Magazin 196512

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Magazin 196512

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Gezielter Alarm!

Ohne die Öffentlichkeit zu stören,

werd en durch das Meldesystem 49t

die Feuerweh r, die Siche rh eitsund

Hilfsorganisationen alarm iert.

Der Alarmgeber löst im 80-MHz-Band ,

z. B. über FuG 7a, die bei den Mannschaften

aufgestellten Funkwecker aus.

Nach dem Alarmton können Einsatzmeldungen

durchgegeben werd en.

Fordern Sie noch heute unsere Drucksch riften an


INHALT


1965

Grußworte des Pr.sldenten und des Ge­

IChIItsIOhrenden Vorstandsmitgliedes des

BLSV zum Jahresende .......... . ...... .

• Hler Leopold Schule - Sind die Bahnen

startbereit?" Erster Lelatungawettbewerb

Ober6rtllcher FernmeldezOge Nordrheln-

WesUalens ..... . . . .......... . ......... .

Die Deichwacht war zur Stelle. Einsatz beim

Katastrophenalarm In Hamburg . ...... . .. .

Wohin mit den radloakttven Ablällen? Salzgesteine

sind der Ideale LagerungIOrt .....

SaarbrOcken: 130 000 sahen .Unser Zivilschutz".

BLSV-Stand auf der Internationalen

Au .. tellung .Welt der Familie" . . ......... .

Hllfsbarell8c:haft Ist zollfreI. Oeutsch-Iuxamburglacha

GemelnschattaDbung ... . ... ... .

Lultklsaenzelt fOr den Sanltltselnaatz . . .. . .

Kurzmeldungen

Hauptaufgabe des Wasaerslcherstellung ..

gesetze.: Die Trlnkwa .. ervereorgung sichern

N_BOcher .. . .. .. . . ........ . .. . ...... .

KomprImate als Kompromlß. Wissenschaftler

suchen nach der geeigneten .Oberleben ..

raOon"

Internationalisiertes Atom: Gefahr oder Verheißung?

.... . .. . . .. .. . .. . ............ .

ZB Im Bild . .. ... . ........... •. . ..... ... .

land_teilen berichten

JahreslnhaltaOberslcht

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Herausgegeben Im Auftrag des Bundesministeriums

des Innern vom Bundesluftschutzverband, Killn

Che'redakteur: Frled. WaUer Dinger; Redakteure: Helmut Freutei, AI­

'red Kirchner, Cr. phll. Clemens Schocke, alle In 5000 Köln, Merlo­

.traBe 10-14, Tel. 72 01 31; Druck, Verillg und Anzeigenverwaltung :

Münchner Buc:hgewerbehau9 GmbH, 0000 München 13, SdlellingstraBe

39-41. Tel. 221361. Fl1r den Anzeigenteil verantwortlich Hans Horsten.

Z. Z. gilt AnzeigenpreislIste 3/ 0 . Manuskripte und Bilder nur an die

Redaktion. ael Einsendungen Rückporto bellügen. FOr unverlangte

BeitrAge keine GewAhr. - Photomechanlsd'1e Vervlelllltigungen fUr

den Innerbetrieblichen Gebrauch nach Maßgabe des Rahmenabkommen,

zwisd'1en dem Börsenverein des Deulsd'len Buchhandels und

dem Bundesverband der Deutschen Industrie gest.ttet. Als G&bühr Ist

für Jedes Blatt eine Wertmarke von DM 0,10 zu verwenden. - Diese

Zeitschrift erscheint monatlich. Einzelpreis Je Heft DM 1,50 zuzüglich

Porto (Osterreich: OS 10,- , Schweiz: Fr. 1,80, italien: L 250) . Abonnement:

vlertellihrlfch DM 4,50 zuzüglich DM 0,09 Zustellgebühr. Die

Künd gunQ eines Abonnements kann nur zum Schluß eines

Kaiendervierteljahres erfolgen. Sie muß spltestens an dessen

erstem Tag be im Verlag eIngehen. Beslellungen bei jedem

Postamt oder beim Verlag.

~

Liebe Helferinnen !

Liebe Helfer!

Halten wir zum Jahresende, wie es üblich ist, Rückschau auf die

Entwicklung des Zivilschutzes im vergangenen Jahr, so kann man

mit Berechtigung und Überzeugung sagen, daß es ein erfolgreiches

Jahr gewesen ist. Von den Schutz- und Vorsorgegesetzen, die dem

Zivilschutz der Bundesrepublik Deutschland die erforderliche breite

Grundlage geben, konnten neben anderen wichtigen Gesetzen das

SelbstsdlUtz-

und das Schutzbaugesetz verabschiedet werden.

Die hohe Bedeutung dieses Ereignisses ist in den vorausgegangenen

Ausgaben dieser ZeitSchrift entsprechend gewürdigt worden.

Auch konnte in diesem Jahr in vielen Ländern unseres Staates

der Selbstschutz wiederholt unter Beweis stellen, wie nützlich er

bei Katastrophen sein kann, Die vielen Dankschreiben von leitenden

Gemeindebeamten nach den Hochwassereinsätzen freiwilliger

Helfer des BLSV und des Selbstschutzes bringen dies ebenfalls

in anschaulicher Weise zum Ausdruck.

Mit Genugtuung können wir feststellen, daß die Aufklärungs- und

Ausbildungsarbeit des Bun~esluftschutzverbandes

immer mehr

Früchte trägt. Nicht nur ist das Interesse der Öffentlichkeit an der

Aufbauarbeit gestiegen; auch die meinungsbildenden Organe:

Presse, Wochenschau, Rundfunk und Fernsehen, haben sich im

verstärkten Maße des Themas Zivilschutz angenommen und so

in nachhaltigerWeise die Öffentlichkeitsarbeit des 8LSV unterstützt.

Die Zahl der Freiwilligen, die sich im BLSV für eine aktive Mithilfe

bei der Ausübung seines Ausbildungsauftrages zur Verfügung

stellten, ist weiterhin angestiegen. Besonders erfreulich ist, daß

sich auch Frauen und Mädchen immer stärker an die Zivilschutzaufgaben

heranwagen und ihnen mit Schwung nachkommen.

Für die im letzten Jahr geleistete aufopferungsvolle Arbeit möchten

wir allen Helferinnen und Helfern danken und ihnen und ihren

Familien für 1966 Gesundheit, Erfolg und Glück wünschen.

Köln, Weihnachten 1965

L

Kuhn

Präsident

des Bundesluftschutzverbsndes,

OberSladidirektor der Stadt Bieleleld

Fr I t z e

Geschältsführencles

Vorstandsmitglied

des Bundesluftschulzverbsnde.


» Hier Leopold-Schule - Sind

die Bahnen startbereit ... ? «

Nordrhein -Westfalen:

Erster Leistungswettbewerb überörllicher LS- Fernmeldezüge


Bei Einsatzübungen, die über Zugstärke hinausgehen, kommt man

schwerlich ohne Führungsmittel aus. Das gilt erst recht, wenn mit

mehreren Einheiten oder Verbänden geübt wird. In wirklichen

Katastrophenfällen würde eine Einsatzleitung völlig isoliert sein,

wenn sie nicht über Mittel und Wege verfügen kann, um ihre

Weisungen an die richtigen Stellen gelangen zu lassen. Ohne die

planmäßige Lenkung eines Einsatzes kommt es zu unerwünschten

Situationen, in denen die zur Hilfeleistung herangezogenen

Dienststellen, Organisationen und Fachdienste jede für sich

Entscheidungen treffen, ohne voneinander zu wissen. Infolge mangelnder

Gesamtübersicht werden Einsatzschwerpunkte nicht erkannt,

die Hilfeleistung wird ziellos durchgeführt, so daß der

gesamte Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzeffekt

steht.

Ohne die große Bedeutung der Fachdienste wie Brandschutz,

Bergungs- und Sanitätsdienst schmälern zu wollen, darf aus vorstehenden

Gründen behauptet werden, daß dem Fernmeldedienst

als Führungsmittel eine entscheidende Stellung zukommt.

Erkenntnisse in die Tot umsetzen

Wellbewerbsbedingungen

Fernsprechgruppen

Der Wettkampf wurde so angelegt, daß bei einer Baustreckenlänge

von rund 1 km nahezu alle Handgriffe auszuführen waren,

die in der LSHD-Dienstvorschrift 821 "Der Feldkabelbau" im

einzelnen beschrieben sind. Er begann mit dem Aufbau einer

Feldvermittlung, wurde fortgesetzt mit Kabelauslegen zu Fuß

und vom Fahrzeug und endete mit der Errichtung einer Endstelle,

von der die Kontrollmeldung an die Feldvermittlung der AnfangssteIle

durchgegeben werden mußte.

Hier die gen auen Bedingungen:

Ausrüstung und Stärke

Fernsprechbauwagen (Fekw)

Satz fachtechnische Ausrüstung gem. STAN 801 , zusätzlich

10 Ankerpfähle,

Fernsprechgruppe 1:5 (zusätzlich 1 Helfer zum dauernden Besetzen

der Anfangsstelle).

Aufgabe:

1. Den Fernsprechbauwagen an einer bestimmten Stelle abstellen

Es ist erfreulich festzustellen, daß in den Ländern, Landkreisen

und Gemeinden in klarer Erkenntnis der Bedeutung des Fernlinks:

Die Gruppenführer erhalten durch den

Wettkampfleiter ihre Einweisungen und die

letzten Anordnungen. Der Wettkampf kann

beginnen I Dieser Interessante Schnappschuß

wurde aus dem Innern eines Funkkommandowagens

gemacht.

Rechts: Dies Ist eine Anfangsstelle. Mit Ihrer

Einrichtung beginnt der Feldkabelbau.

Der Helfer an der Anfangsstelle muß über Lage

und Bauauftrag unterrichtet sein. Er nimmt

die Kontrollmeldungen von der Bauspitze

entgegen.

meldedienstes die Ausrüstung und Ausbildung der Fernmeldezüge

im Katastrophen- und Zivilschutz vorrangig betrieben wird.

Außer der Grundausbildung, dem Erlernen des Umganges mit den

Geräten bis zur sicheren Beherrschung durch die Helfer werden

hier und da Rahmenübungen durchgeführt, bei denen das Zusammenspiel

zwischen Führung und Führungsmittel erprobt wird. Dabei

wird oft festgestellt, daß die relativ empfindlichen Geräte

Mängel aufweisen und der Ausbildungsstand der Helfer nicht

immer zufriedenstellend ist.

Wettbewerbe intensivieren Ausbildung

Das Land Nordrhein-Westfalen veranstaltete in den Monaten Juli

bis Oktober 1965 erstmalig Leistungswettbewerbe der überörtlichen

LS-Fernmeldezüge, die bestimmte Aufschlüsse über den

Einsatzwert dieser Einheiten zulassen.

In den Regierungsbezirken Aachen, Arnsberg, Detmold, Düsseldorf,

Köln und Münster sind Wettkämpfe durchgeführt worden, bei

denen jeweils die beste Fernsprechgruppe wie auch die beste

Funksprechgruppe festgestellt wurden.

Am 16. Oktober 1965 trafen die sechs Bezirkssieger an der Landesausbildungsstätte

des Luftschutzhilfsdienstes in Wesel in einem

abschließenden Wettkampf aufeinander und ermittelten die landes

besten Gruppen.

Der Gedanke an Leistungswettkämpfe ist bekanntlich nicht neu.

Insbesondere die Feuerwehren kennen ihn seit langem. Auch die

Problematik einer gerechten Durdlführung derartiger Veranstaltungen

ist bekannt. Trotzdem dürfte aber eine gründliche Schilderung

dieses Leistungswettbewerbs der Fernmeldezüge manchen

Lesern handfeste Anregungen und Wissenswertes für ähnliche

Veranstaltungen bieten.

(mit laufenden Motor), Mannschaft abgesessen und Aufstellung

gem. LSHD - Dv. 821 - Anlage 6, Bild 1.

2. Auf grünes Leuchtzeichen aufsitzen und bis zur Startlinie vorfahren

(ca. 30 bis 40 m). Abfahrt erst bei geschlossenen Türen.

3. Fernsprechbauwagen an der Startlinie am Markierungspflock

(Kühlermitte) abstellen.

4. Mannschaft absitzen und Aufstellung gern. LSHD - Dv. 821 - Anlage

6, Bild 3.

5. Befehlsausgabe durch den Gruppenführer (Mindestzeit 40 Sekunden)

.

Auftrag:

a) Aufbau einer Feldve rmittlung (Abspannbock, Feldvermittlung

OB/10, Amtszusatz).

b) Bau einer Feldkabelleitung (1 ,5 Baulängen) wie folgt:

ba) Von der Anfangsstelle (Ferd vermittlung) 200 m Stangenbau.

bb) Nach 200 m Stangenbau eine Endbaustange mit Vierfachanker

gem. Zift. 39/40 - Abb. 1 der LSHD - Dv. 821.

be) 100 m Tiefbau.

bd) 2 m Graben.

bel 50 m Tiefbau.

bf) 8 m Straße (Wegeüberführung).

bg) 300 m Kabelauslegen vom Fernsprechbauwagen.

bh) Längenverbindung.

bj) 100 m Hochbau (Bäume oder als Bäume dargestellt).

bk) Unterqueren einer Hochspannungsleitung 50 KVA (Ringübertrager

vorgeschrieben, auf Eingraben des Kabels wird

verzichtet).

bl) 50 m Tiefbau.

bm) Errichten einer Endstelle mit 1 Feldfernsprecher FF 54 OB

und 1 Feldfernsprecher FF 54 ZB (Wählzusatz)

3


Bauauslührung:

Geschlossener Bau gern. Dv. 821 Ziff. 23

Bewertung:

a) Zeit: Vom Abschuß der grünen leuchtkugel bis zur Durchgabe

der Baumeldung gem. Zift. 62 - Dv. 821

b) Fehler: Gemäß Bewertungstabelle je 1 Fehlerpunkt = 30 Se~

kunden Zeitzuschlag.

Die Fehlerpunkttabelle war so ausgearbeitet, daß sich unsauberes

und vorschriftswidriges Arbeiten oder das Unterlassen bestimmter

Verrichtungen zwecks Zeiteinsparung nicht lohnte.

Oben: Gewissenhaft UberprOfen Schiedsrichter die Tätigkeiten der Hel ~

fer. FUr vorschriftswidriges Arbeiten oder Unterlassungen gab es Fehler ~

punkte. Darunter: Der Kabelausleger setzt Ilch In der vom Gruppen ~

führer angegebenen Richtung In Marsch. Er hält die Bremse der RU k~

kentrage leicht angezogen. Unten : Oie erste Baumeldung wird durchgegeben.

Bis Jetzt klappt die Verbindung. Oie Aufnahme vermittelt einen

guten Elndrudc: von der Beschaffenheit des übungsplatzes. Darunter:

Feldkabelleitungen haben als Fernmeideverbindungen nur Wert, wenn

sie betriebssicher verlegt, rechtzeitig fertig gestellt und sorgfältig unter~

halten werden. Darum verrichtet der Helfer am Abspannbock alle Arbe l~

len mit Umsicht und Besonnenheit.

Hier ein Auszug aus der Fehlerpunkttabelle:

Vorschrift Tätigkeit

DV.821 Im Fernsprechbauwagen die fachtechnische

Ausrüstung falsch untergebracht

Die Türen des Fahrzeugs sind

nicht versdllossen

Fahrzeug wird nidlt an der vorgesehenen

Stelle abgestellt

Abspannleiste nicht in vorgesdlriebener

Höhe

Verwendung von mehr als 2 Ankerseilen

Falsche Anordnung der Erd~

Ziff. 32

Ziff. 32

Ziff. 29

Ziff. 32

Ziff. 33

Ziff. 36

Ziff. 36

Ziff. 39

Ziff. 40

Ziff. 40

Ziff. 42

Ziff. 43

Ziff. 44

Ziff. 9

Ziff. 49

Ziff. 50

pflöcke 1

Blitzschutzleiste nicht geerdet 5

Fehler Bemerkungen

Beispiel:

Baukarren,

4 Abspannleiste

2

Etwa

2 Brusthöhe

Kabelreserve nicht abgelegt 2 50 m

Feldfernsprecher 54 nicht an Anfangsstelle

angeschlossen 3

Gruppenführer erkundet die Baustrecke

nicht

Anfangsstelle nicht mit F-Zeichen

oder Stations pfeil ausgeschildert

(Vermittlung)

Helfer an der Anfangsstelle nicht

über den Bau unterrichtet

Rückentrage nicht gesichert

Der Kabelausleger läuft

6 Nur schnelle

Schrittform

erlaubt

Auflagen für Feldkabel weiter als

50 bis 60 m (Hochbau) 4

Feldkabel wird nicht ständig unter

Zug gehalten 2

Baustangenabstand weiter als

50 m (60 Schritt) 4

Endstange Vierfachanker

Baustangen für Wegeüberbau

zeigen fal sche Neigung

Falsche Ankerseilöse

Feldkabel nicht tief genug in die

Bäume verlegt

Festlegepunkte weiter als 300 m

auseinander

Falsche Abbunde am Festlegepunkt

Falsdle Kabelverbindung

Beim Wegeüberbau keine Sidlerung

gem. STVO

Beim Tiefbau Gelände nicht ausgenutzt

(Gruben, Rillen, Furchen)

l eere Kabeltrommel nicht in län-

genverbindung eingebunden 2

2

4

2

2

2 Riemensdlnalle

offen

4 4 Ankerseile

leimt nach

2 außen

geneigt

2

Arbeit der

2 beiden

Drahtgabler

2

5

2 Weberknoten

Isolation

2 Posten

8 oder Polizei,

Warnflaggen

4

4


Antreteplatz

Stangenbau

Tiefbau Hochbau Tiefbau

5

o Fekw


4 2

3 ~ 1

GrFü ~

- ---1=----1'--

3'

o'

425

200m

100 m


[]m-------~--~

3 1

SOm 300m Fekw 100 m Bäume 100m 100m

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'"

SOm

AnfangsteIle

(Vermitllung)

Endbaustange

(Vierfac:hanker)

Wegeüberbau

längenverbindung

Ringübertrager

End.telle

(FF 54 und

FF 54 mit

Wählzuaatz)

Die •• einfach. Hand.klne eine. Gruppenführer. gibt Aufschluß Ober

den von den Teilnehmern am Wetlbewerb auszuUlhrenden Bauauftrag.

Die Ung. dle.e. Obungsgelindes sollte nach Möglichkeit einen

Kilometer betregen.

Vorschritt

liff. 53

llff. 57

l ift. 61

l ift. 62

Funksprechgruppen:

Tltlgkelt

Beim Wegeüberbau DurdlhanghOhe

weniger al s 4,50 m

Falsche Leitungsführung beim

Kreuzen von Starkstromleitungen

Fehler Bemerkungen

4

S

Keine Durd1gabe der BaumeIdung

nad1 einer Länge oder

30 Minuten

Falsd1e Baumetdung

Unübersidltliche Leitungsverlaufskizze

Ringübertrager

5

2 Auf Längenverbindung

3 ad1ten

Audl hier enthielten die Wettkampfbedingungen einen Quersdlnitt

aller Verrldltungen, deren BeherrsdlUng von einer ausgebildeten

Funkspredlgruppe verlangt werden muß.

So mußte z. B. der kleine Masd1inensatz in Betrieb genommen,

der Gerätetlsdl umgerüstet und die Antennen vom Fahrzeug

abgesetzt aufgebaut werden.

Nadlfolgend die gen auen Wettkampfbedingungen:

Ausrüstung und Stä rke:

1 Funkkraftwagen

, Satz fadltedlnische Ausrüstung gem. STAN 80'

1 Funkgruppe, Stärke 1 :5

Au/gabe:

1. Den Funkkraftwagen an einer bestimmten Stelle abstellen (mit

laufendem Motor). Mannschaft abgesessen und Aufstellung nach

LSHD - Dv. 821 - Anlage 6, Bild 1 - wie Fernsprechgruppe.

2. Auf grünes Leuchtzeichen aufsitzen und bis zu einer MarkierungssteIle

(30 bis 40 m) vorfahren, Abfahrt erst nach Verschluß

aller Türen.

3. Funkkraftwagen an einem Markierungspflock (Kühlermitte) abstellen.

Mannsdlaft absitzen lassen und zur Befehlsausgabe aufstellen

(beliebig).

4. Kurze Befehlsausgabe durch den Funkgruppenführer (mindeslens

40 Sekunden).

Auftrag:

a) Kleinen Maschinensatz (KMS 56 a1b) auf volle Kabellänge vom

Fahrzeug betriebsbereit machen. 3 Kabel anschließen.

b) Gerätetisch von 24 Volt auf 220 Volt umrüsten.

c) Beide Funkgeräte auf vorgeschriebenen Kanal (Oberband)

schalten und in Betrieb nehmen.

d) Beide Antennen (SE 387) vom Fahrzeug absetzen und mit 6 m

HF-Kabel verbinden. Aufstellungspunkt: Je 2 m von der red1ten

und linken hinteren Fahrzeugstrecke - Höhe hinterer Fahrzeugaufbau.

e) Relais-Sd1altung RS 2 für Funkkommandowagen 1 und Funkkommandowagen

2 (2 Unterfunkstellen im Unterband).

f) Aufbau eines Abspannbockes mit Blitzschutzleiste.

g) Eine Postleitung auf Klemme 1 auflegen (provisorisd1 andeuten).

Bewertung:

a) Zeit: Vom Abschuß der grünen Leuchtkugel bis zur Verständigungsprobe

zwischen Funkkommandowagen 1 und 2 (RS-2-

Schaltung)

b) Fehler: Nach der Bewertungstabelle werden für 1 Fehlerpunkt

30 Sekunden Zeitzuschlag in Anred1nung gebracht.

Auszug aus der Bewertungstabelle für die Schiedsrid1ter:

Vorschrift

PDV 813

(Polizeidienstvorsd1rift)

LSHD·Dv.

821

Tätigkeit

Im Funkkraftwagen ist die

fachtechnische Ausrüstung falsch

untergebracht 4

Die Türen des Kraftfahrzeugs sind

nidlt verschlossen 2

Fahrzeug wird nicht an der vorgesehenen

Stelle abgestellt 2

Stromversorgung während des

Anmarsdles nidlt auf 24 Volt ge·

schallel 4

Kleiner Maschinensatz 56 b ' ,5

KVA - wird nicht geerdet 5

Abgasleitung wird nicht aufgesetzt 1

Anschluß der Kabel (Fernslart·

kabel, Stromkabel, Ladekabel)

nidlt richtig angeschlossen

Kabelstrang nicht auf Auflagen

abgelegl (z. B. Aslgabeln) 1

Fehler Bemerkungen

5


links: Das Verlegen von 300 m Feldkabel vom Fernsprechbauwagen

aus wird vorbereitet. Während des Ausrollen. muß ein Fernsprecher

auf dem Fahrzeug stehen, die Trommelbremse bedienen, den

Ablauf des Kabels beobachten und die Fahrgeschwindigkeit regeln.

Daneben: Unser Bild zeigt eine Funkgruppe bel der Arbeit.

Während von einem Mann der Maschinensatz betriebsberell gemacht

wird. setzen die anderen die Antennen vom Fahrzeug ab und bauen

sie auf. Oben : Bevor die Fernsprechgruppe losmarschiert, muß

sie beachten. daß In der Nähe der Anfangsstelle eine Kabelreserve

von etwa 50 m werbleibt. So kann die Anfangastelle Jederzeit verlegt

werden.

Tätigkeit

Antenne (SE 387) fat sch aufgebaut

(gilt nur für eine Antenne)

HF-Kabel nicht vorschriftsmäßig

zugentlastet

Funksprechgerät während HF-Anschluß

nicht abgeschaltet

Falsdle KippschaltersteHung an

der Feldfunkgabel

Falsche Kellog- od er AbfrageknopfsteIlung

an der Funkvermittlung

Abstrahlanzeiger nicht angeschlossen

Feldhandapparat bei RS-2-Schaltung

nicht Ti schmitte angeschlossen

Abspannleiste nid1t in richtiger

Höhe

Verwendung von mehr al s 2

Ankerseilen

Falsche Anordnung der Erdpflöcke

Blitzschutzleiste nicht geerdet

Amtsleitung mit einer Länge über

50 m nicht blitzgeschützt

Amtsleitung nach erfolgtem Einschleifen

nicht geprüft

Abfrage 1 und 2 nicht an die

Funkvermittlung angeschlossen

Kraftfahrzeug bei 220-Volt-Betrieb

nicht geerdet

Ausflaggen vergessen

Fehlerhafte und lose HF-Verbindungen

(Kupplungen)

24-Volt-Anschluß bei Netzstromversorgung

nicht angeschlossen

Fehler Bemerkungen

4

2

3

Ruf auf .. Ver-

2 mittlung".

Gegensprechen.

Sprechen

auf " Ein".

alle auf MitteisteIlung

4 oder in der

Lösestellung.

2 Amtsanschlüsse

auf .. Au s"

2

4

2

1

5

5

2

2

Klemme im

5 Anschluß-

3 kasten

4

5

Ablnuf des Wettbewerbs

Die Wettkampfgruppen traten in vorg eschriebener Aufstellung

an. Auf ein Zeidlen mit der Leudltpistole begann die Arbeit.

Jede Gruppe wurde von einem Schiedsridlter begleitet, der mit

Argu saugen die Arbeit "seiner" Gruppe verfolgte, Fehlerpunkte

notierte und schließlich die Zeit stoppte.

Natürlich wurde der Ehrgeiz der Gruppen, ihre Sache gut zu

machen, durch das Nebeneinanderarbeiten und das Beobachten

der Konkurrenz noch mehr angestach elt.

Es zeigte sich bald, daß der Ausbildungsstand der Gruppen

ziemlich ausgeglichen war und auch, daß zum Sieg die nötige

Portion Glück des Tüchtigen gehörte. So lagen die reinen Bauzeiten

bei den Fernsprechgruppen Im Durchschnitt bei 43 Minuten.

Die Funkgruppen hatten ihre Au fgaben Im Durchschnitt

in 7 Minuten durchgeführt. Die höheren Endzeiten für die Ermittlung

der Sieger und der ersten Plätze entstanden natürlich

durch den Zeitzuschlag für die Fehlerpunkte.

Nach sorgfältiger Prüfung aller Schiedsrichterzettel durch den

Chefschiedsrichter wurden als Sieger ermittelt:

Fernsprecher:

Sieger: 51. LS-FMZ (mot) RWL., Euskirchen, Reg.-Bez. Köln In

35 Minuten und 15 Sekunden.

2. Platz: 31 . LS-FMZ (mot) RWL" Lemgo, Reg.-Bez. Detmold in

46 Minuten und 57 Sekunden.

3. Platz: 23. LS-FMZ (mot) RWL., Berleburg, Reg.-Bez. Arn sberg

in 54 Minuten und 33 Sekunden.

Funksprecher:

Sieger: 14. LS-FMZ (mot) RWL.. Eschweiler. Reg.-Bez. Aachen

in 6 Minuten und 50 Sekunden.

2. Platz: 31. LS-FMZ (mot) RWL., Lemgo, Reg.-Bez. Detmold

in 7 Minuten und 48 Sekunden.

3. Platz : 23. LS-FMZ (mot) RWL., Berleburg, Reg.-Bez. Arnsberg

in 8 Minuten und 35 Sekunden.

Besonders hervorzuheben ist, daß die Fernmeldezüge aus Lemgo

und Berleburg in bei den Wettbewerben jeweils den 2. bzw. 3.

Platz mit ihren Gruppen errungen haben. Dies weist auf eine

Breitenarbeit in der Ausbildung hin, die eindrücklich für si ch

spricht.

6


Oben : Bel dem Wettbewerb kam es nicht nur auf die Geschwlndlg·

kelt der Ausführung an, sondern auch darauf, daß gute und saubere

Arbeit geleistet wurde. Rechts: Vom Abschuß der grünen Leucht·

kugel an, die den Beginn des Wettbewerbes ankündigte, bis zur

ersten Verständigungsprobe waren viele Handgriffe zu leisten.

Doch die Teilnehmer hatten ja alle schon reichlich Erfahrung.

Sie waren als Sieger aus den Wettkämpfen der Regierungsbezirke

Nordrheln·Westfalens hervorgegangen. Rechts daneben:

SIegerehrung auf dem Wettkampfgelände durch den Leiter

der Abteilung Y Im Innenministerium von NRW, Herrn Ministerial·

dirigenten Dr. Arkenau.

Die Siegerehrung wurde noch auf dem Wettkampfgelände vorgenommen,

und zwar durch den Leiter der Abteilung V im

Innenministerium des Landes Nordrhein·Westfalen, Herrn Ministerialdirigenten

Dr. Arkenau. Er übergab Urkunden und Ehrenpreise

und wies in einer Ansprache auf den ernsten Hintergrund

derartiger Wettkämpfe hin, bei dem die Hilfe am Nächsten das

Ziel aller Anstrengungen und Opfer sei.

Das Wettkampf- und Ubungsgelönde

Zur Durchführung des vorstehend geschilderten Leistungswettbewerbs

wird ein Übungsgelände benötigt, das übersichtlich und

flach sein sollte und etwas über 1000 m lang und rund 60 m

breit sein muß. Bei dieser Breite können 5 bis 6 Gruppen zugleich

arbeiten.

Ein Kilometer ist jedoch für einen Übungsplatz eine enorme

Länge. In der Praxis steht gewöhnlich eine derartig lange

Strecke nur auf Truppenübungsplätzen zur Verfügung. Selbst

dort fällt es oft nicht leicht, eine passende, durch Kettenfahrzeuge

nicht zu sehr zerfahrene Strecke ausfindig zu machen.

Die Vorentscheidung durch die Regierungspräsidenten wurden

in NRW nach vorherigen Absprachen mit den Platzkommandanten

der Bundeswehr oder befreundeter NATO-Streitkräfte fast aus·

schließlich auf Militärübungsplätzen abgewickelt.

Die Wettkampfbahn muß vor dem Wettbewerb sorgfältig ausgemessen

und markiert werden (s. Skizze der Übungsbahn~

Dazu werden die einzelnen Bauabschnitte wie z. B. ,,200 m Stangen

bau " oder .. 300 m Tiefbau vom Fernsprechbauwagen" mit ca.

60 cm hohen Vierkanthölzern markiert, die entsprechend be·

schildert sein müssen. Der Graben bzw. die für den Wegeüberbau

angedeutete Straße werden am zweckmäßigsten durch gelbes

Trassierband (ABC-Kennzeidmungsgerät) quer zur Übungsbahn

dargestellt. Da die gleichmäßig gewachsenen Bäume für fünf

nebeneinander arbeitende Gruppen auf keinem Gelände vorhanden

sind, werden sie am besten durch 3 m bis 3,50 m hohe

Rundholzstangen dargestellt, die in Abständen von 30 m etwa

50 cm tief eingegraben werden. Am oberen Ende der Stangen

sind Astgabel·Nachahmungen als Auflage für das Feldkabel

anzunageln.

Für die Durchführung des Wettbewerbs für die Funkgruppen

genügt ein Platz, der 60 m mal 60 m groß ist, auf dem nur die

Startlinie und die Aufbaulinie (ca. 30 m hinter der Startlinie)

markiert werden müssen.

Erfahrungen aus dem Wettbewerb

Schon bei den Vorbereitungen der Fernmeldezüge für den Wettbewerb

müssen Kraftfahrzeuge und Geräte auf ihre Einsatz·

bereitschaft überprüft werden. Mancher Einheitsführer stellt bei

dieser Gelegenheit fest, daß z. B. Batterien nicht geladen sind,

Kabelmaterial gebrochen ist, Ringübertrager fehlerhaft sind,

Ausrüstungsteile fehlen und dergleichen mehr. Er ist gezwungen,

Abhilfe zu schaffen.

Bei den Vorentscheidungen in den Bezirken wurden durch die

neutralen Schiedsrichter (Lehrpersonal der LSHD·Landesausbildungsstätte

in Wesel und Polizeibeamte der Bereitschaftspolizei

in Bork/Westf.) beim Bauen Fehler festgestellt, die bis dahin in

den Einheiten gar nicht als solche beachtet worden waren. Der

Ausbildungsstand wurde daraufhin korrigiert und gehoben.

Durch die Verleihung von Urkunden und Ehrenpreisen für die

Sieger wird das Zusammengehörigkeitsgefühl der Einheiten gestärkt

und der Erfolg sichtbar belohnt.

Es ist unbestritten, daß der Einsatz von Fernmeldezügen im

Ernstfall völlig anders vor sich geht als in einem Wettbewerb,

der nach einem gleichmäßigen Schema durchgeführt werden

muß. Es besteht bei Wettbewerben auch die Neigung, daß aus

einem Zug eine " Paradegruppe" zu sammengestellt wird, die

man auf bestimmte Arbeiten gedrillt hat. Schließlich wird man

auch nicht immer mit allen Schiedsrichterentscheidungen einver·

standen sein. Trotzdem wiegen aber diese Bedenken und

Schönheitsfehler die positive Seite eines derartigen Wettbewerbs

nicht auf.

Außer dem guten Echo, das der im Land Nordrhein-Westfalen

durchgeführte erste Leistungswettkampf der überörtlichen LS·

Fernmeldezüge in den Einheiten selbst hatte, haben die verantwortlichen

Behörden der Inneren Verwaltung einen brauchbaren

Überblick über den Ausbildungsstand der Helfer und die

Einsatzbereitschaft der technischen Ausrüstung gewonnen.

Den Initiatoren dieses Wettbewerbs gebührt Dank und Anerkennung

ebenso wie den freiwilligen Fernmeldehelfern, den Schiedsrichtern

und allen, die an den Vorarbeiten und Durchführungs·

maßnahmen dieser erfolgreichen Ausbildungsveranstaltung beteiligt

waren. A.

7


Die Deich""ach'l

""ar zur S'Ielle

Einsatz bei Sturmflut in Hamburg

Sdlon um halb sech. treHen die er.ten

HeUer der O. lchwacht zur Einkleidung bel

der Eln •• tzleltung ein. SonderbulSe (unten)

bringen .Ie zu den bedrohten Oelchen.

I

nden ersten Stunden des 2. November

1965 erlebte Hamburg die größte

Sturmflut seit dem Jahre 1962.

Das Deutsche Hydrographische Institut

hatte bereits seit dem 1. November 1965

vor den Folgen eines Sturmes gewarnt: Mit

einer Sturmflut, die evU. 3 Meter über mitt·

lerem Hodlwasser auflaufen wird, ist zu

rechnen.

Diese Warnung ve ranlaßte die In Frage

kommenden Dienststellen In Hamburg, am

1. November 1965 zwlsdlen 20 und 22 Uhr

eine Vorwarnung herauszugeben und

einen Alarm voraussidltlidl für den 2. November

1965. gegen 05.00 Uhr, anzukündl-

gen. Gegen 10.34 Uhr, am 2. November

1965, sei mit dem HÖchststand des Hochwassers

zu redlnen.

Die in der "Deidlwacht Hamburg " ertaßten

Helferinnen und Helfer des Bundesluftschutzverbandes

haben nadl dem Plan zur

Verteidigung der Hochwasserschutzanlagen

in Hamburg bei Sturmfluten im Gefahrenfalle

als erste Einsatzkräfte tätig zu

werden.

Der Landesstellenleiter bat am Abend des

1. November 1965 sämtliche Führungskräfte

der Landesstelle Hamburg, sidl in

ihren Privatwohnungen zur Verfügung zu

halten.

Nach einem im Februar 1965 ausgearbeiteten

Alarmplan der LandessteJle Hamburg

des Bundesluftschutzverbandes mußte es

möglidl sein, in kürzester Zeit die benötigten

Helfer an den Einsatzstellen zu haben.

Um 03.02 Uhr wurde Voralarm - Wasserstandsstufe

11 - ausgelöst und der Landesstellenleiter

benachrichtigt.

Die Leitstelle der Deichwadlt Hamburg

konnte bereits um 04.35 Uhr der Hauptabteilung

Wasserwirtsdlaft als besetzt ge-­

meldet werden. Die Benachrichtigungen

der freiwilligen Helferinnen und Helfer erfolgte

laut Alarmplan unverzüglich und

ohne Verzögerungen. so daß bereits um


In der Elnutzleltung geht es bald zu wie in

einem Bienenhaus. Als die Telefone nicht

mehr ausreichten, wurde auch das Funksprechgerät

In Betrieb genommen. Auf

unserem Bild erhalten die Bezirksa mtsslellenlelter

Ihre Anordnungen.

Hier werden tOr das Einsatzkommando

Packerheide auf dem städtischen Bauhof

in Wllhelmsburg schnellstens Sandsäcke

gefüllt und abtransportiert. Links: Delchksntrollgang

au l dem Göttschenorder Deich.

5 Uhr an der Einsatzstelle in Hamburg­

Harburg 70 Helfer einsatzbereit standen

und wenige Minuten später weitere freiwillige

Helferinnen und Helfer in der

Leitstelie zur Einkleidung eintrafen. Insgesamt

konnten dem Amt für Katastrophenschutz

und Zivile Verteidigung 450

freiwillige Helferinnen und Heller eingekleidet

und einsatzbereit gemeldet werden.

Der erste Einsatz von 40 Helfern wurde um

OB.30 Uhr angeordnet. Weitere Einsätze

wurden laufend angefordert.

Der Einsatz der freiwilligen Hellerinnen

und Helfer des Bundesluftschutzverbandes

in der Deichwacht Hamburg nach dem

Alarmplan hat sidl bestens bewährt.

Der Erste Bürgerm eister der Freien und

Hansestadt Hamburg, Professor Dr. Herbert

Weidlmann, ließ sidl laufend über die

Schutzmaßnahmen unterrichten und suchte

die gefährdeten Stellen auf. Am Köhlbrand

unterh ielt er sich mit den Helfern des

Bundesluftschutzverbandes, die dort im

Einsatz waren.

Nadl seinen eigenen Worten war diese

Begegnung für ihn ein erfreuliches Erlebnis.

Von dem Idealismus dieser freiwilligen

Hel fer an der Arbeit war er tief be- •

eindruckt.

Der Deich am Kl5hlbrand muß sofort geschützt

werden, denn das Wasser steht nur noch 5 cm

unter der Deichkrone.

Hamburgs Erster Bürgermeister, Prof. Dr.

H. Welchmann, besudlte die Deiche und

fand lobende Worte für die Helfer.


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D

ie Kernenergie hat sich in den letzten

Jahren in einer solchen Weise

entwickelt, daß sie aus unserem

künftigen Wirtschaftsbild nicht mehr wegzudenken

ist. Bei der Spaltung der Atomkerne

entstehen aber nicht nur die riesigen

Energien, die wir aus Kernreaktoren beziehen.

sondern auch radioaktive Spaltprodukte,

deren Entstehung somit unlösbar

mit der Gewinnung von Kernenergie

verbunden ist. Wir müssen uns daher bereits

am Anfang dieser Entwicklung mit

der Frage auseinandersetzen, wie wir die

radioaktiven Abfälle behandeln und lagern

müssen, damit sie nicht zu einer Gefahr für

die Menschheit werden. Dabei soll der Aufwand

hierfür in einem Rahmen bleiben, der

eine wirtschaftliche Gewinnung von Kernenergie

nicht in Frage stellt.

Die Technik der Aufbereitung radioaktiver

Abfälle ist ausreichend entwickelt, um Luft.

Wasser, Geräte u. a. so weit von Aktivität

zu befreien, daß diese ohne Gefährdung

in die Umwelt abgegeben werden können.

Die radioaktiven Rückstände werden auf

ein kleines Volumen eingeengt und dann

in Lagern an den AnfallsteIlen aufbewahrt.

Das letztere ist allerdings nur mit geringen

Mengen möglich. Bei einer Kernenergieproduktion

von 10000 MWe fallen jährlich

etwa 100 m hoch aktiver Flüssigkeiten

'

mit einer Gesamtaktivität VOn etwa 300

Millionen Curie an. Das Volumen der

gleichzeitig entstehenden schwächer akti-

• c

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"

Wohin Iwwi'l den radio

Sußwauer -.._-

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Sole

ven Abfälle dürfte selbst nach der Konzentrierung

in einem Aufbereitungsprozeß

noch etwa 50 bis 100000 m '

betragen.

Sold1e Mengen können natürlich nicht

mehr am Standort gelagert werden. Es ist

nicht einfach, diese Abfälle so in der Umwelt

unterzubringen. daß sie mit Sicherheit

erst dann in den Biozyklus gelangen. wenn

die ihnen anhaftende Aktivität auf ein vernachlässigbares

Maß abgeklungen ist.

SIIutock

Möglichkeiten zur endgültigen

Beseitigung

Grundsätzlich gibt es eine ganze Reihe von

Möglichkeiten zur endgültigen Beseitigung

radioaktiver Stoffe. Eine davon ist das Vergraben

im Boden. Obzwar in den Vereinigten

Staaten unter günstigen geographischen,

geologischen und klimatischen Verhältnissen

im großen Umfang praktiziert,

ist diese Methode im dichtbesiedelten, regenreichen

Miueleuropa nur sehr beschränkt

anwendbar und wird deshalb

sicherlich keinen entscheidenden Beitrag

zur Lösung unserer Probleme bringen.

10


Das Verfahren der Meerversenkung war in

der Vergangenheit zwar heftiger Kritik ausgesetzt,

doch steht fest, daß auf diese

Weise die groBen Mengen der schwädler

radioaktiven Abfälle beseitigt werden könnten,

ohne das Meer und seine Lebewesen

ernsthaft zu gefährden. Voraussetzungen

hierfür sind u. a. das Versenken an sorgfältig

ausgewählten und mindestens 2000 m

tiefen Stellen. Dabei müssen die radioaktiven

Abfälle in so stabilen Betonbtöcken

oder anderen Behältern eingeschlossen

sein, daß diese dem in solchen Tiefen

herrsdlenden Druck standhalten und ein

Entweichen von Aktivität über längere Zeit

verhindern können, Durch diese Forderungen

wird die Meerversenku~g jedoch so

teuer, daß sie siro bisher nicht redlt als

Verfahren zur Beseitigung radioaktiver Abfälle

durchsetzen konnte.

So bleibt schließlich als dritte wichtige

Möglidlkeit das Einbringen in tiefliegende

geologische Formationen. Da ein Kontakt

der radioaktiven Substanzen mit Wasser,

das am biologischen Kreislauf teilnimmt,

mit Sicherheit ausgeschlossen sein muß,

ist die Wahl der Lagerorte nidlt einfadl.

Selbst Gesteine wie Granit, die dem Laien

recht solide und wasserdicht vorkommen,

sind stets von Spalten und Klüften durchzogen,

in denen Wasser fließen kann.

Tonige Gesteine sind zwar so gut wie

wasserundurchlässig, doch besteht bei

ihnen die Gefahr, daß beim Einbrechen

eines darin angelegten Hohlraumes Verbindungen

zu wasserführenden Schichten

des umgebenden Gesteins entstehen. Eine

sichere Lagerung über lange Zeiträume ist

somit nicht gegeben.

Steinsalz als Lagermedium

Geradezu ideal sind hingegen Salzgesteine

für die Lagerung radioaktiver Stoffe geeignet.

Salz ist bei Vorhandensein eines

ausreichenden Gebirgsdruckes plastisch.

Als Folge davon schließen sich etwa en t­

stehende Klüfte selbst wieder. Deshalb ist

das Satz vollkommen dicht und undurchlässig

für Wasser und Gase. Als weiterer

Pluspunkt ist zu nennen, daß im Salz mit

relativ geringen Kosten große Hohlräume

hergestellt werden können. Diese sind bei

geeigneter Ausbildung so stabil, daß sie

ohne eine Abstützung über sehr lange Zeiträume

stehenbleiben.

Bei der Lagerung hochaktiver Abfälle muß

sichergestellt sein, daß die durch radioaktiven

Zerfall entstehende Wärme in ausreichendem

Maße abgeführt werden kann,

da sonst die Temperatur so hoch steigen

kann, daß die Lagerbehälter zerstört werden.

Die Wärmeleitfähigkeit von Steinsalz

liegt wesentlich höher als die anderer Gesteine

und reicht aus, die Zerfallswärme

abzuleiten.

Schließlich ist zu bemerken, daß ein Salzlager,

selbst, wenn es wirklich einmal voll

Wasser laufen sollte, keine Aktivität in die

Umwelt entweichen läßt. Das Wasser löst

zwar eine gewisse Menge Salz, doch

kommt dieser Vorgang zum Stehen, sobald

das Wasser an Salz gesättigt ist. Da das

Salzgcstoin, wio bereits erwähnt, undurchlässig

für Flüssigkeiten und Gase ist, kann

die Lauge nicht nach außen entweichen.

Der Hohlraum muß jedodl so weit im Inneren

des Salzmassivs angelegt werden, daß

auch bei der teilweisen Auflösung infolge

eines Wassereinbruchs Salzpfeiler ausreichender

Stärke stehenbleiben. Diese Forderung

ist wegen der großen Mächtigkeit

der meisten Salzlager leicht zu erfüllen.

Die meisten Salzlager Westeuropas besitzt

die Bundesrepublik Deutschland. Es gibt

sowohl im Norden als auch im Süden

Deutschlands zahlreiche tafelförmige horizontale

Ablagerungen mit einer Mächtigkeit

zwischen einigen zehn bis wenigen

hundert Metern und einer Ausdehnung von

vielen Quadratkilometern. Daneben gibt es

in Norddeutschland etwa 200 Salzstöcke,

auch Diapire genannt. Es sind dies Salzmassen,

die pilzartig aus tiefliegenden

Salzschichten nach oben gedrungen sind.

Die Salzstöcke können einige Kilometer im

Durchmesser und weit über 1000 m tief

sein. Manche sind auch wie ein Rücken

längsgestreckt und können dann eine

Länge bis zu einigen hundert Kilometern

ak'liven Ab"fiillen?

haben. Neben Deutschland besitzen in der

Europäischen Gemeinsdlaft auch die Niederlande,

Frankreich und Italien größere

Salzvorkommen.

Salzgesteine

sind der ideale

Lagerungsort

Von Dr. H. Krause

Kernforschungszentrum

Karlsruhe

Ausgehend von den oben dargestellten

überlegungen wurde die Lagerung im

Salzgestein zum Hauptpunkt des deutschen

Programms für die endgültige Lagerung

radioaktiver Abfälle. Ihrer besonderen

Situation entsprechend, hat die Bundesrepublik

im Rahmen eines Koordinierungsprogramms

auf dem Abfallgebiet den Sektor

Salzlagerung innerhalb der Gemeinsmaft

übernommen.

Zwei verschiedene Möglichkeiten

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten

zur Lagerung radioaktiver Abfälle im Salz,

nämlich in Grubenräumen oder in Kavernen.

Bei Grubenräumen denkt man in

erster Linie an stillgelegte Bergwerke, die

auf diese Weise noch genutzt werden

könnten. Es wäre jedoch auch möglich, ein

neues Bergwerk anzulegen und speziell

auf die Erfordernisse der Abfallagerung

11

Blick In die Zukunft. Einführung radioaktiver


Raumschiff

Frischsauerstoff

aus Kohlendioxyd

Ein Verfahren zur Extraktion von Sauerstoff

aus ausgeatmetem Kohlendioxyd entwickelten

Ingenieure der Convair Division,

eines Zweigunternehmens der General Dynamics

Corporation, in San Oiego (Kali­

'arnien). Man hofft, durch dieses System,

das sid'l allerdings noch im Versud1sstadium

befindet, Astronauten im Raumschiff

unabhängig von Vorratssystemen machen

zu können.

Nach der Convalr-Methade wird das ausgeatmete

Kohlendioxyd bei ho her Temperatur

mit reinem Wasserstoff verbunden. Dabei

bildet sich Wasser plus Kohlenstoff.

Das Wasser wird dann in seine Bestandteile

Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt.

In einem Raumschiff würde der Sauerstoff

wieder in die Kabine geleitet, der Wasserstoff

dem Kohlensäure-Aufbereitungsprozeß

zugeführt. Mit vier Versuchspersonen

in einem Simulator wurde das neue Verfahren

unter der Leitung von Dr. R. C.

Armstrong erfolgreich erprobt. (AD)

handelte im Auftrage des Bundesministeriums

für wissensdlaftlidle Forschung über

den Erwerb eines stillgelegten Salzbergwerks

und kam im März 1965 zu einem

Übereinkommen mit dem bisherigen Eigentümer.

Die Schachtanlage wird im Augenblick

für ihren zukünftigen Benutzungszweck

hergerichtet.

Errichtung von Kavernen

in Salzstöcken

Es ist nicht ohne weiteres möglich, im

Bedarfsfall ein stillgelegtes Salzbergwerk

zu finden, das zur Lagerung radioaktiver

Abfälle geeignet ist. Dagegen gibt es in

Norddeutschland genügend Salzstöcke, die

jederzeit die Errichtung einer Kaverne erlauben.

Um in Kürze Möglichkeiten für die

Entlagerung radioaktiver Abfälle zu schaffen

und Erfahrungen auf diesem Gebiet zu

sammeln, entschloß man sich vo r einem

Jahr, zunächst mit der Errichtung einer Prototypkaverne

zu beg innen.

Schon seit Jahren werden an verschiedenen

Stellen Flüssigkeiten oder Gase in

Salzkavernen gelagert, beispielsweise Millionen

von Kubikmetern Kokereigas, Erdgas

und ähnliches. Beim Anlegen eines solchen

künstlichen Hohlraumes, der bis zu einigen

hunderttausend Kubikmetern groß sein

kann, wird zunächst ein Bohrloch durch das

Deckgebirge bis in das Salzgestein niedergebracht

und dann verrohrt. Durch Einpumpen

von Frischwasser wird Salz gelöst, das

dann als Sole abfließt. Der Fachmann hat

es in der Hand, der Kaverne die gewünschte

Form zu geben, etwa die einer

Kugel. einer Birne. eines Zylinders usw. Um

zu verhindern, daß sich das Wasser unerwünscht

nach oben in das Salz frißt. überschichtet

man es mit Benzin, leichtem 01

o. ä. Am Ende der Solung wird alles Wa sser

aus der Kaverne abgepumpt.

Zum Lösen des Salzes werden große Mengen

Wasser benötigt. Wenn die dabei entstehende

Salzlauge nicht zur Salzgewinnung

verkauft werden kann, muß für sie

eine Ableitungsmöglichkeit gefunden werden.

Liegt die Kaverne in unmittelbarer Nähe

des Meeres, so kann die Sole einfach

dahin abgeleitet werden. Soll die Lauge

in einen Fluß gepumpt werden, dann

muß dieser eine beachtliche Wasserführung

haben, wenn sein Salzgehalt nicht über ein

vertretbares Maß erhöht bzw. die Solung

sehr verlangsamt werden soll. Schließlich

ist es aber auch möglich, die Salzlauge mit

Hilfe von Schluckbohrungen in poröse Formationen

des tiefen Untergrundes einzupressen.

Dieses Verfahren wurde bei Vorliegen

geeigneter geologischer Voraussetzungen

schon vielfach mit Erfolg angewandt,

bringt aber zusätzliche Kosten.

Sämtliche Ableilungsverfahren schränken

die Standortwahl beträchtlich ein.

abzustimmen. Der Vorteil eines Bergwerkes

liegt darin, daß die Abfälle definiert

gelagert werden können. Das ist besonders

wichtig, wenn hochaktive Abfälle oder ausgebrannte

Kernbrennstoffe gelagert werden

müssen, die beide Wärme entwickeln.

Weiterhin ist es möglich, verwertbare Stoffe

zu gegebener Zeit aus dem Bergwerk

wieder herauszuholen. Das Bergwerk bietet

zudem die wichtige Möglichkeit. Versuche

über das Verhalten von Satz unter den Bedingungen

der Einlagerung radioaktiver

Abfälle durchzuführen. Als Nachteil des

Bergwerks ist vor allem die Tatsache zu

nennen, daß die Abfälle beim Einbringen

mehrmals umgeladen und am Lagerort

eventuell nodl manipuliert werden müssen.

Das verursacht beträd'ltliche Kosten für

Arbeitslöhne und Schutzeinrichtungen gegen

die radioaktive Strahlung.

Unabhängig von allen überlegungen über

Vor- und Nachteile eines Bergwerks stellt

sich die Frage nach der Realisierung eines

solchen Projektes. Ein neues Bergwerk zu

errichten, ist sehr teuer. Ältere, stillgelegte

Salzbergwerke sind in der Regel in einem

Zustand, der eine Wiederverwendung nur

schwer gestattet. So bleibt nur noch ein

Bergwerk im Augenblick der Stillegung,

vorausgesetzt, daß es zur Lagerung radioaktiver

Abfälle geeignet ist.

Die Gesellschaft für Strahlen forschung ver-

12

Hovercraft

"Luftbett" bel

Verbrennungen

Zur Untersuchung der Möglichkeit, das

Hovercraft-Prinzip bei der Behandlung von

Patienten mit schweren Verbrennungen anzuwenden,

wurden in der schottischen

Stadt East Kilbride zahlreiche Experimente

durchgeführt. Die Versuchspersonen ruhten

auf einem Luftkissen, das von sogenannten

"Schürzen" zusammengehalten

wird. Das Prinzip wurde an verschiedenen

Personen mit Erfolg erprobt, unter anderem

an einem sechsjährigen Jungen und

einem 113 Kilogramm schweren Mann. Die

"Patienten" schwebten sowohl in Rückenwie

auch in Bauchlage, ohne sich unbehaglich

zu fühlen. In mehrstündigen Tests

wurden Schwebehöhen bis zu 25 Millimetern

erreicht. Wenngleich sich ein solches

"Luftbett" vom technischen Gesichtspunkt

aus durchaus verwirklichen läßt,

bedarf es nach Ansicht des Entwicklungsinstituts

weiterer Experimente, bevor das

Prinzip genutzt werden kann.

Durch ein Bohrloch

Die radioaktiven Abfälle werden über das

Bohrloch in die Kaverne eingebracht. Ohne

größere Schwierigkeiten ist das bei Bohrlöchern

mit großem Durchmesser durchführbar.

Die Errichtungskosten steigen jedoch

mit Vergrößerung der Durchmesser

sehr stark an. Engere Bohrlöcher erschweren

das Einbringen und erfordern dadurch

einen kostspieligeren technischen Aufwand.

Es mÜßten die radioaktiven Abfälle, die vom

Metall über Kunststoffe, Papier und Chemieschlämme

bis zu Tierkadavern reichen, zu

einer pulvrigen oder stückigen Masse bzw.

zu einem pumpfähigen Brei verarbeitet

werden. Es scheint jedoch fraglich, daß solche

Produkte Jahre hindurch ohne irgendweiche

Betriebsstörungen durch ein enges

Rohr in eine vielleicht 1000 m tief liegende

Kaverne eingebracht werden können. Deshalb

geht das deutsche Konzept zunächst

davon aus, die Abfälle mit Hitfe einer Transportbombe

bis an das Ende des Bohrlodles

zu bringen. Dort wird der Boden geöffnet,

die Abfälle fallen nach unten und die Bombe

kann hochgeholt und erneut beladen werden.

Bei diesem Verfahren spielt die Beschaffenheit

der Abfälle keine Ro lle. und

eine besondere Aufbereitungsanlage für die

Abfälle ist daher nicht erforderlich.

Der Vorteil der Kaverne liegt darin, daß die

Abfälle nur beim Beladen der Transport-


ombe manipuliert zu werden brauchen.

Die Gefährdung der Arbeiter durch die

radioaktive Strahlung ist entsprechend gering,

so daß keine aufwendigen Strahlenschutzmaßnahmen

nötig sind. Wegen der

Einfachheit der gesamten Anlage werden

die Betriebskosten voraussichtlich sehr

niedrig sein. Wenn eine Kaverne gefüllt ist,

können in unmittelbarer Nähe weitere angelegt

werden. Als Nachteil der Salzkaverne

sind die Tatsachen zu werten, daß sie

nur bedingt zur Lagerung hochaktiver Abfälle

geeignet ist und aus ihr die Abfälle

nicht wieder heraufgeholt werden können.

Da jedoch die Hauptmenge der radioaktiven

Abfälle weder hochaktiv ist noch jemals

wieder verwertet werden wird, sind diese

Einschränkungen nicht schwerwiegend. So

bietet die Salz kaverne zweifellos eine aussichtsreiche

Möglichkeit zur Endlagerung

radioaktiver Abfälle.

Interesse der Eurotomkommission

Das deutsche Projekt der Errichtung einer

Versuchskaverne hat das Interesse der

Euratomkommission gefunden, die einen

diesbezüglichen ForSchungsvertrag im Rahmen

des zweiten Fünfjahresplanes abgeschlossen

hat. Die Arbeiten sollen unter

Mitwirkung der Gesellschaft für Kernforschung

mbH Karlsruhe, insbesondere von

der im Kernforschungszentrum Karlsruhe

gebildeten Studiengruppe Tieflagerung radioaktiver

Abfälle, von der Gesellschaft tUr

Strahlenforschung mbH München durchgeführt

werden.

Zunöchst Stondortuntersuchungen

Das im Vertrag mit Euratom vorgesehene

Forschungs- und Entwicklungsprogramm

sieht im einzelnen vor, daß zunächst Untersuchungen

zur Wahl des Standortes der

Kaverne durchgeführt werden. Dabei sind

Fragen der Eignung der Salzlagerstätte, der

geologischen Verhältnisse, der Möglichkeiten

zur Ableitung der Sole ebenso zu prüfen

wie die Fragen der standortbedingten

Errichtungs- und Transportkosten oder der

topographischen Verhältnisse. Auf Grund

dieser Untersuchungen kann dann der

günstigste Standort gewählt werden. Hierauf

soll eine detaillierte technische Planung

des gesamten Projektes folgen, in deren

Verlauf Größe und Form der Kaverne,

Durchmesser des Bohrloches, Ausbildung

der gesamten Beschickungseinrichtung und

vieles andere festzulegen sind. Auch sicherheitstechnische

Überlegungen gehören in

diesen Arbeitsabschnitt. Sobald Probebohrungen

einen endgültigen Aufschluß über

die Eignung des Standortes gebracht haben,

werden die Ausschreibungsunterlagen

hergestellt und dann die Kaverne gesolt.

Zum Schluß erfolgt die Herstellung der Einführungseinrichtungen.

Nach Beendigung dieser Arbeiten und

einem längeren Probebetrieb wird es möglich

sein, die Frage der Eignung der Salzkaverne

als Endlager für radioaktive Abfälle,

die Frage der optimalen Dimensionierung,

der Ausbildung der technischen Einrichtungen,

der Betriebskosten sowie der

sicherheitstechnischen Aspekte zu beantworten.

Der größte Teil der erzielten Ergebnisse

einschließlidl der Methodik der Voruntersuchungen

wird auch auf andere Steilen

anwendbar sein. Aus diesem Grunde

ist die Errichtung einer Versuchskaverne im

Hinblick auf die endgültige Lagerung radioaktiver

Abfälle von großem Interesse für

alle Länder der Gemeinschaft. •

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13


Die Bevorratung

Oben: Oie Wein königin Saar-Mosel-Ruwer, Inge

Schwab aus Zeltlngen, war ebenfalls unter den

vielen Besuchern des BLSV-Standes auf der

Inlernatrona!en Ausstellung In SaarbrOcken.

-~ .... ~

~

Links: Kultusminister Werner Scherer beim

Gang durch die BlSV-Ausstellung; rechts neben

Ihm KreissteIlenleIter Schmelzer, Leiter des

Au IIte Ilungsbetreuu n gsd len.tel.

H. Burgard, Leiter des FlImwagens Saarland,

erklärt Kultusminister Scherer die Arbeitsweise

eines Strahlenmeßgerätes; rechtl hinter dem

Minister LandessteIlenleIte, Freiherr von leoprechUng.

14


Saarbrücken:

SAHEN "UNSER lIVllSCHUTl'1

OLSV-Sland auf der Inlernalionalen

Ausslellung "Weil der Familie"

Am Freitag, 15. Oktober, durdlschnitt

Kultusminister Warner Scherer nach

einem vorangegangenen Festakt im

Rathaus zu Saarbrücken das Band am

Eingang des Saarbrücker Messegeländes

und eröffnete damit die Internationale Ausstellung

"Welt der Familie" . Die Landessteile

Saarland des Bundesluftschutzverbandes

beteiligte sich mit der Sonderausstellung

" Unser ZivilsdlUtz" , die erstmals

im Frühjahr in Bielefeld gezeigt worden

war.

412 Aussteller waren in neun Hallen auf

einer Fläche von insgesamt 15000 Quadratmetern

untergebradlt. Die Halle 7 war

das Kernstück der Gesamtausstellung. Hier

befanden sidl die belehrenden und informativen

Au sstellungen des Bundesministe,.

rlums für gesamtdeutsche Fragen, des

DeutSchen Roten Kreuzes, des Arbeitskreises

der Verbraucherzentralen und des

Bundesluftschutzverbandes, dessen Ausstellung

eine Fläche von 630 Quadratmetern

einnahm.

Die BLSV-Ausstellung "Unser Zivilschutz"

gliederte sich im AUfbau wie vom Thema

her sehr gut in den Gesamtrahmen der

Ausstellung ein. Wie notwendig diese Informationssdlau

auch nadl Jahren weitreichender

Aufklärungsarbeit des BLSV

war, ergab ein durdlgeführter Test. An

zwei Wodlenenden wurden vor der Ausstellung

des BLSV gefragt: "Wissen Sie,

daß Sie nach Verabschiedung des Selbstsdlutzgesetzes

durch den Deutschen Bundestag

ab 1966 an einer zehnstündigen

Grundausbildung im SelbstSchutz teilnehmen

müssen?" Von 400 Männern und

Frauen aller Altersgruppen und Berufe

wußten nur 30 von dieser Selbstschutzpflicht.

370 gaben ein klares Nein als Antwort.

Vor allem jüngere Besucher und Be-

sucherinnen waren einigermaßen erstaunt.

Sie gingen dann aber nach entsprechender

Aufklärung mit um so größerem Interesse

durch die einzelnen Abteilungen der Ausstellung,

um sich informieren zu lassen

über das, " was da auf sie zukomme".

Das Interesse der Besucher über Fragen

des SelbstSchutzes und des Zivilsd'mtzes

war groß. Es kam zu zahlreichen Führungen

und Einzelgesprächen. Helfer des

BLSV standen in genügender Anzahl bereit,

die Ausstellungsthematik zu interpretieren

und Auskünfte zu geben. Besondere

Aufmerksamkeit fanden die BLSV-Helferinnen

in den schmucken Dienstkostümen, die

sie erstmals im Vorjahr bei der Ausstellung

" Die Frau im Selbstschutz" getragen

hatten.

152000 Besucher zählte die Messeleitung

bis zum letzten Ausstellungstag. Die Zahl

der Besucher im BLSV-Stand kann nur ge­

Schätzt werden; sie lag bei etwa 130000,

davon 45000 Schüler und Schülerinnen.

Die Werbe- und Aufklärungsschriften

wären bald vergriffen gewesen, wenn nicht

die Landesstelle Rheinland-Pfalz aus ihren

Vorräten ausgeholfen hätte. Als die Ausstellung

schloß, war audl die allerletzte

Schrift ausgegeben.

"Sehr eindrucksvoll und instruktiv sind die

Darstellungen und die Beispiele, die der

Bundesluftschutzverband den Besuchern

der Ausstellung ,Welt der Familie' in

einem großen Stand in Halle 7 zeigt",

schrieb die "Saarbrücker Zeitung", und die

"Saarbrücker Landeszeltung" berichtete :

" Nur organisierte Hilfe hat Erfolg. Zu den

größten Ständen in der Au sstellung gehört

der des Zivilen Bevölkerungsschutzes. In

zahlreichen Großfotos, die durch erläuternde

Hinweise, durdl Modelle und verschiedenes

Anschauungsmaterial ergänzt werden,

wird dort ein Überblick über Organisation.

AufgabensteIlung und Arbeit des

Zivilen Bevölkerungsschutzes gegeben."

Besonderes Interesse an der BLSV-Ausstellung

zeigte Kultusminister Sdlerer, der

am Eröffnungstage den BLSV-Stand besichtigte

und sich eingehend informieren

ließ. Ein weiterer Besucher war der persönliche

Referent des stellvertretenden

SPD-Parteivorsitzenden Herbert Wehner,

Ralf Koch aus Bonn, der sich ausführlich

beim Leiter der BLSV-Ausstellung, Kreisstellenleiter

Joachim Schmelzer, über die

Einstellung der BeVÖlkerung zu den Problemen

des Zivil- und Selbstschutzes unterrichtete.

Die Weinkönigin Saar-Mosel-Ruwer, Inge

Schwab aus Zeltingen/ Mosel, traf am

BLSV-Stand die Frauensachbearbeiterin

der Ortsstelle VölklingenlSaar, Mathilde

Hessler. Man kannte si ch von einem Bunkerbelegungsversuch

in Waldbröl, und die

Wiedersehensfreude war groß.

Der Ausstrahlungsbereich dieser Ausstellung

umfaßte nicht nur das Saarland. So

kamen zum BLSV-Stand auch Angehörige

des luxemburgisdlen Zivilschutzes; an

ihrer Spitze Direktor Major Brahms, auf

dessen Anregung der Landesstelle Saarland

das Modell einer luxemburgisdlen

Sanitäts rettungsstelle in der Gruppe "Zivilsdlutz

in Ost und West" der Au sstellung

zur Verfügung gestellt worden war. Helfer

der Pretection Cicile hatten es angefertigt

und nadl Saarbrücken gebradlt.

Als am 24. Oktober um 18 Uhr die letzten

Besucher die Ausstellung verließen, hatten

sich für die Landesstelle Saarland Arbeit.

Aufwand und Mühe gelohnt, die eine Ausstellung

dieses Ausmaßes immer mit sich

bringt. "Wer vorsorgt, ist der Herr des

Tages", sagte Goethe. Oskar R. Beyer

15


Hilfsbereitschafl

iSI

zollfrei

Ein AUllchnltt aus der Obung. Der Service

du Mat6rlel der Protectlon Clvlle lIntgen

. tützt ein beschädigte, Hau. ab.

Deutsch -luxemburgische

Gemeinschansübung

Von "nila Darimonl

Ā -hnlich wie bel der gemeinsamen Zivilschutzübung

im vergangenen Jahr

sm Dreiländereck in Perl a. d. Mosel

wurde am 9. Oktober diesmal eine

übung auf Luxemburger Gebiet durchgeführt.

Die Protection Civile (PC) hatte den

Selbstschutzzug aus Kaiserslautern, der

Sieger beim Wettbewerb anläßlich des

Helfertages in Hamburg geworden war,

eingeladen. Sinn der gemeinsamen Übung

war, aus den unterschiedlichen Methoden

zu lernen sowie zu demonstrieren, daß

alle Helfer des Zivilschutzes, gleich weicher

Nationalität, gewillt sind, das Schicksal

ihrer Mitmenschen in Stunden der Not

zu erleichtern.

Auf ihrer Fahrt zu den Gastgebern wurden

die deutschen Teilnehmer an der Grenze

vom Chef der Proteetion Civile, Major

Brahms, und von Direktor Schank begrüßt.

Unter den vielen Gästen, die sich zu der

Gemeinschaftsübung eingefunden hatten,

waren aud1 Botsd1aftsrat Dr. Ritze als

Vertreter des Deutschen Botschafters in

Luxemburg sowie Presseattache Rienermann.

Major Brahms und Direktor Schank hießen

die Gäste mit herzlichen Worten willkommen.

Die Völker im Westen seien durch

gemeinsames Schicksal ve rbunden. Daß

wir zusammenstehen müßten, wenn wir

nicht untergehen wollten, sei ein Grund zu

diesem Zusammenwirken. Darüber hinaus

gelte aber die ergangene Einladung als

Beweis, daß echte Freundschaft uns alle

verbinde.

Sirenen gaben Luflalarm

Der Vormittag des nächsten Tages war mit

der Herrichtung der für die Übung vorgesehenen

sieben Schadensstellen ausgefüllt.

Die frühen Nachmittagsstunden vergingen

mit dem Unterweisen und Sdlminken der

Verletzten darsteller. Angehörige der Sanitätsbereitschaft

Steinfort der PC Luxemburg,

die vor kurzem an der Landesschule

in Bingen ihr Können bewiesen hatten.

stellten sich hierfür zur Verfügung.

Als um 16.25 Uhr die Sirenen der PC

Lu ftalarm gaben. versammelten sid1

schnell zahlreiche Zuschauer aus der Gemeinde.

Ihr Interesse an der Übung war

groß, da es In Luxemburg bisher noch

keinen Selbstschutz im Hause gibt.

Als Übungslage wu rde angenommen , daß

um 13 Uhr bei Charleville die Bodendetonation

einer 50 kt Kernwaffe erfolgte.

Bei einer Windgeschwindigkeit von

30 km/ h aus Richtung Südwest sei in

Niederwampach gegen 17.30 Uhr mit radioaktivem

Niederschlag zu rechnen. Um

16.30 Uhr würde ein einzelnes Flugzeug

den Ort mit Spreng- und Brandbomben

belegen.

Die Schadensfälle würden sich somit alle

zur gleichen Zeit ereignen. Der Einsatz der

ZivilsdlUtzkräfte erfolgte aber an den einzelnen

Übungsobjekten nacheinander, damit

die Zuschauer Gelegenheit hatten, sich

von einer Schadensstelle an die andere zu

begeben. Direktor Sd1ank fungierte als

Kommentator. der jeweils den angenommenen

Schadensfall und die Aktionen der

Zivilschutzkräfte erläuterte.

Jeder einzelne Einsatz wurde gespannt

verfolgt. Waren es doch immer andere

Situationen, vor denen die Selbstschutzkräfte

standen. Im ersten übungshaus

hatten sich vier Hausbewohner trotz Warnung

nicht in einen geschützten Raum begeben.

Sie trugen Splitter- und Brandverletzungen

davon. Die nach der Entwarnung

um 16.35 Uhr einsetzenden Bemühungen

anderer Hausbewohner, die

Verletzten zu ve rsorg en und die Brände zu

bekämpfen, wurden durch Tobsuchtsanfälle

eines "Geisteskranken" gestört.

Am zweiten übungsobjekt werden Schwer-

16


verletz.te in einsturzgefährdeten Räumen

festgestellt. Hier reicht die Nachbarschaftshilfe

nicht aus. Der Bürgermeister ruft die

Rettungs- und Laienhelferstaffel. Ihre Angehörigen

bergen und versorgen die Verletzten,

von denen einer mittels Bergungstuch

aus dem Obergeschoß abgeseilt wi rd.

Der Service du Materiel der PC Lintgen

stützt das stark beschädigte Haus mit

Rundhölzern ab, die am Schadensort mit

einer Motorsäge zugeschnitten wurden.

An der nächsten Unglücksstelle wird demonstriert,

daß unüberlegtes Handeln

Schaden stiftet. Ein Hausbewohner ist bei

dem Versuch, Brände auf dem Dachboden

zu löschen, vom Brand im 1. Obergeschaß

eingeschlossen worden. Er hat schwere

Brandwunden erlitten und kann nur durch

den Einsatz der Rettungsstaffeln und mittels

Leiterhebel geborgen werden. Die

Lehre hieraus: Nie allein und ungesichert

verqualmte unübersehbare Räume betreten.

Auch diese Szene wurde realistisch

dargestellt. Eine ähnliche Situation wird

im gegenüberliegenden Haus von der PC

unter Benutzung einer schnell errichteten

Seilbahn gemeistert.

Gewußt wie

In der Verletztensammelstelle werden alle

Eingelieferten sachkundig versorgt, betreut

und dann zum Teil in Hilfskrankenhäuser

abtransportiert oder in ihre Wohnungen

entlassen. Als plötzlich ABC-Alarm ertönt,

wird die Behandlung der zuletzt gebrachten

zwei Brandverletzten kritisch. Wegen ihrer

Gesichtsverletzungen kann man ihnen keine

Schutzmaske aufsetzen. Doch die Leiterin

der Sammelstelle weiß sich zu helfen.

Sie versorgt den ersten unter Zuhilfenahme

eines Plastiksacks, einer Handpumpe und

eines Schutzmaskenfilters mit Frischluft

und den zweiten Verletzten durch ein Beatmungsgerät,

das den Laienhelferstaffeln

der Selbstschutzzüge als Wiederbelebungsgerät

dient.

Wenn bisher alle Maßnahmen der Rettung

von Menschen galten, mußte hier im ländlichen

Gebiet auch der Schutz der Tiere

und Futtermittel als wesentlich herausgestellt

werden. Gründliche Unterrichtung der

Bevölkerung und rechtzeitige Vorbereitungen

sind Voraussetzungen für einen Erfolg.

Gez.eigt wurde der behelfsmäßige Strahlenschutz

bei Viehstallungen sowie der

Schutz von Futtermitteln und Trinkwasservorräten

vor radioaktivem Niederschlag.

Nach einem gedanklichen Zeitsprung zum

nächsten Tag wurde demonstriert, wie man

nicht rechtzeitig eingetriebenes Weidevieh

durch gründliches Abbürsten des Felles

mit reichlich Wasser dekontaminiert. Wichtig

ist hierbei, daß von den Ausübenden

zum Schutz vor der Inkorporation radioaktiver

Stäube die Schutzmaske getragen

wird. Auch Dächer, Straßen und Geräte

mußten entstrahlt werden. Dabei wirkte

die freiwillige Feuerwehr von Niederwampach

mit. Für die Wasserversorgung

der Bevölkeru ng wurde die Wasseraufbereitungsanlage

der PC eingesetzt.

Es war dunkel geworden, als eine letzte

Oie Helfer aus Kaiserslautern zeigten u. a.

Möglich keiten des behelfsmäßigen Strahlenschutzes

bei Viehstaliungen.

Schadensmeldung die Kraftspritzenstaffel

alarmierte. Das Reifenlager einer Firma

stand in Brand. Die Einsatzkräfte des Betriebsselbstschutzes,

von denen einige ve r­

letzt waren, bemühten sich vergeblich, mit

ihren Einstellspritzen die Flammengewalt

einzudämmen. Gespenstisch spiegelte sich

die Glut am nächtlichen Himmel. Als die

herbeigeeilte Kraftspritzenstaffel sich unerschrocken

so weit wie möglich an den

Brandherd heranarbeitete, wurde auch dem

letzten der ursprünglich skeptischen Betrachter

bewußt, daß hier mit Ernst und

unter persönlichem Einsatz geübt wurde,

wie man Gefahren entgegentritt.

Am anderen Morgen klang dieser Gedanke

auch an in der Predigt des Geistlichen

in der kleinen Kirche, in der Übungsteilnehmer

und Ortsansässige gemeinsam dem

Gottesdienst beiwohnten. Die gemeinsame

Zivilschutzübung bot Anlaß zur Besinnung

und ernster überlegung. Sie erfüllte aber

auch alle Teilnehmer mit dem Bewußtsein,

daß es überall Mensdlen gibt, die zur Hilfe

für andere dasein wollen. Dies sprach am

Abend der Übung nach dem gemeinsamen

Essen der Deutsche Botschaftsrat Dr. Ritze

aus. Die weiteren Ansprachen der Gastgeber

und der Gäste, die Freundschaftsgeschenke

austauschten, drückten echte

kameradschaftliche Verbundenheit zwischen

Menschen verschiedener Nationalität, aber

gleicher Zielsetzung aus.

Mit Interesse betrachtet der Chef der

Proteetion Clvile luxemburg,

Major M. Brahms, die SIlberschaie, die der

Kaiserslauterer Selbstschutzzug auf dem

Helfertag in Hamburg als Sieger eines groBen

Wettkampfes aus der Hand des Bundesministers

des Innern erhalten hat.

17


Luftkissenzel'l "für

den Sani'lö'lseinsa'lz

5


schen den Betten erhalten bleibt. Die Zelthöhe

von 2,30 m ermöglicht sogar das Aufstellen

übereinanderliegender Betten.

Zur "Zeltstodt" ousbouen

Die Zeltkonstruktion ist weitgehend " narrensidler"

und kann selbst von Laien

leidlt montiert werden. Der Aufbau eines

Standardzeltes läßt sidl von sedls Mann in

weniger al s einer Stunde durchführen. Für

den Abbau ist etwa eine '/. Stunde anzusetzen.

Die gesamte Zeltkonstruktion aus

leidlten Hohlprofilen steht auf einem U­

Profit-Rahmen und wird durdl Steckverbindungen

und Schnellspannverschlüsse

zusammengehalten. Bewußt wurde darauf

verzidltet, Schrauben zu verwenden , um

kurze Auf- und Abbauzeiten zu erzielen.

Bei der Montage wird die aus einem Stück

bestehende Zelthaut über die Stahlkonstruktion

geschoben und dicht über dem

Erdboden mit Hilfe angeschweißter Ösen

und einem Perlonseil mit dem Grundrahmen

verbunden. Um auch bei Sturm oder

ungünstigem Gelände si cheren Aufbau zu

erreichen, kann der Zeltgrundrahmen

durch Schlaganker fest mit dem Erdreich

verbunden werden. Langwierige Bodenbegradigungen

sind nicht erforderlich. Die

einzelnen Zelte können im Bedarfsfall, z. B.

bei Katastropheneinsätzen, durch Zwischenschalten

spezieller Verbindungselemente

zu einer regelrechten "Zeltstadt U

ausgebaut werden. Diese Elemente bieten

zusätzlichen Raum und erlauben es, bis

zu 4 Zelte sternförmig zu verbinden.

Als Zelthaut dient ein hochreißfestes Chemiefasergewebe,

das durch die beidseitige

Spezialgummierung witterungsbeständig

und giftstoffsicher gemacht wurde. An den

Stirnseiten befinden sich "Fenster" aus

transluzidem Material. Verpackungsgewicht

und -volumen sind so gering, daß

das Zelt mit allem Zubehör auf einem Einachsanhänger

mit 1,5 t Nutzlast untergebracht

werden kann.

Nach Angaben der Hersteller kann das

Sanitätszelt leicht in ein ABC-Schutz-Zelt

umgewandelt werden. Zu diesem Zweck

wird die an der Zelthaut angebrachte

Außenschürze rundum mit Erdreich beschwert.

Hierdurch ist das Zelt von der

Außenluft abgeschlossen und dadurch gasdicht.

Durch ein speziell entwickeltes Gebläse,

wobei ABC-Filter und Heizung kombiniert

sind, wird die doppelte Zelthaut

aufgeblasen und zugleich über einen gesonderten

Anschluß auch der ZeItinnenraum

mit gefilterter Luft versorgt. Hierbei

entsteht im Zelt ein Innendruck von ca.

B mm WS, der das Eindringen ungefilterter

Außenluft verhindert. Damit der Luftdruck

im Zelt genau in der vorgesehenen

Höhe erhalten bleibt und die verbrauchte

Luft wieder entweichen kann, sind in der

Zelthaut Überdruckklappen angebracht, die

sich bei Erreichen des eingestellten Drucks

automatisch öffnen. Bei Operationen anfallende

sdlwere Ätherdämpfe werden

durch zwei tiefliegende Überdruckklappen

abgeführt. Die Schutzluftanlage ist so

reichlich ausgelegt, daß selbst bei kleinen

Verletzungen der Zelt haut keine Außenluft

eindringen kann.

Schleuse gegen verseuchte Luft

Eine weitere Sicherheit ist dadurch gegeben,

daß auch die IsolationSl uft in der

Zellhaut bei Benutzung des ABC-Gebläses

aus Schutzluft besteht. Bei Ausfall der

Stromversorgung kann der Gebläseantrieb

mit einer Handkurbel aufrechterhalten werden.

Im Winter wird die Heizung des

Spezialgebläses eingeschaltet, die in ihrer

Leistung den jeweiligen Bedürfnissen angepaßt

ist. Die hohe Isolation der in der

Zetthaut befindlichen Luft erlaubt es, mit

einer relativ geringen Wärmemenge zur

Erwärmung des Zeltinnern auszukommen.

Bei einer Leistung von maximal 26000 WE

überbrückt dieses Gerät Temperaturdifferenzen

von 50° C, erzielt also noch bei

Außentemperaturen von -30 0 C im tnnern

20° Wärme (Angaben des Herstellers. Die

Red.).

Um den Überdruck zu erhalten und verseuchte

Luft dem Innenraum fernzuhalten,

wird das Zelt im ABC-Fall nur über eine

Spezialschleuse betreten. Hierbei entsteht

vom Zelt zur Schleuse hin eine Luftströ-

Arbeitsschutz

Feuerbeständige

Schutzkleidung

aus Wolle

Sicheren Schutz gegen flüssiges Metall,

Flammen von Schneidbrennern und Hochöfen

bietet eine Arbeitskleidung aus einem

wollenen, feuerbeständigen Gewebe ohne

chemische Schutzschicht. Das Gewebe besteht

aus speziell behandelten Wollfasern

und einem geringen Prozentsatz nimt wollener

Fasern. Die Qualität wird weder durch

wiederholtes Waschen noch langes Tragen

beeinträchtigt. Versuche mit Fäustlingen,

die aus drei Schichten dieses Materials gearbeitet

waren und sechsmal einer Flammenwirkung

von 740° ausgesetzt wurden,

zeigten, daß die Außenseite des Materials

zwar verkohlte, aber nicht entflammte, und

daß die inneren Isolierschichten unbeschädigt

blieben. Das Gewebe bietet außerdem

guten Schutz gegen Chemiekalien.

mung , die die eingeschleuste Außenluft

wieder nach außen führt.

Die Gasdichtigkeit des neuen Luftkissenzeltes

wurde in praktischen Versuchen erprobt.

Die Tests erfolgten mit einem

Augenreizstoff (Bromazeton), wobei Konzentrationen

bis zu 1000 mg/m l angewandt

wurden ; selbst empfindliche Testpersonen

konnten keine Spuren von Reizstoffen

im Ze1tinneren feststellen. Eine Belegung

mit 25 Mann über 24 Stunden

brachte durch kontinuierliche Frischluftzufuhr

praktisch keine Erhöhung des

COl-Gehaltes.

19


KERNWAFFENVERSUCHE

Vom Seismograph

am Meeresgrund registriert

_ .'.~ 'lo-.l •

........._ _ _ ~J.'-"'" I .";\ .: '.

- ~

ISRAEL

Strahlenmeßfahrzeug

für Feuerwehren

EIN vom israelischen Staat in Auftrag gegebener

Strahlenmeßwagen wurde jetzt

seiner Bestimmung übergeben. Das Fahrzeug.

ein VW-Bus. wurde in Anlehnung an

die bei der Berufsfeuerwehr Karlsruhe befindlichen

Strahlenschutz-Sonderfahrzeuge

erstellt und ausgerüstet.

Der Strahlenmeßwagen enthält neben den

erforderlichen Strahlennachweis- und Meßgeräten

auch Preßluftatmer, Schutzanzüge,

Absperrmaterial, Warnschilder, Handleuchten

und Greifzangen. Sämtliche Geräte

sind in Spezialeinbauten stoß- und bruchsicher

untergebracht und können jederzeit

leicht herausgenommen werden. Der

Strombedarf für Funk, Beleuchtung und

verschiedene Meßgeräte wird durch zwei

zusätzliche 12-Volt-Batterien gedeckt, die

von einer zweiten Lichtmaschine im Motorraum

gespeist werden. Ein Ventilator sorgt

für die Belüftung des Batterieraumes. Zur

Erzeugung eines Netzstromes von 220 V

für die Innenbeleuchtung des Wagens und

den Betrieb einzelner stationärer Meßgeräte

über Steckdosen wird ein Transistorumformer

verwendet.

Der StrahJenmeßwagen soll in Israel bei

der Feuerwehr für den Einsatz bei Bränden

oder Unfällen in Verbindung mit radioaktiven

Stoffen und zu Ausbildungszwecken

dienen. Oie Beschaffung weiterer Strahlenmeßgeräte

für sogenannte Schwerpunktfeuerwehren

ist geplant.

ÜBER große Entfernungen können unterirdische

Kernwaffenversuche mit einem neuen

amerikanischen Spezialgerät vom Meeresgrund

aus mit beachtlicher Meßgenauigkeit

aufgespürt werden . Der empfindliche

Seismograph ist bis in Meerestiefen von ca.

8000 m verwendbar. Er zeichnet automatisch

33 Tage lang kontinuierlich alle Bodenbewegungen

und seismischen Wellen

einschließlich der Erschütterungen auf, die

durch Kernwaffenversuche verursacht werden.

Die Instrumente des Seismographen in der

Form einer Kugel von einem Meter Durchmesser

übertragen die registrierten Erschütterungen

auf ein speziell für diesen

Zweck konstruiertes Magnetbandgerät. Es

ist mit 14 Kanälen ausgestattet und arbeitet

mit äußerst geringer Bandgeschwindigkeit,

nämlich 11 ,4 mm in der Minute. Hieraus ergibt

sich die ungewöhnlich lange Aufnahmezeit

von 33 Tagen für das 20 cm breite

Band.

Auf ein verschlüsseltes SONAR(Schallwellen)-Signal

hin, das vom Bergungsschiff gegeben

wird, löst sich der Seismograph von

dem Haltegewicht. mit dem er in die Tiefe

gelassen wurde, und steigt an die Oberfläche.

Dort macht er sich durch ein Funksignal

bemerkbar, das dem Bergungsschiff

das Auffinden außerordentlich erleichtert.

Nach Übernahme des Seismographen an

Bord des Schiffes werden mit Hilfe eines

Hodlleistungsgeräls die Aufzeichnungen

von 33 Tagen in eineinhalb Stunden abgespielt

und dabei provisorisch überprüft Anschließend

wird das Band in einem Datenverarbeitungszentrum

in bezug auf Art und

Ursache der aufgezeichneten seismischen

Meßdaten analysiert.

In der Stahl kugel (Wandstärke : 5 cm) sind

STROMVERSORGUNG

Miniaturkernkraftwerk

in Betrieb

AUF einer Olbohrinsel im Golf von Mexiko

wurde ein Miniatur-Kernkraftwerk in Betrieb

genommen. Das Kraftwerk hat einen

Durchmesser von 56 Zentimetern, eine Höhe

von 86 Zentimetern und ein Gewicht von

2070 Kilo. Das mit einer Leistung von 60

Watt arbeitende Kleinkraftwerk soll das

Blinkfeuer und das Nebelhorn der Bohrinsel

mit Strom versorgen.

sämtliche Instrumente untergebracht - das

Bandaufnahmegerät, ein Verstärker, die

Batterien, ein Druckmesser, ein Vertikalund

zwei Horizontalseismometer, dazu ein

elektrischer Chronometer, der auf eine

zehntel Sekunde genau die Zeit angibt.

Kernwaffenversuche in der Atmosphäre -

mehr als 100 Staaten haben sich in dem

Vertrag von 1963 verpflichtet, derartige

Versuche nicht durchzuführen - können

durch Bodenstationen sowie von Schiffen

und Kontrollsatelliten aus leicht festgestellt

werden. Nicht so unterirdische Versuche,

die dem Vertragstext zu folge noch zugelassen

sind. Es ist äußerst schwierig, die seismischen

Wellen, die durch die unterirdisch

vorgenommene Detonation eines nuklearen

Sprengsatzes ausgelöst werden, von Erdbewegungen

zu unterscheiden. Und da ihre

Intensität über große Entfernungen außerordentlich

stark abnimmt, ist bei Messungen

vom Festland aus keine Gewähr dafür

gegeben, daß die aufgezeichneten schwachen

Vibrationen wirklich richtig interpretiert

werden. Sie könnten ebensogut durch

in der Nähe vorbeifahrende Eisenbahnzüge,

schwere Lastwagen, Sprengungen in Bergwerken

oder andere Vorgänge verursacht

sein. Alle diese " Fehlerquellen" treten nicht

in Erscheinung, wenn sich die Meßstalion

weit vom Festland entfernt am Meeresboden

befindet. Der Seismograph kann bei

nur geringfügigen techniSchen Veränderungen

auch als Kontrollstation für automatische

Aufzeichnungen in entlegenen Landgebieten

verwendet werden, wo mit den bereits

erwähnten Erschütterungen als Auswirkungen

der Zivilisation kaum zu rechnen

ist. Die Aufnahmedauer würde in diesem

Fall auf drei Monate ausgedehnt werden

können.

(AD)

CHIRURGIE

Japanischer

Wund-Klebestoff

JAPANISCHE Unternehmen haben einen

Spezial kleber für die Chirurgie entwickelt.

Hauptbestandteil des Wundklebers ist ein

Kunstharz. Der Kleber soll den Anforderungen

des japanischen Arzneimittelgesetzes

genügen. Er ist unschädlich, stark in der

Klebewirkung, schnellklebend, temperaturunempfindlich

und ruft keinerlei lokale

Hautreizung hervor.

20


STRAHLENSCH UTZ

Kurse sollen Unsicherheit

beim Umgang mit Strahlern beseitigen

DAS StaubforsdlUngsinstitut des Hauptverbandes

der gewerblichen Berufsgenossenschaften

fü hrt Strahlenschutzkurse durch,

die ein voller Erfolg sind. Diese Kurse bestehen

aus einem theoretischen Teil, einem

Praktikum, einer Erläuterung der 1. Strahlenschutzverordnung

und der gültigen

Richtlinien, sowie aus einer Diskussion. Bei

der Gestaltung dieser Kurse war man davon

ausgegangen, sie so praxisnah wie

möglich zu machen. Es schien nidlt sinnvoll,

die Teilnehmer mit einem Wissen zu

belasten, fü r dessen Anwendung im Betrieb

keine oder nur selten Gelegenheit besteht.

Ziel der Kurse war und ist, die Unsicherheit

bezüglich des Umganges mit radioaktiven

Strahlern und die damit möglicherweise

auftretenden Gefahren schnell zu beseitigen.

Es sollte ein möglichst großer Personenkreis

in möglichst kurzer Zeit so weit gebracht

werden, daß jeder seine Probleme in

seinem Betrieb nach dem Motto "Gefahr

erkannt - Gefahr gebannt" beherrscht. Natürlich

gehören auch hierzu einige Kenntnisse

über die physikalischen Grundlagen

des Strahlenschutzes und der Dosimetrie,

die den Teilnehmern in einer weitgehend

allgemeinverständlichen Darstellung vermittelt

werden. Dazu gehören z. B. die Kapitel

: Strahlung als Energieform - Atombau

und Radioaktivität - Wirkungen von Strahlen

auf Materie - Erläuterungen der Einheiten

Curie, Röntgen, Rad, Rem - Arbeitsweise

und Eichung von Dosis- und Dosisleistungsmeßgeräten

- Messungen von

Luftaktivitäten - biologische Strahlenwirkungen

- somatische und genetisdle

Strahlensdläden - Praxis des Strahlensdlutzes.

Jeder dieser Kurse dauert 3 Tage und ist

gebührenfrei. Das eintägige Praktikum, das

dieser Kursus einsdlließt, trägt wesentlid'l

zum Verständnis der Problematik bei. Es

begrenzt natürlich aber auch die Teilnehmerzahl.

Insgesamt wurden bisher 307 Personen aus

147 Betrieben und 101 technische Aufsichtsbeamte

der gewerblichen Berufsgenossenschaften

geschult.

Nach Möglichkeit werden die Ku rse so zusammengeseIlt,

daß sie aus Teilnehmern

mit gleicher Problemstellung bestehen z. 8.

nFüllstandsmessung und Dickenmessung"

oder .. Umgang mit offenen radioaktiven

Substanzen". Grundsätzlich werden keine

besonderen Anforderungen an die Vorbildung

gestellt. Von 408 so im Strahlenschutz

geschulten Personen waren 30,3%

Akademiker und 28,8% Fachschulingenieure;

14,7% waren technisd'l vorgebildet

(Chemotechniker, Laboranten, Werkstoffprüfer

usw.). Bei den restlichen 26,2%

konnte eine physikalische Vorbildung nicht

unbedingt vorausgesetzt werden. Die größte

Zahl der Teilnehmer, mit Ausnahme der

Aufsidltsbeamten, waren Strahlensdlutzsachbeauftragte,

Sicherheitsbeauftragte

oder Sicherheitsingenieure. Die anderen -

mit wenigen Ausnahmen - .. Strahlenarbeiter"

oder .. Personen, die sich gelegentlich

in Kontrollbereid'len aufhalten". Neben der

großen Berufsgruppe der Ingenieure und

Diplom-Ingenieure nahmen auch Maschinenschlosser,

Dreher, Sdlweißer, Elektriker,

Werkstoff prüfer, Chemiefad'larbeiter,

Chemotechniker und vereinzelt u. a.

Brandmeister, Sanitäter, Krankenpfleger,

Steiger, Studenten, Schreiner, Kaufleute

und Versicherungssachbearbeiter teil. (BGI)

LS -Geigerzähler

G~f'v1 f'v1~ 50

zur Messung derGammastrahiungvon10mr/h bis 50r/h

Nullpunkt justierung

durch Drehen der

Nullpunktschraube.

Wenn Gerät

ausgeschaltet,

muß Zeiger

über Nullpunktmarke

stehen.

Gelbe Skala:

Meßbereich 10 - 500

Rote Taste : Meßbereich 0,5-SO r/ h

Ta ste : Meßbereich 10-500·mr/h

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LS-Oosisleistungsmesser mit großem Zubehör

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21


Inder Kabinettsitzung am 12. Augu st

1965 hat die Bundesregierung für eine

Reihe von kostenwirksamen Gesetzen

auf die Anwendung des Art. 113 Grundgesetz

(GG) verzichtet und damit auch dem

Wassersidlerstellungsgesetz in der vom

Bundestag besdllossenen Fassung ihre

Zustimmung erteilt.

Am 15. September 1965 ist das Wassersidlerstellungsgesetz

im Bundesgesetzblatt

(BGBI S. 1225) veröffenllicht worden.

Damit ist ein Gesetz in Kraft getreten, das

während seiner parlamentarischen Bearbeitung

weniger als die meisten anderen

Gesetze die Offentlidlkeit beschäftigt hat.

Und doch handelt es sich um eines der

wichtigsten Gesetze für die Durchführung

von Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung

für den Verteidigungsfall.

Im Verfeidigungsfoll .. .

Schon der Name - Gesetz über die SichersteIlung

von Leistungen auf dem Gebiet

der Wasserwirtschaft für Zwecke der Verteidigung

- deutet die Aufgaben des Gesetzes

kurz an. Das Gesetz setzt die Bundesregierung

in den Stand, Maßnahmen zu

treffen, um im Verteidigungsfall

• Zivilbevölkerung und Streitkräfte mit

dem lebensnotwendigen Bedarf an Trinkwasse

r,

• die Wirtschaft mit Betriebswasser in unentbehrlichem

Umfange versorgen,

• den Bedarf an Löschwasser decken,

• zur Abwendung gesundheitlicher Gefahren,

das Abwasser ableiten und behandeln,

• zum Schutze gegen Überflutungen das

Aufstauen und Ablassen des Wassers in

Stauanlagen,

• das Füllen und Entleeren von Speicheranlagen

sowie

• die Entwässerung von besiedelten Gebieten

mit künstlicher Vorflut

gewährleisten zu können.

Ohne die Widltigkeit der anderen Aufgaben

dieses Gesetzes vermindern zu wollen,

muß doch die besondere Bedeutung hervorgehoben

werden, die die Versorgung

von Zivilbevölkerung und Streitkräften mit

Trinkwasser im Rahmen von Verteidigungsmaßnahmen

einnimmt. Der Mensch

kann viele Tage ohne Nahrung, aber nur

sehr wenig Zeit ohne Wasser leben. Die

Sidlerung der Trinkwasserversorgung ist

daher al s eine Hauptaufgabe dieses Gesetzes

anzusehen. Genauso wie der Aufbau

einer militärischen Verteidigung ohne

Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung

und zur Sicherstellung ihrer Versorgung

mit lebensnotwendigen Gütern seinen Sinn

verliert, genauso sind der Sdlutz der Bevölkerung

und ihre Versorgung ohne Vorsorge

für die gleichzeitige Sicherung der

Trinkwasserversorgung im lebensnotwendigen

Umfang zwecklos.

Aufgabe einer vorausschauenden Vorsorge

muß daher neben anderen Vorkehrungen

sein, für den Verteidigungsfall auch für die

Damals

Hauptaufgabe des Wasserslcherstellungsgesetz es:

TRINKWASSERVERSORGUNG

Von Ministerialrat von Jouanne. Bundesministerium fü1

22


Die Wallerversorgung, das Sammeln,

Heben, Speichern, Zuleiten und

Verteilen von Trlnk- und Nutzwasser tür

Städte und Dörfer war von Jeher ein

lebenswichtiger Faktor Im leben der Völker.

Unser Bild links zeigt einen altrömischen

Aquädukt bel Nimes (SOdfrankrelch) ,

errichtet etwa zu Beginn unserer

Zeitrechnung. Unten: Ohne ein ganzes Netz

von Talsperren wäre 'n hochentwickelten und

Industrialisierten ländern heule das

leben nicht mehr denkbar.

ICHERN!

(;esundheltswE~sen

Heute

Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser

Maßnahmen zu treffen.

Das Wassersicherstellungsgesetz, das hierfü

r die Handhabe gibt, unterscheidet sich

in zwei wesentlichen Merkmalen von den

drei anderen Sicherstellungsgesetzen. Zunächst

befaßt sidl das Wassersicherstellungsgesetz

mit den VorsorgemaBnahmen

nur für den Verteidigungsfall und nicht

auch mit solchen für einen friedensmäßigen

Notstandsfall. Das Grundgesetz gibt

dem Bund auf dem Gebiet der Wasserwirtsdlaft

nur für die Verteidigung die ausschließliche

Gesetzgebungskompetenz. Für

Katastrophen und sonstige Notstände im

Frieden sind nach dem Grundgesetz die

Länder zuständig, die die für diese Fälle

erforderlidlen Vorsorgemaßnahmen selbst

zu treffen und zu finanzieren haben. Der

Schwerpunkt des Wassersicherstellungsgesetzes

liegt ferner - im Gegensatz zu den

anderen Sicherstellungsgesetzen - in der

Durchführung der Maßnahmen im Frieden

und nicht in der BewirtSchaftung und Rationierung

von Gütern im Verteidigungsfall.

Bou VDn Anlogen sicherstellen

Die Sicherstellung von Leistungen auf dem

Gebiet der Wasserwirtschaft soll einmal

durch den Bau oder Umbau von wasserwirtschaftlichen

Anlagen, ihre Verstärkung,

Instandsetzung und Unterhaltung bewirkt

werden. Solche Anlagen können Brunnen,

Wasserbehälter, Verbund- und Umgehungsleitungen,

Pumpen und Notauslässe,

Notbecken, Grundablässe, Stauwerke und

andere mehr sein. Art und Umfang der

erforderlichen Maßnahmen richten sich

nach Verordnungen, zu deren Erlaß die

Bundesregierung mit Zustimmung des

Bundesrates ermächtigt ist. In ihnen werden

die Grundsätze für .den lebensnotwendigen

Bedarf an Trinkwasser, den unentbehrlichen

Umfang an Betriebswasser. die

Beschaffenheit dieser Wasser, den Bedarf

an lösdlwasser und die technischen Anforderungen,

denen die genannten Anlagen

genügen müssen, aufgestellt.

Eine weitere Vorsorge maßnahme zur Sicherstellung

wasserwirtschaftlicher Leistungen

ist die Verpflichtung zur Ausstattung

wasserwirtschaftlicher Anlagen mi t zusätzlichen

Maschinen, Geräten und sonstigen

Einrichtungen, insbesondere Pumpen, Notstromaggregaten

und Einrichtungen zur

Wasserverteilung und Wasseraufbereitung

sowie zur Messung der Radioaktivität

einerseits und zur Vorratshaltung von Ersatzteilen

und Baustoffen sowie Treibstoffen

und sonstigen Betriebsmitteln andererseits.

Das Gesetz ermächtigt die Bundesregierung,

durch Rechtsverordnungen mit

Zustimmung des Bundesrates über Art und

Umfang der Ausstattung und Vorratshaltung,

die Beschaffung von beweglichen

Einridltungen, Lagerung und Instandhaltung

der Einrichtungen sowie den Kreis

der Leistungspflichtigen Vorschriften zu

erlassen. Man will damit erreichen, die Betriebsfähigkeit

wasserwirtschaftlicher Anlagen

auch im Verteidigungsfall we itgehend

erhalten zu können.

23


Die Durchführung dieser Maßnahmen richtet

sich nach Planungen, die die Landkreise

und die kreisfreien Städte aufzustellen

haben und die von den Reg ierungspräsidenten

bzw. den entsprechenden

Behörden der nicht in Regierungsbezirke

untergliederten Länder zu überprüfen

sind.

Houptlost trügt der Bund

Die Kosten, die die Durchführung des Gesetzes

verursacht, belaufen sich auf rd . vier

Mrd. DM.

Die HaupUast der Kosten trägt der Bund.

Die Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände,

die dieses Gesetz im Auftrage des

Bundes durchzuführen haben, werden lediglich

mit den persönlichen und sächlichen

Verwaltungskosten belastet. Diejenigen

Stellen, die zur Durchführung der erforderlichen

Maßnahmen verpflichtet werden

können, also die Leistungspflichtigen

- mögen es nun private oder öffentlichrechtliche

Inhaber oder Betreiber von wasserwirtschaftlichen

Anlagen sein -, erhalten

grundsätzlich ihre Auslagen ersetzt.

Die Leistungspflichtigen werden lediglich

dann zu eigenen Aufwendungen herangezogen,

wenn es sich um Kosten für die

Wartung und Unterhaltung von Anlagen, zu

deren Bau, Umbau oder Erhaltung sie nach

dem Gesetz verpflichtet werden oder um

Aufwendungen für die Anlegung von Vorräten

an Ersatz- und Baustoffen handelt.

Aufwendungen für die Ausstattung und

Einrichtung von Anlagen erhält der Lei-

Windmühlen gibt es schon seit etwa 2000

Jahren vor Christi. Noch heute finden wir

sie In großer Za hl In der nordeuropäischen

Tiefebene und an den KOsten, wo sie zur

Eindeichung, Trocken legung und Entwässerung

eine nicht unbedeutende Rolle spielen.

Wer die weitreichenden Wirkungen neuzeitlicher

Kamplmittel kennt, kann sich vorstellen,

daß diese alte Wasserpumpe eines

Bauernhauses, wie viele andere noch in

Betrieb, In einem Yerteldlgungslall

als Lieferant von nicht kontaminiertem

Wasser sehr begehrt sein könnte.

stungspflichtige nur für die erste Anschaffung

und nur zur Hälfte.

Für den Verteidigungsfall selbst wird die

Bundesregierung ermächtigt, Vorschriften

über den Betrieb der wasserwirtschaftlichen

Anlagen, die lieferung und Verwendung

von Wasser und die Benutzung der

Gewässer zu erlassen. Diese Ermächtigung

kann mit der Befugnis zur Weiterübertragung

auf die Landesregierungen delegiert

werden. Soweit die Benutzung der Gewässer

im Verteidigungsfall erforderlich wird ,

bedarf sie keiner Erlaubnis oder Bewilligung

nach wasserrechtlichen Vorschriften.

Allgemeine Bestimmungen

Im Rahmen dieser Darstellung kann nicht

auf jede Bestimmung eingegangen, der

Inhalt des Gesetzes vielmehr nur in seinen

wesentlichen Zügen geschildert werden.

Daher sei zum Schluß nur vermerkt, daß

auch dieses Gesetz Bestimmungen allgemeiner

Art, wie über Duldungspftichten,

Auskünfte, Entschädigungen, Rechtsmittelbeschränkung

und andere mehr sowie, wie

jedes Gesetz, das die Möglichkeit schafft,

bestimmte Maßnahmen notfalls zu erzwingen,

auch Strafvorschriften enthält.

Es ist zu erwarten, daß ein nicht unerheblicher

Teil der zunächst nur für Verteidigungszwecke

neu oder zusätzlich geschaffenen

Anlagen und Einrichtungen im Laufe

der Zeit allmählich immer mehr für Friedenszwecke

nutzbar gemacht werden kann

und daher die Ausgaben auch vo lkswirtschaftlich

vertretbar sind.

24


Mobilmachung

ohne Befehl

Skandinavische Heimwehren, von Ernst Riggert,

DIN A 5, 132 Seiten mit 1 Landkarte und

12 Abb., kartoniert, DM 9,80, Verlag Wehr und

Wissen, Darmstadt.

Dieses Buch über die Heimwehren Schwedens, Norwegens und

Dänemarks, das von einem Nichtskandinaven geschrieben wurde,

berichtet über eine Verteidigungsbereitschaft, wie sie in vielen

anderen Ländern unbekannt ist. Oie skandinavischen Völker haben

Im letzten Krieg eriahren, daß der Wunsch, in Frieden und Neutralität

leben zu können, keinen Schutz vor Angriffen bedeutet. Oie

strategische Lage ihrer Territorien wird von ihnen realistisch beurteilt.

Sie wissen, daß Freiheit verteidigt werden muß. Zu den

Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen gehören die Heimwehren.

Ihre Au fgabe und Bedeutung sind bel uns noch wenig bekannt. Sie

stellen militärische und keineswegs paramilitärische Glieder der

skandinavischen Gesamtverteidigung dar.

Radlameter FH 40 TLS

* * *

Kerntechnische

Ausbildung und Praxis

Aus der Schriftenreihe des Deutschen Atomforums,

Heft 9, DIN A 5, 74 Seiten, zu beziehen

durch das Deutsche Atomforum, 5300 Bonn,

Koblenzer Straße 240

Das Heft will mit den Anforderungen, Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten

auf dem Gebiet der Kerntechnik vertraut machen und

wendet sich vor allem an die Studenten der Universitäten, Technischen

Hochschulen und Ingenieurschulen sowie an die Schüler der

Gymnasien, Ober-, Mittel- und Realschulen. Oie Veröffentlichung

wird insbesondere auch den Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter

in der Bundesrepublik Deutschland zur Veriügung gestellt.

Im Vorwort schreibt der Präsident des Deu tschen Atomforums,

Professor Winnacker, u. a.: "Der Kerntechnik wird in Zukunft eine

wichtige Ro lle im Rahmen der Ingenieurwissenschaften zufallen.

Sie bietet vor allem den jungen Menschen eine interessante

Lebensaufgabe. "

Als Autoren wurden Wissenschaftler und Pädagogen gewonnen,

deren langjährige Eriahrungen auf den von ihnen beschriebenen

Gebieten eine sachkundige Darstellung des Stoffes gewährleistet.

Die neue Veröffentlichung des DAtF ist mit zahlreichen Bildern versehen

und behandelt folgende Themen: Kerntechnische Praxis

und Ausbildung an Ingenieurschulen (Or. H. Mußmann, Jülidl), Ausbildung

für Tedlniker und technische Assistenten (Or. Mußmann),

Ausbildungsmöglichkeiten des akademischen Nachwuchses auf

dem Gebiet der Kerntechnik (Prof. Dr. W. Mialki, Berlin), Einsatz

von Akademikern in Kernforschungszentren (Prof. Dr. M. Poliermann,

Jülich), Aufgaben und Einsatz des Ingenieurs in der Reaktorindustrie

(Dr. K. Diebner, Flensburg, und Dr. H. Völcker. Oberhausen),

Förderungsmaßnahmen für Studierende.

Die Schrift enthält ferner übersichten über Reaktoren. Arbeitsmöglichkeiten.

Studien pläne, Lehrgänge und Ausbildungsstätten.

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individuellen

Strahlenschutz

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zahlreichem Zubehör. Meßbereiche: 0 bis 1 mr/h 0 bis 25 mr/h 0 bis

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Nachweis von Betastrahlung. Meßumfang vom normalen Nulleffekt bis

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oder Gammastrahlung. Offenes Dosimeter in Füllhalterform, jederzeit

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arbeitendem Zubehör für Meßaufgaben mit radioaktiven Isotopen.

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25


KOMPRIMATE

ALS

KOMPROMISS

W issenschaftler

suchen nach einer

geeigneten

"Oberlebensration"

Or. Wlrths VOll) Max-Planck-Inslitut In Oortmund gibt eine erste

Obersicht Ober die wissenschaftlichen Ergebnisse des Tests;

rechts die Frauenreferentin des BLSV, Or. Eva-Marla Gelmlck,

links Hauptsachgebletsleiter G. K. Buchholz.

Das Bundesministerium für Ernährung,

Landwirtschaft und Forsten

hat mit weiteren Versuchen den im

Jahre 1964 durchgeführten Ernährungstest

wiederholt. Getestet wurde die

sogenannte " Oberlebensration " , d ie hauptsächlich

aus Komprimaten besteht, aber

mit handelsüblichen Lebensmitteln erweitert

werden kann.

Die zu Tafeln, Würfeln oder Rollen gepreßtan

Komprimate schmeckten je nach Art

der Zusammensetzung nach Fleisch. Käse

oder Süßspeise.

Mit der wissenschaftfichen Leitung des

Tests und seiner Auswertung war, wie

schon bei dem Versuch im Jahre 1964. das

Max-Planck-Institut in Dortmund beauftragt

worden.

An den beiden Versuchen nahmen jeweils

40 Angehörige der Bundeswehr im Alter

von ca. 20-28 Jahren und 40 Hellerinnen

des BLSV teil. Bei dem Versudl 1964 lag

26

das Durchsdlnittsalter der Frauen bei ca.

35 Jahren, bei dem Versuch 1965 bei ca.

23 Jahren.

Durdlführungsort waren zwei Sdlutzräume

der Bundessdlule des Bundesluftsdlutzverbandes

in Waldbröl.

Getestet wurden bei beiden Versuchen

Komprimate, die von versdliedenen Firmen

der Nahrungsmittelindustrie entwickelt

worden waren.

Den Firmen war jeweils zur Auflage gemadlt

worden, die Produkte nach folgenden

Gesidltspunkten zusammenzustellen:

1. Kaloriengehalt: Die Tageswerte der

Komprimate sollen den Kalorienbedarf

eines nicht körperlich Tätigen decken; deshalb

wurden je Tag und Kopf 1800 bis

2000 cal vorgesehen.

2. Proteingehalt: Der Proteingehalt soll

voll gedeckt werden, d. h. ungefähr 70 g in

der Tagesportion.

3. Mineralstoffgehalt: Der Gehalt an Mineralstoffen

soll bel Kalzium, Phosphor und

Eisen den Verbrauchsempfehlungen entsprechen.

4. Vitamingehalt: Bei den Nahrungsmitteln

soll der Bedarf an Vitamin A, Bund C soweit

wie möglich gedeckt sein.

An fünf von zehn Tagen wurden jeweils

- abgesehen von gezuckerter Kondensmilch

- ausschließlich Komprimate gereicht,

an den anderen fünf Tagen dagegen

neben den Komprimaten auch konventionelle

Lebensmittel, und zwar

a) 1964: Heringsfilet, Trockenobst, Knusperbrot,

Ravioli und gezuckerte Kondensmilch

;

b) 1965: Bierwurst, Ölsardinen, Corned

beet, Knusperbrot und gezuckerte Kondensmilch.

Neben der eigentlichen Ration erhielten

die Testpersonen bei bei den Versuchen

täglich 1 Tube Pulverkaffee und 3 Tüten

Pulvertee. Audl diese Lebensmittel mußten


Je nach Zusammensetzung schmecken die

einzelnen Komprimate nach Fleisch, Käse

oder SOßspelse. An der Entwicklung haben

sich mehrere Firmen der Nahrungsmittel­

Industrie beteiligt.

Unten: Diese drei Jungen TeIlnehmerinnen

haben gerade Ihre freiwillige EInsperrung

beendet und plaudern nun Ober Ihre Eindrücke.

Ganz unten: Durchschnittlich 6 Pfund

leichter waren die Bundeswehrsoldaten

geworden, denn .Ie wurden von 4000 Kalorien

je Tag auf 1800 umgestellt.

kalt mit Mineralwasser oder Leitungswasser

zubereitet werden, wofür tägHdl je

Person zwei Liter dieser Flüssigkeit ausgegeben

wurden.

In den ersten drei Tagen erhielten die

Testpersonen bei bei den Versudlen normale

Kost und warme Verpflegung, jedodl

bereits auf 1800 Kalorien abgestimmt.

Bei dem diesjährigen Versuch wurde am

dritten und siebten Tag jeweils wahlweise

ein kleiner Becher Joghurt, 25 g Butter

oder drei kleine Täfelchen Traubenzucker

ausgegeben. Fast alle Testpersonen bevorzugten

jedodl Joghurt, wegen der Frisdle

und des säuerlidlen Geschmacks.

Bei beiden Versudlen lag der Mittelwert

der täglich verabreichten Kalorien bei

1820 cal.

Bei jedem Versuch wurden die insgesamt

80 Testpersonen laufend auf ihren Gesundheitszustand

überprüft, und zwar durch

einen Arzt und eine Sd1wester.

Der Leiter des Tests, Herr Dr. Wirths, nahm

wissensd1aftlidle Untersud1ungen vor, um

festzustellen, wie die einzelnen während

der Testzeit auf die Verpflegung und die

Situation im Schutzraum reagierten. Außer

Respirationsversuchen zwecks Feststellung

des Energieumsatzes gehörten dazu z. B.

Hautfaltenmessungen, Arm- und Beinmuskelreaktionen,

Übungen am Fahrrad-Ergometer,

Blutdruck- und Pulsfrequenzmessungen.

Für die Betreuung der Testpersonen waren

vier Betreuerinnen und fünf Betreuer abgestellt.

Ihre Aufgabe bestand in der Zusammenstellung

der Tagesrationen nach Anweisung,

Ausgabe der Verpflegung, Einsammeln

der nid1t verbrauchten Nahrungsmittel

und Wiegen dieser Nahrungsmittel,

Interview fOr die Tagesschau des Fernsehens.

Ein Bundeswehrsoldat berichtet beim Verlassen

des Schulzraumes über seine Erfahrungen

während der verflossenen 14 Tage.

die dann auf besonderen Blättern - für

jede Testperson getrennt - statistisch nach

Gramm und Stück notiert wurden. Weiterhin

wurde der tägliche Flüssigkeitsverbraud1

jeder Testperson festg ehalten.

Die Telefonzentrale der Bundesschule war

Tag und Nad1t von einem Betreuer besetzt,

damit die Eingeschlossenen in Notfällen

jederzeit Hilfe anfordern konnten.

Für die Unterhaltung der Sdlutzrauminsassen

war durdl Bücher, Kartenspiele,

Radio und Fernsehen gesorgt. Die weiblidlen

Teilnehmer beschäftigten sid1 im

übrigen weitgehend mit Handarbeiten.

Der Gewidltsverlust war bei den Soldaten

wesentlidl höher als bei den weiblidlen

Testpersonen. Das lag in erster Linie daran,

daß die Soldaten von ca. 4000 Kalorien

pro Tag innerhalb von 24 Stunden auf

1800 Kalorien umgestellt wurden. Die

Durdlschnittsabnahme lag bei den Männern

bei ca. 6 Pfund, bei den Frauen bei

ca. 3-4 Pfund.

Das Max-Planck-Institut wird an Hand der

Unterlagen bei der Versudle Komprimate

auswählen, die von den Testpersonen am

günstigsten nadl Gesdlmack und Bekömmlichkeit

beurteilt wurden und dem Ernährungsministerium

sodann Vorschläge

für die Produkte unterbreiten, die der Bevölkerung

gemäß § 7 des Selbstschutzgesetzes

empfohlen werden können.

Die Testpersonen sdl1iefen in einem 6-

Stunden-Rhythmus, so daß jeweils ein

Drittel sdlliefen und zwei Drittel sich im

Sitz raum aufhielten. Dieser Turnus war

gewählt worden, weil bei einem 8-Stunden­

Turnus immer die gleid1e Gruppe beim

Schlafen durch die Ausgabe der Nahrungsmittel

und der ärztlidlen Untersuchungen

gestört worden wäre.

27


Internationalis iertes Atom:

GEFAHR oder VERHEISSUNG?

Von Dr. Glenn T. Seaborg

Vorsitzender der US -Atomenergie-Kommission

Vernichtung und Aufbau - diese bei den

Aspekte der Kerntechnik haben in den

20 Jahren seit der Zündung des er-

6ten nuklearen Sprengsatzes am 16. Juli

1945 in der Wüste von New Mexiko nichts

an Aktualität verloren. Gerade deshalb

tritt aber die Bedeutung internationaler

Zusammenarbeit auf dem Gebiet der

Atomwissenschaft und Atomtedmik bzw.

die DurchsBtzung solcher Zusammenarbeit

8uf breitester Basis immer stärker in den

Vordergrund. Sie wurde in den letzten

zehn Jahren vorbildlich praktiziert, und

man findet In der ganzen Geschichte von

Wissenschaft und Technik nicht ihresgleichen.

Strom erzeugung in den verschiedensten

Größenordnungen, Gewinnung von Radio­

Isotopen, Anwendung ionisierender Strah·

lung und der Einsatz nuklearer Sprengkörper

für kommerzielle Zwecke lassen in

groben Zügen die Möglichkeiten erkennen,

die die friedliche Nutzbarmachung der

Kernkraft bietet. Mit Radioisotopen "beheizte"

kompakte Stromgeneratoren, völlig

wartungsfrei und nicht viel größer als eine

Brotbüchse, liefern - in einigen Fällen

sdlon seit vier und fünf Jahren - die Betriebsenergie

tür Meß-, Nachrimten- und

Versuchsgeräte im Weltraum, in der extremen

Kälte der Arktis und Antarktis, an

den Küsten und auf hoher See. In der Medizin,

Industrie und Landwirtsdlaft, neuerdings

auch in der chemischen und biologischen

Forschung sind Radioisotope unentbehrlich.

Große Fortschritte erzielten

wir in der Anwendung ionisierender Strahlen

zur spezifischen Weiterbehandlung or·

ganlscher Substanzen, von Plastikmassen

und anderen Materialien, zur Sterilisierung

von medizinischen Instrumenten und Verbandmaterial

und zur Konservierung von

Nahrungsmitteln.

Bodenbewegungen großen Stils und die

Erschließung von Bodenschätzen mit Hilfe

28

nuklearer Sprengsätze sind zwar für die

Praxis noch nicht spruchreif, aber die bis

heute vorliegenden Versuchsergebnisse

berechtigen zu der Annahme, daß nukleare

Verfahren wirtschaftlicher sind als die her·

kömmtichen Methoden. Die Energieerzeugung

auf nuklearer Basis ist jedoch bereits

Realität, und die Aussichten für Atomstrom

im Rahmen der Gesamtenergieerzeugung

werden allgemein als außerordentlich günstig

beurteilt. Bis 1970 redlnet man mit

einer installierten Kapazität von 25000

Megawatt - gegenüber 5000 Megawatt

heute. Im Hinblick auf die begrenzten Möglidlkeiten

vieler Entwicklungsländer, die

Energiewirtsdlaft mit fossilen Brennstoffen

und Wasserkraft auf- und auszubauen,

bleibt uns auch gar nichts anderes übrig,

als die Kernenergie dafür einzusetzen und

so den aufstrebenden Nationen zu helfen,

ihren Lebensstandard zu erhöhen und den

Ansdlluß an die "wissenschaftlidle Revolution"

zu finden.

Atomenergie für den Frieden

Als Mitwirkende am Aufbau eines weltweiten

Netzes von Atomkraftwerken müssen

wir aber die Gewähr haben, daß das

Ziel, Energieproduktion im erforderlimen

Ausmaß, erreicht wird, jedom aus den

"Nebenwirkungen", nämlich Produktion

von Plutonium in Leistungsreaktoren, keine

Gefahr für den Weltfrieden durch eine

mögliche Ausbreitung von Kernwaffen entsteht.

Dies ist sidlerlich eine berechtigte Sorge

verantwortungsbewußter Menschen, wo immer

sie leben mögen. Die von Anfang an

von den Vereinigten Staaten erhobene Forderung,

daß das Internationale Programm

"Atomenergie für den Frieden" seinen ursprünglichen

Sinn und Gehalt bewahren

müsse, wird Jetzt auch von einer Organisa·

tion vertreten, die nur selten von sich

reden macht und in der Öffentlichkeit kaum

bekannt ist. Ich meine die Internationale

Atomenergie-Organisation (IAEO) in Wien.

Auf einen von den USA Ende 1953 den

Vereinten Nationen unterbreiteten Vorschlag

hin gegründet, nahm sie 1956 ihre

Arbeit auf. Aus den ursprünglich 50 Mitgliedsstaaten

sind inzwischen 95 geworden.

Sie ist das Instrument, mit dem auf

nuklearem Gebiet allgemeingültige Maßstäbe

gesetzt werden. Sie bildet das Forum

für die internationale Erörterung gemeinsamer

Probleme in der Anwendung

der Kernenergie. Sie vermittelt den Entwicklungsländern

Rat und Hilfe auf wissenschaftlidl-technischem

Gebiet.

Ihre wichtigste Funktion ist jedoch die

Überwachung und Durchsetzung eines internationalen

Sicherungs·Systems. Internationale

KontrOllen und Inspektionen sorgen

dafür, daß von den für die friedliche

Nutzung verfügbar gemachten nuklearen

Materialien, Einrichtungen und Verfahren

nichts für militärische Zwecke abgezweigt

wird. Zwei der 14 Inspektoren sind Amerikaner,

zwei Engländer, zwei Sowjetrussen,

die übrigen acht stellen Argentinien, Australien,

Burma, Japan, Jugoslawien, Pakistan,

Schweden und Ungarn. Nach den jüngsten,

im September 1965 angenommenen Ergänzungsbestlmmungen

haben sie in 21

Mitgliedstaaten (ab 1966 in 23 Staaten)

jederzeit Zugang zu allen Orten, Unterlagen

und Personen, die mit kerntechnischen

Materialien und Anlagen in irgendeiner

Weise zu tun haben. Darüber hinaus

ist die Organisation berechtigt, Atomwerke

auf ihre ganze Anlage hin zu überprüfen,

die Führung von genauen Betriebsunterlagen

und die Vorlage von Arbeitsberichten

zu verlangen und schließlich die Verfahrensweise

bei der chemischen Aufbereitung

bestrahlter nuklearer Materialien

zu genehmigen.


Damit wurde ein Schema für generelle

Praktiken bei einer internationalen überwachung

der Tätigkeit der einzelnen Länder

auf nuklearem Gebiet geschaffen. Oie

IAEO könnte sogar eine wichtige Rolle in

der Behandlung und Durchsetzung von

Abrüstungsvorschlägen übernehmen - beispielsweise

zur Zerstörung von Kernwaffen

und der Verfügbarmachung von spaltbarem

Material für friedliche Zwecke.

Das Inspektionssystem der IAEO ist das

erste auf dem Gebiet der Rüstungsbegrenzung,

das bereits praktische Bedeutung

erlangt hat, und es wird von den

Vereinigten Staaten wie von der Sowjetunion

vorbehaltlos unterstützt. Ehe die

IAEO die Inspektionsfunktionen übernahm,

hatten die Vereinigten Staaten bereits in

ihre mit 37 Ländern und der Organisation

EURATOM geschlossenen bilateralen Abkommen

über eine Zusammenarbeit in der

Atomforschung und bei der Errichtung von

Leistungsreaktorstationen entsprechende

Sicherungen gegen einen Mißbraudl von

spaltbarem Material für militärische Zwecke

eingebaut. Die Reaktoren und das im

Reaktorbetrieb anfallende Plutonium durften

nidlt zu einer Bedrohung für die

internationale Sicherheit werden. Wir

wußten sehr wohl, daß auch andere Länder

Atomprogramme mit allen Konsequenzen

würden durchführen können, Der wissenschaftliche

Fortschritt ist nicht zu stoppen,

und grundlegende wissenschaftliche

Erkenntnisse lassen sich nicht lange unter

Verschluß halten.

Kontrollinspektionen notwendig

Um so wichtiger erschien uns ein multilaterales

Kontrollsystem. In zunehmendem

Maße übertragen jetzt die Vereinigten

Staaten die Kontrolle über die Einhaltung

der in den bilateralen Verträgen gemachten

Auflagen der IAEO; seit 1963 wurden

13 dieser Abkommen in Gemeinschaftsverträge

mit der Internationalen Atomenergie-Organisation

umgewandelt, die

nunmehr die von den USA bereitgestellten

nuklearen Materialien und Ausrüstungen

und die Auswertung verfahrenstechnischer

Informationen überwacht.

Die Vorteile weithin akzeptierter internationaler

Sicherungen mit einheitlichen Normen

und Inspektions methoden liegen auf

der Hand. Alle Nationen, die auf kerntechnischem

Gebiet tätig sind und über

Kernbrennstoffe verfügen, müssen übereinstimmende

und glaubwürdige Sicherungen

anwenden, wenn wir die Ausbreitung von

Kernwaffen tatsächlich verhindern wollen.

Weder die Vereinigten Staaten noch irgendeine

andere Nation können allein die

Garantie dafür geben.

Wir sind uns bewußt, daß das vertraglich

geregelte Verbot der Durchführung von

Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre,

unter Wasser und im Weltraum einen

äußerst wichtigen ersten Schritt zu umfassenden

Verträgen über Rüstungskontrolle

und Abrüstung mit angemessenen

Inspektionen darstellt. Die Atombombenversuche

Rotchinas haben uns allen jedoch

gezeigt, wie weit der Weg bis dahin

noch ist. Was die Volksrepublik China

getan hat, könnte ebensogut eine Anzahl

anderer Nationen tun. Deshalb müssen wir

weiterhin mit Nachdruck Kontrollinspektionen

von Kernenergieprogrammen - sowohl

militärischer als ziviler Art - anstreben,

die uns die Möglichkeit geben,

auf weltweiter Basis Entwicklungen zur

Nutzung der Kernkraft für die Energieproduktion

und andere Zwecke voranzutreiben,

ohne fürchten zu müssen, damit .

Atomkriegen Vorschub zu leisten.

Aufbereitung von Kernbrennstoff

Der Brutreaktor EBR 11 , eine Leistungsreaktor-Versuchsanlage

der US-Atomenergie-Kommission

in Idaho Falls

mit angeschlossener Aufbereitungsanlage

für Abbrandelemente, wurde Mitte September

1965 seiner Bestimmung übergeben.

Im Vergleich zu den bereits existierenden

Leistungsreaktorstationen ist EBR 11 , der mit

der Spaltwärme Strom erzeugt und gleichzeitig

durch die Umwandlung von Uran-238

in das spaltbare Plutonium mehr Kernbrennstoff

produziert als er selbst ve r­

braucht, insofern ein Novum, als er zur Erneuerung

der Brennelemente niemals abgesdlaltet

zu werden braucht.

Die verbrauchten Elemente werden mittels

ferngesteuerter Geräte entfernt und nach

nur 15 Tagen Lagerzeit - bei den sonst

üblichen Aufbereitungsverfahren sind mindestens

100 Tage erforderlich, um die

stärkste Radioaktivität etwas abklingen zu

lassen - weiterverarbeitet. Das bedeutet:

Entfernung der Umhüllung, Einschmelzen

des verbrauchten Urans mit Abtrennung der

gasförmigen Spaltprodukte und anderen radioaktiven

Stoffen in einem neuartigen pyrometallurgischen

Prozeß, Gießen neuer

Urankörper und Montage zu neuen Brennelementen.

30 Tage nach der Entnahme

eines alten Brennelements aus dem Reaktorkern

wird das frische Element eingesetzt.

Der Probebetrieb mit EBR I1 war im November

1963 aufgenommen worden. Die Station

hat eine Stromkapazität von 20000

kW. EBR I1 ist der erste Reaktor mit eigener

Brennstoffaufbereitungsanlage. (AD)

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29


Unser Bild zeigt einen Heller der Löschgruppe

des Bundeshauses während einer Obung. Da

die B-Leltung Ober eine Verkehrsstra6e gelegl

wird, verwenden die Heller Schlauch brOcken,

die ein Oberfahren der Schläuche ohne Gefahr

für eine Belchädlgung erlauben.

Belleble Obung.obJekte für d ie Helfer des

Selbstschutzes sind schrottrelle Kraftfahrzeuge.

Auf den Obungsplätzen der BLSV-Ort.- und

KreissteIlen dienen ale bel Lehrgängen den

KraltsprltzenltaHeln alt all Löschziel.

LInks: Hier entsteht ein Mehrzweckbau, d. h.

eine Tlelgarage, die auch als öffentlicher

Schutzraum dienen kann. Bel der Planung solcher

Bauten mOllen zivIlschutztaktische und

bautechnische Belange berücksichtigt werden.

Ob diese Wolldeclce wohl geeignet sein wird,

mag die Junge Hausfrau (rechts) denken, die

gelesen hat, daß nach dem Selbstschutzgesetz

und einer noch zu erlassenden Rechtsverordnung

ElgentOmer " beweglicher und unbeweglicher

Sachen" Vorkehrungen zu treffen haben,

die eine sofortige Verdunkelung ermöglichen.


·. L

e. ,

..• ··.~

. ,'- ,

LANDESSTELLEN berichten ••• LANDESSTELLEN berichten ••• LANDESSTELLEN beri

NORDRHEIN-WESTFALEN

• Erfolgreiche Kontakte

zur Ärztekammer

Von der Ortsstelle Köln aufgenommene

Kontakte zur Ärztekammer

Nordrhein, Kreisverband

Köln, führten zu dem Erfolg, daß

in den Wartezimmern der Ärzte

die ZB ausgelegt werden kann.

Eine entsprechende Empfehlung

wurde in den " Kölner Ärztlidlen

Nachrichten", dem offiziellen Informationsblatt

für die Kreisstelle

Köln, Köln-Stadt, Köln-Land, Bergheim,

Oberbergischer Kreis und

Rheinisch-Bergischer Kreis der

Ärztekammer Nordrhein (Körperschaft

des öffentlichen Rechts) veröffentlicht.

Die Kammer hat ferner durch

ihren stellvertretenden Vorsitzenden

Dr. Brilz ihre Bereitschaft erkennen

lassen, im Rahmen der

Fortbildungsarbeit für Ärzte auch

solche Themen zu berücksichtigen,

die das Aufgabengebiet des Arztes

im Bereich des Zivilschutzes umreißen.

Ein erster Vortragsabend dieser

Art fand am 20. Oktober im Hörsaal

des Physiologisch-chemischen

und Physiologischen Instituts der

Universität Köln statt. In gegenseitiger

Abspradle wurden tur

diesen Abend folgende Themen

festgelegt:

1. Atombewaffnung der westlichen

Welt und die Bedrohung der Bundesrepublik

Deutsdlland.

Referent: Major DistIer, Wehrbereichskommando

111, Düsseldorf.

2. Chirurgisch-rad iologische Kombinationsschäden

nach Kernwaffeneinwirkung.

Referent: Dr. Messerschmidt, Radiologisches

Institut der Universität

Freiburg.

Etwa 60 Ärzte und Ärztinnen waren

der Einladung des Fortbildungsausschusses

der Ärztekammer

Nordrhein gefolgt. BeiratsmitglIed

Dr. Eich begrüßte die erschienenen

Damen und Herren und wies u. a.

auf die Notwendigkeit hin, sich

mit Realitäten auseinanderzusetzen,

selbst wenn diese dem einzelnen

nicht genehm seien. Es wäre

sehr nützlich, sich vorsorglich mit

den hier zur Diskussion stehenden

Themen zu befassen.

Der Eröffnungsvortrag von Herrn

Major Distier fand aufmerksame

Zuhörer, da hier in gedrängter

übersicht von berufener Seile ein

Thema zur Sprache kam, das in

der gegenwärtigen spannungsgeladenen

Zeit außerordenllich interessiert.

Der Redner behandelte

in seinem Vortrag auch die Frage

der Wirkung nuklearer Waffen

und schuf damit die Verbindung

zu dem nachfolgenden Vortrag des

Herrn Dr. Messerschmidt.

Seine Ausführungen zu einem

ausgesprochen medizinischen Thema

wurden mit besonderem Interesse

aufgenommen, da Dr. Messerschmidt

in seiner Eigenschaft

als langjähriger Mitarbeiter in der

sogenannten Schutzkommission

der USA sieben Monate in Japan

weilte, um wissenschaftliche Untersuchungen

über chirurgisch-radiologische

Kombinationsschäden

nach Kernwaffeneinwirkungen an

Ort und Stelle (Hiroshima und

Nagasaki) durchzuführen. Er berichtete

im Verlauf seines Vortrages

über diese Ergebnisse sowie

über tierexperimentelle Untersuchungen

an der Universität Freiburg.

In der anschließenden Diskussion

wurden Einzelfragen zu den jeweiligen

Vortragsthemen beantwortet.

Dabei stellte es sich heraus, daß

ein großes Bedürfnis nach weiteren

Informationen zu Fragen der

Kernspaltung und Kernverschmelzung

besieht. Es ist beabsichtigt,

im kommenden Frühjahr dieses

Thema in einem weiteren Fortbildungsvortragsabend

zu behandeln,

selbstverständlich unter besonderer

Berücksichtigung der den Arzt

interessierenden Belange.

SCHLESWIG-HOLSTEIN

• l ehrer werden über die Aufgaben

des Selbstschutzes unterrichtet

Am 29. Januar 1965 erschien im

Nachrichtenblatt des tS:ultusministeriums

ein Erlaß über die Unterrichtung

von Schülern und Schülerinnen

der Abschlußklassen im

Selbstschutz (siehe ZB Nr. 5165) ,

Dadurch wurde dem BLSV eine

große Aufgabe gestellt, denn durch

die Schüler wird es ermöglicht,

den Gedanken des Selbstschutzes

in die Elternhäuser hineinzutragen.

Um diese zwei Stunden nutzbringend

anzuwenden, war es erforderlich,

sorgfältige Vorbereitungen

zu treffen. Da nicht anzunehmen

war, daß die Lehrerschaft

dem BLSV mit Begeisterung zwei

Stunden in den Abschlußklassen

zur Verfügung stellen würde, erschien

es ratsam, zu nächst den

Lehrern die Aufgaben des Selbstschutzes

nahezubringen. Kreisschulrat

Lutz (Bad Segeberg) erkannte

die Notwendigkeit dieser

vorherigen Unterrichtung der

Lehrerschaft an und berief zu

diesem Zweck Dienstversammlungen

für alle Lehrkräfte der Volks-,

Mittel- und Sonderschulen ein. Die

Versammlungen fanden an zwei

Orten im Kreis staU, und zwar am

12. Oktober in Bad Segeberg und

am 15. Oktober in Kallenkirchen.

Ministerialrat Dr. Weiß, LandessteIlenleiter

Dr. Lennartz und die

Hauptsachgebietsleiterin VII , Frau

Dr. Ryba, erklärten sich bereit,

auf diesen Versammlungen zu

sprechen. Leider war Herr Dr.

Lennartz verhindert, dafür trat der

Ortsstellenleiter Freise. Neumünster,

ein.

Ministerialrat Dr. Weiß sprach zum

Thema "Zivilverteidigung im Rahmen

der Gesamtverteidigung ~,

Ortsstellenleiter Freise über

"Selbstschutz und Grundlagen der

Zivilverte i d i gung ~ und Frau Dr.

Ryba über " Frauen und Jugend

im Selbstschutz~ .

Ministerialrat Dr. Weiß ging u. a.

auf Probleme ein, die sim in

einem Krieg ergeben würden. Lebensmittel

und ärztliche Betreuung

werden we itgehend fehlen, woraus

sich ergibt, daß jeder gezwungen

31

ist, sich selbst zu helfen. Diese

Tatsache mache eine weitgehende

Beteiligung der Bevölkerung im

Selbstschutz notwendig.

Ortsstellenleiter Freise behandelte

in seinem Vortrag die Aufgaben

des Selbstschutzes in detaillierter

Form. Frau Dr. Ryba hob in ihrem

Referat d ie Pflicht hervor, d ie jede

Frau gegenüber ihrer Familie und

ihren Kindern hat, ihnen in einem

Kriegsfall den bestmöglichen

Schutz zuteil werden zu lassen.

Alle Vorträge wurden mit Interesse

aufgenommen.

G. Schaeter

SAARLAND

• BlSV-Helfer beim Europäischen

Knappentag

An dem ersten EuropäiSchen Knappentag

vom 25. bis 27. September

in Lu isenthal/Saar nahmen vierzigtausend

Bergleute aus allen Ländern

teil. Die BLSV-Ortsstellen

Allenkessel und Völklingen hatten

sich an der Organisation dieses

größten Bergmannsfestes mit vierzig

Hellerinnen und Helfern beteiligt.

Während die Hellerinnen bei

den Feldküchen des THW und

DRK zum Einsatz kamen, leisteten

die Helfer bei der Verkehrsregelung

der Landespolizei wertvolle

Unterstützung. Der deutsche Vizepräsident

des Europäischen Berg-,

Hütten- und Knappenvereins, Josef

Prior, der selbst BLSV-Helfer

ist, dankte den BLSV-Helfern für

ihre Hilfsbereitschaft. M. K.

HESSEN

• Informations tagung für " Öffentlichkeitsarbeit"

in Braunfels

Landesstellenleiter Ernst Heldmann,

der den zweitägigen Informationslehrgang

fü r Sachbearbeiter

VI und BLSV-Redner an

der Landesschule in Braunfels er-

HAMBURG

öffnete, unterstrich die Notwendigkeit

einer verstärkten Aufklärungstätigkeit

für den Selbstschutz in

weiten Bevölkerungsteilen. Die

Menschen mußten davon überzeugt

werden. daß die in dem Selbstsdlutzgesetz

vorgesehene Grundausbildung

für sie von großem

eigenem Nutzen sei.

Ableilungsleiter Walter Mackle.

BundeshauptsteIle, erläuterte das

Seibsischutzgesetz und die darin

vorgesehene Ausbildung von

Selbslschutzhelfern.

Der Berater für .. Fragen der Zivilverteidigung

M der Landesregierung,

Generalmajor a. D. Herrmann,

erklärte in diesem Zusammenhang,

daß auch das vorgesehene

Zivilsdlutzkorps bei Katastrophen

und Unfällen eingesetzt

werden solle. Im Rahmen der

Zivilverteidigung gelte es, die

Menschen auf alle nur denkbaren

Katastrophenfälle vorzubereiten.

Ortsstellenleiter Otto Rademacher

(Wiesbaden) sprach uber die

Möglichkeiten einer psychologischen

Kampffuhrung und stellte

dabei u. a. fest, daß der Kampf

gegen das gezielt ausgestreute

Gerücht eine der schwierigsten

Aufgaben auf diesem Gebiet sei.

In weiteren Referaten, die von den

Teilnehmern mit großem Interesse

aufgenommen und lebhaft diskutiert

wurden, sprachen der Hauptsachgebietsleiter

V der LandessteIle

Hessen, der Frankfurter

Architekt Dipl.-Ing. Erker, über

das Schutzbaugesetz und dessen

Auswirkungen für das nächste

Jahr und BLSV-Redner Dr. Jung

(Frankfurt) über die Schutzmöglichkeiten

bei Angriffen mit Kernwaffen.

Der 2. Vorsitzende des

Hessischen Journalistenverbandes

und Sachbearbeiter VI bei der

Kreisstelle Marburg, Werner Mascos,

sprach über die Zusammenarbeit

der Sachbearbeiter VI mit

der Tagespresse.

Verleihung von Ehrenurkunden

Im Bereich der Landesstelle Hamburg sind insgesamt 25 Helferinnen

und 250 Helfer 10 Jahre und länger im Bundesluftschutzverband tätig.

Die Landesstelle nahm die Treue dieser Hellerinnen und Helfer zum

Anlaß, ihnen eine Ehrenurkunde als Anerkennung für ihre 10jährige

ehrenamtliche Tätigkeit auszuhändigen.

In den Monaten Oktober und November wurden in den sieben BLSV­

Bezirksamtsstellen besondere Veranstaltungen zur Aushändigung der

Ehrenurkunden durchgeführt. In Anwesenheit der Bezirksamtsleiter,

Ortsamtsleiter und Vertreter befreundeter Verbände überreichte Landesstellenleiter

Müller den betreffenden Helferinnen und Helfern die

Ehrenurkunden.

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