Vorgestellt: Gerd Meyer - Halle liest - Projekte-Verlag Cornelius

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Vorgestellt: Gerd Meyer - Halle liest - Projekte-Verlag Cornelius

Halle liest

Literatur für und aus Halle

Kostenfreies Lesermagazin Nr. 11, März 2011 Herausgeber: Projekte-Verlag Cornelius GmbH

Porträt Gerd Meyer

Leipziger Buchmesse

Albatros Verlag Wien

Madelaine Chaproll

„La Sylphide“

Leseprobe

„Kurz vor Woodstock“


Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

das hat es in Halle noch nie gegeben! Da kann man in der Geschichte der Stadt suchen,

so lange man es wollte, einen privaten Ort für das Kulturgut Buch gab es noch nicht. Da

waren und sind Bibliotheken, Galerien, Vereinstätigkeiten und Bücherstuben, aber einen

solchen Ort, wie ihn der Projekte-Verlag Cornelius eingerichtet hat, den gab es noch nicht.

Jede Woche Donnerstag wird im Verlag die Tür für Interessierte geöffnet. Da gibt es ein

Antiquariat mit 25.000 Buchtiteln, zehntausend dieser Bücher sind sofort zugänglich. Eine

Galerie mit moderner Kunst ausgestattet. Wir bemühen uns darum, Maler und Grafiker

nach Halle zu bringen, die bei uns ausstellen. Die hauseigene Verlagsbuchhandlung im

Haus bietet über eintausend Titel aus der Produktion des Verlages an. Bücher, die im

Gespräch sind, können gekauft werden. Lesungen oder Buchvorstellungen finden jede

Woche statt. Wer mehr über interaktive Bücher und eBooks wissen will, der kann zu uns

kommen. Kindern (Hort der Grundschulen) wollen wir in einer Miniaturwelt (Schrank mit

Teddy-Bären) das Wesen einer Bibliothek und die Produktion von Büchern erklären. Einen

Geburtagskalender für die Klasse gibt es dazu.

Und der der sogenannte „i-Punkt“, abends stellen Autoren oder auch der Verleger neue

Buchproduktionen vor.

Haben Sie Lust zu kommen? Jede Woche Donnerstag, von 14 bis 18 Uhr erwarten wir Sie

in der Thüringerstraße 30.

Termine

3.3.11, 18.00 Uhr Marion Stern: „Die Apfelbaumtochter“

Projekte-Verlag

3.3.11, 19.30 Uhr „Erzvater und Satan“ – Franz Fühmann und die Bibel“, Vortrag von

Canstein Bibelzentrum Christoph Hellmich (Eisleben)

5.3.11, 19.00 Uhr Poetry Slam

Brohmers (Bernburger Str. 9)

10.3.11, 18.00 Uhr Joachim Schwarze: „Der Trümmermann“

Projekte-Verlag

10.3.11, 19.30 Uhr „Geister (in) der Aufklärung“ - Werk und Wirkung Emanuel Swedenborgs

Canstein Bibelzentrum (1688-1772), Vortrag von PD Dr. habil. Friedemann Stengel (Halle)

14.3.11, 19.00 Uhr Leseabend: Michael May liest aus „24 Stunden aus dem Leben einer

Evang. Stadtmission Frau“ von Stefan Zweig

16.3.11, 15.00 Uhr Gerd Meyer stellt sein neues Buch „Begegnungen“ vor.

Stadtbibliothek Merseburg

20.3.11, 17.30 Uhr Thomas Stein ist unterwegs mit Herrn Lenz, Lesung

"Naschmadame" Kleine Ulrichstraße 25

22.3.11, 18.00 Uhr „Lesen ist magisch“ von der Arbeit des halleschen Buchgestalters Helmut

Stadtarchiv Stabe

24.3.11, 18.00 Uhr Roswitha Söchtig: „Den Ortler im Blick“

Projekte-Verlag

25.3.11, 19.00 Uhr „Halleluja für Heuchler“, Lesung von Heinz Florian Oertel, Sondergast

Bahnhofsbuchhandlung Waldemar Cierpinski

31.3.11, 18.00 Uhr Neuerscheinungen im Frühjahr

Projekte-Verlag

31.3.11, 20.00 Uhr Eröffnung der Halle liest Reihe 2011: Deutsch-jüdische Schriftsteller in

Oper Halle Halle

2


Auf nach Leipzig!

Wie in jedem Jahr steht der März für uns im Verlag ganz im

Zeichen der Buchmesse in Leipzig. Wir präsentieren uns und

unsere Bücher dort mit einem großen Messestand, stehen

für Gespräche mit alten und neuen Autoren zur Verfügung

und beraten potenzielle Leser über unser Angebot. Neben

einer Auswahl aus unserem lieferbaren Programm, das etwa

800 - 900 Bücher umfasst, zeigen wir vor allem die Neuerscheinungen.

Seit der Frankfurter Buchmesse im letzten

Oktober sind über 90 neue Bücher im Projekte-Verlag erschienen. Sie werden von uns in

einem Frühjahrskatalog sowie in mehreren thematischen Spezialkatalogen vorgestellt.

In Leipzig haben Autoren die Möglichkeit, im Rahmen der Aktion Leipzig liest auf der Messe

und an vielen Orten in der Stadt Lesungen durchzuführen. 6 Autoren unseres Verlages werden

daran teilnehmen. Außerdem wollen wir in diesem Jahr weiteren Autoren Gelegenheit

geben, sich und ihr Buch direkt an unserem Messestand dem Publikum vorzustellen.

Besuchen Sie uns doch mal!

Lesungen bei Leipzig liest

17.3.11 11.00 Uhr Hilda Groll: „Vereint und doch getrennt“

Halle 5, A210

18.3.11 16.30 Uhr Thomas Böhme: „Der Schnakenhascher“

Halle 3, E405

19.3.11 10.30 Uhr Nils Wiesner: „Das Haus der Lügen und Träume“

Halle 5, E600

19.3.11 10.30 Uhr Johanna Adler: „Die kleine Brockenhexe Walpurgis“

Halle 2, F307/G306

19.3.11 13.00 Uhr Sharon Wunsch: „Pauls lange Heimreise“

Halle 4, A505

20.3.11 15.00 Uhr Hubert Kinzel: „Im Visier der Mächte“

Halle 4, E101

Lesungen an unserem Messestand Halle 5 B300

17.3.11 12.30 Uhr Reinhardt Freudenberg: „Auf deinen Spuren“

13.30 Uhr Dietmar Klenner: „Che Thai und Grünauge“

14.30 Uhr Claudia Burg: „Jahre im Labyrinth“

15.30 Uhr Manfred Sacher: „Teufelsbraten Willy und das geheimnisvolle Feuer“

16.30 Uhr Erika Ranft: „Augustusburg – Schloss des Schicksals“

18.3.11 11.00 Uhr Erika Seidenbecher: „Der Enkel Barbarossas“

12.00 Uhr Detlef Köhler: „Interstellare Odyssee“

13.00 Uhr Felix Keller: „Tränen, Trümmer und Träume“

14.00 Uhr Wolfgang Sanden: „Und wissen ihr Ende doch“

15.00 Uhr Peter Loß: „Nikos letzte Liebe“

19.3.11 12.00 Uhr Anette Goebel: „Nach dem Jakobsweg“

14.00 Uhr E. W. Grundmann: „Fuga Temporis“

15.00 Uhr Klaus-Dieter Kunzmann: „Tagebuch eines Entsandten“

16.00 Uhr Christine Kallfaß: „Marlies oder die Zimmerwand“

20.3.11 11.00 Uhr Andrea Wojtynek: „Das Eigentliche - ist die Liebe“

12.30 Uhr Frank Pobell: „Der absolute Nullpunkt“

14.00 Uhr Jan-C. Sachse: „Der Hinterhalt“

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Vorgestellt: Gerd Meyer

Er ist Autor aus Leidenschaft, vielleicht auch ein wenig ein

Getriebener, geht man von seiner stetigen Buchproduktion

aus. Mit 73 Jahren schreibt er noch immer Gedichte und

Geschichten, so dass in diesen Tagen sein neuer Erzählband

mit ca. 270 Seiten erscheinen konnte. „Begegnungen“

lautet der schlichte Titel des Buches und genau das

beschreibt viele von Gerd Meyers Werken. Es sind Begegnungen

mit Menschen und Orten, die er schildert, manchmal

in Prosatexten und manchmal in der verknappten, auf den

Punkt gebrachten Form des Gedichts. Seine eigenen Erfahrungen

fließen zweifelsohne ein, so ist es nur selbstverständlich,

dass er sich den Problemen des Alters und älterer

Menschen zuwendet, genau beobachtend und auch mal schonungslos in seiner Darstellung.

Ihn interessiert das Leben, die Wirklichkeit „vor der Haustür“, wie ein Büchlein heißt,

das er über Merseburg und seine Bewohner schrieb. Die Titel seiner Bücher „Melancholie“,

„Abgesang“, „Nur ein paar Worte noch“ oder „Lebensabend“ sollten nicht den Eindruck

erwecken, dass hier etwa ein deprimierter, vom Leben enttäuschter Schreiber ist, der nur

noch zurückblicken kann. Melancholie - ja, aber Depression auf keinen Fall.

Gerd Meyer wurde 1938 in Friedrichroda / Thüringen geboren und verbrachte dort seine

Kindheit. Nach einer Lehre als Maurer in Erfurt absolvierte er ein Studium am Pädagogischen

Institut Erfurt und unterrichtete danach bis zu seiner Pensionierung als Lehrer für Deutsch

und Kunst an verschiedenen Schulen in Sachsen-Anhalt. Heute lebt er in Merseburg.

Bei einer Lesung in der Merseburger Stadtbibliothek

Bücher von Gerd Meyer im Projekte-Verlag

Die Kammer

Rosenau 12

Von Zeiten

Nur ein paar Worte noch

Da sein

Rückblicke

Melancholie

Vor der Haustür

4

Abgesang

Lebensabend

Begegnungen

Er gab Jahrbücher und andere

Publikationen im Eigenverlag

heraus und führte Ausstellungen

mit eigenen Druckgrafiken

und Fotos durch. Seit 2004

betätigt er sich nur noch als

Autor. Am 16.3.11 um 15.00

Uhr liest er in der Stadtbibliothek

„Walter Bauer“ in

Merseburg.


Der Albatros Verlag aus Wien

Der ALBATROS Verlag bildet

einen Zweig der KULTUR AG,

Verein für konstruktive Kultur-

Impulse. Das Haupttätigkeitsfeld

liegt im kulturellen und

künstlerischen Bereich, Ziel ist

die Entwicklung von qualitativ

hochwertigen Kunstformen

und die Schaffung eines positiven

Klimas für das kulturelle

und gesellschaftliche Leben; es

werden aber auch kreative

Ideen und Innovationen im

Bereich Umwelt, Freizeit, Tourismus

und Public Relations

sowie humanitäre Initiativen

und Friedens-Aktivitäten entwickelt

und umgesetzt. Durch die

Nutzung von Synergie-Effekten

eröffnet sich für die Wirtschaft

eine Vielfalt von Kooperations-Partnerschaften,attraktiven

Werbemöglichkeiten, Product-Placement

u.a. Der ALBA-

TROS Verlag publiziert Bücher

nicht nur von, sondern vor allem

gemeinsam mit Autoren.

Sie stehen immer im Mittelpunkt

der Verlagsakti-vitäten

und haben entscheidende Einflüsse:

in der Planung, der

Durchführung, bei der Werbung

und im Marketing. So

sind die Bücher nicht nur Produkte

des Verlages, sondern zu

einem entscheidenden Teil

auch der Autoren selbst. Auch

den hohen Standard bezüglich

der inhaltlichen Qualität gilt es

zu wahren: Albatros-Autoren

müssen das gewisse Etwas

haben – eine Eigenart, einen

persönlichen Stil, Esprit, eine

Messagg, Humor oder Spannung,

etwas Kunstvolles, Unverwechselbares,

damit aus

einer Abfolge von 26 Buchsta-

ben ein Ozean der

Literatur wird, in

dem wir gern versinken

...

(www.kulturag.com)

Der Kopf hinter dem

ALBATROS Verlag

ist Walter Baco,

Schriftsteller, Regisseur,

Musiker, Choreograph

und Kulturveranstalter.

Er studierte Komposition

an der Hochschule

für Musik in

Wien, schreibt Musik

und Texte für TV

Walter Baco

und Bühne. Auftritte, Lesungen und Konzerte führten ihn nach

Paris, Zürich, Köln, Prag, Zagreb usw. Er war Stadtschreiber in

Neumakt am Wallersee und in Castelrotto, Italien, sowie Composer

in Residence in Bad Tatzmannsdorf. Baco wurde zum

Festival Steirischer Herbst eingeladen und erhielt den I. Preis

des Kreativwettbewerbs zum Jahr des Wassers für seine

Multimedia-Inszenierung „Klangwelt“. Auf der Seiser Alm in

Südtirol gibt es eine Permanent-Installation seiner Gedichte.

Bleibt zu klären, warum wir ausgerechnet einen Österreicher

mit seinem Verlag in einer Zeitschrift für Halle vorstellen.

Der Projekte-Verlag ist nicht nur Walter Baco freundschaftlich

verbunden, wir unterstützen ihn auch, indem wir die Auslieferung

seiner Bücher und CDs für Deutschland übernehmen und

den Kunden so hohe Portokosten ersparen. Schauen Sie auf

unserer Internetseite www.projekte-verlag.de unter Fremdverlage-Albatros!

5


Der Buchtipp des Monats

Madelaine Chaproll:

„La Sylphide“

Das Buch ist dick. Es ist so dick,

dass es zwei Bände umfasst

und insgesamt etwa 1500 Seiten.

Demzufolge ist es auch

nicht gerade billig. Also lohnt

es sich?

Ich würde sagen, ja, wenn man

sich darauf einzulassen bereit

ist, die Autorin und ihre Heldin

Esther Ambrosius nicht nur auf

einer Reise durch deren Leben

zu begleiten, sondern auch in

die fast unergründlichen Tiefen

von langen Diskursen über

Kunst, Religion und Politik.

Chaproll erzählt nicht nur die

faszinierende Geschichte eines

rumänischen Waisenkindes,

das es zunächst schafft, eine

Ballettschule zu besuchen und

bei einer großen Meisterin zu

studieren, dann durch Intrigen

daran gehindert wird, diese

Karriere fortzusetzen. Sie nutzt

den weitgesteckten Rahmen

des Buches für zahlreiche intellektuelle

Gespräche ihrer

Protagonisten, mit denen sie

selbstverständlich die eigene

Weltsicht ausdrückt. Interessanterweise

ist ihr biografischer

Hintergrund dem ihrer

Heldin sehr ähnlich. Man fragt

sich als Leser oft, wie viel

davon vielleicht sogar tatsächlich

geschehen ist. Und am

Ende fragt man sich das mit

einem sehr bangen Gefühl.

Die knappe Biografie im Buch

liest sich wie folgt:

Madelaine Chaproll (s. Umschlagseite)

wurde als Emigrantenkind

in Rumänien geboren.

Bereits mit fünf Jahren

ging sie in das erste Waisen-

6

haus. Ihr Leben war ein stän-

Doch zunächst versucht man

noch alles, um vielleicht irgendwie

in die Normalität zurückzukehren.

Vergebens. Die Tragödie

einer alteingesessenen

Intellektuellenfamilie nimmt

ihren Lauf.

Etwas später findet sich Esther

Ambrosius, das scheinbar einzige

übrig gebliebene Familienmitglied,

im Waisenhaus wieder. Für

sie beginnt ein hartes Leben, das

erst eine Wendung erfährt, als

sie für das Ballett entdeckt und

diges Umherziehen, andere gefördert wird.

Städte, andere Internate, ande- Im zweiten Band stellt sich

re Schulen. Trotz alledem war überraschend heraus, dass

ihre Kindheit eine ganz ge- Esther gar nicht so verwaist ist.

wöhnliche Kindheit. Ihre Fan- Eine grausame familiäre Rache

tasie hatte so eine gewaltige brachte sie ins Waisenhaus,

Kraft, dass sie sogar die trau- obwohl sogar ihre Mutter noch

rigsten Momente in ihrem Le- lebt. Auf der Suche nach der

ben in Freude und Hoffnung rätselhaften Geschichte ihrer

verwandeln konnte. Sie selbst Familie reist die inzwischen

würde sich als gesegnetes nach Deutschland ausgewan-

Kind bezeichnen. Die Bücher, derte Esther nach Israel, New

das Ballettstudium, der Musik- York und Rom, sie ist die treiunterricht

haben ihr Leben bunbende Kraft, welche die in alle

ter und schöner gemacht, so- Welt zerstreute deutsch-jüdidass

sie oft die graue Wirklichsche Familie wieder zusamkeit

ignorieren konnte. Nach menführt. Dann begegnet sie

dem Studium an einer Han- Bruno …

delshochschule heiratete sie Es ist keine gewöhnliche Fami-

einen deutschstämmigen Inliensaga, obwohl diese natürgenieur,

mit dem sie einige lich den großen Rahmen bie-

Jahre später nach Deutschtet. Es ist auch kein Entwickland

auswanderte. lungs- oder Frauenroman, ob-

„Wenn ich es schaffe, dass ich wohl es ein Bestandteil des

einige Menschen auf der Welt Buches ist, Esthers Entwicklung

durch meine Schreiberei zum von der Waise zur verantwor-

Träumen und über das Gute tungsvollen – wenn auch nicht

nachzudenken bringen kann, im üblichen Sinne emanzipier-

dann bin ich glücklich“, sagt sie. ten – Frau zu beobachten. Es

Das Buch beginnt in Rumäni- ist vor allem ein intellektueller

en nach dem 2. Weltkrieg – Roman, der sicher das Potenzi-

unter den deutschstämmigen al hat, zu kontroversen Dis-

Familien macht sich Unsicherkussionen anzuregen.

heit über ihre Zukunft breit. Carl von Wiesemüller

ISBN 978-3-86237-126-6 Preis: (Band 1 und 2) 49,90 EURO


Leseprobe

Wir beide betraten den Plattenladen.

Ulli bat darum, das neueste

Lied von Joe Cocker „With a little

help from my friends“ hören zu

dürfen. Und „Ring of Fire“ von

Johnny Cash. Die Verkäuferin holte

die beiden kleinen Hüllen, packte

die Platten aus und legte zuerst

Joe Cockers Lied auf. Jede von uns

durfte einen der schweren beigefarbenen

Hörer in die Hand nehmen,

die im Verkaufstresen steckten,

und wir hielten uns diesen ans

Ohr. Ich war nicht so sehr interessiert

an dem, was wir hier taten.

Machte eher etwas gelangweilt

mit. Immerhin erschien es mir besser,

als in der Schule zu hocken und

sich von den Mitschülern dumm

anreden zu lassen. Außerdem bot

es eine kleine Abwechslung zum

Dorfalltag eines Jugendlichen. Im

Ort konnte ich meistens nur den

Vögeln auf den Feldern zusehen

oder Bauern, wenn sie ihr Land

bestellten, ihre Kühe in den Stall

brachten oder aus ihm heraustrieben.

Den Schweinen inneren Beistand

leisten, wenn sie kurz vor

der Schlachtung noch gemästet

wurden oder einen der wenigen

Nachbarn im Garten beobachten.

Vom Wald hörte man im Mai den

Kuckuck rufen und im Herbst die

Rehböcke. Und im August ertönte

von allen Feldern das Brummen

der Mähdrescher. Dann waren bei

uns in der Stube die Rollos runtergezogen,

da es sonst zu heiß wurde

und ich hockte ab und zu im

Neu:

Ab sofort können sich Kunden

direkt in den Verlagsräumen in

unserem Buchangebot und im

Antiquariat umschauen. Betrachten

Sie außerdem unsere

Gemäldegalerie und die

Bärische Buchfabrik!

Programm für Kindergruppen

nach Anmeldung möglich.

Gras neben unserem Haus und

wartete auf irgendwas, was dann

meistens doch nicht eintraf.

In meinen Gedanken wohnten wir

in einer Villa mit Pferdeställen. Viele

der Tiere gehörten mir und ich

musste sie ständig ausreiten. Wir

besaßen ein Auto, ein Telefon und

viel Geld, verreisten in ferne Gegenden

und ich hatte eine Menge

Freundinnen, die mich immer

wieder besuchten, weil es bei uns

so schön war. Vorne die Nordsee

und hinten die Berge oder so. Beides

hatte ich noch nie gesehen,

aber ich kannte es aus den Zeitschriften,

die meine Mutter sich

manchmal kaufte. Da sich das alles

und noch viel mehr nur in meiner

Phantasie abspielte, es in der Realität

ein recht einsames und abgeschiedenes

Leben war, zumindest

für einen Jugendlichen, bot so ein

halber Tag in der Kreisstadt eine

willkommene Abwechslung.

So stand ich zwar dankbar, aber

mit wenig Interesse an diesem

kalten Verkaufstisch vor der unnahbaren,

aber korrekten Verkäuferin

und hörte in den Hörer hinein.

Ich hatte so ein Ding noch nie

in der Hand gehabt und war neugierig,

was da nun auf mich zukam.

Langsam und leise begann es.

Eine zarte Melodie, die noch nichts

Weltbewegendes erahnen lassen

konnte. Irgendwann kratzte Cockers

Stimme los. Vorsichtig

zunächst, dann sich immer mehr

steigernd:

„What would you do if I sang out

of tune,

Would you stand up and walk out

on me?

Lend me your ears and I’ll sing you

a song.“

Noch glaubte man, dass es so weiterginge.

Dann wäre es ein Lied

wie viele gewesen. Irgendein

Song, der sich nett anhörte, aber

mehr eben nicht. Doch weit gefehlt.

Schon mit dem nächsten Vers

steigerte Joe das Tempo und führte

einen an den Felsrand eines

Gebirges mit Blick in die Unendlichkeit.

Silvia Friedrich: „Kurz vor

Woodstock“

Erschienen in der Edition Korit.

Paperback: 15,00 Euro

ISBN 978-3-86237-432-8

Hardcover: 20,00 Euro

ISBN 978-3-86237-431-1

Projekte-Verlag Cornelius GmbH

Öffnungszeiten

Donnerstag 14.00 bis 18.00 Uhr

für den Publikumsverkehr geöffnet!

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Impressum

Projekte-Verlag Cornelius GmbH

V.i.S.d.P.: Reinhardt O. Cornelius-Hahn

Thüringer Straße 30

06112 Halle (Saale)

Tel.: (0345) 6865665 / 1202207

Fax: (0345) 1202238

info@projekte-verlag.de

www.projekte-verlag.de

Projekte-Verlag Cornelius GmbH

- Buchfabrik Halle -

Filiale Hansering 20

06108 Halle (Saale)

Tel.: (0345) 67821380

Fax: (0345) 67821381

info@buchfabrik-halle.de

www.buchfabrik-halle.de

Hier gibt es

Halle liest:

Rathaus Halle

Ritterhaus

Künstlerhaus 188

MZ-Shop am Markt

Landesverwaltungsamt

Technisches Rathaus Hansering

Marktschlösschen (Stadtinformation)

HAVAG Hauptverwaltung

ZGM Neustadt

StadtCenter Rolltreppe

Thalia im Neustadt-Centrum

Thalia am Markt

Weltbild im Neustadt-Centrum

Buchhandlung am Reileck

Bahnhofsbuchhandlung Ludwig

Buchhandlung Jacobi & Müller

Buchhandlung Molsberger

Stadtbibliothek Am Hallmarkt

Sparkasse, Große Steinstraße

Volksbank, W.-Külz-Straße

Hotel Europa

Dorint Hotel

Hotel Am Steintor

Ankerhofhotel

Restaurant „Delphi“

Märkers Restaurant

Eiscafé Kaufland Südstadt

EKZ „Markt“ Salzmünde

Buchfabrik Halle

Projekte-Verlag Cornelius GmbH

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