Geschäftsbericht 2004 / 2005 - Stadtwerke Huntetal

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Geschäftsbericht 2004 / 2005 - Stadtwerke Huntetal

Geschäftsbericht

2004 / 2005


Wilhelm Falldorf, Bürgermeister Gemeinde Wagenfeld:

„Die Thematik der Energieversorgung wird immer komplexer und auch

interessanter. Neue Technologien fordern aktive Überlegungen mit Blick

auf alternative Wege der Energieerzeugung. Nur eine moderne, sichere

und kostengünstige Energieversorgung mit viel Eigenverantwortung

schafft wirtschaftliche Flexibilität für unsere Bürgerinnen und Bürger

sowie unsere Geschäftsleute im handelnden und produzierenden

Gewerbe. Mit den Stadtwerken haben wir bei unseren Überlegungen

einen kompetenten Partner aus der Region an unserer Seite.“

Rathaus der Gemeinde Wagenfeld (eingeweiht 2005)


Inhalt

Bericht der Geschäftsführung

6

Bericht des Aufsichtsrates

8

Organe der Gesellschaft

9

Kulturelles Zentrum Wagenfelds: Die historische Auburg

Markt und Kunde

10

Lagebericht

38

Jahresabschluss

43

Impressum

59


Unser Versorgungsgebiet

Strom-, Gas- und Wasserversorgung

Gas- und Wasserversorgung

4


Wir auf einen Blick

Bilanz und GuV

Bilanzsumme

Anlagevermögen

Umlaufvermögen

Gezeichnetes Kapital

Investitionen*

Umsatz

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

2004/2005

31.996

23.693

8.019

6.000

3.304

37.596

2003/2004

32.953

23.290

9.353

6.000

2.566

34.608

Personal

Mitarbeiter

Pers.

90

86

Stromversorgung

Stromabgabe, davon

- internes Versorgungsgebiet

- externes Versorgungsgebiet

Leitungsnetz

Installierte Zähler

MWh

MWh

MWh

km

Stück

176.699

89.408

87.291

437

9.063

170.297

89.075

81.222

436

9.049

Gasversorgung

Gasabgabe

Leitungsnetz

Installierte Zähler

MWh

km

Stück

614.719

1.226

13.964

615.723

794

13.985

Wärmeversorgung

Wärmeabgabe

Leitungsnetz

Installierte Zähler

MWh

km

Stück

1.891

3

111

1.680

3

111

Wasserversorgung

Wasserabgabe

Leitungsnetz

Installierte Zähler

Tcbm

km

Stück

2.533

915

15.351

2.522

901

15.291

Bäder

Besucherzahlen Hallenbad

Besucherzahlen Freibad, davon

- Müntepark

- Hunteholz

Pers.

Pers.

Pers.

Pers.

76.194

101.537

42.484

59.053

89.661

117.187

54.040

63.147

* vor Abzug Baukostenzuschuss

5


Bericht der Geschäftsführung

Sehr geehrte Aufsichtsratsmitglieder,

Geschäftspartner, Kunden und Freunde

der Stadtwerke Huntetal,

den erfolgreichen Weg der Stadtwerke Huntetal

begleiteten im abgelaufenen Geschäftsjahr zwei

gewichtige Themen: die Vorbereitung auf das gesetzlich

geforderte Unbundling sowie die Diskussionen

über die notwendigen Erhöhungen

der Gaspreise. Dessen ungeachtet haben wir die

Potenziale des Unternehmens genutzt und weiter

ausgebaut. Die nachhaltige Entwicklung und

das Ausrichten auf die zukünftigen Markterfordernisse

stehen weiterhin klar im Fokus. Eine

wesentliche Stärke dabei ist und bleibt die Orientierung

an den Bedürfnissen der Kunden und

der Region. Neue Dienstleistungen sind hierfür

ein deutlich sichtbares Zeichen.

Ein ausgewogenes Verhältnis von Kunden im angestammten

Netzgebiet und von externen Sondervertragskunden

kennzeichnen nach wie vor

die Vertriebsaktivitäten der Stadtwerke Huntetal.

Der Schwerpunkt liegt in der Region – dennoch

können wir so Chancen im bundesweiten Energieverkauf

nutzen und die strategische Positionierung

verbessern. Durch flexible Angebote

und marktgerechte Preise erzielten wir außerhalb

des eigenen Netzgebiets wiederum deutliche

Mengenzuwächse. Für 2006 planen wir dieses

Geschäft weiter kontrolliert auszubauen und

damit die Ertragskraft der Stadtwerke Huntetal

nachhaltig zu stärken.

Die Diskussionen um die Energiepreisentwicklung

beherrschten vor allem den Schluss des

Geschäftsjahres 2004/2005. Die Stadtwerke

Huntetal konnten sich von den Marktmechanismen

auf den Strom- und Gasmärkten nicht vollständig

abkoppeln. Somit mussten wir, entsprechend

dem bundesweiten Trend, unsere Energiepreise

und die Tarife anheben. Da wir einerseits

auf vergleichsweise günstige oder optimierte

Einkaufskonditionen zurückgreifen konnten und

andererseits die Bezugskostensteigerung nicht

komplett an unsere Kunden weitergegeben haben,

liegen die Endkundenpreise in den Energiesparten

Strom und Gas der Stadtwerke Huntetal

im günstigeren Drittel vergleichbarer

Unternehmen.Vor diesem Fakt blicken wir zuversichtlich

auf den weiteren Verlauf der anhängigen

Gerichtsverfahren.

Einschneidend trifft die gesetzlich geforderte

Trennung zwischen Netz und Vertrieb, das Unbundling,

die Stadtwerke Huntetal. Natürliche

Synergien, von denen unsere Kunden in der Vergangenheit

profitiert haben, werden durch die

neuen Vorgaben zerschlagen.Außerdem belastet

die zusätzliche organisatorische Arbeit das Unternehmen

nicht unerheblich.Aus unserer Sicht

führt der neue gesetzliche Rahmen bei Energieversorgern

unserer Größe nicht zu Wettbewerbsstärkung,

sondern wirkt sich vor allem

negativ auf die Kunden aus. Durch eine weitere

Steigerung der Effizienz der internen Organisation

und durch strategische Partnerschaften versuchen

wir, diese Begleiterscheinungen der

Liberalisierung zu begrenzen.

6


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

Bericht des Aufsichtsrates

Bericht der Geschäftsführung

Ein Bestandteil unserer Strategie ist, die Netze

der Stadtwerke Huntetal räumlich anzugleichen.

Daher führen wir aktuell Gespräche, um in Gemeinden,

in denen wir bisher lediglich die Erdgas-

und Wasserversorgung sicherstellen, in

Zukunft ebenfalls das Stromnetz zu betreiben.

Neue Wege schlagen die Stadtwerke Huntetal

möglicherweise auch bei der Energiebeschaffung

ein. Die weiterhin tendenziell steigenden Bezugskosten

bei Strom lassen uns gezielt über den

Einstieg in eine sinnvolle Eigenerzeugung zusammen

mit einem Partner aus dem Kundenstamm

nachdenken. Neue Chancen bietet uns ferner

die strukturierte Beschaffung von Energie. Hier

werden wir die Möglichkeiten an unterschiedlichen

Handelsplätzen nutzen.

Kooperationen, Netzwerke und die Optimierung

der Prozesse sind ein Ansatz, die Stadtwerke

Huntetal auf die Erfordernisse des zukünftigen

Marktes und auf ein strenges Regulierungsregime

durch die Kartellbehörden sowie die Bundesnetzagentur

vorzubereiten. Gleichzeitig werden

wir unsere Ausrichtung auf Dienstleistungen

weiter ausbauen. Die Diversifizierung mit den

Tochterunternehmen IWW Nord GmbH und

Diepholzer Verkehrsgesellschaft mbH zeigt, dass

sich die Stadtwerke Huntetal als Unternehmensgruppe

erfolgreich aufgestellt haben. Dessen ungeachtet

wird der Schwerpunkt auf neuen

Dienstleistungsangeboten rund um das Produkt

Energie liegen. Das Beispiel „Wärmepur!“ beweist,

dass hier Wachstums- und Kundenbindungspotenziale

bestehen. Der Ansatz bei diesem

Wärmecontracting-Projekt ist:Angebot und

wirtschaftliche Versorgung aus einer Hand, hoher

Komfort für den Kunden.

Bei allen – teilweise grundlegenden – Marktveränderungen

bleiben die Stadtwerke Huntetal ein

Energie- und Wasserversorger, der fest mit der

Region verwurzelt ist.Wir verstehen uns als

selbstverständlichen Bestandteil und werden

unsere gesamtgesellschaftlichen Aufgaben weiterhin

erfüllen. Dies betrifft die Unterstützung

von kulturellen und sportlichen Aktivitäten in

unserem Netzgebiet ebenso wie die Zusammenarbeit

mit allen vorhandenen Akteuren, um die

regionale Wirtschaft zu stärken. Hierbei haben

wir auch den Arbeitsmarkt im Blick. So bilden

wir über den eigenen Personalbedarf aus und

ermöglichen jungen Menschen den Einstieg ins

Berufsleben. Da wir auf gut ausgebildete und

hochmotivierte Mitarbeiter tagtäglich angewiesen

sind, zeigen wir mit der zielgerichteten Ausund

Weiterbildung auch, dass in der heutigen

Wissensgesellschaft mit sich schnell ändernden

Märkten eine leistungsfähige Belegschaft ein

wesentlicher Schlüssel für den Erfolg ist.Vor diesem

Hintergrund ist das positive Unternehmensergebnis

im Geschäftsjahr 2004/2005 insbesondere

das Verdienst unserer Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter.

Diepholz, im März 2006

Waldemar Opalla

Geschäftsführer

7


Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat ist in sieben gemeinsamen Sitzungen

mit der Geschäftsführung über die Lage

und Entwicklung des Unternehmens sowie über

alle wesentlichen Geschäftsvorgänge unterrichtet

worden.

Anhand der Berichte und erteilten Auskünfte

hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung überwacht,

Geschäftsvorgänge von besonderer Bedeutung

eingehend beraten und sich von der

Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt.

Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss

2004/2005, der damit festgestellt ist.

Für die im Geschäftsjahr geleistete Arbeit

spricht der Aufsichtsrat der Geschäftsführung,

dem Betriebsrat, allen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern Dank für die vertrauensvolle

Zusammenarbeit und Anerkennung für die

erfolgreiche Tätigkeit aus.

Diepholz, im März 2006

Der Aufsichtsratsvorsitzende erörterte zudem

regelmäßig mit der Geschäftsführung die den

Aufsichtsrat betreffenden Fragen der Unternehmensentwicklung.

Rolf Kramer, MdB

Aufsichtsratsvorsitzender

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der

Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2004/2005

sind von der Commerzial Treuhand Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

geprüft und mit dem uneingeschränkten

Bestätigungsvermerk versehen

worden.

8


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

Bericht des Aufsichtsrates

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat:

Rolf Kramer,

Vorsitzender

Peter Luther,

stellv. Vorsitzender

Hartmut Bloch

Wilhelm Falldorf

Harald Ficke

Herbert Heidemann

Stephan Kawemeyer

Wilfried Krüger

Claus-Dieter Lalla

Jürgen Lübbers

Hans-Ulrich Püschel

Hans-Günther Raffetseder

Werner Schneider

Bernt Streese

Andreas Wulf

Hermann zur Mühlen

Geschäftsführung:

Waldemar Opalla

Gesellschafter und Unternehmensstruktur:

Gemeinde Wagenfeld

Samtgemeinde Rehden

Samtgemeinde Barnstorf

Flecken Barnstorf

Gemeinde Drebber

Gemeinde Drentwede

Gemeinde Eydelstedt

15,83 %

7,17 % 3,00 % Stadt Diepholz

74,00 %

Betriebsführung

Wasserversorgungsverband

Altkreis Diepholz

0,55 % Beteiligung

Trianel European

Energy Trading GmbH

40 % Beteiligung

IWW Nord GmbH

100 % Beteiligung

Diepholzer Verkehrsgesellschaft mbH

9


Zuverlässig,

maßgeschneidert,

weltweit

Partnerschaften regional leben

Vor Ort auf die Schiene gebracht

In der dritten Generation produziert Schöma in

Diepholz Lokomotiven und exportiert sie in die

ganze Welt. Regional verwurzelt, immer den Blick

über den Tellerrand gerichtet und dabei den Fokus

auf Kundenorientierung gelegt – so lässt

sich das Erfolgsgeheimnis des Traditionsbetriebs

beschreiben. Um sich als Unternehmen, das in

Deutschland produziert, zu behaupten, muss

Schöma stets technologisch vorangehen. Eine solide

Ausbildung aller Mitarbeiter ist hierfür unumgänglich.

Durch eine Ausbildungskooperation profitieren

auch andere Diepholzer Firmen von den

Möglichkeiten bei dem Lok-Hersteller – zum

Beispiel die Stadtwerke Huntetal. Partnerschaft

in der Region? Schöma und die Stadtwerke

Huntetal praktizieren sie.

Der erste Eindruck täuscht.Was grob und einfach

wirkt, enthält Spitzentechnologie. Zumindest,

wenn es das charakteristische Logo

„SCHÖMA Lokomotiven“ trägt. Der Auftritt

der Produkte passt zur SCHÖMA Christoph

Schöttler Maschinenfabrik GmbH. Denn selbst

viele Diepholzer wissen nicht, dass die Firma im

Zentrum der Stadt weltweit zu den führenden

Herstellern von Tunnel- und Rangierloks zählt.

▲ (v. l.) Waldemar Opalla, Christoph Schöttler

10


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

Hightech aus Diepholz

Das viel gerühmte Designergesetz „form follows

function“ ist bei Schöma Programm.Tunnelprofile

und funktionale Vorgaben bestimmen das

Äußere der Lokomotiven. Nationale Gesetze,

Gewichts- und Volumenbeschränkungen am Einsatzort

oder auch Sicherheitsansprüche sind die

Rahmenbedingungen, die zu beachten sind. Die

verschiedenen – teils widersprüchlichen – Anforderungen

zu berücksichtigen und zu erfüllen und

dabei auch bei den Kosten weltweit konkurrenzfähig

zu sein, ist die tägliche Aufgabe für Schöma.

Besonders stolz ist Christoph Schöttler, der die

Firmenleitung 1996 von seinem Vater übernahm,

auf den Vorsprung bei der Elektronik und Steuerung.Während

Mitbewerber auf dem Weltmarkt

noch Technik aus dem letzten Drittel des vergangenen

Jahrhunderts einsetzen, hat Schöma

den Quantensprung in die Zukunft bereits geschafft.

Etwa zehn Jahre der amerikanischen Konkurrenz

voraus sei das Diepholzer Unternehmen,

schätzt der Geschäftsführer. „Nur zwei Mitbewerber

weltweit haben unseren technologischen

Stand bei Tunnellokomotiven“, so Christoph

Schöttler.

Von der Konstruktion bis zur Auslieferung sind

die Lokomotiven Einzelstücke oder Kleinstserien.

Genau auf den jeweiligen Einsatzort bezogen

werden sie geplant und dann in Handarbeit

gefertigt. 140 Mitarbeiter sorgen dafür, dass rund

80 Loks pro Jahr das Werk in Diepholz verlassen.Wenn

es besonders gut läuft, können es wie

2005 auch mal über 100 Fahrzeuge sein – durchschnittlich

2,5 Lokomotiven pro Woche. Die bis

zu 60 Tonnen schweren Tunnelloks bleiben meist

für zwei bis vier Jahre beim Kunden.Viele finden

nach Abschluss des Bauprojektes ihren Weg zurück

nach Diepholz. Schöma kauft sie zurück

und baut die Fahrzeuge so um, dass sie anderswo

in der Welt wieder einen Abnehmer finden.

Anders dagegen ist der Lebensweg der Rangierlokomotiven.

Diese werden häufig auf Firmengeländen

von Industriebetrieben oder in Häfen

eingesetzt. Fünfzehn Jahre und länger verrichten

sie dort tagtäglich Schwerstarbeit.

Gemeinsam die Region stärken

Mit den Stadtwerken Huntetal verbindet Schöma

mehr als nur die zuverlässige und maßgeschneiderte

Energieversorgung. „Wegen der hohen

Fertigungstiefe in der Produktion und unseren

Qualitätsansprüchen legen wir Wert auf eine

sehr gute Ausbildungsabteilung“, erläutert

Christoph Schöttler. Da er als Mittelständler auf

partnerschaftlichen Umgang und eine Zusammenarbeit

in der Region Wert legt, öffnete er diese

auch für Auszubildende seines Energieversorgers:

2005 konnte ein angehender Anlagenmechaniker

der Fachrichtung Versorgungstechnik bei

Schöma die Ausbildungsinhalte lernen, die bei

den Stadtwerken Huntetal nicht anfallen – zum

Beispiel Arbeiten an hydraulischen Anlagen. So

führt der kurze Draht, den die Unternehmen

zueinander haben, nicht nur zu einer effizienten

Energieversorgung für Schöma, sondern auch zu

qualifizierten Arbeitskräften bei den Stadtwerken

Huntetal.

11


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

Strom

Kostenbestandteile des Strompreises

2004 kostete den Endverbraucher eine Kilowattstunde

Strom nach Angaben des Verbandes der

deutschen Elektrizitätswirtschaft im bundesweiten

Durchschnitt 18 Cent pro Kilowattstunde.

Hinter dieser Zahl verstecken sich viele Kostenbestandteile,

die sich grundsätzlich in die Blöcke

Steuern und Abgaben sowie Energie- und Netzkosten

einteilen lassen.

Steuern und Abgaben

Einen deutlichen Anstieg hat der Kostenblock der

Steuern und Abgaben innerhalb des Strompreises

erfahren.Wurden vor Liberalisierung des

Strommarktes lediglich die Konzessionsabgabe

und die Mehrwertsteuer berechnet, zählen inzwischen

– politisch bestimmt – auch die Posten

Stromsteuer sowie die Belastungen nach Eneuerbare-Energien-Gesetz

(EEG) und Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz

(KWKG) hierzu. Insgesamt

nimmt dieser Kostenblock rd. 40 % des gesamten

Strompreises ein.

Die Einnahmen der Konzessionsabgabe gehen

zu 100 % an die Städte oder Gemeinden. Sie ist

eine einwohnergrößenabhängige Abgabe und

wird insbesondere dadurch begründet, dass die

Netzbetreiber ihre Stromleitungen auf bzw.

unter öffentlichen Straßen verlegen dürfen.

Der Kostenblock der EEG und KWKG-Zahlungen

wird für die Förderung von EEG- und

KWKG-Anlagen eingesetzt. Durch diese Abgaben

soll einerseits der Aufbau einer nachhaltigen

Stromerzeugung aus Sonne,Wind,Wasser und

Biomasse beschleunigt werden, andererseits soll

die Nutzung der Abwärme, die bei jedem Verbrennungsprozess

entsteht, gefördert werden.

Der Bundeshaushalt profitiert von der Stromsteuer

und der Mehrwertsteuer, wobei berücksichtigt

werden muss, dass ein Großteil der

Stromsteuereinnahmen in die Rentenkassen

fließen. Diese Einnahmeweiterleitung ist in der

politischen Philosophie verankert, Energie grundsätzlich

zu verteuern, um vom Endverbraucher

schonender und bewusster eingesetzt zu werden.

Weiterhin sind aber auch die Arbeitgeberbeiträge

zur Rentenversicherung um einen Prozentpunkt

gesenkt worden, um den Faktor Arbeit kostengünstiger

zu gestalten.

Energie und Netzkosten

Den mit rd. 60 % prozentual größeren Kostenblock

bilden die Energie- und Netzkosten, wobei

nur die Energiekosten als ansatzweise variabel

zu bezeichnen sind.

Die reinen Energiekosten belaufen sich in 2004

auf durchschnittlich rd. 4 Cent pro Kilowattstunde.Ausgehend

vom Kostenblock Energie und

Netz beträgt der Energieanteil somit rd. 37 %,

vom gesamten Strompreis sogar nur rd. 22 %.

Preisbildend bzw. Benchmark sind die Handelsaktivitäten

an der Leipziger Strombörse. Im Kalkulationspreis

werden diesem Kostenbereich die

Kosten für den Vertrieb, Messung und Abrechnung

zugeschlagen.

Als letzter Kostenbestandteil sind die Netzkosten

bzw. die so genannten Netznutzungsentgelte

zu bewerten. Nach dem Willen der früheren

Verbändevereinbarungen und des aktuell gültigen

Energiewirtschaftsgesetzes sind diese

Kosten diskriminierungsfrei zu ermitteln und

auszuweisen, um so keine Wettbewerbsvorteile

im eigenen Unternehmen zu schaffen. Die Netznutzungsentgelte

werden für den Transport der

Energie im Netz des jeweiligen Verteilnetzbetreibers

berechnet.

3

2

14

38

EEG

KWKG

Umsatzsteuer

Netzkosten

Energie

Konzessionsabgabe

Stromsteuer

22

10

Bestandteile des

Strompreises 2004 eines

Haushaltskunden in %

11

Quelle: www.tecson.de

13


66.222 64.387 130.609

82.118 68.146 150.264

89.075 81.222 170.297

89.408 87.291 176.699

01/02 02/03 03/04 04/05

intern extern

Absatz Strom in MWh

Stromversorgung

Es war, ist und bleibt spannend. Dieser Satz beschreibt

die Rahmenbedingungen in der Stromsparte

der Stadtwerke Huntetal ziemlich treffend

für das vergangene Berichtsjahr, aber auch für

die weiteren Aussichten.

Das Berichtsjahr hat mit vielen offenen Fragen

aus dem Ordnungsrahmen, Stichwort Unbundling,

vielen Unsicherheiten aus den Energiemärkten

und folglich einer Reihe von Herausforderungen

begonnen. Daran hat sich vieles bis zum

Jahresabschluss im September 2005 nicht geändert.

Das gilt auf der einen Seite für die Gesellschaft

und Wirtschaft insgesamt, auf der anderen

Seite aber auch im Speziellen für die Energiebranche

und daher natürlich auch für unser

Unternehmen. Daher ist es umso erfreulicher,

dass sich die Stadtwerke Huntetal weiterhin

erfolgreich entwickeln.Auf Basis eines soliden

Profils wurden die Ziele voll erreicht.

Chancen genutzt –

steigende Absatzzahlen

Im Berichtsjahr lag der Stromabsatz mit rd.

176.700 MWh um rd. 6.400 MWh oder rd. 4,1 %

über dem Absatz des Vorjahres. Damit haben wir

unsere Strategie des kontinuierlichen Ausbaus

unserer Stromsparte weiter verfolgen können.

Begründet wird diese Steigerung hauptsächlich

durch zusätzliche Absatzpotentiale außerhalb

unseres angestammten Versorgungsgebietes.

Im Tarifkundenbereich haben wir im Berichtsjahr

rd. 37.300 MWh Strom verkauft. Dieser Wert

hält sich seit einigen Jahren nahezu auf konstantem

Niveau. Gegenüber dem Vorjahr verzeichnen

wir ein kleines Plus von 1.050 MWh oder

2,90 %.Trotz zahlreicher Neubaugebiete und

damit steigenden Hausanschlüssen halten bspw.

immer energiesparendere Haushaltsgeräte den

Absatz in diesem Kundensegment auf nahezu

gleichem Niveau.Auch der Wettbewerb hat in

diesem Kundensegment wie im Vorjahr deutlich

nachgelassen. Gründe hierfür sind sicherlich im

verhältnismäßig kleinen Margenbereich zu suchen,

aber auch in der guten preislichen Positionierung

unseres Hauses im Vergleich zu vielen anderen

Wettbewerbern.

Mit der im Frühjahr durchgeführten Preismaßnahme

im Tarifkundenbereich wurden die im

Berichtsjahr eingetretenen Aufwandssteigerungen

aus der staatlichen Förderung von erneuerbaren

Energien (EEG) und Kraft-Wärme-Kopplung

(KWKG) zu einem Großteil aufgefangen.

Ein deutlicher Anstieg der EEG-Quote führte zu

einer spürbaren Verteuerung der Strombeschaffungskosten.

So mussten wir insgesamt im Jahre

2005 entsprechend der bundeseinheitlichen

EEG-Quote von 10,50 % 9.400 MWh regenerativ

erzeugten Strom in unser Netz aufnehmen.

Dieses entspricht einem Verbrauch von rd. 2.350

durchschnittlichen Haushalten.

Unser Wachstumskurs im Sondervertragskundenbereich

hat sich im Berichtsjahr fortgesetzt.

Innerhalb unseres angestammten Versorgungsgebietes

werden mit Ausnahme einiger bundesweit

tätiger Filialunternehmen oder deutschlandweiter

Institutionen nahezu alle Geschäftskunden

von uns versorgt. Daher ist die Steigerung

der Absatzzahlen hauptsächlich durch die

Akquise neuer und vorwiegend in der Region

beheimateter Unternehmen zu begründen.

Innerhalb von Diepholz konnten wir an unsere

Geschäfts- und Industriekunden rd. 53.100 MWh

verkaufen, das entspricht einer Steigerung von

rd. 2.100 MWh oder 4,10 %.Außerhalb von

Diepholz konnten im Berichtsjahr rd. 87.300 MWh

14


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

verkauft werden. Dieses bedeutet eine Absatzsteigerung

um rd. 6.100 MWh bzw. 7,50 % gegenüber

dem Vorjahr. Diese Zahlen belegen, dass

die Versorgung außerhalb von Diepholz einen

immer größeren Stellenwert für die Stadtwerke

einnimmt. Umso erfreulicher ist die Entwicklung,

weil dieses für uns ein Zeichen ist, mit

unseren den Marktverhältnissen angepassten

Einkaufsstrategien den richtigen Weg eingeschlagen

zu haben.

Insbesondere im Sommer 2005 konnten wir

mehrere Geschäfts- und Industriekunden akquirieren

und so neue Kunden gewinnen. Diese

Akquisen wirken sich bilanziell jedoch überwiegend

erst im Geschäftsjahr 2005/2006 aus. Eine

Ausnahme bildet hier die Wagenfelder Spinnerei,

ein international tätiges und produzierendes

Traditionsunternehmen, dessen Versorgung bereits

zum 01.07.2005 aufgenommen wurde. Für

das Geschäftsjahr 2005/2006 erwarten wir eine

Stromabgabe von rd. 200.000 MWh, was einer

weiteren Steigerung von rd. 11 % gegenüber dem

Berichtsjahr entsprechen würde.

Der Umsatz ist im Berichtsjahr um rd.1 Mio. EUR

auf 13,4 Mio. EUR gestiegen. Dieses entspricht

rd. 36 % am Gesamtergebnis der Stadtwerke.

Damit ist die Stromsparte im Hinblick auf den

Umsatz die zweitstärkste Sparte im Unternehmen.

Zukünftig sehen wir hier aber noch weiteres

Potential.

Dienstleistungskompetenz kommt an

Der klassische Strombeschaffungsakt zu einem

fixen Zeitpunkt ist für die meisten Stadtwerke

überwiegend Vergangenheit.Auch im Endkundengeschäft,

vorwiegend im Sondervertragskundenbereich,

werden neue Wege von Seiten der

Stadtwerke bestritten.

Im Energieliefergeschäft vollzieht sich ein Wandel

hin zu immer anspruchsvolleren Produkten. Dies

betrifft das gesamte Angebotsportfolio von der

Bandlieferung über die Vollversorgung bis hin

zum Portfoliomanagement und zur strukturierten

Beschaffung. Lieferzeiträume können dabei

jährlich, quartalsweise, monats- oder tageweise

definiert werden. Dabei gewinnt die Dienstleistungskompetenz

der Stadtwerke Huntetal für

unsere Kunden mehr und mehr an Bedeutung.

Erst umfassender Service versetzt die Kunden in

die Lage, die Chancen einer komplexeren Beschaffungsstrategie

zu nutzen. Professionelle und

schnelle Markteinschätzungen, die Beherrschung

von Markt- und Preisrisiken sowie die Fähigkeit,

diese in Beschaffungsstrategien umzusetzen, die

auf den Kunden passen, sind eine solide Basis für

langfristige Kundenbeziehungen.

Wenngleich energienahe Dienstleistungen sowohl

für die Akquise als auch für die Kundenbindung

vertriebspolitisch von großer Bedeutung sind, ist

ihr Wertschöpfungsanteil nur gering. In der Regel

lassen sich solche Leistungen nicht unabhängig

von physischen Produkten vermarkten.

Auch wir sitzen häufig auf der anderen Seite des

Verhandlungstisches und verlangen dann aus Kundensicht

von den Energiehändlern, mit denen

wir zusammenarbeiten, ein Höchstmaß an Professionalität

und Serviceorientierung. Bewährt

hat sich hier in den vergangenen Jahren die enge

und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der

Trianel in Aachen und der ehw (Energiehandelsgesellschaft

West) in Münster.Aber auch eine

Kooperation beim Stromeinkauf mit den Stadtwerken

Georgsmarienhütte und Lengerich bereichert

die Gesprächsrunden und lässt uns neue

Wege im Energieeinkauf diskutieren.

▲ Vertragsunterzeichnung mit der Geschäftsführung

der Wagenfelder Spinnerei: (v. l.) Wilhelm Falldorf,

Waldemar Opalla, Friedrich Körner, Jörg Kuhlmann

▲ Heinrich Buck (5. v. l.) installiert die größte Solarstromanlage

im Landkreis im Beisein des AR-Vorsitzenden

Rolf Kramer (4. v. l.)

15


Deutschland 18,43

Spanien 10,03

USA 9,15

Indien 4,43

Dänemark 3,13

Italien 1,72

Großbritannien 1,35

11 % 21 % 36 % 48 % 0 % 36 % 52 %

Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in %

Stromerzeugung aus Windkraft /

Länder mit der höchsten

installierten Leistung 2005

(in Gigawatt)

Stromerzeugung aus erneuerbaren

Energien

Stromerzeugung aus Wasser-,Wind- und Sonnenkraft

erfährt in Deutschland eine immer größer

werdende Bedeutung. Es ist politischer Wille, den

Anteil des aus regenerativen Stromerzeugungsanlagen

produzierten Stroms stetig auszubauen.

War zur Gesetzeseinführung im Jahre 2000 ein

Anteil von rd. 10 % für das Jahr 2010 prognostiziert,

so ist dieser Wert bereits in 2005 erreicht.

Für das Jahr 2011 werden bereits jetzt Werte

von gut 20 % prognostiziert. In rd. fünf Jahren

erwarten wir somit, dass nahezu jede fünfte Kilowattstunde

aus EEG-Anlagen erzeugt wird.

Inhaltlich verankert sind diese politischen Vorgaben

im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG),

welches Mitte 2005 noch einmal modifiziert und

aktualisiert wurde.

Gleichzeitig nimmt aber auch die Bedeutung von

Biomasse aufgrund der gut kalkulierbaren Energiegewinnung

im Mix der erneuerbaren Energien

zu. Zahlreiche Anlagen sind bereits mit großem

Erfolg am Netz, auch in unserer Region sind

einige Anlagen in der konkreten Planungsphase.

Die gesetzlich verankerte EEG-Quote spiegelt

den Anteil wider, der von allen Stromversorgern

als EEG-Pflichtaufnahme aufzunehmen und an

den Endkunden im gleichen Verhältnis weiterzugeben

ist. Für das Jahr 2005 ist die EEG-Quote

mit 10,50 % zu definieren. Bundesweit bedeutet

dieser Wert eine EEG-Einspeisung von rd.

45.500 MWh, dafür werden Fördergelder von

rd. 4,42 Mrd. EUR zur Verfügung gestellt.

Im Berichtsjahr wurden im Netzgebiet der Stadtwerke

Huntetal aus EEG-Anlagen von Kunden

rd. 23.050 MWh eingespeist. Dieses entspricht

einem Jahresverbrauch von rd. 5.750 Durchschnittshaushalten.

Nach EEG waren wir jedoch

nur zu einer Aufnahme von rd. 9.400 MWh verpflichtet,

was begründet, dass wir das Mengendelta

dem Übertragungsnetzbetreiber RWE zum

bundesweiten Ausgleich zur Verfügung gestellt

haben.

Den größten Einspeiseanteil in Diepholz nimmt

die Windkraft ein. Bei voller Auslastung leistet

sie einen Anteil von rd. 40 % an der gesamten

Diepholzer Netzlast.Auch bundesweit nimmt

die Windkraft den höchsten Stellenwert unter

den EEG-Anlagen ein. Nahezu 65 % des EEG-

Stroms werden aus Windkraftanlagen erzeugt.

Das Fördervolumen beträgt hier in 2005 allein

2,66 Mrd. EUR, bis 2011 erwartet der Verband

der Netzbetreiber ein Fördervolumen ausschließlich

für Windkraft von rd. 5,02 Mrd. EUR.

Auch weltweit ist die Windenergie ein boomender

Bereich. 2005 erhöhte sich die installierte

Windkraftleistung um 24 % auf nahezu 60.000 MW.

Damit konnte ein Prozent des globalen Strombedarfs

gedeckt werden. Deutschland nimmt die

Spitzenposition bei der jährlichen Stromerzeugung

aus Windkraft ein. Knapp ein Viertel der erzeugten

Last wird in Deutschland erzeugt

(18.430 MW). Mit weitem Abstand ist an zweiter

Position Spanien mit 10.030 MW, erst an

dritter Stelle rangieren die USA mit einer Last

von 9.150 MW.

Insgesamt waren in Deutschland Ende 2005

17.574 Windenergieanlagen (WEA) am Netz.

Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem

absoluten Zuwachs von rd. 11 %. Neu installiert

wurden im abgelaufenen Jahr aber weniger WEA

als im Jahr zuvor. 1.049 Anlagen mit einer

Gesamtleistung von 1.808 MW wurden 2005

zugebaut. 2004 waren es noch 2.037 MW. In den

nächsten zwei bis drei Jahren sei in Deutschland

weiterhin mit einem leicht rückläufigen Markt zu

rechnen, so die Verbände. Im Onshore-Bereich

16


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

nähmen die verfügbaren Flächen ab und das

Ersatzanlagengeschäft, das so genannte

Repowering, laufe nur langsam an. Danach soll

aber das Offshore-Geschäft für Impulse sorgen.

Naturstrom aus der Region Diepholz

Seit dem Start unseres Naturstromproduktes

im Jahre 2002 ist dieses Produkt im Sommer

2005 bereits zum dritten Mal durch Prüfer des

TÜV Süddeutschlands geprüft und ohne Einschränkungen

für ein weiteres Jahr zertifiziert

worden.

Die Abgabemenge an Naturstrom beträgt im

Geschäftsjahr rd. 1,50 GWh. Die Mehreinnahmen

fließen ausnahmslos in den Bau regenerativer

Stromerzeugungsanlagen in der Stadt Diepholz.Aktuell

laufen Überlegungen, im Jahre 2006

eine entsprechende Maßnahme umzusetzen.

Der hiesige Naturstrom wird größtenteils durch

die in Diepholz installierten Windkraftanlagen

produziert. Dieses spiegelt auch den bundesdeutschen

Trend wieder, bei dem bekanntlich die

Windkraft den höchsten Einspeiseanteil an EEG-

Strom inne hat.

Rd. 95 % des EEG-Stroms wird in Diepholz durch

Windkraft erzeugt. Der restliche Anteil wird

über Einspeisungen aus Photovoltaikanlagen realisiert.

Zukünftig erwarten wir, ebenfalls parallel

zum bundesdeutschen Trend, einen Ausbau an

Biomasseanlagen, die ebenfalls zur EEG-Kategorie

zählen.

Netzwerk für eine sichere Versorgung

Um unsere Kunden in unserem Netzgebiet auch

in Zukunft sicher und zuverlässig mit Strom versorgen

zu können, investieren wir jedes Jahr in

die Erweiterung und Erneuerung unseres Netzes.

Ein Beispiel ist die sukzessive Umstellung unseres

Niederspannungsnetzes von Freileitung auf

Erdkabel. Unser Verkabelungsgrad beträgt heute

bereits rd. 90 %, was für eine als ländlich zu charakterisierende

Region ein zufrieden stellender

Wert ist. Unser Leitungsnetz beträgt 437 Kilometer.

Im Berichtsjahr ist die Zahl der Hausanschlüsse

auf 9.063 gestiegen.

Zu den größeren Investitionen zählte im Berichtsjahr

zweifelsohne die Installation eines Regeltrafos

am Kielweg im Diepholzer Westen. Die rd.

200.000 EUR teure Investition soll zukünftig

sicherstellen, dass die Spannungshaltung für die

in diesem Bereich erwartete industrielle Nutzung

gewährleistet ist. Neben dieser Erwartung begründet

sich diese Maßnahme weiterhin durch

die sehr unterschiedlichen Stromlastverhältnisse

im Diepholzer Stadtgebiet. Im Innenstadtbereich

werden aktuell rd. 60 % der gesamten Netzlast

benötigt, westlich der B 51 hingegen nur etwa

40 %. Nach Ansiedlung von Gewerbeunternehmen

werden sich die Lastverhältnisse deutlich

auf die westliche Seite der B 51 verschieben, sodass

konkreter Handlungsbedarf bestand. Die

bisherigen Regeltrafos waren für die zu erwartenden

Leistungsspitzen nicht ausreichend dimensioniert.

Wird eine Volllast bei den in Diepholz installierten

EEG-Anlagen unterstellt, stellen diese rd.

40 % der notwendigen Netzlast zur Verfügung.

Allein die fünf Windkraftanlagen im Diepholzer

Bruch stellen eine Leistung von 9 MW bereit

und zählen somit zu den modernsten und leistungsfähigsten

Landanlagen.

▲ Installation eines Regeltrafos am Kielweg

17


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

Erdgas

Womit heizt Deutschland?

Ferngasunternehmen transportieren das Erdgas

Im Jahr 2004 wurden von den insgesamt

37,7 Millionen Wohneinheiten in Deutschland

47,2 % mit Erdgas beheizt. Das geht aus einer

Statistik des Bundesverbandes der deutschen

Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) hervor. Erdgas

konnte damit seinen Marktanteil im Vergleich

zum Vorjahr um einen halben Prozentpunkt ausbauen.

über bis zu fünftausend Kilometer lange Pipelines

von den Fördergebieten bis an Deutschlands

Grenzen. Sie sind vergleichbar mit den Autobahnen

im bundesdeutschen Verkehrssystem. Die

Funktion von Landstraßen haben die Netze der

Regionalverteiler. Sie transportieren das Erdgas

weiter in die Regionen und bis zu den Städten.

Von dort wird das Erdgas von den Stadtwerken

b.z.w. den lokalen Erdgasversorgern direkt zu

Die Zahl der Wohnungen, die mit Fernwärme

beheizt werden, liegt bei konstant 12,4 %.

Heizöl, Strom und Kohle verlieren weiter Markt-

den Kunden weiterbefördert. Die Netze der lokalen

Erdgasversorger sind vergleichbar mit dem

örtlichen Straßennetz.

anteile. Der Anteil von Heizöl sinkt um 0,3 %

auf 31,3 %. 5,7 % aller Wohnungen nutzen Strom,

um die Räume zu erwärmen. In 3,4 % der Fälle

kommt Kohle zum Einsatz.

Insgesamt wurden 2004 rund 300.000 mehr

Wohneinheiten mit Erdgas beheizt als im Jahr

zuvor, so der BGW. Damit steigt die Zahl von

Wohnungen, die mit Erdgas beheizt werden, auf

den Rekordwert von 17,8 Millionen. Die Ursachen

dafür liegen laut BGW bei Umstellungen

von Heizöl auf Erdgas im Wohnungsbestand sowie

der Vorliebe von Bauherren: Drei von vier

neuen Häusern werden mit einer Erdgasheizung

ausgestattet.

Es dauert mehrere Tage, das Erdgas von den Förderstätten

bis zum heimischen Herd zu transportieren.

Ein Gaspartikel bewegt sich etwa mit

der Geschwindigkeit eines Mofas und ist aus

Sibirien ungefähr acht Tage lang unterwegs. Bei

der Förderung aus den unterirdischen Lagerstätten

strömt das Erdgas mit hohem Druck aus

dem Bohrloch. Durch geeignete Armaturen und

Verbindungsleitungen wird es in das Fernleitungsnetz

eingespeist und auf den Fernleitungsdruck

eingestellt.

Während des Gasflusses über längere Strecken

fällt der Druck durch die Reibung der Gasmoleküle

im Gasstrom selbst und an den Rohrwänden

ab. Der so verminderte Druck muss zum

Fernwärme

Heizöl

3,4

31,3

12,4

Kohle

Strom

Erdgas

5,7

47,2

Womit heizt Deutschland?

Beziehungsstruktur im

Wohnungsbestand 2004 in %

Quelle: BGW

Acht Tage von Sibirien bis zum heimischen

Herd

Weitertransport wieder erhöht werden. Dies

geschieht in so genannten Verdichterstationen,

die im Fernleitungsnetz in einem Abstand von

Das in deutschen Wohnungen verbrauchte Erd-

100 bis 200 Kilometern installiert sind.

gas hat meist einen weiten Weg hinter sich: Da

es in Deutschland nur geringe eigene Erdgasvorkommen

gibt, müssen über 80 % des hierzulande

verbrauchten Erdgases importiert werden.

19


Rasant steigende Ölpreise wirken sich auf

Gaspreise aus

Kaum ein Thema ist im Berichtsjahr in der Öffentlichkeit

und in den Medien intensiver diskutiert

worden als die Entwicklung der Rohölpreise und

damit auch die der Gaspreise. Um zu garantieren,

dass Erdgas dauerhaft wettbewerbsfähig gegenüber

der Hauptkonkurrenzenergie angeboten

werden kann, orientiert sich der Gaspreis

am Preisniveau vom leichten Heizöl. Dieses war

einer der Grundgedanken bei der Einführung

der Ölpreisbindung in den 50er Jahren. Der Gaspreis

folgt dem Ölpreis zeitverzögert und geglättet.

Diese Ölpreisbindung zieht sich durch

alle Handelsstufen vom Produzenten bis zum

Endverbraucher.

Sicherlich muss die Frage erlaubt sein, ob eine

Ölpreisbindung nach vielen Jahrzehnten eines

Konkurrenzmarktes und unter aktuellen und

neuen Marktparametern noch zeitgemäß ist. Eine

Beantwortung der Frage dahin gehend, dass

beim Wegfall der Ölpreisbindung die Marktpreise

sinken, ist aber vermutlich auch unzutreffend.

Bestes Beispiel dafür ist Großbritannien. Hier

wurde vor einigen Jahren die Ölpreisbindung

abgeschafft, seitdem ist der Gaspreis durch ein

sehr volatiles Preisverhalten zu charakterisieren

und auf einem deutlich höheren Niveau als in

Deutschland.Außerdem führen die Briten nun

auch eine Diskussion, deren Inhalt die Versorgungssicherheit

als solche ist.

So war in den ersten drei Quartalen 2005 auf

den internationalen Rohölmärkten ein rasanter

Preisanstieg zu verzeichnen. Innerhalb dieser

drei Quartale entwickelte sich der Preis von rd.

40 $/Barrel der Sorte Brent auf 64 $/Barrel, dieses

entspricht einer Steigerung von 60 %. Zwischenzeitlich

wurde im Sommer 2005 sogar ein

Tageshoch von über 70 $/Barrel erreicht. Der

Preisanstieg hatte im Wesentlichen folgende

Gründe: Zum einen stieg die Ölnachfrage vor

allem auf den chinesischen und indischen Märkten,

zum anderen stieß diese Nachfrage auf ein

65

60

55

50

45

2005

2004

Quelle: www.tecson.de

40

35

2003

30

Jan. Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.

Heizöl-Preis in Euro pro 100 Liter (inkl. MwSt.)

20


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

limitiertes Angebot der Förderkapazitäten.Außerdem

ist ein hoher spekulativer Anteil im Ölpreis.

Im Durchschnitt des Berichtsjahres lag der Preis

für Brent-Rohöl bei rd. 51 $/Barrel, das sind 50 %

mehr als im Vorjahr.

In der Gassparte nahmen die Umsatzerlöse im

Vergleich zum Vorjahr um rd. 1,8 Mio. EUR auf

20,6 Mio. EUR zu. Mit einem Umsatzanteil von

rd. 54 % leistete so die Gassparte erneut den

größten Beitrag zum Erlös der Stadtwerke Huntetal.

Erdgasabsatz auf Vorjahresniveau

Zwar liegen in der Gassparte Erfahrungswerte

und Prognosezahlen für die zu beschaffenden

Gasmengen vor. Letztendlich ist der Gasverkauf

aber maßgeblich von den Witterungsverhältnissen

in den Wintermonaten abhängig. So ist es zu

erklären, dass die Gasabgabe an Tarifkunden aufgrund

der vergleichsweise milden Temperaturen

in den Wintermonaten von rd. 429 Mio. kWh auf

407 Mio. kWh, also um 5,13 %, gesunken ist.

Im Sondervertragskundenbereich, in dem überwiegend

Produktionsgas verkauft wird, konnte

ein Zuwachs von rd. 191,4 Mio. kWh auf

207,7 Mio. kWh erreicht werden. Dieses entspricht

einem Wachstum um rd. 8,5 % und ist

insbesondere auf starke Kapazitätssteigerungen

eines Industriekunden zurückzuführen.

Am gesamten Gasabsatz von rd. 615 Mio. kWh

nimmt somit der Tarifkundenbereich einen Anteil

von 66 % ein, der des Sondervertragskundenbereichs

einen Anteil von 34 %.Wie im

Vorjahr haben wir unser Gas von der Erdgas

Münster, der ExxonMobil und Shell bezogen.

Am 6. März 2005, einem der kältesten Tage im

Berichtsjahr, wurde bei einer durchschnittlichen

Tagestemperatur von -10°C die höchste

Stundenabgabe gemessen. Sie betrug knapp

201.000 MWh/h und lag so um rd. 16 % höher

als im Vorjahr. Die niedrigste Tagesabgabe wurde

erwartungsgemäß im August 2005 registriert.

Trotz deutlicher Bezugskostensteigerungen konnten

wir im Berichtsjahr die Allgemeinen Tarifpreise

auf einem konstanten Niveau halten. Lediglich

zum 1. Oktober 2004 haben wir die

Preise den Marktbedingungen anpassen müssen.

Eigene Preisvergleiche innerhalb des Marktes,

aber auch unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

kommen daher zu dem Ergebnis,

dass unsere Preisregelungen deutschlandweit zu

den günstigsten zählen. Hieran möchten wir auch

zukünftig festhalten.

Versorgungssicherheit auf hohem Niveau

Um die Versorgungsqualität im Netzbetrieb und

damit die Sicherheit auf einem hohen Niveau zu

halten, haben wir im Berichtsjahr umfangreiche

Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Investiert

wurden insgesamt rd. 400.000 EUR. Es wurden

11 Kilometer Gaseitungen neu verlegt. Das

Rohrnetz hatte zum Berichtsjahresende eine

Länge von 1.226 Kilometern. Davon entfallen 90

Kilometer auf das Nieder-, 1.076 Kilometer auf

das Mittel- und 60 Kilometer auf das Hochdrucknetz.

Die Koordination der Baumaßnahmen erfolgte

nach Möglichkeit spartenübergreifend.

Weiterhin wurde zur Überwachung des Erdgasnetzes

und zur Erhaltung der Versorgungssicherheit

auch im Berichtsjahr mit elektronischen

Suchgeräten das vorhandene Gasnetz auf Dichtigkeit

überprüft. Insgesamt wurden 350 Kilometer

Leitungen untersucht, dabei sind vier Mängel

lokalisiert und behoben worden.

Insgesamt sind 13.964 Zähler installiert. Unverändert

unterhalten wir zur Zeit vier Übernahmestationen

und 26 Reglerstationen.

552.422

627.464

615.723

614.719

01/02 02/03 03/04 04/05

Absatz Erdgas in MWh

Stadtwerke-Mitarbeiter Heino Siemering

bei der Gaslecksuche mit elektronischem

Suchgerät

21


▲ Übergabe eines Erdgasfahrzeuges an

die Berufsschule: (v. l.) Thomas Henke,

der Berufsschüler Paul Gust, Günther Stephan

und Ulrich Halfpap

350.000 Gelenk-Bus

(50.000 km/a)

240.000 Solo-Bus

(50.000 km/a)

77.100 Pkw Taxi

(80.000 km/a)

57.850 Pkw Kurierdienst/Fahrschule

(60.000 km/a)

33.150 Einfamilienhaus,WSVO,

Baujahr 1982, 150 m 2

14.500 Pkw Privatpersonen

15.000 km/a

13.200 Einfamilienhaus, NEH, EnVO,

Baujahr 2001, 150 m 2

Erdgasfahrzeuge werden immer beliebter

12,5 % aller Neuwagenkäufer wären bereit, ein

Erdgasfahrzeug zu kaufen. Das sind 6,7 % mehr

als noch vor einem Jahr. Rund 57 % der Neuwagenkäufer

haben eine positive Meinung zu Erdgasfahrzeugen,

vor einem Jahr waren es noch 14 %

weniger. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative

Befragung des Marktforschungsinstituts

Promit im Auftrag des Bundesverbands der

deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW).

Befragt wurden 1.000 private Autohalter, die in

den nächsten zwei Jahren ein Neufahrzeug kaufen

wollen.

Die Studie belegt, dass Erdgasfahrzeuge bei den

Befragten ein sehr positives Image entwickelt

haben. So sind mittlerweile 81% der Meinung,

Erdgasfahrzeuge seien ebenso sicher wie Benzinoder

Dieselfahrzeuge (2004: 75 %). Mehr als 50 %

schätzen Erdgasfahrzeuge als ebenso zuverlässig

wie Benzin- und Dieselantriebe ein und zwei

Drittel wissen, dass Erdgas die günstigste Antriebsalternative

ist. Grundsätzlich werden bei

den positiv eingestellten Käufergruppen, im Gegensatz

zu den vorherigen Untersuchungen,

Aspekte wie die geringere Reichweite beziehungsweise

das noch im Aufbau befindliche Tankstellennetz

nicht als grundsätzlich hemmende Aspekte

bei der Entscheidung für ein Erdgasfahrzeug

angesehen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

führen bei den Befragten zu einer allgemeinen

Veränderung in der Einstellung zum Pkw.

So muss nach wie vor für 95 % ein Auto vor

allem solide und zuverlässig sein.

Das Geschäftsfeld „Erdgas als Kraftstoff“ wurde

auch von den Stadtwerken Huntetal weiter ausgebaut,

sowohl durch finanzielle Förderung von

erdgasbetriebenen Fahrzeugbeschaffungen bei

unseren Kunden als auch durch den Einsatz erdgasbetriebener

Fahrzeuge im eigenen Fahrpark.

Zum Ende des Berichtsjahres waren in unserem

eigenen Fuhrpark 11 Erdgasfahrzeuge eingesetzt,

das sind 2 Fahrzeuge mehr als im Vorjahr. In der

Region wurden 2005 rund 100 Fahrzeuge mit

Erdgasantrieb registriert,Tendenz weiter steigend.

Dieser Trend spiegelt die Verkaufszahlen an der

Erdgastankstelle wider. Rd. 66.000 kg Erdgas

konnte im Berichtsjahr verkauft werden, das entspricht

einer Steigerung um 11.000 kg oder

20 %. Im Verhältnis zum Heizenergieaufkommen

eines durchschnittlichen Einfamilienhauses entspricht

die Verkaufsmenge einem Aufkommen

von rd. 22 Häusern.

Mit Hilfe zahlreicher Sponsorenleistungen konnte

den Berufsbildenden Schulen in Diepholz ein

Erdgasfahrzeug übergeben werden. Im Rahmen

verschiedener Unterrichtsprojekte war auch die

Umrüstung eines Autos auf Erdgasantrieb Thema.

Nach theoretischer und kritischer Ausarbeitung

dieses Themas konnten die Berufsschüler das

erarbeitete Wissen in der Praxis umsetzen.

Das fertige Projekt wurde vielen Fachleuten auf

der Lernfeldtagung der Berufsbildenden Schulen

präsentiert. Diese zeigten sich über die professionelle

Umsetzung der Lerninhalte mehr als

erstaunt.

600

600

500

Gas-Terrassenstrahler

Herd, Backofen

Gastrockner

Erdgasverbrauch im Überblick /

Absatzpotential in kWh/a

22


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

Stadtwerke und Installateure kooperieren

im Wärmemarkt

Egal, ob Hausbesitzer, Gewerbe oder Industrie,

jeder braucht sein individuelles Energiekonzept,

welches seinen Bedürfnissen und Anforderungen

gerecht wird. Denn nur so lässt sich der Verbrauch

ebenso optimieren wie die Kosten.

Erdgas bietet als umweltfreundliche Energie sehr

gute Voraussetzungen für die Realisierung solcher

Konzepte und hat sich weltweit millionenfach

bewährt.

So fiel im September 2005 nach intensiver Vorbereitungsphase

der Startschuss für unser neues

Produkt Wärmepur!. Das als qualitativ hochwertiges

Nischenprodukt zu bezeichnende Dienstleistungspaket

ist von unseren Kunden innerhalb

kürzester Zeit aktiv angenommen worden und

hat so unsere ersten Erwartungen gänzlich erfüllt.

Zielgruppe für Wärmepur! sind unsere Haushaltsund

Kleingewerbekunden.Wärmepur! beinhaltet

einen Rundum-sorglos-Service um die private

Heizungsanlage. Die dafür notwendigen Aufgaben

verteilen sich einerseits auf die federführenden

Stadtwerke und andererseits auf die Heizungsinstallateure.Während

wir als Eigentümer

der neuen Heizungsanlage die Investitionskosten

sowie die organisatorische und vertragsrechtliche

Abwicklung übernehmen, führen die Installateure

die kompletten Montage- und später

auch die Wartungsarbeiten vor Ort aus, ebenso

wie das individuelle Beratungsgespräch mit dem

Kunden.

Insgesamt 14 Vertragsinstallateure aus Diepholz,

Barnstorf, Rehden und Wagenfeld sind im Kooperationsteam

vertreten.

Die Vorteile dieses Paketes liegen für alle drei

Beteiligten – dem Kunden, dem Handwerk und

den Stadtwerken – auf der Hand: Der Kunde

braucht sich über Jahre hinweg um die Heizungsanlage

keine Gedanken und Sorgen zu machen,

die Auftragsvergabe bleibt in der Region bei den

Vertragsinstallateuren, die Stadtwerke haben

eine Planungssicherheit im Energieeinkauf und

eine über Jahre hinweg gut funktionierende

Kundenbindung.

Da sich in der Angebotspalette der Stadtwerke

bereits seit einiger Zeit die Projektierung und

Umsetzung größerer Heizungsanlagen im

gewerblichen und kommunalen Bereich befinden,

haben wir so die Lücke im Privatkundenbereich

geschlossen.

Zusammenfassend lassen sich die Vorteile von

Wärmepur! so darstellen:

• Vor-Ort-Beratung mit einem kompetenten

Vertragsinstallateur

• Entsorgung des alten Kessels

• Beschaffung und Installation einer modernen

und wirtschaftlichen Heizungsanlage

• Komplette Betreuung der Anlage

• Übernahme sämtlicher Kosten

• 24 Stunden Erreichbarkeit der Stadtwerke

• Null Investition

Fernwärme

Im Geschäftsjahr wurde an unsere Kunden eine

um rd. 12 % höhere Abgabemenge verkauft als

im Vorjahr. Insgesamt konnten wir 1.891 MWh

an alle Fernwärmenutzer abgeben. Damit entwickelte

sich der Fernwärmeabsatz besser als es

der Temperaturverlauf erwarten ließ.

▲ Startschuss Wärmepur! mit Vertretern des

Installateurausschusses: (v. l.) Günther Stephan,

Waldemar Opalla, Klaus Moorkamp,

Bernd Kramer, Jörg Kuhlmann

23


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

Wasser

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein wasser-

Entwicklung des Wasserverbrauchs

reiches Land.Von allen Nutzern werden 20,9 %

der sich jährlich erneuernden Wasserressourcen

tatsächlich genutzt.

Der durchschnittliche Wasserverbrauch in

Deutschland ist seit Beginn der 90er Jahre um

rund 14 % gesunken und liegt aktuell bei

Die Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland

beträgt 357.030 km 2 . Die Einwohnerzahl

liegt bei rd. 82,5 Millionen (Stand: 31.12.2003).

Die Bevölkerungsdichte beträgt somit rd. 231

Personen/km 2 . (Quelle: Statistisches Bundesamt

2005).

Insgesamt verfügte die Bundesrepublik Deutschland

im Jahr 2001 über ein sich jährlich erneuerndes

Wasserangebot von rd. 182 Mrd. cbm.

Die öffentliche Wasserversorgung nutzt davon

5,4 Mrd. cbm pro Jahr, das sind rund 3 % der Ressourcen.

Angesichts einer solch komfortablen

Situation ist bei einem nachhaltigen Umgang mit

der Ressource Wasser eine langfristige Sicherstellung

der Wasserversorgung in Deutschland

gegeben. Zur Sicherstellung einer flächendecken-

127 Litern pro Einwohner und Tag. Deutschland

besitzt damit zusammen mit Belgien den niedrigsten

Wert aller Industriestaaten. Der Wassergebrauch

stabilisiert sich auf niedrigem Niveau,

das aus betrieblicher Sicht nach unten kaum

noch Spielräume zulässt.

So ist die Wasserabgabe der öffentlichen Wasserversorgung

zwischen 1990 und 2004 von 5,99

auf 4,72 Mrd. cbm, d. h. um rund 21 % zurückgegangen.

Zusammen mit einem entgegen den ursprünglichen

Prognosen erheblich reduzierten

Pro-Kopf-Verbrauch führt dies zu einer merklichen

Unternutzung der Anlagen. Eine besondere

Herausforderung stellt in diesem Zusammenhang

der demografische Wandel in einigen Regionen,

insbesondere in den ostdeutschen Ländern, dar.

Oberflächenwasser

Quellwasser

Grundwasser

9

26

65

Wassergewinnung der

öffentlichen Versorgung in %

Statistisches Bundesamt, Fachserie 19, Reihe 2.1, Heft 2001

den Trinkwasserversorgung in hoher Qualität ist

allerdings eine aufwändige Infrastruktur mit z.T.

hohen Erschließungskosten, wie dem Bau von

Talsperren sowie regionalen Versorgungssystemen,

erforderlich, da die Wasserressourcen regional

sehr unterschiedlich verteilt sind.

Um unter diesen Bedingungen hygienische Probleme

zu vermeiden, ist es erforderlich, die betroffenen

Leitungen intensiv zu spülen. Dies

führt trotz sinkender Wasserabgabe an die Verbraucher

zu konstanten Fördermengen durch

den Wasserversorger. Des Weiteren müssen

Charakteristisch für Deutschland ist die bevorzugte

Nutzung örtlicher Ressourcen für die

Trinkwassergewinnung. Mit 65 % stellt das Grundwasser

die wichtigste Ressource für die Trinkwassergewinnung

dar. Dies verdeutlicht, wie

wichtig der nachhaltige Schutz des Grundwas-

Kapazitäten für Spitzenverbräuche bereitgestellt

werden, wenn beispielsweise in trockenen Jahren

Hausbrunnen oder Regenwasserzisternen

kein Wasser mehr fördern und diese Kunden

verstärkt auf die öffentliche Wasserversorgung

zurückgreifen.

sers vor Verunreinigungen ist.

Die Aufrechterhaltung der technischen Funktion

bei geringerer Auslastung erhöht bei konstanten

Fixkosten die mengenbezogenen Preise.

25


Zusätzlich können Anpassungs- und Rückbau-

Hochmoderne Technik für frisches Wasser

kosten entstehen. Die Kosten beispielsweise für

eine Netzverkleinerung im Abwasser werden

von der Wasserwirtschaft auf 500 bis 1.000 EUR

pro Kanalnetzmeter geschätzt. Darüber hinaus

verringert sich die Nutzungsdauer an bestehen-

Dass die Stadtwerke Huntetal in allen Geschäftsfeldern

in moderne Technik und damit in die

Zukunft investiert, zeigt sich auch in der Wassersparte.

den Anlagen. Investitionen müssen deshalb vorzeitig

abgeschrieben werden. Insgesamt führt

dies in den betroffenen Gebieten zu einer Umlage

von insgesamt höheren Kosten für eine geringer

werdende Zahl von Einwohnern.

Zu den wichtigsten Aufgaben der Stadtwerke

gehört die zuverlässige und immer ausreichende

Versorgung unserer Kunden in Diepholz, Barnstorf,

Rehden und Wagenfeld mit frischem, qualitativ

hochwertigem Trinkwasser. Dafür unter-

Eine politisch geförderte weitere Reduzierung

des Wassergebrauchs ist vor diesem Hintergrund

nicht erforderlich, wohl aber eine aktive Begleitung

und auch finanzielle Unterstützung des demografisch

bedingten Um- und Rückbauprozesses

durch Bund und Länder.

nehmen wir einiges für das Lebensmittel Nr. 1:

Um die Qualität jederzeit garantieren zu können,

werden die Aufbereitungsmaßnahmen unserer

Wasserwerke nicht nur regelmäßig umfassend

gewartet, sondern immer wieder auch auf

den neuesten technischen Stand gebracht. Im

Rahmen dieses kontinuierlichen Verbesserungs-

Quelle: OECD, IWSA 1999, BGW-Wasserstatistik 2004

122

127

145

147

151

160

166

188

213

237

260

Der Anteil der von der öffentlichen Wasserversorgung

versorgten Industrie ist seit 1990 um

rund 40 % gesunken. Ursachen sind die Einführung

ressourcenschonender Produktionsprozesse

und eine vermehrte Eigenförderung, aber auch

der Wegfall wasserintensiver Industrie. Hieraus

entwickelt sich eine wachsende Nachfrage an

öffentliche Versorgungsunternehmen, als Betriebsführer

bei der Betriebswasserversorgung zu fungieren.

So deckt die Industrie in Deutschland

96 % ihres Wasserbedarfs durch Eigenförderung.

Nur 4 % des Bedarfs werden von der öffentlichen

Wasserversorgung gedeckt. Der Anteil der Industrieversorgung

durch die öffentliche Wasserversorgung

liegt in England und Wales mit 30 % sowie

19 % in Frankreich wesentlich höher als in

Deutschland (vorläufige Daten aus einer bislang

unveröffentlichten Studie im Auftrag des BGW

2005).

prozesses wurden im Berichtsjahr im Zuge des

2. Bauabschnittes die Steuerungs- und Regelungstechnik

sowie die Rohwassermischleitung im

Wasserwerk St. Hülfe saniert. Darüber hinaus

sind durch die neue Gestaltung des Eingangsbereiches

die umfangreichen baulichen Veränderungen

im Wasserwerk St. Hülfe vorerst abgeschlossen

worden.

Die Anforderungen der seit 2002 geltenden

Trinkwasserverordnung konnten ohne Probleme

jederzeit erfüllt werden. Das gelieferte

Trinkwasser entsprach allen physikalischen, chemischen

und mikrobiologischen Anforderungen.

Unser Trinkwasser stammt zu 100 % aus eigenen

Brunnen. Ohne chemische Zusätze wird das

Brunnenwasser in den beiden Wasserwerken

Sankt-Hülfe und Wagenfeld aufbereitet und gelangt

von dort über ein 200 Kilometer langes

Verteilnetz bis zu unseren Kunden.

Wasserverbrauch in Litern

pro Einwohner und Tag

26


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

Neuer Brunnen in Hemsloh

Ein wichtiger Baustein, um die Versorgungssicherheit

unserer Kunden auch weiterhin zu garantieren

und unserem Qualitätsanspruch gerecht zu

werden, ist die Förderung des Wassers aus eigenen

Brunnen. Im Berichtsjahr wurde deshalb

beschlossen, einen nicht mehr leistungsfähigen

Brunnen durch einen neuen zu ersetzen.

Die Förderleistung des vorhandenen Brunnens

aus dem Jahre 1979 war erheblich zurückgegangen,

zudem weist er heute deutliche Mängel auf.

Die Baumaßnahmen für den neuen Brunnen begannen

im Herbst 2005. Eine Bohrtiefe von

45,5 Meter und ein Durchmesser von 800 mm

wurden festgelegt, um den Brunnen zukünftig

mit einer Leistung von rd. 100 cbm pro Stunde

betreiben zu können. Die notwendigen Förderbewilligungen

liegen vor.Wir gehen davon aus,

dass der Brunnen im kommenden Wirtschaftsjahr

einsatzfähig ist.

Einen Großteil dieser Menge, nämlich 86,1 %,

haben wir an unsere Haushaltskunden abgegeben.

Der Mengenanteil beläuft sich mit rd.

2,180 Mio. cbm auf konstantem Niveau. Leichte

Zuwächse von rd. 11.000 cbm sind im Bereich

der Sondervertragskunden zu verzeichnen.

Die höchste Tagesabgabe beider Wasserwerke

mit 11.139 cbm wurde am 24.06.2005 festgestellt.

Durchschnittlich werden rd. 7.380 cbm

Wasser am Tag gefördert, dieses entspricht einem

Stundenwert von rd. 308 cbm.Als Vergleich kann

festgehalten werden, dass ein durchschnittlicher

4-Personen-Haushalt rd. 120 cbm Wasser im

Jahr verbraucht. Der Jahresbedarf eines Durchschnittshaushaltes

wird also rechnerisch innerhalb

von rd. 23 Minuten gefördert.

2.523

2.617

2.522

2.533

01/02 02/03 03/04 04/05

Abgabe Trinkwasser in Tcbm

Wasserabgabe auf konstantem Niveau

Die insgesamt ins Netz eingespeiste Menge lag

im Berichtsjahr bei rd. 2,533 Mio. cbm. Dieses

entspricht einer nur geringfügigen Steigerung

gegenüber dem Vorjahresniveau, hier betrug die

eingespeiste Menge rd. 2,522 Mio. cbm.

▲ Brunnenbohrung

27


Bäder

Bedeutung der Bäder

Einfach nur schwimmen, das wollen heute nur

noch die wenigsten unserer Besucher. Gefragt

sind vielmehr attraktive Angebote rund um die

aktuellen Trends Fitness und Wellness. Im Berichtsjahr

haben die Stadtwerke ihre Leistungen

in diesem Bereich wesentlich erweitert. Der

Schwerpunkt liegt hier natürlich im Hallenbad,

das wir immer mehr zum anspruchsvollen Freizeitbad

ausbauen.

Darüber hinaus gelten moderne Freizeitstätten

als „weiche Standortfaktoren“, die die Anziehungskraft

einer Stadt erhöhen - für Bürger,

Umland und Unternehmen. Die positiven Resonanzen

unserer Gäste bestätigen uns darin, dass

hierzu auch unsere drei Bäder zählen, die beiden

Freibäder Hunteholz in Barnstorf und Müntepark

in Diepholz sowie das Hallenbad Delfin

ebenfalls in Diepholz.

Entwicklung der Besucherzahlen

Insgesamt kamen rd. 178.000 Gäste im Berichtsjahr

in die drei Bäder. Das sind rd. 29.000 Besucher

weniger als im Vorjahr. Hauptursache dieser

sinkenden Besucherzahl ist der im Vergleich

zum Jahrhundertsommer 2003 und dem relativ

guten Sommer 2004 eher bescheidene Sommer

2005, der sich überwiegend als viel zu kühl und

regnerisch zeigte.

Hiervon waren naturgemäß die beiden Freibäder

betroffen.Alleine in diesen beiden Bädern ist ein

Besucherrückgang von rd. 16.000 festzuhalten,

das entspricht einem Minus von rd. 15 % gegenüber

dem Vorjahr.

Badespaß für die ganze Familie

Unser Hallenbad Delfin erfreut sich weiterhin

großer Beliebtheit.Attraktive Programme und

zahlreiche Sonderaktionen machen das freizeitorientierte

Hallenbad zu einem beliebten Treffpunkt

für alle Altersklassen. Somit hat sich das

Bad in Diepholz bei vielen Gästen aus der Region

fest etabliert.

Auch in den Freibädern fanden erfolgreiche und

von der Bevölkerung gut angenommene Events

statt. Das Open-Air-Kino wurde jetzt schon das

zweite Mal angeboten. Einigermaßen gutes Wetter

bescherte uns eine zufriedene Resonanz.Als

Highlight ist sicherlich auch im Berichtsjahr wieder

der „Arschbomben-Wettbewerb“ zu nennen.

Viele Teilnehmer, tosende Zuschauer machten

diesen Wettbewerb zu einer richtigen Party.

Ebenso war die Aktion „Hotel Freibad“ im Freizeitbad

Hunteholz in Barnstorf ein voller Erfolg.

Die Jugendlichen bauten ihre eigenen Zelte auf.

Anschließend wurde gegrillt, danach standen

verschiedene Aktionen und Spiele an. Beim Volleyball-Turnier

konnten sich die Jugendlichen austoben,

bevor eine Nachtwanderung und Schwimmen

bei Mondschein auf dem Programm standen.

Nach einem gemeinsamen Frühstück am nächsten

Morgen ging es müde nach Hause in die

Betten.

Positive Resonanzen und steigende Besucherzahlen

sind bei den angebotenen Fitness-Kursen

zu verzeichnen. Zum Programm zählen, neben

den bewährten Aquafitnesskursen,Wassergymnastik

und Schwimmkurse, bei denen auch der Spaß

nicht zu kurz kommt. Obwohl die Förderungen

28


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

der Krankenkassen teilweise immer weiter reduziert

oder auch ganz storniert werden, konnten

die Zahlen der Kursteilnehmer auf einem zufriedenstellend

hohen Niveau gehalten werden.

Wir setzen auf Zukunft

Im Berichtsjahr wurde das Freizeitbad Hunteholz

mit einer neuen Heizungsanlage ausgestattet.

Diese umfangreiche und notwendig gewordene

Investition soll einerseits den warmen und damit

reibungslosen Badebetrieb sichern und andererseits

natürlich durch modernste Technik

den Energieeinsatz optimieren.

Mit Blick auf die Öffnungszeiten unserer Bäder

wollen wir zukünftig noch flexibler werden. Im

Geschäftsjahr 2005/2006 wird bei schlechter

Witterungslage erstmals das Hallenbad Delfin

auch in den Sommermonaten geöffnet.

Insgesamt können wir unseren Gästen in unseren

Schwimm- und Multifunktionsbecken, Spielund

Ruhezonen,Wasser- und Röhrenrutschen

und unserem vielseitigen Saunabereich einen

abwechslungsreichen und dennoch erholsamen

Aufenthalt garantieren.

„Wer immer die Wirkungen des Wassers versteht und

in seiner überaus mannigfaltigen Art anzuwenden

weiß, besitzt ein Heilmittel, welches von keinem anderen

Mittel übertroffen werden kann. Keines ist mannigfaltiger

in der Wirkung. In der Schöpfung beginnt

es mit dem unsichtbaren Luft- oder Dampfkügelchen,

setzt sich fort im Tropfen und schließt ab mit dem

größten Teil der Erde erfüllenden Weltmeer.“

Pfarrer Sebastian Kneipp

29


▲ Sponsorenlauf „Diepholz rennt“

im Zuge der 625-Jahr-Feier der Stadt

Diepholz

Mehr als Energie

▲ Sektanstoß zur Freibaderöffnung

Gesellschaftliche Verantwortung

übernehmen

Natürlich besteht die erste und wichtigste Aufgabe

der Stadtwerke Huntetal darin, Kunden und

Partner, also vor allem die Bürger und Unternehmen

der Stadt zuverlässig und zu wettbewerbsfähigen

Konditionen mit Strom, Erdgas und Wasser

zu versorgen.Aber unser Einsatz für Diepholz,

Barnstorf, Rehden und Wagenfeld geht weiter.

Entsprechend unserem Slogan „Mehr als Energie“

wollen wir über unsere Geschäftstätigkeit im

engeren Sinne hinaus unserer Region Impulse

geben.Wir wollen mit unseren Möglichkeiten

mithelfen, dass die Region weiter attraktiv bleibt:

wirtschaftlich, sozial und kulturell.

Warum tun wir das? Wir verstehen uns nicht

nur als ein Unternehmen, das erfolgreich sein

will, indem es unverzichtbare Produkte und

Dienstleistungen zu wettbewerbsfähigen Bedingungen

anbietet und deshalb am Markt Erfolg

hat.Wir verstehen uns auch als ein Unternehmen,

das sich gesellschaftlich engagiert und dem

Gemeinwohl dienen möchte. Das entspricht

nicht nur unserem Verständnis eines verantwortlichen,

an Werten orientierten Unternehmertums,

sondern erwächst auch ganz zwangsläufig

aus der Nähe und besonderen Verbundenheit

zur Region und ihren Bürgern. Natürlich hat

diese besondere Verbundenheit mit der Tatsache

zu tun, dass wir fast jeden Bürger der Stadt zu

unseren Kunden zählen können.

Im Übrigen wissen wir: Kein Unternehmen existiert

für sich allein. Jedes Unternehmen ist eingebettet

in vielfältige Beziehungen und Abhängigkeiten.Wenn

das Umfeld Erfolg hat, wird sich

30


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

das immer auch positiv auf die Wirtschaft auswirken.

Dem tragen wir ganz bewusst Rechnung,

indem wir in ganz unterschiedlichen Bereichen

Initiativen und Projekte organisatorisch,

logistisch oder auch finanziell unterstützen, die

für die Region wichtig sind und die uns überzeugen.

Ob im Sport oder im Bereich des Sozialen,

im Bereich von Kunst und Kultur oder von

Schule und Ausbildung – wir fördern, was die

Region weiterbringt und ihr Profil als lebendige

und interessante Region mit hoher Lebensqualität

schärft.

Kultur und Kunst

Viele profilierte kulturelle Einrichtungen wären

ohne ein Sponsoring und ohne regelmäßige

Unterstützung durch private und öffentliche

Einrichtungen nicht in der Lage, Umfang und

Niveau ihres Programms zu halten und junge

Talente dabei zu unterstützen, ihre Begabung

voll zu entwickeln.Weil das so ist, unterstützen

die Stadtwerke zahlreiche Veranstaltungen, die

langfristig das gesamte kulturelle Leben in der

Region bereichern.

Sport und Soziales

Sport macht nicht nur Spaß und hält fit, Sport

ist auch wichtig für die Gesellschaft insgesamt.

Hier kann spielerisch gelernt und trainiert werden,

was auch sonst benötigt wird: Ausdauer und

Leistungsbereitschaft, Teamgeist und Fairness.

Nicht nur Kinder lernen beim Sport, sich Erfolge

zu erarbeiten und mit Niederlagen umzugehen,

sich selbst in einer Mannschaft einzuordnen

und die eigenen Grenzen zu erfahren –

Grundqualifikationen nicht zuletzt für ein erfolgreiches

Berufsleben und ein gelingendes Miteinander.

Deshalb unterstützen wir den Sport in der Region

besonders gerne und freuen uns natürlich

auch darüber, dass das sportliche Umfeld dem

Image der Stadtwerke zusätzlich Schwung und

Dynamik verleiht und die Verwurzelung unseres

Unternehmens bei den Sportbegeisterten vertieft.

31


▼ Erfahrungsaustausch mit Umweltminister

Hans-Heinrich Sander

Nikolausschwimmen

Rettet die Mütze vom Nikolaus! Unter diesem

Motto gab es im Hallenbad Delfin Spiel und

Spaß beim alljährlichen Nikolausschwimmen. Bei

den verschiedenen Wettbewerben im Wasser,

bei denen die Nikolausmütze möglichst trocken

bleiben musste, brauchten die Jungen und Mädchen

nicht nur viel Geschick, sondern auch

Glück. Durch Wiegen der Mütze wurde schließlich

der Gewinner mit der trockensten Kopfbedeckung

ermittelt. 2

Ferienfußballschule

Diepholz rennt

Großes Engagement wurde beim Sponsorenlauf

„Diepholz rennt“ gezeigt. Die Aktion der Graf-

Friedrich-Schule spendete das erschwitzte Geld

für ein Projekt der Agenda 21-Stiftung, die in

einen Solarkocher für den Tschad (Afrika) investierten.Auch

die Läufer der Stadtwerke (Mario

Brockmann,Thoralf Kühne, Sven Nackenhorst,

Peter Pade, Markus Ranglack und Martin Schmidt)

brachten mit 52,8 Kilometern eine ausgesprochen

gute Leistung – eben „Mehr als Energie“.

Wagenfelder Radrennen

Schnell und sportlich ging es auch bei der Kreismeisterschaft

im Radrennen zu. Der Wettkampf

fand erstmals in Wagenfeld statt und wurde im

Rahmen eines Straßenradrennens für Jedermann

ausgetragen. Gestartet sind die Teilnehmer im

Alter von 5 bis 60 Jahren in verschiedenen

Klassen. 1

Spitzensport aus Diepholz

Wasser ist ihr Element: Katja Seeger-Böse bereitet

sich in unseren Bädern intensiv auf nationale

und internationale Wettkämpfe vor. Darüber hinaus

unterstützt sie aktiv das Aqua-Fitness-Team

und ist für einzelne Kurse verantwortlich.

Über 100 fußballbegeisterte Jugendliche im Alter

von 8 bis 14 Jahren trainierten im Juli in der

Ferienfußballschule in Barnstorf. Zum Auftakt

gab Nationalspieler Christian Schulz von Werder

Bremen eine Autogrammstunde. Die Jugendlichen

unternahmen auch eine Fahrt ins Weserstadion

und besichtigten das Werder-Museum.Trotzdem

wurde unter den 24 Übungsleitern auch hart

trainiert, sodass am Ende eines jeden Trainingstages

die drei Besten einen Pokal überreicht bekamen.

Minister Sander zu Besuch

Zu einem kurzen Erfahrungsaustausch fand sich

der niedersächsische Umweltminister Hans-

Heinrich Sander im Hause der Stadtwerke ein.

Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten

Hans-Werner Schwarz und Verantwortlichen

der Stadtwerke wurden aktuelle Themen ausgetauscht.

Natürlich lag der Gesprächsschwerpunkt

bei den Themen Wettbewerb auf den

Energiemärkten, Positionierung der Stadtwerke

im Wettbewerbsmarkt und den regenerativen

Energien.Aber auch Themen wie die erfolgreiche

Privatisierung des Wasserlabors und die

regionale Verantwortung der Stadtwerke wurden

angesprochen.

32


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

Traditionelle Freibaderöffnung

Bei sonnigem Wetter und 20°C sorgten zahlreiche

Besucher im Freizeitbad Hunteholz für gute

Stimmung zur Eröffnung der Freibadsaison 2005.

Eine Woche später, zur Freibaderöffnung in

Diepholz, zeigte sich das Wetter schon von der

bescheideneren Seite.

Auburgkonzerte

Im Rahmen der Konzertreihe „Hauptsache Flügel“

trug Henrike Brüggen Sonaten von Mozart

und Fantasien von Brahms und Scriabin vor. Die

Auburg steht für anspruchsvolle kulturelle Darbietungen

über die Grenzen Wagenfelds hinaus.

HSG Barnstorf Diepholz

Regelmäßig tolle Stimmung gibt es bei den Handballspielen

der HSG. Dass sportliche Qualität

geboten wird, beweist das gute Mitspielen in der

Regionalliga Nord.

Hausfrauenbund zu Gast im

Stadtwerkehaus

Die Stadtwerke hatten eingeladen – und viele

Hausfrauen und einige Männer kamen ins Stadtwerkehaus,

um sich bei Kaffee und Kuchen über

die Arbeit und das Dienstleistungsprogramm

der Stadtwerke zu informieren. Ein abschließender

Rundgang über das Werksgelände mit Erklärungen

der technischen Anlagen rundete den

Nachmittag ab.

PHV

Eine gelungene Kooperation von Sozialarbeit

und Wirtschaftswerbung konnte mit dem Verein

Persönliche Hilfen (PHV) verwirklicht werden.

Mit anderen Werbeträgern wurde die Finanzierung

eines Citroen Berlingo für fünf Jahre ermöglicht.

Dieses Fahrzeug steht den Bewohnern

eines durch PHV betreuten Wohnheims und zur

Betreuung von ambulanten Patienten zur Verfügung.

Erste Diepholzer Eiszeit

Diepholz on Ice – getreu diesem Motto startete

die erste Diepholzer Eiszeit vor dem Rathaus als

Abschluss der Feierlichkeiten zum 625-jährigen

Bestehen der Stadt Diepholz. Mit großem Engagement

unserer Lieferanten ist eine wirkliche

Attraktion für Diepholz und die Region gestartet

worden. Ein Highlight war das Eisstockschießen,

zu dem viele Diepholzer Unternehmen

Mannschaften gemeldet hatten.

Gewerbeschauen Wagenfeld und Diepholz

Direkte Kundennähe – auf den Gewerbeschauen

in der Region überhaupt kein Problem. Die

lockere Art der Ausstellungen fördern den Smalltalk

mit den Kunden. So kann in ungezwungener

Atmosphäre Know-how vermittelt werden.

Originelle Sprünge vom „Fünfer“

Zum Ende der Sommerferien stand im Diepholzer

Freibad etwas Besonderes auf dem Programm:

der „Arschbomben-Wettbewerb“. Mit

viel Spaß und außergewöhnlichen Kreationen

unterhielten die jugendlichen Springer die Zuschauer.

Die Besten aus vier Gewichtsklassen

wurden bei dem feucht-fröhlichen Spektakel

von einer fünfköpfigen Jury ausgezeichnet.

▲ Besuch des Hausfrauenbundes im Stadtwerkehaus

33


Personal

▲ Aktive Teilnahme an der Diepholzer Berufsmesse

Gemeinsam etwas bewegen

Das Kapital eines Unternehmens liegt bei den

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, so auch bei

den Stadtwerken Huntetal. Stadtwerke- und

branchenerfahrene Know-how-Träger sowie

junge, innovative Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

garantieren in einer gelungenen Mischung

auch zukünftig die Kontinuität und hohe Qualität

der Arbeit der Stadtwerke.

Zum Bilanzstichtag 30.09.2005 beschäftigten die

Stadtwerke 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in den kaufmännischen und technischen Bereichen,

die durch serviceorientiertes Denken und

Handeln wesentlichen Anteil am Erfolg der Stadtwerke

tragen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die

Zahl der Beschäftigten damit um vier Stellen

gestiegen. Ein Großteil der Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter, nämlich 82 %, ist bei uns in Vollzeit

beschäftigt, 18 % der Beschäftigte arbeiteten im

Berichtsjahr in Teilzeit.

Das durchschnittliche Lebensalter unserer Beschäftigten

lag im Berichtsjahr bei 39 Jahren. Im

Durchschnitt sind unsere Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter (ohne Auszubildende) 12 Jahre bei

uns beschäftigt. Der Anteil der Frauen an der

Gesamtbelegschaft beträgt rd. 30 %.

Durch wirkungsvolle Initiativen und Maßnahmen

haben wir auch im Berichtsjahr zur Minimierung

des internen Verwaltungsaufwands beigetragen

und damit die Produktivität unserer Mitarbeiter

weiter erhöht. Und auch einer zielgerichteten,

mitarbeiterorientierten Personalentwicklung haben

wir uns verschrieben. Ziel ist dabei sowohl

die Motivations- als auch die Qualitätsförderung

und damit die Installation einer weiterhin schlagkräftigen

service- und kundenorientierten

Unternehmenskultur.

Nur wer die Zukunft im Auge hat,

hat in der Gegenwart Erfolg

Durch die Schaffung von Ausbildungsplätzen bieten

wir gute Zukunftschancen für Jugendliche. So

werden junge Menschen im Rahmen einer qualifizierten

Berufsausbildung in sechs verschiedenen

Ausbildungsberufen auf das Arbeitsleben vorbereitet.

Gegenüber dem Vorjahr konnten die Stadtwerke

die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze auf

konstantem Niveau halten.Am 30.09.2005 waren

insgesamt 9 Auszubildende beschäftigt, damit

erreichen wir eine Ausbildungsquote von

10 %.Auch hier verfolgen wir mit unserer Unternehmenspolitik

klare Grundsätze und bilden

über den eigenen Bedarf hinaus aus und werden

so der sozialen Verantwortung vor dem Hintergrund

der immer kritischer werdenden Situation

für Schulabgänger gerecht.

Aktive Teilnahme an der Diepholzer

Berufsmesse

Wie werden jungen Schülerinnen und Schüler

die verschiedensten Ausbildungsberufe schmackhaft

gemacht? Die Diepholzer Berufsschule hat

sich diesem Thema intensiv angenommen und

veranstaltet jedes Jahr die über die Grenzen von

Diepholz bekannte Berufsmesse. Eine Messe für

junge Leute von jungen Leuten. Hier gibt es Informationen

über Ausbildungsberufe aus erster

Hand, nämlich direkt von den Auszubildenden.

Im vergangenen Jahr haben wir zum zweiten Mal

an der Berufsmesse teilgenommen. Im Gegensatz

zum Vorjahr lag dieses Mal die gesamte Or-

34


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

„Zusammenkommen ist der Anfang,

Zusammenarbeiten ist der Erfolg.“

Henry Ford

ganisation der Messe erstmalig in den Händen

unserer Auszubildenden. Mit viel Ehrgeiz und

erfrischenden Ideen haben sie das Projekt in die

Hand genommen. Ergebnis der konstruktiven

Vorbereitungsphase war ein wirklich toller

Stadtwerke-Messestand mit vielen nützlichen

Infos für potentielle Auszubildende. Hierzu zählten

beispielsweise praktische Bewerbungsmuster,

konkrete Ausbildungsinhalte und notwendige

Voraussetzungen der einzelnen Ausbildungsberufe.

Auch im Bereich der Schülerpraktika haben sich

die Stadtwerke engagiert und einigen Schülerinnen

und Schülern umliegender Schulen die Möglichkeit

geboten, für kurze Zeit Einblicke in das

Unternehmen Stadtwerke zu erhalten.

Neuer Lebensabschnitt für engagierte

Mitarbeiter

Sie sind zusammen über 100 Jahre für die Stadtwerke

tätig gewesen: Hilde Nowak, Heinrich

Hübner, Hans-Günther Raffetseder und Wolfgang

Speckmann sind Ende 2004 und im Frühjahr

2005 in die passive Phase der Altersteilzeit gegangen.

In verschiedenen Aufgabenbereichen haben

sie maßgeblich zur Entwicklung der Stadtwerke

beigetragen. Bevor die „Rentner“ in den neuen

Lebensabschnitt wechselten, wurden in lockerer

Runde mit der Geschäftsleitung und den

Kolleginnen und Kollegen originelle Anekdoten

und Erinnerungen ausgetauscht.

Heidemann ebenfalls die Geschäftsführertätigkeit

der DVG. Übergangslos wurde so zum Ende

des Jahres die Position durch den neuen Diepholzer

Bürgermeister Dr.Thomas Schulze

besetzt.

Neues Dienstgebäude

Die Personalexpansionen der Stadtwerke haben

natürlich auch direkte Folgen auf die Anzahl der

Arbeitsplätze. Bereits in den vergangenen Jahren

haben wir eine grundlegende Modernisierung

unserer Büroräume durchgeführt. So haben wir

einerseits den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

modern gestaltete Arbeitsplätze zur Verfügung

stellen und andererseits aber auch neue

Platzeinheiten schaffen können.

Hierzu ist auch der Umbau des Hauses Amelogenstraße

2 zu zählen.Wurde dieses Haus in

früheren Jahren noch vermietet, wird es jetzt

von unserer Abteilung Graphische Datenverarbeitung

genutzt.

▲ Geschäftsführerwechsel bei der Diepholzer Verkehrsgesellschaft:

(v. l.) Herbert Heidemann,Waldemar

Opalla,Volker König, Gregor Korte, Hans-Werner

Schwarz, Dr.Thomas Schulze

▲ Verabschiedung: (v. l.) Betriebsratsvorsitzender

Harald Ficke, Ehepaar Nowak,Waldemar Opalla

▼ Verabschiedung: (v. l.) Heinrich Hübner,

Hans-Günther Raffetseder, Wolfgang Speckmann

Geschäftsführerwechsel bei der

Diepholzer Verkehrsgesellschaft

Über lange Jahre hinweg lenkte Herbert Heidemann

als einer der beiden Geschäftsführer die

Geschicke der DVG. Mit Beendigung seiner

Tätigkeit als Diepholzer Stadtdirektor beendete

▲ Amalogenstraße 2 nach der Modernisierung

35


Förderprogramm

CO 2 – Was ist das eigentlich?

Kohlendioxid, die Verbindung von einem Kohlenstoff-

(C) und zwei Sauerstoffatomen (O 2), gehört

zu den Urbausteinen des Lebens. Keine

Pflanze könnte ohne das unbrennbare, farb- und

geruchlose Gas gedeihen.Aus CO 2, das die

Pflanzen aus der Luft aufnehmen, entstehen bei

der Fotosynthese unter Sonneneinstrahlung

Kohlenstoffverbindungen, die Grundbausteine

der Biomasse, in der die Sonnenenergie chemisch

gebunden ist. Die gesamten fossilen Energievorräte

der Erde (Kohle, Öl, Gas) sind im

Laufe von Jahrmillionen durch solche Prozesse

entstanden.

Mensch und Tier nehmen über die Nahrung Kohlenstoff

auf und verbrennen ihn bei der Atmung

zusammen mit Sauerstoff wieder zu CO 2.Es

entsteht ein natürlicher Kreislauf, in dem die

Ozeane als Speicher fungieren: Sie nehmen laufend

große Mengen CO 2 aus der Atmosphäre

auf und geben auch wieder so viel ab, dass ein

ökologisches Gleichgewicht entsteht.

In diesen natürlichen Kreislauf hat der Mensch

massiv eingegriffen. Seit der industriellen Revolution

ist der CO 2-Ausstoß durch Verbrennung

fossiler Energieträger stetig gestiegen – jeden

Tag wird mehr Kohle, Erdöl und Erdgas verfeuert

als in 1.000 Jahren Erdgeschichte entstand.

Heute pustet die Menschheit jährlich weltweit

an die 24 Milliarden Tonnen CO 2 aus Energieprozessen

in die Atmosphäre, rund 20 % mehr

als 1990. Durch Zerstörung der Vegetation, vor

allem der tropischen Regenwälder, kommen derzeit

jährlich weitere sechs Milliarden Tonnen

CO 2 hinzu. Das Gleichgewicht in der Atmosphäre

ist dadurch zunehmend ins Wanken geraten.Vor130

Jahren betrug der Kohlendioxid-

Anteil an der Luft noch 0,028 % oder 280 ppm

(parts per million = Teile pro Million). Im Jahr

2003 wurden 379 ppm gemessen – ein Anstieg

um über 35 %. Die Folge: Die Erde heizt sich auf,

es kommt zum Treibhauseffekt.

CO 2 – Bilanz des privaten Haushalts

Ein Beispiel:

837.000.000 Tonnen CO 2, das war der deutsche

Beitrag im Jahre 2003 zur Aufheizung der Erdatmosphäre,

des künstlichen Treibhauseffektes.

Statistisch gesehen heißt das: Jeder Einwohner

schickte durchschnittlich 10,2 Tonnen CO 2 in

die Luft – so viel, wie 120 kräftige Männer von

je 85 Kilogramm wiegen.

„Was kann ich als Einzelner schon ändern?“, ist

die weitverbreitete Meinung. Einiges! Denn

jeder Mensch erzeugt direkt oder indirekt CO 2

durch den Einsatz von Energie, die er für Geräte

und Maschinen nutzt, durch Teilnahme am Verkehr,

durch Herstellung und Verzehr von Nahrungsmitteln

und Konsumgütern, außerdem

durch vielerlei andere Verrichtungen.

Nehmen wir die Mustermänner:

Vater Günther, Mutter Petra und Tochter Jessica

– eine ganz normale Familie ohne übersteigerte

Bedürfnisse. Sie lebt in einer 110 m 2 großen

1985 gebauten Wohnung. Günther ist Vertriebsleiter

in einer Handelsfirma, Petra arbeitet als

Halbtagskraft in einem Büro und Jessica besucht

ein Gymnasium. Die Familie besitzt ein Auto,

Fahrleistung pro Jahr 15.000 km, benutzt den

öffentlichen Nahverkehr auf einer Gesamtstrecke

von jährlich 9.000 km, verbraucht jährlich

5.200 Kilowattstunden Strom, verbrennt in

der Heizung 2.500 Liter Heizöl, verfliegt im

Urlaub nach Griechenland 5.000 km und benötigt

Nahrung und Konsumgüter mit den dazugehörigen

Verpackungen.

36


Jahresabschluss

Lagebericht

Markt und Kunde

Dafür muss Familie Mustermann Energie einsetzen.

Bei jedem Energieeinsatz entsteht CO 2.

Wie viel, ist durch Untersuchungen verschiedener

Institute im In- und Ausland analysiert

worden. Danach lässt sich die CO 2-Bilanz der

Familie Mustermann errechnen. Sie basiert auf

nebenstehenden Werten.

Energieverwendung CO2-Emissionen CO2-Emissionen

Verbrauchssektor pro Einheit Tonnen pro Jahr

Auto (10 Liter/100km)

– 15.000 km 2,32 kg/Liter 3,5

Bus

– 9.000 km 6,0 kg/100 km 0,5

Elektrizität inkl.Warmwasser

– 5.600 kWh 0,6 kg/kWh 3,4

Heizung (Heizöl)

– 2.500 l = 25.000 kWh 0,26 kg/kWh 6,5

Flugzeug – 5 l Kerosin

pro 100 km und Person 2,7 kg/Liter 2,0

Nahrung

und Konsumgüter ca. 5,0 t/Person 15,0

CO2-Bilanz 30,9

CO 2 -Bilanz der Familie Mustermann

Die 3-köpfige Familie Mustermann setzt pro Jahr

durch den Verbrauch von Energie für Wärme,

Warmwasser, Elektrogeräte,Verkehrsmittel, Nahrung

und Konsumgüter die kaum vorstellbare

Menge von 30,9 Tonnen CO 2 frei, das sind

10,3 Tonnen pro Person.Viel zu viel angesichts

der wachsenden Klimabelastungen.

Förderprogramm 2005

Bei Anschaffungen größerer Investitionen stehen

wir unseren Kunden nicht nur mit Rat, sondern

auch mit finanziellen Fördermitteln zur Seite.

Nach den Erfolgen in den vergangenen Jahren

haben wir im Sinne einer nachhaltigen ökologischen

Ausrichtung auch im Jahre 2005 in Kooperation

mit der Stadt Diepholz ein attraktives

Förderprogramm für Energie einsparende Maßnahmen

angeboten. Neben ökologischen Zielen,

hierzu zählt insbesondere der schonende Umgang

mit unseren natürlichen Ressourcen und

die wichtige CO 2-Reduzierung, versteht sich das

Förderprogramm auch als Investitionsanreiz für

unsere Kunden und damit auch als Wirtschaftsförderung

für das heimische Handwerk im weitesten

Sinne.

Die Stadt Diepholz und die Stadtwerke stellen

jeweils 40.000 EUR bereit. Insgesamt standen

somit 80.000 EUR an Fördermitteln zur Verfügung.Wie

im Vorjahr wurden die folgenden Maßnahmen

mit unterschiedlichen Beträgen gefördert:

• Maßnahmen zur Wärmedämmung

• Lüftungstechnik

• Solaranlagentechnik zur

Warmwasseraufbereitung

• Photovoltaikanlagentechnik zur

Stromerzeugung

• Erdgasfahrzeugtechnik

• Brennstoffzellentechnik

Über 80 vorliegende Anträge bestätigen die

große Akzeptanz dieses Förderprogramms. Insbesondere

Förderungen für Maßnahmen zur

Wärmedämmung an Ein- und Zweifamilienhäusern

sowie für die Installation von Photovoltaikanlagen

wurden abgefragt. Für den letztgenannten

Punkt ist sicherlich auch die attraktive staatliche

Förderung von EEG-Anlagen verantwortlich.

In Summe belaufen sich die privaten Investitionen

auf rd. 914.000 Mio. EUR, davon entfallen

alleine rd. 614.000 Mio. EUR auf Investitionen

im Photovoltaikanlagenbereich. Die so aus

EEG erzeugte elektrische Arbeit reicht zur Versorgung

von rd. 35 Durchschnittshaushalten.

Nach Umsetzung der Energie einsparenden

Maßnahmen im Rahmen des Förderprogramms

werden in Diepholz rd. 850 Tonnen CO 2 eingespart.

37


Lagebericht

Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

Die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2005 ist

leicht positiv verlaufen.Weltwirtschaftlich war

dieser Verlauf unerwartet gut. Dennoch wurde

auch in 2005 ein moderates Wirtschaftswachstum

erreicht. In Deutschland wird diese verhalten

positive Stimmung durch die hohe Anzahl der Arbeitslosen

getrübt. Bei dem derzeitigen Rekordhoch

von über fünf Millionen Arbeitslosen besteht

ein vorrangiger Wunsch darin, dass mit den

gesetzlichen Reformen die dringenden Strukturund

Arbeitsmarkterfolge rasch erreicht werden.

In diesem wirtschaftlichen Umfeld bewegen sich

die Preise für Öl, Gas und Kohle auf Rekordniveau

und bremsen die konjunkturelle Entwicklung zusätzlich.

Die Entwicklung der Gesamtwirtschaft hatte

ebenso Einfluss auf das Geschäftsjahr der Stadtwerke

sowie die geänderten Rahmenbedingungen

in der Energiewirtschaft.

Die Liberalisierungsbestrebungen der Europäischen

Union und die Deregulierung der europäischen

Märkte wirken sich auf mehrere Säulen

der Unternehmenstätigkeit der Stadtwerke im

Geschäftsjahr 2004/2005 gravierend aus. Das

Energiewirtschaftsrecht in Deutschland wurde

aufgrund europäischer Rechtsvorschriften im Juli

2005 neu geregelt. Der Schutz der geschlossenen

Versorgungsgebiete wurde nun endgültig

beseitigt und Durchleitungsrechte geschaffen, um

so mehr Wettbewerb bei Strom und Gas zu ermöglichen.

Dieser Herausforderung haben sich

die Stadtwerke gestellt und verstehen die Liberalisierung

der Versorgungsmärkte als Chance, um

sich als wettbewerbsfähiger Energiedienstleister

am Markt aufzustellen.

Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen

bereits wesentliche Grundsteine seiner strategischen

Neuausrichtung offensiv realisiert und

kontinuierliche Schritte zur Anpassung des

Unternehmens an den Wettbewerb verfolgt, so

wurden die Geschäftsprozesse analysiert und

nun schrittweise in allen Bereichen den veränderten

Marktbedingungen angepasst. Des Weiteren

stand das Geschäftsjahr 2004/2005 im

Zeichen des weiteren Ausbaus der Kerngeschäfte,

wobei die Produktstandardisierung und

die Lieferantenkonsolidierung im Mittelpunkt

stehen. Die Umsetzung einer strukturierten

Strombeschaffung im Rahmen des Portfoliomanagements

bei der Trianel European Energy Trading

GmbH,Aachen, wurde weiter intensiviert.

Die Stadtwerke engagieren sich durch zukunftsträchtiges

unternehmerisches Handeln mit Weitblick

für eine sichere Erdgasversorgung zum

Wohle der Bürger der Region. Erdgas ist einer

der sichersten und umweltschonendsten Brennstoffe

überhaupt. Gering an Emissionen, erfüllt

Erdgas alle Umweltauflagen an die Kohlen- und

Schwefelreduktion.

Wie sich die Preissituation im Laufe des Jahres

2006 entwickelt, hängt im Gasbereich von der

weiteren Preisentwicklung auf dem Ölmarkt ab.

Die Preise bewegen sich auf einem hohen Niveau

mit Höchstständen in 2005 und 2006. Die Abhängigkeitsklausel

der Gaspreise von der Entwicklung

der Heizölpreise steht in starker öffentlicher

Kritik. Es bleibt abzuwarten, welche Marktmechanismen

sich nach einer gerichtlichen Entscheidung

neu bilden.

Im Gegensatz zu dem durch rege Liberalisierungsentwicklung

geprägten Strombereich kam

der Gaswettbewerb im Geschäftsjahr 2004/2005

38


Jahresabschluss

Lagebericht

nicht in dem erwarteten Umfang in Gang.

Auch in der Stromsparte verlief das Jahr sehr

turbulent. Die Lage auf dem weltweiten Energiemarkt

hat unser Stadtwerk stark beschäftigt. Die

Rohstoffe zur Energiegewinnung – und damit

auch die Energie selbst – sind zu einem immer

teureren Gut geworden. Strom wird an den

internationalen Strombörsen gehandelt und hat

sich erheblich verteuert. Diese Entwicklung hat

sich auch auf den Stromeinkauf bei den Stadtwerken

niedergeschlagen.

Die Stadtwerke bieten zahlreiche Serviceangebote

im Bereich Wärmecontracting an, wobei

individuelle Konzepte für den effizienten Einsatz

von Energie bei unseren Kunden in der Energieberatung

im Fokus stehen. Zielstrebig haben wir

im Jahr 2004/2005 das Geschäftsfeld der Wärmelieferung

für Großanlagen ausgebaut. Des Weiteren

wird das Produkt Wärmepur! ab dem

Wirtschaftsjahr für maßgeschneiderte Kleinanlagen

als Full-Service-Paket für Heizung und

Wärme in Zusammenarbeit mit lokalen Installateuren

angeboten.

Eine erfreuliche Steigerung konnten wir beim

Stromverkauf um 5,6 % feststellen, wodurch

insgesamt ein abgesetztes Volumen von

179.768 MWh (inkl. Eigenverbrauch) erreicht

wurde. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen

aus der anhaltenden Gewinnung von Industrieund

Gewerbekunden außerhalb unseres angestammten

Versorgungsgebietes. Die insbesondere

durch den milden Winter geprägte warme

Witterung im Geschäftsjahr führte zu keinem

spürbaren Mengenwachstum bei Gas und Fernwärme.

Mit 614.719 MWh abgesetzter Menge

konnte der Gasabsatz nahezu gleich bleibend

gegenüber dem Vorjahresniveau gehalten werden.

Der Fernwärmeabsatz verzeichnete einen Rückgang

um 4,6 %.

Die Absatzmengen bei der Wasserversorgung

sind im Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr

nahezu gleich bleibend. Die Aufbereitung des

Trinkwassers erfolgt in den Wasserwerken Wagenfeld

und St. Hülfe. Die Stadtwerke stellen

somit ihren Kunden verlässlich Trinkwasser rund

um die Uhr und in hoher Qualität zur Verfügung.

Die Umsatzerlöse in Höhe von 40.106 TEUR

sind die Höchsten in der Geschichte der Stadtwerke.

Dieser Erfolg wird im wesentlichen Teil

durch das serviceorientierte Denken und Handeln

aller Mitarbeiter des Unternehmens geprägt.

Dem gegenüber stehen jedoch die exorbitant

hohen Energiebeschaffungskosten, gepaart

mit der moderaten Preispolitik gegenüber unseren

Kunden, so dass die Stadtwerke eine Reduzierung

des Gesamtergebnisses hinnehmen

mussten.

Das Geschäftsjahr 2004/2005 ist insgesamt sehr

positiv verlaufen und schließt mit einem Jahresüberschuss

in Höhe von 270 TEUR ab. Das Vorjahresergebnis

in Höhe von 442 TEUR konnte

nicht vollständig erreicht werden, jedoch wurde

trotz der externen Einflüsse, wie zum Beispiel

die stark gestiegenen Energiebezugskosten und

der stetige Konkurrenzkampf im Sonderkundensegment,

das Ergebnis des vorletzten Geschäftsjahres

2002/2003 um 25 TEUR übertroffen.

Über die Verwendung des Jahresüberschusses ist

noch ein entsprechender Beschluss herbeizuführen.

39


Bilanzstruktur

Vermögenslage

Die gekürzte Bilanzsumme zum 30. September

2005 erreichte gegenüber dem Vorjahr einen

Rückgang um 494 TEUR.

Der stichtagsbezogene Rückgang des Umlaufvermögens

resultiert im Wesentlichen aus der

Liquiditätsreduzierung aufgrund der Finanzierungstätigkeit

im Unternehmen.

Bei prozentual unverändertem Eigenkapital

konnte konform zur Reduktion des langfristig

gebundenen Vermögens auch das langfristige

Fremdkapital weiter verringert werden.

Gekürzte Bilanzstruktur:

Die empfangenen Ertragszuschüsse wurden in

der gekürzten Bilanz mit dem Anlagevermögen

saldiert.

Mio. EUR. Die Umsatzerlöse im Bereich der Gasversorgung

steigen um 1,89 Mio. EUR auf

20,62 Mio. Euro. In der Wasserversorgung erhöhten

sich die Umsatzerlöse von 2,98 Mio. EUR

auf 3,05 Mio. EUR. Der Umsatz in der Fernwärme

ist leicht rückläufig.

Die Wasserabgabe in Höhe von 2,533 Mio. cbm

bleibt gegenüber dem Vorjahr annähernd konstant.

Die Umsatzerlöse der Freibäder sind gegenüber

dem Vorjahr leicht rückläufig.

Im Hallenbad Delfin wurden mit rd. 76.200 Besuchern

(Vorjahr 89.600 Besucher) 14,9 % weniger

Gäste gegenüber dem Vorjahr gezählt.

Im Freibad am Müntepark bewirkte das milde

Sommerwetter einen Rückgang der Gästezahlen

um nahezu 21 %. Es konnten rd. 42.500

Besucher (Vorjahr 54.000 Besucher) gezählt

werden.

2004/2005 2003/2004

Aktiva TEUR TEUR

A. Anlagevermögen 18.873 69 % 18.007 71 %

B. Umlaufvermögen 8.019 30 % 7.121 28 %

C. Rechnungsabgrenzungsposten 284 1 % 310 1 %

27.176 100 % 25.438 100 %

Passiva

A. Eigenkapital 9.076 33 % 9.063 36 %

B. Fremdkapital

lang- und mittelfristiges 4.965 18 % 5.896 23 %

kurzfristiges 11.007 41 % 8.187 32 %

C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.128 8 % 2.292 9 %

27.176 100 % 25.438 100 %

Ertragslage

Im Freibad Barnstorf verringerten sich die Umsätze

um 2 TEUR. Es besuchten rd. 59.000 Badegäste

(Vorjahr 63.000 Badegäste) das Freibad im

Geschäftsjahr 2004/2005.

Die Bädersparten der Stadtwerke konnten aufgrund

von zusätzlichen Service-Leistungen den

Rückgang der Umsatzerlöse trotz geringeren

Besucherzahlen vorbeugen. Durch den weiteren

stetigen Ausbau von Angeboten und Sonderveranstaltungen

werden die Produkte in den Bädersparten

abgerundet und führen zu zusätzlichen

Mehreinnahmen.

Wasser

Wärme

Bäder

Strom

Gas

Der Gesamtumsatz der Stadtwerke – ohne Einrechung

der an die Kunden weitergereichten

Stromsteuer – konnte gemessen am Vorjahr um

0,4

8,1

1

35,7

54,8

3,00 Mio. EUR auf 37,60 Mio. EUR zulegen.

In der Stromversorgung erhöhen sich die Umsätze

durch die Mehrabgabe um 5,6 % bzw. 1,03

▲ Umsatzverteilung 2004/2005 in %

40


Jahresabschluss

Lagebericht

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen

sind die in voller Höhe erwirtschafteten Konzessionsabgaben

mit rd. 1,70 Mio. EUR enthalten.

Die Ertragslage der Stadtwerke ist gegenüber

dem Vorjahr leicht rückläufig. Die Verluste in den

Bädersparten konnte durch die Ergebnisse der

Versorgungssparte kompensiert werden.

Finanzlage

Die Finanzlage des Unternehmens ist solide. Im

abgelaufenen Geschäftsjahr wurden rd. 3,33 Mio.

EUR für Investitionen und Darlehenstilgungen

benötigt. Die Finanzierung erfolgte aus eigenen

Mitteln. Der Kapitaldienst wurde planmäßig

geleistet. Eine planmäßige Darlehensaufnahme

erfolgte im Geschäftsjahr 2004/2005 in Höhe

von 115 TEUR. Die Liquidität war jederzeit gesichert.

Die Investitionen für immaterielle Vermögensgegenstände

und Sachanlagen beliefen sich auf

rd. 2,83 Mio. EUR. Sie verteilen sich wie folgt:

Verteilung der Investitionen im Berichtsjahr

Sparte 2004/2005 2003/2004

TEUR TEUR

Stromversorgung 1.333 898

Gasversorgung 405 547

Wasserversorgung 821 680

Wärmeversorgung 85 71

Bäder 116 19

Gemeinsame Anlagen 544 351

Erhaltene Zuschüsse - 475 - 808

Gesamt 2.829 1.758

Die Investitionen betreffen insbesondere die Erweiterung

der Verteilungsanlagen.Als größere

Maßnahmen wurden durchgeführt die Heizungszentrale

im Freibad Barnstorf, die Trafostation

Kielweg sowie diverse Hausanschlüsse im Stromund

Gasbereich.

Wesentliche Ereignisse nach Abschluss

des Geschäftsjahres

Zum 1.10.2005 wurde eine aufgrund der gestiegenen

Beschaffungskosten erforderliche Gaspreiskorrektur

im Tarifkundenbereich vorgenommen.

Die im Bezug erfahrenen Gasbezugskostensteigerungen

haben die Stadtwerke nicht im

vollen Umfang an die Kunden weitergegeben.

Das Testat einer bekannten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

bestätigte dieses in einem Gutachten.

Im Gaspreisvergleich der Energieversorger gehören

die Stadtwerke nachweislich mit zu den

Günstigsten in Niedersachsen. Dennoch sind

eine Reihe von Widersprüchen zu verzeichnen,

in denen den Stadtwerken unbilliges Verhalten

nach § 315 BGB vorgeworfen wird. Darüber

hinaus sind in der Branche derzeit eine Anzahl

von Klagen anhängig. Um hier eine Klarheit für

die Gasbranche und den Endkunden zu verschaffen,

ist ein höchstrichterliches Urteil notwendig.

Risiken der künftigen Entwicklung

Für uns als Energieversorger wird das Jahr

2005/2006 nach dem Inkrafttreten des Energiewirtschaftsgesetzes

im Juli 2005 ein Jahr weiterer

Veränderung werden. Der Gesetzgeber verlangt

von uns die organisatorische und buchhalterische

Entflechtung. Konkret bedeutet dieses

so genannte „Unbundling“: Der Betrieb von Gasund

Stromnetzen muss künftig hinsichtlich Organisation

und Entscheidungsgewalt unabhängig

von Netzbetrieb und Vertrieb sein. Die bevorstehende

verschärfte Verpflichtung zur Umsetzung

des buchhalterischen und informationellen

Unbundlings wird die Komplexität des Geschäftsbetriebes

von Energieversorgungsunternehmen

weiter erhöhen. Hierdurch entsteht ein starker

Handlungsdruck für das Management, der durch

den künftigen Regulator weiter verschärft werden

wird.

41


Die Regulierungsbehörde wird vor allem Einfluss

auf die Art und Höhe der Netznutzungsentgeltberechnung

nehmen. Die Netzentgelt- und

Netzzugangsverordnung für Strom und Gas wurde

ebenso im Juli 2005 verabschiedet. Ein Vergleich

mit anderen europäischen Ländern zeigt,

dass die damit verbundene Absenkung der Entgelte

die gesamte Branche und somit auch die

Stadtwerke Huntetal belasten würde. Die Risikosituation

hat sich daher auf die folgenden Geschäftsjahre

verlagert und hält unvermindert an.

Aus heutiger Sicht ist allerdings der Wegfall von

Synergien zu erwarten, der mit einem höheren

organisatorischen Aufwand und somit auch zu

höheren Kosten führt.

Im Rahmen der Investitionstätigkeit werden wir

voraussichtlich für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen

rd. 3,94 Mio. EUR aufwenden.

Die weitere Umsetzung und nachhaltige Sicherung

der Unternehmensziele wird auch im Geschäftsjahr

2005/2006 eine zentrale Rolle im

Personalbereich spielen. Durch entsprechende

Schulungsmaßnahmen werden wir den sich ständig

ändernden Anforderungen in der Energieversorgungsbranche

entgegentreten.

Eine Überprüfung der gegenwärtigen Lage der

Gesellschaft hat ergeben, dass keine den Fortbestand

gefährdenden Positionen bestehen.

Ausblick

Die Umsatzentwicklung wird im Jahr 2005/2006

durch den eingeschlagenen Weg der Fokussierung

auf das Kerngeschäft geprägt sein. Bei der

Umsatzentwicklung im Geschäftsfeld Stromversorgung

rechnen wir mit einer weiteren Umsatzsteigerung

in Höhe von voraussichtlich 7 %, die

zum einen auf die Neuakquise von Industrieund

Gewerbekunden und zum anderen auf bereits

durchgeführten Preiserhöhungen beruhen.

Im Geschäftsfeld der Gasversorgung gehen wir

von einem leichten Anstieg der Umsatzerlöse

um 3 % aus. In der Gasversorgung und der Fernwärme

werden die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres

2004/2005 voraussichtlich das Vorjahresniveau

erreichen.

Die vorhandenen Controllinginstrumente sollen

im lfd. Geschäftsjahr weiter angepasst werden.

Darüber hinaus soll auf Basis des Gesetzes zur

Kontrolle und Transparenz (KonTraG) der Aufbau

eines Überwachungssystems weiter durchgeführt

werden.

In den ersten Monaten verlaufen die Umsatzund

Kostenentwicklungen planmäßig, so dass wir

für das Geschäftsjahr 2005/2006 ein planmäßiges

Ergebnis erwarten.

Diepholz, im März 2006

Stadtwerke EVB Huntetal GmbH

In der Bädersparte erwarten wir im Hallenbad

eine bessere Auslastung gegenüber dem Vorjahresniveau.

Durch Sonderveranstaltungen wollen

die Stadtwerke die Attraktivität weiter erhöhen.

Ob die Besucherzahlen in den Freibädern im

Jahr 2006 verbessert werden können, hängt im

Wesentlichen von der Witterung ab und ist daher

kaum zu beeinflussen.

Waldemar Opalla

Geschäftsführer

42


Jahresabschluss

Lagebericht

Jahresabschluss 2004/2005

Bilanz zum 30. September 2005

Gewinn- und Verlustrechnung

vom 01.10.2004 bis zum 30.09.2005

Anhang

Anlagespiegel

Anlagen zum Anhang

Bilanz nach § 9 (2) EnWG

zum 30. September 2005

Gewinn- und Verlustrechnung

nach § 9 (2) EnWG

vom 01.10.2004 bis zum 30.09.2005

43


Bilanz zum 30. September 2005

Aktiva 30.09.2005 Vorjahr

EUR

TEUR

A.Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände 73.445,85 72

II. Sachanlagen 21.127.621,51 20.722

III. Finanzanlagen 2.491.641,62 2.496

23.692.708,98 23.290

B. Umlaufvermögen

I.Vorräte

1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 398.904,97 482

II. Forderungen und sonstige

Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus

Lieferungen und Leistungen 4.610.464,36 3.574

- davon mit einer Restlaufzeit von

mehr als einem Jahr 0,00 EUR

2. Forderungen gegen

verbundene Unternehmen 19.035,84 14

- davon mit einer Restlaufzeit von

mehr als einem Jahr 0,00 EUR

3. Sonstige Vermögensgegenstände 776.929,96 1.064

- davon mit einer Restlaufzeit von

mehr als einem Jahr 0,00 EUR

III. Kassenbestand, Postbankguthaben und

Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.232.947,24 4.233

8.019.246,53 9.353

C. Rechnungsabgrenzungsposten 284.040,66 310

31.995.996,17 32.953

44


Jahresabschluss

Passiva 30.09.2005 Vorjahr

EUR

TEUR

A. Eigenkapital

I. Gezeichnetes Kapital 6.000.000,00 6.000

II. Kapitalrücklage 2.806.394,93 2.806

III. Verlustvortrag 0,00 -186

IV. Jahresüberschuss 270.028,15 442

9.076.423,08 9.062

B. Empfangene Ertragszuschüsse 4.820.076,99 5.283

C. Rückstellungen

1. Steuerrückstellungen 0,00 408

2. Sonstige Rückstellungen 1.269.800,00 1.344

1.269.800,00 1.752

D.Verbindlichkeiten

1.Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.185.443,50 4.593

- davon mit einer Restlaufzeit bis zu

einem Jahr 1.061.671,89 EUR

2.Verbindlichkeiten aus Lieferungen

und Leistungen 3.926.195,22 3.013

- davon mit einer Restlaufzeit bis zu

einem Jahr 3.926.195,22 EUR

3.Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 204.516,79 256

- davon mit einer Restlaufzeit bis zu

einem Jahr 51.129,18 EUR

4. Sonstige Verbindlichkeiten 6.385.736,48 6.702

- davon aus Steuern 588.955,68 EUR;

- davon im Rahmen der sozialen

Sicherheit 31.213,72 EUR

- davon mit einer Restlaufzeit bis zu

einem Jahr 4.698.473,26 EUR

14.701.891,99 14.564

E. Rechnungsabgrenzungsposten 2.127.804,11 2.292

31.995.996,17 32.953

45


Gewinn- und Verlustrechnung

vom 01.10.2004 bis zum 30.09.2005

2004/2005 2003/2004

EUR EUR TEUR

1. Umsatzerlöse 40.105.985,88 37.041

abzüglich Stromsteuer -2.510.144,37 -2.433

bereinigte Umsatzerlöse 37.595.841,51 34.608

2. Andere aktivierte Eigenleistungen 349.490,34 203

3. Sonstige betriebliche Erträge 526.542,08 295

38.471.873,93 35.106

4. Materialaufwand

a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und

Betriebsstoffe und für bezogene Waren 26.298.766,40 22.473

b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.503.289,89 2.252

28.802.056,29 24.725

5. Personalaufwand

a) Löhne und Gehälter 2.655.133,53 2.422

b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für

Altersversorgung und für Unterstützung 805.404,40 738

- davon für Altersversorgung 205.793,58 EUR

3.460.537,93 3.160

6. Abschreibungen auf immaterielle

Vermögensgegenstände des

Anlagevermögens und Sachanlagen 2.411.679,17 2.634

7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.982.092,46 3.063

815.508,08 1.524

8. Erträge aus anderen Wertpapieren und

Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 697,13 1

9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 37.162,65 33

10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 372.058,62 404

-334.198,84 -370

11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 481.309,24 1.154

12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 224.486,63 673

13. Sonstige Steuern -13.205,54 39

14. Jahresüberschuss 270.028,15 442

46


Jahresabschluss

Anhang

I. Angaben zur Form und Darstellung

von Bilanz bzw. Gewinn- und

Verlustrechnung

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften

des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften

und den ergänzenden Bestimmungen

des GmbH-Gesetzes aufgestellt

worden.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung

erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Die Wertansätze der Bilanz zum

30. September 2004 sind unverändert übernommen

worden.

II. Erläuterungen zu den Posten von

Bilanz sowie Gewinn- und

Verlustrechung bezüglich Ausweis,

Bilanzierung und Bewertung

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die immateriellen Vermögensgegenstände

sind zu Anschaffungskosten vermindert um

die lineare Abschreibung bewertet.Auf die

eigenen Leistungen werden Lohn- und Materialgemeinkostenzuschläge

berechnet.

Abschreibungen sind gemäß § 253 Abs. 2

HGB in der notwendigen Höhe vorgenommen

worden. Den planmäßigen Abschreibungen

liegen die in den steuerlichen Abschreibungstabellen

vorgegebenen Nutzungsdauern

zugrunde. Soweit steuerlich zulässig, wird die

degressive Abschreibungsmethode angewandt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit

einem Einzelanschaffungswert von bis zu

410,00 EUR werden im Zugangsjahr im Sinne

des § 6 Abs. 2 EStG voll abgeschrieben.

Die Beteiligung an der Diepholzer Verkehrsgesellschaft

mbH, Diepholz (DVG), wurde im

Wirtschaftsjahr unter der Position „Anteile

an verbundene Unternehmen“ umgegliedert.

Die Bilanzposition Beteiligung beinhaltet zum

Bilanzstichtag die Beteiligung an der Trianel

European Energy Trading GmbH,Aachen

(Trianel), der LET Liberal Energy Trading

GmbH, Menden (LET), der IWW Nord

GmbH, Diepholz (IWW) und die Genossenschaftsanteile

der Volksbank Diepholz-Barnstorf

e.G. Diese sind zum Anschaffungswert

– gekürzt um notwendige Wertberichtigungen

– aktiviert worden.

Das Sachanlagevermögen ist mit den Anschaffungs-

bzw. Herstellungskosten und, soweit

abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger

Abschreibungen bewertet. In den Herstellungskosten

selbst erstellter Anlagen sind

neben den Einzelkosten auch angemessene

Gemeinkosten enthalten, wobei Fremdkapitalzinsen

nicht berücksichtigt sind.Anlagen

im Bau sind mit den Herstellungskosten

einschließlich notwendiger Gemeinkosten

aktiviert.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden

grundsätzlich zu durchschnittlichen Anschaffungskosten

bewertet. Forderungen aus Lieferungen

u. Leistungen sowie sonstige Vermögensgegenstände

sind zum Nominalwert ausgewiesen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

sind unter Berücksichtigung

des erkennbaren Ausfallrisikos bewertet.

Der Kassenbestand sowie Guthaben bei

Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt.

47


Als aktive Rechnungsabgrenzungen sind

Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand

für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag

darstellen, ausgewiesen. Das gezeichnete

Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Die von den Anschlussnehmern erhobenen

Baukostenzuschüsse bis zum 30. September

2004 werden als Empfangene Ertragszuschüsse

ausgewiesen. Sie werden innerhalb

von 20 Jahren erfolgswirksam aufgelöst.

Gemäß des BMF-Schreibens vom 27. Mai

2003 zur „Ertragssteuerlichen Behandlung

von Baukostenzuschüssen bei Energieversorgungsunternehmen“

wurden die empfangenen

Ertragszuschüsse in Höhe von 1.284

TEUR ab dem Geschäftsjahr 2003/2004

von den Anschaffungs- und Herstellungskosten,

die im Zusammenhang mit den hergestellten

Verteilernetzen und Versorgungsanschlüssen

stehen, abgesetzt. Für das Wirtschaftsjahr

2004/2005 entfallen hierauf

475 TEUR. Die sonstigen Rückstellungen

berücksichtigen alle erkennbaren Risiken

und ungewissen Verpflichtungen, sie sind

ausreichend bemessen und nach kaufmännischer

Beurteilung in der Höhe notwendig.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

2004/2005 2003/2004

TEUR TEUR

Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen 4.245 3.358

Forderungen gegenüber

verbundenen Unternehmen 19 14

Forderungen gegenüber

den Gesellschaftern 464 581

sonstige Vermögensgegenstände 659 685

Insgesamt 5.387 4.638

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag

passiviert. Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten

wurden mit den

anteiligen Einnahmen aus der Zeit vor dem

Abschlussstichtag, die Erträge für Folgejahre

darstellen, bewertet.

2. Angaben zu Posten der Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens wird

im Anlagenspiegel (vgl.Anlage) dargestellt.

Die Darstellung der Sachanlagen ist branchenüblich

erweitert worden.

In den Finanzanlagen sind die Anteile an

der DVG und die Beteiligungen an der

LET, der Trianel sowie am IWW Nord zusammengefasst.

Die sonstigen Ausleihungen

betreffen Arbeitgeberdarlehen.

Die Stadtwerke Huntetal ist zu 100 % an der

DVG beteiligt. Zum 31. Dezember 2004 betrug

das Eigenkapital der DVG 1.398 TEUR.

Darin enthalten ist der Jahresüberschuss für

das Geschäftsjahr 2004 über 58 TEUR.

Des Weiteren sind die Stadtwerke Huntetal

bei der am 25.August 2004 gegründeten

Laborgesellschaft IWW Nord mit 40 % an

dem Stammkapital von 50 TEUR beteiligt.

An der LET besteht eine Beteiligung in Höhe

von 6,07 % an dem Stammkapital von 285

TEUR. Im Wirtschaftsjahr 2003 wurde ein

Jahresergebnis von 113 TEUR erzielt. Für

die Wirtschaftsjahre 2004 und 2005 liegen

noch keine aktuellen Jahresabschlüsse vor.

Die Beteiligungsquote bei der Trianel beläuft

sich auf 0,55 % des Stammkapitals von 11.123

TEUR. Das Jahresergebnis für das Wirtschaftsjahr

2004 beträgt 1.381 TEUR.

48


Jahresabschluss

In den Forderungen aus Lieferungen und

Leistungen sind auch der vom Ablese- bis

zum Bilanzstichtag abgegrenzte Energie- und

Wasserverbrauch sowie die Entwässerungsgebühren

der Tarifkunden enthalten. Die darin

enthaltenen Abschlagszahlungen wurden

saldiert. Die Forderungen gegenüber den Gesellschaftern

betreffen die Energie- und Wasserabrechnungen

zum Bilanzstichtag mit

365 TEUR und Überzahlungen aus der Gewerbesteuer

mit 99 TEUR. Die Umgliederung

gegenüber der Bilanz erfolgte aus den Forderungen

aus Lieferungen und Leistungen

und den sonstigen Vermögensgegenständen.

Die sonstigen Rückstellungen umfassen im

Personal- und Sozialbereich im Wesentlichen

Rückstellungsüberblick

2004/2005 2003/2004

TEUR TEUR

Verpflichtungen aus dem

Personal- und Sozialbereich 419 358

Verpflichtungen aus dem

Energiebezug 335 415

Verpflichtungen aus dem

Sachleistungsbereich 516 572

Insgesamt 1.270 1.345

die Urlaubs- und Überstundenverpflichtungen,Altersteilzeit,

Berufsgenossenschaftsbeiträge

und im Energiebezug hauptsächlich

die Rückstellung für den Gasleistungspreis

sowie im Sachleistungsbereich u. a. unterlassene

Aufwendungen für Instandhaltung und

Prüfungs- und Beratungskosten. Die Verbindlichkeiten

gegenüber Kreditinstituten sind

über 3.751 TEUR durch Bürgschaften der

Gesellschafter besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern

beinhalten unter anderem die an

die Gesellschafter abzuführenden Konzessionsabgaben

in Höhe von 1.702 TEUR, die

Gesellschafterdarlehen über 1.687 TEUR, die

Verbindlichkeiten aus der Kanalabrechnung

in Höhe von 166 TEUR sowie 32 TEUR aus

der Avalprovision. Die Umgliederung aus der

Bilanz erfolgte aus den sonstigen Verbindlichkeiten.Aus

der Bilanzposition Verbindlichkeiten

aus Lieferungen und Leistungen wurden

5 TEUR in die Verbindlichkeiten gegenüber

den Gesellschaftern umgegliedert.

Als Sicherheiten bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte

aus der Lieferung von Roh-,

Hilfs- und Betriebsstoffen. Bei den Verbindlich-

Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten

Gesamtdavon mit einer Laufzeit

bis 1 Jahr 1bis 5 Jahre über 5 Jahre

TEUR TEUR TEUR TEUR

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.185 1.061 1.411 1.713

Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern 3.641 1.954 1.687 0

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.921 3.921 0 0

Verbindlichkeiten gegenüber

verbundenen Unternehmen 205 51 154 0

Sonstige Verbindlichkeiten 2.750 2.750 0 0

Insgesamt 14.702 9.737 3.252 1.713

49


keiten gegenüber verbundenen Unternehmen

handelt es sich um eine Darlehensgewährung

der DVG an die Gesellschafterin. Bei

den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,

mit denen ein Beteiligungsverhältnis

besteht, handelt es sich um eine Darlehensgewährung

der DVG an die Gesellschafter.

Bei den sonstigen Verbindlichkeiten sind u. a.

die erhaltenen Überzahlungen unserer Kunden

für Energie- und Wasserlieferung im

Rahmen der Jahresverbrauchsabrechnung

zum 30.09.2005 in Höhe von 2.094 TEUR

ausgewiesen. Des Weiteren besteht eine Verbindlichkeit

gegenüber dem Hauptzollamt

aus der noch abzuführenden Stromsteuer in

Höhe von 558 TEUR.

3. Angaben zu Posten der Gewinn- und

Verlustrechnung

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen

werden Zuschüsse für freiwillige Vereinbarungen

und Zusatzberatungen mit Landwirten,

Versicherungserstattungen, Grundstückserträge

etc. ausgewiesen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen

betreffen u. a. Konzessionsabgaben über

Angaben zu Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Von den Umsatzerlösen entfallen auf 2004/2005 2003/2004

TEUR TEUR

die Lieferungen von

Energie und Wasser 36.197 33.327

die Einnahmen der Bäder 364 373

die Auflösung der

Ertragszuschüsse 463 476

das Nebengeschäft 572 432

Insgesamt 37.596 34.608

1.702 TEUR und Wasserentnahmegebühren

über 147 TEUR.

III. Angaben zu Haftungsverhältnissen

und sonstigen finanziellen

Verpflichtungen

Zugunsten des Stromhauptlieferanten Trianel

wurde eine unbefristete Bürgschaft in Höhe

von 700 TEUR für den Stromhandel abgegeben.

IV. Ergänzende Angaben

Das zweite Gesetz zur Neuregelung des

Energiewirtschaftsrechts (EnWG) trat mit

Wirkung zum 13. Juli 2005 in Kraft. Die

neuen Regelungen zur Rechnungslegung

nach §10 EnWG sind nach § 114 erstmalig

zu Beginn des jeweils ersten vollständigen

Geschäftsjahres nach Inkrafttreten der Novellierung

des EnWG anzuwenden. Der Jahresabschluss

2004/2005 ist somit nach § 9

des Energiewirtschaftsgesetzes vom

24.April 1998 weiterhin anzuwenden.

1. Rechnungslegung gemäß § 9 EnWG a. F.

für Stromversorgungsunternehmen

Gemäß § 9 Abs. 2 des Energiewirtschaftsgesetzes

(EnWG) a. F. haben Elektrizitätsversorgungsunternehmen

in ihrer Buchführung

getrennte Konten für die Bereiche Erzeugung,

Übertragung und Verteilung sowie für

Aktivitäten außerhalb des Elektrizitätsbereiches

zu führen.Auf eine Segmentierung innerhalb

des Elektrizitätsbereiches haben wir

verzichtet, da die Stadtwerke lediglich im

Bereich der Verteilung tätig sind.

50


Jahresabschluss

Umsatzerlöse der Betriebszweige

2004/2005 2003/2004

TEUR TEUR

Strom 13.422 12.391

Gas 20.615 18.729

Wasser 3.053 2.983

Wärme 142 124

Bäder 364 381

Insgesamt 37.596 34.608

Soweit einzelne Konten auch Kosten für die

übrigen Betriebszweige (Gas, Fernwärme,

Wasser oder Bäder) enthalten, sind sie nach

entsprechenden Verteilungsschlüsseln, wie

Umsatzerlöse, Buchrestwerte usw. verteilt

worden.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung

nach § 9 (2) EnWG a. F. sind in den Anlagen

zum Anhang dargestellt.

2. Zusammensetzung der Organe,

Aufwendungen für Organe und

Organkredite

2.1 Gesellschafterversammlung

Die Interessen der Gesellschafter in der Gesellschafterversammlung

werden durch die

gesetzlichen Vertreter der Stadt Diepholz,

der Samtgemeinde Barnstorf, der Gemeinde

Wagenfeld und der Samtgemeinde Rehden

wahrgenommen.

2.2 Aufsichtsrat

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrates

im Geschäftsjahr 2004/2005:

Rolf Kramer,Vorsitzender, Peter Luther, stellv.

Vorsitzender, Hartmut Bloch,Wilhelm

Falldorf, Herbert Heidemann, Stephan

Kawemeyer,Wilfried Krüger, Claus-Dieter

Lalla, Jürgen Lübbers, Hans-Ulrich Püschel,

Werner Schneider, Bernt Stresse,Andreas

Wulf, Hermann zur Mühlen, Harald Ficke,

Arbeitnehmervertreter, Hans-Günther

Raffetseder, Arbeitnehmervertreter.

An Aufwandsentschädigungen für den Aufsichtsrat

sind rd. 19 TEUR angefallen.

2.3 Geschäftsführung

Alleiniger Geschäftsführer ist Herr

Waldemar Opalla. Die Angaben gem. § 285

Nr. 9 a HGB sind in Verbindung mit § 286

Abs. 4 HGB unterblieben.

3. Beschäftigtenzahlen und

Arbeitnehmergruppen

Im Jahresdurchschnitt waren 86 Arbeitnehmer

beschäftigt, davon 35 Lohnempfänger

und 51 Gehaltsempfänger.

Diepholz, im März 2006

Stadtwerke EVB Huntetal GmbH

Waldemar Opalla

Geschäftsführer

51


Anlagespiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Zugänge/ Abgänge(-)/

01.10.2004 Abgänge(-) Umbuchung 30.09.2005

EUR EUR EUR EUR

I. Immaterielle

Vermögensgegenstände 721.744,56 61.774,96 0,00 783.519,52

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche

Rechte und Bauten

einschl. der Bauten auf fremden

Grundstücken 8.185.140,62 174.476,99 0,00 8.359.617,61

2.1 Energie- und Wassererzeugungs-,

Bezugs- und Verteilungsanlagen 53.024.515,19 1.954.683,96 698.856,29 55.678.055,44

2.2 erhaltene Hausanschlusskosten -408.775,07 -264.454,48 0,00 -673.229,55

2.3 erhaltene Baukostenzuschüsse -399.509,34 -211.286,99 0,00 -610.796,33

3. sonstige technische Anlagen 3.142.562,02 101.750,57 0,00 3.244.312,59

4. Betriebs- und

Geschäftsausstattung 3.264.486,09 298.746,53 29.271,61 3.533.961,01

5. geleistete Anzahlungen und

Anlagen im Bau 704.101,60 712.939,62 -698.856,29 718.184,93

67.512.521,11 2.766.856,20 29.271,61 70.250.105,70

III. Finanzanlagen

1.Anteile an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 2.626.725,90 2.626.725,90

2. Beteiligungen 2.767.617,90 0,00 -2.626.725,90 140.892,00

3.Wertpapiere des Anlagevermögens 701,79 3,78 0,00 705,57

4. sonstige Ausleihungen 71.882,30 0,00 4.669,75 67.212,55

2.840.201,99 3,78 4.669,75 2.835.536,02

Insgesamt 71.074.467,66 2.828.634,94 33.941,36 73.869.161,24

52


Jahresabschluss

Abschreibungen

Restbuchwerte

Abgänge(-)/

01.10.2004 Zugänge Umbuchung 30.09.2005 30.09.2005 30.09.2004

EUR EUR EUR EUR EUR EUR

649.903,62 60.170,05 0,00 710.073,67 73.445,85 71.840,94

3.001.322,23 276.835,61 0,00 3.278.157,84 5.081.459,77 5.183.818,39

38.940.902,97 1.728.159,05 0,00 40.669.062,02 15.008.993,42 14.083.612,22

-18.693,00 -21.307,00 0,00 -40.000,00 -633.229,55 -390.082,07

-17.635,00 -19.439,00 0,00 -37.074,00 -573.722,33 -381.874,34

2.125.899,54 179.491,00 0,00 2.305.390,54 938.922,05 1.016.662,48

2.758.529,36 207.769,46 19.351,03 2.946.947,79 587.013,22 505.956,73

0,00 0,00 0,00 0,00 718.184,93 704.101,60

46.790.326,10 2.351.509,12 19.351,03 49.122.484,19 21.127.621,51 20.722.195,01

0,00 0,00 343.894,40 343.894,40 2.282.831,50 2.282.831,50

343.894,40 0,00 -343.894,40 0,00 140.892,00 140.892,00

0,00 0,00 0,00 0,00 705,57 701,79

0,00 0,00 0,00 0,00 67.212,55 71.882,30

343.894,40 0,00 0,00 343.894,40 2.491.641,62 2.496.307,59

47.784.124,12 2.411.679,17 19.351,03 50.176.452,26 23.692.708,98 23.290.343,54

53


Anlage 1: Bilanz nach § 9 (2) EnWG a. F.

zum 30.09.2005

Aktiva Strom Sonstiges Gesamt

EUR EUR EUR

A.Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände 12.080,67 61.365,18 73.445,85

II. Sachanlagen 6.092.669,87 15.034.951,64 21.127.621,51

III. Finanzanlagen 115.892,00 2.375.749,62 2.491.641,62

6.220.642,54 17.472.066,44 23.692.708,98

B. Umlaufvermögen

I.Vorräte

1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 148.528,33 250.376,64 398.904,97

II. Forderungen und sonstige

Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus

Lieferungen und Leistungen 1.390.291,53 3.220.172,83 4.610.464,36

2. Sonstige Vermögensgegenstände 225.997,78 550.932,18 776.929,96

III. Kassenbestand, Postbankguthaben und

Guthaben bei Kreditinstituten 798.501,93 1.434.445,31 2.232.947,24

2.563.319,57 5.455.926,96 8.019.246,53

C. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 284.040,66 284.040,66

8.783.962,11 23.212.034,06 31.995.996,17

54


Jahresabschluss

Passiva Strom Sonstiges Gesamt

EUR EUR EUR

A. Eigenkapital 2.883.138,63 6.193.284,45 9.076.423,08

B. Empfangene Ertragszuschüsse 994.760,10 3.825.316,89 4.820.076,99

C. Rückstellungen 351.290,40 918.509,60 1.269.800,00

D.Verbindlichkeiten

1.Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten 1.219.219,69 2.966.223,81 4.185.443,50

2.Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen 1.494.268,97 2.431.926,25 3.926.195,22

3.Verbindlichkeiten gegenüber

Unternehmen, mit denen ein

Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 204.516,79 204.516,79

4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.841.284,32 4.544.452,16 6.385.736,48

E. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 2.127.804,11 2.127.804,11

8.783.962,11 23.212.034,06 31.995.996,17

55


Anlage 2: Gewinn- und Verlustrechnung

nach § 9 (2) EnWG a. F. vom 01.10.2004 bis zum 30.09.2005

Strom Sonstiges Gesamt

EUR EUR EUR

1.Umsatzerlöse 15.932.366,93 24.173.618,95 40.105.985,88

abzüglich Stromsteuer -2.510.144,37 0,00 -2.510.144,37

13.422.222,56 24.173.618,95 37.595.841,51

Interne Leistungsverrechnung 109.900,46 261.594,76 371.495,22

Bereinigte Umsatzerlöse 13.532.123,02 24.435.213,71 37.967.336,73

2.Andere aktivierte Eigenleistungen 171.502,39 177.987,95 349.490,34

3. Sonstige betriebliche Erträge 130.756,28 395.785,80 526.542,08

13.834.381,69 25.008.987,46 38.843.369,15

4. Materialaufwand

a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und

Betriebsstoffe und für bezogene Waren 10.013.619,76 16.285.146,64 26.298.766,40

Interne Leistungsverrechnung 14.046,15 357.449,07 371.495,22

b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 407.567,91 2.095.721,98 2.503.289,89

10.435.233,82 18.738.317,69 29.173.551,51

5. Personalaufwand

a) Löhne und Gehälter 820.461,36 1.834.809,39 2.655.270,75

b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für

Altersversorgung und für Unterstützung 248.822,31 556.444,87 805.267,18

1.069.283,67 2.391.254,26 3.460.537,93

56


Jahresabschluss

Strom Sonstiges Gesamt

EUR EUR EUR

6.Abschreibungen auf immaterielle

Vermögensgegenstände des

Anlagevermögens und Sachanlagen 660.170,13 1.751.509,04 2.411.679,17

7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 849.786,61 2.132.305,85 2.982.092,46

819.907,46 -4.399,38 815.508,08

8. Erträge aus anderen Wertpapieren

und Ausleihungen des

Finanzanlagevermögens 232,37 464,76 697,13

9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 13.378,45 23.784,20 37.162,65

10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 108.380,68 263.677,94 372.058,62

11. Ergebnis der gewöhnlichen

Geschäftstätigkeit 725.137,60 -243.828,36 481.309,24

12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 338.210,20 -113.723,57 224.486,63

13. Sonstige Steuern 8.621,14 -21.826,68 -13.205,54

14. Jahresüberschuss 378.306,26 -108.278,11 270.028,15

57


Impressum

Herausgeber

Stadtwerke EVB Huntetal GmbH,

Diepholz

Gestaltung

construktiv GmbH, Bremen

Fotografien

Matthias Borchardt

Reinhold Dufner

Volker Harting

Thomas Hellmann

Eberhard Jansen

Reinhard Kawemeyer

Eberhard Langer

Thomas Loest

Jens Voshage

photocase

Druck

Druckhaus Breyer GmbH, Diepholz

59


Stadtwerke EVB Huntetal GmbH

Amelogenstraße 1-3

49356 Diepholz

Tel. 05441 / 903-0

Fax 05441 / 903-690

info@stadtwerke-huntetal.de

www.stadtwerke-huntetal.de

construktiv, Bremen

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