschalen werden auf den bekleideten

Körper aufgesetzt und behutsam

angeschlagen. Die sanften und harmonischen

Klänge werden über das Gehör

aufgenommen und führen schnell in

eine tiefe Entspannung. Die rhythmischen

Klangschwingungen übertragen

sich auf den Körper und erzeugen eine

feine Vibration, die oft wie eine Art

„Massage“ beschrieben wird. Durch die

weichen Vibrationen der Klangschwingungen

werden alle Zellen erreicht und

sanft von Verspannungen und Blockaden

befreit. Neugierig?

Impressum

Herausgeber Verein zur Stärkung der

Pressevielfalt im nördlichen

Emsland und Umgebung e.V.

Postfach 11 42

26851 Papenburg

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Redaktion Andrea T. Loose

Gastschreiber Jens Berger,

Timo Hinrichs,

Hanno Rehbock

Anzeigengestaltung Verlag Maik Ahrens, Herbrum

Anzeigenverkauf Andrea T. Loose

Titelbild peta

Fotos Andrea T. Loose

Satz Maik Ahrens

Korrektur Manuela Vinke,

Sabine Ahrens

DAS PFEFFER versteht sich als Portal und ist ein von Parteien und

Interessensgruppen unabhängiger Beitrag zur demokratischen

Meinungsbildung im Sinne einer umfassenden Informationsfreiheit auf der

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DAS PFEFFER erscheint Mitte des Monats. Nachdruck oder Vervielfältigung

nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers. Für unverlangt

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Haftung. Namentlich gekennzeichnete Leserbriefe und Beiträge geben nicht

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Verteilt wird in: Leer, Papenburg, Aschendorf, Rhede, Dörpen,

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Bildquellen: Kerzen: © Joujou / pixelio.de Herbst: © Maik Ahrens, vmah.de

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