Merkblatt zum Integrierten Betriebspraktikum (IBP)

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Merkblatt zum Integrierten Betriebspraktikum (IBP)

Merkblatt zum Integrierten Betriebspraktikum (IBP)

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1. Ziel des Praktikums

Das integrierte Betriebspraktikum (IBP) soll dem Studenten vor Beginn seiner Tätigkeit als

Referendar und Lehrer Gelegenheit bieten, Erfahrungen in der modernen Arbeitswelt,

insbesondere in der gewerblichen und industriellen Produktion zu sammeln. Dabei sollen vor

allem die Arbeitsorganisation, der Produktionsablauf, die Qualifikationsanforderungen und

das System der Berufsausbildung näher kennengelernt werden. Ein weiteres Ziel des IBP ist

die Erhöhung der Beratungskompetenz des Lehrers im Hinblick auf die Berufswahl seiner

Schüler sowie die Vorbereitung auf die von den Lehrern selbst zu betreuenden

Betriebspraktika.

2. Teilnahme am Praktikum

Gemäß der Verordnung über die Erste Staatsprüfung für Lehrämter an Hamburger Schulen

vom 18. Mai 1982 ist die erfolgreiche Teilnahme an einem mindestens vierwöchigen

Betriebspraktikum in einem gewerblichen oder industriellem Betrieb oder die Teilnahme an

einem vierwöchigem Sozialpraktikum u. a. Voraussetzung für die Zulassung zur Ersten

Staatsprüfung für die Lehrämter an der Grund- und Mittelstufe und an der Oberstufe-

Allgemeinbildende Schulen.

Das Betriebspraktikum sollte in der Eingangsphase des Studiums abgeleistet werden.

3. Dauer des Praktikums

Das Betriebspraktikum wird aufgrund eines Beschlusses des Fachbereichsrates des Fachbereichs

Erziehungswissenschaft vom 26. September 1984 ausschließlich in integrierter Form

durchgeführt, d. h., das Praktikum wird durch Vor- und Nachbereitungsseminare von

insgesamt 2 Semesterwochenstunden Dauer wissenschaftlich begleitet. Seminare und

Praktikum bilden eine Einheit. Eine Befreiung von den Begleitseminaren ist nicht möglich.

Der Praxisteil des Integrierten Betriebspraktikums wird zusammenhängend in der vorlesungsfreien

Zeit durchgeführt. Er umfasst insgesamt 4 Wochen bei einer täglichen

Arbeitszeit von 8 Stunden (insgesamt 160 Stunden).

Voraussetzung für die Bescheinigung der erfolgreichen Teilnahme am IBP ist zudem die

Anfertigung eines Praktikumsberichtes von 15 bis 20 Seiten Umfang, in dem eigene Beobachtungen

und Erfahrungen festgehalten bzw. pädagogisch reflektiert werden. Über die


Gestaltung, Abgabetermin und Anerkennung des Praktikumsberichtes entscheidet der

Seminarleiter.

4. Ort des Praktikums

Als Praktikumsort eignen sich industrielle und gewerbliche Betriebe, die den Studenten die

Möglichkeit bieten, Erfahrungen in den Bereichen Produktion, Verwaltung und

Arbeitsorganisation zu erwerben. Daher sind in der Regel kleine Betriebe der Branchen

Hauswirtschaft, Hotel und Gaststätten sowie Landwirtschaft als Praktikumsorte nicht zugelassen.

Für die Ableistung von Betriebspraktika ausgeschlossen sind Tätigkeiten in

Betrieben der eigenen Familie sowie „selbstbeschäftigte Arbeit“.

Die Beschaffung der Praktikumsplätze ist Aufgabe der Studenten selbst. Bei der Suche nach

geeigneten Plätzen ist der Veranstalter des Vorbereitungsseminars nach Möglichkeit

behilflich.

Die Durchführung des Betriebspraktikums bedarf u. a. aus rechtlichen Gründen der

schriftlichen Zustimmung des FB-Beauftragten für das Betriebspraktikum. Ein formloser

Antrag ist diesem über den Leiter des Vorbereitungsseminars rechtzeitig, spätestens 8

Wochen vor Beginn des Praktikums vorzulegen. Der Antrag muss folgende Angaben

enthalten:

- Vor- und Zunahme des Studenten,

Anschrift, Tel.-Nr., Geb.-Datum,

Matr.Nr., Studienrichtung

- Firmenbezeichnung,

Anschrift des Praktikumsbetriebes,

Tel.-Nr., Name und Funktion eines Ansprechpartners aus dem Praktikumsbetrieb

- Praktikumszeitraum, Kurse, Angaben über Tätigkeitsbereiche oder

vom Betrieb bestätigten Ablaufplan .


Der Student erhält spätestens 4 Wochen vor Praktikumsbeginn eine Nachricht, ob das Betriebspraktikum

in der beabsichtigten Form anerkannt wird.

5. Anmeldung und Ablauf des Praktikums

a) Die Anmeldung zum Integrierten Betriebspraktikum erfolgt grundsätzlich beim

Leiter des Vorbereitungsseminars zum IBP.

b) Vorbereitungsseminare zum IBP werden nach Möglichkeit regelmäßig in jedem

Semester durchgeführt. Über Beginn, zeitliche Gestaltung (wöchentlich,

vierzehntägig oder geblockt) und Leistungsnachweise entscheidet der Seminarleiter.

Hinweise darüber geben das Vor-lesungsverzeichnis, das kommentierte

Vorlesungsverzeichnis des FB 06 sowie die schwarzen Bretter.

Der Seminarleiter berät bei der Suche und Auswahl eines Praktikumsbetriebes. Hat der

Student einen geeigneten Praktikumsplatz gefunden, richtet er einen formlosen Antrag auf

Anerkennung des Praktikumsplatzes über den Seminarleiter an den FB-Beauftragten für das

Betriebspraktikum (siehe unter 4). Nach erfolgreicher Teilnahme am Vorbereitungsseminar

erhält der Student – wie in anderen Seminaren – einen Seminarschein.

c) Der Praxisteil des IBP, also das Betriebspraktikum im engeren Sinne, sollte nach

Möglichkeit in Hamburg oder im näheren Einzugsbereich absolviert werden, damit

der Praktikant vom Seminarleiter betreut werden kann. In der Regel wird der

Seminarleiter den Praktikanten mindestens einmal während des Praktikums in seinem

Betrieb aufsuchen. Falls sich unerwartete Probleme oder Schwierigkeiten ergeben,

sollte sich der Student sofort mit seinem Seminarleiter in Verbindung setzen.

Über die Zielsetzungen, die Rahmenbedingungen und die versicherungsrechtlichen

Aspekte des Betriebspraktikums wird der Betrieb durch ein Merkblatt informiert, das

ihm der FB-Beauftragte für das Betriebspraktikum zustellt. Gleichzeitig erfolgt damit

die formelle Zuweisung des Studenten an den Praktikumsbetrieb. Nach Abschluss

des praktischen Teils erteilt der Betrieb eine schriftliche Bescheinigung über die

Ableistung des Betriebspraktikums im vorgesehen Umfang.

d) Das Nachbereitungsseminar sollte in der Regel im Anschluss an den praktischen Teil

und beim gleichen Seminarleiter wie das Vorbereitungsseminar besucht werden.

Auch hier ist die persönliche Anmeldung erforderlich (siehe Aushang).


Das Nachbereitungsseminar dient der Aufarbeitung der persönlichen Eindrücke und

Erfahrungen der Praktikanten sowie der Besprechung der Praktikumsberichte.

Die erfolgreiche Teilnahme und Anerkennung des Praktikumsberichtes wird vom

Seminarleiter bescheinigt.

e) Nach Vorlage der beiden Seminarscheine und der Bescheinigung des

Praktikumsbetriebes erhält der Student vom FB-Beauftragten eine zusammenfassende

Bescheinigung über die ordnungsgemäße Ableistung des Integrierten

Betriebspraktikums. Lediglich diese Bescheinigung wird vom Lehrerprüfungsamt

anerkannt und ist bei der Meldung zur Ersten Staatsprüfung den Unterlagen

beizufügen.

6. Befreiung vom Praxisteil des Integrierten Betriebspraktikums

Eine Befreiung vom Praxisteil des Integrierten Betriebspraktikums ist in besonderen Ausnahmefällen

möglich, wenn der Student eine mindestens dreimonatige, zusammenhängende

Vollzeittätigkeit in e i n e m Betrieb (regelhaft 480 Stunden) nachweisen kann, die vor

Aufnahme des Studiums oder während einer nachweislichen Unterbrechungen (Exmatrikel,

Beurlaubung) abgeleistet wurde und als äquivalente Leistung anstelle des Betriebspraktikums

gewertet werden kann.

Über die Befreiung entscheidet der Fachbereichs-Beauftragte für das Betriebspraktikum

aufgrund eines schriftlichen Antrages, einzureichen über das Praktikumsbüro.

Wird über den Antrag positiv entschieden, so entfällt zwar die Tätigkeit im Betrieb, es besteht

jedoch die Pflicht zur Teilnahme an einem speziellen Begleitseminar für Anerkennungsfälle

(siehe Aushang) und zur Anfertigung eines Praktikumsberichtes.

Prof. Dr. Walter Tenfelde

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