Magazin 196610

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Magazin 196610

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ZIVILER BEVULKERUNG55CHUTZ

Nr.10 · Oktobeo 1888· 11 • .Iehrgeng • PreIs des EInzaIheftaa DM 1.110


Die Gefahr, daß Kinder Arzneimittel·

Packungen unbefugt öffnen, Ist

Immer vorhanden. Eine amerika"lsehe

Firma hat einen neuartigen

SIcherheItsverschluß entwickelt. Er besteht

8US einem Inneren Verschlußteil, einem

äußeren frei drehbaren Teil und einer als

" Schlüsse'" bezeichneten Lasche. Um

die Packung zu öffnen, muD der äußere

VerschlußteIl gedreht werden, bis eine

Kerbe des äußeren Teils aul eine Kerbe

des inneren Teils paßI. Darauf wird

der .. Schlüsse''', also die profilierte lasche,

In die Kerbe eingeführt, und erst Jetzt kann

der Verschluß abgeschraubt werden. wfj

Für

Sie


notiert

Fluoreszierende Handschuhe, die die

Konturen der Finger und des Handrückens

In der Dunkelheit klar

erkennen lassen, dürften sich In verschiedener

Hinsicht als nützlich erweisen.

Die britische Herstellerfirma empfiehlt

sie für Verkehrspolizisten, Motorradfahrer

sowie für Industriearbel1er, die häufig

an dunklen Orten arbeiten müssen. Die

Handschuhe sind In zwei Ausführungen

erhältlich: einmal mit der Handfläche

und Daumen In Chromleder und fluoreszierendem

Handrücken aus PVC oder

ganz in Leder mit zusätzlichem fluoreszierendem

PVC-Rücken.

wll

Seit einigen Jahren werden in der

SowJetunion radioaktive Isotope zur

Diagnostik und Behandlung von

Krankheiten verwendet. Oie Genauigkeit,

Schnelligkeit und Unschädlichkeit

haben diese Verfahren für die frühzeitige

Erkennung von Krankheiten unersetzlich

gemacht. Oie Wirksamkeit tritt anschaulich

bel der Diagnostik von Nierenkrankheiten

zutage. Wird ein radioaktives Isotop in

eine gesunde Niere eingeführt, läßt sich

mit Hilfe eines Detektors eine Kurve

ihrer Tätigkeit aufzeichnen. Die kleinsten

Abweichungen von der Norm sind an

einer Tabelle zu erkennen. Auf Grund

dieser Abweichungen stellt der Arzt die Art

einer eventuellen Erkrankung fest, was

für die Wahl der Kur sehr wichtig Ist. Der

Patient wird bei der Radioisotopendiagnostik

einer bedeutend geringeren

Strahlendosis ausgesetzt als bel der

Im allgemeinen angewandten Röntgenuntersuchung.

wfj

Ein wohlbekanntes physikalisches

Gesetz, demzufolge die Geschwindigkeit

der Ausbreitung von Schallwellen

mit der Temperatur variiert, bildet

die ArbeItsgrundlage für ein in den

Vereinigten Staaten entwickeltes Thermometer

zur Messung extrem niedriger

Temperaturen im Bereich des absoluten

Nullpunktes (-273 Grad Celsius). Ein

neues System, von den Physikern Hamon

H. Plumb und George Cataland vom

National Bureau of StandardS konstruiert,

gibt genaue Temperaturangaben für

2 bis 10 Grad Kelvin, was minus 271 bis

minus 251 Grad Celsius entspricht. Mittels

eines Schwingquarzes werden Ultraschallwellen

erzeugt, die eine mit flüssigem

Helium gefüllte Kammer passieren und an

einer auf einem beweglichen Kolben

montierten Platte reflektiert werden. Aus

dem Echo wird die Schallgeschwindigkeit

und daraus wiederum die Temperatur

ermittelt A 0

Säcke aus verwebten FolienstreIfen

werden In vielen Fällen an die Stelle

der althergebrachten Jutesäcke

treten. Nach einem neuen Verfahren

wird die Kunststoffolle von 0,4 mm Dicke

In schmale Streifen geschnitten, die anschließend

vers treckt und aufgerollt

werden. Aus diesen Bändchen werden

Gewebe hergestellt, die bei niedrigen

Quadratmeter-Gewichten sehr hohe Festigkeit

haben. Das Bändchengewebe Ist luHdurchlässig,

so daß sich Im Innern des

Sacks kein Kondenswasser bilden kann.

Im Gegensatz zu Jute ist das Gewebe

wasserabstoßend, verrottungsfest und

gegen Bakterien sowie die meisten Chemikalien

beständig; es wiegt nur ein Fünftel

des Jutegewebes. Die Anwendungsmöglichkeiten

für solche Säck e reichen

vom überleichten Kartoffelsack bis zu

hochwertigen Säcken für Spezialaufgaben,

z. B. für den Bau von Notdeichen bel

Sturmflut

wll

Einer der bedeutendsten Energieproduzenten

Norwegens, der Norsk­

Hydro-Konzern, will mit dem staatlichen

Institut für Atomenergie eine

ProJekts tu die für den Bau eines Kernkraftwerks

durchführen. Die Anlage soll

eine leislung von 400 MW aufweisen und

1975 in Belrieb gehen. Nach Aulfassung

des Konzerns kann in Norwegen der

Ausbau der Wasserkraft nach 1975 kaum

noch gesteigert werden.

Mit dem ProJekt soll untersucht werden,

wieweit Kernkraftwerke den zusätzlichen

Energiebedarf des Landes decken

können.

(DAtF)

Im Jahre 1965 wurden In den Kernkraftwerken

der We lt insgesamt über 21 Millionen

Megawattstunden (MWh) Strom

erzeugt. Eine Megawattstunde entspricht

1000 Kilowattstunden. Großbritannien

führt dabei mit 14 Mill. MWh vor

den USA mit 4 MUt. MWh und Italien mit

etwa 3 Mllt. MWh, in weitem Absland

gefolgt von den übrigen Ländern. Im

Versuchskernkraftwerk Kahl, das 1965 als

einzige deutsche Kraftstation in Betrieb

war, wurden 110000 MWh Elektrizität

erzeugt.

Künstliche Herzen mit Kunststoff­

" Kammern" wurden an Kälbern ervon

Wissenschaftlern des Herz­

lolgrelch erprobt. Nach Ansicht

forschungsinstitutes des " National Institutes

01 Health" berechtigen die Versuchsergebnisse

zu der optimistischen Annahme,

daß schon Innerhalb zehn Jahren bel

bestimmten Erkrankungen die Funktion des

Herzens von einem künstlichen Gerät

übernommen werden könne.

Bei den Tierversuchen reagierten die

Kunstherzen auf Veränderungen des Blutdrucks

und konnten den Blutdruck

steuern.

AC

11


I NHALT

Für Sie notiert


10

1966

THW-He/ler Im türkischen Erdbebengebiet ..

IPA 1968 - Erlebt und gesehen. Die Ausstellungen

des BzB und des BLSV fDgten

sich harmonisch In die GesamtkonzeptIon ein

Die F_rwehr fiel vom Himmel. Eindrucksvolle

Demonstration des Feu_ehr-Flugdlenstas

NIedersachsen. Von H. C. Weller ..

Zukunflllmuslk? Essener Konstrukteure

entwlckeUen ein n_s Schutzbau-Rilhrensystem

................................ .

Kurzmaldungen ........................ .

Zivile Verteidigung. Ihre Entwicklung In der

Bunelesrepubllk. VI. Tell. Von Ministerialrat

Dr. Dr. Ullrlch Elchst.ldt ................. .

N_ Bücher " ........................ .

Strom aus Kernkraftwerken. Nutzung der

Kernkraft hat das Stadium der Wirtschaftlichkeit

erreicht ... .. .... ..... .. . .... .. ... . .

Aus Giften kommt die Heilung

Ohne Wasser kein Leben.

Von Dr. Ruth Tangemann

land_teilen berichten ...... . ........ . .

ZB Im Bild . ........... . ....... . ........ .

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Herausgegeben Im Auftrag des Bundesmlnlsterluma

des Innem vom Bundesluftschulzverband, Köln

Redakteure: Helmut Freutet, Alfred Klrdlner, Dr. phll. Clemens

Schocke, alle in 5000 KOrn, MerlostraBe 1~14. Tel. 72 01 31 : Druck

lIerlag _und Anzeigenverwaltung: Münchner Buchgewerbehaus GmbH:

aooo Munchen 13, SchelllngstraBe 39--41, Tel. 221361. Für den Anzeigenteil

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3. Oktober 1949: Inhaber und BeteilJgungsverhältnisse: Otto Georg

Königer, Verleger, München, SO'/t; Else Peitz, München, 16,8751'1 ;

Ellsabeth Metzler, SI. Qulrln, 10,625",: Osker Müller, Prokurist,

München, 7,5 1 '.; Adolf MOlIer, Ingenieur, München, 7,5%; Helmut

Müller, Pilot, München, 7,St't.

THW-Helfer im türkischen Erdbebengebiet

von DipL-lng, Günther Kautzky

Die Auswirkungen des Erdbebens in Ostanatolien

vom 19. August 1966 führten dazu, daß viele Länder Hilfsmaßnahmen

einleiteten, Die deutsche Bundesregierung entSchloß sich zur

Entsendung einer Einsatzgruppe des Technischen Hilfswerks.

33 THW-Männer landeten am Abend des 27. August auf dem Flugplatz

der Provinzhauptstadt Erzurum, die etwa 200 km von dem

Schadensgebiet entfernt liegt.

Die zuständigen türkischen Stellen waren nimt sofort

in der Lage, der Gruppe eine ihren techniSchen Hilfeleistungsmöglichkeiten

entsprechende Einsatzaufgabe zuzuweisen, Erst als

nach drei Tagen in Erfahrung gebracht wurde, daß unter den

Trümmern des zerstörten Krankenhauses von Hinis noch wertvolle

und dringend benötigte Medikamente, Arztausrüstungen und

Krankenhauseinrichtungen lagen, zeichnete sich eine nützliche

Aufgabe für die Helfer ab. Darauf begab sich die gesamte Einsatzgruppe

des THW nach Hinis und schlug am Rande der Stadt ihr

Zeltlager auf.

Die Kreisstadt Hinis, 160 km südöstlich Erzurum, war

die größte der betroffenen Städte. Hier und in den umliegenden

Kurdendörfern hatte das Erdbeben vornehmlich die in der ortsüblichen

Primitivbauweise erstellten Wohnbauten zerstört. Die

Bevölkerung hatte Tote, Verletzte und Hausrat bald nach der

Katastrophe geborgen.

Am Morgen des 1. September nahmen die Helfer die

Arbeiten am zerstörten Krankenhaus von Hinis auf. Nach baulichen

Sicherungsmaßnahmen wurde mit der Demontage und dem

Abtragen der abgerutschten Konstruktionsteile begonnen, und

innerhalb der nächsten Tage konnten etwa vier Tonnen wertvoller

Güter geborgen werden. Das THW erfuhr, daß das beschädigte

Gebäude der Kreisverwaltung Schnellstens für einen Wiederaufbau

hergerichtet werden müsse. Die Bausubstanz des Erdgeschosses

war gut erhalten, und bei sorgfältiger Beseitigung der oberen

Gebäudeteile konnte auf dem Erdgeschoß wieder aufgebaut werden.

Die in Hinis stationierte türkische Infanteriekompanie bot

dem THW Unterstützung an, und alsbald arbeiteten täglich 20 bis

25 türkische SOldaten gemeinsam mit den THW-Helfern, Die

Zusammenarbeit klappte trotz sprachlicher Schwierigkeiten ausgezeichnet.

Seit dem Erdbeben war das Wasser in den städtischen

Versorgungsleitungen brauntrüb und ungenießbar; die

Wasserabgabe hatte sich erheblich verringert. Die Mängel deuteten

auf Felsversetzungen als Folge des Erdbebens. Bei der Untersuchung

der einzelnen Regulierstationen und der Hochbehälter

wurden starke Verschmutzungen festgestellt. Sachkundige THW­

Männer sorgten dann für die Sanierung der Wasserleitung,

Die Großraumzelte aus deutschen Hilfssendungen

wurden von den THW-Männern sachgemäß aufgebaut und dienten

dem provisorischen Krankenhaus zur Unterbringung von Patienten.

Die Elektriker der THW-Gruppe stellten neue Anschlußleitungen

zu wichtigen Gebäuden her, behoben Schäden,

beseitigten Provisorien am städtiSchen Freileitungsnetz und versorgten

die Krankenzelte sowie das THW-Lager mit Strom.

Am 11. September verließ die THW-Gruppe Hinis und

landete drei Tage später wieder auf dem Flughafen Köln/ Bonn.

Di e Leistungen der Helfergruppe fanden bei allen

offiziellen türkischen Stellen volle Anerkennung.

Von den THW-Männern verlangte der Einsatz harte

Arbeit, körperliche und seelische Anspannung, Umstellung auf

völlig andersgeartete klimatische Verhältnisse, Einfühlung in die

landeseigentümliche Mentalität und Lebensgewohnheiten sowie

die ZurÜckstellung der persönlichen Ansprüche.


19&& - Erlebt uni

Die Ausstellungen des BzB und des B LSV fügten sich harmonisl

LSHD-Helfer demonstrieren ABC-Sdlutz.

EröHnungsveranstaltung der .. IPA 66 u • - Blick In das gelUllte Auditorium.

V. I. n. r. : Ministerialrat Halder (SMI), Staatssekretär Cr. SchAfer (BMI), Ministerialrat Or. Piod'l

(OMI), der Präs ident des Bundesluftschuuverbandes , Obersl adtdlrektor Kuhn.

Hannover, die Hauptstadt des Landes

Niedersachsen, weit bekannt als Großstadt

im Grünen, oft bewundert wegen

ihres großzügigen Aufbaus nach dem

zweiten Weltkrieg, Ort vieler Großveranstaltungen.

Tagungen und Kongresse, stand für

16 Tage, 110m 27. August bis 11. September

1966, ganz im Zeichen der Internationalen

Polizeiausstellung 1966 ("IPA 66").

In einer Begrüßungsansprache umriß in der

Eröffnungsveranstaltung am 27. August der

Innenminister von Niedersachsen, Otto

Bennemann, den Zweck und Sinn der "IPA

66" mit folgenden Worten: "Die Ausstellung

will das wechselseitige Verständnis

zwischen Bürger und Polizei vertiefen und

das Vertrauen zueinander dadurch stärken.

Sie kommt dem legitimen Anspruch der

öffentlichkeit auf Information entgegen.

Nicht nur das weite Feld polizeilicher Einsatzmittel

und Methoden wird hier sichtbar.

Auch der polizeiliche Alltag rollt vor dem

Besucher ab. Wahrheitsgetreu und offen

will die Polizei die ganze Bevölkerung über

ihre Arbeit, ihre Mittel, ihre Leistungen,

aber auch über die ihr gesetzten Grenzen

unterrichten.

Darüber hinaus bietet die Ausstellung einen

weiten Überblick über die mit der Polizei

zusammenarbeitenden Institutionen. Bundesgrenzschutz,

Zoll, Bundeswehr, Bahnpolizei,

Zivilschutz. private und öffentlidle

Einridltungen zur Sicherung und Verbesserung

der Verkehrsverhältnisse sowie zahlreiche

Wirtschaftsunternehmen haben dankenswerterweise

einen Beitrag zu der Veranstaltung

geleistet. Die Ausstellung wäre

unvollständig, wü rden die freiwilligen

Hilfsorganisationen. wie Deutsches Rotes

Kreuz, Malteser Hilfsdienst. Technisches

Hilfswerk. die Johanniter-UnfallhHfe, der

Arbeiter-Samariter-Bund, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

und die Feuerwehren

fehlen. Gerade auf ihre Mitwirkung

wird die Polizei immer angewiesen sein,

2

V. I. n. r.: Innenminister Bennemann, Ministerpräsident Cr. OIederich., Präsident Kuhn, Landes­

.teU.nlene, Jörn Im BLSY-Stand.


esehen

die Gesamtkonzeption ein

Es berichtet:

Dr. Clemens Schocke

Es fotografierte :

Heinz W. Sütterlin

wenn sie ihre Aufgabe in Unglücks- und

Katastrophenfällen erfüllen soll."

Der niedersächsische Ministerpräsident,Dr.

Georg Diederidls, der die " IPA 66 " offiziell

eröffnete, brachte in seiner Rede u. a. zum

Ausdruck: " Das Messegelände, auf dem

sich Jahr für Jahr die Industrien der ganzen

Welt treffen, schien uns auch für die Polizei

der geeignete Ort zu sein, ihr Arbeitsfeld,

ihre Methoden und ihre Mittel vor der Öffentlichkeit

auszubreiten. Auf mehr als

56 000 Quadratmeter Hallen- und Freiflädle

werden die Besucher in den nächsten

beiden Wochen Gelegenheit haben, sich

über den leistungsstand der Polizei zu unterrichten.

Zahlreiche Rahmenveranstaltungen

werden daneben während dieser Zeit

das Bild der Landeshauptstadt bestimmen.

Nicht zuletzt sollte die Wahl des Messegeländes

die internationale Bedeutung der

Ausstellung symbol haft unterstreidlen. Wie

schon im Jahr 1956 (damals war Essen

Ausstellungsstadt) sind auch diesmal die

POlizeien des Auslandes in erfreulich großer

Zahl unserer Einladung gefolgt. Von 18

europäischen und außereuropäischen Staaten

wurde ein wertvoller Beitrag zum Gelingen

der Veranstaltung geleistet. Das

weltweite Echo, das in diesen Beiträgen

seinen Niederschlag findet, zeigt, daß der

Gedanke, den Rahmen der großen Polizeiaussteilung

über die Grenzen der Bundesrepublik

Deutschland hinaus auszudehnen,

bei vielen befreundeten Staaten Anklang

gefunden hat."

..

Mit einem SlrahlenmeOgeräl wird das Zifferblatt einer Uhr auf Radioa ktivität getestet.

Im Rahmen dieses Berichtes, der sich gemäß

der Zielsetzung dieser Fachzeitschrift

hauptsächlich mit der Vertretung des Bundesluftschutzverbandes

bzw. des Bundesamtes

für zivilen Bevölkerungsschutz auf

der " IPA 66" besdläftigen soll und muß, ist

es nicht möglich, eine eingehende Darstellung

der gesamten Ausstellung zu geben.

Daher sei nur kurz festgestellt, daß in Anlehnung

an die allgemein übliche Organisation

der Polizei die "IPA66" in fünf große

Gruppen gegliedert war.

In der Gruppe "Polizei Allgemein" wurde

ein Überblick über die Geschichte der Palizei

und des Polizeischulwesens im Wandel

der Zeiten gegeben. Die Bedeutung von

Presse. Rundfunk und Fernsehen für die

Gesamtarbeit der Polizei war ebenso dargestellt

wie der Niederschlag der Polizeiarbeit

in der Kunst und in der Karrikatur.

In der Gruppe " Uniformierte Polizei" wurde

die Verwendung der Polizei am Beispiel

von Übersichten, Modellen, einem Groß-Aevier

und einer Funk-Einsatzzentrale so aufgezeigt,

wie sie der Staatsbürger gemeinhin

kennt, ohne jedoch im allgemeinen Zeit zu

finden, in die inneren Zusammenhänge der

Organisation einzudringen.

Die Gruppe ., Kriminalpolizei" stellte in lebensnaher

Form Aufgaben und Arbeitsweise

der Kriminalpolizei dar und gab einen

Einblick in die moderne Kriminaltechnik.

Die Darstellung interessanter Kriminalfälle

bot besondere Anziehungspunkte.

Die Gruppe "Polizeiverwaltung" machte die

Besucher mit dem wenig geläufigen, aber

für die Organisation der Polizei um so bedeutsameren

Gebiet des Polizei-Wirtschaftsdienstes

bekannt. Ebenfalls in dieser

Gruppe fand das Polizei rechts wesen seinen

Platz, das der Polizei in ihrem Verhältnis

zum Staatsbürger innerhalb des Staates

ihren Standpunkt zuweist.

In der Gruppe., Verwandte Einrichtungen"

waren die Behören und Einrichtungen zusammengefaBt,

die neben der Polizei der

öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder

dem Schutz der Bevölkerung dienen. Hierzu

gehören der Bundesgrenzschutz, die Institutionen

des Zivilschutzes, die Feuerwehren,

die Bundeszoll-Verwaltung, die Bahnpolizei

und die Feldjägertruppe. Ferner

nahm eine Reihe von Vereinigungen und

Verbänden teil, die eng mit der Polizei zusammenarbeiten,

wie zum Beispiel die Berufsverbände

der Polizei, die Organisationen,

die der Verkehrserziehung dienen, und

die Vereinigungen, die für die Öffentliche

Sicherheit und Ordnung arbeiten, wie Technisches

Hilfswerk, Deutsches Aotes Kreuz,

Malteser Hilfsdienst, Johanniter-Unfallhilfe,

Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsche Lebens­

Rettungs-Gesellschaft usw.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm rundete

das Ausstellungsgeschehen ab und

trug mit dazu bei, daß der naturgemäß negative

und bisweilen bedrückende Charakter

der polizeilichen Arbeit bei der "IPA 66 "

nicht zu sehr in den Vordergrund trat.

*

Angesichts der gewaltigen Ausdehnung der

Internationalen Polizeiausstellung 1966

und der überreichen Fülle des Dargebotenen

war es für den Bundesluftschutzver-

3


I PI Die Kojen der

1966 BLSY-Landesslellen

Blick In die Vitrine dei Standes Nlederum.en

"Seibi tschutz In ländlichen Gebieten" war das Thema des Sta ndes Hessen

band nicht einfach, für seinen Bereich eIne

Ausstellungskonzeption zu finden, der trotz

der "großen Konkurrenz" Beadltung entgegengebradlt

wurde und die sich in die

Gesamtplanung der "IPA 66" harmonisch

einfügte. Der Berichterstatter darf feststellen,

daß dieses gelungen ist. Er konnte sich

an mehreren Tagen davon überzeugen, daß

immer wieder zahlreiche Besucher an den

Ständen der einzelnen BLSV-Landesstellen

Auskunft über Fragen des Selbstschutzes

erbaten, daß die Filmvorführungen und

Tonbildschauen beachtlichen Besuch aufzuweisen

hatten. An dieser Stelle seien sd10n

die stets freundlichen und sachlidl ridltlge

Auskunft gebenden BLSV-Helferinnen- und

Helfer erwähnt, die sid'l mit großem Eifer

an den einzelnen Ständen ihren .. Kunden"

widmeten und dadurch guten "BLSV-Kundendienst"

leisteten. Erwähnt muß ferner

werden, daß die gesd'lmac:kvolle einheitliche

Bekleidung der auskunftgebenden

Helferinnen und Helfer guten Anklang gefunden

hat.

l andesstellenleiter Jörn konnte u. a. als Inlercssicrto

Besucher in der BlSV-Ausstellung

begrüßen :

Ministerpräsident Or. Georg Diederichs und

dessen Gäste. Ferner erschienen die nledersächsischen

Minister Bennemann. Bosselmann

und Kubel.

Als Vertreter des Bundesministers des Innern

war Staatssekretär Dr. Schäfer anwesend.

In seiner Begleitung befanden sich

der leiter der Abteilung Zivilschutz im Bundesinnenministerium,

Ministerialdirektor

Thomsen, sowie Ministerialrat Or. Pioch

und Regierungsdirektor Hölder.

.. Bevorratung von LebenlmlHeln" 2elgle Bremen Ba)'ern : .. Der Selbstschutz Im Frieden"

Ministerialdirektor Thom. en (Mitte) Im Gesprl ch

mit Präsident Kuhn (links) und Walter Mad(l,

Vom Bayerischen Staatsministerium des Innern

war Ministerialdirigent Or. Herzog erschienen.

Ein weiterer Besucher wa r BLSV­

Vorstandsmitglied und Referent für Selbstschutzfragen

im Niedersächsischen innenministerium,

Regierungsdirektor Oedekind.

Nicht vergessen sei die Anwesenheit des

Präsidenten des BLSV. Oberstadtdirektor

Kuhn, und des Geschäftsführenden Vorstandsmitgliedes,

LI. Regierungsdirektor

Fritze.

Es sei festgehalten, daß sidl alle diese

offiziellen Besudler lobend über die Anlage

4

Im Stand der BLSY-Bundesschule wurde dal Th ema " Angrlff. mlllel" behandelt


und Konstruktion der BLSV-Ausstellung

aussprachen.

Anerkennung äußerte ferner die Staatssekretärin

des englischen Innenministeriums,

Mi8 Bacon, die in Begleitung des Inspekteurs

der niedersächsischen Schutzpolizei,

Sau pe, der Ausstellung einen Besuch abstattete.

Führende Persönlichkeiten der italienischen

und österreichischen Polizei sowie

französische, be/gische und niederländische

Polizeioffiziere waren gleichfalls beeindruckt

und sparten nicht mit Lob.

*

Ober das Entstehen der auf der "IPA 66"

gezeigten und mit soviel Anklang aufgenommenen

BLSV-Ausstellung bradlten wir

folgendes in Erfahrung:

Gegen Ende des Jahres 1964 erging an

den BLSV eine Anfrage über eine mögliche

Mitwirkung an der Internationalen Polizeiausstellung

1966 in Hannover. Nachdem in

der Folgezeit Klarheit über die Beteiligung

herbeigeführt und ein Ausstellungsstand

von insgesamt 2000 qm Fläche zur Verfügung

gestellt werden konnte, begann die

Planung über die Art und Form der Beteiligung.

Der BLSV benutzte die Gelegenheit, nicht

nur aus dem speziellen Anlaß eine Ausstellung

aufzubauen, sondern auch Ausstellungsgut

zu schaffen, das nach Beendigung

der "IPA 66" sinnvoll verwendet werden

kann und bei der für Mai 1968 in Köln geplanten

Internationalen Zivilschutzaussteltung

gezeigt werden soll.

Termingerecht konnte der BLSV dem Bun-

Blick auf den Stand von Baden-WUrttemberg (links) und Saarland (rechts)

Der Stadtplan von Malnz und darauf (dunkel) das Gebiet von Rhelnland-Pfalz

Ein Großfoto der Insel Helgoland auf dem Stand von Schleswlg-Holsteln

G.schlftstuhrendes Vorstandsmitglied Frltze

(2. v. r.) In der BlSV-Ausstellung

Im Stand von Nordrheln-Westfalen unterrichtete ein Helfer Ober den .. Betrlebsselbslsc:hutz"

desminister des Innern und dem Niedersächsischen

Ministerium des Innern seine

Konzeption, eine Baubeschreibu .. ng und ein

Modell vorlegen. Die Zustimmung erlolgte

in beiden Fällen fast unmittelbar. Die Arbeiten

der Herstellung wurden in Angriff genommen.

Als Ergebnis verfügt der BLSV

nun über insgesamt elf repräsentative Ausstellungsstände,

die zukünftig bei regionalen

Vorhaben der Landesstellen Verwendung

finden werden.

Für die Konzeption war maßgebend, daß

der BLSV gleichsam die Betreuungsorgani-

5

Hamburg zeigte In Großaufnahme ein Bild lelnes

weltberühmten Hafens

Großaufnahmen zelglen AusbIldungsformen und

die Aufgaben der BasisorganisatIonen


salion für den Selbstschutz Ist. Der Selbstsdlutz

aber beginnt " im eigenen Haus".

Aus diesem Grund haben die Ausstellungsstände

äußerlich die Form eines Hauses

ohne Vorderwand. In dieser Form soll bere

its der Gedanke der Geborgenheit und

des Geschütztseins anklingen. Die "IPA 66"

hat gezeigt, daß die Besucher dies auch

richtig erkennen.

Um dem späteren Verwendungszweck gerecht

zu werden. wurden die einzelnen

Stände nach gleichen Gesichtspunkten gestaUet.

Einfach ausgedrückt: Auf- und Abbau

lassen sich ohne Hammer, ohne Zange

und ohne Schraubenzieher bewerkstelligen.

Dennoch ist eine vielseitige Variation jedes

Standes In sich, den Jeweiligen Platzverhältnissen

entsprechend, möglich. Darüber

hinauS' kann die Leitthemallk jedes Standes

gegen die jedes anderen Standes ausgetauscht

werden. Zur Gestaltung selbst ist

zu sagen, daß es u. a. darauf ankam, in

jedem Stand eine Aussage zu haben, die,

auf das jeweilige Land bezogen, Antworten

auf die Frage zur Organisation des BLSV

und des Selbstschutzes gibt. Um dies zu erreichen,

ist die gesamte Kopfwand Jedes

Standes - also jene Fläche, auf die der

Beschauer direkt blickt - einheitlich dekoriert.

Die gesamte Wand ist mit einer Reproduktion

des Stadtplanes der jeweiligen

Landeshauptstadt bedeckt. Davor liegt dreidimensional

das jeweilige Bundesland.

Bis zu 80 PunkUampen geben optisch Auskunft

über Fragen nach dem Organisationsstand,

der Einwohnerzahl, der Lage der Jeweiligen

Landesschule und der wichtigen

Dienststellen. Acht Fragen dieser Art, in

jedem Au sstellungsstand gleichartig, sind

auf einem Schaltpunkt zu lesen. Weitere

zehn Fragen widmen sich dem jeweils im

Stand behandelten speziellen Aufgabengebiet

des Selbstschutzes.

In den Vitrinen wurden auf der " IPA66" Gegenstände

ausgestellt, die eine besondere

Beziehung zum jeweiligen Bundesland haben.

Später können in diesen Vitrinen Ausrüstungsgegenstände,

z. B. Strahlenmeßgeräte

u. a., gezeigt werden.

Entsprechend dem Charakter jedes Landes

ist die linke Wand mit einem Großfoto

versehen, während die rechte Wand in Bild

und Graphik das jeweilige Leitthema beinhaltet.

Zum besseren Verständnis sei der

Stand der Landesstelle Hamburg ausführlich

geschildert. Diese Landesstelle soll

eine Aussage zum Thema .. Rettung im

Selbstschutz" geben. Wir erblicken zur Unken

ein Großfoto des Hamburger Hafens.

Im Vordergrund liegt das Passagierschiff

"Hanseatic". An der Reeling stehen Passagiere

und blicken hinab in die Wasser des

Hafens, wo ein Seenotrettungskreuzer ein

Rettungsmanöver demonstriert. Bei der Erläuterung

dieses Bildes werden Beziehungen

zum Leitthema hergestellt. Darüber

hinaus kann unter Hinweis auf die Tatsache,

daß den Passagieren eines Schiffes

der Anblick der Rettungsboote immer das

Gefuhl vermittelt - sie sind zwar notwendig,

aber hoffentlich brauchen wir sie

nicht -, bedeutet werden, daß es im Ernst-

Alarmanlagen zeigte das Bundesamt tOr zivilen Bevölkerungsschulz Im Original

V. I. n. r.: Prlsldent Cr. Schmldt (BzB), Ministerpräsident Dr. Dlede,lchs, Mln.-Dlr. Thomsen

Eine brennende Kerze als EnergIespender.

Oie Kerzentlamme

spendet einem sogen. Thermogenerator

Wärmeenergie, die dieser

In elektr. Energie umsetzt. um

ein Transistoren-Radiogerät zu

betreiben, wenn ande,e Stromquellen

ausgefallen sind. Das

GerAt wurde auf Anregung des BzB

von der Industrie entwlcken.

6


Ausstellungsstand des Malteser Hilfsdienstes

Auch das Technische Hilfswerk gab einen Einblick In sein großes Aufgabengebiet

fall keine Rettungsbootverweigerer geben

wird , wie es auch keine Selbstschutzgegner

mehr geben dürfte, wenn kriegerische oder

sonstige Gefahren drohen.

Von dieser Stelle an wird dann unter Einschaltung

spezieller Fragen zur Rettung im

Selbstschutz jeweils eine optische Antwort

erteilt, die der Betreuer des Standes bis

ins einzelne erläutern kann. Zwei Großdias

vom Einsatz der Selbstschutzhelfer aus Anlaß

der Flutkatastrophe legen Zeugnis ab

für den Sinn der Rettungsausbildung im

Selbstschutz.

Um den ausländischen Gästen etwas Besonderes

zu zeigen, wurden in den Vitrinen

keine Selbstschutzgeräte, sondern landesbezogene

Kunstgegenstände bzw. Modelle

o. ä. gezeigt. Im Stand der Landesstelle

Hamburg waren es seefahrtbezogene Dinge:

eine alte Kogge, ein moderner Bananendampfer,

Ein alter Sextant, ein Kompaß

und eine Backbordlaterne VOllendeten die

Dekoration.

Auf dem Ausstellungsstand der Landessteile

Schleswig-Holstein wird das Thema

"Brandschutz im Selbstschutz" behandelt.

Der Blick wird durdl ein Großfoto von der

Insel Helgoland eingefangen. Der Interpret

erinnert daran, daß die gesamte Bevölkerung

der Insel während des zweiten Weltkrieges

im Selbstschutz ausgebildet war.

Helgoland ist, wie bekannt, Ende April 1945

von etwa tausend Bombern eine Stunde

lang angegriffen worden. Die Zivilbevölkerung,

die bei diesem und allen vorangegangenen

Angriffen ein selbstschutzmäßIges

Verhalten zeigte, überlebte. Bei den

vorangegangenen Angriffen, durch die es

immer wieder zu Bränden kam, konnten

diese jedes mal - dank des guten Ausbildungsstandes

- erfolgreich bekämpft werden.

Das alte Helgoland trotzte bis zu der

Stunde, in der das Inferno über die Insel

hereinbrach, den Angriffen.

So sind in jedem Ausbildungsstand immer

die Beziehungen gewahrt. Ob es darum

geht, daß im Bremer Stand die "Bevorratung

von Lebensmitteln" behandelt wird

oder im Stand von Niedersachsen "Der

Selbstschutzzug", Stets gibt es auch eine

Verbindung zu den Ausstellungsstücken in

den Vitrinen.

Das Saarland unterrichtet über die .. Nachbarschaftshilfe"

auch über Grenzen hinweg.

Im Stand yon Rheinland-Pfalz werden wir

an die Entwicklung der Druckkunst erinnert

und erfahren Einzelheiten über die " Laienhilfe"

. Oie Landesstelle Hessen erläutert

Fragen zum Thema "Selbstschutz in ländlichen

Gebieten", Auf dem Stand der Landesstelle

Nordrhein-Westfalen erfolgt eine

Unterrichtung über den "Betriebsselbstschutz"

. Auf Großdias ist u. a. die Selbstschutzausbildung

von POlizeioberbeamten

des Land es dargestellt. Leitmotiv des Au s­

stellungsstandes der Landesstelle Baden­

Württemberg ist die "Ausbildung im ABC­

Schutz". Eine zusammenfassende Darstellung

über die "Bedeutung des Selbstschutzes

und seine Bewährung bei friedensmäßIgen

Katastrophen " wird auf dem Stand

der Landesstelle Bayern gegeben.

Abschließend noch einige Worte zum Stand

7

Das Deutsche Rote Kreuz zeigte neben Fahrzeugen und Geräten eine große BIlderschau


Oben : FOr die Verpflegung der vl.l.n Heller

an den Ausstellungsständen .orgte all Hau.·

herT die PolizeI. Oben red1t.: Fachlich. Be·

ratung gaben an Ort und Stell. dl. Heller

und Heilerinnen des Bunde.luhlChutzverbandes.

2. Bild von oben: Angeh6rlge de. Bunde.­

grenzlchutz .. an einem der Inlormatlonlltände

des BLSV. Darunter: Auch von Pollzelangeh6-

rlgen Immer gerne mitgenommen und gel .. en:

Fachliteratur d.. Bunde.luU.chutzverbande •.

der BLSV-Bundesschule. Hier Ist Blickfang

ein Gr06roto von der Aheinpanie sm Drachenfels

in Königswinter. Als einzige Ausnahme

ist in diesem Stand die sachliche

Aussage über AngrIffsmittel Thema der

Ausstellungsvitrine. Sodann ist eine Obersicht

über die Leistung der BLSV-Bundesschule

in zehn Jahren zu sehen. Dieser

Ausstellungsstand wird nach Abschluß der

.IPA 66" in der BAUSCHAU BONN gezeigt

werden.

*

Nicht weit entfernt von den Ständen des

Bundesluftschutzverbandes domizilierte

.. Eine Au sstellung des Bundesamtes für ziviten

Bevölkerungsschutz" . Die wichtigsten

Maßnahmen des Zivilschutzes wurden auf

8

einer Ausstellungsfläche von 750 qm an

Hand von zahlreichen Modellen, Schaubildern,

Fotostories, Graphiken und Zivilschutz-Ausrüslungsgegenständen

in Originalgröße

dargeboten. So waren verschiedene

maßstabgerechte Modelle modernster

Sd1utzbauentwicklungen der Industrie zu

sehen; desgleid1en ein gemauerter Orlginal-Grundschutzraum

samt Einrichtung. Die

Wirkung einer 2Q..KT-Kernwaffe - Initialstrahlung,

Druckwirkung, Hitzestrahlung -

demonstrierte ein illuminiertes Modell.

Zu betrachten waren Darstellungen des

Luftschutzhilfsdienstes (LSHD), der 8 Fachdienste

aufweist: LS-Brandschutzdienst,

LS·Bergungsdienst, LS-Sanitätsdienst, LS­

Veterinärdienst, LS-ABC·Dienst. LS·Betreuungsdienst,

LS-Lenkungsdienst, LS-

Femmeldedienst. Interessierte Besucher

konnten orfahren, daß durch das " Erste Gesetz

über Maßnahmen zum Schutz der Zi·

vilbevölkerung" (1. ZBG) die Rechtsgrundlage

für die Aufstellung. Ausbildung und

Ausrüstung des LSHD geschaffen wurde.

Nach § 9 dieses Gesetzes hat der Luft·

schutzhilfsdienst " die Aufgabe, den im Fall

von Luftangriffen eintretenden Notständen,

insbesondere Personen- und Sachschäden,

vorzubeugen oder abzuhelfen ". Seine Aufstellung

geschieht auf der Grundlage des

Artikels 63 des IV. Genfer Abkommens zum

Schutze von Zivilpersonen. Der LSHD ist

ein Teil des Zivilschutzes, der zu den Auf·

gaben der Inneren Verwaltung gehört und

somit keine militärische Einrichtung ist. Es

gibt örtliche und überörtliche LSHD-Einhei-


ten. Sie sind vollmotorisiert, um ein schnelles

Eingreifen bei Notständen zu ermöglichen.

Die Mitarbeit im LSHD ist freiwillig.

Seine HeUer stellen sich auf Grund eines

freien Entschlusses zur Hilfeleistung für die

Allgemeinheit zur Verfügung.

Neben Darstellungen des behördlichen

Warn- und Alarmdienstes war in der BzB­

Ausstellung dem Thema "Hilfskrankenhaus"

ein breiter Raum gewidmet. Zu betrachten

war das maßstabgerechte Modell

des Hilfskrankenhauses "Kreisberufsschule

Syke" im Landkreis Grafschaft Hoya in Niedersachsen

sowie halbkreisförmig angeordnete

Räume eines Hilfskrankenhauses

in Originalgröße, die mit den Originaleinrichtungen

eines Operations-, Sterllisations-,

Röntgen-, Labor- und Krankenraumes

usw. ausgestattet waren.

Für die Beantwortung einschlägiger Fragen

standen Mitarbeiter des Bundesamtes für

zivilen BevölkerungSSchutz zur Verfügung,

die freundlich und aufmerksam den Besuchern

entgegentraten. überdies war für diejenigen,

die sidl Intensiver mit Zivilschutzfragen

befassen wollten, eine Leseecke vorhanden,

die in- und ausländische Fachliteratur

aufwies.

Im Freigelände war eine vollständige Einsatzabteilung

des Luftschutzhilfsdienstes

aufgeboten. Der vollmotorisierte Verband

umfaßte eine größere Anzahl von Spezialfahrzeugen

verschiedener Art und Größe,

die, nadl Fachdiensteinheiten gegliedert,

für Brandbekämpfung, für die Bergung von

Versdlütteten, zum Transport und zur Erstversorgung

Schwerverletzter, für die Feststellung

rad ioaktiver Verstrahlung und für

Zwecke des Funk- und Fernsprechverkehrs

mit modernsten Geräten ausgestattet sind.

Auch In diesem Ausstellungsbereich waren

die Helfer der versdliedenen Fachdienste

stets gern bereit, interessierten Besuchern

Aufgaben und Wirkungsweise der ausgestellten

Fahrzeuge und Geräte zu erklären.

*

Daß die Ausstellungsstände des Bundesluftschutzverbandes

und des Bundesamtes

für zivilen Bevölkerungsschutz nicht Mittelpunkt,

sondern nur "Teile des Ganzen" im

Rahmen der " IPA 66 u , dieser pOlizeilichen

Mammutschau, sein konnten, ist eine Selbstverständlichkeit.

Daß diese "Teile des Ganzen"

aber nicht unter "ferner liefen" rangierten

und trotz der Vielfältigkeit und Größe

der Internationalen Polizeiausstellung 1966

zahlreiche Besucher und Interessenten auf·

weisen konnten, zeugt für eine sorgfältige

und gute Planungs-, Gestaltungs- und Betreuungsarbeit.

Alle, die an diesen Arbeiten

beteiligt waren, verdienen Dank und Anerkennung.

Sie haben sich um die wichtigen

Belange und Aufgaben des Zivil- und

Selbstschutzes verdient gemacht.

*

Dieser sachliche Ausstellungsbericht sei mit

einer netten Begebenheit beschlossen, die

sich in den letzten öffnongstagen der .. IPA

66" zutrug: Von einer Frau Frieda l. In

Bremen traf bei der IPA-Ausstellungsleitung,

adressiert an das Falschmünzer-Kabinett

der Kripo, ein Zwanzig-DM-Schein

ein. Grund? - Ein Langfinger hatte den

einzigen echten " Zwanziger", der sich Im

Falschmünzer-Kabinett befand, in den ersten

Ausstellungstagen geklaut. Davon hatte

Frau l. in einer Bremer Zeitung gelesen.

Mit ihrer Spende wollte Frau Frieda, wie sie

schrieb, die Sammlung wieder vervollständigen.

- Die Gewerkschaft der Polizei überreichte

der liebenswürdigen Spenderin

flugs als Dank und Anerkennung für ihr

Interesse an der Internationalen Polizeiausstellung

und für ihr Mitgefühl mit den Beamten

vom Kripo-Stand einen Geschenk·

korb und das Buch ..... der Ganoven Wunderland

u von Eduard Zimmermann. - Jetzt

behaupte aber keiner mehr, unsere Polizisten

hätten keinen Sinn für Humor.

Gläser überstanden Abwurf

Um den an moderne Verpackungsmaterialien

gestellten strengen Forderungen gerecht

zu werden, testete ein westdeutsdles

Chemieunternehmen seinen Polyurethan­

Schaumstoff unter extremen Bedingungen.

So wurden beispielsweise Päckchen mit

schaumstoftverpackten Fernsehröhren aus

Flugzeugen abgeworfen. Die Röhren überstanden

den Aufprall ohne Bruch. Für den

sicheren Transport von Biergläsern entwarfen

Anwendungstechniker eine Spezialverpackung,

in der die Gläser aus dem 30.

Stockwerk eines Hochhauses geworfen

wurden. Sie blieben unbeschädigt, ebenso

ein Großversand schaumstoffgeschützter

Gläser in alle Welt. Die VerSuche erhärteten

den hohen Wirkungsgrad von Verpackungen

aus Schaumstoff. Er besitzt nämlich

offene Zellen, aus denen die Luft beim

Stauchvorgang ausströmt und bei der nachfolgenden

Rückformung wieder einströmt.

Dadurch wird ein großer Anteil der Stoßenergie

umgewandelt (Strömungsdämplung).

Radar für

niedrige Geschwindigkeiten

Ein amerikanisches Unternehmen hat ein

hochempfindliches Radargerät entwickelt,

das im Dunkeln Bewegungen von Menschen,

Tieren und Fahrzeugen mit Geschwindigkeiten

zwischen 60 Zentimeter

pro Sekunde und 55 Kilometer pro Stunde

zu unterscheiden vermag. Das ursprünglidl

für militärische Zwecke gedachte Gerät bietet

gute zivile Einsatzmöglichkeiten in der

Luftüberwachung, der Einbruchssidlerheit

sowie in der Höhen- und Gesdlwindigkeitsmessung.

Die in akustische Signale umgewandelten

reflektierten Radarimpulse lassen

Rückschlüsse auf die Geschwindigkeit

sowie auf die Größe und Art des verfolgten

Gegenstandes zu.

Salpeter-Wolke zwang

Tausende in die Keller

Eine große beißende Salpeter-Dunstwolke

zwang Anfang Juli mehrere tausend Bewohner

der Orte Ensen und Westhoven bei

Porz am Rhein (Rheinisch-Bergisdler Kreis)

In die Keller. Beim Rangieren eines Güterwagens

auf dem Verschiebebahnhof Gremberg

bei Porz war ein mit 1000 liter Salpetersäure

gefüllter Tonbehälter zerbrochen.

Die von der Säure aufsteigende

Dunstwolke zog über die neben dem Bahnhof

gelegenen Ortschaften Ensen und Westhoven.

Die Feuerwehr fuhr mit Lautspre·

cherwagen durdl die beiden Orte und forderte

die Bewohner auf, Türen und Fenster

zu schließen und in die Keller zu gehen. Die

ausgelaufene Säure wurde mit Wasser verdünnt.

Größere Lachen .. entsdlärften" die

Feuerwehrleute zusätzlich mit Soda.

9


Eindrucksvolle

Demonstration

des Feuerwehr­

Flugdienstes

Niedersachsen

Von H. C. Weiler

10


le

uerwe


.,. Lun.cNII D-LI8A (IInb) ....

dem """.I1NIII.f'IugdIeI"

und .ode...... Orglllllullol_ fOr

No ............. _ Verfligung.

.......... ".n "-..........

NI.du ....... LandnIt H8hn,

D •• llln: Der LMcIeaYonIIzenc

Um __ 0buntI mit dem LuftechIft.

Freigegeben durch den Nledersächs. Minister für Wirtschaft u. Verkehr am 19. 7. 1966, Nr. 660/52

in Repräsentant des internationalen

Luftrettungswesens sagte vor einiger

Zeit: .. Deutschland hinkt zwar

bis jetzt im zivilen Luftrettungswesen

noch stark nach. Wenn die

Deutschen aber einmal beginnen,

einen Rellungsflugdienst aufzubauen,

werden sie es sehr gründlich

tun." Wie das aussieht, wenn wir "es

sehr gründlich tun ", davon bekam man

einen Vorgeschmack bei einer Großübung

des Feuerwehr-Flugdienstes Niedersachsen.

Essenrode ist ein Sauerndorf von kaum

900 Einwohnern, etwa 10 km nördlich von

Braunschweig im Landkreis Gifhorn gelegen.

Der60.Jahrestag der Gründung der

Freiwilligen Feuerwehr Essenrode, verbun·

den mit dem diesjährigen Kreisfeuerwehr·

fest, hätte sich wohl wenig von anderen

Feuerwehrtreffen dieser Art unterschieden

und über die nähere Umgebung hinaus

kaum Beachtung gefunden, wenn dort nicht

Karl Zipse Gemeindebrandmeister wäre.

Er ist der Gründer und Leiter des Feuer·

wehr·Flugdienstes Niedersachsen, der er·

sten funktionsfähigen Einrichtung dieser

Art in der Bundesrepublik, und Flugdienst·

Referent des Deutschen Feuerwehrverban·

des. So kam es, daß auf dem Programm

eine Großübung des Feuerwehr·Flugdien·

stes stand, die auch in der Fachwelt Er·

staunen hervorrief.

Luftschiff steht für Noteinsätze

jederzeit bereit

Es begann schon mit einem " Paukenschlag"

am frühen Morgen. Noch standen etwa

5000 Feuerwehrmänner auf dem Festplatz,

aUfmarschiert zum Feldgottesdienst, da

vernahm man ein tiefes Brummen in der

Luft. Deutschlands derzeit einziges Luftsd'liff

D-LlSA sdlwebte heran, drehte eine Runde

und ging auf einer nahen Wiese nieder.

Mit ihm landete zünftig der Landesvorsitzende

der Freiwilligen Feuerwehren Nie·

dersachsens, Landrat und Bezirksbrand·

meister Hahn aus Lüneburg.

Luftsdliffkapitän Hess erklärte im Gespräch,

er und seine Mannschaft ständen mit dem

Schiff jederzeit für Notfalleinsätze zur Ver·

fügung. Da das Luftschiff seinen Standort

ständig wechselt, während es für ein Ver·

sand kaufhaus Reklame fliegt, kommt es

im Laufe des Jahres in fast alle Gegenden

Deutschlands. So können also praktisch

überall die Feuerwehren und anderen

Hilfsorganisationen in den Genuß dieses

Hilfeverspredlens kommen. Eine Fahrt mit

D·Ll5A bewies dem Berichterstatter, wel·

chen hervorragenden Überblick ein "me·

gender Kommandohügel " , wie solch ein

langsam fliegendes Luftschiff, gewährt.

Einen idealeren Standpunkt kann man sid'l

kaum denken.

Flieger und Feuerwehr

sind Freunde

Die Zusammenarbeit zwischen Fliegern

und Feuerwehr währt in Niedersachsen

schon einige Jahre. So folgte dem Ruf zur

Mitwirkung bei der Übung alles, was zu ~

den Freunden der Feuerwehr zählt und

Flügel, Propeller oder Fallschirm hatte.

Auf dem Flugplatz Braunschweig·Waggum

wurde ein Einsatzstützpunkt errichtet. Die


e vom Imme

11


V. I. n. r. : " Fliegende Feuerwehrmänner" packen ein abgeworfenes Wasseraufbereitungsgerät

aus. " Vertetzte" werden in einen Hubschrauber des BGS verladen und ausgeflogen.

Feuerwehrmänner mit Fallschirmen und Feuerlöschern fertig zum Start.

Befehlsübermittlungsstelle wurde von einem Funkwagen der

Johanniter-Unfallhilfe gebildet, verstärkt durch einige Feuerwehrmänner.

Man sah Sport- und Schulllugzeuge des Aeroclubs Braunschweig

und Chartermaschinen einer ortsansässigen Rundfluggesellschaft

zur Bereitstellung rollen, Verbindungsflugzeuge 00 27

der Heeresflieger, Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes und

der Bundeswehr. Fallschirmspringer versdliedener Luftsportvereine

machten sich zum Start fertig, und Gerätepakete mit Lastenfallschirmen

wurden in die Maschinen verladen.

Was sind das eigentlich für Leute, die aus Spaß aus Flugzeugen

springen und am Fallschirm zu Boden schweben? Man sah nicht

nur den Typ des drahtigen jungen Sportsmannes. Es waren auch

Männer mittleren Alters darunter, die - man möge verzeihen -

gar nicht aufregend , sondern eher unscheinbar ausschauten, und

ganz junge schmächtige Bürschchen. Die meisten gehören der

internationalen Gilde der "Air Rescue Guard u

(Luft-Rettungs­

Wadlt) an und tragen das Brustabzeichen mit der Inschrift .. That

others may live" (Damit andere leben).

Schließlich wurde aum nom der Berichterstatter in eine kleine

wendige Maschine verfrachtet, damit er den Einsatz mitfliegen und

fotografieren konnte. Um es gleich zu sagen, es wurde eine tolle

Kurbelei ; denn es erwies sich als gar nicht so einfach, schnell

durchfallende Fallschirmspringer im Sturzflug wieder einzuholen.

Feuerwehrmän ner fallen vom Himmel

Als Veranstaltungsleiter Zipse in Anwesenheit von Landesbrandmeister

Günther (Innenministerium Hannover) den Katastrophenalarm

auslöste, lief alles wie am Schnürchen. Programmgemäß war

in Essenrode ein Großbrand ausgebrochen, der sich schnell ausdehnte

und die Kräfte der örtlichen Feuerwehr überforderte. Der

Einsatzleiter rief über den aufgefahrenen Spezialbus der Berufsfeuerwehr

Hannover mit eingebauter Funkstation und Fernsprechvermittlung

Hilfe herbei. Sofort starteten auf dem Flugplatz Waggum

die Flugzeuge. Die ersten Fallschirmspringer kamen mit umgebundenen

Pulverfeuerlöschern herunter. Ihnen folgte weitere Verstärkung

durch schwere Pulverlöschgeräte in Ki sten an Lastenfallschirmen

und die zugehörige Bedienungsmannschaft. Eine

junge Pilotin brachle das Kunststück fertig , ihre beiden Lastenfallschirme

so genau abzusetzen, daß sie kaum 20 m vor

und hinter der übungsbrandsteIle auftrafen. Inzwischen war von

einem Flugzeugbeobachter, der über dem Brandherd kreiste, mittels

Sprechfunk ein Tanklöschfahrzeug zur Einsatzstelle dirigiert

worden.

Ein NOtflugplatz wird eingerichtet

Nun ist es gewiß nicht jedermanns Sache, aus einem Flugzeug mit

dem Fallschirm abzuspringen. Das muß immer einigen Spezialisten

vorbehalten bleiben. Im Bedarfsfalle sollen aber auch größere

Mengen Gerät und Mannschaften durch die Luft transportiert

werden. Der Feuerwehr-Flugd ienst Niedersachsen hat dazu vorgesehen,

bei größeren Einsätzen am Schadensort einen Behelfsflugplatz

einzurichten. Die Fallschirmspringer bilden dann nur das

Vorauskommando. Im Rahmen der übung wurde demonslriert, wie

man mit geringen Mitteln und der vorhandenen Ausrüstung einen

solchen Landeplatz herriChtet. Zwar mußte mit Rück sicht auf die

Bestimmungen des Luftfahrtrechts, von denen im Notfall unter Umständen

abgewichen werden kann, hier der Platz schon vorher

bestimmt werden. Im echten Einsatz würde es aber nur Minuten

dauern, z.B. auf einer langen Wiese die Sicherungsmaßnahmen

durchzuführen. Ein Funkwagen der Freiwilligen Feuerwehr Hannover

bildete das Rückgrat der Flugleitung. Die Landebahn wurde

mit Gummipilonen markiert, wie man sie bei Straßenmeistereien

verwendet, und am Ende ein Landekreuz ausgelegt. Und schon

schwebten Sport- und Heeresfliegermaschinen ein, setzten ein

wenig rumpelnd auf und rollten an den Platzrand. Sie sollten nach

dem Übungsprogramm weitere Verstärkungen heranführen und

Verletzte abholen.

Rotes Kreuz und Hubschrauber

Das Deutsche Rote Kreuz beteiligte sich an der Gemeinschaftsübung

durch erfreulich realistiSche Einsätze. So sah man u. a.

neben Krankentransportwagen und Verbandzelten einen Spezialtrupp

mit sch weren Atemschutzgeräten in Aktion. Die Zusammenarbeit

zwischen dem DRK und Hubschraubereinheiten der Bundeswehr

und des BGS ist heute in unserem Lande schon fast eine

Selbstverständlichkeit. Auch in Essenrode landeten die Hubschrauber

und übernahmen .. Verletzte". Manche der Heller waren

zum erstenmal bei einer derartigen Hubschrauberlandung dabei.

Man kann es nur begrüßen, wenn bei solchen Gemeinschaftsübungen

im Laufe der Zeit immer mehr DRK-Helfer entsprechende Erfahrungen

sammeln können. Auch das Verhalten am Hubschrauber

will gelernt sein, besonders wenn bei laufendem Rotor verladen

werden muß.

Feuerwehren und technische Hilfeleistungen

Wer das Rettungswesen in unserem Lande aufmerksam beobachtet,

muß feststellen, daß die Feuerwehren zunehmend auch die technische

Hilfeleistung auf den ve rschiedensten Gebieten übernehmen.

Hierfür besteht nicht zuletzt auf dem Lande, wo es kaum ei n

Technisches Hilfswerk gibt, ein wachsendes Bedürfnis. In Essen­

'ode kam natürlich audl das technische Gerät samt den Bedienungsmannschaften

aus der Luft.

Bemerkenswert ist auch, daß in den letzten Jahren in Niedersachsen

kaum eine größere Kataslrophenübung stattfand, bei der man

nicht transportable Trinkwasserfiltergeräte des DRK, des Landes-

12


katastrophendienstes oder in Form von Leihgeräten der Hersteller

zum Einsatz brachte. Hier hat man offenbar die Wichtigkeit

der Notstandstrinkwasserversorgung - mindestens seit der nahen

Hamburger Sturmflutkatastrophe - erkannt. Diesmal sah man

etwas ganz Neues, ein kleines Wasseraufbereitungsgerät für Fallschirmabwurf.

Es produzierte aus dem schwarzbraunen Wasser

des Sd1loßgrabens, das die Feuerwehr zum Übungsplatz pumpte.

klares und wohlschmeckendes Trinkwasser.

7771717 Tragkraft- .

~ spntzen

Ist die fliegende Feuerwehr von realem Wert?

Dem kritischen und sachkundigen Beobachter stellt sich naturgemäß

die Frage, ob in unserem dichtbesiedelten Land die fliegende

Feuerwehr von realem Wert und nicht nur eine Spielerei

ist. Das Feuerwehr-Flugwesen ist in anderen ländern wie z. B.

USA, Kanada usw. seit langem bekannt. Dort herrschen aber auch

weitgehend andere Verhältnisse vor, Jedoch hat die Einrichtung

in den letzten Jahren auch in mitteleuropäischen ländern in beachtlichem

Maße Platz gegriffen, so z. B. in Österreich, das auch

den Vorsitzenden des Sonderausschusses für Flugdienst der Internationalen

Technischen Kommission der Feuerwehren stellt.

Nicht von ungefähr ist der erste deutsche landesfeuerwehr-Flugdienst

in Niedersachsen und nahe der Zonengrenze entstanden,

wo Militärflugzeuge nicht immer eingesetzt werden können. Hier

gibt es ausgedehnte Wälder und Heideflächen, die nicht selten

von Bränden heimgesucht werden. Durch Kontrollflüge in Trokkenzeiten

kann für eine redltzeitige Entdeckung von Wald- und

Heidebränden viel getan werden. Aus der luft kann man Feuerlösch

fahrzeuge über Funk heranführen und kostbare Zeit gewinnen,

die sonst vielleidlt durch langwierige Erkundungsfahrten

verlorenginge. Besonders bei Heidebränden im Entstehungsstadium

dürfte ein schneller Einsatz von Fallschirmspringern unter

Umständen sehr nützlich sein. Bei Großeinsätzen dienen Flugzeuge

als fliegender Kommandostand , aber auch der Sid1erheit

der Feuerwehren, da von ihnen aus viel besser die sich anbahnenden

Gefahren einer möglichen Einschließung erkannt und die

Einheiten gewarnt werden können.

Doch auch für die zahlreichen kleinen Dörfer auf dem lande

stellt der Feuerwehr-Flugdienst eine zusätzliche Sicherung dar.

Fast in jedem kleinen Ort gibt es heute eine Tankstelle, fast auf

jedem Bauernhof lagert Dieselöl, überall gibt es Vorräte an Düngemitteln.

Wenn Brände auf diese Lagerstellen übergreifen, dann

ist auch eine verhältnismäßig gut ausgerüstete Dorffeuerwehr

leicht überfordert. Dann müssen in kürzester Zeit Spezialisten und

Speziallöschgeräte sowie eventuell auch Sauerstoff-Atemgeräte

heran. Der Feuerwehr-Flugdienst wird hier gewiß in manchen

Fällen helfen können,

Die Landstriche Niedersachsens sind aber auch anfällig für Oberschwemmungen.

Selbst kurze schwere Gewitterregen können die

Zufahrtsweg8 unter Wasser setzen oder gar zerstören. Wenn dann

in der Gemeinde noch durch Bl itzschläge Feuer ausgebrochen ist,

wird Hilfe von außen nötig sein. In solchen lagen wird nicht allein

der unmittelbare Lufttransport, sondern auch die Erkundung von

noch freien Wegen nützlich sein können. Erfahrungsgemäß be·

ruhigt sich auch nach lokalen Unwettern die Wetterlage oft wieder

so schnell. daß Hilfseinsätze mit Luftfahrzeugen schon möglich

sind, während am Boden die Hilfe noch behindert ist.

7771717 genormte

~ löschfahrzeuge

~ Anhängeleitern

7771717 handbetätigte

~ Leitern

777l7bkraftbetätigte

~ Dreh leitern

7771717 Sonderlösch-

~ fahrzeuge

~ - Kranwagen

Ausdehnung über ganz Deutschland geplant

In manchen Landesteilen der Bundesrepublik werden die Verhältnisse

ähnlich wie in Niedersachsen sein. In anderen wiederum

werden vielleicht ganz andere Aufgaben anstehen. die von einem

Feuerwehr-Flugdienst gelöst werden könnten, so etwa Löschhilfe

im Gebirge oder auf Inseln vor der Küste. Wie Flugreferent Zipse

mitteilte, wird der Deutsche Feuerwehrverband die weitere Aus·

dehnung des Feuerwehr-Flugdienstes mit Nachdruck betreiben,

damit die neue Einrichtung bald überall in Deutschland zur Verfügung

steht. Die moderne Feuerwehr geht also mit bemerkenswerter

Selbstverständlichkeit auch in die luft.

Garl Metz GmbH., Feuerwehrgerätefabrik

7500 Karlsruhe, Wattstr. 3, Postfach 4340

Telefon 0721-51941, FS 0782 6717

13


Z .. k ..... fts usik?

Die "Unterwelt ll von morgen im Modell

Essener Konstrukteure entwickelten ein neues Schutz:bau-Röhrensystem

U

nter dem Motto .. Wohin, wenn

die Sirenen heulen?" veranstalteten

ein Architekt und ein

Ingenieur am Rande der Ruhrmetropole

Essen, Im Nachtigallental, eine

Schutzbauschau. in der sie yon ihnen entwickelte

Schulzbaurnodelle unter dem Namen

.. Gigant" und nHerkules " der Öffentlichkeit

vorstellten. Die nad"lstehenden Ausführungen

fußen auf Erläuterungen, die von

den Konstrukteuren gemacht wurden und

von mir zur Information wiedergegeben

werden.

Mit Hilfe je einer .. verlorenen" Innansehalung

aus Slahlblech (0.9 mm) und einer

Außenschalung aus Wellblech, wird im Betongußverfahren

ein Baukörper erstem, der

eine oder mehrere Röhren (je nach örtlichem

Bedarf). als Hohlräume enthält. Beispiel:

Ein oder meluere Zylinder aus Stahl-

blech (0,9 mm) werden in einer ausgeschachteten

Grube untergebracht. Durch

kufenähnliche, vorgefertigte Lagerschalen

werden die Blechzylinder in einer vorher

festgelegten Lage und auf Abstand gehalten.

Bevor der Betonguß beginnt, wird jeder

Zylinder mit Wasser gefüllt, damit er bei

dem Gußvorgang nicht dem Auftrieb zufolge

aufschwimmt oder durch den Außendruck

zusammengepreßt wird. Um den Zylinder

herum wird der Beton in die Außenschale

gegossen und mit sogenannten Rüttelflaschen

verdichtet. Die Stärke der Decke

oder der zwischen den einzelnen röhrenlörmigen

Hohlräumen gelegenen Stege

kann je nach Bedarf verstärkt werden.

Als Nebenprodukt Ist ein nadl dem gleidlen

- zum Bundespatent angemeldeten -

Verfahren entwickelter, äußerst korrosionsfester

öltank .. abgefallen '"

Nach Berechnungen des Architekten sollen

die Sdlutzbauten eine Druckresistenz von

9 kg je cm 1 haben. Die in natürlicher Größe

gezeigten Modelle sollen nach Aussage

ihrer Konstrukteure einer Belastung von

1000 Tonnen pro laufenden Meter standhalten.

Durch geringfügige Veränderung der Konstruktion

könne jeweils zwischen zwei

Lagen von Röhrenschutzbauten, durch Einziehen

von Stegen, Geräte-, Maschinen-.

Lagerräume und Notküchen in diesem

SchutZbausystem untergebracht werden.

Um den Besuchern einen möglichst umfassenden

Einblick in die Konstruktion zu geben,

zeigten die Aussteller das von ihnen

entwickelte .. Mehrzweckprojekt Haarzop'''.

Die Konstrukteure hatten dazu in Pappmama

und Holz das Namtigallental

(Grundstücksgröße 30 000 qm) mitsamt

14


Links außen : Der Innenraum eines

von zwei Essener Konstrukteuren

entwickelten Röhrenschutzbaues.

Unter dem Laufboden liegt der

EInlaßstutzen für die Belüftung; die

Abluft wird durch die Im oberen

verkleideten Tell liegenden KlappenventIle

abgeleitet.

Das Bild daneben zeigt, wie die Liegen

je nach Bedarf hochgeklappt werden

können und so die Insassen mehr

Bewegungsfreiheit erhalten.

Auf dem Bild oben erläutert der

Architekt ein Modell des von ihm

entwickelten Schutzbausystems

. GIGANT". Bei 5 cbm umbauten

Raumes entstehen nach seinen

Angaben 1000,- DM Baukosten je

geSchützte Person.

Bungalows und zwei- bis dreigeschossigen

Gebäuden maßstabgerecht nachgebildet.

Hob der BeSchauer die Oberfläche des

Pappgrundstücks mit seinen Holzbauten ab,

so tat er einen Blick in die .. Unterwelt" , die

den 23 (XX) Bewohnern der daraufstehenden

Gebäude Sdlutz und Sid'lerheit im Gefahrenfall

bieten soll.

Aufgeteilt in mehrere Etagen, in ein Drittel

Schutzraum und zwei Drittel Nutzflädlen,

soll den Menschen, die in dem maschenartig

angeordneten "Röhrenschutzbau" sitzen

und schlafen können, gleichzeitig die

Möglichkeit zur Bewegung gegeben werden.

Die Verbindung dieser Aufenthaltsräume

mit Kinderspielhallen, Notküchen,

Maschinen- und Geräteräumen, in denen

Notstromaggregate und Selbstbefreiungsgerät

zusätzlich untergebracht sind, soll

Paillikstimmung zu verhindern suchen.

Im Frieden könnten diese Anlagen, laut

Ausarbeitungen der Konstrukteure, den verschiedensten

Verwendungsmöglichkeiten

zur Verfügung stehen. Sei es, man richtet

Jugendherbergen oder Massenunterkünfte

für Großveranstaltungen ein oder aber

nutzt sie als Tiefkühlanlagen bzw. Lagerräume

für Notstandsvorräte (z. B. Lebensmittel,

Arznei- und Verbandmittel eie.).

Eine Verwendungsmöglichkeit dieser

Schutzbauten als unterirdische Hilfskrankenhäuser

oder Bereitschaftssteilen fur

Hilfskräfte, die bei gleich welchen Katastrophenfällen

und besonders im Falle einer

kriegerischen Auseinandersetzung tUr die

erforderlichen Rettungsmaßnahmen Hilfsmittel

wie Rettungsgerät, Motorlöschgerät

und Verbandmittel benötigen, sei gegeben.

Die Erstellung dieses SchutZbausystems

soll mit einem relativ geringen Kostenaufwand

verbunden sein.

"Bei zirka 5 m l umbauten Raumes pro Person

betragen die Koslen pro Kopf nicht

mehr als eintausend DM", verrieten die Erfinder,

die neben den Modellen in natürlicher

Größe auch eine ganze Anzahl verkleinerter

Beton- und Gipsmodelle der von

ihnen entwickelten Schutzbauten ausgestellt

hatten. Ein Modell machte die einfache

Herstellungsweise der " Röhren­

Schutzbauten " deutlich, die innerhalb weniger

Stunden in einer ausgeschachteten

Grube oder einem bereits vorhandenen

Bauwerk erstellt werden können.

Durch sinnvolle Veränderung des als "verlorene"

Innenschalung dienenden Blechzylinders,

zum Beispiel durch Verkleinerung

des Durchmessers von zirka 3 m auf

2 m, können Verbindungsröhren zwischen

Wohngebäuden und den im Garten oder

Hof etwa 1,5 munter Erdgleiche errichteten

Schutzbau erstellt werden. Im Notfall könn-

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GrosostraBe 3

15


Typ " HERKULES" - ein neuartiger

RÖhrenschutzraum, der nach den

Berechnungen der Architekten eine

Druckresistenz von 9 kg je cm' haben

soll. Unser Bild zeigt ein Modell

im Maßstab 1 :2.

Der Architekt erläutert einem

Journalisten an einem instruktiven

Modell den Vorgang des Betongußverfahrens

tür die Herstellung des von

ihm entwickelten Schutzbaues

Typ " HERKULES".

tan diese Röhren als Rettungswege dienen.

Desgleichen können sie als Notausgänge

selbst über größere Entfernungen angelegt

werden. Die Kosten wurden auch hier im

Verhältnis zu den herkömmlichen Methoden

als gering bezeichnet.

Da sich derartige Konstruktionen aber nicht

nur verkleinern, sondern auch bis zu bestimmten

Größen, die jedoch von den Erfindern

nicht näher bezeichnet wurden, erweitern

lassen, könnte man, da eine netzunabhängige

Stromversorgung eingeplant

ist, durch Einbau von Rolltreppen und Förderbändern

eine schnelle und reibungslose

Belegung selbst der entferntesten Röhrensdlutzbauten

mit Sdlutzsuchenden erreichen.

Dabei muß bei der Planung davon

ausgegangen werden, daß bei einer Belegung

des Schutzbausystems die eingeschleusten

Personen sofort bis zu einem

vorher festgelegten Punkt weitertransparliert

werden, um Stauungen an den durch

Dreh-Drucktüren und Gasschleusen gesicherten

Eingängen nach Möglichkeit auszuschließen.

Sollte dieses Problem In der Art des entwickelten

11 Mehrzweckprojekt Haarzopf" gelöst

werden, so würde den Anforderungen,

die an ein Luftstoß-Schutzraumsystem für

Großstädte gestellt werden, nach Ansicht

der Konstrukteure weitgehend entsprochen.

1. Große Teile der Bevölkerung einer Stadt

oder eines Stadtbezirks könnten selbst bei

kurzer Warnzeit das Röhrenschutzbausystem

erreichen.

2. Die Bevölkerung der Gebiete hoher

Wohndichte oder Personen, die sich in den

Ballungsgebieten (Geschäfts- und Büroviertel)

aufhalten, können schnellstens

durch das ineinandergreifende Röhrensystem

verteilt werden.

3. Das Röhrensystem kann als Rettungsweg

aus der vom Luftstoß getroffenen Stadt hinaus

in nichtbetroffenes, benachbartes Gebiet

dienen.

4. Selbst ein längerer Aufenfhalt, der sich

über einige Wochen erstreckt, ist bei der

gegebenen Bewegungsmöglichkeit und den

eingelagerten Vorräten und Werkzeugen

nebst Maschinen möglich.

5. Durdl Verbindung der Röhrenschutzbauten

mit den Befehls- und Einsatzstellen der

örtlichen ZS-Leltung würde eine länger

währende Abwesenheit der Führungs- und

Einsatzkräfte von ihren Familien vermieden

werden. Desgleichen könnten .. Versprengte"

wieder mit ihren Familien zusammen·

geführt werden.

All diesen Forderungen würde ein weltverzweigtes

"Röhrenschutzbausystem U , welches

weitgehend auch dem Netz der Ausfallstraßen

in Großstädten angepaßt sein

müßte, entsprechen. Inwieweit man bereits

vorhandene Tunnel der Untergrund· bzw.

Unterpflasterbahnen mit dem Röhrenschutzbausystem

verbinden kann, dürfte

von den örtlichen Gegebenheiten abhängig

sein.

Die Innenausstattung des Röhrenschutzbausystems

kann dem örtlichen Bedarf angepaßt

werden. Bei dem gezeigten Modell

vom Typ "Herkules", welches in natürlicher

Größe ausgestellt war, beträgt der Innendurchmesser

des röhrenförmigen Hohlraumes

2,50 m. Unter dem Laufboden ist

der Einlaßstutzen für die Frisch- bzw.

Schutzluftzufuhr untergebracht, die Auslaß·

klappenventile für die verbrauchte Luft befinden

sich im oberen Teil des Hohlkörpers.

Das MOdell bietet einer sechsköpfigen Familie

bequem Platz zum Stehen und Schlafen,

sowie zur Verrichtung der lebensnotwendigen

Bedürfnisse. Sind die Liegen, die

zu Je drei Stück pro Seite klapp bar angebrd.cht

sind. in Ruhestellung, so beträgt der

Zwischenraum im Schlalteil zwischen den

liegen noch rund 0,75 m. Klappt man die

Liegen hoch, so erhält man einen Laufboden

mit einer Durchgangsbreite von 1,38 m.

Werden nur die unteren Liegen hochge-

16


klappt, so erhält man eine Durchgangsbreite

von 1,04 m, während bereits viel

Personen auf den 1,875 m langen und

0,635 m breiten Liegen untergebracht sind.

Das Endstück des Schutzbaus wird in zwei

Räume unterteilt; in dem einen Raum ist

das Grobsandfilter für die Schutzbelüftung,

in dem anderen die Toilettenanlage untergebracht.

Laut der Berechnungen soll ein solcher Betonbunker

rund 6000 DM kosten. Wer Wert

auf "Wohnkultur" legt, muß allerdings

etwas auf den Preis drauflegen, denn bei

der Kalkulation wurden neben den Baukosten

nur die Klappliegen mit Schaumstoffauflagen,

die Grobsandfilteranlage und die

Toilettenanlage mit veranschlagt.

Die erstaunlich geringen Erstellungskosten

erklären die Konstrukteure mit der Einsparung

von Armierungsstahl; ihr Patent beruhe

auf dem dem Beton eigenen Spannungsaufnahmevermögen,

und da der Armierungsstahl,

der in einer herkömmlichen

Konstruktion verarbeitet werden müsse,

den Hauptanteil der Baukosten verschlinge,

sei bei einer Konstruktion, die weitgehend

ohne Stahlbewehrung auskommt, ein bedeutend

günstigerer Preis möglich.

Selbstverständlich sei auch beim Bau des

für den Familienbedarf vorgesehenen Röhrenschutzbaus

der sofortige und unlösbare

Verguß der Türzargen für die Drucktür einfacher

zu bewerkstelligen als bei Großschutzbauten

und dementsprechend billiger.

Bei Großschutzbauten In Röhrenform vom

Typ . GIGANT", der je nach Anzahl der erstellten

Röhren 24000 und mehr Personen

Schutz bieten kann, müßten je nach Bedarf

Eingangsbauwerke erstellt werden. Diese

könnten mit mehreren drucksicheren Drehtüren

ausgestattet ungefähr 100 bis 120

Menschen pro Minute und Tür bewältigen.

Auch das Problem der Weiterleitung der

eingesdlleusten Menschen wäre, wie bereits

erwähnt, zu lösen. Günther Wegen er

Kurz .... eldungen:

• Aufwendungen für Kernforschung 1956-1966

Nach einer Aufstellung des BMwF haben Bund und Länder in den Haushaltsjahren

1956-1966 für Forschung, Entwicktung und Nutzung auf dem Gebiet der Kernenerg;e

4,3 Md. DM bereitgestellt. Der Anteil des Bundes beträgt 69,2% = 3 Md. DM, die Länder

sind mit 30,8% = 1,3 Md. DM beteiligt. Diese Beträge entsprechen einem Anteil am Bruttosozialprodukt

von 0,06% im Jahre 1956 und 0,19% im Jahre 1966. Die Aufwendungen je

Kopf der Bevölkerung stiegen von 2,55 DM (1956) auf 14,97 DM (1966). 33,8% der Ausgaben

des Bundes entfielen auf Kernforschungseinrichtungen, 29,6% auf internationale

Organisationen, 16,4% auf die Entwicklung der Kerntechnik und 13% auf Hochschulen

und ihre wissenschaftlichen Institute. Die restlichen Beträge wurden für spezielle Zwecke

der Kernforschung, Strahlenschutzmaßnahmen, Verwaltung und Sachverständige ausgegeben.

Für die Förderung der Projektierung und Errichtung von Versuchs- und

Leistungsreaktoren und Demonstrations-Kernkraftwerken wurden 350,7 Mill. DM bereitgestellt;

das entspricht 11 ,7% der Gesamtaufwendungen des Bundes. Der Etat der Länder

wurde überwiegend von den Kernforschungseinrichtungen (65,7%) in Anspruch genommen.

DAtF

• Infrarotgeräte melden Waldbrände

Eine neue Erfindung zur Bekämpfung von Waldbränden ist in Kanada gemacht worden.

Sie besteht aus einem infraroten Detektor, der, unter ein Flugzeug montiert, die geringsten

unnormalen Wärmespuren auf der Erdoberfläche registriert. Auf diese Weise wird es

künftig möglich sein, beginnende Waldbrände ebenso zeitig festzustellen und genau zu

lokalisieren wie offene Feuerstellen.

wfj

• Verwendung von Nebelschlußleuchten

Das Bundesministerium für Verkehr teilt mit: Die Immer wieder auftretenden außerordentlich

schweren Auffahrunfälle bei Nebel haben den Bundesminister für Verkehr veranlaßt,

am 27. Juli 1966 in einer Ausnahmeverordnung zur Straßenverkehrszulassungsordnung

(StVZO) die Verwendung von Nebelschlußleuchten für rotes Licht in amtlich genehmigter

Bauart zuzulassen, die eine bessere rückwärtige Kenntlichmachung der Kraftfahrzeuge bei

starkem Nebel bewirken. Die Verwendung derartiger Nebelschlußleudlten soll zunächst

gestaltet und bei Bewährung später vorgeschrieben werden. Für alle mehrspurigen Fahrzeuge

wird ferner zur " SdlOelisicherung " nach dem Anhalten oder Uegenbleiben bei

Pannen das sogenannte Warnblinklicht gestattet, bei dem alle am Fahrzeug vorhandenen

Blinkleuchten gleichzeitig aufleuchten. Bei Bewährung soll au ch diese Warnblinkanlage

später verbindlich vorgeschrieben werden.

17


VI. Teil. Fortsetzung aus ZB Nr. 9/66

• •

lVI e

Bel der Entwicklung der Zivilen

Verteidigung in der Bundesrepublik

setzte sich nur langsam die

Einsicht durch, daß der Schutz der

Zivilbevölkerung die wichtigste

Aufgabe jeder Verteidigung Ist.

Die Im Jahre 1956 unter der

Federführung des BMf erstellten

Arbeitspfäne sahen als vordringliche

Maßnahmen u. a. auch den Ausbau

verteidigungswichtiger

Fernmeldeverbindungen vor.

7. Nachdem die Zuständigkeiten zwischen

den Bundesressorts feststanden, wurden

sie vom Bundesverteidigungsrat beauftragt.

umgehend langfristige Arbeitspläne für die

verschiedenen Aufgabengebiete aufzustellen.

Bei den nun anlaufenden Arbeiten ergab

sich eine Vielzahl äußerst schwieriger

Probleme.

Wie bel den Vorarbeiten fü r das Vorläufige

Luftschutz-Programm stellte sich zunächst

die Frage einer Konzeption für die zivile

Notstandsplanung. Es war sehr bald klar,

daß die allgemein gehaltenen Grundannahman

der NATO nicht ohne weiteres auf die

besonderen Verhältnisse der Bundesrepublik

im Herzen Europas übertragen werden

konnten. Weiterhin ließ sidl nidlt übersehen,

daß eine VerwirklidlUng der NATO­

Empfehlungen erhebliche finanzielle Mittel

erforderte, die zu dem Finanzbedart für

die militärische Verteidigung hinzutraten.

Schlleßlidl wurde deutlich, daß zahlreiche

Probleme nldlt ohne gesetzliche Regelungen

zu lösen waren.

Trotz dieser Schwierigkeiten wurden im

Laufe des Jahres 1956 umfassende Arbeitspläne

ausgearbeitet und unter Federführung

des Bundesministers des Innern in

Interministeriellen Besprechungen aufeinander

abgestimmt. Da indessen die Fülle

der Aufgaben nicht in kurzer Zeit zu bewältigen

war und sich zudem der Mangel

an qualifiziertem Personal hinderlidl bemerkbar

machte, wurde aus den umfassenden

planerischen überlegungen zunächst

ein Programm vordringlidler Maßnahmen

entwickelt. Dieses sah Einrichtungen zur

Warnung der Bevölkerung über den Rundfunk

und durdl örtliche Alarmanlagen, die

Vorbereitung von Teilevakuierungen, die

Einrichtung von Hilfskrankenhäusern sowie

eine Verstärkung der Arzneimittelbevorratung,

die Einlagerung von Lebensmitteln,

den Ausbau verteidigungswichtiger Fernmeideverbindungen,

Notmaßnahmen fü r die

Bedarfsdeckung au f dem Verkehrssektor

und Vorkehrungen zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit

von Regierungsstellen vor.

Dieses Programm wurde vom Bundesvertei-

18


Ministerialrat Dr. jur. Dr. phil. Ullrich Eichstädt, Bonn

erte.

• •

I

un

Ihre Entwicklung in der Bundesrepublik

dlgungsrat am 4. Dezember 1956 auf Grund

eines Vortrages des Bundesministers des

Innern gebilligt. Abgesehen von den schon

früher eingeleiteten reinen Luftschutzmaßnahmen

steht es am Anfang der zivilen Notstandsplanung

in der Bundesrepublik. Im

Laute des Jahres 1957 wurde es so weit

konkretisiert, daß auf seiner Grundlage

Haushaltsmittel angefordert werden konnten.

8. Im Jahre 1958 wurde erstmals in den

Bundeshaushalt ein besonderer Einzelplan

für die zivile Noistandsplanung eingefügt.

Obwohl die Durdlführung des Notstandsprogramms

in den Zuständigkeitsbereich

mehrerer Bundesressorts fiel, wurden die

Haushaltsmittel In dem neuen Einzelplan

36 zusammengefaßt, um eine Aufsplitterung

der sachlich zusammengehörenden Ansätze

auf die verschiedenen Einzelpläne der

Fachressorts zu vermeiden.

Der Einzelplan 36 gliedert sich zunächst in

fünf Kapitel, die von den beteiligten Bundesministerien

bewirtschaftet wurden. In

Kap. 3604 waren die Ansätze für die Notstandsmaßnahmen

im Geschäftsbereich des

Bundesministers des Innern veranschlagt.

Hier lagen die Schwerpunkte bei den Ausgaben

für fernmeldetechnische Führungsverbindungen,

für Ausweich- und Hilfskrankenhäuser,

für die Bevorratung von Verbandstoffen

und ärztlichem Gerät sowie

den Aufbau einer Brückenbauorganisation.

Das dem Bundesminister für Wirtschaft zugeordnete

Kap. 3605 enthält Ansätze zur

Sicherung der öffentlichen Versorgung. Dafür

war ein Zweijahresplan aufgestellt worden,

der sich auf 80 Mio DM belief, von denen

zunädlst 20 Mio DM für den Schutz

von Personal und wichtigen Einrichtungen

der Versorgungsbetriebe, für zusätzliche

Versorgungsanlagen in Notzeiten, insbesondere

Notbrunnen, Düker, Umgehungsund

Verbundleitungen sowie für die Bevorratung

von Geräten, Ersatzteilen und Betriebsstoffen

veranschlagt waren. Im Kap.

3606, das die Ausgaben für die Notstandsmaßnahmen

auf dem Gebiet der Ernährung

enthielt, lag der Schwerpunkt bei der Anlage

einer Notstandsreserve an Lebensund

Futtermitteln. Dabei wurde zunädlst

der Ankauf von 10000 t Reis, 8000 t Hülsenfrüchten

und 60000 t Kraftfuttermitteln

vorgesehen. Auf dem Verkehrssektor enthielt

Kap. 3607 in erster Linie Ansätze zur

Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur unter

Verteidigungsgesidltspunkten sowie zur

Bevorratung von Ersatzteilen, Geräten und

Betriebsmaterialien. In Kap. 3608 waren

schließlich die Kosten zur Sicherung der

Nachric:htenverbindungen für leitende

Dienststellen veranschlagt. Dieses Kapitel

bewirtschaftete der Bundesminister für das

Post- und Fernmeldewesen. Aus ihm sollten

die Beschaffungskosten für transportable

Fernmeldeeinrichtungen, der Ausbau

von Umgehungs- und Vermaschungsanlagen

und von Fernmeldeeinric:htungen im Nahverkehrs

raum bestritten werden. Insgesamt

sah dieser erste Einzelplan 36 für 1958 für

Zwecke der zivilen Notstandsplanung Ausgaben

in Höhe von rd. 123,3 Mio DM vor.

Damit war eine reale Grundlage fü r die

weiteren Arbeiten geschaffen.

Neben dem Einzelplan 36 waren jedoch

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Prospekte Nr. 609 106

noch an anderer Stelle des Bundeshaushalts

gesondert für den zivilen Bevölkerungsschutz

Mittel ausgeworfen. Da der

Einzelptan 36 ein re iner Realplan sein, d. h.

keine Personal- und Verwaltungsausgaben

enthalten sollte, wa ren die Haushaltsmittel

für das Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz

und seinen nach geordneten

Bereich in Kap. 0619 mit insgesamt 35,2

Mio DM ausgebracht. Außerdem enthielt

das Kap. 0620 die allgemeinen Bewilligungen

für den zivilen Bevölkerungsschutz, die

auf dem vorläufigen Luftschutz-Programm

beruhten und sich auf 76,7 Mio DM beliefen.

Endlich waren auch noch im Einzelplan

des Bundesministers für Wohnungsbau bei

Kap. 2504 6,7 Mio DM für den baulichen

Luftschutz ausgebracht. Zusammen beliefen

sich dIese Ansätze auf 118,6 Mio DM,

die mit den Veranschlagungen Im EinzeIplan

36 einen Gesamtbetrag von rd. 241,9

Mio DM ergaben.

Die getrennte Ausweisung der Haushaltsmittel

für den zivilen Bevölkerungsschutz

und die sonstigen Aufgabengebiete der zivilen

Notstandsplanung führten verschiedentlich

zu der Auffassung, daß der zivile Bevölkerungsschutz

selbständig neben der zivilen

Notstandsplanung stünde, Zu dieser

Vorstellung trug die Ansicht bei, daß der

zivile BevölkerungssdlUtz eine humanitäre

Aufgabe habe, während die zivile Notstandsplanung

den Zwecken der Verteidigung

diene. Dabei wurde aber verkannt,

daß der Schutz der Zivilbevölkerung die

wichtigste Aufgabe jeder Verteidigung ist

und diese Ihren Sinn verliert, wenn sie den

Schutz der Volkssubstanz nicht gewährleistet.

So setzte sich denn auch bald die

Einsicht durch, die zivile Notstandsplanung

als Oberbegriff und den zivilen Bevölkerungsschutz

als eines ihrer Aufgabengebiete,

und zwar als ihr wichtigstes, anzusehen.

Entsprechend dieser Erkenntnis wurde der

Einzelplan 36 im Jahre 1959 umgegliedert.

Dazu trug die Notwendigkeit bel, den Haushalt

auf diesem wichtigen Gebiet übersichtlicher

zu gestalten. So wurden die bisherigen

allgemeinen Bewilligungen für den zivilen

Bevölkerungsschutz in das Kap. 3604

des Bundesministers des Innern eingefügt,

das damit das finanzielle Kernstück des

Einzelplans 36 bildete. Das bisherige Kap.

2504 wurde nun als Kap. 09 ebenfalls in

den Einzelplan 36 überführt, doch verblieb

seine Bewirtschaftung beim Bundesminister

für Wohnungsbau. Auf diese Weise waren

nun alle Ansätze für die zivile Notstandsplanung

in einem Einzelplan vereinigt. Lediglich

das Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz

behielt ein besonderes Kapitel

im Einzelplan 06, um den Charakter des

Einzelplans 36 als Realplan nicht zu gefährden.

Bei dieser Gliederung des Einzelplans 36

ist es bis 1965 geblieben. In diesem Jahr

wurde er durch die Au swe isung eines

neuen Kap. 3610 für Maßnahmen auf dem

Gebiet der Wasserwirtschaft nochmals erweitert.

Nachdem die diesbezüglichen Ansätze

bis dahin in dem Kap. 3605 des BundesmInisters

für Wirtschaft veranschlagt

worden waren, trug diese Ergänzung der

Zuständigkeit für die Wasserwirtschaft auf

den Bundesminister für Gesundheitswesen

Rechnung. Der Einzelplan 36 umfaßte damit

endgültig sieben Kapitel.

9. Sei all diesen Bemühungen läßt sich jedoch

nicht übersehen, daß der zivilen Notstandsplanung

im Rahmen der deutschen

Verteidigungsanstrengungen lange Zeit nur

eine zweitrangige Bedeutung zukam. Aus

außen- und sicherheitspolitischen Erwägungen

genoß die militärische Verteidigung absolute

Priorität. Nachteilig wirkte sIch dabei

die Tatsache aus, daß der BundesverteidJgungsrat

über keinen eigenen Stab zur Erarbeitung

von Richtlinien und Grundlagen

für die gesamte Planung der militärischen

und der zivilen Verteidigung verfügte. Derartige

Richtlinien lassen sich nur in ständiger

täglIcher KleinarbeIt aufstellen, zu der

nur fallweise zusammentretende Gremien

auf höchster Ebene weder bestimmt noeil

In der Lage sind. Eine besondere Planungsbehörde

mit Weisungsbefugnissen gegenüber

den Ressorts zu schallen, war indessen

nicht möglich. Nach Art. 65 GG führt

jeder Bundesminister seinen Geschäftsbereich

Innerhalb der vom Bundeskanzler bestimmten

Richtlinien der Politik selbständig

und unter eigener Verantwortung. Er kann

daher außerhalb der RichtlInienkompetenz

des Bundeskanzlers keine Weisungen von

Irgendeiner anderen Stelle erhalten. Überdies

hätte sich eine derartige Planungsbehörde

praktisch als Instanz zwischen die

Ressorts und das Kabinett geschoben.

Es wäre indessen möglich gewesen, eine

Planungsstelle für alle Verteidigungsbereiche

zu schaffen, die, ohne Weisungsbefugnisse

zu besitzen, ihre Arbeiten mit den

beteiligten Ressorts abgesti mmt und Meinungsverschiedenheiten

Im Kabinett zur

Entscheidung gestellt hätte. In dieser letztgenannten

Richtung lag denn auch der Auftrag,

den der damalige Bundesminister für

besondere Aufgaben, Dr. Krone, durch Erlaß

des Bundeskanzlers Im März 1963 erhielt.

Dadurch wurde ihm eine Zuständigkeit

für die Gesamtplanung und Koordinierung

aller Fragen der Verteidigung übertragen.

Es bestand jedoch Übereinstimmung

darüber, daß dieser Auftrag die Zuständigkeiten

des Bundesministers des Innern,

insbesondere seine Koordinierungsfunktion

auf dem Gebiet der zivi len Notstandsplanung,

unberührt ließ. Zur Erfüllung

seiner Aufgaben bedient sich der Bundesminister

für besondere Aufgaben und

spätere Vorsitzende des BundesverteidIgungsrates,

Dr. Krone, einer neu geschaffenen

Unterabteilung für Verteidigung und SIcherheit

im Bundeskanzleramt, der gegenüber

Ihm ein fachliches Weisungsrecht zu ­

steht. Weitergehende Vorstellungen sind in

jüngster Zeit in der Offentlichkeit erörtert

worden (2), doch Ist der Ausgang dieser

Erörterungen noch nicht zu übersehen.

Fortsetzung folgt

(2) Vgl. Seemann, Die Lendesverteidigung dor

Bundesrepublik als organlsatorlscnes Problem, In

Wehrkunde 1966, S. 221 H., und von ZItzewitz, Ge-

8amtverteldlgung ohne OrganisatIonsgesetz, In

Wehrkunde 1966, S. 328 If.

20


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Kernkraft in Europa

11. Foratom-Kongreß 1965. Herausgeber Deutsches Atomforum

e. V., Bonn, Koblenzer Straße 240. In deutscher, französischer

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Kernkraftwerke wirtschaftlich? Gibt es auch einen Markt für kleine

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graB .. Kernkraft in Europa - vom Rohstoff bis zum Verbund", der

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wurde. Die Berichte und Diskussionsbeiträge aus 15 europäischen

Ländern sind jetzt vom Deutschen Atomforurn veröffentlicht

worden. Sie besitzen aktuelle Gültigkeit, obwohl die Entwicklung

der Kernenergie rasch fortschreitet. Das handliche Berichtsbuch

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vermitteln auch dem interessierten Laien eine gute Orientierung

über diesen neuen Zweig der Wissensdlaft und Technik.

Das Buch ist wie der Kongreß in fünf Sektionen eingeteilt: Uranvorräte

- Brennelemente - Heutige Kernkraftwerkstypen - Einsatz

der Kernkraftwerke im Verbund - Künftige Nutzung der Atomenergie

in Europa.

Im Vorwort schreibt Foratom-Präsident Dr. Prentzel u. a., daß nunmehr

auch in Europa die Kernkraftanlagen im Begriff sind, in den

Kreis der wirtschaftlich interessanten Energieerzeuger einzutreten.

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daß die friedliche Nutzung der Kernenergie einen wesentlichen

Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit leisten kann.

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in Verwaltung und Wirtschaft, in Politik und Wehrwesen, in

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& Meyer, Heidelberg.

Das Buch kommt aus der Praxis und will der Praxis dienen. Der

Verfasser hat dem Planspiel in der Ausbildung des Verwaltungsnachwuchses

die Bahn gebrochen. Als Leiter der Württembergisd"len

Sparkassenschule und als Dozent an der Staatlichen Verwaltungsschule

in Stuttgart hat er eineinhalb Jahrzehnte das Planspiel

angewandt und ausgestaltet. Das Planspiel, das ursprünglich

aus dem Heerwesen stammt, wurde inzwischen auch von Wirtschaftsführern

für die Unternehmensleitung übernommen. Der

Autor geht davon aus, daß rasche Veränderungen in der Umwelt,

wie politische, soziale, wirtschaftliche und technische Entwicklung,

von Führungskräften vermehrtes Fachwissen, vor allem aber Erken'ntnis

der Wirkungszusammenhänge in den verwickelten Beziehungen

der Sachgebiete, verlangen. Leitende Personen brauchen

nidlt nur Einsicht und Übersicht; sie müssen fähig sein, sich auf

dem laufenden zu halten, sich selbst und Mitarbeiter zu unterrichten,

sich üben im Wägen und Wagen, in Urteilsbildung und Entscheidung,

in der Kunst, Mitarbeiter und sonstige Beteiligte zu

überzeugen durch besonnenen Ein satz menschlicher Arbeitskraft

durch kluge Verfügung über vorhandene Mittel. Alles das läßt sich

erlernen durch eine aktive Lehrmethode; " Lernen durch Tun."

Dieser Forderung entspricht das angewandte Planspiel, das damit

zum Bildungsmittel, zum Versuchsfel d und zum Führungswerkzeug

wird. Max Rehm zeigt an Hand von Beispielen, wie das Planspiel

beim Einzelmensdlen Kräfte wachrufen und steigern kann, wie es

zur Zusammenarbeit führt und die Sadle fördert. Es erweist

seinen Nutzen auf dem Gebiet der Verwaltung und Politik. Es dient

zur Einübung von Katastropheneinsätzen, und es ist, wie der Autor

sagt, "Ansatzpunkt zur Besserung und Heilung gesellschaftlicher

Zustände". H. F.

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Dr. Eva-Maria Geimick, Walter Haag , Rudolf Häusler, Martin Hecht,

Willy Hoffschild, Hans-Pater Kaufner, Professor Dr. med. Heinrich

Kliewe, Friedrich Krüger, Fritz Pichin, Gerd Schipke, HubertTeusch,

Erwin Vent, Hermann Wackerhagen, Fritz Wagner.

Fachliche Koordination : Rudolf Häusler.

Gesamtbearbeitung: Institut und Verlag Mensch und Arbeit.

304 Seiten, 240 Zeichnungen, zum Teil zweifarbig, zahlreiche Tabellen,

gebunden in Linson, DM 16,- ; erschienen im Verlag Mensch

und Arbeit, München.

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Grundfragen der Führung und Ausbildung; Waffenwirkungen

und Gefahren; Schutl und Abweh r (Selbstschutzgemeinschaft,

Baulicher Schutz. Warnsystem, Atem- und Körperschutz, Brandschutz,

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Wir werden auf das Buch noch näher eingehen.

21


tromaos

Nutzung der Kernkraft hat das Stadium d

Das erste deutsche Großkernkraflwerk Grundremmlngen

wurde Im August zum erstenmat

"kritisch ". Elektrisch e Leistung: 237000 kW.

MI" _: Versuchsstand für Steuerstabantriebe.

Steuerstäbe dienen zur Einstellung der Rea k­

torleistung. Unten: Helßdamplreaktor Im Bau.

Inden frühen Morgenstunden des 14. August 1966 wurde der

Reaktor des Kernkraftwerks Grundremmingen erstmals .. kritisch

", das heißt, nach der Beladung des Reaktors mit uranhall

igen Brennstoffelementen begann zum erslen Male eine Kettenreaktion

der Kernspaltung. Es werden nun weitere Versuche mit

diesem Reaktor folgen, bis er im Herbst mit der Stromerzeugung

beginnen kann. Voraussichtlich im Dezember wird das Kernkraftwerk

schließlich seine volle l eistung von 237000 kW erreichen und

an das Verbundnetz abgeben. Mit dieser leistung ist das Kernkraftwerk

RWE-Bayernwerk in Grundremmingen die zur Zeit größte

Anlage ihrer Art in der Welt. Allerdings wird sie schon im nächsten

Jahr vom Kernkraftwerk Oyster Creek in New Jersey übertrOffen

werden. das mit 550 000 kW mehr als die doppelte leistung des

deutschen Kernkraftwerkes aufweisen wird. Aber auch diese

Anlage wird nicht lange den ersten Platz behaupten können. Vor

wenigen Wochen wurde von der Tennessee Val1ey Authority eine

Anlage gleichen Typs mit zwei Reaktoren von je 1 100 000 kW in

Auftrag gegeben, die 1970fi1 ihren Betrieb aufnehmen wird.

25 Jahre nach der Entdeckung der Kernspaltung hat die wirtschaftliche

Nutzung der Kernkraft das Stadium der Wirtschaftlichkeit

erreicht und sich zumindest in den am weitesten fortgeschrittenen

ländern gegen die herkömmlichen fossilen Energieträger

weitgehend durd1gesetzt. Mehr als die Hälfte aller in diesem Jahr

in den Vereinigten Staaten in Auftrag gegebenen Wärmekraftwerke

sind bereits Kernkraftwerke, und man erwartet, daß die Kernenergie

in Zukunft ihre Position noch weiter ausbauen kann.

Um die Jahreswende 1938 39 wurde die Kernspaltung in Deutsd1-

land entdeckt. Ende 1942 gelang in den Vereinigten Staaten die

erste kontrollierte, sid1 selbst erhaltende Kettenreaktion der Kernspaltung.

Im Sommer 1954 konnte in der Sowjetunion ein erstes

kleines Versuchskraftwerk und im Herbst 1956 in Großbritannien

bereits eine erste größere Anlage mit 40000 kW elektrisd1er leistung

in Betrieb genommen werden. Ende 1963 wurde schließlich

gegen harte Konkurrenz der herkömmlid1en Energieträger unter

rein kommerziellen Bedingungen der Auftrag für das sd10n erwähnte

Kernkraftwerk Oyster Creek erteilt.

Gegenwärtig sind in GrOßbritannien Kernkraftwerke mit einer

Gesamtleistung von 3,4 Mill. kW in Betrieb, mehr als 2,6 Mill. kW

befinden sid1 im Bau, und weitere 1,2 Mil!. kW sind fest geplant

In den Vereinigten Staaten sind knapp 2 MiI!. kW in Betrieb. weItere

18 Mil!. kW befinden sid1 im Bau oder sind bestellt und 7 Mill

kW fest geplant. Von den Bestellungen entfallen allein 8 MIII. kW

auf das erste Halbjahr 1966. Italien hat drei Kernkraftwerke mIt

680 000 kW in Betrieb und einige weitere geplant. In Frankreid1

befinden sich 350000 kW in Betrieb, mehr als 2 Mitl. kW Im Bau

und weitere 2 Mi!1. kW in der Planung. In Deutsd1land sind in der

Bundesrepublik drei Anlagen mit einer elektrisd1en Gesamtleistung

von 300 000 kW fertiggestellt, während in der sowjetisd1en

22


a

irtschaftlichkeit erreicht

Besatzungszone ein Kernkraftwerk mit 70000 kW seinen Betrieb

aufgenommen hat. Werke für 700 000 kW befinden sich im Bundesgebiet

im Bau.

Unter den verschiedenen Reaktortypen. die heute für Kernkraftwerke

in Betradlt gezogen werden, können zwei Grundtypen als

technisdl erprobt gelten: der in Großbritannien und Frankreich

entwickelte Typ des gasgekühlten NatursdlUtzreaktors mit Graphit

als Neutronenbremsmittel und der in den Vereinigten Staaten entwickelte

Leichtwasserreaktor, bei dem normales Wasser als Kühlmittel

und Neutronenbremsmittel (Moderator) dient, während der

BrennstOff aus leicht angereichertem Uran besteht. Der erste größere

Gasgraphitreaktor ist seit nunmehr zehn Jahren in Calder Hall

in Betrieb und hat sich während dieser Zeit als äußerst zuverlässig

erwiesen. Die gesamte Ausfallzeit tür das Kernkraftwerk lag bei

weniger als 10 v. H. und damit wesentlich unter dem Durchschnitt

der Ausfallzeiten bei herkömmlichen Kohle- und Ölkraftwerken.

Von einem der ersten größeren Leichtwasserreaktoren, dem

Yankee-Kraftwerk in Rowe (Massachusetts), liegen inzwisdlen

fünf jährige Betriebserfahrungen vor, die ebenfalls die große

Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit der Anlage zeigen. Außerdem

hat sidl dabei ergeben, daß das Kraftwerk in dieser Periode

25 v. H. mehr Strom erzeugte, als man ursprünglich erwartet hatte,

während die Gesamtkosten um 23 v. H. unter den anfänglichen

Sdlätzungen lagen.

Calder Hall und Yankee gehören jedoch bereits zu den Veteranen

unter den Kernkraftwerken. Ihre Leistung und ihre Wirtsdlattlichkeit

wird von den neueren Anlagen bei weitem übertroffen. Während

die durchschnittlichen Stromerzeugungskosten bei Yankee

innerhalb der letzten fünf Jahre knapp 1 US-Cent je Kilowattstunde

betrugen, red'met man damit, daß das Tennessee Valley Authority­

Kernkraftwerk Strom zu einem Viertel dieser Kosten erzeugen

kann, wobei allerdings auch besonders günstige Finanzierungsmöglichkeiten

eine Rolle spielen. Immerhin haben Berechnungen

ergeben, daß heute angebotene Kernkraftwerke mit einer Leistung

von etwa 600 000 kW unter den in Deutschland üblichen Finanzierungsbedingungen

Strom zu 2,5 Pf je Kilowattstunde erzeugen

könnten und damit jedes Steinkohle- und Öl kraftwerk, ja selbst die

meisten Braunkohlekraftwerke unterbieten würden.

Dieses für die wirtschaftliche Nutzung der Kernkraft außerordentlich

günstige Ergebnis hat hauptsächlich zwei Gründe. Zum einen

ist es im Laufe einer sehr kurzen Entwicklungszeit gelungen, die

Anlagekosten der Kernkraftwerke drastisch zu senken, so daß sie

heute bei Anlagen mit Leichtwasserreaktoren nicht höher liegen

als die Anlagekosten vergleichbarer Kohlekraftwerke (nämlich bei

etwa 550,- DM/kW für Anlagen von 500000 bis 600000 kW). Zum

anderen zeichnen sich Kernkraftwerke wegen des hohen Energiegehaltes

ihres BrennstOffs durch sehr niedrige Brennstoffkosten

aus, die für Leichtwasserreaktoren zwischen 0,5 und 0,9 Pf/kWh

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23


links: Blick aus der Vogelperspekllve auf das

GroOkernkraftwerk lIngen, das an der Ems

errichtet wird. Das Gehäuse hai kOrzlich die

mit Spannung erwartete Druckprobe bestand en.

Oben : In der Kernforschungsa nlage des landes

Nordrheln-Westlalen In JOllch stehen die

Forsdlungsreaktoren Merlin und Dldo. Merlin

(unser Bild) Ist ein Schwimmbadreaktor.

Rechts: Unser Bild zeigt einen " Cask", d. h.

einen besonderen Absdlirmbehl lter, In dem

hoch radioaktive Brennstoffe ohne Gefahr IOr

die öffentlichkeit befördert werden kOnn,n.

und für Gasgraphitreaktoren zwisdlen 0.4 und 0.7 Pf/ kWh liegen

während die Brennstoffkosten bei Olkraftwerken in Deutschland

auf 1,8 Pf/kWh und bei Kohlekraftwerken (ohne die Auswirkungen

der Subventionen) auf mindestens 2,2 PI kWh veranschlagt werden

müssen. Für die dritte Kostengruppe, die Betriebs- und Reparaturkosten,

ergeben sich nach den jetzigen Erfahrungen mit

Sicherheit keine Nachteile für die Kernkraftwerke gegenüber ihren

herkömmlichen Konkurrenten. Auf langere Sicht dürften vielmehr

auch in diesem Bereich größere Vorteile für die Kernkraftwerke

zu verbuchen sein.

Da Kernkraftwerke einen sehr niedrigen Arbeitspreis haben und

hierin nur noch von den laufwasserkraftwerken übertroffen werden,

ist es wirtschaftlich, mit ihnen soviel Strom wie möglich zu

erzeugen. Kernkraftwerke werden also aus ökonomischen Gründen

vornehmlich die Grundlast zu decken haben. Das sichert ihnen

eine hohe Auslastung, obwohl sie technisch den Schwankungen

des Bedarfs besser als große Kohle- und Olkraftwerke angepaßt

werden können. Umgekehrt wird die Ausnutzung der mit einem

hohen Arbeitspreis belasteten Kohle- und Olkraftwerke dadurch

verringert. Berechnungen haben jetzt jedoch eindeutig ergeben,

daß die wirtschaftlichen Vorteile der besseren Kernkraftwerkausnutzung

die Nachteile der schlechteren Ausnutzung der übrigen

Wärmekraftwerke bei weitem überwiegen.

Die heute in Kraftwerken des Bundesgebietes installierte elektrische

l eistung betragt 40 Mltl . kW. Mehr als 90 v. H. davon entfallen

auf Wärmekraftwerke, hauptsächlich auf Steinkohle- und

Braunkohlekraftwerke. Da der Strom bedarf ziemlich stetig ansteigt

und sich Innerhalb zehn Jahren ungefähr verdoppelt, müssen we i­

tere Kraftwerke gebaut werden. Da wirtschaftlich ausnutzbare

Wasserkräfte nicht mehr zur Verfugung stehen, werden diese Neubauten

fast ausschließlich Wärmekraftwerke sein müssen. Die erwartete

Gesamtleistung fü r 1970 liegt bei 55 Mil!. kW, für 1975 bei

80 Mill. kW und lür 1980 bei 100 bis 110 Mill. kW. Zwischen 1970

und 1980 werden also mehr Kraftwerke in Betrieb gehen müssen.

als bis heute gebaut oder in Auftrag gegeben wurden. Angesichts

der ausgezeichneten wirtschaftlichen Aussichten der Kernkraftwerke

kann man erwarten. daß mindestens die Hälfte dieser neuen

Kraftwerke Kernkraftwerke sein werden.

Schon heute Ist abzusehen, daß 1980 Kernkraftwerke mit einer

leistung von 25 bis 30 Mil!. kW zur Stromversorgung des Bundesgebietes

beitragen und wegen ihrer voraussichtlich sehr hohen

Ausnutzung mehr als ein Drittel des dann benötigten Stroms erzeugen

werden - das entspricht fast der gesamten Stromerzeugung

sämtlicher deutschen Kraftwerke im vergangenen Jahr. Die

übrigen zwei Drittel der deutschen Stromerzeugung des Jahres

1980 werden aber weiterhin von herkömmlichen Kraftwerken bereitgestellt

werden müssen. Mithin muß auch die leistung dieser

Kraftwerke in den nächsten 15 Jahren weiter erhÖht werden, wenn

auch nicht im selben Tempo wie die leistung der Kernkraftwerke.

Eine unmittelbare Bed rohung der herkömmlichen Kohle- 'und 0 1-

kraftwerke durch die Kernenergie ist daher nicht zu befürchten.

Im rasch wachsenden Elektrizitätsmarkt wird die Kernenergie die

herkömmlichen Energieträger auf absehbare Zeit nicht verdrängen,

sondern vielmehr in willkommener Weise ergänzen.

Kernkraftwerke benötigen als Brennstoff Uran. Der geschätzte

Gesamtbedarf der Bundesrepublik bis zum Beginn der achtziger

Jahre liegt bei 50000 t Uran. Zu heutigen Preisen repräsentiert

diese Menge einen Wert von 3 Mrd. DM. Wollte man denselben

Energiegehalt mit Hilfe von Steinkohle bereitstellen, so wären

dafür vier Jahresproduktionen mit zusammen etwa 500 Mil!. t erforderlich,

die einen Wert von 30 Mrd. DM repräsentieren. Zahlen

in derselben Größenordnung würden sich ergeben, wenn man statt

Steinkohle 01 zur Bedarfsdeckung heranztehen wollte. Abbauwürdiges

Uran Ist in Deutschland nur in verhältnismäßig geringen

24


Mengen gefunden worden. Es dürfte jedoch keine sehr großen

Schwierigkeiten bereiten, das erforderliche Material in Kanada,

den Vereinigten Staaten und Süd afrika zu kaufen, und zwar ohne

daß dadurch eine nennenswerte Devisenbelastung für die deutsche

Volkswirtschaft eintreten würde. Im Gegenteil ist sogar zu vermuten,

daß der Export von Kernkraftwerken in andere Länder, zu

dem die deutsche Industrie von der Basis eines gesicherten Binnenmarktes

aus sd10n bald in der Lage sein dürfte, die Devisenbilanz

im Bereich der Kernenergie ins Positive wenden wird.

Die zuversichtliche Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen

Reaktorbauindustrie ist nicht unbegründet. Mit Unterstützung

des Bundes hat sich diese Industrie seit nunmehr zehn Jahren

mit den Möglichkeiten, aber audl den Schwierigkeiten dieser neuen

tedmischen Entwicklung auseinandersetzen können. Heute befinden

sich im Bundesgebiet neun Unterrichtsreaktoren im Betrieb,

ferner wurden 14 Forschungsreaktoren errichtet, drei Versuchsund

Prototypreaktoren sind fertiggestellt, vier weitere befinden sich

noch im Bau; und sdlließlidl steht das erste größere Demonstrationskernkraftwerk

vor der Aufnahme des Leistungsbetriebs,

während zwei weitere in Lingen an der Ems und Obrigheim am

Neckar 1968 zum ersten Male Strom ins öffentlidle Netz liefern

werden. An allen diesen Anlagen war die deutsche Industrie maßgeblich

beteiligt. Bel den meisten hat sie die alleinige Verantwortung

übernommen. Die Angebote, die von ihren Unternehmen

für große Kernkraftwerke in den vergangenen Monaten auf dem

deutschen und dem Weltmarkt abgegeben wurden, haben inzwisd1en

erwiesen, daß sie sich gegenüber ihren ausländischen Konkurrenten

durchaus behaupten können. So dürfte auch von dieser

Seite her die Voraussetzung für eine schnelle Nutzung der Kernenergie

für friedliche Zwecke im Bundesgebiet gegeben sein.

DIeser Beitrag wurde dem Bulletin des Presse- und Informallonsamles der

Bundesregierung Nr. 110 entnommen.

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25


Aus

Giften

kommt

die Heilung

Alte deutsdle Arznelbüdler 1OI;ren

zahlreiche Heilmittel an, die Schlangenlleisch

und Schlangengift als

wichtige Bestandteile enthalten. Im

Ältertum stellte man aus SdllangenfeU Heilsalben

her. Man war damals auch mit dem

Schlangengift recht vertraut. Mancher Meuchelmord

wurde damit ausgeführt. Um sid"l

selbst vor einem derartigen Schicksal zu

bewahren. suchten mächtige Herren immer

wieder nach Gegenmitteln. Man vermutete.

daß Wirkstoffe aus Schlangen gegen das

Gift derselben Tiere helfen müßten. So kam

man auf den Theriak, jene Paste mit

Sdllangenlleisdl, die dem König Mithridates

von Pontus zugeschrieben wurde

(121 bis 64 v. ehr.) und die bis Ins

18. Jahrhundert hinein als Universalmittel

gegen jede Vergiftung und Ansteckung

hoch geschätzt und teuer bezahlt wurde.

In feierlichem Zeremoniell pflegten die

Apotheker des Mittelalters den Theriak

mehrmals Jährlich herzustellen. Oft fand die

Handlung unter freiem Himmel, auf dem

Marktplatz der Stadt, auf einem prächtig

geschmückten Tisch statt.

Heilmittel gegen Cholera, Aussatz und Tollwut

stellte man aus dem Gift der Schlangen

her. Heute ist man davon überzeugt, daß

bei der damaligen Art der Zubereitung

längst eine Zersetzung eingetreten sein

mußte und somit die wirksame Substanz

zerstört war. Um die Wirkung zu erhalten,

bedarf es einer hochentwickelten Forschung

und Methodik. Beide stehen uns

jetzt zur Verfügung und erlauben es uns,

wertvolle, haltbare Arzneimittel aus Schlangengiften

herzustellen.

Nicht alle Schlangen sind

gefährlich

Bei weitem nicht alle Schlangenarten sind

giftig. In Deutschland sind sogar alle. bis

auf die Kreuzotter, harmlos, und es ist

schade, wenn sie aus unnötiger Angst erschlagen

werden. Von den Giftschlangen

der Erde kennt die Wissenschaft 390 verschIedene

Arten, während man insgesamt

2300 Schlangensorten zählt. Nur eine verhältnismäßig

kleine Zahl von Schlangenarten

liefert ihr Gift für Heilzwecke. Man

hält die Tiere hierzu in sorgsamer Pflege

wissenschaftlicher Institute. Allmonatlich

entnimmt man aus ihren Zähnen das Gift,

indem man sie in den Rand einer flachen

Glasschaie beißen läßt.

Oie wenigen Tropfen wasserheller Flüssigkeit,

die man auf diese Weise erhält, geben

der Wissenschaft viele Rätsel auf. Man weiß

noch immer nidlt, woraus das Gift im einzelnen

besteht. Jedodl steht fest, daß viele

kompliziert gebaute Eiweißverbindungen

und Fermente darin enthalten sind. Der Biß

einer Giftschlange wirkt lähmend auf das

Herz und die Nerven, zerstörend und gerinnungstördernd

auf das Blut. Es kommt

zur Bildung gewaltiger Schwellungen; die

betroflenen Glieder sterben ab. Demgegenüber

Ist die einheimisdle Kreuzotter recht

harmlos. Nur sehr selten wirkt ihr Biß tödlich;

folglich muß man von ihrem Gift, falls

man es In Medikamente einarbeitet, verhältnismäßig

viel zusetzen.

26


Serum bringt Hilfe

Welchen Nutzen haben nun Schlangengiftpräparate?

Durchweg werden sie gegen

Nervenkrankheiten eingesetzt. also z. B. bei

Epilepsie, Veitstanz, Migräne, Rheumatismus

oder Neuralgien. Manche Zubereitungen

finden bei Blutungen und 8 lulgerinnungsstörungen

Anwendung.

Es sei nidlt vergessen, auch auf die Giftschlangen

sera hinzuweisen. Sie werden dadurch

gewonnen, daß man gesunde Versuchstiere,

z. B. Rinder, Hammel und Pferde,

mit Sdllangengift vorsichtig impft und

diese Prozedur bei allmählich steigenden

Dosen wiederholt. Die Tiere bleiben dabei

kerngesund. weil sie Zeit haben , sich an

das Gift zu gewöhnen. Dann kann man darangehen,

ihnen wieder Blut abzunehmen,

es von verschiedenen Beimengungen, vor

allem von Eiweiß und Blutkörperchen, zu

befreien und in Ampullen abzufüllen. Dieses

" Serum", wie die helle Fraktion des

Blutes heißt, enthält einen hohen Anteil an

Abwehrstoffen gegen das Schlangengift;

sie wurden durch langsame Gewöhnung im

Tierkörper gebildet. Wird nun ein Mensch

von einer giftigen Schlange gebissen, so

gibt man ihm möglichst rasch die Injektion

eines solchen Serums. Der Erfolg stellt sich

in den meisten Fällen ein. Das Schlangengift

wird durch das Serum neutralisiert.

Dr. K. T.

Das Bild auf der gegenüberliegenden

Seite entstand auf einer

Schlangenfarm in Florida, USA,

wo wissenschaftliche Institute

Gift für Heilzwecke gewinnen.

Eine Kobra wird . gemolken" (oben).

Nur wenige Tropfen wasserheller

Flüssigkeit erhält man so.

Auf dem Umweg über Versuchstiere

wird GIftschlangenserum gewonnen.

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27


Ohne

Wasser

kein

Leben

Oas kann heute hier und morgen dort

geschehen: Behelfsmäßige Wesserversorgung

tUr die Bevölkerung einer Großstadt.

Von Dr. Ruth Tangemann

Oas .Ind nicht die Spuren eines Kriege.

oder eine. Oammbruch., .ondern

die eines " gewöhnlichen" Hochwasser ••

Tritt es ein, fallen nicht nur Gas und Strom

aus. Auch die Wallerhlhne geben nicht.

mehr her von dem guten Naß.

Nicht die geringste Sorge dürfte vielen

Familien die Trinkwasserbevorratung

bereiten. Wir alle wissen : Trinken ist

notwendiger al s essen. In der Not kann

der Körper besser eine Zeitlang ohne Nah·

rung au skommen, doch braudlt er, wenn

keine schweren Störungen eintreten sollen,

täglich rd. zwei Liter Flüssigkeit. Das ist der

Mindestbedarf schon bei sitzender Tätig·

keit, der in Form von Getränken und in der

Nahrung aufgenommen wird.

Bei den Naturkatastrophen der letzten Jah·

re fielen vielfach nicht nur Strom und Gas

8US, auch 8US den Wasserhähnen kam kein

Tropfen des so selbstverständlichen erfrj·

sehenden Nasses. In vielen Städten der

Bundesrepublik stand man nadl längeren

Trockenperioden "Schlange" nach Wasser,

das Wagen durch die Straßen fuhren. Das

kann jeden Tag hier oder dort wieder pas·

sie ren , in normalsten, friedlichsten Zelten.

Damit müssen wir allerdings 8uch rechnen

- wer könnte es le vergessen?! -, wenn

wider unseren Willen wieder härteste Zei·

ten über uns kommen sollten.

Ohne Wasser kein Leben. Ohne Trinken

kein Überleben. Wasser und andere Ge·

28


tränke müssen in unserem Krisenvorrat also

an erster Stelle stehen. Das ist gewiß eine

teure, eine Zeit und Kraft raubende und

eine viel Platz beanspruchende Forderung.

Und je weniger man das leugnet, um so

drängender wird sie jedermann erscheinen,

der schon wasserlose oder wasserarme

Zeiten mitgemacht hat. Hierbei müssen wir

vom Regen verwehrenden Wettergott bis

zum radioaktiven Fallout denken, der uns

zwingen könnte, 14 Tage im Keller auszuhalten.

Zwei liter Wasser pro Kopf und Tag sind

rd. 30 liter Wasser in 14 Tagen für ein

Familienmitglied. Sie können teilweise

durch Obstsäfte, Mineralwasser und limonaden

ersetzt oder ergänzt werden. Jedoch

bleibt Trinkwasser der Hauptbestandteil.

Für Kleinkinder sind kohlensäurehaltige

Getränke sowieso unzuträglich. Getränke in

Flaschen und Dosen kann man mühelos

austauschen, jede Familie hat sie heute

wohl sowieso im Haus, man braucht den

Tages- oder Wochenbedarf nur allmählich

zu steigern und einen oder mehrere .. Kästen"

im Keller zu stapeln. Man kann sie

beim Einzelhandel erstehen oder sich von

Vertriebsfirmen ins Haus liefern lassen, wobei

nodl die Schlepperei entfällt.

Mehr Mühe hat man mit dem Trinkwasser.

Wir brauchen zunächst einmal gut verschließbare

Kannen. Flaschen, Behälter

oder Kanister, möglichst aus nicht rostendem

und unzerbrechlichem Material. Die

Industrie bietet heute schon die verschiedensten

Behältnisse an. Wer Camping

macht, kennt sie. Sie müssen natürlich

gründlich gereinigt und keimfrei gemacht

werden. Und dann muß regelmäßig probiert

werden, mit der Nase und mit der Zunge.

Leitungswasser, Brunnenwasser und Quellwasser

sind verschieden, ebenso die Temperaturen

der Aufbewahrungsorte. Also

muß man ganz individuell feststellen, wann

der Vorrat erneuert werden muß.

Hierbei sollte Familien- und Nachbarschaftshilfe

einsetzen. Die " Fünf-Tage-Woche-Väter"

sollten den "Sieben-Tage-Woche-Müttern

" großer Familien dieses " gewichtige"

und somit nicht unbeschwerliche

Erneuern des Trinkwasservorrats abnehmen.

Ebenso sollten gesunde, jüngere

Menschen dieses Pensum den Alten, Gebrechlichen,

Kranken und alleinstehenden

Frauen - es sind rd. 10 Millionen Menschen

und mehr - abnehmen oder ihnen

dabei behilflich sein. Denn gefüllte Wasserkanister

wiegen schwer.

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung

der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände

e. V., Bonn, aus der "verbraucher

rundschau " , Heft 7, August 1965, übernommen.

Oben: Eine durch die Feuerwehr betriebene

Wasseraufbereitu ngsanlage in einem

Hochwassergebiet. Unten : Mineralwasser

eignet sich gut zur Bevorratung. Flaschen

und Dosen kann man mühelos austauschen.

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29


LANDES STELLEN berichten ••• LANDESSTELLEN berichten ••• LANDESSTELLEN berichten.

NORDRHEIN-WESTFALEN

• BLSV beteiligt sieh am .. Tag

der oHenen Tü," der PolizeI

Die PolIzeIdIrektion Mönchenglad·

bach·Rheydt-Viersen, die Im StadtgebIet

Mönchengladbach stationiert

1st, beabsichtigte sm 2. Juli

einen .. Tag der offenen Tür" durchzufuhren.

In einer Besprechung mit

PolIzeidIrektor Classen konnte der

Ortssteilenleiter eine Beteiligung

::Ies BlSV an dieser Veranstaltung

"ereinbaren. Da für die Besucher

auf dem zur Polizeikaserne gehörenden

Gelände auch Ausstellun­

;}en und Vorführungen stattfanden,

Nar die Möglichkeit gegeben, dort

Übungen eines Selbstschutzzuges

zu zeigen.

Der dem BLSV zur Verfügung gesteltteAusstellungsraum

hatte eine

Größe von 20 x 25 m und bildete

eIn von drei Seiten umschlossenes,

zum Besucher hin offenes Viereck.

Durch den Filmwagen, Ausstellungsgut

der landessteUe und

mehrere Löschkarren konnte die-

5er Raum wirkungsvoll genutzt

werden. Oie Eigenständlgkeit der

drei beteiligten Städte war durd"l

ein Großfoto der Jeweiligen örtlid"len

LuftschutzleIter herausgestellt.

Ein Selbstschutzzug, bestehend

aus einer Kraflspritzen- und Rettungsstaflet

aus Mönchengladbach

und einer Laienhetferstaffel aus

Rheydt, führte mehrfach Im Laufe

des Tages folgende Übungen vor:

Ablöschen einer brennenden Puppe

; Abseilen einer Puppe von

einem 4 m hohen Podest; Versorgung

eines verletzten Menschen;

kOnstliche Atmung durch Orospirator

und Transport des Verletzten.

Als letzte Vorführung des Tages

löschte die Kraflspritzenstaffel

einen In Brand gesetzten etwa

4 m hohen Holzstoß ab. Oie VorfOhrungen

, unterstOtzt durch den

FlImwagen mit eigener Lautsprecheranlage,

fanden große Beachtung.

In der zum "Tag der offenen TOr"

herausgegebenen Festschrift war

ein Beitrag des Ortsstellenleiters

mit dem Thema .. Der Selbstschutz

heute ~ enthalten Da die Festschrift

In vielen tausend Exemplaren kostenlos

an die Besucher und an

alle POlizeidienststellen Im Regierungsbezirk

verteilt worden ist, bedeutete

dies eine zusätzliche

Werbung.

Anläßlich des Besuches der BLSV­

Ausstellung konnten mit Persönlid"lkelten

des öffentlichen Lebens

erfolgreiche Kontaklgespräche ge­

IOhrt werden.

Oie Landesstelle spricht auf diesem

Wege allen Helfern und Bediensteten,

die In der brütenden

Sonnenhitze ihrer Informationsaufgabe

voll und ganz nachgekommen

sind, Dank und Anerkennung

aus.

Auf dlm Hof der Pollzllkaserne In M6nchengladbach konnte ,Ich der

BLSV sm • Tag dIr off.nen TOr" beteiligen. Wie schon so oft, rlel

auch hier der Li5schkerren besonderes Interelle hervor.

HESSEN

• GlachuUe Spred'ler

In großem Ausmaß besteht bel den

Helfern der Landesstelle Hessen

Interesse an einer Rednerschulung.

Bereits zum dritten Mal fuhrte das

Hauptsachgebiet VI eine solche

Schulung auf der Landesschule

Braunleis durch. Sedlzehn freiwillige

Helfer und hauptamtlich Bedienstete

hatten sich gemeldet und

wurden in die Voraussetzungen,

die erforderlich sind, um In Aufklärungsveranstaltungen

zur Bevölkerung

sprechen zu können, ein-

30

geführt. Hierzu gehört nicht nur

das fundierte Wissen um alle Fragen,

die den Zivilschutz angehen.

Oie Form des Vortrages verlangt

auch Kenntnisse der Redetechnik,

die den Teilnehmern von fachmännischer

Seite vermittelt wurden.

Der Referent der Volkshochschule

Wiesbaden, Ernst Knorr, eine versierte

Fachkraft auf dem Gebiete

der Rednerschulung, fand starken

Anklang bei seinen Zuhörern, die

sich zum Abschluß der Schulung

einer Prüfung unterzogen, der auch

ein Vertreter der Bundeshauptsteile

beiwohnte. Allen Teilnehmern

konnte durch den Vertreter des

Landessteilenleiters, Hauptsachgebietsleiter

Joch, die Befähigung

als Aufklärungssprecher zuerkannt

werden. P.

• Reglerungsprb ldenten

unterstützen BLSV-Arbelt

In fast gleIchlautenden Verfügungen

haben die Regierungspräsidenten

von Darmstadt und Wiesbaden

an die Oberburgermeister der

Städte und die Landräte ihres Bezirkes

Verfügungen hinsichtlich der

Zusammenarbeit mit den Dienststellen

des Bundesluftschutzverbandes

erlassen. In Ihnen heißt es:

"Der Bundesluftschutzverband, dessen

Aufgabe In § 31 des 1. ZBG

klar umrissen ist, hat in den letzten

Monaten bel seiner Aulklärungsarbeit

in allen Städten und

Gemeinden des Bezirkes die

Unterstützung durch die kommunalen

Verwaltungen erreichen können,

die notwendig ist, um die

Bevölkerung über die Grundbegriffe

des Selbstschutzes aufzuklären.

Aufgrund dieser guten

Zusammenarbeit konnte der Bundeslultschulzverband

in einer Reihe

von Landkreisen recht erfreuliche

Fortschritte in seiner Arbeit erzielen.

Lediglich in einzelnen Fällen

war die Arbeit dadurch erschwert,

daß die zuständigen Behördenleiler

bzw. deren Sachbearbeiter

über die auf dem Selbstschutzgebiet

gültigen Rechtsnormen und

Verfügungen nicht genügend informiert

waren. Oie Leiter der Ortsund

Kreisstellen und auch die

Bezirksstellenteiter haben sich bemuht,

in Besprechungen mit den

örtlich zuständigen BehördenleItern

aufkommende Zweifelsfragen

im Interesse des weiteren Aufbaues

des Selbstschutzes zu klAren.

Oie den Behörden und dem

BLSV gestellten Aufgaben sind

aber nur in guter Zusammenarbeit

zu erfüllen. Ich richte deshalb erneut

die Bitte an die leitenden

Kommunalbeamten in den Städten,

Gemeinden und Landkreisen, die

Im BLSV tätigen ehrenamtlichen

und hauptamtlichen Mitarbeiter Im

vertretbaren Rahmen zu unterstützen,

wenn sie zu Kontaktaulnahmen

vorsprechen. Zugleich bitte

Ich, Mitarbeiter der eigenen Verwaltungen

sowohl für Lehrgänge

des Zivilschutzes als auch für Ausbildungsveranstaltungen

des Betriebsselbstschutzes

freizustellen,

damit sie in der Lage sind, die

ihnen zugewiesenen Aufgaben des

Zivilschutzes richtig zu lösen."

Diesen VertOgungen waren Anschriftenverzeichnisse

der BLSV­

Dienststellen Im Jeweiligen Regierungsbezirk

beigefügt.

BADEN-WORTIEMBERG

• Stadt nimmt Selbslsd'lulzzug In

Ihre Obhut

Als erste Stadt In Baden-Württemberg

nahm Murrhardt, die dem vor

den Toren der Landesmetropole

gelegenen schönen " Schwäbischen"

Wald seinen Namen geg~

ben hat, einen Selbstschutzzug in

Ihre Obhul

In einer klelnan Feierstunde Obernahm

Bürgermeister Götz In Gegenwart

zahlreicher Persönlichkeiten

des öffentlichen Lebens den

Zug und bedankte sich im Namen

der Bürgerschaft und der Stadtverwaltung

für die gut ausgerüstete

und hervorragend ausgebildete

SchutzeinheIt, die den Schutzfaktor

des Gemeinwesens erheblich

verstärke. Der Bürgermeister erinnerte

daran, daß der Zug bei den

Bürgern in gutem Ansehen stehe

weil er aus eigener Initiative viele

gemeindliche Aufgaben erfüllt und

freiwillig geleistet habe, ohne das

"Stadtsäckel " zu beiasien. Mit den

Worten : " Ich freue mich, daß Sie

Ihren ehrenamtlichen Dienst zum

Nutzen der Stadt und ihrer Bevölkerung

ausüben, und danke Ihnen"

wandte er sich an die in ihren

blauen Arbeitsanzügen angetretenen

Männer des Selbstschutzes. In

Murrhardt Ist durch verantwortungsbewußte

Frauen und Männer umfangreiche

Vorarbeit geleistet und

damit für andere Städte beispielgebend

gewirkt worden. Götz bat

die Angehörigen des Selbstschutzes,

auch in Zukunft zur Mitarbeit

bereit zu sein, um die Im Gesetz

verankerten Aufgaben zu erfüllen

Die Unpopularität des Zivilschutzes

müsse man aus den schlechten Erfahrungen

der Vergangenheit begreifen;

aber es wachse eine junge

Generation heran, d ie erkennen

wird, daß Im Selbstschutz aus der

Verantwortung zur Hilfe Dienst am

Nächsten geleistet wird. Seitens

der Stadt wird der Selbstschutz

jede Unterstützung erfahren.

In Würdigung seiner Verdienste

um den Zivilschutz und den Aufbau

des Selbstschutzes In Murrhardt

wurde dem OrtssteIlenleIter,

Stadtpfleger In Ruhe Gürr, vom

Le iter der BezirkssteIle Nordwürttemberg,

Hans Scholz, die Ihm

vom Vorstand des Bundesluftsch

utzverbandes verliehene BLSV­

EhrefJnadel überreld'll G. K.

NORDRHEIN-WESTFALEN

• Kataslrophenhllfe

Schwere Gewitterregen In der zweiten

Hälfte des Juli fOhrten In mehreren

Orten des Landessteilenbereichs

zu Überflutungen der

Straßen, so daß die Wassermassen

In Keller- und Lagerräume eindrangen.

Zahlreiche Helfer der jeweiligen

Dienststellen des BLSV beteiligten

sidl an der Hilfeleistung für

die betroffene Bevölkerung.

In Bottrop wurden Ausstellungsräume

eines Möbelgeschäfts sowie

Vorrats lager einer Imbißstube und

eines EiscaMs leergepumpt.

In Voerde. Kreis Dinslaken, konnte

an sedls Stellen von BLSV-Helfern

tatkräftige Hilfe geleistet werden.

Bel einem Unwetter in Aachen gelang

es den BLSV-Helfern, In den

Kellergeschossen der Technischen

Hochschule wichtige technische Anlagen

vor größerer BeschädIgung

durch das eindringende Wasser zu

schützen.

In allen Fillen zollte die BevOlkerung

den Helfern Dank und Anerkennung.


DESSTELLEN berichten ••• LANDESSTELLEN berichte

NIEDERSACHSEN

• Englische Gäste In Voldagsen

Als Erwiderung eines Besuches

unserer BLSV-Helfer in der Stadt

Scunlhorpe im Vorjahre besuchten

in diesen Tagen Angehörige der

britischen Zivilverteidigung die

Stadt Lüneburg.

Die englischen Gäste, die von dem

Chef der Zivilverteidigung von

Scunthorpe, Mr. Hudson, geführt

wurden, besichtigten zuerst das

Warnamt in Rodenberg am Deister.

Der Leiter des Warnamtes, Kleinert,

gab in einem einführenden

Vortrag einen überblick über die

Organisation des Warn- und Alarmdienstes.

Unter der fachkundigen

leitung der Herren Zimmermann

und Kretschmar wurden dann den

Gästen die Anlagen des Hauses

gezeigt und die neuzeitlichen Warneinrichtungen

erläutert.

Gegen 13 Uhr traf die englische

Delegation in der Landesschule

NIedersachsen in Voldagsen ein,

wo sie von Landesstellenleiter

Walter Jörn In englischer Sprache

herzlich begrüßt wurde. Der Landesstellenleiter

wies in seiner Ansprache

besonders auf die Gastfreundschaft

hin, die unsere Helfer

In Scunthorpe genossen hatten,

und dankte den Teilnehmern dieser

Besuchsreise für ihr Interesse, das

sie den Bestrebungen und Zielen

des Bundesluftschutzverbandes

entgegenbringen.

Nach dem Mittagessen hielt der

Leiter der Landesschule, Wilfried

Prell berg, einen Vortrag über Wesen,

Aufgabe und Ziele des Bundesluftschutzverbandes,

der, da er

ebenfalls in englischer Sprache gehalten

wurde, bei den Gästen großen

Anklang fand. Prell berg verstand

es, in der Kürze der ihm zur

Verlügung stehenden Zeit ein

lückenloses Bild der Arbeit unseres

Verbandes zu geben.

Daran anschließend wohnten die

Gäsle im Hof der Landesschule

einer übung eines Selbstschutzzuges

aus Goslar bei. Während

dieser übung, die unter der Leitung

von Selbstschutzlehrer Tjark

Seil stand, wurde die Selbstbefreiung

von Leichtverschütteten, die

Bekämpfung eines kleinen Entstehungsbrandes

und eines MitteIbrandes

sowie die Befreiung von

Schwerverschülteten demonstriert,

wobei der Selbstschutzzug mit seinen

drei Staffeln voll zum Einsatz

kam . Auch ein Rettungshund konnte

Innerhalb der übung der Rettungsstaffel

sein Können mit Erlolg unter

Beweis stellen. Im Stallgebäude

war behelfsmäßig eine Verletztenablage

eingerichtet. Hier versorgte

die Laienhelferstaffel die von der

Reltungsstaffel Geborgenen. Mit

Erster Hilfe versehen, wurden die

Geborgenen zu r Verletztensammelstelle

gebracht, wo ärztliche Hilfe

als gegeben angenommen wurde.

Die gesamte übung wurde unter

Maskenschutz bei einer angenommenen

Verstrahlungsdosis von

10 r/h durchgefUhrt. Dies wu rde

den Gästen noch besonders durch

die Verstrahlungssimulaloranlage

vor Augen geführt, bei welcher die

Helfer mit Strahlennachweis- und

Meßgeräten die im Simulator angezeigte

Strahlendosis reg istrieren

konnten.

Den Abschluß dieser Schauübung,

der die englischen Gäste sehr

interessiert gefolgt waren, bildete

die Besichtigung der Gerälehalle

sowie des Trümmergeländes der

Landesschule. Die Besucher, die

dann im gemütlichen Beisammensein

ihre Meinungen und Ansichten

austauschten, waren sidl in einem

Punkte einig, daß die ihnen vorgeführte

Übung vollkommen ihren

VorsIellungen entsprod1en habe

und so wirklichkeitsnahe wie nur

möglich durchgeführt worden sei.

Einige bezeichneten den Tag in

Voldagsen als das schönste Erlebnis

ihrer Reise. In EinzeIgesprächen

konnte man feststellen, daß

die AngehörIgen der British Civil

Defence es gleidl uns, den Helfern

des BLSV, als eine der schönsten

Aufgaben empfinden: helfen zu

wollen, zu dürfen und zu können.

E. O. Radek

BREMEN

• BereItscheft zur Selbsth ilfe

Zu diesem Thema referierte der

Hauptsachgebietsleiter 111 im Rahmen

einer Landestagung der Arbeitsgemeinschaft

demokratischer

Kreise, die am 4. Juni in Bremerhaven

stattfand und unter dem

Leitgedanken " Bevölkerungsschutz,

Notstand und deulsche Souveränität"

stand.

Der Referent kam über die Begriffsbestimmungen

auf dem Gebiet

der zivilen Verteidigung und

dem 1. ZBG auf das Selbstschutzgesetz

und sprach unter Zuhilfenahme

der Dokumentation des

Volksbundes für Frieden ~nd Freiheit

e. V. "Luftschutz, sinnvoll im

Osten - sinnlos im Westen?" die

Nutzanwendung der ZivIlschutzgesetzgebung

an. Dabei wurde

u. a. auf folgende Probleme eingegangen

: Wie sieht das kalkulierbare

Risiko aus, wenn der globale

atomare Vernichtungsschlag nicht

stattfindet? - Was hat die Bundesregierung

bisher an gesetzgeberIschen

Zivilschutzmaßnahmen in die

Wege geleitet? - Welche Erfolge

haben die ehrenamtlichen BLSV­

Helfer in den vergangenen 9 Jahren

im Rahmen der AufgabensteIlung

nach § 31 des 1. ZBG erreichen

können ?

Nach der Mittagspause wurde der

Film "Helfende Nadlbarschaft" vorgeführt,

dem eine ergiebige Aussprache

über geeignete Maßnahmen

zum Schutz der Zivilbevölkerung

folgte.

Der Hauptsachgebietsleiler 111

nahm dabei Gelegenheit. darauf

hinzuweisen, daß in Bremen und

Bremerhaven laufend Ausbildungsveranstaltungen

- "Selbstschutzgrundausbildung"

- stattfinden und

bat die Anwesenden. an derartigen

Lehrgängen noch vor Inkrafttreten

der Selbstschutzpflicht teilzunehmen,

um sich für die öffentlichkeitsarbeit

in der Arbeitsgemeinsd1aft

demokratischer Kreise auch

auf dem Gebiet des Zivilschutzes

das notwendige Rüstzeug anzuei

gnen. E. L.

STELLENßUSSCHREIBUNG

Beim Bundesluftschutzverband, bundesunmittelbare Körperschaft

des öffentlidlen Rechts, sind nachstehende SIelIen zu besetzen :

Kennziffer 21

Hauptsachgebletsleiter für Personalangelegenheiten in

der Landesstelle Nordrhein-Westfalen in Recklinghausen

- BesGr. A 10 BBesG -

Kennziffer 22

Hauptsachgebietsleiter für Haushaltsangelegenheiten

In der Landesstelle Niedersadlsen in Hannover

- BesGr. A 10 BBesG -

Kennziffer 23

Verwattungshilfssachbearbeiter in der Landesschule in

Voldagsen bei Hameln - BesGr. A 8 BBesG -

Kennziffer 24

Hilfssachbearbeiter im Hauptsachgebiet für Personalangelegenheiten

der Landesstelle NIedersachsen in

Hannover - BesGr. A 7 BBesG -

Kennziffer 25

Hilfssachbearbeiter im Hauptsachgebiet für Personalangelegenheiten

der Landesstelle Bayern in Münd"len

- BesGr. A 7 BBesG -

In der BundeshauptsteIle in Köln:

Kennziffer 26

Hil fssachbearbeiter im Referat für Personalangelegenheiten

- BesGr. A 7 BBesG -

Kennziffer 27

Sachbearbeiter im Referat für Haushaltsangelegenheilen

- VGr. Vb BAT -

Kennziffer 28

Sachbearbeiter im Referat VIII (Fortbildung im BLSV,

Vorsduiftenwesen) - VGr. Vb BAT -

Kennziffer 29

Sachbearbeiter im OrganisatIonsreferat -

BAT-

Kennziffer 30

Hilfssachbearbeiter im Organisationsreferat -

VI b BAT-

Anforderungen:

VGr. Vb

VGr.

Zu 21 bis 26: Befähigung für den gehobenen bzw. mittleren nichttechnischen

Dienst in der allgemeinen und inneren Verwaltung.

Kenntnisse auf dem Gebiet des öffentlichen Dienstes, Erfahrungen

in der Personalverwaltung bzw. im Haushalts-, Kassen- und

Rechnungswesen.

Zu 27: Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet des HaushaUsA,

Kassen- und Recflnungswesen, möglichst In der Rechnungsprüfung.

Zu 28 und 29 : Langjährige Erfahrungen aus Tätigkeiten in größeren

BLSV-Dlenststellen.

Zu 30: Fähigkeiten zur Herstellung von Zeichenarbeiten (Kartenergänzungen,

statistIsch-graphische Darstellungen).

Bei Vorliegen der Voraussetzungen Trennungsgeld und Umzugskoslen

nach den gesetzlichen Bestimmungen. Der BLSV ist bei

der Wohnraumbeschaffung behilflich.

Bewerbungen mit ausgefülltem Personalbogen, handgeschriebenem

lebenslauf, Lichtbild und beglaubigten Abschriften vorhandener

Zeugnisse werden unter Angabe der Kennziffer bis 15. November

1966 erbeten an den

Bundeslultschulzverband - Bundeshauplstelle -

5 Köln, Merloslraße 10-14.

Personal bogen slehen auf Anforderung (mit Kennzifferangabe) zur

Verfügung. Persönliche Vorstellung nur nach Aufforderung.

31


ESST ELLEN berichten ••• LANDESSTELLEN berichten ••• LANDES STELLEN berichten ••• LANDESSTELLEN berichten •••

Lehrgänge der Bundesschule des BLSV in Waldbröl

Vom 8. bis 15. November"

Abschlußlehrgang Tell 11

Teilnehmer: Ausbilder, die die Lehrbefähigung erwerben wollen

Zweck: Erwerb der Lehrbefähigung

Voraussetzung: Erfolgreich abgeschlossener Abschlußlehrgang Teil I

Vom 8. bis 11 . November:

Sonderlehrgang Masch inisten-Ausbilder

Teilnehmer: Selbstschutzlehrer und Ausbilder, die zur Ausbildung von

MaschinIsten der Krsftspritzenstalleln vorgesehen sind

Zweck: Nachweis der Befähigung zur Ausbildung von Maschinisten

Voraussetzung: Ausbildungsbelählgung

Vom 8. bis 11. November:

Fachlehrgang Selbs'schulzfOhrung 11

Teilnehmer: Bezlrks-, Ortssteilenleiter und Sachbearbeiter I aus Orten

uber 30 000 Einwohner, Bereidls-, AbSchnitts-, TeilabschniUsstelienleiter

und Ausbildungskräfle nach besonderer Aufforderung

Zweck : Fachausbildung in der Selbslschutzfuhrung

Voraussetzung : Fachlehrgänge Selbslschutz'uhrung I und ABC-Schutz 11

Vom 22. bis 25. November:

AbschluOlehrgang Tell I

Teilnehmer: Ausbilder, die die lehrbefähigung erwerben wollen

Zweck: Vorbereitung auf den Teil 11 des Abschlußlehrgangs

Voraussetzung : Fachlehrgänge ABC-$d1utz I und 11, Selbstschutzführung I,

erfolgrefch abgeschlossener Aufbaulehrgang

Vom 22. bis 25. November:

Sonderlehrgang Selbstschutzlehrer Tell I

Teilnehmer: Selbstschutzlehrer, die vor 1964 ihre lehrberechtigung erworben

haben

Zweck: Vertiefung der bisherigen Kenntnisse in den Fachgebieten Brandschutz

und Rettung. Weiterbildung In den Fachgebieten, einheitliche

Ausrichtung auf den neuesten Stand

Vom 22, bis 25. November:

Fachl ehrgang ABC-Schutz 11

Teilnehmer: Bezirks-, Ortssteltenleiler und Sachbearbeiter I aus Orten

uber 30 000 Einwohner, Bereichs-, Abschnitts- und Teilabschnillssteilenleiter,

Ausbilder, die sich auf den Abschlußlehrgang Tell I vorbereiten

bzw. im Abschlußlehrgang erneut die Auflage zum Besuch dieses lehrgangs

erhalten haben

Zweck: Vertiefung der Kenntnisse auf dem Gebiet ABC-Schutz

Voraussetzung : Aufbaulehrgang (Ausbildungskrälte), Fachlehrgänge

(Fuhrungskräfte)

Vom 29. November bis 2. Dezember:

Fachlehrgang SelbstschutzlUhrung I1

Teilnehmer: BezlrkS-, Ortsstellenleiter und Sachbearbeiter I aus Orten

uber 30 000 Einwohner, Bereichs-, Abschnitts-, Teilabschnittsstellenleiter

und AusbildungskräHe nach besonderer Aufforderung

Zweck: Fachausbildung in der Selbstschutzführung

Voraussetzung: Fachlehrgänge Selbstschutztührung I und ABC-Schutz 11

Vom 29 November bis 2. Dezember:

Sonderlehrgang Selbstschutzlehrer Tell I

Teilnehmer: Selbstschutzlehrer, die vor 1964 ihre lehrberechtigung erworben

haben

Zweck: Vertiefung der bisherigen Kenntnisse in den Fachgebieten Brandschutz

und Rettung. Weiterbildung in den Fachgebieten, einheitlidle

Ausrichtung auf den neuesten Stand

Vom 29. November bis 2. Dezember

Sonderlehrgang Maschinisten-Ausbilder

Teilnehmer: Selbstschutzlehrer und Ausbilder, die zur Ausbildung von

Maschinisten der Kraftspritzenstafleln vorgesehen sind

Zweck : Nachweis der Befähigung zur Ausbildung von Maschinisten

Voraussetzung : Ausbildungsbelähigung

Vom 6. bis 9. Dezember:

Fadllehrgang ABC-Sdlutz 11

Teilnehmer: Bezirks-, Ortsstellenleiter und Sachbearbeiter I aus Orten

uber 30 000 Einwohner, Bereichs-, Absdlnitts- und Teilabschniltsstellenleiter,

Ausbilder, die sich auf den Abschlußlehrgang Teil I vorbereiten

bzw. Im Abschlußlehrgang erneut die Auflage zum Besuch dieses lehrgangs

erhalten haben

Zweck : Vertiefung der Kenntnisse auf dem Gebiet ABC-Schutz

Voraussetzung : Aulbaulehrgang (Ausbildungskräfte), Fachlehrgänge

IFührungskrälte)

32

SAARLAND

• Eindrucksvolle Dokumentation

Die Sankt-lukas-Apotheke im

Stadtteil Saarbrücken-Burbach

zeigt eine nicht alltäglidle Schaufensterausstellung.

Eine sich über

sämlliche Fenster der Vorderfront

(12 Meter) hinziehende Dokumentation

steht unter dem Motto:

" überleben durch Selbstschutz!"

Den Blick des Fußgängers ziehen

zunächst zwei blitzsaubere Reifen

mit nagelneuen Profilen an. Der

Beschauer mag an die Werbung

der Reifenindustrie für die .. Sicherheit

auf den Straßen" denken. Unmittelbar

darauf wird ihm jedoch

bewußt, daß sich die eindringlichen,

immer wiederkehrenden

Worte " überleben" nur zum Tell

auf die Unfallhäufigkeit im Straßenverkehr

beziehen. Wenn gesagt

und gezeigt wird "Reiseapotheke

Ist Selbstschutz", sollten diese

Worte jedem Kraftfahrer eindringliche

Mahnung sein, sich rücksichtsvoller

im Straßenverkehr zu

verhallen., im Falle eines unvermeidlichen

Unfalles aber gerüstet

zu sein, sich und seinen Nächsten

wirkungsvolle Erste Hilfe zu leislen,

Ein fürsorglicher Haushaltungsvorstand

besitzt längst eine guteingerichtete

Hausapotheke. Tabletten

und Mullbinden in der Nachttischschublade

sollten der Vergangenheit

angehören. Die sich ständig

wiederholenden hauslichen Unfälle

müßten die Anschaffung einer

möglichst umfangreichen Hausapotheke,

auf die im zweiten Teil

der Ausstellung hingewiesen wird,

eigentlich zur Selbstverständlichkeit

werden lassen,

Die Betriebsapotheke schließlich

könnte mehr als ein Anliegen des

Unternehmers angesehen werden,

der zur Einrichtung und Unterhaltung

dieser Apotheken gesetzlich

verpflichtet ist! Die Fursorge für

die Betriebsangehörigen wird nicht

zuletzt daran zu erkennen sein,

wie rasch und wie gut dem Verletzten

auf der Arbeitsstelle Erste

Hilfe geleistet wird,

Der letzte Teil der Ausstellung ist

vielleicht der eindringlichste. Wenn

sidl Im ersten Teil die Kraftfahrer,

im zweiten im wesentlichen Väter

und Mutter und im dritten Teil

verantwortliche Betriebsleiter und

Betriebsräte angesprochen fühlen

sollen, läß t die vierte und letzte

Dokumentation keine Begrenzung

zu; hier ist jeder angesprochen,

Man erinnere sich: .. Der Bundesluftschutzverband

hat den Auftrag,

die Bevölkerung über die Gefahren

von Angriffsmitteln aufzuklären,

sie bei Schutzmaßnahmen zu

beraten sowie die Organisation

und Ausbildung freiwilliger Helfer

für den Selbstschutz der Bevölkerung

durchzuführen." Keinerlei

Zwang also, sondern der naturliche

Wunsch, etwas fur den Schutz

in seinem eigenen lebensbereich

zu tun, soUte den verantwortungsbewußten

Bürger veranlassen, zu

erkennen: Selbstschutz muß und

wird seinem Wesen nach freiwillig

sein, denn er en tspringt dem natürlichen

Willen des einzelnen,

sein leben und das seiner Familie

zu erhalten und im Falle einer Gefahr

zu uberlebenl

Die gesamte Ausstellung Ist eine

ausgezeichnete Dokumentation

wofür Apotheker Schneider Dank

und Anerkennung gebühren.

BAYERN

• BlSY und Jugendarbeit

H. SI mon

In der Ortsstelle landeshauptstadt

Munchen hat sim der neue leiter

der Bereichsstelle Südwest, Ambros

Zlrk, seit seiner Amtsübernahme

In seinem Dienslbereidl

mit Erfolg bemüht, die Kontakte

mit führenden JugendverbAnden

besonders zu pflegen. Seit Berelchsstelienleiter

Zirk kommissarisdl

mit der Wahrnehmung der

Dienstgeschäfte eines leiters der

Ortsstelle landeshauptstadl Mundlen

beauftragt worden ist, hat er

seine Bemühungen auf dem Gebiete

der Jugendarbeit noch intensiviert

und auf das ganze Stadtgebiet

ausgedehnt.

Es begann im Mal dieses Jahres

mit dem Pfingstlager des Ringes

Deutscher Pfadfinderbünde im

Hochlandlager in Königsdort bei

Bad Tölz. Zu einer Begegnung im


DESSTELLEN berichten ••• LANDESSTELLEN berichten ••• LANDESSTELLEN berichten ••• LANDESSTELLEN berichten • •

Rahmen dieses Lagers hatten der

Bund Deutscher Pfadfinder, Landesmark

Bayern, die Christliche

Pfadlinderschalt, Gau Isar, und die

Deutsche Pfadfinderschafl $1. Georg,

Land München, Vertreter der

Bundeswehr, des Roten Kreuzes

und des BLSV eingeladen. Oie

Begegnung endete mit dem Beschluß,

daß die Führer der Bünde

Kontakt mit dem Bundesluftschutzverband

aufnehmen, und zwar zunächst

einmal auf der Ebene der

Ortsstelle Landeshauplstadt Münd"len.

Die Kontaktpflege mit den

Pfadfindern wurde im Juli dieses

Jahres während des großen Sammerlagers

in der Jachenau fortgesetzt,

an dem 600 Pfadfinder leilgenommen

haben. Ambros Zirk,

dessen Sohn selbst Pfadfinder Ist,

erhielt bereits eine weilere Einla·

dung zu einem Thing der Pfadfin·

der, das Anfang Oktober in der

Rotkreuzschule in Oeisenhofen

stattfinden wird.

Inzwischen ist auch mit dem Landesverband

Bayern der Kolpingsfamilien

Verbindung aufgenommen

worden. Die praktische Auswertung

dieses Zusammenwirkens mit den

genannten Jugendorganisationen

wird natürlich über den Bereich

der landeshauptstadt München

hinaus auf die Arbeit des BlSV im

lande Bayern ausstrahlen und das

Verständnis für die gemeinnützige

Einrichtung des Selbstschutzes

schaffen und vertiefen helfen.

Dr. R. Gunkel

• Drei Sonderschauen

In der ersten Hälfte dieses Jahres

wandte siro der Bundesluttschutzverband

im Bereich der landessteIle

Bayern mit drei Sonderausstellungen

an die Öffentlichkeit. Im

Rahmen eines Volksfestes in Ber·

ching (Oberpfalz) wurde eine Sonderschau

" Der Selbstschutz in

ländlichen Gebieten M

gezeigt. Mit

einem Minimum an Kosten und

Zeit wurde diese Ausstellung aufgebaut.

Im Zusammenwirken der

Ausstellung und der praktischen

Vorführung von Selbstschutzgeräten

war diese Sonderschau für die

Besucher ebenso anschaulich wie

Zeitschriftenübersicht

überzeugend. Es konnten rund

2000 Personen angesprochen und

in Selbstschutztragen theoretisch

und praktisch aufgeklärt und beraten

werden und damit ein hoher

Prozentsatz der Bevölkerung von

Berching (ca. 2700 Einwohner) und

ihrer ländlichen Umgebung. Daß

diese so erfolgreiche Ausstellung

mit dem erwähnten geringen finanziellen

Aufwand duntlgeführt werden

konnte, ist in erster Linie der

Unterstützung durch die Gemeinde

Berching zu verdanken sowie der

Mithilfe der ehrenamtlichen Helfer

und Helferinnen der BlSV-Kreisstelle

Beilngries sowie der Ortsund

Kreisslelle Regensburg. Sie

stellten ihre Freizeit zurVerfügung,

um den BlSV-Stand aufzubauen

und zu betreuen.

Wieder einmal zeigte es sich, daß

gerade in kleineren Orten bei

Volksfesten, Märkten und anderen

Veranstaltungen ein starkes Interesse

an den Aufgaben des Selbstschutzes

vorhanden ist, und dadurch

Bevölkerungskreise angesprochen

werden können, die bisher

noch wenig über Vorsorgeund

Selbstschutzmaßnahmen erfahren

konnten.

Die nächste Sondersdlau wurde

im Rahmen der 3. Schwäbisch­

HauswirtschafUichen Fachausstellung

in Neu-Ulm gezeigt. Träger

dieser Ausstellung war der landesverband

Bayern des Deutschen

Hausfrauenverbandes. Hier wurden

besonders die Frauen als Verbraucher

angesprochen. Daher lag

es nahe, daß die BLSV-Ortsstelle

Neu-Ulm die Frau und ihre Mitarbeit

im Selbstsdlutz in den Mittelpunkt

der Sonderschau rückte.

Über die günstigste Zusammensetzung

von Lebensmittelvorräten

und ihre Aufbewahrung wurden

viele Fragen gestellt. Nicht minder

groß war das Interesse an dem Inhalt

der Selbstschutzhausapotheke

sowie an vielen anderen Möglidlkeiten

der Vorsorge für Friedensund

Notzeiten. Die ausgestellten

Schutzraummodelle der LandessteIle

waren ein großer Anziehungspunkt.

Es kam zu zahlreidlen

Einzelgesprächen. Helfer des BLSV

standen bereit, um Auskünfte, Er-

Die Zeitschrift .. Zlvllsdlutz", Koblenz, bringt in ihrer Ausgabe Juli!

August 1966 folgende Beiträge: Zum Tode von Präsident 3. D. Heinrich

Paetsch ; Dr. Benner: Menschenführung in extremen Situationen; Dr. Dr.

Eichstädt:Die Entwicklung der zivilen Verteidigung in der Bundesrepublik

(3) ; Präs. a. D. Hampe: Um das Überleben; Gertrud Hammer: Frauen im

Verteidigungsdienst 0); G. v. Aue: Zivilschutz in österreich; S. Clodius:

Allerlei Wissenswertes vom Trinkwasser; H. C. Weiler: luftrüstung und

luftraumverteidigung in West und Ost (4) ; Kritik und Aussprache; Zivilverteidigung

und Wirtschaft - Auszug aus dem Jahresbericht 196511966

des BOI; G. V. Truszczynski: Der lS-Fernmeldedienst im Katastrophenschutz;

W. Heierli: Die plastische Berechnung von Boden- und Wandplatten

von Schutzräumen; Förderergemeinschaft für Bauwesen und

Zivilschutz e. V.; Schrifttum - Aktueller Rundblick - Wehrberichte aus

aller Welt - Patentschau.

Oie Zeitschrift .. Das Technlsdle Hlltswerk" berichtet in ihrer Nr. 8166 über

folgende Themen: Gerhard Kluge: Vorsorgen ist besser ; Unter den Straßen

einer großen Stadt; Friedrich Lubach: Wasserdienst an der Weser;

Gerd Krüger: Hilfe bei Ölunfällen; Sondergebiet Bergungshilfe; Sicherheit

über alles! Die Aufgaben und die Tätigkeit der Flugsidlerung; Oipl.-Kfm.

Reinhold Patzelt: Auf großer Fahrt; Aus den Ortsverbänden - Zeitschriftenbespredlung

- Kurz berldltet - Buchbesprechung - Zivilschutzstreiflichter.

läuterungen sowie Ratschläge zu

geben.

Mit einer weiteren Selbstsdlutzsondersdlau

beteiligte sich der

Bundesluftsd"IUtzverband an der

3. Nordgau-Ausstellung in Amberg

(Oberplalz), die sich aus kleinen

Anfängen zu einer bedeutenden

leistungsschau der westoberpfälzischen

Wirtschaft entwickelt hat.

Die BLSV-Sondersdlau stand hier

unter dem Motto "Selbstschutz -

eine Aufgabe". Die Ortsstelle Amberg

gestaltete mit Unterstützung

der Bezirksstelle Oberpfalz und

der Landesstelle einen eindrucksvollen

Stand. Neben dem Gerät tUr

eine Selbstschutzgemeinschaft war

auch die gesamte Ausrüstung

eines Selbstschutzzuges zu sehen.

Die Ausstellung der Geräteausrüstung

der einzelnen StalIein gab

für die Beantwortung von Fragen

viele Anhaltspunkte ; z. 8. wie die

nachbarliche Hilfe durdl Einsatz

des Selbstschutzzuges ergänzt

werden kann oder daß die Geräte

nicht nur tur den Verteidigungsfall

Bedeutung besitzen, sondern ihre

Bewährungsprobe schon wiederholt

in Friedenszeiten bei Unfällen

und Katastrophen jeglicher Art bestanden

haben. Dabei wurde im·

mer wieder herausgestellt, daß

Geräte allein wertlos sind, wenn

sich nidlt hilfsbereite Menschen

finden, die gelernt haben, diese

Geräte richtig zu handhaben. Helfer

und Helferinnen des BlSV

konnten durdl Gespräche auf dem

Ausstellungsstand viele Besucher

über Sinn und Zweck des zivilen

Selbstschutzes aufklären.

Als Aulklärungs- und Werbeinstrument

hat der Filmwagen der landesstelle

Bayern auch bei dieser Ausstellung

gute Dienste geleistet. In

Amberg und seiner näheren Umgebung

wurde bei den Filmvorführungen

auf die BLSV-Sonderschau

hingewiesen und die Bevölkerung

zum Besuch des Standes

eingeladen. Während der Ausstellung

befand sich der Filmwagen im

Ausstellungsgelände und übte mit

seinen Filmvorlührungen eine besondere

Anziehungskraft aus.

Wie notwendig diese Informationsschauen

auch nach Jahren weitreichender

Aufklärungsarbeit des

Bundesluftschutzverbandes noch

sind, ergaben die vielen Fragen

und Gespräche der Besucher mit

den Helferinnen und Helfern unseres

Verbandes. Es kam zu zahlreichen

Einzelgesprächen, die bewiesen,

daß einmal dem Gedanken

des Selbstschutzes und seinen modernen

Geräten besonders von der

Landbevölkerung größtes Verständnis

entgegengebracht wird,

zum anderen aber noch manches

Vorurteil und manche Unkenntnis

zu beseitigen sind.

Alle drei Sonderschauen hatten

einen guten Aufklärungserfolg zu

verzeichnen. Dieser war aber nur

möglich , weil sich ehrenamtliche

Helfer des Bundesluftschutzverbandes

mit beispielhaftem Einsatz zum

Aufbau und zur Betreuung der

Ausstellung zur Verfügung stellten.

Bei den Ausstellungen in Neu­

Ulm und Amberg wurden die Informationsstände

des BlSV von rund

81 000 Personen besucht.

Thomaschewski

HAMBURG

• Walther Hornann t

Nadl langer schwerer Krankheit

verstarb am 17. August im 67. lebensjahre

Walther Homann, der

Sachbearbeiter VI der BlSV-Bezirksamtsstelle

Hamburg-Wandsbek.

Erschüttert über diesen Verlust,

trauern wir um einen pllichtbewußten

und zuverlässigen Kameraden,

der sich als langjähriger ehrenamtlicher

AbschniUsstellenleiter

und Sachbearbeiter VI vorbildlich

seinen Aulgaben gewidmet hat.

Für seine besonderen Verdienste

wurde Walther Homann am 24.

April 1961 die Ehrennadel des Bundesluftschutzverbandes

verliehen.

Wegen seiner liebenswürdigen

und heiteren Lebensart erfreute er

sich allgemeiner Beliebtheit und

gewann er das Vertrauen der von

ihm betreuten Mitarbeiter und Helfer.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken

bewahren.

• Selbstschutz In Hamburgs

Kirchen

Als eine der ersten landeskirchen

im Bundesgebiet hat die evangelisch-lutherische

Kirche in Hamburg

noch vor Inkrafltreten des

Selbstschutzgesetzes Maßnahmen

zum Schutze der Mitarbeiter und

der Gebäude getroflen. Alle Gemeinden,

landeskirchlichen Ämter

und Heime sind mit der Geräteausrüstung

für Rettung und Brand·

sdlutz versorgt worden.

Im landeskirchenamt wurde ein

Selbstschutzzug aufgestellt, dem

27 freiwillige Helfer angehören. In

den letzten zwei Jahren haben sidl

im Bereich der hamburgischen

Kirche 177 Mitarbeiter freiwillig für

Selbstschutzaufgaben zur Verfügung

gestellt.

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